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3. ausgabe 2014

für alle mitarbeiter, gäste und freunde des klosters andechs und der abtei sankt bonifaz

kirche und kloster  Goldenes Abtsjubiläum und Feierliche Profess klosterbr auerei  20 Jahre Andechser am Dom panor ama  Betriebsausflug ins Allgäu


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bergecho 3 . 2014

|  editorial

H

offentlich können Sie auch im

neuen Kirchenjahr und 2015 den

Heiligen Berg besuchen. Zu mei­

nen schönsten Kindheitserinnerungen gehören Wanderungen nach Andechs,

manchmal auch über den romantischen

Weg vom Seefelder Schloss oder natür­

lich durch das Kiental. Vom Andechser

Konvent ist mir freilich nur ein Mitbru­ der in Erinnerung geblieben. Während

ich gewöhnlich jeden Mittwoch mit der

Bahn nach Herrsching und lernte auf dem

Weg durchs Kiental manche Andechspil­ ger kennen. In Erinnerung ist mir auch

die Begegnung mit einer jungen Frau aus

Sachsen, die ihre Bergwanderungen bis­

lang nur in den Ostblockstaaten unterneh­

vom Bräustüberl fernzuhalten), machte

Westen erkunden wollte, so auch Bayerns

den, um für Festtage der Eltern oder an­

höher vorgestellt hatte. Andechs durfte

erwerben. Dabei gab mir Bruder Urban

da ich gewöhnlich den ganzen August auf

ich gerne einen Abstecher zum Klosterla­ derer Verwandten ein kleines Geschenk zu Koller gute Ratschläge und machte mit

seinen fast fünfzig Jahren einen ehrwür­

digen und freundlichen Eindruck. Als ich

1952 ins Kloster eintrat und als ich 1964 Abt wurde, war er immer noch mit bewun­

men konnte, nun aber auch die Berge im

Heiligen Berg, den sie sich freilich etwas

ich sozusagen als Sommersitz betrachten, dem Heiligen Berg weilte – auch um mit

den Teilnehmern unserer Jugendwochen

die Umgebung von Andechs zu erkunden.

Zwar war mir nicht beschieden, wie mein

lieber Nachfolger Abt Johannes vor der

dernswertem Eifer im Klosterladen tätig,

Abtwahl als Seelsorger in Andechs zu wir­

Nach meiner Wahl zum Abt musste ich in

Münchner und Andechser zu sein.

ein Mönch, auf den immer Verlass war.

Sollte Ihrem Exemplar kein Über­ weisungsträger beiliegen, können Sie auch direkt an das Kloster überweisen: IBAN: DE72 7025 0150 0438 9820 50 BIC: BYLADEM1KMS

dens gehörte fortan auch zu den schönen

Aufgaben des äbtlichen Amtes. So fuhr

wir zum Mittagessen im Klostergasthof

weilten (meine Eltern suchten mich eher

An die Redaktion ist immer wieder der Wunsch herangetragen worden, sich für das Andechser Bergecho erkenntlich zu zeigen. In einer Teilauflage dieser Ausgabe sind daher Überweisungsträger beigelegt. Danke für Ihre Verbundenheit!

Der Weg nach Andechs und damit

auch gewöhnlich der Besuch des Klosterla­

der 2. Hälfte dieses Jahres 1964 den Tod von

vier Mitbrüdern hinnehmen: von Prior Be­ nedikt, von Fr. Ildefons und Fr. Lambert

und besonders tragisch in München vom

ken, aber auch ich bin glücklich, zugleich Auch Ihnen allen wünsche ich das

Glück, immer wieder auf dem Heiligen

Berg etwas Heimat zu finden.

jungen Kleriker Fr. Fidelis. Ein Trost war

mir, dass im Dezember 1964 unser Fr. Tho­ mas das klösterliche Leben begann und

dass ihm zwei Jahre später unser Fr. Ste­

phan folgte. Dieser unterstützte dann bald unseren Fr. Urban in der Leitung des Klos­

terladens. Fr. Urban konnte am 23.9.1972 den irdischen Lauf vollenden in der Ge­

wissheit, dass der Klosterladen in guten Händen ist.

abt odilo lechner


inhalt  |

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k i rc h e u n d k l o s t e r

4 Goldenes Abtsjubläum von Odilo Lechner 6 Feierliche Profess von Fr. Matthias Leidenberger in Sankt Bonifaz 8 Weihnachten 1914 und 1944 12 Erinnerung an Pius X. 14 70. Geburtstag von Fr. Stephan 15 60. Geburtstag von P. Stephan und Fr. Marcus 15 Fr. Ansgar Mößmer im 96. Lebensjahr gestorben 16 »Jesus zu begegnen macht das Herz weit« – Kardinal Reinhard Marx beim Dreihostienfest 18 ›Springen müssen die Leute selber‹ – Interview mit Robert Greiner, Sozialarbeiter in der Obdachlosenarbeit Sankt Bonifaz 20 Geschichte und Gegenwart der Wallfahrt von Merching 22 Rückblick auf die Sommerakademie Sankt Bonifaz 2014

Goldenes Abtsjubläum

Vor 50 Jahren wurde Abt Odilo Lechner zum Abt von Sankt Bonifaz in München und Andechs geweiht seite 4

k l o s t e r b r au e r e i

26 Interview mit Christian Rieger, dem neuen kaufmännischen Leiter der Andechser Wirtschaftsbetriebe 28 Neue Märkte erschließen – Wolfgang Schäff, neuer Vertriebsleiter der Klosterbrauerei 29 Bier als Beruf – die Lehrlinge der Klosterbrauerei 30 20 Jahre Andechser am Dom 32 Erfinderisch der Umwelt zu Liebe – Unternehmer zu Besuch in der Klosterbrauerei 34 Klosterbier meets Craftbier – 1. Bierwood-Festival 36 Bier und Gesundheit – verantwortungsvoller Umgang mit einem Grundnahrungsmittel 20 Jahre Andechser am Dom

g a s t l i c h k e i t

38 Andechser Winterbier wieder im Bräustüberl 40 Die Küche im Kraftwerk – kulinarisches und architektonisches Highlight in München 41 Das »Cafe Max II« – Bahnhof Feldafing neu belebt

Festgottesdienst in Sankt Bonifaz – über 12.000 Euro für die Obdachlosenarbeit der Abtei seite 30

v e r a n s ta lt u n g e n

42 Colloquium 44 Fußwallfahrt von München nach Andechs 45 ›Christ-Werden‹ – Andechser Bibelabend 46 Weihnachtsoratorium mit hochkarätiger Besetzung 47 4. Andechs Trail 2015

pa n o r a m a

48 Betriebsausflug der Klosterbrauerei Andechs ins Allgäu 50 Kleines Jubiläum groß gefeiert – Großer Andrang beim 10. Andechser Kinder- und Familientag 52 Rückblick auf den 42. Andechser Europatag 53 2. Andechser Nachtflohmarkt im Florian-Stadl ein voller Erfolg 54 Per Rad in 20 Stunden von Germering zum Gardasee 56 4. Tag des Berges – »Basislager-Atmosphäre« im Florian-Stadl 57 Gabriele Fellinger stellt ihre Arbeiten im Fürstentrakt aus

Glas und Gastlichkeit

Betriebsausflug der Klosterbrauerei Andechs ins Allgäu  seite 48

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kirche und kloster

Goldenes Abtsjubläum Vor 50 Jahren wurde Abt Odilo Lechner zum Abt von Sankt Bonifaz in München und Andechs geweiht

➊ Am 8. September konnte Abt Odilo Lechner ein besonderes Jubiläum feiern. Vor genau 50 Jahren wurde er vom damaligen Münchner Erzbischof Julius Kardinal Döpfner zum Abt von Sankt Bonifaz in München und Andechs geweiht. Grund genug für einen festlichen Abendgottesdienst in Sankt Bonifaz, an dem auch viele Freunde und Weggefährten von Abt Odilo teilnahmen.


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➊  Begleitet und getragen über 50 Jahre: Altabt Odilo mit Abtpräses Barnabas Bögle (l.) und Abt Johannes Eckert (r.)

»Durch deine

Herzensweite, deine

Liebens­würdigkeit,

➋  Julius Kardinal Döpfner weiht Pater Odilo zum Abt von Sankt Bonifaz in München und Andechs

A

dein Charisma zeigst du uns Christus«

Abt Johannes zu Abt Odilo

m 14. Juli 1964 wurde der damals

33 Jahre alte Odilo Lechner zum

siebten Abt der Benediktiner von

Sankt Bonifaz in München und Andechs

gewählt. Zwei Monate später, am 8. Sep­

tember 1964, wurde er durch den damali­

gen Münchner Erzbischof Julius Kardinal

Döpfner geweiht. Er war damit seinerzeit der jüngste Abt in ganz Deutschland und

sollte dieses Amt bis 2003 über 39 Jahre hin

ausüben.

Her zensweite – Liebenswürdigkeit – Charism a Zum Festgottesdienst war die Basilika

Sankt Bonifaz in der Münchner Karlstraße

waren zu diesem besonderen Anlass nach

voll besetzt. Nicht nur die Mitbrüder von

München gekommen, unter ihnen auch

zum Gottesdienst versammelt. Mehrere

präses der Bayerischen Benediktinerkon­

Abt Odilo um Abt Johannes Eckert waren Äbte befreundeter Benediktinerabteien

Benediktsregel umrissen wird. Benedikt

lege Wert auf die Feststellung, dass der

der Abt von Ettal Barnabas Bögle als Abt­

Abt im Kloster Christus selbst vertrete.

gregation. Auch die Ordensfrauen der

Abt Odilo über so lange Jahre der Gemein­

Venio mit Äbtissin Carmen Tatschmurat

in Andechs geleistet habe, sei ihm die

Nymphenburger Benediktinerinnenabtei waren gekommen, um ihre Verbunden­

heit mit Abt Odilo zu zeigen. Hinzu ka­

men viele Ehrengäste, darunter Hans Jo­

chen Vogel, Münchens Altoberbürgermeis­

Für diesen anspruchsvollen Dienst, den

schaft von Sankt Bonifaz in München und

klösterliche Gemeinschaft sehr dankbar.

»Durch deine Herzensweite, deine Lie­

benswürdigkeit, dein Charisma zeigst du uns Christus«, so Abt Johannes direkt an

ter und zugleich Urgroßneffe des dritten

Abt Odilo gewandt.

(1872 – 1904), der Bayerische Staatsminister

Abt Odilo dann lächelnd in einem Stuhl

Kunst Ludwig Spaenle und der ehema­lige

wieder Hände und dankte vielen Gottes­

Abtes von Sankt Bonifaz, Benedikt Zenetti

für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Staatsminister Thomas Goppel.

»Dank an alle , die mich beglei tet und mitgetr agen haben«

Im Anschluss an den Gottesdienst saß

im Abteigarten, schüttelte wieder und

dienstbesuchern, die es sich nicht neh­

men ließen, ihm ihre Glückwünsche

persönlich zu überbringen. Der laue Spät­

sommerabend tat sein Übriges, dass dieser

Auf seine ihm eigene, sehr persönliche

für das Kloster besondere Tag bei Andech­

tesdienstes allen, die ihn bis heute beglei­

Weile gefeiert wurde. 

Art dankte Abt Odilo zu Beginn des Got­

tet und getragen haben. In seiner Predigt

lenkte Abt Johannes den Blick auf die be­ sondere Aufgabe des Abts, wie sie in der

.

ser Klosterbier und Brezn noch eine ganze

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kirche und kloster

Seine Hoffnung Gott anvertrauen

Fr. Matthias Leidenberger hat sich am 31. Oktober 2014 durch die Feierliche Profess für immer an die klösterliche Gemeinschaft von Sankt Bonifaz in München und Andechs gebunden.

F

lorian Leidenberger, so Fr. Matthi­ as mit bürgerlichem Namen, ist

in Köln aufgewachsen. Die Suche

nach seinem klösterlichen Weg führt ihn

»Wenn Sie heute, lieber Fr. Matthias, die

feierliche Profeß ablegen, dann bekennen Sie: ›Gott ist es, der meinen Durst stillt, er ist

es, der mich befreit und heilt, er ist es, der mich

zunächst in die Benediktinerabtei Maria

zu einem neuen Menschen macht.‹ Diese ihre

Sankt Bonifaz in München. Derzeit stu­

nennt es ›spem suam deo committere‹ (RB 4),

Laach in der Eifel und schließlich nach

diert Fr. Matthias in München katholische

Theologie.

In einem feierlichen Gottesdienst in

Hoffnung vertrauen Sie Gott an. Benedikt seine Hoffnung Gott anvertrauen.«

Mit seinen Gelübden (Gehorsam, klös­

terlicher Lebenswandel und Stabilität) be­

Sankt Bonifaz, an dem viele Verwandte

kräftige er, Fr. Matthias, seine Hoffnung:

wurde Fr. Matthias zunächst offiziell vor­

Aus dieser Perspektive der Hoffnung ent­

und Freunde von Fr. Matthias teilnahmen,

gestellt. Deutlich vernehmbar war sein

»Ja, ich bin bereit« als Zeichen seiner Bereit­ schaft, den Weg der Gottsuche in der Ge­

meinschaft der Mönche von Sankt Bonifaz

in München und Andechs zu gehen.

Ausgehend vom Tagesevangelium der

Heilung eines Wassersüchtigen am Sabbat

hob Abt Johannes in seiner Predigt den oft

die Nähe Jesu und seine Berührung heilt. faltete Abt Johannes die Gelübde:

»Gehorsam – Auf Dich will ich hören,

im Lesen der Hl. Schrift, auf Dich will ich

hören in den Anforderungen der Gemein­ schaft, Deinen Ruf will ich hören in den

Anfragen meines Gewissens, in der Begeg­ nung mit dem Mitbruder, dem Mitmen­

schen, auf Dich will ich hören in den Zei­

unstillbaren Lebensdurst hervor, der heu­

chen der Zeit!

in Sucht und Abhängigkeit führt:

will ich mich immer wieder zuwenden im

te viele Menschen umtreibt und teilweise

Klösterlicher Lebenswandel – Dir


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Fr. Matthias verliest seine handgeschriebene Professurkunde

»Dieses Bekenntnis ist die Profess: Sich freien

Gewissens an den Herrn

zu binden im Vertrauen,

dass er, der das gute Werk

Gebet und in der Feier des Gottesdienstes,

begonnen hat, es auch

für Dich will ich frei sein und verzichte

vollenden wird und uns zu

auf Besitz und Familie, zu Dir will ich um­

kehren in gelebter Gastfreundschaft und

neuen Menschen macht in

Menschlichkeit, in dem ich immer wieder

einer neuen Schöpfung.«

neu anfange und Dir meine Schuld an­ empfehle.

Abt Johannes

Und schließlich: Stabilitas – In Deiner

Nähe will ich bleiben, in der brüderlichen Gemeinschaft, an einem konkreten Ort,

denn die Bindung an Dich macht mich

Beim Empfang nach dem Gottesdienst

frei.«

im großen Saal des Zentrums Sankt Bo­

Nach der Predigt befragte Abt Johannes

Fr. Matthias auch persönlich ihre Glück-

für immer an die klösterliche Gemein­

war ein Abend mit intensiven Begegnun­

Fr. Matthias zu seiner Bereitschaft, sich schaft von Sankt Bonifaz zu binden. Wäh­

rend der folgenden Allerheiligen-Litanei,

in der die Heiligen um Fürsprache für

nifaz nahmen viele Verwandte, Freunde

und Weggefährten die Gelegenheit wahr,

und Segenswünsche auszusprechen. Es

gen und Fr. Matthias hatte nicht wenige Hände zu schütteln.

Der Feierlichen Profess von Fr. Mat­

Fr. Matthias angerufen wurden, lag er

thias war seine Zeitliche Profess 2011 vo­

schaft flach auf dem Gesicht vor dem Altar.

Fr. Matthias und die Gemeinschaft der

seine von Hand geschriebene Profess-

als Mönchsgemeinschaft von Sankt Boni­

zum Zeichen seiner Hingabe und Bereit­

Im Anschluss verlas Fr. Matthias laut

Urkunde und unterzeichnete sie auf dem

rausgegangen. Drei Jahre haben sich

Mönche dann geprüft, ob man den Weg

faz dauerhaft gemeinsam gehen möchte.

Altar von Sankt Bonifaz. Einen der ein­

Vor der Zeitlichen Profess war Fr. Matthias

tes bildete dann das dreimalige »Suscipe,

hatte er sich in der benediktinischen Le­

das Fr. Matthias allein anstimmte. Das

Berufung geprüft. 

drucksvollsten Abschnitte des Gottesdiens­

me domine« (»Nimm mich auf, o Herr«), Suscipe ist ein Abschnitt aus dem Psalm

rund ein Jahr lang Novize. In dieser Zeit

.

bensordnung eingeübt und seine eigene

119, der die Hingabe des Mönches an Gott und das Vertrauen auf seine Nähe und

Führung auf dem eigenen Weg der Gottsu­ che zum Ausdruck bringt.

Nach dem Segensgebet über Fr. Mat­

thias, segnete der Abt die Kukulle. Dieses durchgehende Gewand mit langen, wei­

ten Ärmeln trägt Fr. Matthias nun wäh­

rend der Liturgie und bei anderen beson­

Nimm mich auf, o Herr,

nach deinem Wort, und ich

werde leben; lass mich in

meiner Hoffnung niemals

deren Anlässen über seinem Habit. Mit

scheitern

Austausch des Friedensgrußes mit allen

vgl. Psalm 119, Vers 116

der Übergabe des Stundenbuchs und dem

Mitgliedern des Konventes ging dieser be­

sondere Abschnitt des Gottesdienstes dann

in die Eucharistiefeier über.

Einkleidung mit der Kukulle H i n t e rg r u n d Heilung des Wassersüchtigen am Sabbat (Lk 14, 1–6) Als Jesus an einem Sabbat in das Haus eines führenden Pharisäers zum Essen kam, be­ obachtete man ihn genau. Da stand auf einmal ein Mann vor ihm, der an Wassersucht litt. Jesus wandte sich an die Gesetzeslehrer und die Pharisäer und fragte: Ist es am Sabbat erlaubt zu heilen, oder nicht? Sie schwiegen. Da berührte er den Mann, heilte ihn und ließ ihn gehen. Zu ihnen aber sagte er: Wer von euch wird seinen Sohn oder seinen Ochsen, der in den Brunnen fällt, nicht sofort herausziehen, auch am Sabbat? Darauf konnten sie ihm nichts erwidern.

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kirche und kloster

1914 – 1944

1914 weihnachten 1944 Feldpostbriefe aus der Abtei Sankt Bonifaz und dem Kloster Andechs

Weihnachten 1914 und 1944 die erste Kriegsweihnacht im Ersten Weltkrieg, 1944 die letzte Kriegsweihnacht im Zweiten Weltkrieg, beides jährt sich 2014 zum 100. bzw. zum 70. Mal. Trotz aller Krisen und Bedrohungen des Friedens in der Welt können wir 2014 wieder ein sicheres und behütetes Fest der Geburt Jesu feiern. Dass das nicht immer so war und dass es für viele Menschen in unserer Zeit ganz anders aussieht, sollten wir dankbar bedenken – und gerade an Weihnachten die nicht vergessen, die bei uns in steigendem Maße Zuflucht suchen, weil ihnen zuhause das Recht auf Leben und auf eine gesicherte Existenz abgesprochen wird.


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1914 Die vervielfältigten Feldpostbriefe Abt

Gregor Danners beginnen erst mit dem

Feld-Post �unleserlich� d. 21. XII. 14

Lb. Hochw. H. P. Supprior

6. April 1915. Zuvor wurden einzelne Briefe

�gemeint ist P. Emmeram Heindl�

Auch die Mönche im Feld pflegten eine re­

Ihre lb. Karte habe ich heute erhalten. Wie gern

in einer Sammlung von 17 Kassetten, die

dern zurückkehren u. eine kleine Lücke ausfül-

Beispiele seien herausgenommen, eine

der lb. Gott weiß wie lang. Ich habe aber gute

von Fr. Bruno Lackner und eine Postkarte

rückkomme. Wünsche Ihnen und Ihrer Schwes-

oder Kartengrüße verfasst und verschickt.

ge Korrespondenz, sie dokumentiert sich im Andechser Archiv überliefert ist. Drei

Postkarte von Fr. Georg Moos, ein Brief

von Georg Stork, damals Knecht auf der

Hochwürdiger Herr P. Prior!

�gemeint ist P. Augustin Engl� Es drängt mich Ihnen mitzuteilen wie wir hier in

u. freudig würde ich zu meinen lieben Mitbrü-

den Vogesen die Weihnachtsfeiertage zubringen.

len, allein der hl. Gehorsam hält mich zurück,

scherung, es war eigens ein großer Pavillon od.

Hoffnung, daß ich wieder in mein lb. Kloster zu-

2,50–3 m hoch war. Leider ging der Ostwind u.

ter rechte gute u. gnadenreiche Weihnachten.

wurden einige elektrische Taschenlampen hinge-

Post in Erling, die zeigt, wie groß die Ver­

Möge das lb. Christkind uns den ersehnten Frie-

über den Konvent hinaus war.

ders grüßt Sie ein treuer Sohn Br. G. M. �Georg

bundenheit mit dem Kloster Andechs auch

In den Vogesen am hl.

Weihnachtsfeste 1914.

Gestern als am hl. Abend hatten wir Christbe-

Hütte aufgestellt für den Christbaum, welcher

so konnte man die Lichter nicht anzünden, es

hängt, u. unser Lt. Kriegsfreiwilliger Basil Hof-

den bringen. Grüße an Ihre Schwester, beson-

schauspieler hielt eine schöne kernige Ansprache.

Moos� O.S.B. 

kamen wir heißen Grog sodann ein wenig Käse

.

Diese war von 5–6 Uhr abends. Hierauf be-

u. Wurst u. Cigarren, u. was das Beste war ein

jeder Mann bekam aus der Spatenbrauerei eine

Flasche Bier, das war wieder einmal ein Stoff.

Bier bekommen wir ja jeden Tag wenn einer eines will, nur müssen wir es eine Viertelst. bergauf

tragen. Heute am hl. Weihnachtsfeste hatten  →

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kirche und kloster

»Wenn nur das liebe Christkind

den Frieden brächte! – Nun, der liebe Gott wird schon

wissen wie es für unser Vaterland am besten ist.«

wir um ½ 9 Uhr Feldgottesdienst, leider konnte

der Geistliche die hl. Kommunion nicht austei-

Hochw. H. P. Prior wenn ich nach Markirch

komme werde ich Ihnen eine Postanweisung sen-

len wegen des starken Windes. Der Feldpater

den ungefähr 50 Mark welche ich mitbrachte,

einzelnen Beicht zu hören u. die hl. Kommunion

men, nur bitte ich Hochw. H. P. Prior von dem

will aber Nachmittags wieder kommen um jeden

auszuteilen.

hier aber kann man mit der Löhnung durchkom-

Bader Brieor, Kloster Andechs, Oberbayern, 5.11.1014

Die herzlichsten Grüße aus weiter Ferne sendet

Gelde nichts verlauten zu lassen, denn andere

Ihnen Georg Stork. Komme am Samstag von hier

den. Bei uns ist es jetzt hübsch kalt geworden,

nen ganz gut mehr brauchen.

le Grüße an alle. 

so daß wir nicht frieren brauchen. Gestern hieß

Hause zu? Br. Benno soll nicht gut daran sein,

ruhig feiern lassen. Diese Nacht jedoch verlief

fentlich alles gesund sein. Bei uns sind jetzt die

Ich denke aber, da wird er kaum fertig wer-

doch haben wir jetzt gute Unterstände mit Öfen, es die Franzosen werden uns kaum die Feiertage verhältnismäßig ruhig. Artillerie hört man ja

immer, ja, es geht einem fast etwas ab, wenn es

einmal einen ½ Tag ruhig ist.

