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Ambasciata d ’Italia Berna


Italianità, Kunst und Mode Was versteht man unter „Italianità“? Die „Italianità“ wird auf mentaler, sinnlicher, emotionaler und rationaler Ebene wahrgenommen: durch die Geschichte, die Sprache, die visuelle Kunst und die Kunst des „Savoir vivre“. Mit andern Worten: die Kultur eines Volkes mit seinen Vorzügen und seinen Mängeln. Es wäre überheblich zu behaupten, man könne den Begriff „Italianità“ in einem kurzen Text fassen. Wir sind der Meinung, dass diese „Italianità“ ein dynamischer Prozess und nicht ein statischer Begriff ist. Unter den vielen Ausdrucksformen der „Italianità“ möchte ich vor allem auf zwei davon zurückkommen. Eine hat mit der Fähigkeit der Italiener zu tun, sich gegenüber kritisch, selbstironisch zu sein. Es scheint mir wichtig, darauf hinzuweisen, auch um nicht den Eindruck zu erwecken, dass unsere Aktion eine rhetorische Selbstzelebrierung sein könnte. Die zweite Ausdrucksform ist mit dem Sinn für Ästhetik eng verbunden. Es ist das Resultat der aktuellen aber vor allem der vergangenen kulturellen und künstlerischen Produktion. Laut UNESCO liegt der grösste Teil des Weltkulturerbes in Italien. Diese Tatsache hat die Art zu handeln, denken und produzieren der Italiener beeinflusst. Kommen wir nun zur Mode. Was am meisten auffällt, ist die gegenseitige Beeinflussung von Kunst und Mode: Die Kunstwerke haben die italienische Mode verewigt und die Mode hat sich für seine wichtigsten Produktionen, die Italien berühmt gemacht haben, von der Mode beeinflussen lassen. Vor diesem Hintergrund und durch den Kontakt mit der Galleria Canesso ist der Gedanke einer Zusammenarbeit entstanden, mit dem Ziel die Synergien zwischen Mode und Kunst aufzuwerten und sie in den für die „Italianità“ ebenfalls symbolischen Räumlichkeiten der Residenz der italienischen Botschaft in Bern zu vereinen. Es entsteht somit das Projekt, in der Residenz – über deren Vergangenheit ich mich später äussern werde – fünf Porträts von Moroni, Fachetti, Bassano, Ceresa und Vignali als bildliche Darstellung der Mode des 16. und 17. Jahrhunderts auszustellen. Als Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart werden dazu drei Kleider von Roberto Capucci, dem Modeschöpfer, der sich für seine Kreationen von den Kunstwerken inspirieren liess, ausgestellt. Diese Broschüre möchte eine Art dauerhafte Synthese dieser Verbindung zwischen Kunst und Mode und der „Italianità“ sein, die dank dem wertvollen intellektuellen Beitrag des Schreibenden weit über die Grenzen der eigentlichen Ausstellungsdauer der Werke geht. Der Kleidung, der Art, den Manieren ist der Beitrag von Carlo Ossola, Mitglied der Accademia dei Lincei und Professor am Collège de France gewidmet. Enrico Minio Capucci, Direktor der Fondazione Roberto Capucci, meint hingegen, dass die italienische Mode dazu beigetragen hat, „den Ruf der italienischen Kreativität auf der ganzen Welt zu festigen“. Roberto Capucci war das Symbol dieser Kreativität. Die Kunst war Vittore Ghislandi bekannt als „Fra’ Galgario“, Portrait eines Kindes mit Turban, bereits Besitz der Galleria Canesso.


die Quelle seiner Inspiration. Maurizio Canesso, seit über dreissig Jahren im Bereich der antiken Gemälden international aktiv, zeichnet den Weg der Kunst des 16. Jahrhunderts und der Gegenwartskunst auf. Das Schlusswort schreibt Ginevra Agliardi, Direktorin der Galleria Canesso Lugano. Sie entwickelt einen fil rouge zwischen Kunst und Mode als soziales und kulturelles Kommunikationsmittel. Marco Del Panta Ridolfi Botschafter der Italienischen Republik

Die Residenz der italienischen Botschaft in Bern

1 Er wurde am 15. März 1861 in Rom geboren und starb im Februar 1930 ebenfalls in Rom. Er war Senator des Regno d’Italia (Königreich Italien) und königlicher Botschafter. Er bekleidete verschiedene wichtige Ämter: Italienischer Delegierter an der Internationalen Kommission der Elbe und des Rheins und italienischer Delegierter in der Kommission gegen den Handel mit Frauen und Kindern des Völkerbundes. Ab 1924 war er Mitglied des Contenzioso diplomatico und des italienisch-schweizerischen Schiedsgerichtes. Er hat verschiedene Werke über soziale Themen, Kunstthemen und Geschichtsthemen geschrieben, unter anderem: I girovaghi italiani in Inghilterra (Die italienischen Landstreicher in England), Città di Castello, 1893 und Larmes et sourires de l’émigration italienne (Trauer und Freude der italienischen Emigration), Paris, 1907


