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1. ausgabe 2017

für alle mitarbeiter, gäste und freunde des klosters andechs und der abtei sankt bonifaz

kirche und kloster  60jähriges Priesterjubiläum von Abt Odilo klosterbrauerei  Maibock im Bräustüberl panor ama  Für Tagungsgäste: Tafelausstellung im Fürstentrakt


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»

bergecho 1 . 2017

D

as hat meinem Leben noch einmal eine ganz andere Wendung ge-

geben.« Kennen Sie diesen Satz?

Wenn ich mit dem einen oder anderen Be-

|  editorial

In den vergangenen Monaten ist doch

einiges geschehen, was meinem Leben

auch noch einmal eine ganz neue Richtung gegeben hat. Nach über 45 Jahren

sucher etwas länger ins Gespräch komme,

habe ich im vergangenen Jahr die Leitung

ger. Sie macht deutlich: Vorher war vie-

langer Zeit ist es eine neue, aber auch gute

dann höre ich diese Formulierung häufi-

les anders gewesen. Dann folgte – häufig recht abrupt – ein tiefer Einschnitt. Seit-

her schätzt man vieles, was vorher nicht

so wichtig gewesen ist. Dieser Einschnitt

unseres Klosterladens abgegeben. Nach so

Erfahrung, für etwas nicht mehr verantwortlich zu sein.

Ich habe nun das Glück, dass ich mich –

trotz mancher körperlichen Einschrän-

ist. Durch diese intensive Beschäftigung

mit den einzelnen Stücken wird jede Figur für mich etwas Besonderes. Immer wieder

führt mich diese Arbeit in die Betrachtung und schließlich auch ins Gebet. Was für

ein Segen, wenn aus der eigenen Leidenschaft ein Gebet erwächst.

Die Gewissheit und die Erfahrung,

dass das Leben bei allen tiefen Einschnit-

ten und schmerzlichen Abschieden im

Letzten eine gute Wendung nehmen wird,

mag der Tod eines lieben Menschen, eine

kungen – ganz auf meine Leidenschaft,

wünsche ich Ihnen.

neuer Beruf sein. Innerhalb kurzer Zeit

kann. Schon vor meinem Klostereintritt

ein frohes Osterfest

überstandene schwere Krankheit oder ein

verändert sich das Leben von Grund auf. Christen begehen an Ostern, in der Fas-

die christliche Volkskunst, konzentrieren

hat mich diese Kunst immer fasziniert

und ich fühle mich der bodenständigen

tenzeit davor und in der Osterzeit danach

Frömmigkeit der bäuerlichen Kunst- und

wende. Vom scheinbar endgültigen Tod

volle Stoffe und manches alte, nicht mehr

in Fülle.

rauf, für Klosterarbeiten, Krippenfiguren,

eigentlich die Feier einer großen Lebens-

macht Gott den Weg frei zu einem Leben

Ihnen eine gesegnete Fastenzeit und

Handwerkstradition eng verbunden. Wertgenutzte Messgewand warten ja noch da-

stehende Jesulein und Fatschenkindl eine

neue, ebenso fromme Verwendung zu

finden.

Die Arbeit an diesen Andachtsfiguren

ist aber längst nicht nur von kreativen

Momenten geprägt. Sie erfordert vielmehr Geduld, Beharrlichkeit, Ausdauer und

den Mut, auch wieder von vorne anzufan-

gen, wenn etwas tatsächlich misslungen

frater stefan janker


inhalt  |

bergecho 1 . 2017  |

k i rc h e u n d k l o s t e r

4 8 10 12 14 15 16

60jähriges Priesterjubiläum von Abt Odilo Andechser Kreuzweg Kurze Geschichte des Mönchtums Runde Geburtstage Andechser Dreihostienfest mit Bischof Ivo Muser Seltene Farbaufnahme von Alt-Sankt Bonifaz 300 Jahre Andechs-Wallfahrt der Pfarrei Sankt Michael in Schwabmünchen

k l o s t e r b r au e r e i

18 Maibock im Bräustüberl vom 1. bis 21. Mai 20 VDSL für Flüchtlinge

g a s t l i c h k e i t

22 Andechser alkoholfreies Weißbier in der Brauerei »Lemke Berlin« 26 10 Jahre Café-Bistro Huttner in Inning am Ammersee 28 60 Jahre Andechser Klosterbiere in der Hofwirtschaft Ellgass

Diamantenes Priesterjubiläum

Ende Dezember 2016 konnte Abt Odilo auf 60 Jahre priesterlichen Dienst zurückschauen seite 4

v e r a n s ta lt u n g e n

32 34 35 36 38 39 40 42 44

Colloquium Benedictinum 6. Mai: Rossini-Konzert mit Dirigentin Sul Bi Yi Orgelmatineen in der Andechser Wallfahrtskirche Benefizkonzert für das Haneberghaus in St. Bonifaz Andechser Exerzitien für Männer in Führungsverantwortung Trauerseminar im Kloster Andechs Tage im Kloster für junge Männer Sommertollwood 2017 Andechser Miniaturen – neue Kulturreihe des Freundeskreises Kloster Andechs 45 8. April: 7. Andechser Nachtflohmarkt 45 Blasmusik im Bräustüberl

pa n o r a m a

Andechser Maibock vom 1. bis 21. Mai

Exklusiver Ausschank im Andechser Bräustüberl seite 18

46 48 50 51 52

Freundeskreis – Gespräch mit Altabt Notker und Abt Johannes Für unsere Tagungsgäste: Tafelausstellung im Fürstentrakt Barbaras Wallfahrts-Tod anno 1703 Weihnachtspaket-Aktion im Haneberghaus Benediktiner von Sankt Bonifaz zu Besuch bei den Barmherzigen Schwestern 53 Andechs verbindet: Die besondere Geschichte vom Ehepaar ­Wolter-Möhring

54 p r e s s e

Tafelausstellung im Fürstentrakt

seite 48

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kirche und kloster

Diamantenes ­Priesterjubiläum Ende Dezember 2016 konnte Abt Odilo auf 60 Jahre priesterlichen Dienst zurückschauen

Ein seltenes Jubiläum konnte Altabt Odilo Ende Dezember in Sankt Bonifaz feiern: 60 Jahre sind seit seiner Priesterweihe am 23. Dezember 1956 durch den Münchner Kardinal Joseph W ­ endel vergangen. Der fest­liche Gottesdienst am 27. Dezember 2016 wurde von den Münchner­Chorbuben und Chormädchen und der Choralschola von Sankt Bonifaz gestaltet. In seiner Predigt verband der Jesuit Pater Andreas Batlogg den dankbaren­Rückblick mit einem mutigen Ausblick auf die Zukunft mit Gott.


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»

60

Jahre Priester – eine lange

Zeit! Dass Sie diesen Tag er­

leben würden, war Ihnen,

dem 25jährigen, damals wohl nicht klar.

Auch nicht, dass Sie bereits nach zwölf ­Ordensjahren Abt werden würden und

dass Sie dieses Amt 39 Jahre lang aktiv aus-

üben würden.«Pater Batlogg fasste tref-

fend den jahrzehntelangen Dienst von Abt

­Odilo in der klösterlichen Gemeinschaft

und in der Seelsorge zusammen und un-

terstrich: »Wir sind als Priester nicht die

Misserfolgen und Enttäuschungen, er hat

»Es ist dieser Tag ein Tag

des Dankes. Danken heißt anerkennen, dass man

etwas empfangen hat, und

weiß, dass die Gabe, die

man besitzt, immer zurück-

weist auf den, der sie gab.«

Macher. Wir verweisen, wie der Täufer,

wir weisen auf einen, der größer ist als ­wir selber.«

»EIN PRIE STER HEUTE M ACHT SICH KEINE ILLUSIONEN«

lieferte – Primizpredigt gehalten. Über-

dieser Zeit zu sein. Er verkündet und feiert

ja den Tod seines Herrn und muss darum bereit sein, Jesu Schicksal zu teilen in Alltäg-

lichkeit, in Misserfolg und schließlich im eigenen Tod.«

IN DER GEGENWART GOT TE S LEBEN Es gehe darum, so Pater Batlogg, den All-

tag zu leben, auch den Alltag des Glaubens, nicht zum Architekten des eigenen Nach-

rufs zu werden, in der Gegenwart Gottes zu

PATER KARL RAHNER 1981 IN SEINER PREDIGT ZUM 25-JÄHRIGEN PRIESTERJUBILÄUM VON ABT ODILO

leben, unter heutigen Bedingungen, und nicht klerikal-nostalgisch zu jammern.

»Auch das ist eine Lebens- und nicht zuletzt

eine Glaubensleistung. Das können wir von-

einander lernen – und einander schenken:

im Konvent von Sankt Bonifaz, in der Pfar-

1956 hatte der berühmte Jesuit und Theo­ loge Karl Rahner die – leider nicht über-

den Mut, ein ungehörter Rufer in der Wüste

Rahner auch zum Silbernen Priesterjubi-

rei, in dieser Stadt«. Wie Johannes, dem

Bruder des Jakobus, gelte es, in der ­Nähe

läum von Abt Odilo gepredigt. Immer wie-

Jesu zu sein, auf ihn zuzugehen, von ihm

Pater Rahner »mit der ihm eigenen phi-

Ansprache seinen berühmten Ordensbru-

Theologe. »Das ist Jüngerschaft, dazu sind

Mysterium des Priestertums dargelegt ha-

Illusionen. Er kennt den nüchternen All-

Existenz und Ordensexistenz sind nur Aus­

liefert ist allerdings eine Einschätzung

der Münchner Kirchenzeitung, wonach

losophisch- dogmatischen Präzision« das

be. 1981, inzwischen hochbetagt, hat Karl

der zitierte Pater Batlogg daher in seiner

der: »Ein Priester heute macht sich keine

tag des getreuen Knechtes. Er rechnet mit

Zeugnis abzulegen, so der österreichische alle Christen berufen. (...) Priesterliche

faltungen dieser einen großen Berufung.«

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Festprediger Pater Andreas Batlogg SJ

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kirche und kloster

Münchens Altoberbürgermeister Hans-Jochen Vogel gratuliert

»MONUMENT DE S DIENSTE S UND DE S DIENENS«

Joseph Wendel in Sankt Bonifaz zum Pries-

Diese Jahrzehnte des priesterlichen Diens-

später, am zweiten Weihnachtsfeiertag

tes von Abt Odilo seien auch ein »Monu-

leben, unter heutigen

Bedingungen, und nicht

wurde offensichtlich liturgisches Neuland

»Zeugnis zu geben von dem Grab – indem

berichtet davon, dass »besonderes Augen-

wir sehen und glauben, indem wir Men-

schen helfen, hinter die Dinge zu sehen.

Tiefendimensionen zu erkennen, das Leben anders zu lesen und zu deuten – von

der Auferstehung Jesu Christi her, einem

klerikal-nostalgisch

Ereignis, das Hoffnung gibt und Perspekti-

Lebens- und nicht zuletzt

Dass Sie das taten und immer noch tun (…),

jammern, auch das ist eine eine Glaubensleistung.«

PATER ANDREAS BATLOGG 2016 IN SEINER PREDIGT ZUM 60-JÄHRIGEN PRIESTER­ JUBILÄUM VON ABT ODILO

statt. Schon bei der Primiz von Pater Odilo

ment des Dienstes und des Dienens«, so

Pater Batlogg. Priesterlicher Dienst heiße,

»In der Gegenwart Gottes

ter geweiht. Die Primiz fand drei Tage

ve. (...) Das galt 1956, das galt 1981, und es

betreten. Die Münchner Kirchenzeitung

merk (…) dabei dem Choralgesang [galt],

der Wochen vorher in einem eigenen Kurs eingeübt worden war und von Schola und

Gemeinde abwechselnd gesungen wurde (…)«.

1952 war der gebürtige Münchner bei

den Benediktinern in der Karlstraße ein-

gilt auch heute und über diesen Tag hinaus.

getreten. Keine zwölf Jahre später – 1964 –

dafür gebührt Ihnen unser Respekt und

jüngsten Mönche von Sankt Bonifaz von

unser Dank und der Gottes, der es seinem

treuen Knecht einmal lohnen wolle.«

übernahm er mit 33 Jahren als einer der

Abt Hugo Lang die Leitung der Abtei – zunächst als Koadjutor. Von 1967 bis 2003

lenkte er schließlich die Geschicke der

»DIL ATATO CORDE – MIT WEITEM HER ZEN«

klösterlichen Gemeinschaft in München

Im Gespräch ist Abt Odilo – trotz seiner kör­

»dilatato corde – mit weitem Herzen«. ­

und zuvorkommend wie immer. Das konn-

ner gefragt und als Buchautor aktiv. 

perlichen Einschränkungen – freundlich

ten viele Gratulanten bei einem Empfang

im Anschluss an den Festgottesdienst bei

Andechser Bier und Brezn im Zentrum Sankt Bonifaz erleben. Für jeden der zahlreichen

Gratulanten nahm sich Abt Odilo Zeit, hat-

te ein gutes Wort und eine freundliche Geste, oft verbunden mit seinem ihm eigenen Schalk und hintergründigem Humor.

Vor 60 Jahren, am 23. Dezember 1956,

wurde Frater Odilo, mit bürgerlichem Namen Hans Helmut Lechner, von Kardinal

und Andechs nach seinem Wahlspruch

.

Bis heute ist Abt Odilo als Gesprächspart-


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GENUSS & NATÜRLICHKEIT Eine bayerische Brotzeit beginnt mit einem Andechser dunkel aus der Hofpfisterei

www.hofpfisterei.de

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kirche und kloster

Auferstehungsherrlichkeit erahnen – der Andechser Kreuzweg Seit über 150 Jahren prägt er das Bild auf dem Weg zum Heiligen Berg

Zu den Sehenswürdigkeiten des Heiligen Berges Andechs gehört der Kreuzweg, der sich durch die Landschaft zieht. Von Andechs aus sieht man sehr schön, wie er anscheinend vom Platz vor den Klosteranlagen am Rand des Ortes Erling hinaufführt zu einer kleinen Anhöhe mit der Friedenskapelle, die 1870 errichtet wurde und um die sich bald die Anlage des Klosterfriedhofs sammelte. Aber der Weg verläuft umgekehrt.

E

r beginnt dort, wo sich vor der Friedenskapelle ein Kreuz befand. Bei

ihm sammelten sich die Pilger, die

aus der Starnberger Gegend nach Andechs

EINE FROMME STIF TUNG Der Andechser Kreuzweg wurde 1875 auf­ grund einer Stiftung der Münchner Hof-

drechslerswitwe Anna Stoffel vom Archi­

kamen, um von dort betend zum Heiligen

tekten Johann Marggraff (1830 – 1917)

aus also den Kreuzweg in rechter Weise

berühmte Bildhauer Fidelis Schönlaub.

Berg zu ziehen. Will man von Andechs

gehen, so empfiehlt es sich, vom Park-

platz aus die bewaldete Anhöhe anzusteu-

ern und von dort mit einem schönen Blick

auf den Heiligen Berg zu dieser Friedens-

kapelle zu gelangen, unter der sich die

­errichtet. Die Entwürfe dazu lieferte der

Er wurde 1805 in Wien geboren und zog

1830 nach München, wo der klassizisti-

sche Bildhauer Ludwig von Schwanthaler

(1802 – 1848) sein Mentor wurde und ihn

auch mit nach Rom nahm. Von 1839 bis

1. Kreuzwegstation­befindet. So hat man,

1849 vertrat er Schwanthaler, der früh er-

als Ziel immer wieder die Andechser Kir-

bildenden Künste in München. Schönlaub

wenn man den Kreuzwegstationen folgt, che vor Augen. Für viele Menschen ist es

einfach ein schöner Weg durch die Land-

schaft. Aber bei der Betrachtung der Stati-

onen kann uns doch deutlich werden, dass

wir alle unsere Wege, unseren Lebensweg schlechthin, als einen Weg zur Fülle be-

trachten dürfen, den uns Jesus Christus eröffnet hat.

krankte, in der Leitung der Akademie der

arbeitete im Bamberger und im Regensburger Dom, für viele Kirchen oder auch für

die Ruhmeshalle der Bavaria in München.

Er starb 1883 in München.


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Bonifatius Haneberg (1816–1876) wichtig. Er war Professor für alttestamentliche Exegese an der Universität München,

1850 einer der ersten Mönche der neugegründeten Abtei St. Bonifaz und ab 1854

deren zweiter Abt. Da König Ludwig I. als ökonomische Grundlage für St. Bonifaz

den sehr reduzierten Besitz des 1803 säku­

larisierten Klosters Andechs geschenkt

hatte, kümmerte sich der Abt auch um dieses Kloster. Es wird berichtet, dass er oft

des Nachts nach Andechs zu Fuß ging, am

Abend St. Bonifaz verließ und am frühen

Morgen auf dem Heiligen Berg eintraf. So

hatte er auch bald in Andechs die St. Niko-

lausanstalt für verwaiste Kinder errichtet.

1872 war er Bischof von Speyer geworden,

nahm aber immer noch am Schicksal von

Sankt Bonifaz und Andechs teil und beriet

auch bei der Gestaltung des Kreuzwegs.

14 . STATION JE SUS WIRD INS GR AB GELEGT

»Josef von Arimathäa …

legte ihn in ein neues Grab, das er für sich selbst in

einen Felsen hatte hauen

VOM URSPRUNG DER KREUZWEG ANDACHTEN Kreuzwegandachten haben wohl ihren Ursprung darin, dass Jerusalempilger den

lassen. Er wälzte einen großen Stein vor den

Eingang des Grabes.« MT 27,60

ment bezeugter Begebenheiten; dazu ge-

Wir sehen Josef entschlossen den Leichnam­

das Mittragen des Kreuzes durch Simon.

gern, die dieses Ereignis begleiten. Vom ir-

Vor allem im Mittelalter entwickelten sich

Kreuzwegstationen für die Betrachtung der

der Menschen bewährt sich, sichert einen

ABT BONIFATIUS HANEBERG – BER ATER BEI DER KONZEPTION DE S KREUZWEGE S Bei den Überlegungen zum Andechser

Kreuzweg war wohl die Beratung durch

dernen Kreuzwege eine fünfzehnte Station:

»Jesus ist auferstanden«.