Wenn nur das lb. Christkind den Frieden

brächte! Nun, der lb. Gott wird schon wissen wie

es für unser Vaterland am besten ist.

welche in keiner so günstigen Stellung sind könUnd nun Hochw. H. P. Prior wie geht es zu

wie mir Br. Friedrich mitteilte. Sonst wird hof-

Leute gesünder wie zu Hause, das ist auch das Beste was man sich wünschen kann.

Und nun schließe ich unter den herzlichsten

Neujahrsgrüssen für den ganzen Convent und verbleibe in tiefster Demut

Ihr gehorsamster Sohn Br. Bruno O.S.B.

Bitte alle Patres und Mitbr. um Ihr Gebet. 

.

.

fort. Auf Wiedersehen wenn Gott will. Auch vie-


bergecho 3 . 2014  |

194 4 Im Advent 1944 schrieb P. Willibald Mathä­

Ich steh an Deiner Krippe hier, o. Jesu,

ler den 48. Rundbrief im Laufe des Krieges

ich komme, bring und schenke Dir,

ser im Auftrag von Abt Bonifaz Wöhrmül­

an die Mitbrüder im Feld – Worte und Ge­

danken, die auch heute noch ansprechen.

Du mein Leben,

Krippe und Kreuz

was Du mir hast gegeben.

Immer, wenn ich als kleiner Bub an Weihnachten

Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles hin

Und laß Dir’s wohlgefallen. Lieber Mitbruder!

Da ich noch nicht geboren war,

da bist Du mir geboren

zu meiner Großmutter kam, führte mich diese zu einem wundervollen, lebensgroßen Christkind

aus Wachs, wie man es früher vielfach hatte.

Und jedesmal wies sie auf ein kleines Kreuzlein in den Händen des Christkindes hin, indem sie

sagte: »Merk dir das: Krippe und Kreuz gehören

Wenige Tage noch und es soll Weihnachten wer-

Und hast mich Dir zu eigen gar,

zusammen!« Ich verstand als kleiner Bub das

draußen an der Front, Weihnachten in der Hei-

Eh’ ich durch Deine Hand gemacht,

Krippe und Kreuz gehören zusammen. Sie sind

den, zum 6. Mal in diesem Krieg! Weihnachten

mat, der der Luftkrieg mit seiner sinnlosen Zer-

störung bei uns in München immer mehr den Stempel der Front aufgedrückt hat.

Mögen bei Ihnen und mögen bei uns die Spu-

ren des Krieges auch noch so wenig weihnacht-

eh’ ich Dich kannt, erkoren,

da hast Du schon bei Dir bedacht,

Wie Du mein wollest werden.

Ich sehe Dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen;

nicht ganz. Aber hatte die Frau nicht recht? Ja,

der gleichen Liebe Gottes zu uns Menschen entwachsen.

Auch der Glaube an die Krippe und das Kreuz

in einem Christenleben gehören zusammen.

Zeiten, wie wir sie leben müssen, unterstreichen diese Wahrheit. (…)

lich stimmen – in unseren Herzen soll es doch

Und weil ich nun nichts weiter kann,

sukind, laß Dich vielmals grüßen!« Wenn auch

O daß mein Sinn ein Abgrund wär’

Namen von Herzen alles Gute zum nahen Weih-

nichts weiß, wenn sie die Botschaft Christi von

Daß ich Dich möchte fassen!

Neuen Jahr!

so wenig verwirklicht, wenn sie der menschge-

Eins aber hoff ich, wirst Du mir,

Ihr [handschr. P. Willibald OSB]

unserer Seele kann doch echte, tiefe Weihnachts-

Daß ich Dich möge für und für in,

sen um die Erlöserliebe Gottes zu uns Menschen

So laß mich doch Dein Kripplein sein,

auch heuer singen und klingen: »O Du liebes Jedie Welt um uns vom Frieden der Heiligen Nacht der Liebe der Menschen untereinander auch noch wordenen Liebe Gottes auch noch so ferne ist, in freude sein. Es ist die Freude, die aus dem Wiskommt.

Ich weiß nicht, wo Sie den Heiligen Abend

verbringen werden, ich weiß nicht, unter wel-

chen äußeren Umständen. Aber das weiß ich

doch: Auch Ihre Gedanken gehen an diesem

Abend nicht nur zu Ihren Lieben daheim, nicht

nur zu uns nach S. Bonifaz und Andechs, sie eilen um hunderte von Jahren zurück und hin an die

Krippe von Bethlehem zu Christus, dem menschgewordenen Gottessohn. Und Sie halten Zwie-

sprache mit diesem Kind und geben alles, was

Sie auf dem Herzen haben, all Ihr Wollen, all Ihr Sorgen, all Ihr Bangen für die Zukunft dem Got-

teskind anheim. Suscipe me, Domine, secundum

eloquium Tuum et vivam – Nimm mich auf, Herr, nach Deinem Wort und ich werde leben! So mag

es aus Ihrem Herzen kommen am Heiligen Abend wie einstens am Tage Ihrer Hl. Gelübde.

bleib ich anbetend stehen.

und meine Seel ein weites Meer,

mein Heiland nicht versagen: bei und an mir tragen.

komm, komm und lege Dich hinein

.

Mit allen Deinen Freuden! paul gerhardt 

Und nun wünsche ich Ihnen in unser aller

nachtsfest und heute schon Gottes Segen zum

birgitta klemenz, stiftsarchivarin

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kirche und kloster

I

n Sankt Bonifaz in München befindet

sich ein Porträt des Papstes, für das er

selbst Modell gesessen haben soll. Das

dem Maler Paul Beckert zugeschriebene

Werk zeigt im Rahmen auch das päpstli­ che Wappen, das u.a. aus einem schrei­

tenden, geflügelten Löwen besteht. Pius X.

hatte vor seiner Wahl zum Papst seit 1893 das Amt des Patriarchen von Venedig be­

kleidet, ebenso wie sein vierter Nachfolger, der mittlerweile ebenso heiliggesprochene

Johannes XXIII. (1958–1963). Auch dieser

verwendete im oberen Teil seines päpstli­

chen Wappens den venezianischen Löwen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Seligund Heiligsprechung von Pius X. durch

Pius XII. 1951 bzw. 1954 wurde mit dem

Bild in der erst sporadisch eingerichteten

Basilika Sankt Bonifaz ein Altar gestaltet.

Heute hängt das Porträt in der Klausur der

Abtei in München.

Ein Künstler – engagiert für k atholische Arbeiter­v ereine

Erinnerung an Pius X.

Vor 100 Jahren wurde eine Votivkerze von oder für Papst Pius X. in Andechs gestiftet

Der Historien- und Porträtmaler Paul Be­ ckert ist auch noch auf andere Weise mit

Sankt Bonifaz verbunden. In Andechs be­

findet sich ein Gemälde der hl. Elisabeth,

auf dessen Rückseite eine Totenrotel des

Malers aufgeklebt ist, die wohl aus Andech­ ser Hand stammt. Beckert, der am 17. De­ zember 1856 in Lichtenstein in Sachsen

geboren worden war, starb am 22. Septem­ ber 1922 in Westfalen und wird als Schöp­

fer und Stifter eben dieses »St. Elisabeth-

Jubiläums-Bildes« bezeichnet. Damit kann

nur das Jahr 1907 gemeint sein, als der 700.

In Sankt Bonifaz in München und Andechs gibt es mehrere Erinnerungen an den hl. Papst Pius X., deren Herkunft und Beziehung zur Abtei zwar nicht eindeutig geklärt sind, die aber doch interessante Bezüge eröffnen, so ein Porträt des Papstes in Sankt Bonifaz und eine Kerze mit seinem Wappen in Andechs. Pater Valentin Ziegler und Stiftsarchi­ varin Birgitta Klemenz sind auf Spurensuche gegangen.

Geburtstag der Heiligen auch in Andechs

gefeiert worden war. Am unteren Rand

befindet sich eine Widmung mit den Na­

men Paul und Elisabeth, Beckerts zweite

Ehefrau, die er nach dem Tod seiner ersten

Frau 1907 geheiratet hatte. Beckert hatte

bereits 1883 die königlich-bayerische Staats­

angehörigkeit erhalten und legte ebenfalls

1907 den Verfassungseid auf die königlich-

bayerische Verfassung ab. Für Beckert dürf­

te also das Jahr 1907 persönlich von großer

Bedeutung gewesen sein. Über den Namen

seiner Frau und das 1907 gefeierte Jubiläum

der hl. Elisabeth, die ja in Andechs durch

ihre Abstammung von den Andechs-Me­

raniern besonders verehrt wird, ließe sich die Verbindung zum Heiligen Berg erklä­

ren. Die Andechser haben ihm jedenfalls nach seinem Tod laut der o.g. Rotel ein


bergecho 3 . 2014  |

Requiem gehalten. Ebenfalls aus dem Jahr

Nach Jahren als Kaplan und Pfarrer wurde

von Pius X. mit einer Segenswidmung, die

von Mantua und 1893 Erzbischof und Pa­

1907 stammt übrigens ein gedrucktes Bild

er 1875 Domherr in Treviso, 1884 Bischof

in einer der Seitenkapellen der Andechser

triarch von Venedig. Er war vor allem

Wallfahrtskirche verwahrt wird.

Seelsorger, persönlich anspruchslos und

fromm. Als Papst brachte er eine umfang­

Am 14. Juni 1904 war Beckert vom Papst

reiche und radikale Neuordnung der rö­

zum Ritter des Heiligen Silvesterordens er­

mischen Kirche und der Kirchentribunale

nannt worden. Der Papst würdigte damit

zu Ende, er reformierte die Seminare und

nicht nur den Künstler, sondern auch das

belebte den Katechismus-Unterricht. Das

Engagement Beckerts für die katholischen

Arbeitervereine, die dieser als Konvertit

Kirchenrecht wurde in einem Band, der

vor hatte Beckert mit einer Abordnung die­

de, kodifiziert und damit auch die Normen

dann schließlich 1917 veröffentlich wur­

besonders unterstützte. Wenige Tage zu­

für das Konklave neu gefasst. Durch seine

ser Vereine Pius X. ein von ihm geschaf­

Dekrete über die häufige Kommunion und

fenes Porträt des Papstes überreicht. Im

Frühkommunion der Kinder etwa ab dem

selben Jahr malte er für den Papst eine

7. Lebensjahr wirkte er bahnbrechend. Er

allegorische Komposition mit dem Titel

reformierte die Kirchenmusik und führte

»Soziale Versöhnung«, für Pius X. ein zen­

die gregorianischen Gesänge wieder ein,

trales Anliegen seines Pontifikates. Drei

veröffentliche eine Revision des Stunden­

Jahre später, 1907, ist er im Katalog der 9.

gebetes und begann mit der Überarbeitung

Jahres-Ausstellung der Frankfurter Künst­

des römischen Messbuches. So wurde er

ler im Frankfurter Kunstverein ebenfalls

für die zeitgenössische Liturgiebewegung

mit einem Porträt Papst Pius X. vertreten.

von besonderer Bedeutung. Auch förder­

Initiator der Andechser Ker zenstif tung unbek annt

te er die »Katholische Aktion«, deren Ur­

Paul Beckert dürfte demnach das Binde­

mus des 19. Jahrhunderts liegen. Sie ver­

Sankt Bonifaz gewesen sein. Das würde

Verkündigung des Evangeliums im Sinne

ser Wallfahrtskirche vorne am Hochaltar

schaft und die Kirche mitgestalten will.

sprünge im italienischen Laienkatholizis­ steht sich als Laienbewegung, die durch

glied zwischen Pius X. und Andechs bzw.

der katholischen Soziallehre die Gesell­

auch erklären, warum sich in der Andech­

Auf dem politischen Parkett leitete

eine Votivkerze befindet, die die Aufschrift

er eine unnachgiebige Politik zur Vertei­

»Papst – Pius X. – 1914« trägt. Im Kerzen­

digung der Kirchenrechte ein, was 1904

verzeichnis erscheint sie mit folgender

zum diplomatischen Bruch mit Frankreich

Beschreibung: »S. H. Papst Pius X., gestif­

führte. Die französische Regierung ant­

tet am 2. Februar 1914 – L. 180 cm, Durch­

messer 8 cm. Die untersten 45 cm sind mit

wortete mit der Aufhebung des Konkor­

ornamentiert. Im oberen Teil der Kerze ist

auf weltliche Verbände übertragen und die

dats von 1801, die Kirchengüter wurden

weißer Ölfarbe gestrichen und mit Ölgold

Regierung erließ ein Gesetz über die Tren­

ein großes gemaltes Kreuz. Gemaltes Bild:

nung von Kirche und Staat, auf dass der

Meer mit Anker, darüber Stern und über diesen ein schreitender, geflügelter Lö­

Papst mit einer scharfen Verurteilung re­

Schlüsseln. Vergoldete Eisenmanschette

folgen. In den Beziehungen zur italieni­

agierte. Portugal, Irland und Polen sollten

we. Über dem Bild: Tiara mit gekreuzten

schen Regierung begann dagegen ein Pro­

und vergoldeter 155 cm hoher Eisen-Ker­

zess der Entspannung, wobei Pius X. jegli­

zenhalter.« Ob nun Pius X. die Kerze stif­

cher Form von Sozialismus ablehnend ent­

ten ließ oder ob sie vielleicht Paul Beckert

gegentrat. Sein Pontifikat war bestimmt

für ihn oder in seinem Namen hat anfer­

von der klaren Verurteilung der modernis­

tigen lassen, muss offen bleiben. Im Jahr der Stiftung der Andechser Kerze, am 20.

tischen Bewegung, die als »Synthese aller

August 1914, starb Pius X., wenige Wo­

Melchiorre Sarto war er am 2. Juni 1835 in

Häresien« definiert und verurteilt wurde.

Sein Gedenktag ist der 21. August.

viso und der Provinz Venetien, die bis 1866

modernisteneid« auferlegt. 

chen nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Pius X. wurde am 4. August 1903

nach dem Tod des großen Sozialpapstes

Leo XIII. zum Papst gewählt. Als Giuseppe

Riese, einem kleinen Ort im Bistum Tre­ zu Österreich gehörte, geboren worden.

1850 trat er in das Priesterseminar in Padua ein und wurde 1858 zum Priester geweiht.

.

So wurde dem Klerus 1910 der sog. »Anti­

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bergecho 3 . 2014

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kirche und kloster

Religiöse Volkskunst – seine große Leidenschaft

Fr. Stephan Janker hat seinen 70. Geburtstag gefeiert Wallfahrern und Besuchern mit ausge­

suchten Geschenken und Andenken. Be­ sonders am Herzen liegt Fr. Stephan die

religiöse Volkskunst. Fast in jeder freien

Minute findet man ihn – je nach Jahreszeit

– bei der Fertigung von alpenländischen

Krippen, Fatschnkindl und Hausaltären.

Als Organisator von Krippenausstellungen und Ratgeber ist er inzwischen weit über

den Heiligen Berg hinaus bekannt.

Die letzte große Ausstellung fand 2013 auf dem Hohenpeißenberg in der Wallfahrts­

kirche Maria Himmelfahrt statt. Mit der

70

Dekoration von vier Altarsträußen, gefer­ tigt von Fr. Stephan, wurde die Renovie­

rung der Kirche abgeschlossen und wieder eröffnet.

Seinen 70. Geburtstag konnte im September 2014 Fr. Stephan Janker, der Leiter des Andechser Klosterladens, feiern. Besonders am Herzen liegt Fr. Stephan die religiöse Volkskunst.

»Andechser Kostbarkeiten« Im Bildband »Andechser Kostbarkeiten«

finden seine Bewunderer einen kleinen

Einblick in seine kunsthandwerkliche

Arbeit. Seine Hobbies sind das Sammeln

F

rater Stephan wurde am 2. Septem­ ber 1944 in Wörth an der Donau

unweit von Regensburg geboren.

Nach einer Einzelhandelslehre in Haus­

ham reifte in ihm der Entschluss Mönch

zu werden. Am 22. April 1967 trat Fr. Ste­

phan bei den Benediktinern von Sankt Bo­

von alten Gebetsbildern, die Suche nach

Kunstbüchern über Krippen und Kloster­

arbeiten, das Stöbern auf Flohmärkten.

Er liebt aber auch die Natur und ganz be­

sonders die bayerische Volksmusik. Seine

Ferien verbringt er meist in der gelieb­

ten Heimat Irschenberg, wo seine beiden

ihren Angehörigen leben. 

Klosterladen, den zuvor Fr. Urban Koller

christian bolley

übernahm er die Leitung im Andechser

geführt hat. Sein 40-jähriges Ordensjubi­

läum feierte Fr. Stephan bereits am 8. Sep­ tember 2008.

Alpenl ändische Krippen – Fatschnkindl – Hausaltäre Fr. Stephans große Leidenschaft sind

Kloster­arbeiten und dafür ist der Klos­

terladen auf dem Heiligen Berg bekannt.

Er erfreute schon Generationen von

.

Schwestern Elisabeth und Veronika mit

nifaz in München und Andechs ein. 1970


bergecho 3 . 2014  |

P. Stephan und Fr. Marcus 60. Geburtstag

60

I

Fr. Ansgar Mößmer

im 96. Lebensjahr gestorben

P. Stephan Dorner und Fr. Marcus Riemer

Stiftsbibliothek und sorgt mit dafür, dass eine der

N

klösterliche Literatur immer auf dem aktuellen

65. Jahr seiner Profess stand, eine »Institution«

m November konnten P. Stephan Dorner und

Fr. Marcus Riemer ihren 60. Geburtstag fei­

ern. P. Stephan leitet als Bibliothekar seit Jah­

ren mit Engagement und Sachverstand unsere

größten Privatbibliotheken Bayerns beim Thema Stand ist. Darüber hinaus engagiert sich P. Ste­

och Mitte September konnte der Senior

der klösterlichen Gemeinschaft, Fr. Ans­

gar Mößmer, seinen 95. Geburtstag

feiern. Nun ist er am 5. Dezember im Kreis der

Mitbrüder in Sankt Bonifaz gestorben. Für viele

Freunde von Sankt Bonifaz war Fr. Ansgar, der im im besten Sinne des Wortes, auch wenn es in der

phan auch als Kaplan in der Seelsorge in der Pfar­

letzten Zeit ruhiger um ihn geworden war.

außerhalb des Klosters in einem Versicherungs­

den Benediktinern in Schäftlarn ein und wech­

gleitet er das Geschehen der Abtei seit Jahren mit

Bis weit über sein 80. Lebensjahr hinaus leitete

ist er an vielen Stellen durch seine ruhige Art eine

Fachkenntnis und Hingabe die Stiftsgärtnerei.

gleitet in Sankt Bonifaz – und mehrmals im Jahr

an viele Münchner Kirchen. Seine Verbunden­

rei Sankt Bonifaz. Fr. Marcus arbeitet halbtags

unternehmen. Als Chronist von Sankt Bonifaz be­

großer Sorgfalt. Der klösterlichen Gemeinschaft

große Hilfe, auch als Betreuer der Oblaten. Er be­ auch in Andechs – Gruppen, die sich für einen

tieferen Einblick in das Leben der klösterlichen

Gemeinschaft und die Spiritualität der Benedikts­

regel interessieren. Wir wünschen P. Stephan

und Fr. Marcus Gottes Segen zu ihrem Geburtstag,

.

Gesundheit, Wohlergehen und Schaffenskraft für

die kommenden Jahre. 

Geboren in Weilheim, trat Fr. Ansgar 1950 bei

selte Mitte der Siebziger Jahre nach Sankt Bonifaz.

der gelernte Gärtnermeister mit großem Talent,

Über Jahre lieferte Frater Ansgar Blumenschmuck heit mit vielen Angehörigen von Verstorbenen, deren Bestattungen er organisierte und deren

Gräber er pflegte, machten ihn über München

hinaus bekannt. Als Josef Kardinal Ratzinger 1981 von München in den Vatikan nach Rom berufen

wurde, sandte ihm Fr. Ansgar zum Advent einem selbstgebundenen Adventskranz. Der Ruf seiner

Adventskränze machte im Vatikan die Runde und sie sind bis heute in Rom bekannt und geschätzt. Im Vertrauen darauf, dass Jesus Christus zum

Leben in Fülle und Ewigkeit führt, bitten Abt und Konvent alle Freunde und Wohltäter des Klosters,

.

um ihr Gebet für Fr. Ansgar und die klösterliche

Gemeinschaft. 

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bergecho 3 . 2014

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kirche und kloster

»Jesus zu begegnen macht das Herz weit« Münchner Erzbischof Reinhard Kardinal Marx beim Dreihostienfest in Andechs

Beim Dreihostienfest Ende September 2014 hat der Münchner Erzbischof Reinhard Kardinal Marx auf­ gerufen, sich von der Begegnung mit Jesus befreien und verwandeln zu lassen. Bei seiner Predigt im Rahmen des Festgottesdienstes auf dem Heiligen Berg Bayerns sagte der Münchner Erzbischof weiter: »Die Feier der Eucharistie – die Begegnung mit Jesus – verkrümmt nicht, sie will unsere Herzen verwandeln und weit machen.« Das Dreihostienfest zählt zu den ältesten Wallfahrtsfesten auf dem Heiligen Berg und weist auf den Ursprung der Andechser Wallfahrt. Seit Generationen wird hier Christus im Sakrament der Eucharistie verehrt. Auf diese verweisen die »Drei Bluthostien« der Dreihostienmonstranz.


bergecho 3 . 2014  |

Z

u Beginn des Festgottesdienstes be­

grüßte Abt Johannes Eckert Kardinal Reinhard Marx sehr herzlich: »Es ist

für uns eine große Freude, dass Sie, sehr

geehrter Herr Kardinal, sich einreihen in

und wird. Der erste und eigentliche Ort sei

Prozession mit der Dreihostienmonstranz

Auch ging der Kardinal auf die gera­

der einzige Tag im Jahr, wo die rund 10 kg

Welt Gottes schon Realität‹.«

de zu Ende gegangene Herbsttagung der

die große Schar der Pilgerinnen und Pilger,

Deutschen Bischofskonferenz in Fulda

auf den Heiligen Berg Bayerns getragen

pastoralen Räume sagte der Kardinal: »In

die ihren Dank, ihre Bitten und Anliegen

haben.« Abt Johannes dankte Kardinal

Marx insbesondere, dass er sich für die­

sen gemeinsamen Gottesdienst, zwischen

der Herbsttagung der Deutschen Bischofs­

konferenz und der Bischofssynode in Rom, Zeit genommen habe.

Wandel und Verwandlung durch Jesus

stellte der Münchner Erzbischof in den

Mittelpunkt seiner Predigt in der vollbe­

ein. Mit Blick auf die größer werdenden

diesen Räumen geht es um Netzwerke, wo

Priester, Hauptamtliche und Ehrenamt­

und die Kirche als ganze wandeln kann

ladens und in der Nähe der Alten Apotheke

– waren Stationen auf dem Weg, bevor der sakramentale Segen in der Wallfahrtskir­

tag.

damit in diesen geistlichen Zentren, wie

um und seine befreiende Wirkung erfah­

ren können.«

Mehrere hundert Menschen waren zu

um 15 Uhr endete dieser besondere Feier­ Kardinal Marx setzte mit seinem Be­

such eine kleine Tradition in Andechs fort.