Die Residenz der italienischen Botschaft in Bern Häuser, Gebäude, Anwesen erzählen mindestens zwei Geschichten: Die Geschichte derjenigen, die das Gebäude geplant und gebaut haben und die Geschichte derjenigen, die im Haus wohnten oder immer noch wohnen. Oft – und das ist sicher der Fall bei Botschaften und diplomatischen Residenzen – erzählen die Gebäude auch eine dritte Geschichte: Jene, die mit ihrem Zweck und ihrer Funktion zusammenhängen. Im Fall eines diplomatischen Gebäudes geht es um eine eminent wichtige, institutionelle „Dienstleistungsfunktion“. Die italienische Botschaft in Bern schaut auf eine bemerkenswerte Vergangenheit zurück: Die Gebäude, die heute Residenz und Kanzlei umfassen, gehörten der Familie Paulucci de‘ Calboli, die sie bis anfangs 20. Jahrhundert bewohnten. Von 1913 bis 1919 wohnte Botschafter Raniero Paulucci de‘ Calboli1 in der Residenz. Sein Sohn Fulcieri , im ersten Weltkrieg mit der militärischen Goldmedaille dekoriert, hielt sich als junger Mann längere Zeit in Bern auf, wo er sich aktiv zu Gunsten der italienischen Einwanderer engagierte. Er gründete auch die „Scuola italiana di Berna“ zusammen mit Carlo Spinazzola und der Tessiner Journalistin Rosetta Colombi. Fulcieri wurde im Krieg verletzt. Nach seinem tragischen Tod verkaufte die Botschaftertochter Marquise Eugenia Virginia als einzige Erbin der Familie Paulucci den Gebäudekomplex, der die Residenz mit Dépendance und Garten mit einer Gesamtfläche von 5.300 Quadratmetern umfasste, im Februar 1920 für 450.000 Fr. dem italienischen Staat. Seitdem gehört der Gebäudekomplex an der Elfenstrasse 10-14 dem italienischen Staat und dient als Sitz der Botschaft für die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein. Somit hat das Gebäude eine institutionelle Funktion: Einerseits als Residenz des italienischen Botschafters, andrerseits dient es in erster Linie dem italienischen Staat für alle Aktivitäten, die das Land Italien politisch, diplomatisch, wirtschaftlich, konsularisch oder kulturell promovieren, nicht zuletzt im Rahmen der bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und Italien. In diesem Sinn haben wir in der Residenz der italienischen Botschaft in Bern eine Ausstellung organisiert, mit dem Ziel diese Verbindung zwischen Kunst und Mode, die eines der wesentlichen Merkmale der italienischen Kultur darstellt, hervorzuheben. Ab dem 28. Februar 2018 werden wir zwei Monate lang in den Repräsentationssälen der Residenz im Erdgeschoss die fünf Porträts von Moroni, Fachetti, Ceresa, Bassano, Vignali und die drei Kleider von Roberto Capucci im Rahmen der „Italianità“ der Ausstellung „Moda dipinta, arte indossata“ (Gemalene Mode, angezogene Kunst), die wir in Zusammenarbeit mit der Galleria Canesso in Lugano realisiert haben, ausstellen. Diese Brochüre will sich jedoch nicht auf die Ausstellung begrenzen. Vielmehr möchte sie eine Art „Visitenkarte“ der italienischen Botschaft in Bern sein und zwar im Sinn einer Verkörperung des Binoms Kunst-Kultur, das in der Geschichte des heutigen Italiens aber auch der Beziehungen zwischen der Schweiz und Italien so viel bedeutet hat. Marco Del Panta Ridolfi Botschafter der Italienischen Republik