Bei unserem Andechser Kreuzweg

heißt das: Weiterhinaufgehen auf den

Heiligen Berg und in der Wallfahrtskirche

.

ein würdiger Abschluss. Die Gebeine Jesu

Stationen setzte sich im Spätmittelalter ziskanern gepflegt.

und erhoffen die Auferweckung des im Gra-

be Liegenden. Darum haben manche mo-

dischen Gesichtspunkt her ist diese Station

werden nicht zerschlagen, verbrannt, in

durch und wurde vor allem von den Fran-

gehen über das Grab hinaus. Wir erwarten

ins Grab legen mit Jüngerinnen und Jün-

Gläubigen, die zwölf bis achtzehn Statio-

nen umfassten. Der Kreuzweg mit vierzehn

ne Verheißungen, die durch sie geweckten

Hoffnungen und Erwartungen der Jünger

­erahnen. 

nach Golgota nachzugehen versuchten. Sie

hören die Begegnung mit den Frauen oder

schen tun. Aber die Voraussagen Jesu, sei-

die Fülle der Auferstehungsherrlichkeit

Weg vom Palast des Pontius Pilatus hinauf gedachten dabei einiger im Neuen Testa-

unseren Friedhöfen mit vertrauten Men-

alle Winde zerstreut. Treue Anhänglichkeit

würdigen Abschluss. Aber es ist das Ende

des Irdischen. Der Stein vor dem Grab mar-

kiert die Endgültigkeit des Todes. Es gibt

kein Zurück mehr. Man kann wie Josef und

Nikodemus, wie Maria von Magdala und

andere Frauen am Irdischen von Jesus hängen, mit Salben Reste bewahren. Sie wol-

len das Gedächtnis pflegen, wie wir es auf

I N F O R M AT I O N Entnommen aus: Odilo Lechner, Der Andechser Kreuzweg, Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg i. Allgäu 2016, ISBN 978-3-95976-048-5. Fotos: Siegfried Wameser, München Erhältlich auch im Andechser Klosterladen

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kirche und kloster

Von der Wüste ins Bahnhofsviertel Eine kurze Geschichte der Orden in der katholischen Kirche

Das Mönchtum – oder besser das Ordensleben – in der ­Kirche, schon alleine in der katholischen, mehr noch in der ganzen Ökumene, ist bunt und vielfältig. Pater Korbinian Linsenmann, Pfarrer von Sankt Bonifaz und Subprior der klösterlichen Gemeinschaft, gibt einen Einblick in diese Vielfalt. Dazu erläutert er die wichtigsten Entwicklungen in der Geschichte der Kirche, die das Mönchtum aus seinen Anfängen in der ägyptischen Wüste zu dem gemacht haben, was es heute ist. Der zweite Teil folgt im Bergecho 2-2017.

D

as Ordensleben unserer Kirche

früheste Mönchtum berichten fast aus-

ab. Im protestantischen Bereich

ten.

hebt sie von anderen Konfessionen

sind Orden Ausnahmen. In der Ortho-

schließlich von den Mönchsvätern in ÄgypDie Grundlage für die Entstehung des

doxie ist das Mönchtum zwar wichtiger

Mönchtums war eine Bewegung von As-

fe werden –, aber es gibt keine Orden. So

tentum im Römischen Reich staatlich

als bei uns – nur Mönche können Bischömöchte ich mich hier mit den Formen des

katholischen Ordenslebens befassen.

keten, die entstand, nachdem das Chrisanerkannt worden war. Durch diese An-

Ich werde dabei eher Entwicklungsli-

nien von den Anfängen zu unserem heutigen Ordensleben zeigen, als die Geschich-

te einzelner Orden detailliert auszuführen. Bei dieser Darstellung hoffe ich zu

zeigen, dass die meisten Neuaufbrüche im

Ordens­leben mit Entwicklungsschritten

in der Kirchengeschichte zu tun haben.

»Die Grundlage für die

Entstehung des Mönchtums war eine Bewegung von

Asketen«

DIE WIEGE DE S MÖNCHTUMS Ägypten ist die Wiege des Mönchtums.

erkennung, die sogenannte Konstantini-

­gegeben hätte, aber die ägyptischen waren

Frieden, sondern auch viele neue Mitglie-

Das heißt nicht, dass es nur dort Mönche

die wirkmächtigsten. Wer das Mönchtum

kennen lernen wollte, zog nach Ägypten, und die literarischen Zeugnisse über das

sche Wende, bekam die Kirche nicht nur

der. Diese hatten oft nicht die Entschiedenheit im Glauben wie Leute aus den

Verfolgungszeiten. In der antiken Kirche


bergecho 1 . 2017  |

entstand in dieser Situation das Konzept,

ORDENSREGEL UND IHRE REFOR M

Gott radikal zu dienen und ihn zu suchen,

Für uns Benediktiner wurde unter Karl dem

zog. Das musste noch nicht unbedingt die

von Aniane eine Reform durchgeführt, die

etwa, durchaus die eigene Villa sein – ein

Für die Chorherrenklöster geschah das etwa

indem man sich in die Einsamkeit zurück-

geht im 13. Jahrhundert auch eine Grün-

dungsbewegung vieler neuer Orden. Ins-

Großen, um 800, durch den Abt Benedikt

piriert von der Armutsbewegung entstan-

die regula benedicti verbindlich vorschrieb.

aber nur zwei sind »richtige« Bettelorden,

Lebenskonzept übrigens, das etwa bei

200 Jahre später in der Chorherrenreform,

Franziskaner und die Dominikaner. Franz

Hl. Benedikt, in der Vita aufscheint. Auch

vorher gar keine Regel hatten, zu Chorher-

Wüste sein, es konnte, bei reichen Römern

­Gregor dem Großen, dem Biographen des

Augustinus von Hippo hat eine Zeit lang mit einigen Gefährten so gelebt.

durch die viele Priestergemeinschaften, die

renkonventen wurden.

Die Benediktiner von Cluny erfanden

schließlich den Zentralverband. Erst in

den die Bettelorden. Davon zählt man fünf, denen Armut zentrales Anliegen war: die

von Assisi sammelte Gefährten um sich,

um wie Jesus in völliger Armut zu leben.

Die Franziskaner sind der einzige Zweig der

Armutsbewegung, der in die Kirche integ-

riert werden konnte. Freilich hatte das zur

AUF DEM WEG ZU GEMEINSCHAF T UND REGEL

Cluny gab es einen rechtlich zusammen

Folge, dass Franziskus mit ansehen musste,

Die Wüstenväter nun, allen voran Antonius

Leitung des Abtes von Cluny. Erst in Cluny

zug hielt.

ler in die ägyptische Wüste. Dort lebten

also die Ordenskleidung. Das ist das Or-

mut für seinen Orden, um die Katharer zu

bald fanden sie sich in Gemeinschaften zu-

Benediktiner-Habit tatsächlich herleitet.

ren wollte, und die die Armut als Haupt-

um die so genannten Altväter Schüler sam-

ersten Reformbewegungen, deren Motto

der Große (� um 356), gingen als Einsied-

sie zuerst tatsächlich einsam, aber schon

sammen. Das konnte geschehen, weil sich

gehörenden, festen Ordensverband unter

gab es auch einen klar festgelegten Habit,

densgewand, von dem sich unser heutiger Um das 10./11. Jahrhundert kam es zu

melten. Es konnte auch geschehen, weil

war: Zurück zur Regel. Das sind bei den

Einsiedlergegenden waren, dass sich dort

kanntlich als Orden bis heute gibt, und im

manche Landstriche einfach so bekannte

Cluniazensern die Zisterzienser, die es be-

wie der Besitz wieder in seinen Orden EinDominikus dagegen wählte die Ar-

überzeugen, die er zur Kirche zurückfüh-

kriterium für die Glaubwürdigkeit von

Priestern ansahen. Um für die Predigt gerüstet zu sein, gab er dem Studium einen extrem hohen Stellenwert – eine Priori-

tät, die die Dominikaner bis heute prägt.

die Mönche sammelten. Mönchtum neigt

Falle der Augustiner-Chorherren die Prä-

Auch auf die anderen Bettelorden, die alle

meinschaft. Dafür war ein weiterer Grund,

um mehr Einfachheit, um Handarbeit der

ebenfalls in dieser Zeit entstehenden Uni-

also, trotz aller Einsiedler-Tendenz, zur Gedass die Einsiedler gewöhnlich keine Pries-

monstratenser. Den Zisterziensern ging es

ter waren, und daher für die sonntägliche

Eucharistie eine Kirche erreichen können mussten. Alle diese Modelle des monasti-

schen Lebens aber waren noch kein Ordens-

leben im strengen Sinn. Denn zu einem Or-

versitäten lebten, wirkte sich diese Eigenart der Prediger aus.

»Die erste geschriebene Regel entstand in der Wüste«

densleben braucht es eben einen Ordo, eine

verbindliche Lebensordnung: eine Regel.

in den Städten und damit auch nahe den

STR AFFE UND ZENTR ALE ORGANISATION Die anderen drei Bettelorden sind die Karmeliten, die Augustinereremiten und die

Serviten. Diese drei wurden allerdings eher

Mönche, um schlichtes Leben. Die Prä-

Bettelorden, weil sie deren Organisations-

Die erste geschriebene Regel entstand in

leben mit der Seelsorge verbinden.

Armut als zentrales Ordensideal betrach-

Mönche seines Klosters. Dann kam Augus-

auch noch weitere neue Orden: Einerseits

tral organisiert waren, als Provinz auf Lan-

die zusammen leben wollten. Ich lasse jetzt

siedlertum vereinten, z.B. die Kartäuser

MÖNCHE UND CHORHERREN der Wüste: Pachomius schrieb sie für die

tinus, der eine Regel für Priester schrieb,

monstratenser wollten das GemeinschaftsIm 9. bis 11. Jahrhundert entstanden

solche, die Gemeinschaftsleben und Ein-

form übernahmen, weniger, weil sie die

tet hätten. Neu war, dass die Orden zen­ desebene und mit einer Zentrale für den

ganzen Orden. Die neuen Orden konnten

einige Regeln weg und springe zu unserer

oder die Camaldulenser. Einsiedler gab

ihre ­Leute also dahin versetzen, wo man

Mönche. Hier haben wir, anhand der Re-

Andererseits entstanden im Umfeld der

ten schuf. Die für Benediktiner bis heu-

die ursprünglichen Grundarten des Or-

handwerk und Klosterleben vereinten.

Haus hatten sie abgeschafft. Man kann das

Benediktsregel. Sie ist wieder eine Regel für gelväter Augustinus und Benedikt, schon denslebens: Mönche und Chorherren. Jahr-

hundertelang waren das die beiden einzi-

gen Ordensfamilien. Dabei ist zu beachten,

es in der Kirche immer, auch bis heute.

Kreuzzüge die Ritterorden, die Kriegs-

Von diesen haben sich die Malteser und der Deutsche Orden erhalten.

sie brauchte, was ganz neue Möglichkei-

te normative Bindung an ein bestimmtes

an den Lebensläufen prominenter Mendi-

kanten, als Beispiel sei nur an Thomas von

Aquin (�1274) erinnert, gut nachvollziehen. Der Verzicht auf große Klosteranlagen

Sinn geht. In vielen Klöstern gab es gar

dass es noch nicht um Orden im heutigen

AR M SEIN UM JE SU WILLEN – BET TELORDEN IN DER STADT

­keine feste Regel, sondern man lebte nach

der Weisung des Abtes – auf Latein »regula

Machen wir nun einen Sprung zur nächs-

ten kirchen- und weltgeschichtlichen Wei-

wie die alten Orden, vom Ertrag des eige-

terentwicklung: Mit der immer häufigeren

Die neuen Orden waren bestens für die

abbatis«.

Entstehung immer größerer Städte einher

und das Leben vom Betteln, und nicht,

nen Grundbesitzes, hatte weitere Folgen.

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bergecho 1 . 2017

Städte geeignet, die in dieser Zeit zahl-

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kirche und kloster

Gegenreformation. Gemeint sind die Jesu-

Sie haben ein viertes Gelübde, neben den

reich gegründet wurden. Freilich, schon

iten. Sie waren eine ganz neue Idee: Ein

von den Bettelorden bekannten Armut,

so viel ärmer als die alten. Das führte zu

Orden ausmachte. Es gab keine festgelegte

ten letzten Gelübden, die meist nach mehr

bald waren die neuen Orden nicht mehr

Orden, der auf das meiste verzichtete, was

Reformgründungen und schweren Aus-

Tracht, kein Chorgebet, keine festen For-

Franziskanern. Deshalb gibt es heute drei

waren allein darauf aus, ein durchschla-

einandersetzungen, vor allem bei den

verschiedene franziskanische Orden: Die

Franziskaner, die Kapuziner und die Mi-

men des Zusammenlebens. Die Jesuiten

gendes Mittel der Evangelisation zu sein. Was sie zusammenhält, damals wie

noriten.

heute, ist vor allem die Erfahrung der Ex-

WELT WEITER EINSATZ FÜR DA S EVANGELIUM

Mal in seinem Leben die großen, einen

Machen wir wieder einen Sprung in der

gen des Lebens Jesu erlebt, die Ignatius

ganzen Monat dauernden Betrachtun-

anhand seiner eigenen Erfahrung auf-

römischen Reiches und dann beim Aufblü-

kämpfen, bis sie anerkannt wurden, und

hen der Armutsbewegung und der Städte,

entstand der nächste wirklich neue Orden

wieder in einer kirchlichen Wendezeit, der

als 10 Jahren Ordenszugehörigkeit abge-

legt werden, verspricht ein Jesuit seine

.

Einsatzbereitschaft überall dort, wo Orden und Papst ihn benötigen. 

erzitien. Jeder Jesuit hat mindestens zwei

Geschichte: Wie beim Wechsel von der

Verfolgung zur anerkannten Religion des

Keuschheit, Gehorsam. Bei den sogenann-

geschrieben hat. Die Jesuiten hatten zu

wurden noch lange Zeit oft angefeindet.

Es kam sogar 1773 zum Verbot der Jesui-

ten, das 1814 wieder aufgehoben wurde.

V E R A N S TA LT U N G S -T I P P Einen Vortrag zum gleichen Thema hält Pater Korbinian am 25. April 2017 um 20.00 Uhr in der VHS Gilching (Landsberger Str. 17 a; 82205 Gilching; Seminarraum 101)

Runde Geburtstage

A

m Dreikönigsfest konnte ­Frater

klösterliche Gemeinschaft übernimmt er

1991 nach Sankt Bonifaz und absolvierte

rem Münchner Kloster Sankt

und kümmert sich u.a. als Infirmar um

peuten. Frater Elija ist nicht nur als Mit-

­Emmanuel (links), Prior in unse­

Bonifaz und langjähriger Leiter der Ob-

dachlosenhilfe St. Bonifaz, seinen 50. Ge-

burtstag feiern. Den gelernten Schrei-

ner und Krankenpfleger sowie Mesner in

darüber hin­aus vielfältig Verantwortung die kranken und alten Mitbrüder.

Am 2. März hat Frater Elija (rechts)

seinen 60. Geburtstag gefeiert. Als

engagiert sich u.a. auch im Bayerischen

Brüder in München. Geboren an der Mosel,

Frater Elija Gottes Segen, Gesundheit und

Bonifaz in München. Im April 1991 leg-

arbeitete er zunächst als Programmierer.

bald für Menschen ohne Obdach. Für die

halb des Klosters eingebunden, sondern Blindenbund.

Jahren im Krankenhaus der Barmherzigen

te er seine Profess ab und engagierte sich

glied im Seniorat in viele Aufgaben inner-

Physiothera­peut arbeitet er seit über 20

seinem Heimatort Albaching führte sein

Weg Ende der 1980er Jahre nach Sankt

hier seine Ausbildung zum Physiothera-

1986 legte er in Jerusalemer Abtei Dormitio seine Profess ab. Als er erblindete, kam er

Wir wünschen Frater Emmanuel und

alles Gute im neuen Lebensjahrzehnt. 

.


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kirche und kloster

Dreihostienfest mit Bischof Ivo Muser

Der Bischof von Bozen-Brixen, Dr. Ivo Muser, feiert am Sonntag, den 24. September 2017, ­ den Festgottesdienst zum Andechser Dreihostienfest.

Wir freuen uns, dass mit Dr. Ivo Muser ein Bischof nach Andechs zum Dreihostienfest kommt, mit dessen Diözese der Heilige Berg Bayerns auch geschichtlich verbunden ist. Der Festgottesdienst b­eginnt um 9.30 Uhr am Sonntag, den 24. September, in der Wallfahrtskirche. Die Prozession mit der Dreihostienmons­tranz schließt an den Festgottesdienst an. Die Vesper um 15 Uhr in der ­Wallfahrtskirche beschließt ­diesen Festtag.

D

as Dreihostienfest zählt mit zu

den ältesten Wallfahrtsfesten auf dem Heiligen Berg und verweist

I N F O R M AT I O N

Theologischen Fakultät der Universität

Innsbruck. Zum Priester geweiht wurde

er am 28. Juni 1987 in Brixen. In der Folge

auf den Ursprung der Andechser Wallfahrt.

wirkte er zwei Jahre lang als Kooperator

Christus im Sakrament der Eucharistie ver-

Privatsekretär von Bischof Wilhelm Egger

Über Generationen hinweg wird hier Jesus ehrt. Auf diese bleibende Gegenwart Jesu

in Brot und Wein verweisen die »Drei Heiligen Hostien« der Dreihostienmonstranz.

Mit Dr. Ivo Muser kommt ein Bischof

einer der Diözesen zum Andechser Drei-

in Toblach, bevor er 1991 die Aufgabe als übernahm.

1991 bis 1995 war Ivo Muser zum Dog-

matik-Studium an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Ab 2002 wirkte er

als Professor an der Philosophisch-Theo-

hostienfest, mit der der Heilige Berg schon

logischen Hochschule Brixen. Von 1996

war. Nikolaus Cusanus, von 1450 bis zu

in Brixen. Am 27. Juli 2011 wurde Ivo Mu-

beriet den bayerischen Herzog Albrecht III.

der Diözese Bozen-Brixen ernannt und am

vor der Gründung des Klosters verbunden

seinem Tod 1464 selbst Bischof von Brixen,

bis 2010 war er Regens am Priesterseminar ser von Papst Benedikt XVI. zum Bischof

bei der Gründung des Klosters Andechs.

9. Oktober geweiht.

des Herzogs auf das damalige Reformklos-

den Festgottesdienst die Prozession mit

schließlich Mönche zur Betreuung der An-

gen Berg statt. Zwei festliche geschmück-

Im Zuge dieser Beratungen fiel die Wahl ter Tegernsee, von wo sich ­Albrecht III.

Wie gewohnt findet im Anschluss an

der Dreihostienmonstranz um den Heili-

dechser Wallfahrt erbat.

te Prozessionsaltäre bilden die Stationen

als drittes Kind einer Arbeiterfamilie

und neben der Alten Apotheke. Am Nach-

Ivo Muser wurde am 22. Februar 1962

der Prozession unterhalb des Klosterladens

in Bruneck geboren. Nach seiner Matu-

mittag feiern wir um 15 Uhr die Vesper.

losophie- und Theologiestudium an der

besonderen Andechser Festtag ein. 

ra im Jahre 1981 begann er mit dem Phi-

.

Schon jetzt laden wir herzlich zu diesem

Von den Drei Heiligen Hostien gehen zwei auf den Hl. Papst Gregor den Großen­ († 604) und eine auf den Hl. Papst Leo IX. († 1054) zurück. Auf Vermittlung der Andechs-Meranier auf dem Bamberger ­Bischofsstuhl sind sie schon im 12. Jahrhundert aus Rom über Bamberg auf die Andechser Burg gekommen. Etwa seit 1130 ist auch die Andechser Wallfahrt bezeugt. Nach der Zerstörung der Burg um 1248 galten sie – wie der restliche »Heiltumsschatz« – rund 140 Jahre als verschollen. Ihre Wiederauffindung 1388 erregte großes Aufsehen und belebte die Andechser Wallfahrt neu. Der päpstliche Kardinallegat Nikolaus von Kues heißt die Wallfahrt Mitte des 15. Jahrhunderts ausdrücklich gut und empfiehlt ihre weitere Durchführung. Am Dreihostienfest kommt die ursprüng­ liche Christus-Wallfahrt am Heiligen Berg besonders deutlich zum Tragen. Die Gläu­ bigen verehren in Brot und Wein den gegenwärtigen Herrn. Das Dreihostienfest bezeugt, dass Christus in seiner Kirche lebt und die Menschen im Glauben zusammen­ führt. So ist das Dreihostienfest auch ­Zeichen für die Völkerwallfahrt zum Heiligen Berg Zion, wie sie der Prophet Jesaja verheißt. Gott selbst lädt ein und stiftet ­Gemeinschaft über alle Grenzen hinweg.


