B&I Die Industrie-Zeitung, Ausgabe 1 (Februar 2022)

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Die Industrie-Zeitung BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG Februar 2022 - Ausgabe 1/22

18.–19.10.2022 Messe Stuttgart www.in-stand.de #instand22

Instandhaltungsapp mit AR punktet bei Inbetriebnahme, Inspektion, Wartung Seite 07 Das Gerät punktet bei der vorbeugenden Instandhaltung, eignet sich aber beispielsweise auch für Energie-Audits zur Sicherstellung von Betriebssicherheit und Energieeffizienz. Bilder: Sonotec

TOP NEWS B&I MESSEZEITUNG ab Seite M1

Retrofit im laufenden Betrieb Molkerei Ehrmann erweitert Kapazitäten, erhöht Verfügbarkeit Seite 08 Fehlerursachen erkennen – auch im Nachgang Seite 16 Predictive Maintenance ... ... für Datenleitungen

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THEMEN Nachrichten

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Antriebs- & Steuerungstechnik

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Arbeitssicherheit

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Condition Monitoring 17 Mess- & Überwachungstechnik Drucklufttechnik

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Energie-Effizienz

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Facility Management

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Fertigungstechnik

16

Industrieservice

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Management & Technologie

07

Reinigung

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Wartungs- & Werkstattbedarf

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Zulieferteile

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Messen & Events

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Impressum Wolff Publishing www.b-und-i.de

36/M4 ISSN 1864-4554 info@b-und-i.de

Abo-Service: b-und-i@vertriebsunion.de

72 Mikros hören Defekte genau Der Ultraschallspezialist Sonotec erweitert sein Angebot um die neue akustische Kamera Sonascreen. Die Kamera, ausgestattet mit 72 versiegelten Mikrofonen, erzeugt akustische Bilder sowohl aus dem Hörschall- als auch aus dem Ultraschall-Frequenzbereich. Das Gerät ermöglicht so z.B. die schnelle Ortung von Leckagen in Druckluft- und Vakuumsystemen. Die neue akustische Kamera Sonascreen lokalisiert Schallquellen und visualisiert komplexe akustische Informationen in Echtzeit als akustisches Bild in einem LiveVideo. Damit zeigt das Gerät physikalische Vorgänge, welche weder das Auge sehen noch das menschliche Ohr hören kann – und das funktioniert auch in einer lauten Umgebung, also beispielsweise, während eine Maschine oder Anlage läuft. Ermöglicht wird dies durch das Verfahren des sogenannten Beamformings, bei der die Position von Schallquellen in Schallfeldern bestimmt wird. Die technische Umsetzung erfolgt mit einem hochempfindlichen Array aus 72 Mikrofonen. Im Vergleich zu anderen Kameradesigns erreicht das Spiral-Mikrophon-Array der Sonascreen laut Hersteller Sonotec einen großen akustischen Dynamikbereich. Der weite Frequenzbereich der Kamera von 1 Hz bis 100 kHz ermöglicht es, dass sie für zahlreiche Anwendungen zur Detektion von Schallquellen im Hör- und Ultraschallbereich eingesetzt werden kann.

Die mit der Sonascreen gewonnenen Informationen werden in akustische Bilder umgesetzt, welche wiederum auf dem hochauflösenden Kameradisplay mit einer Bildrate von 100 fps in Echtzeit dargestellt werden. Außerdem bietet die Kamera einen Global Shutter. Mit dessen Hilfe ist es möglich, sich schnell bewegende Objekte im Bild zu

Aufgezeichnete Bilder und Videos werden direkt auf der Kamera gespeichert. Sie können zur Berichterstellung, aber auch auf einen PC oder Laptop exportiert werden.

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erfassen – und zwar ohne Verzerrungen. Die Entwickler legten nach eigenen Angaben großen Wert auf eine einfache Bedienung und stellen beispielsweise unterschiedliche Profile bereit, um die Arbeit zu erleichtern. Das voreingestellte Lecksuchprofil ermöglicht zum Beispiel einen einfachen Einstieg in die Leckageortung. Weiter auf Seite 19

SEE VITAL SIGNS. TAKE VITAL ACTION.


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NACHRICHTEN

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2022 kann gut werden Es ist Anfang Februar – immer noch früh genug im Jahr, um mit Spannung darauf zu blicken, was die nächsten Monate wohl so bringen werden. Ich blicke zuversichtlich nach vorn: Die Corona-Pandemie ist zwar noch nicht vorbei, aber dank der milderen Verläufe der OmikronVariante und der – vor allem in der besonders gefährdeten Personengruppe – relativ hohen Impfquote

hat die Pandemie aktuell viel von ihrem Schrecken verloren. Gut so, denn die kommenden Monate erlauben dann wieder eine gewisse Normalität. Und diese Normalität bedeutet auch: Fachmessen werden wieder stattfinden können – wichtig, denn wir alle haben gemerkt, dass die Kommunikation über digitale Kanäle mit Zoom und Co. mit einigen Einschränkungen einhergeht. Der persönliche Kontakt ist immer

noch von entscheidender Bedeutung. Für diesen persönlichen Kontakt ist die maintenance Dortmund, die am 30. und 31. März in Dortmund stattfinden wird, die erste, aber sicherlich nicht die einzige Bühne in diesem Jahr. In dieser Ausgabe beschäftigen wir uns jedenfalls intensiv mit der maintenance. Die begleitende MESSEZEITUNG finden Sie dann ab der Seite M1. Zahlreiche Aussteller haben uns bereits vor der

Februar 2022

Messe verraten, was sie dort zeigen werden. Sie dürfen also gespannt sein und nehmen aus dieser Ausgabe sicherlich viele Anregungen für Ihren Messebesuch mit. Das Mitteilungsinteresse war vonseiten der Aussteller sogar so groß, dass wir nicht alle Texte im Sonderteil unterbringen konnten, weshalb Sie auch im regulären Teil diverse Artikel mit Messebezug finden. Diese sind entsprechend gekennzeichnet. Volker Zwick

Uhlenbrock-Gruppe wächst: Fünf Firmen prägt eine gemeinsame Vision Der Instandhaltungsdienstleister Uhlenbrock ist vielen in der Branche ein Begriff. Doch Uhlenbrock ist mehr als das, denn zur Firmengruppe gehören neben der Bolz Production GmbH und der Krefelder Walzenbauer Josef van Baal GmbH nun auch die Wemotec GmbH und Kuhn GmbH in Kempen. Geführt wird das Instandhaltungsunternehmen von Vater Hubert Uhlenbrock gemeinsam mit seinem Sohn David Uhlenbrock.

Im Jahr 2013 hat David Uhlenbrock bereits für ersten Unternehmenszuwachs gesorgt, indem er die seinerzeit insolvente Bolz GmbH in Gronau kaufte und als Bolz Production GmbH weiterführte. Inzwischen ist daraus ein erfolgreicher internationaler Anbieter von technischen Walzen für die Druckindustrie und den allgemeinen Maschinenbau mit mehr als 100 Mitarbeitern geworden.

Podcast: Brückenschlag zwischen der Produktion und der IT Die Experten von Botcraft, Secunet und Intersystems bieten mit Bredge einen gemeinsamen Ansatz für eine flexible und sichere Datenkonnektivität. Was genau darunter zu verstehen ist, erklären im Podcast Dr. Daniel Carton, Geschäftsführer der Botcraft GmbH, Peter Dommermuth, Sales Executive für den Bereich Manufacturing bei Intersystems in Darmstadt und Markus Haist, IoT Partnermanager bei Secunet Security Networks. Die Idee von Bredge war, eine Endto-End-Lösung zu schaffen, die alle Aspekte der IIoT berücksichtigt und die flexibel auf jeden Use-Case und jedes Brownfield, also jeden historisch gewachsenen und bestehenden Maschinenpark übertragbar ist, dabei höchste Datenund Anlagensicherheit garantiert und gleichzeitig ein performantes Datenmanagement liefert.

Die Komplettlösung ermöglicht die Anbindung von BrownfieldKomponenten und kombiniert im IIoT-Kontext die Automatisierung und die Datenverarbeitung mit der notwendigen Sicherheit. Der Ansatz ermöglicht dabei die einfache Bereitstellung, Verarbeitung und Analyse großer Mengen aussagekräftiger Daten aus Bestandsanlagen und bietet auch kleineren und mittleren Unternehmen einen leichten und agilen Einstieg in die Prozessautomatisierung. Hören Sie doch einfach mal rein. Der nebenstehende QRCode führt direkt zu den Podcasts von unserer Partnerseite industry-channel.com www.botcraft.de

TAGUNG TAGUNG INSTANDHALTUNG 05.04. 05.04. -- 06.04.2022 IN NÜRNBERG

„Ein guter Zeitpunkt, die Teams Uhlenbrock und Bolz zu erweitern“, so David Uhlenbrock. Im Jahr 2020 übernahm er die Gesellschaftsanteile des Walzenspezialisten Josef van Baal GmbH in Krefeld. Dieses Mal war aber keine Krise das Motiv für die Übernahme, sondern der Abschied in den Ruhestand des bisherigen Geschäftsführers Josef van Baal. Die Firma van Baal wurde 1976 als Dreherei für Walzenbau gegründet und hat sich im Laufe von mehr als vier Jahrzehnten von einem kleinen Handwerksbetrieb zu einem weltweit führenden Anbieter von Walzen für die Kunststoffindustrie entwickelt – und passt damit bestens ins Portfolio. Ähnlich verhält es sich bei dem nun aktuell erfolgten Zuwachs des Walzenbauers Wemotec GmbH und der Kuhn GmbH aus Kempen. Die Firma Wemotec wurde 1998 gegründet und hat sich von Beginn an auf die Walzenfertigung für ihre Kunden aus Kunststoff- und Folien-, Verpackungen-, Papier- und Druck-, Chemie- und Textil-Industrie spezialisiert. Um neben der Fertigung auch die Konstruktion industrieller Spezialwalzen anbieten zu können, besteht seit 2012 seitens der Wemotec eine Kooperation mit der Kuhn Walzentechnik GmbH, wobei beide als eigenständige Unternehmen unter Heiner Mooren weitergeführt werden. Der geschäftsführende Gesellschafter hat sich aber nun entschlossen, die Geschäftsführung zu übergeben und die Geschäfts-

IN INFORMATIONINFORMATION INFORMATIO INFORMAT INFORMA INFORM INFOR INFO INF -ER ERFA ERFAHRUNGSAUSTAUSCH--KOM ERFAHRUNGSAUSTAUSCH ERFAHRUNGSAUSTAUS ERFAHRUNGSAUSTAU ERFAHRUNGSAUSTA ERFAHRUNGSAUST ERFAHRUNGSAUS ERFAHRUNGSAU ERFAHRUNGSA ERFAHRUNGS ERFAHRUNG ERFAHRUN ERFAHRU ERFAHR ERFAH KOMMUNIKA KOMMUNI KOMMUN KOMMU KOMM KOMMUNIKATION KOMMUNIKATI KOMMUNIKAT I

Erfolgreiche Vertragsunterzeichnung: Heiner Mooren (links) gibt die Geschäftsführung in die Hände von Nachfolger David Uhlenbrock (Mitte). Wolfgang Gill (rechts) steht David Uhlenbrock seit dem ersten Firmenzuwachs unternehmensberatend zur Seite. Bild: Uhlenbrock

anteile beider Unternehmen in jüngere Hände zu legen. Damit übernimmt David Uhlenbrock das Unternehmen und ist als alleiniger Geschäftsführer für den Kempener Standort verantwortlich. Dass alle Firmen und der Wirtschaftsstandort von dieser Übernahme profitieren, davon ist der Geschäftsführer überzeugt. Neben dem Engineering und der Herstellung der Walzen haben die Unternehmen eine starke Gemeinsamkeit miteinander: eine

hohe partnerschaftliche Serviceorientierung. „Gemeinsam optimieren wir die Einkaufsstrukturen und reduzieren die Kapitalbindung deutlich, indem wir das Materiallager bei Uhlenbrock outsourcen. Zudem wollen wir unsere Produktivität durch das proaktive TSAInstandhaltungsmanagement steigern. Mithilfe dieses Konzepts vermeiden wir unnötige Produktionsausfälle und Stillstände, die extreme Zusatzkosten verursachen“, so David Uhlenbrock. www.uhlenbrock.org

Kipp: Erneut sehr gute TÜV-Service-Zertifizierung In einem zweijährigen Rhythmus werden deutsche Kunden von Kipp vom TÜV Saarland befragt. Dabei wird unter anderem untersucht, ob die Befragten mit den Serviceleistungen zufrieden sind, welche Kriterien besonders wichtig sind und wie einzelne Prozessschritte beurteilt werden. In den Bereichen Kundenzufriedenheit

und Servicequalität erreichte das Unternehmen die Gesamtnote „sehr gut“. Im Vergleich zur letzten Befragung ergaben sich kaum Abweichungen: Die fünf wichtigsten Kriterien sind: Artikelverfügbarkeit (Note 1,56), Produktqualität (1,36), Termintreue (1,47) sowie eine schnelle Auftragsbearbeitung (1,44) bzw. Lieferung (1,56). www.kippwerk.de

#TagungIH

Das Unternehmen produziert am Standort Sulz am Neckar, das Produktprogramm umfasst 55.000 Teile. Bild: Kipp


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INDUSTRIESERVICE

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Februar 2022

Gezielt reparieren kostet viel weniger Die einfache Umsetzung der DIN Spec 91406 und die digitale Wartungsdokumentation Das Ziel, das viele Industriebetriebe mit Predictive Maintenance vor Augen haben, ist eindeutig: Planungssicherheit zur Begrenzung wirtschaftlicher Risiken, denn ungeplante Ausfallzeiten können Tausende von Euro pro Stunde kosten. Durch geplante Reparaturen während unproduktiver Zeiten können jedoch kritische Ausfälle vermieden werden. Zusätzlich lassen sich Ausrüstungs- und Arbeitskosten reduzieren, wenn anstelle der gesamten Anlage nur die defekte Komponente getauscht werden muss. Die Rechnung ist einfach: Eine geringere Reparaturhäufigkeit verringert die Anzahl der kritischen Shutdowns. Die ID verknüpft das physische Objekt mit den zu ihm gehörenden Informationen.

Laut einer Studie der Unternehmensberatung Bearingpoint wird die digital unterstützte, vorausschauende Wartung in den Unternehmen zwar stark diskutiert, aber nur wenige leiten konkrete Projekte zur Umsetzung in die Wege. Grund dafür seien vor allem hohe Aufwände in der Implementierung, Bedenken bei der IT-Sicherheit sowie die Datenauswahl und -verfügbarkeit. Dabei stößt vor allem Letzteres auf Widerspruch: Dank des hohen Automatisierungsgrads, der schon heute im produzierenden Gewerbe herrscht, sind nämlich viele Daten bereits vorhanden, teilweise sogar digitalisiert. Sie

effizienteren Fertigung zugutekommen, sollte aber unbedingt in die Gesamtbetrachtung mit einfließen.“

Lückenlose Rückverfolgbarkeit In Branchen wie etwa der chemischen Industrie, die kostenintensive Rohstoffe verarbeitet, aufwendige Produktionsverfahren nutzt und viele kritische Knotenpunkte in den Prozessen aufweist, kostet der Anlagenstillstand schließlich deutlich mehr als ein präventiver Tausch von Verschleißteilen.

Ingenieure, Techniker und IT-Spezialisten bei Inevvo Solutions haben bei Conexo den Fokus daraufgelegt, die Wartungsprozesse von einzelnen Anlagenkomponenten mit digitaler Unterstützung so einfach und sicher wie möglich zu machen. Die Informationen, die im Bauteil der Anlage stecken, führen Monteure und Wartungstechniker nicht nur Schritt für Schritt durch den Prozess, sondern ermöglichen bei intelligenter Verknüpfung der Anlagendaten mit Sensordaten auch das Vorhersagen von zukünftigen Instandhaltungsfällen. Hier die Umsetzung der DIN Spec 91406 über Conexo WebView.

müssen nur in Zusammenhang gebracht werden. „Die Ergebnisse der Studie decken sich mit den Erfahrungen, die wir mit unseren Kunden machen“, erklärt Marcus Ripsam, Leiter Inevvo Solutions. „Die Umsetzung von Predictive Maintenance wird häufig mit hohen Kosten für Hardware und Software in Verbindung gebracht. Auch scheuen die Anlagenbetreiber den einmaligen Aufwand, der durch die Digitalisierung der alten, analogen Daten entsteht. Dass diese Aufwände mit reduzierten Wartungsund Servicekosten belohnt werden und schließlich auch einer

Wer von den Vorteilen vorbeugender Wartungsmaßnahmen profitieren will, muss mit Fleißarbeit beginnen. Der erste Schritt ist dabei immer die Digitalisierung bestehender analoger Daten. Und genau hier setzt die DIN Spec 91406 an. In ihr wird spezifiziert, dass jedem physischen Objekt (Pumpe, Armatur, Messgerät …) eine weltweit eineindeutige ID zugeordnet werden soll. Dies bedingt eine Serialisierung und digitale Kennzeichnung der Produkte bereits beim Hersteller. Über diese Kennzeichnung werden dem Bauteil alle relevanten Informationen, wie z.B. Datenblätter, Zertifikate, Mon-

tage- und Betriebsanleitungen zugeordnet. Die Zuordnung der genannten Informationen findet in einem cloudbasierten Backend statt und steht somit jedem Anwender weltweit online zur Verfügung. Wenn darüber hinaus diese Daten noch in einem einheitlichen Format vorliegen, kann dieser Datensatz oder der „Product Passport“ direkt in dem System des Anwenders verarbeitet werden. Damit entfällt zudem der aufwendige Prozess, neue Produkte, Komponenten oder ganze Anlagenteile händisch in das Zielsystem zu implementieren. Die DIN Spec 91406 definiert das Format, in dem die ID abgebildet werden soll. Es ist nicht notwendig, Informationen in der ID zu kodieren, da mittels der ID die Information im Speicherort bzw. Backend-System eineindeutig identifiziert und auf diese zugegriffen wird. Diese Eigenschaft entspricht im Grundsatz dem Prinzip einer URL. Die wichtigen Grundlagen, welche in der DIN Spec 91406 für die ID festgelegt wurden, sind: Die ID muss global eindeutig sein. Eine in den Verkehr gebrachte ID darf nicht noch mal verwendet werden und sie darf nicht verändert werden. Der OEM (Original Equipment Manufacturer) muss sicherstellen, dass jede ID unique ist. Die ID sollte nicht länger als 100 Zeichen sein. Die ID muss eine URL nach RFC 3986 sein. Diese Grundlagen müssen zwingend eingehalten werden, damit es ein weltweites, herstellerunabhängiges System gibt, um Produkte und Komponenten eineindeutig zu identifizieren. Auch die Art und Weise, wie die Produkte und Komponenten zu kennzeichnen sind, ist in der DIN Spec 91046 beschrieben. Es muss ein 2D-Code auf dem Objekt angebracht werden, wobei nur DataMatrix und/oder QR-

Mit dem Einsatz von QR-Codes, NFC-Tags oder ähnlichen Kennzeichnungen ergeben sich neue Möglichkeiten, Anlagenkomponenten digital zu kennzeichnen, zugehörige Informationen elektronisch abzulegen, zu sichern und zu verarbeiten. Der erste Schritt ist dabei, alle analogen Daten zu digitalisieren und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit aller Anlagenkomponenten sicherzustellen. Eine Möglichkeit hierzu bietet der „eineindeutige“ Product Passport mit Conexo. Die ID verknüpft das physische Objekt mit den zu ihm gehörenden Informationen. Bilder: Inevvo Solutions

Codes verwendet werden dürfen. Die Codes müssen zur schnellen Auffindung am Produkt in einem speziellen Rahmen und einer Markierung angebracht werden: Ob die Codes dabei aufgeklebt, gelasert, gefräst, gedruckt oder anderweitig aufgebracht werden, spielt hierbei keine Rolle. Es ist jedoch wichtig, dass sie sehr gut auslesbar sind. Die entsprechenden Richtlinien und Empfehlungen sind ebenfalls in der Spec aufgeführt. Als weitere Kennzeichnung der Produkte und Komponenten sind auch NFC-Tags zulässig. NFC-Tags sind RFID-Tags, die in einem bestimmten Frequenzbereich arbeiten und mit nahezu allen aktuellen Smartphones und Tablets ausgelesen werden können. Der Vorteil gegenüber 2D-Codes liegt darin, dass sie nicht optisch ausgelesen werden und dadurch unabhängiger von den Lichtverhältnissen und Verschmutzungen funktionieren.

Einfache Umsetzung mit Conexo Mit dem durch Inevvo Solutions entwickelten Conexo-System können die Anforderungen der DIN Spec 91406 in wenigen Tagen umgesetzt werden. Der Hersteller muss lediglich einen QR-Code oder NFC-Tag auf seinen Komponenten oder Produkten aufbringen. Dies kann je nach Anforderungen durch Aufkleben, Drucken, Lasern, Gravieren oder einen anderen Prozess, den er idealerweise schon verwendet, erfolgen. Die „eineindeutige“ ID erzeugt das System entweder aus vorhandenen Daten des Herstellers oder direkt im System. In einer speziellen Software, dem Data Creator, wird nun für jede produzierte Komponente, Produkt oder Armatur ein eineindeutiger Datensatz erzeugt. Das Produkt erhält an dieser Stelle also seinen eineindeutigen „Product Passport“ und diese eineindeutige ID ist sozusagen der Fingerabdruck. Dieser enthält alle relevanten Daten zur Komponente (beispielsweise Hersteller, Nennweite, Druck, Werkstoffe, Zulassungen, Bestellcode, Artikelnummer etc.) sowie ein Bild oder Icon und alle relevanten Dokumente wie z. B. Betriebsanleitung, Datenblatt, Zeugnisse und Zertifikate. Dies geschieht, je nach Kundenwunsch, manuell oder automatisiert, über eine Schnittstelle zu bestehenden ERP-Systemen.

Dieser Datensatz wird im Nachgang in das Conexo Portal – dies ist das Backend-System – geladen und steht ab diesem Zeitpunkt dem Anwender weltweit zur Produktidentifikation zur Verfügung. Durch einfaches Scannen des 2DCodes oder des NFC-Tags erhält der Anwender in Echtzeit alle Informationen zur Komponente. Die gesamte Infrastruktur, wie z. B. die Software zur Erstellung der QRCodes und NFC-Tags, sowie der Data Creator inklusive des Conexo-Portals (Backend) und Hosting übernimmt dabei Inevvo Solutions. Mit einem speziellen Starterkit können Hersteller binnen kürzester Zeit die ersten Produkte gemäß DIN Spec 91406 ausrüsten und an ihre Kunden ausliefern. Die Daten werden hierbei durch den Hersteller manuell in das System gepflegt. Unter dem Namen Conexo WebView bietet das Unternehmen damit nach eigenen Angaben eine einfache Lösung, um Komponenten und Produkte Industrie 4.0kompatibel zu machen. Möchten Hersteller ihren Kunden lieber eine App zur Verfügung stellen, die dem Anwender zukünftig noch weitere Funktionen bietet, so kann auch diese in das System integriert werden. Das hat unter anderem den Vorteil, dass auch RFID-Reader angebunden werden können.

Digitale Wartungsdokumentation Wenn die Komponenten mit der eineindeutigen Identifikation durch die DIN Spec 91406 identifizierbar und die Daten im Conexo-System verfügbar sind, kann die digitale Wartungsdokumentation bei den benötigten Komponenten hinterlegt werden. Dazu werden vorab dem Produkttyp spezifische Wartungstemplates hinterlegt, die den Nutzer durch die Wartung führen und die durchgeführten Schritte digital dokumentieren. Nachdem die Wartung durchgeführt wurde, wird dies in der Historie der einzelnen Komponente hinterlegt. Sobald die ID der Komponente nun ausgelesen wird, ist die Historie und somit die durchgeführte Wartung inklusive eventuell hinterlegten Bewertungen sichtbar. Marcus Ripsam COO, Inevvo Solutions maintenance Dortmund 2022 Stand H01-5 www.inevvo-solutions.com


INDUSTRIESERVICE - ADVERTORIAL

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Für die Fabrik von heute und morgen Als Servicespezialist ist Leadec seit 60 Jahren am Puls der Produktion In diesem Jahr feiert Leadec sein 60-jähriges Bestehen. Im Interview spricht Markus GlaserGallion, CEO von Leadec, über die vergangenen Jahre und wie er die Zukunft des Servicespezialisten für die Fabrik sieht. Leadec wurde 1962 als Kesselreinigungsgesellschaft Reichenberger gegründet. Reinigen Sie heute noch Kessel? Ja, das tun wir. Aber das ist natürlich nur ein winziger Ausschnitt unserer Leistungen. Wir sind seit 60 Jahren ein anerkannter Partner der Automobilund Fertigungsindustrie und decken heute den gesamten Lebenszyklus einer Fabrik ab. Unser Angebot reicht von der Fabrikplanung und -optimierung über Automatisierung, Installationen und Produktionsinstandhaltung bis hin zur technischen Reinigung und dem Facility Management. Für unsere ersten Kunden VW und Daimler sind wir übrigens bis heute aktiv. Was waren wichtige Meilensteine auf dem Weg? Die Kesselreinigungsgesellschaft firmierte 1985 in Deutsche Industriewartung GmbH & Co. KG (DIW) um und war ab 2000 als Voith Industrial Services am Markt tätig. In dieser Zeit expandierten wir

international, unter anderem durch die Gründung einer chinesischen Gesellschaft sowie die Übernahme von Premier in den USA und ThyssenKrupp Services in Großbritannien. In Deutschland vergrößerten wir unser Portfolio ebenfalls, etwa durch die Mehrheitsbeteiligung an Hörmann Industrietechnik. Seit 2017 sind wir als Leadec ein eigenständiges Unternehmen. Wie soll es weitergehen? Wir werden unseren Wachstumskurs fortsetzen und 2022 mehr als eine Milliarde Umsatz erreichen. Dies wird uns durch neue Leistungen und durchgängige Digitalisierung gelingen, sowie die Diversifizierung in weitere Branchen. Mit unserem umfassenden Wissen über Produktionsprozesse und -anlagen sind wir ideal aufgestellt, um die Fabriken fit für die Zukunft zu machen. Zudem ist unsere globale Präsenz an den Standorten der Fertigungsindustrie entscheidend für uns. Deshalb verstärken wir uns strategisch, indem wir beispiels-

weise 2021 sieben und 2020 vier Unternehmen zugekauft haben. Welche Herausforderungen sehen Sie derzeit im Fabrikumfeld? Die Fabrik der Zukunft zeichnet sich aus durch automatisierte und flexible Fertigungsverfahren, datengesteuerte Prozesse und vernetzte, modulare Anlagen. Wenn die fertigungsnahen Services jedoch nicht genauso Industrie 4.0-fähig sind wie die Produktion, dann bleibt Optimierungspotenzial liegen. Daher begreifen wir die Fabrik als System, in dem Fertigung und Dienstleistungen Hand in Hand gehen. Wir begleiten Fabriken in ihrer Transformation – hin zu neuen Antriebskonzepten, zunehmender Vernetzung bis zu Industrie 4.0, Zero-EmissionFactory und Digitalisierung in der Produktion. Wie kann die Digitalisierung helfen? Digitalisierung spielt in der Fabrik der Zukunft eine entscheidende Rolle.

Markus Glaser-Gallion wurde im Jahr 2003 Mitglied der Geschäftsführung von Voith Industrial Services. 2015 wurde er Vorsitzender der Geschäftsführung von Voith Industrial Services und ist seit dem Verkauf der Vorsitzende der Geschäftsführung von Leadec. Bild: Leadec

Für die Smart Factories unserer Kunden setzen wir auf umfangreiche Erfahrung im Produktionsumfeld, unsere kollaborative Plattform Leadec.os und unsere eigene IoT-Home-Cloud, in der Maschinendaten erfasst und ausgewertet werden. Damit gelingt eine End-to-EndIntegration vom Shopfloor mit seinen Anlagen bis zum ausgeführten Service-Auftrag – von der Fabrik bis zur Dienstleistung.

60 Jahre im Herzen der Industrie

Seit 60 Jahren am Puls der Fabrik – von E-Mobilität über nachhaltige Produktion bis Smart Factory. Als Servicespezialist für die Fabrik von heute und morgen. Erfahren Sie mehr: www.leadec-services.de

Wie sieht die Zukunft aus? Vom Kesselreiniger zum global führenden Dienstleister für die gesamte Fabrik – Leadec hat in den vergangenen 60 Jahren eine umfassende Transformation durchlaufen. Und wir sind noch lange nicht am Ziel. Denn unsere Vision lautet: Wir wollen der führende Servicespezialist für die Fabrik von heute und morgen sein. www.leadec-services.de


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INDUSTRIESERVICE

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Weil Wasserstoff immer wichtiger wird

Bodyguard im Duo: Berstscheibe und Sicherheitsventil kombiniert Öffnet eine Druckentlastungseinrichtung zu früh, verliert man Produktionszeit und Produkt. Entlastet sie zu spät, sind Schäden an Anlage, Menschen und/oder Umwelt die Folge. Doch es gibt eine Lösung – die Kombination aus Berstscheibe und Sicherheitsventil. Diese zeigt Rembe auf der diesjährigen maintenance in Dortmund. Ganz grundsätzlich sind Berstscheiben neben Sicherheitsventilen die am häufigsten verwendeten Druckabsicherungen in Industrieanlagen. Sie schützen z. B. Behälter und Rohrleitungssysteme vor unzulässigem Überdruck. Hierfür haben die Sicherheitseinrichtungen definierte Sollbruchstellen, die auf entsprechenden Druck reagieren und in den verschiedensten Anwendungen zur Druckentlastung eingesetzt werden. Die Berstscheiben werden dabei entweder direkt zwischen Flansche installiert oder in einen passenden Berstscheibenhalter eingelegt.

So lässt sich grüner Wasserstoff in großen Mengen transportieren

Spannend ist nun die Kombination aus Berstscheibe und Sicherheitsventil. Hierbei wird beispielsweise eine Berstscheibe dem Sicherheitsventil vorgeschaltet, da sie sehr gut abdichten kann. Die Berstscheibe verhindert so den Austritt des Prozessmediums und schützt das Sicherheitsventil vor aggressiven Medien. Ein weiterer Vorteil dieser Kombination: Die Funktion der Sicherheitsventile kann in eingebautem Zustand durch einen In-situ-Test überprüft werden. Reagiert im Fall des Falles nun die Berstscheibe, sorgt das nachgeschaltete Sicherheitsventil dafür, dass der Prozess sofort geschlossen wird. Wird außerdem eine weitere Berstscheibe nachgeschaltet auf der Abblaseseite der Sicherheitsventile montiert, verhindert diese, dass Prozessgase in deren Auslass eindringen. maintenance Dortmund 2022 Stand H06-5 www.rembe.de

Bild: Rembe

TÜV SÜD Chemie Service Verwurzelt in der chemischen Industrie Seit Beginn der Chemie in Deutschland gab es die Eigenüberwachung. Die TÜV SÜD Chemie Service GmbH ist hervorgegangen aus den Eigenüberwachungen der Chemiekonzerne Bayer, Hoechst und Dow Chemical. Unsere Sachverständigen kommen aus der Chemie und kennen Ihre Anlagen in Theorie und Praxis. Wir sprechen Ihre Sprache.

Februar 2022

Die beiden Unternehmen Bilfinger und Hydrogenious wollen gemeinsam grünen Wasserstoff in großem Maßstab in Europa wirtschaftlich verfügbar machen, und zwar indem sie eine schlüsselfertige, stationäre Liquid Organic Hydrogen Carrier (LOHC)-Anlageninfrastruktur anbieten, die auf der proprietären Technologie von Hydrogenious basiert. Für den flexiblen Transport von Wasserstoff ist die Hydrogenious LOHC-Technologie eine clevere Lösung: Hierfür wird in den Storageplants der Wasserstoff chemisch an das LOHC-Material Benzyltoluol, ein Thermalöl, gebunden. Dieses Trägeröl kann unter Umgebungsbedingungen in konventionellen Logistikinfrastrukturen vergleichbar der Lieferung von zum Beispiel Erdöl oder Diesel transportiert werden.

Trägeröl sorgt für einfachen Transport Beim Wasserstoffverbraucher angelangt wird der Wasserstoff in einer Releaseplant aus dem LOHC freigesetzt – je nach Bedarf in entsprechender Reinheit – während das Trägermaterial im Kreislauf viele Hundert Male wiederverwendet wird. Dass dies auch im kommerziellen Maßstab funktioniert, hat Hydrogenious LOHC Technologies im Jahr 2018 bewiesen: Damals wurden die erste LOHC-Storage und -Release-Anlagen für kommerzielle Nutzungen in die USA ausgeliefert. Eine Demonstrationsanlage war zuvor beim Fraunhofer IAO in Stuttgart in Betrieb. Für die Jahre 2023 und 2024 ist der Baubeginn für eine LOHC-Storage-Plant im industriellen Maßstab im Chempark Dormagen geplant (siehe Bild). Für die Eigentümer beziehungsweise die Betreiber dieser Systeme aus Wasserstoff-Speicherund Wasserstoff-Freisetzungsanlagen wollen die Partner

Für die Jahre 2023/2024 ist der Baubeginn für eine LOHC-Storageplant im industriellen Maßstab im Chempark Dormagen geplant – sie ist zugleich die weltweit größte Anlage dieser Art (Wasserstoff-Einspeicherung in LOHC: ca. 1.800 Tonnen im Jahr). Für die Errichtung der Anlage erbringt Bilfinger Leistungen im Bereich Basic Engineering, Civil Engineering und unterstützt bei der Beantragung von Genehmigungen im Chemiepark.

Bilfinger und Hydrogenious zukünftig Dienstleistungen aus einer Hand in den Bereichen Engineering, Procurement, Construction (EPC) sowie Instandhaltung erbringen. Ein weiteres gemeinsames Ziel ist die Vermarktung von LOHC-Anlagen. „Als langfristige Partner auf Augenhöhe möchten wir dazu beitragen, die Energiewende weiter voranzutreiben“, erklärt Christina Johansson, Interim-CEO und CFO von Bilfinger.

Für großskalige LOHCAnlagen „Grüner Wasserstoff spielt als nachhaltige Energiequelle eine entscheidende Rolle für unsere Kunden und für die europäischen Staaten, um ihre Klimaziele zu erreichen. Mit der entsprechenden Skalierung kann die LOHC-

Technologie von Hydrogenious eine zukunftsweisende Lösung dafür werden“, ergänzt sie. „Mit Bilfinger gewinnen wir unseren Wunschpartner für den schlüsselfertigen Bau großskaliger LOHC-Anlagen mit umfassender Expertise im Engineering, in Montage und Instandhaltung“, verdeutlicht in diesem Zusammenhang Dr. Daniel Teichmann, Gründer und Geschäftsführer von Hydrogenious LOHC Technologies. Er führt weiterhin aus: „Unsere Partnerschaft stellt sich für den Markthochlauf in der Wasserstoffwirtschaft optimal auf. Indem wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Technologie durch Scale-Up und Standardisierung weiter verbessern, profitieren alle Akteure der künftigen grünen Wasserstoffwertschöpfungsketten.“ www.bilfinger.com www.hydrogenious.net

www.tuvsud.com/chemieservice

TÜV SÜD Chemie Service GmbH Kaiser-Wilhelm-Allee Geb. B407 51368 Leverkusen Tel. +49 (0)214 86910-0 E-Mail: vertrieb.chemieservice@tuvsud.com

Clever: Der Wasserstoff wird chemisch an das LOHC-Material Benzyltoluol, ein Thermalöl, gebunden und kann unter Umgebungsbedingungen einfach transportiert werden. Beim Wasserstoffverbraucher angelangt, wird der Wasserstoff aus dem LOHC freigesetzt. Das Trägermaterial ist im Kreislauf Hunderte Male wiederverwendbar. Hier ein Bild der Wasserstofffreisetzung mit der Releasebox. Bilder: Hydrogenious


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MANAGEMENT & TECHNOLOGIE

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Instandhaltungsapp mit Augmented Reality Neue App punktet bei der Inbetriebnahme, der Inspektion und der mobilen Wartung „Comos Mobile Worker“ nennt sich eine neue Softwareanwendung von Siemens. Die App bietet ein mobiles Datenmanagement mit integrierten Augmented-Reality-Funktionalitäten. Entwickelt wurde sie in Zusammenarbeit mit der Augmensys GmbH, einem Spezialisten im Bereich mobiles Datenmanagement/Augmented Reality.

Bild: Sonic Technology

Digitalisierung: Auf den Reifegrad kommt’s an Viele Instandhalter stehen vor den Herausforderungen der Digitalisierung. Doch wie gelingt der Einstieg? Eine überraschende Antwort gibt Lukas Weber von Sonic Technology. Denn obwohl sein Unternehmen entsprechende Software entwickelt, stellt Weber klar: „Es wäre falsch, mit der Softwareauswahl zu starten. Erst muss die Strategie definiert sein.“ Was so leicht klingt, wird häufig falsch gemacht. Denn oft werden Softwarelösungen zentral eingekauft und dann versucht, die bestehenden Prozesse in diese Software zu pressen.

Von 0 auf 100 – das klappt nicht Weber hat einen Tipp für Verantwortliche in der Instandhaltung: „Zum Start von Digitalisierungsprojekten sollte zunächst der digitale Reifegrad der Instandhaltung analysiert werden.“ Der von Weber beschriebene Reifegrad ist ein Benchmark, welcher das Instandhaltungsmanagement bewertet. Der Reifegrad ist ein Indikator, an welcher Stelle Digitalisierungsprojekte starten sollten. Denn es wäre fatal, wenn Fabriken mit einer geringen digitalen Reife im Instandhaltungsmanagement sich an sehr komplexe Projekte wagen. „Von 0 auf 100 ist zum Scheitern verurteilt“, weiß Weber. Grob lassen sich Reifegrade in drei

Typen unterscheiden. Befindet sich das digitale Instandhaltungsmanagement noch in der ersten Reifegradstufe, sollten Instandhalter zunächst an einer Strukturierung und zentralen Dokumentation von Prozessen arbeiten. Unternehmen der zweiten Reifegradstufe haben das meistens schon gut abgebildet und oft auch ein Computerized Maintenance Management System (CMMS) implementiert. Hier besteht aber häufig noch Optimierungspotenzial, beispielsweise im Ersatzteilmanagement Befindet sich das digitale Instandhaltungsmanagement bereits in der dritten Reifegradstufe, sind meist schon belastbare Daten und eine fortschrittliche Softwareinfrastruktur vorhanden. Herausforderungen können aber noch in der Integration zu anderen Systemen bestehen. Allerdings: „Nur wenige Fabriken haben bereits diese Stufe erreicht“, ist Webers Erfahrung. maintenance Dortmund 2022 Stand B28-4 www.sonic-technology.com

Für die Wartung im Feld müssen Daten von vielen System und Tools konsolidiert werden. Nur so kommt man zu einem ganzheitlichen Bild. Das ist allerdings leichter gesagt, als getan, vor allem wenn Instandhalter immer noch mit Ordner, Stift und ausgedruckten Dokumenten in den Anlagen unterwegs sind. Denn die Konsolidierung sollte in einem einzigen System stattfinden; am besten noch angereichert mit Location Data und Augmented Reality – und genau das ermöglich der Comos Mobile Worker von Siemens. Für die schnelle und sichere Wartung von verfahrenstechnischen Anlagen visualisiert und verarbeitet diese App nämlich alle benötigten Daten z. B. aus dem ERP-System, Engineering-Daten und auch Live-Daten aus dem Prozessleitsystem – und das alles laut Entwickler unter einer leicht bedienbaren Oberfläche. Durch die direkte Verbindung zur Engineering-Software Comos lassen sich auch alle EngineeringDaten verknüpfen. Das ermöglicht einen ganzheitlichen Blick auf die Anlage. Änderungen beziehungsweise Anmerkungen können außerdem durch den bidirektionalen Austausch zwischen den Systemen einfach und sicher übertragen werden. Durch die Einbindung von Standortdaten wird außerdem die

Die Comos Mobile Worker-App basiert auf der UBIK-Softwareplattform von Augmensys und ist auch Stand-alone einsetzbar. Die Lösung ist aber auch ein Bestandteil des „Siemens Digital Workers“, eines Konzepts, das dem Betriebspersonal anhand moderner Technologien wie AR/VR die Digitalisierung sowie Automatisierung der Arbeit im Feld erleichtert. Bild: Siemens

Navigation vor Ort unterstützt. Bei Bedarf werden dem Anwender durch Augmented Reality die für ihn relevanten Informationen auf einem mobilen Endgerät wie einem Tablet, Smartphone oder einer Datenbrille angezeigt. So kann dieser die Daten direkt im Feld editieren und beispielsweise Arbeitspakete als „erledigt“ markieren sowie Fotos und Notizen über eine bidirektionale Schnittstelle in die entsprechenden Informationsquellen zurückspielen. Diese Informationen sind dann für alle berechtigten Mitarbeiter zugänglich und wiederum direkt

zu bearbeiten. Durch die Kontaktaufnahme mit dem Servicetechniker per Videochat lassen sich außerdem ungeplante Anlagenstillstände auf ein Minimum reduzieren oder ganz vermeiden. Anwendungsfälle umfassen dabei die Inbetriebnahme, Inspektion, mobile Wartung sowie den Remote-Zugriff auf Experten. Gut zu wissen: Eine durchgängige Ethernet-Verbindung innerhalb der Anlage ist nicht notwendig, da durch die Offline-Funktion bearbeitete Daten nachträglich synchronisiert werden können. www.siemens.de/ comos-mobile-worker www.augmented-industries.com

www.uhlenbrock.org

Intec Digital Solutions expandiert Intec wächst weiter und verstärkt seine Präsenz im Bereich Instandhaltungssoftware/CMMS mit dem eigenen Team „Intec Asia“ im Raum Asien-Pazifik und im Mittleren Osten. Das Team wird aus dem neuen regionalen Office in Malaysia heraus aktiv sein. Auf der kommenden maintenance Dortmund wird Intec u.a. die Lösung XMaintain präsentieren. Sie ermöglicht laut Anbieter auf Basis offener Webtechnologie ein proaktives und strategisches Instandhaltungsmana ge ment von Produktionsanlagen. maintenance Dortmund 2022 Stand B34-4 www.intec.de

Modernste Steuerungstechnik für hochkomplexe Anlagen. Instandhaltungsservice Wartung & Reparatur Technische Analyse Prozessoptimierung Ersatzteilmanagement Tel +49 25 52 93 33 0

Für eine flexible und präzisere Prozessregelung, einen höheren Durchsatz, mehr Qualität und Komfort! Mit modernster Steuerungs- und Regelungstechnik optimieren wir Ihre Anlagensysteme für individuelle Anforderungen und eine optimale Verfügbarkeit. So steigern wir den Wirkungsgrad der Anlagen, die Produktivität Ihrer Prozesse und erzielen damit Energieeinsparpotentiale von bis zu 60%! Die Schritte gehen wir mit Ihnen gemeinsam - von der Konzeption, dem Schaltanlagenbau, über die Programmierung bis hin zur Konstruktion, Montage und Inbetriebnahme.


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MANAGEMENT & TECHNOLOGIE

Februar 2022

Es klappt: Retrofit im laufenden Betrieb Molkerei Ehrmann: Kapazitäten erweitert, Verfügbarkeit erhöht, Materialfluss optimiert Kardex Mlog hat die Lagerkapazitäten der Molkerei Ehrmann am Stammsitz in Oberschönegg erweitert. Der Auftrag umfasste neben einem viergassigen Hochregallager (HRL) mit rund 6.000 Paletten-Stellplätzen auch ein umfangreiches Retrofit der Bestandsanlagen. Das ganze musste im laufenden Betrieb umgesetzt werden – keine leichte Aufgabe. Die Ehrmann SE mit Sitz in Oberschönegg im Allgäu ist eines der größten Milchverarbeitungsunternehmen in Deutschland und international mit sechs Produktionsbetrieben und Vertriebsniederlassungen vertreten. Mit über 2.400 Mitarbeitern erwirtschaftete das inhabergeführte Familienunternehmen 2019 einen Umsatz von über 810 Millionen Euro. Unlängst stand das Modernisieren und Erweitern der Logistikanlagen am Stammsitz Oberschönegg auf dem Plan. Obwohl die Bestandsanlage von anderen Anbietern stammte, ging der Gesamtauftrag an die Firma Kardex Mlog. „Das intelligente Umbaukonzept und die Technik von Kardex Mlog hatten uns überzeugt“, betont Dr. Manfred Grüneberg, Koordinator technische Projekte und Prozessoptimierung bei der Ehrmann SE. Zudem war Kardex Mlog durch erfolgreiche andere Projekte bei anderen Unternehmen bekannt. Die Modernisierung der Bestandsanlagen wurde notwendig, weil deren Steuerungstechnik veraltet und diverse Ersatzteile nicht mehr verfügbar waren. Das neue Hochregallager sollte die Hilfs- und Betriebsstoffe aufnehmen, die bislang an anderen Orten bevorratet wurden. Abgerundet wurde das breit angelegte Projekt durch den Einbau neuer Sicherheitstechnik. Der Auftrag umfasste im Detail nicht nur ein viergassiges Hochregallager (HRL) mit rund 6.000 Paletten-Stellplätzen, sondern auch ein umfangreiches Retrofit der Bestandsanlagen – und das im laufenden Betrieb. Neun Regalbediengeräte sollten komplett modernisiert werden. Gleiches galt für die Automatisierungssysteme der vorhandenen Fördertechnik. Nach einer zweimonatigen Planungs- und Vorbereitungsphase startete Kardex Mlog zunächst mit der Modernisierung,

Noch während der Bauphase entschieden die Verantwortlichen von Ehrmann, dass mit den neuen Lagerkapazitäten nicht nur Hilfs- und Betriebsstoffe, sondern auch Fertigprodukte bevorratet werden sollten.