In der Italienischen Botschaft in Bern

GEMALTE MODE ANGEZOGENE KUNST Antike Gemälde der Galleria Canesso und


Die Kleidung und die Manieren „Die Kleidung”(“abito“) ist mehr als nur ein Kleid: Es ist eine Art Vorgehen nach inneren und wiederkehrenden Paradigmen, die „Gewohnheiten“ (“abitudini“) erzeugen, welche in Taten und Worte ausgedrückt werden oder wie es Thomas von Aquin definierte: „habitus quodammodo est medium inter potentiam puram et purum actum“ (Ein Zustand oder eine Gewohnheit die in der Mitte zwischen dem reinen Vermögen und der vollendeten Tätigkeit stehen, vgl. Summa theologica, I, q. 87, Art. 2). Die Kleidung akzentuiert unser Handeln und unsere Sprache, sie zeigt, wie man ist und wie man erscheint; man spricht ja auch von „guten Manieren“; von Formen des Handelns die sich auf die Paradigmen „ehrlich“, „höflich“, „angebracht“ beziehen, welche aus unserem Inneren heraus die äusseren Zeichen unserer Präsenz leiten: die Handlungen, die Gesten, die ausgesprochenen Worte. In seinem Werk Über den Prozess der Zivilisation1 beschreibt Norbert Elias die Merkmale, die die Gesellschaften des Ancien Régimes seit dem Cortegiano von Baldassar Castiglione und dem Galateo von Giovanni Della Casa im 16. Jh. normiert hatten. Man darf jedoch den europäischen Einfluss der Abhandlung von Erasmus von Rotterdam De civilitate morum puerilium aus dem Jahr 1530 nicht vergessen, welche auf Englisch als eine Art Handbuch für „gute Manieren“2 übersetzt wurde. Heute kleiden wir uns casual, wir sprechen casual und die Gesellschaft wendet meistens eine Normen-Deregulation an. Dadurch werden wirtschaftliche Beziehungen flexibler und Garantien aleatorischer. Wir leben in einer willkürlichen Epoche, nachdem jahrtausendelang ein gegenseitiges Verhältnis zwischen la manière und l’occasion3, wie Vladimir Jankélévitch sagen würde, bestanden hat: Die Manieren interpretieren den Anlass und passen ihn der Kleidung an. Denn die Kleidung ist eine „Sinn-Reserve“, die zustande kommt, indem sie von der Erfahrung getrennt wird. Im Rahmen dieses für die Diskretion und das Unterscheidungsvermögen typischen Prozesses spielt das Wort eine wesentliche Rolle. Castiglione beschreibt es weitgehend im Buch II des Cortegiano: «Cosí ancor, parlando pur d’arme, il nostro cortegiano arà risguardo alla profession di coloro con chi parla, ed a questo accommodarassi, altramente ancor parlandone con omini, altramente con donne; e se vorrà toccar qualche cosa che sia in laude sua propria, lo farà dissimulatamente, come a caso e per transito e con quella discrezione ed avvertenzia, che ieri ci mostrò il conte Ludovico»(Und so, auch wenn er mit Waffen handelt, wird unser Höfling den Beruf jener berücksichtigen, mit denen er spricht und er wird seinen Ton dem Gegenüber anpassen, je nachdem ob es eine Frau oder ein Mann ist. Sollte er sich selbst zelebrieren wollen, wird er dies ohne Aufsehen tun, fast zufällig und mit derselben Diskretion, die uns gestern Graf Ludovico gezeigt hat, vgl. II, VIII); und auch: «Ma il condimento del tutto bisogna che sia la discrezione; perché in effetto saria impossibile imaginar tutti i casi che occorrono» (Doch das wesentliche Element muss die Diskretion sein, denn es ist nicht möglich, sich alle Fälle vorstellen zu können, in denen man sich befinden könnte, vgl. II, XIII). Und ebenso in Bezug auf die „Vielfalt der Umstände” («varietà delle circunstanze»)- In seinen Ricordi Leandro Bassano, Portrait eines Mannes, Galleria Canesso, Detail


