2. ausgabe 2014
für alle mitarbeiter, gäste und freunde des klosters andechs und der abtei sankt bonifaz
kirche und kloster Die Abtei und der Erste Weltkrieg klosterbr auerei Neue Andechser Freunde in den USA panor ama Freundeskreis Kloster Andechs besucht Kloster Gut Aich
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bergecho 2 . 2014
A
uf der Welt lebt keiner vergebens, der die
Bürde eines anderen leichter zu machen sucht«
| editorial
Denn auch wenn man selbst an Krank-
heit, Unzufriedenheit, Ausgrenzung, Verlassenheit oder Armut leidet, kann das
verlässliche Freunde und Partner, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Haupt-
und Ehrenamt bei unserer Arbeit verläss-
Von wem stammt dieses Zitat? Papst
Mittragen der Bürde anderer den eigenen
lich und wirkungsvoll zur Seite stehen
nediktiner? Oder ist es gar aus der Bibel?
Dimension geben, ihnen Tiefe verleihen.
Zeugnis wider die Gleichgültigkeit able-
Franziskus? Einem Heiligen? Einem Be-
negativen Erfahrungen eine neue positive
Weit gefehlt. Es ist von Helen Keller, ei-
Auch Papst Franziskus weist darauf hin,
bia, Alabama geboren wurde. Sie verlor
konzentrieren sollten, auf das, was uns
ner Frau, die am 27. Juni 1880 in Tuscum-
als Kleinkind nach einer Hirnhautentzün-
dung ihr Seh- und Hörvermögen, gab den-
noch nicht auf und wurde eine bekannte
Schriftstellerin. Das Zitat öffnet den Blick
dass wir uns wieder auf das Wesentliche
Jesus als Mensch gewordener Gottessohn vorgelebt hat.
Wir alle, ob Christen oder nicht, müs-
sen uns wieder zur Solidarität bekennen
auf ihr Lebensgeheimnis: sich von ande-
und füreinander ein- und uns beistehen,
andere mitzutragen.
Verschließen wir nicht die Augen davor,
an der Zeit ist, Sie, liebe Besucherinnen
Not und Armut leben. Wir sollten uns dort
serinnen und Leser, weiterhin zum Pil-
tragen haben, und sie mit ihnen teilen.
ren tragen zu lassen und trotz eigener Last Warum dieses Zitat? Weil es für mich
und Besucher des Hl. Berges und liebe Le-
gern zu ermutigen. Ob sie nun wegen ei-
gener Not, Sorgen, hilfesuchend oder zum
Dank auf den Hl. Berg Andechs kommen, oder ob Sie für den Nächsten eine Bürde
im Gebet und Handeln mittragen.
um diese Welt menschlicher zu machen.
dass Menschen überall auf dieser Welt in
hinbegeben, wo Menschen ihre Bürde zu
und es so viele Menschen gibt, die so ein
gen.
Mit einem Ausschnitt aus Psalm 85
möchte ich mich für Ihre Treue zum
Hl. Berg Andechs und zu Sankt Bonifaz, unserem Kloster in der Stadt München,
bedanken und erbitte für Sie Gottes Segen bei Ihren persönlichen oder fremden Bürden.
»Es begegnen einander Liebe und Treue*
Gerechtigkeit und Friede küssen sich.
Treue sprießt aus der Erde hervor* Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder.« (Ps 85)
Vielleicht stellen dabei auch Reiche fest, dass sie eine Bürde zu tragen haben und
die Armen in manchen Dingen doch ihre
Brüder und Schwestern sind.
Wir leben in einer Gesellschaft, für
die Jugendlichkeit, Kraft und Stärke das
A und O zu sein scheint. Für gebrechli-
che, mit Bürden überladene Menschen
scheint kaum noch Platz zu sein. Obwohl
mir dies alles wirklich Sorge bereitet, tut
es gut für uns zu wissen, dass uns so viele
ihr frater emmanuel rotter
inhalt |
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k i rc h e u n d k l o s t e r
4 Mönche als Soldaten – Sankt Bonifaz und Andechs im Ersten Weltkrieg 8 Mönche bei der Musterung – Ein Bild und seine Geschichte 10 Feuer und Flamme für das Wort Jesu – Hedwig von Schlesien 12 Konventausflug der Mönche von Sankt Bonifaz und Andechs 14 Reinhard Kardinal Marx kommt zum Dreihostienfest 15 Sich auf den Weg machen – Wallfahrt der Benedictus-Realschule 16 Bewegende und berührende Momente – Fuß-Wallfahrt von München nach Andechs 18 Vom Aufbrechen und Ankommen – FSJ’ler auf dem Jakobsweg
k l o s t e r b r au e r e i
20 Neue Andechser Freunde in den USA 22 Dem Umweltschutz verpflichtet – die neue CO2-Rückgewinnungsanlage 24 Klösterliche Brautradition ins 21. Jahrhundert geführt 26 Nachhaltigkeit zieht Kreise 28 Ein herzlicher Dank für jahrelange treue Mitarbeit – Ehrungen zum 25-jährigen Betriebsjubiläum 29 Sommertollwood 2014
Mönche als Soldaten
Sankt Bonifaz und Andechs im Ersten Weltkrieg seite 4
g a s t l i c h k e i t
30 »Andechs« ein Gesicht gegeben – zum Tod von Georg Schumacher 32 »Das Konzil« in Konstanz – heute ein besonderes Restaurant und Tagungshaus 34 Seehaus in Riederau – kleines Paradies am Ammersee 35 »Immer gutes Essen und eine Maß Bier!«
l a n d w i rt s c h a f t
36 Fruchtbarer Boden – schwarzes Gold 39 Landwirtschaftsminister Helmut Brunner besucht ökologischen Landbau des Klosters
Neue Andechser Freunde in den USA
Betriebsleiter Alexander Reiss über seinen Besuch an der US-Westküste seite 20
v e r a n s ta lt u n g e n
40 Colloquium 41 Andechser Bibelabend 42 10. Andechser Kinder- und Familientag am 3. Oktober 2014 44 Kunst und Bier am Heiligen Berg vom 18. bis 26. August 2014 46 Tag des offenen Denkmals am 14. September 2014 48 In den Gärten der Trauer – Trauerseminar am 14./15. November 2014
pa n o r a m a
50 Rückblick auf die 16. Carl Orff-Festspiele 2014 52 Freundeskreis Kloster Andechs besucht das Kloster Gut Aich 53 »Trüffeljagd im Fünfseenland« – exklusive Filmvorführung für den Freundeskreis 54 Sommerakademie Sankt Bonifaz 2014 56 Orgelvigil zum Benediktsfest 57 Frühlingsgefühle für Trailrunner in Andechs 58 Über die Alpen per Mountainbike – Klosterbrauerei Andechs unterstützt Projekt des Gilchinger Christoph-Probst-Gymnasiums
»In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.«
Freundeskreis Kloster Andechs besucht das Kloster Gut Aich seite 52
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1914 – 1918
Bruder Sigisbert (1879–1946) und Bruder Bruno Lackner (1873–1946) als Soldaten.
kirche und kloster
erster weltkrieg
mönche als soldaten Sankt Bonifaz und Andechs im Ersten Weltkrieg
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In Herrsching aufgegebener Feld postbrief an Bruder Nikolaus Heusinger, adressiert mit seinem Taufnamen Ambros, denn beim Militär war der Klostername bedeutungslos. Der Briefumschlag mit seinen Vermerken zeigt die verschiedenen Stationen, bis es letztlich heißt: zurück erhalten 8. Dezember 1914. Heusinger war am 25. November gefallen.
Am 1. August 1914 begann für Deutschland der Erste Weltkrieg. In diesen Wochen wird viel über dieses Ereignis geschrieben, berichtet und kommentiert. Im aktuellen Berg-Echo und in lockerer Folge in den kommenden Ausgaben soll dieses Welt-Thema aus der Perspektive von Sankt Bonifaz in München und Andechs beleuchtet werden: Was bedeutete der Krieg für die Abtei? Wer musste von den Mönchen als Soldat in den Krieg ziehen? Wer kehrte zurück und wer musste »auf dem Feld der Ehre« sein Leben lassen? Es sind die Schicksale der »kleinen« Leute, an die wir hier erinnern.
V
on Stefan Zweig sind in seinem
Werk »Die Welt von gestern« fol-
gende Gedanken überliefert: »Und
Im August 1914 stand Abt Gregor Dan-
ner seit zehn Jahren an der Spitze des Kon-
vents, der mit 111 Mönchen seinen bis heu-
dann, was wussten 1914, nach fast einem
te höchsten Mitgliederstand erreicht hat-
ßen Massen vom Kriege? Sie kannten ihn
Mönche von Sankt Bonifaz und Andechs
Er war eine Legende, und gerade die Fer-
von drei Kandidaten.
halben Jahrhundert des Friedens, die gronicht, sie hatten kaum je an ihn gedacht. ne hatte ihn heroisch und romantisch gemacht. Sie sahen ihn immer noch aus der
te. Im Laufe des Krieges standen etwa 50
im Feld. Elf von ihnen sind gefallen, da-
Perspektive der Schullesebücher und der
Über Feldpostbriefe hält Abt Gregor Kontak t zu seinen Mitbrüdern
attacken in blitzblanken Uniformen, der
Abt Gregor hielt über eigene Feldpostbrie-
ten durchs Herz, der ganze Feldzug ein
recht, sie sind im Archiv der Abtei erhal-
Bilder in den Galerien: blendende Reitertödliche Schuss jeweils großmütig mit-
schmetternder Siegesmarsch. ›Weihnach-
ten sind wir wieder zu
Hause‹, riefen im Au-
gust 1914 die Rekruten lachend den Müttern
zu.« Aus den beschwo-
renen wenigen Wochen
und Monaten sollten am
fe den Kontakt zu seinen Mitbrüdern auf-
ten: 37 Briefe vom 6. April 1915 bis Juli 1918,
›Weihnachten sind wir
wieder zu Hause‹, riefen im
August 1914 die Rekruten lachend den Müttern zu.
Ende mehr als vier Jahre mit über 17 Mil-
der letzte aufgrund ei-
ner schweren Erkran-
kung des Abtes verfasst von P. Ludger Rid. Bis
1916 sind sie zunächst handschriftlich und dann maschinen-
schriftlich abgefasst, ab Ende September
lionen Toten werden – und damit ver-
1916 dann nur noch in maschinenschriftli-
Dammbruch, der Tür und Tor öffnete für
Mitteln vervielfältigt und an die Soldaten
bunden ein technischer und moralischer
die weiteren kriegerischen Auseinander-
setzungen des 20. Jahrhunderts bis hinein
in unser eigenes 21. Jahrhundert.
cher Form. Sie wurden mit den damaligen
verschickt.
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↑ Sterbebild von Bruder Nikolaus Heusinger. → Kriegerfriedhof Woinville Feldpostkarte von Josef Eis gruber an seinen Vetter Michael Wiesheu in der Klosterbrauerei Andechs vom 17. Juli 1915 (Stempel vom Kgl. Bay. Feld-Art.-Regt.) mit Hinweis auf die kommende Ernte – »aber mit dem Urlaub ist nicht viel los«. Der Bleistiftvermerk auf der Vorderseite verweist auf Bruder Nikolaus Heusinger. Das Sterbedatum ist allerdings falsch. Heusinger fiel 1914 und nicht 1918.
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kirche und kloster
Bereits die Anrede gibt Auskunft über
die jeweilige Stimmungslage. Zu Beginn
1916 : Bombe triff t Benedik tsstatue im Garten von Sank t Bonifa z
PAX, dem Friedenswunsch, überschrieben.
In einem der Briefe wird auch von einer
liche Söhne – Liebe Soldaten Christi! (Ende des
in München am 17. November 1916 abge-
sind die Briefe schlicht und einfach mit
Dann differenziert sich das Bild: Liebe geist-
der wenigen Fliegerbomben berichtet, die
1. Kriegsjahres zum 1. August 1915) – Teure
worfen wurde und dabei ausgerechnet in
Regulartruppe – Teure Bonifatiussöhne (5. Juni
der Benediktsstatue den Kopf abriss und
Landesverteidiger – An meine teure, zerstreute
1917) – Teure Benediktussöhne (11. Juli 1917) –
Liebe Kriegs- und Friedenssöhne (Neujahr 1918)
– Halbe Friedensbrüder (11. Februar 1918).
Mit Informationen über das Leben im
Kloster, über die Mitbrüder im Feld und
mit geistlichen Gedanken und Aufmun-
terungen wurde die klösterliche Gemeinschaft zusammengehalten. Differenzier-
te politische Analysen finden sich nicht, doch ebenso wenig die Kriegsbegeiste-
rung der ersten Monate, die Stefan Zweig
geschildert hat. Man schickt sich in das Unumgängliche, hinterfragt es nicht –
zumindest nicht in öffentlichen Briefen
an die, die die Suppe auszulöffeln haben,
die ihnen andere eingebrockt haben, und
– erträgt es.
den Garten von Sankt Bonifaz fiel, wo sie
die Fensterscheiben der Abtei zersplittern
ließ, so dass Abt Gregor den entsprechen-
den Bericht mit »Euer Bombenabt« unterschreiben musste. Gerade hier wird deut-
lich, dass zwischen Erstem und Zweitem
Weltkrieg noch mentale Welten liegen,
kann Abt Gregor diese eine verirrte Bom-
be doch fast noch mit Humor aufnehmen
– vor allem im Vergleich zu dem, was die
Soldaten im Feld ertragen müssen, wäh-
rend die Bomben des Zweiten Weltkrieges
auch München Tod und Zerstörung brachten.
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← Offizielle Todesanzeige von Bruder Rasso Ertl. Die Formulierung der handschrift lichen Anzeige »nach kurzem, schweren Leiden im Frieden des Herrn verschieden« wird ersetzt durch »als Held für das Vaterland gefallen« – ein Kommentar hierzu erübrigt sich.
← Musterung in Starnberg Im Vordergrund links sitzend ist Bruder Rasso Ertl zu sehen, der zu den ersten aus den Reihen von Sankt Bonifaz gefallenen Mönchen gehören sollte. In der zweiten Reihe stehend ist der dritte von links Bruder Sigisbert Lackner, der erst 1917 eingezogen wurde, während sein leiblicher Bruder Bruno bereits seit 1914 im Feld stand.
← Bruder Rasso Ertl (16. 6. 1889–8. 1. 1915 in Frankreich gefallen)
Kontakt zu den eingezogenen Mön-
chen gab es aber nicht erst seit April 1915.
Abt Gregor schreibt dazu in seinem ers-
ten Rundbrief vom 6. April dieses Jahres:
»Die Zahl der aus der Klosterfamilie zum
Kriegsdienst einberufenen Familienange-
hörigen hat seit 29. März die Höhe von 29 erreicht. Um den Korrespondenzen noch
Herr zu werden, wähle ich jetzt die Form
von vervielfältigten Wochenberichten.« Es
gab also von Anfang an einen regen Briefverkehr untereinander, der die ganzen
Kriegsjahre hindurch von Seiten der Konventualen fortgeführt wurde, von Seiten
Compiègne und Arras – in der berühmten
des Abtes jedoch ab April 1915 aufgrund
Winterschlacht in der Champagne, mit
Rundbriefe erfolgte. Unabhängig davon
aufgebrochen werden sollte. Ganz in der
der Fülle an Adressen in der Form besagter standen aber viele Mönche weiterhin in
Briefkontakt miteinander. All diese Karten und Briefe sind zum großen Teil erhalten.
der der Stellungskrieg an der Westfront
Nähe – bei Arras südlich von Lille – fiel
dann am 9. Mai 1915 auch Fr. Gamelbert
Stöcklein. Im Rundbrief vom 19. Mai steht
dazu noch ganz am Ende – nach der Unterschrift des Abtes: Br. Hilarion schreibt, dass am
50 Mönche waren von 1914 – 18 zum Kriegsdienst einge zogen. Elf kamen nicht mehr zurück
9. Mai Br. Gamelbert gefallen ist. R. I. P.
Die Schar der Soldaten aus der Gemein-
ren von den 454 Angehörigen der Baye-
schaft von Sankt Bonifaz, von denen Abt
Gregor schreibt, hatte sich zu diesem Zeit-
punkt bereits um zwei verringert: Am 25.
November 1914 war Fr. Nikolaus Heusin-
ger an der Westfront bei Woinville west-
lich von Reims gefallen, am 8. Januar 1915
Fr. Rasso Ertl bei Dompierre zwischen
Am Ende des ersten Kriegsjahres wa-
rischen Benediktinerkongregation 124
einberufen, davon 37 aus München und
.
Andechs. Sieben von ihnen waren bereits gefallen.
birgitta klemenz stiftsarchivarin
Pax! Nach Gottes heiligstem Willen ist am 8. Januar 1915 bei Dompierre (Westfrankreich) unser lieber Mitbruder der ehrw. Br. Rasso Ertl O.S.B., Klosterkoch in Andechs, Als Infanterist beim 15. Inf. Rgt. 4. Kompagnie an den Folgen eines tödlichen Schusses nach kurzem, schweren Leiden im Frieden des Herrn verschieden. Er war geboren zu Schönthann bei Oberviechtach in der Oberpfalz am 16. VI. 1889 und machte am 10. Februar 1914 in Andechs seine hl. Profeß. Wir empfehlen seine Seele dem Gebet des christlichen Volkes. R. I. P. – Kloster Andechs, 13. Jan. 1915 Abt und Konvent Die Seelengottesdienste werden noch besonders bekannt gegeben.
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kirche und kloster
mönche bei der musterung Ein Bild und seine Geschichte – aus dem Archiv der Abtei
Diese seltene Fotografie aus dem Andechser Archiv zeigt Brüdermönche bei der Musterung in Starnberg. Bis auf einen Mönch sind sie mit Nummern versehen, die auf der Rückseite des Fotos mit Namen verbunden sind. Da einer von ihnen – Bruder Nikolaus Heusinger – bereits im November 1914 gefallen ist, muss die Aufnahme in den Monaten zuvor, wohl unmittelbar nach der Mobil machung, entstanden sein. Birgitta Klemenzüber das Bild und seine Geschichte.
A
uf dem Bild sind von rechts nach
außerdem auf, dass zu Beginn des Krieges
Bruder Vitus Stein (1878–1956), Bruder
in Frage kommenden Brüder eingezogen
links folgende Mönche abgebildet:
nur jeder vierte oder fünfte der vom Alter
Landelin Schober (1878–1930; ab 1916 einge-
wurde, im Laufe der Jahre aber immer
ab 1917 eingezogen), Bruder Gothard oder
ganze hintere Block im Feld stand: p. t.
1915 eingezogen), Bruder Nikolaus Heusinger
Bei den Priesteramtskandidaten verhielt
ab 1916 eingezogen), Bruder Rasso Ertl (1889–
Priestermönche, also Patres eingezogen,
zogen), Bruder Sigisbert Lackner (1879–1946;
Godehard Nicklaus (1881–1918 gefallen; ab
(1882–1914), Bruder Petrus Thoma (1888–1971,
1915 gefallen) und Bruder Andreas König (1872, später ausgetreten). Der neunte Mönch ist
nicht benannt.
Von den acht mit Namen bezeichneten
Mönchen wurden also zwei zwar gemus-
tert, aber nicht eingezogen. Bezeichnend
ist, dass zunächst vor allem bereits über
Dreißigjährige eingezogen wurden und
erst in den Folgejahren die Altersgrenze
nach unten rückte. Betrachtet man die
nach Professalter geordneten jährlichen
Konventlisten des Catalogus der Bayeri-
schen Benediktinerkongregation, so fällt
mehr dazukamen, bis schließlich der (pro tempore) miles – zur Zeit Soldat.
es sich ähnlich, ab 1917 wurden auch
unter ihnen der spätere Abt Hugo Lang
.
und der spätere Pfarrer von Sankt Bonifaz,
P. Ludger Rid.
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GENUSS & NATÜRLICHKEIT Eine bayerische Brotzeit beginnt mit einem Andechser dunkel aus der Hofpfisterei
www.hofpfisterei.de
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kirche und kloster
feuer und flamme für das Wort Jesu
Hedwig von Schlesien Herzogin, Heilige, Brückenbauerin
Aus welchem Holz sind Heilige geschnitzt? So können wir Künstler, Historiker oder Theologen fragen. Doch befriedigende Antworten dürfen wir von keinem erwarten, nur allein die Gnade Gottes ist die Quelle eines solchen heiligen Lebens. Das gilt auch für die heilige Hedwig. Mit diesem Beitrag von Pater Coelestin Stöcker setzen wir im Andechser Bergecho die Reihe von Heiligen fort, die mit Andechs verbunden sind.
D
ass es sich bei der Familie von St. Hedwig um eine politisch und
religiös bedeutende Familie des
12. Jahrhunderts gehandelt hat, das ergibt sich aus dem historischen Umfeld, stehen
und der siebenjährige Aufenthalt in Kitzin-
gen mit den benediktinischen Normen der
Diskretion erlaubte ihr, aus dem Schatz von erworbenem Wissen und Umgangsformen
vieles mit hinüberzunehmen in ihre künf-
wir ja in der Ära des Kaisers Friedrich Bar-
tige Heimat Schlesien. In Schlesien lebte
im Kreuzzug selbst miterlebt hat.
der Benediktsregel. Es mag um 1187 gewe-
barossa, dessen Tod der Vater der Heiligen
die Herzogin weiterhin unter dem Einfluss sen sein, dass sie wieder ihre Heimat auf-
suchte, um dann bald im Alter von 12 oder
»Schulheimat« bei den Benedik tinerinnen in Kitzingen
13 Jahren mit Herzog Heinrich I. von Schle-
Es war um das Jahr 1174 oder 1177, da sie als
seits entstammte dem mächtigen polnisch-
Tochter des Grafen Berthold, Herzog von
sien getraut zu werden. Heinrich seiner-
schlesischen Geschlecht der Piasten. Da die
Meranien, in Andechs zur Welt kam. Nie-
Verhältnisse im Osten noch recht unsicher
segnetes Kind damals seinen Weg beschritt,
Trauung in Andechs stattgefunden hat.
wunderbar erscheint. Sicherlich hatte sich
wunderbare Ehe. Acht oder gar neun Kin-
dergeschlagen. Doch nicht lange währte
ter Heinrich II., der spätere Herzog, und
mand konnte damals ahnen, welch ein geder bis in unsere Tage hinein mehr als
das mütterliche Erbe auch bei Hedwig nie-
die schöne Kinderzeit auf der Burg Andechs
mit den Wälder und Seen ringsum. Mit
waren, wird anzunehmen sein, dass die Es war menschlich gesprochen eine
der gingen aus dieser Ehe hervor, darun-
die Äbtissin von Trebnitz. Dennoch erlebte sie viele Phasen des Leides in ihrer Fami-
fünf Jahren begann die schulische Erzie-
lie. Sechs ihrer Kinder starben. 1238 auch
zingen war fortan ihre Schulheimat. Hed-
Hauses Andechs miterleben, die Vertrei-
hung. Das Benediktinerinnenkloster in Kitwigs Lehrerin Schwester Petrissa muss eine
außergewöhnliche Pädagogin gewesen sein
ihr Mann. Sie musste den Untergang ihres bung ihre Bruders und die bittere Strafe
von Acht und Bann. Ihre Schwester Gertrud
wurde ermordet.
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wirken. Die Notleidenden waren also für
Hedwig die Gefährten ihres Lebensweges und man möchte fragen, woher kann-
te sie die Not der Menschen? Doch wohl
kaum aus ihrer Heimat Andechs. Die Not
hat hat sie bei ihren vielfachen Besuchen
der Armen in deren Hütten kennengelernt.