Das neu entstandene HRL kann flexibel als Lager für Hilfs- und Betriebsstoffe, Verpackungsmaterial sowie für Fertigwaren genutzt werden. Bilder: Kardex Mlog

die aufgrund der betrieblichen Abläufe und der voll ausgelasteten Fertigung ausschließlich an den Wochenenden durchgeführt werden durfte. Erschwerend kam hinzu, dass selbst an Samstagen und Sonntagen das Arbeiten nur in genau definierten Teilbereichen der Bestandsanlage möglich war. „Die Produktion hat bei Ehrmann absoluten Vorrang“, berichten Uwe Gilke und Matthias Rogowski, die gemeinsam das Projekt bei Kardex Mlog verantwortet haben. „Wir mussten anfangs erst das Vertrauen der Mitarbeiter gewinnen, dass nach unseren Wochenendschichten wieder alles reibungslos funktioniert.“

und Schnelllauftore wurden von Kardex Mlog geliefert. Das nahtlose Integrieren der neuen Förderstrecken in die komplexen Strukturen mit Notfallstrategien und Bypassfunktionen gehörte zu den Herausforderungen des Projekts. Schließlich musste der gesamte Materialfluss angepasst und Schnittstellen zum Lagerverwaltungssystem von Ehrmann geschaffen werden. Aber der Aufwand hat sich gelohnt.

Reduzierter Staplerverkehr Die Retrofit-Maßnahmen betrafen vor allem die Steuerungstechnik der verschiedenen Förderanlagen und des bestehenden Hochregallagers. Nach der Umstellung werden jetzt alle automatisierten Bereiche einheitlich durch speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) vom Typ Simatic S71500 dirigiert. „Jetzt arbeiten alle Lagerbereiche mit einem durchgängigen, einheitlichen Konzept, was auch die Bedienung wesentlich vereinfacht“, stellt Rogowski fest. Neben der Ergonomie konnten aber auch die Anlagenverfügbarkeit und die Effizienz gesteigert werden: Bereits abgekündigte Baugruppen wurden durch moderne Komponenten ersetzt, um langfristig eine hohe Ersatzteilverfügbarkeit mit kurzen Lieferzeiten zu sichern. Außerdem wurden neun Regalbediengeräte aus dem Altbestand mit einer Energierückspeisung ausgestattet. Völlig neu errichtet wurde eine automatische Förderanlage, um das ebenfalls neue HRL (Lager 4) mit dem direkt angrenzenden HRL (Lager 3) und dem manuell betriebenen Lager 2 zu verbinden. Auf drei Lagerebenen kommen hier rund 70 Fördermittel zum Einsatz, darunter Verteilwagen, Vertikalförderer, Scherenhubtische, Drei-Strang-Kettenförderer, Rollenförderer und Eckumsetzer. Auch die Feuerschutzabschlüsse

Der Retrofit der Bestandsanlagen erfolgte am Wochenende, da der laufende Betrieb nicht gestört werden durfte.

„Durch die neue automatische Förderanlage konnte nicht zuletzt auch ein großer Teil des Staplerverkehrs zwischen Lager 2 und 3 eingespart werden“, erklärt Kardex Mlog Projektleiter Matthias Rogowski. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Modernisierung begann Kardex Mlog mit dem Bau des viergassigen Hochregallagers. Das 70 Meter lange, 32 Meter breite und 20 Meter hohe Gebäude bietet Platz für 6.000 Europaletten beziehungsweise 3.980 Industriepaletten, die doppelttief gelagert werden können. Bewegt werden sie durch vier RBGs vom Typ M Single A-1200, die jeweils 24 Doppelspiele pro Stunde ermöglichen. Die 17 Meter hohen Geräte wurden über eine Dachöffnung in das Gebäude eingebracht. Die Befehle zum Ein- und Auslagern empfangen die Maschinen von einem kundenseitigen Lagerverwaltungsrechner. www.kardex.com

Kollaboration über Kontinente hinweg Die Einführung eines IPSSystems für vielzählige Anlagen aus verschiedenen Bereichen der erneuerbaren Energieerzeugung ist allein schon ambitioniert. Die Essener Steag Energy Services (SES) belegt überdies, dass die Implementierung eines solchen Systems selbst über eine Entfernung von rund 10.000 Kilometern ausschließlich über Fernzugriff funktioniert. Steag Energy Services do Brasil (SESBR) verantwortet als einer der größten Betreiber von Anlagen zur regenerativen Energieerzeugung in Südamerika die Betriebsführung und Instandhaltung (O&M) von Windparks mit einer Gesamtleistung von mehr als zwei Gigawatt (GW) und Solar-PV-Kraftwerken von mehr als einem GW. Zudem werden sechs Wasserkraftwerke mit einer Kapazität von mehr als 100 Megawatt (MW) betrieben. Das Centro de Monitoramento e Operação (CMO) der SESBR in Rio de Janeiro übernimmt die Steuerung sowie Überwachung der dezentralen Anlagen und beobachtet diese rund um die Uhr. Bei Abweichungen oder Störungen veranlasst das CMO entsprechende Arbeiten durch das O&M-Personal, das sich vor Ort im Einsatz befindet. SES bietet mit SI/PAM ein IPSSystem an, das sich durch eine hohe Flexibilität für vielfältige Einsatzgebiete auszeichnet. Vor diesem Hintergrund entschied sich SESBR, das SI/PAM als IPSSystem für die Betriebsführung und Instandhaltung der zu betreuenden Energieanlagen einzusetzen. Bei einem Besuch in Essen Ende Januar 2019 informierte sich ein Mitarbeiter von SESBR eingehender über SI/PAM. Harald Spliessgardt, Projektleiter in der Abteilung Application Management von Information Technologies bei SES, erinnert sich: „Gemeinsam entwickelten wir innerhalb nur einer Woche ein voll funktionsfähiges Demo-

system mit ersten Daten einer brasilianischen PV-Anlage. Neben der übersichtlichen Darstellung von Anlagendaten, Berichten und Aufgaben überzeugte unser System vor allem dadurch, dass es auch eine mobile Lösung bereitstellt.“ Der Mitarbeiter von SESBR hatte daher bei seiner Rückreise nach Brasilien ein Tablet mit der mobilen Version des DemoSystems dabei, das mit dem System in Essen kommunizieren konnte. Der Besuch in Essen war der einzige persönliche Kontakt mit den Anwendern, da die weitere Implementierung des IPSSystems „remote“ erfolgte. Die konkrete Umsetzung begann im Mai 2019 mit der Aufbereitung der Anlagendaten aus den Bereichen PV, Wasser und Wind in Brasilien, dem Import in SI/PAM in Essen sowie der Konfiguration zusätzlicher Details. Das weitere Vorgehen stimmten alle Projektbeteiligten via EMails, Webmeetings und Telefonkonferenzen ab. Angesichts der Vielzahl an unterschiedlichen Anlagen unter der Betriebsführung des CMO erwies sich das Projekt als echte Herausforderung, denn immerhin mussten rund 10.000 Terminserien/WKMs und über 100.000 Anlagenteile implementiert werden, inklusive der anlagenspezifischen Zugriffsrechte auf das IPS-System für rund 150 Mitarbeiter. Darüber hinaus wünschte SESBR ein ausführliches Berichtswesen für ein anlagen- und damit auch kundenspezifisches Reporting. „Per Knopfdruck können wir heute mit SI/PAM umfassende Berichte nach Projekt, Zeitraum oder Aufgabenstellung abrufen“, so Juracy Monteiro, Geschäftsführerin von SESBR. Seit Dezember 2019 ist das neue System nun erfolgreich im Einsatz. Hierzu Juracy Monteiro: „Möglich wurde dies durch die großartige Zusammenarbeit der Teams auf beiden Seiten.“ www.steag-energyservices.com

Steag Energy Services implementierte das IPS-System „remote“. Heute werden die Operations & Maintenance-Teams bei Inspektionen, wie hier an einer PV-Anlage, durch die mobile IPSLösung entscheidend unterstützt. Bild: Steag Energy Services


Februar 2022

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Produktiver arbeiten, Erfolge auszuwerten König & Meyer führt trotz Lockdown erfolgreich eine neue Instandhaltungssoftware ein Rea Garvey, Silbermond, Die Toten Hosen oder Royal Republic teilen sich zwar nicht unbedingt die Zielgruppe und das Genre – und doch haben sie einen gemeinsamen Nenner: König & Meyer. Seit dem Jahr 1949 steht das Unternehmen aus Wertheim (Baden-Württemberg) in der nationalen wie auch internationalen Musikwelt für durchdachtes Zubehör, innovatives Design, Funktionalität und Langlebigkeit. König & Meyer ist nämlich ein führender Hersteller und Anbieter von Notenpulten, Mikrofon- und Instrumentenständern sowie Zubehör für Beleuchtungs- und Beschallungstechnik – entsprechend hoch ist der Qualitätsanspruch, zumal fast alle Einzelteile aus der eigenen Fertigung stammen. Diese hohen Ansprüche erfordern auch reibungslose Arbeitsprozesse in der Instandhaltung. Deshalb setzen die Verantwortlichen hier nun auf eine moderne Instandhaltungssoftware. Stefan Horun ist der stellvertretende Leiter der Instandhaltung sowie Haus- und Kältetechnik bei König & Meyer. Er berichtet, dass Anlagenverwaltung, Wartungsplanung, Auftragsmanagement sowie Einsatzplanung und Arbeitszeiterfassung die essenziellen Funktionen sind, ohne die ein reibungsloser Ablauf in der Instandhaltung nicht gewährleistet werden kann. Zwar arbeitete das Unternehmen in der Vergangenheit bereits mit diversen Softwareanbietern zusammen, die mit ihren Produkten die einzelnen Bereiche abdeckten, aber eben nicht miteinander ver-

banden – typische Insellösungen also, wie sie heute immer noch bei vielen Firmen genutzt werden. „Wir brauchten eine Software, die den gesamten Informationsaustausch verbessert, sodass Techniker und Office-Mitarbeiter digital zusammenarbeiten können und vor allem nicht mehr mit Stift und Papier hantieren müssen“, betont der Instandhaltungsexperte. Mittlerweile setzt man hier auf Handyman, die Instandhaltungssoftware der GS-Group. Diese Software bietet ein ganzes Spektrum an Funktionen, die König & Meyer dabei unterstützen, die

Handyman wurde als Softwarelösung für Techniker, Monteure und Instandhalter entwickelt, um ihren Arbeitsalltag zu entlasten. Genau davon profitiert König & Meyer. Zudem werden damit Routinefehler vermieden und die Grundstimmung innerhalb des Teams gefördert.

Produktionsprozesse zuverlässig zu überwachen, zu dokumentieren und gegebenenfalls Reparaturen vorzunehmen – und zwar mit allem, was dazugehört. Horun erklärt, was sich mit der Einführung der Software verändert hat: „Wir können die Fehlermeldungen der einzelnen Abteilungen jetzt direkt in Handyman anlegen. Dazu gehört auch die Disposition der Mitarbeiter oder die Materialerfassung der auszutauschenden Teile. Über die installierte Basis können wir ganz genau sehen, welche Anlage wo steht und welchen Fehler aufweist und über die Service-Historie sehen wir passend dazu noch, welche Fehler es in der Vergangenheit schon gegeben hat, welche Ersatzteile für die Reparaturen verwendet wurden und wie lange Wartungstermine zurückliegen.“ Neben den klassischen Handyman-Funktionen sowie dem Wartungs- und Ressourcenplaner, der Materialerfassung und dem Reporting aller erfasster Daten, hat das Team der GS-Group einige individuelle Anpassungen vorgenommen. „Das persönliche Highlight unserer Arbeit mit Handyman ist, dass die GS-Group, ergänzend zur installierten Basis, ein Raumplaner-Plug-in für uns entwickelt hat, das uns immens bei der internen Instandhaltung unserer

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Thema „Prüfpflicht“: An dieser Stelle bietet Handyman drei Wege, geforderte Prüfungen vorzuweisen. Die Instandhalter vor Ort haben die Dokumentation direkt in Handyman. Sie müssen also nur die Anwendung öffnen. Für Dienstleister gibt es zwei weitere Möglichkeiten: Zum einen können sie ihren Kunden die digitalen Auftragsberichte mit den Prüfchecklisten automatisiert zumailen, zum anderen können sie auch HandymanWeb nutzen. Dort können sie alle erforderlichen Dokumente online zur Verfügung stellen. Bilder: GS-Group

Objekte hilft“, betont Horun. Die installierte Basis ist eine hilfreiche Auflistung der zu wartenden Objekte, die die Installationsorte anzeigt – beispielsweise „Dreherei“, „Schweißerei“ oder „Kunststoffabteilung“. „Der Raumplaner stellt zusätzlich noch einen grafischen Lageplan zur Verfügung, in denen einerseits die Standorte der Objekte in den einzelnen Räumen zu sehen sind, zum anderen gibt es Pläne einzelner Anlagen inklusive ihrer Bauteile. Das Ganze ist zudem dynamisch, sodass alle Objekte individuell platziert werden können“, verdeutlicht Horun. Handyman hilft aber nicht nur, Arbeiten produktiver durchzuführen, die Software unterstützt auch dabei, die erzielten Erfolge

auszuwerten und zu veranschaulichen. So können beispielsweise individuelle Berichte aufgerufen werden, die passgenau die Informationen liefern, die benötigt werden. „Besonders hilfreich sind die visualisierten Kennzahlen im Dashboard. So haben wir und die zuständigen Mitarbeiter jederzeit einen Überblick darüber, was in der Instandhaltung an Kosten anfällt beziehungsweise wie hoch das Arbeitsvolumen ist. In übersichtlichen Grafiken sehen wir zudem alle offenen und abgeschlossenen Aufträge – sowohl nach Kategorien als auch nach Kostenstellen sortiert“, so Horun. maintenance Dortmund 2022 Stand A20-4 www.gsgroup.de


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Februar 2022

Wenn SAP plötzlich Flügel bekommt

ROBUR INFORMIERT

Wie mobile Apps, Planungstools und Dashboards die Instandhaltung vereinfachen Ein funktionierendes Instandhaltungsmanagement ist wichtig, um Systemausfällen im Unternehmen vorzubeugen und einen Produktionsstopp zu verhindern, der hohe Kosten verursachen kann. Von großer Bedeutung sind hierbei nicht nur die technischen Schritte der Inspektion, Wartung, Instandsetzung und Verbesserung, sondern auch die administrativen Aspekte wie Planung, Auswertung und Rückmeldung. Oft sind diese Prozessketten aber lang und zeitintensiv, da die Störungsabsetzung per E-Mail, Telefon oder auf Zuruf geschieht. Außerdem fehlen Instandhaltern oft relevante Daten, die bei der Störungsbehebung vor Ort nötig sind, da die Dokumentation vielerorts immer noch papierbasiert abläuft. Ein mobiles Instandhaltungsmanagement mit SAP ist hier die bessere Alternative. Das standardisierte SAP PM (Plant Maintenance) ist ein Modul, das wartungsrelevante Tätigkeiten verwaltet. Es deckt alle Bereiche von der Inspektion über die Reparatur bis zur Wartung ab und bietet Tools, um die Aktivitäten rund um die Instandhaltung zu unterstützen. Hierfür ist es eng mit anderen SAP-Modulen wie etwa der Materialverwaltung oder Produktionssteuerung verzahnt. Mit der Einführung von SAP S/4HANA wurde das neue Modul SAP EAM (Enterprise Asset Management) eingeführt, das zusätzliche Features wie Echtzeitanalysen oder die Fernüberwachung von Maschinen beinhaltet. Doch auch dieses Modul ist auf die stationäre Nutzung am PC ausgelegt. Für eine effiziente Bearbeitung der Reparaturprozesse in einem Unternehmen hat Flexus eine Instandhaltungsmanagementlösung realisiert, die unter Einsatz von SAP Fiori digital stationär sowie mobil eingesetzt werden kann. Dadurch wird das Arbeiten der Mitarbeiter direkt vor Ort, die erweiterte Planung und das Reporting unterstützt. Voraussetzung hierfür ist das Customizing und Einrichten von SAP PM oder EAM im bestehenden SAP-System, wodurch mithilfe der Add-on-Lösung die SAP-Standards optimiert werden. Tritt an einer Anlage eine Störung auf, wird diese in der Regel vom zuständigen Mitarbeiter auf Zuruf weitergegeben und danach im SAP PM/EAM-Standard manuell angelegt. Im Gegensatz hierzu lassen sich mithilfe der Flexus-Instandhaltungslösung nun Störungen, Zeiten und Zustände der Anlagen mobil direkt vor Ort per App, Ticketsystem oder Sharepoint übermitteln und im SAP-System anlegen. Dadurch entfallen papierbasierte Prozesse sowie die Notwendigkeit

Die Instandhaltungslösung lässt sich nach Angaben der Entwickler nahtlos und schnell in die bestehende SAP ERP- und S/4HANALandschaft integrieren, wodurch schnelle Rollouts möglich sind. Die Prozesse werden mit den Add-Ons geräteunabhängig abgebildet. Zudem sind die Apps sofort nutzbar und anpassbar. Bilder: Flexus

ASSET MANAGEMENT & DIGITALE TRANSFORMATION Sie beabsichtigen Ihr Instandhaltungs- und Betriebsmanagement durch den Einsatz einer Enterprise As s e t M a n a g e m e nt Lö s u n g z u d i gi t a l i s i e re n ? Oder wollen Sie Ihre bestehende Lösung für ein ganzheitlichen Asset Management Lifecycle Ansatz in Richtung eines Asset Perfomance Management Systems weiterentwickeln? Dann sind Sie bei RODIAS richtig.

Der Einsatz der Instandhaltungslösung bedeutet, dass die Prozesse in der richtigen Reihenfolge mit möglichst wenig Verlustzeiten bearbeitet werden können.

Optimierung komplexer Projekte mittels OPTIRA eines stationären Arbeitsplatzes. Außerdem kann der Instandhaltungsbeauftragte die Meldungen direkt bearbeiten und priorisieren. Zudem gibt es die Möglichkeit, durch das Alerting-System automatisch Aufträge von Maschinen anlegen zu lassen, sobald sie in Störung laufen.

Koordination und Rückmeldung Ohne das mobile Instandhaltungsmanagement werden eingehende Meldungen manuell sortiert und die gedruckten Aufträge den Mitarbeitern zugeordnet. Kommen hingegen mobile Lösungen zum Einsatz, lassen sich alle Meldungen selektieren und gegebenenfalls gebündelt als ein Auftrag per Drag & Drop über das Instandhaltungscockpit in SAP zuteilen. Außerdem besteht die Möglichkeit, Dokumente oder Bilder wie Handbücher oder Schadenfotos zu erfassen, was die Arbeit der Mitarbeiter erleichtert. Ist keine mobile App im Einsatz, werden die Zeiten im Standard SAP PM/EAM nach der erfolgten Wartung bzw. Störungsbehebung manuell erfasst sowie notierte Hinweise im SAP-System einge-

tragen. Auch die Materialentnahme wird zunächst händisch notiert und im Anschluss am PC gebucht. Das ist zeittaufwendig und durch den Medienbruch fehleranfällig. Mit der mobilen Instandhaltungslösung hingegen lassen sich alle Leistungen wie Arbeitsoder Fahrtzeiten sowie der Materialverbrauch direkt vor Ort erfassen. Mit der Auftrags-App ist zudem eine geplante Warenentnahme aufgrund der Vorplanung möglich. Mobile Einsatzberichte können die Mitarbeiter außerdem mit Unterschriften erfassen und automatisch per E-Mail versenden.

Analysen in Echtzeit Die Rückmeldung wird so direkt in SAP gebucht und dem passenden Auftrag zugeordnet. Im standardisierten SAP PM / EAM erfolgt die Auswertung der Prozesse per Excel-Export – mit dem Instandhaltungsmanagement von Flexus geschieht dies digital. Das Dashboard visualisiert hierzu alle wichtigen Kennzahlen in Echtzeit. Auch die Stammdaten können die Mitarbeiter bequem über die mobilen Geräte abrufen. Neu ist hierbei auch das Central Data Cockpit (CDC). Dieses EAMCockpit dient zur Sammlung und Koordination der SAP Fiori Apps, die zur Bearbeitung und Auswertung von Instandhaltungsund Servicemeldungen zum Einsatz kommen. Über eine Reihe von Selektionskriterien lassen sich hier die Berichte entsprechend filtern. So ist es beispielsweise möglich, Meldungslisten anzulegen, Kosten- sowie Störungsauswertungen vorzunehmen oder eine Terminübersicht über anstehende Wartungen abzurufen. maintenance Dortmund 2022 Stand A33-4 www.flexus.net

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ir sind ein IT-Beratungsunternehmen mit Spezialisierung auf Konzeption, Implementierung und Optimierung von Lösungen für Instandhaltung, Anlagenmanagement, Betrieb und Rückbau. Wir beraten prozessgetriebene Industrien wie Energieerzeugung und -verteilung, Automotive, Transportation, ÖPNV, Papier, Chemie, Oil & Gas und Anlagenbau sowie Industriedienstleister. Wir sind der führende Business Partner für Enterprise Asset Management Systeme (EAM) auf Basis von IBM Maximo und Hexagon Infor EAM in der DACH-Region. Für einen schnellen Einstieg implementieren wir schlanke Lösungen nahe am Standard. Dank der umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten der beiden Produkte können wir anschließend auch komplexe kundenspezifische und zugleich release -sichere Lösungen umsetzen. Wir unterstützen die Einführung mobiler Anwendungsfällen, Sensorik (IoT), Condition Based und Predictive Maintenance durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz sowie die digitale Transformation der Betriebsführung, Instandhaltung und der AftersalesServices. Wir setzen je nach

Situation auf marktgängige aber auch auf eigene Produkte, wie das Integrationsportal Insight Control Panel, das zusammengeführte Daten am Desktop und in einer offlinefähigen App zur Bearbeitung anbietet. Wir begleiten Unternehmen in eine zukunftsfähige Industrie 4.0 und damit auf der Reise von der reaktiven, über vorbeugende hin zu einer zustandsbasierten und prädiktiven Instandhaltung. Wir sind seit fast 40 Jahren Marktführer für EAM-Lösungen in Kernkraftwerken im deutschsprachigen Raum und entwickeln für diese innovative Lösungen im Rückbau. Dazu zählt unsere Lösung OPTIRA zur Optimierung komplexer Planungsvorhaben mithilfe mathematischer Methoden. Damit sind wir Vorreiter eines ganzheitlichen Asset Management Lifecycle Ansatzes. Treffen Sie uns auf der maintenance in Dortmund in der Halle 4 auf dem Stand E14. Wir freuen uns auf Sie! RODIAS GmbH Eisleber Straße 4 69469 Weinheim sales@rodias.de www.rodias.de

RODIAS ist Teil der ROBUR: Fast 3.000 Kolleginnen und Kollegen arbeiten weltweit in den Industriesegmenten Wind, Wasser, Energie, Industrials und Prozessindustrie und schaffen als kompetenter Partner ganzheitliche Lösungen von Planung und Realisation über Installation, Betrieb und Instandhaltung bis zu Verlagerung und Rückbau. Darüber hinaus unterstützen wir unsere Kunden mit Digital-, Automatisierungs- und Data-Insightslösungen bei der Gestaltung der digitalen Transformation. www.robur-industry-service.com


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Instandhaltung als Motor der Digitalisierung Wie sich mit mobiler Instandhaltung die aktuellen Herausforderungen meistern lassen Digitale Prozesse und Workflows vernetzen heute abteilungsübergreifend Arbeitsabläufe und sorgen im Ergebnis für ein reibungsloses Zusammenspiel und mehr Produktivität. Hierbei gilt es unter anderem, die Ressourcenplanung, die Materialdisposition, das Ersatzteillager und die notwendigen Bestellungsprozesse in Echtzeit zu vernetzen. Darüber hinaus stellen die aktuellen Lieferengpässe und Ressourcenknappheit speziell produzierende Unternehmen vor große Herausforderungen. Ohne eine systemtechnische Unterstützung, gesteuert aus dem ERP, sind sichere und stabile Abläufe nicht mehr zu gewährleisten. Dabei ist die Instandhaltung aufgrund von Schnittstellen (Personal, Material, Technik usw.) besonders gefordert. Es gilt, Instandhaltungsprozesse mithilfe einer durchgehenden Digitalisierung zu vereinfachen und zu automatisieren – und dabei gleichzeitig den Fokus auf die Wertschöpfung zu legen. Herkömmliche, papiergebundene und manuelle Prozesse geraten angesichts der Anforderungen, die an die Instandhaltung gestellt werden, an ihre Grenzen. Digitalisierungsstrategien verhelfen aber bei der Automatisierung der Instandhaltung, besonders in Bereichen mit stark standardisierten Prozessen und einem hohen Grad an klar definierten Abläufen. Im Vordergrund steht der Ansatz, transaktionale Aufgaben durch Technologie zu automatisieren und abzuwickeln, um so die gewonnenen Ressourcen für Tätigkeiten mit höherer Wertschöpfung nutzen zu können. Diese neuen digitalen und autarken Produktionsprozesse machen Fabriken smart. Wie sieht dies nun in der Praxis aus? Ein Zugriff in Echtzeit auf kritische Anlagen und Maschinen ermöglicht beispielsweise unmittelbare Reaktionen auf Ereignisse. Oder kritische Maschinen melden kontinuierlich ihren „Gesundheitszustand“, den Servicebedarf oder mögliche Störungen (Predictive Maintenance).

Kritische Anlagen live im Blick Instandhaltungsaufträge können bequem per App direkt vom mobilen Gerät des Instandhalters bearbeitet und verwaltet werden, wobei die gesamte Kommunikation in der App, komplett ohne Papier abgewickelt wird. Sogar eine schlechte Erreichbarkeit der Mitarbeiter, die Komplexität der Auftragszuteilungen sowie der Verwaltungsaufwand lassen sich so deutlich optimieren. Im Ergebnis werden menschliche Fehler reduziert, eine einhundertprozentige Transaktionssicherheit

gewährleistet und die gesamte Dokumentation automatisch im Hintergrund durchgeführt. Mit der App Factory Monitor von Membrain lassen sich beispielsweise kritische Maschinen in Echtzeit überwachen und deren Live-Zustand grafisch visualisieren. Vordefinierte Ereignisse (Über- oder Unterschreiten eines Grenzwertes) werden automatisch gepusht (App) und ins System geschrieben (ERP). Per SAP-Meldung oder per EMail-Benachrichtigung wird der verantwortliche Instandhalter informiert oder gegebenenfalls sogar automatisch ein Maschinenstopp veranlasst. Die erfassten Maschinendaten werden systemisch dokumentiert und analysiert, inklusive der entsprechenden Störgründe. Dazu werden im Vorfeld pro Maschine beziehungsweise Maschinengruppe mögliche Störgründe definiert und festgelegt. Schließlich sorgt der Einsatz einer mobilen Lösung auch für eine lückenlose Datendokumentation im SAP. Dabei lassen sich neben den reinen Maschinendaten wie beispielsweise Produktionszeiten und Stillständen auch Prozessdaten (z. B. Temperatur und Druck) sowie Energiedaten (Strom-, Wasserverbrauch, Luftdruck etc.) erheben. Entscheidend für eine erfolgreiche mobile Instandhaltung ist aber ein ganzheitlicher Ansatz: Der Instandhalter benötigt ein leistungsstarkes Tool, das alle notwendigen Informationen mobil bereitstellt, egal aus welchem System diese kommen. Die Membrain-IoT-Plattform übernimmt genau diese Aufgabe und verbindet diverse Systeme wie ERP, Fileserver sowie CloudPlattformen und verteilt die

relevanten Daten bidirektional zwischen den Welten. Der Anwender profitiert nach Entwicklerangaben von einem unterbrechungsfreien Arbeiten mit performanten Apps, die spezielle Aufgaben erledigen. Dabei übernimmt die Plattform das Datenhandling und speichert diese im führenden ERP-System. Zudem werden systemfremde Anwender befähigt, z. B. SAP ohne Schulung zu bedienen. Somit können Prozesse und Workflows automatisiert und beschleunigt werden.

Application Guided Process Ein weiterer, entscheidender Vorteil: Die notwendige und zumeist sehr zeitintensive Dokumentation wird während des Arbeitsschrittes im Hintergrund automatisch erledigt. Der Anwender steht dabei immer im Fokus: Schließlich soll eine mobile Lösung den Instandhalter technisch, z. B. mit Checklisten oder aber in der Software mit geführten Schritten (Optimierung von Workflows) den Arbeitsalltag vereinfachen. Nur so wird garantiert, dass Arbeitsschritte weder vergessen noch in der falschen Reihenfolge durchgeführt werden. Die mobilen Geräte können hierzu wichtige Informationen (Maschinenpläne, Konstruktionszeichnungen) aus diversen Drittsystemen mobil zur Unterstützung bereitstellen. Besonders wichtig für den Instandhalter ist außerdem, ein ungestörtes und unterbrechungsfreies Arbeiten zu ermöglichen. Aufträge müssen reibungslos erledigt werden, unabhängig davon, ob zum Beispiel gerade eine

Eine möglichst hohe technische Verfügbarkeit von Maschinen und Anlagen ist das oberste Ziel der Instandhaltung. Maschinenausfälle sowie Produktionsunterbrechungen müssen verhindert beziehungsweise auf ein Minimum reduziert werden. Bild: Archer Mechanical auf Pixabay

Den größten Vorteil einer mobilen Instandhaltungslösung sehen viele Anwender darin, dass der gesamte Instandhaltungsprozess damit einfacher und schneller abzuwickeln ist, da langwierige Vor- sowie Nachbereitung im Büro am PC entfallen. Bild: Gerd Altmann auf Pixabay

Netzwerkverbindung vorhanden ist und somit entsprechende Buchungen durchgeführt werden können. Der Instandhalter soll sich auf seine Arbeit konzentrieren können, mit weiterführenden Informationen mobil versorgt und die notwendige Dokumentation automatisch im Hintergrund erledigt werden. Das sorgt für die Steigerung der Mitarbeitereffizienz. Nutzerrechte und definierte Prozessschritte werden dabei aus dem führenden ERP-System (z. B. SAP) gezogen und müssen nicht separat für die mobile Anwendung definiert werden.

Kennzahlengetriebene Instandhaltung Besonders im Produktionsumfeld bekommen Kennzahlen eine immer entscheidendere Bedeutung sowie größere Wichtigkeit. Gerade für die Instandhaltung gibt es ein großes Spektrum solcher KPIs. Die wichtigsten dabei sind: OEE (Overall Equipment Effectiveness, Gesamtanlageneffektivität), TV (Technische Verfügbarkeit Maschinen), MTBF (Mean time between failures, durchschnittliche Zeit zwischen den Störungen), MTTR (Mean time to repair = durchschnittliche Zeit der Entstörungen). Mit diesen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen können die Produktivität und etwaige Verluste durch Ausfälle von technischen Anlagen oder Maschinen gemessen werden. Dabei gilt: Je höher die erzielte Gesamtanlageneffektivität einer Anlage, desto größer ist das Leistungspotenzial, das dem Produktionsprozess zur Verfügung gestellt wird. Die Maximierung der Gesamtanlageneffektivität gehört damit zu den obersten formalen Zielen auch bei der Instandhaltung von Anlagen. Erste Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass folgende Kennzahlen immer mehr im Fokus stehen und umfangreich analysiert werden: Ausfallzeiten, Störgründe sowie produzierte Mengen (Vergleich der Gutmengen und des Ausschusses und eventuelle Abweichungen).

Um eine bessere Aussagefähigkeit dieser Reports zu bekommen, werden außerdem entsprechende produktionsspezifische Merkmale erfasst und interpretiert. Dazu gehören vorrangig die verschiedenen Produktionslinien für ein bestimmtes Produkt (inklusive verschiedener Standorte der jeweiligen Produktionsanlage sowie der Produktionsperiode, also dem Tag bzw. der Schicht der Produktion).

Instandhaltung in der Praxis Nach erfolgter Festlegung bzw. Ermittlung dieser Prozess- und Produktionskennzahlen können Unternehmen die Ergebnisse bewerten, um Verbesserungspotenziale zu erkennen und Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten. So lässt sich ein höheres Produktivitätsniveau erreichen, aufrechterhalten und langfristig der Unternehmenserfolg sichern. Das alles zeigt: Ohne Software geht es im Bereich Instandhaltung nicht mehr, wie auch viele Instandhalter aus der Praxis berichten. Dabei ist jedoch der Einsatz einer mobilen Lösung entscheidend, um das ERP (z. B. SAP) mobil im Frontend komfortabel zu nutzen und das auch ohne jegliche SAPKenntnisse. Dem Instandhalter werden so mobil alle notwendigen Informationen und Daten bereitgestellt, auch aus unterschiedlichsten Datenquellen. Während SAP-Key-Usern beispielsweise 24 Spalten in ihrem Instandhaltungsmodul (SAP-PM) gezeigt werden, benötigen Instandhalter in der Regel nur bestimmte Daten, wie Meldedatum oder Start des Auftrags. Mit einer mobilen Instandhaltungslösung können die Daten, Dialoge und Abfragen so weit reduziert werden, dass nur die für den Instandhalter relevanten Kerninformationen übrig bleiben. So lassen sich Instandhaltungsaufträge, die Ressourcenplanung und auch die Aufwände effizienter bearbeiten und erledigen. maintenance Dortmund 2022 Stand A10-4 www.membrain-it.com/ Instandhaltung


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Virtuell und doch ganz präsent schulen Tepcon bietet jetzt ein virtuelles Trainingcenter für Präsenzschulungen an Präsenzschulungen stellen Unternehmen zunehmend vor Herausforderungen. Einfache VideoKonferenzen und Online-Meetings sind aber funktional beschränkt, nur begrenzt interaktiv und wenig nachhaltig in der Wissensvermittlung. Mit dem Produkt Trainhub möchte Tepcon diese Lücke schließen. Trainhub, so die Meinung der Experten, übertrifft dabei mit virtuellen Trainings sogar das Niveau klassischer Präsenzveranstaltungen. Jedes Jahr investieren deutsche Unternehmen Milliarden in die Anschaffung neuer, moderner Produktionsanlagen. Mit der Investition in neue Maschinen und Systeme ist es jedoch nicht getan. Um sie langfristig effektiv nutzen zu können, ist es vor allen Dingen erforderlich, Mitarbeiter für den Betrieb, ihre Wartung und Instandhaltung umfassend und effizient zu qualifizieren. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) investieren deutsche Unternehmen pro Jahr und Mitarbeiter über 1.200 Euro in durchschnittlich mehr als 18 Stunden Weiterbildung. Der Schwerpunkt liegt dabei bisher beim sogenannten Lernen im Prozess der Arbeit, wozu praktische Unterweisungen durch qualifizierte Fachkräfte und externe Trainer sowie klassische Workshops gerechnet werden.

Auch Auswirkungen der Pandemie Diese Konzentration auf die Schulung am Objekt im Rahmen von klassischen Präsenzveranstaltungen stellt Unternehmen jedoch zunehmend vor Probleme. Nicht erst durch Corona gestaltet es sich als immer schwieriger, solche Präsenzschulungen effizient zu realisieren. Ein dezentrales Arbeiten, zum Teil recht komplexe Lerninhalte und natürlich die erweiterten Erkenntnisse über effiziente Lehrund Lernmethoden sprechen ebenfalls gegen diese Art und Weise der Schulung. Der Mangel an Fachkräften, die in der Lage sind, die erforderlichen Schulungsmaßnahmen durchzuführen, erschwert ihre praktische Umsetzung zusätzlich. Gleichzeitig haben jedoch gerade die Erfahrungen der letzten zwei Jahre gezeigt, dass einfache Onlineformate wie Videokonferenzen und statische ELearnings den Unterricht am Objekt nur begrenzt ersetzen können. Mit Trainhub kombiniert Tepcon deshalb nun die technologischen

„Uns ging es nicht in erster Linie darum, den Präsenzunterricht eins zu eins zu virtualisieren, auch wenn Trainhub den Avataren von Schulungsteilnehmern alle Möglichkeiten eröffnet, die klassisches Präsenztraining auszeichnen“, erklärt Christoph Kluge, Geschäftsführer der Tepcon GmbH. „Vielmehr bietet Trainhub eine deutliche Erweiterung zeitgemäßer Mitarbeiterschulung: ortsunabhängig, effizient, umweltfreundlich, wirtschaftlich und mit Möglichkeiten, die als Demonstration am Objekt undenkbar sind.“ Bilder: Tepcon

Möglichkeiten der Virtual Reality mit zeitgemäßen multimedialen Lerninhalten und ortsunabhängiger Präsenzschulung – und zwar in einem virtuellen Trainingcenter.

Die Schulungsteilnehmer und die Lehrenden können sich auch in Gestalt interaktiver, individuell gestalteter Avatare begegnen und austauschen.

Optimiert für das Virtual-RealityHeadset Oculus Quest können Mitarbeiter unter geringen Systemvoraussetzungen über Trainhub an virtuellen Schulungen teilnehmen. In ihrem Rahmen werden von fachkundigen Trainern in Echtzeit die gewünschten Lerninhalte vermittelt.

Fotos und Grafiken, Videos oder Dokumente sowie interaktive 3D-Modelle von Schulungsobjekten können im virtuellen Trainingcenter genutzt werden. Damit lassen sich beispielsweise auch Schritt-für-Schritt-Trainingsanleitungen umsetzen.

Hierbei kommen alle Arten multimedialer Trainingsinhalte zum Einsatz. Dies beinhaltet sowohl Fotos und Grafiken, Videos oder Dokumente als auch interaktive 3D-Modelle von Schulungsobjekten. Als Rahmen bietet Trainhub dabei einen virtuellen Trainingsraum, in dem nicht nur die Lerninhalte einprägsam präsentiert werden, sondern Schulungsteilnehmer und Lehrende einander in Gestalt interaktiver, individuell gestalteter Avatare begegnen. Funktional orientiert sich Trainhub dabei an bewährten Methoden des klassischen Präsenzunterrichts und überführt diese technologisch in den virtuellen Raum. So können die Teilnehmer untereinander kommunizieren und gleichermaßen individuell wie auch kollaborativ an 3D-Arbeitsmodellen lernen. „Schüler“ und „Lehrer“ erhalten die Möglichkeit, durch direkten Kontakt und Feedback den individuellen Lernfortschritt zu überprüfen und Inhalte bedarfsgerecht zu vertiefen. Die Moderierenden haben dabei technische Möglichkeiten, die ebenfalls von einer klassischen Unterrichtssituation abgeleitet werden. Sie können bei Bedarf einen virtuellen Laserpointer nutzen, einzelne Teilnehmer stummschalten oder im Zweifelsfall sogar sperren oder durch ein Teleportieren der Avatare das Training auf ausgewählte Inhalte fokussieren. Teilnehmer können ebenfalls mit einem Laserpointer zum Beispiel Detailfragen begleiten oder durch Handzeichen auf Fragen aufmerksam machen. maintenance Dortmund 2022 Stand K01-5 www.tepcon.de

In diesen Fällen wird eine Bauleistungsversicherung benötigt Wenn eine Firma sich dazu entscheidet, einen Produktionsbzw. Bürostandort neu zu bauen, zu erweitern oder umzubauen, sollte sie bereits vor Beginn der Bauarbeiten auf einen ausreichenden Versicherungsschutz achten. Neben der dringend zu empfehlenden Bauherrenhaftpflichtversicherung sollten ein geplanter Neubau, aber auch ein Umoder Anbau bereits bei Einrichtung der Baustelle bis zur endgültigen Abnahme mittels einer Bauleistungsversicherung abgesichert sein. Diese kann der Generalunternehmer als bauausführende Firma oder auch der Bauherr abschließen. Bei einer solchen Police ist die neu zu erstellende Bauleistung (Arbeitsleistung) inkl. Baumaterial und Bauteilen versichert – unabhängig davon, wer die Bauleistung erbringt, wenn dies in der Versicherungssumme berücksichtigt ist. Wird die Bauleistungspolice für ein einzelnes Bauprojekt abgeschlossen, richtet sich die Versicherungsdauer nach der Bauzeit. Versichert sind unvorhergesehene Beschädigungen oder Zerstörungen der erbrachten Bauleistungen, z.B. fahrlässig verursachte Schäden, Schäden durch Naturgewalten oder Vandalismus. Nicht versichert ist, wenn die Bauleistung unsachgemäß ausgeführt wurde. Wenn in der Police vereinbart, ist ein daraus resultierender Folgeschaden jedoch abgesichert, wie folgendes Beispiel verdeutlicht: Kommt es zu einem Wasserschaden an den Ausbaugewerken, weil ein Eckventil einer Trinkwasserleitung fehlerhaft verpresst war, leistet die Bauleistungsversicherung für die Wiederherstellung der Neubauleistung, übernimmt jedoch nicht die Kosten für die ursächliche Mangelbeseitigung. Die Versicherungssumme sollte den kalkulierten Baukosten (ohne Notar, Erschließungs- und Planungskosten) entsprechen. Sinnvoll ist zudem, sogenannte Erstrisikosummen z. B. für anfallende Schadensuchkosten, Aufräumungskosten und Dekontaminationskosten zu vereinbaren. Bei An- und Umbauten von Altbauten empfiehlt sich auch der Einschluss einer Altbaudeckung in die Bauleistungspolice, denn dann wären auch unvorhergesehene Beschädigungen am Altbau versichert. In den Bauleistungspolicen, welche die Refunda GmbH, anbietet, sind bestimmte Erstrisikosummen automatisch ohne Aufpreis bereits mitversichert. Empfehlenswert ist darüber hinaus die Vereinbarung

Elke Gammel ist Geschäftsführerin der Refunda GmbH in Augsburg. Dieser deutschlandweit aktive Versicherungsmakler hat sich auf KMUs und Industriekunden spezialisiert. Bild: Refunda

der „erweiterten Nachhaftung“. Diese Klausel bewirkt, dass auch Schäden, die zwar während der Bauzeit verursacht, aber erst nach Abnahme erkannt wurden, noch von der Bauleistungsversicherung gedeckt sind. Ein weiterer Vorteil dieser Klausel ist, dass der Versicherungsschutz für die Dauer von Rest- oder Mangelbeseitigungsarbeiten auflebt. Wichtig: Bei Erweiterungen oder Umbauten eines Gebäudes sollten die Baumaßnahmen der bestehenden Gebäudeversicherung vor Baubeginn mitgeteilt werden, um nicht den Versicherungsschutz zu gefährden, da die Bauarbeiten eine Gefahrerhöhung darstellen. Zudem kann in eine vorhandene Gebäudeversicherung für die Bauzeit oft eine Rohbau-Feuerversicherung, also eine Absicherung der Bauleistungen gegen Brand-, Blitzschlag- und Explosionsschäden kostengünstig oder prämienfrei mitversichert werden, was in einer Bauleistungspolice oft nur gegen Aufpreis möglich ist. Eine weitere Bauversicherung ist die Bauleistungs-Betriebsunterbrechungsversicherung. Sie leistet, wenn ein Bauleistungsschaden zum Stillstand oder zur Bauverzögerung führt und dadurch Mehrkosten z. B. durch Finanzierung oder andere fortlaufende Kosten verursacht werden. Bei den Baupolicen gibt es mehrere Varianten wie z. B. eine KombiDeckung für Großprojekte, die sowohl die Bauleistungs- als auch die Bauherren- und Betriebshaftpflichtversicherung aller am Bau beteiligten Firmen bündelt. Diese kann noch um die Planungshaftpflichtdeckung der Generalplaner/Architekten und Fachplaner erweitert werden. www.refunda.de


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MANAGEMENT & TECHNOLOGIE

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Frühzeitige Schadenerkennung zahlt sich aus Erhöhte Verfügbarkeit und minimierte Servicekosten dank sicherer Lagerstromerkennung Eine hohe Anlagenverfügbarkeit ist unabdingbar für ein wirtschaftliches und effizientes Arbeiten. Aus diesem Grund rücken Predictive-Maintenance-Lösungen, wie beispielsweise jene der Schweizer Mechmine GmbH, auch immer stärker in den Fokus der technischen Verantwortlichen. Dabei geht es nicht nur um die frühzeitige Erkennung von möglichen Anlagenausfällen, sondern auch um die Reduzierung von Stillstandzeiten und Servicekosten. Speziell für Wälzlager und Getriebe bietet Mechmine hierfür die cloudbasierte Maschinenüberwachung mmViewer an, die auch auf der diesjährigen maintenance in Dortmund zu sehen sein wird. Die Lösung mmViewer des Predictive-Main tenance-Anbieters Mechmine GmbH ermöglicht laut Entwickler eine permanente Überwachung kritischer Anlagen mit Wälzlagern oder Getrieben. Sie besteht aus einem bereits bewährten System aus Sensoren, einer effizienten Datenerfassung und neuartigen, patentierten Analysemethoden sowie einer individuell auf die Kundenmaschine abgestimmten Auswertung. Diese hochaufgelösten Messdaten bieten gegenüber Summenwerten wie der RMS-Schwinggeschwindigkeit den Vorteil, dass Defekte frühzeitig unter der Berücksichtigung der Kinematik der Maschine erkannt werden können, so der Lösungsanbieter. Zentraler Bestandteil der Überwachung ist dabei die Datenerfassungsbox mmBox. Diese basiert auf der digitalen Signalverarbeitung von Sensordaten jeglicher Art, auch mit Methoden des maschinellen Lernens und KI. Dazu werden unterschiedlichste Sensordaten, beispielsweise Vibrationsdaten ausgewertet. Zu den Details: Die von Mechmine verwendeten robusten Piezosensoren ergeben in der Regel eine um 40 dB erhöhte Signaldynamik gegenüber kostengünstigen MEMS-Sensoren, so der Anbieter. Dies kommt der gewünschten Früherkennung zugute. Des Weiteren erlauben die Piezosensoren auch eine Messbandbreite von bis zu 50 kHz, wodurch weitere Analysen ermöglicht werden. So lassen sich laut Lösungsanbieter Trendkurven erstellen, welche die Aussagekraft der Analyse massiv erhöhen und die automatisierte Überwachung praxistauglich umsetzen. Beispielsweise können auf diese Weise Wälz-

lagerdefekte dem Auftreten von Lagerstrom zugeordnet werden, indem der gleichzeitige Anstieg des Lagerinnenund Lageraußenringtrends beobachtet wird. Lagerströme treten bei Elektromotoren dann auf, wenn induzierte Spannungen im Rotor und der Welle des Motors über die Rollen/Kugeln entladen werden. Die daraus resultierenden Metallübertragungen zwischen den Kugeln und den Laufringen erzeugen einen vorzeitigen Verschleiß, der zu einem erhöhten Geräuschpegel und verstärkten Vibrationen sowie dem vorzeitigen Ausfall führen.