analysiert Francesco Guicciardini das „Salz der Diskretion”: «È grande errore parlare delle cose del mondo indistintamente e assolutamente e, per dire così, per regola; perché quasi tutte hanno distinzione e eccezione per la varietà delle circunstanze, le quali non si possono fermare con una medesima misura: e queste distinzione e eccezione non si truovano scritte in su’ libri, ma bisogna le insegni la discrezione» (Es ist ein grosser Fehler über die Dinge der Welt vage, undefiniert, allgemein und in Kategorien zu sprechen, da fast alle ihre Spezifitäten haben, je nach Vielfalt der Umstände, die nicht alle mit demselben Mass gemessen werden können: Unterschiede und Ausnahmen findet man nicht in den Büchern, sie müssen durch die Diskretion gelernt werden, vgl. § 6). Wenn die Unbekümmertheit die Art der persönlichen Vorstellung ist, dann ist die geeignete Form des Sprechens und des Handelns die Diskretion, welche die „guten Manieren“ hervorbringt. Noch im 19. Jh. erinnert Silvio Pellico daran, indem er diese mit „starken“ Tugenden wie die Grosszügigkeit und die Gerechtigkeit verbindet. „Sii liberale in ogni genere di sovvenimento a chi ne abbisogna: - di denari e protezione, quando puoi; - di consigli, negli incontri opportuni; - di buone maniere e di buoni esempi, sempre. Ma principalmente se tu vedi il merito oppresso, t’adopera con tutte le forze a rialzarlo, o se ciò non puoi, t’adopera almeno a consolarlo ed a rendergli onore. Arrossire di mostrare stima al disgraziato onesto, è la più indegna delle viltà. La troverai pur troppo comune; sii tanto più vigilante a non lasciarti infettare da essa mai»4. (Erteile den Bedürftigen deine Unterstützung mit Grosszügigkeit: mit Geld und Schutz, wenn es dir möglich ist, mit Ratschlägen zur richtigen Gelegenheit, mit guten Manieren und guten Beispielen immer. Wenn du siehst, dass der Verdienst unterdrückt wird, tu alles, damit er sich wieder erheben kann. Wenn es nicht möglich ist, versuch wenigstens ihn zu ehren. Sich zu schämen, eine unglückliche aber ehrliche Person zu achten, ist eine der unwürdigsten Feigheiten. Leider wirst du oft auf sie stossen aber versuch, dich nicht anstecken zu lassen)5. Das zitierte Kapitel wird von Niccolò Tommaseo ausgewählt, um seine Antologie Letture italiane scelte zu veranschaulichen. Tommaseo schätzt vor allem die Klarheit in der Beziehung zwischen Ethik und Wort, wie er im Vorwort unterstreicht: «La scelta cadrà sopra i passi esattamente veri e nella trattazione e nel tono»6 (Die Wahl wird auf die im Diskurs und im Ton echt wahren Stellen fallen). Diese Genauigkeit setzt ein Wort aus dem Bereich des Urteilsvermögens mit der realen Welt gleich. Weit davon entfernt, das Erbe einer „Zivilisation der Pflichten“ zu sein (wie das die Erwähnung der Namen Pellico und Tommaseo vermuten lassen könnten), ist diese Genauigkeit das Rückgrat des zivilen Zusammenlebens. Die beste Zusammenfassung von jahrhundertelanger europäischer Meditation über die „guten Manieren“ wurde von Antonio Gramsci geschrieben: «Während des ganzen letzten Jahrhunderts, man könnte sogar sagen bis zum Ersten Weltkrieg, war in England das höchste erzieherische Ziel, einen gentleman zu bilden. Wie alle wissen, entspricht das Wort gentleman nicht dem italienischen Ausdruck „gentiluomo“ und kann auch nicht genau ins Italienische übertragen werden. Es bezeichnet eine Person, die nicht nur gute Manieren hat, sondern auch ausgeglichen ist, sich gut beherrschen kann und über eine moralische Disziplin verfügt, die ihr erlaubt, seine


eigenen egoistischen Interessen bewusst den umfassenderen Interessen der Gesellschaft in der sie lebt, unterzuordnen». «Der Gentleman ist folglich eine gebildete Person im edelsten Sinn des Wortes, sofern wir unter Bildung nicht nur profunde intellektuelle Kenntnisse verstehen, sondern die Fähigkeit, die eigenen Pflichten wahrzunehmen und die Andern zu verstehen sowie jede ehrliche Einstellung, Meinung oder jeden Glauben zu respektieren»7. Die italienische Kultur liegt in der Erinnerung an das Wort, in der aktiven Rückkehr im Sinne einer „Zukunft”; es ist das bewusste Wahrnehmen der Geschichte und nicht die blosse Hoffnung einer Erneuerung: Ich weiss nicht, wie ich den Sinn der Dauer eines „wahren Wortes im Diskurs und im Ton“ hätte beschreiben können, wenn ich nicht auf die Definition zurückgegriffen hätte, die das Prologo zu einer edlen Erinnerungsschatulle einleitet, die von Luigi Pintor aufgezeichnet wurde: «Als ich sehr klein war, beeindruckte mich ein mysteriöses lateinische Wort, welches unter dem Porträt eines Ahnen stand: servabo. Es könnte heissen: Ich werde bewahren oder ich werde aufheben, ich werde einhalten oder auch ich werde dienen, ich werde nützlich sein»8. Das ist die beste „Kleidung“: servabo. Carlo Ossola Collège de France

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Trad. it. : Bologna, Il Mulino, 1982. A lytil booke of good manners for Children, in der Version von Robert Whytyngdon, London, Wynkyn de Worde, 1532. V. Jankélévitch, Le Je-ne-sais-quoi et le presque rien : 1. La Manière et l'occasion, Paris, Seuil, 1981. S. Pellico, Dei doveri degli uomini. Discorso ad un giovane, cap. XXVI; in Opere, Vol. III, Firenze, Batelli, 1834, IV. Auflage SS 100-101. Letture italiane scelte da Niccolò Tommaseo, con Prefazione e note letterarie e morali, Milano, Giuseppe Reina, 1854, S. 120. Ivi, Prefazione, S.VII. A. Gramsci, Intellettuali. Noterelle sulla cultura inglese, in Quaderni del carcere, von V. Gerratana; Quaderno 4: 1930-32 [Miscellanea], § 93; Vol. I, SS. 533-534. L. Pintor, Servabo. Memorie di fine secolo, Torino, Bollati Boringhieri, 1991 (und in La vita indocile, Torino, Bollati Boringhieri, 2013 und 2015).