Waren doch seine Vorgänger im Amt des

einem der ältesten Andechser Kirchenfes­

Vorsitzenden der deutschen Bischofskon­

reiche Fahnenabordnungen der örtlichen

Erzbischof Robert Zollitsch zum Dreihosti­

stündigen Festgottesdienst und der an­

Lehmann zum 550-jährigen Jubiläum des

Vereine nahmen an dem fast zweieinhalb­

te, dass diese Begegnung jeden Gläubigen,

lässt. Zwei Altäre – unterhalb des Kloster­

hier in Andechs, Menschen das Evangeli­

macht frei, sie befreit von Selbstsucht,

gentlichen Urgrund der Sünde.« Er beton­

schwere Monstranz die Heilige Kapelle der

Wallfahrtskirche zu einer Prozession ver­

che den Abschluss bildete. Mit der Vesper

te auf den Heiligen Berg gekommen. Zahl­

Narzissmus und von der Angst, dem ei­

rund um die Wallfahrtskirche. Dies ist

liche gemeinsam Knotenpunkte bilden,

setzten Andechser Wallfahrtskirche. »Die

Begegnung mit Jesus in der Eucharistie

Nach dem Pontifikalamt führte die

dazu der Gottesdienst: ›Hier ist die neue

schließenden Prozession ebenso teil wie

die Andechser Bürgermeisterin Anna Nep­ pel. Die Andechser Chorgemeinschaft un­

ter der Leitung von Anton Ludwig Pfell ge­

staltete das Pontifikalamt musikalisch mit

der Messe in G-Dur von Franz Schubert.

ferenz ebenfalls Gäste am Heiligen Berg:

enfest 2010 und der Mainzer Kardinal Karl

Klosters Andechs im Jahr 2005. 

.

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bergecho 3 . 2014

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kirche und kloster

›Springen müssen die Leute selber‹ Sozialpädagoge Robert Greiner über seine Arbeit in der Obdachlosenarbeit im Haneberghaus der Abtei Herr Greiner, seit wann arbeiten Sie hier in der Obdachlosenhilfe von Sankt Bonifaz? Robert Greiner Ich arbeite seit zwölf

Greiner Ich bin für alle anfallenden

Jahren als Sozialpädagoge hier in Sankt

Verwaltungs­tätigkeiten zuständig und

Wohnungslosenhilfe und als Streetworker

Obdachlosenhilfe, Fr. Emmanuel. Mei­

Bonifaz. Davor habe ich bereits in der

gearbeitet.

Seit über zwölf Jahren arbeitet Robert Greiner als Sozialpädagoge in der Obdachlosenarbeit im Haneberghaus der Abtei Sankt Bonifaz. Seine Offenheit für fremde Sprachen und Kulturen hilft ihm zu einem »direkten Draht« mit Menschen ohne festen Wohnsitz, die täglich zu Hunderten nach Sankt Bonifaz kommen. Bereits während des Studiums der Sozialpädagogik arbeitete Robert Greiner mit wohnungslosen Menschen, im Anschluss auch als Streetworker und in einer betreuten Wohn­ gemeinschaft. Im Interview mit Antonia Mehringer spricht er über die Faszination seiner Arbeit mit Menschen ohne Obdach.

Was sind ihre speziellen Aufgaben als Sozialpädagoge?

Diese Erfahrungen haben bewirkt, dass Sie wei­ terhin mit dieser Zielgruppe arbeiten möchten? Greiner Mir war klar, dass ich mit er­

wachsenen Leuten arbeiten wollte und

bin auch Stellvertreter des Leiters der

ne Kernaufgaben als Sozialpädagoge be­

treffen den Unterbringungsbereich, das

heißt die Leute in Wohnheimen und in

städtischen Unterkunftssystemen unter­ zubringen. Wichtig sind natürlich auch

die Sicherung und Erschließung ma­

terieller Existenzgrundlagen, d.h. das

hier in Sankt Bonifaz entstand etwas

Bean­tragen von Leistungen. Das bedeu­

zusteigen und etwas mitaufzubauen.

Jobcenter zu vereinbaren, Anträge aus­

ganz Neues. Der Reiz war da, hier ein­ Es war ja nichts da. Das Besondere und

auch Schöne an der Arbeit mit obdachlo­

sen Menschen zeigt sich ganz klar an ih­

rer Sinnhaftigkeit. Diese erschließt sich ohne Umwege, liegt auf der Hand: Ob­

tet dann ganz einfach einen Termin im zufüllen und den Leuten zu sagen, was

sie noch zu besorgen haben. Es hat sich

allerdings auch die Besucherstruktur ver­ ändert.

dachlose.Menschen brauchen Hilfe, denn

Sie sprechen von einer veränderten Besucher­ struktur. Wie hat sich diese geändert?

fähig, das ist ganz klar. So ist es.

Greiner Wir bekommen hier Verände­

Welche Ziele verfolgen Sie bei Ihrer Arbeit?

aktuell die Wohnungsnot in München

dieser Zustand ist auf Dauer nicht trag­

Greiner Das zentrale Ziel, das wir verfol­

rungen in der Gesellschaft als erstes mit, und die unstrukturierte Arbeitsmigration

gen, besteht darin, dass wir versuchen,

aus Osteuropa. Bei uns müssen die Leu­

ne totale Verwahrlosung zu verhindern.

arbeiten ohne Vorbedingung. Es darf je­

stabilisieren mit unseren Versorgungsan­

nimmt. Das führt dazu, dass die Leute,

bei Leuten, die auf der Straße leben, ei­

Es geht darum, sie in ihrer Situation zu

geboten: der Verpflegung, der ärztlichen

Versorgung, der Möglichkeit zu duschen

und der Kleiderkammer. Das ist ganz un­

ten angesetzt, aber letztendlich ist es das.

Macht die Abtei Vorgaben hinsichtlich der Ziele Ihrer Arbeit? Greiner Nein.

te keine Voraussetzungen erfüllen, wir

der kommen, solange er sich adäquat be­ die keine anderen Anlaufstellen haben,

bei uns landen. Das sind gerade Migran­

ten aus Osteuropa. Hier bestehen sprach­

liche Barrieren, diese Leute verfügen über

keine Anspruchsberechtigungen, deshalb können wir für sie keine regulären Hilfen erschließen und sie auch nicht einglie­

dern in das Sozialsystem. Aber sie sind da


bergecho 3 . 2014  |

und beanspruchen Zeit und die Arbeit ist

bayerisch für jammern, klagen) wegkommen.

Ich kann mir nicht fünfmal die Woche

Das Wesentliche, dass die Leute überhaupt Hilfe­stellung annehmen können, ist also ihre persönliche Entscheidung.

Das ist wichtig für meine Sozialhygiene.

Greiner Ja, sie selbst müssen überzeugt

von Respekt begleitet sein. Ich kann nicht

etwas anderes zu tun. Das Nachher muss

nicht, genauso Leute beleidigen geht

habt, ist es vollkommen falsch.« Es geht

haben. Sehen sie das nicht ein, ist es zum

len diesen Leuten dann vorübergehendes

Leute anzuerkennen. Man muss es aus­

die Leute selber oder den Fuß hoch heben,

Kopf und, dass die das nicht so machen,

ist der Knackpunkt.

ders sehen.

Zum Abschluss: Die Arbeit mit Obdachlosen kann sehr anstrengend sein. Wie bekommen Sie wieder einen freien Kopf und wo schöpfen Sie Kraft?

somit auch eine andere geworden in den

letzten Jahren.

Die Leute müssen sich adäquat benehmen. Was wären Beispiele für nicht adäquates Verhalten? Greiner Ganz einfach: Schlagen geht nicht und Stehlen auch nicht. Wir ertei­

die gleiche Story anhören.

Dabei muss die Arbeit natürlich immer

sagen: »So wie ihr das bislang gemacht

darum, den bisherigen Nutzen für die

Hausverbot.

halten können. Die haben ihren eigenen

Wie sind die Menschen, die zu Ihnen kommen, und welche Haltung braucht es Ihrer Meinung nach im Umgang mit den obdachlosen Men­ schen?

wie man es ihnen sagt, oder das ganz an­

Greiner Armut und langjährige Obdach­

Die Menschen haben sich in ihrem Leben zurechtgefunden und sehen oft keinen Grund, an ihrer Lebenswelt etwas zu verändern?

nicht nur psychisch, auch im Hinblick

Greiner Die Leute ziehen Gewinn aus ih­

haltensweisen her. Dennoch findet hier

was haben sie davon, sonst würden sie

statt und solange kein Amtsgericht etwas

erst nicht versteht. Würden sie nur drauf­

losigkeit deformieren die Menschen,

auf ihre Gesundheit und von ihren Ver­ eine Arbeit mit erwachsenen Personen

anderes feststellt, sind die Menschen für

rem Leben, so wie sie es leben. Irgendet­

es ja anders machen. Auch wenn man es zahlen, dann würden sie etwas ändern.

sich selbst verantwortlich. Ich versuche

Die Situation, in der sie sind, bringt ih­

die Nerven zu gehen. Ich möchte keine

sie versuchen, aus ihrer Lage herauszu­

Hilfestellung anzubieten, ohne dabei auf

nen irgendeinen Gewinn, sonst würden

Fluchtreaktion auslösen. Die Leute hier

kommen. Selbst wenn es nur die Tatsa­

kein selbstbestimmtes Leben, aber ein

schungen erleben müssen. Irgendetwas

nehmen für sich in Anspruch, vielleicht eigenständiges Leben in eigener Verant­

wortung zu führen. Sie müssen dann die

che ist, dass sie keine negativen Überra­ bringt ihnen einen Vorteil.

Verantwortung bis zu einem gewissen

Gibt es also eine bestimmte Herangehensweise, damit Veränderungsprozesse für die Leute ent­ stehen?

Gibt es etwas, was sie an Ihren Klienten/ Klientinnen schätzen?

Greiner Idealerweise geht es darum, die

Greiner Das ist wie überall, es gibt Leute,

System von diesem Menschen seine Soll­

Grad auch selbst wahrnehmen.

Situation ruhig zu betrachten, um im

die sind einem sympathisch, und ande­

bruchstellen zu suchen und sich dann zu

und andere sind furchtbare Nervensägen.

setzen, damit sich die Situation der Per­

thie und Antipathie nicht in der alltäg­

Menschen aus seinem vertrauten Umfeld

fasziniert, ist, wie manche Leute über

Wohnung vereinsamt stirbt.

sie führen, einfach aushalten. Das über­

dass eine Veränderung eine Verbesserung

re nicht. Auch hier haben wir ganz nette, Ich bemühe mich natürlich, dass Sympa­

lichen Arbeit durchschlagen. Was mich einen langen Zeitraum dieses Leben, das rascht mich immer wieder.

Was hilft Ihnen, Ihre Arbeit zu bewältigen? Greiner Mit persönlicher Betroffenheit

und Druck kann man hier nicht arbeiten.

Ich höre mir natürlich auch die Geschich­ ten der Besucher an. Aber möchten die

Leute dann mit mir arbeiten, dann müs­ sen sie auch vom »Wuiseln« (Anmerkung:

überlegen, wie kann ich die sinnvoll er­

son verbessert. Es bringt gar nichts, den

rauszunehmen, damit er dann in seiner

Die Leute müssen es selbst erkennen,

für sie darstellt. Dann sind sie bereit, den Schritt zu tun. Sähen die Menschen, die

zu uns kommen, subjektiv keine Verbes­

serung, nähmen die Leute den Wahnsinn

in Form von Anträgen und Wohnheimge­ sprächen nicht auf sich.

sein und das Gefühl haben: Es hat Sinn,

für sie besser sein als das, was sie jetzt Scheitern verurteilt. Springen müssen

dass sie über die Schwelle gehen. Ja, das

Greiner Für mich ist diese Arbeit eine

Arbeit, die ich gerne mache und mit der

ich mein Geld verdiene. Aber daneben ha­ be ich auch ein Privatleben, eine Familie,

die sehr wichtig für mich ist. Mit einer

eigenen Familie kann die Arbeit gar nicht

.

einen so zentralen Stellenwert einneh­

men. 

Zur Person Robert Greiner ist in München aufgewachsen und hat hier auch sein Abitur gemacht. Als junger Mensch war er sehr interessiert an Sprachen und fremden Kulturen und studierte deshalb zunächst Sinologie. Mit einem Abschluss in Sinologie später einer Berufstätigkeit nachgehen zu können, ließ Zweifel entstehen und führte schließlich zum Entschluss, das Studium zu beenden. Er suchte nach einer Alternative, die es ihm auch ermöglichte, während des Studiums zu arbeiten. Zudem wusste er, dass er später gerne einen Beruf ausüben würde, in dem er im Kontakt mit Menschen steht, denn mit Leuten umgehen konnte er schon immer gut. Robert Greiner entschied sich deshalb für das Studium der Sozialpädagogik, das er an der katholischen Stiftungsfachhochschule mit dem Diplom abschloss. Bereits während des Studiums hat Robert Greiner mit wohnungslosen Menschen gearbeitet, im Anschluss als Streetworker und in einer betreuten Wohngemeinschaft. Als die Abtei Sankt Bonifaz mit der Arbeit der Obdachlosenhilfe im Haneberghaus begann, trat er die Stelle als Sozialpädagoge an.

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bergecho 3 . 2014

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kirche und kloster

»Gemeinschaft erleben und miteinander beten – das verbindet« Geschichte und Gegenwart der Wallfahrt von Merching erstmals von einer jungen Wallfahrerin untersucht

Mit dem Rosenkranz kann sie sonst nicht allzu viel anfangen. Aber auf den 30 km Fußwallfahrt von ihrer Heimatgemeinde Merching nach Andechs ist der Rosen­kranz für die 18-jährige Sarah Bernhard mehr als eine willkommene Konzentrationshilfe. Die junge Frau hat mit viel Akri­ bie und Einsatz zum ersten Mal Geschichte und Gegenwart der Wallfahrt ihrer Heimatgemeinde auf den Heiligen Berg Andechs untersucht. Martin Glaab hat Sarah Bernhard getroffen.

J

»

Am Ziel der Wallfahrt: Sarah Bernhard (2. v. l.) zusammen mit den Ministranten aus Merching

a, das stimmt, für jemand, der heu­

Kirchengeschichte: den »Heiligen Berg –

ihr im Rahmen einer großanlegten Frage­

selbstverständlich. Aber ich bin da

Zeit«. Mehrere Dutzend Seiten widmete sie

um sie nach Andechs gehen.

te 18 ist, ist die Wallfahrt nicht mehr

einfach hineingewachsen«, erzählt Sarah

Bernhard und man merkt ihr an, dass sie

weiß, wovon sie spricht. Zum fünften Mal ist sie in diesem Jahr mit den Wallfahrern

Kloster Andechs und die Wallfahrt im Laufe der

einem historischen Abriss, Interviews mit

Abt Johannes und langjährigen Merchin­ ger Wallfahrern.

Neuland war für Sarah die Darstellung

bogenaktion Antwort auf die Frage, war­

Für Sarah Bernhard selbst haben sich

die Motive für ihre Teilnahme an der Wall­ fahrt im Laufe der sieben Jahre schon

verändert: »Zunächst war es einfach ein

aus Merching die ganze Wegstrecke – im­

der Wallfahrt ihrer Heimatgemeinde Mer­

Event, einmal mit Freunden etwas Be­

gelaufen. Zwei Jahre vorher schon jeweils

chinger, deren Gebiet lange zur Andechser

Abenteuer und Spaß standen da als Moti­

dert unter Androhung der Exkommunika­

Jahren hat sich das bei mir verschoben.

pilgern, veränderten sich die Wallfahrt

ne viel größere Rolle. Ich laufe aus Dank­

merhin über 30 Kilometer – nach Andechs

ching nach Andechs. Wurden die Mer­

die halbe Strecke. Wie sie zur Wallfahrt

Herrschaft gehörte, noch im 12. Jahrhun­

habe ich meinen Dienst als Ministrantin

tion quasi gezwungen, nach Andechs zu

Freunde auch mit auf der Wallfahrt da­

und ihre Motive im Laufe der Zeit erheb­

gekommen ist? »Nach der Erstkommunion begonnen. Und da viele Ministranten und

sonderes zu unternehmen und zu erleben.

ve sicher im Vordergrund. In den letzten

Religiöse Motive spielen bei mir nun ei­

barkeit und bringe natürlich auch meine

bei sind, war für mich ganz klar, dass ich

lich. Während nach der Säkularisation

ganz persönlichen Anliegen nach Andechs.

dann endlich so weit.«

meinden nach Andechs ausblieb, wurde

Rosen­kranzbeten. Da schwingt jetzt mehr

Bernhard dann bis zum Ende Ihrer Schul­

Unter­brechung fortgeführt. Lediglich von

tinuierlichen Gehen. Es ist Glaube ganz

auch mitgehe. Und in der 5. Klasse war es Begleitet hat die Wallfahrt Sarah

zeit. Nicht nur, weil sie in all den Jah­

ren mit nach Andechs ging. Für ihre

Seminararbeit in der 12. Klasse wählte

sie sich ein Thema aus der bayerischen

etwa die Hälfte der über 300 Wallfahrtsge­

die Merchinger Wallfahrt nahezu ohne

Ich merke das zum Beispiel auch beim

mit. Es ist mehr als eine Hilfe beim kon­

1969 bis 1973 fand keine Wallfahrt statt.

konkret.« Was ihr geblieben, ist die Vor­

mit den Motiven der Wallfahrer ausein­

los«, sagt sie und schmunzelt. Und der Fit­

Intensiv setzte sich Sarah Bernhard

ander. 95 Merchinger Wallfahrer gaben

freude: »Das geht schon Wochen vorher

ness-Faktor spielt nun auch für sie keine


bergecho 3 . 2014  |

Altersstruktur der Befragten 5

bis 14

8

1

15–20

8 6 6

21–30 5

31–40

6 6

41–50

11 10 10

51–60 5

61–70 71 +

7

1

Einweihung Kösel-Verlag

A

männlich weiblich

bt Johannes Eckert segnete am 12.

August dieses Jahres im Rahmen

einer kleinen Feierstunde die neu

bezogenen Räume des Kösel-Verlags in der

Neumarkter Straße in München. Beson­

ders freuten sich Michaela Breit, Lektorin

Motive der Wallfahrer

Religion & Gesellschaft (Mitte) und Uwe

Globisch, Programmleitung Religion & Ge­

11

Buße

36

best. Anliegen

sellschaft (rechts), über die erneute Begeg­

5

Gelübde

57

Dank

religiös

nung mit Abt Johannes.

25

Gott zu nähern religiöse Pflicht

5 33

gläubige Gemeinschaft

religiös/spirituell

18

Tradition

traditionell

14

schönen Tag verbringen 7

Spaß zu haben

freizeitorientiert

18

Freunde, Bekannte 8

sportlicher Aspekt 6

Alltag entfliehen

5

neue Erfahrungen schöne Landschaft

spirituell 19

Jeder Dritte macht sich aus ausschließlich religiösen Gründen auf den Weg, möchte aber doch das Bier und das Gemeinschafts­ erlebnis auf keinen Fall missen.

Bei der Segnung der Verlagsräume stellte größere Rolle mehr: »Das lauf ich inzwi­

auf der Suche nach einer großen gläu­

Die Anziehungskraft des Heiligen

wenn er mit einer Wallfahrtsgemeinde

schen locker«.

Berges hat für Sarah Bernhard mehrere

bigen Gemeinschaft, wird er sie finden,

herkommt, aber auch wenn er mit vie­

Faktoren. Am Ende ihrer Seminararbeit

len anderen Gläubigen Gottesdienst fei­

gebot an Religion und Weltlichem, der

Spaß, Menschen und gutem Essen, wird

hat sie sie zusammengefasst: »Das An­

Landschaft aber auch der Leute und die Gemeinschaft. All das reizt die Men­

schen zu diesem besonderen Ort zu kom­

ert. Ist er auf der Suche nach ein wenig er im Bräustüberl fündig. Und wenn er sich nach der Besichtigung der Kirche

und Tischgesprächen über den Heiligen

men. Jeder findet auf dem Heiligen Berg

Berge vielleicht wieder Gedanken über

nach Gott, ist das definitiv ein Platz, an

auch die weltlichen Angebote dazu beige­

das, was er braucht. Ist er auf der Suche dem man sich ihm nähern kann. Ist er

unsere religiösen Wurzeln macht, haben

tragen.« 

.

er die Buchrolle und das Wort ins Zentrum und würdigte damit auch die Arbeit al­

ler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des

Verlages. Abt Johannes ist seit Jahren eng mit dem Kösel-Verlag verbunden und hat schon eine ganze Reihe von Büchern bei

.

diesem traditionsreichen Verlagshaus pu­ bliziert. 

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bergecho 3 . 2014

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kirche und kloster

Reformation und Gegenreformation: Zeitalter der Glaubens-Spaltung in Bayern Rückblick auf die Sommerakademie Sankt Bonifaz 2014

»Reformation und Gegenreformation: das Zeitalter der GlaubensSpaltung in Bayern« war Thema der vierten Sommerakademie Sankt Bonifaz, die die Benediktiner in der Münchner Karlstraße und der Verein der Freunde von Sankt Bonifaz bis Ende Juli 2014 veranstaltet haben. Von den sechs Vorträgen dokumentieren wir hier die letzten drei in einer Zusammenfassung.

Herrscher. Wie die religiöse Gesinnung so­

wie der bereits zu Lebzeiten geläufige Bei­

name »der Fromme« vermuten lassen, war der Bereich der Kirchenpolitik für Herzog

Wilhelm V. nicht nur eine von den Vorgän­ gern ererbte lästige Pflichtaufgabe, son­

dern ein echtes Herzensanliegen. Hier leg­

te er nicht nur seinen politischen Schwer­

punkt, er schuf vielfach Grundlagen für die zukünftige Politik Bayerns. Ausgehend von

seinem Selbstverständnis, als Herrscher

für das Seelenheil seiner Unter­tanen ver­

antwortlich zu sein, förderte er die kirchli­ che Erneuerung in seinem Herzogtum so­

Dr . Gerhard Immler »Kurfür s t M a ximilian I .« ; 2 2 . Juli 2014

bens auf Reichsebene durch zahlreiche

Der spätere Kurfürst Maximilian wur­

wie die Behauptung des katholischen Glau­ Maßnahmen und Impulse nachhaltig.

