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1. ausgabe 2015

für alle mitarbeiter, gäste und freunde des klosters andechs und der abtei sankt bonifaz

kirche und kloster  Abt Johannes Eckert wieder gewählt klosterbr auerei  Nachhaltigkeit im Brauprozess panor ama  Programm der Carl Orff-Festspiele Andechs 2015


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bergecho 1 . 2015

J

|  editorial

ahr des Geweihten Lebens – Abgesang

Sinn und der Erfüllung des Lebens zu ma-

oder Neuaufbruch? Ordensgemein-

chen (so steht es auch im Prolog der Bene-

schaften und Klöster stehen heute im

diktsregel). Nicht umsonst besuchen uns

säkularen Zeitalter unter Druck. Überalte-

in Andechs an den »Tagen im Kloster für

rung und wenig bis gar kein Nachwuchs

junge Männer« seit nunmehr Jahrzehnten

rauben vielen Kommunitäten die Pers-

pektive und gefährden ihre Existenz. Ist

das »Jahr des Geweihten Lebens«, welches

Papst Franziskus zu Beginn des vergangenen Advents ausgerufen hat und das am

2. Februar 2016 endet, nicht doch, zumin-

junge Männer, um freilich einerseits in Lebens eine Rückbesinnung auf die Wur-

gen der persönlichen Gottsuche und des

und nostalgischen, selbstbemitleidenden

andere Menschen kommen über das Jahr

dabei einem selbstbezogenen Narzissmus

Empfindungen zu verfallen. Die eigene

Institution, bevor sie dem Vergessen an-

und zu erzählen heißt, der durch Gott ge-

heim gegeben und in die Bedeutungslo-

sigkeit entlassen wird? Oder ist die Initia-

zu finden, anderseits aber immer, um Fra-

zeln der jeweiligen Tradition ist, ohne

dest für die westliche Hemisphäre, ein

letztes Aufbäumen einer altehrwürdigen

einer schönen Umgebung etwas Erholung

eigenen Lebensentwurfes zu klären. Auch

hinweg zum Heiligen Berg, um Abstand

Geschichte selbst zu vergegenwärtigen

von ihrem Alltagsleben in Beruf und Fami-

schenkten Zeit dankbar zu begegnen. Die

geistliche Einkehr und neue Impulse zu

Rückbesinnung verharrt aber nicht im

lie zu gewinnen und neue Kraft durch die gewinnen. Zu nennen sind dabei die Ein-

tive des Papstes als Versuch eines Neuauf-

Vergangenen, sondern bildet den Grund-

kehrwochenenden für Männer, die Exerzi-

verstehen? Um Missverständnissen und

kunft gehen zu können. Die »Gegenwart

in der Bittwoche.

bei allem guten Willen sollten wir uns da-

tens, Zeichen der Gegenwart Gottes zu

das leidenschaftliche Leben im Hier und

dene Zeitalter der gut gefüllten Ordens-

Im Hier und Jetzt hören wir das Wort der

neu herbeizusehnen. Im Zeitalter von Sä-

wahr, um uns kraftvoll in unsere je eige-

nen und Freude sich neu aufzumachen,

Ordensfrauen und –männer lernen, mit

densgemeinschaften und Klöster sollen

Christin und jeden Christ gleicherma-

bruchs oder besser einer Neubesinnung zu falschen Erwartungen vorzubeugen: Selbst

vor hüten, das scheinbar vergangene golgemeinschaften und der vollen Klöster

kularismus und Pluralismus müssen wir

der Marginalisierung unserer Lebensform

und mit der Tatsache, dass man uns nicht

mehr überall ernst nimmt, zu leben. Und

stock der Umkehr, um kraftvoll in die Zu-

mit Leidenschaft leben« bedeutet zwei-

sein in den Zeichen der Zeit dieser Welt.

Schrift und nehmen die Zeichen der Zeit

ne Nachfolge Christi aufzumachen. Or-

keine Märchenparks und Heimatmuse-

en sein, sondern »Andersorte«, in denen

tien für Manager oder auch die Wallfahrt

Die Besinnung auf das Vergangene und

Jetzt sind letztendlich die Grundlage, um die Zukunft voll Hoffnung und mit neu-

er Energie zu ergreifen. Mit offenen Sin-

betrifft uns Ordensleute, aber auch jede ßen. Maria Magdalena macht es uns am

leeren Grab Jesu vor: Von der liebenden

das Evangelium konzentriert gelebt wird

Erinnerung ihrer Trauer über das Vergan-

suchende Menschen bereitgestellt wer-

Leben und der Zukunft zu (Joh 20,11–18).

und Begegnung. Die »Mystik der Begeg-

wie auch allen Christinnen und Christen,

in die Vergangenheit schauen (1), die Ge-

higkeit zu hören und anderen Menschen

Menschen werden.

Zukunft voll Hoffnung ergreifen (3). Für

Klöster und Gemeinschaften stellten von

vielleicht ist ja eben dieses Leben in der

Randständigkeit und als Randständige unsere eigentliche Bestimmung.

Papst Franziskus gibt dem »Jahr des

Geweihten Lebens« drei Ziele vor: dankbar genwart mit Leidenschaft leben (2) und die die Orden und Klöster bedeutet dies ers-

tens, dass die Erneuerung des geistlichen

und Heimat und Andockstellen für gott-

den. Klöster sind Orte der Gemeinschaft

nung«, so Franziskus, sei dabei die Fä-

zuzuhören. Gerade die benediktinischen

Anfang an Orte des Hörens dar und Orte

sich gemeinsam auf die Suche nach dem

gene und Verlorene wendet sie sich dem

Ich wünsche uns allen, uns Ordensleuten, dass wir wie Maria Magdalena österliche

fr. lukas essendorfer osb


inhalt  |

bergecho 1 . 2015  |

k i rc h e u n d k l o s t e r

4 Abt Johannes für weitere zwölf Jahre im Amt bestätigt 8 Die Sankt-Gregorius-Anstalt 10 Relikt einer riesigen Gletschermühle – Ein Blick in die bewegte Entstehungsgeschichte des Heiligen Berges 14 Nachruf für Diakon Erich Wunderlich 15 60. Geburtstag von Fr. Wolfgang Pürner 16 Wie heute von Gott sprechen? – Colloquium Benedictinum in Sankt Bonifaz zum Thema Ordensspiritualität 20 Die Kardinäle von Addis Abeba und Nairobi zu Besuch auf dem Heiligen Berg 22 Tage im Kloster Andechs für junge Männer

k l o s t e r b r au e r e i

24 Nachhaltiges Wachstum – Klosterbrauerei blickt auf ein gutes Jahr 2014 zurück 26 Vorreiterrolle annehmen – P. Valentin und Dr. Reiner Beer im Gespräch über Umweltschutz und benediktinische Spiritualität 30 Energie gespart – Emissionen gesenkt – neue Umweltziele der Klosterbrauerei Andechs 31 Ein Bierglasmotiv als Fenster in die Vergangenheit

Abt Johannes für weitere zwölf Jahre im Amt bestätigt

Abtwahl in Sankt Bonifaz seite 4

g a s t l i c h k e i t

32 Klösterliche Gastlichkeit an der Schenke des Bräustüberls 34 Tiramisu mit Andechser Export Dunkel 35 2000. Stammgastkarte im Bräustüberl überreicht

l a n d w i rt s c h a f t

36 20 Jahre ökologische Landwirtschaft in Andechs 38 10 Jahre Arbeitsgemeinschaft Ökologie auf Kirchengrund

v e r a n s ta lt u n g e n

39 Sommerakademie Sankt Bonifaz 2015 40 ›Der Mond‹ und ›Astutuli‹ – Zwei Neuproduktionen bei den Carl Orff-Festspielen Andechs 42 Colloquium 43 Andechser Bibelabende 44 Sommertollwood 2015 46 Vorträge und Veranstaltungen des Freundeskreises 2015

Nachhaltiges Wachstum

Klosterbrauerei Andechs blickt auf ein gutes Jahr 2014 zurück seite 24

pa n o r a m a

48 »Ich fühle mich von Gott geliebt und versorgt.«– Interview mit einem Gast der Obdachlosenhilfe in Sankt Bonifaz 50 Perspektiven für nachhaltiges Handeln 52 »ENAIP Trentino« zu Besuch in Andechs 52 TQ-Team feiert im Florian-Stadl 53 Ausstellung von Patricia Petapermal im Fürstentrakt 54 Der Betriebsausflug des Andechser Bräustüberls ins Bowling-Center in Rothenfeld

p r e s s e

›Der Mond‹ und ›Astutuli‹

Zwei Neuproduktionen bei den Carl Orff-Festspielen Andechs vom 13. Juni bis 26. Juli 2015 seite 40

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kirche und kloster

Abt Johannes für weitere zwölf Jahre im Amt bestätigt Abtwahl in Sankt Bonifaz

Der Konvent am 10. Februar 2015, dem Fest der heiligen Scholastika und Tag der Wiederwahl von Abt Johannes Eckert. Sitzend von links nach rechts: Fr. Emmanuel Rotter, Altabt Odilo Lechner, Abt Johannes Eckert, Abtpräses Barnabas Bögle, Fr. Thomas Schmidt. Stehend von links nach rechts: P. Stephan Dorner, Fr. Matthias Leidenberger, P. Benedikt Probst, P. Ulrich Rothacker (verdeckt), P. Anno Bönsch, P. Coelestin Stöcker, P. Korbinian Linsenmann, Fr. Lukas Essendorfer, P. Valentin Ziegler, Fr. Leonhard Winkle, Fr. Elija Morbach, Fr. Wolfgang Pürner. Nicht auf dem Bild: Fr. Marcus Riemer und Fr. Stephan Janker.


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»Das erinnert mich immer wieder an meine eigentliche Aufgabe

als Abt, nämlich ›Brückenbauer‹

zu sein.«

M

it dem »Leben als Wallfahrer«

spielt Abt Johannes auf seinen ständigen Wechsel zwischen

den beiden Häusern des Klosters – in Mün-

und Konzerten«.

Um diesem Auftrag nachzukommen,

wird es auch in den kommenden Jahren

chen und in Andechs – an. So ist Abt

größere Investitionen brauchen. Zum ei-

dern auch immer wieder gerne zu Fuß und

ventgebäudes von Sankt Bonifaz an, was

Johannes nicht nur mit dem Auto, son-

nen steht eine Gesamtsanierung des Kon-

in Etappen zwischen München und An-

auch zuarbeitende Bereiche des Obdachlo-

Zeit ich habe, nehme ich auch gern die

küche, Hausmeisterei und Lagerräume.

ling, Seefeld/ Hechendorf, Grafrath oder

Wirtschaftsbetrieben des Klosters weiter

dechs unterwegs: »Je nach dem, wie viel S-Bahn und steige dann entweder in WeßStarnberg aus. Wenn ich über Land ge-

he, sortieren sich viele Dinge. Das ist mir

senhauses betrifft wie etwa die Konvent-

Zum anderen muss auch in den Andechser nachhaltig investiert werden. »Wir brauchen eine solide wirtschaftliche Grund-

sehr wichtig. Auch komme ich manchmal

lage, um zum Beispiel unsere Obdachlo-

mich immer wieder an meine eigentliche

Sankt Bonifaz ebenso zu finanzieren wie

mit den Leuten ins Gespräch. Das erinnert

Am 10. Februar 2015, dem Fest der heiligen Scholastika, haben die wahlberechtigten Mönche der Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in München und Andechs Abt Johannes für weitere zwölf Jahre in seinem Dienst als Abt bestätigt. Entsprechend den Satzun­gen der Bayerischen Benediktinerkongregation fand die Wahl unter dem Vorsitz von Abt­präses Barnabas Bögle OSB aus Ettal statt. Für Abt Johannes geht sein »Leben als Wallfahrer« weiter.

Wallfahrtskirche, Bräustüberl, Festspielen

Aufgabe als Abt, nämlich ›Brückenbauer‹

senarbeit und unsere Stiftsbibliothek in unser kulturelles Engagement in Mün-

zu sein, für die Brüder und die Menschen,

chen und Andechs«, so Abt Johannes. Da

Andechs kommen.«

Bonifaz die Möglichkeiten des Klosters

At tr ak tiv sein für Menschen, die Got t suchen

dankbar für die Unterstützung durch die

An Aufgaben und Herausforderungen für

diözese.

die zu uns nach Sankt Bonifaz und nach

die kommenden zwölf Jahre mangelt es

die notwendige Generalsanierung in Sankt übersteigt, ist die Abtei in diesem Bereich

öffentliche Hand sowie durch die Erz­

dem Kloster nicht. Abt Johannes hat für

Werdegang – »Nah bei den Menschen bleiben«

»Mir geht es vor allem darum, mitzuhel-

Gastfreundschaft im eigentlichen und

Andechs für Menschen, die Gott in ihrem

seinem Lebensweg vielfach erfahren. Abt

sich einen klaren Schwerpunkt gesetzt:

fen, dass unser Kloster in München und

Leben suchen, attraktiv im wörtlichen

Sinn, also anziehend bleibt.« Das bedeu-

tet, die offene Haltung der Benediktsregel

übertragenen Sinne hat Abt Johannes auf

Johannes wird 1969 in Mosbach in Nord-

baden geboren. Seine Familie ist stark in

der erst Mitte der 70er Jahre gegründeten

gegenüber Gästen aller Art zu pflegen, als

katholischen Pfarrgemeinde »Sankt Bru-

Mitarbeiter. »Tagtäglich haben wir viele

aktiv. Ein Pfarrer seiner Heimatgemeinde

hannes. »Von Bedürftigen, die in der Ob-

Brenzinger. Ihm bleibt Abt Johannes bis zu

und medizinische Versorgung bei uns

den: »Das war nie ein Pfarrherr, sondern

Mönch ebenso wie als Mitarbeiterin und

ganz unterschiedliche Gäste«, so Abt Jo-

dachlosenhilfe eine warme Mahlzeit, Rat suchen, über die Nutzer der Stiftsbiblio-

thek, die Besucher unserer Bildungsver-

anstaltungen im Colloquium Benedicti-

num bis hin in Andechs zu den Wallfahrern, Pilgern, den vielen Besuchern von

der Klaus« in der Mosbacher Waldstadt

prägt den jungen Mann besonders: Leo

dessen Tod 2005 freundschaftlich verbunein Mann nah bei den Menschen«, so Abt

Johannes. »Der Wunsch, einen geistlichen Beruf zu ergreifen, ist damals schon entstanden. Aber die Entscheidung musste

noch reifen.«

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kirche und kloster

»Sankt Bonifaz hatte mich recht schnell zu Beginn

meiner Zeit in München

fasziniert. Eine klösterliEine wichtige Zeit war dabei der Zivil-

dienst im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Ruhpolding zwischen 1988

und 1990. Abt Johannes im Rückblick:

»Es waren intensive Monate. Hier habe ich erfahren: Pflege ist harte, aber auch erfül-

lende Arbeit. Die häufige Konfrontation

che Gemeinschaft, die sich

Im Juli 2003 schließlich fällt die Abtwahl

stark in der Seel­sorge en-

P. Johannes. Für ihn bis heute eine über-

mitten in der Großstadt

gagiert, das hat mich sehr

ange­sprochen.«

mit Sterben und Tod erschließt eine tiefe-

man als Zivildienstleistender wenig Ver-

der Mönche von Sankt Bonifaz in München und Andechs auf den 34jährigen

raschende Entscheidung. Am Schutzen-

gelfest, dem 2. Oktober, der zugleich Pa-

tronatstag der Bayerischen Benediktiner

ist, erhält Abt Johannes die Weihe durch den Erzbischof von München und Frei-

re Dimension des Lebens. Schön war, dass antwortungsdruck hat. Ich hatte viel Zeit,

Wahl zum Abt – Ver ant wortung übernehmen

sing, Friedrich Kardinal Wetter. Es fol-

gen zwölf bewegte Jahre, die Abt Johan-

nes nach eigenen Worten vor allem eines

immer wieder in die Berge zu gehen, vor

oder nach der Schicht. So konnte auch der

»Dem Reich Got te s jeden Tag ein Stück zur Ankunf t verhelfen.«

Entschluss reifen, das Theologiestudium in München zu beginnen. Ohne freilich

Im November 1994 legt Claudius Eckert sei-

zunächst zu wissen, auf welche konkrete

ne zeitliche Profess ab und erhält seinen

Ordensnamen Johannes. Ab 1995 begleitet

Mitarbeiter in München und Andechs und

seither das eine oder andere mittelständi-

Verantwortung. Diese wahrzunehmen, ist

berufliche Perspektive dieses Studium hin-

auslaufen sollte.«

»Sank t Bonifa z hat mich fa sziniert«

er die Exerzitien für Manager mit und hat

sche Unternehmen in Ethikfragen beraten. Seine feierliche Profess legt er im Juli 1998

lehren: »Verantwortung zu übernehmen.

Unsere Gemeinschaft hat nicht für unser Kloster, sondern auch für die Familien

unserer rund 230 Mitarbeiterinnen und

für die vielen tausend Gäste pro Jahr eine

nicht leicht. Da gibt es nicht immer den einfachen und bequemen Weg, sondern

in Andechs ab, und bindet sich auf Dau-

man muß auch einmal, selbst wenn es

seines Theologie-Studiums Kurse im Rah-

Jahr später wird Fr. Johannes mit einer Ar-

Verständnis zu erwarten ist, Konflikte an-

wissenschaftler«. »In diesen Kursen lernte

»Dienen statt Herrschen.

Beispiel Schreibmaschine schreiben mit

und Ordensspiritualität«

Daher besuchte Abt Johannes im Rahmen men der »Zusatzqualifikation für Geistes-

man auch ganz praktische Dinge, wie zum zehn Fingern«, so Abt Johannes lächelnd.

»Aber hier konnte ich auch die wichtigen Kontakte zu BMW knüpfen, die mich einen großen Teil meines weiteren Studi-

ums samt meiner Doktorarbeit beschäfti-

gen sollten.« Vor allem in den Bereichen

Religionspädagogik und Sozialethik setzt

er an die klösterliche Gemeinschaft. Ein

beit in Kooperation mit BMW zum Thema:

Unternehmenskultur

zum Doktor der Theolo­

gie promoviert. 2000 erhält er zusammen mit

P. Korbinian in Andechs die Priesterweihe, die erste Weihe auf dem

Heiligen Berg seit der Sä-

einem schwer fällt und von außen wenig

gehen, um sie zu klären. Nichts anderes

meint Benedikt, wenn er

»Ich will immer und zu

schreibt: »Nicht unauf-

allererst Seelsorger sein.

richtig Frieden schlie-

ßen.« Bei so viel öffent-

Entscheidend ist, ob wir

licher Wahrnehmung ist

uns anvertraut sind,

liche Gemeinschaft wei-

Gott und seinem Reich.«

Aufgaben. Freilich ist

mit den Menschen, die

es Abt Johannes beson-

ders wichtig, die klöster-

ter zu festigen: »Das ist

Suchende bleiben, nach

eine meiner wichtigsten

er nun seine Studienschwerpunkte. Wäh-

kularisation 1803. In den

ten seines Studiums ausschöpft, trifft

ist er als Seelsorger, zunächst als Kaplan,

der Eigenart vieler zu dienen, wie Bene-

»Sankt Bonifaz hatte mich recht schnell

tätig. »Das war eine sehr schöne Zeit«,

hilft mir auch der Gedanke meines Wahl-

niert. Eine klösterliche Gemeinschaft, die

immer und zu allererst Seelsorger sein. Es

ben in Gemeinschaft bedeutet couragierte

rend der Student die breiten Möglichkeier auch eine persönliche Entscheidung:

zu Beginn meiner Zeit in München faszi-

folgenden drei Jahren

dann als Pfarrer in Erling und Machtlfing sagt Abt Johannes im Rückblick. »Ich will

sich mitten in der Großstadt stark in der

geht mir weniger um die Kirche als solche

gesprochen. Und nachdem ich in Sankt

eines Klosters. Das alles ist zwar nicht un-

Seelsorge engagiert, das hat mich sehr an-

Bonifaz und Andechs als Gast mitleben

durfte, bat ich Abt Odilo und die Gemeinschaft schließlich 1993 um Aufnahme in unser Kloster.«

oder um den Erhalt und das Wachstum

wichtig. Aber entscheidend ist, ob wir mit den Menschen, die uns anvertraut sind,

Suchende bleiben, nach Gott und seinem

Reich.«

es nicht immer einfach,

dikt den Dienst des Abtes beschreibt. Hier spruches »Lieben aus ganzem Herzen«. Le-

Beherztheit, sich auf andere Menschen

einzulassen, sich mit ihnen auseinanderzusetzen und das Leben mit ihnen zu tei-

len. Freilich gilt das auch für mich und so

bin ich den Mitbrüdern sehr dankbar, dass

.

sie auch mich mit meinen Schwächen an-

nehmen.« 


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GENUSS & NATÜRLICHKEIT Eine bayerische Brotzeit beginnt mit einem Andechser dunkel aus der Hofpfisterei

www.hofpfisterei.de

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kirche und kloster

Die Sankt-Gregorius-Anstalt

Zur wechselvollen Geschichte von Rothenfeld bei Andechs

Ganz in der Nähe von Andechs liegt mitten im Wald, wenn auch in den letzten Jahren zunehmend an ein Gewerbe­gebiet angegliedert, die ehemalige Andechser Schwaige Rothenfeld – bis 1803 ein landwirtschaftliches Gut des Klosters, dann in priva­ter Hand und von 1905 bis 1933 erneut in Andechser Besitz. Aus dieser Zeit vom Beginn des 20. Jahrhunderts stammen die umfangreichen Gebäude, deren mit einem Turm bekröntes Haupthaus von weitem an eine Kirche erinnern mag. Eine Kapelle gibt es dort zwar noch heute, die eigentliche Nutzung war und ist jedoch eine andere. Stiftsarchivarin Birgitta Klemenz wirft einen Blick in die wechselvolle Geschichte von Rothen­feld.

In Rothenfeld wurde neben einer Berufsausbildung auch großer Wert gelegt auf die Freizeitgestaltung, sei es durch Sport, Theaterspielen oder hier beim gemeinsamen Musizieren. Zusammen mit der baulichen Struktur waren diese Prinzipien den damaligen Erziehungs­ standards weit voraus.

E

in besonderer Schwerpunkt in An-

Verein und Abtei regelte u.a. die Aufnah-

mäßen Funktion als Wirtschaftsgut

dem 1. August 1856, übertrug die Leitung

dechs war neben der stiftungsge-

für die Abtei Sankt Bonifaz in München

und Besorgung der Anstalt dem Abt von St.

das soziale Wirken. Auf Ersuchen des Bay-

Boni­faz und bestimmte die vom Verein zu

und auf persönlichen Wunsch König Ma-

des Lehr- und Aufsichtspersonals sowie

(1854–1872) 1856 ein »Rettungs- und Erzie-

linge. Er wurde zunächst für fünf Jahre

erischen Staatsministeriums des Innern

ximilians II. hatte Abt Bonifaz Haneberg

hungshaus für verwahrloste und gefährdete Jugendliche« gegründet, das nach dem Kinderfreund und Kirchenpatron

begleichenden Zahlungen für Unterhalt

die Verpflegung und Kleidung der Zög-

geschlossen, 1861 dann auf unbestimmte Zeit erneuert.