Italienische Kunst: Es ist nur eine Frage der „Perspektive“ Die Nachricht geht in kurzer Zeit um die Welt: Leonardo da Vincis Gemälde „Salvator Mundi“ wird das Herzstück des neuen Universalmuseums, des Louvre Abu Dhabi, bilden. Nicht nur der Kaufpreis von 450 Millionen Dollar, sondern vor allem auch die klare Wahl und die starke Botschaft, die damit verbunden sind, machen Eindruck. Italienische Kunst steht im Mittelpunkt der Welt und wird überall geschätzt. Eine wahre Revanche für die italienische Renaissance, die Bezugspunkt kollektiven Interesses bleibt. Leonardo wird im Louvre in Paris vor allem wegen der Gioconda, dieser planetarischen Ikone, bewundert. In den Arabischen Emirate wird er somit zum Botschafter der Werte einer der „revolutionärsten„ Kulturen und Epochen der Kunstgeschichte: der italienischen Renaissance. Dieses Zeitalter gilt als revolutionär, nicht nur weil es die Perspektive erfand, sondern auch weil die Perspektive wechselte: Die Künstler wurden von neuem Vertrauen in die menschlichen Fähigkeiten beseelt. Sie erhielten die aussergewöhnliche Möglichkeit, die Welt durch den eigenen sowohl menschlichen als auch irdischen Standpunkt beobachten und darstellen zu können. Dabei verwendeten sie die Zeichnung und die Geometrie, um wahrhaftiger zu erscheinen, die Farbe, um deren Schärfe zu akzentuieren und das Gefühl, um es aufleben zu lassen. Die italienische Renaissance stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Aus diesem Grund spielt diese Epoche eine grundlegende Rolle in der Analyse und der Wahl der Ausstellungen in den neuen Märkten besonders im arabischen, russischen und asiatischen Markt. Unter den vielen, den Malern aus dem 15. und 16. Jahrhundert gewidmeten Ausstellungen möchten wir auf die Ausstellung über Giovanni Bellini im Getty Center in Los Angeles, auf jene über Michelangelo im Metropolitan in New York, auf die Ausstellung über Mantegna, Tiziano, Veronese und Tintoretto im Louvre in Paris, auf die Ausstellung über Tiziano im Metropolitan Art Museum in Tokyo und auf jene über Giovan Battista Moroni in der Royal Academy of Arts in London hinweisen. Im Barock, einer Zeit grossen Einfallsreichtums, bricht die italienische Kunst mit den Normen der Renaissance. Sie fordert den Raum heraus, erfindet Szenenbilder, gibt den Leidenschaften und der Seele eine Stimme. Der „Seicento italiano“ (Italiens 17. Jahrhundert), der im 20. Jahrhundert wieder entdeckt wurde, hat das kulturelle Leben in Frankreich dominiert. Im Sommer 2017 ist dieser Epoche dank 18 Ausstellungen im ganzen Land viel Platz eingeräumt worden. Unter den vielen laufenden Projekten möchte ich besonders jenes der National Gallery in Washington über die genuesische Malerei erwähnen. Auf unserem „Tour d’Horizon“ über jene Erscheinungsformen der italienischen Kunst, welche noch heute die Aufmerksamkeit der Welt auf sich lenken, machen wir vor Caravaggio und seinen Nachahmern halt. Was in Caravaggios Werken besonders auffällt, ist die Wahrheit und die Aktualität. Der Künstler beeindruckt durch die Modernität seiner fotografischen Sprache und die Fähigkeit durch den sehr bewussten Gebrauch von Licht und Schatten, den Moment festzuhalten, um Einiges zu sagen und Vieles zu verschweigen. Seine Fähigkeit, den synthetischen Ausdruck zu Carlo Ceresa, Portrait eines Mannes mit Perücke, Galleria Canesso, Detail