Lagerströme sind tricky Früher traten Lagerströme fast nur bei leistungsstärkeren Elektromotoren mit Frequenzumformern auf. Heute können aber auch kleine Motoren davon betroffen sein. Dies führt dann zu unerwünschten Unterbrechungen in Produktionslinien. Leider ist das frühe Erkennen von Lagerströmen schwierig und erhältliche Handmessgeräte sind zum Teil unzuverlässig. Auch das Vermeiden von Lagerströmen ist nicht so einfach, denn sie entstehen durch eine Spannungsdifferenz zwischen Rotor und Gehäuse, welche unter anderem durch den Frequenzumformer beziehungsweise dessen steile Schaltflanken hervorgerufen wird. Die durch Mechmine gemessene Qualität der Schwingungsüberwachung erreicht und übersteigt die Aussagekraft von Handmessungen. Dies hat das Unternehmen nach eigenen Aussagen

Mechmine ist ein Anbieter cloudbasierter Predictive Maintenance-Lösungen für Maschinen und Anlagen, die mit Wälzlagern und Getrieben laufen. Diese Lösungen ermöglichen z. B. eine permanente Überwachung von Wälzlagern oder Getrieben. Durch diese Überwachung wird die Anlagenverfügbarkeit mit dem Wechsel von der zustandsgeführten zur vorausschauenden Wartung erhöht. Die Lösungen werden aktuell beispielsweise in Seilbahnen, Wasserkraftwerken, Produktionsanlagen, Klärwerken und in der Lebensmittelherstellung eingesetzt. Bilder: Mechmine

in einem Versuch belegt, bei dem elf Elektromotoren (1,5 kW) mit Frequenzumformern betrieben wurden und mittels entsprechender Maßnahmen die Entstehung von Lagerströmen begünstigt wurde. Täglich wurden Vibrationsmessungen durch die Experten durchgeführt und die Daten im cloudbasierten Maschinenüberwachungtool mmViewer automatisiert ausgewertet. Nach drei Monaten sanken die Werte von 1,25 mm/s über zwei Wochen auf 0,6 mm/s und stabilisierten sich auf diesem Niveau. Dieser Verlauf ist nicht untypisch bei neuen Wälzlagern, deren Schwingwerte sich nach einer Einlaufphase ändern. Solche Trendkurven liefert jeder SmartSensor, doch die Aussagekraft dieser Summenwertkurven ist beschränkt und liefert hier sogar eine falsche Sicherheit. Aus den hochaufgelösten Daten extrahiert Mechmine nämlich

Dank einer Überwachung können Wartungsvorhersagen zuverlässig getroffen werden, welche die Anlagenverfügbarkeit erhöhen. Hier der Pegeltrend des Wälzlagerinnen- und Außenringsdefektes, wenn Lagerströme vorhanden sind.

Pegelwerte für alle fünf bekannten Lagerdefekte. Durch die Überlagerung der Kurven für Innenring- und Außenringdefekt konnten zwei parallel ansteigende Linien dargestellt werden. Dies ist ein Indiz für Lagerstrom, weil der Strom bzw. die Funken auf beiden Lagerseiten gleich viel Material transportieren, da der Strom konstant ist. Mit dem Schwingungsüberwachungssystem von Mechmine ist es also möglich, sehr früh Lagerströme zu identifizieren und Gegenmaßnahmen zu veranlassen. Aus den Versuchen war außerdem ersichtlich, dass Lagerströme sich schon nach Wochen bei ungünstigen Bedingungen einstellen können. Die Folgekosten können erheblich sein, wenn die wahre Ursache für

wiederkehrende Motorendefekte unerkannt bleibt. Da fast alle Motoren mit Frequenzumformern betrieben werden müssen, gehen die Experten davon aus, dass dies zukünftig jede Produktionskette tangiert. Die Investitionen in ein Messsystem von Mechmine amortisieren sich nach deren Aussage dagegen in der Regel innerhalb von 24 Monaten. Des Weiteren entsteht kein regelmäßiger Elektronikschrott, wenn zum Beispiel die Batterie des Smart-Sensors nicht austauschbar ist. Ebenso sind die Gesamtkosten des Betriebs (TCO) laut Anbieter über einen Zeitraum von zehn Jahren im Vergleich zu SmartSensor-Systemen niedriger. maintenance Dortmund 2022 Stand J02E-5 www.mechmine.com/de/

Cloudbasierte Überwachung der Robotik Intelligente App kombiniert mit Software-Robotik-Plattform Die Spezialisten von 5thIndustry und Wandelbots haben ihre Softwareentwicklungen im Bereich der Roboterwartung kombiniert. Wandelbots lieferte ihren agnostischen „Robot Fleet Monitor“, mit dem Anwender auf roboterspezifische digitale Zwillinge, Visualisierungen und Analysen zugreifen können. Damit lassen sich Probleme identifizieren und die Produktivität der Roboterzelle steigern. Dies kombinierte 5thIndustry mit ihrer 5i.Maintenance App, welche die Aufgabe der Roboterwartung digitalisiert und in Echtzeit Statusmeldungen an die Produktionsmitarbeiter liefert. Das Ergebnis ist eine Lösung, mit der zum Beispiel eine gesamte Flotte von sechsachsigen Industrierobotern von einem Ort aus überwacht werden kann. Hintergrund der Zusammenarbeit war, dass der typische Workflow für die Wartung und Instandhaltung vielerorts immer noch analog abläuft. Aufgaben werden manuell gemeldet, Arbeitsberichte auf Vordrucken erfasst und dann später in ein System nochmals manuell eingepflegt. „Dies kostet viel Zeit, ist nicht nachhaltig und erschwert vor allen Dingen den kontinuierlichen Verbesserungsprozess, da die Daten vergangener Störungen oftmals nicht mehr zur Verfügung stehen und auswertbar sind“, erklärt Sebastian Schumann, Technischer Direktor bei der 5thIndustry GmbH. Die Lösung kombiniert nun den Robot Fleet Monitor mit der 5i.Maintenance App. Mit dem Fleetmanager kann eine ganze Flotte von Sechs-Achs-IndustrieRobotern von einem Ort aus beobachten kann. Dazu werden Daten über ein Edge-Gerät in die Cloud geschickt. Dadurch ist automatisch feststellbar, ob zum Beispiel ein Nothalt, eine Prozessunterbrechung ausgelöst oder eine Kraftgrenze überschritten

Die Störungen können sowohl von den Mitarbeitern oder aber digital direkt über die Roboter und Maschinen registriert werden. Bild: 5thIndustry

wurde. Der Fleetmanger hilft die Daten zu visualisieren und zu überwachen. Bei Überschreitungen werden Nachrichten zum Beispiel via E-Mail oder Whatsapp versandt. Dieser Fleetmanager wurde mit der Instandhaltungs-Management-Anwendung 5i.Maintenance verknüpft, sodass Roboter quasi selbst Instandhaltungsbedarfe melden können, und zwar ohne dass manuelle Eingaben notwendig sind. „Dies gelingt durch die clevere Nutzung der Schnittstellen, die unsere moderne Cloudlösung bietet“, so der Technische Direktor Schumann.

Für die Mitarbeiter in der Produktion und Instandhaltung bedeutet dies: Mit einer einzigen App können sie auf alle instandhaltungsrelevanten Vorgänge zugreifen. Alle Störmeldungen – gleich, ob von Robotern, Maschinen oder Mitarbeitern erfasst – sind auf einen Blick zu erkennen und können effizient abgearbeitet werden. Technische Informationen wie Wartungspläne oder Bedienungsanleitungen sind kontextbasiert direkt aus der App im Zugriff. https://5thindustry.de/


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REINIGUNG

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Mit Sicherheit allen Stäuben gewachsen Wie Sicherheitssauger Anwender vor gesundheitlichen Belastungen schützen Um die Anforderungen des Arbeitsschutzes zu erfüllen und um die Belastungen so gering wie möglich zu halten, müssen beispielsweise auf Baustellen, in der Werkstatt oder bei Produktionsprozessen in der Industrie verschiedene Vorkehrungen in Bezug auf die Stäube getroffen werden. Das Ziel ist es, die Arbeitsumgebung weitgehend staubfrei zu halten. Selbst auf den ersten Blick vermeintlich harmlose Stäube können die Gesundheit beeinträchtigen oder nachhaltig schädigen, nämlich dann, wenn die Staubkonzentration in der Luft sehr hoch ist. Besonders problematisch sind allerdings Stäube, die auch Stoffe wie Pollen, Quarz, Schimmel, Viren oder gar Asbest enthalten. Eine Einteilung von Stäuben hinsichtlich ihres Gefährdungspotenzials hängt von der Korngröße und der Beschaffenheit des Materials sowie von der äußeren Form ab. So ist beispielsweise Asbeststaub nicht nur wegen der Partikelgröße, sondern überwiegend wegen seiner be-

sonderen Faserstruktur gefährlich. Grobstaub besteht aus Partikeln mit einem Durchmesser von mindestens 10 μm. Kleinere Feinstaubpartikel (E-Staub) mit Korngrößen von 10 μm bis 0,1 μm können beim Einatmen bereits in Nase, Rachen, Kehlkopf und die Luftröhre gelangen.

Staub- und Sicherheitssauger Alveolen- oder lungengängiger AStaub ist mit weniger als 0,1 μm Durchmesser so fein, dass er auch die tieferen Atemwege und die Lungenbläschen erreicht. Die möglichen Folgen sind beispiels-

Sinnvolle Maßnahmen zur Verringerung der Staubbelastung Staub direkt bei der Entstehung absaugen. Viele Elektrowerkzeuge besitzen Anschlussstutzen für eine Absaugung und können an Sauger angeschlossen werden. Bei Abbrucharbeiten den Staub mit Wasser abbinden und so der Staubentstehung entgegenwirken. Anwendung von staubarmen Arbeitsverfahren. Nass- oder Feuchtbearbeitung wählen. Staubarme Produkte (z.B. Mörtel-Pellets) verwenden. Filter und Absaugleistung von Saugern regelmäßig prüfen. Bei staubintensiven Tätigkeiten Schutzkleidung tragen und Atemschutzmasken verwenden. Trockenkehren und Abblasen wegen der unnötigen Aufwirbelung von Staub vermeiden. Alternative: Sauger und Kehrsaugmaschinen verwenden.

weise Einschränkungen in der Lungenfunktion oder Erkrankungen der Atemwege, unter anderem Asthma, Silikose, Fibrose sowie die Chronisch obstruktive Atemwegserkrankung (COPD). Sicherheitssauger sind so konstruiert, dass mit ihnen eine zuverlässige Aufnahme und Entsorgung solcher Partikel möglich ist. Die Gefahrstoffverordnung gibt ein Bemessungskonzept für die Staubbelastung vor. Es orientiert sich am Arbeitsplatz-Grenzwert (AGW-Wert). Dieser bestimmt die Konzentration von Staub in mg/m³ Raumluft, die nicht überschritten werden darf. Je höher das Gefährdungspotenzial eines Stoffes für die Gesundheit ist, umso geringer muss die Konzentration in der Raumluft ausfallen und entsprechend größer sind die Anforderungen an die zum Einsatz kommenden Sauger. Diese sind in den Kategorien L, M und H eingestuft mit Unterschieden in der Filterleistung und beim Durchlassgrad, also dem Wert, der angibt, wie viele Staubpartikel aus dem Gerät höchstens in die Raumluft entweichen dürfen (siehe Tabelle). Modelle der Klasse L eignen sich zum Absaugen von Stäuben ohne gesundheitsgefährdende Eigenschaften. Die Anforderungen an die Filterleistung sind vergleichsweise gering und es gibt keine besonderen Bestimmungen für die Entsorgung. Geräte der Staubklasse M und H halten auch feine Stäube zurück, die in die Atemwege gelangen können. H- oder M-Sauger werden auch als Sicherheitssauger bezeichnet. Hier gelten besondere Anforderungen an die Konstruktion. So muss der Luftstrom überwacht werden, um vor Verstopfungen zu warnen. Außerdem sind besondere Vorkehrungen für die staubfreie Entnahme und Entsorgung zu treffen. Im Falle einer Asbestsanierung müssen HSauger verwendet werden.

Entwicklungen in der Filtertechnik Die feinen Staubpartikel aufzufangen und zu verhindern, dass diese wieder zurück in die Umgebungsluft gelangen können, ist die Aufgabe des Filters.

www.ruwac.de

Im Rahmen seines Kultursponsorings hatte Kärcher die Hufeisentreppe am Schloss Fontainebleau von jahrhundertealten Ablagerungen zu befreien. Neben Heißwasserhochdruckreinigern in der Dampfstufe kam dabei das Mikropartikelstrahlverfahren zum Einsatz. Erstmals verwendete Kärcher bei einer restauratorischen Reinigung außerdem einen Spezialsauger, mit dem die großen Mengen an Strahlmittelrückständen und möglicherweise kontaminierte Schmutzpartikel entfernt wurden. Bild: Kärcher

Bei großen Staubmengen besteht die Gefahr, dass dieser sich zusetzt und die Saugleistung deutlich nachlässt. Einige Sicherheitssauger, beispielsweise die aktuellen Tact M und H-Modelle von Kärcher, sind deshalb mit Systemen zur Filterabreinigung ausgerüstet. Ein sauberer Filter besitzt einen höheren Luftdurchsatz und ermöglicht ein besseres Reinigungsergebnis. Vollautomatische Funktionen zur Filterabreinigung erlauben das Aufsaugen großer Feinstaubmengen ohne Arbeitsunterbrechung oder Saugkraftverlust. Kärcher nutzt auch bei Sicherheitssaugern das weiterentwickelte Tact-System. Dabei wird der Filter automatisch mittels schlagartiger Umkehr des Luftstromes mit Frischluft von außen abgereinigt. Auch dabei kommt es auf Dichtheit an: Je dichter das System, umso größer ist der Unterdruck, der aufgebaut werden kann und umso wirkungsvoller erfolgt die Abreinigung des Filters beim schlagartigen Öffnen des Ventils.

Vorteil Flachfaltenfilter Mit Flachfaltenfiltern ist es möglich, eine relativ große Filterfläche auf sehr kleinem Raum unterzubringen. So finden über einen halben Quadratmeter Filterfläche in einer Kassette Platz, die kaum mehr als handtellergroß ist. Sauger können damit sehr kompakt konstruiert werden. Besonders anwenderfreundlich ist es, wenn der Flachfaltenfilter selbst in einem eigenen Gehäuse untergebracht ist. Der Wechsel ist damit ohne direkten Schmutzkontakt möglich. Das vereinfacht die Entnahme und Säuberung oder

Entsorgung. Flachfaltenfilter bestehen zumeist aus nanobeschichtetem Papier oder aus Kunststoffen wie PES (Polyestersulfone). Die Nanobeschichtung verhindert, dass Staubpartikel an der Filteroberfläche anhaften und die Wirkung beeinträchtigen. Im Unterschied zu Papierfiltern sind solche aus PES robuster und vor allem beständig gegenüber feuchtem Schmutz und Flüssigkeiten. Allerdings sind weder Papiernoch PES-Filter geeignet für die Verwendung in H-Klasse-Saugern. Hier kommen bisher Filter zum Einsatz, die aus Glasfasermaterialien bestehen. Dabei handelt es sich jedoch um ein mechanisch sehr empfindliches Material, das nicht abwaschbar ist. Bei neuen Sicherheitssaugern der H-Klasse, beispielsweise von Kärcher, werden H-Filter aus PTFE-Material verwendet. Das Kunststoffgewebe kombiniert die positiven Eigenschaften von Glasfaser und PTFE. Der Filter ist waschbar und lässt sich auch mit Luftstößen abreinigen. Damit wird diese ebenso wirkungsvolle wie einfach zu handhabende Filterabreinigung auch Anwendern erschlossen, die hochgefährliche Stäube – etwa bei der Asbestsanierung – aufsaugen müssen. Mit dem neuen Filtermaterial PTFE wird die Entsorgung einfacher. Bisher war in der H-Klasse die Verwendung eines SicherheitsFiltersets zur staubfreien Entsorgung vorgeschrieben, das in der Anwendung vergleichsweise aufwendig ist. Beim abreinigbaren PTFE-Filter ist in den meisten Fällen ein speziell dafür zugelassener, staubdichter PEEntsorgungssack ausreichend, der einfacher zu handhaben ist. www.kaercher.com

Staubklasse

Durchlassgrad

Beispiel

Anwendung

L (AGW > 1 mg/m³) Leichtgefährlich

< 1 Prozent

Gips, Glimmer, Kalk

Handwerk

M (AGW >= 0,1 mg/m³) Mittelgefährlich

< 0,1 Prozent

Platin, Kupfer, Nickel, Holz

Bau- und Holzhandwerk, Kfz-Handwerk, Industrie

H (AGW <= 0,1 mg/m³) Hochgefährlich

< 0,005 Prozent

Asbest, Bakterien, Schimmel, Viren

Bausanierung, Industrie


REINIGUNG

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Reinigung mit 180 °C heißem Trockendampf Dampfsaugsystem löst Schmiermittel an Maschinen rückstandslos – ohne Chemie Bei der Fertigung von Hydrospeichern kommen bei Freudenberg Sealing Technologies in Remagen zum Beispiel Fräs- und Drehmaschinen sowie Durchlauf-Waschmaschinen für die Metallteilereinigung zum Einsatz. Dabei fallen nicht nur Späne an, sondern auch Öle, Fette und andere Schmierstoffe, welche die empfindlichen Maschinen verschmutzen. Gerade die Korrosionsmittel stellen eine echte Herausforderung für die technische Sauberkeit dar. Aber bei Freudenberg Sealing Technologies hat man eine Lösung gefunden; eine, die ohne Chemie auskommt. Freudenberg Sealing Technologies ist ein Unternehmen, das sich nach eigenen Angaben auf anspruchsvolle Anwendungen in der Dichtungstechnik spezialisiert hat und das außerdem auf jahrzehntelange Erfahrung in der Technologie der Hydrospeicher zurückblicken kann. Hydrospeicher sind Druckbehälter, die durch die Komprimierung eines Gases ein Flüssigkeitsvolumen speichern. Bei Bedarf kann diese Flüssigkeit wieder in das System zurückgeführt werden. Hierfür sind Gas und Flüssigkeit im Inneren des Druckkörpers voneinander getrennt, beispielsweise durch eine Membrane, einen Kolben oder eine Elastomerblase. Steigt der Druck im System, nimmt der Hydrospeicher die Druckflüssigkeit auf und das Gas wird komprimiert. Beim Senken des Drucks dehnt sich das verdichtete Gas wieder aus und verdrängt so die gespeicherte Flüssigkeit, die dann wieder in den Kreislauf zurückgeführt wird. Damit keine Abstriche bei der Qualität der Produkte gemacht werden müssen, legt Freudenberg Sealing Technologies viel Wert auf die technische Sauberkeit der Produktionsanlagen. Doch die Umsetzung war in der Vergangenheit alles andere als einfach. „Bisher haben wir klassisch mit Eimer, Lappen und einem speziellen Reinigungsmittel gearbeitet. Das Problem: Die Öle und Fette wurden dabei meistens nicht richtig von den Oberflächen entfernt, sondern eher darauf verteilt“, erklärt Marcus Darms, Leiter der Hydrospeicher-Produktion bei Freudenberg Sealing Technolo-

Wo Fräs- und Drehmaschinen im Dauereinsatz sind, fällt auch jede Menge Schmutz an. Neben Spänen sind es gerade Korrosionsmittel wie Öle und Fette, die sich hartnäckig auf den empfindlichen Maschinen ablagern. Mit dem Blue Evolution XL+ hat sich Freudenberg Sealing Technologies deshalb für das leistungsfähigste Gerät der Reihe entschieden.

gies in Remagen. Mittlerweile sorgt hier das Dampfsaugsystem Blue Evolution XL+ von Beam für Sauberkeit. Das Gerät arbeitet mit bis zu 180 Grad Celsius heißem Trockendampf und löst so selbst Schmiermittel rückstandslos – und das ganz ohne Chemie. Dabei erledigt der Blue Evolution XL+ gleich mehrere Arbeitsschritte in einem, was für eine deutliche Zeitersparnis sorgt. „Mit dem Blue Evolution XL+ gehören die Rückstände jetzt endgültig der Vergangenheit an. Wir sind sehr zufrieden mit dem Top-Reinigungsergebnis“, bestätigt Darms. Um zu verstehen,

warum das Gerät sogar bei hartnäckigem Schmutz ohne Chemie auskommt, lohnt sich ein genauerer Blick auf das Gerät. Es erledigt nämlich mehrere Arbeitsschritte in einem: dampfen, wischen und saugen. Unternehmen sparen so bis zu 60 Prozent der Zeit, die das Reinigungspersonal für das herkömmliche Saubermachen mit Eimer und Lappen benötigen würde, betonen die Experten des Herstellers Beam und verweisen auf einen weiteren Vorteil. Weil das System mit heißem Trockendampf arbeitet, sind die gereinigten Flächen sofort wieder

Dass die Reinigungsgeräte hohen Hygieneansprüchen genügen, ist belegt: So wird die BlueEvolution-Serie nicht nur dem HACCP-Standard gerecht, sondern überzeugt auch beim 4-FelderTest, einem praxisnahen Test zur Flächendesinfektion auf der Grundlage der EN 16615 (2015).

Je nach Anforderung kann der Anwender aus drei Varianten wählen: Der Blue Evolution S+ schafft eine Leistung von 3.500 Watt und arbeitet mit einem Druck von bis zu 10,0 bar sowie einer Dampftemperatur von bis zu 180 Grad Celsius. Der Blue XL+ mit Kraftstromanschluss arbeitet mit 7.200 Watt und erreicht ebenfalls bis 10,0 bar und bis zu 180 Grad Celsius. Für die Maschinenreinigung bietet der Hersteller dieser Reinigungsgeräte außerdem den Blue Evolution XXL an. Der Dampfreiniger arbeitet mit 18 Kilowatt, einem Druck von 10,0 bar sowie einem Minimum an Feuchtigkeit, sodass Kugellager, Umlenkrollen und Kettenantriebe geschont werden. Bilder: Beam

trocken und es entfallen lange Standzeiten der Maschinen. „In der Industrie zählt jede Sekunde. Je kürzer die Rüst- und Standzeiten, umso besser. Mit unserem innovativen Reinigungskonzept werden Standzeiten minimiert und gleichzeitig in die Lebensdauer und Werterhaltung der Produktionsanlagen investiert. Das ist der Win-win-Effekt für Unternehmer“, verdeutlicht Robert Wiedemann, Geschäftsführer der Beam GmbH. Mit dem Blue Evolution XL+ lassen sich laut Hersteller große Flächen in Fertigung und Lager genauso reinigen wie schwer zugängliche Winkel an Maschinen. Dazu tragen vor allem der über drei Meter lange Schlauch und die verschiedenen Aufsätze bei. Die vier beweglichen Lenkrollen machen das Dampfsaugsystem außerdem flexibel und einfach im Handling.

Freudenberg Sealing Technologies in Remagen ist aber nicht nur von der Reinigungsleistung des Geräts überzeugt, sondern auch vom Green-Cleaning-Konzept von Beam. Alle Dampfsaugsysteme des Qualitätsherstellers werden nämlich ausschließlich mit klarem Wasser befüllt und kommen komplett ohne chemische Reinigungsmittel aus. Dabei verfügen die Modelle über ein zusätzliches Heißwassermodul für hartnäckigste Verschmutzungen. Als Besonderheit warten die Reinigungsgeräte mit einem Blaulichteffekt auf, bei dem Keime keine Chance haben. Denn die gelösten Schmutzpartikel landen im Wasserfilter und werden im Wasser gebunden. Die darin enthaltenen Keime werden dann über das UV-Blaulicht abgetötet. www.beam.de


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FERTIGUNGSTECHNIK

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Fehlerursachen erkennen – auch im Nachgang Schuler erweitert die Werkzeugüberwachungslösung „Visual Die Protection“ Im Jahr 2019 entwickelte Schuler unter dem Namen „Visual Die Protection“ (VDP) ein kamerabasiertes System zur Werkzeugüberwachung für Pressen. VDP erkennt Fremdkörper oder andere Gefahrenquellen in Echtzeit und stoppt die Anlage, bevor ein Schaden entsteht. Mit dem „VDP Analyzer“ präsentierte das Unternehmen Ende Oktober auf der Fachmesse Blechexpo nun eine für Instandhalter besonders interessante Ergänzung dieser Lösung, mit der sich auch den Fehlerursachen auf den Grund gehen lässt. Es ist der Albtraum jedes Pressenbedieners: ein Schraubenschlüssel ist im Werkzeug vergessen worden. Läuft die Maschine jetzt an, sind Schäden an Werkzeug und Bauteil die unweigerliche Folge. Ein solcher kurzer Moment der Unachtsamkeit kann sogar die gesamte Anlage in Mitleidenschaft ziehen. Unter dem Namen „Visual Die Protection“ (VDP) hat Schuler im Jahr 2019 ein kameragestütztes Überwachungssystem entwickelt, das teure Werkzeugreparaturen, Stillstandzeiten oder gar Produktionsausfälle ersparen kann. Die Kameras entdecken dabei nicht nur Fremdkörper wie zum Beispiel Schraubenschlüssel oder Stanzreste, das System prüft auch, ob das Werkzeug korrekt angeschlossen ist und die Platinen richtig eingelegt, umgeformt und

entnommen wurden. Risse im Bauteil sieht es laut Anbieter genauso wie eine mögliche Beschädigung der Zentrier- und Auswerfstifte. Liegt eine Abweichung vor, stoppt die Presse, um Schlimmeres zu verhindern. Um dies zu erkennen, müssen die Kameras vor dem Produktionsstart zunächst Referenzbilder des jeweiligen Werkzeugs machen. Die Bediener markieren dabei sensible Bereiche wie die Zentrier- und Auswerfstifte, die einer besonders genauen Überwachung bedürfen. Die künstliche Intelligenz auf einem separaten Rechner vergleicht im Produktionsprozess dann die aktuellen Fotos in Echtzeit mit dem Ursprungszustand des Werkzeugs und ermöglicht sofort die Einleitung von Gegenmaßnahmen.

So gut dieses System auch ist: „Unsere Kunden äußerten den Wunsch, mit VDP auch in die Vergangenheit blicken zu können, um Fehler zu dokumentieren und Ursachen zu identifizieren“, erklärt Michael Werbs, Director of Edge Solutions. „Mit herkömmlichen Kameras können Pressenbetreiber zwar den Werkzeugraum überwachen lassen, müssen dann aber die Videos im Nachgang mühsam selbst auswerten. Diese Arbeit nimmt der VDP Analyzer unseren Kunden ab.“ Ein Beispiel aus der Praxis macht klar, worum es geht: In der Nachtschicht kam es zu einer Störung. Beim Versuch, die Störung und ihre Ursache nachzuvollziehen, gelangen die Instandhalter an ihre Grenzen. Der VDP Analyzer schafft genau

Der VDP Analyzer ist Bestandteil der „Digital Suite“, in der Schuler seine Lösungen zur Vernetzung der Umformtechnik versammelt hat. Bild: Schuler

hier Abhilfe: Er bietet nämlich einen komfortablen Zugriff auf historische Bildserien und Daten zur detaillierten Analyse des Produktionsprozesses und trägt damit zur kontinuierlichen Verbesserung der Prozesse und Fehlervermeidung bei. „In der Visualisierung lässt sich anhand von Ausschlägen in der Zeitkurve schnell ein Überblick gewinnen, wann genau es zu Abweichungen vom Normalzustand gekommen ist“, verdeutlicht Chief Digital Officer Rohitashwa Pant. Er erklärt weiter: „Die zu diesen Zeitpunkten zugehörigen Bilder kann der Benutzer nun zielgerichtet abrufen und auf ihnen er-

kennen, dass beispielsweise Teile auf einem Zentrierstift liegen und nicht eingefädelt sind oder dass sich immer wieder Stanzabfälle in einem bestimmten Schrottschacht aufstauen.“ So lassen sich entsprechende Änderungen vornehmen, um künftige Produktionsunterbrechungen zu vermeiden und somit die Prozessstabilität und letztlich die Ausbringung zu erhöhen. Das System ermöglicht laut Anbieter darüber hinaus den Export der Zeitreihen und der Bilddaten zur Dokumentation und für spätere Vergleiche. www.schulergroup.com/ visual-die-protection


Sonderteil Condition Monitoring Februar 2022 - Ausgabe 1/22

Einfach. Sicher. Überwachen.

SIL2

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Rainpower hat ein Messwerkzeug für Läuferschaufeln entwickelt, das auf ein Datenerfassungssystem von Hottinger Brüel & Kjaer aufsetzt. Bild: Hottinger Brüel & Kjaer

Wissen, was in der Turbine passiert Läuferschaufeln sind kritische Komponenten in einer Wasserturbine. Mit einem neuen Messwerkzeug – dem Flight Recorder von Rainpower – kann nun die dynamische Belastung dieser Komponenten gemessen werden. Die batteriebetriebene Lösung speichert alle Daten lokal. So ist kein System für die Datenübermittlung unter Wasser notwendig. Der Recorder misst die Dehnung der Turbinenschaufeln, die Druckverteilung und die Vibrationen an verschiedenen Stellen des Läufers sowie die Temperatur an der Läuferoberfläche. Die so gesammelten Daten sind entscheidend für die Kalibrierung von Simulationen und numerischen Analysen. Und so funktioniert es: Vor den Prüfungen werden an vordefinierten Stellen der Läuferschaufeln Dehnungsmessstreifen angebracht. Auch die anderen Messaufnehmer werden an den entsprechenden Stellen platziert. Anschließend werden alle Aufnehmer über wasserdichte Kabel mit dem Flight Recorder verbunden und das Gerät wird an der Läufernabe befestigt. Der Recorder wird vor dem Füllen der Turbine mit Wasser eingeschaltet und die Datenerfassungssoftware Catman von Hottinger Brüel & Kjaer beginnt mit der Erfassung. Das System kann einfach bewegt und auch bei beengten Platzverhältnissen eingesetzt werden. www.rainpower.eu www.hbkworld.com Wolff Publishing www.b-und-i.de

ISSN 1864-4554 info@b-und-i.de

Abo-Service: b-und-i@vertriebsunion.de

Dank der neuen Lösung wird es deutlich einfacher, Hunderte von Maschinen in der Produktion zum richtigen Zeitpunkt mit der richtigen Schmierstoffmenge zu versorgen. Bilder: Schaeffler

Installieren und dann vergessen Die manuelle Nachschmierung von Wälzlagern gehört zum betrieblichen Alltag vieler Instandhalter. Besser sind automatische Schmierstoffgeber, doch auch sie bedürfen einer routenbasierten Kontrolle. Mit einer neuen Lösung ist auch dies passé, denn die Instandhalter erhalten damit webbasiert alle wichtigen Informationen über die angebundenen Schmierstoffgeber. Es ist eine Entwicklung, die sich seit Jahren abzeichnet: Wurden früher aufgrund der hohen Kosten nur einzelne, systemkritische Anlagen und Komponenten überwacht, geht es nun zunehmend in Richtung einer massenhaften und flächendeckenden Maschinenüberwachung. Schaeffler ist in der Vergangenheit diesen Schritt mitgegangen. Ein wichtiger Meilenstein ist hierbei die batteriebetriebene, selbstvernetzende Einkanal-ConditionMonitoring-Lösung Optime, welche die webbasierte Zustandsüberwachung ganzer Produktionsstandorte in kürzester Zeit erlaubt. „Das neue Produkt adressiert die gleichen Maschinentypen, schafft ebenso höchste Transparenz und wird in der Instandhaltung einen Paradigmenwechsel einleiten“, ist Rauli Hantikainen, Leiter Strategisches Ge-

schäftsfeld Industrie 4.0 bei Schaeffler, überzeugt. Er ergänzt: „Wir vereinfachen unseren Kunden mit diesem Produkt die komplexe Aufgabe, Hunderte von Maschinen in ihrer Produktion zum richtigen Zeitpunkt mit der richtigen Schmierstoffmenge zu versorgen und verhindern so einen hohen Anteil an Lagerausfällen.“ Dank der neuen Lösung wird es laut Entwickler deutlich einfacher, Hunderte von Maschinen in der Produktion zum richtigen Zeitpunkt mit der richtigen Schmierstoffmenge zu versorgen. Und das ist durchaus notwendig, denn Experten gehen davon aus, dass rund 80 Prozent der frühzeitigen Lagerausfälle auf Schmierungsprobleme zurückgehen. Das bedeutet: Diese Ausfälle ließen sich eigentlich vermeiden. Möglich macht dies Optime C1, eine IoTLösung für die Nachschmierung von Wälz-

lagern, die auf intelligente, automatische Schmierstoffgeber setzt. Das System stellt laut Anbieter in Verbindung mit der Optime-App sicher, dass Fehlschmierungen durch zu viel oder zu wenig Schmierstoff, falschen Schmierstoff, Verschmutzungen, verstopfte Zuleitung zum Lager oder leere Schmierstoffgeber sicher vermieden werden können. Technisch umgesetzt wird dies mit dem automatischen Schmierstoffgeber Concept 1 von Schaeffler. An diesen wird das Optime C1 geschraubt, das über eine austauschbare Batterie mit der notwendigen Energie versorgt wird. Das C1 enthält unter anderem einen Kommunikationsbaustein und den Temperatursensor. Zur Gesamtlösung zählen aber auch ein Gateway und die Optime-App. Weiter auf Seite 18

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Fortsetzung von Seite 17 Über das Optime C1 werden die Nachschmiereinheiten Concept 1 zu einem Mesh-Netzwerk automatisch vernetzt. Die erfassten und berechneten Daten im Betrieb, wie zum Beispiel die verbleibenden Tage bis zur nächsten Schmierstofffüllung, sendet das Mesh-Netzwerk über das Gateway in die Cloud und von dort in die Optime-App. Die Installation der Komponenten pro Schmierstelle sowie die Konfiguration in der App dauern weniger als zwei Minuten, verspricht der Anbieter. Die Lösung nutzt hierfür Near Field Communication (NFC), ein internationaler Übertragungsstandard zum drahtlosen Austausch von Daten über kurze Distanzen (10 bis 20 Zentimeter).

Lagerausfälle vermeiden Auf diese Weise ist es möglich, Dutzende von Schmierstellen an Pumpen, Lüftern, Kompressoren, Aggregaten, Förderantrieben etc. in kürzester Zeit mit der Lösung auszustatten und diese entsprechend zu konfigurieren. Für den Instandhalter bedeutet dies: Die so umgerüsteten Schmierstellen können aus den bestehenden Kontrolllisten gestrichen und eigentlich sogar erst einmal vergessen werden, denn der intelligente Schmierstoffgeber meldet sich erst dann wieder, wenn er die Aufmerksamkeit des Instandhaltungsteams benötigt, beispielsweise weil der Schmierstoff zu Ende geht. Außerdem hat das Instandhaltungspersonal entweder über die Optime-App, das webbasierte Dashboard oder über ein eigenes Softwaretool jederzeit einen Überblick über die Schmierstoffgeber. Es sieht auf diese Weise beispielsweise sofort die

CONDITION MONITORING

„Der Optime C1 hilft uns, früh genug zu erkennen, dass die Schmierstellen nicht geschmiert werden oder dass die Schmierstelle leer ist“, erklärt Peter Hannappel, Instandhaltungsleiter der Westerwälder Elektro Osmose.

Schmierstoffgeber mit einem kritischen Füllstand, erkennt jene mit einer Störung in der Schmierversorgung und kann – dank des integrierten Temperaturgebers – aber auch die Schmierstellen erkennen, die eine erhöhte Temperatur aufweisen. Für die Instandhalter ist dies eine deutliche Vereinfachung der Arbeit, denn es entfallen mit Optime C1 die regelmäßigen Kontrollgänge und das Pflegen von komplizierten Tabellen oder von Software zur Planung der Nachschmierung in den Werken. Sie müssen nämlich nur noch dann aktiv werden, wenn die App dies anzeigt. Das komplexe Schmierungsmanagement wird so wesentlich vereinfacht. Zumal die App auch mit allen notwendigen Zusatzinformationen zur jeweiligen Schmierstelle aufwarten kann, also zum Beispiel zum eingesetzten Fett oder zu den spezifischen Einstellungen des Schmierstoffgebers.

Pilotanwender sind überzeugt Dass sich das System in der Praxis bewährt, bestätigt Peter Hannappel. Der Instandhaltungsleiter der Westerwälder Elektro Osmose nutzt als Pilotkunde das System schon und das in einer Fa-

brikumgebung, in der Komponenten bei bis zu 1.200 Grad Celsius arbeiten. Das 1916 gegründete Unternehmen stellt nämlich Feinsteinzeugfliesen, Spaltplatten sowie Steinzeugrohre für die Wasser- und Abwasserwirtschaft beziehungsweise für Kamine her. Dank der Lösung von Schaeffler konnten, wie Hannappel bestätigt, Mühlenausfälle vermieden werden, die sonst Kosten in Höhe von 47.000 Euro verursacht hätten. „Der Optime C1 hilft uns, früh genug zu erkennen, dass die Schmierstellen nicht geschmiert werden oder dass die Schmierstelle leer ist“, erklärt er. Grundsätzlich kann jede Schmierstelle durch einen Optime C1 ausgestattet werden, denn das System ist so klein und leicht zu installieren, dass es auch an schwer zugänglichen Stellen eingesetzt werden kann. „Der Optime C1 hat sich bei uns schon bewährt“, bestätigt Han-

Mit der IoT-Lösung Optime C1 erhalten Instandhalter die entscheidenden Informationen über alle angebundenen Schmierstoffgeber. Wartungseinsätze für die Nachschmierung erfolgen dadurch gezielt; eine routenbasierte Kontrolle erübrigt sich. Optime C1 ist außerdem als offenes System konzipiert und bietet eine API-Schnittstelle für den Datenaustausch mit vorhandenen Maintenance-Tools.

nappel. Er plant, diese Lösung noch an vielen anderen Schmierstellen im Werk zukünftig einzusetzen. „Wir können uns vorstellen, dass wir in den dreistelligen Bereich gehen, weil es viele Schmierstellen gibt, die sehr wichtig sind“,

verdeutlicht der Instandhaltungsspezialist. Sein Tipp: Alle Schmiernippel abschrauben, Optime C1 draufschrauben und die Schmierstelle vergessen – außer sie meldet sich in der App oder im Dashboard. www.schaeffler.de/optime-c1

Überwachen, weil Ausfälle viel zu teuer sind GfM zeigt, wie sich Kranantriebe mit CM-Systemen überwachen lassen Auch wenn Krane zu den zuverlässigen Maschinen gehören und mechanische Schäden an diesen Antrieben eher selten sind, so können diese konstruktiv nie ganz vermieden werden. Aber schwingungsdiagnostische Verfahren sind geeignet, verschleiß- und ermüdungsbedingte Schäden prädiktiv zu erkennen. Wie das genau funktioniert und worauf es dabei ankommt, erklären die Experten der GfM Gesellschaft für Maschinendiagnose mbH auf der maintenance in Dortmund; und sie können dabei auf einen breiten Erfahrungsschatz zurückgreifen, denn seit nunmehr 14 Jahren liefert GfM entsprechende Überwachungssysteme für Fahrwerks- und Hubwerksantriebe an Kranen. Geeignete Sensoren erfassen bei diesen Systemen die Schwingungen. In den so gewonnenen Spektren wird dann nach Mustern gesucht, die für Unregelmäßigkeiten typisch sind. Dieser Prozess läuft in den Systemen der GfM vollautomatisch ab, ebenso wie die Berücksichtigung von Drehzahlvariabilität und diskontinuierlicher Arbeitsweise der Antriebe. Die Installation der Systeme ist simpel, wobei die Überwachungslösungen sowohl für neue als auch für bestehende Anlagen geeignet sind, betont der Hersteller. Die Sensoren werden entweder angeschraubt oder angeklebt. Die Leitungsführung der Sensorkabel erfolgt nach gängigen Regeln, bei Bedarf arbeitet man mit Zwischenklemmkästen. Schließlich werden noch eine Stromversorgung und ein Netzwerkanschluss benötigt.

Amortisiert sich mehrfach spätestens beim ...

Die Installation der Komponenten pro Schmierstelle sowie die Konfiguration in der App brauchen dank NFC, wie der Hersteller betont, weniger als zwei Minuten. Auf diese Weise lassen sich Dutzende von Schmierstellen an Pumpen, Lüftern, Kompressoren und ähnlichen Komponenten in kürzester Zeit mit Optime C1 ausstatten. Die eingesetzten Concept1-Kartuschen können mit dem Arcanol-Schmierstoff von Schaeffler oder mit einer eigenen Alternative nachgefüllt werden.

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Die Kosten für dieses komfortable Condition-Monitoring-System sind überschaubar, so die Experten von GfM. Ob sich der Einsatz tatsächlich lohnt, hängt aber von den konkreten Produktionsausfallkosten für einen potenziellen Schadenfall ab. „Erfahrungsgemäß amortisiert sich das System bereits beim ersten rechtzeitig erkannten Schaden mehrfach“, betonen sie.

Auch wenn sich die grundsätzliche Arbeitsweise der von GfM angebotenen Überwachungssysteme in den 14 Jahren nicht verändert hat, gab und gibt es diverse Weiterentwicklungen, welche die Diagnosezuverlässigkeit weiter erhöhen. Welche dies im Detail sind, erklären die Experten auf der diesjährigen maintenance in Dortmund. Bild: Alfred Derks auf Pixabay

Die GfM Gesellschaft für Maschinendiagnose GmbH bietet sowohl Online-Condition-MonitoringSysteme an, die fest am Antrieb verbaut werden und den Antrieb ohne weiteres menschliches Zutun auf das Entstehen von mechanischen Unregelmäßigkeiten überwachen, als auch mobile Systeme, mit denen man ganze Maschinenparks wiederkehrend überwachen kann. Alle Systeme arbeiten durchweg auf der Grundlage von mit 50 Kilohertz erfassten Schwingungssignalen, die durch Resampling zu Ordnungsspektren mit mindestens 32.000 Linien verarbeitet

werden. Die automatische Diagnose erfolgt dann durch das Aufspüren signifikanter Spektralanteile, welche anschließend an-

... ersten rechtzeitig erkannten Schaden hand der kinematischen Frequenzen zu einem Schadenmerkmal qualifiziert werden. Erst wenn das gelingt, liefern die Systeme eine Detektion, die die Basis für einen späteren Alarm ist. maintenance Dortmund 2022 Stand D38-4 www.maschinendiagnose.de


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Smart Monitoring überwacht Pumpenbetrieb Überwachungssystem macht Pumpen fit für die Smart Factory Der dauerhafte Betrieb von Pumpensystemen in kritischen Anwendungen geht einher mit hohen Aufwänden für Überwachung und Wartung. Auch die Erfassung von Betriebskenngrößen der Anlage wie Volumenstrom, Temperatur oder Druck setzt oft eine teure und wartungsintensive zusätzliche Instrumentierung voraus. Eine Alternative bietet nun Lewa an. Der Spezialist für Pumpensysteme hat eine Smart-Monitoring-Lösung für die hauseigenen Modelle Ecoflow und Triplex entwickelt. Damit Pumpen und Pumpensystemen im industriellen Alltag zuverlässig laufen, ist eine regelmäßige Überprüfung der Aggregate zwingend erforderlich. Dabei müssen Verschleiß und Störungen erkannt werden, bevor es zu kostenintensiven, ungeplanten Abschaltungen kommt. In der Praxis bedeutet dies für die Instandhalter, dass zeitaufwendige Inspektionsrundgänge notwendig werden. Sie sind die Grundlage für Reparaturen und Wartungsarbeiten, dennoch lassen sich nicht immer alle Funktionsabweichungen erfassen. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Weil die Anforderungen durch immer komplexere Produktionsabläufe steigen, nimmt das spezifische Pumpen-Knowhow beim Betreiber zunehmend ab. Aus diesen Gründen setzen Unternehmen vermehrt auf digitale Assistenzsysteme zur Steuerung und Überwachung der gesamten Produktionsanlage. Doch nur, wenn auch die Anlagenkomponenten durch Schnitt-

Fortsetzung von Seite 1 Dabei können sogar mehrere Leckagen gleichzeitig geortet und auf dem Live-Bild angezeigt werden. Die integrierte Berichterstellung wird durch ein Tool zur Abschätzung des Druckluftverlusts und den damit verbundenen Einsparpotenzialen bei den Energiekosten ergänzt. Einsetzen lässt sich die Kamera aber nicht nur zur Leckagenortung, sondern auch in ganz anderen Bereichen. So sind auffällige Ultraschallsignale an Hochspannungsleitungen und in Umspannwerken beispielsweise keine Seltenheit und oftmals ein Indikator für Defekte. Mit der Visualisierung von Ultraschall lassen sich hier defekte Komponenten punktgenau und ohne Unterbrechung des Anlagenbetriebs identifizieren – und das sogar aus sicherer Entfernung. Mit der Sonascreen kann das Wartungspersonal beispielsweise hochfrequente Geräusche von elektrischen Teilentladungen wie Korona, Kriechstrom oder Lichtbögen erkennen und darstellen. Darüber hinaus lassen sich im Spektrogramm typische Formen der verschiedenen Fehlerstadien von Teilentladungen erkennen. Die Kamera kann auf diese Weise also nicht nur zur Fehlersuche, sondern auch zur vorbeugenden Instandhaltung eingesetzt werden, denn regelmäßige Ultraschallprüfungen elektrischer Anlagen tragen dazu bei, Teilentladungen in einem möglichst frühen

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, hat Lewa als Pumpenspezialist mit Erfahrung im Bereich kritischer Anwendungen ein Produkt zur vernetzten Pumpenüberwachung entwickelt: „Smart Monitoring gibt Aufschluss über Leistung und Zustand der Dosierund Prozessmembranpumpen

Ecoflow und Triplex anhand von bis zu 13.000 pro Sekunde verarbeiteten Werten“, erklärt Sebastian Gatzhammer, Entwicklungsingenieur bei Lewa. Er ergänzt: „Dabei werden die Daten zu Körperschall, Hydraulikdruck, Temperatur und Drehwinkel von mehreren Sensoren erfasst und von unserer Software zu aussagekräftigen Kennzahlen verarbeitet.“ Das System ersetzt damit Inspektionsrundgänge weitestgehend, da die digitale Überwachung sowohl auf Fluidseite als auch auf Hydraulikseite Verschleiß und Störungen erkennt und über die Schnittstelle an ein Prozessleitsystem beim Betreiber meldet. „Damit können rund 90 Prozent der Störungen frühzeitig erkannt werden: zum Beispiel Überdruck in der Hydraulik, verschlissene Kolbenringe oder ein fehlerhaftes Schließverhalten von Ventilen“, so Gatzhammer. Auch Fehler im gesamten System jenseits des Lewa-Aggregats werden indirekt gemessen. „Wir können aus den Daten der Pumpe

Stadium zu erkennen. Das wiederum wirkt sich positiv auf die Zuverlässigkeit und Sicherheit der Anlagen aus. Die Zuverlässigkeit und Sicherheit von Maschinen und industriellen Anlagen lässt sich mithilfe der Kamera ebenfalls verbessern, denn die kann auch in diesem Umfeld zur regelmäßigen Kontrolle einsetzt werden. Das Messgerät verfügt hierfür unter anderem über einen einstellbaren Bandpassfilter. Er ermöglicht es dem Benutzer, sich je nach Anwendung auf verschiedene Frequenzbereiche und Bandbreiten zu konzentrieren. Abhängig vom eingestellten Frequenzbereich können Schallquellen in einer Entfernung von bis zu 150 Metern detektiert werden. Darüber hinaus kann der Dynamikbereich der Kamera so eingestellt werden, dass Störquellen selbst in lauten Industrieumgebungen ausgeblendet werden. Das Gerät bietet zudem eine akustische Rückmeldung über Indus-

triekopfhörer. So kann der Nutzer die Messungen zusätzlich zur visuellen Auswertung anhören. Apropos Auswertung: Die aufgezeichneten Bilder und Videos werden direkt auf der Kamera gespeichert; sie können aber auch zur Berichterstellung auf einen Computer exportiert werden. Die passende Software stellt dabei diverse Parameter für die Weiterverarbeitung und Analyse der Messergebnisse zur Verfügung. Clever: Für Schulungszwecke, für den technischen Support oder die Auswertung von Aufzeichnungen über große Distanzen hinweg kann die Kamera auch über eine PC-Software via Ethernet betrieben werden. Tipp: Die Kamera wird auch auf der maintenance in Dortmund (30. und 31. März) am Messestand von Sonotec zu sehen sein. maintenance Dortmund 2022 Stand E25-4 www.sonotec.de/sonascreen

Das Smart-Monitoring-System ist Cloudready und kann über die Microsoft AzureCloud mit anderen vernetzt werden.

stellenintegration und Kennwertübermittlung in diese Systeme integriert werden können, lässt sich der Schritt zur Smart Factory, der digitalisierten Produktionsstätte, vollziehen.