In Andechs gab es neben den Zöglin-

des Klosters den Namen St.-Nikolaus-An-

gen des Vereins bald auch die so genann-

übernahm die seit 1853 in der Armenkin-

aufgenommen hatte, sowie Regierungs-

untergebrachten Buben zwischen neun

Zuschuss gewährt wurde. Die Kosten für

ein zur Erziehung verwahrloster Jugend«

wurden bereits zu Beginn jährlich rund

stalt erhielt. Das neue Erziehungsheim

deranstalt der Vorstadt Au bei München und 14 Jahren, die der »Katholische Ver-

dort betreuen ließ. Weil der Verein um

eine gesicherte kirchliche Leitung seiner

Anstalt bemüht war, hatte er sich an Abt

Rothenfeld 2015

me der Vereinszöglinge in Andechs ab

Haneberg gewandt. Der Vertrag zwischen

ten Stiftszöglinge, die Sankt Bonifaz selbst zöglinge, für die bis 1872 ein staatlicher

das Stift waren dennoch beträchtlich, so

5.000 Gulden aufgebracht.

Am 1. Januar 1880 war eine zweite Ab-

teilung entstanden – für Knaben von 12 bis

18 Jahren, die straffällig geworden waren


bergecho 1 . 2015  |

Die Sankt-Gregorius-Erziehungsanstalt Rothenfeld, benannt nach dem damaligen Abt Gregor Danner bzw. seinem Namenspatron – um das Haupthaus in der Mitte gruppieren sich die vier kleineren Häuser im Pavillonsystem Die Kirche der Gregoriusanstalt. Sie wurde später u. a. mit einem Altarbild ausgestattet, das die Verehrung des Herzens Jesu zum Thema hat.

und deshalb in eine Besserungs- oder Erziehungsanstalt eingewiesen wurden.

Auch in die Abteilung der Großen wurden bald Zöglinge aus Gemeinden und von

Privatpersonen aufgenommen. Weite-

re Anforderungen ergaben sich aus dem

Zwangserziehungsgesetz von 1902. Da es

auf Dauer nicht ratsam schien, die 9- bis

14jährigen Buben der Nikolausanstalt und

wurde die Anstalt feierlich eröffnet und

en, waren erste Gedanken an einen Neu-

vollzogen. P. Maurus Mayrhofer wurde

1919) erwarb deshalb 1905 die Schwaige

die zwei Jahre später bereits 130 Zöglinge

die Zwangszöglinge gemeinsam zu betreubau die Folge. Abt Gregor Danner (1904–

die Trennung von der St.-Nikolaus-Anstalt zum Direktor der neuen Anstalt ernannt,

Postkarte mit der alten Schwaige, dem land­wirtschaftlichen Gut, das bis zur Säkularisation 1803 zum Kloster Andechs gehört hatte

beherbergte.

Rothenfeld nach 1933 : von der theologischen Hochschule zur Str af voll zugsanstalt

von Andechs entfernt bis zur Säkularisa-

hohen Kosten verbunden, die nur zum Teil

Im Zusammenhang mit den Devisen-

gewesen war.

träge abgedeckt werden konnten. Allein

demptoristen Rothenfeld dann dem Staat

Revolutionäre s pädago ­ gisches Konzept zu Beginn de s 20. Jahrhunderts

halbe Million Mark verschlungen. Nach-

1907 begannen dort die Bauarbeiten, bis

Schließung der Nikolausanstalt zur Folge

Rothenfeld mit den dazu gehörenden Lie-

genschaften, die ca. eine halbe Stunde

tion schon einmal im Besitz des Klosters

1910 entstanden das große Haupthaus mit den Gemeinschaftsräumen und vier klei-

nere Häuser im so genannten Pavillonsys-

tem. Kleine Wohneinheiten mit zumindest annähernd familiärer Atmosphäre

und Betreuung sowie die Ausbildung in

kleinen Gruppen waren für damalige Verhältnisse revolutionär. Im Oktober 1910

Auch hier war der laufende Betrieb mit

durch Erträge und Fürsorgeerziehungsbeider Bau der Anstalt hatte mehr als eine

dem die wirtschaftlich schwierigen Jahre

nach dem Ersten Weltkrieg 1925 bereits die hatten, verkaufte Abt Bonifaz Wöhrmüller

prozessen im Dritten Reich boten die Re­

als Ersatz für die Zahlung einer hohen Geldstrafe an, zu der sie in einem der

Schauprozesse verurteilt worden waren.

Am 1. April 1937 verließ der letzte Redemptorist Rothenfeld – nicht einmal vier Jahre nach dem Erwerb. Am 16. Mai 1938 wurde

(1919–1951) am 11. Juli 1933 den gesamten

hier ein Frauengefängnis eröffnet, das im

Provinz der Redemptoristen, die hier für

anstalt umgewandelt wurde. Am 1. Juni

Rothenfelder Besitz an die Oberdeutsche

Sommer 1943 in eine Frauen-Jugend-Straf-

40 bis 60 Kleriker eine theologische Hoch-

1966 wurde diese Anstalt als selbstständi-

felder Anstalt war letztlich nicht mehr zu

thenfeld Außenstelle der Strafvollzugsan-

schule einrichtete, denn auch die Rothen-

finanzieren gewesen.

ges Gefängnis aufgelöst. Seitdem ist Rostalt Landsberg am Lech. 

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kirche und kloster

relikt einer riesigen gletschermühle

Ein Blick in die bewegte Entstehungsgeschichte des Heiligen Bergs

andechs

Das Alpenvorland südlich Münchens während der letzten Eiszeit vor 20.000 Jahren. (Zeichnung von Marie-Anne Jakob)


bergecho 1 . 2015  |

In der letzten Eiszeit

überdeckte der Isar-Loisach-

Gletscher Andechs um etwa

zweihundert Meter

Der Heilige Berg mit dem Kloster Andechs ist ein Kind der letzten Eiszeit, als der Isar-Loisach-Gletscher weite Teile des Alpenvorlands überdeckte. Heute kann man vom Berg weit in alle Richtungen blicken, während die Entstehung vereinfacht dargestellt auf ein Loch im Gletscher zurückzuführen ist, in dem sich zusammengeschwemmter Schutt angesammelt hat. Der promovierte Geologe Roland Kunz lädt zu einem Streifzug in die Zeit der »Kinder­ tage« des Heiligen Berges ein.

W

ährend der größten Ausdeh-

»Nagelfluhfels und Moränen­hügel bei Kloster Andechs«. Federzeichnung von Mattheus Schuster (1906) nach einem Aquarell von Carl Wilhelm von Gümbel.

nung der Gletscher in der letz-

ten Eiszeit vor ca. 20.000 Jahren

überdeckte der Isar-Loisach-Gletscher,

von den Alpen kommend, Andechs um

etwa 200 Meter und reichte im Norden et-

wa bis zum Rothschwaiger Forst vor den

Toren von Fürstenfeldbruck. Beim Rück-

schmelzen des Gletschers verharrte das Eis

an drei verschiedenen Eisrandstadien, die

Üblicherweise bewegt sich ein Vorland-

heute weit geschwungen das durch den

gletscher durch Nachlieferung von Eis aus

mit dem Ammersee zwiebelförmig um-

einigen Zehnermetern pro Jahr in Rich-

Gletscher ausgeschurfte Zungenbecken

den Bergen der Schwerkraft folgend mit

schließen.

tung Vorland bis zu seinem äußeren Ende

Ge steinsschut t im fe sten Griff der Gletscher mühlen

abschmilzt. Dabei stellt sich ein stets sich

Solch ein Eisrand kann vom Kloster An-

schub und Abschmelzen ein, das als Vor-

dechs mit Blick nach Osten erkannt wer-

(= Gletscherstirn), wo das Eis schließlich

änderndes Gleichgewicht zwischen Nachstoß oder Rückzug an der Gletscherstirn

den und wird dort durch den Waldrand

erkennbar ist.

leicht 17.000 Jahren war das Gebiet von An-

mung die Nachlieferung von Gletschereis

Eis überdeckt. Im Sommer taute die Son-

tes Toteis. Dies bedeutet, dass solches Eis

nachgezeichnet. Zu dieser Zeit vor viel-

dechs immer noch von vielleicht 100 Meter

ne den Gletscher oberflächlich an, so dass sich der im Eis enthaltene Schutt an der

Gletscheroberfläche anreicherte. Durch

das auf dem Eis abfließende Schmelz-

wasser wurde der Schutt zusammengeschwemmt, bis das Schmelzwasser im

Bereich so genannter Gletschermühlen in den Untergrund verschwand. Dort wurde der überwiegend kantige, zusammengespülte Gesteinsschutt in dem Hohlraum

der Gletschermühle angereichert und ab-

gelagert.

Wenn z. B. durch eine abrupte Erwär-

unterbrochen wird, bildet sich so genann-

nicht mehr eingezwängt ist in den be-

schriebenen Transportmechanismus und

vor Ort regungslos, also tot, liegen bleibt.

Auch auf solchen Eisoberflächen fließt

auf der Oberfläche Schmelzwasser ab und stürzt über Gletschermühlen in den Un-

tergrund.

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kirche und kloster

Nur die verwitterungs­

resistentesten Materialien

wie Quarz und Hellglimmer bleiben nach der Korrosion übrig. Die Hellglimmer

bilden die typischen Flin-

Bäckerbichl – der kleine Bruder de s Heiligen Berge s Durch die fehlende Gletscherbewegung

sind die Ablagerungen solcher Gletscher-

mühlen nunmehr erhaltungsfähig, weil

sie eben nicht mehr von der Eisbewegung

verdriftet werden. Nach dem vollständi-

gen Abschmelzen des Toteises bilden die

Der Weg nach Andechs durch da s Kiental – ein Gang durch Millionen Jahre Erdge schichte Auf dem Weg von Herrsching nach An-

dechs überwindet man durch die Kien-

talschlucht rund 170 Höhenmeter. Der

zern und so dem Gestein

den landläufigen Namen

»Flinz« gaben.

Kienbach hat sich in der Zeit seit dem

Abschmelzen der Gletscher viele Zehnermeter in den Untergrund hineingegraben. Das durch Wasserkraft erodierte

überwiegend kiesigen und kantigen Ab-

Material sammelte sich am Ausgang der

relativ steilen Hügel, der mitunter einem

sigen Schwemmfächer, der sich in den

lagerungen in der Gletschermühle einen

zerl, die in der Sonne glit-

Schlucht an und bildet heute den rie-

künstlichen Grabhügel gleicht und sich

Ammersee hinein vorgeschoben hat und

Naturbeton und e x tremer Wa sserreichtum im Kiental

sonstigen Hügel unterscheidet. Daher

auf dem später größtenteils die Ortschaft Herrsching errichtet wurde. Der Materi-

alabtrag von teils bis 100 Meter Höhe und

Daneben kommen auch feinkörnigere Va-

teils 400 Meter Breite von Schluchtrand zu

rianten mit Schluff und Ton als Haupt-

bestandteile vor, die zusammen mit den

jedenfalls von der Form auffällig von den wurde in der geologischen Fachsprache

hierfür der Begriff Tumulus gewählt, das lateinische Wort für Grabhügel.

Auf dem höchsten Tumulus der Um-

gebung steht heute das Kloster Andechs.

Schluchtrand ist beträchtlich. Auch die

Flinzsanden so gering wasserdurchlässig

nem Quadratkilometer Fläche und bis zu

die darüber liegenden Schichten bilden.

Größe des Schwemmfächers von über ei-

sind, dass sie den Grundwasserstauer für

Beim Besteigen des Berges sind die allseits

15 Meter Dicke ist beachtlich. Diese Ma-

Die Quellzone mit dem Flinz als Wasser-

ren. Vom Bräustüberl Richtung Südosten

raum von etwa 15.000 Jahren und dauert

dem so genannten Winterschachtelhalm,

steilen Böschungen sehr wohl zu spü-

blickend erkennt man in rund ein Kilo-

meter Entfernung den

Bäckerbichl, den klei-

nen unbebauten Bruder

von Andechs. Auch hier fallen die sehr steilen

Böschungsflanken auf.

Auch der Bäckerbichl

wirkt wie ein Kieshü-

gel, der eigentlich nicht hierher gehört. Oben

vom Bäckerbichl weiter nach Osten bildet man

terialumlagerung erfolgte in einem Zeit-

heute noch an. Durch die tiefe Einkerbung

Auf dem höchsten Tumulus (lat. Grabhügel) der Um­ gebung steht heute das

Kloster Andechs. Beim

Besteigen des Berges sind

die allseits steilen Böschungen sehr wohl zu spüren.

des Kienbachs sind die

stauer ist durch dunkelgrüne Felder mit

Equisetum hyemale, als Zeigerpflanze

für extremen Wasserreichtum im Kiental

geologischen Schichten

gekennzeichnet. Hier treten zahlreiche

aufgeschlossen.

tritte und Quellbäche fällt nach demsel-

grund im Kiental bilden

und bildet im Laufe der Zeit Kalktuff.

des Untergrunds gut

Den ältesten Unter-

die Schichten der Obe-

ren Süßwassermolas-

se, die vor etwa 10 bis 15

Millionen Jahren in ei-

nem warmen subtropi-

schen Klima abgelagert

Quellen zutage. Im Bereich der Quellausben Prinzip wie im Kaffeekocher Kalk aus In der Schichtsäule über dem Flinz

folgen die Konglomerate des Decken-

schotters, welche die nahezu senkrechten Steilhänge der Schlucht mit Wandhöhen

von teils über 30 Meter bilden. Es handelt sich um natürlich verfestigte Kiese, »Na-

einen weiteren Tumulus, der mit Wald be-

wurde. Dabei wurde Material mit einem

überschaubarer ist. Die Böschungsflan-

den Alpen durch die Verwitterung soweit

Transport im fließenden Wasser verrundet

verwitterungsresistentesten Materialien

Diese Kiese sind in einer älteren Eiszeit,

Die Hellglimmer bilden die typischen Flin-

worden. Die Verfestigung der eigentlich

standen ist und etwas kleiner und damit

ken sind recht steil und im Gipfelbereich

ist kantiger, blanker Kies an der Erdober-

fläche erkennbar. Durch solches Material

werden erst die steilen Böschungswinkel ermöglicht. Ansonsten wäre durch die

Wirkungen der Schwerkraft (z.B. Rut-

schungen) schon eine Einebnung erfolgt.

vergleichbaren Liefergebiet wie heute aus

korrodiert und aufgelöst, dass nur die am wie Quarz und Hellglimmer übrig blieben.

turbeton«. Das Material selbst besteht

aus Schmelzwasserkiesen, die durch den

und der Korngröße nach sortiert wurden.

der so genannten Mindeleiszeit gebildet

zerl, die in der Sonne glitzern und so dem

losen Kiese ebenfalls mit ausgefälltem

gaben.

heute ein noch andauernder Prozess.

Gestein den landläufigen Namen »Flinz«

Kalk erfolgte erst sekundär und ist auch


bergecho 1 . 2015  |

Geologische Karte 1 : 25.000 von Erling-Andechs mit Umgebung.

Am alten Wa sserkr af t werk de s Klosters imposant ver­ fe stigte Naturbeton -Wände Der Deckenschotter wird schließlich noch von der Grundmoräne, einem Geschie-

bemergel aus feinkörnigem Material, in

geologische aufnahme Hermann Jerz 1990 unter Verwendung der Aufnahmen von Wolfgang Conradi (1986) und Susanne März (1975).

dem regellos kiesige und steinige Kompo-

nenten sowie Blöcke bis über einen Kubikmeter eingelagert sind, überdeckt. Dieser Geschiebemergel wurde an der Basis des Gletschers während der letzten Eiszeit

abgelagert und bildet an der Ostseite des Kienbachtals die obersten 5 bis 10 Meter

der Schlucht. Beim Versickern von Niederschlagswasser löst sich aus dem Geschie-

kartengrundlage Topographische Karte 1 : 25.000, Blatt 8033 Tutzing

bemergel der Kalk heraus, der Sickerwas-

ser bis zur Sättigung angereichert hat. Mit

dem Auftreffen auf die darunterliegenden

Kiese mit den natürlich dort vorhande-

nen Gesteinshohlräumen verändern sich

geringfügig die Verhältnisse in der Bo-

denluftatmosphäre, so dass ein Teil des

übersättigten Kalks aus dem Sickerwas-

ser ausfällt und dort zur Verfestigung bzw.

Konglomerierung der Kiese gleich einem

Naturbeton führt.

Es ist feststellbar, dass die Konglo-

merierung der Kiese regelmäßig mit Entfernung zum Talrand abnimmt. Dies ist

dadurch erklärbar, dass die Bodenluft­

atmosphäre mit der Luft in der Kienbachschlucht noch im Austausch steht und

die CO2-haltige Bodenluft mit der Atmo-

sphärenluft ausgetauscht wird, wodurch

in den Kiesen dahinter der Prozess der

Kalkausfällung fortlaufend erfolgt. Wei-

ter hinten im Berg stellt sich dagegen eher ein Gleichgewichtszustand ein. Dann versickert das kalkreiche Sickerwasser wei-

ter nach unten auf die Grundwasserober-

fläche, ohne dass es zu Kalkausfällungen

kommt.

Die Deckenschotter bilden teilweise

stark verfestigte Wände, die insbesonde-

re an dem Wasserfall mit der Brücke und dem ehemaligen Wasserkraftwerk am

Ausgang der Kienbachtalschlucht nahe

.

dem Ortsbeginn von Erling eindrucksvoll erkennbar sind. 

Quartär Holozän

Pleistozän

Tertiär Miozän

Talboden und jüngste Ablagerungen

Würmeiszeitliche Erosionskante oder Terrassenkante

Sand und Sandmergel („Flinz“) der Oberen Süßwassermolasse; Tertiär

Hang- und Verwitterungsschutt; Blockschutt

Würmeiszeitliche Abschmelzschotter Schmelzwasser-Abflußrichtung

Quelle

Bachschwemmfächer

Würmmoräne allgemein, meist Ablationsmoräne auf Grundmoräne

Niedermoor

Würm-Endmoräne oder -Rückzugs­moräne mit Wallform vorwiegend stark bewegtes Relief

Sinterkalkabsätze

Drumlin

Hangrutschungen bzw. Rutschgebiet

a) Kamesartige Aufschüttung aus Kies und Sand b) Toteiskessel

Postglaziale Erosionskante oder Terrassenkante

Mindelzeitlicher Schotter, sog. Deckenschotter vorwiegend Nagelfluh

Brunnen

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bergecho 1 . 2015

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kirche und kloster

Beliebter Seelsorger verstorben Nachruf für Diakon Erich Wunderlich

E

rich Wunderlich kam 1984 nach

Raisting und trat die Stelle als Dia-

kon der Pfarrei Raisting an. Seine

Aufgabe war es, den Pfarrer zu entlasten. Er gestaltete jeden Mittwoch Früh das

gern besuchte »Morgenlob«.

Er verstand es immer sehr gut, alles

bestens vorzubereiten, was Texte und Lie-

ting nach Düsseldorf zu seinem Sohn ver-

legen. Erst verstarb seine Frau Luzie im

Jahr 2013. Im Juli 2014 kam dann die Todesnachricht von Herrn Erich Wunderlich. Er

verstarb im Alter von 94 Jahren.

Sein gutes und engagiertes Wirken als

der betraf. Über viele Jahre machte er es

Diakon, wie auch als Privatperson, wird

Jesu-Andacht an jedem ersten Sonntag im

in guter Erinnerung bleiben.

sich zur Aufgabe, die traditionelle Herz-

Monat als Abendandacht zu feiern.

In dieser Zeit war er viel unterwegs zu

über seinen Tod hinaus weiter in Raisting

Zum 10-jährigen Diakon-Jubiläum

Krankenbesuchen im Ort und auch aus-

gratulierte ihm die Vorstandschaft

men. Seine Tätigkeit war weit über die

recht herzlich:

wärts in Krankenhäusern oder AltenheiOrtsgrenze hinaus gewünscht. So unter

des Katholischen Frauenbundes

anderem im Altenheim Seefeld und im

10 Jahre! Wie viel Tage

ter Kirchenführer.

Doch Sie haben, was auch immer kam,

Kloster Andechs – auch als sehr kompeten-

Über Jahre hinweg hat Diakon Erich Wunderlich neben seinem Dienst als Diakon in der Pfarrei Raisting hier am Heiligen Berg ungezählte Gruppen durch die Wallfahrtskirche geführt. Auf seine ihm eigene charmante, fantasie­reiche und einfühlsame Weise hat er vielen Menschen die Sinne geöffnet für die Geschichte der Andechser Wallfahrt, die Schönheit der Kirche und die Lebendigkeit des Glaubens. Der Familienkreis der Pfarrei Raisting hat uns freundlicherweise den Abdruck des Nachrufes erlaubt.

Wegen Krankheit, auch seiner Frau,

musste er seinen Wohnsitz 2012 von Rais-

Viele Kinder aus Raisting empfingen

von ihm das Heilige Sakrament der Taufe.

manche Freude und so manche Plage! und Sie so und so in Anspruch nahm,

nie versagt und niemals aufgegeben.

Er bereitete sich gerne mit den Eltern auf

Welch ein schönes und erfülltes Leben!

gramm vom Raistinger Frauenbund mit

Bleiben Sie so wendig und beständig

diese Feier vor. Oft bereicherte er das Pro-

interessanten Dia-Reise-Berichten und

besinn­lichen Bildbetrachtungen. Seine

Worte zum Advent waren ein gern gehörter Teil der Feier.

Beim Seniorenfasching war er oft mit

seiner Frau Luzie dabei. Sie liebten beide

Und so ist und bleibt der Wunsch lebendig: uns zur Freude und zum Vorbild auch. So ist es viel mehr als nur ein Brauch,

Ihnen herzlich dankbar zu gesteh’n:

Lang noch möchten wir Sie bei uns sehn!

die Blasmusik und freuten sich über die

Auf diesem Wege sei ihm für seine Mühen

gleitete er die jährliche Wallfahrt nach

herzliches »Vergelt’s Gott« gesagt. Lieber

anschließende Maiandacht mit. Im Fami-

Frieden. 

humorvollen Einlagen. Viele Jahre be-

Altötting und gestaltete des Öfteren die

lienkreis war er über 20 Jahre geistlicher Beistand.

Er las sehr gerne. Mit seinem Wissen

über Glaubens- und Lebensfragen und

durch sein freundliches, ausgeglichenes

Wesen war er in unserer Runde ein unterstützender Seelsorger und ein gern gese-

henes Mitglied. Er trug mit dazu bei, dass dieser Kreis seit nunmehr 40 Jahren besteht.

und Arbeiten als Diakon nochmals ein

.

