Page 1


BILD: BRUNO MAUL/ZEICHNEN MIT LICH, TITELBILD: DEMMELER

Allgäuer Wirtschaftsmagazin

Liebe Leserinnen, liebe Leser, die Variante des äußerst aggressiven Darmkeims EHEC ist wohl ein Thema, das uns alle in den letzten Tagen und Wochen auf Trab gehalten hat. Die Verunsicherung der Verbraucher ist immens, sind doch die Meldungen über dioxinverseuchte Eier oder Uran im Trinkwasser noch nicht ganz verdaut. So mancher von uns stand also ratlos vor den vollen Regalen im Geschäft und fragte sich »darf ich das nun essen, oder sollte ich vorsorglich darauf verzichten?« Frische Salate, Tomaten und Gurken wandelten sich regelrecht zu Ladenhütern in den Supermärkten, erst seit Aufhebung der Verzehrwarnung greifen die Konsumenten bei Gemüse wieder zu. Die Umsatzeinbußen deutscher Landwirte durch die Verzehrwarnungen sind allerdings dramatisch, war doch der Imageverlust der Erzeugnisse gewaltig. In Kempten und dem Oberallgäu führte das Gesundheitsamt drei Infektionsfälle, jedoch alle zum Glück nicht mit schwerem Verlauf. Die Infektionsgefahr flacht allmählich ab, die Herkunft der Erreger ist endlich erforscht. Der wirtschaftliche Schaden jedoch wird noch eine ganze Weile spürbar bleiben. Ein weiteres heiß diskutiertes Thema der letzten Wochen ist das Milliardenprojekt Atomausstieg. Wie teuer wird der Strom ohne Kernkraft werden? Bis heute kann diese Frage niemand so richtig beantworten. Die Liberalisierung des Strommarktes 1998 sollte eigentlich eine Senkung der Strompreise bewirken. Laut Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes stieg jedoch der Strompreis für Privathaushalte seit damals um über 57 Prozent, nicht zuletzt aufgrund gestiegener Steuern und Abgaben. Die halbstaatliche Energieagentur Dena, ein Beratungsinstitut für Staat und Energie-

konzerne, prognostiziert den Verbrauchern einen Anstieg des Strompreises wegen des Atomausstieges bis 2022 um 20 Prozent. Die Stromgewinnung aus Sonne, Wind und Gas gewinnt zunehmend an Bedeutung. Bayern plant eine Verzehnfachung des Anteils an Windenergie, eine der größten Quellen an erneuerbarer Energie. Doch nach wie vor ist der Widerstand in zahlreichen Kommunen groß, viele Bürger im Allgäu befürchten, dass die Energiewende vor allem zulasten der Landschaft geht. Dementgegen steht jedoch, dass jede in der Region erzeugte Kilowattstunde Windstrom den Einsatz von Kohle und Erdgas reduziert und ein Stück unabhängiger vom Import macht. Sie haben Ihre eigene Meinung zu dem Thema? Dann schreiben Sie uns doch – zu diesem, oder auch einem anderen Thema – gerne Ihre Ansichten: info@ttverlag.de Regionale Geschichten aus der Wirtschaft, mit all ihren Facetten und Hintergründen, Menschen und Gesichtern präsentieren wir ihnen auch in dieser Ausgabe des »Allgäuer Wirtschaftsmagazins«. Wer steckt hinter dem großen Begriff »Wirtschaft« im Allgäu? Wir möchten Sie einladen, Unternehmer, Firmen und Marken im Allgäu näher kennenzulernen und stellen Ihnen die Vielfalt unserer Region in abwechslungsreichen Firmenportraits vor. Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre Ihre

Thora Engstler (Redaktion) 3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3


Inhalt 8

Perfektion und Präzision

Ein kreativer Pioniergeist, ein Beruf, von der Pike auf gelernt und mit Leidenschaft ausgeübt, Träume, Ideen und Visionen, dazu Mut, Fleiß und Ausdauer – aus diesen Eigenschaften entwickelte sich in Heimertingen ein weltweit anerkanntes Maschinenbau-Unternehmen.

12

Gas-Handling

Keiner hat das Unternehmen DILO Babenhausen in den letzten Jahrzehnten so geprägt wie Josef Probst, Gesellschafter der DILO-Gruppe. Im Juli feiert man 60-jähriges Firmenbestehen und 50 Jahre Standort Babenhausen.

16

Generalunternehmer

Vom Spezialtiefbau bis zur Holzkonstruktion, von Energiekonzepten bis zu hochwertigen Fenstern: der Vorarlberger Standortentwickler und Generalunternehmer i+R Schertler-Alge ist für seine Kompetenz bekannt.

20

Kontraktlogistik

Um Endverbrauchern gefüllte Regale zu garantieren, bedarf es logistischer Höchstleistungen, die die internationale Spedition Lebert aus Kempten bietet.

24

Ein ewiger Kreislauf

Die Inbetriebnahme des Wasserkraftwerks Faltenbach in Oberstdorf steht kurz bevor, dann läuft die neue Wasserturbine an der Trettach das erste Mal auf Hochtouren.

29

Starker Verbund

Die Firmen Image Wartung, Asmotec und Stammplus sind alle mit ihrem Namen am Markt bekannt. Intern arbeiten alle drei Unternehmen zusammen und bieten gemeinsam ein riesiges Portfolio an.

32

Kunststoff-Spezialisten

Was aber haben zwei Allgäuer Unternehmen mit der italienischen Edelkarosse Lamborghini zu tun?