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I N F O R M AT I O N

Seltene Original-Farbaufnahme der alten Basilika Sankt Bonifaz

D

iese Aufnahme der Basilika von

St. Bonifaz in München stammt

aus der Zeit vor der Zerstörung von

Kirche und Abtei im Verlauf des Zweiten

Den Hinweis verdanken wir einem

Herrn aus Stuttgart, der im Zusammen-

hang mit anderen privaten Forschungen

auf die Abbildung aufmerksam geworden

Weltkriegs.

war und das Original in St. Bonifaz ver-

Nacht auf den Aschermittwoch 1943 ent-

auf der wikipedia-Seite zu St. Bonifaz –

bomben schwer beschäftigt wurde. Das

den Aufbewahrungsort.

Konkret heißt das, sie muss vor der

standen sein, als St. Bonifaz durch Brand-

damit verbundene Feuer zerstörte nicht

nur den Dachstuhl, sondern ließ auch die

mutete. Entdeckt haben wir es schließlich und hier fand sich auch der Hinweis auf Wertvoll ist diese Aufnahme vor allem

aufgrund ihrer Farbigkeit, da es nahezu

Fresken schmelzen, die damit unwieder-

keine Aufnahmen gibt, die einen Eindruck

um einen Druck, der sich in der Library of

Raumes vermitteln – und die wenigen, die

offiziellen Nationalbibliothek der USA, die

unnatürlich koloriert. 

ken der Welt gehört. Wie diese Aufnahme

birgitta klemenz

bringlich verloren waren. Es handelt sich Congress in Washington befindet, der in-

zu den wichtigsten und größten Bibliothe-

dorthin gelangt ist, konnte nicht geklärt

werden.

von der tatsächlichen Farbgestaltung des

.

sich bis dato im Archiv befinden, sind eher

Interessant ist der Katalogisierung­seintrag der Bibliothek: Title: [Interior, Basilica Church (i.e. Basilica ­ of St. Boniface), Munich, Bavaria, Germany] Date Created/Published: [between ca. 1890 and ca. 1900]. Medium: 1 photomechanical print : photochrom, color. Reproduction Number: LC-DIG-ppmsca-00070 (digital file from original) Rights Advisory: No known restrictions on publication. Call Number: LOT 13411, no. 0070 [item] [P&P] Repository: Library of Congress Prints and Photographs Division Washington, D.C. 20540 USA Notes: Title from the Detroit Publishing Co., catalogue J foreign section. Detroit, Mich. Detroit Photographic Company, 1905. Print no. »9435«. Forms part of: Views of Germany in the Photochrom print collection. Format: Photochrom prints--Color --18901900. Collections: Photochrom Prints

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bergecho 1 . 2017

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kirche und kloster

zu jesus gehen 300 Jahre Andechs – Wallfahrt der Pfarrei Sankt Michael in Schwabmünchen

Intensiv haben sich die Schwabmünchner Wallfahrer auf dieses­ große Jubiläum vor­bereitet.­ Schon im vergangenen Jahr ­haben sie im Blick auf das g­ roße Jubiläum heuer neue zeit­gemäße Formen der Wallfahrt auspro­biert und viele positive Rückmeldungen erhalten. Ende A ­ pril 2017 m ­ achen sich wieder m ­ ehrere Gruppen von Schwabmünchen aus mit dem Bus, dem Fahrrad und ab Sankt Ottilien auch zu Fuß auf zum Heiligen Berg. P ­ farrer Christoph Leutgäb und Wallfahrtsleiter Johann ­Ostenberger sind mit dabei.

W

er Pfarrer Christoph Leutgäb

gegenübersitzt, spürt förmlich, wie sehr er die Wallfahrtstra-

dition in seiner Pfarrei Sankt Michael in

wir nach Andechs gehen. Das ist unsere

Motivation und wir laden herzlich dazu ein, sich uns in diesen Anliegen anzu-

schließen, zu Jesus zu gehen und um Be-

Schwabmünchen schätzt. Der in Friedberg

wahrung und Bekehrung zu bitten.«

chen, aber für die Wallfahrt nach Andechs

seit Herbst 2014 Pfarrer in Schwabmün-

BUS -, R ADEL- UND FUSS ­ WALLFAHRER AUF DEM WEG

nimmt er sich Zeit. »Da freu ich mich

drauf. Diesen Tag schaufel ich mir frei.

In diesem Jahr gilt dies ganz besonders.

Mit mehreren Wallfahrtsgruppen kom-

warten«, so der freundliche Mittvierziger.

auf den Heiligen Berg Bayerns, um mit ei-

BIT TE UM BEWAHRUNG UND BEKEHRUNG

und Orchester das 300-jährige Jubiläum

aufgewachsene Geistliche ist zwar erst

­Alles andere, auch Hochzeiten, müssen

Christoph Leutgäb geht es weniger darum,­

men die Schwabmünchener am 29. April

nem großen Dankgottesdienst samt Chor

ihrer Wallfahrt festlich zu begehen. Von

Schwabmünchen selbst machen sich die

eine fromme Tradition um einer Tradi-

Älteren mit dem Bus auf den Weg. Schon

an den Ursprung der Schwabmünchener

falls eine Gruppe von Radel-Wallfahrern

tion willen zu pflegen. Dabei erinnert er

Andechs-Wallfahrt: »Die Wallfahrt nach

um 4.30 Uhr am Morgen startet eben-

in Schwabmünchen zu der 55 km lan-

Andechs geht ja auf ein Pestgelübde der

gen Fahrt nach Andechs und von Sankt

Gott sei Dank ist diese verheerende Seuche

die 25 Kilometer auf den Heiligen Berg zu

Schwabmünchner im Jahr 1717 zurück.

Ottilien­aus wird eine Wallfahrergruppe

ausgerottet. Aber es gibt viele Formen der

Fuß in Angriff nehmen. Alle werden sich

nalismus, um nur einige zu nennen. In

in der Wallfahrtskirche treffen.

»modernen Pest«: Krieg, Terror und Natio­ diesen ganz konkreten Anliegen wollen

rechtzeitig um 10.00 Uhr zum Gottesdienst


bergecho 1 . 2017  |

voranzutragen, so Johann Ostenberger.

»Aber ich habe es immer wieder erlebt,

dass es für viele, die das Kreuz getragen

haben, eine besondere Ehre gewesen ist und einen bleibenden Eindruck hinter-

lassen hat.« Ein Erlebnis, das sich schon

bei Genera­tionen von Schwabmünchener

Wallfahrern eingebrannt hat.

NACH ANDECHS – »NICHT AUF DEN ÜBLICHEN WEGEN« Als 1717 die Pest in dem kleinen Ort im

bayerischen Schwaben wütete, »verlob-

ten sich« – so die schöne alter Formulie-

rung – die Einwohner zu einer Wallfahrt

nach Andechs. Ununterbrochen wurde die zwei­tägige Wallfahrt seither begangen,

auch in Kriegszeiten und auch während

des Dritten Reiches, auch wenn es damals

verboten war. Noch heute sind die Erzäh-

lungen des alten Wallfahrtsleiters Ludwig­ Schöffel in Schwabmünchen lebendig,

dass man Andechs »nicht auf den üblichen

Wegen« immer erreicht habe.

Nach dem Krieg führte man die Wall-

fahrt über zwei Tage weiter fort. Kam

die Wallfahrtsgruppe am ersten Tag in

Andechs an, wurde sie von den Mönchen

»DIE WALLFAHRT IST MIR EIN HER ZENSANLIEGEN GEWORDEN« Damit dies gelingt braucht es ein einge-

spieltes Team von Organisatoren mit dem

feier­lich begrüßt. Dann ging man auf

Zimmersuche. Kreuzweg­andacht und

Beichte schlossen sich an und der Abend endete mit einer feierlichen Marienan-

dacht. Der zweite Tag begann mit einer

Wallfahrtsleiter an der Spitze. Johann

Frühmesse für die verstorbene Wallfah-

Jahren inne: »Ich war schon als Junge mit

altar wurden die Wallfahrer feierlich ver-

mich immer dazu. Sie ist mir ein Herzens-

Kiental zurück auf den Heimweg.

­Ostenberger hat dieses Amt seit über zehn

13 Jahren dabei. Die Wallfahrt gehörte für anliegen geworden und ich habe seither

rer. Nach dem Hochamt am oberen Hoch­

abschiedet und machten sich durch das

Sankt Michael als Patron der Pfarrei in Schwabmünchen ziert schon seit Jahren die Wallfahrtskerze. Sie wird einmal im Jahr, wenn die Wallfahrer nach Andechs kommen, aus der Kerzenkammer geholt und beim Gottesdienst am Hauptaltar auf­ gestellt.

nur ganz wenige ausfallen lassen«. Dabei spielen für den ruhigen und bedächtigen

»SEIT 1949 BEINAHE JAHR FÜR JAHR IN ANDECHS«

Wallfahrtsleiter nicht nur logistische und organisatorische Fragen eine Rolle: »Mir

Nach dem 250-jährigen Jubiläum 1967

war es von Anfang an wichtig, dass ne-

­beschränkte man dann die Wallfahrt auf

einen Tag. »Das lag vor allem daran, dass

ja sein Namenstag und den feiert er im-

auch Lieder und Meditationen ihren Platz

es immer weniger Übernachtungsmög-

lichkeiten gab,« so Josef Wehringer, der

gen der Mass Freibier für alle Josefs und

Josefinnen: »Wer seit 1949 beinahe Jahr

schiedlichen Formen lockern auf und las-

leitung innehatte, zuletzt zusammen mit

kann einfach nicht anders.« 

ben dem gemeinsamen Rosenkranz-Gebet bei der Wallfahrt bekommen. Diese unter-

bis 2012 über Jahrzehnte die Wallfahrts-

sen das Gebet noch einmal nachklingen.«

Johann Ostenberger. »Das ist das einzige,

dem Weg nach Andechs sind, macht das

man Abends nicht mehr einfach zusam-

Wenn die Schwabmünchener auf

dem ich ein bißchen nachtrauere. Dass

große Vortragskreuz die Gruppe von Al-

mensitzen kann. Aber so ist die Zeit.«,

schnell als Wallfahrer erkennbar. Natür-

Stimme liegt kein Wehmut. Beim 300-jäh-

ten, Jungen und Familien mit Kindern

lich sei es eine zusätzliche körperliche Belastung, das Kreuz der Wallfahrtsgruppe

meint der über 80 Jährige und in seiner

rigen Jubiläum wird er sicher dabei sein.

Vielleicht aber war er schon vorher auf

dem Heiligen Berg, denn am 19. März ist

mer noch gerne in Andechs. Nicht nur we-

.

für Jahr in Andechs zur Wallfahrt war, der

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bergecho 1 . 2017

|  klosterbrauerei

andechser D maibock

er Andechser Maibock wird in diesem Jahr zum ersten Mal

vom 1. bis 21. Mai exklusiv und ausschließlich im Andechser Bräustüberl ausgeschenkt. Gebraut wird der Maibock

auf Basis des Bergbock Hell, allerdings wird dieses helle Bockbier im Anschluss an die Lagerung nicht filtriert, sondern unbehandelt und direkt an das Bräustüberl geliefert.

Exklusiver Ausschank nur im Andechser Bräustüberl vom 1. bis 21. Mai 2017

EIN UNFILTRIERTE S BOCKBIER

Eine fast geheimnisvolle und blickdichte Bernsteinfärbung

und ein fester feinporiger Schaum machen Lust auf den ersten

Schluck Andechser Maibock. Kräftige Malz- und blumig-hopfige

Das Andechser Jubiläumsbier zum 500. Geburtstag des Bayerischen Reinheitsgebotes 2016 war der R ­ enner im Bräustüberl. Über 14.000 Halbe des ­süffigen hellen Bockbieres hatten die Schankkellner in wenigen Wochen ­zwischen Mai und Juli über den Tresen geschoben. Heuer knüpft die Klosterbrauerei Andechs mit einem unfiltrierten M ­ aibock an diese kleine ­Erfolgs­geschichte an.

Aromanoten verbinden sich in diesem unfiltrierte Bockbier mit

leichten Fruchtaromen. Trotz seiner stattlichen über 16 Gewichtsprozent Stammwürze und knapp 7 Volumenprozent Alkohol ist

der Maibock angenehm vollmundig, verbunden mit einem kräf-

tigen, jedoch nicht aufdringlichen Körper. Eine charakterstarke

Hopfenbittere macht ihn ebenso unverwechselbar wie die Verbindung mit einer ganz leichten Honigsüße. Beide sorgen für einen

weichen und harmonischen Abgang.

Mit dem Andechser Maibock können die Gäste des Bräu­

stüberls wieder ein so genanntes »Zwickelbier« genießen. Dieses

besondere Privileg genossen früher nur die Brauermeister, die

das »Zwickelbier« im Lagerkeller direkt aus den Lagerfässern und

-tanks entnehmen konnten, um den Reifegrad des Bieres festzustellen.


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WIE DA S ZWICKELBIER ZU SEINEM NA MEN KOMMT

verdankt Einbeck dem Bach, im mittelhochdeutschen »Beeke«

Seinen Namen hat das »Zwickelbier« vom

ben die Bürger Einbecks Mitte des 13. Jahrhunderts auch das

genannt, der durch den Ort fließt. Mit den Stadtrechten erwar-

sogenannten »Zwickelhahn«. Dieser Hahn

Braurecht. Die brauberechtigten Bürgerhäuser erkennt man in

tank, um Proben des reifenden Bieres zu

nug sein, um die Braupfanne ins Hausinnere transportieren zu

ist eine kleine Zapfvorrichtung am Lagernehmen. Damit man diesen Probenhahn nicht versehentlich öffnen konnte, hat-

te der Hahn in vielen Fällen keinen oder

Einbeck bis heute an den weiten Torflügeln. Sie mussten groß gekönnen. Ganz offenbar haben die Einbecker mit ihrer Braukunst

den Geschmack der Zeit getroffen. Oder besser: Sie verstanden es, das Bier durch einige brautechnische Kniffe wie zum Beispiel ei-

nur einen sehr kleinen Griff. Oft verfügte

nen sehr hohen Stammwürzegehalt, für den Transport über grö-

kleinen Schlitz, damit man ihn mit Hilfe

1351 sind die ersten Exporte des Einbecker Bieres belegt. 1368 trat

Statt des Schraubendrehers hat sich aber

ihr Bier von Antwerpen bis Riga und von Stockholm über Mün-

der »Zwickelhahn« sogar nur über einen

eines Schraubendrehers bedienen konnte.

auch im Laufe der Zeit die Verwendung einer einfachen Geldmünze eingebürgert.

ßere Strecken haltbar zu machen. Der Erfolg nahm seinen Lauf.

Einbeck der Hanse bei und bald konnten die Einbecker Kaufleute chen bis nach Italien verkaufen.

Das besondere Einbecker Bier ließ auch die Wittelsbacher Her-

In Bayern eignete sich dazu lange Zeit das

zöge in München auf den Geschmack kommen. Seit 1555 ließen

münze wurde in vielen Dialekten auch als

erste bayerische Hofbräuhaus von der Burg Trausnitz nach Mün-

Zweimarkstück. Und genau diese Geld»Zwickel« bezeichnet.

BOCKBIER – EINE KLEINE SORTENKUNDE Damit ein Bier wie unser Andechser Bergbock Hell oder unser Andechser Doppelbock Dunkel als »Bockbier« bezeichnet

werden kann, muss es zunächst einmal

eine zentrale Anforderung erfüllen: sein

Stammwürzegehalt muss bei mindestens

16 Gewichtsprozent liegen. Bei der Be-

sie sich zunächst direkt aus Einbeck beliefern. 1589 wurde das

chen verlegt. Das Bier wurde bald auch hier sehr beliebt und nach

Regensburg, Landshut und Straubing verschickt. Ab 1610 konn-

ten es sogar Wirte und Privatleute kaufen. Aber vom Geschmack

her kamen diese Biere aus den herzoglichen Brauhäusern nicht

an das Einbecker Original heran. Bis man sich nicht mehr anders zu helfen wußte und einen Einbecker Braumeister namens ­Elias

Pichler kurzerhand abwarb. Der begann 1614 im Hofbräuhaus in

München ein »Ainpöckisch« Bier zu brauen, also ein Bier nach

.

»Einbecker Art«. In der Münchner Mundart wurde daraus im Lauf der Zeit die Bezeichnung »Bockbier«. 

zeichnung »Doppelbock« liegt die Messlatte noch etwas höher: Da

muss der Stammwürzegehalt schon wenigstens 18 Gewichtspro-

zent betragen. Aber bitte an dieser Stelle Stammwürzegehalt und

Alkoholgehalt nicht verwechseln. Als »Stammwürze« bezeichnet

der Braumeister den Anteil gelöster Stoffe (insbesondere Malzzucker, aber auch Eiweiß, Mineralien und Vitamine) in der Würze,

bevor sie im Gärkeller unter Zugabe von Hefe vergoren wird. Die

MAIBOCK 1. Mai

21. Mai

Hefe wandelt dabei den in der Würze gelösten Malzzucker in Alko-

hol und Kohlensäure um.

So führt logischerweise ein höherer Anteil an Stammwürze

auch zu einem höheren Alkoholgehalt des Bieres. Um ganz grob

vom Stammwürzegehalt auf den Alkoholgehalt schließen zu können, kann man sagen, dass der Alkoholgehalt des Bieres in etwa ein Drittel seines Stammwürzegehaltes beträgt. Somit liegt der

Alkoholgehalt des Bockbieres normalerweise bei über 6 Volumenprozent Alkohol, beim Doppelbock sind dann schon über 7 Volumenprozent Alkohol zu erwarten. Ein Vollbier dagegen ist we-

sentlich leichter und weist einen Stammwürzegehalt zwischen

11 und 12 Gewichtsprozent auf und einen Alkoholgehalt zwischen

4,5 und 5,0 Volumenprozent Alkohol.

BOCKBIER – DIE GE SCHICHTE EINE S BAYERISCHEN IMPORTS Der Name »Bockbier« selbst hat ja seine Wiege weit außerhalb Bayerns, genauer in Einbeck, einer alten Hansestadt auf hal-

bem Weg zwischen Göttingen und Hildesheim. Seinen Namen

Nach einem Etikett um 1950

0,5 l € 3,70 unfiltrierter Bergbock Hell im Andechser Bräustüberl

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|  klosterbrauerei

Eine stabile Verbindung Klosterbrauerei stellt Flüchtlingen im Erlinger Containerdorf kostenfrei einen VDSLAnschluss zur Verfügung

­Manfred Boll, Leiter des Andechser Helferkreises; Volker Werbus, Vorsitzender von refugees online e.V.; Christian Rieger, kaufmännischer Leiter der klöster­ lichen Wirtschaftsbetriebe (v.l.n.r.).