Vernetzte Pumpenüberwachung

„Mit dem Zusammenspiel aus Sensoren und Hardware können wir bereits einen Abfall von einem Prozent am Volumenstrom in jedem Pumpenkopf feststellen“, so Sebastian Gatzhammer, Entwicklungsingenieur bei Lewa. „Doch dank der Körperschallkennwerte erkennen wir Verschleißerscheinungen an Ventilen sogar schon besonders frühzeitig; noch bevor diese überhaupt im Volumenstrom der Anlage messbar werden.“ Bilder: Lewa

Änderungen im Zustand des Förderfluids, möglicherweise durch Verunreinigung, interpretieren“, fügt er hinzu.

30 verschiedene Diagnosen Durch die detaillierte Überwachung ergeben sich aber auch weitere Vorteile wie eine bessere Planbarkeit der Wartungsintervalle. Die Anlagenleitstelle erfährt in Echtzeit von jeder funktionalen Abweichung, sodass eine Wartung im Vorhinein geplant und kontrolliert durchgeführt werden kann. In explosionsgefährdeten Arbeitsbereichen bedeutet dies zudem eine wesentliche Steigerung der Sicherheit. „Möglichen Unfällen wird vorgebeugt und die Anlagenverfügbarkeit steigt insgesamt deutlich an“, so Gatzhammer. „Durch die

Kontrolle von bis zu 30 verschiedenen Diagnosen hat das technische Management immer den Überblick.“ Lewa bietet zu den SmartMonitoring-Systemen auch eine Datenanalyse an. „Wir analysieren und bewerten die Betriebsdaten, die ein System über eine gewisse Zeit erfasst hat. So können wir dem Kunden nicht nur datenbasierte Empfehlungen für die Wartungsplanung aufgrund der Verschleißverläufe geben. Auch die gesamte Anlageneffizienz lässt sich so optimieren“, erklärt Gatzhammer. Die Übertragung der Daten erfolgt über standardisierte Schnittstellen wie OPC UA an Prozessleitsysteme zur Datenerfassung und Visualisierung. Außerdem ist das SmartMonitoring-System bereits Cloudready und kann über die Microsoft Azure-Cloud mit anderen Systemen vernetzt werden. www.lewa.de

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Mehr aus den eigenen Daten machen Yncoris arbeitet an herstellerunabhängigen Lösungen zur Diagnose von Aggregatsdaten Einige Hersteller bieten intelligente Sensorik, um den Zustand von Pumpen und Maschinen zu erkennen. Doch der Zugriff auf die Daten ist meist eingeschränkt und kostet. Der Industriedienstleister Yncoris will das ändern und entwickelte eine eigene Lösung, die bald auch anderen Anlagenbetreibern zur Verfügung stehen könnte. Wie läuft meine Pumpe? Wann ist die Verschleißgrenze meines Aggregats erreicht? Oder: Ist bald eine Ersatzinvestition nötig? Die Antworten auf solche Fragen sind für Anlagenbetreiber ausgesprochen interessant. Mit zunehmender Digitalisierung bieten daher immer mehr Hersteller intelligente Sensorik zu ihren Produkten an. Die Sensorik ermittelt Daten zu Temperatur, Schwingungen oder Luftfeuchtigkeit und sendet sie oder daraus abgeleitete Kennwerte an den Pumpenhersteller. Der wiederum stellt die Daten seinen Kunden zur Verfügung. In der Regel kann der Kunde jedoch nur auf einen Teil der Informationen zugreifen, zudem ist der Service kostenpflichtig. Auch Yncoris, ein Industriedienstleister und zudem Betreiber des Chemieparks Knapsack, nutzt ein solches Angebot eines bekannten Pumpenherstellers für die Überwachung einer 6 kV-Pumpe, die im unternehmenseigenen Rückkühlwerk arbeitet. „Wir haben uns die Frage gestellt, ob wir nicht auch in der Lage wären, solche Daten zu erheben und unseren Kollegen aus den Fachbereichen zur Verfügung zu stellen“, sagt Marco Knödler, Teamleiter MSRTechnik bei Yncoris. Zusammen mit seinen Kollegen Marius Walzog aus der IT und Frank Schöggl, dem Leiter Automatisierungstechnik, rief er ein Projekt ins Leben. Sie nahmen sowohl die zugrunde liegende Technik als auch die Motivation der Hersteller unter die Lupe und machten sich auf die Suche nach einer eigenen Lösung.

Marktgrenzen verschwimmen Im Zuge immer neuer digitaler Lösungen vermischen sich die Märkte von Produzenten und industriellen Servicedienstleistern. Durch intelligente Sensorik wissen Pumpenhersteller bereits vor den Betreibern und Dienstleistern, ob eine Komponente in Kürze ausfällt oder nicht. Was liegt da näher, auch die entsprechende Instandhaltung anzubieten – und damit in die Märkte der Dienstleister einzudringen. „Wir müssen daher parallel neue, innovative Servicemodelle entwickeln, die uns deutlich von anderen Marktteilnehmern abgrenzen und unsere Kernkompetenz in den Vordergrund rücken“, erklärt Knödler die Motivation für das Projekt. Das Unternehmen installierte daher ein eigenes System parallel zur laufenden Herstellerlösung einschließlich der nötigen Infrastruktur, um die gewünschten

Je länger die Laufzeit einer Anlage, desto schwieriger und teurer gestalten sich umfassende digitale Lösungen. Um die Produktion trotzdem effizienter zu gestalten, benötigen Betreiber daher Konzepte, die die bereits vorhandenen technischen Möglichkeiten nutzen und sie geschickt ergänzen. „Wir sehen daher vielfältige Möglichkeiten für den Einsatz im Chemiepark und darüber hinaus“, sagt Frank Schöggl, Leiter Automatisierungstechnik bei Yncoris. Gerade der eigene Pumpenprüfstand ermöglicht dem Industriedienstleister, das Wissensspektrum durch unterschiedlichste Tests und Experimente zu erweitern und Impulse für die weitere Produktentwicklung zu setzen. „Das Schwingungsbild einer Pumpe kann sich am Prüfstand anders darstellen als in der Anlage. Deshalb bringen wir derzeit solche Informationen für definierte Fälle zusammen“, ergänzt Marco Knödler, Teamleiter MSR-Technik bei Yncoris.

Daten aufzunehmen. Für die technische Umsetzung holte sich Yncoris die Experten von Weidmüller ins Boot. Der Spezialist für Industrie-Hardware bietet Komponenten für die Datenerfassung, -kommunikation und analyse an und ergänzte mit seiner Kernkompetenz die Idee des Industriedienstleisters.

Vielversprechende Ergebnisse In der neuen Lösung senden mehrere Sensoren an der Pumpe die Daten via moderne Funktechnologie über ein Gateway ins unternehmenseigene Netzwerk. Dabei verlassen die Daten nicht den Chemiepark – außer der Kunde wünscht es. Im ersten Schritt der Pilotphase visualisierte die unternehmenseigene IT die Daten auf einer Website, im nächsten Schritt wurden die Informationen und Sensoren in eine IoT-Plattform integriert. Dort können die Fachexperten sowohl auf historische Daten als auch auf Daten in Echtzeit zugreifen und sie analysieren. „Dadurch ist es möglich, die vom Pumpenhersteller erhobenen Daten mit unseren zu vergleichen“, erklärt Walzog. „So erhalten wir einen tiefen Einblick über die Leistungsfähigkeit unseres Sensors und können nachvollziehen, was mit den Daten passiert.“ Die Daten werden dabei bewusst auf einer unternehmenseigenen IoT-Plattform und nicht in einer öffentlichen Cloud gespeichert, um mögliche Vorbehalte aufgrund der sensiblen Prozessdaten

gar nicht erst aufkommen zu lassen. Möglich wäre zukünftig neben einer Bereitstellung OnPremises beim Kunden auch eine Lösung in einer privaten Cloud. Die ersten Ergebnisse waren ein Erfolg. Die ermittelten Daten der eigens entwickelten Lösung waren nicht nur detaillierter, sondern deckten sich auch mit denen des Herstellers. Yncoris stattete daraufhin auch den eigenen Pumpenprüfstand mit der selbst entwickelten Lösung aus. Als Industriedienstleister setzt das Unternehmen rund 800 Pumpen pro Jahr instand. Im eigenen Fundus lagern etwa 6.000 Pumpen und 8.000 Motoren unterschiedlichster Hersteller.

Schnell zu ersten Lösungen Mit den Sensoren am Pumpenprüfstand lassen sich nun die Schwingungskurven von defekten als auch von instand gesetzten Geräten vergleichen. Durch die unterschiedlichen Schadenbilder bei den verschiedenen Aggregaten entsteht umfassendes und belastbares Datenmaterial. Knödler und seine Kollegen sind jedoch davon überzeugt, dass die ermittelten Daten allein kein vollständiges Bild abliefern, sondern die Datenflut in der Prozessleittechnik eher noch erhöhen. Für einen echten Mehrwert müssen aus den erhobenen Daten durch die stärkere Integration von weiterführenden Kenntnissen und Erfahrungen echte Informationen werden. „Wir verknüpfen diese Werte deshalb mit dem Fachwissen unserer Pumpenwerkstatt sowie den Instandhaltungserfahrungen aus dem Chemiepark und generieren so Informationen, die die Anlagenfahrer zum jeweiligen Zeitpunkt wirklich weiterbringen“, sagt Schöggl und betont: „Unser Ziel ist es, zu viele Alarmmeldungen auszuschließen und trotzdem ein vorausschauendes Arbeiten durch zuverlässiges Equipment zu ermöglichen.“ Derzeit testet das Team beispielsweise die Meldung „Ein Schaden kündigt sich an“. Mit einer solchen Information kann ein Anlagenfahrer deutlich mehr anfangen als mit dem nackten Messwert, wie er in der Regel von den Herstellern geliefert wird. Für Spezialisten will das Unternehmen außerdem ausführliche Daten zur Tiefendiagnose bereithalten. Das Projektteam fasste bewusst keine hundertprozentige Lösung mit langer Planungsphase ins Auge, sondern legte stattdessen Wert auf eine interdisziplinäre Ar-

Weitere Einsatzmöglichkeiten hat das Projektteam bereits im Blick. So sind Aggregate häufig an Stellen platziert, die die Kollegen aus dem Anlagenservice nur mit größerem Aufwand erreichen können. Für solche Stellen könnten diese Sensoren eine große Hilfe sein. Das Unternehmen will daher die Erkenntnisse aus den bisherigen Testreihen auf anderes Rotating Equipme nt anwenden. Möglich wäre zudem ein mobiler Werkzeugkoffer, um bei Problemen Sensordaten über einen definierten Zeitraum direkt beim Kunden aufzunehmen oder bei der Prozessoptimierung zu unterstützen und tiefere Einsichten in die Anlage zu generieren. Bilder: Yncoris

beitsweise mit kurzen Sprints. „Uns war, wichtig, schnell und ohne große Projektorganisation zu einer ersten Umsetzung, einem Minimum Viable Product, zu kommen“, sagt Walzog. Er betont zudem: „Außerdem nahmen wir bewusst in Kauf, dass sich die ursprüngliche Idee nicht Erfolg versprechend umsetzen lassen könnte. Auf diese Weise haben wir in kurzer Zeit einen Punkt erreicht, an dem wir aus der Wirklichkeit lernen konnten, anstatt auf Papier und Konzepte zu setzen.“ Für Schöggl ist die Lösung eine schlanke Methode, die nicht nur wertvolle Informationen für eine rechtzeitige Instandsetzung liefert, sondern auch hilft, die Erfahrungen der Industriedienstleister mit belastbaren Argumenten zu untermauern. Klar ist schon jetzt, dass das konkrete Projekt weiterlaufen soll.

Security und Safety Einen wichtigen Aspekt bei der Digitalisierung bildet die Sicherheit – und zwar sowohl die Sicherheit der Daten als auch die Sicherheit der vernetzten Anlagen und Systeme. „Nicht alles, was sich technisch realisieren lässt, ist auch unter Security- und Safety-Gesichtspunkten sinnvoll“, so Knödler.

„Jedes Unternehmen sollte sich sehr genau überlegen, welche Systeme sich beispielsweise mit dem zentralen Leitsystem austauschen dürfen.“ Aufgrund der hohen Sicherheitsanforderungen an IIoT scheuen viele Chemieunternehmen die Umsetzung digitaler Projekte in der Produktion. Daten, die das Team im IIoT generiert, legt das Projektteam daher so an, dass sie keine direkte Auswirkung auf die Anlage haben und nicht zur Prozesssteuerung genutzt werden. Dabei ist die Herausforderung, Monitoring- und Optimierungsmöglichkeiten zu schaffen, die einen Mehrwert für die Prozesssteuerung erzeugen, ohne die Zuverlässigkeit der PLT-Systeme zu gefährden. Yncoris nähert sich dem Themenkomplex Digitalisierung daher nicht nur Bottom-up mit praktischen Erfahrungen aus dem betrieblichen Alltag, sondern auch Top-down. So gestalten Knödler und seine Kollegen in Normungsgremien und Fachkreisen die Randbedingungen aktiv mit. Dazu zählt beispielsweise die Mitwirkung im Interessenverband der Automatisierungstechnik NAMUR oder bei der Entwicklung der Normungsroadmap „Künstliche Intelligenz“ der DIN. maintenance Dortmund 2022 Stand C27-4 www.yncoris.com

„Wir planen außerdem, unsere Daten mit künstlicher Intelligenz weiter zu verfeinern und Pumpen oder Aggregate nicht nur für einen bestimmten Zeitraum, sondern auch mit einer Zuverlässigkeitsgarantie bereitzustellen“, betont Marco Knödler.


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Predictive Maintenance für Datenleitungen Überwachungsgerät behält in ethernetbasierten Netzwerken die Datenleitungen im Blick Gegenüber heute wird die Wartung in der Smart Factory der Zukunft effizienter – Industrie 4.0 und Digitalisierung sei Dank. Einen wesentlichen Anteil daran hat dabei die vorausschauende Wartung. Durch sie werden Sensordaten in Prozessen erfasst und ausgewertet, woraus sich Rückschlüsse auf den tatsächlichen Verschleiß von Bauteilen ziehen lassen. Das kann auch bei Verbindungssystemen wie Leitungen oder Steckverbindern von Vorteil sein. Denn einerseits können Leitungen oft viele Jahre problemlos verwendet werden, andererseits kann eine Überwachung von Verbindungssystemen dennoch sinnvoll sein, gerade bei hochdynamischen, anspruchsvollen Anwendungen mit hohen Geschwindigkeiten und starker Torsion. Nicht zuletzt deshalb, weil sich unvorhergesehene Stillstände und Produktivitätseinbußen auf diese Weise vermeiden lassen. Im vergangenen Herbst hat Lapp den Etherline Guard vorgestellt. Das Überwachungsgerät behält in ethernetbasierten Netzwerken der Automatisierungstechnik die Lebensdauer von ausfallgefährdeten Datenleitungen stets im Blick. Das stationäre Überwachungsgerät wertet hierfür die Leistungsfähigkeit einer Datenleitung auf Basis von Daten aus, die eine Sensorik aus deren physikalischen Eigenschaften ermittelt. Die Echtzeit-Zustandsanzeige macht es dabei möglich, die Verschleißgrenze einer Leitung zu erkennen und den optimalen Austauschzeitpunkt im Voraus zu planen. Lapp empfiehlt die Überwachungslösung vor allem für Datenleitungen gemäß Übertragungsstandard 100BASE-TX nach IEEE 802.3, aber auch für EtherCAT-, EtherNET/IP- und 2paarige Profinet-Anwendungen, wie zum Beispiel der Etherline Torsion Cat. 5 oder der Etherline PN Cat. 5 FD. Diese Leitungen sind häufig Teil von Schleppketten oder torsionsbehafteten Kabelführungen, wie sie in Roboterarmen vorkommen.

Anwender entscheiden, wie die benötigten Statusinformationen an die übergeordnete Prozessebene übertragen werden sollen. Am Gerät selbst kann der Kabelstatus an einer der rundum sichtbaren LED via „Ampelsystem“ schnell erkannt werden: Sie leuchtet dauerhaft grün, wenn die Leitung perfekt funktioniert und sich innerhalb der Spezifikationen befindet. Meldet das Webinterface den gelben Bereich beziehungsweise blinkt die Status-LED rot, sind bereits erste Verschleißerscheinungen vorhanden und es entsteht Handlungsbedarf, also eine Prüfung und gegebenenfalls ein Austausch. Leuchtet die LED dauerhaft rot, ist das Ende der Lebensdauer erreicht – spätestens jetzt ist die Datenübertragung eingeschränkt und der Austausch damit zwingend notwendig.

Algorithmusbasierte Alarmierung Die von Lapp patentierte Predictive-Maintenance-Algorithmen erkennen, wie das Unternehmen betont, Unregelmäßigkeiten in den analysierten

Daten leicht und schnell. Die beiden digitalen Ausgänge Q1 und Q2 ermöglichen die Ausgabe des Kabelstatus als Schaltsignal oder als PWM moduliertes analoges Signal, wobei die Alarmschwelle für den Schaltausgang Q1 vom Anwender vorgegeben werden kann.

LAN- und WiFi-Variante Sowohl die LAN- als auch die WiFi-Variante können den Kabelstatus via MQTT ausgeben. So ist eine verlässliche IIoT-Kommunikation garantiert. Die Daten können ebenso per Nutzung des Accesspoints beispielsweise ganz einfach mit einem mobilen Endgerät ausgelesen werden. Weiterhin ist es möglich, sämtliche Daten über mehrere Jahre hinweg auf einer Micro-SD-Karte zu speichern. Übrigens: Einen ersten Prototyp stellte Lapp bereits in einem frühen Stadium auf der Hannover Messe im Jahr 2019 im futureLab vor. Diese Entscheidung traf Lapp ganz bewusst, um potenziellen Kunden das Produkt frühzeitig zu zeigen und ihr Feedback direkt in

Der Etherline Guard schlägt Alarm, wenn die Übertragungseigenschaften einer Leitung nachlassen und ein Ausfall drohen könnte. Die Alarmauslöseschwelle ist werkseitig auf 80 Prozent eingestellt, kann aber individuell zwischen 21 Prozent und 99 Prozent angepasst werden. Bild: Lapp

die Entwicklung miteinzubeziehen, um die Innovation näher an den Bedürfnissen des Markts zu gestalten. 2020 wurde Etherline Guard dann durch Pilotprojekte bei drei Kunden aus den Bereichen Medizintechnik, Automotive und Intralogistik sowie beim Dienstleistungs- und Logistikzentrum von Lapp in Ludwigsburg in der Praxis getestet. Das Entwicklerteam konnte auf diese Weise wichtige Erkenntnisse gewinnen, zum Beispiel in Bezug auf den Alterungsprozess von Ethernet-Leitungen. Hier stellte man fest, dass in den meisten Fällen nicht, wie ursprünglich angenommen, Drahtbrüche in Kupferleitern die Lebensdauer einer dynamisch bewegten Datenleitung einschränken. Tatsächlich erwiesen

sich Abnutzung und Veränderungen in der Isolationsschicht als Ursache für die Verschlechterung der Übertragungseigenschaften. Auch lernte Lapp durch dieses Vorgehen die Wünsche der Kunden besser kennen: Zum Beispiel präferieren viele Maschinenbauer bei IIoT-fähigen Geräten eine verdrahtete Lösung und nur wenige eine funkgebundene. Das war auch der Hintergrund für die Entscheidung, die Überwachungslösung sowohl mit als auch ohne Funkmodul anzubieten. Ebenfalls von hoher Bedeutung für Kunden waren eine einfache Bedienung bei parallel komplexer Funktionalität sowie kompakte Maße und ein günstiger Preis. www.lappkabel.de

Inbetriebnahme in Minuten Etherline Guard – gerade mal so groß wie eine Streichholzschachtel – wird mit 24 V DC betrieben. Geeignet ist das Gerät für einen Temperaturbereich von minus 40 Grad Celsius bis plus 75 Grad Celsius. Es ist gemäß DIN EN 60529 vibrations- und schockfest. Es wird zwischen die kritische Anwendung beziehungsweise die zu überwachende Leitung und die Steuerungsseite in einen Datenleitungsknoten gesteckt. Die Inbetriebnahme des Überwachungsgerätes ist laut Hersteller einfach und ohne IT-Expertenwissen möglich: Sie erfolgt mit einer automatisierten und selbstlernenden Parametrisierung („Teach-In“) in wenigen Minuten. Auch werden für die Anwendung keine fabrikneuen Datenleitungen oder Änderungen am Kabeldesign benötigt; das heißt, ein Retrofit in die bestehende Netzstruktur ist jederzeit möglich. Der Etherline Guard ist als eine kabelgebundene LAN-Variante „PM03T“ und als eine kabellose WiFi-Variante „PM02TWA“ erhältlich. Dank der zwei Varianten und eines breiten Spektrums an diversen Anschlussmöglichkeiten kann der

Wälzlagerprüfung g mit

SONAPHONE® NEU: Sensorr,, App und Webmodul e für die Wälzlagerprüfung Variabler Bandpassfilt filter von 1 kHz H bis 128 kHz kH SONAPHONE & DataSuite Bestimmung der Wiederholfrequenzen in der DataSuite Im SONAPHONE integrier ter CREST Faktor


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DRUCKLUFT TECHNIK

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Kältetrockner mit neuem Kältemittel Wie Boge des Treibhauspotenzial bei der Druckluftaufbereitung senkt Der Druckluftspezialist Boge hat die DS-2-Kältetrockner im niedrigen Leistungsbereich auf das Kältemittel R 513 A umgestellt. Dieses Kältemittel weist ein deutlich geringeres Treibhauspotenzial auf als das vorher eingesetzte Produkt – und das ohne Leistungseinschränkungen, wie die Experten von Boge betonen. Sie verweisen stolz auf das Ergebnis, nämlich eine besonders energieeffiziente Trocknerbaureihe mit – so der Hersteller – dem niedrigsten CO2-Footprint im Markt. Boge verwendet für seine Kältetrockner der Baureihe DS-2 im Leistungsbereich bis 10 Kubikmeter in der Minute nun das Kältemittel R 513 A anstelle von R 134a.

Damit konnte der Global-Warming-Potential (GWP)-Wert um rund 60 Prozent gesenkt werden und zwar von 1.430 auf 573. Dementsprechend sinkt auch das

CO2-Äquivalent, also die Wirkung der Substanz auf das Klima im Vergleich zu Kohlendioxid. Darüber hinaus benötigen die Kältetrockner von Boge, wie der Hersteller betont, weniger Kältemittel als vergleichbare Modelle anderer Hersteller, was sich ebenfalls positiv auf die Umwelt auswirkt. Ein weiterer Pluspunkt der DS-2Baureihe: Der Kältemittelkreislauf ist hermetisch geschlossen. Damit entfällt nach F-Gase-Verordnung EU 517/2014 die Prüfpflicht. Hintergrund: Die F-Gase-Verordnung soll dazu beitragen, die Emissionen des Industriesektors bis zum Jahr 2030 um 79 Prozent zu verringern. Im Fokus steht dabei die Minderung der Emissionen fluorierter Treibhausgase (F-Gase) in der EU. In einem stufenartigen Prozess („Phase-Down“) werden basierend auf dem Jahresdurchschnitt von 2009 bis 2012 die in der EU in Verkehr gebrachten fluorierten Treibhausgase als 100 Prozent festgeschrieben und schrittweise

Um den CO2-Footprint seiner Kältetrockner zu optimieren, setzt der Druckluftspezialist seit Kurzem auf ein neues Kältemittel. Bild: Boge

bis zum Jahr 2030 auf 21 Prozent reduziert. In der ersten Phase sind seit Januar 2020 Kältemittel verboten, die einen GWP-Wert größer 2.500 aufweisen. In der zweiten Phase dürfen bis 2022 keine F-Gase mit einem GWP-Wert über 750 eingesetzt werden, in der dritten Phase bis 2030 keine F-Gase mit einem GWP-Wert über 150. Da Kältetrockner in die Kategorie stationäre Kälteeinrichtungen einzuordnen sind, gelten für sie gesonderte Regelungen. So müssen die derzeit eingesetzten Kältemittel lediglich einen GWPWert unter 2.500 aufweisen. Mit der Umstellung auf R 513 A stellt Boge aber frühzeitig die Weichen

und ersetzt das alte Kältemittel noch vor der gesetzlichen Verpflichtung. Zusätzlich legt die Verordnung fest, ob und wie häufig eine Dichtigkeitsprüfung der stationären Kälteeinrichtungen zu erfolgen hat. Je nach Kategorie muss diese Prüfung vierteljährlich bis jährlich durchgeführt werden, was mit entsprechenden Kosten verbunden ist. Da die DS2-Kältetrockner aber über einen hermetisch abgeschlossenen Kältemittelkreislauf verfügen und ihr CO2-Äquivalent unter 10 t liegt, sind sie von der Prüfpflicht befreit, was wiederum die Instandhalter erfreut. www.boge.de

Aerzen Rental vermietet nun auch Druckluftkompressoren im 10-bar-Bereich Aerzen Rental, eine einhundertprozentige Tochter des Gebläseund Verdichterherstellers Aerzen, hat sein Portfolio an Mietlösungen erweitert und bietet in diesem Zusammenhang nun auch den TVS2500 zur Miete an. Der TVS2500 ist der bisher größte Druckluftkompressor, der hier angeboten wird. Er zeichnet sich laut Hersteller durch eine robuste Bauweise, effiziente Technik, einen besonders leisen Betrieb sowie eine hohe Temperaturbeständigkeit aus. Darüber hinaus erfüllt der Allrounder hohe Umweltanforderungen und leistet, wie Aerzen betont, einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Gestaltung von industriellen Prozessen.

Dank des Frequenzumrichters lassen sich die Aggregate regeln, sodass nach Entwicklerangaben immer der exakt benötigte Druck und Volumenstrom erreicht werden. Die variable Drehzahlregelung ermöglicht außerdem einen schonenden Start mit niedrigem Anlaufstrom, was unter anderem das Stromnetz beim Anfahren um den Faktor 2,5 entlastet. Ein weiteres Plus: Durch die stufenlose Regelung der Drehzahl können die Geräte laut Hersteller problemlos in bestehenden Stromnetzen verwendet und so umweltschädliche Dieselmotoren vermieden werden. Ebenfalls gut zu wissen: Zur Reduzierung der Schallemissionen wurde eine spezielle Schallhaube

entwickelt, die einen besonders leisen Betrieb verspricht. Gerben Keurentjes, Geschäftsführer von Aerzen Rental, betont: „Die neuen Druckluftkompressoren der TVS-Serie setzen neue Maßstäbe auf dem Vermietungsmarkt, auf dem der Klimawandel und die ökologischen Herausforderungen bewältigt werden müssen.“ Als Anwendungsspezialist bietet der Vermieter nach eigenen Angaben ein Rundum-sorglosPaket: Alle Maschinen sind dank Plug & Play sofort einsatzbereit, das passende Zubehör wie Stromverteiler, Kabel, Verrohrung, Kühler, Trockner und Kondensatabscheider wird mitgeliefert. www.aerzen.com

Auf Wunsch kann die komplette Mietanlage auch schlüsselfertig übergeben werden – und das 24/7. Bild: Aerzen


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ANTRIEBS- & STEUERUNGSTECHNIK

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So klein, so leicht, so leistungsfähig Warum Rodriguez quer über sein Sortiment hinweg Miniaturausführungen hat Möglichst wenig Bauraum und Gewicht – diese Vorgabe kannte man lange Zeit vor allem aus der Robotik und der Halbleitertechnik. Inzwischen gibt es jedoch in vielen anderen Branchen ebenfalls einen Trend zur Miniaturisierung. Extrem klein und leicht sollen die Produkte ausfallen, aber dennoch maximal leistungsfähig sein. Das ist nur dann möglich, wenn die verbauten Komponenten ebenfalls sehr klein und platzsparend konstruiert sind. Wer möglichst kleine Produkte konstruieren und herstellen möchte, muss auf entsprechend kompakte Komponenten zurückgreifen. Das ist leichter gesagt als getan, denn die Sortimente von vielen Herstellern weisen im Bereich der Lineartechnik und der Präzisionslager durchaus noch Lücken auf. Manchmal gibt es zwar Lösungen, doch diese sind nicht schnell verfügbar. „Zum Beispiel gibt es im Bereich der Miniatur-Kugelgewindetriebe seit einiger Zeit Lieferengpässe“, bestätigt Jörg Schulden, Produktmanager Lineartechnik bei Rodriguez, und betont: „Das ist so zu erklären, dass sich die Anzahl der Anbieter reduziert hat, während der Bedarf an diesen Komponenten gestiegen ist.“ Rodriguez kann hingegen nach eigenen Aussagen diese begehrten Komponenten innerhalb von sechs bis acht Wochen liefern – im Vergleich zu vielen anderen Angeboten bedeutet das einen Zeitvorteil. Die MiniaturKugelgewindetriebe mit Durchmessern von 4 bis 12 Millimeter eignen sich für den Einsatz in der Halbleiterindustrie, der Optik und dem Maschinenbau. Beim genannten Hersteller sind Modelle aus herkömmlichem Stahl und Edelstahl verfügbar, geschliffene Ausführungen bis Klasse C1 sind möglich.

Kompakte Linearführungen Kugelgewindetriebe sind jedoch nicht die einzigen Produkte im Lineartechnik-Portfolio von Rodriguez, die es in kleinen Modellen gibt. Auch Profilschienenführungen sind in Miniaturausführungen erhältlich. Die einbaufertigen Lösungen eignen sich für alle Anwendungen, in denen es auf schnelles, wiederholgenaues Positionieren ankommt. Dazu zählen zum Beispiel Applikationen im Reinraum sowie in der Halbleiter- und Medizintechnik. Der Hersteller bietet die Miniatur-Linearführungen mit schmalen und breiten Schienen standardmäßig in Edelstahl an. Kreuzrollenführungen zeichnen sich generell durch eine kompakte Bauform aus, wobei Rodriguez auch hier die „kleinen Größen“ im Sortiment hat. Die Kreuzrollenführungen können horizontal oder vertikal eingebaut werden. Bei paralleler Anordnung von zwei Schienenpaaren können diese Linearführungen einen Linearschlitten führen. Daraus ergeben sich neue Lösungsansätze vor allem für Lineartechnikanwendungen unter beengten Platzverhältnissen.

Mit einem Durchmesser von 4,8 bis 15,8 Millimetern spielen die Miniatur-Kugelrollen dieses Herstellers ebenfalls in der ganz kleinen Liga.

Miniatur-Kugelrollen Einsetzen lassen sie sich in Messinstrumenten, dem Leichtbau und in kompakten Bewegungsaufgaben, zum Beispiel in der Automatisierung der Fertigung von mechatronischen Komponenten. Auch in der Förderung von Material im Reinraumbereich und in der Miniatur-Mechanik können die Kugelrollen punkten. Rodriguez kann die Mini-Kugelrollen bei Bedarf mit einer Kunststoff-Lastkugel für markierungsfreie und leichte Anwendungen liefern; auf eine Dichtung wird hier verzichtet. Jörg Schulden betont: „Unser Sortiment umfasst mehrere Hundert verschiedene Kugelrollen-Varianten.“

ab 10 Millimeter und Außendurchmesser ab 220 Millimeter. Die Lager sind als unverzahnte, außenverzahnte und innenverzahnte Ausführungen erhältlich, wobei man zwischen Verzahnungen in Modul- oder Zahnriemenausführung wählen kann. Rodriguez stellt diese kompakten Lösungen als kundenspezifische Sonderausführungen in den eigenen Produktionsstätten her; einige Modelle sind aber auch ab Lager verfügbar.

Dünnringlager – schlanke Allrounder „Im rotativen Bereich sind Dünnringlager der absolute Klassiker, wenn jedes Gramm zählt und Miniaturisierung und Kompaktheit bei gleichzeitig großem Bohrungsdurchmesser im Fokus

Im rotativen Bereich, wenn jedes Gramm zählt und der Bauraum knapp ist, punkten Dünnringlager. Bild: Rodriguez

stehen“, so Ulrich Schroth, Geschäftsbereichsleiter Value Added Products bei Rodriguez. Er verdeutlicht: „Unsere Kaydon Dünnringlager sind schlank und leicht und somit seit jeher die erste Wahl für Anwendungen unter anderem in der Robotik, der Luft- und Raumfahrt und der Medizintechnik.“ Clever: Jede Serie der Reali-SlimDünnringlager basiert auf nur einem einzigen Querschnitt, der auch mit steigendem Bohrungsdurchmesser konstant bleibt.

Miniaturlager für eine Kamera Im Geschäftsbereich Value Added Products (VAP) entwickelt Rodriguez kundenspezifische Systemlösungen, wobei auch besonders kompakte Lösungen immer wieder nachgefragt werden. So benötigte ein Hersteller von Wärmebildkameras beispielsweise eine Linearführung mit einem extrem reibungsarmen Linearkugellager im Miniaturformat, auf dem die innere Linse aufliegt und verfährt. Das extrem kleine Lager mit gerade einmal drei Millimeter Durchmesser musste gleichzeitig eine sehr geringe Reibung aufweisen, um den Stromverbrauch für das Fokussystem der Kamera zu minimieren. Rodriguez lieferte für diese Anwendung ein korrosionsfestes Kompaktlager aus Edelstahl und Polymer, dessen niedriger Reibungskoeffizient es ermöglicht, einen kleinen Motor mit gerade einmal 300 mN Schubkraft zu verwenden. Das bedeutete nicht nur einen niedrigen Stromverbrauch, sondern ermöglichte auch kompaktere Abmessungen der Kamera.

Nutzung

Miniaturisierung auch bei Präzisionslagern Besonders kompakte Produkte finden sich natürlich auch im Sortiment der Präzisionslager, beispielsweise bei den MiniaturKugeldrehverbindungen: Möglich sind hier Innendurchmesser

Life Cycle Services

Dank dieses konstruktiven Kniffs können Vollwellen durch Hohlwellen ersetzt werden. Der Innenraum der hohlen Welle bietet Raum für Komponenten wie Luft- oder Hydraulikleitungen, elektrische Verkabelungen oder Schleifringe. Bei einer großen Zahl von Applikationen kann ein Vierpunkt-Reali-Slim-Dünnringlager sogar zwei Lager ersetzen. Das erlaubt laut Hersteller eine kompaktere Bauweise und vereinfacht die Montage. www.rodriguez.de


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FA C I L I T Y M A N A G E M E N T

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Wenn ein kleiner Splitter zum Stillstand führt Weber Tec beseitigt Rolltreppenschäden mit zertifiziertem Verfahren Rolltreppen sind aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. Doch auch diese nützlichen Alltagshelfer verschleißen und können Defekte aufweisen, welche sich negativ auf die Sicherheit und Zuverlässigkeit auswirken. Warum z. B. kleine Steinchen für Rolltreppen zu einem Problem werden können, wissen die Experten von Weber Tec. Der Hamburger Dienstleister hat sich auf die Reparatur von defekten Fahrtreppenstegen spezialisiert und mit der Reparaturmethode „Escare“ ein Verfahren entwickelt, mit dem Schäden schnell, kostengünstig und effizient behoben werden. Die Details erläutern die Geschäftsführer Wolfgang Weber und Prokurist Mike Weber. Ganz grundsätzlich bestehen Fahrtreppen aus einer Aneinanderreihung von Stufen, dem sogenannten „Stufenband“. Diese hängen in einer Kette, die wiederum von einem Elektromotor angetrieben wird. Die Stufen werden quasi gezogen und fahren permanent rund. In den Anfängen waren die Stufen sogar noch aus Holz. Derartige Rolltreppen findet man heute nur noch selten, denn im Laufe der Zeit wechselte man zu Stahlstufen und dann zu den heute gängigen Stufen aus Druckguss-Aluminium. Bei diesen wird – wie der Name schon sagt – flüssiges Material unter Druck in vorgefertigte Stufenformen gefüllt. Nach der Aushärtung ist der Stufenkörper fertig, inklusive aller Stege auf der Oberseite der Trittfläche. Herr Weber, warum und wie kommt es an den Stegen der Fahrtreppen zu Defekten? Wolfgang Weber: Die Stufen einer Fahrtreppe laufen oben und unten durch sogenannte Kammplatten, die das „Einziehen“ von Gegenständen in die Treppe verhindern sollen. Wenn nun Fremdkörper auf die Treppe gelangen – seien es Steinchen und Split aus der Schuhsohle, Kofferteile, eine Schraube oder dergleichen –, verhaken sich diese gerne in den Kammplatten. Die Treppe bleibt von so einem geringen Widerstand jedoch nicht stehen und läuft immer weiter an dem Fremdkörper vorbei. So wird in kürzester Zeit auf sämtlichen Stufen der gleiche Steg abgeschliffen. Wird die Treppe von vielen Menschen genutzt oder befindet sich im Freien, kommt es potenziell zu mehr Verunreinigungen mit Fremdkörpern und somit auch zu mehr Schäden.

Welche Defekte sind an den Stegen möglich? Wolfgang Weber: Durch das Abschleifen der Stege an Fremdkörpern verändern diese grundsätzlich ihre Form, indem sie z. B. dünner werden. Gleichzeitig ist aber in der europäischen Norm EN115 festgelegt, wie breit und hoch ein Steg mindestens sein muss. Denn ein abgeschliffener Steg kann scharf wie ein Messer sein und so ein hohes Verletzungspotenzial bieten.

dauerhaft haltbar ist. Danach werden diese Stege mit unseren zertifizierten Escare-Fillern aufgefüllt und in Form gebracht. Die Stege sind jetzt nicht nur „entschärft“, sondern entsprechen auch wieder den Anforderungen der EN115. Auf Wunsch können die reparierten Stege anschließend noch in einer vom Kunden gewählten Farbe lackiert werden, um sich dem Erscheinungsbild der restlichen Stufen anzupassen.

Ein abgeschliffener Steg kann messerscharf sein und so ein hohes Verletzungspotenzial bieten.

Unter anderem werden Fahrtreppen deswegen regelmäßig von unabhängigen Prüfinstituten wie zum Beispiel dem TÜV auf ihre Sicherheit kontrolliert. Werden solche Mängel festgestellt, werden diese protokolliert und müssen behoben werden. Wie läuft die Reparatur der Fahrtreppenstege ab? Mike Weber: Zuerst einmal müssen die beschädigten Stege gesäubert werden, um jegliche Verschmutzung zu entfernen und eine vollkommen reine Oberfläche zu erhalten. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Reparatur

Wie zeitintensiv ist die Reparatur? Mike Weber: Für eine durchschnittliche Treppe, das sind etwa 70 bis 80 Stufen, mit etwa drei defekten Stegen pro Stufe, brauchen wir mit unserem Team lediglich einen Werktag. Das ist ein sehr geringer Zeitaufwand, verglichen mit allen anderen Optionen. Welche alternativen Methoden gibt es? Wolfgang Weber: Was den zeitlichen Aufwand der Reparatur und die Ausfallzeiten für die Rolltreppen angeht, gibt es für die Betreiber nur wenig Alternativen zu

Für die Reparatur einer durchschnittlichen Treppe, mit etwa 70 bis 80 Stufen und beispielsweise drei defekten Stegen, braucht ein Team einen Werktag. Neben der enormen Zeitersparnis spricht auch die Kosteneffizienz für die Instandsetzung mit dieser Methode.

Escare. Entweder müssen die Stufen ausgetauscht oder aber aufgeschweißt werden – diese Verfahren sind sehr zeitintensiv. In beiden Fällen müssen alle Stufen aus- und wiedereingebaut werden, was für sich genommen in den meisten Fällen bereits länger dauert als die Reparatur durch uns mit Escare. Beim Aufschweißen kommen noch weitere kosten- und zeitintensive Faktoren hinzu – z. B. der An- und Abbau der Rollen, die Verpackung sowie der Hin- und Rücktransport zu einem Reparaturbetrieb und eine mitunter wochenlange Reparaturzeit. Beim Austausch der Stufen muss mit längeren Lieferzeiten gerechnet werden – wenn das überhaupt möglich ist, denn alte Stufentypen werden mitunter gar nicht mehr produziert. Ausgebaute, beschädigte Stufen können wir ebenfalls reparieren, wenn der Kunde sich diese auf Lager gelegt hat. So oder so gibt es keine schnellere Möglichkeit, defekte Stufen wieder verkehrssicher zu machen, als mit Escare. Welche Vorteile birgt Escare noch gegenüber anderen Reparaturmethoden? Wolfgang Weber: Abgesehen von der Zeitersparnis muss man ganz klar auch die Kostenersparnis sehen. Im Vergleich zum Kauf neuer Stufen spart man durch die Reparatur mit Escare durchschnittlich zwei Drittel der Kosten. Zudem kann die Reparatur theoretisch unbegrenzt oft wiederholt werden, solange der Stufenkörper noch intakt ist. Wie kann man Schäden an den Fahrtreppen verhindern? Mike Weber: Selbst wenn eine Treppe neu in Betrieb geht, könnte theoretisch schon der erste Passagier einen Stein in der Schuhsole mitbringen. Wir hatten bereits einen Kunden, der zu uns kam, weil seine frisch eingebauten Stufen durchgehend an einem Steg abgeschliffen waren. Derartige Schäden an Fahrtreppen lassen sich nicht verhindern, aber sie können mit Escare schnell, zuverlässig und kostengünstig behoben werden.