Wir wissen sehr wohl, was sie im Auge
hatte, und es war vor allem das Wort Jesu: Ich war hungrig, und ihr habt mir zu es-
sen gegeben …« Und ganz am Ende dann:
»Was ihr den Geringsten meiner Brüder
Entbehrungen und Lichtblicke Bei allen Entbehrungen gab es aber auch
um über den wunderbaren Charakter der
getan habt, habt ihr mir getan.«
Herzogin zu sprechen. Wenn die herzog-
Frömmigkeit und Wohltätigkeit
dort ihrer Regierungsaufgabe gerecht zu
Was müssten wir nicht alles aufzählen,
immer wieder besondere Lichtblicke für
liche Familie von Burg zu Burg zog, um
Klosterkirche am 25. August 1219 war ein
werden, dann war es auch eine selbstver-
kloster Trebnitz hatte sie um 1201 gegrün-
sönlich überall zwölf arme oder behinder-
genau das Gegenteil taten, ob wir an die
das Essen zu reichen, ehe sie sich selbst zu
den Dörfern und Ortschaften, oder an den
Hedwig. Die Konsekration der Trebnitzer solches Ereignis. Das Zisterzienserinnen-
ständliche Pflicht für die Herzogin, per-
was die Herzogin Hedwig in ihrer neuen
Heimat eingeführt hat, wo andere Fürsten
det, und nun nahmen sechs Bischöfe zu
te Menschen mittags zu bedienen, ihnen
Bartholomäus diese Weihe vor. Wenn wir
Tisch setzte.
dann war im religiösen Sinn diese Kirche
entfaltete, ist für uns heute nur noch
allem Pilger. Nahrung und Kerzen brach-
oft geweilt, besonders nach dem Tod ihres
täler, Kirchen, Klöster wurden gegründet,
treute Findelkinder und Waisen. So lässt
auch die Gräber ihres Gatten, ihres Sohnes
für alte und behinderte Menschen Heimat
Ehren der Gottesmutter und des Apostels
vorhin von ihrer neuen Heimat sprachen, die Stätte ihrer Geborgenheit. Dort hat sie
Mannes. In dieser Kirche befanden sich
Konrad und anderer Verwandter. Dabei war
Trebnitz ein Musterbeispiel eines friedvollen Nebeneinanders und Verstehens von
deutschem und polnischem Recht. Es war eine wunderbare Einheit von polnischer
und deutscher Nationalität, denn Hedwig
hatte ja auch viele deutsche Begleiter mit hinübergenommen nach Schlesien.
Dem Mongolensturm 1241, bei dem
auch ihr letzter Sohn, Heinrich II., um-
kam, entging Hedwig nur durch Flucht.
Welche karitative Tätigkeit diese Frau
schwer nachvollziehbar. Zahlreiche Hospi-
vor allem, um – wer dachte damals daran –
Speisung von Hungernden denken, in all
schon genannten Erlass von Strafen, Klei-
derspenden für Wandergesellen und vor
te sie eigenhändig in die Gefängnisse, besich gut verstehen, dass diese besondere
Frau schon 1267 – nur 24 Jahre nach ihrem
zu schaffen, wo sie sich geborgen fühlten.
Tod am 15. Oktober 1243 – heilig gespro-
Wort Jesu, das im 15. Kapitel des Matthäus
ren Mann Heinrich ausübte, zeigt sich in
Hedwig war Feuer und Flamme für das
evangeliums überliefert ist: »Was ihr den
Geringsten meiner Brüder und Schwestern
getan habt, das habt ihr mir getan.«
Hedwig – die Brückenbauerin Eine Begebenheit lässt die besondere Ei-
genart der Herzogin deutlich hervortreten.
1227 wird ihr Gatte Heinrich in Gasawa
chen wurde. Der Einfluss, den sie auf ih-
vielen Stiftungen wie zum Beispiel dem
Heilig-Geist-Spital in Breslau für Arme und Kranke und Fremde oder das Aussätzigen-
Hopital bei Neumarkt (gegründet um 1239). Viele Worte aus dem Mund der Heili-
gen sind uns überliefert, aber eines dürfen wir auf keinen Fall übergehen, es handelt
sich um ein Wort nach dem Tod ihres Soh-
überfallen und von Konrad von Masowien
nes Heinrich: »Es ist Gottes Wille, es muss
ihren ganzen Besitz übereignete. 1243
reist selbst nach Masowien. Nicht aber
gefällt.« Und sie fährt fort: »O Herr, Herr,
begraben wurde. Noch heute gehört das
ten, war ihr größtes Anliegen. Mit klugen
Am Ende zog sie sich ganz in ihr Kloster
Trebnitz zurück, dem sie kurz darauf auch starb Hedwig in Trebnitz, wo sie auch
Kloster Trebnitz zu den bedeutendsten
Wallfahrtsorten des Landes.
»Wa s ihr den Geringsten mei ner Brüder und Schwe stern getan habt, da s habt ihr mir getan.« Wollten wir den Weg der Frömmigkeit und die Verbindung mit der Wohltätigkeit aus dem reichen Leben unserer Heiligen nur
in einigen Strichen aufzeigen, dann müssten wir viele Bände von Büchern füllen,
entführt. Was unternimmt Hedwig? Sie
mit einem Heer, denn den Frieden zu stif-
uns gefallen, was Gott, unserem Herrn,
ich danke Dir, dass Du mir einen solchen
Sohn gegeben hast, der mich, so lange ich
Verhandlungen erreichte sie, dass nicht
lebte, immer geliebt und in großer Vereh-
ter durch eine Heirat beide Geschlechter
trübt hat. Wiewohl ich ihn so gern bei mir
nur ihr Mann frei kam, sondern auch spä-
rung gehalten hat, mich auch niemals be-
engstens miteinander verbunden wurden.
auf Erden hätte, gönne ich es ihm doch
mit der Strafvollzug waren sehr hart. So
Vergießen bereits mit Dir, seinem Schöp-
zum Tode Verurteilten, die Möglichkeit
o Herr, empfehle ich Dir seine Seele.«
Die Rechtsprechung in dieser Zeit und da-
versuchte Hedwig, Gefangenen und selbst der Freiheit und Wiedergutmachung zu
verschaffen, indem sie mitarbeiten durf-
ten am Bau eines Klosters, eines Hospitals, um damit für die Allgemeinheit Gutes zu
aufs Innigste, dass er durch seines Blutes fer, im Himmel vereint ist. Flehentlich,
Hedwigs Leben ging im wahrsten Sin-
ne des Worte »in Erfüllung«. Ihr Lebens-
.
Maß war gerüttelt voll von Liebe und Leid.
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kirche und kloster
Wertvolle Kunstschätze und lebendige Gastfreundschaft
Der Konventausflug am 30. Juni führte die Mönche von Sankt Bonifaz und Andechs zu drei bedeutenden schwäbischen Klosteranlagen
Die Klöster der Dominikanerinnen von Wettenhausen, der Prämonstratenser von Roggenburg, sowie die Anlage des Franziskanerinnenklosters HeiligKreuz in Mindelheim bildeten heuer die Stationen des Konventausflugs. Frater Marcus Riemer fasst die Eindrücke und Begegnungen dieses Tages zusammen. Kloster Wet tenhausen Den ersten Halt bei unserem diesjährigen
Konventausflug am letzten Junitag machten wir beim Kloster Wettenhausen im
Landkreis Günzburg. Das Kloster Wetten-
1
Kreuzgang mit seinem emblematischen
2
Kloster Roggenburg
Gemäldezyklus und die vielen weiteren
Unser nächstes Ziel war das Kloster Rog-
mit den zahlreichen Stuckdecken. Die ehe-
von weitem sichtbar in seiner großräu-
Kunstschätze des Konvent- und Gastbaus
malige Bibliothek wird heute von der Klos-
hausen ist eines der bedeutendsten und äl-
tergemeinschaft als Hauskapelle genutzt.
lage mit ihren zahlreichen Türmen wirkt
sersaales mit seinen tief eingeschnittenen
genburg im Landkreis Neu-Ulm, schon
migen Anlage über dem Tal der Biber. Im
Dehio-Handbuch wird es deshalb auch als
In den Fresken des langgestreckten Kai-
»schwäbisches Melk« bezeichnet. Seit 1986
wie ein Schloss. Seit 1130 ist sie als Augus-
Akanthusranken werden die Tugenden des
herren in der historischen Klosteranlage.
1803 wurde sie im Rahmen der Säkularisa-
der Eucharistie) verherrlicht. Am Ende
Pfarreien und unterhalten ein Bildungs-
ta noch mit hintersinniger Ironie, wie der
sowie den Klostergasthof und den Kloster-
testen Klöster in Schwaben. Die riesige An-
tinerchorherrenstift urkundlich bezeugt. tion aufgelöst. Die Räumlichkeiten wurden bis 1865 vom Bayerischen Rentamt
Hauses Habsburg (z.B. die Wertschätzung des Rundgangs erzählte uns Sr. M. Alber-
leben hier wieder Prämonstratenser Chor-
Sie kümmern sich um die Seelsorge in den zentrum für Familie, Umwelt und Kultur
genutzt, bevor sie die Dominikanerinnen
wertvolle Palmesel, 1456 von Hans Mult-
laden. Nicht nur von Fr. Joachim, der in
derbegründeten. Aus dem heute leider nur
und früher zu St. Ulrich und Afra gehö-
Zeit bei uns in St. Bonifaz wohnt, wurden
von St. Ursula in Augsburg als Kloster wienoch kleinen Konvent führte uns die lie-
scher in einer Ulmer Werkstatt geschaffen
rend, für wenig Geld nach Wettenhausen
benswerte Schwester Maria Alberta OSD
kam. Der Erhalt der Kunstschätze ist heu-
Mariä Himmelfahrt, ein ursprünglich ro-
nen und ihrer weltlichen Helfer.
zuerst durch die ehemalige Klosterkirche
manischer Bau des 12. Jahrhunderts. Un-
ter Propst Dionysius von Rehlingen erhielt das Langhaus durch Michael Thumb nach
1670 seine frühbarocke Gestalt. Voller Humor zeigte uns die Schwester auch den
te ein großes Anliegen der Dominikanerin-
München Theologie studiert und für diese wir herzlich begrüßt und in die strahlende, barocke doppeltürmige Klosterkirche
mit der großen Hauptkuppel geführt. Die-
se wurde von 1752 bis 1758 nach Plänen von Simpert Kraemer als 70 m langer und 35 m
hoher Saalbau mit einer Innenhöhe von
28 m erbaut. Nach der Besichtigung be-
teten wir im Chorraum der Klosterkirche
bergecho 2 . 2014 |
gemeinsam die Mittagshore. Gerne folg-
aufgehoben, auch wenn die Aufnahme
zu einem Mittagessen im eigenen Kloster
schoß befindet sich das prächtige histori-
von Novizinnen untersagt war. Im Erdge-
ten wir der Einladung unserer Gastgeber
sche Sommerrefektorium, ein rechteckiger
gasthof. Die guten Gerichte, Getränke und
Saal, der in der Mitte von einer kräftigen
Nachspeisen beflügelten die Gespräche
Säule getragen wird. Christian Schedler,
untereinander. So konnten wir danach
gut gestärkt der Führung durch das vor-
der örtliche Kulturamtsleiter, erläuterte
vielen Stuckaturen folgen und besichtig-
die reichen Rokokostuckaturen und das
uns kenntnisreich und mit Begeisterung
bildlich sanierte Klostergebäude mit den
ten u.a. das repräsentative Treppenhaus,
Bildprogramm der Wandgemälde. Er führ-
saal, der jetzt als Hauskapelle dient, den
vielen Zeugnissen einer aus der Zeit ge-
te uns weiter durch das Kloster mit seinen
das Refektorium, den ehemaligen Kapitel-
fallenen Frömmigkeit und auch über den
ehemaligen Rekreationssaal und als Hö-
hepunkt das Juwel der zweigeschossigen Bibliothek.
Fr anziskanerinnenkloster Hl . KreuZ Als drittes schwäbisches Kloster besuchten wir in Mindelheim das 1456 gegrün-
dete Franziskanerinnenkloster Hl. Kreuz.
Die gut erhaltene barocke Klosteranlage
in der Altstadt wurde zwischen 1680 und
1740 errichtet. Während der Säkularisa tion in Bayern wurde das Kloster nicht
3
Verbindungsgang auf die Empore der ka-
tholischen Stadtpfarrkirche St. Stephan,
von wo aus wir einen Blick in den Kirchen-
In Roggenburg (1) zeigte P. Rainer die Kirche und die ganze Anlage des Prämonstratenserklosters, in Wettenhausen (2) beeindruckte besonders der Stuck in der Kirche, in den Gängen und im Kaisersaal. Das Kloster der Franziskanerinnen in Mindelheim (3) birgt viele Schätze, die der Kulturamtsleiter der Stadt ausführlich erklärte.
raum werfen konnten. Nach dem Rund-
gang sangen wir in der Hauskapelle die
Vesper und Abt Johannes feierte mit uns
die Messe.Nach so vielen Eindrücken und
Begegnungen ließen wir den schönen Tag auf der Mindelburg, dem Stammsitz des
bekannten Landsknechtsführers Georg von
.
Frundsberg, mit einem kräftigen Abendessen in der Burggaststätte ausklingen.
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kirche und kloster
Reinhard Kardinal Marx kommt zum Dreihostienfest
Der Münchner Erzbischof feiert am Samstag, den 27. September 2014, den Festgottesdienst zum Andechser Dreihostienfest I n f o r mat i o n
Zum Dreihostienfest 2014 kommt der Münchner Erzbischof Reinhard Kardinal Marx am Samstag, den 27. September 2014, nach Andechs. Das Dreihostienfest zählt zu den ältesten Wallfahrtsfesten auf dem Heiligen Berg Bayerns und geht auf den Ursprung der Andechser Wallfahrt zurück. Über Generationen wird hier Christus im Sakrament der Eucharistieverehrt. Auf diese verweisen die »Drei Bluthostien« der Dreihostienmonstranz.
W
ir freuen uns, dass der Münch-
ner Erzbischof und Vorsitzende der deutschen Bischofskonfe-
Die Heiligen Drei Hostien Von den Drei Heiligen Hostien gehen zwei auf den Hl. Papst Gregor den Großen († 604) und eine auf den Hl. Papst Leo IX. († 1054) zurück. Auf Vermittlung der Andechs-Meranier auf dem Bamberger Bischofsstuhl sind sie schon im 12. Jahrhundert aus Rom über Bamberg auf die Andechser Burg gekommen. Etwa seit 1130 ist auch die Andechser Wallfahrt bezeugt. Nach der Zerstörung der Burg um 1248 galten sie – wie der restliche »Heiltumsschatz« – rund 140 Jahre als verschollen. Ihre Wiederauffindung 1388 erregte großes Aufsehen und belebte die Andechser Wallfahrt neu. Der päpstliche Kardinallegat Nikolaus von Kues heißt die Wallfahrt Mitte des 15. Jahrhunderts ausdrücklich gut und empfahl ihre weitere Durchführung.
Wie gewohnt findet im Anschluss an
den Festgottesdienst die Prozession mit
der Dreihostienmonstranz um den Heili-
renz, Reinhard Kardinal Marx, nach An-
gen Berg statt. Zwei festliche geschmück-
Samstag, den 27. September, um 9.30 Uhr
der Prozession unterhalb des Klosterladens
dechs zum Dreihostienfest kommt und am den Festgottesdienst mit uns feiert. Kardi-
Am Dreihostienfest kommt die ursprüngliche Christus-Wallfahrt am Heiligen Berg besonders deutlich zum Tragen. Die Gläubigen verehren in Brot und Wein den gegenwärtigen Herrn. Das Dreihostienfest bezeugt, dass Christus in seiner Kirche lebt und die Menschen im Glauben zusammenführt. So ist das Dreihostienfest auch Zeichen für die Völkerwallfahrt zum Heiligen Berg Zion, wie sie der Prophet Jesaja verheißt. Gott selbst lädt ein und stiftet Gemeinschaft über alle Grenzen hinweg.
te Prozessionsaltäre bilden die Stationen
mehr zu dicht an der Bittwoche um Chris-
und neben der Alten Apotheke. Am Nach-
ti Himmelfahrt, zu der die meisten Wall-
Schon jetzt laden wir herzlich zu diesem
kommen. Daher kamen auch mehr Wall-
nal Marx setzt eine kleine Tradition in An-
mittag feiern wir um 15 Uhr die Vesper.
Amt des Vorsitzenden der deutschen Bi-
besonderen Andechser Festtag ein.
gen Berg: Erzbischof Robert Zollitsch zum
Dreihostienfest hat sich bewährt. Das letz-
Pfarrgemeinden nahmen am Dreihostien-
dinal Karl Lehmann zum 550 jährigen Ju-
der Termin des alten Andechser Kirchweih-
dennoch den Dienst in ihren Pfarrgemein-
dechs fort, waren doch seine Vorgänger im schofskonferenz ebenfalls Gäste am Heili-
Dreihostienfest 2010 und der Mainzer Karbiläum des Klosters Andechs im Jahr 2005.
Der 2013 neu gefundene Termin für das
te Wochenende im September ist zudem
festes. Das Dreihostienfest liegt nun nicht
fahrtsgemeinden auf den Heiligen Berg
fahrtsgruppen als noch 2012 zum Dreihos-
tienfest 2013. Auch viele Seelsorger aus den fest teil, da der Termin am Samstag ihnen
den ermöglicht.
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Sich auf den Weg machen
Über 250 Schüler und Lehrer der Benedictus-Realschule in Tutzing wallfahren nach Andechs
Am 11. Juli, dem Fest des Heiligen Benedikt, haben Schüler und Lehrer der Benedictus-Realschule in Tutzing eine Wallfahrt nach Andechs unternommen. Was die Schulgemeinde zu dieser Wallfahrt bewogen hat? Gabriele Bauer, Französischlehrerin an der Realschule, hat sich mit auf den Weg gemacht.
W
ie schon in früheren Zeiten,
wollten die ca. 250 jugendlichen und 25 erwachsenen Wallfah-
rer einmal ausprobieren, wie es ist, den
Fußballweltmeisterschaft austauschen
oder ihre Kurznachrichten lesen mussten.
Aber Pfarrer Peter Brummer, der es sich
nicht nehmen ließ, die große Gruppe an
der Tutzinger Kirche Sankt Joseph auf den
Weg zu schicken, appellierte an das hörende Herz und brachte die Teilnehmer damit
auf andere Gedanken.
Eine Wallfahrt braucht jedoch den gan-
zen Menschen, Geist und Körper. So durf-
ten einige wohlverdiente Pausen, eine kräftige, nahrhafte Brotzeit und der Spaß unter den Schulfreunden nicht zu kurz kommen.
Und den Spaß hatten wir, die den Schul-
ranzen einmal zu Hause lassen konnten.
In Andechs angekommen, war es wohl
die Müdigkeit der Beine, die alle zuerst
die Langsamkeit des Zufußgehens erlebt,
suchte Ruhe, bevor sie zum Gottesdienst
macht hatte.
ließ. Dort spätestens fanden sie die ge-
ken und ein gemeinsames Ziel, das man
in die von Sommerlicht durchflutete An-
zusammen erreicht.
Für die einen begann der Tag kommu-
nikativ, weil sie sich über den Stand der
für sich mitgenommen hat, nachdem er
einmal einen schattigen Sitzplatz suchen
Schulstress zu vergessen und den Kopf
freizubekommen für gemeinsame Gedan-
Bleibt zu wünschen, dass jeder Teil-
nehmer ein wenig Energie und Inspiration
dechser Wallfahrtskirche eintraten und in szenischen Texten mehr über Zeit und Leben des heiligen Benedikt erfuhren.
.
sich entschleunigt und auf den Weg ge-
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kirche und kloster
Bewegende und berührende Momente
Fuß-Wallfahrt von München nach Andechs im Juni 2014
Einem spontanen Impuls folgend meldeten sich Anita und Wolfgang Meyer zur diesjährigen Fuß-Wallfahrt von München nach Andechs an. Noch nie zuvor waren sie 45 km an einem Tag gewandert. Also beschlossen sie zur Vorbereitung, Etappen des Jakobs wegs zu gehen, der gleich vor ihrer Haustüre beginnt. Schon diese Zeiten waren geprägt durch spirituelle Momente, durch die Natur, besondere Begegnungen mit Menschen und die wohltuende Stille. Ihre Eindrücke von den äußeren und inneren Wegen dieser Fuß-Wallfahrt haben sie für das Andechser Bergecho zusammengefasst.
In uns persönlich hatte sich auf dem Weg etwas gewandelt, und ein tiefer Friede hatte sich ausgebreitet.
T
rotz aller Vorbereitungen blieb eine
gewisse Skepsis, ob wir wohl den
Pilgerweg von München nach An-
dechs in Gänze würden bewältigen kön-
nen. Aber es machte sich eine Vorfreude
breit auf dieses geistliche und körperliche
Abenteuer.
Innerlich zur Ruhe zu kommen und den gemeinsamen Rhy thmus de s Gehens finden
um fünf Uhr morgens los. 40 Frauen und
Als besonderes Geschenk haben wir so den
Am Tag der Wallfahrt ging es für uns
Männer lernten sich kennen, machten
sich gemeinsam auf den Weg, um mitei-
nander in einem Rhythmus zu gehen, zu beten und zu singen, sich gegenseitig zu
Rosenkranz für uns entdeckt. Abwech-
selnd gesprochen unterstützte das Gebet
innerlich zur Ruhe zu kommen und den
gemeinsamen Rhythmus des Gehens.
ermutigen. Alle in einer Richtung unter-
Wohltuend war auch, ein ganzes Stück
gend. Schwester Rosa Maria Dick und Abt
nehmerin hatte für jeden Einzelnen als
wegs, dem Kreuz an der Spitze nachfol-
schweigend zu gehen. Unsere jüngste Teil-
Johannes Eckert begleiteten die Wallfahrt
Überraschung eine kleine Süßigkeit mit
Gebet an und erschlossen für uns die Tra-
tet, für viele trafen die Worte genau in die
für uns die einzelnen Teile gleichsam über-
auch die vielen Gespräche und das gemein-
herstellten. Ihre wohltuende, lebensbeja-
Wetter durch das wunderschöne Alpenvor-
mosphäre, wir waren gut aufgehoben.
Reaktionen von Menschen am Wegesrand,
nun schon zum 18. Mal. Sie leiteten im
dition des Rosenkranzgebetes, indem sie
setzten und den Bezug zu unserem Alltag
hende und humorvolle Art prägte die At-
Sinnsprüchen zum Thema Weg vorberei-
persönliche Situation. Bereichernd waren same Lachen. Wir pilgerten bei sonnigem
land. Unterwegs beeindruckten auch die die kurz innehielten, sich bekreuzigten
oder den Hut abnahmen. Und bewegend
war die Begegnung mit jemandem, der
bereits auf die Pilgergruppe wartete, und
dem wir ein Segenslied sangen.
bergecho 2 . 2014 |
Wallfahren heiSSt auch die eigenen Grenzen kennenund ak zeptieren lernen Die Etappen wurden immer wieder unter-
Fazit: Schätze der ur alten Tr aditionen de s Gl aubens br auchen Übersetzerinnen und Übersetzer Es braucht Übersetzerinnen und Übersetzer, die für uns die Schätze der uralten
brochen durch Pausen, in denen wir aus
Traditionen unserer Kirche (neu) erschlie-
sorgt und Blasen an den Füßen verarztet
Gottes in Gleichnissen erklärte, die mit
dem Begleitfahrzeug mit Getränken verwurden. In der Mittagspause ermutigte
Schwester Rosa Maria dazu, das Begleit-
fahrzeug zu nutzen und keinen falschen
ßen. So wie Jesus den Menschen das Reich
ihrem alltäglichen Leben zu tun hatten, benötigen wir das heute ebenso. Dann
bleiben Wallfahrt und Rosenkranz keine
Ehrgeiz zu entwickeln, wenn man an sei-
leeren Hülsen, die überkommen zu sein
sei »wallfahren«. Nach zwei Drittel des
können ihre heilbringende und heilsame,
ne körperlichen Grenzen käme, auch dies
scheinen. Sondern sie werden lebendig,
Weges war es soweit, ich konnte nicht
ganzheitliche Wirkung entfalten für jede
eine schöne und erholsame Zeit mit unse-
Weise. Und auch dies drückt der Spruch
mehr. Also fuhr ich ein Stück mit, hatte
rer Begleiterin, und siehe da, die letzten
Kilometer waren kein Problem. Kurz bevor
wir unser Ziel erreichten, überraschte uns ein heftiges Gewitter. Was für ein Gefühl,
als wir dann aus dem Wald kamen und
die Kirche von Andechs zu sehen war. Mit einem letzten Rosenkranz kamen wir völ-
lig durchnässt am heiligen Berg an. Die
Glocken läuteten für uns, P. Ulrich stand strahlend am Weg und segnete uns mit
Weihwasser. In der Kirche angekommen sangen wir ein »Großer Gott, wir loben
Dich«.