Dabei kommt drei Schwerpunktset­

zungen eine herausragende Rolle zu: Zum

einen Herzog Wilhelms Einsatz für den

Katholizismus im Reich, gipfelnd im so­

genannten Kölner Krieg, zum zweiten

– eng damit verbunden – die Einbindung

all seiner Familienmitglieder in die baye­

de am 17. April 1573 in München als Sohn

Herzog Wilhelms V. von Bayern und sei­ ner Frau Renata von Lothringen gebo­

ren. Nach einer gründlichen und streng

kirchlich geprägten Ausbildung bei den

Jesuiten in Ingolstadt und Reisen nach

Prag, Italien und Lothringen übernahm

der 24jährige Erbprinz am 4. Februar 1598

rische Reichskirchenpolitik, sei es durch

aufgrund der Abdankung des Vaters die

Heiratspolitik, sei es im Ringen um mög­

Innerhalb von zehn Jahren gelang dem

eine gezielt konfessionell ausgerichtete

lichst zahlreiche Bischofsstühle, und zum

Dritten der Ausbau der bayerischen Haupt­ städte München, Ingolstadt, Burghau­

Dr . Tobia s Appl »Z wischen S taatsr ä son und persönlicher Frömmigkeit – Kirchenpolitik Herzog Wilhelms V.« ; 15 . Juli 2014

geistlichen Zentren als wichtigster Pfeiler

Regierung des hochverschuldeten Landes.

jungen Herzog die Sanierung des Staats­ haushalts. Den Einfluss der Landstände drängte er zurück und 1616 erließ er ein

sen/Altötting, Straubing und Landshut zu

neues Landrecht.

seiner Kirchenpolitik im Inneren des Her­

aber, bedingt durch die spannungsreiche

Herzog Wilhelm V. von Bayern (1548 – 1626)

festigte Wilhelm V. nicht nur den Katholi­

durch die auswärtige Politik. In die ers­

im Schatten seines Sohns, des späteren

hinaus, sondern steigerte auch die Bedeu­

1619 fällt seine Profilierung als Vorkämp­

1597/98 aufgrund der tiefgreifenden Ver­

mus im Reich. Dabei stellte es für Herzog

tion der Reichsacht gegen die Reichsstadt

steht in der Geschichtsschreibung zumeist

Kurfürsten Maximilian I., der ihn bereits schuldung Bayerns als regierender Herzog

zogtums. Mit all diesen Unternehmungen zismus in seinem Herzogtum und darüber

tung Bayerns als Vormacht des Katholizis­

Wilhelm V. offenbar kein Problem dar, aus

Geprägt wurde seine Regierungszeit

politische Lage in Europa, hauptsächlich

te Phase eher vorsichtigen Abwartens bis fer der katholischen Sache bei der Exeku­

Donauwörth und als Gründer der katho­

seinem stark religiös motivierten Agieren

lischen Liga im Jahr 1609. Der 1618 aus­

Religionspolitik in seinem bayerischen

tionsbedürfnis, sondern auch ganz hand­

böhmischen Adels gegen die Habsburger

er sich als innovativer und gestaltender

und sein Haus abzuleiten.

ablöste.

Doch insbesondere in der Kirchen- und

Herzogtum und auf Reichsebene zeigte

nicht nur ein dynastisches Repräsenta­

feste machtpolitische Ansprüche für sich

brechende Aufstand des protestantischen

eröffnete den Dreißigjährigen Krieg, in den Maximilian sich im folgenden Jahr


bergecho 3 . 2014  |

einzugreifen entschloss, da der Griff des

Souveränitätsansprüche – ein solches

reformierten Kurfürsten von der Pfalz

Luther­bild eher als subversiv und damit

tantisches Übergewicht im Reich herbei­

Prediger Luther als der Verkünder von Got­

über die Protestanten in der Schlacht am

Den Höhepunkt des Luther-Kults se­

nach der böhmischen Krone ein protes­

als verdächtig gelten, demgegenüber, der

zuführen drohte. Der Sieg des Ligaheeres

tes Wort positioniert wurde.

Weißen Berg bei Prag am 8. November 1620 eröffnete eine Serie von beeindruckenden

Siegen und ermöglichte Maximilians Auf­

stieg zum Kurfürsten 1623 und die Über­

tragung der Oberpfalz an Bayern 1628.

Die von ihm erzwungene Entlassung

des Rivalen Wallenstein durch den Kaiser

hen wir im Kaiserreich von 1871; im Ersten

Dr . K atharina Weigand »Refor m ationsjubil äen und Luther- Denkm äler« ; 29. Juli 2014 Die bipolare Themenformulierung – Jubi­

Weltkrieg schließlich begegnet uns nicht nur die Parallelisierung von Hindenburg und Luther, sondern eine nochmalige

Steigerung der nationalistischen Verein­

nahmung. Ohne die Verhältnisse von 1918 bis 1945, jene in der DDR und die Luther­

im Jahre 1630 markiert den Höhepunkt der

läen und Denkmäler wird bei dieser knap­

rezeption in der Bundesrepublik näher zu

schwere Krise folgender Jahre bis 1634 ein.

zugunsten der Jubiläumsdimension ver­

Reformations- und Luther-Gedenken im

Macht Maximilians, leitet aber schon die

pen Zusammenfassung im Wesentlichen

Das Fehlen seines Organisators schwäch­

engt.

in einem Augenblick, in dem die Landung

und vor allem die Gestalt Martin Luthers

te die Kampfkraft der kaiserlichen Armee

des Schwedenkönigs Gustav Adolf in Pom­

Der Gesamtkomplex der Reformation

wurden schon früh zum Gegenstand der

mern neue Gefahren heraufbeschwor.

kollektiven Erinnerung und einer sich aus­

17. September 1631 die Vorherrschaft von

tur, die im Übrigen ohne das Vorbild und

land zusammen; im Frühjahr 1632 fielen

re gar nicht vorstellbar wäre.

lig hingenommen Rückberufung Wallen­

läumskult erreichten ihren ersten Höhe­

In der Schlacht bei Breitenfeld brach am

Kaiser und Liga über ganz Norddeutsch­

die Schweden in Bayern ein. Die widerwil­ steins führte zur Räumung Bayerns durch

den Feind, entwand aber Maximilian die

bildenden Verehrungs- und Jubiläumskul­

die Tradition der päpstlichen Heiligen Jah­

bedenken, ist es eine offene Frage, wie das

demnächst anstehenden Jubiläumsjahr

2017 beschaffen sein wird!

Bleibt noch der Blick auf Bayern; drei

Beobachtungen sind nachzutragen:

➊ Bis zur Neuordnung der deutschen Staa­ tenwelt am Beginn des 19. Jahrhunderts stellte sich – angesichts des Prinzips der

ausschließlichen Katholizität – im Herzogbzw. im Kurfürstentum Bayern die Frage

Die frühe Historisierung und der Jubi­

nach einer spezifischen Lutherverehrung

punkt 1617, hundert Jahre nach dem omi­

den neubayerischen Gebieten, vornehm­

nösen Thesenanschlag in Wittenberg. Im

nach Lage der Dinge nicht. ➋ Auch in

lich im Fränkischen, begegnet uns im 19.

Führung der katholischen Partei. Endgül­

17. Jahrhundert und vor allem im Zeichen

Jahrhundert, trotz erheblicher protestan­

testantischen Sieges erst am 6. September

rungspolitischer Hinsicht ein fundamen­

»wenig Luther«. ➌ Der Spezialfall »Luther

tig beseitigt wurde die Gefahr eines pro­

der Aufklärung vollzog sich in erinne­

tischer Bevölkerungsanteile, erstaunlich

1634 durch die Schlacht bei Nördlingen.

taler Wandel: Nunmehr galt Luther als

Schwedens 1635 gab dem Krieg endgültig

freiheit, als Sieger über das so verstandene

gen in der Ära Abel, wird die Luther-Büste

In der Napoleonischen Zeit, im Um­

den dezidiert katholischen Kreisen im Zei­

Das Eingreifen Frankreichs zugunsten

der Vorkämpfer für Vernunft und Geistes­

den Charakter eines Machtkampfes der

finstere Mittelalter.

seine Stellung als aktiver Faktor der eu­

bruch vom 18. auf das 19. Jahrhundert,

Jahre 1648 war er sogar wieder stark genug,

in quantitativer Hinsicht nochmals erheb­

Großmächte, in dem Maximilian mühsam

ropäischen Politik behaupten konnte. Im

schwoll nicht nur die Luther-Verehrung

in der Walhalla« schließlich: 1843, in ei­

ner Zeit konfessionspolitischer Verhärtun­

nicht aufgestellt, 1847, als sich Ludwig von chen der Affäre um Lola Montez abgrenzt, zieht die Luther-Büste in den deutschen

den Kaiser zum Frieden mit Frankreich

lich an, sie veränderte auch ihre inhalt­

teressen der spanischen Habsburger zu

jubiläum 1817 war Luther nunmehr der

ber 1651 starb, hinterließ er seinem Nach­

Kaiser und Papst gekämpft und gesiegt,

Sommerakademie Sankt Bonifaz

ne deutsche Nationalreligion auf den Weg

thema Bayerischer Barock (voraussichtlich) termine: 30. 6., 7. 7., 14. 7., 21. 7., 28. 7. und 4. 8. 2015

und Schweden unter Aufopferung der In­ zwingen. Als Maximilian am 27. Septem­

folger nicht nur ein straff absolutistisch

organisiertes und durch einen romorien­

liche Ausrichtung: Beim Reformations­

Held der nationalen Befreiung, der gegen der eine deutsche Nationalsprache und ei­

tierten Katholizismus kulturell einheitlich

gebracht hatte.

Krieges auch noch einen Staatsschatz für

weite Strecken des ganzen 19. Jh. muss­

geprägtes Land, sondern trotz des langen den Wiederaufbau.

Im Restaurationszeitalter und über

te – angesichts der einzelstaatlichen

.

»Ehrentempel« ein – als Schöpfer der deut­ schen Nationalsprache wohlgemerkt! 

HINWEIS

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bergecho 3 . 2014

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kirche und kloster

Abt Johannes und P. Valentin besuchen Flüchtlinge in Tutzing

A

n einem Mittwochabend im Sep­

tember wurden in großer Gemein­ schaft die zuletzt angekommenen

und im Rückgebäude des Andechser Hofes untergebrachten Asylbewerber willkom­

men geheißen.

Hausherr Abt Johannes Eckert, P. Va­

lentin Ziegler, Pfarrer Peter Brummer und

Pfarrerin Ulrike Wilhelm begrüßten die

Neubürger aus Syrien, Nigeria, Sudan und

Ortsteil Kampberg untergebracht sind,

aufgenommen worden zu sein, Hilfsbe­

dolf Krug, Rainer Lorenz vom Landratsamt

zing feierten mit und bewiesen mit ihren

finden und vielleicht ein wenig zur Ruhe

ausgezeichnet sie bereits die deutsche

einen lebensfrohen, multikulturellen und

in die frohe Runde, vielleicht auch ange­

Freundschaften inzwischen geschlossen

dass diese gute Stimmung dauerhaft in

gerichts, das afrikanische Frauen für die

Dies zu sehen machte auch den Neu­

Sierra Leone ebenso wie Bürgermeister Ru­

Starnberg und die zahlreichen Helfer des

örtlichen Unterstützerkreises für Asylbe­

werber. Spontan gesellten sich Nachbarn lockt durch den Duft des köstlichen Reis­ Gäste zubereitet hatten. Auch die afrika­

nischen Asylbewerber, die im Tutzinger

und die afghanischen Familien aus Tut­

Begrüßungsworten eindrucksvoll, wie

Sprache erlernt haben und welch schöne

werden konnten.

zu kommen. Alle, die dort waren, erlebten

bereichernden Abend. Zu wünschen bleibt,

den Alltag getragen werden kann. 

.

ankömmlingen Mut; schon jetzt zeigten sie große Dankbarkeit, bisher herzlich

Orgelpaten vom 1.12 . 2013 – 30.11. 2014

Patenschaften für die Orgel

reitschaft zu erfahren, Unterstützung zu

Patrick Lerch, Familie Nicole und

David Kähler, Fenja Saphira Zott,

Michael Josef Braun, Anton Herbert Dollt,

Manfred Viehl, Sascha Salem, Ludwig B. Berchtold, Jan u. Nina Schaffer, Sebastian E. Gajda

Hans Kirschsieper, Wolfgang Scheurer,

Nähere Auskünf te über Orgel- Patenschaf ten unter

Med-Inf-Opt-Trio, Familie Brachmanski,

Tel.: 08152/376-312

Grobstaubfreunde, Roswitha Zwerger,

Fritz und Gisela Zeiler, Geschwister

Hofacker, Achim Höpfner, Vitus Gail,

Thomas Kaukal, Martha M. Keller,

Fax: 08152/376-267

freundeskreis@andechs.de

www.andechs.de


bergecho 3 . 2014  |

GENUSS & NATÜRLICHKEIT Eine bayerische Brotzeit beginnt mit einem Andechser dunkel aus der Hofpfisterei

www.hofpfisterei.de

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bergecho 3 . 2014

|  klosterbrauerei

»Langfristig denken – darin sehe ich unsere Stärke« Interview mit Christian Rieger, dem neuen kaufmännischen Leiter der Andechser Wirtschaftsbetriebe

Was macht aus Ihrer Sicht das »Phänomen Andechs« aus? Christian Rieger Zunächst einmal ist An­ dechs natürlich ein sehr schöner bayeri­ scher Ort. Am Heiligen Berg können die

Menschen all das in ganz konzentrierter

Form erleben, was Bayern ausmacht.

Hinzu kommt, dass das Kloster An­

dechs bereits im Mittelalter als Sitz der

Andechs-Meranier und Wallfahrtsort be­

kannt und bedeutend war. Insofern kann

das Kloster Andechs auf eine lange und be­

wegte Historie zurückblicken, welche die­ ser Ort auch heute noch ausstrahlt.

Zusätzlich zu Religion und Geschich­

te besticht das Kloster Andechs aber auch

durch seine ganz unterschiedlichen Wirt­

schaftsbetriebe, wie etwa die Brauerei, die

Gastronomie und die Carl Orff-Festspiele.

Dadurch wird das Kloster Andechs ins­

gesamt zu einem Ort der Besinnung und

Begegnung, der Gastfreundschaft und Ge­ mütlichkeit sowie zu einem Ort für Kunst

und Kultur. Genau diese Vielfalt macht für

mich diesen Ort so besonders.

Einen weltlichen kaufmännischen Leiter für alle Wirtschaftsbetriebe des Klosters Andechs gab es bislang noch nicht. Mit dem 1. Juli hat der 37 Jahre alte Betriebswirt Christian Rieger diese Position übernommen. Martin Glaab hat mit ihm über seine ersten 100 Tage in Andechs gesprochen.

Die ersten 100 Tage als kaufmännischer Leiter der Andechser Wirtschaftsbetriebe liegen inzwi­ schen hinter Ihnen. Welche Erwartungen hatten Sie für diese erste Zeit? Sind sie eingetroffen?

Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind und was hat sich davon in ihrem bisherigen berufli­ chen Werdegang erhalten? Christian Rieger Den einen und alles

überragenden Traumberuf hatte ich als

Christian Rieger Die ersten Monate in

Kind nicht. Ich bin ein sehr vielseitig in­

und vielseitig vorgestellt. Genau diese

Aufgaben, bei denen man flexibel bleiben

Bandbreite der Wirtschaftsbetriebe und

vorhergesehenen Herausforderungen zu

Kloster Andechs machen mir sehr viel

Laufbahn hat es mir glücklicherweise bis­

Andechs habe ich mir sehr spannend

Erwartung hat sich auch bestätigt. Die

die damit verbundene Themenvielfalt im Spaß. Als kaufmännischer Leiter für das

Kloster Andechs tätig zu sein ist eine sehr

abwechslungsreiche Aufgabe. Ich freue

mich auf die kommende Zeit und die da­ mit verbundenen Herausforderungen.

teressierter Mensch. Ich bevorzuge daher muss und nie genau weiß, welche un­

meistern sein werden. Meine berufliche

her ermöglicht, solche Aufgaben wahrzu­ nehmen.


bergecho 3 . 2014  |

Z UR P ER S ON

Kloster Andechs – ein

dauern, bis eine große Entscheidung ge­

reift ist. In einem solchen Fall braucht

man Geduld und einen langen Atem, um

Ort der Besinnung und Be-

Veränderungen herbeizuführen.

schaft und Gemütlichkeit

Welche Ziele sind Ihnen wichtig für die Andechser Wirtschaftsbetriebe?

gegnung, der Gastfreund-

sowie ein Ort

für Kunst und Kultur.

Christian Rieger Oberstes Ziel der Wirt­ schaftsbetriebe muss es sein, auch zu­

künftig genug Erträge zu erwirtschaften, um das Kloster mit seinen Aufgaben und

Aktivitäten erhalten zu können. Hier sind

neben der Wallfahrts- und Seelsorgearbeit

Welche Erfahrungen hatten Sie vorher mit dem Heiligen Berg Bayerns gemacht?

vor allen Dingen die Obdachlosenarbeit

Christian Rieger Als Tourist war ich

München zu nennen.

wobei mich besonders die Wallfahrtskir­

Bleibt die Frage nach den Hobbies, die Ihnen wichtig sind?

Aber natürlich habe ich auch das Bier und

Christian Rieger Meine freie Zeit verbrin­

schon einige Male auf dem Heiligen Berg,

che und die Aussicht beeindruckt haben. den Steckerlfisch sehr genossen.

Klösterliche Wirtschaftsbetriebe stehen ja im marktwirtschaftlichen Wettbewerb wie jedes andere Unternehmen auch. Welche Vorteile haben die Betriebe des Klosters ihrer Meinung nach gegenüber dem Wettbewerb? Christian Rieger Im Gegensatz zu vie­

len Unternehmen sind die Wirtschafts­ betriebe des Klosters Andechs nicht auf

schnelles Wachstum und kurzfristige Ge­

winnmaximierung ausgelegt. Vielmehr

stehen gesundes Wachstum und nachhal­

tiges Wirtschaften im Vordergrund. Die

Mönche im Kloster sind es gewohnt, sehr

langfristig zu denken. Genau darin se­

he ich die Stärke der klösterlichen Wirt­ schaftsbetriebe.

Welche besonderen Herausforderungen sehen Sie für die Zukunft der Andechser Wirtschafts­ betriebe? Christian Rieger Das Kloster Andechs er­

hält keinen Anteil aus der Kirchensteuer, sondern muss sich selbst um die Mittel zum Erhalt des Klosters kümmern. Die

Wirtschaftsbetriebe des Klosters müssen

also so aufgestellt sein, dass sie langfris­

tig stabile Ertragskraft garantieren. Dies

ist kein einmaliger Kraftakt sondern er­ fordert ständige Optimierung.

Gibt es besonders »dicke Bretter« zu bohren? Christian Rieger Bedingt durch das lang­ fristige Denken der Mönche im Kloster

Andechs kann es mitunter sehr lange

oder die Bibliothek von Sankt Bonifaz in

ge ich gern im Kreis meiner kleinen Fami­ lie. Wir reisen und wandern sehr gerne.

danke herzlich für das gespräch

Zum 1. Juli 2014 hat Christian Rieger die neu geschaffene Position als kaufmännischer Leiter der Wirtschaftsbetriebe des Klosters Andechs angetreten. Als kaufmännischer Leiter unterstützt Christian Rieger Fr. Leonhard Winkle in seiner Tätigkeit als Cellerar maßgeblich. Er trägt für die Bereiche Finanzen, Personal, Öffentlichkeitsarbeit und kulturelle Veranstaltungen Verantwortung. Die Stelle des kaufmännischen Leiters wurde geschaffen, damit das Kloster auch in Zukunft mit einer gesunden ökonomischen Ausrichtung der Wirtschaftsbetriebe sein vielfältiges pastorales, kulturelles und soziales Engagement in München und Andechs weiterentwickeln kann. Christian Rieger ist 37 Jahre alt, Diplombetriebswirt und hat in Rosenheim Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Controlling, Steuern und Wirtschaftsprüfung studiert. Zuletzt hat er als kaufmännischer Leiter des Langenscheidt-Verlags in München Verantwortung getragen.

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bergecho 3 . 2014

|  klosterbrauerei

Neue Märkte erschließen

Wolfgang Schäff ist seit dem 1. Oktober neuer Vertriebsleiter der Klosterbrauerei

Mit dem 1. Oktober hat sich der Vertrieb der Klosterbrauerei Andechs neu aufgestellt und ist damit gut gerüstet für die kommenden Herausforderungen in der Branche.

D

ie Klosterbrauerei konnte in den

letzten Jahren ein erfreuliches

Wachstum verzeichnen. Das ist

auch mit ein Verdienst der Mitarbeiterin­

nen und Mitarbeiter im Vertrieb, für deren

Einsatz das Kloster sehr dankbar ist.

Um weiterhin eine optimale Betreu­

ung unserer Kunden sicherzustellen, wur­

den Struktur und Besetzung des Vertriebes

Auf gute Zusammenarbeit Michael Schönhut, P. Valentin Ziegler, Wolfgang Schäff und Gino Casarotto (v.l.n.r.)

den Erfordernissen angepasst. Ziel war es

auch, P. Valentin bei der Wahrnehmung

seiner Vertriebsaufgaben zu entlasten und

mit den Andechser Bierspezialitäten rund­

den Vertrieb bei der Erschließung neuer

Märkte noch effektiver zu unterstützen.

Michael Schönhut und Gino C a sarot to – unsere Verk aufsleiter

herum zufrieden sind. Das ist eine täglich

P. Valentin steht dem Vertrieb weiterhin für repräsentative Aufgaben zur Verfü­

Dem unverwechselbaren Charakter der

klösterlichen Bierspezialitäten aus Andechs

ern werben 600 Brauereien um die Gunst

dem operativen Geschäft zurückgezogen.

Aufgabe für unsere Verkaufsleiter Micha­

gung, hat sich aber zum 1. Oktober aus

Um neue Märkte, vor allem im Aus­

land, weiter zu erschließen, hat mit dem

1. Oktober Wolfgang Schäff (44) die Lei­

tung des Vertriebes übernommen. Er wird

auch den Markenauftritt der Klosterbraue­

ein Gesicht zu geben, das ist die wichtigste

punkte ihrer Tätigkeit sind die Betreuung

Edith Br andhorst und Monik a Reduhn – da s Te am im Vertriebsinnendienst

der Kunden im Getränkefachhandel und in

der Gastronomie sowie der ständige Ausbau

Edith Brandhorst und Monika Reduhn

und die Begeisterung neuer Kunden für die

sind im Vertriebsinnendienst die direk­

ten Ansprechpartnerinnen für die Kun­

Andechser Bierspezialitäten.

Adelholzener Alpenquellen, zuvor Export­

das alles außer Hochdeutsch kann, ist

spezialisierten Anbieter von Fruchtsäften,

kann es hören. So schlägt er seit 1999 mit

leiter bei Haus Rabenhorst, einem hoch­ und Sales Manager bei Erdinger Weiß­

der Biertrinker.

el Schönhut und Gino Casarotto. Schwer­

rei federführend weiterentwickeln. Wolf­

gang Schäff war seit 2009 Exportleiter der

neue Herausforderung, denn allein in Bay­

Baden-Württemberg, das Bundesland,

die Heimat von Michael Schönhut. Man

den vor Ort in Andechs. Sie nehmen die

vielfältigen Wünsche und Fragen unserer Geschäftspartner entgegen, beantworten sie direkt oder geben sie an die Kollegen

in Andechs oder im Außendienst weiter.

Heimatverbundenheit und Sachverstand

Neben dem »Tagesgeschäft« organisieren

in Bayreuth Betriebswirtschaftslehre mit

nicht nur in den deutschen Südwesten.

dechs, bereiten Kundenbesuche vor, pfle­

zen studiert und spricht Englisch, Franzö­

En­ga­ge­ment und Herzblut schwer­punkt­

bräu. Der gelernte Industriekaufmann hat

dem Schwerpunkt Marketing und Finan­ sisch und Spanisch.

die Brücke für unsere klösterlichen Biere, Gino Casarotto kümmert sich mit

mäßig um den Heimatmarkt. Viele Ge­ spräche führt er, damit unsere Kunden

sie Messeauftritte der Klosterbrauerei An­

gen Daten und bereiten Kennzahlen auf.  martin glaab

.


bergecho 3 . 2014  |

Bier als Beruf Die Lehrlinge der Andechser Klosterbrauerei

Die Andechser Klosterbiere sind immer nur so gut, wie die Menschen, die für ihre Herstellung Verantwortung tragen. Deshalb ist es für die Klosterbrauerei selbstverständlich, jungen Menschen eine fundierte Ausbildung zu ermöglichen, zum Beispiel als Brauer und Mälzer. Brauer und Mälzer steuern und überwachen den gesamten Brauprozess: vom Einkauf der Rohstoffe bis zur Abfüllung des Bieres. In dieser Ausgabe wollen wir unsere drei Auszu­bildenden zum Brauer und Mälzer vorstellen.