meistern, zieht uns in den Bann seiner tranches de vie, die mit der Geistigkeit im ständigen Dialog stehen und es uns somit nicht erlauben, nicht daran teilzunehmen. Nicht nur Caravaggio selbst, sondern auch seine unzähligen Anhänger, die durch die Reinterpretation der Kunst des grossen Meisters die Sprache der Kunst in Italien erneuert haben, können immer noch internationale Aufmerksamkeit erregen. So wurde das Werk Danae von Orazio Gentileschi vom Paul Getty Museum in Los Angeles zu einem Rekordbetrag gekauft. Vor kurzem hat auch das Museum in Tokyo ein Gemälde von Bartolomeo Manfredi gekauft . Ausstellungen über Caravaggio und seine Nachahmer haben immer grossen Erfolg: Man denke an die jüngsten Ausstellungen in Milano und Los Angeles. Diese Faszination setzt sich mit den späteren Künstlern und Werken fort bis zu den zeitgenössischen Meistern: Modigliani, Burri, Fontana, um nur Einige zu nennen. Einmal mehr werden diese Namen in Galerien und an Kunstauktionen mit mehrstelligen Beträgen in Verbindung gebracht. Und einmal mehr wird „italienische Kunst“ mit Experimentierfreudigkeit, Herausforderung und Mutprobe gleichgesetzt. Jahrzehntelang galt die italienische Kunst als pulsierendes Herz für Innovation und Erneuerung, als Botschafterin der Schönheit, Kultur und Zivilisation, mit der sich das Land seit der Antike identifiziert hatte. Heute lesen wir die Werke auf der Basis der „Geschichtsschreibung“: Die Zeit ist vergangen, die Recherchen wurden und werden fortgesetzt . Unsere Augen haben sich längst an die konzeptuellen Revolutionen gewöhnt. Früher hatte es nichts Ähnliches gegeben und darin besteht die Herausforderung für den Künstler, das ist die Innovation, die neue Perspektive. Dank der Fähigkeit dieser Kunstwerke, über die kulturelle Landschaft ihres Entstehungsortes und das besondere Geflecht zwischen Atmosphäre und Werte zu erzählen - und dies mit einer evokatorischen Wucht, die uns manchmal erstaunt – gehören sie zu den besten und aufrichtigsten Zeugnissen italienischer Kultur. So erinnere ich mich mit einem leisen Schmunzeln an einen lieben Freund und Sammler. Dieser besucht mich oft in der Galerie in Paris, weil er gerne durch die Gemälde reist, seine Erinnerungen sucht und sich ein wenig wie in Italien fühlen möchte! Wie man weiss, ist der Kunstmarkt stark zeitgenössisch orientiert - auch wegen des immensen Angebotes auf dem Markt - im Vergleich zu den ganz wenigen Werken alter Meister. Ich begegne jedoch immer öfters Sammlern, die sich der Vergangenheit zuwenden und neben zeitgenössischer konzeptuellen Kunst auch Werke alter Meister in ihren Kollektionen präsentieren. Warum? Vielleicht wegen der unglaublichen „Modernität“ der Künstler aus der Vergangenheit? Oder vielleicht weil man in einer Gesellschaft, in der die Dinge unglaublich schnell altern und sterben, das Bedürfnis verspürt, etwas zu besitzen, das durch die Jahrhunderte und die Geschichte bis zu uns gelangt ist und uns somit mit unseren Wurzeln verbindet. Oder ist das vielleicht wieder eine Frage der Perspektive? Maurizio Canesso Galleria Canesso Paris – Lugano