Die beschädigten Stege werden vor der Reparatur gesäubert, um jegliche Verschmutzung zu entfernen und eine reine Oberfläche zu erhalten. Danach werden die Stege mit den zertifizierten Escare-Fillern von Weber Tec aufgefüllt und in Form gebracht. Bilder: Weber Tec

Die Hamburger Experten von Weber Tec bieten ihr selbst entwickeltes Instandsetzungsver-

fahren Escare auch Partnern zur Nutzung in Lizenz an. Einer dieser Partner ist die DB Services GmbH, Regionalbereich Südwest. Ronny Ruffini ist bei DB Services tätig und wendet das Verfahren regelmäßig bei seiner Arbeit an. Herr Ruffini, wie sind Sie auf die Firma Weber Tec aufmerksam geworden? Wir haben für unsere Aufträge schon oft auf die Expertise von Weber Tec zurückgegriffen. Durch die jahrelange Zusammenarbeit bei den Reparaturen an unseren Fahrtreppen beziehungsweise Stufen kannten wir das Unternehmen also schon sehr gut und wollten die Kooperation aufgrund unserer Zufriedenheit mit den Services ausbauen. Wie ist die Zusammenarbeit zustande gekommen? Wir waren auf der Suche nach einem Verfahren zur Aufbereitung und Reparatur von Stufenstegen, das möglichst unkompliziert und wirtschaftlich sein sollte. Starke Beschädigungen an den Stufen führten immer wieder zu Ausfällen an der Anlage und konnten nur durch einen Ausbau und Austausch der Stufen behoben werden. Da dies aber umständlich und zeitintensiv ist, haben wir nach einer neuen, einfacheren und kostengünstigen Lösung gesucht – und dieses mit Weber Tec und Escare gefunden. Warum haben Sie sich dazu entschlossen, die Reparaturmethode selbst anwenden zu wollen? Als Mitarbeiter profitiert man von der Einfachheit des Verfahrens, das sich leicht umsetzen lässt und bei dem man am Ende des Tages ohne Wartezeiten und Transport wieder eine Anlage hat, die ohne Schäden an den Stufen betrieben werden kann und einwandfrei funktioniert. So hat man das Gefühl, dass man etwas geschafft hat, weil man das positive Ergebnis sofort sieht; ein schönes Gefühl für uns Servicetechniker. Übrigens: Das Erlernen der Technik geht ebenfalls zügig vonstatten. Schon nach ein paar Versuchen kann man die Arbeiten an den Fahrtreppenstufen selbstständig durchführen. www.webertec-escalator.com


Sonderteil Energie-Effizienz Februar 2022 - Ausgabe 1/22

Thermische Brunnen kühlen und wärmen besonders kosten- und ressourceneffizient. Doch die Tücke steckt oftmals im Detail. Seite 26

Die Fachleute von Kapsch Businesscom helfen mit dem digitalen Energiemanagement 4.0, verstecktem Verbrauch auf die Spur zu kommen. Bild: Kapsch Businesscom

Energiemanagement 4.0 „Unternehmen, die ihre EnergieEffizienz steigern wollen, sollten im ersten Schritt ihren aktuellen energetischen Fußabdruck messen“, erklärt Roland Ambrosch, Bereichsleiter Digital Factory bei Kapsch Businesscom. Der Schlüssel dazu sind moderne Sensoren, die EnergieLecks oder unnötige Verbräuche aufdecken. „Mithilfe von Sensortechnik erfassen wir in Fertigungsprozessen häufig den versteckten Verbrauch von beispielsweise Strom, Flüssigkeiten oder Druckluft“, so Ambrosch. Sind solche Kostentreiber im Rahmen eines „Energiemonitorings“ identifiziert, lässt sich der Verbrauch anschließend digital gesteuert an die jeweiligen Maschinen- und Auftragsdaten exakt anpassen. An dieser Stelle setzt die intelligente Produktion an: Beginnend bei den größten Energieverbrauchern werden alle Prozesse so aufeinander abgestimmt, dass nur die tatsächlich notwendigen Ressourcen eingesetzt werden. „In der Praxis erleben wir beispielsweise bei der Zerspanung oder in der Kunststoff- und Lebensmittelindustrie häufig, dass sich bei Kühlund Heizprozessen ein großer Effizienz-Hebel ansetzen lässt“, so der Experte Ambrosch. Werden nur die tatsächlich benötigten Temperaturen erreicht, lassen sich EnergieEinsparungen von bis zu 20 Prozent erzielen. Möglich machen diese Einsparungen das digitale Energiemanagement 4.0 von Kapsch Businesscom, so der Lösungsanbieter. www.kapschbusiness.com Wolff Publishing www.b-und-i.de

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Moderne Pumpentechnologie ermöglicht es, Störungen in Echtzeit zu erkennen und somit Ausfälle zu vermeiden. Bild: PesContracting

Betriebssicherheit trifft Effizienz Veraltete Pumpensysteme sind Energiefresser. Doch moderne Pumpen arbeiten nicht nur effizienter, sondern sie bieten einen weiteren Vorteil: Sie garantieren Betriebssicherheit, betonen die Experten von PesContracting. Ist nämlich ein Pumpensystem erst einmal in die Jahre gekommen, können sich abnutzungsbedingte Störanfälligkeiten und Ausfälle häufen. In der Industrie sind vielfältige Pumpen wie zum Beispiel Heizungs-, Kühlwasser und Druckerhöhungspumpen im Einsatz. Die Pumpen laufen dabei je nach Anwendung häufig sogar rund um die Uhr und das an sieben Tagen in der Woche. Das fordert seinen Tribut und führt zur Abnutzung. In der Folge bedeutet dies, dass sich abnutzungsbedingte Störanfälligkeiten häufen können, wenn ein Pumpensystem erst einmal in die Jahre gekommen ist. „Alte Pumpenanlagen verbrauchen nicht nur erheblich mehr Energie, sondern sind gleichzeitig anfälliger für Fehler. Die Wartung dieser Pumpen kann schnell ins Geld gehen“, bestätigt auch Michael Buchta, Vertriebsleiter bei PesContracting, einem Spezialdienstleister rund um das Thema Pumpen. Buchta mahnt: „Im schlimmsten Fall droht sogar der Komplettausfall.“

Bei kleineren Unternehmen kann dies unter Umständen sogar die Existenz bedrohen. „Es kommt immer wieder vor, dass Ersatzteile nur sehr schwer zu beschaffen und Lieferzeiten von bis zu vier Wochen keine Seltenheit sind. Diese Ausfallzeit zu überbrücken, ist für Unternehmen eine finanzielle Herausforderung“, weiß der Pumpenexperte Buchta. Um Kosten zu sparen, übernehmen Unternehmen die Wartung ihrer Pumpensysteme oft selbst. Das kann mitunter auch teuer werden, nämlich dann, wenn fehlendes Fachwissen zu vermeidbaren Schäden führt. Der Pumpenexperte Buchta verdeutlicht dies anhand eines Praxisbeispiels: „Bei der Bestandsanalyse der Pumpenanlage eines Industriekunden zeigten sich große Schäden durch falsche Nutzung.“ In der Folge musste die komplette Anlage erneuert werden: Der

Preis hierfür lag bei ungefähr 22.000 Euro. „Ein Austausch älterer Pumpen wäre erheblich günstiger gewesen“, betont Buchta. Um Szenarien wie diese zu vermeiden, sollten Betreiber den Status der Pumpen regelmäßig überprüfen lassen und einen Pumpentausch veralteter Modelle in Erwägung ziehen. Der Spezialdienstleister bietet hierfür nach eigenen Angaben sogar eine kostenlose Bestandsanalyse an. Dabei werden der aktuelle Pumpenbestand überprüft und mögliche Optimierungs- und Einsparpotenziale errechnet. Die Vorteile für einen Pumpentausch liegen auf der Hand: erhöhte Betriebssicherheit bei weniger Betriebskosten. Dennoch scheuen Unternehmen die Umrüstung ihres alten Pumpenbestands. Grund sind häufig die hohen Investitionskosten. Weiter auf Seite 26


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Nachhaltig heizen und klimatisieren Thermische Brunnen kühlen und wärmen kosten- und ressourceneffizient Thermische Brunnenanlagen müssen sorgfältig auf die Gegebenheiten vor Ort abgestimmt sein, damit eine einwandfreie und kosteneffiziente Funktion sichergestellt ist. Diese Systeme können beispielsweise aufgrund eines hohen Eisen- und Mangangehalts im Grundwasser leicht verstopfen. Dies war auch bei der Metallwarenfabrik Reichertshofen Karl Binder GmbH der Fall. Deshalb wandte sich das Unternehmen an die Krämer Brunnenbau & Energie GmbH. Ausgehend von einer Analyse der Wasserwerte konzipierte der Brunnenspezialist eine neue Anlage mit integrierter unterirdischer Wasseraufbereitung. Diese verhindert langfristig Eisen- und Manganablagerungen in Brunnen, Pumpen sowie Wärmetauschern und kühlt laut Anlagenentwickler zuverlässig mit einem deutlich höheren Wirkungsgrad als herkömmliche Systeme. Übrigens: Eine solche Umrüstung auf eine Grundwasserwärmepumpe kann vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit 35 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst werden. „Für unsere automatisierte Rohbauanlage mit 120 Robotern sowie in einem weiteren Ausbau unsere Werkzeugmaschinen zum Formhärten ist ein leistungsstarkes und zuverlässiges Kühlungssystem das A und O“, betont Markus Binder, Geschäftsführer der Metallwarenfabrik Binder. Er ergänzt: „Als modernes Unternehmen legen wir außerdem Wert auf eine ressourcenschonende Produktion und einen geringen CO2-Fußabdruck, weshalb uns ein niedriger Energieverbrauch bei möglichst hoher Kühlleistung besonders wichtig ist.“ Vor diesem Hintergrund entschied sich das Unternehmen für die Installation einer thermischen Brunnenanlage, die das frei verfügbare Grundwasser als nahezu unerschöpfliche Energiequelle nutzt. Die Vorteile dieses Systems liegen darin, dass es bei Verwendung von Strom aus erneuerbaren Energien CO2-neutral heizen sowie kühlen kann. Dabei weisen Wärmepumpen mit Brunnen laut Verbraucherzentrale höhere Effizienzwerte auf als solche mit Erdsonden. Noch effizienter ist das direkte Kühlen mit Grundwasser, bei dem Jahresarbeitszahlen von 20 bis 30 erreicht werden können, was diejenigen herkömmlicher Kältemaschinen deutlich übertrifft. Denn Grundwasser weist ganzjährig eine konstante Temperatur von 12 bis 13 Grad Celsius auf und stellt mit seiner hohen Wärmekapazität einen sehr effektiven Wärmeträger dar. Dem geförderten Wasser wird Wärme entweder mittels einer Was ser-Wasser-Wärmepumpe entzogen oder im Kühlfall über Wärmetauscher zugeführt, bevor es ohne weitere Behandlung zurück in den Grundwasserleiter sickert – lediglich mit leicht veränderter Temperatur. Der Grundwasserleiter rund um die Brunnen ist in beiden Fällen ein großer Energiespeicher, der sich entsprechend dem natürlichen Zustrom von Grundwasser selbst regeneriert. Zur Realisierung der neuen Kühlungslösung zog die Metallwarenfabrik Binder die Firma Krämer Brunnenbau & Energie hinzu, die sich seit rund zehn Jahren auf die Energiegewinnung mittels Grundwasser spezialisiert hat. „In der Vergangenheit verstopften bereits mehrere bestehende thermische Brunnenanlagen wegen des hohen Eisen- und Mangan-

„In der Vergangenheit verstopften bereits mehrere bestehende thermische Brunnenanlagen wegen des hohen Eisen- und Mangangehalts im lokalen Grundwasser durch Eisenablagerungen“, berichtet Pyro Krämer, Brunnenbaumeister und Gründer von Krämer Brunnenbau & Energie. „Aus diesem Grund entwickelten wir eine Lösung mit integrierter Wasseraufbereitungsanlage der Marke Fermanox, um eine langfristige Funktion zu gewährleisten.“

gehalts im lokalen Grundwasser durch Eisenablagerungen, sogenannte Verockerungen“, berichtet Pyro Krämer, Brunnenbaumeister und Gründer von Krämer Brunnenbau & Energie. „Aus diesem Grund entwickelten wir eine Lösung mit integrierter Wasseraufbereitungsanlage der Marke Fermanox, um eine langfristige Funktion zu gewährleisten“, verdeutlicht er. Dabei handelt es sich um ein System, das die gelösten Metalle Eisen und Mangan schon im Boden aus dem Grundwasser entfernt, damit sauberes Wasser direkt aus den Brunnen fördert und so Maschinen sowie Hallen des Betriebs zuverlässig und energieeffizient kühlt.

Nutzung der lokalen Ressourcen „Die erste – aber zugleich einzige – Hürde beim Bauvorhaben einer thermischen Brunnenanlage ist das örtliche Grundwasservorkommen als Porengrundwasserleiter“, erläutert Krämer. „Denn dieses ist nur auf etwa 60 Prozent der Fläche Deutschlands in ausreichendem Maß vorhanden.“ Bei dem Grundwasserleiter muss es sich um Sand- oder Kiesschichten handeln, deren Poren von Wasser durchflossen werden. Sofern die lokale Geologie über einen solchen verfügt, werden Probebohrungen vorgenommen, um einerseits die Tiefe und Fließrichtung des Grundwassers fest-

zustellen sowie andererseits dessen chemische Werte zu analysieren. Auf Basis der Ergebnisse und unter Berücksichtigung der Wünsche des Kunden konzipiert Krämer schließlich eine individuelle Lösung, die optimal auf die zur Verfügung stehenden – geologischen und finanziellen – Ressourcen sowie die Anforderungen des Betriebs zugeschnitten ist. So ist es etwa möglich, mehrere Systeme hintereinander zu installieren, die aus je einem sogenannten Saugbrunnen zur Förderung des Grundwassers und einem Schluckbrunnen zu dessen Rückführung bestehen. Eine solche Konstruktion kann beispielsweise suboptimale geologische Umstände mit einem schwachen Grundwasserleiter kompensieren oder eine Redundanz gewährleisten. Zudem können viele Kiese und Sande abhängig von der Wassermenge und -qualität sowie der Brunnentiefe zur Förderung, Filterung und zum Absickern des Grundwassers eingesetzt werden. Da die Metallwarenfabrik Binder mehrere Industrieanlagen und Produktionshallen zuverlässig kühlen möchte, entschied sie sich für ein Brunnensystem aus je zwei Förder- sowie Schluckbrunnen mit einer Tiefe von je 10 Metern, die gemeinsam eine Kühlleistung von 650 kW erzeugen. Darüber hinaus war es aufgrund des gemessenen Eisen- und Mangangehalts von 1,5 mg/l beziehungsweise 0,5 mg/l im Grundwasser erforderlich, die unterirdische Wasseraufbereitungsanlage Fermanox zu integrieren. Das Grundprinzip dieses Systems ist die Einleitung von mit Luftsauerstoff angereichertem Wasser in den Grundwasserleiter. Damit entstehen Aufbereitungszonen rund um die Förderbrunnen, an deren Rändern das im Wasser gelöste Eisen und Mangan oxidiert und an die Bodenkörner gebunden wird. Im Nahbereich der Brunnen werden auf diese Weise sehr niedrige Eisen- und Mangankonzentrationen auf Trinkwasserniveau erreicht. In der Folge bleiben Brunnen, Wärmetauscher sowie Rohrleitungen vor Verockerungen geschützt. Gleichzeitig ist das verwendete Verfahren besonders gut für die Wasseraufbereitung bei Geothermieanlagen geeignet, weil es einen geringen Energiebedarf auf-

Eine thermische Brunnenanlage besteht aus einem sogenannten Saugbrunnen zur Förderung des Grundwassers und einem Schluckbrunnen zu dessen Rückführung. Dem geförderten Wasser wird Wärme entweder mittels einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe entzogen oder im Kühlfall über Wärmetauscher zugeführt, bevor es ohne weitere Behandlung zurück in den Grundwasserleiter sickert – lediglich mit leicht veränderter Temperatur. Bilder: Krämer Brunnenbau & Energie

weist, weder Filtermaterial benötigt wird noch Abwasser oder Abfall entstehen, das Bauvolumen sehr gering ist und die Anlagen keine Wartung erfordern. „Unsere Bedingung für eine neue Brunnenanlage war, dass die Kosten nicht explodieren dürfen und sie sich schnell amortisiert“, fügt Binder hinzu. „Trotz der schlechten chemischen Werte unseres Grundwassers und der deshalb notwendigen Enteisenungs- sowie Entmanganungsanlage gelang es der Firma Krämer, unseren vorgegebenen finanziellen Rahmen einzuhalten.“ Dabei wurde das System eigens so konstruiert, dass es unter der Verwendung stärkerer Pumpen auf 900 kW und durch die Ergänzung eines dritten Brunnenpaares auch auf 1,3 MW erweitert werden kann.

Kosteneffizient und wartungsarm Während die thermische Brunnenanlage laut den Brunnenspezialisten in Bezug auf ihre Kühlleistung eine Jahresarbeitszahl von 20 bis 30 und somit einen vielfach höheren Wirkungsgrad als herkömmliche Kühlsysteme erreicht, übertrifft sie hinsichtlich ihrer Wärmeleistung mit einer Jahresarbeitszahl von vier bis fünf Erdsonden und -kollektoren.

Fortsetzung von Seite 25 Eine Problemlösung dazu verspricht der investitionsfreie und liquiditätsschonende Pumpentausch mit PesContracting. Die Projektkosten richten sich laut Dienstleister nach der nachweisbaren Senkung des Verbrauchs, sodass keine Investitionen beim Kunden anfallen. Stattdessen profitieren die Kunden laut den Pumpenspezialisten von smarter ener-

Außerdem verursacht sie im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen oder Pellets keine betriebsbedingten Verunreinigungen sowie Verrußungen, sodass der Wartungsaufwand an den Geräten drastisch reduziert wird, und spart überdies Kosten, die sonst für die Lagerung des Energieträgers anfallen. „Verrechnet man die Anfangsinvestition mit den laufenden Betriebskosten, dann macht sich die Grundwasserwärmepumpe in der Regel nach zwei bis drei, in besonders aufwendigen Fällen spätestens nach fünf Jahren bezahlt“, führt Krämer aus. Dies ist neben dem hohen Wirkungsgrad vor allem der Tatsache zu verdanken, dass ein solches Brunnensystem problemlos Jahrzehnte stabil funktioniert, ohne dabei größere Wartungskosten zu erzeugen. Von der gleichermaßen nachhaltigen wie auch kosteneffizienten Kühlung profitiert das Metallverarbeitungsunternehmen also auf lange Sicht. Binder betont abschließend: „Die relativ hohe Anfangsinvestition der Brunnenkühlung zahlt sich aber schnell aus, um in unseren Produktionsprozessen langfristig massiv CO2 einzusparen.“ www.bindernet.de www.fermanoxwasseraufbereitung.de www.krämer-brunnenbau.de

gieeffizienter Technik und maximaler Betriebssicherheit, sie schonen ihre Unternehmensliquidität und gewinnen wichtige Finanzspielräume für das Kerngeschäft. Der reduzierte Energieverbrauch hat nicht nur einen Mehrwert fürs Unternehmen, sondern auch für die Umwelt: Die Stromeinsparung führt zu weniger CO2-Emissionen. www.pesconcept.de www.pumpenaustausch.eu


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WA R T U N G S - & W E R K S TAT T B E D A R F

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Vom Hydraulikrohr direkt in die Cloud Wenn aus einer Stand-alone-Maschine ein vernetztes Aggregat wird Der Nutzen der Digitalisierung und Vernetzung der industriellen Produktion ist vielfältig – auch bei der Montage von hydraulischen Rohrleitungen. Das Praxisbeispiel zeigt: Die Anbindung von Rohrumformmaschinen an unternehmensübergreifende Kommunikationsnetzwerke bringt nicht nur dem Anwender, sondern auch dessen Kunden echte Vorteile.

Dokumentation und Optimierung Dem Anwender bietet die Kommunikationsfähigkeit der Maschine zusätzliche Vorteile. So dokumentiert die SFO-F detailliert die durchgeführten Montagevorgänge und macht sie

Das Beispiel zeigt nicht nur den Nutzen, sondern – aus Anwendersicht – auch die einfache Umsetzbarkeit von IoT- oder Industrie 4.0-Projekten. Es handelt sich nicht um ein firmenweites Datennetzwerk, das zu errichten ist und gepflegt werden muss, sondern „nur“ um eine Verbindung auf Maschinenebene zwischen dem Anwender und dem Hersteller über eine sichere, vom Hersteller bereitgestellte Cloud. Für den Anwender ist die Nutzung dieser „kleinen“ IoT-Lösung mit keinem Aufwand verbunden, die Vorteile aber sind vielfältig, wie der Lösungsanbieter betont.

Neue Geschäftsmodelle

AL T.

Ein Beispiel zeigt die Nutzungsmöglichkeiten dieser Daten auf: Wenn die Parameter beispielsweise zeigen, dass sich die Montagedrücke bei einem bestimmten Vorgang immer an der Grenze zu einem definierten und hinterlegten Schwellenwert befinden, kann man gezielt gegensteuern und damit die Qualität des Umformprozesses auf hohem Niveau halten. Und wenn die Maschine eine Fehlfunktion aufweisen sollte, lässt sich die Ursache schnell ermitteln, denn alle relevanten Daten sowohl für die Maschine als auch für die einzelnen Werkzeuge sind transparent. So kann der Anwender Stillstandzeiten der Maschine verringern

beziehungsweise verhindern. Möglich werden all diese Funktionen auf der Hardwareseite durch ein in die Maschine integriertes Kommunikationsmodul mit SIM-Karte. Wichtiger ist aber, dass der Datenaustausch über eine Stauff-eigene Cloud erfolgt, die eine in beide Richtungen verschlüsselte Kommunikation sicherstellt. Die Daten sind dadurch vor Fremdzugriff, Missbrauch und Manipulation geschützt. So wird die Umformmaschine mit dem „Internet der Dinge“ vernetzt. Clever: Vorhandene Maschinen können ohne großen Aufwand mit diesem Modul nachgerüstet werden. Eine ähnliche Technologie hat Stauff übrigens auch für die SchneidringmontageMaschinen der Serie SPR-PRC entwickelt.

OPTI M

Die Digitalisierung in diesem Bereich geht einher mit zahlreichen Vorteilen: So mussten bislang Software-Updates entweder online nach Absprache mit dem Anwender (der dafür eine Netzwerkverbindung herstellen musste) oder vor Ort per Laptop aufgespielt werden. Nun funktioniert das „on air“. Der Stauff-Service muss dazu nur einen Zeitpunkt abstimmen, an dem die Maschine online und nicht im Einsatz ist. Auf dieselbe einfache Art kann

Stauff auch neue Parametersätze übermitteln, wenn der Anwender zum Beispiel neue Werkstoffe oder Rohrdurchmesser bearbeitet. Wenn diese Parameter nicht vom Standard der Maschine abgedeckt werden, ermitteln Spezialisten im Technologiezentrum von Stauff die passenden Werte und senden diese direkt an die Maschine.

Per Cloud eingebunden

Mit der neuesten Generation der SFO-F-Umformmaschinen wurde aus der Stand-aloneMaschine ein vernetzungsfähiges Aggregat, das eine grundsätzliche Neuorganisation des Prozesses „Umformung von Rohrenden“ ermöglicht. Bilder: Stauff

. LÄ U F

Updates „on air“

„Die SFO-F dokumentiert detailliert die durchgeführten Montagevorgänge und macht sie online abrufbar. Sie lassen sich dann – wenn gewünscht oder vom Endkunden gefordert – in Papier- oder Dateiform als Nachweis für eine korrekte Montage benutzen“, erklärt Dipl.-Ing. Oliver Wagner, Elektronik-Entwicklung bei Walter Stauffenberg.

online abrufbar. Sie lassen sich dann – wenn gewünscht oder vom Endkunden gefordert – in Papier- oder Dateiform als Nachweis für eine korrekte Montage benutzen. Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus der Möglichkeit, per Onlineservice die Maschinenhistorie und -parameter einzusehen. So können die Stauff-Experten gemeinsam mit dem Anwender Daten analysieren und zum Beispiel die Einstellungen der Maschine optimieren. Auf einem „Cockpit“ werden die Parameter jedes einzelnen Umformvorgangs visualisiert, ebenso die Anzahl der Umformungen mit den Werkzeugen für die einzelnen Rohrdurchmesser (Formstutzen, Spannbacken und Innendorne).

A LL E S

Zugegeben: Eine kompakte Maschine für das Umformen von Rohrenden scheint auf den ersten Blick nicht das perfekte Beispiel für die Digitalisierung der Produktion zu sein. Die Maschine – zum Beispiel die SFO-F von Stauff – wird manuell bedient. Der Bediener wählt am Display einen Parametersatz aus, legt das Rohr ein und drückt den Startknopf. Die Maschine formt das Rohrende so um, dass eine Endkontur entsteht, die in Kombination mit dem Stauff-Formring und einem herkömmlichen Verschraubungskörper eine formschlüssige lösbare Verbindung erzeugt: das Stauff Form-System. Dennoch ist die neueste Generation der SFO-F-Umformmaschinen sogar ein Musterbeispiel für Digitalisierung und Industrie 4.0. Aus einer Stand alone-Maschine wurde nämlich ein vernetzungsfähiges Aggregat, das eine grundsätzliche Neuorganisation des Prozesses „Umformung von Rohrenden“ ermöglicht.

Es ist typisch für Industrie 4.0Lösungen, dass sie nicht nur technischen Nutzen bieten, sondern auch die Voraussetzung für die Erschließung neuer Geschäftsmodelle schaffen. Im Falle der Maschinen für die Rohrumformung und die Schneidringmontage lautet dieses denkbare Geschäftsmodell „Pay per use“. Der Dienstleister für Service und Verrohrung muss beispielsweise nicht vorab in eine Maschine investieren und somit Kapital binden, um hochwertige Rohrverbindungen zu erzeugen. Die Maschine erfasst die Umformvorgänge, die dann zum Beispiel projekt- oder monatsweise mit Stauff abgerechnet werden. Nicht zu unterschätzen ist ein weiterer Vorteil: Über die gemeinsam genutzte Cloud hat der Maschinenanwender kontinuierlichen Zugriff auf die Expertise der Stauff-Techniker. So können anspruchsvollere Projekte wie die Ermittlung von Umformparametern von neuen Werkstoffen viel einfacher abgearbeitet werden. Autor: Dipl.-Ing. Oliver Wagner, Elektronik-Entwicklung, Walter Stauffenberg maintenance Dortmund 2022 Stand A01-4 www.stauff.com

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Produktivität und Arbeitssicherheit erhöhen Systemlösungen und mehr – für effiziente Instandhaltungsmaßnahmen Ob bei Inspektion, Instandhaltung und Sanierung oder bei Neubau beziehungsweise Teilneubau neuer Anlagen – die Themen Sicherheit und Effizienz zur Erhöhung der Produktivität sind in der Industrie zentral –, auch beim Thema Gerüst- und Höhenzugang. Auf der diesjährigen maintenance in Dortmund stellt Layher sein Angebot für den industriellen Einsatz vor – von sicheren Gerüstsystemen und Steigtechnikprodukten über den Prozess Layher SIM für die komplette Projektbegleitung auf digitaler Ebene bis hin zum Layher-Netzwerk mit spezialisierten Partnerfirmen vor Ort. Beispiel: Gerüstprojekte. Damit diese in der Industrie effizient umgesetzt werden können, bietet Layher ein Angebot, das mit den Faktoren Produkt, Planung und Ausführung alle Facetten des Gerüstbaus berücksichtigt.

Produkt, Planung und Ausführung Zugleich steht mit dem integrierten Layher Allroundgerüst eine nach Herstellerangaben wirtschaftliche, vielseitige und zu-

gleich sichere Systemlösung zur Verfügung. Wenige und leichte Einzelteile, die eingängige Aufbaufolge und die selbstsichernde Keilschlossverbindung Autolock sorgen nach Aussagen der Konstrukteure für eine schnelle und sichere Montage, verschiedene Standardlängen und passende Ergänzungsbauteile – statisch und maßlich integriert – für eine hohe Flexibilität. Für Verkehrswege, kurzzeitiges Arbeiten in der Höhe oder Zugänge in der Fertigung beziehungsweise Logistik bietet das Unternehmen darüber hinaus ein umfassendes Angebot an Steigtechnik-Produkten: Dazu gehören sowohl Stufen- und Plattformleitern aus Aluminium als trittsichere Verkehrswege oder für zeitlich begrenzte Arbeiten als auch Fahrgerüste für sichere und zugleich mobile Arbeitsplätze. Mit Treppen, Übergängen und Wartungsbühnen hat Layher

zudem für unterschiedliche Anforderungen passende Zugangslösungen im Programm. Digitale Prozesse haben mittlerweile ebenfalls einen großen Einfluss auf die Arbeitssicherheit. Eine Lösung im Gerüstbau ist hier Layher SIM, der Prozess für die komplette Projektbegleitung auf digitaler Ebene. Dieser umfasst die gerüstspezifischen Arbeitsabläufe Planung, Logistik und Ausführung.

Projektbegleitung auf digitaler Ebene Ebenfalls wichtig ist die Zusammenarbeit mit professionellen Gerüstbauunternehmen bei Aufund Abbau, denn dies kann ebenfalls die Sicherheit und Effizienz auf der Baustelle erhöhen. Layher hat diesbezüglich ein entsprechendes Partnernetzwerk an erfahrenen Gerüstbaufirmen, die

Das Layher Komplettangebot aus Systemlösungen, digitalen Prozessen im Rahmen von Layher SIM und einem dichten Partnernetzwerk kann dazu beitragen, Stillstandzeiten bei der Instandhaltung zu minimieren. Bild: Layher

nicht nur eine komplette Lösung inklusive Planung, Materialbereitstellung und fachgerechter Montage bieten, sondern mit ihrem Materialbestand neben klassischen Arbeitsgerüsten auch weitere Aufgaben für Auftraggeber in der Industrie lösen können. Das Leistungsspektrum reicht

hier von Betonier- und Bewehrungsgerüsten über Treppentürme und Überbrückungen bis hin zu Baustellenschutz – beispielsweise temporäre Überdachungen oder Einhausungen. maintenance Dortmund 2022 Stand B10-4 www.layher.com

XXL-Turmdrehkran für XXS-Teilchen Strabag setzt größten Turmdrehkran für den Bau einer Teilchenbeschleunigeranlage ein Strabag setzt den Potain-Turmdrehkran MDT 809 erstmals in Deutschland ein. Dieser Kran hat eine Kapazität von bis zu 40 Tonnen und 80 Meter Ausladung. Er ist damit der größte ToplessKran, der von Manitowoc gebaut wurde. Das österreichische Bauunternehmen Strabag benötigt den Riesenkran, um die Anforderungen an Kapazität und Reichweite für das Bauprojekt der FAIR-Teilchenbeschleunigeranlage in Darmstadt, Deutschland, zu erfüllen. Dort steht der Kran bereits und wird hier wohl auch noch viele Monate im Einsatz bleiben. Die 150.000 Quadratmeter große Teilchenbeschleunigeranlage FAIR in Darmstadt ist eines der weltweit größten Bauprojekte für die internationale Spitzenforschung. Herzstück des Komplexes ist ein 1.100 Meter langer Tunnel für den Teilchenbeschleuniger, der bis zu 17 Meter unter der Erde liegt. Der Tunnel wird von 25 Gebäuden und weiteren Betriebsund Versorgungsbauten umgeben sein. 600.000 Kubikmeter Beton – das ist so viel wie für acht Frankfurter Fußballstadien benötigt würden – und 65.000 Tonnen Stahl – so viel wie für neun Eiffeltürme notwendig wären – werden bis zur Fertigstellung des Projekts hier verbaut sein. Und hierfür wird der XXL-Kran Potain MDT 809 benötigt. Nach seiner erfolgreichen Markteinführung auf der Bauma im Jahr 2019 war dieser bereits auf mehreren gigantischen Baustellen in Nordamerika, AsienPazifik und Europa im Einsatz. Seit Dezember 2019 unterstützt er beispielsweise auch beim Wiederaufbau der Kathedrale Notre-Dame de Paris. Jetzt sieht auch Deutschland einen MDT 809 in Aktion: der Kran hilft beim Bau der Teilchenbeschleunigeranlage in Darmstadt, wo er neben einem MDT 259 und vielen anderen

Kranen mindestens zwei Jahre lang arbeiten wird. Das österreichische Bauunternehmen Strabag nahm den Riesenkran Ende 2020 in Empfang. Ausschlaggebend für die Wahl des MDT 809 waren, so das Unternehmen, das spitzenlose Design, die hohe Tragfähigkeit, der optimierte Transport, die schnelle und effiziente Montage, die niedrigen Betriebskosten und die sehr gute Leistung dank neuester Technologie und Manitowoc Crane Control System (CCS).

Der MDT 809 wird als Zentralkran für sämtliche Arbeiten auf der Baustelle eingesetzt und kann den 4 Kubikmeter und rund 10 Tonnen schweren großen Betonkübel bis zu 70 Meter weit bewegen. Bilder: Strabag

Zu den Details: Der MDT 809 Topless-Turmdrehkran ist in drei Traglastvarianten erhältlich: 25 Tonnen, 32 Tonnen und 40 Tonnen. Strabag entschied sich für die Variante mit 32 Tonnen, die eine maximale Last von 8,3 Tonnen an der Auslegerspitze bietet. Der Kran ist auf der FAIR-Baustelle mit 80 Meter Auslegerlänge und 67,10 Meter Hakenhöhe aufgebaut. Die Montage auf Fundamentfüßen dauerte für Masten und Oberteil nur einen Tag. Dies war dank der von Strabag geleisteten Vorarbeiten möglich, wie zum Beispiel die Vorbereitung der 15 Meter langen Turmsegmente und die Montage des Auslegers in 15-Meter-Abschnitten. „Als ich den Potain MDT 809 auf der Bauma 2019 zum ersten Mal gesehen habe, war mir sofort klar, dass es sich um ein ausgezeichnetes Krankonzept handelt. Für mich war dies die einzige wirkliche krantechnische Innovation auf der Messe“, betont Turmdrehkran-Experte Thomas Kühner, der seit 2006 für die Strabag BMTI arbeitet. Er ergänzt: „Circa ein Jahr nach der Bauma kam dann das FAIRProjekt, bei dem wir eine Hubkapazität von 5 Tonnen auf dem gesamten Baufeld gewährleisten

Mit seiner einfachen Transportierbarkeit und dem simplen Aufbauprozess, der Logistik- und Mobilisierungskosten reduziert, erfüllt der MDT 809 die Erwartungen von Strabag vollauf. Das freut die Instandhalter: Der Kran unterstützt einen Fernzugriff auf alle Parameter des Krans. Das verbaute System liefert Echtzeitinformationen über die Nutzung und erleichtert so die vorbeugende Wartung.

müssen. Da der Kran zentral auf der Baustelle steht, muss er diese Anforderung bei voller Ausladung erfüllen. Von den am Markt verfügbaren Krantypen war der Potain MDT 809 die beste Option, was die Einfachheit und Schnelligkeit des Transports und des Auf- und Abbaus angeht.“ Letztendlich entschied sich die Firma Strabag zum Kauf eines Potain MDT 809 M32. „Eines der Hauptargumente für den MDT 809 war, dass der Ausleger nur 1,4 Meter breit und weniger als 2,5 Meter hoch ist, was einen kompakteren Transport mit weniger Containern und Lkws ermöglicht. Tatsächlich hat der MDT 809 die gleichen Transport- und Montageanforderungen wie ein 450 mt Kran. Das ist

für einen 800 mt Topless-Kran erstklassig“, betont Kühnert. Die CCS-Steuerung (Crane Control System), die bereits bei allen Potain MDT-Topless-Modellen beliebt ist, kommt auch bei diesem Modell zum Einsatz. Sie bietet ein noch besseres Fahrerlebnis, das die erforderliche Effizienz auf Baustellen dieser Größenordnung gewährleistet. Zusammen mit CCS sorgt die Crane-Star-Diag-Funktionalität für eine Optimierung der Betriebszeit. Crane-Star-Diag ermöglicht nämlich laut Anbieter einen Fernzugriff auf alle Parameter des Krans, indem es Echtzeitinformationen über die Nutzung des Krans liefert und so die vorbeugende Wartung erleichtert. www.manitowoc.com/de


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Weil Sicherheit hier entscheidend ist Wenn Schlagschrauber und Bohrmaschinen mit ATEX-Zertifikat punkten Arbeitgeber müssen für Tätigkeiten in explosionsgefährdeten Umgebungen Werkzeuge und Betriebsmittel zur Verfügung stellen, die speziell für den Einsatz in solchen Bereichen konzipiert sind. Darauf macht der Werkzeughersteller Chicago Pneumatic aufmerksam. Zu erkennen sei dies – zum Beispiel im Fall von Handwerkzeugen – in Europa am ATEX-Zertifikat des Geräts. „Nur wer sich der Gefahren bewusst ist, kann eine sichere Arbeitsumgebung gewährleisten“, weiß Volker Wiens, Geschäftsführer für die Marke Chicago Pneumatic in Maintal. Im Falle von explosionsgefährdeten Umgebungen bedeute das etwa, dass Betriebsleiter oder Arbeitsschutzbeauftragte diese in Zonen klassifizieren (siehe Kasten) und eine Risikobeurteilung durchführen müssten. „Anhand dieser Klassifizierungen können dann Betriebsmittel und Werkzeugtypen festgelegt werden, die in den jeweiligen Bereichen sicher funktionieren und dafür auch zertifiziert sind“, ergänzt er. Einen guten Leitfaden zur Festlegung der verschiedenen explosionsgefährdeten Zonen bietet die ATEX-Betriebsrichtlinie. ATEX steht für den französischen Begriff „ATmosphère EXplosible“ (explosionsgefährdeter Bereich). Die dort definierte Zoneneinteilung richtet sich nach der Häufigkeit und Dauer, mit der explosionsgefährliche Stäube oder Gase in der jeweiligen Umgebung auftreten. Das ATEX-Kürzel wird häufig als Bezeichnung für zwei europäische Richtlinien verwendet, die das Inverkehrbringen sowie den Einsatz von Betriebsmitteln in explosionsgefährdeten Umgebungen regeln: die ATEX-Richtlinien 2014/34/EU und 1999/92/EG. Die ATEX-Richtlinie 2014/34/EU – auch „ATEX 114“ oder „ATEX-Produktrichtlinie“ – beschreibt die Anforderungen und Zertifizierungsverfahren für Betriebsmittel, die in explosionsgefährdeten Umgebungen eingesetzt werden. Darin heißt es, dass nur solche Geräte für die Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen in Verkehr gebracht werden dürfen, die dieser ATEX-Produktrichtlinie entsprechen. Hersteller sind damit für die Sicherheit ihrer Geräte verantwortlich, sofern diese gemäß den Spezifikationen in bestimmten Bereichen verwendet werden. Und sie müssen die Geräte entsprechend zertifizieren lassen. Die ATEX-Richtlinie 1999/92/EG, alias „ATEX 137“ oder ATEX-Betriebsrichtlinie, definiert Mindestanforderungen für die Sicherheit von Beschäftigten, die in explosionsgefährdeten Umgebungen arbeiten. Die Richtlinie gibt Arbeitgebern einen Leitfaden, um in ihren Betrieben die unterschiedliche Gefährdung anhand von bestimmten Zonen festzulegen. Und sie erklärt, wie für die verschiedenen explosionsgefährdeten Umgebungen geeignete

Die ATEX-zertifizierten Bohrmaschinen eignen sich für die industrielle Wartung und Instandhaltung in explosionsgefährdeten Umgebungen. Die CP1117P26 ATEX im Bild leistet 750 Watt und hat ein 3/8-Zoll-Bohrfutter.

Betriebsmittel ausgewählt werden können. Die ATEX-Richtlinien gelten nur in der EU. Doch gibt es in anderen Regionen der Welt ähnliche Richtlinien – in Nordamerika zum Beispiel den „National Electric Code“ NEC, das ist die US-Richtlinie für elektrische Sicherheit.

Werkzeuge mit ATEXZertifikat Auch die in der Schweiz ansässige IEC (International Electrotechnical Commission, ein Normungsgremium für Elektrotechnik) erarbeitet regelmäßig Normen und Richtlinien, die weltweit als

Referenzen für neue Standards herangezogen werden. Für potenziell gefährliche Anwendungen wie Wartungs- und Reparaturarbeiten in Raffinerien und Offshoreanlagen, der chemischen Industrie oder dem Bergbau stellt Chicago Pneumatic Werkzeuge mit ATEX-Zertifikat zur Verfügung. Dazu zählen diverse DruckluftSchlagschrauber für Montageund Demontagearbeiten mit Lösemomenten bis maximal 1.750 Newtonmeter (Nm) sowie die Druckluft-Bohrmaschinen der Baureihen CP1114 und CP1117. Diese eignen sich zum Bohren, Gewindeschneiden und Reiben und sind für die ATEX-Zertifizierungsstufen EX II 2 G sowie Ex h IIB T6 Gb X ausgelegt. Das heißt, die pneumatischen Bohrmaschinen dürfen in der ATEXZone 2 (bei Gasen) und 22 (bei Staub) eingesetzt werden. Vor allem zwei Ausstattungsmerkmale ermöglichen dies: Erstens verfügt die gesamte Palette über einen speziellen Bohrfutterschutz, der auch bei voller Leistung und Geschwindigkeit Mitarbeiter und Bauteile vor Funkenflug schützt. Durch den Schutz kann das rotierende Spannfutter mit keinen anderen Teilen in Kontakt

Klassifizierung der ATEX-Bereiche in „Zonen“ Bezüglich explosiver Gase werden Arbeitsumgebungen in drei Zonen klassifiziert: Zone 0: Bereiche, in denen explosive Gase permanent (= für lange Zeit) oder häufig auftreten. Zone 1: Bereiche, in denen explosive Gase auftreten können. Zone 2: Bereiche, in denen in der Regel keine gefährlichen Gase auftreten – oder wenn, dann nur für kurze Zeit. Für die Arbeit im Umfeld von explosionsfähigem Staub definiert die ATEX-Richtlinie ebenfalls drei Zonen: Zone 20: Bereiche, in denen explosionsfähiger Staub permanent (= für lange Zeit) oder häufig auftritt. Zone 21: Bereiche, in denen sich explosionsfähige Staubwolken bei normalen Aktivitäten gelegentlich bilden oder bilden können. Zone 22: Bereiche, in denen explosionsfähiger Staub nur unwahrscheinlich oder nur für kurze Zeit auftritt.

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Wer an seinem Arbeitsplatz mit explosiven Gasen, Dämpfen oder Stäuben zu tun hat, muss sich vor der Explosionsgefahr schützen und geschützt werden. Denn Funken, die zuweilen von elektrischen Geräten ausgehen oder die bei der Arbeit mit Metall entstehen, können verheerende Folgen haben. Explosionsgefahr besteht häufig zum Beispiel auf Offshoreplattformen, in Minen oder in petrochemischen Anlagen. Doch auch in Farben- und Lackfabriken, Mühlen, der Lebensmittelindustrie oder der Kosmetikherstellung treten zum Teil explosive Stäube und Gase auf. Bilder: Chicago Pneumatic

kommen. Zweitens verhindern bronzene Abluft-Schalldämpfer, dass Funken und Staub in das

Werkzeug gelangen oder es verlassen. www.cp.com

Ein solcher Kälteschock verpasst Rost den Rest Der Schock-Rostlöser Rasant von Caramba arbeitet mit dem Kälteschockprinzip und ist zudem säure- und silikonfrei. Die spezielle Zusammensetzung der Wirkstoffe dieses Rostlösers erzeugt auf dem korrodierten Werkstück einen „Kälteschock“ von bis zu minus 35 Grad Celsius. In die durch die Kälteschrumpfung geschaffenen mikrofeinen Risse dringt das Spray durch seine hohe Kapillarwirkung nach Herstellerangaben schnell und tief ein. Spezielle Additive sorgen dafür, dass Rostkristalle und

Feuchtigkeit unterwandert und die Verbindung zwischen den Rostschichten aufgehoben wird. Die gleitaktiven PTFE-Partikel sorgen laut Produktentwickler für eine bestmögliche Schmierung der Verbindung und erleichtern so den Rostlöseprozess. Der Schock-Rostlöser löst nicht nur Rost, sondern beseitigt auch Schmutzkrusten, Ölrückstände, Verharzungen und Klebstoffreste von Metallteilen. Die Anwendung ist einfach: aufsprühen und kurz einwirken lassen. www.caramba.eu

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ARBEITSSICHERHEIT

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Trugschluss, Kurzschluss, Betriebsschluss Gesetzliche Pflicht zur DGUV-3-Prüfung ist weitreichender als viele denken Versäumnisse gegen die gesetzliche Pflicht zu Prüfung elektrischer Betriebsmittel (DGUV-3Prüfung) kommen Unternehmen teuer zu stehen. Dabei ist diese Pflicht zur Prüfung weitreichender als viele denken. Zudem gilt: Unwissenheit schützt nicht vor Strafe, selbst wenn sie weit verbreitet ist, wie Beispiele aus der Praxis zeigen. Alle drei bis 24 Monate müssen sowohl „ortsfeste“ als auch „bewegliche“ elektrische Betriebsmittel auf ihre Tauglichkeit überprüft werden. Wichtigste Hilfsmittel sind Messgeräte. Zum Tagespreis von 1.963,49 Euro (Stand 25. Januar 2022) gibt es im Versandhandel das Modell X für verschiedene Prüfungen gemäß VDE 0701-0702, VDE 0751-1 und DGUV. Günstig. Und es gibt viele weitere solcher Angebote im Internet. Die Produktblätter versprechen „einfachste Handhabung und Nutzung durch EUP´s“. So lautet das Kürzel für elektrotechnisch „unterwiesene“ Personen. Allerdings fehlt oft der Hinweis, dass laut der Durchführungsanweisungen zur DGUV-Vorschrift3 EUPs nur unter der Leitung und Aufsicht von Elektrofachkräften eingesetzt werden dürfen. Zudem gibt es seit 2021 die VDE 0701-0702 gar nicht mehr und aus der Einzelnorm VDI 0701, in der die Prüfanforderungen nach erfolgten Reparaturen geregelt sind, ist die „elektrotechnisch unterwiesene Person“ sogar ganz gestrichen worden. „Es kommt vor, dass Hausmeister oder sonstige Berufsfremde, Laien jedenfalls, auf zweitägige Seminare geschickt werden, damit sie anschließend eigenverantwortlich DGUV-Prüfungen durchführen können“, weiß Marc-A. Eickholz, Geschäftsleiter der Niederberger Gruppe, eines technischen und infrastrukturellen Industriedienstleisters.

Fachliche Qualifikation der Elektrofachkraft Wie so häufig bei komplexen Regelwerken bestehe Unwissenheit in Details. Dies sei vor allem bei kleineren Unternehmen der Fall, in denen das operative Tagesgeschäft alle Kräfte binde. Ein anderer verbreiteter Irrtum ist, dass die Qualifikation des Prüfers von der Höhe der elektrischen Spannung abhängig ist. Falsch! Sie richtet sich ausschließlich nach der Tätigkeit.