Ungefähr die Hälfte seiner Lehrzeit hat

Michael Strohschneider absolviert. Zur

Zeit arbeitet der 19-jährige im Gär- und

Lager­keller. So gehört es zu seinen Aufga­

ben, beim Zweitankverfahren das Jungbier zu »schlauchen«, also vom Gärtank in den

Lagertank umzupumpen. Neben seiner

Ausbildung setzt Michael Strohmeier auf

viel Bewegung: Fußball, Fahrrad fahren,

Skifahren und Bergsteigen zählt er zu sei­

nen Hobbies. Die nächsten Schritte nach dem Abschluss seiner Lehre hat er auch

schon im Blick: »Den Braumeister will ich

machen und auch eine Zeit im Ausland

verbringen«.

Florian Bieringer, der dritte Auszubil­

J

unior mit Blick auf die Lehrjahre ist

ses Jahres hat er seine Lehre zum Brau­

er und Mälzer in der Klosterbrauerei be­

anderem mit den Anforderungen der Qua­

litätssicherung für die Andechser Kloster­ biere vertraut.

zur Abfüllung des Bieres in Fass und Fla­

letztes Lehrjahr hat bereits begonnen und

Berufsschule erhalten die Lehrlinge um­

tigkeit im Gär- und Lagerkeller bereits in­

Kenntnisse im Blick auf die Herstellung

tensiv mit den Prüfungsstoffen vertraut.

Zum Ausgleich macht er sich, wann im­

mer es die Zeit zulässt, mit seinem Hund

von Herrsching aus, wo er im Moment

Br auer und M äl zer – ein Beruf mit vielen Facet ten

sen. Momentan arbeitet er in den Labors

rollieren den gesamten Prozess der Bier­

sche. Bei der Ausbildung in Betrieb und

zwischen schon mit großen Schritten auf

dem Gymnasium und vor dem Studium

der Klosterbrauerei und macht sich unter

Brauer und Mälzer steuern und kont­

seine Gesellenprüfung zu. Sein drittes und

wohnt, auf in die Berge.

zum Brauer und Mälzer ausbilden zu las­

triebsleiter Alexander Reiss.

herstellung: vom Rohstoffeinkauf bis

gonnen. Der 23-Jährige wohnt derzeit in

Andechs und hat beschlossen, sich nach

von Brauern und Mälzern zu qualifizierten

Fachkräften besonders engagieren«, so Be­

dende unserer Klosterbrauerei, geht in­

der 24-jährige macht sich neben seiner Tä­

Christoph Eßer. Am 1. September die­

Machen Bier zu ihrem Beruf Die Auszubildenden der Klosterbrauerei Andechs: v.l.n.r. Christoph Eßer, Michael Strohschneider, Florian Bieringer.

In der Klosterbrauerei Andechs wird die

Verbindung von klösterlicher Brautraditi­

fangreiche theoretische und praktische

des Bieres. Das beginnt mit der Annahme und Qualitätsüberprüfung der Rohstoffe

Gerste, Weizen, Hopfen und Wasser, die

Bereitung von Malz, geht über die com­

putergestützte Kontrolle und Steuerung

der Sud- und Gärabläufe, die Lagerung des

Bieres bis hin zu Filtration und Abfüllung.

Um die Qualität des Bieres dauerhaft zu

sichern, braucht es Kenntnisse in Mikro­ biologie, Botanik, Biochemie und Analy­

on und modernster Brautechnik großge­

tik. Darüber hinaus müssen sich Brauer

gebildete Brauer und Mälzer sind gera­

gung, des Umweltschutzes und der Hygi­

schrieben. »Sehr gut und vielseitig aus­

de für unsere komplexen Brauverfahren besonders wichtig. Das ist auch mit ein

Grund, warum wir uns in der Ausbildung

und Mälzer in Fragen der Energieversor­

ene ebenso auskennen wie im Bereich der

.

Betriebswirtschaft, damit sich die Herstel­

lung des Bieres auch rechnet. 

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bergecho 3 . 2014

|  klosterbrauerei

20 jahre andechser am dom Festgottesdienst in Sankt Bonifaz – über 12.000 Euro für die Obdachlosenarbeit der Abtei

Sepp Krätz, P. Valentin Ziegler, Stefanie Krätz und Fr. Emmanuel Rotter

Sein 20-jähriges Jubiläum feierte der Andechser am Dom Mitte Oktober mit einem Festgottesdienst in Sankt Bonifaz, den P. Valentin Ziegler zusammen mit vielen Gästen und Freunden der Andechser Gastlichkeit in München feierte. Zugleich wurde auch der 60. Geburtstag von Sepp Krätz begangen und so schloss sich ein gemütliches Beisammensein im Andechser am Dom an. Anstelle von Geschenken zeigten sich Geburtstagsgäste und Familie Krätz großzügig.

Ü

ber 12.000 Euro kamen insgesamt

für die Obdachlosenhilfe im Hane­ berghaus der Abtei Sankt Bonifaz

zusammen. Fr. Emmanuel Rotter, Leiter

der Obdachlosenhilfe, zeigte sich beein­

»Christus selbst ist unter uns wie einer, der

bedient. Und er gibt uns damit ein untrügliches

Zeichen mit auf den Weg, dass auch wir immer

wieder zum Dienst an den Tisch gerufen sind, dass

wir als Christen auch niemals die vergessen dürfen,

druckt: »Das ist ein deutlich sichtbares

die am Rande stehen, die ausgegrenzt worden sind

Andechsers am Dom mit unseren Gästen

Heute gilt es Dank zu sagen für die Jahre des Mit-

hilft uns helfen, das Leben für Menschen

und Ihnen, der Familie Krätz, es gilt Dank zu sa-

Zeichen der Verbundenheit der Gäste des in der Obdachlosenhilfe. Dieses Zeichen

oder sich selbst ausgegrenzt haben. (…)

einanders, zwischen der Klosterbrauerei Andechs

ohne Obdach in München Tag für Tag ein

gen für alles Engagement in diesen Jahren, dass

träglicher zu machen.«

dechser ein ganz neues Leben entstanden ist, dass

spannte P. Valentin mit Blick auf das

tinuität gewahrt blieb in Qualität und Freundlich-

(Lk 22) den Bogen zwischen Jesus, der den

forderung bleibt in die Zukunft hinein. (…)

und der Geschichte des Andechsers am

zen und bedient werden, dann ist das Grund,

klein wenig menschenwürdiger und er­ Bei seiner Predigt in Sankt Bonifaz

Evangelium »Vom Herrschen und Dienen« Jüngern und der Tischgemeinschaft dient, Dom:

hinter dem Liebfrauendom auch durch den An-

bei allem Auf und Ab auch eines Betriebes die Konkeit, dass dies natürlich auch immer eine HerausWenn wir uns an einen gedeckten Tisch set-

dankbar zu sein, dann dürfen wir aber auch immer

all die Menschen nicht vergessen, die dafür sorgen, dass es uns gut geht. So ist das 20jährige vom An-

dechser am Dom und Dein Geburtstag, lieber Sepp


bergecho 3 . 2014  |

Gerade im Rückblick auf die erfolgrei­

chen zwanzig Jahre, in denen der Andech­

ser am Dom zu einer der wichtigsten Gast­

ronomiestandorte des Klosters gewachsen

ist, sieht die Klosterbrauerei die Entwick­

lung des Andechsers positiv. Der Neustart unter der Leitung von Stefanie Krätz als

alleiniger Geschäftsführerin des Andech­ sers am Dom hat sich gelohnt: »Wir wa­

ren vor einem Vierteljahr überzeugt und

sind es heute nach wie vor: In dieser Kon­

Krätz, Anlass, für die Gastfreundschaft mitten in

München, mitten in der Weltstadt mit Herz, zu

stellation sind optimale Voraussetzungen

danken. Diese Feier ist Anlass, immer wieder auch

geschaffen, so dass unsere Gäste auch in

zurücken, damit Begegnung geschehen kann und

keit in München genießen können«, so

die Tische sozusagen neu auszurichten, sie zurecht immer wieder auch ein Fest der Freude«.

Nach dem Gottesdienst in Sankt Bonifaz

wurde im Andechser am Dom auf die bei­

den Jahrzehnte Andechser Gastlichkeit im

Herzen der Isarmetropole ebenso angesto­

Zukunft die typische Andechser Gastlich­ Christian Rieger, kaufmännischer Leiter

der klösterlichen Wirtschaftsbetriebe. Ste­ fanie Krätz, Geschäftsführerin Andechser

am Dom: »Mein Vater hat in zwanzig Jah­ ren der Andechser Gastlichkeit in Mün­

chen ein unverwechselbares Gesicht ge­

ßen wie auf den 60. Geburtstag von Sepp

geben. Das ist eine schöne Verpflichtung

le Freunde des Andechsers am Dom konn­

dass die Erfolgsgeschichte des Andechser

Krätz. P. Valentin, Fr. Emmanuel und vie­

für unser ganzes Team. Ich bin mir sicher,

ten sich an diesem Tag von der herzlichen

am Dom gemeinsam mit dem Kloster An­

ihrem Team überzeugen.

wird.« 

Gastfreundschaft von Stefanie Krätz und

.

dechs und seiner Brauerei weitergehen

H i n t e rg r u n d Evangelium: »Vom Herrschen und vom Dienen« (Lk 22, 24–30) 24 Es entstand unter ihnen ein Streit darüber, wer von ihnen wohl der Größte sei. 25 Da sagte Jesus: Die Könige herrschen über ihre Völker und die Mächtigen lassen sich Wohltäter nennen. 26 Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern der Größte unter euch soll werden wie der Kleinste und der Führende soll werden wie der Dienende. 27 Welcher von beiden ist größer: wer bei Tisch sitzt oder wer bedient? Natürlich der, der bei Tisch sitzt. Ich aber bin unter euch wie der, der bedient. 28 In allen meinen Prüfungen habt ihr bei mir ausgeharrt. 29 Darum vermache ich euch das Reich, wie es mein Vater mir vermacht hat: 30 Ihr sollt in meinem Reich mit mir an meinem Tisch essen und trinken, und ihr sollt auf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.

Wir kennen unsere Region und ihre Stärken.

“Heimat”

Daher übernehmen wir Verantwortung und engagieren uns regional. Damit sichern wir aktiv die Entwicklung und Zukunft unserer Region - und das schon seit über 100 Jahren. Zählen Sie auf uns. Stabil. Sicher. Nah.

Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt. Wir machen den Weg frei.

VR Bank

Starnberg-Herrsching-Landsberg eG

www.vrsta.de

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bergecho 3 . 2014

|  klosterbrauerei

Erfinderisch der Umwelt zu Liebe Unternehmer und Wirtschaftsförderer aus der Region besuchen die Klosterbrauerei Andechs

25 Unternehmer/-innen aus der Region haben sich im Okto­ ber zusammen mit Christoph Winkelkötter, Geschäfts­führer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung des Landkreises Starnberg (gfw), in der Klosterbrauerei Andechs über ihre aktuellen Maßnahmen zu Umweltschutz und Nach­haltigkeit informiert. Dass Nachhaltigkeit nicht nur Sinn macht, sondern auch gut schmeckt, wurde bei der anschließenden Bierverkostung im Andechser Bräustüberl deutlich.

K

eine übliche Brauereiführung, son­

wie dem energieintensiven Mehrfach­

die technischen Prozesse der Brau­

Zweitank-Verfahren im Gär- und Lagerkel­

dern einen vertieften Einblick in

maisch-Verfahren im Sudhaus und dem

erei und die Fortschritte im Bereich von

ler, sehr viel natürliche Ressourcen ver­

bot Alexander Reiss, seit fast zehn Jahren

Schritt hin zu mehr Umweltschutz.«

Umweltschutz und Ressourcenschonung Betriebsleiter der Klosterbrauerei. Über eineinhalb Stunden konnte die Gruppe

braucht, ist das für uns ein ganz wichtiger Christoph Winkelkötter fasste die Er­

fahrungen der Unternehmer an diesem

des Unternehmerverbandes im Landkreis

Abend so zusammen: »Für die Unterneh­

Brauerei besichtigen, die sonst nicht im

light, denn so haben wir einen nicht all­

werden können.

Dass dabei nicht nur das Bier, sondern

Wichtiger Schrit t hin zu mehr Umweltschutz

tigkeit im Vordergrund standen, war für

Starnberg (UWS) dabei auch Räume der

Rahmen einer Brauereiführung betreten

Aktuell berichtete Reiss von der Energie­

einsparung nach Inbetriebnahme der neu­

mer des UWS war die Führung ein High­

täglichen Blick in eine Brauerei erhalten. die zahlreichen Maßnahmen bei der Pro­ duktion zu Umweltschutz und Nachhal­

viele neu, aber hoch interessant. Bei der

Bierprobe habe ich zahlreiche Stimmen

en Kälteanlage: »Schon nach den ersten

gehört, die begeistert von der Innovations­

die Stromkosten allein durch die neue Käl­

tig aus einem anderen Blickwinkel ihr Bier

Monaten zeichnet sich ab, dass wir heuer

teanlage um einen fünfstelligen Euro-Be­

trag senken können. Da die Klosterbraue­ rei aufgrund traditioneller Brauverfahren

kraft der Klosterbrauerei sind und zukünf­ einkaufen werden. Wir können wieder

einmal stolz sein, mit der Klosterbrauerei

Andechs ein spannendes und prägendes Unternehmen in der Region Starnberg-

AmmerSee zu haben.«


bergecho 3 . 2014  |

H i n t e rg r u n d Mehrfachmaischverfahren Beim Mehrfachmaischverfahren wird in der Klosterbrauerei beim Brauen der dunklen Biere (Export Dunkel und Doppelbock Dunkel) jeweils nur ein Teil der Maische von der Maischpfanne in die Maischbottichpfanne überführt und dort gekocht. Danach wird sie wieder in die Maischpfanne zurück geleitet und erwärmt dort den Rest der Maische. Dieser Vorgang wird mehrfach wiederholt und sorgt mit für den ausgeprägten malzaromatischen Charakter der Klosterbiere.

U M W E LT E R K

LÄRUNG

2013

Klosterbr auerei Andechs nach strengen EMAS – Richtlinien zertifiziert Die Klosterbrauerei Andechs ist nach den

s Klosterbrauerei Andech s Bergstr. 2, 82346 Andech tel.: 08152/3760 fax: 08152/376260 www.andechs.de

strengen EMAS–Richtlinien zertifiziert

und wurde dafür Anfang 2014 von Bun­

desumweltministerin Barbara Hendricks

als »innovatives EMAS-Unternehmen«

ausgezeichnet. EMAS (Eco-Management

Audit Scheme) ist eines der weltweit an­

spruchsvollsten Systeme für nachhaltiges

Umweltmanagement. Rund 3 % der mit­ telständischen und großen Brauereien

in Deutschland sind bislang EMAS-zerti­ fiziert. Die Klosterbrauerei gehört damit zu den rund 20 von ca. 650 mittelständi­

schen und großen Brauereien in Deutsch­

land, die dieses EMAS-Audit erfolgreich absolviert haben. Mit EMAS misst die

Klosterbrauerei seit über zehn Jahren ihre

Maßnahmen zu Nachhaltigkeit und Um­

weltschutz und lässt sie durch externe Au­ ditoren bewerten. Mit Investitionen von

über einer Million Euro konnte die Kloster­ brauerei ihren Gesamt-Energieverbrauch

.

seit 2007 trotz konstant hoher Nachfrage um über 20 % senken. 

Sie wollen mehr wissen zum Thema klöster­ liche Nachhaltigkeit? Gerne informieren wir Sie umfassend zum Thema klösterliche Nachhaltigkeit. Die gesamte Umwelterklärung der Klosterbrauerei können Sie auch als PrintExemplar beziehen. Eine kurze Nachricht an pr@andechs.de unter Angabe von Name und Adresse genügt.

Zweitankverfahren Beim traditionellen Zweitankverfahren bleibt das Jungbier nach Abschluss der Gärung nicht im Gärtank, sondern wird zur Lagerung in einen anderen Tank umgepumpt. So wird eine Bildung von Schichten mit mehr oder weniger Hefeanteilen vermieden. Das komplett durchgemischte Jungbier kann sich im Laufe der Lagerung (bis zu sechs Wochen) so noch besser klären. Unerwünschte Gärungsnebenprodukte werden in dieser Zeit optimal abgebaut, wodurch die Bekömmlichkeit steigt.

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bergecho 3 . 2014

|  klosterbrauerei

Klosterbier meets Craftbier

Klosterbrauerei Andechs auf dem 1. Bierwood-Festival in Aldersbach

Ende September beteiligte sich die Klosterbrauerei Andechs mit großem Erfolg am 1. BierwoodFestival in Aldersbach. Braumeister Matthias Gasteiger und Bastian Janisch, gelernter Brauer und Mälzer gaben der klösterlichen Brautradition von Heiligen Berg Bayerns vor Ort ein Gesicht.

D

er barocke Kreuzgang des 1803 sä­

Eine besondere Rolle spielte am Stand die

Mit markanten Fruchtaromen wie Bana­

Aldersbach bot an diesem Septem­

Sehen, Riechen und Schmecken kamen

Gewürznelken machte das Andechser

kularisierten Zisterzienserklosters

professionelle Verkostung. Alle drei Sinne

ne und Honigmelone, und dann feinen

berabend den stimmungsvollen Rahmen

dabei auf ihre Kosten. Zunächst ging es

Weißbier Hell auf sich aufmerksam: Sprit­

Art. In seiner schlichten und soliden Bau­

tes Farbenspiel vom Goldgelb des Spezial

Abgang ein ausgewogenes Spiel leichter

ton des Doppelbock Dunkel sorgten ebenso

hintergründigen Hopfenbittere charakte­

pischen Trübung des Andechser Weißbie­

Bayerns.

und feinporige Schaumkonsistenz. Hun­

Doppelbock Dunkel: Weiche Röstnoten

einer engagierten Bewegung von Braue­

tausende Geruchseindrücke an das Gehirn

ein betontes Karamellaroma. Angenehm

rimentierfreude neue und faszinierende

Geschmackssinn mit seinen rund 5.000

für Bier – Begegnungen der besonderen

um optische Eindrücke. Ein differenzier­

weise zeigt der Kreuzgang ein eindruck­

Hell bis hin zum kräftig dunklen Kupfer­

Zisterziensermönche des 18. Jahrhunderts.

für Gesprächsstoff wie Fragen nach der ty­

volles Bild der Kultur und Frömmigkeit der In diesem Rahmen präsentierten

sich am 26. September eine exklusive Mi­ schung aus Vertretern klassischer Brau­

ereien mit klösterlichem Ursprung und

reien, die mit Qualität und großer Expe­ Biere kreieren. Die Klosterbrauerei An­

dechs, Deutschlands größte von nur noch

res und eine je nach Sorte sahnige, feste

derttausende von Riechsinneszellen gaben

zigkeit, ein voller weicher Körper und im

Honigsüße und eleganter Säure mit einer risieren das Weißbier vom Heiligen Berg

Ein Feuerwerk für die Sinne dann der

und ein Hauch von Dörrobst begleiteten

zur Unterscheidung weiter. Und auch der

moussierend und unverwechselbar dann

Geschmacksknospen auf der Zunge sowie

tig und angenehm malzaromatisch – ein

im Mund- und Rachenraum hatte reich­

der Geschmack: vollmundig, samtig, kräf­

wuchtiger, kerniger Körper. Dabei eine

gut erkennbare Süße, umspielt von rösti­

wenigen authentischen Klosterbrauereien,

lich Beschäftigung.

dechs konzernunabhängig geführt wird,

schem und reinem Geruch, malzaromati­

dieses Festivals.

Malzkörper und im Geschmack mit ausge­

präsentierten Braumeister Matthias Gas­

ancen punkten. Beim Bergbock Hell waren

Abend durch die direkte Nachbarschaft

Klosterbrauerei den Andechser Doppelbock

noten, durchsetzt mit leichten Fruchtaro­

ten Brautradition Bayerns und der neuen

Hell und das Weißbier Hell. Mit vielen

des Bergbocks kam ebenso zur Geltung wie

glückliche Mischung bayerischer Lebens-

die von den Benediktinern des Klosters An­

gehörte mit zu den Publikumsmagneten Von den sieben Andechser Biersorten

teiger und Bastian Janisch am Stand der

Dunkel, den Bergbock Hell, das Spezial

versierten Gästen kamen sie schnell ins

Gespräch über die lebendige klösterliche

Brautradition am Heiligen Berg Bayerns.

So konnte das Spezial Hell mit fri­

gen Kakaonoten und einer leichten Hop­ fenbittere. Kräftig im Abgang mit einer

schen Noten, Spritzigkeit, einem runden

anhaltenden Zartbitterschokoladennote.

wogenen süßen und hopfenbitteren Nu­

Festivals an diesem hochinteressanten

es die malz- und blumig-hopfigen Aroma­

men. Der vollmundige, kräftige Körper seine dezente, feine Hopfenbittere ver­

bunden mit einer leichten Honigsüße, hin

zu einem weichen, harmonischen Abgang.

So erlebten die Besucher des Bierwood-

der klösterlich und handwerklich gepräg­ Craftbiere eine besonders kreative und und Genusskultur. 

.


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020 Anz. Bergecho 19x24_neu.qxd

13.04.2006

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Seite 1

Schöne A u s s i c h t e n für Ihren Gaumen.

Ein Schlückchen Himmel auf Erden. Die Schnäpse vom Kloster Andechs. Vom Heiligen Berg ins ganze Land. Wo Sie unsere feinen Schnäpse erhalten, erfahren Sie über unseren Vertriebspartner Schwarze & Schlichte unter Telefon +49 (0) 2522/9302-223/-224. Oder bestellen Sie Ihr Schlückchen Himmel auf Erden ganz bequem im Internet unter www.schwarze-schlichte.de – Zum Wohlsein!

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bergecho 3 . 2014

|  klosterbrauerei

I n f o r mat i o n Dr. med. Karl-Heinz Ricken Facharzt für Innere Medizin Kleiner Markt 3, 66740 Saarlouis

Bier und Gesundheit

erschienene bücher ›Gesund mit Bier‹ Falken Verlag (vergriffen)

Über den verantwortungsvollen Umgang mit einem Grundnahrungsmittel

›Fit mit Bier‹ ›Ernährung – Gesundheit –Verantwortung‹ Carl-Verlag, Nürnberg 2014

Der sicher bedauerlichen und zu hohen Zahl von zwei bis drei Millionen Alko­holikern in Deutschland steht eine Zahl von 60 bis 70 Millionen moderater Genießer gegenüber. Dieser großen Mehrheit sollten die bekannten wissenschaftlichen Erkenntnisse über den verant­ wortungsvollen Umgang mit Bier nicht vorent­halten werden. Dr. med. Karl-Heinz Ricken fasst sie kurz zusammen.