Italienische Mode in der Welt Giovanni Battista Giorginis Augen müssen an jenem Abend des 14. Februars 1951 vor Freude gestrahlt haben, als Gertrude Ziminsky – wahrscheinlich New Yorks damals einflussreichste Käuferin von Mode – auf die Frage „How did you like it“ antwortete: „It was worth the trip“. Dies bezog sich auf den in seiner Florentiner Residenz in der Villa Torrigiani in Oltrarno organisierten Abend des Abschlussballes der First Italian High Fashion Show. Die Florentiner Renaissance-Atmosphäre, in Anlehnung an die glänzendste Periode der italienischen Kreativität und Eleganz, gelang perfekt. In seinem tadellosen Frack genoss Giorgioni den Triumph. Sein Traum schien in Erfüllung zu gehen! Das Motto lautete: Überwiegend italienische Kreativität. Die eingeladenen Modeschöpfer wurden angehalten, sich an dieses Motto zu halten. Den Gästen aus der florentinischen High Society wurde sogar nahegelegt, sich „italienisch“ zu kleiden. Nicht einmal in seinen kühnsten Träumen hätte sich Giorgini vorstellen können, welche Folgen diese beiden Tage gehabt hätten. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Mode vor allem „französisch“ gewesen, die Hauptstadt war Paris und selbst Charles Frederik Worth, der als erster moderner Modeschöpfer überhaupt gilt, musste sein Glück in Frankreich suchen, obwohl er eigentlich Engländer war. Abgesehen von einigen wenigen Versuchen (Rosa Genoni Anfang letztes Jahrhundert) gab es bis zu jenem Zeitpunkt gar keine italienische Mode.Danach jedoch trugen die Schneider-Ateliers der Haute Couture zuerst und das Prêt à porter etwas später dazu bei, dass aus Florenz, dann Rom und später Mailand internationale Hauptstädte der Mode wurden. Alles, was als italienisch und mit Mode verbunden war, entwickelte sich immer mehr zum Symbol von Eleganz, Kreativität und Qualität. Ein Haute-Couture-Kleid von Capucci oder Valentino, ein Kostüm von Armani, ein Kleid von Versace oder ein Hemd von Ferré sind eine Garantie für sehr hohe Qualität geworden. Aus den italienischen Markenzeichen wurde ein Statussymbol. Mit einer Gucci Tasche oder Ferragamo Schuhen konnte man den Status heben, nicht nur wegen dem wirtschaftlichen Wert, sondern auch weil die Wahl eines solchen Produktes auf einen raffinierten Geschmack schliessen liess. In den 80er und 90er Jahren führte diese Tendenz zum Besitz italienischer Markenartikel zu unglaublichen Umsätzen in diesem Wirtschaftssektor, was sich sogar auf den Staatshaushalt auswirkte. Man kann ruhig behaupten, dass die Mode, zusammen mit dem Industriedesign, die Antriebsmaschine für den soliden Ruf der italienischen Kreativität weltweit geworden ist. In einer globalisierten Welt ist es jedoch nicht einfach, über italienische Mode zu sprechen. Die Zeiten in der der Stylist, das Management, die Produktion und der Besitzer der Unternehmen vollständig italienisch waren, sind vorbei und nur noch eine Erinnerung. So wie italienische Designer für französische Linien zeichnen und amerikanische Stylisten zum Ruhm italienischer Häuser beigetragen haben, bleiben schliesslich vom Italienischen nur noch die Marken. Trotzdem ist das Image, dass sie beim internationalen Konsumenten hervorrufen, unverändert, dank jener Jahre die aus diesen zwei florentinischen Tagen von 1951 hervorgegangen sind und dank der Vision von Giovanni Battista Giorgini. Enrico Minio Capucci Direktor der Stiftung Roberto Capucci


Roberto Capucci: Zwischen Mode und Kunst Für einen Künstler bedeutet die Phase der Inspiration einen sehr wichtigen Moment. Es ist schwer zu sagen, was den Funken zum Überspringen bringt. Es kann irgendetwas sein, auch nur eine Bewegung. Gerne erinnere ich daran, dass die Inspiration zu einem der ikonischsten Kleider von Capucci – le „Nove gonne“ (die „Neun Röcke“) durch die Bewegung der Wellen im Wasser nach dem Wurf eines Steines in den Brunnen entstanden ist. Doch die Inspiration kann auch von einer Blume, einer Musik, einem Kunstwerk oder einer historischen Tracht kommen. Wichtig ist, dass der Künstler daraus etwas Neues kreiert, seine eigene Vision vermittelt und somit die Staffel übergibt. Mode und Kunst grenzen aneinander und nicht selten überschneiden sie sich. Die künstlerische Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts hat den Weg zum Austausch zwischen unterschiedlichen Ausdrucksmöglichkeiten geebnet und ihren Aktionsradius auf den Bekleidungssektor erweitert. Dabei wurde behauptet, der neue Mensch könne nicht Kleider aus der Vergangenheit tragen. Auf unmissverständliche Art und Weise hat der Futurismus der Mode und der Kunst eine Identität verliehen. Seither hat die Verwebung verschiedener Ausdrucksformen eine exzellente Zusammenarbeit wie diejenige zwischen Schiapparelli und Salvador Dalì zustande gebracht. Es sind aber auch klare Anerkennungsbotschaften entstanden wie zum Beispiel jene von Yves Saint Laurent an Mondrian, von Gianni Versace an Andy Warhol oder von Alexander Mc Queen an Aubrey Beardsley. Mitte der 60er Jahre lässt sich auch Roberto Capucci von Victor Vasarely und der op art inspirieren. Zur selben Zeit gleichen einige seiner Werke den „Cretti“ von Burri. Die natürliche Welt dient dabei als gemeinsame Inspiration. Manchmal inspiriert sich Capucci an historischen Kleidern, die er auf Bildern sah und die eine grosse Wirkung auf ihn ausübten. So bei einem Brautkleid, das sich an eine Figur aus dem Werk «Continenza di Scipione» von Gianbattista Tiepolo anlehnt, das für die Villa Cordellina in Alte di Montecchio erstellt wurde, oder bei den „Halsbänden“ der 80er Jahre. Ein gutes Beispiel einer Reinterpretation eines historischen Gewandes ist der „Frack“ in Anlehnung an Mozarts roten Frack. Der Komponist liebte diesen Frack so sehr, dass er die Baronin von Waldstätten darum bat, ihm dieses Kleidungsstück zu besorgen, da er sonst irre würde. Als er den ersehnten Frack erhielt, bedankte er sich bei der Baronin in seinem Brief vom 2. Oktober 1782 in seiner überschwänglichen Art: „Allerliebste, Allerbeste, Allerschönste, Vergoldete, Versilberte und Verzuckerte, Wertheste und schätzbarste Gnädige Frau Baronin“. Capucci hat das Velours mit plissiertem Taft in verschiedenen Rottönen ersetzt. Zusätzlich hat er plissierte Rüschen am Saum angebracht, die Verschnürung entfernt, die Taille verschoben und mehr Volumen in das Kleidungsstück gebracht. So hat er seinen eigenen Frack kreiert. Wer weiss: Vielleicht hätte er dem „Wolfy“ von Milos Forman gefallen!