E

ine stabile Internetverbindung für

Volker Werbus, Vorsitzender von refu-

parkplatzes zu schaffen, war schon länger

len ehrenamtlichen Mitarbeitern über

Nachbarschaft des großen Kloster-

gees online e.V., betreut derzeit mit vie-

ein Ziel des Andechser Helferkreises »Asyl

130 WLAN-Systeme von Flüchtlingsein-

ximal 96 Flüchtlingen aufnehmen kann,

»Wir setzen ohne Ausnahme professio-

und Integration«. In der Siedlung, die ma-

war es bisher nur sehr eingeschränkt mög-

Dank eines VDSL-Anschlusses können die Flüchtlinge im Andechser Containerdorf seit Mitte Januar über das Internet indivi­ duell und interaktiv Deutsch lernen sowie Kontakt zu Angehörigen und Freunden halten. Möglich wurde dies durch die Zusammenarbeit des Helferkreises »Asyl und Integration in Andechs« mit dem Verein »refugees online e.V.« und der Kloster­ brauerei.

MÖGLICHST KONKRET HELFEN

das Containerdorf in unmittelbarer

lich, sowohl Kontakt in die Heimat zu halten und vor allem neue internetbasierte

Lernprogramme für Deutsch anzuwenden. Die Klosterbrauerei hat nun Mitte Ja-

nuar dem Verein »refugees online e.V.«

einen VDSL-Anschluss kostenfrei zur Ver-

fügung gestellt und trägt die monatlichen

richtungen in Bayern und darüber hinaus: nelle WLAN-Hotspot-Systeme ein und geben die Zugangscodes nur an registrierte

Nutzer ­heraus. Das ist für die Bewohner anfangs neu, aber der Umgang mit den

Codes ist schnell erlernt. Wir arbeiten kos-

tenlos für die Flüchtlinge. Was wir für Internet, technische Infrastruktur und Verbrauchsmaterial aufwenden, finanzieren

Gebühren. Christian Rieger, dem kauf-

wir aus Spenden.«

schaftsbetriebe, geht es darum, möglichst

dechser Helferkreises, ist der VDSL-An-

ternehmen unterstützen wir gerne, wo

»Wir sind froh, dass wir nun so weit ge-

männischer Leiter der klösterlichen Wirt-

konkret zu helfen: »Als klösterliches Unimmer es uns möglich ist: Das betrifft

nicht nur den jetzt bereitgestellten VDSL-

Für Manfred Boll, den Leiter des An-

schluss ein großer Schritt zur Integration:

kommen sind. Jetzt können die Flüchtlinge auf Tablets individuell und interaktiv

Anschluss, sondern auch die Räume, die

Deutsch lernen. Und wir erleben darüber­

unterricht zur Verfügung stellen.«

Flüchtlinge ist, Kontakte zu Freunden,

wir schon seit längerem für den Deutsch-

hinaus täglich, wie wichtig es für die

Verwandten und in ihre Heimat halten.« 

.


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bergecho 1 . 2017

|  gastlichkeit

Der Geschmack Unser alkoholfreies Weißbier schenkt nun auch die Brauerei »Lemke Berlin«, die älteste Craftbier-Brauerei der Hauptstadt, in ihren Gasthäusern aus.

Lange waren die bodenständigen Brauer der Brauerei »Lemke Berlin« auf der Suche nach einem alkoholfreien Weißbier für ihre Gasthäuser. Bei dieser Suche haben es sich Gründer und Geschäftsführer Oliver Lemke und Vertriebsleiter Rochus Hubertus Amerongen wahrlich nicht einfach gemacht. Sie sind zum Teil seit über 20 Jahren in der Bier-Branche unterwegs, neugierig und sehr anspruchsvoll gegen sich selbst und andere. Die Suche ist nun beendet und hat sich gelohnt. Seit Ende 2016 schenken sie das neue alkoholfreie Weißbier vom Heiligen Berg Bayerns aus.

A

us diesem Anlass besuchten Ver-

BR AUHAUS AUF HISTORISCHEM GRUND

Vertriebsleiter Wolfgang Schäff An-

Auf dem Grund des Brauhauses Lemke

kaufsleiter Michael Schönhut und

fang Dezember die Brauhäuser am Alex

und am Hackeschen Markt, zwei der vier

am Alex befand sich seit 1880 der »Zen-

trale Markt Berlin«. Während der DDR-

dient. Nachdem auch im Brauhaus am

Hackeschen Markt die Braukessel in Au-

genschein genommen worden sind, durf-

te eine Verkostung von Lemkes Bierwelt nicht fehlen.

Gasthäuser. Auf die Frage, warum sich die

Zeit wurde er abgerissen und durch einen

Weißbier des Klosters Andechs entschie-

weiterhin ein Markt abgehalten wurde.

BIERBR AUEN AL S »DREIFALTIGKEIT« AUS HANDWERK, KRE ATIVITÄT UND WISSENSCHAF T

Amerongen, Vertriebsleiter der Brauerei

bogen als Zufahrt für die Züge, die Waren

Als »Brau-Pionier« wird Oliver Lemke häu-

Brauerei Lemke Berlin für das alkoholfreie den habe, antwortete Rochus Hubertus

Lemke, mit einem einfachen und unzweideutigen: »Weil es uns geschmacklich

überzeugt hat«.

nüchternen Zweckbau ersetzt, in dem aber

Früher diente der nahegelegene S-Bahn-

zu den Markthallen transportierten. Heu-

te finden sich in den stilecht restaurierten

fig bezeichnet und ziert auch schon hin

und wieder das Cover einschlägiger Craft-

Katakomben Braukessel, Gär- und Lager-

bier-Branchenmagazine. Er selbst hat für

Gästen viele Türen von Brauerei und Gas­

ke. Im »Brauhaus Lemke am Alex« finden

zu brauen. Dabei setzt er bei sich selbst die

hen. Beeindruckt waren Wolfgang Schäff,

mer, dem großen Gastraum oder in der

Rochus Amerongen öffnete seinen

tronomie, die sonst nicht jedem offen ste-

Michael Schönhut und Christian Rössler,

Geschäftsführer des Getränkeverlags Max

Rössler, der das Andechser alkoholfreie

Weißbier in Berlin liefert, von den historischen Gebäude und ihrer Geschichte.

tanks und die Abfüllung der Brauerei Lem-

sich wohl nur ein Ziel: richtig gutes Bier

rund 600 Gäste in Kamin- und Jagdzim-

höchsten Ansprüche an: Bierbrauen sei

Barrel Lounge eine Atmosphäre, die so

Kreati­vität und Wissenschaft«, wie er in

vielseitig ist wie die hier gebrauten Biere.

Weitere Station ist die Brauerei am Ha-

ckeschen Markt, die Lemke heute als Versuchsbrauerei für bis zu 200 Sude im Jahr

für ihn die »Dreifaltigkeit aus Handwerk, einer der jüngsten Ausgaben von »Craft«,

dem Magazin für Bierkultur, zitiert wird. Wem theologische Begriffe wie

»Dreifaltigkeit« in Verbindung mit der


bergecho 1 . 2017  |

überzeugt (links) Nico Ebest, Brauer bei Lemke Berlin, hat Geschmack am alkohol­ freien Weißbier der ­Klosterbrauerei gefunden. Sitzecke im Brauhaus ­Lemke am Alex

Brau­tradition so leicht über die Lippen

kommen, für den scheint der Schritt zur

Zusammenarbeit mit einer klösterlichen

Brauerei durchaus naheliegend zu sein.

Aber Lemke und seiner Mannschaft geht

es ganz offensichtlich um mehr als einen

Marketing-Schnellschuss. Warum das so

ist, erklärt ein Blick in die Geschichte von

Oliver Lemke und seinen inzwischen zwei

Brauhäusern und vier Gastronomie-Standorten.

Als Oliver Lemke mit Freunden En-

de 1999 sein erstes Brauhaus in einem

­heruntergekommenen S-Bahn-Bogen am Hackeschen Markt eröffnet, hat er mit

seinen damals 32 Jahren schon wichtige

Erfahrungen in der Bierbranche gemacht.

Scheitern inklusive. Ein BWL-Studium hat er abgebrochen, dafür ein Brauereistudi-

um abgeschlossen und ist viel gereist. In

großen Brauereien Lateinamerikas hat er

bis dahin ebenso gearbeitet wie im Fernen Osten komplette Brauereianlagen gebaut

und in Betrieb genommen. Schon in dieser

Zeit galt er als Experte für die Inbetriebnahme von Brauanlagen.

Vor den alten Braukesseln im Brauhaus Lemke Hackescher Markt: (v.l.) Christian Rössler, Michael Schönhut, Wolfgang Schäff, Rochus Hubertus Amerongen

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|  gastlichkeit

WUR ZELN PFLEGEN – WELT WEIT ERFAHRUNGEN ­S A MMELN 2003 schließt nach über 80 Jahren völlig

überraschend die Tiergartenquelle. In Ber-

lin ist eine studentische Institution über

Nacht in ihrer Existenz bedroht. Lemke

und seine Mannschaft entscheiden sich, die Institution weiterzuführen, und ver-

kaufen dort ihre Biere. Der Erfolg gibt ih-

nen Recht. Aber mit dem Brauen kommen

Lemke und seine Mannschaft in dieser Zeit

kaum hinterher. Lemke hat das Glück des

Tüchtigen. Nur ein Jahr später ergibt sich die Gelegenheit, Leopold’s Brauhaus am

Alexanderplatz zu übernehmen, das sie als »Brauhaus Mitte« wieder eröffnen.

2007 gesellt sich eine weitere Berliner

Institution zum Brauhaus Lemke Berlin:

Kronleuchter im Brauhaus Lemke am Alex

das Luisenbräu in Charlottenburg. Für

­Oliver Lemke ein Ort, mit dem er persön-

lich eng verbunden ist. In der ältesten

Gasthausbrauerei Berlins hatte er vor Jah-

ren als Praktikant seine ersten Brauerfahrungen sammeln können. 2010 erhält die

Tiergartenquelle einen Biergarten, der sofort von Gästen angenommen wird.

Oliver Lemke selbst hält es aber sel-

ten lange in Berlin aus. Immer wieder ist

er für längere Zeit »außer Haus« und geht seiner zweiten Leidenschaft nach: dem

Bau von Brauereien. Sein Erfahrungshun-

ger führt ihn bis nach Teneriffa und in die

Mongolei, denn auch dort will ja gutes

Bier gebraut werden. Doch auch zu Hause

treibt Oliver Lemke die Entwicklung voran.

Zusammen mit seiner Mannschaft weitet

.

er gerade das Sortiment um einige exklusi-

ve, im Holzfass gelagerte Biere aus. 

Neue Brau­kessel im Brauhaus Lemke am Alex

GELEGENHEITEN BEIM SCHOPF GEPACK T Mit diesem Erfahrungsschatz im Ge-

päck schweißt er – von der US-Craftbier-­

Lemke bleibt seiner Linie treu. Er bleibt

bei der alleinigen Verwendung von Malz,

Hopfen, Hefe und Wasser. Mit Erfahrung,

Leidenschaft und Neugier arbeitet er sich

Bewegung inspiriert – in der Garage eines

voran. Es entsteht so etwas wie »Meister-

zusammen. Die Erfahrung der Anfangs-

alle seine Gäste, nicht nur Craftbier–Fans,

und mit einem Augenzwinkern so zusam-

zentriert er sich auf eher klassische unge-

Freundes 1998 die erste eigene Brauanlage zeit findet sich auf der Homepage kurz

mengefasst: »In den ersten Monaten überfordern wir unsere Gäste mit 50 verschie-

denen Bieren und stellen eine Menge Unsinn an, doch wir lernen jeden Tag etwas

Neues dazu. Und überleben.«

schaft aus einer Hand«. Sein Ziel ist, für

ein gutes Bier zu brauen. Zunächst kon-

filterte Biere. Erst später wagt er sich an die typischen Craftbiere.

S U R F -T I P P S Brauhaus Lemke: www.lemke.berlin Brauhaus Lemke am Alex (mit Brau­ betrieb): www.lemke.berlin/am_alex Brauhaus Lemke Hackescher Markt: www.lemke.berlin/hackscher_markt Brauhaus Lemke am Schloß (mit Braubetrieb): www.lemke.berlin/ schloss_charlottenburg Tiergartenquelle: www.tiergartenquelle.de Getränke Rössler, Berlin www.getraenke-roessler.de


bergecho 1 . 2017  |

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Wir kennen unsere Region und ihre Stärken. Daher übernehmen wir Verantwortung und engagieren uns regional. Damit sichern wir aktiv die Entwicklung und Zukunft unserer Region und das schon seit über 120 Jahren.

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bergecho 1 . 2017

|  gastlichkeit

Huttners Traum geht weiter 10 Jahre Café-Bistro Huttner in Inning am Ammersee

Von Anfang an stand eines für Eva und Werner Huttner fest: „Wenn wir unseren Traum verwirklichen und ein eigenes C ­ aféBistro eröffnen, dann nur mit den Bieren aus der Klosterbrauerei Andechs.“ Zehn Jahre danach ­leben die Huttners ihren Traum, ihre Gäste kommen immer wieder und das Café haben die ­Huttners sogar noch erweitert. Zeit für einen Besuch vor Ort.

KO N TA K T Café-Bistro Huttner Inh. Eva Huttner Münchner Straße 13 82266 Inning a. Ammersee Tel.: 0 81 43/9926960 www.cafe-huttner.de Öffnungszeiten Dienstag – Sonntag 9.00 – 18.30 Uhr; Montag Ruhetag Jeden 1. Freitag im Monat: bis 24.00 Uhr zum gemütlichen Treff bei Bier, Wein und bayerischen Schmankerln.

(v.l.) Werner und Eva Huttner, Pater Valentin


bergecho 1 . 2017  |

»

E

in gutes Café ist wie ein Wohnzimmer: Man darf sich darin wie zu

Hause fühlen.« Mit diesem einen

Satz ist Werner Huttners Philosophie auf

den Punkt gebracht. Vor über zehn Jahren

wagte er zusammen mit seiner Frau Eva

den Sprung in eine völlig andere Welt. Im

Baugewerbe war er zuvor lange Jahre tätig und als Gastgeber eines Café-Bistro, ist er

inzwischen in Inning am Ammersee zu

einer kleinen, aber festen Institution ge-

worden.

Zum zehnjährigen Jubiläum 2017 hat

Huttner das Café für seine Gäste erweitert,

auch um seinem Leitwort treu zu bleiben: damit sich seine Gäste hier wie zu Hause

fühlen können. Dankbar und stolz schaut

er zurück: »Ich hatte den Traum, anderen

Menschen schöne Momente zu schenken – als Gastgeber in meinem eigenen Café-

Bistro. Manchmal werden Träume eben wahr.«

ANDEREN SCHÖNE MOMENTE SCHENKEN Pater Valentin besuchte die Huttners

jüngst, um für die langjährige Partner-

schaft zu danken und zur Erweiterung des

Cafés zu gratulieren. Huttner hat seinem Café einen rückwärtigen Verlängerungs-

bau angefügt und die Anzahl der Sitzplätze so erhöht. Die geschmackvoll ausgewählte zeitlose Möblierung und die in hellen und

warmen Brauntönen gehaltene Wandgestaltung machen den Raum trotz seiner

Tiefe hell und freundlich. Verkaufsleiter

Ralf Heindl und Vertriebsleiter Wolfgang

Innen- und Außenansicht des Café Huttner nach der Erweiterung

Schäff schlossen sich den Glückwünschen

an und übergaben neben einem Andechser Geschenkkorb auch ein historisches Bild

der klösterlichen Fass-Picherei auf dem

backen für sie, brühen Espresso und Kaf-

Mit Weißwürsten direkt aus der Kloster-

Jahrhunderts.

Eier in die Pfanne, richten feine Salate an,

Gastgeber seine Gäste ebenso wie mit täg-

ben die Huttners Andechser Klosterbiere

te, schenken ihnen reinen Wein ein und

Heiligen Berg aus den 30er Jahren des 20. Seit der Eröffnung vor zehn Jahren ha-

fee, servieren ihnen Frühstück, hauen

metzgerei am Heiligen Berg überrascht der

machen Weißwürste warm, belegen Bro-

lich frisch gebackenen Kuchen und Torten

mixen Cocktails.« Das klingt anstrengend

gesgerichten.

Weißbier und seit letztem Jahr auch das

ner Huttner nicht.

jährige« auch gefeiert: Am 2. Juli ab 10 Uhr

ten können die Gäste auch Klosterbiere

immer wieder etwas Ungewöhnliches aus:

im Ausschank. Aus der Flasche sind im-

mer das Vollbier Hell, helles und dunkles

alkoholfreie Weißbier verfügbar. Bei Fesvom Heiligen Berg im Fass verkosten: Vollbier Hell oder das Spezial Hell.

Wie er nun seinen Traum täglich lebt?

und oft mühsam, aber das zählt für Wer-

Vielmehr denkt er sich für seine Gäste

An jedem ersten Freitag im Monat bieten die Huttners Spezialitäten und Wein aus Südtirol an. Dann kommen regelmäßig

Werner Huttner wird ganz schnell sehr

mehrere Stammtische und die übliche

re Gäste - jeden Tag aufs Neue. Und wir

Stimmung deutlich nach hinten verlegt.

konkret: »Wir kochen frisch für unse-

Öffnungszeit bis 18:30 Uhr wird je nach

und wechselnden kalten und warmen TaSelbstverständlich wird das »Zehn­

geben die Huttners für ihre Gäste ein großes Sommerfest unter dem Motto

»10 Jahre Café Huttner« mit Livemusik,

Grillspezialitäten und Andechser Kloster­ bieren vom Faß. Wetten, dass Werner

Huttner seinen Gästen auch diesmal

wieder einen traumhaften Tag beschert? 

.

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bergecho 1 . 2017

|  gastlichkeit

»Bayerisches Manna« schmeckt nach Heimat Seit 1956 schenkt die Hofwirtschaft Ellgass im Allgäu Andechser Klosterbiere aus

Was für ein Jubiläum für die Wirtsleute Josef und Astrid Ellgass! Seit 60 Jahren schenkt die Hofwirtschaft Ellgass im schönen Allgäu unsere Klosterbiere aus. »Bayerisches Manna« nennt man dort seit Jahrzehnten unsere Klosterbiere.

Segenswünsche der Klosterbrauerei zu

automatisch an die Hofwirtschaft Ellgass.

auf den Punkt: »Mit dieser Urkunde möch-

ihrer Gäste im Blick auf die Andechser Bie-

überbringen. Wolfgang Schäff bringt es

ten wir ein Zeichen setzen, um zu zeigen,

wie wertvoll die Partnerschaft mit Familie

Ellgass ist.«

SIEBEN ANDECHSER KLOSTERBIERE IM AUSSCHANK Bis auf den Bergbock Hell sind in der Hofwirtschaft Ellgass alle Andechser Kloster-

E

ine so lange Zeit partnerschaft­

licher Zusammenarbeit zwischen

einem regional verwurzelten Gast-

ben sei die Verbundenheit mit den klöster-

lichen Bierspezialitäten vom Heiligen Berg

Bayerns allemal: »Seit 1956 schenken wir in unserem Haus das Andechser Bier als

»Genuss für Leib und Seele« aus. Bis heute zieht es so manchen Gast allein wegen

des »bayerischen Mannas« zu uns. Früher

war es vor allem das legendäre Starkbier,

Hell, das Spezial Hell und das Export Dun-

aus dem Andechser Bräustüberl, gebraut

die Gäste das helle Weißbier, das Vollbier

kel. Aus der Flasche kommen das Weißbier

Dunkel, das neue alkoholfreie Weißbier

Verkaufsleiter Ralf Heindl und Vertriebs-

Dunkel zum Ausschank.

men lassen, persönlich die Glück- und

im Allgäu an Andechser denkt, denkt

leiter Wolfgang Schäff auch nicht neh-

re verändert, so Josef Ellgass, aber geblie-

biere im Ausschank. Vom Fass erhalten

haus und einer klösterlichen Brauerei ist tatsächlich selten. Daher haben es sich

Im Laufe der Zeit habe sich die Vorlieben

und der berühmte Andechser Doppelbock Wer in der Umgebung von Argenbühl

heute ist es eher das Spezial, das Festbier nach dem uralten Klosterrezept. Immer

beliebter wird aber in der letzten Zeit auch

das »Dunkle«, das bernsteinfarben im Glas schimmert und so sehr nach Bergen und

Heimat schmeckt.«


bergecho 1 . 2017  |

individuelle Wohlfühlzimmer in einem

echten Allgäu-Hotel in natürlicher Bau-

weise – einfach und schick zugleich. Bereits im Januar fand das Richtfest statt

und im kommenden November soll dann ein feierlicher Festakt mit Freunden und

Kunden des Hauses stattfinden.