Wandlung auf dem Weg – tiefer innerer Friede Für alle waren dies bewegende und tief
berührende Momente, wir hatten es ge-
meinsam geschafft. In uns persönlich
hatte sich auf dem Weg etwas gewandelt, und ein tiefer Friede hatte sich ausge-
breitet. Die Unruhe des Alltags, Sorgen
und Fragen waren zur Ruhe gekommen.
Frisch geduscht und hungrig genossen
wir ein wunderbares Abendessen und das anschließende gemütliche Beisammensein. Das Morgenlob, die Messe und der
gemeinsame Abschluss rundeten das Er-
lebte ab. Und der Friede strahlt tatsächlich weiter in den Alltag hinein. Unsere erste
Wallfahrt war eine in jeglicher Hinsicht
gute Erfahrung, und so freuen wir uns auf das nächste Mal.
und jeden auf die je ganz eigene Art und
»Wege entstehen
aus, der mir geschenkt wurde: »Wege ent-
dadurch, dass
Wallfahrt ist Sinn-Bild und ein Weg für
man sie geht.«
stehen dadurch, dass man sie geht.« Die
unsere Kirche, als eine Gemeinschaft, die
sich vom Heiligen Geist in Bewegung brin-
.
gen lässt, damit »Gott in allem verherrlicht werde …«
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kirche und kloster
Vom Aufbrechen und Ankommen FSJ’ler pilgern auf dem Jakobsweg von München über Andechs nach Dießen
Ein Montagnachmittag im Angerkloster in München: Nach und nach sammelt sich die Pilgergruppe in der angenehm kühlen Jakobskirche. Die Teilnehmenden reisen aus der ganzen Bundesrepublik an. Gemeinsam ist ihnen, dass sie alle gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren. In diesem Rahmen haben sie die Möglichkeit, ein fünftägiges Seminar auf dem Jakobsweg zu verbringen. Brigitte Mayr hat sich mit ihnen auf den Weg gemacht.
F
ür viele ist es das erste Mal, dass sie
sich auf eine mehrtägige Wanderung
machen. Der Rucksack sitzt noch et-
was ungewohnt. Die Neugierde ist groß.
eine Tradition, die bei Pilgeraussendun-
gen in Le Puy-en-Velay gepflegt wird: Pil-
Rucksackerleichterung – wa s man wirklich br aucht, zeigt sich erst auf dem Weg
kleinen Zetteln und nehmen ein anders
Am nächsten Morgen werden zunächst
tel mit Sorgen und Bitten aus, die wir auf
le ihres Inhalts treten die Heimreise mit
ger hinterlassen ihre Gebetsanliegen auf
Nach einer kurzen Aussendungsfeier geht
Anliegen mit. So tauschen auch wir Zet-
meter zu gehen am ersten Tag. Immer an
dem weiteren Weg mittragen.
es auch los – schließlich sind noch 16 Kilo-
der Isar entlang, deren Rauschen wenigs-
tens den Eindruck von Kühle vermittelt
Im Garten machen wir noch eine klei-
ne Pause zu Stärkung. Und die ersten
in der sommerlichen Hitze. Müde errei-
Blasen wollen versorgt werden. Doch der
Beim gemeinsamen Abendessen sind alle
so pilgert die Gruppe tapfer weiter durch
die erste Etappe gemeistert zu haben.
schnitte bis nach Kempfenhausen. Ein
chen wir das erste Etappenziel Baierbrunn. erschöpft, aber auch stolz und glücklich,
Anliegen füreinander ein Stück de s Wege s tr agen Weiter geht es am nächsten Vormittag zur Benediktinerabtei Schäftlarn. Dort lassen
man das Wandern ja viel mehr genießen.
schier endlose waldige und sonnige Ab-
Maisinger Schlucht, die einfach wunder-
Bad im See, ein Eis, ein bisschen Ruhe
metern, erreichen wir nach einem letzten
ders aus. Und schließlich ist das Etappen-
punkt im wahrsten Sinn des Wortes: das
und schon sieht die Pilgerwelt wieder an-
ziel schon in Sicht: Starnberg ist nicht mal
mehr eine Stunde weit entfernt. Dort ist
mit den klösterlichen Gemeinschaften
wir uns abends mit Pizza, Pasta und Gela-
bundenheit untereinander adaptieren wir
der Praxis. Mit leichterem Gepäck kann
Und zu genießen gibt es heute einiges:
ausgiebig Zeit, sich frisch zu machen und
beten wir den Psalm 139. Und in der Ver-
der Post an. Was man wirklich benötigt
auf dem Weg, zeigt sich eben oft erst in
Starnberger See lockt verheißungsvoll und
wir uns in der prachtvollen Barockkirche
zu einem Impuls nieder. In Verbundenheit
zwei Rucksäcke enorm erleichtert. Tei-
notwendige Einkäufe zu erledigen, bevor
to für den zweiten Pilgertag belohnen.
da ist zunächst die Wegstrecke durch die
schön ist. Dann, nach insgesamt 15 Kiloschweißtreibenden Anstieg einen Höhe-
Kloster Andechs – den höchstgelegenen
Ort unserer Pilgerstrecke. Und wir werden
dort herzlich empfangen. Martin Glaab,
Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des Klos-
ters, führt uns als erstes an einen kühlen Ort im Kloster, wo er uns auf den beson-
deren Ort und auf das, was wir sehen werden, einstimmt. Nach einer Stärkung auf
der Terrasse des Bräustüberls geht es in die
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Hilfe für Asylsuchende Wallfahrtskirche. Hier erfahren wir von der Geschichte des Klosters und von der
Das Kloster Andechs hat dem Landkreis Starnberg vom 1. August 2014 an ein Motel in Tutzing für ein Jahr als Unterkunft für zwölf Asylsuchende zur Verfügung gestellt.
Maus, der die Andechser so viel zu verdan-
ken haben, dass man ihr sogar ein eige-
nes »Denkmal« gesetzt hat. Und schließ-
lich dürfen wir noch zur Heiligen Kapelle hinaufsteigen und dort einen Blick auf
den Reliquienschatz werfen, das Herz der
Wallfahrt auf den Heiligen Berg. Beein-
druckt und von guten Wünschen begleitet setzen wir unseren Weg fort – der Abstieg
durch das Kiental führt uns rasch zu unse-
rem Tagesziel Herrsching. Vom vorhergesagten Gewitter bleiben wir verschont.
Dem Heiligen Jakobus auf der Spur Auch am nächsten Tag ist es so sonnig
und heiß, wie all die Tage zuvor. Der Weg
geht zunächst weg vom Ammersee über ei-
In dem romanischen Kirchlein gehen wir
D
bus eine Weile nach. Das Etappenziel heu-
de Nutzung des Motels als Unterkunft für
im Landkreis für die Menschen engagieren,
dass die Klosterbrauerei die Wiedereröff-
alle Beteiligten nicht immer einfach. Be-
Ortsmitte weiter vorantreiben wird.
eine große Herausforderung. Ich bin daher
ne Anhöhe, doch dann wieder am Wasser
entlang. An seinem Nordende lädt der See uns wieder zum Bad ein. Weiter geht es
nach Schondorf, zur alten Jakobskapelle.
dem Leben und Wirken des Heiligen Jako-
as Motel liegt im rückwärtigen
Daher wollen wir auch entsprechend
Andechser Hof in Tutzing steht.
Wohnraum zur Verfügung stellen.«
Teil des Grundstücks, auf dem der
Die Asylsuchenden werden nicht im
Hauptgebäude des Andechser Hofes wohnen. An eine über ein Jahr hinausgehen-
te heißt Utting, wo wir am Abend das Er-
Asylsuchende ist nicht gedacht. Grund ist,
Leinwand direkt am See verfolgen können.
nung des Andechser Hofes in der Tutzinger
öffnungsspiel der Fußball-WM auf großer
Der Freitag ist bereits unser letzter Pil-
gertag. Es sind noch gut zehn Kilometer
bis zum Ziel, dem Marienmünster in Die-
ßen. Da wir mittlerweile gut eingelaufen sind, ist die Strecke zügig bewältigt. Im
Marienmünster versammeln wir uns zur
Dem Kloster ist es ein großes Anlie-
gen, Menschen in Not zu helfen, wie es
Patronin gegen Gewitter angerufen – sie
Abt Johannes Eckert betonte in die-
sich entschlossen, in Absprache mit dem zur Verfügung zu stellen.
sem Zusammenhang: »Meine Mutter hat
selbst besser zu integrieren.«
Ungeachtet der aktuellen Hilfe des
Klosters in diesem Fall, treibt die Klosterbrauerei die Planungen und Gespräche
für eine Wiedereröffnung des Andech-
ser Hofes weiter voran. Daher werden die
dern im Motel, das auf dem rückwärtigen
von Menschen sehr, die aus unterschied-
dechs schätzt das vielfältige Engagement
lebt. Daher berühren mich die Schicksale
nach Hause und werden sich sicher noch
lichsten Gründen ihre Heimat verlassen
erinnern.
unserer Obdachlosenarbeit in München.
.
ger Ortsmitte bietet aus meiner Sicht gute
treibung nach dem Zweiten Weltkrieg er-
rückzukehren. Die jungen Pilgerinnen
länger an diese besondere Seminarwoche
mit dem Motel in Tutzing Unterkünfte zur
Asylsuchenden auch nicht im Hauptge-
Mutter und ihrem Bruder Flucht und Ver-
und Pilger nehmen viele Eindrücke mit
dem Kloster Andechs dankbar, dass es uns
als junges Mädchen zusammen mit ihrer
sind wir am Bahnhof, es ist Zeit Abschied zu nehmen und wieder in den Alltag zu-
sonders Unterkünfte zu finden, ist für uns
Chancen, die Asylsuchenden auch im Ort
Sankt Bonifaz in München zeigt. Dabei
Landratsamt, das Motel für Asylsuchende
zende Hand über uns gehalten. Mittags
die in unserem Land Asyl suchen. Das ist für
möchte das Kloster die örtlichen Institu-
Mechthild ab. Die Heilige aus der Graf-
hat wohl in dieser Woche auch ihre schüt-
sich viele Menschen und Institutionen hier
Verfügung stellt. Das Motel in der Tutzin-
tionen nicht allein lassen. Deshalb hat es
schaft von Dießen-Andechs wird auch als
Karl Roth, Landrat des Landkreises
Starnberg: »Ich freue mich besonders, wenn
ja auch die Obdachlosenarbeit der Abtei
Abschlussandacht. Wir legen unsere Ge-
betsanliegen am Seitenaltar der Heiligen
unseren Möglichkeiten dem Landkreis
müssen. Das erleben wir tagtäglich in
bäude des Andechser Hofes wohnen, son-
Grundstücksteil liegt. Das Kloster An-
der Tutzinger Bürgerinnen und Bürger für
.
Menschen in Not und möchte dieses Enga-
gement auf diese Weise unterstützen.
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bergecho 2 . 2014
| klosterbrauerei
Seattle Olympia
Portland Salem
neue andechser freunde in den usa Betriebsleiter Alexander Reiss über seinen Besuch an der US-Westküste San Fransisco
Einen besonders warmherzigen Empfang haben die Freunde des Heiligen Berges Alexander Reiss, dem Betriebsleiter der Klosterbrauerei, bereitet, als er im Mai für fast drei Wochen nach San Francisco flog. An der Westküste der Vereinigten Staaten von Amerika nahmen viele Andechs Fans weite Strecken auf sich, um das klösterliche Bier vom Heiligen Berg Bayerns gemeinsam zu verkosten. Hier fasst er seine Eindrücke zusammen.
I
Wenn Vertriebsmanager nach Ge schichte und Gegenwart der Andechser Wallfahrt fr agen ntensive und eindrucksvolle Wochen
Bisher habe ich es noch nicht erlebt, dass
küste. Andreas Hildebrandt, President
managern ausführlich befragt wurde zu
waren es an der amerikanischen West-
von S&H Independent Premium Brands
ich bei einer Präsentation vor Vertriebs-
unseren Reliquien am Heiligen Berg, zu
und Andreas Hausner, Vice President von
Ursprung und Geschichte der Wallfahrt
mich ein abwechlungsreiches Programm
für die Betreuung der Pilger haben. Das
S&H, unserem Partner dort, hatten für
und welche Bedeutung die Benediktiner
für diese Zeit zusammengestellt. Dafür
war sicher spannend und für mich beson-
erster Hand erfahren, auf wieviel Inter-
Themen nicht jeden Tag spreche. Es zeigt
bin ich sehr dankbar, konnte ich doch aus
esse in den Vereinigten Staaten nicht nur unsere klösterliche Brautradition stößt,
sondern auch gerade ihre Verbindung
mit der jahrhundertealten Wallfahrtsgeschichte am Heiligen Berges Bayerns.
ders ungewöhnlich, weil ich über solche
mir aber, wie wichtig es ist, die ganz ursprüngliche Verbindung zwischen der
Wallfahrt, dem Kloster, den Mönchen und ihren Wirtschaftsbetrieben immer wieder zu erklären und herauszustellen. Diese
Verbindung verleiht unseren Klosterbieren Glaubwürdigkeit und einen ganz eigenen
Mehr-Wert; ein klösterliches Bier, das eine jahrhundertealte Tradition mit allen Sinnen erleben lässt.
bergecho 2 . 2014 |
Andechser Gefühl auf dem San Francisco Bay – Tony Granieri (r.), Inhaber des »Brotzeit« in Oakland, zusammen mit Alexander Reiss (M.) und Andreas Hausner (l.), Vice President von S&H Independent Premium Brands.
»Cr af t brewing« – mit Her zblut und hohem tech nischem Aufwand ein alte s Br aure zept weiterführen Hinzu kommt, dass die klösterliche Brau
Geben in der »Suppenküche« in San Francisco der Tradition bayerischer Gastlichkeit ein unverwechselbares Gesicht: Die Manager Craig Walker (l.) und Rusty Olson (r.).
Einl adungen, Ge spr äche , Ver anstalt ungen und Pr ä sentationen Von den vielen intensiven Begegnungen in
und Andreas Hausner brachten mich mit
gehören bayerisches bzw. deutsches Bier
man landläufig unter dem Begriff »craft
Tony Granieri, dem Inhaber des »Brotzeit«
ist »Craft brewing« zunächst einmal ein
biergarten.com). In diesem besonderen
in Oakland, zusammen (www.brotzeit-
mißverständlicher Begriff. Hier geht es
Lokal direkt an der San Francisco Bay har-
in dem Sinne, dass man »Kleinstmengen«
und Biergarten perfekt miteinander. Und
nicht nur um ein handwerkliches Brauen
herstellt und damit eine ganz eigene »Geschmacksidee« verwirklicht. »Craft brew-
monieren die Welten von Bootshäusern
unser dunkles Weißbier und den Doppel-
bock Dunkel vom Faß pflegt Tony mit der
ing« steht auch dafür, wie man mit viel
gleichen Hingabe wie sein fast 90 Jahres
wand ein altes Braurezept verfolgt, das
ner Rundfahrt auf dem San Francisco Bay
Herzblut und hohem technischem Auf-
sich bereits seit Jahren bewährt hat. Ohne besondere Rücksicht auf den Massengeschmack. Unsere kräftigen malzaroma-
reitete – vor allem bayerische – Gerichte.
Keine Frage, dass unsere klösterlichen Biere genau in sein gastronomisches Konzept passen. Rund um den Ausschank der ers-
ten Andechser Klosterbiere hatte Fabrizio
Wiest´s Manager, Rusty Olson, ein ganzes Fest organisiert.
Nach auch anstrengenden Tagen an
mitnahm.
mit der Gewißheit, dass wir mit unseren
In der »Suppenküche« im Herzen von
San Francisco (www.suppenkuche.com)
den daher auch in den USA so großen An-
haus. Besonderen Wert legt Eigentümer
einpassen.
und einfache, ehrliche, traditionell zube-
der amerikanischen Westküste saß ich
ging es bei meinem Besuch zu wie in ei-
klang, weil sie genau in diesen Trend hin-
seiner »Suppenküche« weiterleben. Dazu
altes Holzboot, mit dem er uns drei zu ei-
tischen Biere, obergärig wie untergärig,
passen genau in diese Konzeption und fin-
schen Heimat Menghofen erfahren hat,
lässt er auf ganz eigene Art und Weise in
noch sehr präsent. Andreas Hildebrandt
brewing« zusammenfassen kann. Dabei
Kind in den Gasthäusern seiner bayeri-
diesen drei Wochen sind mir einige immer
tradition in Andechs mit einer Entwick-
lung in den USA Hand in Hand geht, die
bayerischer Gastlichkeit. Die Wärme, Ge-
mütlichkeit und Vertrautheit, die er als
nem traditionsreichen deutschen Wirts-
Fabrizio Wiest, der 1993 von München
nach San Francisco kam, auf die Tradition
schließlich auf dem Heimweg im Flieger
Klosterbiere eben nicht nur neue Absatzmärkte erschließen, sondern auch neue
.
Freunde für den ganzen Heiligen Berg Bayerns gewinnen konnten.
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bergecho 2 . 2014
| klosterbrauerei
Dem Umweltschutz verpflichtet Klosterbrauerei investiert in neue CO2-Rückgewinnungsanlage
In diesen Tagen hat die Klosterbrauerei Andechs eine neue CO2-Rückge winnungsanlage in Betrieb genommen. Die Klosterbrauerei am Heiligen Berg gehört damit zu den wenigen Brauereien in Bayern, die CO2 aus dem Gärungsprozess auffängt und mit einer hochmodernen Anlage bis zu einer Reinheit von über 99 Prozent aufbereitet und wiederverwendet. Wir stellen die neue Technik und ihre Vorteile vor.
»
M
it der neuen CO2-Rückgewin-
noch mehr Umweltschutz und Nachhal-
»gute Zusammenarbeit beweist sich, wenn man bei Problemen konstruk tiv, fair und fle xibel miteinander umgeht«
Betriebsleiter der Klosterbrauerei Andechs.
dem Gär- und Lagerkeller, wo nun die
teuren Investition setzt die Klosterbrau-
tet, steht Alexander Reiss und lässt den
nungsanlage haben wir wieder eine wichtige Etappe hin zu
tigkeit geschafft«, sagt Alexander Reiss,
Mit dieser mehrere hundertausend Euro erei eine Maßnahme um, die sie bei der
letzten EMAS-Zertifizierung im Oktober
2013 angekündigt hatte. »EMAS muss man
Mitten in dem hohen Raum neben
CO2-Rückgewinnungsanlage sonor arbei-
Blick zufrieden wandern: von den über-
mannshohen Schaltschränken, über das
Gewirr von Edelstahlrohren, stromsparen-
leben. Dieses Management-System ist
den frequenzgesteuerten Pumpen, diver-
Ablage«, so Reiss. Mit EMAS meint er das
an der Decke, der zum Zwischenspeichern
der weltweit anspruchsvollsten Systeme
CO2 dient. Noch vor kurzem waren hier
die Klosterbrauerei seit über zehn Jahren
gene Techniker intensiv damit beschäf-
Umweltschutz und lässt sie durch exter-
»Das Team um Andreas Weikenstorfer,
von über einer Million Euro konnte die
ne Kollegen und die beteiligten Firmen,
weder für den Aktenschrank noch für die
»Eco-Management Audit Scheme«, eines
für Umweltmanagement. Mit EMAS mißt
ihre Maßnahmen zu Nachhaltigkeit und ne Auditoren bewerten. Mit Investitionen
Klosterbrauerei so ihren Gesamt-Energieverbrauch allein seit 2007 trotz konstant
hoher Nachfrage um über 20 % senken.
sen Meßgeräten bis hin zu dem Gasballon
für bis zu 40 Kubikmeter des gasförmigen fast ein dutzend Fachleute und hausei-
tigt, die Anlage rechtzeitig zu installieren. dem Leiter unserer Betriebstechnik, sei-
haben wirklich hervorragende Arbeit geleistet.« Reiss und Weikenstorfer haben
von Anfang an die Zusammenarbeit aller
Anfang 2014 wurde die Klosterbrauerei da-
Beteiligten koordiniert. Dabei kam ihnen
Hendricks als »innovatives EMAS-Unter-
lagenbau zugute. Das Fazit von Alexander
ternehmen ausgezeichnet.
am Schnürchen, aber positiv ist für mich
her von Bundesumweltministerin Barbara nehmen« zusammen mit 18 anderen Un-
ihre langjährige Erfahrung im BrauereianReiss: »Klar, nicht immer klappt alles wie die Zusammenarbeit gerade dann, wenn
man bei Problemen konstruktiv, fair und
flexibel miteinander umgeht. Diese Erfahrung habe ich hier wieder gemacht und
hierfür bin ich dankbar.«
Der Gasballon an der Decke hat eine Kapazität von 40 Kubikmeter. Er nimmt das gasförmige CO2 auf und speichert es, um die angeschlossene Aufbereitungsanlage kontinuierlich mit CO2 zu versorgen.
bergecho 2 . 2014 |
Ein Hochleistungsgas wäscher entfernt in einem Gegenstromverfahren von Wasser und Gas wasser lösliche Verunreinigungen wie z.B. Ethanol und unedleGeruchsstoffe. Ein zweistufiger Kolbenverdichter (gelb in der Bildmitte) verdichtet das nasse CO2-Gas. Mit Aktivkohlefilter (rechts im Bild) samt Trockner Kolonne werden unerwünschte Gerüchen und Restfeuchtigkeit aus dem CO2-Gas entfernt.
CO 2 – Schutz atmosphäre für da s Bier
CO2 »vorgespannt«, um den Sauerstoff
Bei der Hauptgärung der Biere entsteht
»Schutzatmosphäre für das Bier«.
sehr hohe Reinheit aufweist. Die bisheri-
Funk tionsweise einer CO 2 – Rückgewinnungsanl age
altersbedingt nicht mehr effizient, was
Wie funktioniert nun eine CO2–Rückge-
ein Dorn im Auge war. »Wir mussten ein-
den Hauptgärung im Gärkeller hat das
CO2, das nach etwa einem Gärtag eine
ge CO2-Rückgewinnungsanlage arbeitete der klösterlichen Brauerei schon länger
fach handeln, um unsere Umweltbilanz
weiter zu verbessern«, so Alexander Reiss.