Herr Diakon Erich Wunderlich, ruhe in


bergecho 1 . 2015  |

60. Geburtstag von Fr. Wolfgang Pürner

Z

u seinem 60.Geburtstag, den

Fr. Wolfgang Pürner Ende März 2015 gefeiert hat, gratulieren wir sehr

gedeckt ist, alles seine Ordnung hat und

auch die Gäste ihre Plätze im Refektorium

zu den Mahlzeiten finden. Darüber hinaus

herzlich. In München aufgewachsen, trat

arbeitet Fr. Wolfgang auch in der Stifts­

ser Kloster Sankt Bonifaz ein. Heute ver-

mit.

meinschaft den Dienst des Gastmeisters.

wir Fr. Wolfgang von Herzen Gottes Segen,

im Laufe des Jahres eine große Zahl von

für seinen Dienst an der Gemeinschaft von

er als gelernter Bankkaufmann 2008 in unsieht Fr. Wolfgang für die klösterliche Ge-

Für ein Kloster mitten in der Stadt, das

ganz unterschiedlichen Gästen aufnimmt, ein verantwortungsvoller Dienst, der viel

Finger­spitzengefühl für die Bedürfnis-

se der Gemeinschaft und der Gäste erfor-

dert. Als Refektoriar sorgt er dafür, dass der Tisch für die täglichen Mahlzeiten

im Speisesaal des Klosters (lat. refectorium)

bibliothek mit ihren über 250.000 Bänden Für die kommenden Jahre wünschen

Gesundheit, Schaffenskraft und Ausdauer Sankt Bonifaz und ihren Gästen. 

.

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bergecho 1 . 2015

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kirche und kloster

wie heute von gott sprechen?

Augustinerpater Matthäus Klein und Benediktinerin Michaela Puzicha über die Spiritualität ihrer Ordensgemeinschaften

Papst Franziskus, ein Ordensmann an der Spitze der katholischen Kirche, hat das Jahr 2015 zum Jahr der Orden erklärt. Eine Chance, die unterschiedlichen Spiritualitäten von geistlichen Gemeinschaften neu zu entdecken. Dieser Herausforderung stellten sich im Rahmen des Collo­quium Benedictinum® im März vier Ordensleute: ein Augustiner-Eremit, eine Benediktinerin, ein Franziskaner und ein Jesuit. Das Andechser Bergecho dokumentiert die Vorträge des Augustiners Pater Matthäus Klein und der Benediktinerin Michaela Puzicha in einer Zusammenfassung der Autoren. Die Vorträge des Franziskaners Cornelius Bohl und des Jesuiten Stefan Kiechle folgen in der Ausgabe 2-2015.


bergecho 1 . 2015  |

P. Matthäus Klein OSA (rechts) und Abt Johannes Eckert (unten)

stets neu mit Leben erfüllt werden! So

heißt es z.B. im zweiten Kapitel: »Wenn ihr in Psalmen und Liedern zu Gott betet, dann sollen die Worte, die ihr aussprecht, auch in eurem

Herzen lebendig sein.« Ein weiteres charakte-

ristisches Kennzeichen der Augustinusre-

gel: Es ist kaum von asketischen Übungen

Die Regel de s Hl . Augustinus Augustinus schrieb seine Regel etwa um

Wenn Augustinus das Gemeinschaftsle-

hatte er schon ein gewisses Maß an per-

im Individualismus das größte Hindernis

sönlicher Erfahrung mit dem Leben als

Mönch gesammelt. Die Augustinusregel

lässt deutlich erkennen, dass sie eine Zu-

Mönche von Sankt Bonifaz vier

sah, um die Forderungen des Evangeliums zu verwirklichen. Die erste Christenge-

meinde von Jerusalem spielte bei ihm die

Rolle eines uralten Traumes vom Zusam-

Der Text der Regel enthält mindestens 35

Augustinusregel sozusagen als einen Auf-

erkennbare Hinweise auf die Bibel, und

A

ben so stark betont, dann deshalb, weil er

sammenfassung der geistlichen Vorträge

ist, die Augustinus für seine Mönche hielt.

das Colloquium Benedictinum der

Mittel zur Überwindung des Egoismus.

das Jahr 397, also ungefähr zehn Jahre

nach seiner Taufe. Zu diesem Zeitpunkt

ls Beitrag zum Jahr der Orden hat

die Rede, vielmehr setzt Augustinus den

Akzent auf das Leben in Gemeinschaft als

zwar 8 auf das Alte Testament

und 27 auf das Neue Testa-

ment. Dieser sogenannte bi-

blische Stil garantiert der Au-

menleben der Menschen. Man könnte die

ruf zur Gleichheit aller Menschen gemäß

Es geht immer um das Herz

des Menschen

dem Evangelium ansehen. Darin

schwingt implizit natürlich auch

ein Protest gegen die Ungleich-

heit in der aktuellen Gesellschaft mit, die unter Habsucht, Hoch-

klassische Ordensregeln betrachtet und

gustinusregel trotz wechseln-

fragt: Welches Gottesbild prägt die jewei-

bleibenden Wert.

leiden hat. Nach Augustins Auffassung

gustinusregel orientieren sich am Ideal

ternative zu dieser Gesellschaft bieten, in-

lem, wie wir sie aus der Apostelgeschichte

terschiedlichen Menschen bildet, deren

im Austausch mit vier Ordensleuten ge-

lige Regel? Wie kann dieses Gottesbild ins Heute übertragen werden?

der Zeiten und Kulturen einen

Die grundlegenden Aussagen der Au-

der ersten Christengemeinde von Jerusa-

mut und Machtgier schwer zu

müsste die Klostergemeinschaft eine Al-

dem sie eine Gemeinschaft von ganz un-

(4,31–35) kennen. Liebe und Gemeinschaft

Zusammenleben durch die Liebe zueinan-

auf, dass die Regel nur einige wenige kon-

geprägt ist: »Ehrt gegenseitig in euch Gott;

bilden die zentralen Werte. Es fällt sofort

krete Vorschriften oder Anordnungen für

den Einzelfall enthält. Es geht nirgendwo

der und von gegenseitiger Wertschätzung

denn jeder von euch ist sein Tempel geworden.«

Gemeinschaft bedeutet für Augustinus

um Details, sondern immer um das Herz

allerdings nicht dasselbe wie Gleichma-

druck der inneren Gesinnung sein und

wieviel Aufmerksamkeit die Regel der

des Menschen. Alles Äußerliche muss Aus-

cherei. Es ist jedenfalls sehr auffallend,

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bergecho 1 . 2015

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kirche und kloster

Auf die Frage, welches Gottesbild sich

in dieser Ordensregel zeigt, kann man meines Erachtens als Augustiner kurz

und prägnant mit dem Titel der ersten

Enzy­klika unseres emeritierten Papstes Bene­dikt XVI. antworten: »Deus caritas

est« – »Gott ist die Liebe«. Benedikt selbst er-

innerte ja daran, dass sich diese Enzyklika

weithin dem Denken Augustins verdan-

Unterschiedlichkeit der einzelnen Kon-

ke. Und dieser schreibt: »Der Wert der Liebe kann nicht stärker zum Ausdruck gebracht wer-

ventsmitglieder beimisst und mit welcher

den als durch die Aussage, dass sie Gott ist. Liebe

dürfnissen eines jeden entgegenkommt.

kann man noch unterschätzen. Das kann man

Hochachtung sie den Wünschen und Be-

Deshalb heißt es in der Regel: »Jedem Bruder (soll) gegeben werden, was er persönlich nö-

ist mehr als eine Gabe von Gott. Eine Gabe Gottes

nicht mehr, wenn es um Gott selbst geht. Gegen-

seitig wohnen also Gott und Mensch ineinander«.

tig hat!« Was das Fehlverhalten einzelner

Während wir uns also in Bezug auf unse-

wieder die Geduld Gottes und mahnt, dass

können, wird dies bei der Liebe zu einem

gegenüber den betreffenden Menschen,

ren wir viel schärfer, wenn wir ihr nicht

Brüder angeht, betont Augustinus immer das Aufdecken von Vergehen mit Liebe

aber mit Abkehr von ihren Fehlern zu geschehen habe. Natürlich weist die Regel

auch viele zeitgebundene

Vorschriften auf, die wir heutzutage nicht mehr

auf dieselbe Art verwirk-

lichen können. Dazu

unterscheidet sich ja

das tägliche Leben eines

Menschen praktisch unmöglich. Da erfahentsprechen, z.B. wenn wir Streit anfan-

gen, jemanden beleidigen oder betrügen,

schen lehrt uns, ob unse-

re Liebe zu Gott echt und

kein Selbstbetrug ist.

ten Jahrhundert zu sehr von dem der heu-

feststellen: Ich erlebe

keinen Neid und keine

Angst, zu kurz zu

kommen. Unsere freiwillige Gütergemeinschaft

scheint mir eine gelungen gelebte Utopie.«

re Liebe zu Gott leicht etwas vormachen

Die Liebe zu einem Men-

Nordafrikaners im fünf-

»Glücklich kann ich

jemandem wehtun oder

sind. Man kann durchaus sagen, dass wir

einen Kommunismus leben, der tatsäch-

lich funktioniert: Alle Einnahmen, die

Mitbrüder erarbeitet und erwirtschaftet

gegen ihn ungerecht

haben, landen in einem Topf. Der Inhalt

be zu einem Menschen,

allen aufgeteilt, sondern jeder erhält, wie

sind. So lehrt uns die Lie-

ob unsere Liebe zu Gott

echt und kein Selbstbe-

trug ist.

Unser Heute al s Augustiner

wird nicht scheinbar »gerecht« zwischen

es Augustinus in unserer Ordensregel vor-

gibt, das, was er nötig hat. Und das kann

für jeden ganz anders aussehen. Dazu sagt

Pater Dominik aus Würzburg: »Glücklich

kann ich feststellen: Ich erlebe keinen Neid und

tigen Zeit. Den Hinweis allerdings, dass

Alle vier Jahre, wenn Vertreter aus allen

gehören, mit größerer Sorgfalt behandelt

zusammenkom­men, werden die Karten

gelebte Utopie.« 

ein Bruder von einem Kloster der deut-

p. matthäus klein osa

die Gegenstände, die der Gemeinschaft

deutschen Konventen zum Provinzkapitel

werden sollen als die Dinge, welche uns

neu gemischt. Es ist also möglich, dass

lassen sind, den sollte man durchaus be-

schen Augustinerprovinz in ein anderes

zu unserem persönlichen Gebrauch über-

herzigen. Es scheint nämlich in der Natur

des Menschen zu liegen, dass er genau die entgegengesetzte Haltung einnimmt. Er

.

versetzt wird. Die jeweilige Brüderge-

meinschaft, ob sie nun in Würzburg lebt

oder Münnerstadt, Erfurt oder Maria Eich,

pflegt gewöhnlich mit den eigenen Sachen

muss sich nun zusammensetzen und sich

der Ge­meinschaft gehört.

wird entschieden über Gebetszeiten, Es-

sorgfältiger umzugehen als mit dem, was

keine Angst, zu kurz zu kommen. Unsere freiwil-

lige Gütergemeinschaft scheint mir eine gelungen

eine Hausordnung geben. Miteinander

senszeiten und Zeiten, in denen man ein-

fach zusammensitzt und im Gespräch mit-

einander hoffentlich wieder Kraft schöpft.

Das macht tatsächlich unser Leben aus: dass alle Dinge gemeinsam beschlossen

werden und Alleingänge die Ausnahmen

L i t e r at u r-T i pp Bavel, Tarsicius Jan van: Augustinus von Hippo, Regel für die Gemeinschaft, Augustinus-Verlag 1990; Broschüre Augustiner Nr. 4, 2015 Puzicha, Michaela: Benedikt von Nursia begegnen, Sankt Ulrich-Verlag, Augsburg 2 2008


bergecho 1 . 2015  |

Schwester Michaela Puzicha OSB

mit der zentralen Identitätsaussage aus

der Gerichtsrede im Matthäusevangelium:

»Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen,

ich war krank und ihr seid zu mir gekommen« (Mt

25,35. 40; RB 53,1.7.15), und Christus im

Fremden erkennt und im kranken Bruder (RB 36).

Benedik t und die Rede von Got t Wenn Benedikt von »Gott« spricht, spricht er von Christus. Sicher gibt es keine sys-

tematischen Überlegungen und dogmati-

schen Einlassungen Benedikts, aber deut-

des Mönchs zu Christus. Das macht die

Alle s dem anvertr auen, der alle s ver mag

im 1. Johannesbrief: »Nicht darin besteht die

Wenn wir nach einer umfassenden und

Bibel an vielen Stellen deutlich, vor allem Liebe, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass

er uns geliebt hat. �…� Er hat uns zuerst geliebt« (1 Joh 4,10.19; vgl. Joh 1,38). Es ist zuerst

zusammenfassenden Perspektive des The-

mas suchen, spricht Benedikt eine Chris-

tuserfahrung aus, die sich offensichtlich

liche Akzentuierungen. Er bleibt ganz und

die Liebe Christi, die den Mönch trägt.

in seinem Leben bewährt hat und zur Mit-

Dogmas von Nizäa – in seinem Bekennt-

Christus nichts vor ziehen

auf die Macht Christi und wendet sich an

ausdrücklich auf dem Boden des Christusnis: »Gott von Gott, Licht vom Lichte, wahrer

Als Abschluss der ganzen Regel schreibt

Eines Wesens mit dem Vater«. Seine Aufmerk-

– Christus sollen sie überhaupt gar nichts vorzie-

Gott vom wahren Gott, gezeugt nicht geschaffen.

samkeit gilt jedoch dem gelebten Glauben und einer Wirklichkeit, die sich der Ge-

genwart des auferstandenen, erhöhten und wiederkommenden

Herrn immer bewusst ist. Es geht nicht um das

Dogma, nicht um die Lehre, sondern um Leben,

nicht um Formulierun-

Benedikt: »Christo omnino nihil praeponant

hen« (RB 72,11). Dieser Satz – an markanter

Stelle positioniert – ist die Zusammenfas-

sung seines geistlichen Testaments, als

Es geht nicht um das

Dogma, nicht um die

Lehre, sondern um Leben

gen, sondern um Beziehung, nicht um

ein Gottesbild, sondern um Erfahrung. Schon zu Beginn findet sich ein pa­

das RB 72 angesehen wer-

den muss, und macht da-

mit das für ihn Wichtigs-

te im Leben des Mönchs

deutlich. Für Benedikt ist

das keine moralische oder

asketische Anweisung, sondern Ausdruck seiner Christusbeziehung.

Damit ist zugleich das große Thema

ralleler Satz in RB 4,21: »Der Liebe Christi (zu

getaufter Existenz benannt, wenn schon

praeponere.« In RB 4,21 findet sich das Wort

chen Lebens ausgesprochen wird: »… damit

Christus) nichts vorziehen – nihil amori Christi

eingangs (RB Prol. 2) der Sinn menschli-

»amor«, das im Sprachgebrauch der Bene-

du zu ihm (Christus) zurückkehrst.«

tus und dem Mönch vorbehalten bleibt

bildes Benedikts stellt die Christo-Praxie

diktusregel der Beziehung zwischen Chris(vgl. RB 4,72; 5,10; 7,34.69; 63,13; 72,3.9).

Dabei ist der Liebe Christi zum Mönch der

unbedingte Vorrang zu geben vor der Liebe

Eine entscheidende Facette des Gottes­

sicher. Ebenso wichtig wie die Rechtgläubigkeit, die Orthodoxie, ist ein christus-

gemäßes Handeln, das Benedikt vorgibt

te seiner Existenz geworden ist. Er setzt den Herrn, der alles vermag – dominus, qui omnia potest (RB 28,5), und das gilt

für alle Situationen. Damit drückt er nicht

einfach eine optimistische Einstellung

aus, auch geht es nicht um einen pädago-

gischen Kunstgriff. Vielmehr gibt er seine Glaubenswirklichkeit als Bekenntnis und

Zeugnis weiter. Der Herr allein ist es, der das Heil bewirkt.

Das Vertrauen, das sich darin zeigt,

hat seine Kraft nicht aus sich selbst, sondern lebt davon, dass Benedikt auf Chris-

tus schaut. Nicht sein Vertrauen als sol-

ches ist allmächtig, sondern weil er sich

an den bindet, der alles vermag. Alles

– das ist ernst zu nehmen: alles, was un-

möglich scheint, alles, was verwundet ist,

alles, was ungelöst und ungeklärt ist – das vertraut Benedikt dem Herrn an. In der

Erfahrung Benedikts lebt der Herr, der al-

.

les, was möglich ist, Wirklichkeit werden lässt. 

sr. michaela puzicha osb

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bergecho 1 . 2015

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kirche und kloster

Weltkirche in Andechs

Die Kardinäle von Addis Abeba und Nairobi zu Besuch auf dem Heiligen Berg

Am 19. März, dem Josefitag, war der Heilige Berg wieder traditio­ nell Ziel vieler Josefs und Jose­ finen, die beim Gottesdienst in der Wallfahrtskirche und anschließend im Bräustüberl ihren Namenstag gefeiert haben. Abt Johannes konnte an diesem Tag in Andechs sogar eine kleine Dele­gation der ostafrikanischen Bischofskonferenz (AMECEA) begrüßen.

D

er Präsident der AMECEA, Deme-

rew Kardinal Souraphiel C.M.,

äthiopisch-katholischer Erzbischof

der Andechser Wallfahrtskirche. In ei-

ner kurzweiligen Ansprache nahm Kardinal Souraphiel die Wiederauffindung des

der Hauptstadt Addis Abeba, und sein

Andechser Reliquienschatzes durch eine

bischof von Nairobi in Kenia, hatten im

Würde auch der kleinsten Lebenswesen,

gens um einen Abstecher nach Andechs

te sich sichtlich über die Aufmerksamkeit,

Stellvertreter John Kardinal Njue, Erz-

Rahmen ihres Deutschland-Besuches ei-

gebeten. missio, das internationale katho­ lisches Missionswerk, das die Reise der

AMECEA organisierte, nahm kurzfris-

tig Kontakt mit Abt Johannes auf und so

konnte die Delegation aus Ostafrika die

benediktinische Gastfreundschaft des Hei-

ligen Berges erleben.

Abt Johannes führte die Gäste, darun-

ter auch P. Ferdinand Lugonzo Makaka,

Generalsekretär der AMECEA und P. Chri-

Maus 1388 in den Blick. Er unterstrich die

»weil sie Gottes Geschöpfe sind« und freu-

die der Maus auch heute noch in der Wallfahrtskirche geschenkt wird.

Nach dem Gottesdienst und einer klei-

nen Stärkung im Bräustüberl führte Be-

triebsleiter Alexander Reiss die beiden

Kardinäle und die Delegation von AME-

CEA und missio durch die Klosterbrauerei.

»Das war für mich keine ganz alltägliche

Führung. Es ist schon etwas Besonderes, zwei von weltweit 123 wahlberechtigten

santus Raphael Ndaga, Leiter der Kommu-

Kardinälen durch die Klosterbrauerei zu

durch Kloster und Wallfahrtskirche. »Ich

hat sich schnell gelegt. Die beiden Kardi-

nikationsabteilung der AMECEA, zunächst freue mich, dass bei diesem Besuch im-

mer besonders sichtbar wird, wie katho-

führen. Aber das anfängliche Herzklopfen

näle waren sehr daran interessiert zu er-

fahren, wie heute in einem klösterlichen

lisch im Sinne von umfassend, vielfältig

Umfeld Bier gebraut wird. Und das Zwi-

Johannes. »Das hält den Blick weit und of-

haben sie wirklich genossen.«

Kirche ja hierzulande oft klagt, in einem

des missio-Präsidenten Monsignore Wolf-

und weltweit unsere Kirche ist«, so Abt

fen und lässt viele ›Probleme‹, über die die

ganz anderen Licht erscheinen.«

Den Festgottesdienst zum Josefitag

feierten die beiden Kardinäle zusammen

mit Abt Johannes und vielen Gästen in

(v.l.n.r.) Pater Crisantus Raphael Ndaga (Tansania), Kommunikationssekretär der AMECEA; Kardinal Berhanyesus Demerew Souraphiel C.M. (Äthiopien), Erzbischof von Addis Abeba, Präsident der AMECEA; John Kardinal Nuje (Kenia), Erzbischof von Nairobi, Vizepräsident der AMECEA; Marie-Thérèse Knöbl, missio München; Abt Johannes Eckert, Reinelde Fink, missio München; Pater Ferdinand Lugonzo Makaka (Kenia), Generalsekretär der AMECEA

ckelbier in unserem Gär- und Lagerkeller Dr. Marie-Thérèse Knöbl, Assistentin

gang Huber, und Reinelde Fink, Länder­ referentin der Auslandsabteilung, kom-

plettierten die Delegation von missio Mün-

chen sorgten mit für einen intensiven und

.

erlebnisreichen Austausch an diesem Tag

in Andechs. 

Zu einer kleinen Stärkung hatte Abt Johannes die Gäste aus Ostafrika ins Bräustüberl eingeladen


bergecho 1 . 2015  |

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bergecho 1 . 2015

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kirche und kloster

»L ebe einfach mal anders !« Tage im Kloster Andechs für junge Männer zwischen 16 und 26 Jahren

D

»

ie Tage im Kloster haben mir bei

ist auch ihre Herkunft. Aus handwerkli-

ich, wo ich stehe.« Ein solches und

Jungunternehmer und aus natur- und

meiner Suche geholfen, jetzt weiß

ähnliche Statements der Teilnehmer der

»Tage für junge Männer im Kloster An-

dechs« haben wir Mönche in den letzten

geisteswissenschaftlichen Studiengän-

gen kommen sie aus ganz Deutschland zu uns. Die Teilnehmerzahl variierte in den

Jahren immer wieder vernommen. Die

letzten Jahren zwischen 6 und 12 jungen

für eine Woche zu besuchen und an unse-

religiösen und kirchlichen Prägung unter-

Motivationen der jungen Männer, uns

rem Leben teilzunehmen, sind dabei ganz

Unter dem Motto »Lebe einfach mal anders!« laden die Benediktiner des Klosters Andechs junge Männer zwischen 16 und 26 Jahren vom 1. bis 8. August 2015 auf den Hl. Berg ein. Neun jungen Männern steht diese Möglichkeit wieder offen. Fr. Lukas Essendorfer begleitet auch in diesem Jahr die jungen Männer. Er hat bei den gemeinsamen Tagen die klösterliche Gemeinschaft nicht nur als Gastgeber, sondern auch als Beschenkte erfahren.

chen und kaufmännischen Berufen, als

unterschiedliche: Einige wollen einfach

einmal etwas raus

aus ihrem Schul-,

Studiums- und Ar-

beitsalltag, um et-

was Ruhe zu gewinnen und neue Kraft

Männern von 16 bis 30 Jahren. Auch in der

schieden sich die Teilnehmer voneinander sehr stark. Sind einige von ihnen sehr in-

»Die Tage im Kloster haben

mir bei meiner Suche geholfen, jetzt weiß ich, wo ich stehe.«

zu schöpfen. Nicht selten stehen sie dabei

vor Lebenswenden und neuen Lebensabschnitten, sei es ein anstehender Schul-

wechsel oder der Übergang vom Studium in den Arbeitsalltag. Die Tage waren für manche in den letzten Jahren Teil eines

größeren Schnitts im Leben. Nicht immer

tensiv in das kirchliche

Leben in ihren Heimat-

gemeinden integriert,

haben andere nur einen sehr losen Bezug zum

kirchlichen und religiö-

sen Leben. Was alle Teilnehmer hingegen

in den letzten Jahren von Anfang an einte,

war ihr Interesse und ihre Aufgeschlossenheit für unsere benediktinische Le-

bensgemeinschaft im Kloster Andechs, sei

es auch nur für einige wenige Tage. Wir

Mönche heißen dabei alle jungen Männer,

läuft alles glatt und reibungslos im Leben,

gleich ob katholisch oder protestantisch,

oder anderen Teilnehmer ein willkom-

nis angehören oder sich als Agnostiker

mit den anderen Teilnehmern und uns

kommen. Die einzige Voraussetzung, die

ken. So meinte ein Teilnehmer vor einigen

die gemeinsamen Tage und den klösterli-

und die Tage bei uns waren für den einen

mener Anlass, in Ruhe und im Austausch Mönchen zu reflektieren und zu überden-

Jahren, dass er wieder mit mehr Mut aus

der gemeinsamen Woche rausgehe und er

Dinge, die jetzt anstehen, mit neuer Kraft anpacken kann.