Ebenso strikt geregelt ist der Turnus, in dem eine DGUV-3Prüfung stattfinden muss. Dieser ist für jedes einzelne Betriebsmittel entsprechend seiner Beschaffenheit und Nutzungsumgebung in der Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz festgelegt und strikt einzuhalten. Daran ändert auch die Pandemie nichts.

Verbindliche Fristen, trotz Corona Wie Arbeitsschutzstandards eingehalten werden, ist meistens eine Frage der Betriebsgröße, weiß Marc-A. Eickholz von der Niederberger Gruppe. „Defizite gibt es vor allem bei kleineren Unternehmen. In größeren Organisationen ist es um die Instandhaltung und den Arbeitsschutz deutlich besser bestellt“.

Die Grundlage für die fachliche Qualifikation wird im Regelfall durch den Abschluss einer der folgenden Berufsausbildungen im elektrotechnischen Tätigkeitsfeld dokumentiert (siehe auch DIN VDE 1000-10, Abschnitt 4.3): Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf zum Gesellen/zur Gesellin oder zum Facharbeiter/zur Facharbeiterin; Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker/zur staatlich geprüften Technikerin; Ausbildung zum Industriemeister/zur Industriemeisterin; Ausbildung zum Handwerksmeister/zur Handwerksmeisterin; Ausbildung zum Diplomingenieur/zur Diplomingenieurin, Bachelor oder Master. Für den Einsatz als Elektrofachkraft in einem begrenzten Teilgebiet der Elektrotechnik darf im Ausnahmefall an die Stelle der fachlichen Ausbildung eine mehrjährige Tätigkeit mit entsprechender Qualifizierung in dem betreffenden Arbeitsgebiet treten. Eine abgeschlossene Berufsausbildung (siehe Auflistung zuvor) ist somit die Basis für die Qualifikation als Elektrofachkraft nur auf dem ausgebildeten Gebiet (Quelle: DKE/VDE).

Eine Untersuchung des Instituts zur Erforschung elektrischer Unfälle zeigt, dass Stromunfälle zwar in Unternehmen aller Betriebsgrößen vorkommen, allerdings besonders häufig bei Firmen mit einer geringen Anzahl an Mitarbeitern. Bild: BG ETEM

Auch Kleingräte unterliegen der Prüfpflicht. Bilder: Godek

Den DGUV-Prüfungen haftet allerding der Ruch überbordender Bürokratie an. Dass auch für BüroComputer, Monitore oder Verlängerungskabel und sogar für Kaffeemaschinen, Wasserkocher oder Radios von Mitarbeitern Gefährdungsbeurteilungen erstellt und je nach Ergebnis Prüfungen durchgeführt werden müssen, will nicht jedem einleuchten.

„Während der Lockdowns wurden DGUV-Prüfungen vielfach ausgesetzt und die Termine um die Dauer der Schließungen nach vorn verlegt; schließlich seien die Betriebsmittel nicht benutzt worden. Kleine Ursache, große Das klingt zwar irgendwie logisch, Wirkung ist aber ein Trugschluss“, so Eickholz weiter. Doch die Vorschrift umfasst Fristüberschreitungen müssten in sämtliche Geräte, egal, ob sie der jedem Fall durch neue GefährProduktivität der Firma dienen dungsbeurteilungen begründet oder nicht. Entscheidend ist, dass werden. Nur dann sei der Betreiber sie mit einem Stecker am im Fall eines Falles auf der sicheren Stromnetz hängen. Das auf die Seite. Denn bei Verstößen gesetzlicher Bestimmungen und Normen, leichte Schulter zu nehmen, wäre allerdings ein Fehler. Defekte der sogenannten ObliegenheitsTauchsieder haben schon Gepflichten, muss im Schadenfall bäude bis auf die Grundmauern eine entsprechende Versicherung niederbrennen lassen. in der Regel nicht zahlen. Die Vorschrift enthält auch die Immerhin geht laut dem GesamtEmpfehlung, bei einer Mängelverband der Deutschen Versichequote von mehr als zwei Prozent rungswirtschaft e.V. (GDV) ein Driteine Verkürzung der Prüffristen ins tel der Feuerschäden im gewerbAuge zu fassen. Diese Grenze ist lichen Bereich auf elektrische Deoftmals schnell erreicht. fekte zurück. „Sachversicherer haben in ihren Vertragsbedingungen „Eine Empfehlung ist keine veroftmals sogar kürzere Prüffristen, bindliche Regel. Allerdings sollte als die DGUV-Vorschrift-3 vorgibt. dokumentiert werden, um welche Geräte- und Fehlerarten es sich Im Schadenfall gibt es dann Prohandelt, um bei Häufungen den bleme bei der Regulierung“, warnt Ursachen auf die Spur zu kommen“, Thomas Lucks, Sprecher der BG verdeutlicht Eickholz. Bau. Produktionsmaschinen und Anlagen sind meistens gut gewartet Hohe Bußgelder und geprüft. Schon das Risiko drohen hoher Ausfall- und Reparaturkosten bewahrt vor Leichtsinn. Für die Gefährdungsbeurteilungen Anders sieht es häufig bei transund die Organisation der portablen Geräten wie Bohr- und Prüfungen ist gewöhnlich der BeSchleifmaschinen, Schweißgeräauftragte für Arbeitssicherheit zuten oder Sägen aus. Heißlaufende ständig. Dafür geradestehen muss Antriebe, lose Kabel oder beder Unternehmer oder Geschäftsschäftigte Netzstecker zeugen von führer persönlich. Die Berufshoher Beanspruchung – und zugenossenschaften überwachen gleich von nachlässiger Kontrolle. die betriebliche Praxis. Stromunfälle werden laut der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse häufig auch dadurch begünstigt, dass Geräte von verschiedenen Personen eingesetzt würden. Hinsichtlich der Schadenmeldungen verlasse sich in dem Fall dann gern der eine auf den anderen. Experte Eickholz dazu: „Wenn sämtliche Geräte katalogisiert und mit einem Barcode eindeutig identifizierter gemacht werden, kann man sie zumindest bei den Bild: BG ETEM Prüfungen nicht übersehen.“

In der Regel hat der Unternehmer vier bis fünf Wochen Zeit, um eine versäumte Prüfung nachzuholen. Es kann aber auch direkt ein Bußgeld verhängt werden – bis in einen hohen vierstelligen Bereich. Für einen fortgesetzten Betrieb elektrotechnisch unsicherer Geräte und Anlagen sehen die Bußgeldvorschriften Strafen von bis zu 25.000 Euro vor. Kommen durch grobe Fahrlässigkeit Personen zu Schaden, wird der Unternehmer für die gesamten Kosten – von der Versorgung des Verletzten bis zu den Reha-Maßnahmen – in Regress genommen

Die Elektrosicherheit ist ein Dauerthema, wie dieses historische Plakat der Berufsgenossenschaft zeigt.

und womöglich strafrechtlich verfolgt. Um auf der sicheren Seite zu sein, beauftragen Unternehmen zunehmend externe Prüfdienstleister. Dies befreit sie aber nicht von der Betreiberhaftung. „Es ist ratsam, sich vom Dienstleister eine schriftliche Erklärung aushändigen zu lassen, dass seine Mitarbeiter über die erforderliche Befähigung verfügen. Das Datum der letzten Schulung sollte ebenfalls vermerkt sein“, so Eickholz abschließend. Manfred Godek Fachautor


ZULIEFERTEILE

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Recycler setzt auf modulare Stromverteilung Robuste, funktionale und modulare Schaltanlagen punkten im anspruchsvollen Umfeld Die Accurec-Recycling GmbH wurde im Jahr 1995 gegründet. Das Unternehmen aus Krefeld ist Experte auf dem Gebiet des Batterierecyclings und setzt dabei auf neue Technologien und maximale Rohstoffgewinnung bei minimalem Energie- und Materialeinsatz. Zur Stromversorgung der elektrischen Öfen sowie der Steckdosenverteiler innerhalb der Betriebshalle setzt die Firma bereits seit Jahren auf GTi-Anlagen von Spelsberg. Im Zuge einer technischen Erweiterung von 630 A auf 1.250 A entschieden sich die Verantwortlichen für den Aufbau eines komplett neuen Verteilers – und hatten entsprechend hohe Anforderungen. Aufgrund des Einsatzgebiets legten die Verantwortlichen des Recyclingbetriebs Wert auf eine besonders robuste Ausführung der Schaltanlage mit Schutzart IP 65 (staubdicht, vollständiger Schutz gegen Berührung und ist gegen Strahlwasser aus jedem beliebigen Winkel geschützt) und IK 08. Der IK-Stoßfestigkeitsgrad (auch IK-Code, IK-Kennzeichnung, IK-

Schutzart) bezeichnet dabei ein Maß für die Widerstandsfähigkeit bei Schlag- und Stoßbeanspruchung von Bauteilen. IK 08 bedeutet in diesem Zusammenhang, dass eine Schlagenergie von 5 Joule – das entspricht einer Fallhöhe von 28 Zentimetern bei einem Gewicht von 250 Gramm – zu keinen Beschädigungen führen darf.

Eine technische Erweiterung von 630 A auf 1.250 A war der Anlass, neue und den individuellen Ansprüchen entsprechende Anlagen aufzubauen. Bilder: Günther Spelsberg

Keine Chance für Keime Neues Verschraubungssystem für Hygienebereiche Kipp bietet ein neues Verschraubungssystem für Bereiche an, in denen Hygiene besonders wichtig ist. Die totraumfreie Lösung ist für eine einfache Reinigung konzipiert. Das Verschraubungssystem zeichnet sich durch fließende Radien und Übergänge aus. Es ist frei von Riefen, Graten oder unebenen Kopfauflagen. Innenradien von weniger als 3 Millimetern und ein Mittenrauwert von weniger als 0,8 µm sorgen für eine leichte Reinigbarkeit. Keime haben so keine Chance. Die komplette Lösung ist eine Eigenentwicklung von Kipp. Das einheitliche Design der Schrauben und Hutmuttern gewährleistet laut Hersteller nicht nur hohe

Um häufige Reinigungsvorgänge zu ermöglichen, ist das Verschraubungssystem beständig gegenüber Reinigungsmedien mit einem pH-Wert zwischen pH 4 bis pH 14 sowie starken Laugen (z. B. 50 Prozent NaOH). Die Richtlinien nach EU10/2011 sowie FDA CFR21 werden erfüllt. Bild: Kipp

Funktionalität, sondern auch optische Kohärenz; für die Kugelkopfformen liegt ein Designschutz vor. Der Dichtring aus dem Thermoplast-Werkstoff POM ist auf die Schraube beziehungsweise Mutter vormontiert, kann aber separat bestellt und ausgetauscht werden. Er ist in Ultramarinblau (RAL5002) ausgeführt; die branchenübliche Farbe zur Identifizierung von Fremdkörpern in Lebensmitteln. Dank seiner reinigungsoptimierten Geometrie, der guten Hydrolysebeständigkeit sowie des erweiterten Temperaturbereichs von minus 20 Grad Celsius bis plus 100 Grad Celsius entspricht er den Anforderungen des Hygienic Design. Schraube und Mutter sind aus Edelstahl 1.4404 gefertigt und in den Größen M4 bis M16 erhältlich. Es kann zwischen einer unpolierten und polierten Ausführung gewählt werden. www.kippwerk.de

Außerdem sollten zukünftige Erweiterungen oder Änderungen unkompliziert durchführbar sein. Die GTi-ISO-Schaltanlagen von Günther Spelsberg werden nach eigenen Angaben diesen Anforderungen gerecht, denn die Produkte sind vielseitig sowie flexibel und verteilen elektrische Energie zuverlässig an die Stellen, wo sie benötigt wird. Ihre Fertigung aus Polycarbonat macht die Gehäuse außerdem zur garantiert korrosionsfreien Alternative zu Schaltschränken aus Stahlblech, die äußeren Einflüssen durch Staub und Wasser oder mechanische Beanspruchungen dauerhaft trotzt. Gleichzeitig erlauben der modulare Aufbau sowie die offenen Seiten zur problemlosen Erweiterung ohne Ausschlagen der Wände kundenspezifische Anpassungen. Besonders clever: Die Gehäuse werden zeitsparend und werkzeuglos über ein Stecksystem miteinander verbunden. Bei diesem Arbeitsschritt ist kein weiteres Verbindungsmaterial not-

Innerhalb ihrer Betriebshalle setzt Accurec-Recycling auf GTi-ISO-Schaltanlagen von Spelsberg.

wendig. So sind auch Änderungen schnell erledigt. Das SpelsbergTeam erarbeitete auf Grundlage der Kundenansprüche einen detaillierten, individuellen Plan, der sowohl die technisch geforderten Anschlussbedingungen als auch Aspekte wie den Einbau eines Überspannungsschutzes sowie einen erweiterten Verteilerraum für große Leiterquerschnitte von bis zu 300 mm² berücksichtigte. www.spelsberg.de

Spezielle

Neu von Norelem: Flachkopfschrauben mit Toleranzausgleich Wenn beispielsweise schwankende Temperaturen die Abmessungen eines Bauteils verändern, Montageungenauigkeiten auftreten, Fertigungstoleranzen ausgeglichen werden müssen oder die Position der Bauteile durch dynamische Belastungen variiert, bietet der Einsatz von Flachkopfschrauben mit Toleranzausgleich entscheidende Vorteile. Bei der Flachkopfschraube mit Toleranzausgleich handelt es sich um eine Schraube zum Verbinden von zwei Bauteilen, die eine gewünschte Bewegung der Bauteile zueinander zulässt (Loslager). Damit dies funktioniert, besteht die Flachkopfschraube aus drei Bauteilen: Bolzen, Gleitlager und O-Ring. Beim Einschrauben des Bolzens in die Bohrung drückt das Gleitlager den O-Ring um ein vordefiniertes Maß zusammen. Danach sitzt das Gleitlager auf dem Kopf des Bolzens auf. Der Hub ist durch das Einbaumaß entsprechend begrenzt. So ist eine schwimmende Lagerung bei einer nahezu spielfreien Montage gewährleistet. Die schwimmende Lagerung ist dabei auf ein definiertes Maß begrenzt. Das genaue Einhalten der Toleranzen von Bauteilen in der Fertigung und aufwändige Ausrichtarbeiten entfallen. www.norelem.de

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MESSEN & EVENTS

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Februar 2022

Verschoben: Hannover Messe, Metav, Achema, Logimat und andere Das Pandemiegeschehen wirbelt die Messeplanungen für das Jahr 2022 gründlich durcheinander. So gibt es mittlerweile zahlreiche Terminverschiebungen – raus aus dem Frühjahr und hinein in den Sommer –, mit der Folge, dass nun viele Messen zeitlich (nahezu) parallel laufen. So finden beispielsweise Ende Mai die Hannover Messe, die IFAT und die Logimat statt. Zu den Details: Die Hannover Messe sollte eigentlich in der Zeit vom 12. bis 16. April 2022 stattfinden. Vor Kurzem hat die Messe-

leitung bekannt gegeben, dass die Messe verschoben wird, nämlich auf den neuen Termin 30. Mai bis zum 2. Juni 2022. Mit der Terminverschiebung reagiert die Deutsche Messe AG auf das aktuelle Pandemiegeschehen. Aufgrund der hohen Auslastung des Messegeländes in Hannover mit zahlreichen Veranstaltungen im Frühsommer muss die Weltleitmesse der Industrie in diesem Jahr auf vier Tage verkürzt werden. 2023 soll die Messe dann wieder wie gewohnt an fünf Tagen im April stattfinden.

„Wir haben im vergangenen Jahr feststellen können, dass sich während der Pandemie die Sommermonate am besten für Großveranstaltungen eignen. Da wir zum heutigen Zeitpunkt nicht davon ausgehen können, dass sich die Coronalage bis April ausreichend entspannt hat, bieten wir unseren Kunden mit der frühzeitigen Terminverschiebung die größtmögliche Planungssicherheit, um ihre Innovationen auf der weltweit wichtigsten Industriemesse zu präsentieren“, sagt Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Messe AG. Bild: Deutsche Messe AG

Die Metav, die internationale Messe für Technologien der Metallbearbeitung, wurde ebenfalls verschoben – und zwar von März auf Juni 2022. Als neuer Termin wurde vom Messeveranstalter der 21. bis 24. Juni 2022 festgelegt. Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des Veranstalters Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW), erklärt: „Die CoronaPandemie verläuft leider durch die Omikron-Variante weiterhin sehr dynamisch mit signifikant steigenden Fallzahlen. Die damit verbundene schwierige und unsichere Planungssituation hat uns dazu bewogen, die Metav 2022 in den Juni dieses Jahres zu verschieben.“ Terminverschiebungen gibt es außerdem bei der Achema, die jetzt erst für den August geplant ist. Das Weltforum für die Prozessindustrie wird aufgrund der zunehmenden Unsicherheit durch die neue Corona-Variante also nicht vom 4. bis 8. April, sondern vom 22. bis 26. August 2022 auf dem Frankfurter Messegelände stattfinden. Mit der Verschiebung um vier Monate in den Spätsommer 2022 sehen die Organisatoren die Chance, eine internationale Messe zu gestalten. „Wir wollen nach vielen Monaten digitaler Treffen den Wunsch der

Dass und wie Messen in dieser Zeit funktionieren, zeigte unter anderem die FMB 2021, zu der mehr Besucher kamen, als geplant war. Bild: Easyfairs

Aussteller und Besucher nach einer physischen Achema mit Teilnehmern aus aller Welt erfüllen“, erläutert Dr. Björn Mathes, stellvertretender Geschäftsführer der Dechema Ausstellungs-GmbH. Dafür braucht es ein umfangreiches Ausstellungsgeschehen und die Möglichkeit zum persönlichen Kontakt. Mit den Fokusthemen „Modulare und vernetzte Produktion“, „The Digital Lab“ und „Product and Process Security“ greift die Messe die Themen auf, die der Prozessindustrie unter den Nägeln brennen. Bereits im Dezember vergangenen Jahres wurde bekannt, dass die vom 8. bis 10. März 2022 in Stuttgart geplante Logimat verschoben wird. Sie soll nun vom 31. Mai. bis 2. Juni 2022 stattfinden.

Außerdem wird die Plattform Logimat.digital bis Ende Juni 2022 verlängert. Terminverschiebungen gab und gibt es auch bei vielen kleineren Veranstaltungen, nicht nur bei den internationalen Fachmessen. Die für den 16. und 17. Februar 2022 geplante Messe FMB-Süd wurde beispielsweise auf den 11. und 12. Mai 2022 verschoben. Die Notwendigkeit der Verschiebung ist umso ärgerlicher, als die FMB – Zuliefermesse Maschinenbau, die Mitte November in Bad Salzuflen stattfand, aus Sicht der Aussteller und Besucher ein voller Erfolg war. www.hannovermesse.de www.metav.de www.achema.de www.logimat-messe.de www.fmb-sued.de

18.–19. Oktober 2022 Messe Stuttgart Instandhaltung schafft und bewahrt Werte Erleben Sie industrielle Instandhaltung und Services in Ihrer ganzen Bandbreite! Auf der IN.STAND in Stuttgart finden Sie Produkte und Lösungen für Antriebe und Steuerungen, Ersatzteilmanagement und Retrofit, Automation und Regelungstechnik, Software, Predictive Maintenance sowie AR/VR und smarte Services. Dazu haben Sie neben der Fachausstellung die Gelegenheit, sich im Fachforum und in der Akademie Expertenwissen anzueignen. Guided Tours führen Sie themenspezifisch zu Anbietern.

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MESSEZEITUNG zur maintenance Dortmund 2022 30. - 31. März 2022

Maria Soloveva ist Projektleiterin der maintenance Dortmund 2022.

Herzlich willkommen zur maintenance in Dortmund Am 30. und 31. März ist es wieder so weit: Die gesamte Instandhaltungsbranche trifft sich endlich wieder persönlich auf der maintenance in Dortmund, der führenden Geschäftsplattform Deutschlands. Die Besucher dürfen sehr gespannt sein: Die Produktvielfalt, die auf sie wartet, wird so groß sein wie nie zuvor. Die maintenance wird auch in diesem Jahr alle Facetten der modernen Instandhaltung präsentieren: von Werkzeugen und Ausrüstung für die Wartung von Maschinen und Anlagen über Ersatzteile bis zu Servicedienstleistungen und Softwarelösungen für Smart Maintenance. Unter den rund 200 Ausstellern sind zahlreiche etablierte Unternehmen und Marktführer, die zum wiederholten Mal in Dortmund vertreten sind – zum Beispiel ABUS, Atos, Fluke Deutschland, GreenGate, Infor, Pirtek, SAP, SEWEurodrive, S.I.S. Süd und SKF. Ebenso beeindruckend ist die Liste der Unternehmen, die 2022 erstmals auf der maintenance vertreten sind: Alfa Laval, argvis, Bosch Cognitive Service, Hennig, Inspares, M-PT Matjeschk-PowerTools, Pilz, TÜV Saarland, Würth und viele weitere. Hinzu kommen interessante Start-upUnternehmen, die Innovationen für die industrielle Instandhaltung vorstellen werden. Besonders hervorzuheben sind die beiden Premiumpartner der maintenance: die Firmen Robur Group und Eska-Welt. Abgerundet wird das Messeerlebnis durch ein ebenfalls vielfältiges Rahmenprogramm mit diversen Vorträgen, Guided Tours und Workshops. Wir wünschen allen Ausstellern und Besuchern erfolgreiche Messetage mit aussichtsreichen Geschäftskontakten, spannenden Diskussionen und innovativen Ideen! Ihre Maria Soloveva, Projektleiterin Wolff Publishing www.b-und-i.de

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Pilz überprüft alle technischen Sicherheitseinrichtungen einer Maschine hinsichtlich Anbringung, Zustand und Funktion. Bild: Pilz, Lukasz Olek/ [Caiaimage] via Getty Images

Gefahr(en) erkannt und gebannt Berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen (BWS) wie Lichtvorhänge oder Lichtgitter erkennen einen Menschen oder ein Körperteil des Menschen bei Annäherung an eine Gefahr im Maschinenumfeld. Über eine nachfolgende Steuerung wird die Gefährdung rechtzeitig in einen sicheren Zustand geschaltet. BWS können ihrer Funktion aber nur dann entsprechen, wenn sie ordnungsgemäß montiert und installiert sind und dies auch durch eine zur Prüfung befähigte Person geprüft und dokumentiert wird. Diverse Normen und Richtlinien geben hier den Weg vor: Eine zentrale Rolle spielt dabei die EN ISO 13855, auch wenn sich diese aktuell in Revision befindet und vermutlich im Laufe des Jahres 2022 in überarbeiteter Form erscheinen wird. Aber auch die Betriebssicherheitsverordnung ist zu beachten, wenn es um die regelmäßige Kontrolle der Schutzeinrichtungen und den Erhalt der Funktionsfähigkeit geht. Um eine mögliche Gefährdung schnell genug abschalten zu können, muss die Schutzeinrichtung mit entsprechendem Abstand montiert werden. Die Ermittlung dieses Abstands (Sicherheitsabstand S) wird in der EN ISO 13855 definiert. Auch nach sorgfältiger Auslegung einer Schutzeinrichtung müssen eventuelle Umgehungsmöglichkeiten berücksichtigt werden. Ein Herüber- oder Herumreichen um das Detektionsfeld einer Schutzeinrichtung muss ausgeschlossen werden. Da das Verdecken eventueller Lücken neben dem Detektionsfeld und einem an-

grenzenden Schutzzaun nicht immer möglich ist, sind auch hier Sicherheitsabstände zwischen Mensch und Gefahrstelle einzuhalten. Die Berechnung dieser Abstände ähnelt sehr stark denjenigen Sicherheitsabständen, die für das Erreichen von Gefahrstellen durch ein Detektionsfeld hindurch gelten. Diesen wichtigen Unterschied gilt es besonders zu beachten. In der Praxis kann es zum Beispiel vorkommen, dass der Zugang zu einem Gefahrenbereich durch ein vertikal aufgestelltes Lichtgitter abgesichert wird. Dieses Lichtgitter ist aber oftmals nicht so hoch, wie eine Person greifen könnte, sondern beispielsweise in Anlehnung an ein Geländer nur 1.100 Millimeter hoch. In diesem Fall kann also eine Person knapp vor dem Lichtgitter stehen, ohne das Detektionsfeld zu unterbrechen. Weiterhin kann sie sich dabei noch vorbeugen und bei ausgestrecktem Arm mit der Hand in den Bereich hinter dem Lichtgitter eingreifen. Um in dieser Situation Gefährdungen zu vermeiden, sind Min-

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destabstände zwischen Gefahrstelle und Lichtvorhang beschrieben. Diese Mindestabstände setzen sich aus zwei Teilen zusammen: der Schreitbeziehungsweise Greifgeschwindigkeit multipliziert mit der Reaktionszeit des Systems und einem Zuschlag, der von der Höhe des Gefahrenortes und der Höhe der Schutzeinrichtung abhängt. Dieser Zuschlag kann bis zu 1.200 Millimeter betragen. Wenn Platznot herrscht, lohnt es sich, eine feste Abdeckung aller Umgehungsmöglichkeiten ins Auge zu fassen. Der Wiederanlauf einer Maschine nach Auslösen einer Schutzeinrichtung darf nicht automatisch nach Verlassen des Schutzfeldes erfolgen. Er darf nur nach Quittieren an einem Befehlsgerät außerhalb des Gefahrenbereiches und mit Sichtkontakt auf diesen möglich sein. Neben der offensichtlichen Gefahrenstellenabsicherung ist zusätzlich die Möglichkeit des Hintertretens zu berücksichtigen. Weiter auf Seite M2

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Mit der Absicherung von Zugängen zu Maschinen schützen Betreiber ihre Mitarbeiter vor gefährlichen Maschinenbewegungen. Pilz bietet dafür ein umfassendes Sensorik-Portfolio: vom Sicherheitsschalter zur Überwachung von Positionen und trennende Schutzeinrichtungen über die Flächen- und Raumüberwachung mit optischen Sensoren bis hin zum modularen Schutztürsystem mit unterschiedlichen Schutztürsensoren sowie Taster-Units und Zubehörteilen. Bild: Pilz

Fortsetzung von Seite M1 Als Hintertretschutz kann eine rein mechanische Absicherung oder eine weitere BWS in Form eines Scanners eingesetzt werden. Da BWS sensible Systeme sind, ist es besonders wichtig, dass solche Einrichtungen ordnungsgemäß montiert, installiert und in geeigneten Intervallen kontrolliert werden. Dabei ist es sinnvoll an BWS Inspektionen durchzuführen, bevor diese erstmalig in Betrieb genommen werden, nach jeder Montage an einem neuen Standort, nach Umbauten oder größeren Veränderungen, oder wenn das Gerät Bedingungen ausgesetzt ist, die Abnutzung und dadurch bedingt gefährliche Situationen verursachen können. Der Maschinenbetreiber muss

dazu eine fachkundige Person bestimmen, die folgende Entscheidungen treffen kann: Bestimmung des Inspektionsumfangs auf der Grundlage von Wissen und Erfahrung. Was muss inspiziert werden, um Schäden oder Fehler durch Abnutzung erkennen zu können? Zudem muss diese klären können, ob während der Inspektion Tests erforderlich sind, um zu prüfen, ob die Geräte sicher beziehungsweise strukturell fehlerfrei arbeiten. Auf der Grundlage der Ergebnisse wird die Inspektionshäufigkeit empfohlen. Als Komplettanbieter für die sichere Automation bietet das Automatisierungsunternehmen Pilz beispielsweise Dienstleistungen zum kompletten Lebenszyklus oder auch zu einzelnen Phasen der Maschine an. In-

spektionen von Schutzeinrichtungen, also die Durchführung wiederkehrender Prüfungen im Sinne der BetrSichV gehören auch dazu. Das Unternehmen betreibt außerdem eine unabhängige Inspektionsstelle, akkreditiert durch DAkkS (Deutsche Akkreditierungsstelle) als Inspektionsstelle Typ „C“ für Inspektionen von Schutzeinrichtungen. Damit wird die Unparteilichkeit und Objektivität (mit Qualitätsmanagementsystemen gemäß IEC 17020) im Bereich Validierung von Sicherheitseinrichtungen nachgewiesen. Christian Bittner, Senior Manager Consulting Services, Pilz maintenance Dortmund 2022 Stand A31-4 www.pilz.de

Pilz zeigt in Dortmund sichere Lösungen für maßgeschneiderte Retrofitmaßnahmen sowie umfassende Dienstleistungen für eine effiziente Instandhaltung. Die Experten erklären, wie diese – richtig eingesetzt und gewartet – Mitarbeiter bei Instandhaltungsarbeiten schützen sowie die Verfügbarkeit und Produktivität der Maschinen langfristig optimieren. Im Mittelpunkt des Messeauftritts steht die sichere Komplettlösung für das Zutritts- und Zuhaltemanagement. Sie besteht aus dem modularen Betriebsartenwahl- und Zugangsberechtigungssystem PITmode fusion, das laut Entwickler ein effizientes Zugangskontrollma-

nagement ermöglicht. Das System deckt Safety- und SecurityVorgaben gleichzeitig ab. Ebenfalls in Dortmund zu sehen ist das modulare Sicherheitsschaltgerät myPNOZ. Es überwacht die Sicherheitsfunktionen wie Not-Halt und Schutztür und lässt sich über das Onlinetool myPNOZ Creator ohne Programmierkenntnisse zusammenstellen. Das spart Zeit und Kosten bei der Implementierung. Im Rahmen des „Solution Centers“ geben die Spezialisten von Pilz darüber hinaus in einem Vortrag hilfreiche Tipps zur Inspektion von berührungslos wirkenden Schutzeinrichtungen (BWS) wie Sicherheitslichtgittern oder Sicherheitslichtschranken.

Asset Management – aber ganz neu gedacht Ultimo zeigt mit Partnern, wie Assets und Mitarbeiter verbunden werden Die Spezialisten von Ultimo zeigen gemeinsam mit ihren Partnern UReason und der ICT Group auf der Messe, wie auf Basis der EAM-Cloudplattform Ultimo Enterprise Asset Management alle Assets und Mitarbeiter miteinander verbunden sind. Dadurch lässt sich laut Anbieter die Arbeitsproduktivität verbessern, die Verfügbarkeit von Assets maximieren und die Sicherheit erhöhen. Ultimo hat sein Enterprise Asset Management (EAM) Softwarepaket mit neuen Features und Funktionen ausgestattet, die Nutzern dabei helfen sollen, den Zeitaufwand für das Management und die Berichterstattung von Instandhaltungsarbeiten zu reduzieren. So kann beispielsweise durch den jetzt verfügbaren, verbesserten Auftragsplaner der Planungsprozess deutlich verkürzt werden: Es sind nun weniger Klicks nötig, um sich täglich wiederholende Aufgaben wie das Bestätigen und Schließen von Aufträgen zu erledigen. Dank der aktualisierten Ultimo GO+ Lösung für mobiles Arbeiten können Anwender im Außeneinsatz nun genauso bequem arbeiten wie vom Büro aus. Ultimo GO+ bietet hierfür eine einfachere Navigation, einen leichteren Zugriff auf die Suchfunktion und eine erweiterte Funktion zum Scannen von QRCodes. Auch das Offline-Arbeiten ist einfacher geworden. Zudem wurde der Auftragsplaner in Bezug auf die Leserlichkeit verbessert. Das System ermöglicht nun eine noch leichtere Navigation, wodurch sich Manager problemlos einen Überblick aller aktuellen Aufträge verschaffen können. Am Messestand vertreten sind außerdem die Experten von UReason. Das Softwareunternehmen unterstützt sowohl Assetbesitzer als auch Erstausrüster (OEMs) mit Echtzeit-Zustandsüberwachung, prädiktiver und präskriptiver Wartung. Das Asset Performance Management (APM) Studio von UReason bietet die Möglichkeit, eine zustandsorientierte Instandhaltung durchzuführen, um die Zuverlässigkeit der Assets, die Sicherheit der Mitarbeiter, die

Kostenreduzierung und eine hohe Anlagenleistung zu gewährleisten. Die APM-Software nutzt dabei KI, maschinelles Lernen und IIoT, um das Beste aus allen Anlagendaten herauszuholen. Der Clou: Ultimo-Anwender können nun das APM Studio einbinden, um ihren Assets EchtzeitZustandsüberwachung und vorausschauende Wartungsfunktionen hinzuzufügen. Ebenfalls am Messestand sind die Experten der ICT Group und zwar mit HoloNXT. Hierbei handelt es sich um eine von der ICT Group entwickelte Plattform, die Onlinedaten mit der physischen Welt verbindet. So entsteht ein digitaler Zwilling mit zahlreichen Möglichkeiten, insbesondere innerhalb von Ultimo Enterprise Asset Management. So werden beispielsweise, während Instandhalter an einer

physischen Anlage tätig werden, alle wichtigen Wartungs- und Betriebsdaten über HoloNXT bereitgestellt. Dies geschieht nicht nur durch das Hinzufügen von 3DZeichnungen zur Plattform, sondern vielmehr durch die Visualisierung der Prozesse, die das Asset „zum Leben erwecken“. Durch die Visualisierung aller Informationen und Anweisungen auf einer Microsoft HoloLens (oder einem Tablet/Smartphone) wird der Fachmann unterstützt, die Arbeiten richtig auszuführen. Die gemeinsame Nutzung von Ultimo-Daten von Assets und zugehörigen Prozessen (Instandhaltung und HSE) über Standard-APIs macht es sehr einfach, die Dienste von HoloNXT direkt über die Ultimo-Plattform zu nutzen. maintenance Dortmund 2022 Stand A26-4 www.ultimo.com

Ultimo GO+ punktet unter anderem mit einem leichteren Zugriff auf die Suchfunktion und einem verbesserten Offline-Arbeiten. Bild: Ultimo


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Verantwortung im Facility Management wächst Warum Standardsoftware nicht (mehr) für die Verwaltung und Dokumentation genügt „Der Arbeitgeber hat sicherzustellen, dass überwachungsbedürftige Anlagen vor erstmaliger Inbetriebnahme und vor Wiederinbetriebnahme nach prüfpflichtigen Änderungen geprüft werden.“ So ist es in Paragraf 15 Abs. 1 der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) zu lesen. Durch diese Betreiberverantwortung tragen also die Facility Manager eine Verantwortung für ihre prüfpflichtigen Objekte. Wurden die Betreiberpflichten vertraglich übertragen, ist diese Verantwortung für den Dienstleister rechtlich bindend. In diesem Fall haftet somit der beauftragte Facility Manager für etwaige Pflichtverletzungen. Das bedeutet in der Folge: Die Auflagen und Nachweispflichten nehmen stetig zu, egal ob bei den Dienstleistern oder in den internen Abteilungen – und bringen althergebrachte Lösungen, wie zum Beispiel die Abwicklung und Dokumentation mithilfe von Officeanwendungen an ihre Grenzen. Softwaregestütztes Facility Management wird in vielen Fällen bereits mit vorhandener Software abgebildet. Exceltabellen oder ein erweitertes ERP, DMS oder GLT sollen bei der Verwaltung der betreuten Objekte helfen und geleistete Arbeiten dokumentieren. Diese Menge an Daten elektronisch zu speichern, bringt viele Vorteile mit sich. Oft sind die damit errichteten Strukturen aber zu statisch, um dynamisch auf Änderungen reagieren zu können. So passt ein bewegliches Objekt in keine geografisch sortierte Exceltabelle, während eine technische Zuordnung mit einer neuen Niederlassung obsolet wird und geografisch sortiert sinnvoller wäre. Standardsoftware wie z. B. Officeanwendungen wie Excel und Co. können zwar eine einfache Verwaltung und Dokumentation im Facility Management gewährleisten. Sie stoßen allerdings auch schnell an ihre Grenzen. „Aus der gut gedachten elektronischen Unterstützung wird dann schnell ein langsames, zähes Konstrukt, das mehr Zeit kostet, als es spart“, weiß der Softwareexperte Christian Wendler von der M.O.P GmbH. Spezialisierte Software

hingegen arbeitet mit dynamischen Strukturen. Objekte aus der Haustechnik, Gebäudetechnik, Schließanlagen, Sicherheits- und Brandschutztechnik, Außenanlagen etc. lassen sich einzeln anlegen und mit relevanten Zusatzinformationen ausstatten, z. B. zum Wartungsintervall, zu den Zertifizierungen und notwendigen Qualifizierungen, Anleitungen, Hinweisen, Betriebsdokumenten und oder Wartungsprotokollen. Aber auch feste Termine wie der Ablauf der Garantie oder die Überschreitung der Betriebszeitgrenze lassen sich erfassen. Außerdem werden diesen Objekten identifizierende Informationen mitgegeben, z. B. die geografische Zuordnung nach Gebäude und Raum oder die technische Zuordnung nach Anlage, Fahrzeug usw. Sämtliche Tätigkeiten der Facility Manager können nun als Vorgänge an den Objekten hinterlegt werden. Bei einer Prüfung wird z. B. direkt das Prüfprotokoll am Objekt hinterlegt, sodass es zu jedem späteren Zeitpunkt an genau dieser Stelle wiedergefunden werden kann. „Auf Basis dieser freien Struktur erfolgt die

nance der Mainte T.CON auf -5 4 0 H , Stand Dortmund

Sortierung bei Bedarf nach eigenen Kriterien. Die Entscheidung der Struktur kann bei der Arbeit jedes Mal individuell getroffen werden und muss nicht bereits bei der Datenanlage bedacht werden“, betont der Softwarespezialist Christian Wendler. Er verdeutlicht weiter: „Elektronisch dokumentierte Objekte und Vorgänge sind nur hilfreich, wenn ihre Zugänglichkeit gewährleistet werden kann. Werden die Daten nicht synchronisiert oder verbleiben dezentral, sind die Störfaktoren und Risiken für Facility Manager nun zwar digitalisiert, aber längst nicht verbessert.“ Deshalb verfügt eine gute Software für Facility Management über eine zentrale Ablage aller Daten. Somit greift jeder Mitarbeiter auf dieselbe Datenbasis zu und neue Objekte und Vorgänge sehen die Kollegen in Echtzeit auf ihrem Computer. Individuelle Mitarbeiterzugänge sichern dabei die Dokumentation ab: Wer hat wann was warum an welcher Anlage ausgeführt? Mit einer zentralen Datenablage sind diese Informationen revisionssicher abgelegt und die Verantwortlichkeiten im Ernstfall eindeutig zuzuweisen. „Mit einer derartigen Datengrundlage kann die Software ihre Stärken ausspielen und bei der Planung, Verwaltung und Dokumentation aller Objekte und Vorgänge im Facility Management unterstützen. So sind auch Kosten und Budgets Daten, mit denen eine gute Software Auswertungen erstellen kann. Damit lassen sich anschließend kostenintensive Bereiche ermitteln“, betont Wendler. In diesem Zusammenhang sind auch Ersatz-

Eine gute Software entlastet in der Planung sowie Dokumentation und reduziert Störfaktoren und Risiken im Facility Management. Bild: M.O.P

teile und Lagerbestände Daten, die von einer digitalen Verwaltung profitieren können. Werden alle relevanten Daten stets aktuell gehalten, ermöglichen individuelle Auswertungen eine Prozessoptimierung auf allen Ebenen. Flaschenhälse oder Auslastungsspitzen können ermittelt werden, sodass geeignete Maßnahmen zu deren Vermeidung ergriffen werden können. Eine flexible Objektstruktur ermöglicht in diesem Zusammenhang außerdem die Überwachung und Planung sämtlicher Termine für wiederkehrende Vorgänge (Wartungen, vorbeugende Instandhaltung, vorgeschriebene Prüfungen u.v.m.). Zudem sind akute Störungen einfach zu melden und als Reparaturaufträge einzuplanen. Objekt-, Ersatzteil- und Vorgangsdokumente lassen sich direkt am Objekt hinterlegen und sind bei Bedarf sofort verfügbar. „Der steigenden Verantwortung und Belastung können Facility Manager optimal mit einer digitalen Lösung begegnen“, fasst Wendler zusammen und ergänzt: „Eine gute Software entlastet in der Planung und Dokumentation und reduziert Störfaktoren und Risiken im Facility Management.“ Kein Wunder also, dass zahlreiche Facility Manager bereits spezialisierte Softwarelösungen nutzen und von der digitalen Unterstützung profitieren – mittlerweile auch per Smartphone und Tablet. Hinzu kommt, dass smarte Rauchmelder, Strom- und Gaszähler und andere IoT-Devices automatisch Daten bereitstellen. Dadurch stehen dann auch Aus-

wertungen, z. B. zu den Energiedaten, mit wenigen Klicks zur Verfügung. Welche Möglichkeiten in diesem Zusammenhang die multifunktionale TOM Instandhaltungssoftware bietet und wie diese die digitale Transformation der Instandhaltungsprozesse unterstützt, erklären Christian Wendler und die Experten der M.O.P GmbH auf der Messe in Dortmund. maintenance Dortmund 2022 Stand C18-4 www.tominstandhaltungssoftware.de

Impressum BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG B&I Die Industrie-Zeitung ISSN: 1864-4554 20. Jahrgang Erscheinungsweise 6 x jährlich Herausgeber und Gesamtanzeigenleitung: Wolff Publishing Andreas Wolff e.K. Lothringer Str. 32 58091 Hagen Postfach 5105 58101 Hagen Tel.: +49 (0) 2331.910 8660 Fax: + 49 (0) 2331.910 8668 www.b-und-i.de / info@b-und-i.de Auflage und Verbreitung sind ivw-geprüft. Chefredaktion: Volker Zwick (V. i. S. d. P.) Meierhofstr. 19, 86473 Ziemetshausen Tel. +49 (0) 8284.929-90 Fax: +49 (0) 8284.929-91 redaktion@b-und-i.de Lektorat: Dr. Gotlind Blechschmidt, Augsburg Abonnement und Bezugspreise Einzelausgabe 13,00 Euro (zzgl. Versand) Jahresabonnement Inland 45,00 Euro inkl. 7 Prozent MwSt., Europa 54,00 Euro, Übersee 65,00 Euro (Luftpost auf Anfrage) Probe-Abo: abo@b-und-i.de Studenten erhalten einen Rabatt von 50 Prozent bei Vorlage der Immatrikulationsbescheinigung. Abonnements für die Zeitung BETRIEBSTECHNIK & INSTANDHALTUNG werden für ein Jahr abgeschlossen und sind mit einer Frist von 6 Wochen vor Ablauf des Bezugsjahres schriftlich kündbar. Eine Abonnement-Bestellung kann innerhalb einer Frist von 14 Tagen widerrufen werden. Gültig ist die Anzeigenpreisliste 2022. Vertrieb Vertriebsunion Meynen GmbH & Co. KG Postfach 1153 . 65331 Eltville Tel. +49 (0) 6123.9238-251 Fax: +49 (0) 6123.9238-252 E-Mail: b-und-i@vertriebsunion.de Druck Bonifatius GmbH, 33100 Paderborn Diese Zeitung wurde auf 100 % chlorfreiem Recyclingpapier und klimaneutral gedruckt.

Copyright Diese Zeitschrift und alle enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte kann keine Gewähr übernommen werden. Von namentlich genannten Fremdautoren oder von ausgewiesenen Unternehmen stammende Beiträge stellen nicht zwingend die Meinung der Redaktion dar. Die Publikation dient der eigenen Meinungsbildung durch die Leser.