Zwar musste man hohe Anschaffungs-
kosten schultern, aber mehrere Gründe
zu verdrängen. CO2 wirkt dabei wie eine
winnungsanlage? Nach etwa zwölf StunCO2 in den Gärtanks die geforderte Rein-
heit erreicht, weil nach dieser Zeit die
Gärungs-CO2 den restlichen Sauerstoff ver-
drängt hat. Das CO2 wird dann aus den
waren letztlich ausschlaggebend: Einmal
Tanks ausgeleitet. Mit einem hochemp-
betrieb ein besonders wichtiges Gut ist.
heit der CO2 geprüft. Ein Gasballon, der
der Umweltschutz, der für einen Kloster-
findlichen Sauerstoff-Sensor wird die Rein-
Dann waren die Betriebskosten für die al-
40 Kubimeter CO2 aufnehmen kann, spei-
geworden. Und zum anderen liefert die
die angeschlossene Aufbereitungsanlage
te Anlage mit den Jahren einfach zu hoch
chert zunächst das gasförmige CO2, um
neue Rückgewinnungsanlage nun CO2 in
kontinuierlich mit CO2 zu versorgen. Ein
brauerei ihre alkoholfreien Getränke wie
in einem Gegenstromverfahren von Was-
felschorle und Colamix selbst karbonisie-
gen wie z.B. Ethanol und unedle Geruchs-
zu müssen.
verdichtet das nasse CO2-Gas. Mit Aktiv-
einem Reinheitsgrad, mit dem die Kloster-
Andechser Tafelwasser, Zitronenlimo, Apren kann, ohne technische CO2 zukaufen Im ganzen gesehen setzt eine Braue
rei CO2 in vielen verschiedenen Phasen
der Produktion ein. Grundsätzlich darf
das Bier nach der Gärung nicht mit Sauerstoff in Berührung kommen. Daher wird
Hochleistungsgaswäscher entfernt dann
ser und Gas wasserlösliche Verunreinigunstoffe. Ein zweistufiger Kolbenverdichter
kohlefilter samt Trockner Kolonne werden unerwünschte Gerüche und Restfeuch-
tigkeit aus dem CO2-Gas entfernt. Mit ei-
nem speziellen CO2-Verflüssigungssystem, das ohne umweltschädliche Kühlmittel
CO2 verwendet, um z.B. Leitungen »leer-
auskommt, wird das CO2-Gas verflüssigt.
werden vor ihrer Befüllung mit Bier mit
»Stripping-System«, der flüssigen CO2 noch
zudrücken«. Tanks, Flaschen und Fässer
Im Anschluss entzieht das so genannte
Sauerstoff und Stickstoff. So erreicht die
CO2 eine Reinheit von über 99,9 Prozent
und wird in einen Speichertank geleitet.
Wenn CO2 wieder als Gas gebraucht wird, wird das flüssige CO2 aus dem Tank ent-
nommen und über einen Verdampfer in
den gasförmigen Zustand überführt und
.
an die verschiedenen Verbrauchsstellen in der Brauerei weitergeleitet.
I n f o r mat i o n EMAS – Das Gütesiegel der Europäischen Union EMAS ist weltweit das anspruchsvollste System für nachhaltiges Umweltmanagement. Organisationen jeder Art werden mit dem EU-Label ausgezeichnet, wenn sie die strengen Anforderungen der EMAS-Ver ordnung erfüllen. EMAS-Teilnehmer verbessern kontinuierlich ihre Umweltleistung mithilfe eines standardisierten Management-Systems. Über ihre selbst gesteckten Umweltziele und deren Umsetzung berichten sie in der jährlichen EMAS-Umwelterklärung. Diese ist öffentlich zugänglich und wird von einem staatlich beaufsichtigten, unabhängigen Umweltgutachter validiert. Die Umweltgutachter kontrollieren auch, ob EMAS in der Praxis richtig umgesetzt wird und garantieren, dass die EMAS-Teilnehmer alle Umweltvorschriften einhalten. Quelle: www.emas.de
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bergecho 2 . 2014
| klosterbrauerei
Klösterliche Brautradition ins 21. Jahrhundert geführt Nach über zehn Jahren Planungs- und Bauzeit wurde vor 30 Jahren die neue Klosterbrauerei vollendet
Die neue Klosterbrauerei kurz vor ihrer Fertigstellung 1982/83
1968 geht Bruder Oswald Eser, der letzte Brauer aus dem Andechser Konvent, in den Ruhestand. Die alte Klosterbrauerei leidet derart unter Platzmangel, dass eine sinnvolle Modernisierung und Fortführung des Braubetriebes eigentlich unmöglich scheint. So stehen die Mönche vor der Frage, die Brauerei entweder zu schließen oder einen Neubau zu wagen.
I
n einer kleinen Festschrift aus dem
Jahr 1984, die zur Einweihung der neuen Klosterbrauerei erschien, umreißt
Abt Odilo sehr klar die Fragen, die die
klösterliche Gemeinschaft damals bewegt:
»So stellte […] die schon immer mit dem Kloster verbundene berühmte Tradition
des Bierbrauens uns vor die Frage, ob sie
im ausgehenden 20. Jahrhundert abgebrochen werden dürfe oder unter den Bedin-
gungen moderner Technologie weitergeführt werden sollte. Die Weiterführung
bedeutete neue Anlagen und neue Bauten
mit großem planerischen, handwerkli-
chen und finanziellen Einsatz und Risiko.«
bergecho 2 . 2014 |
Innenansicht des neuen Sudhauses Anfang der 80er Jahre
Ringen um ein ver ant wortbare s Risiko Lange wird im Konvent überlegt, gerun-
gen und schließlich fällt eine Entschei-
dung. Die Mönche gehen das Wagnis ein.
Ein risikobereiter Konvent und die Weit-
sicht von Pater Daniel Gerritzen, der zwischen 1968 und 1986 Cellerar war und als
Prior von 1976 bis 1982 der Gemeinschaft
diente, schaffen der Klosterbrauerei durch einen Neubau unterhalb des Heiligen Ber-
ges den nötigen Raum zur Fortentwicklung. Zehn Jahre dauern die Bauarbei-
ten. Nach dem Füllereigebäude 1974 geht
schließlich 1984 das Sudhaus mit Gär- und
Lagerkeller in Betrieb.
Grundl age für die Br au tr adition im 21. Jahrhundert
Brauwasser, vorsichtig erhitzt. Die Mai-
Die Planung der neuen Brauerei liegt in
Heute : Modernste Br autechnik ständig neu im Dienst benedik tinischer Br autr adition
ros Böcking + Prell. Als Architekten konn-
1990/91 und der Einführung von hellem
Klosterbiere ihren typisch malzaromati-
Firma Sommersberger aus München ge-
gilt es nach der Jahrtausendwende erneut,
cher« in der Würzepfanne, der wie ein gro-
jekten am Heiligen Berg einen Namen
benediktinische Brautradition in Dienst
zur Energieeinsparung bei. In der Würz-
den Händen des Münchner Ingenieurbü-
te das Kloster die heute noch existierende
winnen, die sich seit 1971 mit vielen Pro-
gemacht hatte: von der Wäscherei, über
LKW-Garagen, Flaschenabfüllerei, Metz-
Nach der Erneuerung der Flaschenfüllerei bzw. dunklem Weißbier 1993 bzw. 1997,
modernste Brautechnik umfassend für die zu nehmen. Für alle Umbaumaßnahmen
seit 2005 hat das Kloster einen siebenstelli-
gereigebäude, Lagerhalle, Sudhaus und
gen Betrag investiert.
der Klostergebäude und verschiedener An-
erei, das Sudhaus und
Jahren.
duktionsbereiche, sind
Gär- und Lagerkeller bis hin zur Sanierung
dechser Gastronomien in den achtziger
Den ersten 1974 beendeten Bauabschnitt
mit Flaschen- und Fasskeller verantwortete
Das Herz der Brau-
die angrenzenden Pro2006 schließlich kom-
plett erneuert. Seither
hundert hinein fortgeführt
Dr. Georg Orthuber beaufsichtigt.
keller, CIP-Anlage (CIP steht für »cleaning
derselben Festschrift: »Dank der vorzügli-
Rohr- und Tankreinigungssystem), Gär-
chen Arbeit der planenden Ingenieure und
Architekten sowie der Arbeiter aller betei-
ligten Firmen, nicht zuletzt dank der Mit-
werden kann.« Abt Odilo
sind auch die Steuerung in Sudhaus, Hefe-
in place« und beschreibt ein komplexes
zu ausschließlich Aro-
mahopfen aus der Hal-
lertau. Über 280 Ventile sind durch insgesamt
über 20 Kilometer Kabel
mit einer hochmoder-
nen »S7 – Steuerung«
verbunden. Ein Ener-
giespeichersystem, zu
dem auch der Energiespeichertank mit 3
Meter Durchmesser, 10 Meter Höhe und 66.000 Liter Fassungsvermögen gehört,
schöpft zusätzliche Potentiale zur Energie-
einsparung aus.
sorgt für konstante Mahlergebnisse. Neue
haus haben mehrere hunderttausend Euro
Schrotmühle, die das Malz zerkleinert,
Rührflügel in den Maischepfannen wäl-
eine große Brautradition ins 21. Jahrhun-
In den Maischepfannen wird die Mai-
dert hinein fortgeführt werden kann.«
Andechs verwendet da-
und Lagerkeller und Wasserhaus. Die
arbeit der im eigenen Haus Beschäftigten,
[…] sind die Grundlagen geschaffen, dass
pfanne wird die Würze gekocht und der
Hopfen zugegeben. Die Klosterbrauerei
Brautradition ins 21. Jahr-
Energie aus. Erneuert
Rückblickend schreibt Abt Odilo in
ßer Tauchsieder wirkt, trägt wesentlich
geschaffen, dass eine große
und Lagerkeller wurde von dem erst im Dezember 2012 verstorbenen Brauereidirektor
schen Geschmack. Ein neuer »Innenko-
Arbeit sind die Grundlagen
kommt das Sudhaus mit ca. 30% weniger
durch erhalten die dunklen Andechser
»Dank der vorzüglichen
noch Braumeister Erich Müller, den zwei-
ten Bauabschnitt mit Sudhaus und Gär-
schepfanne ist für das Mehrfachmaisch-
verfahren besonders wichtig, denn da-
zen die Maische besonders schonend um.
sche, die Verbindung von Malzschrot und
Allein die Umbaumaßnahmen im Sud-
gekostet – für die Klosterbrauerei Andechs eine zukunftsweisende Investition, um
.
die Qualität der Andechser Klosterbiere
auch künftig zu sichern.
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bergecho 2 . 2014
| klosterbrauerei
Nachhaltigkeit zieht Kreise Kroatische Delegation von Politikern, Unternehmern und Forschern informiert sich über die Energieeffizienz der Klosterbrauerei
I n f o r mat i o n EMAS Die Klosterbrauerei Andechs hat im Oktober 2013 erneut die Öko-Auditierung nach den strengen EMAS – Richtlinien erhalten. EMAS steht für »Eco-Management Audit Scheme« und ist eines der weltweit anspruchsvollsten Systeme für nachhaltiges Umweltmanagement. Mit Investitionen von über einer Million Euro konnte die Klosterbrauerei Andechs ihren Gesamt energieverbrauch seit 2007 trotz konstant hoher Nachfrage nach Andechser Klosterbieren um über 20 Prozent senken. Die Klosterbrauerei Andechs gehört damit zu den derzeit rund 20 von etwa 650 mittelständischen und großen Brauereien in Deutschland, die dieses EMAS-Audit er folgreich absolviert haben.
In den letzten Wochen und Monaten haben wir immer wieder Gruppen und Delegationen am Heiligen Berg begrüßen können, die sich stark für die nachhaltige Ausrichtung der Klosterbrauerei Andechs im Rahmen der EMAS– Zertifizierung interessieren. Den weitesten Anfahrtsweg hatte Anfang Juni eine 15 köpfige Delegation aus Kroatien. Unser Tipp Sie möchten mehr über die nachhaltige Ausrichtung der Klosterbrauerei erfahren? Fordern Sie unsere Umwelterklärung an. Tel.: 08152/376-252 umwelt@andechs.de
D
ie Exportinitiative »Energieeffizi-
pro Hektoliter) reduziert werden. Das
Wirtschaft und Energie und die
niger. Der Stromverbrauch ging von über
enz« des Bundesministeriums für
sind rund 10 kWh/hl oder 18 Prozent we-
Zusammenarbeit mit der deutsch-kroa-
11 kWh/hl 2008 auf unter 10 kWh/hl 2012
machten dieses Treffen möglich. Bei einer
neue Komponenten wesentlich weniger
brauerei zeigte Betriebsleiter Alexander
mit knapp 35 kWh/hl deutlich unter das
tischen Industrie- und Handelskammer
ausgedehnten Führung durch die Kloster-
zurück (– 10 Prozent). So benötigen nun
Strom. 2012 ist der Erdgasverbrauch
Reiss (2.v.r.) den kroatischen Politikern,
Niveau von 2008 gesunken. Das zeigt u.a.
konkreten Beispielen, angefangen von der
prozesse.
Unternehmern und Forschern an ganz
Wärmerückgewinnung über eine effiziente Kälteanlage bis hin zu einer optimier-
ten Gebäudeheizung, wie Energie in einer mittelständischen Brauerei noch effizien-
ter eingesetzt werden kann.
Seit 2008 hat die Klosterbrauerei im
Bereich Energieeffizienz massiv investiert, um umweltschonende Produktionspro-
zesse mit der eigenen Qualitätsphiloso-
phie zu verbinden. Zum Beispiel konnte
der gesamte Energieverbrauch seit 2008
auf rund 47 kWh/hl (Kilowattstunden
eine effizientere Gestaltung der Brau So konnten die Teilnehmer an der
Informationsreise einen umfassenden
Einblick in die Chancen zur Energie
einsparung, den Stand der Technik und die nachhaltige Leistungsfähigkeit der
Klosterbrauerei Andechs als einem mittel
.
ständischen bayerischen Unternehmen
gewinnen.
bergecho 2 . 2014 |
MAIBAUMTRADITION Ein wichtiger Termin im
Mai ist das Aufstellen des
neuen Maibaums, wie hier
in der Gemeinde Inning,
wo ein fast 30 Meter langer
Fichtenbaum von der hiesigen Landjugend aufgestellt
wurde. Von zahlreichen Zuschauern angefeuert wur-
de der Baum in die richtige
Lage gehievt und anschließend beim traditionellen
Bandltanz begrüßt. Das
frischgezapfte Andechser
.
Klosterbier durfte als Durst-
löscher nicht fehlen.
Wir kennen unsere Region und ihre Stärken.
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Daher übernehmen wir Verantwortung und engagieren uns regional. Damit sichern wir aktiv die Entwicklung und Zukunft unserer Region - und das schon seit über 100 Jahren. Zählen Sie auf uns. Stabil. Sicher. Nah.
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bergecho 2 . 2014
| klosterbrauerei
Ein herzlicher Dank für jahrelange treue Mitarbeit Mönche ehren vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum 25-jährigen Betriebsjubiläum
Ehrungen zum 25-jährigen Betriebsjubiläum: Pater Anno Bönsch, Susanne Engel, Abt Johannes Eckert, Christina Gerhardt, Pater Ulrich Rothacker, Frater Emmanuel Rotter und Giuseppe Mule (vl.n.r.).
Gemeinsam feiern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abtei Sankt Bonifaz in München und Andechs einmal im Jahr ein großes gemeinsames Fest. Nachdem 2013 die Feier in Sankt Bonifaz stattgefunden hatte, luden Abt Johannes und seine Mitbrüder heuer Ende Juni in den Klostergasthof nach Andechs ein. Die Verbundenheit der Mitarbeiterinnen und Mit arbeiter mit dem Kloster in München und Andechs zeigte sich vor allem auch darin, dass viele von den 220 Beschäftigten nach Andechs kamen.
B
Seit 25 Jahre Reinigungsdienst in der Klosterverwaltung: Pater Valentin Ziegler dankt Liliana Bauch.
ei einer gemeinsamen Messfeier in
der Andechser Wallfahrtskirche gedachten Mönche und Mitarbeiter
zunächst der drei Kolleginnen und Kolle-
gen, die seit der letzten Mitarbeiterfeier Mitte 2013 verstorben waren.
Beim anschließenden gemeinsamen
Abendessen im Klostergasthof bedankte
Giuseppe Mule begann seinen
Dienst im September 1988 im Andechser Bräustüberl. Seit über 15 Jahren sorgt er
nun als Hausmeister in allen Abteilungen
des Bräustüberls dafür, dass die Arbeit zum
Wohl unserer Gäste reibungslos ablaufen kann.
Seit Mitte Dezember 1988 ist Susanne
sich Abt Johannes Eckert auch im Namen
Engel als Mitarbeiterin im Konvent An-
relange treue Engagement der Mitarbeiter
ihren Kolleginnen nicht nur für Sauberkeit
ben. Besonders ehrte Abt Johannes zum
Wallfahrer stets ein frischbezogenes Bett
na Gerhardt, Frau Susanne Engel, Frau Li-
sätzlich im Verkauf des Bräustüberls tätig.
seiner Mitbrüder sehr herzlich für das jah-
im Kloster und seinen Wirtschaftsbetrie-
25-jährigen Betriebsjubiläum Frau Christiliana Bauch und Herrn Giuseppe Mule.
dechs beschäftigt. Sie sorgt zusammen mit
im ganzen Haus, sondern auch dafür, dass im Gästetrakt finden. Seit 1998 ist sie zu-
Liliana Bauch begann ihren Dienst am
Christina Gerhardt ist seit Mitte 1988
Neujahrstag 1989 als Reinigungskraft in
tig. Wie viel Freude ihr diese Arbeit macht,
her ist sie für sämtliche Reinigungstätig-
in der Klosterküche von Sankt Bonifaz tä-
und sie damit auch anderen bereitet, zeigt
sich auch darin, dass sie auch über ihren
Rentenbeginn hinaus weiter in der Klosterküche mithilft.
der Verwaltung der Klosterbetriebe. Seit-
keiten im Verwaltungsbereich verantwortlich und findet für viele Mitarbeiter und
.
Gäste in der Verwaltung immer wieder ein
gutes Wort.
bergecho 2 . 2014 |
sommer tollwood 2014
A
uch dieses Jahr steht im Münchner Kulturspektrum das
Tollwood-Sommerfestival mit im Fokus. Und eine wichtige Institution dabei sind seit vielen Jahren das Andechser
Zelt und die Andechser Lounge. Eine bunte Mischung aus Kultur,
Lebenslust und Musik werden in vielen Facetten geboten und lo-
cken die Besucher an. Dieses Mal sind mehr als 50 Bands und Musiker unterschiedlichster Stilrichtung auf dem Gelände vertreten. Zur Eröffnungsfeier kamen Verkaufsleiter Gino Casarotto und
Betriebsleiter Alexander Reiss ins Andechser Zelt, um mit Viktoria Raith, der Leiterin von Andechser Zelt & Lounge und ihrem
Kreativ-Direktor Patrick Brennan auf die neue Tollwood-Saison und die Zusammenarbeit anzustoßen.
christian bolley
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bergecho 2 . 2014
| gastlichkeit
»Andechs« ein Gesicht gegeben Zum Tod von Georg Schumacher
A
m 18. März 2014 ist Georg Schumacher, langjähriger Mitarbeiter im
Andechser Bräustüberl, im Alter
von 78 Jahren gestorben. Über dreißig Jahre hat er der Andechser Gastlichkeit am
Heiligen Berg und weit darüber hinaus ein unverwechselbares Gesicht gegeben. Vie-
Sein Engagement für das Kloster und
seine Wirtschaftsbetriebe machte an den
Türen des Bräustüberls nicht halt. Georg
Schumacher repräsentierte das Kloster auf
vielen Veranstaltungen und war ein ge-
fragter Begleiter bei Fahrten und Anlässen
des Landkreises Starnberg und des Touris-
le Freunde und Gäste und natürlich die
musverbandes. Mit viel Liebe und Mühe
mit Namen. Bei vielen Stammtischen war
ten mit den Städten Haßloch, Amras und
Stammgäste des Bräustüberls kannte er
engagierte er sich, um die Partnerschaf-
er Mitglied oder zumindest ein gern gese-
Kamnik in Slowenien zu pflegen. Das An-
er oft und gerne mit Wort und Tat zur Sei-
seine Initiative zurück.
hener Gast. Wo man ihn brauchte, stand
te. Ohne den »Schorsch« haben ungezählte Gäste des Bräustüberls die Pilgergast-
stätte am Heiligen Berg Bayerns gar nicht
kennengelernt.
dechser Bierfest in Haßloch geht mit auf
Wir trauern um einen geschätzten und
verdienten Mitarbeiter. Unser Mitgefühl
gilt seiner Frau, seiner Familie, den Ange-
.
hörigen und Freunden von Georg Schumacher. Er möge ruhen in Gottes Frieden.
bergecho 2 . 2014 | 020 Anz. Bergecho 19x24_neu.qxd
13.04.2006
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Seite 1
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bergecho 2 . 2014
| gastlichkeit
» Das Konzil« in Konstanz
An historischer Konzilsstätte findet sich heute ein besonderes Restaurant und Tagungshaus
2014 bis 2018 – das Konstanzer Konzil jährt sich zum 600. Mal. Ein besonderes Jubiläum und Zeit, einen Blick auf einen der beeindruckendsten Plätze in Konstanz zu werfen. Das Jahrhunderte alte Konzilsgebäude, ein mächtiges Bauwerk direkt am Ufer des Bodensees, strahlt repräsentative Würde aus. Hinter den Fassaden, in denen einst Waren gehandelt, gespeist und ein Papst gewählt wurde, befindet sich heute ein einzigartiges Gasthaus mit großzügigen Tagungsräumen. Und seit fünf Jahren finden hier die Andechser Klosterbiere auch immer wieder neue Freunde.
D
as Konzil war seit jeher ein Ort der
Begegnung, des Wohlgefühls und der kulinarischen Leckerbissen.
Ein Platz der Feste, der Gespräche und des
geselligen Zusammenseins direkt am Ha-
Ko n tak t Konzil – Gaststätten Hölzl-Gastronomie GmbH Restaurant, See- Terrassen, Tagungs- und Veranstaltungshaus Hafenstraße 2, 78462 Konstanz Tel. 07531/21221 Fax: 07531/17467 mail@konzil-konstanz.de www.konzil-konstanz.de öffnungszeiten täglcih 10.00 bis 23.00 Uhr (warme Küche bis 21.30 Uhr)
besonderen Reiz des »Konzils« aus. Gäste
finden im »Konzil« eine leistungsfähige,
bodenständige Gastronomie, die auch auf sehr große Gruppen eingestellt ist und sie
rasch zufrieden stellen kann. Die große
fen von Konstanz. Dies hat sich bis heute
Terrasse zum See ist einer der schönsten
spekt vor der Geschichte des Konzils wird
renlager im Erdgeschoss und der Saal der
nicht geändert. Mit Leidenschaft und Redieses Vermächtnis weitergetragen. Ziel
ist es, den Gästen einen angenehmen Aufenthalt zu schenken und ihn gleichzeitig
zu einem unvergesslichen Erlebnis werden zu lassen.
Von 1968 bis 1970 wurde das Konzils-
Plätze in Konstanz. Das ehemalige Wa-
Papstwahl im Obergeschoss stehen heu-
te als Tagungsräume für Veranstaltungen von 50 bis 800 Personen zur Verfügung.
Dazu kommt das um 1900 eingebaute Restaurant »Patronentasche«.
Küchenchef Manfred Hölzl und sein
gebäude renoviert und zu einem Tagungs-
Team verwöhnen die Gäste des »Konzils«
umgestaltet. Es ruht heute noch fest auf
Fisch aus dem Bodensee. Viele weitere
Renovierung wurde streng darauf geach-
Getränkekarte, darunter auch das Andech-
und Festgebäude mit ausgefeilter Technik
14 gewaltigen eichenen Stützen. Bei der
tet, die historische Bausubstanz völlig zu erhalten. Gerade das macht heute den
mit badischen Leckereien und frischem
Überraschungen birgt die Speisekarte und ser Weißbier Hell vom Fass, das dunkle
Andechser Weißbier aus der Flasche und
bergecho 2 . 2014 |
← Heute Das Konzilsgebäude von der Seeseite aus gesehen in seiner vollen Pracht. ↓ Postkarte um ca. 1900 Auf der alten kolorierten Postkarte ist das Konzil im ursprünglichen Zustand zu erkennen.