»jetz t weiSS ich wo ich stehe« So unterschiedlich die Beweggründe der

jungen Männer sind, so unterschiedlich

ob sie einem anderen religiösen Bekennt-

oder Atheisten verstehen, bei uns will-

wir an die Teilnehmer stellen ist, sich auf chen Rhythmus einzulassen.

Wir beginnen gemeinsam jeden Tag

mit dem klösterlichen Morgenlob. Im Anschluss an das gemeinsame Frühstück

und eine kurze Morgenmeditation bege-

ben sich die Teilnehmer bis Mittag in die

Arbeitseinsätze im Umfeld des Klosters.

Im Anschluss an das Mittagslob und das


bergecho 1 . 2015  |

gemeinsame Mittagessen mit den Mön-

junge Männer im Kloster Andechs« der

i n f o r m at i o n

nähere Umgebung des Kloster Andechs.

Gesprächen und Fragen der gemeinsamen

beginn Samstag, 1. August 2015, 16.00 Uhr Treffpunkt: Pforte Kloster Andechs

chen unternehmen wir Ausflüge in die

letzten Jahre entstanden sind. Von den

Meist besuchen wir die nahegelegenen

Tage profitieren nicht nur die Teilnehmer

und Spiel zum lockeren Austausch. Nach

verstehen uns dabei nicht nur als »Gast­

Badeseen und nutzen die Zeit bei Sport

dem Abendlob, der gemeinsamen Eucha-

ristiefeier und dem Abendessen bieten

wir noch inhaltliche Impulse zur bene-

diktinischen Spiritualität, zum Lesen der

Heiligen Schrift, Liturgie und christlicher

Praxis an. Je nach Witterung und Tages-

verfassung lassen wir die Abende gemeinsam bei einem kühlen Getränk gemütlich

ausklingen.

christlicher Gl aube – lebens ­ froh, zeitgem ä SS, ak tuell

selbst, sondern auch wir Mönche. Wir

geber« und Impulsgeber für ein geglücktes Leben, sondern in diesen Tagen auch als selbst Empfangende und Lernende. Das

Nachdenken über Gott und die Welt er-

folgt durch den gemeinsamen Ideen- und

Gedankenaustausch. Kritische Fragen zu

Religion, Glauben und Kirche sind dabei

nicht nur erlaubt, sondern willkommen. Wir haben die »Tage im Kloster An-

dechs für junge Männer« als Gemein-

schaftsangebot konzipiert. Bei Bedarf be-

steht aber auch die Möglichkeit zu Einzel-

Uns Mönchen ist in diesen Tagen wich-

gesprächen und Einzelbegleitung durch

gelebter christlicher Glaube nicht staub-

Logis sind frei, dafür freuen wir uns über

sondern lebensfroh, zeitgemäß und aktu-

heit der Teilnehmer für unsere Gemein-

tig, den Teilnehmern zu vermitteln, dass trocken, abgestanden und fade sein muss, ell sein kann. Gelebter Glaube kann Spaß und Freude machen, das zeigen auch die

Freundschaften, die in den »Tagen für

uns Mönche im Kloster Andechs. Kost und

die Mitarbeit und die Aufgeschlossenschaft.  

.

ende Samstag, 8. August 2015, nach dem Mittagessen gegen 14.30 Uhr teilnehmer maximal neun Personen unterkunft in einfachen Einzelzimmern mit Etagendusche und Verpflegung. kosten Kost und Logis sind frei, dafür wird um Mitarbeit im Kloster gebeten. schriftliche anmeldung (bis 24. Juli 2015) Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in München und Andechs Fr. Lukas Essendorfer OSB Karlstraße 34, 80333 München Tel.: +49 (0)89/55171-0 Fax.: +49 (0)89/55171-103 lukas@sankt-bonifaz.de

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bergecho 1 . 2015

|  klosterbrauerei

Nachhaltiges Wachstum

Die Klosterbrauerei Andechs hat 2014 ihr nachhaltiges Wachstum fortsetzen können. Über 100.000 Hektoliter klösterlicher Bierspezialitäten hat der größte Wirtschaftsbetrieb des Klosters 2014 am Heiligen Berg gebraut und verkauft.

Klosterbrauerei Andechs blickt auf ein gutes Jahr 2014 zurück

M

it dem Ausstoß-Plus im Jahr

2014 konnte die Klosterbrauerei ein stärkeres Wachstum erzie-

len als die bayerische Brauwirtschaft im selben Jahr insgesamt. Wie der Bayeri-

sche Brauerbund (BBB) auf seiner Jahres-

pressekonferenz im Februar in München

bekanntgab, ist der Ausstoß von alkohol-

haltigen und alkoholfreien Bieren 2014 in Bayern im Vergleich zu 2013 um 600.000

auf rund 24,6 Millionen Hektoliter gestie-

gen (+ 2,5 %). Noch positiver hat sich die

Grundsätzlich ist das Ziel unserer klös-

terlichen Ökonomie qualitativ definiert:

Da das Kloster keine Einnahmen aus der Kirchensteuer erhält, müssen die Wirt-

schaftsbetriebe – auch die Klosterbrauerei –

die Mittel erwirtschaften, damit das Klos-

ter sein umfangreiches Engagement in

München und Andechs in den Bereichen

Wissenschaft, Bildung, Soziales und Kultur finanzieren kann.«

Klosterbrauerei im Vergleich zur deut-

L änger wirkende Verbr auchertrends bewirken positive Ent wicklung

vorläufigen Zahlen des Deutschen Brauer-

Wolfgang Schäff, seit 1. Oktober letzten

Brauereien rund 95 Millionen Hektoliter

rei, sieht vor allem länger wirkende Ver-

schen Brauwirtschaft entwickelt. Nach

bundes (DBB) produzierten Deutschlands

alkoholhaltige und alkoholfreie Biere ge-

genüber 94,6 Millionen Hektolitern im

Jahr 2013 (+ 0,4 %).

Christian Rieger, kaufmännischer

Leiter der Andechser Wirtschaftsbetriebe: »Wir freuen uns über diesen Erfolg.

Jahres Vertriebsleiter der Klosterbraue-

brauchertrends als Grund für die positive

Entwicklung der Brauerei: »Verbraucher achten bei der Wahl ihrer Biere wie-

der verstärkt auf Tradition, Werte und


bergecho 1 . 2015  |

Wer unsere Klosterbiere genießt, kann

ein Stück unverwechsel­bares ›Andech-

ser Gefühl‹ erleben – benediktinische

Gastlichkeit, barocke Kultur und bayerische Lebensart.

Regionalität. Tradition ist ein Wert, den

Berg aus einer einzigartigen Verbindung

brachten Braukunst überzeugend verkör-

tur. Im Gegensatz zu anderen oft synthe-

die größte von nur noch wenigen authen-

handelt es sich hierbei um eine ganz reale

rende Ordensgemeinschaft konzernunab-

Welt ist eben nicht stromlinienförmig auf

Einzigartigkeit und Nachhaltigkeit sind

hat in der Wallfahrt und im Kloster ihr

am Heiligen Berg verbunden.«

Kanten, die sie für unsere Gäste sympa-

ökologisches Engagement sind in Andechs

lentin Ziegler. Regionalität spielt dabei für

ten mit Blick auf große Zeiträume. Nach

dende Rolle, denn mit den Rohstoffen

die Klosterbrauerei mit ihrer altherge-

von Spiritualität, Gastlichkeit und Kul-

pern kann. Sie ist heute in Deutschland

tischen Produkt- und Marken-Universen

tischen Klosterbrauereien, die eine existie-

Markenwelt. »Diese Andechser Marken-

hängig führt. Werte wie Glaubwürdigkeit,

Marketing und Absatz getrimmt, sondern

daher eng mit der klösterlichen Braukunst

notwendiges Korrektiv, ihre Ecken und

Klösterliches Leben und ökonomisch-

thisch und glaubwürdig macht«, so P. Va-

eng verbunden. Mönche leben und arbeidem Leitsatz ›ora et labora‹ sind Beten und Arbeiten

zwei Seiten einer Medail-

le. Benedikt sagt in seiner Regel im Kapitel 48 über

die ›Ordnung der Handarbeit und der Lesung‹: »Sie

[die Mönche] sind dann wirk-

lich Mönche, wenn sie wie un-

die Klosterbrauerei ebenso eine entschei-

von ausschließlich bayerischen Lieferan-

Verbraucher achten

Brauerei technisch stetig

weiter. Diese Brautechnik

Bayerns gebraut und abgefüllt – auch für

Biere wieder verstärkt

althergebrachter Brau­

grundsätzlich nicht vergeben. P. Valentin:

bei der Wahl ihrer

auf Tradition, Werte

und Regionalität.

sichert den Fort­bestand

traditionen wie das Mehr-

fach-Maischverfahren oder

das Zweitank-Verfahren.

Andechser Klosterbiere be-

ten wird ausschließlich am Heiligen Berg sämtliche Exportmärkte. Lizenzen werden

»Wer unsere Klosterbiere genießt, kann

ein Stück unverwechselbares ›Andechser

Gefühl‹ erleben – eine Verbindung von be-

nediktinischer Gastlichkeit, barocker Kul-

sere Väter und die Apostel von ihrer Hände Arbeit

kommen so während des ganzen Braupro-

tur und bayerischer Lebensart.«

ren untrennbar zusammen und so gilt

einem geschmacksintensiven Bier heran-

GroSSe Sortenvielfalt

Leben: Qualität braucht Zeit. Von die-

rung und langer Lagerung von bis zu sechs

leben.« Beides – Gebet und Arbeit – gehö-

im geistlichen wie im wirtschaftlichen sem Grundsatz her entwickelt sich die

zesses die Zeit, die sie benötigen, um zu zureifen. Das ist das Ziel von kalter Gä-

Wochen. Sie sind zwar sehr zeit- und energieaufwändig, aber sie sorgen mit für den

»Fernsehbiere« mit ihrem »Einheitsgeschmack« haben zu Recht viele nach der Sortenvielfalt fragen lassen, für die das Naturpro-

dukt Bier eigentlich steht. Für diese Sor-

besonderen malzaromatischen Charakter

tenvielfalt steht traditionell die Bierland-

Umweltengagement. Durch das seit 15

lassen sich nach Angaben des Bayerischen

der Bierspezialitäten. Hinzu kommt das

Jahren praktizierte EMAS-Umweltmanagement verbessert sich die Umweltleistung der Brauerei ständig.

schaft in Süddeutschland. Allein in Bayern

Brauerbundes 40 verschiedene Biersorten unterscheiden. Analysen zeigen inzwi-

schen deutlich, dass der Verbraucher wie-

der bereit ist, für Qualität deutlich mehr

gl aubwürdig – nachhaltig – regional

auszugeben. Er sucht die Abwechslung,

Diese deutliche Verbindung der geistigen

Hier rücken dann Spezialsorten wie z.B.

richtung der Wirtschaftsbetriebe hilft,

Blick des Verbrauchers. 

dig zu bleiben. Zudem lebt der Heilige

martin glaab

Grundlagen mit der ökonomischen Aus-

Gästen und Kunden gegenüber glaubwür-

das besondere Bier für besondere Anlässe.

.

der Andechser Doppelbock Dunkel in den

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bergecho 1 . 2015

|  klosterbrauerei

Vorreiterrolle annehmen Pater Valentin Ziegler und Umwelt-Auditor Dr. Reiner Beer im Gespräch über Nachhaltigkeit und Umweltschutz der klösterlichen Wirtschaftsunternehmen.

Klöster denken und handeln mit langfristigen Perspektiven. Was dies für die Entwicklung der klösterlichen Wirtschaftsbetriebe in Andechs bedeutet, welchen Stellenwert Umweltschutz und Nachhaltigkeitsdenken haben, darüber hat Martin Glaab mit Pater Valentin Ziegler und dem langjährigen Umwelt-Auditor der klösterlichen Wirtschafts­ betriebe, Dr. Reiner Beer, gesprochen.

Pater Valentin, Sie stammen aus einer altein­ gesessenen Winzerfamilie in der Pfalz und haben schon früh die Bedeutung einer intakten Umwelt für ein nachhaltiges Wirtschaften hautnah erlebt. Gibt es aus dieser Zeit ein Erlebnis, von dem Sie sagen können, dass es Sie für Nachhal­ tigkeit sensibilisiert hat?

»Nachprüfbare Nachhaltigkeit« ist für Sie ein Lebensthema geworden, Herr Dr. Beer. Gibt es für Sie persönlich ein Schlüsselerlebnis, an dem Sie Ihre Entscheidung festmachen können, »nachprüfbare Nachhaltigkeit« zu Ihrem Beruf zu machen?

Pater Valentin Ziegler In den Jahren,

Einmal sind das meine Erinnerungen an

ren Flurbereinigungen ein großes Thema.

Mal klar, dass unsere Ressourcen endlich

Bäume gefällt und so hat sich die Land-

rund um den Club of Rome im Ohr, dass

wo ich in der Pfalz aufgewachsen bin, waBäche wurden in Betonwannen gelegt,

Dr. Reiner Beer Es gab zwei Meilensteine.

die Ölkrise 1973. Da wurde mir zum ersten sind. Deutlich habe ich die Diskussionen

schaft total verändert. An diesem Beispiel

wir noch zwanzig Jahre Öl haben und

einer Landschaft verbunden zu sein. Man

nern, dass ich an den autofreien Sonnta-

ist mir aufgegangen, was es heißt, mit

darf einfach nicht aus den Augen verlie-

ren, wo der Mensch lebt. Natürlich gab

es in dieser Zeit auch einen anderen und sensibleren Umgang mit Spritzung und

Düngung der Weinberge.

dann ist es vorbei. Ich kann mich erin-

gen mit dem Fahrrad auf der Autobahn gefahren bin. Die Frage hat mich umgetrie-

ben: Wie finden wir andere Wege, um von

A nach B zu kommen? Der zweite Meilenstein war meine Promotion. Hier ging es

mir um ein umweltfreundliches Verfah-

ren für die Gewinnung von Alpha­zellulose und Zellstoff aus Holz. Ich konnte ein


bergecho 1 . 2015  |

»Entscheidend ist die Leis-

tung, die ein Unternehmen

zum Schutz der Menschen, schwefelfreies Aufschlussverfahren ent-

der Ressourcen und damit

reinigung wesentlich reduzierte. Hier ist

Reiner Beer

wickeln, das die Wasser- und Luftverun-

für mich ganz deutlich geworden: Nach-

der Umwelt erbringt.«

haltig arbeiten bedeutet, möglichst wenig

Abfälle zu produzieren und die Rohstoffe am besten zu 100 Prozent nutzen.

Heute wird viel von Nachhaltigkeit gesprochen. Wofür steht der Begriff und wofür kann er nicht herhalten? Dr. Beer Ich gebrauche den Begriff »Nach-

haltigkeit« äußerst ungern, da er ganz unterschiedlich interpretiert wird. Es

gibt nachhaltige Forstwirtschaft, es

P. Valentin Benediktiner standen ja im-

der Ressourcen und damit der Umwelt er-

Sie schufen Zentren der Wissenschaft,

verbrauch, den Ausstoß von CO 2 und viele

mer auch für die Kultivierung des Landes.

bringt. Dazu schauen wir auf den Strom-

Bibliotheken und Schulen. Für uns Bene-

andere Parameter. Aber auch auf die Zahl

ständigkeit zu tun, mit einer tiefen Ver-

sundheit der Mitarbeiter. Das wiegt viel

diktiner hat Nachhaltigkeit mit Bodenbindung mit dem Land, wo das Kloster

steht. Da, wo ich als Mönch lebe, möch-

der Arbeitsunfälle, die verbesserte Ge-

schwerer als eine perfekte Dokumenta-

tion. Wir prüfen als Auditoren nicht nur

gibt nachhaltiges Finanzwesen, es gibt

te ich auch die Ressourcen, die da sind,

Plus oder Minus, sondern wir geben An-

darauf, ob ich ein Objekt auf Dauer ver-

sie so nutzen, um eben auch weiteren

besserung in den Bereichen Umwelt und

nachhaltige Gebäudewirtschaft im Blick

nutzen zum Wohle aller und ich möchte

mieten kann. Das sind alles relativ ein-

Mönchsgenerationen das Leben an die-

muss man natürlich wirtschaftlich Erfolg

Benediktiner eher in Jahrhunderten.

dimensionale Sichtweisen. Erst einmal

haben. Aber dieser Er-

folg hat unter Beachtung bestimmter Rahmenbe-

dingungen zu geschehen, die dazu beitragen, dass

wir und nachfolgende Generationen auch noch leben können. Wenn man

in Gegenden unterwegs

ist, wo das nicht selbst-

sem Ort zu ermöglichen. Da denken wir

»Für uns Benediktiner

hat Nachhaltigkeit mit

Bodenständigkeit zu tun, mit einer tiefen Verbindung mit dem Land.« P. Valentin

verständlich ist - in Asien,

Herr Dr. Beer, Sie sind welt­ weit unterwegs. Was erleben Sie in Regionen, wo eine Sensi­bilität für Nachhaltig­ keit nicht so entwickelt ist. Wo setzen sie an? Dr. Beer Wir versuchen

mit unseren Zertifizie-

rungen einen bestimm-

ten Grundgedanken in

in China - da sieht man erst einmal, was

die Unternehmen einzupflanzen - und

zur Verfügung steht, wenn die Luft ver-

System nach einer ISO-Norm macht be-

das bedeutet, wenn kein frisches Wasser schmutzt ist, wenn sie die Sonne nicht

das nicht nur innerhalb Europas. Ein

stimmte Vorgaben. Da gibt’s Dokumen-

sehen können und wenn auch nicht ge-

tationen, da gibt’s Papier und ich glaube,

arbeiter. Ich gebrauche lieber den Begriff

man will. Das allein macht es nicht bes-

achtet wird auf die Gesundheit der Mit-

»Umwelt und Soziales«, dann ist klar, um was es geht.

man kann so viel Papier produzieren wie

ser. Entscheidend ist die Leistung, die ein

Unternehmen zum Schutz der Menschen,

regungen, wie eine kontinuierliche VerSoziales möglich ist.

Eine solche kontinuierliche Verbesserung im Blick auf Umwelt und Soziales ist ja eigentlich dem benediktinischen Gelübde des »klöster­ lichen Lebenswandels« recht nahe, oder? P. Valentin Ja, dieses Gelübde möchte

den Mönch zu einem ausgewogenen Le-

ben führen, dazu, dass er sich selbst im-

mer mehr erkennt, und Gottes Einladung zur Umkehr stets neu annimmt. Für ei-

ne klösterliche Gemeinschaft heißt das, durch unser Wirtschaften zu einer solchen Ausgewogenheit auch in unserer

Umwelt beizutragen. Benedikt schreibt ja in seiner Regel: »Von ihrer Hände Arbeit sollen sie leben.« Das soll also nicht nur

die nächsten fünf Jahre geschehen.

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bergecho 1 . 2015

|  klosterbrauerei

»Es ist uns wichtig, dass

unsere Identität als Mön-

che sichtbar ist – zu zeigen,

dass es für uns eine Selbst-

verständlichkeit ist, in

Umweltfragen sensibel zu sein und zu bleiben.« P. Valentin

Herr Dr. Beer, die Begleitung klösterlicher Unternehmen beim Umweltmanagementsystem EMAS ist für Sie wahrscheinlich nicht alltäglich. Welche Unterschiede sehen Sie im Vergleich zu Unternehmen ähnlicher Größenordnung, aber mit anderen Eigentümern? Dr. Beer Ich glaube, der wesentliche Un-

Pater Valentin, sie haben über Jahre mit Verant­ wortung für die Wirtschaftsbetriebe getragen. Umweltschutz und Nachhaltigkeit haben in Ihrer Amtszeit als Cellerar einen großen Stellen­ wert erlangt. Wie haben Sie diese Zeit wahrge­ nommen? P. Valentin Das Wirtschaftsleben ist

terschied liegt darin, dass die einzelnen

noch schnelllebiger geworden und es hat

chen Unternehmen bewusster gesehen

Siebziger und Achtziger Jahren unsere

Aspekte der Nachhaltigkeit bei klösterliwerden. Auch werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier

mehr einbezogen, das

ist in anderen Unter-

nehmen nicht immer so. Ich denke, dass

die Kooperation mit der Belegschaft bei

klösterlichen Un-

ternehmen doch in-

sich als sehr weise herausgestellt, in den

»In Andechs wird eben nicht

nur darauf geschaut, ob sich eine Inve­stition nach einer

kurzen Zeit rechnet, sondern

ob eine längerfristige Perspek-

tive gewahrt bleibt.« Reiner Beer

tensiver gelebt wird

Brauerei komplett

neu zu bauen. Die-

P. Valentin Am deutlichsten wurde mir

dies bei der Entscheidung für die Erneue-

rung unseres Wasserhauses und die CO 2-

Rückgewinnungsanlage, die sich sicher-

se Entscheidung war

lich nicht in betriebswirtschaftlich übli-

unumstritten im

wollten wir als Brauerei einfach CO 2-frei

dem Risiko behaftet,

le annehmen, die man uns als klösterli-

wirklich abbezahlen

hinaus zu denken und zu handeln.

sind in den Jahren die

Dr. Beer Solche Investitionen, von denen

damals nicht ganz

Konvent und war mit ob wir die Schulden

können. Natürlich Umweltfragen viel

als in weltlichen Unternehmen. Da ist

stärker in den Fokus gerückt und wir ha-

ander Leben und Arbeiten. Ich bin der

reagiert. Viele Entscheidungen haben wir

eine andere Identifikation, ein mitein-

Konkrete Nachfrage: Sie treffen sich regelmäßig im Gesamtkapitel alle sechs bis acht Wochen, wo nicht nur im geistlichen Bereich Entscheidun­ gen gefällt werden, sondern auch im ökonomi­ schen. Welche ökonomische Entscheidung war am wenigsten darauf ausgelegt, Investionen schnell wieder »reinzuholen«, sondern Nachhal­ tigkeit und Umweltschutz zu unterstreichen?

chen Zeiträumen rechnet, sondern hier

produzieren. Wir müssen die Vorreiterrol-

ches Unternehmen zutraut, über den Tag

Sie sprechen, Pater Valentin, dienen ja

auch nicht zu 100 Prozent immer nur dem

ben als klösterliche Unternehmen darauf

Umweltschutz, sondern mit ihnen kann

Meinung, das ist der wesentliche Punkt,

getroffen, um mit Energie, Wasser, Ab-

ren, wie zum Beispiel den Schutz der Mit-

beiten und etwas zu sagen haben, ernst

zugehen. Hier haben wir in den letzten

dass man alle, die im Unternehmen ar-

nimmt. Wichtig ist auch, dass eine noch

weitgehendere Betrachtung aller Themen

wässern noch verantwortungsvoller um-

arbeiterinnen und Mitarbeiter. Hier grei-

zehn Jahren massiv investiert. Dabei ist

sicherheit und Gesundheit ineinander.

es uns wichtig, dass unsere Identität als

durchgeführt wird, auch dort, wo es wirt-

Mönche sichtbar bleibt; also zu zeigen,

Andechs wird eben wirtschaftlich nicht

Umwelt verantwortungsbewusst waren

schaftlich nicht immer toprelevant ist. In

nur darauf geschaut, ob sich eine Investi-

tion nach einer kurzen Zeit rechnet, son-

dern ob eine längerfristige Perspektive ge-

wahrt bleibt.

man auch angrenzende Bereiche optimie-

dass wir in Fragen der Ressourcen und der und sind.

fen Aspekte von Umweltschutz, Arbeits-

Solche »Kombinationseffekte« bei Investi-

tionen werden oft übersehen und da hilft

EMAS, eine ganzheitliche Betrachtung im Unternehmen zu wahren.


bergecho 1 . 2015  |

I n f o r m at i o n Klösterlichen Unternehmen sind ja oft mit einer kritischen Öffentlichkeit konfrontiert, gerade im Blick auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Sehen Sie darin auch eine Chance, P. Valentin? P. Valentin Das sehe ich differenziert.