Planungssoftware unterstützt Facility Manager beispielsweise dadurch, dass Termine und Fristen nicht vergessen werden können. Aber auch die Auslastung von Mitarbeitern ist abrufbar. Sind deren regelmäßigen Zuständigkeiten einmal korrekt hinterlegt, kann eine Software für FM unter anderem aktuelle und zukünftige freie Kapazitäten anzeigen. So sind Zeitfenster für Ad-hoc-Aufgaben schnell abrufbar. Das wiederum reduziert ungeplante Überstunden und Leerlaufzeiten. Bild: Michal Jarmoluk auf Pixabay

Bankverbindung Deutsche Bank Hagen, BLZ 450 700 24 Konto 688 9000 USt-IdNr. DE189086853 Erscheinungsort: Hagen Erfüllungs- und Zahlungsort: Hagen Gerichtsstand: Hagen


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maintenance Dortmund: fast facts Termin: Mittwoch, 30. März 2022 09:00 – 17:00 Uhr Donnerstag, 31. März 2022 09:00 – 16:00 Uhr Veranstaltungsort: Messe Westfalenhallen, Rheinlanddamm 200 44139 Dortmund Gesundheitsschutz: Grundsätzlich ist eine Vorabregistrierung notwendig. Da die Messeleitung eine maximale Besucherzahl pro Halbtag definiert hat, muss sich jeder für einen Haltbtages-Zeitslot entscheiden. Dabei ist es möglich, auch einen zweiten Zeitslot zu nutzen. Besucher benötigen für den Zutritt außerdem einen 3G-Nachweis: vollständiger Impfschutz, Genesung oder ein negatives Schnelltest- oder PCR-Testergebnis von einer offiziellen Teststelle (maximal 24 Stunden alt). Beim Messebesuch gilt ferner eine generelle Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung. Ausgenommen davon sind Flächen im Freien bei 1,5 Meter Abstand und gekennzeichnete Sitzplätze. Auch beim Essen und Trinken kann die Maske abgenommen werden. Natürlich gibt es ausreichend Handdesinfektionsständer sowie großzügige Gänge und Wegeführungen, sodass es leichtfallen dürfte, den Mindestabstand von 1,5 Metern zu den anderen Messteilnehmern einzuhalten. Die Messeleitung empfiehlt außerdem die Corona-Warn-App der Bundesregierung. An der Messe nicht teilnehmen, dürfen Personen: die in den 14 Tagen vor Messebeginn Kontakt zu Covid-19Patienten hatten, die an akuten, unspezifischen Allgemeinsymptomen und respiratorischen Symptomen jeder Schwere leiden oder die in den letzten 14 Tagen ein Corona-Risikogebiet nach RKI besucht haben und kein negatives Ergebnis eines Coronatests sowie kein ärztliches Attest haben. Anreise: Vom Dortmunder Hauptbahnhof gelangen Sie mit der U-Bahn U 45 (Richtung Westfalenhallen) bis zur Haltestelle „Westfalenhallen“. Aus der Innenstadt brauchen Sie mit der U 46 (Richtung Westfalenhallen) fünf Minuten. Für alle, die mit dem Auto anreisen, stehen Parkplätze in ausreichendem Maß zur Verfügung. Eintritt: Das Tagesticket kostet regulär 15 Euro. Leser der B&I erhalten aufgrund der Medienkooperation mit dem Messeveranstalter kostenlosen Eintritt, und zwar mit dem persönlichen Einladungscode 2001

Erfolgsfaktor: User Experience Die User Experience (UE) von vielen mobilen SAPLösungen ist häufig der Hemmschuh Unternehmen investieren in digitale Maintenance und verabschieden sich von Excel zur Wartungsplanung. Diese Investitionen versprechen, die wachsende Komplexität in der Instandhaltung handhabbar zu machen. Doch immer wieder macht sich Ernüchterung breit. Der digitale Aufbruch bringt in vielen Fällen nicht die erhofften Effizienzgewinne. So werden beispielsweise Datensilos nicht aufgebrochen und eine präventive oder gar vorausschauende Instandhaltung findet nicht oder zumindest nicht im gewünschten Umfang statt. Und das, obwohl die SAP-Lösungen im Prinzip alles bieten, um sämtliche operativen Prozesse und Planungsszenarien der Unternehmen abzubilden. Allein: Die User Experience (UX) der Systeme entspricht oft nicht den Anforderungen. Viele Instandhalter nutzen die komplexen Transaktionen und umständlichen Dialoge der Lösungen nicht oder nur widerwillig. Sie verharren stattdessen in alten Lösungsstrategien oder setzen gar externe Tools zur Unterstützung ein. Darunter leiden dann die Effizienz und die Datenqualität im gesamten Maintenance-Bereich. Unternehmen erhalten also keine verlässliche Informationsbasis, um ihre Prozesse zu optimieren, Instandhaltungskosten zu senken und Maschinenausfälle zu reduzieren. Dass es anders geht, wissen die Experten von T.Con und verweisen auf die angepassten mobilen und offlinefähigen Fiori-Anwendungen mit ausgereifter UX: So ausgestattet, bedeutet mobile

maintenance nicht nur, Aufträge räumlich ungebunden zu planen und erledigte Jobs direkt an der Maschine zu buchen. Mindestens ebenso wichtig ist, dass eine komfortable Benutzerführung die besonderen Features der mobilen Endgeräte mitdenkt: Techniker holen sich über ihr Endgerät Rat von Kollegen und anderen Experten; nehmen über die eingebaute Kamera Bauteile auf, präsentieren und dokumentieren Schäden, scannen Barcodes; sie identifizieren Instandhaltungsstellen über RFID und lassen sich dank GPS den Standort oder Wegstrecken zeigen. „Im Grunde sind das Funktionen, die wir im privaten Zusammenhang schon lange nutzen“, betonen die Experten von T.Con und verdeutlichen: „Wir haben uns auf dem eigenen Smartphone an ausgereifte grafische Benutzeroberflächen gewöhnt – und erwarten sie auch in der mobilen Instandhaltung.“ Mobile Instandhaltungslösungen bieten dabei eine Reihe von Vorzügen: Während sich Techniker früher noch an Büro-Computern anmelden mussten, um Aufträge zu schreiben, Checklisten auszufüllen und Zeiten zurückzumelden, bietet ihnen eine gute UX einen Start-/Stop-Button auf dem Smartphone oder Tablet. So

Bild: T.Con

schließen sie ihren Auftrag an der einen Maschine ab und gehen weiter zur nächsten. Dabei ist der Effekt einer flexiblen, funktionalen und anwenderfreundlichen UX meist schnell zu erkennen: Die Anzahl und die Qualität der Rückmeldungen steigen, Aufträge werden vollständig gebucht und landen ungleich früher im System – wo sie unmittelbar verfügbar sind und weitere Rückschlüsse zulassen. Beispielsweise können Techniker Auswertungen zu ihren eigenen Einsatzzeiten vornehmen, historische Belege zu technischen Objekten einsehen oder Freigaben anstoßen. Ganz wesentlich profitieren die Planer und Teamleiter im Unternehmen. Mit der neu gewonnenen Datenqualität lassen sich Aufträge, die benötigten Arbeitszeiten und Ressourcen exakter planen. Und sie können auch die aus dem Produktionsumfeld bekannte

Standard-Plantafel nutzen, um Instandhaltungsaufträge grafisch auf Arbeitsplätze und Personen einzuplanen. Speziell dazu erstellte Fiori-Anwendungen bieten zudem Auswertungstemplates und ermöglichen eine Schadenauswertung auf technischer Objektebene, die auch Kosten berücksichtigt. Und schließlich: Unternehmen können ihre Instandhaltungsdaten mit Sensordaten der Maschinen und Anlagen zusammenführen. Unterstützt durch Machine Learning lassen sich Trends wie die vorausschauende Wartung realisieren und die Instandhaltung wird smart. Der Startpunkt für diese Möglichkeiten ist jedoch eine vernünftige UX, die dafür sorgt, dass Unternehmen über umfassendes und zuverlässiges Datenmaterial verfügen. maintenance Dortmund 2022 Stand H04-5 www.team-con.de


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Getriebe vollautomatisiert überwachen SEW-Eurodrive ermöglicht das Condition Monitoring von Industriegetrieben Ein ungeplanter Maschinenstillstand kann hohe Ausfall- und Folgekosten verursachen – der Albtraum für produzierende Unternehmen. Vermeiden lässt sich dies mithilfe moderner ConditionMonitoring-Systeme. Diese überwachen zentrale Anlagenteile. Was dabei heute schon möglich ist, zeigt sich exemplarisch bei der Firma Carlisle Construction Materials. Sie setzt bei der Zustandserfassung ihrer Extruderantriebe auf Drive-Radar, eine prädiktive Instandhaltungslösung. Produkte aus besonders widerstandsfähigen Ethylen-PropylenDien-Monomeren, kurz EPDM, sorgen für eine zuverlässige und nachhaltige Abdichtung großer Oberflächen, egal ob es sich um ein Flachdach, eine Fassade oder einen Gartenteich handelt. Erstmals Anfang der 1960er-Jahre als Baustoff eingesetzt, sind Abdichtungsbahnen aus EPDM heute in vielen Bereichen der Bauindustrie unersetzlich. Der Werkstoff ist aufgrund seiner molekularen Netzstruktur dauerhaft gummielastisch und zeichnet sich daneben vor allem durch eine sehr gute Witterungs- und Alterungsbeständigkeit aus. Das unabhängige Prüfinstitut Süddeutsches Kunststoff-Zentrum (SKZ) bescheinigt ihm auf Basis einer Langzeitstudie eine Nutzungsdauer von mehr als 50 Jahren. Die Abdichtung mit EPDM erfolgt einlagig, das bedeutet kürzere Verlegezeiten und gleichzeitig weniger Materialeinsatz. Die Verarbeitung erfolgt per Heißluftverschweißung ohne offene Flamme und somit ohne Brandgefahr. Die Produkte sind außerdem frei von Schwermetallen, Halogenen sowie leicht flüchtigen Weichmachern und lassen sich ohne Freisetzung von bedenklichen Stoffen verarbeiten. All dies schätzen die Kunden der Firma Carlisle Construction

Materials, einem Hersteller für EPDM-Abdichtungsprodukte. Am Standort Hamburg, einem von zwei Produktionswerken in Deutschland, werden auf modernen Extrusionsanlagen Resitrix EPDM-Abdichtungsbahnen im 24/7-Betrieb hergestellt. Damit Carlisle seine Kunden aus der ganzen Welt termingerecht beliefern kann, ist ein störungsfreier Betrieb der Produktionsanlagen unerlässlich, denn ein Stillstand ist nur während der jährlich stattfindenden zweiwöchigen Revision vorgesehen. Außerplanmäßige Stillstände gilt es – wegen der hohen Kosten für Fehlersuche oder Reparatur – zu vermeiden. Der weitaus größere Kostenanteil entsteht jedoch in Form von Opportunitätskosten – also dem Gewinnausfall, der einem Unternehmen durch Produktionsausfall entsteht. Abhängig von der Branche und den hergestellten Produkten entstehen so schnell Stundenkosten in fünf- bis sechsstelliger Höhe. Um dem vorzubeugen, hat sich Carlisle dazu entschieden, zwei Extrudergetriebe mit einem Condition-Monitoring-System von SEW-Eurodrive auszurüsten. Bei den beiden Extrudern handelt es sich um prozessrelevante Anlagen, auf denen EPDM-Bahnen in einem kontinuierlichen Verfahren extrudiert werden. Angetrieben werden diese durch je ein Stirn-

radgetriebe der Baureihe X von SEW-Eurodrive. Mit einer Übersetzung von circa 60 und einem Nenndrehmoment von 270 kNm übertragen die Getriebe das für den Extrusionsprozess erforderliche Drehmoment. Externe Axialkräfte, die durch die Plastifizierung des EPDMGranulats im Schneckenbereich entstehen, nimmt ein axiales Drucklager am Getriebe auf. Um Aussagen über den Zustand des Getriebes treffen zu können, wurde das SEW-eigene ConditionMonitoring-System Drive-Radar installiert. Hardwareseitig besteht es aus einem Sensorpaket zur Erfassung der Betriebsparameter und einer Edge Processing Unit (EPU), die die gesammelten Daten über Mobilfunk an die SEW-Cloud sendet.

Sensoren erfassen Getriebedaten Die am Getriebe verbauten Sensoren nehmen kontinuierlich Messgrößen auf wie die Temperaturen von Ölsumpf und Umgebung, den Ölfüllstand, die eintreibende Drehzahl sowie das Schwingungsverhalten von Wälzlagern und der Verzahnung. Das Sensorikpaket wird als vormontierte Plug & Play-Lösung zusammen mit dem Getriebe ausgeliefert oder kann als Nachrüstsatz an bestehende Getriebe angebaut werden. In kurzen Intervallen werden die gesammelten Sensordaten schließlich per Mobilfunk an SEW-Eurodrive geschickt, wo sie automatisiert aufbereitet und analysiert werden. Der Zugang zur Webanwendung – der Drive-Radar IoT-Suite – erfolgt über die Website von SEWEurodrive oder die Drive-RadarApp. Hier werden in der Asset-Ansicht alle überwachten Getriebe sowie deren Status angezeigt. Ein Ampelsystem gibt schnell und intuitiv verständlich Auskunft darüber, ob sich ein kritischer Betriebszustand anbahnt oder bereits eingetreten ist. In der Detailansicht, der nächsten Detaillierungsebene, sind neben den Sensormesswerten auch Rechen- und Prognoseergebnisse aufgeführt. So kann etwa die Dauer bis zum Erreichen eines kritischen Ölfüllstandes oder bis zum nächsten notwendigen Ölwechsel prognostiziert werden. Weitere abgeleitete Größen sind die Ölviskosität und die Betriebsdauer. IEPE-Schwingungssensoren geben Auskunft über den Zustand der Wälzlager. Auftretende Schäden werden mithilfe des präzisen Analyseverfahrens den einzelnen Komponenten des Lagers –

Die EPU (graue Box) nimmt alle Sensordaten auf und sendet die gesammelten Messwerte in kurzen Intervallen verschlüsselt via Mobilfunk an die hochverfügbaren und speziell abgesicherten Rechenzentren von SEW-Eurodrive.

Innenring, Außenring, Wälzkörper – zugeordnet. Die Getriebeverzahnung wird ebenfalls mittels Schwingungsanalyse überwacht. Lokale oder umlaufende Verzahnungsschäden können so frühzeitig erkannt und angezeigt werden. Die Schwingungsanalyse ist bei konstanter wie auch bei variabler Drehzahl durchführbar. Im Teach-in-Modus generiert das selbstlernende System die Vorwarn- und Fehlergrenzwerte. Bei Überschreitung eines Grenzwerts erhält der Anwender eine Nachricht mit entsprechender Handlungsempfehlung auf die DriveRadar-App oder per E-Mail. Während die Grenzwerte für Wälzlager und Verzahnung systemseitig errechnet werden, sind diese bei anderen Messwerten frei wählbar oder abhängig von der Projektierung des überwachten Getriebes. Neben dem Erkennen akuter Schäden ermöglicht das System auch eine Prognose der Restlebensdauer für alle Verzahnungen und Wälzlager. Hierzu werden die tatsächlichen auftretenden Betriebszeiten ins Verhältnis zu den ursprünglich zugrunde gelegten Projektierungsdaten gesetzt. Als Ergebnis erhält der Anwender die theoretische Restlebensdauer in Stunden. Die so errechneten Prognosewerte und die akute Schadenanalyse ergänzen sich. Während die Prognose anzeigt, ob die Wahrscheinlichkeit für eine Bauteilermüdung ansteigt, kann die Schadendetektion anhand des Frequenzspektrums auch plötzlich auftretende Schädigungen erfassen, beispielsweise durch unerwartete Ereignisse wie einen Fremdkörpereintritt oder das Abreißen des Schmierfilms. Sensoren, EPU und eine webbasierte Analyseumgebung bil-

den zusammen ein intelligentes Con dition-Monitoring-System, das es Maschinenbetreibern ermöglicht, die Lebensdauer der Antriebstechnik optimal auszunutzen. Präzise Analyseverfahren, die im Hintergrund Sensordaten verarbeiten und interpretieren, schaffen Transparenz über den Zustand kritischer Getriebebauteile. Wartungsarbeiten können dadurch bedarfsorientiert geplant und durchgeführt werden.

Prognose der Restlebensdauer Sich anbahnende Schäden oder Sollwertunterschreitungen werden mithilfe einer Ampelfunktion angekündigt und per App an den Anwender kommuniziert. Systemseitige Handlungsempfehlungen unterstützen zudem bei der Fehlerbehebung und zeigen passende Servicemaßnahmen auf. Expertenwissen zum Beispiel im Bereich der Schwingungsanalyse ist beim Anwender somit keine Voraussetzung zur Umsetzung einer vorbeugenden Instandhaltung. Carlisle profitiert so von einem prädiktiven Instandhaltungsmanagementsystem, das dazu beiträgt, dass der Extrusionsprozess störungsfrei abläuft. Gleichzeitig werden durch die zustandsorientierten Instandhaltungsmaßnahmen die Lebenszykluskosten der Extrudergetriebe deutlich gesenkt. Am Standort Hamburg überlässt Europas führender EPDM-Spezialist so nichts dem Zufall. Autor: Business Development Manager, Business Development Manager SEW-Eurodrive maintenance Dortmund 2022 Stand C10-4 www.sew-eurodrive.de/ driveradar-ig

Die Detailansicht gibt einen Überblick über alle Messgrößen und überwachten Komponenten (Darstellung des Teach In Modus). Bilder: SEW-Eurodrive


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Clever: Bündelung von Dienstleistungen Viele Unternehmen beschäftigen für jeden Bereich einen separaten Dienstleister. Dabei erspart eine Bündelung aller technischen Dienstleistungen Kosten und wertvolle Zeit, die somit für das Kerngeschäft aufgewendet werden kann, betonen die Experten der S.I.S. Gruppe und verweisen auf ihr Leistungsspektrum. Dieses umfasst den gesamten Lebenszyklus: von der Inbetriebnahme über die Wartung und Effizienzsteigerung der tech-

nischen Anlagen bis hin zur ganzheitlichen Gebäudebetreuung im infrastrukturellen und technischen Gebäudemanagement. Auf der maintenance in Dortmund informieren die Experten über die Themen Anlageninstandhaltung, infrastrukturelles und technisches Gebäudemanagement sowie über Personaldienstleistung. maintenance Dortmund 2022 Stand H20-5 www.sis-gruppe.de

In Deutschland und Österreich sind über 2.200 Spezialisten der S.I.S. Gruppe im Einsatz. Bild: S.I.S. Gruppe

Wie sich Bestände und Kosten im Ersatzteilmanagement senken lassen … … erklären die Experten von Sparetech auf der Messe in Dortmund. Bei Sparetech handelt es sich um eine SaaS-Plattform, auf der produzierende Unternehmen ihre Ersatzteile digitalisieren können. Außerdem lassen sich so Bestände, Kosten und CO2-Emissionen durch den Einkauf von Verfügbarkeitsgarantien nachhaltig senken. Die Web-Applikation vereinfacht dabei die Automatisierung der Abläufe von der Identifikation bis hin zur Bestellung der Maschinenund Anlagenersatzteile. Intelligente Matching-Algorithmen prüfen außerdem bestehende Materialdaten und neue Ersatzteillisten automatisiert auf Duplikate und abgekündigte Bauteile und ergänzen unvollständige Datensätze mit Original-Herstellerinformationen. Wie dies in der Praxis aussieht, zeigt das Beispiel der ElringKlinger AG. Wie bei vielen anderen produzierenden Firmen gab es auch hier zahlreiche Ersatzteile im Lager. Das verursacht jedoch hohe Bestandskosten für Ersatzteile. Durchschnittlich werden nämlich 42 Prozent der Ersatzteile überhaupt nie gebraucht und deshalb am Ende verschrottet. Mittlerweile setzt das Unternehmen auf die Sparetech-App, mit der die Abläufe von der Identifikation bis hin zur Bestellung der Ersatzteile automatisiert werden. Auf diese Weise konnte das Unternehmen, wie die Experten von Sparetech betonen, innerhalb

von nur neun Wochen Beschaffungskosten in Höhe von 90.000 Euro einsparen. maintenance Dortmund 2022 Stand A35-4 https://sparetech.io

SAP-Instandhaltung einfach und mobil nutzen Maintenance-Portal für SAP PM als App- und Webanwendung verfügbar Die Argvis GmbH lanciert mit dem argvis Maintenance-Portal (aMP) zur maintenance 2022 in Dortmund eine neue Portalanwendung für PC-Nutzer und mobile Instandhalter, die ihre Instandhaltung mit SAP PM / SAP EAM managen. Kernmerkmal ist laut Portalentwickler eine einfach zu bedienende Oberfläche mit selbsterklärenden, schlanken Eingabemasken. Das argvis Maintenance-Portal (aMP) ist als einfache Alternative zum SAP GUI konzipiert. So kann der Instandhalter im aMP im Dashboard (Monitoransicht) beispielsweise ganz einfach Meldungen erfassen sowie Aufträge anlegen und bearbeiten. Er hat aber auch Einsicht in alle technischen Plätze und Equipments. Der SAP PM Modulbetreuer beziehungsweise der Arbeitsvorbereiter oder Planer ordnet einzelnen Technikern oder auch Teams im Portal Aufträge zu – und zwar ebenfalls ganz einfach per Drag & Drop. Alle Eingaben im Dashboard erscheinen zeitgleich im SAP PM und auf den mobilen Endgeräten der Techniker (bei bestehender Onlineverbindung). Die Instandhalter werden mithilfe von Pushnachrichten über neue Aufträge informiert. Akteure aus der Produktion können das Dashboard aber ebenfalls nutzen, um zum Beispiel mit dem Meldungsbutton schnell und einfach Störungen zu erfassen und direkt an die Instandhaltung weiterzumelden. Weiterhin umfasst das aMP zusätzliche Apps wie eine GeoKartenintegration zur einfachen Lokalisierung der mobilen Techniker, der technischen Objekte und Einsätze sowie eine Sensorintegration zur Überwachung der Maschinen und Anlagen im LiveModus.

Das aMP bietet als App für mobile Endgeräte alle fürs Tagesgeschäft notwendigen Funktionen und Ausstattungsmerkmale. Bild: argvis

Praxiserprobt sind laut Argvis darüber hinaus aMP-Funktionen wie das Cockpit für Kennzahlen der Instandhaltung sowie eine Chatfunktion. Mit dem firmeninternen Kurznachrichtendienst (Chatfunktion für Text, Foto, Video) wird außerdem sicher ausgeschlossen, dass betriebsrelevante Informationen und damit UnternehmensKnow-how über gängige Messengerdienste verschickt werden und damit auf unerwünschten Servern landen. Die optimierte Rückmeldung lässt sich übrigens sowohl im Dashboard als auch auf dem mobilen Endgerät nutzen. Hier besteht die Möglichkeit der nachträglichen Erfassung von Meldung, Auftrag und Rückmeldung in SAP PM in einem geführten Prozess von unter einer Minute.

Für den mobilen Techniker gibt es die Portallösung auch als App für sein mobiles Endgerät (iOS oder Android) im responsiven Design. Ob on- oder offline: Mit der App kann man technische Objekte per NFC-/QR-Code identifizieren, Meldungen mit Foto-/Video-/AudioInformationen ergänzen, Vorgänge bearbeiten, Checklisten abarbeiten, Messbelege erfassen und Pushnachrichten im Störfall erhalten. Zugleich bietet die Rückmeldeübersicht in der Leistungserfassung einen Überblick über die Tagesarbeiten. Zum Informationsaustausch mit den Kolleginnen und Kollegen ist auch eine Chatfunktion integriert. maintenance Dortmund 2022 Stand A27-4 www.argvis.com


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Verschraubungstechnik und kluge Konzepte Hytorc zeigt Innovationen für Instandhalter auf der maintenance 2022 Alles, was für die mobile Drehmomentverschraubung wichtig ist, zeigt Hytorc auf der Messe, wie zum Beispiel den neuen Hydraulikschrauber MXT+, den digitalisierten Lithium Series II Akkuschrauber und die jWasher, die laut Hersteller weltweit erste verdrehsichere Unterlegscheibe mit Sicherungsfunktion. Präsentiert wird zudem das ganzheitliche Flanschkonzept von Hytorc. Seit 25 Jahren wird der Hydraulikschrauber Hytorc MXT angeboten. Vor Kurzem erfolgte nun die Ablösung mit dem MXT+. Mehr Flexibilität, mehr Präzision, mehr Sicherheit, mehr Komfort und das kombiniert mit der Zuverlässigkeit des MXT – das waren die Entwicklungsziele der Plus-Version. Im Gegensatz zum Vorgänger verfügt das neue Plus-Modell über eine Verzahnung am Vierkant und ist damit kompatibel zum patentierten Hytorc jWasher-System. Diese verdrehsicheren Unterlegscheiben machen das lästige und potenziell riskante Hantieren mit Drehmomentstützen und Reaktionsarmen überflüssig. Aber auch beim herkömmlichen Einsatz mit Reaktionsarm hat das optimierte Modell an Vielseitigkeit und Geschwindigkeit gewonnen. Neu ist beispielsweise die Möglichkeit, die Drehmomentstütze an zwei unterschiedlichen Stellen zu befestigen, entweder seitlich oder an der Rückseite – ein Plus, wenn das Werkzeug in engen Einbausituationen genutzt werden soll. Außerdem ist der neue Hydraulikschrauber mit und ohne Reaktionsarm betreibbar. Ein weiteres Plus ist der Zugewinn an Zuverlässigkeit: Mit dem verbauten Hubzähler behält der Anwender nämlich die Übersicht über die Beanspruchung des Werkzeugs und kann einen Wartungsstau vermeiden. Zugleich eröffnet der Hubzähler eine zu-

Hytorc überrascht wieder mit einigen neuen Produkten. „Das Entscheidende ist der Vorsprung an Sicherheit, Effizienz und nachhaltigem Nutzen, den alle Anwender unserer Schraubtechnik gewinnen“, betont Andreas Wanke, Geschäftsführer der Hytorc Seis GmbH. Bilder: Hytorc

sätzliche Kontrollmöglichkeit bei der Verschraubung. Auf der Messe werden zudem die jWasher zu sehen sein. Diese verdrehsicheren Unterlegscheiben erfüllen zwei Funktionen: Sie ermöglichen laut Hersteller einerseits ein exaktes, arbeitssicheres, werkzeug- und anlagenschonendes Verschrauben ohne Reaktionsarm, dienen aber auch der Sicherung von Schraubverbindungen, welche extremen Vibrationen oder dynamischen Belastungen ausgesetzt sind. Andreas Wanke, Geschäftsführer der Hytorc Seis GmbH, kommentiert: „Die jWasher ist ein echter Gamechanger, der unsere Werkzeugkoffer in Zukunft häufig um unhandliche Reaktionsarme

Ich sehe was, was Du nicht siehst!

und Drehmomentstützen sowie umständliche Schraubensicherungen erleichtern wird.“ Neu ist auch der akkubetriebene Drehmoment-Drehwinkel-Schrauber der Lithium Series II. Er bietet unter anderem eine automatische Dokumentation der Verschraubungsdaten und verfügt serienmäßig über Bluetooth. Erhältlich ist der Lithium Series II für Drehmomente von 200 bis 6.799 Nm. „Seine volle Schlagkraft entfaltet der Lithium Series II in Industrie 4.0-Umgebungen mit digitalisierten Prozessen. Aber auch als normale Akkuschrauber setzen unsere neuen Werkzeuge Maßstäbe hinsichtlich nochmals gesteigerter Langlebigkeit, einfach-

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ster Bedienung und bester Drehmomentausbeute bei niedrigem Eigengewicht“, ist Wanke überzeugt. Thematisiert wird am Messestand außerdem das hauseigene Flanschkonzept. Neben hochwertigen und kalibrierten Werkzeugen gehören eine Lecka-

geprüfung, Schulungen der Monteure, hochwertige Schmierund andere Hilfsmittel zu diesem Konzept. Greifen diese Bausteine ineinander, bleibt der Flansch dicht, sind die Experten überzeugt. maintenance Dortmund 2022 Stand A22-4 www.hytorc.de

Die „low hanging fruits“ ernten Drei einfache Möglichkeiten, um das Predictive Maintenance zu verbessern Predictive Maintenance wird durch die sinkenden Kosten für Sensoren, Datenerfassungstechniken, kostengünstige Datenübertragungsoptionen und die Verbesserung der Datenverarbeitung immer zugänglicher und kostengünstiger. Dadurch wird es für Ingenieure und Anlagenmanager immer einfacher, vorausschauende Instandhaltung über kritische Anlagen hinaus anzuwenden. Es besteht jedoch immer noch der Eindruck, dass vorausschauende Instandhaltung eine große Investition in Form eines teuren Projekts oder eines umfangreichen Umstellungsprogramms erfordert. Kleinere Schritte könnten jedoch eine gute Option sein, um mit einigen sogenannten „low hanging fruits“ erste Erfolge zu erzielen. Vorausschauende Instandhaltung ist dort sinnvoll, wo sie kosteneffektiv, durch das Risikoprofil der Anlage gerechtfertigt und nützlich ist. Da die Kosten sinken und die Technologie immer besser wird, sollte man versuchen, einige spezifische Anwendungsfälle zu identifizieren, die sich leicht umsetzen lassen. Sie könnten einen großen Nutzen zu potenziell sehr günstigen Kosten bieten. Drei Beispiele veranschaulichen diesen Ansatz.

1. Verbindungen mit mobiler Technologie

Instandhaltungs g softw wa are und d IoT I T

Der neue Hydraulikschrauber MXT+ punktet unter anderem bei der Arbeitssicherheit und beim Komfort. Er nutzt beispielsweise das Hytorc ICE, eine automatische Sperrklinke, die sich nach dem Kontrollhub von selbst löst, was nicht nur den Komfort und die Geschwindigkeit fördert, sondern auch zur Verbesserung der Arbeitssicherheit beiträgt.

1. Beispiel – Das Überwinden von fehlenden Netzwerk- oder WiFi Verbindungen mit mobiler Technologie: Das Fehlen eines Datenübertragungsnetzes oder WiFi kann eine große Hürde für ein Unternehmen darstellen, da ein Sensor dann keine Möglichkeit hat, Daten zu senden. Eine gängige Lösung hierfür ist die Nutzung des mobilen Geräts des Technikers zur Datenübertragung. Dabei wird ein Bluetooth-Sensor an der Maschine angebracht – manche sind sogar magnetisch –, und wenn der Techniker mit seinem Tablet oder Gerät in der Nähe ist, werden die Daten gesammelt und an die Cloud übertragen, wo sie verarbeitet und analysiert werden können. Das Movilitas Asset Management Team hat umfangreiche Erfahrun-

gen mit Geräteauslesungen für mobile Lösungen und informiert darüber auch auf der maintenance.

2. Identifizierung neuer Anwendungen 2. Beispiel – Identifizierung neuer Anwendungsfälle, die durch Sensorinnovationen angetrieben werden: Die Sensoren werden immer besser und leistungsfähiger, z. B. wenn es um die Überwachung von Schmierstoffen geht. Eine wichtige Aufgabe, denn bei vielen Anlagentypen ist eine gute Schmiermittelverwendung und -verwaltung entscheidend für die Vermeidung von Ausfällen, einschließlich Lagerausfällen bei Motoren aufgrund von verunreinigtem Schmiermittel. Neue Sensoren überwachen diese Schmierstoffe und liefern Daten über den Zustand von Schmierstoffen und Anlagen. In Kombination mit einem gut eingerichteten ERP-System wie SAP Plant Maintenance und einer effektiven mobilen Lösung fürden Techniker bieten diese Technologien viele Vorteile, wenn es um ein gutes Schmierstoffmanagement geht. Nicht zu vergessen ist in diesem Zusammenhang die Verbesserung der Sicherheit der Mitarbeiter in den Fällen, in denen abgelegene oder schwer zugängliche Punkte überwacht werden müssen. Es gibt einen Trend zur gemeinsamen Nutzung von Daten, der für eine Predictive-Maintenance-Ini-

tiative sehr nützlich sein kann. So hat SAP z. B. das Asset Intelligence Network (AIN) ins Leben gerufen, das es Anbietern und Kunden erleichtert, Daten auf strukturierte und praktische Weise auszutauschen. Mehr Daten bedeutet schließlich auch, dass sich die Vorhersagemodelle verbessern lassen, sodass die vorausschauende Wartung davon profitiert.

3. Daten von außerhalb nutzen 3. Beispiel – Daten von außerhalb nutzen: Kommen in einem Unternehmen z. B. nur fünf Geräte eines bestimmten Modells zum Einsatz, helfen die historischen Daten dieser Geräte oft nur wenig. Bei einer so kleinen Stichprobengröße ist es nämlich schwierig, das erwartete Verhalten zu verallgemeinern oder zu bestimmen, welches Verhalten durch die lokale Umgebung verursacht wird. Die gemeinsame Nutzung von Daten erleichtert hingegen diese Art der Analyse und erhöht das Vertrauen in die Schlussfolgerungen, die sich ziehen lassen. Predictive Maintenance wird so viel einfacher und aussagekräftiger. Aus diesem Grund hat Movilitas das SAP Asset Intelligence Network in sein Produktportfolio aufgenommen. Graham Heiner, Movilitas, maintenance Dortmund 2022 Stand H12A-5 www.movilitas.com


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Wartung in 2.943,75 Metern ü. NN. ITH unterstützt die Wartung der Schraubverbindungen an der Bergstation der Zugspitze Die Zugspitze ist der höchste Gipfel des Wettersteingebirges und gleichzeitig Deutschlands höchster Berg, den es sich mit Österreich teilt. Bei gutem Wetter hat man hier Hunderte Bergspitzen in vier Ländern vor Augen. Kaum einen Blick für diese Pracht dürften allerdings die Instandhalter gehabt haben, die sich im vergangenen Jahr um die turnusgemäßen Wartungsarbeiten an der Stahlkonstruktion der Bergstation auf der Zugspitze kümmerten. Dabei konnten diese Arbeiten diesmal dank eines Akku-Hydraulikaggregats und der eingesetzten hydraulischen Drehmomentschrauber deutlich schneller als üblich vollzogen werden. Die Wartungsarbeiten an der Stahlkonstruktion der Bergstation wurden von den Experten der ITH Schraubtechnik umfassend begleitet – und zwar schon lange bevor die Arbeiten am Berg tatsächlich stattfanden. So übernahmen die Experten die technische Beratung bei der Vorauswahl der verwendeten hydraulischen Drehmomentschrauber sowie der hydraulischen Ausrüstung. Sie stellten außerdem die Werkzeuge bereit und kümmerten sich um eine sachgemäße Einweisung der Techniker vor Ort. Zudem sorgten sie für eine qualifizierte Montage bei der Kontrolle der Schraubverbindungen – und das natürlich unter Einhaltung aller sicherheitsrelevanten Standards. „Es war etwas Besonderes für uns, in dieser Höhe und unter diesen Bedingungen zu arbeiten“, erklärt in diesem Zusammenhang ITHSchraubtechniker Jens Borggrebe, und ergänzt: „Auch wenn wir das Arbeiten auf Baustellen mit Höhensicherung kennen, ist die Zugspitze für uns eine Ausnahme. Man darf definitiv keine Höhenangst haben.“ Neben der Höhe gab es zahlreiche weitere Herausforderungen, die im Rahmen dieser Wartungsarbeiten zu bewältigen waren. So sind beispielsweise im Tragwerk der Bergstation Schraubverbindungen unterschiedlicher Nenndurchmesser verbaut. Diese reichen von M36-SW55 bis M64SW95. Auch die aufzubringenden Drehmomente variieren stark und liegen zwischen 2.800 Nm und 14.762 Nm. Da ist Flexibilität gefragt, auch und vor allem bei den eingesetzten Werkzeugen. Insgesamt sechs unterschiedliche Konfigurationen konnten mit zwei ITH-hydraulischen Drehmomentschraubern (DMS) und einem Akku-Hydraulikaggregat kontrolliert werden: Zum Einsatz kamen der DMS Typ D-Flex 5 und der DMS Typ DKS 250. Der DMS Typ D-Flex 5 ist für die

Die Schraubverbindungen haben unterschiedliche Nenndurchmesser – von M36-SW55 bis M64-SW95. Auch die aufzubringenden Drehmomente variieren stark und liegen zwischen 2.800 Nm und 14.762 Nm. Bilder: ITH

Drehmomente bis maximal 5.000 Nm geeignet und zeichnet sich durch einen doppelwirkenden Hydraulikzylinder und ein Zweischlauchsystem aus. Mit deutlich mehr Drehmoment, nämlich bis maximal 25.000 Nm kommt der DMS Typ DKS 250 zurecht, der einen einfach wirkenden Hydraulikzylinder und ein Einschlauchsystem aufweist. Eingesetzt wurde ferner das AkkuHydraulikaggregat ITH Hydro-DAX V18 Battery, das mit einem Betriebsdruck von 850 bar arbeitet. Es besitzt einen 82-V-Li-IonenAkku und einen bürstenlosen 1,5 kW-Elektromotor. Die Load-SenseTechnologie des Antriebs passt dabei die Drehzahl des Motors fortlaufend an die aufzubringende Last an, was sich wiederum positiv auf den Ladestand des Akkus auswirkt. Durch die Verwendung dieses Akku-Hochdruckhydraulikaggregats entfiel ein aufwendiges Verlegen von Stromversorgungen. Dies wiederum beschleunigte den Überprüfungsprozess – und zwar erheblich. Dabei war es für den Hydro-DAX V18 Battery auch kein Problem, dass die eingesetzten hydraulischen Drehmomentschrauber nach unterschiedlichen Funktionsprinzipien (Einschlauch- und Zweischlauchsystem) arbeiten. „Das Entwicklungskonzept des Ag-

gregats umfasste bewusst unterschiedliche Anwendungsfälle. Auch hydraulische MehrzweckHubzylinder können mit dem Aggregat betrieben werden“, erläutert ITH-Geschäftsführer Frank Hohmann, der das Familienunternehmen mit seinem Bruder Jörg Hohmann leitet. „Die Flexibilität und der Akkubetrieb sind ein deutlicher Vorteil bei Servicearbeiten an Schraubverbindungen.“ Ein Vorteil, der sich auch in diesem Fall ausbezahlt hat, denn die gesamte Wartung der Schraubverbindungen an der Stahlkonstruktion der Bergstation auf der Zugspitze konnte durch den Einsatz dieser Werkzeuge um etwa einen Tag reduziert werden. maintenance Dortmund 2022 Stand B03-4 www.ith.com

„Die Schraubwerkzeuge haben sich bewiesen und waren eine Erleichterung unter diesen Umständen – vor allem unser Akku-Hydraulikaggregat. Wir mussten keine Stromkabel verlegen und konnten so schnell den Arbeitsplatz wechseln, wenn die Kontrolle einer Schraubverbindung abgeschlossen wurde“, betont ITH-Schraubtechniker Jens Borggrebe. Die Arbeiten auf dem höchsten Arbeitsplatz Deutschlands erfordert neben einer leistungsfähigen Technik auch eine absolute Schwindelfreiheit bei den Instandhaltern.

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Digitale Erfassung aller Daten und Parameter Wie sich der Zeitabstand zwischen Ausfall und Wiederhochfahren deutlich reduzieren lässt Wenn produzierende Unternehmen vor etwas Angst haben, dann ist es der Produktionsstillstand, der Ausfall von Maschinen und Anlagen. Denn solch ein Ausfall kostet viel Geld: Bereits der einstündige ungeplante Stillstand einer Maschine eines herstellenden Unternehmens kann bis zu 220.000 Euro kosten. Bei einem eintägigen Maschinenausfall wären dies bereits 1,7 Millionen Euro. Ein Start-up aus Wegberg tritt nun mit einer Idee an, um Unternehmen bei einem Anlagenstillstand Zeit und Geld zu sparen. Oft sind es nur kleine elektronische Bauteile, die kaputtgehen. Die legen aber schlimmstenfalls eine gesamte Produktionslinie lahm. Was passiert in einem solchen Fall typischerweise? Ist der Fehler oder das defekte Bauteil bekannt, kann entweder im Lager ein Ersatzteil geholt oder – weil in den meisten Fällen genau dieses Teil nicht auf Lager ist – ein Ersatzteil beim Hersteller oder Systemintegrator bestellt werden. Vielfach wird dann per Eilkurier das Bauteil quer durch Deutschland transportiert, um möglichst rasch beim Kunden eingesetzt werden zu können.

Von der Hardware zum einsatzbereiten Bauteil „In der Realität fangen die eigentlichen Probleme erst an, wenn das neue Ersatzteil im Lager gefunden oder per Kurier geliefert wurde“, weiß Carsten Finke, Geschäftsführer des Wegberger Start-ups INspares GmbH. Er erklärt: „Das Ersatzteil befindet sich zunächst einmal im Werkszustand, genau wie ein fabrikneues Smartphone. Es fehlen die Daten. Bei einem elektronischen Bauteil für die Industrie sind dies Parameter wie Busadressen, Spannung, Leistung usw. Oftmals ist das Handbuch oder der Schalt-

Carsten Finke, Geschäftsführer des Start-ups INspares, freut sich über reges Interesse aus der Industrie und verweist auf einen der Vorteile des Systems: „Sind alle elektronischen Bauteile in einem Unternehmen erfasst, stellt ein INspares Dashboard umfangreiche Statistiken über Bauteiltypen, Herkunft, Hersteller beziehungsweise Lieferanten, Bauteilalter bis hin zur Ausfallhistorie ähnlicher Bauteile des gleichen Typs bereit.“

plan für genau dieses Bauteil nicht zu finden. Entweder sucht man in den eigenen Ordnern und Archiven, recherchiert im Internet oder fragt beim Hersteller zurück. Wir haben hier in der Praxis schon alles erlebt. Selbst das passende

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Kabel zum Aufspielen der Daten war plötzlich verschwunden. Die Liste der zusätzlichen Pannen, die den Anlagenstillstand in die Länge ziehen, ist lang.“ Hier setzt ein neuartiger Service von INspares an. Um diesen zu verdeutlichen, führt Carsten Finke das Beispiel eines defekten Smartphones heran. „Nachdem Sie ein neues Gerät gekauft beziehungsweise geliefert bekommen haben, ist die Inbetriebnahme dank Cloud-Backup heute kinderleicht. Sie spielen Ihre Daten einfach auf und können das Gerät sofort wieder nutzen.“ So ähnlich sieht auch die Idee der INspares GmbH aus, die im vergangenen Jahr gegründet wurde – allerdings geht es hier um elektronische Bauteile und nicht um Smartphones.

Digitale Erfassung Beim Smartphone erstellt der Nutzer selbst das Backup mit allen Daten. Die Anbieter der Betriebssysteme Google und Apple sowie viele Gerätehersteller stellen dem Nutzer Speicherplatz in ihrer Cloud zur Verfügung. Beim System von INspares funktioniert es aber nicht ganz so einfach. Im ersten Schritt werden deshalb erst einmal sämtliche Bauteile beim Unternehmen mit einem QR-Code versehen, digital erfasst und katalogisiert. Genutzt wird hierfür eine für diesen Zweck eigens entwickelte Software. Mithilfe eines mobilen Endgerätes werden dann alle Daten (Hersteller, Typ, Seriennummer, Einsatzort) und – falls vorhanden – Parameter (Busadressen, Spannung, Leistung) bis hin zu Fotos des Bauteils im laufenden Betrieb erfasst und in ein sicheres Ablagesystem in die Cloud übertragen. Darüber hinaus lassen sich die erfassten Daten mit weiteren wichtigen Dokumenten wie zum Beispiel der Betriebsanleitung oder dem Elektroschaltplan der Anlage sowie Bauteilabkündigungsdaten anreichern. Kommt es dann zu einer Fehlermeldung oder zum Ausfall eines Bauteils, können über den QRCode alle notwendigen Daten und Dokumente abgerufen werden. Bei einer Fehlermeldung reicht oft ein Blick auf den Schaltplan oder in die Bedienungsanleitung, die beide unmittelbar über die INspares-App zur Verfügung stehen. Bei einem erforderlichen Austausch schließen die Mitarbeiter im Unternehmen das neue Bauteil an die Datenschnittstelle an und übertragen die Parameter – wenn nötig. Das neue Bauteil ist so

In der Automobilindustrie wirft der ungeplante Stillstand einer Maschine bereits nach einer Minute Kosten zwischen 18.000 und 42.000 Euro auf. Ein junges Unternehmen hat nun ein System entwickelt, das produzierenden Unternehmen aller Branchen bei Anlagenstillstand viele Tausend Euro sparen soll, indem es den Zeitabstand zwischen Ausfall und Wiederhochfahren der Produktion deutlich reduziert. Bild: BMW

innerhalb kürzester Zeit wieder einsatzbereit.

Statistische Daten 24/7 verfügbar Die Bestandserfassung bringt noch viele weitere Vorteile. Sind nämlich alle elektronischen Bauteile in einem Unternehmen erfasst, stellt ein Dashboard umfangreiche Statistiken über Bauteiltypen, Herkunft, Hersteller beziehungsweise Lieferanten, Bauteilalter bis hin zur Ausfallhistorie ähnlicher Bauteile des gleichen Typs bereit. Das Management oder die Werksleitung erhält so eine übergeordnete Transparenz aller Bauteile in der Produktion. Anhand solcher Statistiken ist es beispielsweise möglich, die Bauteile einer besonders kritischen Anlage regelmäßig zu bewerten. So können vor einem statistisch zu erwartendem Ausfall vorbeugend spezifische Ersatzteile beschafft werden. Diese Vorgehensweise nimmt den Stress aus dem Thema Ausfallmanagement und spart dem Unternehmen wertvolle Zeit sowie viel Geld.

Auf Abkündigungen reagieren Hersteller ersetzen regelmäßige ältere Bauteilserien durch neuere, modernere, leistungsfähigere. Schlecht nur, wenn ein Unternehmen, das die alte Bauteilserie nutzt, dies nicht frühzeitig erfährt. Hersteller wie Siemens wissen

aber wiederum nicht, welche Unternehmen ihre Bauteile nutzen, weil diese selten direkt an den Endkunden verkaufen. „Wir kennen auf der einen Seite die Typen und Serien der eingesetzten Bauteile und wir wissen zum Beispiel von großen Herstellern wie Siemens, wann eine Produktserie abgekündigt wird. Wenn wir diese Informationen matchen, können wir die Kunden frühzeitig informieren. Dann erfolgt entweder ein kompletter Bauteilwechsel (Retrofit) oder der Einkauf von genügend abgekündigten Bauteilen“, verdeutlicht Finke.

Erste Pilotkunden Sowohl das Unternehmen als auch die Geschäftsidee sind noch jung. Es laufen aber bereits die ersten Projekte mit regionalen Unternehmen wie einem großen Lebensmittelhersteller aus der Backbranche und Unternehmen aus der Baubranche. Und es gibt schon eine Zukunftsvision: „Irgendwann werden wir unseren Kunden eine zentrale Lagerhaltung der eingesetzten Bauteile anbieten können. Es sind viele kleine Lager an verschiedenen Punkten in Deutschland geplant, sodass zwischen Meldung des Ausfalls, Aufspielen der Daten und Lieferung eines fertig konfigurierten Bauteils ein bis zwei Stunden vergehen“, blickt Carsten Finke nach vorne. maintenance Dortmund 2022 Stand C21-4 www.inspares.de

Ähnlich wie beim Smartphone geht es hier um eine Bestandserfassung mit einem Backup. Die Katalogisierung per QR-Code ist dabei die Grundlage für die digitale Plattform. Bilder: INspares


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So geht IoT: Einfach Sensoren installieren Maintmaster zeigt, wie unkompliziert der Weg ins IoT für die Instandhaltung sein kann Die Experten von Maintmaster sind der Überzeugung, dass IoT einfach in der Handhabung und günstig zu installieren sein muss. „Wenn das gegeben ist, dann gibt es keinen Grund, die Vorteile dieser innovativen Technologie im Tagesgeschäft nicht zu nutzen“, betonen sie und zeigen, wie es geht – und zwar mit der Maintaster Instandhaltungssoftware mit den IoT-Sensoren aus gleichem Haus. Die Sensoren senden direkt aus den gemessenen Daten und den selbst konfigurierten Grenzwerten automatisch einen Arbeitsauftrag an die Instandhaltungsabteilung – einfach und effektiv. „Sie benötigen keine weiteren Abteilungen, wie beispielsweise die IT, für die Konfiguration der IoT-Sensoren. Die Inbetriebnahme der Sensoren erfolgt aufgrund der Einfachheit durch die Instandhalter selbst“, so die Experten weiter. Die neuen IoT-Sensoren sind einfach zu montieren und benötigen keine Verkabelung. Sie kommunizieren direkt mit der speziellen IoT-Cloud von Maintmaster und messen kontinuierlich Daten für die vorausschauende Instandhaltung und/oder für die Messdatenaufnahme bei Dokumentationspflichten. Sobald die Sensoren installiert sind, besteht ein Zugriff auf die Live-Daten und die dazugehörenden Auswertungen, und zwar über die gewohnte Maintmaster-Oberfläche. Werden eingestellte Messwerte überschritten, erhalten die Instandhalter automatisiert eine Meldung in das System und/oder das Smartphone. Dabei sind alle gemessenen Werte und Auswertungen jederzeit in der Historie nachvollziehbar. Die Sensoren bieten also die Möglichkeit vorausschauend zu agieren, um somit Stillstände präventiv zu vermeiden.