Die wichtigsten Verhandlungspunkte waren die Frage der Einheit (causa unionis) und damit das Ende des Abendländischen Schismas, die Reform der Kirche (causa reformationis) und die Sorge um die rechte Lehre und damit das Vorgehen gegen Ketzerei (causa fidei). Dabei setzte Sigismund eine Geschäftsordnung durch, der zufolge nach Nationen und nicht mehr nach Köpfen abgestimmt wurde.
← Küchenchef Manfred Hölzl (oben) mit seinem Team Pierre Hilaire und Heidi Müller
h i n t e rg r u n d
im Sommer als willkommener Durstlö-
scher das Andechser Vollbier Hell vom Fass. Kunst- und Geschichtshungrige kom-
men zum 600 jährigen Jubiläum des
Konzils in Konstanz mit den vielfältigen
Veranstaltungen sicher ebenso auf ihre Kosten, wie die Gäste des historischen
Restaurants und Tagungshauses am Bo-
densee. Das Konzil-Konstanz gehört dem
Verein »Gutes vom See« an. »Gutes vom
See« fördert die nachhaltige Entwicklung
der Bodensee-Region und unterstützt da-
bei branchenübergreifende Kooperationen
von Landwirtschaft, Lebensmittelhand-
werk, Handel, Gastronomie und Großkü-
.
chen, um regionale Wirtschaftskreisläufe zu entwickeln und zu stärken.
Das Konzil von Konstanz (1414–1418) Seit 1378 erhoben zwei Päpste Anspruch auf den Stuhl Petri, der eine in Rom, der andere in Avignon. Diese Kirchenspaltung sollte durch ein Generalkonzil, das 1409 in Pisa stattfand, überwunden werden. In Pisa wurden beide Päpste abgesetzt und mit Alexander V. ein neuer Papst gewählt, der wenig später starb und dem Johannes XXIII. folgte. Die abgesetzten Päpste beharrten jedoch weiter auf ihrem Amt, so dass es nun anstelle von einem drei Päpste gab, die jeweils von den verschiedenen Herrschern Europas unterstützt wurden. Die damit verbundenen politischen Wirren bedrohten auch das Reich, so dass König Sigismund 1413 mit dem Konzilspapst Johannes XXIII. die Einberufung eines weiteren Konzils vereinbarte, um die Einheit der Kirche wiederherzustellen. Es sollte im für ganz Europa zentral gelegenen Konstanz tagen und vom 5. November 1414 bis zum 22. April 1418 dauern.
Im Laufe des Konzils und im Zuge schwie riger Verhandlungen wurden alle drei Päpste abgesetzt bzw. traten zurück (deshalb gehört Johannes XXIII. auch zu den nicht offiziell gezählten Päpsten), so dass am 11. November 1417 mit Martin V. ein neuer Papst gewählt wurde. Das am 6. April 1415 verkündete Dekret Haec sancta, mit dem die Oberhoheit des Konzils über den Papst verkündet worden war, sollte den Boden für Reformen bereiten, die jedoch nicht einmal ansatzweise diskutiert bzw. realisiert wurden. John Wyclif (posthum), Jan Hus und Hiero nymus von Prag wurden als Ketzer verurteilt und verbrannt, so dass sich auch in der causa fidei – vor allem auch durch den Wortbruch König Sigismunds gegenüber Jan Hus, dem er freies Geleit zugesagt hatte – die Lage nur noch verschlimmerte. Die Volksaufstände in Böhmen und die sich anschließenden Hussitenkriege reichen in ihren Auswirkungen hinein bis ins 17. Jahrhundert und den Beginn des Dreißigjährigen Krieges.
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bergecho 2 . 2014
| gastlichkeit
Ein kleines Paradies am Ammersee
Das Seehaus in Riederau lädt zur meditativen Stille ein
Im Blick den Turm der Andechser Wallfahrtskirche, die Herrschinger Bucht und bei klarer Sicht die Berge des Werdenfelser Landes. Die Lage des Seehauses direkt am Ammersee mitten im Naturschutzgebiet ist traumhaft: Alte knorrige Weiden spenden im Sommer Schatten, der Schilfgürtel schützt vor Wind vom See. Ruhe, ja meditative Stille umfängt die Gäste, die von hier aus über den See schauen. Ein langer Steg führt hinaus ins Wasser. Am Ende des Stegs ein Tisch, mit filigranen Stühlen umstellt, stilvoll eingedeckt und für den Genießer mit einem Andechser Klosterbier gekrönt. Und wer auf dem Seeweg kommt, auf den wartet ein besonderer Service des Hauses.
N
ach einem Anruf im »Seehaus«
Plätze auf der Terrasse besonders begehrt,
derboot vom Ankerplatz abge-
Räume zum Rückzug am wärmenden Ka-
wird man nämlich mit dem Ru-
holt. Ein besonderer Dienst an den Gästen, der zur bunten Geschichte des Seehauses besonders gut passt. Es war Bootshaus,
Clubhaus eines Segelvereins, schließlich
Beach-Bar namens Curry’s Inn, benannt
nach dem weltberühmten Segler und Er-
finder Manfred Curry, dessen Familie be-
reits seit Ende des 19. Jahrhunderts in Riederau auf ihrem herrschaftlichen Wohn-
Ko n tak t Cafe-Restaurant Seehaus GmbH Seeweg Süd 22 86911 Dießen-Riederau Tel. 08807/7300 Fax: 08807/6810 info@seehaus.de www.seehaus.de öffnungszeiten ganztägig, 12.0 bis 22.00 Uhr
sitz über dem See residierte.
1973 betrat ein junger Franzose die
Küche des Curry’s Inn: der Bretone Hu-
und im Winter verführen die gemütlichen
chelofen. Direkt am Seeufer und einge-
hüllt vom dichten Schilfgürtel belebt und
erfrischt eine natürliche Urkraft alle Sinne. Und das ist einmalig: Über den Lär-
chenholzsteg geht es auf den See hinaus,
wo sich am Ende ein Plateau öffnet, auf
dem gerade mal ein Tisch Platz für bis zu
zehn Personen bietet. Der exklusivste Ort
im Seehaus. Allein und doch vorzüglich vom Service versorgt.
Etwas frech, in jedem Fall ausgetüf-
telt bis ins Detail, präsentiert sich die See-
bert Houillot. Schnell avancierte er zum
haus-Speisekarte wechselnd nach Saison-
Stempel der feinen, kreativen Küche auf.
geistert die Stammgäste, denen es so nie
Küchenchef und drückte dem Haus den Seit 1985 ist er auch als Patron im »See-
haus« aktiv – wobei er erst vor einigen
Jahren seinen Job als Chef de Cuisine zu
Gunsten der jüngeren Generation aufgab.
Mittlerweile ist Hubert Houillot Inhaber des Seehauses.
Im Sommer, erfüllt von der vitalen
Lebendigkeit des Wassersports, sind die
angebot. Das bürgt für Qualität und be-
langweilig wird. Regionale Frischeprodukte vom Ammersee runden die Speisekarte
.
ab. Auf der Getränkekarte finden sich natürlich auch die Andechser Klosterbiere.
bergecho 2 . 2014 |
»Man bekommt immer gutes Essen und eine Maß Bier!« Geburtstagsfeier im Bräustüberl für einen Bremer aus Andechs
Seinen 65. Geburtstag hat HansPeter Litzig an dem Ort gefeiert, den er in den vergangenen 60 Jahren fast immer mindestens einmal im Jahr aufgesucht hat: im Andechser Bräustüberl. Ein besondere Geschichte. Maren Kuball erzählt sie.
G
eboren wurde Hans-Peter Litzig
junger Stadtmensch lernte er auch hier
zwar in Bremen aber in seinen
die Seiten des Landlebens auf einem Bau-
Adern fließt zur Hälfte bayerisches
ernhof schon in ganz jungen Jahren ken-
Blut. Seine Mutter, geboren in Frieding,
nen. Auf einem alten Deutz-Bulldog nahm
te einen Soldaten, der in München statio-
Schoß und zeigte ihm, wofür ein Lenk-
einem Nachbardorf von Andechs, heirate-
seine Cousine Marille ihn früh auf den
niert war. Nach dem Krieg zog sie mit ihm nach Bremen. Hier kam Hans-Peter Litzig
rad gut ist. Dieses prägte ihn fast 60 Jahre, und kaum konnte er Auto fahren, so trieb
am 12. Juli 1949 zur Welt und seine bayeri-
Frieding vergessen. So hat er auch heuer
es ihn schon als Jugendlichen immer wie-
ihn bis heute.
gemäßen Frühschoppen ins Kloster An-
und Frieding.
Nie die Heimat verge ssen
Schweinshaxe.
sche Abstammung mütterlicherseits prägt
Schon im zarten Alter von 5 Jahren be-
suchte er mit seinen Eltern die Heimat seiner Mutter, und bis heute liegt ihm
Frieding, seine Heimat, am Herzen. Schon früh erkannte er die Vorzüge des Klos-
ters Andechs und ganz besonders die der
seinen Freundeskreis zu einem standes-
dechs eingeladen. Natürlich mit Bier und
Ferien in Frieding Während seiner Schulzeit verbrachte er
viele Ferien in Frieding. Zum Leidwesen seiner Friedinger Verwandtschaft auch
die damalige Hippiezeit, in der er mit ei-
Klosterbrauerei. Gerne saß er mit seinen
nem Schulfreund den Anleger von Herr-
schon vor 55 Jahren am Tisch der Mönche
derten Bastschuhen unsicher machte. An
werden würde. Hierbei prägte sich ihm
Frieding mit dem geschmuggelten Preu-
Ordensmann ein. Dieser fragte ihn, war-
kam, waren alle Türen des Bauernhofes
Friedinger Verwandten und seinen Eltern und stellte fest, dass auch er gerne Mönch
ein besonders stämmiger und beleibter
um er denn später einmal Mönch werden
wolle. Und wie aus der Pistole geschossen
sching in zerrissenen Jeans und zerfled-
ßen zu viel, und als er nachts nach Hause
verschlossen. Zu der Zeit war er aber noch nicht so beleibt wie heute und es gelang
ihm, durch ein kleines Toilettenfenster
heute liebt der zum Mann gereifte Junge
ruhe zu kommen.
im Kloster Andechs. Es gab nur wenige
se seines Onkels, nur kurz seiner Tante
aufgesucht hat. Nie hat er seine Heimat
auf dem seine Mutter geboren wurde. Als
seine Schweinshaxe und seine Maß Bier
Jahre, in denen er das Bräustüberl nicht
Auch heute, da er in Bremen, Ham-
burg und Spanien wohnt, kehrt er einmal
im Jahr nach Frieding und zum Kloster
Andechs zurück. Und nach dieser beson-
deren Geburtstagsfeier bleibt der Wunsch
wach, noch viele Jahre im Bräustüberl seine geliebte Schweinshaxe, den Obatzd’n
.
und die Brezen zusammen mit einer guten
Maß Bier zu genießen.
einem Tag wurde es der Verwandtschaft in
kam die Antwort: »Man bekommt immer
gutes Essen und eine Maß Bier!« Auch
der auf die Autobahn zwischen Bremen
doch noch zu seiner wohlverdienten BettViele Schulferien verbrachte er im Krei-
und seinen Cousinen auf dem Bauernhof,
unser tipp Haben Sie auch eine besondere Geschichte, die Sie mit dem Kloster Andechs verbindet? Schreiben Sie uns und legen Sie ein oder zwei Bilder bei. Andechser Bergecho, Redaktion Bergstraße 2, 82346 Andechs oder auch gerne per mail an pr@andechs.de
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bergecho 2 . 2014
| landwirtschaft
Fruchtbarer Boden – schwarzes Gold Boden und Bodenfruchtbarkeit der ökologischen Landwirtschaft des Klosters Andechs
Bodenforscher und -praktiker haben die Böden der öko logischen Landwirtschaft des Klosters Andechs bei einem Seminar Mitte Juni genau unter die Lupe genommen. Julia Neder von der Naturland Fachberatung war mit dabei, als die Experten »zu Boden gingen«.
bergecho 2 . 2014 |
Die Schöpfung bewahren und die benediktinische
Tradition fortführen –
Für die Boden bewertung wird die Erde mit beiden Handflächen zunächst bleistiftdick gerollt.
dazu gehört ein vorsichtiger
und maßvoller Umgang
mit der Natur
K
lostergutsverwalter Fritz Bernhard
Die Teilnehmer durchlaufen in einem Jahr
anstaltung des Anbauverbandes
trieben. Am Ende werden sie die Ausbil-
treideäcker zur Besichtigung zur Verfü-
setzen sich während dieser Zeit intensiv
litäten, wie das »Andechser Brot« auf dem
Boden auseinander und erhalten Anregun-
gerecht zu werden, gerade in einer klös-
begleitete die Teilnehmer der Ver-
Naturland und stellte Kleefelder und Ge-
gung. Mit einem Bagger ausgehobene
Bodengruben, ermöglichten den Teilneh-
mehrere Seminare in verschiedenen Be-
dung zum Bodenpraktiker absolvieren. Sie und praxisorientiert mit dem Ökosystem
Ackerbau zur Sicherung der Lebensgrundlage für die beiden Klöster Andechs und Sankt Bonifaz. Heute können Gäste aus
aller Welt, die regional erzeugten Spezia-
heiligen Berg verkosten. Um dem Auftrag
mern im wahrsten Sinne des Wortes tiefe
gen für die Optimierung der Bodenbewirt-
wirtschafteten Ackerflächen. Der bekann-
wirte haben sich besonders gefreut, dass
dition fortzuführen, arbeitet diese seit
Hartl (Bio Forschung Austria) und die
stattfinden würde und waren gespannt,
Naturlandverbandes. Dazu gehören ein
ten Flächen des Klostergutes erkunden zu
der Natur und auch die Erhaltung der Bo-
Einblicke, in die seit 1995 ökologisch be-
te Bodenforscher aus Österreich, Wilfried
Agrarstudentin Ines Reinisch (Universität Kassel-Witzenhausen), bereicherten das Seminar durch ihr fachliches Wis-
sen. Um trotz rasanter Marktentwicklung
schaftung im eigenen Betrieb. Die Land-
das dritte Seminar im Kloster Andechs
die seit langem ökologisch bewirtschaftedürfen.
te, den Erhalt und die Steigerung der Bo-
und steigendem Preisdruck auf Landwir-
Ökologische Wirtschaf tsweise – benedik tinische Tr adition
denfruchtbarkeit nicht aus dem Blickfeld zu verlieren, unterstützt die Naturland
Die Landwirtschaft des Klosters dient heu-
Fachberatung mit diesem Seminar für
te zur Produktion von Nahrungsmitteln
für viele Menschen. Ihre Aufgaben haben
ökologisch wirtschaftende Landwirte, den
nachhaltigen Umgang mit dem Boden.
sich seit der Wiedergründung im Jahre
1850 stark verändert. Damals diente der
Bodenpraktiker des Naturlandseminars zum Thema Bodenfruchtbarkeit an der Bodengrube eines Kleefeldes des landwirtschaftlichen Klosterguts. Klostergutsverwalter Fritz Bernhard (zweiter von links), beschreibt die Pflanzen, die zuvor auf dem Acker gewachsen sind.
terlichen Landwirtschaft die Schöpfung
zu bewahren und die benediktinische Tra-
fast 20 Jahren nach den Richtlinien des
vorsichtiger und maßvoller Umgang mit
denfruchtbarkeit, da fruchtbare Böden das
Kapital jedes landwirtschaftlichen Betriebes und jeder Gesellschaft sind. Bei einer
ökologischen Bewirtschaftung wird besonders auf eine Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit geachtet. Öko-Bauern setzen auf
ein Mischfruchtanbausystem, vielfältige
Fruchtfolgen und lebendige Agroforstsysteme.
Durch den vielfältigen Fruchtwech-
sel stabilisiert sich das Bodensystem und
die Vielfalt im Boden erhöht sich. Durch eine konsequente Bodenbedeckung mit
Zwischenfruchtanbau, Untersaaten und mehrjährigem Feldfutterbau verringern Öko-Bauern die Erosion. Zudem fördern
sie den Humusaufbau ihrer Böden, da sie
diese schonend bearbeiten und organische
Dünger einsetzen (Gründünger, Mulch
und Mist) und gestalten ihre Fruchtfolgen
mit Kleegras, Ackerbohnen und Erbsen, die in ihren Wurzelknöllchen Luftstickstoff im Boden anreichern.
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bergecho 2 . 2014
| landwirtschaft
Ein wert volle s Gut jeder Gesell schaf t ist der Boden
ihre Wurzeln dort besonders tief wach-
Gerade heute gewinnen Böden immer
kann dies ein Vorteil sein, da Wasser aus
sen. Vor allem in Zeiten der Trockenheit
der Tiefe aufgenommen wird. Damit sich
mehr an Bedeutung. Ohne diese wäre ein
die Regenwürmer im Boden wohl fühlen,
Überleben der Menschheit nicht möglich,
da Böden die Erzeugungsgrundlage für al-
müssen sie gut behandelt werden.
und somit Lebensgrundlage, aber auch Le-
Speicherorte für Nährstoffe und Wasser
Zeigerpfl anzen geben Auskunf t über Boden be schaffenheiten
können als Filter und Puffer agieren und
Momentan blühen auf den Getreideflä
neutralisieren oder abbauen. Ihre Frucht-
Klatschmohn, die mit ihren farbenpräch-
te daher Jedermanns Ziel sein. Landwir-
len für Hummeln, Bienen, Falter und Co
Menschen, die beruflich nicht direkt mit
nur als Zeigerpflanzen, sondern sind auch
le Nahrungsmittel darstellen. Böden sind
bensraum für eine Vielzahl von Tieren. Sie Schadstoffe durch Umwandlung binden,
chen des Klosters Kornblumen und
barkeit zu erhalten und zu steigern, soll-
tigen Blüten nahrhaften Nektar und Pol-
ten, Berufs- und Heimgärtnern, aber auch dem Boden zu tun haben, sollte bewusst
sein, dass ihr Umgang mit dem Boden und
ihr alltägliches Verhalten, mit dem Beste-
hen oder Nicht-Bestehen eines gesunden
bereithalten. Beikräuter dienen also nicht
Auf den landwirtschaftlichen Flächen des Klostergutes ist sichtbar, dass hier durch
erfolgreiche Bewirtschaftung Humusmeh-
Bodens zusammenhängen kann. Umwelt-
rung und Humuserhalt stattfanden. Be-
on, Bodenverdichtung, Bodenversiegelung
Horizont des Bodenprofils im Kleefeld zu
verschmutzung, Waldrodung, Bodenerosiund Klimaerwärmung sind Faktoren, die zu einer Veränderung und Degradierung
des Bodens führen können und auf deren
Vermeidung man achten sollte.
Humusmehrung – Ziel jedes Landwirts Auch der prozentuale Humusgehalt des
Bodens wurde geschätzt. Humus macht den Boden durch seine dunkle Färbung
zum Wärmespeicher. Aus seinem hohen
Kohlenstoffgehalt kann die Pflanze ihre
sonders schön war dies im dunklen oberen sehen.
Regenwür mer – fleiSSige Helfer im Boden
Nahrungsquelle zahlreicher wichtiger Insekten, die durch ihren Bestäubungsflug
einen unersetzlichen Beitrag zur Produktion unserer Nahrungsmittel leisten.
ein gelungene s Seminar Insgesamt war das Seminar auf dem Klostergut Andechs sehr erfolgreich und ge-
lungen. Die Teilnehmer genossen die At-
mosphäre der klösterlichen Tagungsräume
hoch oben auf dem Berg und waren be-
Die Landwirte stellten weitere Beobach-
geistert von den zahlreichen praxisnahen
nach den sehr geschätzten Regenwurm-
Bräustüberl wurden von allen Teilneh-
tungen im Bodenprofil an. Sie suchten röhren, die die Regenwürmer nach Ih-
rem Durchwandern des Bodens hinterlassen. Diese sind wichtig, weil der Wurm
sie mit Regenwurmkot austapeziert und stabilisiert. Der Regenwurmkot enthält
Übungen im Feld. Die Mittagspausen im mern besonders begrüßt. Mit deftigen
Schmankerln aus der Bräustüberlküche
gestärkt, freuten sie sich, im Anschluss
die seit fast 20 Jahren ökologisch bewirtschafteten Flächen der klösterlichen
Energie zum Wachsen beziehen. Ein hu-
wertvolle Ton-Humus-Komplexe die zur
Landwirtschaft unter die Lupe nehmen
stoffe, Luft und Wasser speichern. Dies ist
gen. Diese wurden zahlreich im Boden-
Teilnehmer zusammen mit den Referen-
einen guten Ertrag mit der angebauten
tes freigelegt, was die jahrelange regen-
moses Bodengefüge kann Pflanzennähr-
eine der Hauptvoraussetzungen um später Kultur zu erzielen, vor allem dann, wenn
Steigerung der Bodenfruchtbarkeit beitra-
profil des landwirtschaftlichen Klostergu-
wurmfreundliche Wirtschaftsweise des
auf die Düngung mit künstlichem Mine-
Verwalters bestätigte. Die Würmer lagern
den zu wenig fruchtbaren Humus, so soll-
der Bodenoberfläche ab. Daran lässt sich
raldünger verzichtet wird. Enthält der Bo-
den Kot auch an den Röhrenöffnungen an
zu dürfen. Fritz Bernhard begleitete die
ten und den Fachberatern von Naturland
und konnte viel über die Fruchtfolge und
Bewirtschaftungsmaßnahmen berichten.
Alle waren ihm sehr dankbar dafür, dass
er das Seminar auf diese Weise inhaltlich
bereichern und Zusammenhänge zu Beob-
schon, ohne den Boden aufzugraben, er-
achtetem im Felde herstellen konnte. Die
von Zwischenfrüchten zur Gründüngung
Viele Löcher mit kleinen Kothäufchen sind
reichen Böden rund um das Kloster, be-
dem hohe Mengen an CO2 binden. Würde
Würmer zuhause sind und diese sich auch
jahrzehntelange ökologische Wirtschafts-
2% gesteigert werden, so wäre dies ein Lö-
für, dass Luft in den Unterboden gelangt
auswirken kann und diese bestärkten Sie
te sich der Landwirt über eine Düngung
mit Mist oder Kompost und um den Anbau Gedanken machen. Der Humus kann zu-
der Humusgehalt auf der ganzen Welt um sungsansatz für eine Gegensteuerung der
rasch fortschreitenden Klimaerwärmung.
Humusmehrung ist daher einer der wichtigsten Ziel des ökologischen Landbaus.
kennen, ob Regenwürmer vorhanden sind. das erste Anzeichen dafür, dass hier viele
wohlfühlen. Die Wohn-Röhren sorgen daund mehr Wasser aufgenommen und gespeichert werden kann. So kann Erosion und Hochwasserbildung verringert wer-
den. Pflanzen nutzen die Röhren indem
fruchtbaren, humosen und regenwurm-
stätigten den Landwirten, dass sich eine
weise positiv auf die Bodenfruchtbarkeit in ihrem eigenen Tun und darin, sich
.
auch weiterhin mit dem Ökosystem Boden zu beschäftigen.
bergecho 2 . 2014 |
Helmut Brunner besucht ökologischen Landbau des Klosters Erntefahrt des Bayerischen Bauernverbandes im Juli 2014 führt auch zur ökologischen Landwirtschaft des Klosters
Im Rahmen der jährlichen Ernte fahrt des Bayerischen Bauern verbandes besuchte der Bayerische Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner, am 17. Juli den ökologischen Landbau des Klosters. Cellerar P. Valentin Ziegler und Klostergutsverwalter Fritz Bernhard begleiteten ihn durch die Andechser Fluren.
P
ater Valentin freute sich auch be-
Roggen, Weizen, Hafer und Erbsen. Auch
Heidl, dem Präsidenten des Baye-
Getreide für das »Andechser Brot« der Hof-
sonders über den Besuch von Walter
rischen Bauernverbandes, und Hermann Greif, Vorsitzender des Landesfachaus-
produziert die Landwirtschaft biologisches pfisterei in München. Der Klosterforst mit seinen Nadel- und Mischwaldbestände
schusses für pflanzliche Erzeugung und
wird ebenso nachhaltig bewirtschaftet –
P. Valentin die Bedeutung der ökologi-
sektiziden.