Es gibt mit öffentlicher Wahrnehmung

unterschiedliche Erfahrungen. Um nach-

haltig zu wirtschaften und dieses Konzept dann auch durchzuhalten, dazu braucht es stabile politische Rahmenbedingun-

gen und ein schlüssiges Gesamtkonzept. Letzteres braucht Zeit und dies zu erklä-

ren und zu transportieren ist nicht immer einfach. Wir haben Potentiale für weitere

Verbesserungen und werden sie nutzen.

Ist EMAS vielleicht auch deshalb für mittelstän­ dische Unternehmen so attraktiv, weil es nicht nur zur Normierung und Dokumentation hilft, sondern auch in der Unternehmensentwicklung Anreize setzt? Dr. Beer Mit EMAS haben Unternehmen

ein Umweltmanagementsystem, das ih-

nen hilft, sich strukturiert mit den Rahmenbedingungen auseinanderzusetzen.

Mit EMAS kann man diese Bedingun-

gen in einem System betrachten und be­ werten: zunächst direkte Umweltaspekte wie den Umgang mit Lärm, Wasser,

Ab­wasser, Abfall usw. Dann aber auch indirekte Umweltaspekte, z.B. Transport und Logistik, Mitarbeiter, sozia-

le Aspekte, Gesund­heit, Arbeitssicher-

heit, gerade beim Umgang mit Gefahrund Schad­stoffen, Brandschutz, einen

Rahmen­notfallplan, also ein gesamtes Risikomanagementsystem.

Jetzt sind die klösterlichen Wirtschaftsbetriebe in Andechs auf EMAS-Basis seit 15 Jahren für Umweltschutz und Nachhaltigkeit engagiert. Welche Potentiale sehen Sie, Herr Dr. Beer, für Andechs, im Umweltengagement weiter Fort­ schritte zu erzielen? Dr. Beer Das größte Potential liegt im

System EMAS selbst. Andechs hat mit

EMAS einen festen Rahmen, um sich immer wieder neu Gedanken über das Be­

stehende zu machen, neueste Technolo­

gien einzubeziehen und die Rahmenbedingungen im Blick zu halten mit dem

Ziel, weiter nachhaltig zu wirtschaften.

Aber wir müssen auch die besondere Si-

tuation hier in Andechs berücksichtigen, z.B. die komplexe Hang- bzw. Berglage

des ganzen Areals. Wir wollen Ausge-

wogenheit, Kontinuität und Rentabiltät

für die nachhaltige Entwicklung unserer

.

Wirtschaftsbetriebe miteinander verbinden. 

»EMAS ist ISO Plus« Der Unterschied zwischen EMAS und ISO 14001 Die Anforderungen der ISO 14001 an ein Umweltmanagementsystem sind auch Kernbestandteil von EMAS. In EMAS ist das Kapitel 4 «Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem« der ISO 14001 enthalten. EMAS verlangt die Erfüllung dieser Anforderungen und darüber hinaus jedoch noch eine sogenannte «Umwelterklärung” und besondere Anstrengungen hinsichtlich • Einhaltung von Rechtsvorschriften • Umweltleistungen • Externer Kommunikation u. Beziehungen • Einbeziehung der Arbeitnehmer Hieraus ergibt sich eine besondere Qualität von EMAS, vor allem durch die Ausrichtung auf Kommunikation, Partizipation, Dialog und Transparenz . Dies schafft Vertrauen und bringt Verbindlichkeit sowie Dynamik in den Prozess der kontinuierlichen Verbesserung der Umweltperformance. Quelle: www.14001news.de

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bergecho 1 . 2015

|  klosterbrauerei

Energie gespart – Emissionen gesenkt – neue Ziele

Klosterbrauerei Andechs mit ambitionierten Umweltzielen für 2015

Die Klosterbrauerei Andechs hat ihren Gesamtenergieverbrauch 2013 pro produziertem Hektoliter Bier um rund 3 Prozent auf unter 46 kWh gesenkt. Den Ausstoß an CO2 konnte die Brauerei im gleichen Zeitraum um weitere gut 5 Prozent auf 12,43 kg pro Hektoliter reduzieren. Dies geht aus der jetzt aktualisierten Umwelterklärung der Klosterbrauerei hervor, die den Zeitraum bis einschließlich 2013 umfasst. Um noch aktueller zu berichten, wird die Klosterbrauerei die Zahlen für das Jahr 2014 schon im ersten Halbjahr 2015 veröffentlichen. Für 2015 hat sich die Klosterbrauerei ambitionierte Ziele gesetzt. So soll der Wasserverbrauch der Flaschen­waschmaschine um bis zu 20 Prozent sinken.

A

»Eine großartige Teamleistung, auf die wir alle miteinander stolz sein können.« Alexander Reiss, Betriebsleiter der Klosterbrauerei (3. v. l.), mit Jürgen Scholz, Gefahrenstoffbeauftragter (1. v. l.), Georg Filgertshofer, Abfallbeauftragter (2. v. l.), Andreas Weikenstorfer, Umweltmanagementbeauftragter und Leiter Betriebstechnik der Klosterbrauerei (2. v. r.) und Wolfgang Westermeier, Strahlenschutzbeauftragter und Fachkraft für Arbeits­ sicherheit (1. v. r.). künftig noch aktueller zu berichten, wer-

weltministerin Barbara Hendricks hatte

Umwelterklärung wird sich dann auch un-

als »innovatives EMAS-Unternehmen«

Halbjahr 2015 veröffentlichen. In dieser

sere neue Kälteanlage sehr positiv auf unsere Ökobilanz auswirken.«

Für 2015 hat sich die Klosterbrauerei

mit ihrem Umweltprogramm einiges vor-

genommen. Um bis zu 20 Prozent soll der

lexander Reiss, Betriebsleiter der

Wasserverbrauch der Flaschenwaschma-

sehr zufrieden und betont: »Wir

in der Lagerhalle werden Beleuchtung,

Klosterbrauerei, ist mit den Zahlen

haben die Maßnahmen, die in der letzten

Umwelterklärung angekündigt worden

sind, konsequent umgesetzt. Hinter den

erfolgreich absolviert haben. Bundesum-

den wir die Zahlen für das 2014 schon im

schine sinken. In der Flaschenfüllerei und

Lüftung und Heizung erneuert, um auch

hier die Potentiale zur Energieeinsparung voll auszuschöpfen.

zudem die Klosterbrauerei im Januar 2014

ausgezeichnet.

Das Kloster Andechs ist auf eine in­

takte Umwelt angewiesen, sowohl als

ältes­ter Wallfahrtsort Bayerns, als auch

als Ausflugsziel für rund eine Million Besucher im Jahr. Als Produzent hochwer-

tiger Lebensmittel sind für das Kloster

ökonomisches und ökologisches Handeln

zwei Seiten einer Medaille. So ist die Klos-

terbrauerei auf ein langfristiges organi-

sches Wachstum und eine kontinuierliche

2013 hatte die Klosterbrauerei erneut

Verbesserung der Ökobilanz ausgerichtet.

sein können.« In der Umwelterklärung

EMAS-Richtlinien erhalten. EMAS steht

trägt sie einen großen Teil des pastoralen,

die Klosterbrauerei die Änderungen ihres

ist eines der weltweit anspruchsvollsten

und ihr Umweltprogramm aktualisiert.

ment. Die Klosterbrauerei Andechs gehört

Zahlen steht eine großartige Teamleis-

tung, auf die wir alle miteinander stolz

2014 mit den Zahlen von 2009 bis 2013 hat Umweltmanagementsystems dargestellt Sie ist auf www.andechs.de publiziert.

Alexander Reiss blickt aber schon vo-

raus auf die Umwelterklärung 2015: »Um

die Öko-Auditierung nach den strengen

für »Eco-Management Audit Scheme« und

Als größter Wirtschaftsbetrieb des Klosters sozialen und kulturellen Engagements

des Klosters in München und Andechs.

Systeme für nachhaltiges Umweltmanage-

Diese Aktivitäten von der Seelsorge über

damit zu den derzeit rund 20 von ca. 650

Orff-Festspielen in Andechs finanziert

mittelständischen und großen Brauerei-

en in Deutschland, die dieses EMAS-Audit

die Obdachlosenhilfe bis hin zu den Carl

.

das Kloster ohne Mittel aus der Kirchen­ steuer. 


bergecho 1 . 2015  |

Ein Bierglasmotiv als Fenster in die Vergangenheit

Über 80 Jahre Zusammenarbeit mit Glashersteller Franz Herb

keine mehrfarbigen Motive zuließ. »Aber

bei uns in der Firma saßen die Mitarbeiter

in den 20er Jahren jeder mit einer anderen

Farbe ›bewaffnet‹, die das mit den Stahl-

rahmen ins Glas gedrückte Motiv dann bemalt haben.« Große Stückzahlen sind mit einem solchen Verfahren nie erzielt wor-

den. Franz Gensthaler: »Eine Serie von 30

Bierseidl war damals für unser Unternehmen schon ein Großauftrag«.

Unternehmen wie Franz Herb findet

man heute nur noch selten, eine Firma,

Schon über 80 Jahre währt die Zusammenarbeit zwischen der Klosterbrauerei Andechs und dem Unternehmen »Franz Herb«. Vor kurzem erhielten wir vom derzeitigen Inhaber der Firma, Franz Gensthaler, ein Dokument dieser langen und fruchtbaren Geschäftsverbindung – ein Bierglasmotiv der Klosterbrauerei, wie es in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts die Gläser der Andechser Klosterbiere zierte.

die trotz ihrer Vielzahl an Kunden und

Partnern immer noch auf Qualität statt

Quantität setzt. Seit der Gründung 1920

durch Franz Herb in der Münchner Lig-

D

eutlich zu sehen sind auf dem

Bierglasmotiv mehrere Bauten

am Klosterberg, die heute längst

salzstraße liefert das Unternehmen von

seinem oberbayerischen Sitz in Puchheim

Biergläser, Glasseidel, Steinzeugkrüge,

Biergartenmöbel und Bierfilzl in alle Welt.

verschwunden sind. So zum Beispiel im

Nach der weitgehenden Zerstörung 1943

die beiden großen Gebäude. Dabei han-

Wiederaufbau 1949 zog die gesamte Pro-

Vordergrund am Fuß des Heiligen Berges delt es sich unten um den so genannten

Langsteiner Hof, der auf dem heutigen Motor-

radparkplatz stand und

Anfang der 1970er Jahre

abgebrochen wurde. Das

größere Gebäude darü-

ber zeigt den um das Jahr

1865 errichteten Wirt-

während des Zweiten Weltkriegs und dem duktion 1972 nach Puchheim. Seit ihrem

»Die mit diesem Motiv gestalteten Andechser

Biergläser aus den 20ern

sind allesamt Unikate.« Franz Gensthaler

schaftshof. Schon 1928

Eintritt in das Unternehmen 1978 treiben Franz

und Peter Gensthaler die

Unternehmensentwick-

lung voran. 1998 folgt die Einführung eines com-

putergesteuerten Produk-

tionssystems, 2008 die

Erweiterung der Logistik.

wurde er abgetragen und an seiner Stelle

2013 wird die Direktdruckabteilung durch

ligen Berg ausgewiesen. Heute ist hier der

maschine verstärkt und schließlich heuer

unter anderem das Symposium »Kunst

Betrieb genommen.

der erste Parkplatz für Automobile am HeiSkulpturenpark zu finden, wo Jahr für Jahr

und Bier« stattfindet.

»Die mit diesem Motiv gestalteten

Andechser Biergläser aus den 20ern sind

eine weitere vollautomatische 8-Farben-

die »digital-ready-to-print-production« in Wir freuen uns auf die weitere Zu-

sammenarbeit mit unserem langjährigen

Glaslieferanten Franz Herb, damit auch in

allesamt Unikate«, so Franz Gensthaler.

Zukunft die Andechser Klosterbiere durch

umdruck-Verfahren, das zwar eigentlich

selbar bleiben. 

Das liegt am damals praktizierten Stahl­

.

ein individuelles Glasdesign unverwech-

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32

| 

bergecho 1 . 2015

|  gastlichkeit

Von der Kunst jedem als Gast zu begegnen

Klösterliche Gastlichkeit an der Schenke des Bräustüberls

An einem guten Samstag werden an der Bräustüberlschenke mehr als 4.000 Maß Andechser Klosterbier und alkoholfreie Getränke ausgeschenkt. Eine stolze Zahl und ein wichtiger Dienst an den Gästen des Heiligen Berges. Aber ebenso mitunter ein hartes Stück Arbeit. Eine kleine Reihe über die Abteilungen des Bräustüberls möchte zeigen, dass es eine Kunst ist, jedem Bräustüberl­ be­sucher als Gast zu begegnen. Den Auftakt macht die Schenke, für viele Gäste eine der Quellen der Andechser Gastlichkeit.

E

»

s gibt Tage, da kommt einfach al-

betont Josef Eckl – wieder mit einem wis-

Leiter des Andechser Bräustüberls.

dass das nicht immer der Fall ist, seit er

les zusammen«, meint Josef Eckl,

senden Lächeln – und man merkt ihm an,

Erst setzt er ein Gesicht wie »Sieben-Tage-

1997 im Bräustüberl seinen Dienst begon-

tes Lächeln deutet schon an, wie der Satz

wir auf vieles vorbereitet. Aber ein Team,

ertag, Temperaturen um 24 Grad herum,

tes Team.«

mel, leichter Wind. Für uns ein Bilder-

Die Schenke – Quelle der Andechser Ga stlichkeit

An solchen Tagen besuchen mehrere tau-

Wenn der Durst und der Andrang im

gen Berg Bayerns.

sich vor der Kasse der Schenke schnell wie

Regenwetter« auf, aber sein verschmitz-

weitergehen wird. »Wochenende oder FeiSonnenschein, ein paar Wolken am Him-

buchwetter, da haben wir richtig zu tun.« send Gäste das Bräustüberl auf dem HeiliJosef Eckl und seine Leitungskollegen

Swaantje di Pietro und Michael Jage sowie

nen hat. »Unverhofft kommt oft. Klar sind das nicht improvisieren kann, ist kein gu-

Bräustüberl besonders groß sind, bildet

aus dem Nichts eine lange Schlange. Sol-

che Fälle haben Josef Eckl und seine Kolle-

Kai Bethke als Vorarbeiter haben dann al-

gen im Blick: »Wir kennen die Wettervor-

zu sitzen und die Belegschaft, an solchen

Bus- und anderen Besuchergruppen kom-

le Hände voll zu tun. Jeder Handgriff hat

Tagen immerhin bis zu 35 Mitarbeiterin-

hersagen, wissen wann die Wallfahrts-, men. So können wir schnell reagieren.«

nen und Mitarbeiter inklusive der Saison-

Zu solchen Stoßzeiten arbeiten dann pro

motiviert sein. Vorratshaltung, Logistik,

schank.

Spüldienste – alles greift im Idealfall wie

Getränke entsprechend dem Kassenaus-

kräfte, müssen optimal organisiert und Verkauf, Kassenführung, Abräum- und

ein gut geöltes Räderweg nahezu laut- und

reibungslos ineinander. »Im Idealfall«,

Schicht bis zu acht Schankkellner am AusIn der Hauptsache geht es darum, die

druck im Blick auf Menge und Qualität

korrekt einzuschenken und an den Gast


bergecho 1 . 2015  |

auszugeben. Das hört sich zunächst ein-

Günther Wildmann, Afrim Shahinaj, Cafer Gürgen, Kai Bethke und Armin Wilhelm (vl.n.r.).

mal recht einfach an. Michael Jage, Abtei-

lungsleiter der Schenke, erklärt, was dafür eigentlich nötig ist: »Unsere Gäste wollen

zurecht eine qualifizierte und freundliche

Bedienung. Das heißt: Wir müssen jedem Gast Aufmerksamkeit schenken, konkret:

ihn ansehen und auf Rückfragen freund-

lich und kompetent eingehen können.

Das ist gerade in Stoßzeiten immer wieder eine Herausforderung.«

Damit dies aber gelingt, muss in der

Schenke jedes Mitglied im Team Könner

seines Handwerks sein. »Unsere Kollegen

müssen Schanktechnik und Ausschank-

vorgang sowohl bei Bier als auch bei den

alkoholfreien Getränken absolut sicher beherr-

schen«, so Michael Jage.

»In einem eingespielten

Team geht dies schnell,

sicher und fließend. Füll-

mengen werden weder

unter- noch überschritten,

Die Weiterentwicklung der Zapfhähne

in den vergangenen Jahrzehnten hat dazu beigetragen, dass man heute wesentlich

konstantere Ergebnisse an

»Unverhofft kommt oft.

Aber ein Team, das nicht improvisieren kann,

ist kein gutes Team.«

Schankverluste entstehen kaum und das

der Schenke erzielen kann.

Josef Eckl fasst seine Er-

fahrungen so zusammen:

»Vor gut 20 Jahren wurde

So ist Josef Eckl stolz auf die Mann-

schaft um Michael Jage: »Sinan Altinel,

Ali Ar, Kai Bethke, Erkan Bozkurt, Necmi

Duran, Johann Engel, Mentor Gashi, Cafer Gürgen, Hüseyin Karabulut, Afrim Sha-

hinaj, Pedro Pablo Soto Siera, Selayi Poy-

raz, Armin Wilhelm, Günther Wildmann und Ali Yildirim sind ein eingespieltes

oft ein großes Geheimnis

Team«, so Josef Eckl. »Jeder hat einmal ei-

macht. Es war damals we-

Und wenn ein Gast Grund zur Beschwer-

um den Schankhahn ge-

sentlich schwieriger, Bier einzuschenken,

nen schlechten Tag – Gast wie Gastgeber.

de hat, nehmen wir uns für ihn extra viel

Ganze krönt am Ende eine perfekte Blume.

da diese Hähne nicht einstellbar waren,

Zeit, um die Angelegenheit in Ruhe zu

tik haben nichts in der Schenke zu suchen.

oder schnell laufen lassen. Zu dieser Zeit

kommen.« 

Nervosität, Unkonzentriertheit und Hek-

Zusammenarbeit und Ergänzung sind für uns ein Muss.«

d.h. man konnte das Bier nicht langsam war die Fähigkeit des Schankkellners noch mehr gefragt. Heute lassen sich die Zapf-

hähne ganz individuell einstellen. Dazu

Dreh - und Angelpunk t in der Schenke – der »Verteiler«

gehört neben verschiedenen Auslauftüllen

Ohne den »Verteiler« geht an Tagen mit

wie auch eine flexible Justiereinheit. So ist

ist der Organisator, der »kleine Chef«. Der

möglich, eine Halbe einzuschenken, ohne

vielen Gästen in der Schenke nichts. Er

Verteiler nimmt die Kassenbons an, leitet die Bestellung an seine Kollegen weiter

ein mehrfach verstellbarer Kompensator

es mit entsprechender Übung problemlos dass Bier bzw. Schaum überläuft.«

und reicht dann dem Gast das gewünschte

Gä sten ein guter Ga stgeber sein

keit sind hier besonders gefragt – gerade

Dennoch kommt es vor, dass auch Josef

klamationen und falschen Bestellungen.

kommen. Ihn ärgern immer wieder Zu-

Vorbereitung und überwacht die Qualität

hintergrund seiner Kollegen an der Schen-

Getränk. Konzentration und Freundlich-

auch im Umgang mit dem Gast bei Re-

Der Verteiler regelt den Getränkefluß, die

Eckl und seine Kollegen an ihre Grenzen schriften, die sich über den Migrations-

des Getränks. Macht er seine Arbeit gut,

ke beschweren: »Unsere Kolleginnen und

le Durchlaufgeschwindigkeit, so dass der

für unser gesamtes Team eine wichtige

erreicht die Schenke insgesamt eine ideaGast rasch und gut versorgt wird.

.

besprechen und zu einer guten Lösung zu

Kollegen mit Migrationshintergrund sind Stütze. Wir möchten sie nicht missen.«

Selayi Poyraz an der Kasse des Bräustüberls

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bergecho 1 . 2015

|  gastlichkeit

Klosterbiere einmal ganz anders genießen

Tiramisu mit Andechser Export Dunkel

Andechser Klosterbiere wecken die Experimentierfreude bei Gastro­nomen. Carola Petrone vom Dorf-Gasthof »Il Plonner« in Oberpfaffenhofen hat ein Tiramisu mit Andechser Export Dunkel, das es im wahrsten Sinne des Wortes in sich hat.