IDYLLE IM ALLGÄU Eglofs hat sich den Charme eines Allgäuer Dorfes bewahrt. In einer malerischen

Landschaft liegt es, gesegnet mit einer

einmaligen Aussicht: Die Argen unten im

Tal, Burg Syrgenstein gleich gegenüber,

das wilde Westallgäu im Blick, der Hoch-

grat am Horizont, die Alpen zum Greifen

nahe. Die freien Bauern von Eglofs sind

berühmt in der Allgäuer Geschichte. Der

historische Dorfplatz mit Rathaus, Museum, Theaterbühne und den beiden Gast-

höfen erinnert daran. An so einem Fleck

kehrt man gerne ein.

MIT JUNGBAUER FELIX ELLGA SS HAT DIE ZUKUNF T ­B EGONNEN (v.l.) Außenansicht Hofwirtschaft Ellgass; Josef und Astrid E­ llgass mit der Jubiläums­ urkunde

Josef Ellgass schwärmt noch heute:

»Wir freuen uns sehr darüber, denn für

die Geschichte der Hofwirtschaft Ellgass

ist dieser Neubau ein Meilenstein. Und zudem ein Herzensanliegen, für unse-

EIGENE ZUCHT VON PINZGAUER RINDERN

re Tiere stets beste Lebensbedingungen

zu schaffen. Im Winterquartier sowie im

Sommer auf der Alpe.« Die Tiere haben es

Jungbauer zu sein ist für Sohn Felix Ellgass keine lästige Sache. Schon von Kindes­

beinen an hat er sich gerne auf dem Hof

herumgetrieben und in der Landwirt-

schaft mitgeholfen. Sie ist seine Leiden-

schaft geworden. Deshalb ist der Sohn von

Josef und Astrid Ellgass mit Leib und Seele dabei. Ohne seine fleißige Hilfe, so sind sich die Wirtsleute sicher, wären Land-

Wie das Kloster und seine Wirtschafts-

besonders gut: Sie dürfen im Sommer auf

wirtschaft und Hofwirtschaft kaum un-

Wert auf eine nachhaltige und organische

egg und Leutenschwand. Ein teurer Lu-

Klosterbrauerei sehr herzlich und wünscht

betriebe legt Familie Ellgass besonderen

die Steibiser Alpen Hörmoos, Obere Einen-

Entwicklung: »Die ethische Unterneh-

xus, den Familie Ellgass ihren Tieren aber

unseres Unternehmens. Wir legen Wert

dem Teller schmecken. Natürlich sieht ein

mensdenke ist der Schlüssel zum Erfolg

auf die Achtung vor Menschen, Tieren und

Mutter Erde«. Das kommt auch bei der eigenen Zucht von Pinzgauer Rindern zum

Ausdruck, die im Sommer sogar auf Al-

gerne gönnt. Und die Gäste können es auf

die feine Marmorierung: Zwischen den

kräftigen Muskelfasern sind feine weiße

einem Metzger aus dem Nachbarort verar-

­dicker Speckmantel freilich, sondern fei-

Einen neuen Stall haben die Rinder

schon seit dem Winter 2015 am schönen

weiß: Kein Geschmack ohne Fett. Kein nes Fett zwischen den Fasern.

DA S ELLGA SS ALLGÄU HOTEL

Südhang von Eglofs bezogen. Dass sie sich

Im Jahr 2017 steht mit der für den Sommer

Architektur, meint man den Vierbeinern

Hotel« ein besonderes Ereignis an. Ge-

richtig wohl fühlen in der hellen, offenen

mitunter sogar anzusehen. Sie sind an der frischen Allgäuluft und haben genügend

Platz und Bewegungsfreiraum. ­

viele weitere Jahre der Zusammenarbeit. 

so köstliches Fleisch auch anders aus. Die

Fettschichten eingezogen. Jeder Kenner

beitet und im Gasthaus angeboten.

Gottes Segen und Erfolg für hoffentlich

Farbe ist karminrot, entscheidend aber ist

men auf bis zu 1.200 Höhenmetern grasen dürfen. Das Fleisch der Rinder wird von

ter einen Hut zu bringen. So gratuliert die

geplanten Eröffnung des »Ellgass Allgäu

meinsam mit dem Südtiroler Architek-

ten Markus Tauber und vielen fleißigen

Handwerkern entstehen 28 moderne und

KO N TA K T Hofwirtschaft Ellgass Dorfplatz 10 88260 Argenbühl-Eglofs Telefon 07566/1578 www.hofwirtschaft-ellgass.de www.hotel-ellgass.de Öffnungszeiten täglich ab 17 Uhr

.

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bergecho 1 . 2017

P

|  gastlichkeit

ater Valentin Ziegler (rechts) be-

suchte im Rahmen des Bockbier-

anstichs Mitte November letzten

Jahres das Stift Schlägl. Bei dieser Ge-

legenheit überreichte er dem Kämmerer des Stifts, dem Wirtschaftsleiter

des Klosters Magister Markus Rubasch

(links), eine historische Aufnahme aus

der Klosterbrauerei Andechs aus den

Dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts. Beide klösterlichen Brauereien ar-

beiten seit nun über 20 Jahren geschäft-

lich eng zusammen. Das Stift Schlägl

importierte – zunächst zur Abrundung seines eigenen Sortiments – seit Ende

der 1990er Jahre Andechser Weißbier.

Seit einigen Monaten hat nun das Stift

auch das alkoholfreie Weißbier der

Kloster­brauerei Andechs in sein Sorti-

.

ment aufgenommen und vertreibt es in Österreich mit Erfolg. 


bergecho 1 . 2017  |

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bergecho 1 . 2017

|  veranstaltungen

Colloquium

Auszug aus dem aktuellen Programm von April bis Juli 2017

COLLOQUIUM BENEDIC TINUM ▪▪ »Provokation Wüste«

Die Wüste spielt in der jüdisch-christ­

lichen Tradition als spiritueller Ort eine bedeutende Rolle. Immer wieder haben

sich Menschen in die Einsamkeit zurück-

gezogen, um dort Gott zu suchen und zu sich selbst zu finden. Letztlich entstand

so auch das Mönchtum. Die Vorträge des

Colloquium Benedictinum wollen sich der

»Provokation Wüste« stellen. Dienstag, 4. April 2017, 20 Uhr

Hinter den Dünen der Brunnen

Dr. Andreas Knapp, Kleine Brüder vom Evangelium (Charles de Foucauld), Leipzig

▪▪ Vorösterlicher Besinnungstag am

Palmsonntag 2017 –»Durch Dunkel zum Licht«

Sonntag, 9. April 2017, 15 bis 18 Uhr, Zentrum ­

St. Bonifaz

leitung: Altabt Odilo Lechner Auch in diesem Sommer wird es in der

­Abtei St. Bonifaz wieder eine Sommeraka-

demie geben, die in thematischer Hinsicht

an das Reformationsjubiläum 1517-2017 an-

knüpft. Die 6 Vorlesungen finden jeweils am Dienstagabend um 20 Uhr statt – und zwar vom 20. Juni bis 27. Juli 2017. Das

­detaillierte Programm ist zu gegebener

Zeit zu lesen auf unserer Homepage:

www.sankt-bonifaz.de/colloquium/sommerakademie/

▪▪ Fußwallfahrt von München nach

Andechs – »Wer darf hinaufziehen zum Berg des Herrn?« (Psalm 24, 3)

Immer wieder haben Menschen sich

­gemeinsam auf den Weg gemacht, um

»heilige Orte« aufzusuchen und sie als

Kraftquelle für den eigenen Lebensweg zu erfahren.

leitung: Generaloberin Sr. Rosa Maria

Dick OSV v. P. und Abt Dr. Johannes Eckert OSB


bergecho 1 . 2017  |

S amstag, 29. April 2017, 6 Uhr Treffpunkt am

Raum nördlich der Alpen aufnahm und

KONZERTE

ca. 18 Uhr Ankunft in Andechs, Übernach-

referent: Richard K. Blasy, Fotopublizist

▪▪ Meditatives Konzert zum Karfreitag

Marienplatz München (Mariensäule), tung im Kloster

Sonntag, 30. April 2017, ca. 14 Uhr Abschluss

Kosten: 30 Euro

Eine verbindliche schriftliche Anmeldung ist erforderlich

(E-Mail: rasch@sankt-­bonifaz.de).

▪▪ Orgelvigil zum Benediktsfest

Texte aus der Benediktsregel – Orgel­ musik – Gregorianischer Choral –

Lichtinstallation

Die Orgelvigil lässt die Benediktsregel und

ihre Spiritualität mit allen Sinnen erleben.

Diese Nachtwache ist Teil des Hochfes-

tes des heiligen Benedikts, das am 11. Juli

­gefeiert wird. Innerhalb der verschiedenen Nocturnen erfolgt eine »Lectio« der

Benediktsregel.

Den Abend gestalten die Choralschola des

Klosters und die Organisten Klaus Geitner,

Anna Schorr, Tobias Skuban und Martin Fleckenstein.

Freitag, 7. Juli 2017, 20 bis 24 Uhr

Basilika St. Bonifaz

miteinander verband.

für Architektur und Kunstgeschichte Mittwoch, 5. April 2017, 20 Uhr

Am Fuß der Alpen von Tolmezzo nach ­C ividale del Fiuli

Mittwoch, 10. Mai 2017, 20 Uhr

Vom westlichen Flachland zum »Moränen­ theater« des Tagliamento bei S.Daniele del

Friuli

Mittwoch, 21. Juni 2017, 20 Uhr

Von der Lagune zum Flusstal des Isonzo –

Landschaft und Kunst zwischen Grado, Aquileia und Monfalcone

Mittwoch, 12. Juli 2017, 20 Uhr

Udine, Gorizia, Palmanova – Höhepunkte ­friaulischer Stadtbaukunst

▪▪ Qi-Gong »Ruhe in der Bewegung – Bewegung in der Ruhe«

Montag, 24. April, bis Montag, 24. Juli 2017, 20 bis

21 Uhr (11 Einheiten)

leitung: Oskar Brandner,

Telefon 089 3243120

▪▪ Kontemplation: »An ruhige Wasser

­Getränke, die während der Pausen bei

Gemeinsames Üben in Schweige­

meditation

▪▪ Zwischen Alpen und Adria – Land-

Telefon 089 3243120

schaften, Stadtbilder und Kunstdenkmäler im Friaul

Das Friaul gewinnt seinen landschaft­

lichen Reiz aus dem Nebeneinander von

Küsten- und Flachzonen und dem Hügel­ relief aus Moränenfeldern, die von der

­dramatischen Felskulisse der Karnischen

und Julischen Alpen hinterfangen und den

Flüssen Isonzo und Tagliamento durch-

zogen werden. Hier begegnen sich Städte

und Monumente, die an die bewegte Ge-

schichte des Friaul zwischen römischer

Antike und Neuzeit und dessen lebendige und lange Kunsttradition erinnern, die

vielfältige Einflüsse aus Italien und dem

berg-Variationen, BWV 988 – Auszüge

weiterer Werke von Wolfgang Amadeus

Mozart, Franz Schubert, Hanns Eisler, u.a. David Frühwirth, Violine

Johannes Zahlten, Viola

Rupert Buchner, Violoncello

Meditation: Altabt Odilo Lechner

Eintritt: 15 Euro, ermäßigt 10 Euro

▪▪ Orgelkonzert: Johann Sebastian Bach zu Ehren

Sonntag, 30. Juli 2017, 17 Uhr,

Basilika St. Bonifaz

Johann Sebastian Bach (1685-1750):

­Programm wird noch bekanntgegeben Katarina Lelovics, Orgel

Tobias Skuban, Orgel Eintritt: 10 Euro

führt Er mich« (Psalm 23, 2)

schönem Wetter im Klostergarten angebo-

ten werden.)

Johann Sebastian Bach (1685-1750): Gold-

Gebühr: 88 Euro

Einlass 19 Uhr

Eintritt: 15 Euro (Inklusive Brezen und

Karfreitag, 14. April 2017, 20.00 Uhr,

Basilika St. Bonifaz

jeden Montag, 17.30 bis 19.30 Uhr

leitung: Oskar Brandner,

I N F O R M AT I O N Alle Veranstaltungen, wenn nicht anders angegeben, finden im Zentrum Sankt Bonifaz, Karlstr. 34, statt. Der Eintritt ist frei, sofern keine Angaben gemacht werden. Anmeldung Benediktinerabtei St. Bonifaz Karlstr. 34, 80333 München Tel.: 089/55171-112 Fax: 089/55171-103 colloquium@sankt-bonifaz.de www.sankt-bonifaz.de

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bergecho 1 . 2017

|  veranstaltungen

Rossinis sakrales Spätwerk im Original Sul Bi Yi gibt mit der Andechser Chorgemeinschaft ihre Premiere als Dirigentin am Heiligen Berg.

Am Samstag, den 6. Mai 2017, um 18 Uhr wird die Andechser­ Chorgemeinschaft unter der ­Leitung von Sul Bi Yi im FlorianStadl ein recht selten gespieltes kirchenmusikalisches Werk in seiner Original-Fassung auf­ führen: die »Petite Messe solennelle« von Gioachino Rossini (1792–1868). Der eher als Komponist von Opern im Stil des Belcanto berühmt gewordene Rossini schrieb über 30 Jahre nach s­ einer letzten Oper 1863 die »Petite Messe solennelle« mit ­einer recht seltenen Instrumentalbesetzung: Klavier und Harmonium. Das Konzert verspricht ein neues Klangerlebnis im Andechser F­ lorian-Stadl.

D

ie Partien als Solisten übernehmen

EINE »KLEINE ME SSE«, DIE FA ST 90 MINUTEN DAUERT

Umfeld der Münchner Musikhoch-

Aber dies erklärt sich schnell, wenn man

allesamt junge Künstler aus dem

schule, die Sul Bi Yi zu einem ausdrucks-

starken Ensemble zusammengestellt hat.

Katharina Burkard (Sopran), Theresa Holz-

hauser (Alt), Sungmin Song (Tenor) und

Heeyun Choi (Bass) übernehmen die Ge-

sangspartien. Am Klavier debütieren im

Florian-Stadl So Hyang In und am Harmonium Benedikt Celler.

Die »Petite Messe solennelle« steht im

Blick auf ihre Gliederung und ihren Umfang klar in der Tradition der Missa so-

lemnis. Die ungewöhnliche Besetzung

der Messe verweist aber auf die neapolita-

weiß, dass unter den vielen Begabungen Rossinis seine Fähigkeit zur Selbstironie besonders ausgeprägt war. Seine letzte,

fast eineinhalb Stunden dauernde Mess-

Komposition zur »Kleinen Messe« zu erklären, ist bezeichnend für ihn.

Lange Zeit wurde er lediglich als Kom-

ponist der fast 40 Opern gefeiert, die er innerhalb von 20 Jahren schrieb. Aber Rossinis Werk ist weit facettenreicher, wie die

»Petite Messe solennelle« in ihrer Originalfassung von 1863 bezeugt.

Mit einer für ihn charakteristischen

nischen Cembalo-Tradition des 18. Jahr-

Mischung aus Bescheidenheit, Koket-

­zunächst irritiert.

­Widmung zur »Petite Messe solennelle«:

hunderts. Wobei der Name »Kleine Messe«

terie und Spott schreibt Rossini in einer

»Lieber Gott, hier ist sie, die arme kleine

Messe. Ist es wirklich heilige Musik (musique sacrée) oder doch verfluchte Musik

(sacrée musique)? Ich bin für die Opera


bergecho 1 . 2017  |

Orgelmatineen in der Wallfahrtskirche 23. April 2017, 12:15 Uhr 30. April 2017, 12:15 Uhr 7. Mai 2017, 12:15 Uhr 14. Mai 2017, 12:15 Uhr

Vinzenzo Allevato Matthias Bertelshofer Ángel Monter Herrero Lorenz Höß

Es spielen Studenten aus der Hochschule für Musik und Theater München. Das Programm wird noch bekannt gegeben. Eintritt frei/Spenden herzlich willkommen.

buffa geboren, Du weißt es wohl! Ein bisschen Können, ein bisschen Herz, das ist

alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies.«

ROSSINIS FAVORIT: DIE FA SSUNG FÜR KL AVIER UND HAR MONIUM Kurz vor seinem Tod schrieb Rossini aber doch noch eine Orchesterfassung für die

»Petite Messe solennelle«. Vor allem trieb ihn der Gedanke um, dass seine Messe

nach seinem Tod durch Be­arbeitungen an-

derer Komponisten entstellt werden könn-

te. ­Rossini selbst favorisierte nach wie vor die Original-Fassung für Klavier und Har-

monium.

Erst nach seinem Tode – so Rossinis

Verfügung – durfte die Fassung für Orchester aufgeführt werden. Diese wurde zu-

nächst auch bevorzugt aufgeführt, bis die

.

Original-Fassung wieder mehr und mehr

Anhänger gewann. 

K A R T E N VO RV E R K AU F Karten zu 40, 30 und 20 Euro an der ­Klosterpforte (08152/376-400), über MünchenTicket (089/54818181; www.muenchenticket.de) und alle angeschlossenen Vorverkaufsstellen. Schüler und Studenten erhalten auch im Vorverkauf 50 % Ermäßigung (Ausweis­ kontrolle).

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bergecho 1 . 2017

|  veranstaltungen

Musik für Menschen ohne Weltärzteorchester spielt zugunsten der Bonifaz-Haneberg-Stiftung

Ärztinnen und Ärzte aus aller Welt vertauschen zwei bis drei Mal im Jahr medizinische Instru­ mente wie Stetoskop, Skalpell und Spritze gegen Musikinstrumente wie Violine, Piccoloflöte und Posaune. Im world doctors orchestra (WDO) haben sie sich vor zehn Jahren zusammengetan und musizieren seither für einen guten Zweck. In diesem Jahr gastiert das Weltärzteorchester zum ersten Mal in München und spielt am Samstag, den 22. April, um 19 Uhr im Herkulessaal der Münchner Residenz, um Menschen ohne Obdach zu unterstützen.