Vermarktung. In seiner Begrüßung hob schen Landwirtschaft für das Selbstver-
ohne den Einsatz von Pestiziden oder In-
ständnis der klösterlichen Betriebe in An-
Ernte aussichten de s Bauernverbande s
ten, hat bei uns Benediktinern Tradition«,
Vom Minderertrag bis zum Spitzenergeb-
dechs hervor. »Nachhaltig zu wirtschafso der langjährige Cellerar des Klosters.
(v.l.n.r.) Fritz Bernhard, Klosterguts verwalter, Landwirtschaftsminister Helmut Brunner und P. Valentin Ziegler anlässlich der Erntefahrt des Bayerischen Bauernverbandes
Spuren in Form von Mindererträgen bei
der Wintergerste hinterlassen. Dagegen
konnten auf Standorten mit schweren
Lehm- und Tonböden hohe Erträge bei
nis – die Ernte 2014 lässt sich nicht mit
Wintergerste erzielt werden. Auch bei den
verwaltung unter der Leitung von Fritz
versorgung und die Bodenart spielen in
der Bauernpräsident ein ähnlich hetero-
schlossen und wirtschaftet seither streng
die Erntemengen in Bayern. Das zeigen
Schon 1995 hat sich die Klosterguts-
Bernhard dem Naturland-Verband ange-
ökologisch. Klassische Fruchtfolgen und
einem Wort beschreiben. »Die Wasser-
diesem Jahr eine entscheidende Rolle für die ersten Druschergebnisse bei der Win-
anderen Getreidearten und Raps erwartet
genes Bild. Insgesamt rechnet der Baye-
rische Bauernverband mit einer Getreideernte auf dem Vorjahresniveau. Im ver-
schonende Bewirtschaftung sichern die
tergerste«, sagte der Präsident des Bayeri-
gangenen Jahr ernteten die bayerischen
samt 320 ha sind 170 ha Forst, 110 ha Acker,
der Erntepressefahrt in Andechs. Beson-
Getreide (ohne Körnermais). Der langjäh-
flächen. Auf den Äckern wachsen Dinkel,
Böden hat die Junitrockenheit deutliche
Fruchtbarkeit der Böden. Von den inge-
30 ha Wiesen und 10 ha Gewässer und Hof-
schen Bauernverbandes Walter Heidl auf
ders auf leichten Standorten mit sandigen
Getreideerzeuger 6,9 Millionen Tonnen
.
rige Durchschnitt liegt bei 6,7 Millionen
Tonnen Getreide.
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bergecho 2 . 2014
| veranstaltungen
Colloquium
Auszug aus dem aktuellen Programm von September bis Dezember ▪▪ Bayern in der Neuzeit –
Architektur und Stadtbaukunst des 16. bis 18. Jahrhunderts
Mittwoch, 24. September 2014, 20.00 Uhr
Enrico Zuccalli – und die Bauten Kurfürst Max Emanuels
Mittwoch, 15. Oktober 2014, 20.00 Uhr
Johann Michael Fischer – Altbayerns
Colloquium Benedic tinum ▪▪ Wie heute von Gott sprechen – an den Rändern der Gesellschaft
Dienstag, 4. November 2014, 20.00 Uhr
Referent: Pfarrer Hans Lyer, Gefängnis-
großer Barockbaumeister
Mittwoch 26. November 2014, 20.00 Uhr
Josef Effner und Cuvilliés d. Ä. – die Entfaltung des höfischen Rokokos
Mittwoch, 10. Dezember 2014, 20.00 Uhr
von Viscardi zu Gunetsrhainer – Sakralund Profanbauten des Spätbarocks
seelsorger Justizvollzugsanstalt Ebrach
Durch die Nähe zu Italien fand die Archi-
Referentin: Adelheid Weigl-Gosse, Seel-
hundert Anschluss an den neuen Stil der
ken Schwaben
Auftreten von Graubündner und Vorarl-
Dienstag, 11. November 2014, 20.00 Uhr
sorgerin in der Psychiatrie, Bezirksklini-
Dienstag, 18. November 2014, 20.00 Uhr
Referent: Mike Gallen, Diözesan-Arbeits-
losenseelsorge, München
▪▪ Philosophischer Lesekreis
Augustinus – Reflexion über Zeit und Ewigkeit
Montag, 15. September, 13. Oktober und 17. November 2014, 20.00 Uhr
Leitung: Dr. phil. Dr. theol. Richard
Schneider & Altabt Dr. Odilo Lechner OSB
tekturentwicklung Bayerns im 16. Jahr-
Renaissance: ein Vorgang, der mit dem
berger Architekten in nachfolgender Zeit
seine Intensivierung fand. Die politischen
Kontakte Kurfürst Max Emanuels zu Lud-
wig XIV. ließen danach französische Einflüsse bedeutsam werden, während im
Anschluss Stiltendenzen des französischen Barockklassizismus und des italienischen
Spätbarock an den Sakral- und Profanbau-
ten hervortraten.
Referent: Richard K. Blasy ▪▪ Meditationstag –
»Das Herz ist von Natur aus ruhig«
Samstag, 20. September 2014, und Samstag, 15.
November 2014, 9.00 bis 13.00 Uhr und 14.00 bis
I n f o r mat i o n
17.00 Uhr
Leitung: Oskar Brandner,
Alle Veranstaltungen, wenn nicht anders angegeben, finden im Zentrum Sankt Bonifaz, Karlstr. 34, statt. Der Eintritt ist frei, sofern keine Angaben gemacht werden.
Telefon 089/3243120, Gebühr 25.- Euro
Anmeldung Benediktinerabtei Sankt Bonifaz Karlstr. 34, 80333 München Telefon: 089/55171-112 Fax: 089/55171-103 colloquium@sankt-bonifaz.de www.sankt-bonifaz.de
20.00 bis 21.00 Uhr
▪▪ Qi-Gong – »Ruhe in der Bewegung – Bewegung in der Ruhe«
Montag, 22. September bis 15. Dezember 2014, Leitung: Oskar Brandner
Telefon 089/3243120, Gebühr 96.- Euro
bergecho 2 . 2014 |
»Christ-Werden«
Andechser Bibelabend im Fürstentrakt des Klosters im 2. Halbjahr 2014
D
ie Bitte des Philippos (Joh 14,8), es
Gemeinde. Im Dienen, im »Tun zu meinem
hen zu dürfen«, spricht zunächst
werden wir ganz Mensch, – vollendet sich
unmittelbarer Gottesschau aus. Es ist die
fahrung und das Erleben der Urgemeinde
ist unser Anliegen, »den Vater se-
das uralte Verlangen der Menschen nach
Sehnsucht, der auch von heidnischen Kul-
turen als Höhepunkt mystischer Einwei-
hung entsprochen wurde.
Das Evangelium nach Johannes, ent-
standen um 90 bis 100 n.Chr., reizt und
unsere Menschwerdung. So bleibt die Er-
ganz aktuell auch unser Weg zum »Christ-
Werden« und dadurch zum »Leben in Fülle« (10,10).
Pfarrer Richard Tyroller war lange Zeit
seines Lebens Missionar. Zunächst sechs
begleitet uns zum »Glauben kommen«
Jahre in Mityana in Uganda, dann 21 Jah-
BIN. So begnadet, werden wir aus der Syn-
ver – beim Nomadenstamm der Gabbra in
(6,69), dass Jesus der Christus ist, der ICH
re – zusammen mit seinem Bruder Xa-
agoge ausgestoßen und verfolgt, aber wir
Norden Kenias. Anschließend arbeitete
Wir haben das Leben, weil wir »die Herr-
engemeinschaft Raisting/Pähl. Seit eini-
sind »im Frieden« (14,27), in der Freude.
lichkeit Gottes geschaut haben« (1,14), – ja, in Herrlichkeit schon hineingenommen
sind (14,20), dadurch dass wir seinem Tes-
tament treu bleiben und tun und lieben (13,15.34) wie er getan und geliebt hat.
Die »Abschiedsreden Jesu« (Joh 14–16)
Das Evangelium nach Johannes und seine Botschaft vom »Leben in Fülle«, das Gott in Jesus Christus allen schenken will, die sich ihm anvertrauen, steht auch im 2. Halbjahr 2014 im Mittelpunkt des Andechser Bibelabends mit Pfarrer Richard Tyroller.
Gedächtnis« (d.i. Feiern seiner »Erhöhung«)
geben wieder, was die »zum Glauben Gekommenen« zur Gemeinde macht: leben und lieben wie ER – gereizt von seinem
Geist, wird ihr Leben entgrenzt und hinein-
genommen in das göttliche Sein. Das ist die Erfahrung, das Erleben der johanneischen
er für zwölf Jahre Pfarrer in der Pfarrei-
.
gen Jahren wohnt er mit seinem Bruder in
Frieding.
TER M INE jeweils 19 Uhr im Fürstentrakt des Klosters 2. September
7. Oktober
4. November 2. Dezember
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bergecho 2 . 2014
| veranstaltungen
Kleines Jubiläum 10. Andechser Kinder- und Familientag am 3. Oktober 2014
Auch 2014 wird Marcus Everding,
Künstlerischer Leiter der Carl Orff Fest-
spiele Andechs, unter dem Motto »Auf die
Bühne bitte« in den Florianstadl einladen. Kinder und Erwachsene in Carl Orffs Mu-
siktheater–Welt mitzunehmen, das ist sei-
ne Leidenschaft. Dabei erklärt er, wie Thea-
ter funktioniert und was auf und besonders
hinter der Bühne während der Vorführung möglichst geräuschlos passieren muss.
Abt Johannes wird mit Kindern und
Jugendlichen in der Wallfahrtskirche auf
Entdeckungsreise gehen. Am und im Florianstadl werden Bierfilze in Kunstwerke
verwandelt. Hier wird auch wieder die Schminkstation eingerichtet sein und
Fabel- und Fantasie-Wesen auf Kindergesichter zaubern. Am Klosterweiher kön-
nen sich Jungen und Mädchen unter An-
leitung von Jakob Schetterer im Angeln üben. Partner des Klosters und seiner
Wirtschaftsbetriebe beteiligen sich wieder
Der Andechser Kinder- und Familientag feiert ein kleines Jubiläum. Zum zehnten Mal findet er heuer am Heiligen Berg statt. Die kleinen Besucher des ersten Kinder- und Familientages 2005 sind inzwischen groß geworden. Alle sind auch in diesem Jahr von den Mönchen des Klosters eingeladen zu einem abwechslungsreichen Programm – samt großer Jubiläumsüberraschung – am Freitag, den 3. Oktober 2014 zwischen 10 und 17 Uhr. Der Familiengottesdienst um 17 Uhr in der Andechser Wallfahrtskirche rundet den gemeinsamen Tag wieder ab.
A
mit Glücksrädern und – ab der Mittagszeit
ndechs ist über das Jahr beliebt bei
– mit einer Hüpfburg am Familientag. Und
Münchner Umland kommen viele
Klostergasthof. Im Florianstadl haben Kin-
vielen Familien. Gerade aus dem
Familien, auch und gerade mit den Groß-
nicht zu vergessen: Das Zaubern vor dem
der-Trachtengruppen aus der Region ihren
eltern nach Andechs. Andechs führt die
Auftritt und zeigen, dass Singen und Tan-
das ganze Jahr hinweg bei Wallfahrten,
Florianstadl ist wieder Platz für die Heu-
Familie zusammen. Das lässt sich über
Ausflügen und Feiern am Heiligen Berg erleben. Am 3. Oktober aber stellt das
Kloster Familien ganz bewusst in den Mittelpunkt. Unabhängig vom Geldbeutel
– einfach miteinander eine gute Zeit am
zen eine Menge Freude bereitet. Vor dem
hupfer. Und gleich ein Stück weiter zeigen die Hopfenzupfer, was man aus Hopfen
alles fertigen kann. Richtig austoben und seine Geschicklichkeit unter Beweis stel-
len kann man beim Kübelspritzen, Tra-
Heiligen Berg zu verbringen und dabei Kir-
gelklettern, Tragelrutschen und bei den
erleben.
ten Jahren waren ganz traditionsreiche
che, Kloster und Mönche einmal anders zu Traditionell zu einem anderen Blick
Machtlfinger Bogenschützen. In den letzSpielstationen wie Dosenwerfen und der
auf das Kloster verhilft auch wieder der Te-
Nagelbalken besonders gesucht. Sie sind
Meter Höhe einen guten und seltenen Aus-
wie das Optimist Segelboot, das Bungee-
leskop-Kran, der bei guter Witterung in 60 blick auf das Kloster und seine Umgebung bieten wird.
auch dieses Jahr wieder zu finden, ebenso
Trampolin und die Miniaturdampflok vor der Wallfahrtskirche.
bergecho 2 . 2014 |
Andechs führt Menschen
zusammen – das lässt sich bei Wallfahrten,
Ausflügen und Feiern
am Heiligen Berg immer
wieder erleben.
Wer es etwas ruhiger möchte, der soll-
te mit der Kutsche und einem Paar statt-
licher Shire Horses (Kaltblutpferde) einen
kleinen Ausflug in die Umgebung machen.
und die Andechser alkoholfreien Getränke
Alten Apotheke gegenüber der Wallfahrts-
losenarbeit der Abtei Sankt Bonifaz ver-
Projekte der Missionsbenediktinerinnen
Erling-Andechs. Zugunsten der Obdach-
Die Klostermetzgerei sorgt mit Grill-Spe-
kaufen Frater Emmanuel und seine Helfer
das Brotzeit-Eckl. Andechs® Klosterbiere
chen sorgen die Andechser Landfrauen im
zialitäten fürs leibliche Wohl ebenso wie
Pferdestall. Auch der Büchermarkt an der
fehlen ebenso wenig wie die Blaskapelle
wieder Pommes frites. Für Kaffee und Ku-
kirche hat geöffnet. Sein Erlös geht an von Tutzing.
.
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| veranstaltungen
kunst und bier am heiligen berg Künstler-Symposium vom 18. bis 26. August 2014
Das Kloster Andechs, die Georg Zentgraf-Stiftung und die Gemeinde Andechs veranstalten vom 18. bis 26. August 2014 das Symposium »Kunst und Bier« auf dem Hl. Berg. Dabei entstehen wieder neue Interpretationen zum Thema »Kunst und Bier«. Die drei von einer Jury ausgewählten Künstler erstellen ihre Arbeiten am Skulpturenpark unterhalb des Bräustüberls. Besucher des Heiligen Berges können dabei den Preisträgern ab dem 18. August bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen. Im Rahmen des Ferienprogramms der Gemeinde Andechs arbeiten die Künstler am 21. August zwischen 9 und 12 Uhr mit Kindern von 7 bis 11 Jahren und leiten sie beim künstlerischen Gestalten an.
D
ie Künstler und Bildhauer Carsten
Dreger aus Hamburg, Tomáš Kůs
1
aus Pilsen (Tschechische Republik)
und Michael Voigt aus Dresden bestrei-
ten heuer das Symposium. Nicht einfach
war es für die Jury bei ihrer Sitzung am 21.
März 2014 im Kloster Andechs aus 20 Ein-
sendungen die Teilnehmer für das Symposium auszuwählen.
Carsten Dreger ➊, geboren 1968, ar-
beitet u.a. in Hamburg. Freie Kunst hat
er in Kassel bei Prof. Eberhard Fiebig studiert, dazu in Marburg Philosophie und
Völkerkunde. 1995 bis 2006 arbeitete er mit Detlef Schnabel im »ibii – internationales büro für imitation und irritation« in Ber-
2
lin zusammen. In dieser Zeit entstanden
u. a. Kunstausstellung »Gö-West« in Göt-
tingen und das Kunstprojekt »Arbeitslosen
Frühstück – fit für die Arbeitssuche« in Zu-
sammenarbeit mit einer Berliner Bäckerei.
2006 ging sein Projekt »Think Tank« an
den Start, ein Interviewarchiv und Talk
runden zum Verständnis von Kultur und die Erwartung von Kulturpreis. 2013 rea-
lisierte er das »Landart-Projekt« in Tschechien. »… im Himmel gibt’s kein Bier…«
ist Thema seiner Arbeit im Rahmen des
Symposiums »Kunst und Bier«. Eine Leiter,
die Jakobsleiter, aus einfachen Ästen steht
3
frei in den Himmel gerichtet und auf ei-
ner Stufe sitzt ein Engel mit Bierglas. Die
Leiter ist durch eine Sockelplatte aus Me-
tall am Grund fixiert und durch die Ober-
flächenstruktur (Gras, Kies usw,) bedeckt, so dass nur die Leiter sichtbar bleibt. Ein
weiteres Element dieser Gruppe bildet ein
Tomáš Kůs ➋, wurde 1950 im Böhmer-
wald geboren. Nach dem Abitur am Humanistischen Gymnasium in Pilsen, studier-
te er ab 1968 Tschechischen Sprache und
»Sessel«, ein Sitzobjekt, das den Besucher
Bildnerischen Erziehung in Pilsen, ab 1971
fordert. Der Besucher macht so eine Pau-
Prag. Zwischen 1976 und 1982 war Tomáš
kann auch der Engel eine Pause machen.
le. 1983 zog es ihn noch einmal in den Hör-
zum Verweilen, Ruhen und Genießen auf-
se und wer ruht, der sündigt nicht und so
Beide können die Pause mit einem Bier genießen (… drum trinken wir es hier …), der
Mensch und sein Schutzengel.
dann der Bohemistik und Geschichte in
Kůs Lehrer an Gymnasium und Hochschusaal für ein Studium der Kunstgeschichte und Ästhetik in Prag. 1987 wurde er zum
Dr. phil. promoviert. Bis 1990 war Tomáš
bergecho 2 . 2014 |
Kůs zudem Fachinspektor für Tschechische Sprache und Kunsterziehung an Grund-
und Hochschulen und 1990–1992 Leiter der
Kultursektion des Magistrates der Stadt
Pilsen. Seit 1992 lehrt er an der Westböhmischen Universität Pilsen Kunstgeschichte,
Ästhetik und Kultursoziologie. Als Bild-
hauer v verbindet Tomáš Kůs sein künst-
lerisches Schaffen mit Aspekten der Literatur. Vor allem Lyrik, insbesondere das
Sonett, hat einen großen Einfluss auf sein
Schaffen. Typisch für sein Schaffen ist das Schweißen von Eisen und die Herstellung
realistisch wirkender Figuren in Lebens-
größe. In zweidimensionalen Arbeiten ver-
mischt er künstlerische mit authentischen Strukturen. Auf die Malerei bezogen ist
diese Art der Kunst mit der Restaurierung
alter Bilder zu vergleichen. Das gesamte
Schaffen Tomáš Kůs’ verbindet sich mit As-
pekten der Kunst, Geschichte und Literatur und ist mit gutem Grund der Postmoderne zuzuordnen. In Andechs bleibt Tomáš Kůs
seinem charakteristischen künstlerischen
Weg treu: Ein lebensgroßer Gambrinus, aus Metall geschweißt.
Der aus Hoyerswerda stammende Mi-
chael Voigt ➌, Jahrgang 1965, absolvierte
1981 bis 1983 zunächst eine Lehre als Baufacharbeiter. Einen Beruf, den er dann
über 15 Jahre auch ausübte. 1999 schulte
er zum Mediengestalter für Digital- und
Printmedien Fachrichtung Mediendesign um. Ein Studium an der Hamburger Aka-
demie für Fernstudien im Fach Kreatives
Malen schloss sich 2005 bis 2007 an. Seit-
her ist er als freiberuflicher Maler und Bildhauer tätig. Viele Ausstellungen,
Kunstprojekte, Symposien und Installationen in Deutschland, Österreich, der
Schweiz und Italien zeugen von seinem
künstlerischen Schaffen, unter vielen
anderen seine Teilnahme an der 1. Ruhrbiennale in Duisburg 2010. Zum Symposium Kunst und Bier realisiert 2014 Mi-
chael Voigt eine Skulpturengruppe mit
dem Titel: »Gutes verbindet«. Drei völlig
verschiedene Gestalten stehen beieinan-
der und versuchen trotz unterschiedlicher
Herkunft und Ansichten ins Gespräch zu
kommen. Eine der Gestalten reicht ein
Glas Bier in die Runde – als Zeichen der
Freundschaft und der Geselligkeit. Wie die Begegnung der drei weiter verläuft, ob sie eine gemeinsame Sprache finden, wissen
.
wir nicht. Der Anfang mit einem guten
Bier jedoch ist gemacht.
H i n t e rg r u n d Symposium Kunst und Bier Den Wettbewerb für Künstlerinnen und Künstler gibt es seit 2002. Eingeladen werden Künstler, die sich am öffentlichen Wettbewerb beteiligen und von der Jury ausgewählt werden. Die Gewinner werden nach Andechs eingeladen und fertigen unterhalb des Klosters ihre Kunstwerke. Die entstandenen Kunstwerke sind Eigentum des Künstlers. Diese stellen die Kunstwerke für einen Zeitraum bis zu drei Jahren für die Ausstellung im Kloster- und Gemeinde gebiet zur Verfügung.
Seit einigen Jahren veranstalten die Künstler an einem Tag ein Ferienprogramm mit Kindern im Alter zwischen 7 und 11 Jahren. Für die Gestaltung erstellen sie ein erlebnispädagogisches Konzept. 2014 ist der Heilige Berg zum zwölften Mal Austragungsort des Symposiums »Kunst und Bier«. Die Besucherinnen und Besucher des Hl. Berges können dann bis zum 26. August 2014 den Künstlern bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen und so die Entstehung der Kunstwerke verfolgen.
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bergecho 2 . 2014
| veranstaltungen
Farbenfroh
Tag des offenen Denkmals am 14. September 2014
Am 14. September 2014 öffnet das Kloster Andechs wieder zum europaweiten Tag des offenen Denkmals von 10 bis 17 Uhr einige der Türen und Tore am Heiligen Berg, die sonst nicht frei zugänglich sind. Zum Thema »Farbe« bietet der Heilige Berg interessante Anknüpfungspunkte, vor allem im Blick auf die Baugeschichte des Klosters. Einige – vor allem kunsthistorische Führungen an diesem Tag – greifen dieses Thema des Denkmaltages auf.
D
ie Wahrnehmung unserer Umwelt
prägen neben der formalen Gestalt
eines Objekts ganz wesentlich sei-
ne farbliche Erscheinung und die herr-
schenden Lichtverhältnisse. Gerade weil
wir Menschen Farbe als unmittelbaren
Sinneseindruck erleben, ist die farbliche
Alle Führungen sind kostenfrei. Detailinformationen zu den einzelnen Führungen und den Treffpunkten sind ab Anfang September auf der Homepage des Klosters unter www.andechs.de zu finden.
die farbintensiven Fürstenräume des Klos-
ters, die ehemaligen Repräsentationsräu-
me der Wittelsbacher, frei zu besichtigen. Führungen durch die Klosterbraue-
rei informieren über Geschichte und Ge-
Gestaltung unserer Lebensumgebung seit
genwart benediktinischer Braukunst am
le Völker der Erde benutzen Farben gezielt,
rungen steht die benediktinische Brautra-
Urzeiten eine zentrale Ausdrucksform. Al-
gleich ob als reine Farbflächen oder als bestimmte optische Muster. Farben spielen
im Ritus und in der Religion, in der eth-
Heiligen Berg. Im Mittelpunkt dieser Fühdition, die heute noch mit Hilfe hochmoderner Brautechnik gepflegt wird.