I

l Cielo ist italienisch, heißt »der Him-

Ein Tiramisu der besonderen Art Im angeschlossenen Biohotel »Il Plon-

Zutaten

ner« kann man im Restaurant die Bio-Kü-

▪▪ 1 Flasche Andechser Export Dunkel

Petrone. Bei ihnen dreht sich alles um das

genießen und der Fest-Service berät ger-

▪▪ 500 g Mascarpone

wollen mit unserem Essen ein Stück Him-

Dabei ist eines über die Jahre gleich geblie-

mel« und ist auch der Name des Un-

ternehmens von Carola und Domenico

Thema Essen. Ihr Anspruch ist hoch: »Wir mel auf die Erde holen.«

Dass Carola Petrone dann auch beson-

deren Ehrgeiz auf ein besonderes Tiramisu

che der Petrones mit der ganzen Familie

ne ganz individuell bei Cateringanfragen. ben: Sie lieben Kinder und lieben es, für sie zu kochen.

verwendet, versteht sich: »Ich habe schon

Kochen ganz frisch : regional – saisonal – umweltbewusst

kelbier-Tiramisu genommen, bis ich wirk-

Schon beim Einkauf achtet Carola Petro-

mehrere Anläufe für das Andechser Dun-

▪▪ 4 Eier

▪▪ 400 g Bio Dinkel Löffelbiskuit ▪▪ Saft von ½ Bio-Orange ▪▪ 50 g Zucker ▪▪ 2 EL Honig

▪▪ Dunkle Schokolade gehackt

Zubereitung Die Löffelbiskuit mit etwa 250 ml Bier

lich selbst 100% zufrieden war.« Und dabei

ne auf gesicherte Herkunft und Qualität

gut tränken. Die Eier trennen und das

Wert darauf, keine Convenience-Produkte

Produkte aus der Region: »Das ist einfach

lange rühren bis die Masse weiß wird.

dadurch bis zu 100% höher ist als bei kon-

rechter«, so Carola Petrone. Das bedeu-

carponemasse den Honig, den Oran-

legt die Leiterin von Il Cielo besonderen

zu verwenden, auch wenn der Aufwand

der verwendeten Produkte. Sie bevorzugen frischer, schmackhafter und umweltge-

ventioneller Speisenzubereitung.

tet auch, dass viele saisonale Produkte

Wie alle s begann

spiel gibt es nur in der Erdbeerzeit. Dann

Am Anfang waren Carola und Domenico

verwendet werden. Erdbeeren zum Bei-

schmecken sie nicht nur am besten, sie

Eigelb mit Zucker und Mascarpone so

Eiweiß zu Schnee schlagen. In die Mas-

gensaft und ca. 50 ml Dunkelbier geben

und gut verrühren. Die Masse darf nicht zu flüssig werden, evtl. die Flüssigkeit

reduzieren. Danach den Eischnee un-

Petrone Eltern, die sich nicht damit abfin-

kommen auch in erstklassiger Qualität

terheben. Die getränkten Biskuits in ei-

Kindergarten nur Fertiggerichte bekom-

rones. 

Dann eine zweite Schicht Biskuits legen.

den wollten, dass ihre eigenen Kinder im

men sollten. Mittlerweile versorgen sie in

ihrer Frischkoch-Küche von Il Cielo täglich

viele Kinder in Schulmensen, Horten, Kindergärten und Krippen mit gesundem und

liebevoll zubereitetem Essen in zertifizierter Bio-Qualität.

.

und auf dem kürzesten Wege zu den Pet-

ne Schale geben, mit Creme auffüllen.

Mit der Creme abschließen. Das Tiramisu möglichst über Nacht in den Kühl-

schrank. Vor dem Servieren die Schoko-

lade grob hacken und über das Tiramisu

geben. Guten Appetit!


bergecho 1 . 2015  |

»Das ist aber eine nette ­Überraschung« Philip Waldner erhält die 2.000. Stammgastkarte des Andechser Bräustüberls

D

ie Andechser Stammgastkarte gibt

es seit über drei Jahren. Sie möchte

anregen, das vielfältige geistliche,

kulturelle und kulinarische Angebot auf

dem Heiligen Berg Bayerns regelmäßig zu

nutzen. Dazu muss man nicht schon lang-

jähriger Gast des Klosters sein, um in den

Genuss der Andechser Stammgastkarte zu

kommen.

Da s geistliche , kulturelle und kulinarische Angebot de s Klosters nutzen Zehn Prozent Nachlass auf den Eintrittspreis aller Führungen auf dem Heiligen

Berg gehören ebenso zum Angebot wie der ermäßigte Eintrittspreis für Oratorien­

Am 17. Februar konnte Michael Jage, Abteilungsleiter im Andechser Bräustüberl, Philip Waldner, Vertriebsingenieur aus Herrsching, als zweitausensten Inhaber der Andechser Stammgastkarte begrüßen. Zusammen mit einer Freundin besuchte er das Andechser Bräustüberl, um bei einer Andechser Apfelweiße das Wochenende einzuläuten. Dabei erzählte uns Philip, dass er meistens zu Fuß über das Kiental ins Bräustüberl wandert. Manchmal bringt er auch seine Kollegen von »Hamamatsu Photonics« aus Herrsching mit.

konzerte. Das Andechser Bräustüberl bietet den Inhabern der Stammgastkarte

vergünstigte Getränkegutscheine. An der

Bierkasse zahlt man 12 Gutscheine und er-

hält den 13. gratis dazu.

Freunde der Werke von Carl Orff erhal-

ten gegen Vorlage ihrer Stammgastkarte

im Kartenvorverkauf des Klosters Andechs

D

ie Himmlische Wirtschaft

»Andechser am Dom« lädt ein –

mit Blick auf die Frauenkirche auf

einer der schönsten Terrassen Münchens die ersten warmen Sonnenstrahlen mit

einem frischgezapften Andechser Klosterbier und bayerischen Schmankerl zu ge-

15 Prozent Nachlass auf eine Kaufkarte

nießen.

Festspiele Andechs (je nach Verfügbar-

Tradition und ein bisserl modern. Eine

sämtlicher Aufführungen der Carl Orff-

keit). Und schließlich lockt die Andechser Kloster­metzgerei mit einem Rabatt von

.

fünf Prozent beim Einkauf ab einem Ein-

kaufswert von 20,– Euro. 

Der »Andechser am Dom« – ein bisserl

Wirtschaft wie Bayern – gemütlich und

lebendig. Die Familie Krätz begrüßt Sie

ganz herzlich mit dem gesamten Team. 

i n f o r m at i o n

I n f o r m at i o n

Wer auch Andechser Stammgast werden will, füllt einfach das Antragsformular im Bräustüberl aus (zu finden auch unter www.andechs.de/stammgast.html)und schickt es zusammen mit einem Passfoto an: Andechser Bräustüberl, Bergstraße 2, 82346 Andechs.

Andechser am Dom Weinstraße 7a, 80333 München Tel. 089/24292920

Die Stammgastkarte liegt dann nach etwa zwei bis drei Wochen zur Abholung an der Schänke des Bräustüberls bereit.

öffnungszeiten täglich 10.00–1.00 Uhr www.andechser-am-dom.de

.

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bergecho 1 . 2015

|  landwirtschaft

20 Jahre ökologische Landwirtschaft Naturland ehrt die Landwirtschaft des Klosters für nachhaltiges Umwelt-Engagement

Johann Kreitmeier, 1. Vorsitzender Landeskuratorium für pflanzliche Erzeugnisse in Bayern e. V. (2. v. l.); Hans Hohenester, Naturland Präsidium/1. Vorsitzender Naturland Erzeugerring e.V. (4. v. l.); Jakob Opperer, Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (2. v. r.); Hubert Heigl, 1. Vorsitzender Naturland Bayern e.V. (1. v. r.)

Seit 20 Jahren ist die Landwirtschaft des Klosters Andechs Mitglied im Naturland e.V.. So lange engagiert sich auch Klostergutsverwalter Fritz Bernhard für den ökologischen Landbau rund um den Heiligen Berg. Die Früchte einer ebenso behutsamen wie klaren Umstellung der ursprünglich konventionell betriebenen Landwirtschaft im Jahr 1995 lassen sich seit langem ernten.

F

ritz Bernhard ist stolz und dankbar

Pioniergeist und Über zeugungsarbeit

lichen Landwirtschaft: »Die Um-

»Um mit der klösterlichen Landwirtschaft

für die Auszeichnung der klöster-

stellung auf Öko-Landbau war 1995 viel

weniger selbstverständlich als es heute

scheinen mag. Zu dieser Zeit gab nur rund

auch einen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung zu leisten und die benedik-

tinische Tradition fortzuführen, haben

300 Betriebe in ganz Bayern, die nach den

wir die Landwirtschaft 1995 auf biologi-

Heute sind es mehr als sechs Mal so viel.

Naturlandverbandes umgestellt«, so Fritz

zeugungsarbeit gefragt.« Der lange Atem

Andechs das Glück, den Öko-Landbau in

Aufgaben der klösterlichen Landwirtschaft

Besuch, wie zuletzt der Besuch des bayeri-

Naturland-Richtlinien gearbeitet haben. Da waren schon Pioniergeist und Über-

hat sich ausgezahlt, haben sich auch die in Andechs seit der Gründung der Abtei

Sankt Bonifaz 1850 grundlegend geändert.

Diente sie damals der Sicherung der Le-

bensgrundlage für die beiden Klöster An-

dechs und Sankt Bonifaz, so werden heute

Nahrungsmittel für viele Menschen produziert.

schen Landbau nach den Richtlinien des

Bernhard. »Wir hatten und haben hier in Bayern mit zu prägen.« Auch prominenter schen Landwirtschaftsministers Helmut

Brunner 2014, unterstreichen die Bedeutung der klösterlichen Landwirtschaft.

Immer wieder ist die Landwirtschaft des

Klosters auch Ziel für verschiedene Fach-

gruppentreffen des Naturland Verban-

des. So fand im Sommer letzten Jahres ein

mehrtägiges Seminar zur Fortbildung von Öko-Landwirten im Bereich Bodenkunde

in Andechs statt.


bergecho 1 . 2015  |

Heute umfasst die klösterliche Land-

wirtschaft 320 ha Gesamtfläche. Die landwirtschaftliche Nutzfläche von 150 ha besteht aus 110 ha Acker, 30 ha Wiesen und

Weiden und 10 ha Gewässern und Hofflä-

chen. Durch eine klassische Fruchtfolge,

Zwischenfrüchte und Untersaaten sowie eine schonende Bodenbearbeitung wird

nachhaltige Bodenfruchtbarkeit sicher-

gestellt. Die Aufgabe des landwirtschaftlichen Unternehmensbereiches besteht heute u. a. darin, biologisches Brotge-

treide für die Hofpfisterei in München zu produzieren, die unter anderem das »An-

dechser Brot« herstellt. Die Ackerfläche

dient zur Erzeugung von Dinkel, Roggen,

Weizen und Hafer. Dazu werden auch 170 ha Wald bewirtschaftet. Die alten Nadelholzbestände, ca. die Hälfte der Waldfläche, wurden in den Jahren 1990 und 1992

von Stürmen stark beschädigt. Auf den

entstandenen Kahlschlägen werden wie

die bayerischen Landwirte seit nunmehr

20 Jahren bei den Fachberatern des Naturland Erzeugerrings.«

Der Naturland Landesvorsitzende in

Bayern, Hubert Heigl, wies bei der selben

auf den übrigen Flächen Mischwaldbe-

Veranstaltung auf die günstigen Rahmen-

der klösterliche Forst der freiwilligen Zer-

»Die Nachfrage vor allem nach heimischer

Richtlinien (PEFC) zur nachhaltigen Forst-

gen die stabilen Verhältnisse auf den Öko-

stände herangezogen. Seit 2000 unterliegt

tifizierung nach europaweit einheitlichen

wirtschaft. Daher kommen zum Beispiel

in den klösterlichen Wäldern keine Pesti-

bedingungen für den Öko-Landbau hin:

Öko-Ware ist ungebrochen. Zugleich zei-

Märkten, dass bei angespannten konven-

tionellen Erzeugerpreisen der Markt bereit

zide oder Insektizide zum Einsatz.

ist, den Mehrwert, den Öko-Bauern für

Erfolg beim Umstieg auf Öko -Landbau durch richtige s Betriebskonzept

güten«, sagte Heigl. Zugleich hob der Na-

Was Hans Hohenester, Vorsitzender des

gungen hervor. »Mit 273 Euro Ökoprämie

der Mitgliederversammlung der bayeri-

desweiten Spitzensatz der Öko-Förderung

Naturland-Präsidiums, Anfang März auf

die Gesellschaft erbringen, auch zu ver-

turland Landesvorsitzende die gerade in

Bayern deutlich verbesserten Förderbedinpro Hektar und Jahr wird Bayern den bun-

schen Naturland Bauern in Hohenkammer

künftig voll ausschöpfen«, betonte Heigl.

samt gesagt hat, kann auch für die klös-

kombinierbare Fördermöglichkeiten, so-

»Eine umfassende und individuelle Bera-

chen. 

über den Erfolg des Öko-Landbaus insge-

terliche Landwirtschaft in Andechs gelten: tung gerade in der Umstellungsphase ist

eine wichtige Voraussetzung für den dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg als Öko-

Betrieb. Genau diese Unterstützung finden

Hinzu kämen verschiedene weitere, auch

.

wohl bei Acker- wie auch bei Grünlandflä-

I n f o r m at i o n Der Naturland Erzeugerring bündelt unter anderem ein umfangreiches Beratungs­ angebot, das für den ökologischen Land­ bau zunehmend an Bedeutung gewinnt. Das zeigt sich auch an der Entwicklung der Betriebs­zahlen: 1994 waren es gerade einmal 271 Naturland Betriebe in Bayern; heute sind es 1.854 Betriebe, die zusammen rund 68.000 Hektar bewirtschaften. Ins­ gesamt werden 6,7 Prozent der Agrarfläche Bayerns ökologisch bewirtschaftet. Die bayerische Staatsregierung will diesen Anteil bis 2020 verdoppeln und hat dafür das Landesprogramm BioRegio 2020 ins Leben gerufen.

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bergecho 1 . 2015

|  landwirtschaft

10 Jahre Arbeitsgemeinschaft Ökologie auf Kirchengrund

Tagung der Arbeitsgemeinschaft Ökologie auf Kirchengrund in der Stiftung St. Johannes

Anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens lud die Arbeitsgemeinschaft Ökologie auf Kirchengrund Anfang März nach Schweinspoint in die Gemeinde Marxheim in die Räumlichkeiten der Katholische Stiftung Sankt Johannes ein. Die Stiftung als Gastgeber ist selbst seit über 25 Jahren Mitglied im Natur­ land-Verband und erzeugt in der stiftungseigenen Gärtnerei gentechnik­freie, hochwertige Bio-Lebensmittel. Auf dem Programm stand daher neben der Besichtigung der Gärtnerei, auch die Besichtigung der im Bau befindlichen neuen landwirtschaft­ liche Hofstelle. Von Kloster Andechs nahmen Christian Rieger und Fritz Bernhard teil. Manuela Knipp-Lillich berichtet.

A

uf Initiative von Fr. Andreas

Schmidt und dem damaligen Spre-

cher der bayer. Umweltbeauftrag-

Auf dem richtigen Weg zur nachhaltigen Landwirtschaf t Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

sehen im ökologischen Landbau den rich-

»Best-Practice« Beispiele für eine gelun-

schaft. Ihr Wunsch ist es, dass innerhalb

abschließend Marianne Wagner, Presse-

tigen Weg für eine nachhaltige Landwirtund außerhalb der Kirche mehr Bewusst-

sein für eine ökologische Wirtschaftsweise

geschaffen wird.

Zu den Aufgaben der Arbeitsgemein-

schaft gehören neben der Vernetzung auch

sprecherin des Vermarktungs-Netzwerks

»Unser Land«. Das Netzwerk ist derzeit in

elf oberbayerischen Landkreisen vertreten. Seine Grundlage bilden sogenannte Soli-

dargemeinschaften – ein Miteinander von

Menschen aus den Bereichen Landwirt-

dabei auch von den Umweltbeauftragten

turschutz und Verbrauchern. Derzeit wer-

wird auf landwirtschaftlichen und gärtne-

in 16 verschiedenen Produktgruppen ver-

terbildung. Unterstützt wird die Gruppe der bayerischen Diözesen. Mittlerweile

rischen Flächen von über 20 Klöstern und

kirchlichen Einrichtungen in Bayern ökologischer Landbau betrieben. Eingerahmt war die Veranstaltung durch mehrere

Fachreferate.

Von der Landesanstalt für Landwirt-

schaft referierte Johannes Enzler, der Lei-

ter der Kontrollbehörde für ökologischen

Landbau in Bayern, zur neuen EU-Öko-

ten, die Arbeitsgemeinschaft »Ökologie

sowie zur geplanten Einführung eines

auf Kirchengrund« gegründet. Sie ist ein

gene regionale Vermarktung präsentierte

der fachliche Austausch sowie die Wei-

ten, Gotthard Dobmeier, wurde im Jahr

2005 in der Benediktinerabtei Plankstet-

»Be st-Pr ac tice« Beispiele aus dem Ver mark tungs -Netzwerk »Unser Land«

schaft, Handel, Handwerk, Kirchen, Na-

den unter dieser Dachmarke 110 Produkte

trieben. 60 Prozent davon ist Bioware.

Als Gäste der Tagung konnte Fr. An-

dreas Schmidt mit Robert Freiberger den

Hausherrn und Geschäftsführer der Stif-

tung Sankt Johannes sowie den Marxhei-

mer Bürgermeister Alois Schiegg und den stellvertretenden Landrat Dr. Peter Thrul

und Vertreter verschiedener Ortsgruppen

des Bund Naturschutz begrüßen. Als Ver-

verordnung, dem Projekt Bio-Regio-2020,

treterin der Umweltbeauftragten der bay-

bayerischen Öko-Siegels. Heiner Sindel,

aus Eichstätt die Tagung.

onalbewegung e.V., berichtete über den

päck verließen die Teilnehmer die ganztä-

erischen Diözesen moderierte Lisa Amon

Zusammenschluss von Klöstern und kirch-

1. Vorsitzender des Bundesverbands Regi-

gischen Landbau und/oder Gartenbau be-

Mehrwert regionaler Produkte und die Be-

gige Veranstaltung. Das gemeinsame Ziel,

deren Schwerpunkt die Erzeugung regene-

lich relevanter Gruppen bei Bewerbung

Lebensgrundlage im Bewusstsein der Kir-

lichen Einrichtungen in Bayern, die ökolotreiben, sowie kirchlichen Einrichtungen, rativer Energien ist.

deutung eines Miteinanders gesellschaft-

und Vermarktung regionaler Erzeugnisse.

Mit vielen neuen Anregungen im Ge-

die Verantwortung für die Schöpfung als

.

chen und der Gesellschaft zu verankern, bleibt auch weiterhin oberstes Ziel. 


bergecho 1 . 2015  |

veranstaltungen  |

barockes bayern Sommerakademie Sankt Bonifaz vom 23. Juni bis 28. Juli 2015

Auch in diesem Jahr findet in St. Bonifaz wieder die schon traditionelle Sommerakademie statt. Zum Thema »Barockes Bayern« sprechen in diesem Jahr aus­ gewiesene Experten im Zentrum Sankt Bonifaz.

W

ohl mit keiner anderen kultur-

geschichtlichen Epoche wird

Bayern auch heute noch so sehr

identifiziert wie mit dem Barock. Bei den

Vorträgen wird es um Frömmigkeitsformen, Wallfahrten, die Rolle des Hofes,

die kunstgeschichtlichen Ausformungen, um das Leben auf dem Land und in den

Hofmarken, um die infrastrukturelle Bedeutung der Klöster und um vieles mehr

gehen. Die Vorlesungsreihe findet immer am Dienstag um 20 Uhr im Saal des Zentrums St. Bonifaz statt, und zwar vom

23.Juni bis incl. 28. Juli 2015.

Seit 2011 beleuchtet diese Vorlesungsrei-

he, die von Professor Dr. Hans-Michael Kör-

ner, Ludwig-Maximilians-Universität München, geleitet und vom Kuratorium des

Vereins der Freunde der Abtei Sankt Bonifaz

veranstaltet wird, die verschiedenen Aspek-

te der Beziehungen zwischen Staat und Kirche, vornehmlich in Bayern. Der Säkulari-

sation (2011), dem Verhältnis von Nationalsozialismus und kath. Kirche (2012), dem

Kulturkampf des ausgehenden 19. Jahrhun-

derts (2013) und dem Konfessionellen Zeital-

.

ter im vergangen Jahr waren die bisherigen Sommerakademien gewidmet. 

I n f o r m at i o n e n

Abtei Sankt Bonifaz Frau Emma Rasch, Tel.: 089/55171-112 colloquium@sankt-bonifaz.de www.sankt-bonifaz.de/freunde-tragensankt-bonifaz.html termine 30. Juni., 7. Juli, 14. Juli, 21. Juli, 28. Juli, 4. August; jeweils Dienstag, 20.00 Uhr

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bergecho 1 . 2015

|  veranstaltungen

der mond und astutuli

Zwei Neuproduktionen bei den Carl Orff-Festspielen Andechs vom 13. Juni bis 26. Juli 2015

Ein vielver­ sprechender Auftakt der Festspielsaison: Altabt Odilo Lechner, Marcus Everding, Veronika Weber (Managerin des Münchner Rundfunk­ orchesters) und Christian von Gehren

Mit den beiden Neuproduktionen »Der Mond« und »Astutuli« gehen die Carl Orff-Festspiele Andechs vom 13. Juni bis 26. Juli in die 18. Saison. Mit Carl Orffs »Der Mond – ein kleines Welt­ theater« feiert nach zwölf Jahren diese schon lange nicht mehr gezeigte Märchenparabel auf dem Heiligen Berg Premiere. Als zweite Produktion präsentieren die Festspiele »Astutuli« – jene dralle, plastisch, bayerische Antwort Orffs auf die Verführer seiner Zeit, die sich nahtlos zu den Verführern von heute gesellen.