Enrico Minio Capucci Direktor der Stiftung Roberto Capucci Roberto Capucci, Frack in plissierter Seide, Detail


Gemalte Mode, getragene Kunst „Eine Kutte macht noch keinen Mönch“, sagt das Sprichwort, doch tat es dies über Jahrhunderte. Und zwar äusserst gut, denn nichts sagt synthetisch, wirksam, visuell und auf den ersten Blick mehr aus über Persönlichkeit, Kultur, Geographie und individuellen und soziale Werdegang eines Menschen. In den Porträts haben die Künstler die Kleidung und die Personen verewigt und ihre Botschaften durch die Jahrhunderte weitergeleitet. Die Ausstellung in der Residenz der italienischen Botschaft, organisiert mit der Galleria Canesso in Lugano und der Fondazione Roberto Capucci, ist der Beziehung zwischen Kunst und Mode gewidmet. Fünf Porträts von Moroni, Fachetti, Bassano, Ceresa und Vignali werden im Rahmen eines zeitlichen Exkurses von der Renaissance bis zum Barock gezeigt. Die Zusammenhänge zwischen Kunst und Mode sind unterschiedlich, wobei sich beide der Ästhetik widmen. Von der Materialität der Stoffe fasziniert, bringen die Maler ihr ganzes Können, um die taktilen Effekte wiederzugeben. Wer das Kunstwerk betrachtet, ist vom Geschick des Künstlers, das dem Beobachter/in sogar diese sensorische Wahrnehmung zurückgibt, beeindruckt. Kunst und Mode unterstützen sich ausserdem gegenseitig. Ohne diese Porträts würden wir das beste uns zur Verfügung stehende historische Dokument verlieren, das uns ermöglicht, die Mode unserer Ahnen kennenzulernen. Ohne Kleider ginge ein wesentlicher Teil der Schönheit und der Bedeutung der Porträts verloren. Was wäre Eleonora da Toledo vom Bronzino ohne die unglaubliche Eleganz ihres Velour-Kleides? Und wie könnte Holbein Heinrich VIII. in jenen König verwandeln, der die Geschicke Englands veränderte, ohne das grossartige und prachtvolle Kleid zu verwenden? Nicht zu vergessen, dass Kunst und Mode unabhängig vom rein ästhetischen Aspekt auch mächtige und einflussreiche kulturelle und soziale Kommunikationsmittel sind. Das schöne von Facchinetti gemalte rot- goldene Kleid mit seinen geometrisch-rigiden Formen erzählt in diesem Sinn nicht nur die Geschichte der spanischen Vorherrschaft im Italien des 16. Jahrhunderts, sondern berichtet auch von der politischen Rigidität und der moralischen Härte, die für den Hof von Philipp II. typisch waren. Andrerseits verweist das von Ceresa 50 Jahre später nach dem Gebot der französischen Mode gemalte Rittergewand mehr auf die gepflegte Mondänität des „Sonnenkönigs Frankreichs“, was wiederum zur politischen Erfindung von Versailles führte. Neben den Gemälden sind einige wunderschöne Kleider von Roberto Capucci ausgestellt, eine Art roter Faden zwischen alt und modern. Dem zeitgenössischen und weltberühmten „Couturier“ Capucci ist es gelungen, die italienische Eleganz zu interpretieren und in die Welt hinaus zu exportieren, unter anderem indem er auf seine profunden Kenntnisse der „storia dell’arte“ zurückgriff. Wir haben unter seinen Kleidern diejenigen ausgewählt, die am besten zu den in den ausgestellten Bildern dargestellten Kostüme passten, um beeindruckende ästhetische und formelle Assonanzen zu bilden. Ginevra Ventimiglia Agliardi Direktorin Galleria Canesso – Lugano Roberto Capucci, Kleid mit Seidenstoff gestickt mit einem Goldfaden und Steinen aus Türkis-Paste


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Ambasciata d ’Italia Berna

Galleria Canesso Lugano - Arte Moda Italianità (DE)  
Galleria Canesso Lugano - Arte Moda Italianità (DE)