A

uch in einer reichen Stadt wie

Bayerns, die religiöse und weltliche Be-

benden Land wie Deutschland le-

keit des Ortes direkt zu erleben. Jeder

München und einem wohlha-

ben Menschen in Armut. Oft unerkannt,

krank, vergessen und unterversorgt kämpfen sie um das tägliche Leben. Mit ein

Carl Orff, der auf eigenen Wunsch in der Schmerzhaften Kapelle der Wallfahrts­

kirche begraben liegt. So werden die ärzt-

Bonifaz-Haneberg-Stiftung zugute kom-

in und um Andechs den »genius loci« er-

men. Die Stiftung, benannt nach dem

zweiten Abt der Benediktinerabtei Sankt

lichen Musiker oder musizierenden Ärzte fahren.

Das WDO wurde 2007 von dem Berliner

Bonifaz, Bonifaz Haneberg, unterstützt

Medizinprofessor Stefan Willich gegrün-

­Benediktinermönche in München. Im Ha-

miologie, Sozialmedizin und Gesundheits-

ohne festen Wohnsitz – völlig unabhängig

gebildeter Geiger und Dirigent. Zwischen

seit Jahren die Obdachlosenarbeit der

Der WDO e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, alle Spenden sind steuerlich absetzbar. Mit dem Besuch der Konzerte genießt man nicht nur erstklassige Musik, sondern hilft auch einem sozialen Zweck. www.world-doctors-orchestra.org

WDO-Teilnehmer kennt schließlich auch

Grund, warum die Erlöse des 21. WDO-

Konzertes in München in diesem Jahr der

I N F O R M AT I O N

deutung des Klosters und die Gastlich-

neberghaus der Abtei finden Menschen

det. Er ist Direktor des Instituts für Epide-

ökonomie an der Charité und zugleich aus-

von ihrer Herkunft – vielfältige Unterstüt-

2012 und 2014 war Stefan Willich auch Rek-

zeiten, kostenlose ärztliche Behandlung,

Berlin.

zung, unter anderem durch warme Mahl-

Kleiderkammer und soziale Beratung.

Die WDO-Musiker werden am Freitag

vor dem Konzert auch das Kloster Andechs besuchen, um den ältesten Wallfahrtsort

tor der Hochschule für Musik Hanns Eisler Die Idee des WDO ist, jedes Jahr zwei-

bis dreimal etwa 100 Ärztinnen und Ärz-

te aus der ganzen Welt an verschiedenen Orten zusammenzuführen, um nach


bergecho 1 . 2017  |

Obdach Programm Guiseppe Verdi:  Ouverture zu »Die Macht des Schicksals« Opernarien aus »Carmen«, »Samson und Dalila« (Solistin: Stella Grigorian, Mezzosopran) Richard Wagner/ Lorin Maazel: Der »Ring« ohne Worte Leitung: Stefan Willich Schirmherrschaft: Hans-Jochen Vogel, Altoberbürgermeister von München Das Konzert wird am Sonntag, den 23. April, um 18 Uhr im Salzburger Mozarteum wiederholt.

wenigen Tagen intensiver Proben Kon-

zerte zugunsten regionaler oder nationa-

ler Hilfsprojekte des Gastlandes zu geben.

Viele Länder wurden bisher besucht, u.a. die USA, Chile, China, Japan, Südafrika,

Thailand, Barbados und Rumänien. 2017 gastiert das WDO erstmals in München.

Die Ärzte kommen aus über 50 Natio-

nen, die meisten aus den USA, Deutsch-

land, Großbritannien, Schweiz und Australien. Alle medizinischen Fachrich-

tungen sind vertreten, am häufigsten

Internisten, Allgemeinmediziner, Kinder-

ärzte, Chirurgen und Anästhesisten. Die Kosten werden von den Mitgliedern des

Orchesters selbst getragen und sie beteili-

.

gen sich darüber hinaus auch mit Spenden

für die jeweiligen Hilfsorganisationen. 

K A R T E N VO RV E R K AU F www.muenchenticket.de Telefon 089/54818181 und an der ­Abendkasse

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bergecho 1 . 2017

|  veranstaltungen

andechser exerzitien Geistlicher Übungsweg für Männer mit Führungsverantwortung

Die Andechser Exerzitien bieten beruflich stark engagierten Führungskräften durch einen intensiven Mitvollzug des benediktinischen Lebensrhythmus die Gelegenheit, zu sich selbst zu kommen und in Ruhe über sich nachzudenken. Abt Johannes Eckert leitet die Exer­zitien in Andechs.

D

ie Andechser Exerzitien verstehen sich als geistlicher Übungsweg.

Die Teilnehmer sind während der

Exerzitien Gäste in der Klausur des Klos-

ters. Daher können an den Exerzitien nur

Männer teilnehmen.

Die Arbeitseinheiten der Andechser­

Exer­zitien leiten dazu an, die eigene

Situa­tion als Führungskraft genauer zu

betrachten. Anhand von ausgewählten

Beispielen aus der Bibel werden Führungssituationen reflektiert und auf die eigene

Lebens- und Unternehmenssituation übertragen.

Im Mittelpunkt dieser Exerzitien steht

I N F O R M AT I O N termine 22. bis 26. November 2017 anmeldung und information Kloster Andechs Tagungsmanagement, Elke Zeitler Tel.: +49 (0)8152/376-279 Fax: +49 (0)8152/376-239 seminare@andechs.de, www.andechs.de

die bewusste Lektüre der Benediktsregel.

Gespräche, Texte und Meditationen geben

Anregung und Anleitung für eine ganz

persönliche Besinnung und Neuorientie-

rung. Sie möchten Bausteine auf dem Weg zu einer integrierten Lebensgestaltung

und Mitarbeiterführung sein. So können

die Teilnehmer Hilfen für eine konkrete

.

(Um-)Gestaltung des eigenen Lebens und

Arbeitens gewinnen 

»In größeren Gemeinschaf-

ten gebe man [dem Cellerar]

Helfer. Mit ihrer Unter­

stützung kann er das ihm anvertraute Amt mit

innerer Ruhe verwalten.

Zur bestimmten Stunde

werde gegeben, was zu ge-

ben ist, und erbeten, was zu erbitten ist. Denn niemand

soll verwirrt und traurig

werden im Hause Gottes.«

AUS DER BENEDIKTSREGEL IM 31. KAPITEL ÜBER DEN CELLERAR, DEN WIRTSCHAFTSLEITER EINES KLOSTERS


bergecho 1 . 2017  |

Wie soll ich leben ohne dich? Trauerseminar im Kloster Andechs am 17. und 18. November 2017

I N F O R M AT I O N leitung Renate Ilg, Diplom-Theologin, Klinik­seelsorgerin, Supervisorin und Trauma­beraterin Josef Ilg, Diplom-Theologe, Schulrat i.K.i.R. termin Freitag, 17. November 2017, 17 Uhr bis Samstag, 18. November 2017, 17 Uhr mit anschließendem Gottesdienst.

Unter dem Motto »Wie soll ich leben ohne dich?« lädt das ­Kloster Andechs zum Trauer­ seminar von Freitag, den 17. November, 17 Uhr bis Samstag, den 18. November,­ 17 Uhr ein. Die beiden ­erfahrenen Seelsorger ­Renate und Josef Ilg begleiten die ­maximal zwölf Teilnehmer­ innen und Teilnehmer durch die Tage am Heiligen Berg ­Bayerns.

W

em durch den Tod ein innig ge-

liebter Mensch entrissen wird, der stürzt in tiefe Trauer, die

nichts mehr so sein lässt, wie es einmal

war. Wer trauert, gerät in eine »Anders«-

Welt, die irgendwie durchschritten und durchlitten werden muss.

Doch die fremde »Anders«-Welt spen-

det eine neue Empfindsamkeit für das,

was im Leben wirklich wichtig ist, was

das Leben kostbar macht. So kann Trauer

um die oder den Verstorbenen zur Lehr-

meisterin für ein tieferes Selbst- und Welt-

verständnis werden.

In diesem Seminar wollen wir »der

Trauer trauen«, d.h. des geliebten Men-

schen gedenken, uns Kraftquellen bewusst

machen und im Austausch mit anderen

Orientierung finden für einen neuen Weg. Es wird Zeiten der Stille geben, Mög-

lichkeiten zu wohltuender Bewegung und hilfreiche Impulse, das Leben neu zu lernen, zu verwandeln und weiterzuleben.

Im abschließenden Gottesdienst kann

das noch Aufwühlende und Unausgespro-

chene in Stille vor Gott gebracht und von

.

ihm Beistand für den weiteren Lebensweg erbeten werden.

treffpunkt Freitag, 17. November 2017 um 17 Uhr an der Klosterpforte. teilnahmegebühr 110 Euro pro Person. Vor Seminar­beginn bitte überweisen auf: Kloster Andechs Kreissparkasse München-StarnbergEbersberg IBAN DE95 7025 0150 0010 2724 82 leistung Seminar, Übernachtung im einfachen Zimmer mit Etagendusche und WC mit Vollpension. Verlängerung des Aufenthaltes gegen Aufpreis i.H.v. 35 Euro (Übernachtung und Frühstück) bis Sonntagmorgen, 19. November 2017, bis 11 Uhr möglich. anmeldung bis spätestens 10. November 2017 teilnehmerzahl 8 bis max. 12 Personen veranstalter Kloster Andechs Bergstraße 2, 82346 Andechs Tel. 08152/376-253 Fax: 08152/376-267 nikolauskolleg@andechs.de

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bergecho 1 . 2017

|  veranstaltungen

einmal anders leben

Tage im Kloster Andechs für junge Männer zwischen 16 und 26 Jahren

Unter dem Motto »Lebe einfach mal anders!« laden die Benedik­ tiner des Klosters Andechs junge Männer zwischen 16 und 26 Jahren vom 29. Juli bis 5. August 2017 auf den Hl. Berg ein. Neun Teilnehmern steht diese Möglichkeit wieder offen. Eine Gruppe von Mönchen begleitet sie.

M

änner in dieser Altersgruppe

haben viele Gründe, für eine

Woche ins Kloster Andechs zu

kommen und am klösterlichen Leben teil-

zunehmen: Einige wollen einfach raus aus dem Alltag in Schule, Studium und Beruf,

Ruhe gewinnen und neue Kraft schöpfen.

Neugierde auf etwas anderes ist bei eini-

reflektieren. So meinte ein Teilnehmer,

dass er wieder mit mehr Mut die gemeinsame Woche beende und die Dinge, die

jetzt anstehen, mit neuer Kraft anpacken kann.

So unterschiedlich die Beweggründe

der jungen Männer sind, so unterschied-

lich ist auch ihre Herkunft. Aus hand-

gen auch zu spüren.

werklichen und kaufmännischen Berufen,

klösterlichem Leben, Gesellschaft, Freu-

geisteswissenschaftlichen Studiengängen

Für viele ist es die Verbindung von

als Jungunternehmer und aus natur- und

de, Information über das Ordensleben der

kommen sie aus ganz Deutschland. Auch

frei gewählter Disziplin, die diese Tage für

lich geprägt. Einige nehmen intensiv am

Benediktiner und ein gesundes Maß an

religiös sind die Teilnehmer unterschied-

junge Männer in Andechs zu einem beson-

kirchlichen Leben teil, anderen haben nur

nicht mehr missen möchten.

gegnungen und Gespräche so anregend.

»WA S ANSTEHT, MIT NEUER KR AF T ANPACKEN.«

mern die Aufgeschlossenheit für die bene-

Für einige Teilnehmer der letzten Jahre

heißen – schon allein aufgrund der in der

deren Erlebnis gemacht haben, das viele

konnten sich größere Abschnitte im Le-

ben klären. Nicht immer läuft alles glatt

im Leben, und die Tage im Kloster hat der ein oder andere für sich genutzt, um in

Ruhe und im Austausch mit den anderen und den Mönchen nachzudenken und zu

einen sehr losen Bezug. Das macht die BeGemeinsam aber war allen Teilneh-

diktinische Lebensform. Die Benediktiner

Regel hochgeschätzten Gastfreundschaft – alle willkommen, gleich ob katholisch,

protestantisch, einem anderen religiösen

Bekenntnis angehörend, Agnostiker oder

Atheist. Einzige Voraussetzung ist, dass

sich die Teilnehmer an diesen Tagen auf

den klösterlichen Rhythmus einlassen

können.


bergecho 1 . 2017  |

GELEBTER CHRISTLICHER GL AUBE – ZEITGEM Ä SS UND AK TUELL Den Mönchen ist bei diesem Angebot für

junge Männer wichtig, einfach vorzuleben, dass gelebter christlicher Glaube zeitge-

mäß und aktuell sein kann. Gelebter Glaube stiftet Gemeinschaft, das zeigen auch die

Freundschaften, die in den »Tagen für junge

Männer« der letzten Jahre entstanden sind.

Von den Gesprächen und Fragen, die an diesen gemeinsamen Tagen aufkommen, pro-

fitieren nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die Mönche selbst. Sie verstehen sich dabei nicht nur als »Gast-Geber« und Im-

pulsgeber für ein geglücktes Leben. In die-

sen Tagen sind sie auch selbst Empfangende

und Lernende. Kritische Fragen zu Religion,

Glauben und Kirche sind dabei durchaus

willkommen.

Die »Tage im Kloster Andechs für junge

Männer« sind ein Gemeinschaftsangebot.

Bei Bedarf besteht aber auch die Möglichkeit zu Einzelgesprächen und Einzelbegleitung durch einen der Mönche. Kost und Logis Jeder Tag beginnt mit dem klöster-

lichen Morgenlob. Im Anschluss an das

Frühstück und nach einer kurzen Morgenmeditation begeben sich die Teilnehmer

bis Mittag in die Arbeitseinsätze im Klos-

ter selbst oder in seinen Betrieben. Im Anschluss an das Mittagslob und das Mittag-

essen mit den Mönchen unternehmen sie

gemeinsam Ausflüge in die nähere Umge-

bung. Meist nutzen sie die Zeit bei Sport

und Spiel zum lockeren Austausch. Nach

dem Abendlob, der gemeinsamen Eucha-

ristiefeier und dem Abendessen bieten

die Mönche noch Impulse zur benedikti-

nischen Spiritualität, zum Lesen der Hei-

ligen Schrift, zu Liturgie und christlicher

Praxis an. Je nach Witterung und Tagesverfassung lässt man die Abende auch

gemeinsam auf der Terrasse gemütlich

ausklingen.

sind frei, dafür ist Mitarbeit an diesen

Tagen im Kloster ebenso erforderlich wie

.

die Aufgeschlossenheit der Teilnehmer für die klösterliche Gemeinschaft.

I N F O R M AT I O N beginn Sa., 29. Juli 2017, 16.00 Uhr treffpunkt Pforte Kloster Andechs ende Sa., 5. August 2017, nach dem Mittagessen gegen 14.00 Uhr teilnehmer maximal neun Personen unterkunft Einfache Einzelzimmer mit Etagendusche kosten Kost und Logis sind frei, dafür ist Mitarbeit im Kloster erbeten. schriftliche Anmeldung Kloster Andechs Pater Anno Bönsch Bergstraße 2 82346 Andechs Tel.: +49/08152/376-0 Mail: info@andechs.de anmeldeschluss 22. Juli 2017

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bergecho 1 . 2017

Auch in diesem Jahr bieten das Andechser Zelt und die Andechser Lounge musikalische Leckerbissen. Dazu gibt es das unverwechselbare frisch­ gezapfte Andechser Klosterbier. Viktoria Raith und ihr Team haben wieder ein abwechslungs­ reiches und im besten Sinne überraschendes Programm für das Andechser Zelt und die Lounge zusammengestellt.

|  veranstaltungen

sommer tollwood 2017 MONTAG, 26. JUNI

MONTAG, 3 . JULI

16:30  Bayrisch / deutsch OHRANGE

17:00  Sonnengereift: SUNSPIRATION

19:30  Oh ja… gib’s mir: OYA RastaReggae

THE STEADYTONES explosive reggay

­Liedersänger & Schreiber Duo aus Berlin

DIENSTAG, 27. JUNI 16:30  Gitarren Pop: COMPARED TO THE

Andechser Zelt

UNIVERSE … they are rather big

MIT T WOCH, 21. JUNI

Southern and Country Rock

16:30  Münchnerisch: ALTSTADT MUSI in

allen Taktarten zuhause

19:30  Achtung, fertig,Startschuss:BLASS

PORTGRUPPE massives Blasensemble

DONNERSTAG, 2 2 . JUNI 16:30  Doppelkonzert: SUSANNA WEN-

DELIN & ZIGGY MCNEILL zwei Stimmen mit Selbstbegleitung

19:30  Marc Dorendorf & Genialtruppe:

BLUESPOWER Pink Floyd Tribute Concert

FREITAG, 23 . JUNI 16:00  Whiskey & Melange: WEANVIERT-

LER Dialektisches aus Wien

19:30  Led Zeppelin: ZEP ein Tribut an die

beste Band im aktuellen Zeitfenster (vom Urknall bis zum Wärmetod)

SA MSTAG, 2 4 . JUNI 16:00  Schön und gut: TOM ROHLOFF

­Musik-Kondensat

19:30  Zollfrei: JUST DUTY FREE the party

goes on

SONNTAG, 25 . JUNI 12:00  The Weisswurscht-Jazz Matinee

NEW DIXIE COMPANY

15:00  BUNT TANZT GUT Interkulturelles

Jugendvolkstanzfestival

15:15  Auch nachmittags: GUTEN A-BAND (aber nur bei schönem Wetter)

19:30  Aus Petting (Ort in Oberbayern): GUTEN A-BAND

19:30  Registred males: DISPATCH SKULLS

MIT T WOCH, 28. JUNI 16:30  HONKY TONK FIVE Rockabilly

Rock’n’Roll … as you like

19:30  Total im Fluß: ISAR RIDER der Sinn

des Lebens in 120 Minuten

19:30  Diamantisch geschliffen:

DIENSTAG, 4 . JULI 16:30  FEVER acoustic rock Trio

19:30  TEDDY UND DIE LOLLIPOPS Fetzi-

ges, Schmalziges und Schmusiges aus den

Fuffz’gern

MIT T WOCH, 5 . JULI 14:00  KULTURVERSTRICKUNGEN E.V.

16:30  DUNGHILL the sensational sound of mystic smell

19:30  Transsibirisch, transkontinental,

transportabel: GRUPPA KARL MARX STADT

DONNERSTAG, 29. JUNI

DONNERSTAG, 6. JULI

16:30  Sie lieben Musik: CREAM CAKE

16:30  Self- and handmade folkmusic:

19:30  Smart, aktuell & erfolgreich NOR-

zweistellig auf einer Skala von 1 bis 10

world music von Jazz bis New Country

BERT SCHNEIDER & BAND

FREITAG, 30. JUNI 16:00  Trio Mit Standgeig’n: THE PONYCARS sportlicher Rock’n’Roll

19:30  Don’t think pink: THINK PURPLE

Deep Purple Tribute Concert

SA MSTAG, 1. JULI 16:00  Golfstroming: BURNING BISCUIT

BAND Musik der nordatlantischen Anrainer

SOLLY ASCHKAR & MICHAEL EICHELE

19:45  Auf Euro-Tour: LA FANFARRIA DEL CAPITAN world-folk aus Argentinien

FREITAG, 7. JULI 16:00  Äquatorialer world mix:

TAKEIFA moderner Afrika-Pop

19:30  Die besten ihrer Art: CAJUN

ROOSTERS Louisiana Cajun and Zydeco Music

SA MSTAG, 8. JULI 16:45  Latino in Diaspora: RADIO MINGA

19:30  Die Glitter-Pop Show: GLAM GANG

Latin Crossover

Rex und Suzie Q.