D

»

osis fecit venenum« (»Die Dosis

▪▪ Senkung des schädlichen

celsus (1493–1541 ) fest. Als gesund­

▪▪ Erhöhung des Schutzfaktors

macht das Gift«) stellte schon Para­

heitsfördernde Dosis gilt für Bier 1 Liter

LDL-Cholesterinspiegels HDL-Cholesterin

pro Tag (entspricht 40 g Alkohol) für den

▪▪ Verbesserung der Blutgerinnung

die Frau. Strenge Alkoholabstinenz stellt

▪▪ Senkung des erhöhten Blutdrucks

Mann und ½ Liter pro Tag (20 g Alkohol) für einen Risikofaktor für Herz- und Gefäß­

krankheiten dar. Moderater Bierkonsum

und Blutviskosität

▪▪ Neutralität in Gewichtsfragen (Bier ist kalorienarm)

verlängert nicht nur die Lebensdauer (Re­

▪▪ Senkung des Risikofaktors

sondern auch die Lebensqualität durch

▪▪ Günstige Beeinflussung des

toren:

▪▪ Regulierung des Östrogenmangels

duktion der Gesamtmortalität um 10–20 %),

Reduktion von Herz- und Gefäß-Risikofak­

Hyperhomocysteinämie

Blutzuckerwertes bei Frauen

▪▪ Stress – Reduktion (keine Verkrampfung der Herzkranzgefäße)


bergecho 3 . 2014  |

Die Wirkungen von

Bier auf die Psyche sind vielfältig:

Erhaltung der geistigen Zusammen führen diese Faktoren zu einer Reduktion der Erkrankung der Herzkranz­

gefäße ( KHK) um 30–40 %, des Herzinfark­ tes um 20–40 % und des Schlaganfalls um durchschnittlich 20 %.

Neben Alkohol enthält Bier eine Reihe

von Inhaltsstoffen, die aus medizinischer Sicht wertvoll und gesundheitsfördernd

sind. Bier ist das einzige alkoholische Ge­

tränk, das Hopfen enthält.

Neben der psychisch ausgleichenden

Wirkung liefert der Hopfen auch viele Po­ lyphenole (z.B. Xanthohumol), die nicht

Frische, Erhöhung geistiger

Leistungsfähigkeit, Zunah-

gend wirken, sondern auch vor Krebs und freien Radikalen schützen (antioxidative

Wirkung). Unterstützt wird diese Wirkung durch den Gehalt des Bieres an wichti­

Wissenschaftliche Untersuchungen bewei­ sen die positive Wirkungen des moderaten

Bierkonsums auf die Gesundheit. Als un­

bedenklich gelten täglich: 20 g Alkohol für

die Frau ( entspricht ½ Liter Bier) 40 g Alko­

me der Kreativität und Phan­

hol für den Mann ( entspricht 1 Liter Bier)

lösung, Verbesserung der

Folgende Lebensphasen und -bereiche sind

tasie, Euphorisierung, Angst­ Reaktions­fähigkeit und Aufnahme äußerer Reize durch Stress-Abbau sowie anti­ depressive Wirkung.

auch mit moderatem Alkoholgenuss nicht vereinbar:

▪▪ während der gesamten

Schwangerschaft und Stillzeit

▪▪ mit der Einnahme bestimmter Medikamente

▪▪ für viele Bereiche am Arbeitsplatz ▪▪ im Straßenverkehr

nur gefäßschützend, entzündungshem­ mend, antiallergisch und infektvorbeu­

Leitlinien für einen ver antwortungsvollen Biergenuss

der Gallensekretion und damit auch Ver­

hütung von Gallensteinen.

Bier als purinarmes Getränk dient

durch seine harntreibende Wirkung der

▪▪ für Kinder und Jugendliche ▪▪ für alkoholabhängige und

alkoholgefärdete Patienten

gen Mineralstoffen (Magnesium, Kali­

Vorbeugung von Nierensteinen. Eine Stei­

Bier ist das älteste Getränk der Welt mit

(A,D,E,K), vor allem den B- Vitaminen

und viruzide Eigenschaften) beugt In­

kungen auf das körperliche, psychische

prozess. Ein Anstieg der Knochendichte

die Empfehlungen eines moderaten Bier­

um), Spurenelementen und Vitaminen (»Nervennahrung«). Da Bier zum Blut iso­

osmotisch ist, gelangen die Inhaltsstoffe direkt in die Blutbahn.

Wein enthält doppelt so viel Alkohol

im Vergleich zu Bier, sodass die toxische

gerung der Immunabwehr (bakterizide

fektionen vor und bremst den Alterungs­ schützt vor Osteoporose. Die positive Wir­

kung auf Haut und Haare (innerlich und

äußerlich angewendet) ist sprichwörtlich:

Kultur und Tradition. Die positiven Wir­ und soziale Wohlbefinden rechtfertigen

konsums für Erwachsene.

Dosis schneller erreicht wird. Neben dem

Bier macht schön!

Kultivierte Konsumgewohnheiten (wie

auch der günstige pH- Wert einerseits zu

Herz-Kreislauf-Mortalität von Norden

sunder Lebensstil (z.B. mediterrane Er­

moderaten Alkoholgehalt von Bier trägt

einer besseren Verträglichkeit von Bier bei,

andererseits ist auch die Bioverfügbar­

In Deutschland ist ein Absinken der

nach Süden und von Osten nach Westen

zu beobachten, das gleiche gilt für Europa.

keit der enthaltenen Inhaltsstoffe, die in

Mäßiger, aber regelmäßiger Alkoholkon­

Menge im Bier enthalten sind, effektiver

und südländischer Kultur, verbunden mit

ernährungsphysiologisch ausgewogener

als bei anderen Getränken (Fruchtsäfte,

sum als alter Bestandteil abendländischer

einem entspannenden und die Kommuni­

Wein).

kation fördernden Essen kann Krankhei­

nicht nur den Genuß, sondern unterstützt

trinke täglich Bier, um gesund zu blei­

Bier, zum Essen getrunken, erhöht

auch die Verdauung: Appetitanregung,

Aktivierung der Verdauungsdrüsen, Sti­

mit Bier sind die Familie, die Brauereien

und deren Verbände, die Politiker und die

die Vorteile und des moderaten Bierkon­

sern (Sekundärprophylaxe »Ich trinke täg­

sind. Bier ist somit ein kardiovaskulärer

res um so wirksamer, je älter die Patienten Schutzfaktor!

Zum Schluß möchte ich noch den ver­

krebs), Regulierung der Magen-Darm-Be­

antwortungsvollen Umgang des modera­

Zunahme der Durchblutung, Erhöhung

fassen:

wegungen, Verbesserung der Resorption,

Zum Erlernen des kultivierten Umgangs

ben!«) oder bestehende Krankheiten bes­

Helicobacter pylori («Magenteufel«, Verur­ sacher von Reflux, Gastritis, Magen- und

einem Missbrauch vorbeugen.

Journalisten aufgerufen, Erwachsene und

lich Bier, um gesund zu werden!«), letzte­

Zwölfingerdarmgeschwüren und Magen­

nährung, Sport, Nikotinkarenz) können

ten vorbeugen (Primärprophylaxe: »Ich

mulierung der Säureproduktion, Redu­

zierung der Besiedlung des Magens mit

z.B. der Genuss zum Essen) und ein ge­

ten Biergenusses in Leitlinien zusammen­

Heranwachsende verantwortungsvoll über sums zu informieren.

Aufklärung, Information und Stärkung

der Eigenverantwortung sind sinnvoller

.

und wirksamer als Verbote und andere

diri­gistische Maßnahmen. 

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bergecho 3 . 2014

|  gastlichkeit

Andechser Winterbier Seit dem 11. November wieder im Bräustüberl: das Andechser Winterbier

Inzwischen ist es gute Tradition auf dem Heiligen Berg: das Andechser Winterbier. Die Klosterbrauerei braut es nach wie vor exklusiv und nur für den Ausschank im Andechser Bräustüberl. Vom 11. November bis 19. März können die Winterbier-Freunde das dunkle und malzaromatische Bier im Bräustüberl auf dem Heiligen Berg genießen.

D

das der Wittelsbacher Herzog Wilhelm IV.

am 23. April 1516 erließ: »Wir wollen auch sonderlichhen dass füran allenthalben

Lebendige Tr adition benedik tinischer Br aukunst Mit diesen Zutaten steht das Andechser

in unsern stetten märckthen un auf dem

Winterbier in der langen Tradition der

allain gersten, hopfen un wasser genom­

der Bierfiltration gegen Ende des 19. Jahr­

lannde zu kainem pier merer stüchh dan

klösterlichen Biere, die vor der Erfindung

men un gepraucht solle werdn.«

hunderts vor allem dunkel und malzaro­

Nur be ste Rohstoffe

All diese Eigenschaften weist das Andech­

Die Durchsetzung des Reinheitsgebotes

matisch, unfiltriert und kellertrüb waren. ser Winterbier auf. Gebraut wird es nach

markierte einen ganz entscheidenden

dem altbaierischen Mehrfach-Maischver­

res. Im Mittelalter haben Bierbrauer auf

Maischebottich des Sudhauses mehrfach

ihrem Bier einen besonderen Geschmack

ses Kochen eines Maischeteils war früher

Schritt in der Qualitätsgeschichte des Bie­

teilweise abenteuerliche Weise versucht, zu verleihen oder es haltbarer zu machen.

fahren. Das bedeutet, dass die Maische im schonend erhitzt und gekocht wird. Die­

üblich und nötig, da sich aufgrund minde­

as Andechser Winterbier ist ein

Um dunkles Bier zu erhalten, wurde auch

rer Malzqualität Eiweiß, Zucker, Minerali­

mit einem Stammwürzegehalt von

Zugabe von Fliegenpilzen zur »besonde­

tenmalz gelöst haben.

werden Gott sei Dank nur Wasser, Weizen­

ren bis zu 25 % mehr Energie- und Zeitauf­

klassisches kellertrübes Dunkles

12,5 Vol %, das die Klosterbrauerei Andechs exklusiv für den Ausschank im Andechser

Bräustüberl braut.

Was macht das Andechser Winterbier

zu einem besonderen »Genuß für Leib &

schon einmal Ruß zugegeben. Auch die

ren« Verfeinerung ist überliefert. Heute

malz, Gerstenmalz und Hopfen verwendet.

Für das Andechser Winterbier verwenden

die Andechser Braumeister ausschließlich

Seele«? Zunächst einmal beachten die An­

Rohstoffe aus Bayern: das dunkle Münch­

das berühmte Bayerische Reinheitsgebot,

Aroma­hopfen und das frische Brauwas­

dechser Braumeister selbstverständlich

ner Malz, den hochwertigen Hallertauer

ser aus der unmittelbaren Umgebung des

Heili­gen Berges.

en und Vitamine schlechter aus dem Gers­ Obwohl das Mehrfach-Maischverfah­

wand in sich birgt, wird es bis heute in der Klosterbrauerei Andechs angewandt.


bergecho 3 . 2014  |

Mal z aromatisch und unverwechselbar im Ge schmack Denn durch das aufwändige Mehrfach-

Maischverfahren erhält das Andechser

Winterbier seinen ausgeprägten Malzcha­ rakter und damit einen unverwechselba­ ren Geschmack. Diese Geschmacksrich­

tung unterstreichen die Andechser Brau­

meister noch dadurch, dass das Andechser

Winterbier unfiltriert abgefüllt wird. Die

natürlichen Trübstoffe wie Eiweiß und He­ fe erzeugen noch einmal ein ganz eigenes

Geschmacksbild und ein besonders ange­

nehmes »Gaumengefühl« beim Trinken. Normalerweise haben nur die Brau­

meister und Bierbrauer heute noch das

Zu Besuch im »Konstanzer Konzil«

P

ater Valentin Ziegler und Ver­

kaufsleiter Michael Schönhut besuchten im September 2014

den Küchenchef Manfred Hölzl und

sein Team von der Hölzl-Gastronomie

GmbH im KONZIL in Konstanz. An­

Privileg, das Bier unfiltriert, ein so ge­

lass dafür war die Ausstellung zum

schen dem 11. November und dem 19.

Konzils. Darüber haben wir bereits im

nanntes »Zwickelbier«, zu trinken. Zwi­

März können alle Gäste und Freunde des

Andechser Bräustüberls diese besondere

.

Andechser Bierspezialität auf dem Heili­ gen Berg genießen. 

600-jährigen Jubiläum des Konstanzer

Bergecho 2-2014 ausführlich berichtet. Herr Hölzl freute sich ganz besonders

.

über den Besuch aus der Klosterbraue­

rei Andechs. 

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bergecho 3 . 2014

|  gastlichkeit

Mit Leidenschaft in die Küche

Die Küche im Kraftwerk – kulinarisches und architektonisches Highlight in München

Obersendling hat ein neues Design-Wahrzeichen: eine Fassade mit Paneelen aus Streckmetall, die in sanften Kupfertönen schimmert, große Fensterfronten, die das Gebäude zu den Nachbarhäusern öffnen und die Räume mit Licht durchfluten und zwei imposante, 80 Meter hohe Schornsteine. Das ehemalige Kraftwerk ist nicht zu übersehen. Und zur Küche im Kraftwerk passen die Klosterbiere vom Heiligen Berg Bayerns.

I

m Oktober öffnete die »Küche im Kraft­

werk« mit 80 Plätzen ihre Türen. Ihre Gastronomie zeigt dem Gast, was er

zu sich nimmt. Hier kocht das Team vor

den Augen des Gastes frisch und hausge­

macht. Die Küche, wie man sie von zu

Hause kennt. Ein vertrauter Ort der Begeg­

Der Gast wählt morgens aus einem

Bonbons usw.

carte Karte gepaart mit dem täglich wech­

der Panorama-Terrasse und kann einen

fehlungen. Dazu passen auch vorzüglich

ling hinaus genießen. 

abends aus der saisonal wechselnden à la selnden Business Lunch und Tagesemp­

die Andechser Klosterbiere. Ein besonde­

nung und Treffpunkt für charmante Koch­

res Schmankerl am Nachmittag sind die

übersetzt moderne faire Küche mit Regio­

zept und die köstlichen Festtagsbraten an

unterhaltung. Die Küche im Kraftwerk

selbstgemachten Kuchen nach Oma´s Re­

nalität als Basis für heimische Lieblings­

Sonn- und Feiertagen.

reichen internationalen Gerichten – stets

aktuellen saisonalen Zutaten. Lieblings­

bei für eine neue Art der Küchenkommu­

der Suche nach schönen Geschenkideen

bereitet die Speisen in einer offenen Küche

für sich zuhause nochmal erleben wollen.

gerichte, kombiniert mit abwechslungs­

mit viel Leidenschaft. Das Team steht da­

nikation. Die sehr gut ausgebildete Crew

Das Extra: der Homemade Shop aus

produkte zum Mitnehmen für alle, die auf sind oder das frische Geschmackserlebnis

zu. Die Speisekarte steht bei den Vollblut­

Liebevoll gestaltete kulinarische Erinne­

Fraidl für genussvolles, saisonales und

türlich selbstgemacht. z.B. Fruchtaufstri­

gastronomen Stefan Scheib und Gerald

regionales Essen mit bewusstem Einkauf und Sinn für faire Preise.

Schwiegervaters Imkerei, Küchenmüsli,

feinen Frühstücksangebot, mittags und

rungen stehen täglich zum Verkauf, na­ che der Saison, Pesto, Sirup, Honig von

Und bei schönem Wetter sitzt man auf

.

einzigartigen Blick weit über Obersend­

I n f o r mat i o n Die Küche im Kraftwerk G & S Gastronomie GmbH Stefan Scheib & Gerald Fraidl Drygalski-Allee 25, 81477 München Tel. 089/452 128 99 info@diekuecheimkraftwerk.de www.diekuecheimkraftwerk.de öffnungszeiten Montag bis Samstag 10.00–22.00 Uhr Sonntag 10.00–18.00 Uhr


bergecho 3 . 2014  |

Vom Wartesaal zur Wohlfühl-Oase Das »Café Max II« hat dem Bahnhof Feldafing neues Leben eingehaucht

Das CAFÉ MAX II im denkmalgeschützten Königsbahnhof in Feldafing am Starnberger See bietet seit der Eröffnung im Mai 2013 seinen Gästen ein individuelles Wohlfühl-Ambiente und Raum zum Genießen und Entspannen. Mit auf der königlichen Getränkekarte: das Andechser Weißbier Dunkel.

D

as Café Max II überzeugt mit aus­

gewählten Café- und hausgemach­ ten Kuchenspezialitäten, regio­

nalen Produkten, gesunden Mittagsge­ richten sowie einem freundlichen und

schnellen Service. Das moderne, gemüt­

liche und zeitlose Interieur, hohe Räume

Größere Veranstaltungen wie Konzerte,

ne Privatbahn von München über Pasing

grenzenden Bürgersaal statt. Im Sommer

1864/65 durchgeführt; der Fahrbetrieb

draußen in Biergarten gefeiert.

men. In den Jahren 1900 und 1901 wurden

Theateraufführungen finden im direkt an­ wird gerne das eine oder andere Fest auch

und zahlreiche große Palmen schaffen die

Bahnhof Feldafing – Gleisanschluss mit Ge schichte

und Alt wohlfühlen.

Johann Ulrich Himbsel (1787–1860), könig­

Atmosphäre einer Lounge, in der sich Jung Der Straßenverkauf ist ab 7.30 Uhr ge­

öffnet und kommt vor allem Pendlern,

Schülern und Studenten zu Gute. Das Ca­

Die Weiterführung der 1854 für ei­

Public-Viewing, Kabarett, Lesungen oder

nach Starnberg gebauten Trasse wurde

wurde am 16. Oktober 1865 aufgenom­

die heute noch bestehenden Bahnunter­

führungen gebaut, 1902 ein zweites Gleis.

1924 wurde die Strecke elektrifiziert. Den Strom dafür erzeugte das von Oskar von

licher Baurat von König Ludwig I. und Kö­

Miller gebaute Walchenseekraftwerk. Mit

Karriere gemacht. Vor allem ist er aber als

zur Olympiade in München folgte die Still­

nig Max II., hat in München als Architekt

Beginn des Fahrbetriebs der S-Bahn 1972

fé bietet Platz für kleinere Feierlichkeiten,

Pionier der Eisenbahnlinie von München

legung des Bahnhofsgebäudes, in das da­

nen. Der direkt angrenzende Bürgersaal

setzte sich sehr dafür ein, den Starnberger

richtet wurden. Bis das »Café Max II« die

wie z.B. Geburtstage mit bis zu 50 Perso­

ist flexibel mit den originalen Bahnhofs­

gittern aus dem Jahre 1865 vom Cafébe­ reich abgetrennt und kann für größere

Events genutzt und gebucht werden. In

Kombination ergibt sich Platz für Veran­ staltungen für bis zu 200 Personen.

nach Starnberg bekannt geworden. Er

See für die Münchner schneller erreichbar zu machen.

Was unter König Ludwig I. noch nicht

eine Aktiengesellschaft für Bau und Be­

eine attraktive Alternative dar. Das Ca­

von Himbsel fuhr bereits fünf Jahre später

und bietet den Gästen neben ausgewähl­

berg. Im Jahr 1861 kaufte der Bayerische

ten Weinen auch leckere Schmankerl und

Starnberg gegründet. Unter der Leitung

der erste Zug von München nach Starn­

Staat die Eisenbahn AG, was deren Erben

ein gemütliches Miteinander. Am Wo­

einen ansehnlichen Gewinn brachte. 1864

12.00 Uhr bayrisches Frühstück mit fri­

ne für das Feldafinger Schloss. Die bereits

chenende und an Feiertagen gibt es bis

gebrannten, beziehungsweise für den

narische Themenabende wie zum Beispiel

ren unnötig geworden. Aber man vergaß

roler Abend«, oder »Pasta wie bei Mama«.

der Bahnhöfe Feldafing und Possenhofen.

einen »Bayerischer Abend«, einen »Südti­

I n f o r mat i o n Café Max II Bahnhofsplatz 1, 82340 Feldafing Tel. 08157/9993800 Fax: 08157/9993801 info@cafe-max2.com www.cafe-max2.com

starb Maximilian II. und mit ihm die Plä­

schen Weißwürsten, Brezn und Bier.

Regelmäßig veranstaltet das Café kuli­

Gleis setzte. 

König Max II., Gestalt an. 1849 wurde

trieb einer Eisenbahn von München nach

fé hat donnerstags bis 23.00 Uhr geöffnet

.

Geschichte des Bahnhofs auf ein neues

möglich war, nahm unter seinem Sohn,

Mit diversen Aktionen stellt das

»Max II.« auch für »Nicht-Kaffee-Trinker«

nach Wohnungen und Werkstätten einge­

Schlossbau angelieferten Ziegelsteine wa­

sie nicht und nutzte die Steine zum Bau

öffnungszeiten Dienstag: 7.30–18.00 Uhr Mittwoch: 7.30–14.00 Uhr Donnerstag: 7.30–23.00 Uhr Freitag: 7.30–18.00 Uhr Sa., Sonn- und Feiertage: 9.30–18.00 Uhr

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bergecho 3 . 2014

|  veranstaltungen

Colloquium

Auszug aus dem aktuellen Programm von Dezember bis April

Colloquium Benedic tinum Mit Papst Franziskus steht ein Ordens­

mann an der Spitze der katholischen Kir­ che. So hat er das Jahr 2015 zum Jahr der

Orden erklärt. Dies stellt eine Chance dar,

die unterschiedlichen Spiritualitäten von

geistlichen Gemeinschaften neu zu entde­

cken. Daher wollen wir im Colloquium Be­

nedictinum vier klassische Ordensregeln betrachten und danach fragen, welches

Gottesbild dahinter steht und wie dieses

ins Heute übertragen werden kann.

▪▪ Vorweihnachtlicher

▪▪ Vorösterlicher

P. Matthäus Klein OSA,

»Gott in der Geschichte«

»Besinnung zur Heiligen Woche –

Dienstag, 10. März 2015, 20 Uhr

Leitung: Altabt Dr. Odilo Lechner OSB

▪▪ Wie heute von Gott sprechen … Dienstag, 3. März 2015, 20 Uhr

Augustinerkloster Maria Eich Sr. Dr. Michaela Puzicha OSB,

Salzburger Äbtekonferenz – Institut

Besinnungstag am 4. Adventsonntag Sonntag, 21. Dezember 2014, 15.00 bis 18.00 Uhr

▪▪ Philosophischer Lesekreis

für Benediktinische Studien

Texte mittelalterlicher Mystik –

Provinzialminister P. Dr. Cornelius

Montag, 19. Januar 2015, 20.00 Uhr

Dienstag, 17. März 2015, 20 Uhr

Bohl OFM, Deutsche Franziskaner­ provinz, München

Meister Eckart

Leitung: Dr. phil. Dr. theol. Richard Schneider und Altabt Dr. Odilo

Besinnungstag am Palmsonntag 2015

Hingabe in Freiheit«

Sonntag, 29. März 2015, 15.00 bis 18.00 Uhr

Leitung: Altabt Dr. Odilo Lechner OSB ▪▪ Eheseminar 2015 – einander in Liebe zugetan

Sonntag, 1. März 2015, 9.00 bis 16.00 Uhr

zur Vorbereitung auf Hochzeit und Ehe

Leitung: Ursula Demeter

Dienstag, 24. März 2015, 20 Uhr

Lechner OSB

Anmeldung bei Frau Endres, Seelsorgere­

Deutsche Provinz der Jesuiten,

▪▪ Exerzitien im Alltag 2015

ehevorbereitung@ordinariat-muenchen.de

P. Provinzial Stefan Kiechle SJ, München

Montag, 23. Februar, 2., 9., 16., 23. und 30. März

2015, 20.00 Uhr

Leitung: P. Anno Bönsch OSB

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

ferat, Tel. 089/2137-1549, Fax 089/2137-1781


bergecho 3 . 2014  |

▪▪ Zwischen Adria und Apennin –

▪▪ »Ruhe in der Bewegung – Bewegung

▪▪ Orgelkonzert am Passionssonntag

denkmäler in den Marken

Montags, 12. Januar bis 23. März 2015, 10 Treffen,

Basilika St. Bonifaz

Landschaften, Stadtbilder und Kunst-

in der Ruhe« – Qi-Gong

Sonntag, 22. März 2015, 16.30 Uhr

Mittwoch, 14. Januar 2015, 20.00 Uhr

20.00 bis 21.00 Uhr

Max Reger (1873–1916)

Mittwoch, 11. Februar 2015, 20.00 Uhr

Kosten: 48 Euro

Straf mich nicht in deinem Zorn,

Durch den Nordbereich um Urbino

Von Fano nach Fabriano

Mittwoch, 11. März 2015, 20.00 Uhr

Ancona und sein Umfeld

Ihren landschaftlichen Reiz gewinnen die

Leitung: Oskar Brandner, Tel. 089/3243120

Konzerte

Marken aus der Vielfalt von Hügelforma­

▪▪ Chorkonzert am Gaudetesonntag

besetzen. Und die Lage an der Adria prägt

Basilika Sankt Bonifaz

tionen, deren Höhen Städte und Dörfer

Sonntag, 14. Dezember 2014, 16.00 Uhr,

die Kulturgeschichte dieser Region: my­

Antonio Vivaldi (1678–1741): Gloria in D, RV

Einfluss in der Antike wie im Mittelal­

Jan Dismas Zelenka (1679–1745):

kenische Funde verraten den griechischen ter das „Byzantinisierende“ der romani­

schen Kunst. Demgegenüber folgten der

589

Missa Nativitatis Domini D-Dur, ZWV 8

Pater Stephan Dorner OSB, Auslegung Eintritt: 10 Euro

Die nächsten Konzerttermine mit den Choralfantasien sind:

10. 7. 2015 /2. 8. 2015 / 18. 10. 2015

ters

Karfreitag, 3. April 2015, 20 Uhr

Bildkunst des 15. Jh. bis 18 Jh. setzte der

Eintritt: € 20 / ermäßigt € 15

werte Akzente.