A

uftakt der 18. Carl Orff-Festspiele

Auf wändige Videoinstall ation für die Mond -Bühnenwelt

zur Produktion »Astutuli«, in der

Am 17. Juli feiert die Neuproduktion

Andechs ist am 13. Juni eine Soirée

Hintergründe und die Konzeption der In-

szenierung näher beleuchtet werden. Die

Premiere folgt am 19. Juni. Die zentrale

Aussage des Stückes beschäftigt sich mit

der Verführbarkeit der Massen – einst ge-

schrieben vor dem Hintergrund der dama-

ligen nationalsozialistischen Diktatur in

»Der Mond« Premiere. Basierend auf ei-

nem Grimm’schen Märchen, erzählt die

poetische Kraft von Orffs Musik, wie der

Mond an den Himmel gekommen ist. Neu ist daran vor allem die szenische Umsetzung: Eine aufwändige Videoinstallati-

on wird die Bühnenwelt dieses »kleinen

Deutschland. Das politische Stück wird

Welttheaters« schaffen. Auf filmischer

Leiter der Carl Orff-Festspiele Andechs,

Himmel, Erde und Hölle plastisch erlebbar

des Orchesters der Carl Orff-Festspiele

noch weiter aus. Das Werk wird musika-

von Marcus Everding, dem Künstlerischen

insze­niert. Die Musikalische Leitung

Illusionsbühne wird eine Welt zwischen

und schöpft so das Potenzial der Partitur

Andechs hat Christian von Gehren inne.

lisch von den Instrumentalisten der An-

Heiligen Berg für Bühne und Kostüme

Rundfunkorchesters unter der Leitung von

den 20. und 21. Juni sowie den 26., 27. und 28. Juni

Rolle des Petrus konnten die Festspiele den

Claudia Weinhart zeichnet erstmalig am

verant­wortlich. Weitere Vorstellungen sind für

angesetzt.

dechser ORFF®-Akademie des Münchner Christian von Gehren gestaltet. Für die

renommierten Bassisten Franz Hawlata

gewinnen. Nach der Premiere am 17. Juli ist das

Stück noch an fünf weiteren Aufführungstagen zu

sehen, am 18., 19., 24., 25. und 26. Juli.


bergecho 1 . 2015  |

Nachwuchsförderung und Musik ver mit tlung Im Rahmen eines Kammerkonzertabends zeigen die Musiker der Andechser ORFF®-

Akademie des Münchner Rundfunkorchesters am 10. Juli ihr Können. Das Kloster

öffnet hierzu erneut den Fürstentrakt für die Festspielbesucher. Seinen musikali-

schen Abschluss findet der gemeinsame

Abend in der Wallfahrtskirche. Das ge-

naue Programm hierzu wird noch bekannt

gegeben.

Nachwuchsförderung und Musikver-

mittlung werden bei den Carl Orff-Fest-

spielen Andechs auch in der Saison 2015

wieder groß geschrieben. Zum sechsten

Mal findet im Rahmen der Festspiele die

Andechser ORFF®-Akademie des Münchner Rundfunkorchesters statt. Mit Christian

von Gehren als Musikalischem Leiter der

Akademie, unterstützt durch das Münch-

ner Rundfunkorchester, erarbeiten Musik­ studenten aus aller Welt in Proben und

Workshops die Partitur des Werkes »Der

Mond«. Die Idee der noch jungen ORFF®-

Akademie findet immer größeren Anklang. So haben sich in diesem Jahr nahezu 600

Instrumentalstudenten auf die rund 60

Akademieplätze beworben.

Unter dem Motto »Schule geht Thea-

ter« wird die Kooperation der Festspiele mit der LMU München fortgesetzt. Das

Angebot, den Lehramtsstudenten theaterpädagogische Aspekte für ihren Beruf nä-

herzubringen, wird durch zahlreiche Einblicke in Inszenierungsprozesse und Probenbesuche 2015 noch erweitert.

Gäbe es einen besseren Ort als das

Kloster Andechs, um das musikalische

Verbundenheit durch die Carl Orff-Fest-

spiele Andechs, die seit 1998 jährlich auf

dem Heiligen Berg stattfinden. Die BMW

Group, die Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg, Neumann & Müller sowie

zahlreiche Institutionen wie die Carl Orff-

ter Andechs als Träger der Festspiele. 

I n f o r m at i o n

doch hier in der Wallfahrtskirche seine

Karten sind erhältlich unter Telefon 08152/376 400, bei München Ticket und allen angeschlossenen Vorverkaufsstellen.

Konvent des Klosters Andechs daher dem

www.carl-orff-festspiele.de

Vermächtnis von Carl Orff lebendig zu halten? Fand der große bayerische Komponist

letzte Ruhestätte. Bis heute fühlt sich der Werk Orffs verpflichtet und pflegt diese

.

Stiftung unterstützen auch 2015 das Klos-

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bergecho 1 . 2015

|  veranstaltungen

Colloquium

Auszug aus dem aktuellen Programm von April bis August Colloquium Benedic tinum ▪▪ Fußwallfahrt von München nach

Andechs – »Wer darf hinaufziehen zum Berg des Herrn?« (Psalm 24, 3) Samstag, 18. April 2015, 6 Uhr

Immer wieder haben Menschen sich

gemein­sam auf den Weg gemacht, um

»heilige Orte« aufzusuchen und sie als

Kraftquelle für den eigenen Lebensweg zu erfahren.

Beginn: Samstag, 18. April 2015, 6 Uhr

Treffpunkt am Marienplatz München (Marien­säule), Ankunft in Andechs

ca. 18 Uhr, Übernachtung im Kloster

Abschluss: Sonntag, 19. April 2015, 14 Uhr Leitung: Sr. Rosa Maria Dick OSV v. P. und Abt Dr. Johannes Eckert OSB

Kosten: 30,– Euro. Eine verbindliche

schriftliche Anmeldung ist erforderlich.

▪▪ Philosophischer Lesekreis

Texte mittelalterlicher Mystik – Meister Eckart

Montag, 20. April 2015, 20 Uhr

Leitung: Dr. phil. Dr. theol. Richard

Schneider & Altabt Dr. Odilo Lechner OSB

▪▪ Zwischen Adria und Apennin –

Landschaften, Stadtbilder und Kunst­ denkmäler in den Marken

I n f o r m at i o n Alle Veranstaltungen, wenn nicht anders angegeben, finden im Zentrum Sankt Bonifaz, Karlstr. 34, statt. Der Eintritt ist frei, sofern keine Angaben gemacht werden. Anmeldung Benediktinerabtei Sankt Bonifaz Karlstr. 34, 80333 München Telefon: 089/55171-112 Fax: 089/55171-103 colloquium@sankt-bonifaz.de www.sankt-bonifaz.de

Mittwoch, 15. April 2015, 20 Uhr

Durch die Täler um Potenza und Chieti

Durch den Südbereich zum Apennin

Mittwoch, 20. Mai 2015, 20 Uhr

Ihren landschaftlichen Reiz gewinnen die

Marken aus der Vielfalt von Hügelformationen, deren Höhen Städte und Dörfer

besetzen. Die Lage an der Adria prägt die

Kulturgeschichte dieser Region: myke-

nische Funde verraten den griechischen

Einfluss in der Antike wie im Mittel­alter das »Byzantinisierende« der romani-

schen Kunst. Demgegenüber folgten der Sakral- und Profanbau der Gotik stärker

nordischen Vorbildern und die Bau- und

Bildkunst des 15. Jh. bis 18 Jh. setzte der

Renaissance und dem Barock bemerkens-

werte Akzente.Referent: Richard K. Blasy


bergecho 1 . 2015  |

Andechser Bibelabende

▪▪ Eheseminar 2015 –

Konzerte April – August 2015

Samstag, 16. Mai 2015, 9 bis 16 Uhr

▪▪ Meditatives Konzert zum Karfreitag

Leitung: Ursula Demeter

Basilika Sankt Bonifaz

einander in Liebe zugetan

Zur Vorbereitung auf Hochzeit und Ehe

Beethoven, Wolfgang Amadeus Mozart,

L

Abt em. Odilo Lechner OSB, Meditation

»die Herrlichkeit beim Vater«. »Erhöht«

Karfreitag, 3. April 2015, 20 Uhr,

Anmeldung bei Frau Endres, Seelsorgere-

Werke von Samuel Barber, Ludwig van

ehevorbereitung@eomuc.de

Arvo Pärt, u. a.

▪▪ Umbrien, das »grüne Herz Italiens« –

Klenze-Quartett: Kim So-Young (Violine),

ferat, Tel.: 089/2137-1549, Fax: 089/2137-1781

Landschaften, Stadtbilder, Kunst­ denkmäler

Mittwoch, 17. Juni 2015, 20 Uhr

Jose Francisco Monton (Violine),

Von Assisi nach Foligno

▪▪ Orgelvigil in Sankt Bonifaz

Freitag, 10. Juli 2015, 20 Uhr bis 24 Uhr, Basilika Sankt Bonifaz

der Völkerwanderungszeit zum Herzog-

Unsere Orgelvigil findet am Freitag vor

dert zum Kirchenstaat gehörend – dehnt

»Patron Europas«, statt. Innerhalb der

gen und fruchtbaren Talsenken bis zum

»Lectio« der Benediktsregel. In den Pausen

tige Landschafts-Panorama verbindet sich

Klostergarten nachklingen zu lassen.

tum von Spoleto und ab dem 16. Jahrhunsich mit bewaldeten Berg- und Hügelzü-

Felspanorama des Apennin. Dieses vielfälmit den Ambienti seiner vorwiegend mit-

telalterlich geprägten Städte wie Perugia,

dem Hochfest des Heiligen Benedikt, dem

▪▪ Meditationstag –

Choralfantasien für Orgel – 2. Konzert

P. Dr. Stephan Dorner (theologische

Leitung: Oskar Brandner, Tel.: 089/3243120 Gebühr: 48,–/64,– Euro

stehung im Heute!

Das lesen wir – als nachösterliche Ge-

.

meinde – in den Kapiteln 20–21 des Evange-

liums nach Johannes. 

Sonntag, 2. August 2015, 16.30 Uhr, Basilika

▪▪ Qi-Gong: »Ruhe in der Bewegung – Montag, 13. April bis 18. Mai 2015 und

de den Auferstandenen ihre eigene Aufer-

Sankt Bonifaz

Ein feste Burg ist unser Gott, op. 27

Montag, 8. Juni bis 27. Juli 2015, je 20 bis 21 Uhr

nur zu »erfahren«, erfahren in der Begeg-

Gesamtaufführung der sieben

Leitung: Oskar Brandner, Tel.: 089/3243120

Bewegung in der Ruhe

sohn in der Liebe. Danach ist Seine Gegen-

ban, Klaus Geitner, Michael Hartmann

▪▪ Max Reger (1873–1916)

Gebühr: 25 Euro

oder auch »vollendet« ist der Menschen-

Orgel: Martin Fleckenstein, Tobias Sku-

landschaft. Referent: Richard K. Blasy

Samstag, 16. Mai 2015, 9 bis 17 Uhr

auch Sein »Hinübergang« zum Leben, in

besteht die Möglichkeit, das Gehörte im

Eintritt: 15,– Euro

»Das Herz ist von Natur aus ruhig«

als ein Ereignis: »Seine Erhöhung« oder

verschie­denen Nocturnen erfolgt eine

Spoleto, Orvieto, Todi und anderen Orten zum Bilde einer faszinierenden Kultur-

Das Johannes-Evangelium freilich sieht es

nung. So erlebt die johanneische Gemein-

(Violoncello)

Eintritt: 15,– Euro, ermäßigt 10,– Euro

Umbrer seit 295 vor Christus bei Rom, seit

erfahrung der Gemeinde feiern wir

während der »Drei Heiligen Tage«.

wart nicht mehr zu verstehen, sondern

Durch den Nordbereich nach Perugia

Umbrien – als Kernland der altitalischen

eidensgeschichte Jesu und Oster-

Johannes Zahlten (Viola), Rupert Buchner

Mittwoch, 15. Juli 2015, 20 Uhr

Auch in den folgenden Monaten beschäftigt sich Pfarrer Richard Tyroller in den Bibelabenden mit dem Evangelium nach Johannes.

Halleluja! Gott zu loben bleibe meine Seelenfreud, op. 52 Nr. 3

Auslegung) und Tobias Skuban (Orgel) Eintritt: 10,– Euro

Termine jeweils 19 Uhr im

Fürstentrakt des Klosters

5. Mai, 2. Juni und 7. Juli 2015

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bergecho 1 . 2015

Auch in diesem Jahr bieten das Andechser Zelt und die Andechser Lounge musikalische Leckerbissen. Dazu gibt es das unverwechselbare frischgezapfte Andechser Klosterbier. Das Nachmittagsprogramm findet jeweils Montag bist Donnerstag um 16.30 Uhr, Freitag/ Samstag un 16.00 Uhr statt. Außerdem gibt es sonntags jeweils eine Matinee

|  veranstaltungen

sommer tollwood 2015

Dienstag, 30. Juni

Freitag, 10 Juli

19.30  Reggae Rock aus USA:

19.30  ROCKOMOTION

Mit t woch, 1. Juli

19.30  JUST DUTY FREE

PASSAFIRE

19.30  30 Jahre on stage: BOPPIN B

Andechser Zelt

Donnerstag, 2 . Juli

Samstag, 11. Juli

Sonntag, 12 . Juli 19.30  Bob Dylan, the thousand

19.30  Noche Latina:

hit wonder: THE BLISSFUL BOB

Mit t woch, 2 4 . Juni

Freitag, 3 . Juli

19.30  GM & THE BLUESBUSTERS

19.30  Let’s Party … EZ PIECES

19.30  eigenwillig: 54 IDAHO

Donnerstag, 25 . Juni

Samstag, 4 . Juli

19.30  die Latino Party:

19.30  Palo Santo

THE HIPPIE HIPPIE SHAKE Tribute Band

Freitag, 26. Juni 19.30  overfucked & underschmused

Tour 2015: PHRASENMÄHER

Samstag, 27. Juni 19.30 Ska outta Munich: SANTERIA

Sonntag, 28. Juni 15.00  Tollwood Veranstaltung:

BUNT TANZT GUT – Tänze aus aller Welt 19.30  HARD DAYS NIGHT BIG BAND

Montag, 29. Juni 19.30  Cowboys rocken in den Sonnen­ untergang: MANDOWAR

ROBERTO SANTAMARIA & BAND

Sonntag, 5 . Juli 19.30  LES BUMMS BOYS

Montag, 13 . Juli

Dienstag, 14 . Juli 19.30  SIMPLY SOUL

Mit t woch, 15 . Juli 19.30  SOLOzuVIERT –

Grüß Sie Gott, Austropop

Montag, 6. Juli

Donnerstag, 16. Juli

19.30  IRON HAND

19.30  ROSARIO SMOWING

Dienstag, 7. Juli

Freitag, 17. Juli

19.30  Qualitäts-Pop aus Österreich:

19.30  ZED MITCHELL

Mit t woch, 8. Juli

19.30  THE ROCKAGILLY’S

AUSTRIA 4

19.30  Pink Floyd: die wahre Weltmusik

MARC DORENDORF goes FLOYD

Donnerstag, 9. Juli 19.30  state of the art: CAJUN ROOSTERS

Samstag, 18. Juli

Sonntag, 19. Juli 11.00  Vor-Matinee:

Sakrales mit dem KULT CHOR

18.30  Roland Hefter und Mitverant­

wortliche: ISAR RIDER


bergecho 1 . 2015  |

Andechser Lounge Mit t woch, 2 4 . Juni

Dienstag, 7. Juli

22.00  ANNA LEMAN

22.00  50 Jahre on stage:

Dienstag, 14 . Juli 22.00  OLIVER PÖTZSCH

HANSE SCHOIERER

liest Skurriles mit Musik

22.00  NORBERT SCHNEIDER & BAND

Mit t woch, 8. Juli

Mit t woch, 15 . Juli

Freitag, 26. Juni

(voc) & CHRISTIAN CHRISTL (pi)

der beflügelte Mann

Donnerstag, 9. Juli

Donnerstag, 16. Juli

Donnerstag, 25 . Juni

22.00  ANTUN OPIC

Samstag, 27. Juni

22.00  elegant: SCARLETT ANDREWS

22.00  CORNELIA CORBA +

22.00  KLAUS KOHLER,

22.00  Solo Pop: schneller, lauter, gieriger

22.00  TROUBLE BOYS unplugged

GERT WILDEN

JOHANNA ZEUL

Sonntag, 28. Juni

Freitag, 10 Juli

Freitag, 17. Juli

14.30  Kinderprogramm:

22.00  WOHNRAUMHELDEN

22.00  Die Gefühlsmaschinen:

18.00  PIMP PUPPETS

Samstag, 11. Juli

Simone Mutschler spielt DORNRÖSCHEN

Montag, 29. Juni 22.00  PIMP PUPPETS

Dienstag, 30. Juni 22.00  In Erinnerung an Fritz Löhner-

Beda, Fritz Grünbaum und ihre ebenfalls vergessenen Schicksalsgenossen:

SAG BEIM ABSCHIED LEISE SERVUS

Mit t woch, 1. Juli 22.00  PULSAR TRIO

Donnerstag, 2 . Juli 22.00  drei Stimmen und ein Piano:

DIE HERREN WUNDERLICH

Freitag, 3 . Juli 22.00  ZYDECO ANNIE & CAJUN TRIO

Samstag, 4 . Juli 22.00  ERIC CLAPTON

unplugged TRIBUTE

Sonntag, 5 . Juli 14.30  Kinderprogramm:

Linde Scheringers Figurentheater: DIE ZÜNDHOLZKINDER

Montag, 6. Juli 22.00  GEORG CLEMENTI TRIO

22.00  Gypsy Jazz: MAX MEINHARDT

Sonntag, 12 . Juli 14.30  Kinderprogramm: der schwarze

Zauberer und die weiße Frau

KLAUS KOHLER, der Klaviererzähler

Montag, 13 . Juli 22.00  moderne, intelligente Gitarrenmu-

sik: TIM MCMILLAN & Band (Australia)

SANDRINA SEDONA & NEPO FITZ

Samstag, 18. Juli 18:15  Kinderprogramm:

JACOB DER ZAUBERER

22.00  Nirit Sommerfeld & KLEZMORIM

Sonntag, 19. Juli 14.30  Kinderprogramm: Puppentheater

mit Lisa Schamberger: O WIE EIN EI – Geschichten aus Ötz

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bergecho 1 . 2015

»Menschen zusammen­ führen, die mit Andechs

verbunden sind«

Abt Johannes Eckert

|  veranstaltungen

Freundeskreis Kloster Andechs Vorträge und Veranstaltungen 2015

i n f o r m at i o n

29. April, 11.00 Uhr, Fürstensaal Kloster Andechs

24. Juni, 18.00 Uhr,

ser Geschichte: Präsentation der Edition

Dr. Stephan Reimers, ehem. Bevollmäch-

Bücher des Freundeskreises zur Andech-

Andechs mit Vorstellung der neuesten

Publikation: P. Placidus Scharl – ein Wis-

Alte Bibliothek Kloster Andechs

tigter des Rates der Evangelischen Kirche

Deutschlands.

senschaftler am Heiligen Berg. Pressekon-

Vortrag zu: »Widerspruch und Mitwir-

sparkasse Starnberg.

Botschafters in Berlin und Brüssel mit

ferenz in Zusammenarbeit mit der Kreis-

9. Mai, 18.00 Uhr

Mariensingen in der Walfahrtskirche 21. Mai, 19.00 Uhr,

kung – Erfahrungen eines kirchlichen

betrieb«

3. Juli, 18.00 Uhr,

Fürstensaal Kloster Andechs

»Heute – benediktinisch leben?!«

im Rahmen der Carl Orff-Festspiele zur

Äbtissin Carmen OSB von der Gemein-

Mitglieder

Thema Neuanfang

Neuinszenierung »Astutuli«. Nur für

Zu den Veranstaltungen sind alle Interessierten eingeladen. Der Eintritt ist frei. Veranstaltungen für Mitglieder sind als solche gekennzeichnet. Die Termine können sich wegen aktueller Entwicklungen ändern.

den Einflussmöglichkeiten im Regierungs­

Florian-Stadl

Werkstattgespräch mit Marcus Everding

Freundeskreis Kloster Andechs e.V. verbindet Freunde des Klosters, fördert Kultur am Heiligen Berg, unterstützt die Carl Orff-Festspiele

Gespräch mit Abt Johannes OSB und schaft Venio (München/Prag) zum

Für die Organisation der Veranstaltungen bitten wir um Anmeldung: Freundeskreis Kloster Andechs, Bergstraße, 82346 Andechs,+49 (0)8152/376-252 oder: freundeskreis@andechs.de oder www.andechs.de 1. Vorsitzender Nikolaus Neumaier/ 2. Vorsitzender Toni Aigner


bergecho 1 . 2015  |

05.04. Ostersonntag

Blaskapelle Gilching

06.04. Ostermontag

Stadtkapelle ­Germering

12.04. Die Musikvagabunden

Blasmusik im Bräustüberl

19.04. da blechhauffa

26.04. Stadtkapelle Weilheim 01.05. Maifeiertag

Stadtkapelle Starnberg

03.05. Musikkapelle Seefeld

10.05. Klingelbeitel – Echo

15.05. Musikkapelle Entraching 17.05. Musikkapelle Polling 24.05. Pfingstsonntag

Blaskapelle Münsing

Jeweils von 12.00 bis 14.30 Uhr

25.05. Pfingstmontag

auf der Bräustüberl-Terrasse,

Blaskapelle Frieding

nur bei Biergarten-Wetter

04.06. Blaskapelle Erling

07.06. Blaskapelle Traubing

14.06. VIP- Kapelle

21.06. Blaskapelle Hechendorf 28.06. Blaskapelle Erling

05.07. Blaskapelle Frieding

12.07. Musikverein Hochscheid-­ Reichenbrunn

19.07. Musikkapelle Polling 26.07. Blaskapelle Erling

Wir kennen unsere Region und ihre Stärken.

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Daher übernehmen wir Verantwortung und engagieren uns regional. Damit sichern wir aktiv die Entwicklung und Zukunft unserer Region - und das schon seit über 100 Jahren. Zählen Sie auf uns. Stabil. Sicher. Nah.

Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt. Wir machen den Weg frei.

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bergecho 1 . 2015

|  panorama

»Ich fühle mich von Gott   geliebt und versorgt.«

Interview mit Christian »Yogi« aus Mülheim an der Ruhr, einem der Gäste unserer Obdachlosenhilfe

Essensausgabe im Haneberghaus

Christian Christ, Spitzname Yogi, stammt aus dem Ruhrpott, genauer aus Mülheim an der Ruhr. Seine Großmutter stammt aus Dachau und Christian war als Kind und Jugendlicher häufig bei ihr in Bayern zu Besuch. Seit zwei Jahren ist er unterwegs und hat kein festes Dach über dem Kopf, wie er sagt. Clemens Finzer, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates von Sankt Bonifaz, ist mit ihm ins Gespräch gekommen.

Warum werden Sie Yogi genannt?

nicht, dass ich unglücklich sein müsste.

Christian ›Yogi‹ Christ Habe schon mit

Deshalb bin ich vielleicht ganz untypisch,

tiert über Gott, dass Gott mich liebt, habe

getroffen, der nicht irgendwie sehr leidet

meditieren, habe das dann aber wieder

nachgedacht hat – und das berührt mich,

meiner Muttermit sechs Jahren disku-

dann auch mit 14 Jahren angefangen zu

aufgegeben und habe ohne einen Menschen, der angehimmelt wird, meine

Spiri­tualität gelebt; bin mit 18 auch aus

der Kirche ausgetreten, weil der Papst mit seinen Dogmen mich sehr abgestoßen

hat, d.h. nicht, dass ich nicht an Jesus

glaube, aber in der Kirche habe ich meine Heimat nicht gefunden.