JECT der auspapierlte Waaahnsinn

mit Plateau-Sohle in die bezaubernde Welt von T.

19:30  Nicht aus Gütersloh: AUSTRIA PRO-

SONNTAG, 2 . JULI

SONNTAG, 9. JULI

12:00  The Weisswurscht-Jazz Matinee

12:00  The Weisswurscht-Jazz Matinee

ISAR DIXIE STOMPERS

PIT MÜLLER’S HOT STUFF

der Jugendmusikschule Gräfelfing

19:00  Rote Linie: DEADLINE

15:30  G-TOWN JAZZADELICS die Big Band 19:30  One man – two shows: PATRICK

GRANADO & BAND Tribute to Tina Turner & Mi-

chael Jackson

15:30  UNTERDARCHINGER BLASMUSIK


bergecho 1 . 2017  |

MONTAG, 10. JULI 16:30  Alles erlebt, nichts vergessen:

THOMMY T und die Songs mit dem ewigen Leben 19:30  Covers quer: ROCKY RACOONS spie-

len die großen Helden der jungen ­Musikgeschichte

DIENSTAG, 11. JULI 16:30  Wohlgereiftes Duo: RED BEANS

AND RICE Pop ohne Gedöns

Andechser Lounge

FREITAG, 30. JUNI

MIT T WOCH, 21. JUNI

SA MSTAG, 1. JULI

22:00  Aufgepasst! JASMIN BAYER Jazz

mit Starbesetzung

22:00  Sweethearts: BYE MAXENE

22:00  THE SWEET SIMONES das Bermu-

da Dreieck von Swing, Jazz & Blues

DONNERSTAG, 2 2 . JUNI

SONNTAG, 2 . JULI

22:00  Acoustic everything:

14:15  Kinderprogramm:

LOS SOPRANOS Chicago 20’s

LINDE SCHERINGER »Goldkind«

WINEHAUSERS RockPop

FREITAG, 23 . JUNI

MONTAG, 3 . JULI

MIT T WOCH, 12 . JULI

22:00  Der beflügelte Mann: KLAUS

19:30  Vier Mann komplett: THE

16:30  BLACK PATTI handgepflückter

Baumwoll-Blues

19:30  Perfect blue: KROHN BAND

LUNIR modern Indie Soul

SA MSTAG, 2 4 . JUNI

DIENSTAG 4 . JULI

Glamourrhoe: THE SHOO SHOOS Swing

22:00  GIO PACO Acoustic Guitar Duo

DONNERSTAG, 13 . JULI

und Schwung

16:30  Auf Tour: DEER PARK AVENUE Lieder

SONNTAG 25 . JUNI

aus Kalifornien

19:30  Latinös: RAFAELITO Y SU TUMBAO

14.15  Kinderprogramm: Der Klavier­erzähler

KLAUS KOHLER der schwarze ­Zauberer und die

FREITAG, 14 . JULI

weiße Frau

16:00  SAINT CHAMELEON philosophischer

MONTAG, 26. JUNI

Roadtrip – Tom W meets Django R

22:00  Für Klarinetten-Fans: MÜNCHNER

19:30  DANNY WUENSCHEL & BAND

KLEZMER TRIO best of Swing und Klezmer

SA MSTAG, 15 . JULI

DIENSTAG, 27. JUNI

16:00  In Bayrisch: SAUERKIRSCH

22:00  Ein Re-Import aus Edinburgh:

­KOHLER vorgespielte Höhepunkte

22:00  Zwei Mann plus Mitbringsel:

MIT T WOCH, 5 . JULI 22:00  SANDRINA SEDONA mit Sir

Charles ­Leimer an der Tastatur und einem

­» Überraschungsgast«

DONNERSTAG, 6. JULI 22:00  Knorrig und einmalig: MICHAEL

FITZ

FREITAG, 7. JULI 22:00  TROUBLE BOYs no bubble toys

19:30  SCHLAGERSCHLAMPEN

­MATCHING TIES englischsprachiges ­A llerlei

SA MSTAG, 8. JULI

SONNTAG, 16. JULI

MIT T WOCH, 28. JUNI

LU & SHAVEZ

12:00  The Weisswurscht-Jazz Matinee

BLACK BOTTOM SKIFFLE GROUP

15:30  MANU FUNK TUR Funk & Soul

19:00  Abschiedsparty mit Erin Perry &

Jay Fletcher: THE HIPPIE HIPPIE SHAKE

­T RIBUTE BAND

22:00  Österreichisches Kabarett: DAVID

22:00  Sympatico e parasympatico: ANNA

SCHEID der dichtende Dialekt-DJ

SONNTAG, 9. JULI

DONNERSTAG, 29. JUNI

MONIQUE SONNENSCHEIN

Abgründig, hintergründig: WEIHERER

22:00  Zauberhaftes Kinderprogramm:

MONTAG, 10. JULI 22:00  AUSTRO FRED

DIENSTAG, 11. JULI 22:00  MARTIN ­PFISTER liest aus »Ruhm« von Daniel ­K ehlmann

MIT T WOCH, 12 . JULI 22:00  That’s Jazz: TRICIA LEONARD &

Band

DONNERSTAG, 13 . JULI 22:00  t.b.a.

FREITAG, 14 . JULI 22:00  Schneller, lauter, gieriger

­JOHANNA ZEUL auf dem Hochseil

SA MSTAG, 15 . JULI 22:00  Schrullig schräg: RED MANHOLE

SONNTAG, 16. JULI 14:15  PLATYPUS THEATER Der Clown, der seinen Zirkus verlor

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bergecho 1 . 2017

|  veranstaltungen

Andechser Miniaturen Neue Kulturreihe des Freundeskreises Kloster Andechs

Der Freundeskreis Kloster Andechs ist am 26. März mit einer neuen Kulturreihe am Heiligen Berg gestartet. Unter dem Motto »Andechser Miniaturen« lädt er viermal im Jahr zu szenischen Lesungen, Kabarett und Geschichten an wechselnden Orten am Kloster Andechs ein.

Katharina Buzin (2.v.l.), künstlerische Leiterin der Andechser Miniaturen, zusammen mit den Mitgliedern des Freundeskreisvorstands Nikolaus Neumaier (Vors.), Ulrich Stumbaum und Amelie Erhard (v.l.n.r.)

I N F O R M AT I O N Weitere Veranstaltungen im Rahmen der Andechser Miniaturen Freitag, 7. Juli 2017, 19 Uhr Lauer Sommerabend mit bayerischem Charme und Witz – Kabarett mit Julian Wittmann Samstag 14. Oktober 2017, 19 Uhr Andechs und das Feuer – Szenische Lesung von »Der Hexer und die Henkerstochter« nach Oliver Pötsch Sonntag, 3. Dezember 2017, 11 Uhr Ungewöhnliche Weihnacht – Lesung un­bekannter und ungewöhnlicher ­Weihnachtsgeschichten

G

eschichten vom Heiligen Berg und

um den Heiligen Berg herum zum

Leben erwecken – mit dieser Idee ist

die kleine, aber ambitionierte Kulturreihe

des Freundeskreises auf reges Interesse gestoßen.

Premiere der ersten Veranstaltung

der neuen Reihe war am Sonntag, den

26. März, in der Alten Bibliothek des Klosters. Die szenische Lesung aus dem bewe-

rer Zeit als Regieassistentin der Carl Orff-

Festspiele Andechs unter Marcus Everding

2014 und 2015 die Geschichte des Klosters

während der mehrmonatigen Proben und

Aufführungen aus nächster Nähe kennen-

lernen können: »Ich finde es faszinierend, dass ich diese so facettenreiche und span-

nende Geschichte des Klosters und des

genden Tagesbuch von Abt Maurus Friesen-

Heiligen Berges noch einmal ganz neu für

Grausamkeiten des 30jährigen Krieges den

Die szenischen Lesungen, Kabarett-

egger rückte die geschilderten unfassbaren

Zuhörern sehr nah.

Nikolaus Neumaier, Vorsitzender des

Freundeskreises, freut sich darüber, dass dieses neue Kapitel des Kulturengage-

ments nach einer langen Konzeptionsphase nun doch Wirklichkeit geworden ist:

die Freunde des Klosters entdecken kann.«

und Literaturabende orientieren sich am

Jahreslauf, nehmen Andechser Geschichte und Kultur auf und inszenieren sie an

wechselnden und thematisch-spannenden Orten am Heiligen Berg.

Zentraler Treffpunkt ist die Maibaum-

»Als Freundeskreis ist es uns sehr wichtig,

wiese Andechs, bei schlechtem Wetter der

Region anzusprechen, die mit Andechs

cher der Miniaturen eine halbe Stunde vor

mit dieser Kultur-Reihe Menschen aus der

Eintritt pro Veranstaltung: 5 Euro Karten an der Klosterpforte erhältlich Tel. 08152/376-0

Katharina Buzin, die die »Andechser

Miniaturen« künstlerisch leitet, hat in ih-

verbunden sind. Wir wollen ihnen die Andechser Geschichte aus einem anderen

Blickwinkel erlebbar machen und auch für unseren Kreis neue Freunde gewinnen.«

Florian-Stadl. Von dort werden die Besu-

.

dem Beginn der Veranstaltung abgeholt

und zum Veranstaltungsort begleitet.


bergecho 1 . 2017  |

7. Andechser Nachtflohmarkt im Florian-Stadl

G

roß war das Interesse bei den

­letzten Andechser Nacht-

flohmärkten. Für das Kloster­

­organisiert ­Elke Zeitler am 8. April­ 2017

von 17 bis 21 Uhr den 7. Nachtfloh-

markt. Für die sprichwörtliche Andechser Gastlichkeit im Florian-

.

Stadl sorgt das Team vom ­Andechser

Bräustüberl.

KO N TA K T Kloster Andechs Kulturelle Veranstaltungen Veranstaltungsmanagement Elke Zeitler zeitler@andechs.de www.andechs.de

Blasmusik im Bräustüberl Jeweils von 12.00 bis 14.30 Uhr auf der Bräu­stüberl-Terrasse, nur bei

Biergartenwetter

16.04. Sonntag 17.04. Montag

23.04. Sonntag

Musikverein Marktwald Musikvagabunden

Stadtkapelle Weilheim

30.04. Sonntag

Blaskapelle Steindorf

07.05. Sonntag

Blaskapelle Frieding

01.05. Montag

14.05. Sonntag 21.05. Sonntag

Stadtkapelle Germering

Hochberghauser

Musikanten

da Blechhaufa

26.05. Freitag

Blaskapelle Apfeldorf

04.06. Sonntag

Blaskapelle Oberrieden

28.05. Sonntag

05.06. Montag

Blaskapelle Hechendorf Stadtkapelle Starnberg

11.06. Sonntag

Stadtkapelle Münsing

18.06. Sonntag

Musikverein Wehringen

02.07. Sonntag

Blaskapelle Erling/Andechs

15.06. Donnerstag Blaskapelle Erling/Andechs 25.06. Sonntag

09.07. Sonntag 16.07. Sonntag 23.07. Sonntag

30.07. Sonntag

Musikverein Klosterbeuren Blaskapelle Polling

Blaskapelle Frieding Original Bergtaler

Zogenweiler Musikanten

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bergecho 1 . 2017

|  panorama

benediktinischer föderalismus Jahresauftakt-Veranstaltung des Freundeskreises zum Thema föderale Strukturen in der benediktinischen Welt

G

emeinhin wird das Thema Föde-

KLOSTER – KONGREGATION – KONFÖDER ATION

liche Verfassung der Bundesrepub-

Das Kloster selbst kann Mitglied einer

ralismus ja im Blick auf die staat­

lik Deutschland entwickelt. Föderalismus meint aber generell ein Nebeneinander

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Heute – benediktinisch ­leben?!« lud der Freundeskreis des Klosters am Abend des 8. Februar­zu seiner inzwischen traditionellen Jahresauftakt-Veranstaltung in den Fürstentrakt ein. Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlebten ein ­abwechslungsreiches Gespräch zwischen Abt Johannes Eckert und dem ehemaligen Abtprimas­ Notker Wolf. Das Thema erschien zunächst einmal recht ­unbenediktinisch, so Nikolaus Neumaier, Vorsitzender des Freundeskreises, und Moderator des Abends.

benediktinischen Kongregation sein. Jede

dieser monastischen Kongregationen wird

möglicher und geregelter Eigenständig-

von einem gewählten Abtpräses, Erzabt

verteilte Verantwortlichkeiten für gemein-

den diese Klosterverbände die Benediktini-

keiten unter einem gemeinsamen Dach,

same Ziele. Auf diesem Wege führen diese Überlegungen zu den Benediktinern

und Benediktinerinnen, sagt Nikolaus

oder Generalabt geleitet. Gemeinsam bil-

sche Konföderation, deren oberster Repräsentant der Abtprimas ist. Der Äbtekon-

gress wählt den Abtprimas auf vier Jahre

Neumaier bei der Begrüßung des ehema-

mit der Möglichkeit der Wiederwahl.

­Johannes Eckert.

Sankt Ottilien, hatte dieses Amt von 2000

ligen Abtprimas Notker Wolf und von Abt Denn benediktinische Klöster sind alle

selbstständig, sind in Struktur und Akti-

Notker Wolf, ehemaliger Erzabt von

bis 2016 inne, am Sitz der Primatialabtei

Sant’ Anselmo in Rom. Er war damit auch

vitäten unterschiedlich, leben doch alle

Abt der Primatialabtei Sant’ Anselmo, der

Sie sind bestrebt, das zu verwirklichen,

Päpstliche Ateneo Sant’ Anselmo und das

aus demselben benediktinischen Geist.

was der Heilige Benedikt in seiner Regel grundgelegt hat. Wichtig ist dabei der

Grundsatz, in ein Kloster einzutreten und

nicht in den Orden.

auch eine Hochschule und ein Kolleg, das Collegio Sant’ Anselmo, angeschlossen

sind. Der Abtprimas ist Großkanzler der

Hochschule und vertritt die Konföderation beim Heiligen Stuhl. Als Nachfolger von


bergecho 1 . 2017  |

V E R A N S TA LT U N G E N 2 017

Notker Wolf wurde Gregory Polan aus der

Abtei Conception gewählt, die selbst der

Schweizerisch-Amerikanischen Kongrega-

tion angehört.

KONFÖDER ATION : MITEINANDER STAT T ZENTR ALER LEITUNG Die heutige Form der Benediktinischen Konföderation wurde 1893 von Papst

Konföderation nicht, denn dem Abtprimas

ist die notwendige Jurisdiktion nicht gegeben.

»SELBER BRENNEN UND ANDERE BEGEISTERN« Jedes Kloster bewahrt seinen eigenen

­Charakter wie eine Familie, deren Verbindungen in der Geschichte, im Gebet, in

Leo XIII. gebildet; als benediktinisch im

Geschichten, in der Arbeit, im Miteinan-

schaften, die nach der Regel Benedikts

ist seines Glückes eigener Schmied«, sag-

weiteren Sinne gelten alle Ordensgemeinleben, etwa auch die Zisterzienser und

der, in der Seelsorge liegen. »Jedes Kloster

te Notker Wolf, und weiter: »Selber brennen, andere begeistern, darum geht es.

Der Vorteil der Föderation liegt im persön­

»Jedes Kloster ist seines

Glückes eigener Schmied« NOTKER WOLF

lichen Bezug«.

Die Föderation selbst beruht auf Ver-

bindung und stabiler Eigenständigkeit,

auf Verantwortung und Freiheit, damit

auch auf Subsidiarität. Diese Grundlagen spiegeln sich auch in anderen Verbänden

die Trappisten. Weltweit zählen die Benediktiner so rund 7.350 Mönche und rund

von Klöstern weltweit wider. AIM (Alli-

ance Inter Monastères) ist z. B. eine die-

ser zusätzlichen Vereinigungen, die sich

15.400 Nonnen und Schwestern.

in Projekten für Bildung und Gesundheit

gation gehört u. a. die Abtei Sankt Bonifaz

auch personell gegenseitig unterstützen.

Zur Bayerischen Benediktinerkongre-

mit Andechs. Sankt Ottilien dagegen ist

ideell und finanziell einbringen sowie sich Dem ebenso informativen wie auch

Haupt und Mitglied einer Missionskon-

persönlich gehaltenen gemeinsamen Ge-

tinischen Konföderation angeschlossen.

gen Abtprimas Notker Wolf dankte die gro-

gregation, beide haben sich der Benedik-

spräch von Abt Johannes mit dem ehemali-

Einige Klöster, die keiner Kongregation

ße Zuhörerschaft mit herzlichem Beifall.

zugeordnet. Eine zentrale Leitung ist die

ameli erhard

angehören, sind dem Abtprimas direkt

.

mai 1.5./18 Uhr  Mariensingen mit Altabt Odilo Lechner in der Wallfahrtskirche. Der Eintritt ist frei. juni 21.6./19 Uhr  Politisches Gespräch im Kloster: Gegen den Wind – Was ­können demokratische Politiker in schwierigen Zeiten noch bewegen – mit Natascha Kohnen, Bayern SPD Fürstentrakt Kloster Andechs. Der Eintritt ist frei. juli 7.7./19 Uhr  Kulturreihe »Andechser Miniaturen« Lauer Sommerabend mit bayerischem Charme und Witz-Kabarett mit Julian Wittmann Zentraler Treffpunkt: Maibaumwiese Andechs (bei schlechtem Wetter vor dem Florian-Stadl). Dort werden Sie eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn abgeholt und zum Veranstaltungsort begleitet Eintritt: 5 Euro, Karten an der Klosterpforte, Tel. 08152/376-0 oktober 24.10./8 Uhr  Klosterfahrt ins Prämonstratenser Chorherren Stift Wilten in I­ nnsbruck/Tirol Fahrtkosten werden auf die Teilnehmer ­umgelegt. Bitte Anmeldung im Sekretariat, Tel. 08152/376-252 oder freundeskreis@andechs.de (Abfahrt 8 Uhr Parkplatz Andechs, Rückkehr ca. 20 Uhr)

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bergecho 1 . 2017

|  panorama

Geschichte des Klosters

Für unsere Tagungsgäste: Neue Tafelausstellung im Fürstentrakt

Für den Fürstentrakt wurde ein Gang durch die (Bau-)Geschichte des Klosters Andechs gestaltet, der vor allem Tagungsteilnehmern Interessantes und Wissenswertes zu ihrem Tagungsort bieten möchte.

G

egenüber der Eingangstüre am

Herzog-Albrecht-Zimmer, Cusanus-Zim-

pe werden die Besucher von einer

Bibliothek. Die unterschiedlichen Stuckie-

oberen Ende der großen Freitrep-

Ansicht auf Andechs begrüßt, wie es sich dem Spaziergänger oder Wallfahrer ober-

halb des Pilsensees bei Hechendorf darstellt.

vom Frühbarock über den Hoch- und Spätbarock bis ins Früh- und Hochrokoko in

Andechs zu finden ist – eben ein optisches

Auskunft über die Geschichte von Andechs

gänzen die Texte und schaffen den Bezug

bindungsganges befestigten Tafeln gibt

Klosterökonomie, Kultur und Gastronomie

werden ebenso bedacht wie das Leben im Kloster beschrieben.