▪▪ Konzert zum Abschluss

Referent: Richard K. Blasy

op. 52, Nr. 1

Tobias Skuban (Orgel)

▪▪ Meditatives Konzert

Mitglieder des Bayerischen Staatsorches­

Renaissance und dem Barock bemerkens­

op. 40, Nr. 2

Alle Menschen müssen sterben,

Solisten, Stiftskantorei Sankt Bonifaz &

Sakral- und Profanbau der Gotik stärker

nordischen Vorbildern und die Bau- und

Die Choralfantasien (gesamt)

der Weihnachtszeit

zum Karfreitag

Basilika St. Bonifaz

Programm wird noch bekanntgegeben.

Bitte beachten Sie die Homepage der Abtei und die Tagespresse.

Dienstag, 6. Januar 2015, 16.30 Uhr,

Altabt Odilo Lechner OSB, Meditation

Meditationstage

Motetten und Orgelwerke von:

(Violine), Johannes Zahlten (Viola), Rupert

14.00 bis 17.00 Uhr

Johann Sebastian Bach, Josef Gabriel,

Kosten: 25 Euro

Vocalsolisten Sankt Bonifaz & Martin

▪▪ »Das Herz ist von Natur aus ruhig« Samstag, 21. März 2015, 9.00 bis 13.00 Uhr und

Leitung: Oskar Brandner, Tel. 089/3243120

Basilika Sankt Bonifaz

Hans Leo Hassler, Orlando di Lasso, Rheinberger, Max Reger u.a.

Fleckenstein, Orgel

Eintritt: frei / für Spenden sind wir Ihnen dankbar

I n f o r mat i o n Alle Veranstaltungen, wenn nicht anders angegeben, finden im Zentrum Sankt Bonifaz, Karlstr. 34, statt. Der Eintritt ist frei, sofern keine Angaben gemacht werden. Anmeldung Benediktinerabtei Sankt Bonifaz Karlstr. 34, 80333 München Telefon: 089/55171-112 Fax: 089/55171-103 colloquium@sankt-bonifaz.de www.sankt-bonifaz.de

David Frühwirth (Violine), Guido Gärtner Buchner (Violoncello)

Eintritt: 15 Euro, ermäßigt 10 Euro

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bergecho 3 . 2014

|  veranstaltungen

»Wer darf hinauf ziehen

zum Berg des Herrn?« ps 24,3

Einladung zur Fußwallfahrt von München nach Andechs

Früher als im vergangenen Jahr laden Schwester Rosa Maria Dick OSV v.P. und Abt Dr. Johannes Eckert OSB unter dem Motto »Wer darf hinauf­z iehen zum Berg des Herrn?« vom 18. auf den 19. April 2015 zur Fußwall­fahrt von München nach Andechs ein.

U

nter dem Leitwort »Wer darf hin­

aufziehen zum Berg des Herrn?« (Psalm 24,3) haben sich immer

wieder Menschen gemeinsam auf einen

Weg gemacht, um »heilige Orte« aufzu­

suchen und sie als Kraftquelle für den ei­

genen Lebensweg zu erfahren. Geplant ist die Wallfahrt für Jugendliche ab 16 Jahren

und Erwachsene. Die Wallfahrt bzw. Weg­ strecke beträgt ca. 45 km. Sie ist für Geüb­

te gedacht, die an zügiges Gehen und Aus­ dauer gewöhnt sind.

Am Samstag, 18. April 2015 treffen sich

die 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer um 6 Uhr an der Mariensäule auf dem

Der Herr gehe vor dir her und zeige dir den Weg. Der Herr sei hinter dir und schütze dich vor allem Argen. Der Herr sei neben dir, dass du dich niemals einsam fühlst. Der Herr sei unter dir, dich aufzufangen, wenn du fällst. Und der Herr sei über dir und halte die Sehnsucht nach dem

Münchner Marienplatz. Es ist ratsam, für

Himmel in dir offen.

nehmen. Mittags ist eine größere Pause

Irischer Reisesegen

unterwegs eine kleine Brotzeit mit zu

in einem Gasthaus geplant. Die Ankunft

wird gegen 18 Uhr in Andechs sein. Für die

Übernachtung im Kloster ist gesorgt. Am

Sonntag, 19. April besteht die Möglichkeit

den Gottesdienst in der Wallfahrtskirche

mitzufeiern. Der Abschluss ist nach dem

.

gemeinsamen Mittagessen in Andechs. Die Kosten betragen 30 Euro. 

I n f o r mat i o n e n Verbindliche schriftliche Anmeldung: Benediktinerabtei Sankt Bonifaz Karlstraße 34, 80333 München Tel.: 089/55171-112 colloquium@sankt-bonifaz.de


bergecho 3 . 2014  |

›Christ-Werden‹ Andechser Bibelabende im Fürstentrakt des Klosters

I

m »WORT Fleisch geworden« schauen

wir Gottes Schönheit (joh 1,14). Wir erleben und erfahren, wie und wer

Gott für uns ist. Das Evangelium nach

Johannes begleitet uns zum Höhepunkt,

der »Vollendung«, – der »Verherrlichung« des

Menschgewordenen Christus (17,1) in sei­

nem Leiden, in seiner Hingabe aus Liebe, mit der er uns ganz liebt (13,1).

Im Sterben Jesu geht es um seine »Er-

höhung« am Kreuz als Vollendung seines

Das Evangelium nach Johannes und seine Botschaft vom »Leben in Fülle«, das Gott in Jesus Christus allen schenken will, die sich ihm anvertrauen, steht 2015 im Mittelpunkt des Andechser Bibelabends mit Pfarrer Richard Tyroller. Sein Programm für den Bibel­ abend stellt er im folgenden kurz vor.

Offen­barungswerkes, als Hinübergang in

die Herrlichkeit zum Vaters.

In unserem Aufschauen, im Glauben

an Ihn, werden wir hineingenommen in diese seine »Fülle des Lebens« (10,10).

In theologischer Sicht sind Karfreitag,

Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten ein

einziger Prozess seines (unseres) »Heim-

gangs« zum Vater, zum Leben.

Nicht das Interesse an historischer

Berichterstattung, sind die Absicht des

Evangliums, – vielmehr: das Geheimnis

von Tod und Auferstehung für uns zu deu­

ten und uns in das auferstandene Leben

.

hineinzunehmen, – das leitet den Evange­ listen. 

T e r mi n e jeweils 19 Uhr im

Fürstentrakt des Klosters 13. Januar 2015

10. Februar 2015 10. März 2015 14. April 2015

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bergecho 3 . 2014

|  veranstaltungen

›Jauchzet, frohlocket‹ Hochkarätige Besetzung bei Andechser Weihnachtsoratorium 20. und 21. Dezember 2014

S

I n f o r mat i o n chon die ersten fünf Paukenschläge

des Eingangschores »Jauchzet, froh­

locket« lassen in Zuhörern weih­

nachtliche Gefühle aufkommen. Neben

den Pauken und glanzvollen Trompeten

tragen auch die feintönigen Klänge der

Pastorale und der warmen Alt-Arie »Schla­ fe, mein Liebster« zur Beliebtheit von Jo­

hann Sebastian Bachs Weihnachtsoratori­ um bei. »Lasset das Zagen, verbannet das

Klagen. Stimmet voll Jauchzen und Fröh­

Darstellung der heiligen Cäcilia im Deckengewölbe der Andechser Wallfahrtskirche

lichkeit an«, singt der Chor.

Kann es eine passendere Weihnachts­

botschaft an uns geben? Für die traditio­

nellen Weihnachtskonzerte am vierten Ad­

besetzung Susanne Winter (Sopran) Alexandra Petersamer (Alt) Goetz Phillip Körner (Tenor) Tareq Nazmi (Bass) Mozart Vokal Ensemble Orchester ›Ensemble Lodron‹ München Anton Ludwig Pfell (Leitung) konzertdatum 20. Dezember, 18.00 Uhr und 21. Dezember, 16.00 Uhr Eine kostenlose Werkeinführung findet eine Stunde vor Konzertbeginn im Florian-Stadl statt.

ventswochenende im Andechser FlorianStadl konnten in diesem Jahr neben dem

Mozart Chor Andechs mit Susanne Winter,

Alexandra Petersamer, Goetz Phillip Kör­ ner und Tareq Nazmi hochkarätige Solis­

Die alljährlichen Weihnachtskonzerte im Andechser FlorianStadl sind mittlerweile zu einer klingen­den Tradition geworden. In diesem Jahr steht am 20. und 21. Dezember das Weihnachts­ oratorium von Johann Sebastian Bach (Kantaten I–III) auf dem Programm.

ten gewonnen werden. Das Orchester »En­

.

semble Lodron« spielt unter der Leitung

von Anton Ludwig Pfell. 

karten-vorverkauf Klosterpforte Kloster Andechs Tel. 08152/376 400 München Ticket Tel. 089/ 54818181 www.muenchenticket.de und an allen angeschlossenen Vorverkaufsstellen sowie in Starnberg in der Buchhandlung Greiner Tel. 08151/29341 kartenpreise 38,– / 32,– / 25,–/ 15,– Euro Schüler, Studenten und Schwerbehinderte erhalten 50 Prozent Ermäßigung auch im Vorverkauf.


bergecho 3 . 2014  |

4. Andechs Trail am 18. April 2015

M

it 400 Teilnehmern zählt der

Andechs Trail mittlerweile zu einem der größten Trailläufe

in Bayern. Nach dem großen Erfolg und

der durchweg positiven Resonanz in den

letzten Jahren geht der Andechs Trail am

Samstag, den 18.4.2015, in die vierte Auf­

lage. Die Umgebung um den Heiligen Berg mit ihren abwechslungsreichen Strecken

hinunter bis zum Ufer des Ammersees bie­ tet hierfür einen optimalen Rahmen.

Der Wettbewerb wird wie gehabt wie­

der auf zwei verschieden langen Strecken

Der Expert Trail ist dabei ein an­

spruchsvoller, 15 km langer Kurs mit vie­

len Steigungen und technischen Passagen, der vor allem im zweiten Teil den Läufern

angeboten. Zum einen wird damit ambi­

alles abverlangt. Der Schlussanstieg führt

runnern ein Einstieg in die Wettkampfsai­

Beginner Trail ist mit seinen 8 km Stre­

Trailrunning-Neulinge die Möglichkeit,

weniger Höhenmeter zu überwinden. Als

Stein innerhalb eines Wettkampfs auszu­

bietet sie trotzdem alles, was einen echten

tionierten Läufern und erfahrenen Trail­

son geboten, zum anderen ergibt sich für

das Laufen im Gelände über Stock und probieren.

dann direkt vor die Tore des Klosters. Der

Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Angekommen auf dem Heiligen Berg er­ wartet die Läufer ein reichhaltiges An­

gebot an erfrischenden Getränken und

Früchten, welches die Strapazen der

Strecke schnell vergessen machen wird.

Selbstverständlich wird auch, wie im letz­

ckenlänge deutlich kürzer und es sind

ten Jahr, das süffige Andechser Bier ge­

ideale Strecke für Trailrunning Einsteiger

mung im Ziel ist somit vorprogrammiert.

Trailrun ausmacht.

reicht; eine ausgelassene, lockere Stim­

.

Information und Anmeldung unter

www.andechs-trail.de   weinmann

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bergecho 3 . 2014

|  panorama

Glas und Gastlichkeit Betriebsausflug ins Allgäu

Einmal im Jahr machen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klosters im Rahmen eines Betriebsausfluges gemeinsam auf den Weg. Ziel der herbstlichen Fahrt ins Allgäu war zum einen der Flaschenproduzent der Klosterbrauerei und zum anderen einer der ersten Gasthöfe außerhalb Bayerns, der schon seit über 50 Jahren Andechser Klosterbiere bezieht. Christian Bolley war dabei.

A

m Freitag, den 10. Oktober, starte­

ten wir bei schönstem Wetter und

gut gelaunt unsere Fahrt. In Herr­

sching stiegen noch einige Mitarbeiter aus

der Abtei Sankt Bonifaz zu.

Oberl and Gl a s Unser erstes Ziel war die Firma Oberland Glas, die nach mehreren Fusionen jetzt

als »Verallia Deutschland« firmiert. 1946

wurde die Firma Oberland Glas GmbH in

Bad Wurzach mit der Idee gegründet, ne­ ben einem Moorgebiet den direkt neben

der Fabrik vorhandenen Torf zu verkoken und mit diesem Gas die Schmelzwannen

zu beheizen. 1988 wurde die Firma von der

Ruhrglas GmbH Essen und der Westerwald

AG Wirges übernommen. Gleichzeitig be­ teiligt sich der heutige Weltmarktführer

in Glasverpackungen Saint-Gobain mit 35% Kapital. 2010 beginnt die Einführung der

Marke »Verallia« für die Sparte Glasverpa­ ckung der Saint-Gobain, Symbol für eine starke Identität auf dem internationalen

Markt.


bergecho 3 . 2014  |

L andsberg a m Lech Die letzte Etappe an diesem Tag war

Landsberg am Lech, wo bereits zwei Stadt­ führerinnen auf uns warteten, um uns in zwei Gruppen durch die Altstadt zu füh­

ren und alles Wissenswerte über die Stadt zu erzählen. Landsberg hat ca. 28.000

Einwohner, ist eine Große Kreisstadt und

Verwaltungssitz des gleichnamigen Land­ kreises in der Grenzlandschaft zwischen

Altbayern und Schwaben. Die Geschichte

der Stadt am Lech geht mindestens bis ins

➋ In Bad Wurzach wurden wir von drei

fachkundigen Mitarbeitern sehr herzlich

empfangen. Nach einer einstündigen,

sehr beeindruckenden und interessanten

Führung durch die Fabrikationshallen, wo man die Entstehung der Flaschen für un­

ser Andechser Bier verfolgen konnte, fuh­

ren wir weiter nach Eglofs in Richtung

Wangen zum Gasthof »Zum Löwen«.

Ga sthof »Zum Löwen« in Eglof Dort wurden wir mit einem Willkom­

mensdrink von der Familie Ellgass emp­

12. Jahrhundert zurück. Um 1135 wurde ei­ ne Siedlung namens Phetine auf dem spä­

teren Stadtkern urkundlich erwähnt, die

aber noch kein Stadtrecht hatte. Herzog

Heinrich der Löwe verlegte im Jahre 1158 die bedeutende Salzstraße auf eine süd­

lichere Route, wobei er bei Phetine eine Brücke über den Lech bauen ließ. Zuvor

führte die Salzstraße bei Kaufering mit­

tels einer Furt über den Fluss. Zum Schutz

dieser Brücke errichtete er unter Einbezie­

hung der Burg Phetine eine neue größere

Anlage, genannt »Castrum Landespurch«. Die Burg war zum einen Vogtburg des

Wessobrunner Klosters und zum anderen Schutz der Grenze zum Hochstift Augs­

burg. Im Schutz dieser Burg entstand eine

rasch wachsende Ansiedlung, die schon

fangen. Die Wirtsfamilie freute sich sehr

im 13. Jahrhundert das Stadtrecht erhielt

Belegschaft. Schließlich blicken wir ge­

Daraus entwickelte sich der heutige Name

über den Besuch von P. Valentin und der

meinsam auf eine über 50-jährige Ge­

schäftsverbindung zurück. Durch die An­

kündigung von Seiten unseres Verkaufslei­

und bald »Landesperch« genannt wurde.

Landsberg.

Kurz nach 18 Uhr erreichten wir wohl­

behalten und mit neuen Eindrücken den

ters Gino Casarotto war zur Verköstigung

Parkplatz am Fuß des Heiligen Berges.

gestärkt unseren Ausflug fortsetzen.

schäftsleitung, die uns diesen unvergess­

alles bestens vorbereitet und wir konnten

Ein herzliches »Vergelt’s Gott« an die Ge­

lichen Ausflug ermöglicht hat. 

.

➌ ➊  Gruppenbild mit der Wirtsfamilie Elgass ➋  Besichtigung in der Flaschenproduktion der Fa. Oberland in Bad Wurzach ➌  Unsere Führerin berichtet auf dem Hauptplatz über die Historie der Stadt Landsberg

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bergecho 3 . 2014

|  panorama

Kleines Jubiläum groß gefeiert Großer Andrang beim 10. Andechser Kinder- und Familientag am 3. Oktober

Rund zehntausend Menschen kamen auf Einladung der Andechser Mönche zum 10. Kinder- und Familientag am 3. Oktober auf den Heiligen Berg. Das kleine Jubiläum wurde groß gefeiert. Vor allem hat das mitreißende Programm des Mitmach-Zirkus »Gniztut« der Lebenshilfe Starnberg Groß und Klein begeistert.


bergecho 3 . 2014  |

von Jakob Schetterer und seinem Team im

Jahr für Jahr trifft man

Angeln. Partner des Klosters und seiner

wieder vertraute Gesich-

Wirtschaftsbetriebe beteiligten sich mit Glücksrädern und – ab der Mittagszeit –

ter und größer gewordene

mit einer Hüpfburg am Familientag. Und

Freundinnen und Freunde

nicht zu vergessen: Der Zauberer vor dem

Klostergasthof.

des Familientages

Richtig austoben konnten sich viele

beim Kübelspritzen, Tragelklettern und

Tragelrutschen. Bei den Machtlfinger Bo­ genschützen war Geschicklichkeit und

D

ie kleinen Besucher des ersten Kin­ der- und Familientages 2005 sind

inzwischen groß geworden. Beim

seinem Namen alle Ehre, denn jetzt hieß

es Manege frei für alle. Und viele nut­

zen die Gelegenheit mit Tellern, Diabo­

großen Jubiläum zum 550-jährigen Beste­

los, Devil Sticks, Jongliertüchern, Ringen

mals den ersten Kinder- und Familientag

fahren, übers Drahtseil zu gehen, Seil zu

Tag der Deutschen Einheit immer wie­

le zu basteln und sich mehr oder weniger

hen des Klosters hatte Abt Johannes da­

ins Leben gerufen. Viele sind seither am

der auf den Heiligen Berg gekommen und so trifft man – bei aller Größe des Kinder-

und Hula Hoops zu jonglieren, Einrad zu

springen, Hip hop zu tanzen, Jonglierbäl­

flink mit Laufdosen, Laufkugeln und Lauf­ trommeln durch den Florian-Stadl zu be­

und Familientages – doch Jahr für Jahr

wegen.

gewor­dene Freundinnen und Freunde des

in diesem Jahr für Marcus Everding, den

wieder vertraute Gesichter und größer

Familientages.

Zum Jubiläum verwandelte der Mit­

alt geworden. Viel Mühe und Engagement innen und Mitarbeitern der Lebenshilfe

Starnberg in den vorangegangenen Wo­

bitte« wieder in das »Fest­

Orffs Musiktheater–Welt

einlud. Seine Leidenschaft

teilte er gerne und erklärte,

wie Theater funktioniert

und was auf und besonders hinter der

Bühne während der Vorführung möglichst

Rebells«, eine gemischte Raubtiernum­

auch in Tracht – eine Menge Freude berei­

aus dem Morgenland« auf und schlugen

die Zuschauer ebenso in den Bann wie die

hatten im Florian-Stadl Kinder-Trachten­

zeigten, dass Singen und Tanzen – gerade

ten.

Über den ganzen Heiligen Berg schob

sich eine bunte gut gelaunte Schar von El­

mit Tellerdrehen, Lauftrommel, Laufku­

Florian-Stadl wurde aus Bierfilze wah­

lung ab.

wie in jedem Jahr ein gesuchter Ort, um

sen hielt. Der Mitmachzirkus machte

und Kuchen im Pferdestall zur Unterstützung der Ob­

dachlosen an. Der Bücher­

markt an der Alten Apo­

theke gegenüber der Wall­ fahrtskirche konnte sich

über viele Besucher freuen. Sein Erlös ging

wiederum an Projekte der Missionsbene­ diktinerinnen von Tutzing.

Der Jubiläumsfamilientag fand seinen

Abschluß mit dem schon Tradition gewor­ denen Familiengottesdienst mit Abt Jo­

hannes, der die Kinder auf Wunsch auch

gerne persönlich segnete. Das kleine Jubi­

läum zeigte deutlich, wie beliebt das Klos­

ter bei vielen Familien ist. Gerade aus dem

nach Andechs. Das Konzept, Familien an

che auf Entdeckungsreise. Am und im

Klar, dass es vielen Zuschauern nach

Landfrauen boten Kaffee

und Jugendlichen in der Wallfahrtskir­

eine eigene Tanzgruppe, Vorführungen

der Vorstellung nicht auf Sitzen und Kis­

Und auch die Andechser

Münchner Umland kamen viele Famili­

Abt Johannes war wiederum mit Kindern

gel und Seifenblasen rundeten die Vorstel­

tei Sankt Bonifaz verkauften Fr. Emmanu­

tern, Kinder und häufig auch Großeltern.

Ammersee-Piraten. Ein »olympisches Feu­ erballett« mit richtigen »Feuerspuckern«,

nig wie die Blaskapelle Erling-Andechs.

Mittelpunkt zu stellen

gruppen aus der Region ihren Auftritt und

Als Fakire trat die Gruppe »Samarkand

alkohol­freie Getränke fehlten ebenso we­

ganz bewusst in den

ke sprang schnell über, denn was gab es

mer und die »Happies« mit Clown Toralf.