Aufgrund der Erfolge in den letzten
nischen Abgrenzung und zur Ordnung so-
Jahren bietet die Klosterbrennerei auch
Darüber hinaus verbinden sie in der Konti-
Verkostungen an. Auch der Andechser
und sind zugleich für den Betrachter Aus-
Alten Apotheke gegenüber der Wallfahrts-
Farben können Geschichten erzählen.
gunsten eines Projektes der Missionsbene-
farbenfrohe Andechser Wallfahrtskirche
Brasilien besonders für Kinder einsetzen.
zialer Hierarchien eine bedeutende Rolle.
nuität ihrer Verwendung mit Traditionen druck gegenwärtiger Lebenseinstellung.
I n f o r mat i o n
bringt den Besuchern die Stifterfamilie
des Klosters Andechs näher. Ebenso sind
So weckt die Führung durch die
ein Gefühl für Ursprung und den geistlichen Kern des Heiligen Berges als ältes-
tem Wallfahrtsort Bayerns. Ein Gang über den Wittelsbacher Friedhof unterhalb des
Heiligen Berges auf dem Weg zum Kiental
heuer durchgehend Informationen und Kräutergarten ist geöffnet. In und vor der
kirche findet zudem ein Büchermarkt zu-
diktinerinnen in Tutzing statt, die sich in
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bergecho 2 . 2014 |
Blasmusik im Bräustüberl
10.08. Sonntag, Musikvagabunden 15.08. Freitag, Blaskapelle Entraching 17.08. Sonntag, Musikkapelle Oberrieden 24.08. Sonntag, Blasmusikfreunde Utting 31.08. Sonntag, Hochberghauser Blasmusik 07.09. Sonntag, »die Hofgassler« 13.09. Samstag, Blaskapelle Bernried
Jeweils von 12.00 bis 14.30 Uhr auf der Bräustüberl-Terrasse, nur bei Biergarten-Wetter
14.09. Sonntag, Blaskapelle Seefeld 21.09. Sonntag, Musikgruppe »Högl Buam« 03.10. Freitag, Blaskapelle Erling/Andechs 12.10. Sonntag, Blaskapelle Hechendorf 19.10. Sonntag, Blaskapelle Frieding 26.10. Sonntag, Musikverein Kirchheim
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In den Gärten der Trauer
14. und 15. November 2014 Trauerseminar
I n f o r mat i o n leitung Renate Ilg, Diplom-Theologin, Klinikseelsorgerin, Supervisorin und Traumaberaterin
Sigrid Kaindl-Pohl, Diplom-Theologin, Supervisorin, Gestalttherapeutin termin Freitag, 14. November 2014, 18 Uhr bis Samstag, 15. November 2014, 17.00 Uhr, mit anschließendem Gottesdienst.
treffpunkt Freitag, 14. November 2014 um 17.30 Uhr, an der Klosterpforte.
Sigrid Kaindl-Pohl, eine der Leiterinnen der Trauerseminare im Kloster Andechs, hat die Erfahrungen der vergangenen Seminare zusammengefasst und gibt einen Einblick in die Dynamik dieser intensiven Tage.
Es ist leichter, sich guten und schwe-
ren Erinnerungen stellen zu können,
wenn Zeit ist zum Zuhören und die gute
Klosterküche in den Pausen Stärkung be-
reithält. Es halfen Übungen, das Heilende
der Trauer zu entdecken. Die wiedergefundenen Lichtblicke aus glücklichen Tagen
sammelten sich in einem Schatzkästchen
das auch zu Hause geöffnet werden kann.
Beim Abschlussgottesdienst konnte auch
M
das Unausgesprochene und noch Aufwüh-
it dem Kirchturm der Wall-
lende in der Stille ankommen und Gottes
Leuchtturm aus trübenden
beten werden.
fahrtskirche, der wie ein
Nebelschwaden blickt, werben wir jähr-
Beistand für den noch schweren Weg er Das nächste Seminar hat den Titel:
lich für unser Trauerseminar. Trauern-
»In den Gärten der Trauer«. Es findet statt
Herbsttag nicht allein in der »leeren«
17.00 Uhr am Samstag. Wer möchte kann
sollten Zeit haben, ihrer Trauer mit ande-
bleiben. Auch in diesem Seminar wollen
de waren eingeladen an einem trüben
Wohnung mit sich selbst umzugehen. Sie
vom 14. bis 15. November von 18.00 Uhr bis
auch noch eine weitere Nacht im Kloster
ren Betroffenen Raum zu geben und Licht-
wir der Trauer trauen lernen, des gelieb-
ren. Am Abend wurde dann erzählt, denn
bewusst machen und im Austausch mit
blicke im Austausch oder Gebet zu erfah-
das Herz ist noch voll von schweren Ein-
drücken. Und das Schicksal so vielfältig,
wie die Menschen, die sich so zufällig im Seminar treffen.
ten Menschen gedenken, Kraftquellen
anderen Orientierung für den beschwer-
lichen, neuen Weg finden. Es wird Zeiten der Stille geben, wohltuende Bewegung
.
und hilfreiche Impulse. Am Schluß feiern
wir Gottesdienst.
teilnahmegebühr Euro 98,– pro Person Vor Seminarbeginn bitte überweisen auf: Kloster Andechs – Nikolauskolleg Kreissparkasse München-StarnbergEbersberg IBAN DE95 7025 0150 0010 2724 82 leistung Seminar, Übernachtung mit Vollpension. Verlängerung des Aufenthaltes gegen Aufpreis i.H.v. 35 Euro (Übernachtung und Frühstück) bis Sonntagmorgen, 16. November 2014 bis 11 Uhr möglich. anmeldung bis spätestens 11. November 2014 teilnehmerzahl mindestens 8, maximal 12 Personen veranstalter Nikolauskolleg im Kloster Andechs Bergstraße 2, 82346 Andechs Tel. 08152/376-253 Fax: 08152/376-267 nikolauskolleg@andechs.de
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2. Andechser Nachtflohmarkt
A
m 8. November 2014 findet im Flo-
rian-Stadl der 2. Nachtflohmarkt
statt. Das Interesse und die große
Nachfrage beim 1. Andechser Nachtfloh-
markt hat Veranstaltungsmanagerin Elke
Zeitler ermutigt, im Herbst nochmals einen Flohmarkt zu organisieren.
Auch dieses Mal wird wieder eine Live-
Band zur musikalischen Untermalung
spielen. Information und die Anmeldung (bis 27. Oktober 2014) erfolgt über Elke
Zeitler per Mail: zeitler@andechs.de oder per Telefon: 08152/376-279.
Dieses Mal beginnt die Veranstaltung
um 16 Uhr und endet um 21 Uhr. Auch für
das leibliche Wohl wird gesorgt.
.
Wir freuen uns bereits jetzt auf viele
Aussteller und Besucher.
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| panorama
Audite ac videte Hört und seht! Ein Rückblick nach vorn auf die 16. Carl Orff-Festspiele 2014
Ca r m i n a B u r a n a / Cat u l l i Ca r m i n a
Zwei große Höhepunkte prägten die Carl Orff-Festspiele Andechs in diesem Jahr. Das Lustspiel »Leonce und Lena« von Georg Büchner, mit dem sich Carl Orff intensiv beschäftigt hat und die »Carmina Burana« in Verbindung mit den »Catulli Carmina«. Marcus Everding, Künstlerischer Leiter der Festspiele, hat auch heuer ein viel diskutiertes »Novum im Kontinuum« geschaffen und blickt auf die zu Ende gegangene Festspielsaison 2014 zurück.
»
W
enn nun der Prinz nicht kommt und die Prinzessin auch nicht,
dann…«. Nun, Prinz und Prin-
zessin kamen und so konnte die Premiere
von »Leonce und Lena« das Publikum der Carl Orff-Festspiele Andechs bezaubern, begeistern und für einen großen Erfolg
dieses Büchnerschen Lustspieles sorgen.
Ein Wagnis immerhin, aber dem Ziel der
Festspiele verpflichtet, den Kosmos Orff-
schen Schaffens und Denkens vollständig
auszuleuchten. Ein Schauspiel mit eigens
Kosmos Orff’schen Schaffens und Denkens voll ständig ausleuchten Die Festspiele entwickeln sich, immer der
Ausrichtung geschuldet, unserm Publi-
kum neue Werke und neue Sichtweisen zu präsentieren. Nach den sechs Aufführun-
gen von Büchners Lustspiel können wir sagen: Es ist gelungen.
Der zweite Höhepunkt der Festspiele
ist aus demselben Gedanken entstanden.
Die Premiere von »Catulli Carmina« und
dazu geschaffener Musik, das ist ein No-
»Carmina Burana« sind eine konsequen-
ein Kontinuum, denn mit der Orff’schen
kens und Wollens. Kennen heutzutage
traum« habe ich meine Arbeit als Künstle-
mina Burana«, ist dieses Stück doch von
vum auf dem Heiligen Berg, aber dennoch Schauspielmusik zum »Sommernachts-
rischer Leiter vor fünf Jahren begonnen.
te Weiterentwicklung Orff’schen Den-
die Menschen nur hauptsächlich die »CarOrff in den Rahmen eines Tryptichons ge-
setzt worden. Nach dem großen Erfolg der
Carmina verlangte die Musikszene mehr
bergecho 2 . 2014 |
Leonce und Lena
dieser Art und so schuf Orff zunächst die
»Catulli Carmina« als szenische und thematische Erweiterung der Carmina.
Catulli Car mina – selten gespielt, Hier Mit Tanz und Projek tionen ge zeigt
Andechser ORFF ® -Akademie des Münchner Rundfunk orche sters – eine begehrte Selbst verständlichkeit
Rundfunkorchesters unter der musika-
uns und das Gestalten der kommenden
dechser ORFF®-Akademie des Münchner
ner Form von Tanz und Projektionen ge-
formuliert hat, eine begehrte Selbstver-
wöhnlichen Musiksprache gedacht war.
ren. Sie ist, wie es Maestro Ulf Schirmer ständlichkeit geworden. Die Bewerbungen übertreffen alle Erwartungen. Sie hat sich
In der Kombination mit »Carmina Bura-
herumgesprochen, die ORFF®-Akademie
Genialität und Breite dieses Orff’schen
Werk und Nachwuchsarbeit wird so hin-
daran gedacht das Tryptichon aus »Carmi-
uns und zu Ihnen. Die Kammerkonzerte
na« konnte dem Publikum Wucht, Kraft,
Werkes gezeigt werden. Mittelfristig ist na Burana«, Catulli Carmina« und »Tri-
onfo di Afrodite« komplett in Andechs zu präsentieren. Ein Anfang ist gemacht.
gezeigt, wie wichtig eine Vertiefung der
Festspiel-Programmatik ist.
lischen Leitung von Christian von Geh-
zeigt, die als Bereicherung der außerge-
den sehr gut angenommen und haben uns
Seit fünf Jahren besteht sie nun, die An-
Bei den Festspielen des Klosters wurde
dieses leider selten gespielte Stück in ei-
Die diesmal drei Soiréen zu den beiden
Hauptwerken und zu Orff& Büchner wur-
ist ein Teil der Orchesterlandschaft, Orffs aus getragen und kommt alljährlich zu
unserer Akademie sind eine Praline un-
serer Festspiele. Die Zuschauer lieben das
kammermusikalische Konfekt der jungen Musiker.
Eine erfolgreiche Saison liegt hinter
Spielzeit 2015 macht uns jetzt schon Freu-
.
de. Ein Zuschauer: »Danke, wir kommen
wieder.« Wir erwarten Sie. Gerne!
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bergecho 2 . 2014
| panorama
»In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.« Freundeskreis Kloster Andechs besucht das Kloster Gut Aich
Ein Ausflug zu einem inspirierenden Ort war der Besuch des Freundeskreises Kloster Andechs bei den Benediktinern im Kloster Gut Aich. Im Juni machten sich 31 Freundes des Klosters auf den Weg. Amelie Erhard war dabei.
P
ater Johannes hat uns sehr herzlich empfangen und sogleich im Kreuz-
gang des Klosters bestens verköstigt:
Brotzeit und Klosterbier vom Wolfgangsee,
Augustiner Bräu Salzburg, Rezept vom
vier biblischen Skulpturen aus Adneter
großen Angebot der Kräuterprodukte so-
er gibt das ewige Licht. Luft benötigt die
terheilkunde steht auf dem festen Funda-
Marmor steht für das Element Erde. FeuOrgel, und echtes Quellwasser findet sich
im Brunnen der dem Kirchenraum zuge-
wie von der Probe der Kräuterliköre. »Klosment der Ordensregeln des hl. Benedikt. Sie kann uns als eine lebendige Spiritua-
Kloster Gut Aich. Gut Aich liegt im Orts-
hörigen Marienkapelle. In den Altar ist ei-
lität für die Gegenwart wichtige Impulse
Wolfgangsee. Mozarts Schwester und Mut-
Bistums Regensburg eingelassen. Auch
der Welt geben. Höre und du wirst leben,«
geber für den See war der hl. Wolfgang,
das Kloster Gut Aich Verbindungen, daher
net-Infos.
Jahren wirkten Benediktiner im Salzkam-
Teilnehmer erhielten von P. Johannes mit
mit dem Schwerpunkt Zeit – Räume zu
zugehörig zum Kloster Mondsee; die heu-
Nachbildung des Symbols, den Segen. Das
Todestag des hl. Wolfgang geweiht wurde,
genskreuz, ein Kreis mit Kreuz. Es bildet
erischen Au am Inn dem neu werdenden
punkten.
in all seinen Angeboten wieder hinführen
im Juli 2004 zum ersten Konventualprior
ten, Kunstschmiede, Gold- und Silber-
einzelnen, zur Ehrfurcht vor dem Leben
teil Winkl des Mozartdorfes St. Gilgen am
ter lebten hier in St. Gilgen. Der Namens-
Bischof von Regensburg. Schon vor 1000
mergut nachhaltig. Gut Aich war damals
tige Anlage mit Kirche, die 1994 zum 1000. stellten die Franziskanerinnen vom bay-
Kloster zur Verfügung. P. Johannes wurde
gewählt.
Der heutige Kirchenraum ist in seinen
Maßen und seiner Ausstattung nach dem
himmlischen Jerusalem, der Stadt Gottes
aus der Geheimen Offenbarung des Johan-
nes, gestaltet. So steht der Altar, der Tisch des Mahles, in der Mitte der Kirche, da-
neben der Ambo, Tisch des Wortes. Über
dem Altar hängt ein Leuchter mit der Dar-
ne Reliquie des hl. Wolfgang als Gabe des
mit St. Wolfgang bei Dorfen im Isental hat das sichtbare Symbol des Heiligen. Alle
dem silbernen »Wolfgangshackl«, einer
für das Heilwerden und den Frieden in
schreibt P. Johannes in einer seiner InterTage im Kloster werden angeboten,
schaffen, in denen Erfahrung von Heil
und Heilung möglich werden kann. Das
Signum des Klosters Gut Aich zeigt das Se-
Hildegardzentrum bietet ambulante The-
so das Urbild von Ganzheit und Schnitt-
rapie. Kloster Gut Aich will die Menschen
Die Besichtigung der Kunstwerkstät-
schmiede, folgten. Das Kloster arbeitet
mit Kunsttischlern, Gobelinweberinnen,
Steinbildhauern und Metallkünstlern zu-
rapien für Physiotherapie und Psychothe-
zur Ehrfurcht vor dem Leben eines jeden
aller Völker und Religionen und zur Ehr-
furcht vor dem Geschenk der Schöpfung.
So lautet auch das Friedensgebet vom Klos-
sammen. Die Werkstätten arbeiten derzeit
ter Gut Aich, dem Europakloster.
für die Wallfahrtskirche Maria Plain.
mit seinen Worten und Gesten an den
an Aufträgen für Kloster Frauenwörth und Auch dem Anbau von 80 Heilkräu-
tern und deren umfangreicher Verwer-
P. Johannes erinnert die Teilnehmer
hl. Augustinus, um die Entwicklung dieser monastischen Gemeinschaft von acht
tung widmet sich das Kloster. Auch die
Mönchen und ihrer vielen MitarbeiterIn-
eine kosmische Zahl, sie verbindet den
Blütenbild und -farbe, Standort, alle As-
was du in anderen entzünden willst.«, ein
mit der Zahl vier, sagt uns P. Johannes,
werden erkundet. Der Verein für Europä-
Zitat. Beim herzlichen Abschied denken
der Kirchenraum umfasst. Der Altar mit
jetzt seinen Sitz. Im Klosterladen machten
derkehr zu diesem inspirierenden Ort.
stellung der zwölf Apostel. Die Zahl 12 ist
Himmel mit der Zahl drei und die Erde
eben den vier Elementen, deren Symbolik
Signatur der Pflanzen, Aussehen, Form,
soziationen und Wirkungen der Pflanzen
ische Klosterheilkunde hat in Gut Aich
die Teilnehmer reichlich Gebrauch vom
nen zu beschreiben: »In dir muss brennen, dem Heiligen Augustinus zugeschriebenes
.
sicher einige vom Freundeskreis an Wie-
bergecho 2 . 2014 |
»Trüffeljagd im Fünfseenland« Eine exklusive Filmvorführung für den Freundeskreis Kloster Andechs
Nach Trüffeln zu suchen hier im Fünfseenland, im Landkreis Starnberg, kann eine Herausforderung sein. Aus der Suche entwickelte Gerd Holzheimer, bayerischer Schriftsteller und Kenner des Fünfseenlandes, eine Passion. Aus diesen Trüffeln hat Walter Steffen, Filmemacher aus Seeshaupt, ein besonderes »Film-Menue« zusammengestellt, das dem Freundeskreis des Klosters Anfang Juni im Rahmen einer exklusiven Filmvorführung in der Alten Bibliothek serviert wurde. Amelie Erhard hat es gemundet.
S
tatt Pilzen findet Gerd Holzheimer
überall hier und ständig Geschich-
ten, Ereignisse, Zustände, die in den
einzelnen Ortschaften auf Entdeckung
warten. Sein 2003 vorgestelltes Buch »Auf
Trüffeljagd im Fünfseenland« versammelt diese Geschichten zu einer literarischen
Wanderung. Das Buch ist so unterhaltsam für den Leser, dass es schwer fällt, es aus
Dem Filmportrait gesellt sich nun der
Ort Frieding hinzu. Der Heimatdichter
Georg Queri wird in seiner provokanten Sprache zitiert. Die Zuschauer staunen
über den Bericht der Dreharbeiten des Mo-
numentalfilms »Helena« und den Trojani-
schen Krieg bei Schlagenhofen am Wörth see. Und sie erleben die berührenden Bil-
der zweier kosmopolitischer Kunstmaler
der Hand zu legen. Walter Steffen, Film-
von Seeshaupt. Nach Stationen in Herr-
als er das Buch las. Die Herren trafen sich,
Weßling bei einem legendären Buch-An-
lässlich der Filmfestspiele in Starnberg ein
lässt der Regisseur Walter Steffen die Ka-
erzählt der Film wieder, vorgelesen von be-
Zu hören ist immer wieder das deutliche
schaffendem aus Seeshaupt, erging es so,
aus ihrer Begeisterung entstand 2013 an-
Filmwerk. Acht Geschichten des Buches kannten Schauspielern der Region.
sching bei der ältesten Kirche Bayerns, in
tiquariat, in Widdersberg, in Starnberg,
mera endlich zurückkehren nach Andechs. Grunzen eines offensichtlich gutgelaun-
Vierzig Mitglieder des Freundeskreises
ten Schweines. Es sucht den laubbedeck-
theksaal diesen Film. Es ist eine filmisch-
Wieder, weil das Schwein, ohne Namen,
dechs beginnt, zu recht an dem Ort, der
ten verbindet.
Kloster Andechs erlebten im Alten Biblioliterarische Entdeckungsreise, die in An-
einem den Blick weit öffnet zu allen Seen,
Hügelketten, Naturschauspielen. Gerd
Holzheimer gibt Einblick in das monasti-
sche Leben auf dem Heiligen Berg, einge-
ten Waldboden ab nach neuen »Trüffeln«. von Ort zu Ort schnüffelnd die GeschichWar es zu Beginn ein Andechs in hel-
len Schleiern des Morgennebels in der sich erhebenden Sonne, ist es ein wunderbarer Sonnenuntergang in Andechs zum Ende
bunden in die geschichtlichen Stationen
des Films, eingebunden in poetische Mu-
suchende, Bierselige, Kunst- und Kultur-
unsere Region.
des mons santus; Pilger, Wallfahrer, Heilbegeisterte betrachtet er mit liebenwürdi-
gem und hintersinnigem Humor.
.
sik. Eine besondere Liebeserklärung an
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bergecho 2 . 2014
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Reformation und Gegenreformation –
Zeitalter der Glaubensspaltung in Bayern Sommerakademie Sankt Bonifaz 2014 Überhaupt bildete das späte Mittelalter
eine Periode ganz außergewöhnlichen
religiösen Eifers und besonderer Heilsehnsucht; es hatte »un immense appétit du
divin«, also einen gewaltigen Appetit auf Göttliches, wie es schon 1929 Lucien Feb-
vre ausdrückte. Und dieser Appetit führte
– gerade in Bayern – zu einem Aufblühen
der Volksfrömmigkeit mit einer Fülle neu-
er Ausdrucksformen. Aber neben dem blü-
henden religiösen Leben, ja selbst inner
halb desselben waren auch eklatante Missstände festzustellen.
»Reformation und Gegenreformation – Zeitalter der Glaubensspaltung in Bayern« war Thema der vierten Sommerakademie Sankt Bonifaz, die die Benediktiner in der Münchner Karlstraße und der Verein der Freunde von Sankt Bonifaz bis Ende Juli 2014 veranstaltet haben. Von den insgesamt sechs Vorträgen dokumentieren wir hier die ersten drei in einer kurzen Zusammenfassung. Die anderen drei Vorträge folgen in der Ausgabe 3-2014.
Prof. Dr . Manfred Eder »Das Profil der spätmittelalterlichen Kirche in Bayern« 24. Juni 2014 War das Spätmittelalter, das aus kirchenhistorischer Sicht die zwei Jahrhunderte
vom Attentat von Anagni auf Papst Boni-
faz VIII. 1303 bis zum Beginn der Reforma-
tion 1517 umfasst, eine Zeit des Nieder-
gangs und Verfalls oder zumindest eine
Zeit tiefer Stagnation? Oder übersehen solche Bewertungen die Vielfalt an Positivem
und an Farbigem und Lebendigem in jener
Zeit? Mit dem erwähnten Attentat war die
überragende hochmittelalterliche Geltung
des Papsttums endgültig untergegangen und eine neue Epoche im Verhältnis der
So war im ausgehenden Mittelalter
schließlich ein Punkt erreicht, an dem das
kaum mehr überschaubare Spektrum an
Frömmigkeitsformen die Kernaussagen
der Offenbarung weithin überdeckt hatte,
je Gott selbst aus dem Blick geriet. Und an diesem Punkt nun führte Martin Luther einen völligen Umschwung herbei. Zu
Recht stellt Bernd Moeller fest: »Der Sieg
Luthers in Deutschland, also seine Fähig-
keit, die Menschen mitzureißen, wird
offenbar missverstanden, wenn man nicht erkennt, dass eine seiner Voraussetzun-
gen die äußerste Steigerung der mittel-
alterlich-kirchlichen Devotion war.« Mit seiner Konzentration und Reduktion auf
die drei »sola« und auf das »solus Chris-
tus« reagierte Luther passgenau auf die
geistlichen und der weltlichen Gewalt hat-
gegebene verwirrende Situation und fand
Dieses Bild von der geballten Faust gegen-
Auf katholischer Seite wurde der spätmit-
gerlich mit Kaiser Ludwig IV. dem Bayern
äußerlich blühenden religiösen Leben kei-
ziskanern unterstützt, zutiefst als christli-
erschollene Ruf nach einer durchgreifen-
te sich mit geballter Faust angekündigt.