Was ist für Sie Gott?

denn bisher habe ich keinen Obdachlosen oder nicht auch über einen Selbstmord

denn ich bin ein sehr spiritueller Mensch.

Was ›raten‹ Sie den Menschen? Yogi Ich versuche zuzuhören und die

Menschen anzunehmen, so wie sie sind, und versuche zu helfen, obwohl das gar

nicht so einfach ist. Denn letztlich kann sich jeder nur selber helfen. Man muss

versuchen, Hilfe zur Selbsthilfe zu ge-

ben, anders geht es nicht. Habe mich in

Yogi Für mich ist er persönlich, wir wer-

jüngeren Jahren zu sehr hineingefühlt

nicht direkte Zwiesprache mit ihm haben.

weil ich leer war. Habe dann auch eine

den gesehen von ihm, auch wenn wir

und habe dann Depressionen bekommen,

Durch Erlebnisse und Erfahrungen im Le-

Therapie gemacht, damit ich mich nicht

dass ich geliebt werde. Dass ich obdach-

stanz wahre. Ich ziehe die Extreme an

ben weiß ich, dass ich geführt werde und

los bin oder besser gesagt, kein regelmä-

ßiges Dach über dem Kopf habe, heißt ja

zu sehr in den Menschen verliere, die Di-

– werde geliebt, aber auch gehasst. Das

musste ich auch lernen, dass ich nicht


bergecho 1 . 2015  |

Ich lebe wie die Vögel des Himmels, die sich keine Sor-

gen machen müssen, wovon sie heute und morgen leben.

Denn ich fühle mich von Gott geliebt und versorgt.

jeden lieben muss. Das geht auch nicht,

gemerkt, wenn ich eine eigene Wohnung

kannst nicht jedem helfen.

Fernsehen und gehe meinen eigenen Inte-

Was haben Sie gemacht bis zu Ihrem Aufbruch?

Zeit lang, aber dann vermisse ich etwas.

man muss auch mal Nein sagen. Du

Yogi Ich war selbständig, nie angestellt, künstlerisch tätig, habe Gravuren ge-

macht auf Glas, Schmuck, eigentlich al-

ler Art und konnte sogar viel reisen und dadurch die Welt se-

hen; lebte auch in fes-

ten Beziehungen. Aber mir wurde mal gesagt,

bevor ich mein persön-

liches Glück in einer Familie finde, muss ich meine Familie in der

Welt finden, d.h. ich

Yogi Hier bekomme ich natürlich gutes

ressen nach. Das ist zwar auch schön eine

treffe ich aber auch auf die Menschen,

Wo sind Sie anzutreffen? Yogi Schon hier im Münchner Raum.

Manchmal mache ich auch kleine Jobs

Man muss versuchen,

Hilfe zur Selbsthilfe zu

geben, anders geht es nicht.

Denn letztlich kann sich jeder nur selber helfen.

muss die selbstlose Liebe verwirklichen

und alle Menschen, die mir begegnen als

meine Familie betrachten. Ich bin ein Du-

Mensch und meine Fähigkeiten liegen

darin, mich auf die anderen einzulassen.

Und wenn ich das nicht lebe, dann bin ich nicht glücklich. Das hört sich viel-

leicht komisch an, aber dabei werde ich

immer glücklicher, auch wenn das Leben auf der Straße nicht immer einfach ist

und man nicht jede Nacht in der Waag-

rechten schlafen kann. Obwohl ich merke, dass ich das häufiger tun sollte, damit die

Beine nicht immer anschwellen. Man ist mit 50 plus eben einfach nicht mehr der

Jüngste.

Verstehen Sie sich als Seelsorger? Yogi Ja, schon irgendwie; bin ein Reisender, der versucht zu helfen. Ich war mal

bei einer Frau in Altomünster, von der es

heißt, dass Gott durch sie spricht. Und

mir hat sie gesagt, dass mir auch sehr viel

an Belastungen auferlegt wird, um meinen Weg zu finden, weil es wichtig für mich sei, aus mir herauszugehen. Ein

Mensch, der so sehr Gott liebt und von

Gott geliebt wird, für den sei es besonders

wichtig, sich hinzugeben. Und ich habe

Was bedeutet das Haneberghaus für Sie?

habe usw. bin ich sehr bequem, schaue

und verdiene mir et-

denen ich helfen kann – allerdings ohne, dass ich das plane; das ergibt sich einfach so.

Was bedeuten die Mönche von Sankt Bonifaz für Sie?

was dazu; ich habe aber

Yogi Die haben eine ähnliche Aufgabe

gefunden, das hilft mir

sen organisierten Form. Manchmal füh-

auch schon öfters Geld

wie ich, machen das aber in einer gewis-

dann. Aber eigentlich

le ich mich auch wie ein Mönch, der den

des Himmels, die sich

Lebens ausgesetzt.

müssen, wovon sie heu-

Was wäre Ihr größter Wunsch?

lebe ich wie die Vögel

keine Sorgen machen

te und morgen leben. Denn ich fühle

mich von Gott geliebt und versorgt. Ok, das mit dem Schlafplatz, da könnte es

mal häufiger ein Bett sein, aber ich leide

nicht darunter.

Essen, dafür bin ich sehr dankbar. Hier

anderen hilft. Bin der Unsicherheit des

.

Yogi Einmal in die Sonne fliegen für ein, zwei Wochen, und ausspannen. 

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bergecho 1 . 2015

|  panorama

Perspektiven für nachhaltiges Handeln

Klosterbrauerei Andechs unterstützt große studentische Nachhaltigkeitskonferenz der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt

Nachhaltige Erfahrungen von Unternehmerpersönlichkeiten Bekannte Unternehmer und Experten auf dem Gebiet nachhaltigen Wirtschaftens,

Zum vierten »WFI Dialogue on Sustainability« trafen vom 28. bis 30. November 2014 auf dem Campus der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät (WFI) der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt 120 Studierende verschiedener Studienrichtungen aus dem deutschsprachigen Raum auf 30 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Religion und Politik. Reger Austausch in Diskussionsrunden, Workshops und Fallstudien zur Zukunft der Nachhaltigkeit prägten das Wochenende. Auch P. Valentin nahm an einer der Diskussionsrunden zum Thema Nachhaltigkeit teil. Benedict Schlag, einer der Veranstalter der Konferenz, blickt zurück.

wie etwa Karl Ludwig Schweisfurth oder

Marcel Brenninkmeijer, prägten mit ihren Beiträgen und ihrem Auftreten den WFI Dialogue on Sustainbility und schafften es, alle Konferenzteilnehmer eindrück-

lich mit ihren Erfahrungen zu bewegen. Die Teilnehmer konnten sich von Corpo-

rate Social Responsibility und Kommuni-

D

ie vierten Auflage des »WFI Dia-

logue on Sustainability« hatte es in sich: 120 Studierende in reger Dis-

kussion mit 30 Vertretern aus Wirtschaft,

Wissenschaft, Religion und Politik. Der

Campus der WFI – Ingolstadt School of Ma-

kation über Konzepte zur Messung und Bewertung von Nachhaltigkeit in der

Unternehmenswelt oder der Umsetzung

von Klimastrategien bei Telekommunika-

tionsdienstleistern bis zur Entwicklung von Mobilitäts- und Wohnkonzepten in den Städten der Zukunft, den Chancen

nagement machte seinem Namen als offe-

von Virtual Reality im Zusammenhang

chen Dialog alle Ehre. In den Diskussions-

nachhaltiger Lebensstile informieren und

Zukunft des Nachhaltigkeitskonzepts ging

beiten.

nes Forum für engagierten wissenschaftlirunden, Workshops und Fallstudien zur

es im Kern um die Frage, in wie weit die

mit Lernkonzepten sowie der Realisierung praxisorientierte Lösungskonzepte erar-

Zum Abschluss des ersten Abends fand

Beteiligten aus Staat, Unternehmen und

eine Podiumsdiskussion statt, an der ne-

weise beitragen können.

und CEO von Green Rocket, Kurt Sigl, Prä-

Gesellschaft zu einer nachhaltigen Lebens-

ben Wolfgang Deutschmann, Gründer

sident des Bundesverbandes eMobilität

e.V., Prof. Dr. Georg-Stephan Barfuß, der Corporate Social Responsibility an der

Technischen Hochschule Ingolstadt lehrt,


bergecho 1 . 2015  |

auch P. Valentin als Vertreter des Klosters

Andechs teilnehmen konnte. Die Diskutanten befassten sich mit dem Thema

»Nachhaltigkeit muss erwachsen werden –

2015 einfinden. Thematisch wird es um

»Nachhaltigkeit« als Modebegriff gehen.

Das Wort wird inzwischen inflationär gebraucht. Unternehmen haben Profitpo-

zwischen Wunsch und Wirklichkeit nach-

tentiale im Wertewandel entdeckt und

das Gespräch und P. Valentin prägte mit

le mit. Was können wir unter dem Begriff

haltigen Handelns«. Jan Lüken moderierte seinen Statements aus der geistlichen wie

schwimmen auf der neuen Marketingwel-

»Nachhaltigkeit« einfordern und welche

auch ökonomischen Perspektive der Bene-

Vorstellungen sind eher sozialromanti-

Auch 2015 wieder eine Nachhaltigkeitskonferenz

für die Gesellschaft übernehmen? Diese

diktiner die Runde mit.

Auch in diesem Jahr wird es wieder darum gehen, dass sich die Experten von

heute und die Entscheider von morgen in Ingolstadt an der Katholischen Univer­

sität Eichstätt-Ingolstadt am Campus der

WFI – School of Management zum 5-jährigen Jubi­läum von 20. bis 22. November

scher Natur? Und in welchem Maß können und wollen Unternehmen Verantwortung

und noch viele weitere Fragen sind es, die

.

unser Handeln auch in Zukunft beschäfti-

gen werden. 

I n f o r m at i o n DenkNachhaltig! e.V. ist eine studentische Vereinigung der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Unser Ziel ist es, nachhaltiges Denken und Handeln als Selbstverständlichkeit zu etablieren. Aus dieser Motivation veranstalten wir jährlich den WFI Dialogue on Sustainability, die größte studentische Nachhaltigkeitskonferenz im deutschsprachigen Raum. Im Mittelpunkt steht dabei der interdiszi­ plinäre Austausch in persönlicher, exklusiver Atmosphäre, der den Nachhaltigkeitsbegriff aus unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtet. Wir vertreten die Ansicht, dass Ethik, Nachhaltigkeit und Wirtschaft keinen Gegensatz, sondern den Schlüssel zu einer zukunftsfähigen Welt darstellen. weitere informationen www.denknachhaltig.de und unter www.facebook.com/denknachhaltig

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bergecho 1 . 2015

|  panorama

»ENAIP Trentino« zu Besuch in Andechs

A

m 1. Dezember 2014 besuchte die

Hotelfachschule »ENAIP Trentino«

aus Riva del Garda (TN) in Beglei-

tung von Mauro Versini die Klosterbrauerei Andechs. P. Valentin Ziegler begrüßte

die italienische Gruppe herzlich und zeigte

TQ-Team feiert im Florian-Stadl

Klosterbiere in Italien vermarktet. Mirko

D

begleitete die Gruppe und unterstrich die

genossen dabei bereits zum fünften Mal

Hauses mit dem Heiligen Berg Bayerns.

vollen Rahmen.

ren Jahren als Referent an der Hotelfach-

Weihnachtsmusik der Erlinger Blaskapel-

»ENAIP Trentino« ist eine der größten und

geschmückten Florian-Stadl und stärkten

tung im Trentino. Etwa 200 Schüler schrei-

der TQ-Geschäftsleitung und einige At-

nach einer ausführlichen Brauereiführung die Wallfahrtskirche auf dem Heiligen

Berg. Mauro Versini ist Bierbotschafter

unseres Partners Birre Kiem, der unsere

Bevilacqua, Mitarbeiter von Birre Kiem, schon jahrelange Verbundenheit seines

Mauro Versini unterrichtet seit mehre-

schule das Unterrichtsfach »Bier«. Die

renommiertesten Schulen dieser Fachrichben sich jährlich dort ein, um sich dann

in verschiedenen Berufszweigen zu spezi-

alisieren. Das abschließende Mittagessen im Grütznerstüberl des Bräustüberls ha-

.

ben die Besucherinnen und Besucher aus

dem Trentino sichtlich genossen. 

as Elektronikunternehmen

TQ-Systems hat am 12. Dezem-

ber 2014 zu einer Weihnachtsfeier

in den Florian-Stadl in Andechs geladen:

Rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der sechs oberbayerischen Standorte einen fröhlichen Abend in einem stil­ Nach dem Glühweinempfang mit

le wechselten die Gäste in den liebevoll

sich am reichhaltigen Buffet. Ehrungen

traktionen lockerten den weiteren Abend

auf. So sorgte der aus dem Fernsehen be-

kannte Bauchredner Perry Paul mit seiner Show für viele Lacher und überzeugte mit

seiner ausgefeilten Technik. Ob nun mit

»Mauskatze« Amadeus, Tukan Niko, ei-

nem sprechender Motorradhelm oder Tina

Turner im Miniaturformat: alle Puppen

lieferten freche Pointen und Gesangsein­ lagen inklusive Jodlern.

Ein visuelles Highlight war die Tanz-

gruppe der Pöckinger Prinzengarde, die

unter anderem das Ringen von guten und

schlechten Träumen tänzerisch umsetz-

ten. Nach dem offiziellen Programm hieß es schließlich »Bühne frei« für die TQ’ler,

.

die noch lange die Tanzfläche unsicher

machten. 

petra zimmermann

ko n ta kt Planen Sie eine Veranstaltung bei uns, kontakten Sie bitte Frau Elke Zeitler: Tel. 08152/376-279 oder zeitler@andechs.de


bergecho 1 . 2015  |

In der Ruhe liegt die Kraft Ausstellung von Patricia Petapermal im Fürstentrakt vom 7. April bis 30. Juni 2015

D

ie Künstlerin ist 1963 in Paris geboren. Nach einem Studium der

Finanzen und Wirtschaftswissen-

schaften in Paris, arbeitete Patricia als

Analystin in den Bereichen Wirtschafts-

prüfung, Finanzwesen und an der Börse.

Ihr Lebensplan wurde 1993 durch einen

gravierenden Unfall in London unterbrochen.

1995 zieht sie nach Straßburg und star-

tet ihre künstlerische Laufbahn mit ei-

nem Kunststudium an der »Ecole des Arts

Décoratifs de Strasbourg«. Als Tochter ei-

ner französischen Mutter und eines indi-

schen Vaters lernte sie mit zwei Kulturen

zu leben, das gibt ihr den Antrieb für ihre

künstlerischen und intellektuellen Ideen, sich in zwei Kulturen – der europäischen und der indischen Tradition – auszudrü-

cken.

Ihre grundlegenden Kenntnisse der

Techniken, der Malerei in Öl und Acryl, aber auch des Reliefs, der Collagen und

Zeichnungen führten sie zu einem klaren und dennoch abwechslungsreichen Stil,

in dem sie ihre eigenen philosophischen

Ansichten zeigt. Die Kompositionen fä-

chern sich auf in verschiedene Bereiche, die durch Gegenstände und Personen in

Form von Symbolen ausgefüllt werden.

Das Collage-System dient in ihren Bildern als kompositorisches Mittel.

Dazu verwendet sie einerseits indische

Gottheiten und traditionelle Zeichen des

Buddhismus und Hinduismus, ebenso wie u.a. Akte, Gegenstände des Alltags wie

Stühle oder Wäschestücke. Vereint in ei-

ner fensterartigen Zusammensetzung entstehen so neue Bedeutungen und schaffen

in der Beziehung zwischen Vergangenheit und Zukunft einzigartige Ansichten der

Gegenwart. In zahlreichen Ausstellungen

.

hat sich die Künstlerin bereits einen Namen in der Kunstszene gemacht. 

»Blauer Stuhl«. Weitere Informationen unter www.patricia-petapermal.com Besichtigung der Ausstellung nur nach telefonischer Anmeldung: 0151/70003109

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bergecho 1 . 2015

|  panorama

tausche haxe gegen bowlingkegel

Der Betriebsausflug des Andechser Bräustüberls ins Bowling-Center in Rothenfeld

Mitte November letzten Jahres schloss das Andechser Bräustüberl bereits um 17.00 Uhr, damit die Belegschaft von Kiosk, Cafeteria, Schenke und Kultur ihren Betriebsausflug starten konnte. Michael Fleddermann war dabei.

Z

iel des Unternehmens der guten

Laune war das »Bowling Islands«

in Rothenfeld … Jetzt könnte man

Ecke dieser Welt. Er hielt also auch Einzug auf den 7107 Inseln der Philippinen und

somit auch im Restaurant »Pinoy des Is-

meinen, dass ein Betriebsausflug immer

lands Bowling« in Rothenfeld. Nachdem

will schon im Bus vor lauter asphaltfres-

wohl genährt war, ging es auf die Bow-

etwas Spektakuläres sein muss, wer aber

die Belegschaft des Bräustüberl Andechs

senden Kilometern einschlafen, wenn

lingflächen. Um Streitereien, Kuppeleien

ben kann. Pünktlich um 18.00 Uhr trafen

CvK (Chefin vom Kiosk) Swaantje di Piet-

man den Spaß quasi vor der Haustüre ha-

die ersten Mitarbeiter im Bowling-Center ein. Mit der Zeit wurden es immer mehr,

insgesamt wuchs die Teilnehmerzahl auf sage und schreibe über 50 Personen.

Bevor es sportlich wurde, bekamen wir

philippinisches Essen serviert. »Pancit«,

das sind gebratene Nudeln in verschie-

denen Variationen oder auch »Ginataan«,

und Gruppenbildung zu verhindern, zog

ro einen Trumpf aus dem Ärmel. Sie hatte

Lose mit Nummern vorbereiten lassen und

jeder durfte eine Nummer ziehen. So wurden Abräumer, Verkäufer der kalten und

warmen Theke und alle anderen Mitarbeiter bunt durcheinander gemischt.

Auf sechs Bowlingbahnen verteilt ging

es nun um Punkte. Um jeden umgefalle-

das ist so etwas wie der Oberbegriff für

nen Kegel wurde gekämpft, auch wenn so

milch gekocht werden. Die Sinne beka-

der Kugeln auf der Bowlingbahn heizte

Fleisch- oder Fischgerichte, die in Kokosmen so eine Abwechslung zur täglichen

mancher Wurf ins Leere ging. Der Tanz

die Stimmung an, wenn Kollegen einen

Haxen-, Rollbraten-, Wammerl- oder Le-

»Strike« oder einen »Spare« erreichten.

ger angeboten werden. Welcher Burger

wurde die Stimmung.

berkäseverköstigung. Obwohl auch Bur-

findet nicht den Weg in die entlegenste

Je länger die Partien waren, umso besser


bergecho 1 . 2015  |

Am Ende gewannen die Besten. An die-

sem Abend war es die Gruppe 3 mit Ümit

Ar, Eva Hundhammer, Tanja Uhl, Pedro

Pablo Soto Siera, Sinan Altinel, Marie Kolbeck, Tommy Witjes und Afrim Shahinaj.

In der Einzelwertung siegte Abräumer Ferdinand Weidner vor Marianne Slizewski,

die damit die Fahne der Frauen hoch hielt, und vor Ali Yildirim.

Eine kleine Gruppe sportbegeisterter

Nachtwanderer machte sich mit Fackeln auf den Weg zurück nach Andechs. Drei

Kilometer ging es teilweise singend durch die kalte Novembernacht: Thema dabei

war »Lieder deiner Heimat«. Einziges

Problem der Wanderung war, dass die

Fackeln zu schnell zu Ende brannten, oder wir waren einfach zu langsam. So tapsten wir das letzte Stück des Weges durch den

mondscheindurchfluteten Nachthimmel zum Kloster Andechs zurück. Es war ein

.

voll und ganz gelungener Betriebsausflug.

Wiederholung gewünscht! 

Im Fackelschein zurück zum Kloster Andechs

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bergecho 1 . 2015

|  presse

Süddeutsche Zeitung, 30. Dezember 2014

Münchner Merkur, 31.Januar 2015


bergecho 1 . 2015  |

Münchner Kirchenzeitung, 8. Februar 2015

Münchner Merkur, 13. März 2015

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bergecho 1 . 2015

|  presse

Harlachinger Rundschau,

11. Februar 2015

Mindelheimer Zeitung, 4. Dezember 2014


bergecho 1 . 2015  |

Starnberger Merkur,

2. März 2015

Aar-Bote/

Wiesbadener Tagblatt, 4. November 2014

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impressum

V.i.S.d.P.: P. Valentin Ziegler Bergstraße 2, 82346 Andechs

Tel.: 08152/376-0, Fax: 08152/376-267 www.andechs.de

redaktion Christian Bolley,

Martin Glaab, Birgitta Klemenz

verantwortlich für anzeigen Martin Glaab

gestaltung Mellon Design

druck Agentur Beckenbauer,

Weidmannstr. 5, 80997 München

Gedruckt auf umweltfreundlichem

Papier

bildnachweis

Titelfoto: Dr. Kurt Jakobus

Alle Fotoaufnahmen durch Benedik-

tinerabtei Sankt Bonifaz in München und Andechs, außer: Andechser am

Dom (S. 35); Argum/Falk Heller (S. 24,

Christus, gestern und heute,

Anfang und Ende, Alpha und Omega.

Sein ist die Zeit und die Ewigkeit

Sein ist die Macht und die Herrlichkeit

25); Dlouhy Markus (S. 44, 45);

Dr. Jakobus Kurt (S. 3, 25, 32); Fledder­ mann Michael (S. 55); fotolia /tarasov_

vl (S. 54); Frei Lisa (S. 47); Freunde der

Bayerischen Staatssammlung für Palä­ ontologie und Historische Geo­logie

München e.V. (S. 10); Fries Augustinus OSB (S. 3, 4); Grolig Constantin

(S. 50, 51); Herrle Jürgen (S. 36); Höck

Hans-Peter (S. 34); Kemmerer Bern-

in alle Ewigkeit. Amen.

hard (S. 22); Kiem Kilian (S. 52); Knipp-

liturgie der osternacht

Peta­permal Patricia (S. 53); Ruha Karl

Lillich Manuela (S. 38); Paal Marg-

ret (S. 48); Petrone Domenico (S. 34);

(S. 14); Schmid Thomas (S. 39); Schuhbauer-von Jena Stefan (S. 3, 8, 42, 43);

Zimmermann Petra (S. 52).

Da wir leider nicht alle Rechteinha-

ber von Bildmaterial erreichen konn-

ten, bitten wir etwaige Rechteinhaber, sich mit der Klosterbrauerei Andechs unter pr@andechs.de oder 08152/376-

290 in Verbindung zu setzen.

Das nächste Andechser Bergecho erscheint im august 2015

Scannen und mehr erfahren

Andechser Bergecho 1-2015  
Andechser Bergecho 1-2015  

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