Ein zweiter Teil der Tafeln beschäf-

Kloster Andechs Kulturelle Veranstaltungen Veranstaltungsmanagement Elke Zeitler zeitler@andechs.de www.andechs.de

rungen werden beschrieben und damit

verdeutlicht, welche Bandbreite an Stuck

Ein Teil der an den Wänden des Ver-

und St. Bonifaz. Wallfahrt, Seelsorge,

KO N TA K T

mer, Fürstensaal, Nikolaussaal und Alte

Stucklexikon. Zahlreiche Abbildungen er-

zum jeweiligen Raum und zur Gesamtkonzeption. Die Ausstellung wurde konzipiert

von Birgitta Klemenz, der Stiftsarchivarin von St. Bonifaz und Andechs, und zusam-

men mit Christian Bolley gestaltet. Die Fo-

tigt sich entlang der einzelnen Räum-

tos stammen von Thomas Schmid.

tung: die Raumaufteilung im Kloster,

tentrakt im Rahmen von ausgewählten

lichkeiten mit der baulichen Ausstat-

die Bedeutung des für den Landesherrn eingerichteten Traktes im Osten des

Klostergevierts, Erklärungen zum »An-

dechser Stucklexikon« und die Beschrei-

bung und zeitliche Einordnung der einzelnen Räume: Graf-Berthold-Zimmer,

Außerhalb von Tagungen ist der Fürs-

.

Führungen und am Tag des offenen Denkmals zu besichtigen.


bergecho 1 . 2017  |

HIER EIN TAFELBEISPIEL : ANDECHSER »STUCKLE XIKON« In Kirche und Kloster Andechs haben

sich in der Stuckierung der Räumlich-

keiten unterschiedliche Ausstattungsstufen erhalten, so dass vom frühen

­Barock über den Hoch- und Spätbarock bis hin zum Rokoko alle Spielarten sichtbar sind.

1. STUFE – FRÜHBAROCK ANMU TENDER QUADR ATURSTUCK in Chorkapelle und Winterchor (nicht zugänglich) und im Graf-Berthold-

Zimmer (Fürstentrakt). Er wird Caspar Feichtmayr (1639-1704) zugeschrieben und ist zwischen 1670 und 1674 ent-

standen. In diese Zeit gehört auch der Stuck der Vorhalle der Kirche und der

Schmerzhafte Kapelle an der Nordseite

der Kirche.

2 . STUFE – FE STLICH - ÜPPIGER HOCHBAROCKSTUCK im Fürstensaal und im Herzog-Albrecht-

Zimmer (Fürstentrakt). Er wird Johann Schmuzer (1642-1701) zugeschrieben

und ist um 1680/85 entstanden.

3 . STUFE – SPÄTBAROCKER DEKOR IM ÜBERGANG ZUR RÉGENCE-ZEIT im Nikolaussaal (im Anschluss an den

Fürstentrakt). Er wird einem unbekannten Künstler zugeschrieben und ist um

1715 entstanden.

4 . STUFE – SPÄTRÉGENCE- UND FRÜHROKOKOSTUCK im Refektorium (nicht zugänglich)

und der Alten Bibliothek.Er wird Franz Schmuzer (1676-1741) zugeschrieben

und ist in den 1720er Jahre bzw. 1733/34

entstanden.

5 . STUFE – HOCHENT WICKELTER ROKOKOSTUCK in der Wallfahrtskirche. Er stammt von Johann Baptist Zimmermann (1680-

1758) und ist zwischen 1750 und 1755 entstanden.

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|  panorama

Barbaras Wallfahrtstod Tragisches Ende einer Pilgerfahrt zum Heiligen Berg 1703

Es war nicht die erste Wallfahrt nach Andechs, die Barbara ­Bostenrieder und ihr Bruder aus Thaining zusammen mit ihren Verwandten aus Dießen machten. Schon als Kinder waren sie mit ihren Eltern mehrfach dorthin gepilgert, um für etwas zu bitten oder zu danken, manchmal ganz zu Fuß von Dießen über den Griesweg oder aber – etwas leichter – mit dem Kahn über den Ammersee zur Weißen Säule am Ufer in Wartaweil und dann weiter zu Fuß zum »Heiltum« des Heiligen Berges Andechs. Über ihr trauriges Schicksal im Frühjahr 1703 berichtet Horst Reimann.

A

uch im letzten Herbst waren sie

schon beim »Heiltum« gewesen,

als es der Mutter nicht gut ging. Sie

hatten den ganzen Weg andächtig gebetet,

ZWISCHENFALL IM FISCHENER WINKEL AUF DEM HEIMWEG Mit dem Segen des »Heiltums« befan-

den sie sich in ihrem Boot auf dem Rück-

Kirchen von Andechs, Fischen und Pähl

(noch mit spitzem Kirchturm) dargestellt.

Im Vordergrund sieht man ein Ruderboot

in der Nähe der Schwedeninsel, das in

weg gerade im Fischener Winkel, als plötz-

Richtung Dießen fährt. Die zwei Frauen

Husaren von Fischen her über den Gries-

einer Wallfahrt zum Heiligen Berg An-

lich in der Nähe der Schwedeninsel zwei

weg erschienen: einer auf einem Rappen, einer auf einem Schimmel. Es ist nicht

überliefert, was die Vertreter der Staats­

gewalt den Wallfahrern zuriefen und

und zwei Männer kommen offenbar von dechs zurück. Rechts sind zwei Husaren

auf Pferden abgebildet, von denen der vordere eine Waffe abfeuert.

Verwandte und Freunde haben ihre tie-

was diese bewegte, dem nicht zu folgen.

fe Trauer um das tragische Geschehen mit

voraus gegangenen Vorfall gereizt und er-

Nachwelt mitgeteilt und erhalten. Diese

Erbfolgekrieg von 1701 – 1714), so dass sie

an der Türe der Mitterfischener Kirche

Vielleicht waren die Reiter ja von einem zürnt (sie befanden sich im Spanischen

jedenfalls gegenüber Zivilisten, die ein-

deutig als Wallfahrer zu erkennen waren,

einer schönen Votivtafel ihrer Mit- und

hing über 250 Jahre lang auf Holz gemalt Sankt Pankraz und ging um 1960 zusam-

men mit anderen Dingen bei einem Ein-

unverhältnismäßig von einer Waffe Ge-

bruch verloren. Und die Erinnerung daran

das Leben der Barbara im Fischener

Herr Satzger gemacht hatte, begnügen.

brauch machten und die Wallfahrt und

mußte sich mit einem Foto, das der Lehrer

dass sie ihnen noch ein Weilchen Mutter

Winkel jäh beendeten.

Der Mutter ging es bald wieder besser, so

dass die Geschwister sich zu einer Dankes-

VOTIV TAFEL IN MIT TERFISCHENER KIRCHE HÄLT DIE GE SCHICHTE LEBENDIG

Um 1980 hat der Autor, der das Bild aus

Boot. Wie immer hatten sie ihr bestes Ge-

Die bildliche Darstellung dieser tragischen

liches bei einem Dießener Freund ent-

von seiner schönsten Frühjahrsseite, die

1703 ist Barbara Bostenrieder aus Thaining

bleiben darf. Und es geschah ein Wunder.

wallfahrt entschlossen, diesmal mit dem wand angelegt, der Himmel zeigte sich

Bäume waren voller Blüten.

Geschichte enthält die Inschrift: »Anno

ORIGINALE VOTIV TAFEL GING BEI EINBRUCH UM 1960 VERLOREN Sankt Pankraz nicht kannte, etwas Ähn­ deckt. Dieser hatte das Bild eine Weile

zuvor auf einem Flohmarkt erstanden. In

in Fischen Ammersee von einem Husaren

Gesprächen mit Fischener Bürgern bekam

ben. Gott sey ihr gnädig. Vater Unser. Ave

Vergleichbares früher in der Mitterfische-

Das Bild zeigt den Fischener Winkel

wurde. Dieser Sachverhalt hat das Interes-

erschossen worden und liegt hier begra-

Maria.«

des Ammersees. Im Hintergrund sind die

der Autor den Hinweis, dass sich etwas

ner Kirche befunden habe und gestohlen se an dem Bild verschwinden lassen.


bergecho 1 . 2017  |

Hilfe für die ­O bdachlosenhilfe

Im Frühjahr 2016 schenkte die Witwe

des Freundes das Bild dem Autor, der es

nur unwesentlich, wie ein Vergleich mit

dessen Foto zeigt. Lediglich der Text fehlt

als Geschenk für den Freundeskreis Orts-

auf dem Original. Der Freundeskreis Orts-

ist der Spenderin sehr dankbar, denn er

rahmt, dass Vor- und Rückseite sichtbar

den Pilgerwege Dießen – Andechs (über den

Pankraz zur weiteren Verwendung ge-

ße Säule) und kann sie der Öffentlichkeit

Archiv des Freundeskreises.

wir heute sehr herzlich den Mitarbeiterin-

alte Kopie der Votivtafel hält heute die Er-

EPILOG

München. Die Firma ist seit über 25 Jahren

geschichte Pähl–Fischen annahm. Dieser

besitzt jetzt die älteste Darstellung der bei-

Griesweg und mit dem Boot über die Weizugänglich machen. Eine über 100 Jahre

geschichte hat eine Kopie der Kopie so gesind und der Kirchenverwaltung Sankt

schenkt. Das Kopieoriginal verwahrt das

S

tellvertretend für die vielen großzü-

gigen Spender, die sich an der Aktion

»Weihnachtspakete für Menschen

­ohne ­Obdach« beteiligt haben, danken

nen und Mitarbeitern der Amgen GmbH in für klinische F ­ orschung, die Vermarktung

innerung wach.

Seit geraumer Zeit bemühen sich Mitglie-

heraus, dass dieses auf die Rückseite ei-

Pähl – Fischen beim heutigen Innenmi­

teln in Deutschland tätig.

ums des Inneren um das Jahr 1900 gemalt

des im Votivbild gezeigten Gebiets und

arbeiterinnen und Mitbarbeiter mehrere

Beim Reinigen des Bildes stellte sich

nes Formulars des Kgl. Staatsministeri-

und deshalb nicht das abhanden gekom-

der des Freundeskreises Ortsgeschichte

nisterium um die kulturelle Anerkennung erhalten Einwendungen aus Vogel- und

mene Original ist. Vermutlich war es der

Naturschutz. Warum sollte nicht das »ver-

riken- und Gewerbeinspektor bei der Kgl.

teriums Anlass für das heutige sein, den

auf dem Formular bezeichnete »Kgl. FabRegierung von Schwaben und Neuburg,

Kammer des Innern« selbst, der sich mit

der Malerei ein ausgleichendes Hobby an-

geeignet hatte und das gute Formularpa-

kehrte« Engagement des Kgl. InnenminisSchutz von Kultur und Natur gleich zu be-

werten und zu Kompromissen veranlassen.

leicht hatte er in der Fischener Umgebung

und seit 1128 der älteste, urkundlich beleg-

Grafen von Dießen und Andechs gewesen

Verwandte, die ihn mit zur Messe genom-

te Pilgerweg Bayerns. Ein solcher Weg ver-

Kirchentüre besonders beeindruckte. Wir

und wachstumsarmen Zeit geöffnet und

überlassen solche und andere Spekulatio-

nen, wie z.B. das Bild auf den Flohmarkt gelangte, individueller Phantasie.

Jedenfalls unterscheidet sich die Ko-

pie von dem 200 Jahre älteren Original

Dutzend Pakete für ­unsere Obdachlosen-

hilfe geschnürt und uns damit uns geholfen Menschen, die auf der Straße leben,

.

in den Weihnachtstagen ­eine Freude zu bereiten.

ren auf dem Votivbild daherkommen, vom

10. bis zum 12. Jahrhundert der Hofweg der

men haben, wo ihn das Votivbild an der

Vor Weihnachten haben die Mit­

Immerhin ist der Weg, auf dem die Husa-

pier verkehrt (!) benutzte, was ihm die

Nachwelt gerne verzeiht und dankt. Viel-

und den Vertrieb von Amgen Arzneimit-

dient es, zumindest in der vogelbrutfreien

leidlich hergestellt zu werden.

.

I N F O R M AT I O N Wenn Sie unsere Obdachlosenhilfe im ­Haneberghaus der A ­ btei auch unterstützen möchten, finden Sie unter www.sankt-bonifaz.de/obdachlosenhilfe/ finanzierung/ weitere Ideen und Hinweise.

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bergecho 1 . 2017

|  panorama

Abendländischer Klosterbau neu interpretiert

Zwischen den Benediktinern der Münchner Abtei­ Sankt Bonifaz und der Kongregation der Barmherzigen Schwestern gibt es schon lange gute und ­intensive Beziehungen. Abt Johannes und Generaloberin Schwester Rosa Maria begleiten schon seit Jahren gemeinsam Wallfahrten von München nach Andechs. Ende Januar besuchten die Mönche von Sankt Bonifaz das Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern im Münchner Stadtteil Berg am Laim. Schwester Rosa Maria und ihre Mitschwestern ­zeigten den Mönchen das moderne Mutterhaus.

D

er Grundriss gleicht nicht ohne

Grund einem großen Omega. Denn

in der Offenbarung des Johannes

spricht Jesus: »Ich bin das Alpha und das

Omega, der Erste und Letzte, der Anfang

und das Ende.« Dieser Symbolik folgt der

Grundriss des neuen Mutterhauses, wie er

auf der Homepage der Vinzentinerinnen

erläutert ist: »Die unteren Querbalken des

Omegas dienen als Eingangstrakt. Ein-

gang und Foyer liegen in der unteren Öff-

nung des Omegas. Von dort gelangt man

ins Gebäudeinnere.


bergecho 1 . 2017  |

Benediktiner von Sankt Bonifaz zu Besuch im Münchner Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern

Eine Sichtachse gewährt einen Durch-

Das Gebäude verfügt über eine Tiefga-

blick auf die integrierte Kapelle, die das

rage und Vollunterkellerung. Es beinhaltet

le Position im Gesamtwerk ein. Ihr Dach

des Mutterhauskonvents die Verwaltung

Alpha bildet. Diese nimmt eine zentra-

strebt, zum Innenhof gerichtet, himmel-

wärts und wird von einem Kreuz gekrönt.

Die Auflösungen in Dreiecksform sym-

neben der Kapelle und dem Wohnbereich des Mutterhauses sowie die Büroräume

der Krankenhaus- und Altenheimdirekti-

on, Räume für die innerbetriebliche Fort-

bolisieren die Heilige Dreifaltigkeit. Ein

bildung sowie einen Bereich für Gäste und

nenhof, dessen rosengesäumte Wege auf

wirtschafts- und Technikbereiche ergän-

überdachter Kreuzgang umrahmt den Ineinen Brunnen zulaufen. Die Fortführung

traditioneller Elemente der abendländi-

ein Noviziat. Die Speiseräume sowie Haus-

zen das Raumangebot.«

.

Andechs verbindet

einer Gesamtnutzfläche von gut 7000 Qua-

I

Vollgeschosse samt einem Dachgeschoss

19. Oktober 1994. Helmut und ich saßen

liche Höhe der Umgebung berücksichtigt

im Laufe des Abends näher. Dieser Kon-

schen Klosterbauweise in die Moderne war

hier das Ziel.

Auf dem ca. 11 000 Quadratmeter gro-

dung im »Kerschensteiner-Kolleg« des

Deutschen­Museums in München. Im

ßen Grundstück entstand ein Gebäude mit

Rahmenprogramm war auch ein Besuch

auf den Heiligen Berg vorgesehen, am

dratmetern. Das Bauwerk selbst weist vier

zufällig am selben Tisch und kamen uns

mit Terrassen auf. Damit konnte die bau-

werden.

m Oktober 1994 besuchten mein

jetziger­Mann und ich eine Fortbil-

Zu Besuch bei den Barm­ herzigen Schwestern: die Benediktiner von Sankt ­Bonifaz

takt intensivierte sich und wir trafen uns dann auch nach der Rückfahrt in Berlin,

wo wir damals beide als Schulleiter tätig waren.

Im Sommer 1995 fuhren wir bereits

zum 1. Mal gemeinsam in den Urlaub und

im Herbst machten wir dann einen Kurzurlaub in Herrsching und besuchten bei

der Gelegenheit das Kloster Andechs, um

unsere Erinnerungen aufzufrischen. Seit

2002 sind wir glücklich verheiratet und

kehren fast jedes Jahr zurück ins Andech-

ser Bräustüberl auf den Heiligen Berg und

verbringen dort ein paar gesellige Stunden. dörte wolter-möhring und helmut wolter aus berlin

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bergecho 1 . 2017

Parsberg Echo, 1. Februar 2017

|  presse


bergecho 1 . 2017  |

Ammersee/Westlicher Landkreis, 19. September 2016

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bergecho 1 . 2017

Kreisbote Landsberg, 18. Januar 2017

|  presse


bergecho 1 . 2017  |

Tag des Herrn/Nr. 42, 16. Oktober 2016

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bergecho 1 . 2017

Starnberger Merkur, 17. Januar 2017

Münchner Kirchenzeitung, 15. Januar 2017

|  presse


bergecho 1 . 2017  |

Starnberger Merkur, 25. Januar 2017

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»Sie erkannten ihn,

als er das Brot brach« Lk 24,35

redaktion Christian Bolley, Martin Glaab, Birgitta Klemenz verantwortlich für anzeigen Martin Glaab gestaltung Mellon Design druck Agentur Beckenbauer, München Gedruckt auf umweltfreundlichem Papier bildnachweis Titelfoto: Tom Schmid Alle Fotoaufnahmen durch Benediktiner­ abtei Sankt Bonifaz in München und Andechs, außer: Amerongen Rochus (S. 22); Barmherzige Schwestern München (S. 52); Dlouhy Markus (S. 42, 43); Fackler Reiner (S. 3 – 6); Jakob Corinna (S. 51); Jo Herrmann Design (S. 28); Kemmerer Bernhard (S. 38); Musikverein Hochscheid Reichenbrunn (S. 45); Pfr. Tom Oliver Brok (S. 10); Ostenberger

»emmaus« 

aus dem Bilderzyklus in der Basilika St. Bonifaz

München von Peter Burkart (Originalgröße 240 x 200 cm)

Johann (S. 16, 17); Presseamt Diözese BZ-BX (S. 14); Rasch Kurt (S. 46, 47); Schmid Thomas (S. 3, 34, 48, 49 ); Schnäppchenfilm.de (S. 27); Shin Dong A. (S. 35); Socaciu Stefan (S. 36); Wameser Siegfried (S. 8, 9); Wolter Helmut (S. 53);

»Der Einbruch ewigen Lebens, die Erscheinung

des Auferstandenen, lässt sich nicht festhalten, aber seine Erkenntnis läßt sich im glaubenden Herzen bewahren und freudig weitersagen.« abt odilo lechner

impressum V.i.S.d.P.: P. Valentin Ziegler, Bergstraße 2, 82346 Andechs Tel.: 08152/376-0, Fax: 08152/376-267, www.andechs.de

Da wir leider nicht alle Rechteinhaber von Bildmaterial erreichen konnten, bitten wir etwaige Rechteinhaber, sich mit der Klosterbrauerei Andechs unter pr@andechs.de oder 08152/376-290 in Verbindung zu setzen. Das nächste Andechser Bergecho erscheint voraussichtlich im juli 2017

Scannen und mehr erfahren

Andechser Bergecho 1-2017  
Andechser Bergecho 1-2017  

Unsere Hauszeitschrift für alle Freunde, Gäste und Mitarbeiter des Klosters Andechs und der Abtei Sankt Bonifaz in München. In den Rubriken...