Spezialitäten fürs leibliche Wohl ebenso

wie das Brotzeit-Eckl. Klosterbiere und

Familien an diesem Tag

geräuschlos zu geschehen hat. Noch zuvor

nicht alles zu sehen: Die Akrobaten »flying

Die Klostermetzgerei sorgt mit Grill-

Es hat sich bewährt,

chen in die Vorbereitung investiert. Der

Erfolg stellte sich schnell ein. Der Fun­

vor der Wallfahrtskirche.

el und seine Helfer wieder Pommes frites.

spiele Andechs, der unter

spielhaus« und in Carl

hatten sie zusammen mit den Mitarbeiter­

Trampolin und bei der Miniaturdampflok

Künstlerischen Leiter der Carl Orff-Fest­

Hunderte von begeisterten Zuschauern sa­ dels – der jüngste war gerade erst 6 Jahre

balken besonders gesucht. Geduldig war­

teten Kinder und Eltern vor dem Bungee-

Zugunsten der Obdachlosenarbeit der Ab­

dem Motto »Auf die Bühne

hen die Kunststücke der Jungen und Mä­

stationen wie Dosenwerfen und der Nagel­

Platz war aber auch im Florian-Stadl

mach-Zirkus »Gniztut« den Andechser Flo­

rian-Stadl in eine richtige Zirkusmanege.

Konzentration gefragt. Wie in den letzten

Jahren waren ganz traditionsreiche Spiel­

re Kunstwerke. Die Schminkstation war

Fabel- und Fantasie-Wesen auf Kinderge­

sichter zaubern. Am Klosterweiher übten

sich Jungen und Mädchen unter Anleitung

en, auch und gerade mit den Großeltern diesem Tag ganz bewusst in den Mittel­

punkt zu stellen, damit sie – unabhängig

vom Geldbeutel – einfach miteinander ei­ ne gute Zeit am Heiligen Berg verbringen und dabei Kirche, Kloster und Mönche

.

einmal anders erleben können, hat sich bewährt. 

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bergecho 3 . 2014

|  panorama

Gesichter für Europa – die europäische Identität und ihre Heiligen Rückblick auf den 42. Andechser Europatag der Paneuropa-Union im Oktober 2014

(v.l.n.r.) Josef Döllner, Peter Becher, Maria Gräfin Clary-Aldringen, Dirk Voß, Sabine Meigel, Bischof Dodë Gjergji und Prof. Ferdinand Graf Kinsky

Europa braucht nach Ansicht des Präsidenten der Paneuropa-Union Deutschland, Bernd Posselt, »Demokraten von Gottes Gnaden«. Beim 42. Andechser Europatag, der unter dem Motto »Gesichter für Europa – die europäische Identität und ihre Heiligen« stand, wies er darauf hin, daß schon das Gottesgnadentum der Monarchen ursprünglich nicht ein besonderes Privileg bedeutet habe, sondern eine besondere Verantwortung gegenüber dem Schöpfer und seinen Geboten.

D

iese Unterordnung der Macht un­

Menschen ausgegangen, was schließlich

Gesetz müsse mindestens ebenso

bracht habe.

ter Moral, Menschenwürde und

sehr die Demokratie prägen. Der franzö­

auch Frauen und Sklaven die Freiheit ge­ Mit Blick auf das Thema der Tagung

sische Staatsmann und große christliche

»Gesichter für Europa – die europäische Identi-

sprechungsprozeß in Rom nunmehr in

Auffassung, die Begriffe Politik und Hei­

Europäer Robert Schuman, dessen Selig­ seine Endphase gehe, habe bei aller für

ihn charakteristischen

Zurückhaltung und Be­

scheidenheit einmal den

provokativen Satz gewagt,

daß es ohne Christen­

tum keine Demokratie gä­ be. Damit sei keinesfalls

tät und ihre Heiligen« warnte Posselt vor der

ligkeit paßten nicht zusammen. Zum ei­

Die Politik leide dar-

unter, daß es zu viele

Zuschauer gebe und zu wenige Spieler

die Anmaßung verbunden gewesen, nur

Christen könnten Demokraten sein, son­

dern die tiefe Wahrheit, daß das Christen­

tum die unmenschlichen Ungleichheiten

nen sei Politik nicht schmut­ ziger als irgendein anderes

Geschäft, zum anderen seien

auch Heilige sündhafte Men­ schen gewesen. Heiligkeit

habe zudem nichts mit Erfolg oder Genie zu tun, sondern

mit der Haltung zu Gott und seinem Eben­ bild, dem Menschen mit seiner unantast­ baren Würde. Die Politik leide darunter,

daß es zu viele Zuschauer gebe und zu we­

der Antike beendet habe. Die altgriechi­

nige Spieler: »Das gilt ein Stück weit auch

se nämlich noch auf wohlhabende männ­

daß sie stellvertretend für uns heilig sind,

tentum sei von der Gleichwertigkeit aller

menheit an die eigene Brust klopfen und

schen Erfinder der Demokratie hätten die­

liche Bürger beschränkt. Erst das Chris­

für die Heiligen, von denen wir wollen,

statt daß wir uns in unserer Unvollkom­ uns zumindest bemühen.«


bergecho 3 . 2014  |

P. Valentin Ziegler begrüßte die Pan­

europäer auf Bayerns heiligem Berg und dankte ihnen für die Treue, mit der sie

beim Andechser Europatag immer wieder

den europäischen Gedanken aufleben lie­

ßen. So werde »Stein um Stein eine große

Hoffnung aufgebaut«, auch wenn sie im­

Stimmungsvolles Nachtflohmarkt-Flair

2. Andechser Nachtflohmarkt im Florian-Stadl ein voller Erfolg

mer wieder durch vieles gefährdet sei. Das

Programm sei geprägt von »Heiligen, die

für den Frieden zwischen den Völkern ste­

hen, die gehandelt haben, statt nur zu re­ den«. Durch die Beschäftigung mit ihnen

komme auch die europäische Idee, die eu­ ropäische Einigung und Versöhnung zum

Vorschein. Versöhnung und Vergebung

seien nötig, damit Heilung geschehen und

man selbst dazu beitragen könne: »Die

Heiligen sind die Steine, die die Kirche

aufbauen, und sie weisen darauf hin, daß

Groß war das Interesse am zweiten Nachtflohmarkt am 8. November 2014. Alle Aussteller­ plätze für den Flohmarkt im Andechser Florian-Stadl waren weit vor dem Anmeldeschluss am 27. Oktober bereits vergeben.

auch wir berufen sind, Verantwortung in Kirche und Welt zu übernehmen«.

Abends wurde im Klostergasthof der

Film »Engel der Armen – Heilige der Dun­ kelheit« des Bayerischen Fernsehens ge­

zeigt, der sich mit Mutter Teresa, ihrer Ar­

beit für die Armen und ihrem Ringen mit

Glaubenszweifeln beschäftigt. Der Strei­

fen bot vielfachen Diskussionsstoff für die

Gäste, die sich beim Klosterwirt Alexander

Urban zum Abendessen versammelten.

Den Festgottesdienst in der Andech­

ser Wallfahrtskirche zelebrierte Bischof

S

o erwartete die Besucher an diesem

Samstagnachmittag und -abend von

16 bis 21 Uhr ein stimmungsvolles

Nachtflohmarkt-Flair mit Live-Musik am Heiligen Berg.

Das Interesse und die große Nachfra­

ge beim ersten Andechser Nachtflohmarkt im März dieses Jahres hat das Kloster er­ mutigt, jetzt im Herbst erneut einen

Flohmarkt zu organisieren. Auch dieses

Mal hat wieder eine Live-Band zur musi­

Dodë Gjergji aus dem Kosovo. Beim ab­

kalischen Umrahmung aufgespielt. Für

überschreitende und völkerverbindende

keit im Florian-Stadl sorgte das Team vom

schließenden Podium zum Thema »Grenz­

Netzwerke der Kultur, des Glaubens und

der Nächstenliebe« diskutierten unter der

Moderation von Dirk Hermann Voß, dem

die sprichwörtliche Andechser Gastlich­

Bräustüberl.

Schon haben die Planungen des Klos­

ters für einen weiteren Nachtflohmarkt

internationale Paneuropa-Vizepräsiden­

im Frühjahr 2015 begonnen. Sollte das In­

fin Clary-Aldringen, Stadtbeauftragte des

Andechser Nachtflohmarkt voraussicht­

Meigel, Leiterin des Donaubüros in Ulm-

um im Florian-Stadl statt. 

ten die ungarische Malteserin Maria Grä­

Malteser Hilfsdienstes München, Sabine

Neu Ulm, der Egerländer Sozialdemokrat

und Bankkaufmann Josef Döllner, der Li­

teraturwissenschaftler und Schriftsteller

Peter Becher, Bischof Dodë Gjergji, und

.

der Politikwissenschaftler und Europa-Fö­

deralist Prof. Ferdinand Graf Kinsky. 

teresse weiter groß sein, findet der dritte

.

lich am Freitag, den 20. März 2015, wieder­

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bergecho 3 . 2014

|  panorama

Per Rad in 20 Stunden von Germering zum Gardasee Die Klosterbrauerei unterstützt als Trikotsponsor eine ungewöhnliche »Benefizfahrt«

Ein halbes Dutzend Männer und eine ungewöhnliche »Benefiz­fahrt«. Einmal im Jahr radeln sie in rekordverdächtiger Zeit von Germering zum Gardasee. Den guten Zweck unter­stützt die Klosterbrauerei Andechs als Trikot­sponsor. Michael Sigmund ist einer der Rekordradler und berichtet über seine Erfahrungen.

A

lle sind wir die Strecke schon mehr­ fach gefahren. Ursprünglich war

es die Neugier, ob man so weit mit

Brotzeitpause. Am Achensee – die ersten

100 km sind geschafft – bläst der Wind aus

Süden schon deutlich gegen die Fahrtrich­

einem Fahrrad an einem Tag kommen

tung. Bei Maurach geht’s mit fast 70 km/h

der Sache. Inzwischen ist der Radl-Event

ist bei Gegenwind und viel Verkehr dieses

kann – später war es einfach der Spaß an

zu einem festen Termin im Jahreskalender

geworden und jeder versucht den Termin möglich zu machen. Vor zwei Jahren ist

bergab ins Inntal. Die Bundesstraße 171

Mal unangenehm zu fahren, daher ent­

schließen wir uns auf die Bergsträßchen südlich über dem Inntal auszuweichen.

die Idee entstanden von Sponsoren auf un­

Am Patscherkofel vorbei kommen wir so

tätige Zwecke einzuwerben. Zusammen

desstraße. In Matrei Kaffeepause und fri­

seren Team-Trikots eine Spende für wohl­

mit anderen Sponsoren konnten wir über

2.300 Euro »er-radeln«. Heuer unterstütz­

erst in Matrei wieder auf die Brennerbun­ sches Wasser für die Trinkflaschen. Die

Besitzerin des Cafes kommentiert unser

ten wir die »Namasté Stiftung« in Gilching,

Unternehmen mit: »Ihr seid’s ja Wuide«. Der

heit ein Dorf in Nepal umfassend fördern.

Fahrt bergauf beschwerlich. Mittags errei­

›Ihr seid’s ja Wuide‹

Fahrt am Brennerpass, wo ein obligatori­

deren Stifter aus persönlicher Verbunden­

Abfahrt war am 24. Mai um 3:00 Uhr in der Früh. Aufstehen ist kein Problem,

immer noch frische Gegenwind macht die chen wir mit 1370 m den »Höhepunkt« der sche Gruppenfoto entsteht. Trinkflaschen sind auch schon wieder leer. Nach einer

Freude und Aufregung verhindern eh ei­

halben Stunde Pause geht’s runter nach

kein Verkehr, daher kann man mit dem

Gossensaß können wir problemlos mit den

nen tiefen Schlaf. Um 3:00 herrscht noch

Sterzing – auf der schnellen Strecke vor

Rennrad die Hauptstraßen fahren und

Autos mithalten. Durch ein beständiges

tal geht es über Bad Tölz nach Lenggries

versuchen wir in Sterzing passendes Werk­

kommt schnell voran. Durch das Isar­

und zum Sylvensteinspeicher. Erste kurze

Knarren an einem Tretlager verunsichert, zeug zu finden.


bergecho 3 . 2014  |

auf da s Logo de s Klosters Andechs ange sprochen Drei Männer, die gerade an einem Garten­ zaun arbeiten, helfen gerne und sprechen

uns auch prompt auf das Logo des Klosters

Andechs an, das wir als treue Besucher

des Heiligen Berges auf die Vorderseite un­ ser Trikots gedruckt haben. Ob wir denn

ein Bier für sie mitgebracht hätten – was

wir natürlich grinsend verneinen müssen.

Ab Brixen ist der Radweg auch für Renn­

räder gut ausgebaut. Die beeindruckende

Strecken­führung verläuft teilweise durch

alte Eisenbahntunnels und ermöglicht ei­ ne zügige Fahrt bis Bozen. Ab jetzt geht’s

auf dem schönen Etschtal-Radweg weiter.

Da s schwierigste Stück der Strecke Vor uns das schwierigste Stück der Strecke: es weht bei gutem Wetter immer ein kräf­

tiger Südwind, der das Vorwärtskommen

auf den meist erhöht liegenden Radwegen erheblich hemmt. Auch melden sich in­

zwischen diverse Körperteile mit Überlas­

tungssymptomen: der Allerwerteste, die

Hände, Rücken und Genick schmerzen

mal mehr mal weniger. An einem Kiosk

an der Strecke werden die Kohlenhydrat­

speicher mit großen Portionen Pasta auf­

gefüllt, Cola hilft gegen den rebellieren­ den Magen und ein kleines Bier bessert

Neumann & Müller rockt

N

och ist »N&M rockt« so etwas wie

der Festival-Geheimtipp im Mün­

Gern hat daher unsere Klosterbrauerei

D

ken unterstützt. Die Bands »Blek Le Roc«,

Bernhard Frühauf (rechts), langjähriger

»Vait«, »Twin Tone Trigger Bands« sorgten

kreislaufes, sowie Niki von Dehn aus­

auf dem Firmengelände von Neumann &

Ehrung für die Klosterbrauerei Andechs

mosphäre der besonderen Art. Als Unter­

nahm. 

chener Süd-Osten. Am 6. Septem­

ber stellten die Auszubildenden von Neu­

mann & Müller zum vierten Mal in Eigen­

die Stimmung. Aus den Vorjahren wissen

regie dieses Festival auf die Beine. Respekt.

und damit die Räder auf der letzten Etap­

diese starke Initiative mit Festivalgeträn­

wir, dass nach Trento der Wind nachlässt pe wieder besser laufen – jeder hat auf so

einer langen Strecke seine individuellen

Tiefpunkte, die dann aber einige Zeit spä­ ter wieder vergehen. Das ist auch dieses

Jahr wieder so.

Auf den letzten Kilometern von Rovere­

to nach Torbole über den kleinen »Passo di San Giovanni« ereilt uns noch eine zwei­

»Stonehenge«, »Nick & The Roundabouts«, bei freiem Eintritt unter freiem Himmel

Müller in Taufkirchen für eine Festivalat­ nehmen setzt Neumann & Müller für na­

te Reifenpanne, die aber trotz Dunkelheit

tional wie international tätige Konzerne

wir wieder die Beleuchtung eingeschaltet

Veranstaltungen um. 

schnell behoben ist. Inzwischen haben

und freuen wir uns schon auf den ersten

Blick von Nago hinunter auf das nächtli­

che Torbole. 380 km und 2500 Höhenmeter stehen auf dem Tacho als wir um 22:30 vor

dem Hotel absteigen - eine halbe Stunde

später bei Pizza und einem Weißbier ver­

.

blassen alle Strapazen schon wieder und

wir planen bereits für nächstes Jahr. 

30 Jahre Unterstützung für Landkreislauf Starnberg

.

und Agenturen technische Konzepte für

er Starnberger Landrat Karl Roth

(Mitte) ehrte am 11. Oktober 2014

nicht nur die Sieger des 30. Starn­

berger Landkreislaufes. Für die nun schon

30-jährige Unterstützung durch die Klos­ terbrauerei Andechs dankten Karl Roth, Organi­sator und Mitinitiator des Land­

drücklich P. Valentin Ziegler, der die

.

in der Starnberger Sporthalle entgegen­

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bergecho 3 . 2014

|  panorama

»Basislager-Atmosphäre« im Florian-Stadl Über 400 Besucher beim »4. Tag des Berges« am Heiligen Berg

Ende Oktober folgten über 400 Bergsport-Liebhaber dem Ruf des Bergreiseveranstalters Top Mountain Tours und besuchten den »Tag des Berges« am Heiligen Berg Bayerns. Im Florian-Stadl herrschte so nicht nur durch die anwesende Berg­ steiger-Prominenz einen Tag lang »Basislager-Atmospäre«.

E

»

s war wie ein großes Familientref­

fen«, so Günther Härter, Bergfüh­

rer und Inhaber von Top Mountain

Tours, über den Tag des Berges am Heili­

gen Berg Bayerns. Auch die Besucher zeig­ ten sich angetan: »Super organisiert und

Weitere Vorträge führten zum Fünf­

tausender Kasbek in Georgien, in das

faszi­nierende Reiseland Iran mit dem

Dama­vand und auf den Siebentausen­

der Putha Hiunchuli in Nepal. Modera­

tor Ernst Vogt vom »Rucksack-Radio« des

so interessant gestaltet, dass es eine Freu­

Bayerischen Rundfunks führte gewohnt

ner der Teilnehmer.

essante Gespräche und eine hochkarätig

Vortr äge von Him al ayaE xperten und internationalen Spitzenklet terern

Reisevorträge aus den Bergen der Welt.

de war, daran teilzunehmen«, meinte ei­

Himalaya-Experte Bruno Baumann und

souverän durch die Veranstaltung. Inter­ besetzte Expertenrunde zum Thema Aus­

rüstung und Bekleidung ergänzten die

Filmpremiere

der internationale Spitzenkletterer Stefan

Außerdem bekamen die Gäste noch eine

»Königreiche im Himalaya« und »Auf­

Dokumen­tarfilmer Reinhold Rühl führ­

Glowacz hielten die Hauptvorträge über

bruch ins Abenteuer«, der international

geschätzte Bergwetter-Experte Dr. Karl

Gabl erklärte überaus spannend das »Berg­

wetter weltweit«, Andi Heckmair erzählte über seine Erlebnisse bei der Erkundung

Filmpremiere zu sehen: Der Münchner

te seinen Film »Manaslu open – Traum­

trekking rund um den Achttausender Ma­ naslu« vor.

Rege Nachfrage herrschte an den In­

formations­ständen der Premium-Aus­

seiner Bike-Route über die Alpen. Acht­

rüster aus der Bergsportbranche. Die Be­

ebenso Erich Reismüller, Erstbesteiger

experten zu allen Neuigkeiten informieren

purna/Nepal im Jahr 1965.

wahr. Der nächste Tag des Berges ist für

tausender-Mann Sigi Hupfauer war da,

des schwierigen Siebentausenders Ganga­

sucher konnten sich von den Ausrüstungs­ und nahmen diese Möglichkeit gerne

den 25. Oktober 2015 geplant. 

.


bergecho 3 . 2014  |

»Verzauberung der Malerei«

Gabriele Fellinger aus Andechs stellt ihre Arbeiten im Fürstentrakt aus

D

ie Liebe zur Kunst, zum Menschen

und zur Natur, ihre Phantasie und

Experimentierfreude sind der An­

trieb für das produktive Schaffen von Ga­

briele Fellinger. Die Vorstellungskraft aus

Gehörtem, Gesehenem und Erlebtem spie­

Sommerakademien in St. Johann bei Prof.

Ortner, in Neuburg an der Donau bei Ri­

chard Bauschmid, in Frauenau bei Pavel

.

Roucka und die Schwabenakademie Klos­ ter Irsee bei Prof. Chevalier. 

geln sich in ihrer Malerei wieder in Erleb­ nisvarianten von Malgestus, Farbenwahl

und Formen. Ihre Vision und Empfindung

führen zu einer neuen Eigenständigkeit.

Es verbindet Reales mit dem Traum, Surre­ ales mit dem Alltäglichen. Ihr Motto heißt

»Kunst stärkt die Seele«.

Bereits in vielen Einzel- und Gemein­

schaftsausstellungen hat Gabriele Fellin­

ger ihre Arbeiten präsentiert. Ihre künst­

lerische Ausbildung begann 1984 bei Cons­ tanze Wagner. Später besuchte sie diverse

I n f o r mat i o n Besichtigung der Ausstellung (bis 31. 12. 2014) nach telefonischer Anmeldung: Telefon: 08152/925088

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bergecho 3 . 2014

|  presse

Die Tabak Zeitung, 26. September 2014

Starnberger Merkur, 18./19. Oktober 2014


bergecho 3 . 2014  |

Weilheimer Tagblatt, 24. Oktober 2014

Weilheimer Kreisbote, 23. August 2014

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bergecho 3 . 2014

|  presse

Biss, Oktober 2014

Münchner Kirchenzeitung, Nr. 34/2014


bergecho 3 . 2014  |

Rhein-Neckar-Zeitung, 27. November 2014

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bergecho 3 . 2014

|  presse

Starnberger Merkur, 11. November 2014

Starnberger Merkur, 18. November 2014


bergecho 3 . 2014  |

Wochenblatt HaĂ&#x;loch, 8. Oktober 2014

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impressum

V.i.S.d.P.: P. Valentin Ziegler Bergstraße 2, 82346 Andechs

Tel.: 08152/376-0, Fax: 08152/376-267 www.andechs.de

redaktion Christian Bolley,

Martin Glaab, Birgitta Klemenz

verantwortlich für anzeigen Martin Glaab

Krippe von Fr. Stephan Janker

gestaltung Mellon Design

druck Agentur Beckenbauer,

Weidmannstr. 5, 80997 München

Gedruckt auf umweltfreundlichem

Im Geheimnis der Weihnacht

legt Gott sich uns wunderbar

Papier

bildnachweis

Alle Fotoaufnahmen durch Benedik­

tinerabtei Sankt Bonifaz in München

und verwundbar ans Herz,

Argum/Falk Heller (S. 38); Baar Her­

lag (S. 36); Jahn Johannes (S. 24); Klug

um uns reich zu beschenken. paul weismantel

und Andechs, außer:

mann (S. 8); Fellinger Gabriele (S. 57);

Gottstein Sigrid (S. 24); Hans Carl-Ver­

Arno (S. 41); Neumann & Müller (S. 55); Paal Margret (S. 18); Roucka Wolfgang (S. 3, 30, 31); Rühlemann Uwe (S. 55); Scharl Ulrike (S. 44); Scheib Jaqueli­

Der Konvent und die Geschäftsleitung wünschen allen Freunden, Gästen, Wohltätern, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und allen, die mit uns in Sankt Bonifaz in München und Andechs verbunden sind, wunderschöne Festtage und viel Segen auf allen Wegen durch das neue Jahr 2015.

ne (S. 40); Schmid Thomas (S. 14, 46); Scholz Toni (S. 34); Schuhbauer-von

Jena Stefan (S. 28, 56); Waldburg Ste­

fanie (S. 52); Wehnhardt Anita (S. 21);

Weigand Stefan / Herder-Verlag Frei­ burg (S. 2); Weinmann Wolfgang

(S. 47); Dr. Weiss Toni (S. 53)

Da wir leider nicht alle Rechteinha­

ber von Bildmaterial erreichen konn­

ten, bitten wir etwaige Rechteinhaber, sich mit der Klosterbrauerei Andechs unter pr@andechs.de oder 08152-376-

290 in Verbindung zu setzen.

Das nächste Andechser Bergecho erscheint im april 2015

Scannen und mehr erfahren

Andechser Bergecho 3-2014  
Andechser Bergecho 3-2014  
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