Mehrere Jahre Batterielaufzeit Gespeist werden die IoT-Sensoren übrigens von einer Batterie, die laut Anbieter für eine mehrjährige Laufzeit ausgelegt ist. Und natürlich wird der Batteriezustand ebenfalls durch das System überwacht, d.h. der Sensor sendet automatisch einen Auftrag für das Wechseln der Batterie an das System, wenn dies notwendig ist. Besonders sinnvoll ist ihr Einsatz naturgemäß an schwer zugänglichen Anlagen, denn hier sind Messungen, Inspektionen oder die Kontrolle von Bauteilen erschwert. An dieser Stelle übernehmen die Sensoren diese Aufgaben. Die IoT-Sensoren punkten aber auch im Einsatz an strategisch wichtigen Anlagen, denn sie verhindern unnötige Produktionsstopps. Durch die automatisierten Messungen kann beispielsweise ein Maschinenstillstand vermieden werden, der oftmals zu einem unnötigen Stillstand einer gesamten Produktionslinie führen kann. Ein weiterer Vorteil: Die Sensoren erkennen Abweichungen, die für die menschlichen Sinne nicht zu erfassen sind. Dank der Maintmaster-IoT-Sensoren bekommen Instandhalter also Zugang zu wichtigen Informationen von strategischen Anlagen, was eine genauere Betrachtungsweise vereinfacht.

Die Maintmaster IoT-Sensoren messen pro Sensor gleichzeitig vier physikalische Größen: Beschleunigung (Vibration) in drei Achsen, Temperatur, relative Feuchte und barometrischen Luftdruck. Bilder: Maintmaster

Durch das Zusammenwirken all dieser Faktoren lassen sich zudem die Overall Equipment Effectiveness (OEE) verbessern und Stillstandkosten minimieren. „In der normalen benutzerfreundlichen und vertrauten Umgebung der Maintmaster Instandhaltungssoftware sind die IoT-Sensoren kein Fremdkörper, sondern werden einfach durch die Anwender selbst konfiguriert

Clever: Die kabellosen IoT-Sensoren sind einfach zu montieren. Sie kommunizieren direkt mit der Maintmaster-IoT-Cloud und messen kontinuierlich Daten für die vorausschauende Instandhaltung und/oder für die Messdatenaufnahme bei Dokumentationspflichten.

und können nach Belieben für unterschiedliche Überwachungszwecke eingesetzt werden“, betonen die Experten von Maintmaster Systems GmbH, die ihre

Lösung auch auf der Messe in Dortmund zeigen, abschließend. maintenance Dortmund 2022 Stand B25A-4 https://maintmaster.com

Ein (externer) Partner im gesamten Materialzyklus TÜV Saarland ZfP-Gruppe informiert über die Themen Prüfen, Schulen und Zertifizieren Eine moderne und effiziente Umsetzung der Instandhaltung ermöglicht es Unternehmen, Ressourcen werterhaltend zu pflegen und Investitionen gezielt einzusetzen. Voraussetzung: eine genaue Kenntnis über den Ist-Zustand der Anlagen. Zerstörungsfreie Prüfverfahren erlauben einen genauen Blick in bestehende Systeme und eine zielgenaue Intervention – ausschließlich bei Bedarf. Zerstörungsfreie Prüfverfahren sind seit Langem in der Industrie anerkannte und eingeführte Verfahren, um Materialien und deren Entwicklung über die Einsatzzeit zu überwachen. Die Unternehmen der TÜV Saarland ZfP-Gruppe bieten dabei nach eigenen Aussagen alle klassischen Verfahren der zerstörungsfreien Materialprüfung an: von der Durchstrahlprüfung über Ultraschall- oder Magnetpulver-, Farbeindringprüfung bis hin zur visuellen Kontrolle, der Wirbelstromprüfung oder der Infrarotthermografie. Bereits mit diesen klassischen Verfahren sind weite Teile der Anlagen in sensiblen Bereichen der Industrie zerstörungsfrei prüfbar. Darüber hinaus stehen auch moderne und innovative Prüfmethoden für besondere Anwendungsfelder bereit. Etwa der

gemeinsam mit dem FraunhoferInstitut für zerstörungsfreie Prüfverfahren entwickelte Corrfinder, mit dem Rohre ohne großflächiges Abisolieren auf Korrosion überprüft werden. Auch bei der Prüfung von Lichtmasten kommt diese Technik zum Einsatz und sorgt für eine aktuelle Zustandsbeschreibung der bestehenden Systeme. Grundlage dieser Prüfungen ist ein Verfahren mit elektromagnetischem Ultraschall (EMUS), das Schwachstellen und Korrosionspunkte frühzeitig erkennt und Instandhaltungsarbeiten dementsprechend planbar macht. Prüfungen können dabei in der Regel nicht alleine durch externe Dienstleister erfolgen, es bedarf qualifizierter Experten im Unternehmen, die Fehler in Anlagen rechtzeitig erkennen und

die ersten Anzeichen für entstehende Probleme richtig einschätzen können. Hierzu qualifiziert die TÜV Saarland ZfP-Gruppe in ihren Schulungszentren in Hattingen und München unter anderem in den Prüfverfahren der DIN EN ISO 9712. Daneben können die Unternehmen ihre Mitarbeiter in einer Vielzahl an Spezialthemen aus der Welt der zerstörungsfreien Prüfverfahren schulen lassen. Mitarbeiter in der zerstörungsfreien Prüfung tragen in den Unternehmen eine große Verantwortung und können mit ihrer Expertise Instandhaltungsprozesse optimieren. Umso wichtiger ist es, dass die Verantwortlichen bestens geschult sind. Innerhalb der TÜV Saarland ZfPGruppe qualifizieren Experten im internationalen Netzwerk die Mit-

arbeiter an Standorten in Deutschland, Europa, USA und Asien. Die akkreditierten Programme erfüllen alle mindestens die Anforderungen einer Personalzertifizierung nach den Normen DIN EN ISO 9712, DIN ISO 18436, DIN EN ISO 9972, der Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU sowie des ASME B&PV Code für eine Arbeitgeberzertifizierung nach SNT-TC1A und ANSI/ASNT CP-189. Konsequent eingesetzt, erleichtern zerstörungsfreie Prüfverfahren ein effizientes Instandhaltungsmanagement. Damit gehören die Verfahren – ob extern erbracht oder durch interne Experten – zu den Werttreibern in Unternehmen, da sie die Kosten der Produktion reduzieren können. maintenance Dortmund 2022 Stand B30-4 www.tuev-zfp.de


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Filter – und zwar mit Beratung und Know-how Experten von Filteron unterstützen bei der Optimierung Die industrielle Filtration hat nicht nur direkte Auswirkungen auf die Qualität der Produkte, die Umwelt und das Arbeitsumfeld der Mitarbeiter, sondern auch auf die Ökonomie eines Unternehmens. Denn je effizienter die Filtration ist, desto höher sind die potenziellen Kostenersparnisse durch geringe Druckdifferenzen. Diese führen nämlich zu längeren Standzeiten und in der Folge zu einer Verlängerung der Wartungsintervalle – und das alles spart Geld. Ganz grundsätzlich gilt: Die große Auswahl an verschiedenen Filterarten und -materialien stellt praktisch sicher, dass der für die gewünschte Anwendung optimale Filter auch existiert. Sie birgt umgekehrt aber auch das Risiko einer falschen Filterwahl in sich. Doch damit nicht genug: Mit der Wahl des bestmöglichen Filters ist es zumeist noch nicht getan, denn auch die korrekte Anlagenauslegung ist ein weiterer wichtiger Faktor. Deshalb beraten und beliefern Fachfirmen wie Filteron Unternehmen nicht nur beim Thema Ersatzfilter, sondern sie haben auch die Expertise, um das für den Anwender optimale Filtrationskonzept erfolgreich umzusetzen. Wie groß das Angebot an Filterarten und -materialien ist und welche Möglichkeiten es gibt, die Filtration zu optimieren, zeigen die Spezialisten von Filteron unter anderem auf der maintenance in Dortmund. Zu sehen sein werden unter anderem Glasfaser- und synthetische Filtermedien. Sie eignen sich beispielsweise zur Farbnebelabscheidung. Sie speichern also die bei Lackierprozessen entstehenden Farbnebel und verhindern so, dass diese in die Atemluft gelangen oder den Arbeitsplatz beziehungsweise das zu lackierende Produkt verunreinigen. Glasfasermedien werden

hier als Boden- und synthetische Filtervliese als Deckenfilter eingesetzt. Neben dem traditionellen Lackierprozess spielt die Pulverbeschichtung mittlerweile eine große Rolle in der Oberflächentechnik. Für die hierbei entstehenden Stäube bietet sich eine Feinstaubabscheidung an, bei welcher Filterpatronen zum Einsatz kommen. Durch die feine Faltung des in einem stabilen Gehäuse gefassten Filtervlieses bietet dieser Filtertyp eine große Filterfläche auf einem vergleichsweise kleinen Raum. Werden beispielsweise die Oberflächen von Werkstücken mittels Strahlverfahren bearbeitet oder müssen im Fertigungsprozess poliert werden, so finden auch hier Filterpatronen Einsatz, da sie mit ihrer hohen Abscheideleistung kleinste Partikel filtern können und durch die Möglichkeit von mechanischen Abreinigungsverfahren eine hohe Standzeit ermöglichen. Darüber hinaus werden Filter, welche Einsatz bei Schleifprozessen oder beim Schweißen und Flexen finden, von Filteron angeboten. Hier setzt man auf eine Stufenfiltration, die sich meist aus Metallfiltern gegen Funkenflug, in der Hauptstufe Kassetten- und Schwebstofffiltern zur Partikelabscheidung, sowie Aktivkohlefiltern zur Rauch- und

Geruchsabsorbierung in der Nachfiltration zusammensetzt. Die Vorfiltration ist hierbei optional, während Schwebstofffilter je nach Anwendungsfall eine Alternative zu Filterpatronen darstellen. An anderer Stelle werden in der Fertigung Reinigungs- und Kühlwasser-Aufbereitungsanlagen auch mit Filtern ausgestattet, um einen optimalen Rückfluss der eingesetzten Mittel zu ermöglichen. Zum Thema Taschenfilter: Die in einem wahlweise aus Kunststoffoder Metallrahmen gefassten, zu Taschen vernähten Filtervliese werden bevorzugt in der Zuluft eingesetzt. Sie reinigen große auftretende Luftströme und sichern so das benötigte Prozessklima. Die unterschiedlichen Güteklassen – in diesem Falle G3 bis F9 – sowie die zu beachtenden Volumenströme setzen eine fachmännische Beratung unter Einbeziehung der Anlagenparameter voraus.

Taschenfilter werden bevorzugt in der Zuluft eingesetzt. Sie bestehen aus zu Taschen vernähten Filtervliesen, gefasst in einem Rahmen aus Kunststoff oder Metall. Sie reinigen große Luftströme und sichern so das benötigte Prozessklima. Die unterschiedlichen Güteklassen sowie die zu beachtenden Volumenströme setzen eine fachmännische Beratung unter Einbeziehung der Anlagenparameter voraus. Bilder: Filteron

Apropos Beratung: Über die unterschiedlichen Filterarten und Materialien und deren Einsatzmöglichkeiten informieren die Spezialisten der im Jahre 1980 gegründeten Filteron GmbH während der beiden Messetage. Ulrich Bräunlich von der Geschäftsfeldentwicklung von Filteron betont, dass billige Filter oftmals nicht den Anforderungen gerecht werden, häufig den Ener-

gieverbrauch unnötig nach oben treiben und zumeist auch deutlich früher ausgetauscht werden müssen. „Hierdurch wird aus der vermeintlichen Kostenersparnis im Endeffekt eine Kostensteigerung“, weiß der Experte aus Erfahrung. Es lohnt sich also, hier genauer nachzufragen. maintenance Dortmund 2022 Stand D28-4 www.filteron.de

Instandhaltungslösungen live erleben MobileX zeigt das neueste Release ihrer Field-Service-Management-Lösung Die neue Version 10.1 bietet mit den mobileX-Plugins ein neues Modul für mobileX-CrossMIP. Damit können Unternehmen die mobile App an ihre individuellen Anforderungen anpassen. Außerdem wurden die dynamischen Formulare für die App, die mobileX-CrossForms, überarbeitet. Sie sind jetzt, so der Softwareanbieter, einfacher zu erstellen. Das Release 10.1 umfasst außerdem ein Add-On for SAP S/4HANA für eine direkte Integration von mobileX-CrossMIP und mobileX-Dispatch in S/4HANA On Premise. Die mobileX-Plugins ermöglichen laut Entwickler einen hohen Individualisierungsgrad in einer Standardanwendung, denn mit deren Hilfe können Unternehmen die App-Anwendung mobileXCrossMIP selbst an ihre individuellen Anforderungen anpassen. So können sie zum Beispiel die Navigation und Anzeige der App ändern sowie beliebige neue Anwendungsfälle und Prozesse erstellen. Mit dem neuen Modul lassen sich Erweiterungen und Anpassungen laut Anbieter schnell und einfach bereitstellen. Neu ist außerdem mobileX-CrossForms 2.0. Die zweite Version für individuelle, dynamische Formulare in mobileX-CrossMIP bietet einige Neuerungen in der Erstellung und Anwendung. So wurde beispielsweise die WebIDE überarbeitet, um die Entwicklung der Formulare anwenderfreundlicher zu gestalten. Dazu gehört zum Beispiel eine einfachere Integration auch von unternehmenseigenen Icons oder eine Vorschau für verschiedenen Display-Größen. Für die Formularentwicklung gibt es nun außerdem die Möglichkeit zu bestimmen, ob ein Formular verpflichtend oder optional aus-

Die mobilen Lösungen, mobileX-MIP for Field Service und mobileX-CrossMIP, bieten Instandhaltern eine digitale Auftragsabwicklung auf Laptop, Smartphone und Tablet. Bild: mobileX

gefüllt werden soll und ob mehrere Formulare erfasst werden können. Eine PDF-Vorschau ermöglicht es jetzt dem Techniker, die PDF bereits während der Erfassung des Formulars anzuzeigen. Die mobileX-CrossForms 2.0 unterstützen darüber hinaus Barcode-Scanner zur direkten Erfassung in den Formularen. Zudem lassen sich die individuellen Formulare jetzt auch in Meldungen und Objektlisten integrieren. Schließlich steht mit dem Release 10.1 nun ein Add-On for SAP S/4HANA für eine direkte Integration von mobileX-CrossMIP

und mobileX-Dispatch in S/4HANA On Premise zur Verfügung. Damit können Unternehmen ihre Instandhaltungsprozesse in SAP S/4HANA EAM mit einem Add-On und ohne eine zusätzliche C/4Cloud-Anbindung nutzen. Das Add-On kann, so der Anbieter, mit geringem Aufwand für den Einsatz konfiguriert werden und bietet zahlreiche Schnittstellen, um individuelle Erweiterungen und Anpassungen vorzunehmen. maintenance Dortmund 2022 Stand K26-5 www.mobilexag.de


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Anlagenausfällen clever vorbeugen Von der stationären Überwachung bis zur Komplettlösung für die Wälzlagerprüfung Es gibt mehrere Gründe, den Messestand von Sonotec zu besuchen. Neben der neuen akustischen Kamera Sonascreen (siehe Seite 1 in dieser Ausgabe), mit der sich Hörschall- und Ultraschallquellen lokalisieren und visualisieren lassen, zeigen die Experten mit der stationären Sensorbox SSB10 und dem Ultraschallwandler T20 eine innovative Lösung zur stationären Zustandsüberwachung. Präsentiert wird zudem eine Komplettlösung für die Wälzlagerprüfung bestehend aus der LevelMeter 2.0 App und dem neuen Körperschallsensor BS40 für die Maschinenprüfung. Der Ultraschallspezialist Sonotec bringt mit dem Ultraschallwandler T20 eine Körperschallsonde für die stationäre Zustandsüberwachung von Maschinen, Anlagen und Prozessen auf den Markt. In Kombination mit der stationären Sensorbox S-SB10 und einer festen Installation von Ultraschallwandlern an einer Prüfstelle lassen sich so sowohl kurzfristige Pegeländerungen als auch langfristige Trendentwicklungen beobachten. Auf Grundlage von Veränderungen der Ultraschallpegel sind somit Aussagen zum Zustand der Anlage oder des Prozesses möglich. Für wiederkehrende Messungen mit Aufzeichnung von Messdaten kann die Ultraschallsonde mit einem Magnetfuß oder Universalmagnet fixiert werden. Für eine Dauerüberwachung oder eine feste Montage innerhalb einer Sicherheitsabdeckung/-zone wird die Sonde mit einem Gewindestift angeschraubt. Die Hauptfunktion der S-SB10 besteht darin, hochabgetastete Ultraschallsignale für nachgelagerte, niedrig abtastende Systeme brauchbar umzuwandeln, schließlich müssen Ultraschallsignale im Bereich von mehreren Hundert Kilohertz (kHz) abgetastet werden. Das können einfache Messkarten oder Signaleingänge von Maschinen- oder Prozesssteuerungen technisch nicht leisten. In der S-SB10 werden deshalb die Hochfrequenzdaten zunächst entsprechend verstärkt und gefiltert. Anschließend findet eine Pegelbildung statt, welche zur Reduzierung des Datenstromes führt. Danach können diese Pegeldaten oder wahlweise ein Alarmsignal am Stromausgang ausgegeben werden. Mit diesen Signalen ist es nun möglich, einfache Messkarten oder SPS-Steuerungen zu speisen, welche dann die weitere Datenverarbeitung übernehmen. Die S-SB10 kann dabei sowohl mit Luftschall- als auch Körperschallsonden betrieben werden. Damit lassen sich vielseitige Zustände und Prozesse überwachen. So können mit Luftschallultraschall z. B. turbulente Ströme von Gasen an Leckagen ebenso detektiert werden wie Teilentladungsprozesse an elektrischen Anlagen – schließlich erzeugen beide Vorgänge hochfrequente Ultraschallsignale. Mit fest verbauten Körperschallsonden (Kontaktsonden) lassen sich ebenfalls turbulente Ströme von Gasen und Flüssigkeiten zum Beispiel in Rohren oder Ventilen überwachen. Darüber hinaus eignen sich Körperschallsonden auch für Prozesse, bei denen Reibung für die Erzeugung von Ultraschall verant-

Mithilfe der Sonotec-eigenen PC-Software und dem USB-RS485-Konverter ist es möglich, die S-SB10 zu parametrieren. So können die Eingangsverstärkung, die Eckfrequenzen des Bandpassfilters (in 5 kHz Schritten) oder die Mittelung eingestellt werden, was für die Anpassung an die jeweilige Messaufgabe unerlässlich ist. Außerdem können Alarmschwellen gesetzt sowie die Art des Pegels und dessen Mittelung ausgewählt werden.

wortlich ist, wie beispielsweise für die Wälzlagerprüfung. Apropos Wälzlagerprüfung: Sonotec bringt mit dem aktuellen Release der Sonaphone App LevelMeter 2.0, der Markteinführung des Körperschallsensors BS40 sowie neuer Features in der Instandhaltungssoftware Sonaphone Datasuite eine Gesamtlösung für die Wälzlagerprüfung mit Ultraschall auf den Markt. Mit der neuen Version der App können nun dank integrierter manueller Verstärkungsumstellung konstante Messbedingungen sichergestellt werden – ein wichtiger Aspekt, wenn es beispielsweise um vergleichende Messungen geht. Mit dem einstellbaren Bandpassfilter lassen sich außerdem der Frequenzbereich an die jeweilige Prüfaufgabe anpassen und Störgeräusche ausblenden. „Das Sonaphone ist damit das weltweit erste digitale UltraschallPrüfgerät, welches breitbandige

Ultraschallsignale mit einem in Frequenz und Bandbreite variablen Bandpass erfassen und daraus berechnete Kennwerte ausgeben kann“, betonen die Experten von Sonotec. Mit dem neuen Körperschallsensor BS40 bietet das Unternehmen nun einen Sensor an, der für die Prüfung von Wälzlagern geeignet ist. Die optimierte Kennlinie des Sensors im Bereich von 10 kHz bis 65 kHz sorgt, so der Hersteller, für einen nahezu linearen Frequenz-

Der neuen Körperschallsensor BS40 mit laserverschweißtem Edelstahlgehäuse und StandardGewindebolzen ist handlich und robust. Bilder: Sonotec

gang. Dank der Erweiterung des bisherigen Ultraschallfrequenzbereichs nach unten bis < 1 KHz bietet der BS40 zudem mehr Flexibilität bei der Maschinendiagnose. Die überarbeitete Sonaphone Datasuite-Software rundet die

neue Komplettlösung für die Wälzlagerprüfung ab. Erstmalig ist damit nun das Trending von Kennzahlen zur Wälzlagerbewertung möglich. maintenance Dortmund 2022 Stand E25-4 www.sonotec.de

Unterweisungen sind Chancen, nicht Routine Lockout/Tagout: Experten von Abus klären auf über Unterweisung und Training In vielen Unternehmen ist die Unterweisung zu einem „Brauch“, zu einem mehr oder weniger mechanischen Vorgang geworden. Da werden schnell ein paar PowerPoint-Folien gezeigt, die eingeteilt sind in Berichte über Unfälle und Regelwerke sowie Normen. Dann folgt eine kurze Vorstellung der neuen „Hilfsmittel“ und eine Erklärung, wo und wann diese zu nutzen sind. Am Ende gibt es noch ein paar Hinweise zu möglichen Sanktionen bei Nichteinhaltung der Vorgaben – fertig. Wer dies so angeht, vergibt besonders beim Thema Lockout/Tagout die große Chance, die betroffenen Beschäftigten mitzunehmen und ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen. Unterweisungen sollten zeitlich immer so gestaltet sein, dass auch eine gesunde und lebhafte Diskussion stattfinden kann, empfehlen in diesem Zusammenhang die Experten von Abus. Es geht dabei nicht darum, das generelle Verfahren anzuzweifeln, „sondern vielmehr alle Sinnfragen so zu beantworten, dass die Fragesteller diesen auch für sich erkennen“. Safetyculture ist hier das Gebot der Stunde. Lockout/Tagout ist nämlich eine Arbeitsschutzmaßnahme, die viel Fingerspitzengefühl braucht, wenn es darum geht, alle betroffenen Personen auf die „Reise“ mitzunehmen.

Praxisbezogenes Training spielt hierbei genauso eine wichtige Rolle wie das Erstellen und Verfestigen von Ritualen. Motivation und positives Mindset entstehen eben nicht durch das Ablesen von Folien und einer Unterschrift am Ende der Unterweisung, das wissen die Experten aus der Praxis. Abus bietet deshalb im Rahmen seiner Dienstleistungen zum Thema Lockout/Tagout intensive „Train the Trainer“-Konzepte an und hilft den Unternehmen dabei, sich selbst zu helfen. Dies gilt nicht nur für den Bereich Lockout/Tagout, sondern auch für das Entstehen-Lassen einer Safetyculture an sich.

Informationen zu dieser und anderen Dienstleistungen bekommen Interessenten nicht nur auf der Homepage von Abus, sondern auch auf dem Messestand. Außerdem ist der Vollsortimenter wieder mit vielen Neuheiten und Highlights in Dortmund dabei. Zu sehen sein wird unter anderem die neue Schlossserie 76/40, das erste Safetyschloss mit mehr als 100.000 garantiert verschiedenen Schließungen. Zudem sorgen bei dieser Schlossserie sechs unterschiedliche Bügelvarianten für Flexibilität. maintenance Dortmund 2022 Stand B36-4 www.abus.com


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Kleine Leckagen, hohe Kosten – große Leckagen, immens hohe Kosten Wie sich die Druckluftkosten durch Leckagenortung und -beseitigung deutlich reduzieren lassen Luft im verdichteten Zustand ist ein praktischer Energieträger, der Energie über weite Distanzen transportieren kann. Bei der Entspannung wird Druckluft dann in Arbeit umgesetzt. So weit, so gut. Doch Druckluft ist gleichzeitig auch ein besonders teurer Energieträger – und das gilt nicht nur für die Herstellung, sondern auch für den Transport über das Leitungsnetz. Experten schätzen, dass bis zu 30 Prozent der erzeugten Druckluft durch Undichtigkeiten im Druckluftsystem verloren gehen. Deshalb lohnt es sich stets, diese Undichtigkeiten zu orten und Leckagen zu beheben. Wie das besonders einfach geht, erklären die Experten von UE Systems. Da Druckluftsysteme unabhängig von der Art der Rohrleitungen, der Verwendung und der Ausführung des Systems nie eine einhundertprozentige Dichtigkeit aufweisen, kann die Einführung eines Programms zum Umgang mit Druckluftleckagen eine wirtschaftliche und effektive Möglichkeit sein, die Effizienz eines Druckluftsystems zu verbessern. Ein solches Programm dient zum Erkennen und Reparieren von Druckluftlecks, bevor sie zu einem großen Problem werden und hilft, Zeit, Geld und Energie einzusparen. Bei dem luftübertragenden Ultraschall ist die Ortung von Druckluft- und Druckgaslecks die am weitesten verbreitete Anwendung. Jüngste Fortschritte bei der Erkennung von Druckluftlecks ermöglichen sogar die monetäre Quantifizierung deren Folgen. Eine effektive Ultraschall-Druckluftleckuntersuchung konzentriert sich auf sieben Schlüsselfaktoren: Bewertung Erkennung Identifikation Verfolgung Reparatur Überprüfung Neubewertung Durch die Einführung dieser Schritte kann eine typische Produktionsanlage ihren Energieverbrauch um etwa 10 bis 20 Prozent reduzieren.

Ortung per Ultraschall Für die Ultraschall-Lecksuche wird ein Ultraschallgerät mit Frequenzabstimmungsfunktion empfohlen. Die empfohlene Frequenzeinstellung beträgt 40 kHz. Bei Ultraschallgeräten, die auf einer festen Frequenz arbeiten oder bei denen die Frequenzabstimmung nicht zur Verfügung steht, sind die Geräte normalerweise werkseitig fest auf 38 kHz eingestellt. Es gibt verschiedene hochfrequente Schallquellen, die diese Ultraschallgeräte erkennen. Für

In der Praxis hat sich eine genaue Planung der Inspektion durch einen ersten Rundgang bewährt. Leckagen sollten außerdem genau dokumentiert und die damit verbundenen Kosten berechnet werden. Sieht man auf Heller und Pfennig, welche Kosten damit einhergehen, werden die notwendigen Reparaturen nicht auf die lange Bank geschoben.

die Erkennung von Druckluft- und Druckgaslecks ist der Ursprung des Ultraschalls eine Turbulenz. Eine Turbulenz entsteht, wenn ein komprimiertes Gas in einem Rohr oder Gefäß durch kleinste Schlitze oder Öffnung mit Druck in die Atmosphäre austritt. Turbulenzen entstehen auch bei einsaugender Luft, also bei Vakuumleckagen. Bei Vakuumlecks liegt aber nicht so viel Ultraschallgeräusch vor, da der größte Teil der Turbulenz im Inneren des Gehäuses liegt. Daher ist es schwieriger, Vakuumlecks mit Ultraschall zu finden als eine Leckage, die in die Atmosphäre austritt – aber dennoch ist es immer noch möglich, wenn genügend turbulentes Ultraschallgeräusch vorhanden ist und gegebenenfalls spezielle Sensoren verwendet werden.

Methode: Grob zu fein Sobald ein Ultraschallgerät ausgewählt wurde, kann mit der Planung der Druckluftüber-

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wachung begonnen werden. Beim Scannen nach Druckluftleckagen in der Anlage ist zu beachten, dass hochfrequente Töne (Ultraschall) sehr energiearm/intensitätsarm sind. Aufgrund der geringen Energie kann der Schall keine festen Oberflächen durchdringen, sondern er wird von festen Oberflächen reflektiert. Deshalb ist es wichtig, mit dem Ultraschallgerät in alle Richtungen zu scannen und gleichzeitig die Empfindlichkeit einzustellen. Diese Vorgehensweise ist notwendig, um den Ort der Druckluftlecks zu bestimmen. Wenn grob die Richtung des Druckluftlecks lokalisiert wurde, kommt die Fokussiersonde zum Einsatz. Sie wird über das am Messgerät angeschlossene Scanning-Modul umgesetzt. Damit lässt sich der Scanbereich fokussieren und somit der Ort einer Leckage genau bestimmen. Diese Methode der Druckluftleckerkennung mit Ultraschall wird mit „Grob zu fein“ bezeichnet.

Erstellen einer Inspektionsroute Die Planung der Leckageerkennungsroute ist ein wichtiger erster Schritt. Es wird empfohlen, vor der Inspektion einen Rundgang durchzuführen. Der Prüfer sollte dies nutzen, um herauszufinden, in welchen Bereichen oder Zonen Druckluft verwendet wird. Ebenso sind Pläne über die Verlegung der Druckluftleitungen ein gutes Hilfsmittel bei der ersten Sichtung dieser Bereiche. Notieren sollten die Instandhalter dabei alle Sicherheitsgefahren und Zonen, in denen der Zugang zu dem Messpunkt schwierig ist, die Verwendung von Leitern, zusätzlichen PSA oder ob Zugang zu verschlossenen Bereichen erforderlich ist. Notiert werden sollten ferner offensichtliche Anzeichen für „Druckluftmissbrauch“ (z.B. Reinigen der Kleidung mit Druckluft), mögliche Leckagestellen und unsachgemäße Rohrleitungsinstallationen. Das Wissen über mögliche Leckagen oder produktionsbedingte Verwendung der Druckluft (z. B. Bewegen von Teilen/Produkt, Luftmessern usw.) hilft dem Prüfer dabei, nicht verwirrt zu werden durch die ganzen Geräusche, sondern sich darüber bewusst zu sein, woher diese Geräusche kommen, beziehungsweise wo deren Ursprung ist. Ein mögliches Ziel dieser Druckluftinspektion könnte sein, Bereiche oder Anwendungen zu finden, in denen Druckluft missbräuchlich oder nicht effizient genutzt wird und hierzu Alter-

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Eine Ultraschall-Druckluftleckageinspektion rechnet sich in aller Regel schnell und sorgt für Energieeinsparungen ohne großen Investitionsaufwand. Bilder: UE Systems

nativen zu suchen, wie die Verwendung von kostspieliger Druckluft ersetzt werden kann. Ebenso muss überlegt werden, welche Art von Leckagen mit Ultraschall gesucht/erkannt werden sollen, wie etwa Drucklecks in Druckluftoder Druckgassystemen, Vakuumlecks oder Kältemittellecks. Nach dem Durchgang wird dann ein Bereich nach dem anderen ausgewählt, um ihn zu inspizieren. Aus Gründen der Einheitlichkeit wird empfohlen, mit dem Kompressor oder der Zufuhrseite zu beginnen und dann über die Verteilerleitungen zu den Bereichen zu gehen, in denen die Druckluft verwendet/verbraucht wird. Nachdem die Druckluftleckagen mit dem Ultraschallgerät gefunden wurden, sollte ein Markierungssystem (z. B. Etiketten) vorhanden sein, um die Leckagen markieren zu können. Das Etikett sollte die Möglichkeit bieten, nachdem der Ort des Lecks bestätigt wurde, die Nummer des Lecks, den Druck, die Art des Gases, eine kurze Beschreibung der Leckagestelle und den Dezi-

belwert des Lecks, der auf dem Ultraschallgerät angezeigt wurde, vermerken zu können. Die Kosten des Lecks, die mit entsprechender Software dargestellt werden können, sind sehr hilfreich, um ein Bewusstsein für die Auswirkungen von Druckluft- oder Druckgasleckagen zu schaffen.

Dokumentation und Berichterstattung Neben der Reparatur der Druckluftleckagen hängt der Erfolg der Druckluftleckageuntersuchung weitestgehend von der Berichterstattung und Dokumentation der Ergebnisse ab. Zu Dokumentationszwecken gibt es eine Leak Survey App von UE Systems, die für iOS und Android Systeme verfügbar ist. Die App ermöglicht dem Prüfer eine einfache Dokumentation der Druckluftund Druckgaslecks sowie der Darstellung der damit verbundenen Kosten. Bei der Darstellung der Kosten und des LPM-Verlusts (Liter pro Minute) der Druckluft- oder Druckgaslecks ist zu beachten, dass dies überschlagene Kosten sind. Diese Kosten basieren auf dem Dezibelwert, den Kosten pro Kilowattstunde Strom und dem Druck an der Leckagestelle. Idealerweise ist der Druck an der Leckagestelle zu verwenden. Denn zum Beispiel kann der Druck am Kompressor bei 8 bar liegen, aber dort, wo die Druckluft dann tatsächlich verwendet wird (und wo die Leckage ist), ist sie vielleicht auf 5 bar heruntergeregelt. Für Spezialgase wie z. B. Helium, Stickstoff oder Argon basieren die Kosten der Leckagen ebenfalls auf den Dezibelwerten, den Drücken und den Kosten der Gase in Euro pro tausend Liter. maintenance Dortmund 2022 Stand A18-4 www.uesystems.eu


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B&I MESSEZEITUNG 2022

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Das volle Standardisierungspotenzial nutzen Energieexperten setzen auf IT-gestützte Kundendienst- und Serviceprozesse Die Herausforderungen moderner IT-Projekte lassen sich bei aller individuellen Akzentuierung nach wie vor unter den zwei Aspekten Praxistauglichkeit und Effizienz fassen. Wie schnell man mit einem solchen Ansatz produktiv werden kann, zeigt das Praxisbeispiel der Vrielmann GmbH aus Nordhorn. Hier kommt die Software GS-Service der Greengate AG zum Einsatz. Die Vrielmann GmbH wurde im Photovoltaikanlagen. Vrielmann Jahr 1976 als Elektrohandwerksunselbst konnte dadurch die Aufternehmen mit dem Schwerpunkt tragseingänge im Bereich KomSchaltanlagenbau im Mittel- und pakt-Transformatorstationsbau siNiederspannungsbereich gegrüngnifikant steigern. det. Heute beschäftigt das UnterDer Bau ist das eine, die Innehmen mehr als 120 Mitarbeiter standhaltung der Stationen das am neuen Standort im Nordosten andere. Beides gehört aber zuNordhorns. Das Gros der Belegsammen und macht aus Vrielmann schaft befasst sich unter der Regie einen Komplett-Anbieter. Das ist der Geschäftsführer Dipl.-Ing. (FH) wichtig, denn die meisten Kunden Robert Vrielmann und Dipl.-Ing. sind keine Elektrofachkräfte, aber (FH) Heiko Ensink mit Schaltals Betreiber dieser elektrischen schrank- und Stationsbau; weiteres Einspeiseanlagen gemäß DIN VDE Personal wird in Service, Pro0105 (Betrieb von elektrischen Angrammierung, Lager, Logistik und lagen) zu Prüfung und Wartung Verwaltung beschäftigt. durch entsprechendes FachperDas Portfolio im Bereich Elektrosonal verpflichtet. technik umfasst den SchaltanlaDa auch die Versicherungen diese genbau für NiederspannungsanForderung erheben, stieß das wendungen, Transformatorstaneue Serviceangebot – speziell die tionsbau und die Erstellung von bundesweit angebotene Wartung Netzanbindungen bis 30 kV. von Kompakt-TransformatorstaZudem werden unter dem Motto tionen – auf enorme Nachfrage. „Der beste Schutz gegen Störungen“ Die Entscheidung für eine IT-geServiceleistungen rund um die stützte Instandhaltung, wie sie die Software GS-Service ermöglicht, Energietechnik angeboten. Hinzu kommen der Steuerungslag da auch angesichts der bau und die Automatisierung früheren Abläufe auf der Hand. sowie die Elektronik- und Serien- „Der Aufwand war riesig“, erinnert fertigung mit Schwerpunkt Masich Sascha Voshaar, „bei jedem schinen- und Anlagenbau. AußerTermin mussten die Stammdaten dem gibt es eine unternehmensund jedes Bauteil einzeln erfasst eigene Akademie, in der jährlich werden, weil keine Datenbank für über 600 Personen an praxisnahen die Dokumentation existierte. Das Workshops, Seminaren und Jahreswar ein aufgeblasener Prozess, der unterweisungen teilnehmen. schon bei kleinen Änderungen wie ein Kartenhaus zusammenbrach.“ Nicht selten führten Office-VerStrukturelle sionssprünge zu FormatierungsBedürfnisse änderungen beim Bearbeiten der Prüfprotokolle. Der zusätzliche Sascha Voshaar ist Abteilungsleiter Aufwand der Projektleiter für eine einwandfreie Dokumentation war Service und Dienstleistungen bei Vrielmann. Er betont die Notwenerheblich. digkeit der Prozessoptimierung und die Wichtigkeit der Einführung Strukturierte Wartung einer datenbankbasierten Lösung im Feld für die Kundendienst- und Serviceprozesse. „Vrielmann hat sich vom Mithilfe der Rationalisierung von klassischen Anlagenerrichter mit Prüfprotokollen in GS-Service sollder Kernkompetenz Bau und Inte hier der Aufwand für die betriebnahme von KompaktDokumentation und Datenpflestationen hin zu einem Servicegeaufgaben erheblich minimiert werden. Workflows, Kurzdienstleister entwickelt, der auch anweisungen und Hilfefunktionen Wartung und Analyse komplexer in der Software sollten außerdem Baugruppen anbietet“, erklärt er genutzt werden, um das Serviceund ergänzt: „Früher konnte man von einem abgegrenzten Tätigpersonal bei der Analyse komkeitsfeld mit einer klaren Aufplexer Baugruppen und der gabenstellung ausgehen, die überDokumentation der Wartungsschaubare Kenntnisse erforderte. arbeiten an Nieder- und MittelHeute sind wir mit umfangreichen, spannungsanlagen zu untervielseitigen Aufgaben konfrontiert stützen. und bringen aufwendiges MessSascha Voshaar sieht das Projekt Equipment zur Anwendung. Da nach einjährigem Einsatz auf dem benötigen wir auch auf Service richtigen Weg: „Die Akzeptanz von ausgelegte Strukturen.“ GS-Service bei unseren ServiceEben dieser strukturelle Bedarf technikern ist sehr gut, denn wuchs analog zu Umfang und faktisch ermöglicht die AnKomplexität der Aufgaben im wendung ein strukturiertes ArEnergiesektor: Die staatlichen Förbeiten im Feld.“ derungen bei regenerativen EnerUnd so läuft es in der Praxis: Die gien sorgten in den letzten 10 bis Servicetechniker erhalten vom 15 Jahren beispielsweise für eine Projektleiter morgens ihre Tablets steigende Anzahl der Netz(iOS) mit den vorbereiteten Aufanbindungen von Biogas- und gaben und können vor Ort mit ob-

jektspezifisch zugewiesenen Checklisten und Protokollen inklusive Unterschriftfunktion arbeiten, QR-Codes auslesen, auf Daten zugreifen oder Bilder hinterlegen. Im Regelfall greifen die Monteure dabei auf die mobile Lösung GSTouch zurück, die im Offlinemodus bei Arbeiten in geschlossenen Stationen Standard-Workflows für Aufgaben, Tätigkeiten und Ereignisse abdeckt. Zum Funktionsumfang von GSTouch zählen außerdem eine individuelle Zusammenstellung durchzuführender Arbeiten – eine Art Arbeitspaket auf dem Gerät –, die Rückmeldung erledigter Tätigkeiten von unterwegs, die spontane Mangelerfassung und die direkte Stundenbuchung.

Enormes Standardisierungspotenzial Später in der Nachbereitung wird das System bei Vrielmann noch um externe Protokolle wie eingehende Ölanalysen beauftragter Labore angereichert. „Teils organisieren unsere Techniker über die umkreisbezogene Einsatzplanung auch selbst Termine und Touren.“ Bevor die Wartungsergebnisse dann aber an den Kunden gehen, ist eine Nachbereitung in der Zentrale Stand heute noch erforderlich. Voshaar dazu: „Wir arbeiten daran, die Serviceberichte automatisiert an die Kunden weiterzuleiten, aktuell nutzen wir die Wartungsprotokolle primär intern. Die Weiterleitung von Maßnahmen funktioniert aber jetzt schon einwandfrei, sei es als Information an die Abrechnung oder den Vertrieb im Hause.“ Der Vertrieb von Vrielmann nutzt die Datenbank im GS-System regelmäßig. In Zukunft wird hier auch noch vermehrt die browserbasierte Anwendung GSWeb zum Einsatz kommen. „Die parallel mögliche Aufgabenbearbeitung in GS-Web ist vor allem bei kompletter Besetzung auf Großbaustellen ein Riesenvorteil“, so Voshaar. Dass Vrielmann mit GreengateSupport alle Möglichkeiten von GS-Service in Betracht zieht, ist nicht nur auf die gängige Forderung nach mehr Effizienz zurückzuführen, sondern fußt auf verifizierbaren Erkenntnissen: Denn 40 Prozent des Wartungsaufwands wurden in einer Untersuchung als nicht wertschöpfend identifiziert; das sind unter anderem die Arbeitsschritte Vor- und Nachbereitung, Dokumentation und Datenpflege sowie das Rüsten. Angesichts des prosperierenden Wartungsgeschäfts mit mehr als 500 Wartungsverträgen sind zumindest die nicht notwendigen

Eine professionelle Anleitung und Steuerung der Tätigkeiten schätzen die Vrielmann-Servicetechniker auch beim Handling des anspruchsvollen Mess-Equipments. Bild: Greengate

unter den nicht wertschöpfenden Arbeiten kein haltbarer Zustand: 2.000 Einzelberichte fallen allein pro Jahr an, und 30.000 Felder mit wiederkehrenden Daten signalisieren ausgeprägtes Standardisierungspotenzial. Gleiches fällt bei der Betrachtung der Planstunden ins Auge: Rund zwei Drittel aller Planstunden im Segment Wartung entfallen bei Vrielmann auf die rechtlich vorgeschriebene einjährige Inspektion oder die vierjährige Wartung. Voshaar erklärt: „Vor diesem Hintergrund ist es klar, dass wir den Aufwand für Dokumentationen und Datenpflege mit GSService schon enorm minimieren konnten. Die Prozesse sind angepasst und enorm verschlankt worden.“ Aaron Calopresti, verantwortlicher Projektleiter bei Softwarelieferant Greengate AG, ist wenig überrascht: „Für schnell wachsende Service-Unternehmen wie Vrielmann ist es natürlich eine echte Herausforderung, sowohl nachhaltige als auch agile Strukturen für die eigenen Geschäftsprozesse zu finden. Denn das Datenaufkommen steigt zwar von Tag zu Tag, nicht selten aber fehlt es an der richtigen IT für die systematische Sammlung, Ablage, Auswertung und vor allem gezielte, operative Nutzung der eigenen Daten.“

Aktive Tests statt Schulungen Mit GS-Service entstehe gerade der mitwachsende, stabile Gegenpol. „Wir bauen hier aktuell ein System mit automatisierter Datenauswertung und -bereitstellung im Rahmen zwar strukturierter, aber ebenso flexibler Geschäftsprozesse auf“, so Aaron Calopresti. Damit traf Greengate schon zu Projektbeginn den Kern der Vrielmann-Vorstellungen. „Wir haben die Systeme bei der Auswahl aktiv verglichen“, erinnert sich Voshaar, „zwei Wochen haben wir in den kompletten Aufbau eines Systems von einem Wettbewerber investiert, das Ganze war aber zu starr. Wir hätten uns komplett in dessen Struktur einfügen müssen, das ging nicht. Die Schnittstellenthematik war auch problematisch.“

Bei GS-Service ist sie das nicht: Momentan wird die Schnittstelle von GS-Service zur ERP-Lösung SAP Business One angedacht. Zeitnah und pragmatisch voran ging es aber schon vor dem GoLive im Frühherbst 2020.

Abteilungsübergreifende Nutzung Milan Lügtenaar, Projektmanager Wartung bei Vrielmann, erinnert sich: „Um die Prozesse ganzheitlich abbilden zu können, wurde zunächst eine Testumgebung aufgebaut. Schulungen im engeren Sinne haben wir gleich durch aktive Tests ersetzt. Und Rückmeldungen aus der praktischen Arbeit mit dem System wurden direkt umgesetzt.“ Fließend war der Übergang von Einführungsveranstaltung bis Inbetriebnahme der Applikation auf den Vrielmann-Servern. „Um die Prozesse in GS-Service schon während der Installation abbilden zu können“, erörtert Milan Lügtenaar, „ist uns eine Softwarelizenz auf den Greengate-Servern zur Verfügung gestellt worden. Das war notwendig, um schnell Fortschritte verzeichnen zu können, während die Software auf den Vrielmann-Servern aufgesetzt wurde.“ „Aufgrund der aktuell sehr positiven Erfahrungen mit GS-Service“ erwägt Vrielmann außerdem den Einsatz von GS-Service in der Kapazitätsplanung. Erprobt werden soll die Anwendung bei solchen Projekten, die die komplexe Organisation unterschiedlicher Kompetenzen aus unterschiedlichen Abteilungen erfordern: Schaltschrankbau, Programmierung, Montage und Service. „Terminverschiebungen sind hier extrem abspracheaufwendig“, sagt Voshaar, „wir im Service arbeiten ja inzwischen komplett in GS-Service. Die anderen aber noch nicht.“ Immerhin bekäme man mit der abteilungsübergreifenden Nutzung von GS-Service auch das Problem der doppelten Datenhaltung besser in den Griff – die Konsolidierung heterogener Softwarelandschaften ist aus nachvollziehbaren Gründen ja immer gern gesehen. maintenance Dortmund 2022 Stand B42-4 www.greengate.de


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