über dem Papsttum verbindet sich unwei(† 1347), der sich dennoch, von den Fran-
cher Herrscher verstand und zweifellos ein frommer Mann war.
damit zunächst auch in Bayern Anklang.
telalterliche »Reformstau« hinter einem
neswegs verkannt: Aber der immer wieder den Reform der Kirche an Haupt und Gliedern verhallte leider ungehört.
bergecho 2 . 2014 |
prof. dr. manfred eder * 1958 in Deggendorf, Schüler von Karl Hausberger, Hauptarbeitsgebiete: Deggendorfer Gnad (Dissertation von 1991, in deren Folge die Wallfahrt 1992 eingestellt wurde.), Geschichte der Caritas (Habilitation von 1997); seit 2002 Inhaber des Lehrstuhls für Kirchengeschichte an der Universität Osnabrück
prof. dr. hans-michael körner * 1947 in Eschlkam im Bayer. Wald, 1991–1995 Prof. an der Universität Würzburg, 1995–2012 Inhaber des Lehrstuhls für die Didaktik der Geschichte an der Universität München, Vorstand des Uni versitätsarchivs, Begründer der Bavaristischen Ringvorlesung, Arbeitsschwerpunkt: bayer. Geschichte im 19. Jh.
noch ist davon auszugehen, dass die religi-
Nachbarschaft zu den übermächtigen
ser oder entschieden schlechter beschaf-
entsprach. In Repräsentation und Kunst-
ös-kirchlichen Verhältnisse in Bayern besfen waren als in den anderen deutschen
Territorien. So unstrittig es ist, dass dem bayerischen Herzog aus seinen Verbleib
bei der alten Lehre Vorurteile erwuchsen,
so wenig wird man geringschätzen dürfen,
dass Herzog Wilhelm IV. von der dogmatischen Irrigkeit der Lehre Luthers ausging
Die Vorlesung verfolgte einen doppelten
Ansatz: Zum einen wurde behandelt, dass sich das ›Bild des barocken Bayern‹ des 17. und 18. Jahrhunderts jener Entscheidung
Habsburgern kaum noch der Wirklichkeit förderung kam er dennoch Ausdruck: Dies unterstreicht vor allem seine herausra-
gende Sammlungstätigkeit von artificialia und naturalia, besonders von Skulpturen
und Büchern, dann die Errichtung der re-
präsentativen Aufbewahrungsorte im Stil
der Renaissance, der später sog. »Alten
und diese Überzeugung sein Handeln zu-
Münze« und des Antiquariums. Die Mün-
Und ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt
Lasso einen weit über Bayern herausragen-
Sowohl die energische Abwehr der Refor-
liche Mittel. Was die herzoglichen Räte
alten Kirche sind in Bayern das Werk nicht
kritisierten, sollte die eigene Stellung zum
mindest ganz wesentlich mitbestimmte. –
Prof. em . Dr . Hans -Michael Körner Die bayerische Entscheidung gegen Luther 1. Juli 2014
prof. dr. klaus unterburger * 1971 in Wunsiedel, Promotion 2004 in München, Habilitation in Münster 2008, Assistenten- und Vertretungsjahre von 2004 bis 2010 bei Prof. Hubert Wolf in Münster, seit 2012 Nachfolger von Karl Hausberger als Professor für Kirchengeschichte an der Universität Regensburg; Thema der Disser tation: »Das bayerische Konkordat von 1583«
darf auf keinen Fall übersehen werden:
mation wie die kraftvolle Erneuerung der
chener Hofkapelle hatte unter Orlando di
den Ruf, verschlang aber ebenfalls erhebund die Landschaft als Verschwendung
der Bischöfe, sondern des Staates, der her-
Ausdruck bringen, hatte aber etwas Kom-
Kirche in den frühneuzeitlichen Fürsten-
gelang dem Herzog aber immerhin im An-
zoglichen Politik, der die Einhegung der
staat gelingt.
pensatorisches. In realpolitischer Hinsicht schluss an die reformkatholische Politik
der Habsburger in der ersten Hälfte seiner
Regierung eine Herrschaftskonsolidierung.
gegen Luther verdankte, wie sie in Bayern
Hinter dieser Reichspolitik, die den engen
am Beginn des 16. Jahrhunderts in aller
Schärfe und Eindeutigkeit getroffen wur-
Anschluss an Kaiser Ferdinand I. suchte
bis weit ins 20. Jahrhundert hinein nega-
vor allem der herzogliche Rat Wiguläus
und den Religionsfrieden bejahte, stand
de. Dieses ›Bild des barocken Bayerns‹ war tiv besetzt. Die Abwehr der Reformation
Hundt. Mit dem Umbruch zu einer rigoris-
und Aberglauben« geführt; die »Baiern
Kanzler Simon Thaddäus Eck maßgeblich
tisch-gegenreformatorischen Politik, die
habe zur Vorherrschaft von »Unwissenheit standen im Rufe, der römischen Kirche
konzipierte, wurden dann aber die Zeichen
Völkerschaften, nicht bloß Deutschlands,
eine Außenpolitik möglich, die langfristig
sein.«
Rückeroberung Pfälzer Gebiete, die Kur-
für die Zukunft gestellt: Jetzt war wieder
eifrigste Bekenner, aber unter den übrigen
sogar die Realisation der alten Ziele, die
geistig am meisten zurückgeblieben zu
würde, ja sogar die Königswahl ermögli-
Zum anderen ging der Referent auf die
Frage nach den Motiven und Vorausset-
chen sollte. Das Engagement im Nordwes-
zungen ein, die er warnend als die viel-
Prof. Dr . Kl aus Unterburger Herzog Albrecht V. von Bayern
ten des Reichs, die Profilierung als einzig
erischen Geschichte bezeichnete. Weder
Albrecht V. (1528–1579, regierender Her-
gegenüber dem Papsttum und die Annä-
tischen Geltungsanspruch von seinen
Risiko: schon hier wurden die Weichen auf
leicht schwierigste Frage der ganzen baywird man bei ihrer Beantwortung ernst-
haft mit der mentalen Disposition des bayerischen Stammes argumentieren dürfen,
zog ab 1550) hat einen großen dynas-
Vorfahren ererbt, der machtpolitisch in
verlässlicher Vorposten des Katholizismus
herung an Spanien erhöhte aber auch das den großen Krieg hin gestellt.
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bergecho 2 . 2014
Ganz im Zeichen des Heiligen Benedikt als Patron Europas stand heuer die Orgelvigil am Samstag, den 12. Juli 2014, zwischen 20 und 24 Uhr in der Basilika Sankt Bonifaz. Vor 50 Jahren hatte Papst Paul VI. dem Heiligen Benedikt diesen Ehrentitel verliehen. Aus diesem besonderen Anlass hatten die Benediktiner von Sankt Bonifaz eingeladen, im Rahmen der Orgelvigil die Tiefen benediktinischer Spiritualität mit allen Sinnen zu erleben.
S
| panorama
Den ganzen Menschen angesprochen Orgelvigil zum Benediktsfest in der Münchner Basilika Sankt Bonifaz
eit dem Münchner Stadtjubiläum
2008 gehört die Orgelvigil in der Ba-
silika Sankt Bonifaz zum festen Jah-
resprogramm der Abtei und lockt immer
wieder Hunderte von Besuchern an. Meditatives Orgelspiel, farbintensive Lichtinstallationen, Lesungen aus der Benedikts-
regel und Choralgesang prägten die einzelnen Abschnitte dieser Nachtwache. In den
Pausen zwischen den vier Abschnitten der
Vigil stand den Besuchern der Klostergarten offen, um zu verweilen, ins Gespräch zu kommen und sich bei Andechser Klos-
terbier, Andechser Zitronenlimo, Apfelschorle, Spezi und Brezn zu stärken.
Jeweils einen Aspekt benediktinischer
Spiritualität verdeutlichten in den »Noc-
turnen«, den einzelnen Abschnitten der
Vigil, Lichtinstallationen, Orgelmeditationen, Lesungen aus der Benediktsregel und Choralgesänge. Dabei standen heuer fol-
gende Kapitel der Regel im Fokus: »Die In-
strumente der guten Werke« (Kap. 4), »Das
Oratorium des Klosters« (Kap. 52) und »Der
gute Eifer der Mönche« (Kap. 72).
Martin Fleckenstein, Michael Hart-
mann, Christoph Schönfeld und Tobias
Skuban an der Orgel interpretierten die
einzelnen Regelabschnitte ebenso einfühlsam und dynamisch wie die Choralschola
der Abtei Sankt Bonifaz. Die ausdrucks-
starke Lichtinstallation ließ in der Abtei-
kirche ganz neue Raum-Eindrücke und
-Einsichten entstehen. Birgitta Klemenz,
Stiftsarchivarin der Abtei, hatte die Licht-
.
konzeption zusammen mit der Firma ma-
gic events erarbeitet.
»Benedikt als Patron Europas bietet mit seiner Regel eine Fülle
von Anregungen für eine Spiritualität des Alltags. Diesen Schatz möchten wir neu heben. Die besondere Gestaltung von Raum,
Licht und Ton wollen den ganzen Menschen für die aktuellen Seiten der Benediktsregel ansprechen.« Abt Johannes Eckert
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Frühlingsgefühle für Trailrunner in Andechs Dritter Andechs Trail im April ein voller Erfolg
Knapp 400 Teilnehmer genossen bei der diesjährigen dritten Auflage des Andechs Trails am 26. April 2014 perfekte Wetterund Streckenbedingungen. Der frühe Frühling machte die Strecken rund um den Heiligen Berg zu einem wahren Naturerlebnis. Peter Cabell blickt zurück.
N
Minuten. Auf dem zweiten Platz konnte
nach hartem Fight Frank Schouren von der
LG Passau vor Matthias Kremers platzieren. Bei den Damen setzte sich erwartungs-
gemäß die Favoritin Nina Kunz (LG Telis
Finanz Regensburg) mit vier Minuten Vor-
sprung auf Eva Fäberböck (Triathlon Karls-
feld) durch. Als dritte komplettierte Bet-
tina Breitenfeld (SG Stadtwerke Freising) das Stockerl.
Den »Beginner Trail« gewann bei den
Männern, ebenfalls sehr überlegen, Florian Stelzle mit der Rekordzeit von 30:16
un schon zum dritten Mal veran-
Minuten. Zweiter wurde Markus Seiler
staltete der TSV Erling-Andechs
(LG Reischenau-Zusamtal) vor Christoph
mit Unterstützung des Klosters
Andechs am Samstag, den 26. April 2014,
Meißner (TSV Gräfelfing). Bei den Damen
ten Jahr konnten die Bedingungen gar
München) vor Manuela Doll (TSV Felda-
sich die Läufer letztes Jahr noch bei 3°C,
Alkoholfrei) durch.
über die Strecke kämpfen, waren dieses
Lohnende Verpflegung – lockere Stimmung im Ziel – treue Sponsoren
setzte sich Julia Scholz (LG Stadtwerke
den Andechs Trail. Im Vergleich zum letz-
fing) und Katharina Lang (Team Erdinger
nicht unterschiedlicher sein. Mussten
Schneeregen und matschig tiefen Wegen
Jahr die Bedingungen optimal. Trockenes, nicht zu warmes Wetter, Sonnenschein
und nicht zuletzt die erfrischende Zielver-
Anmeldungen abweisen, da das Startplatz-
In den Gesichtern der Teilnehmer nach
Brauerei brachten ein Lächeln auf das Ge-
ben war. Neben der großen Begeisterung
Bräusüberl war sichtlich die Freude über
ßergewöhnlichen Location zeigt dies laut
nicht mehr häufig anzutreffenden fa-
verändert. Vom Parkplatz des Klosters auf
Trend zum Laufen in der Natur.
reichhaltige Verpflegung mit Kuchen,
zwei verschiedenen Runden zurück zum
Wieder Top-L äufer beim Andechs Tr ail
tränken, konnten die Sportler ihre Ener-
der »Beginner Trail« mit 8,4 Kilometern,
Auch dieses Jahr hatten sich einige deut-
pflegung mit Getränken aus der Andechser sicht vieler Teilnehmer.
Die etablierten, herausfordernden
Laufstrecken blieben auch dieses Jahr unWanderwegen und schmalen Pfaden auf
Klosterberg. Zu absolvieren war entweder oder der »Expert Trail« mit 15 Kilometern.
kontingent von 400 Teilnehmern verge-
rund um den Andechs Trail mit seiner auden Organisatoren den sich verstärkenden
dem Zieleinlauf vor dem berühmten
die Veranstaltung mit dem heutzutage
miliären Ambiente zu sehen. Durch die Obst, Andechser Bier und isotonischen Ge-
giespeicher schnell wieder auffüllen, bevor es zur Siegerehrung ins Bräustüberl
sche und bayerische Spitzenläufer auf
ging. Die Ankündigung von P. Valentin,
rung mit dem langen, steilen letzten An-
nian Schönberger (Team Asics Frontrun-
Andechs – auch nächstes Jahr wieder un-
Heiligen Berg ließen das Rennen zu einem
Trail« nach zwei zweiten Plätzen in den
Beifall. Auch 2014 blieben die bekannten
drücken und einen ungefährdeten Sieg
machten dieses Ereignis erst möglich. Das
Besonders die anspruchsvolle Streckenfühstieg bei toller Atmosphäre hinauf auf den
echten Erlebnis werden.
Startpl ätze in Rekordzeit vergeben Schon vier Wochen nach der Freischal-
tung des Meldeportals Ende Dezember
musste das Organisationsteam die ersten
den Weg nach Andechs gemacht. Korbi-
ner) konnte dem anspruchsvollen »Expert
vergangenen Jahren den Stempel auf-
einfahren. Bereits nach zwei Kilometern
konnte sich der deutsche Vizemeister im
den Lauf – mittlerweile eine Tradition in
terstützen zu wollen, sorgte für großen Sponsoren dem Andechs Trail treu und
Organisationsteam mit Andi Hirschberger, Stefan Paternoster und Peter Cabell möch-
Berglauf von der Konkurrenz absetzen
ten sich ganz herrlich bei der Klosterbrau-
nuten und einem Vorsprung von über vier
Xenofit und Feinkost Kahn bedanken.
und gewann mit einer Zeit von 55:32 Mi-
.
erei Andechs, Scott, TQ Systems, VR Bank,
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»Weg mit den Büchern und rauf aufs Rad!«
Über die Alpen per Mountainbike – Klosterbrauerei Andechs unterstützt ein Projekt-Seminar des Gilchinger Christoph-Probst-Gymnasiums
»Weg mit den Büchern und rauf aufs Rad!« – so lautete das Motto des Projekt-Seminars »Mit dem Mountainbike über die Alpen«, das im Schuljahr 2012/2013 erstmalig am Christoph-ProbstGymnasium in Gilching angeboten wurde. Jedes Jahr müssen die Schüler der 11. Klasse ein wissenschaftspropädeutisches und ein Projekt-Seminar wählen, in dem sie neben dem Verfassen einer Facharbeit eigenständig ein Projekt auf die Beine stellen. Lena Gieszer ist mit aufs Mountainbike gestiegen.
B
eim Projekt-Seminar »Mit dem
Knapp 400 Kilometer und rund 8000 Höhenmeter bewältigt
Der Alpencross – definitiv ein Naturerlebnis
zu sein, hieß für uns, eine Alpen-
Am 21. Juli 2013 war es dann endlich so-
Ein Weg über Wiesen und durch Wälder,
zubereiten. Neben ausreichend Training,
Nähe von Garmisch, um innerhalb der
licher wir kamen – immer mediterraner
den, gab es reichlich Organisatorisches zu
dasee, mit dem Mountainbike zu errei-
Ankunft in Meran. Nicht zu vergessen die
Mountainbike über die Alpen« dabei
überquerung komplett zu planen und vorum fit für die bevorstehende Tour zu wer-
erledigen. Die Unterkünfte mussten ge-
bucht, ein Reparatur- und Erste-Hilfekurs
weit. Wir starteten in Ehrwald in der
nächsten sieben Tage unser Ziel, den Garchen. Jeder Tag war eine neue Herausforderung. Jeder Tag war ein einzigartiges
die frische kühle Bergluft, die – je süd-
und wärmer wurde, wie z.B. bei unserer
langen Strecken durch die Weinberge und entlang der Landstraßen, die ein rausch-
absolviert und die passende Bekleidung
Erlebnis. Bei ausschließlich Sonnenschein
haftes Gefühl der Freiheit mit sich brach-
dechs brachte uns in dieser Hinsicht einen
wir uns täglich die nächste Etappe, bewäl-
Und dann hatten wir es geschafft! Als
lern und den begleitenden Lehrkräften na-
rund 8000 Höhenmeter.
gekauft werden. Die Klosterbrauerei An-
großen Schritt weiter, indem es uns Schügelneue, dunkelblaue Fleecejacken sponsorte, die wir dringend für unsere Fahrt
brauchten. Dafür an dieser Stelle herzli-
chen Dank.
und warmen Temperaturen erkämpften
tigten insgesamt knapp 400 Kilometer und Eines der vielen Highlights auf unserer
Tour war die Uina Schlucht, die wir bereits am zweiten Tag durchquerten und de-
ten.
sich vor uns der langersehnte Ausblick
über die Stadt Riva und den sommerblau-
en, unter der Sonne glitzernden Gardasee bot, breitete sich ein Gefühl von Freude
und Glück aus. Ein verdienter Eisbecher,
ren Ausblick und immense Größe einfach
Baden im See, Abendessen in einer Piz-
und steilen Weg auf das Rabbi Joch mit
kunft machten diesen Tag und den gesam-
unsere Bergsteigerfähigkeiten gefordert.
Eine absolut tolle Erfahrung, die man nur
atemberaubend waren. Auf dem langen
zum Teil 40 prozentigen Steigungen waren
Und doch blieb uns auch dieser Tag noch lange im Gedächtnis. Der Ausblick auf
über 2000 Höhenmetern war einmalig!
zeria und das gemeinsame Feiern der An-
ten Alpencross perfekt und unvergesslich.
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jedem Sport- und Naturbegeisterten weiterempfehlen kann.
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Modell für die Verbundenheit mit dem Heiligen Berg Bayerns
»Fundstücke«
S
S
tattlich sind die Abmessungen des
Modells, das seit kurzem im Kloster
Andechs steht. Auf einer Grundflä-
Diana Sandmann aus München und Christian Bolley aus Weilheim stellen im Fürstentrakt des Klosters aus
eit 6. Juli 2014 zeigen Diana Sand-
mann aus München und Christian
Bolley aus Weilheim ihre Bilder un-
che von 160 x 110 cm ragt das Model mit
ter dem Titel »Fundstücke« im Fürsten-
rund 90 cm empor.
verbindet die Liebe zur Fraueninsel auf
der Kirchturmspitze bis zu einer Höhe von Florian Krämmer (19) aus Hohen
trakt im Kloster Andechs. Beide Künstler dem Chiemsee und der Zauber, den diese
peißenberg hat seine Abitur-Seminararbeit
Insel ausstrahlt. Bereits seit 2004 haben
schichte über das Kloster Andechs verfasst.
troffen, um dort künstlerisch tätig zu sein.
zum Thema »Klosterkunde« im Fach Ge-
sie sich fast alljährlich auf der Insel ge-
Bei einer schriftlichen und damit zweidi-
Dabei sind einige »Fundstücke« entstan-
blieben. Florian hat von der Wallfahrtskir-
sind.
mensionalen Abhandlung ist es nicht geche und den umliegenden Klostergebäu-
den, die in dieser Ausstellung zu sehen
Diana Sandmann zeigt überwiegend
den ein dreidimensionales Modell gebaut.
Aquarelle und eine große Arbeit in Ei-Öl-
Materialkosten, die er in das Modell in-
Christian Bolley präsentiert neben Acryl-
Weniger sind es die knapp 200 Euro
Tempera in einer prachtvollen Farbigkeit.
vestiert hat. Vielmehr hat er fast seine
Bildern Collagen, die am Computer be-
geben, um an dem Modell zu bauen. Zu-
gedruckt und auf Keilrahmen aufgezogen
gesamten letzten Sommerferien drangesammen mit seinem Großvater hat er viel
Liebe zum Detail und etliche Stunden Ar-
arbeitet und anschließend auf Leinwand
werden.
Bei der Vernissage begrüßte die Weil-
beit in das Modell hineingesteckt: »Stun-
heimer Kulturreferentin Ragnhild Thieler
mehr gezählt. Jetzt freu’ ich mich, dass
übernahm Marcus Everding, Künstleri-
den habe ich dann irgendwann nicht
mein Modell einen guten Platz gefunden
hat, denn für ein »Freudenfeuer« ist es mir einfach zu schade.«
Florians Modell steht inzwischen im
Kloster in einem der Sprechzimmer und
die zahlreichen Besucher. Die Einführung scher Leiter der Carl Orff-Festspiele in An-
dechs. Er fokussierte die genaue Beobach-
minante Farbenpracht in ihren Werken.
erzählt – ohne viele Worte – von der Ver-
.
bundenheit mit dem Heiligen Berg Bay-
erns.
.
tungsgabe der beiden Künstler und die ful-
I n f o r mat i o n Besichtigung der Ausstellung nach telefonischer Anmeldung: Tel. 08152/376-298 + (376-0) oder 089/980201 www.csbolley.de www.diana-sandmann.de
Oben: Collage aus der Serie »Fraueninsel« von C. S. Bolley. Darunter: »Granatapfel« von Diana Sandmann
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Friedberger Allgemeine, 23. Mai 2014
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Im Blickpunkt, Nr. 1/ 2014
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|  presse
41. Rundbrief der Abtei Dormito b.m.v. Jerusalem
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Die Tagespost, 12. Juni 2014
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|  presse
Heimat verbunden/Landkreis Starnberg, Ausgabe 1-2014
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Starnberger Merkur, 7. April 2014
Mannheimer Morgen, 30. April 2014
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| presse
Augsburger Allgemeine, 11. April 2014
Maxlreiner Zeitung, Mai–Oktober 2014
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MĂźnchner Merkur, 16. April 2014
Ostsee-Zeitung, 24. April 2014
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impressum
V.i.S.d.P.: P. Valentin Ziegler Bergstraße 2, 82346 Andechs
Tel.: 08152/376-0, Fax: 08152/376-267 www.andechs.de
redaktion Christian Bolley,
Martin Glaab, Birgitta Klemenz
verantwortlich für anzeigen Martin Glaab
gestaltung Mellon Design
»An welchen Ort du auch hinkommst, vergleiche dich nicht mit anderen und du wirst Ruhe finden.«
druck Agentur Beckenbauer,
Weidmannstr. 5, 80997 München
Gedruckt auf umweltfreundlichem
Papier
bildnachweis
Alle Fotoaufnahmen durch Benedik-
tinerabtei Sankt Bonifaz in München und Andechs, außer: Bauer Gabrie
abbas paphnutios, ägyptischer Wüstenvater
le (S. 15); Brennan Patrick (S. 29);
von altabt odilo lechner
Energiewaechter (S. 26); Gieszer Lena
entnommen aus »Weite dein Herz«
Breitenberger Hermann (S. 3, 52);
(S. 58); Hausner Andreas (S. 21); Hildebrandt Andreas (S. 21); Hölzl-Gastro
nomie (S. 32, 33); Huber Hubert (S. 44);
Jacklin Darron (S. 34); Jaksch Andrea (S. 27); Kuball Maren (S. 35); Mayr
Brigitte (S. 18); Meyer Anita (S. 16);
Neder Julia (S. 36, 37, 38); Rüter Josef
(S. 57); Schmid Thomas (S. 10, 11, 46);
Werner Gerhard (S. 48); Sandmann
Diana (S. 59); Schuhbauer-von Jena
Stefan (S. 39, 50, 51); Steffen Walter
(S. 53)
Da wir leider nicht alle Rechteinha-
ber von Bildmaterial erreichen konn-
ten, bitten wir etwaige Rechteinhaber, sich mit der Klosterbrauerei Andechs unter pr@andechs.de oder 08152-376-
290 in Verbindung zu setzen.
Das nächste Andechser Bergecho erscheint im dezember 2014
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