4 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

36

WIRTSCHAFT und LEBEN im Allgäu Gebäudesanierung

»Wir wollen begeisterte Kunden!«, lautet die Philosophie der Robert Metzler GmbH. Die traditionsreiche Zimmerei und Schreinerei aus Blaichach blickt nun in dritter Generation auf über 60 erfolgreiche Jahre zurück.

38

Einsatz im All und in der Tiefsee

Die Dr. Werner Röhrs KG in Sonthofen gilt als Spezialist für Stahlverformung und Federtechnik. Hier werden Federn entwickelt, konstruiert und produziert, die extremsten Beanspruchungen standhalten müssen.

40

Hightechpapier aus dem Allgäu

Weiß ist nicht Weiß. Die Firma Technocell Dekor in Günzach produziert weißes Dekorpapier in bis zu 250 verschiedenen Farbnuancen. Der Laie mag mit bloßem Auge vielleicht keinen Unterschied erkennen, der hochqualifizierte Papiertechnologe sehr wohl.

42

Energie, die der Himmel schickt

Ein vor mehr als hundert Jahren gegründetes Sägewerk, angetrieben durch umweltfreundliche Wasserkraft, bildete den Grundstein der Firma »Anna Wiblishauser«. Der Name wurde, im Gedenken an die Begründerin beibehalten.

46

Den Dreh raus

Wie man ein Geschäft aus dem Nichts heraus starten kann, zeigt die Firma FBR Facondrehteile GmbH in Kirchhaslach. Die Unterallgäuer stellen einbaufertige Komponenten für den Maschinenbau, die Antriebs- und Landtechnik sowie den Armaturen- und Fahrzeugbau her.

50

Holztechnik

Mit geschmackvollen Möbeln oder unseren Lieblingsstücken bereichern wir das Innenleben unserer Räume – mit einem Stück individueller Lebensqualität, mit Ideen, die Nutzen, Schönheit und Wohlbefinden bieten. Auger Holztechnik in Marktoberdorf bietet solche Stücke.

52

Vorrichtungen

Die Firma Haff und Schneider mit Sitz in Nesselwang ist ein kompetenter Anbieter kompletter Systemlösungen und hochwertiger Endprodukte der Feinwerktechnik.

54

Küchenwelt

Eine Küche plant man nicht mal auf die Schnelle, sondern nimmt sich lange Zeit dafür. Seine ganz persönliche Traumküche findet garantiert jeder in der neuen Küchenwelt Depprich in Kaufbeuren.

56

Wohnungsgestaltung

Mit einer breiten Auswahl, handwerklichem Können und Know-how steht das Team des Müller Fachzentrums Raum und Farbe in Immenstadt in Sachen Farben, Stoffe, und Bodenbeläge anspruchsvollen Kunden zur Seite.

58

Ökologisch heizen

Ressourcen-schonende Heiztechniken sind auf dem Vormarsch. Einer ihrer Wegbereiter ist die Wilhelm Huber GmbH in Burgberg, die sich seit vielen Jahren für umweltverträgliche Heiztechnologien stark macht – jetzt in neuen und deutlich erweiterten Räumlichkeiten.

60

Immobilienmanagement

Die Immobilien-Management-Firma k+s real estate betreut mit ihren Partnerfirmen über 4000 Objekte im süddeutschen Raum, in Sachsen, Thüringen und im Großraum Berlin.

64

Holzbau

Schon mehrfach wurde Zeh Holzbau für seinen virtuosen Umgang mit dem Traditionsbaustoff Holz ausgezeichnet. Im Frühjahr erhielt das Unternehmen eine Anerkennung zum bayerischen und erst kürzlich eine Anerkennung zum deutschen Holzbaupreis für das gewerbliche Objekt »ITWerkstatt in Maierhöfen«.


66

Wasserschadenbehebung

Ob durch Naturgewalten, technische Defekte oder veraltete Leitungen hervorgerufen, Wasserschäden an Häusern oder Wohnungen kommen innerhalb kürzester Zeit. Dann ist das Team von Brawas in Waltenhofen gefragt.

68

Rasende Optikerin

Daniela Rimmel aus Friesenried kommt in jeden Winkel des Allgäus. Die »rasende« Optikerin fährt zu den Menschen, die eher selten in die Stadt kommen.

70

Uriges Wirtshaus

Gastronom Martin Knie und sein Sohn Christian haben mit dem Umbau des Kastaniengartens in die Alp-Villa in Buchloe einen gemütlichen Stadl mit alpenländischem Flair geschaffen.

72

Schokolade

Wer Schokolade der besonderen Art verschenken möchte, sollte nach Lindau ins Café Vogler fahren. Dort gibt es nicht nur handgeschöpfte Schokoladen nach Rezepturen der Chefin. Das Gesamtkunstwerk vervollständigt eine Verpackung von höchst künstlerischer Qualität.

76

Sportarena

Sport verbindet, weckt Leidenschaft und Emotionen. Dasselbe versucht die Werbung bei der Vermarktung von Produkten zu erzielen. Wenn beide Disziplinen zusammenarbeiten, entsteht ein perfektes Zusammenspiel. Mit dem Spatenstich der neuen werbe blank sports arena in Sonthofen beginnt das sportliche Heimspiel für die Region.

80

Arbeitssicherheit

Menschliches Leid durch Unfälle in der Arbeitswelt zu verhindern, rechtliche Sicherheit aller Verantwortlichen im Betrieb zu schaffen und ökonomisch wichtige Voraussetzungen in Bezug auf die Arbeitssicherheit zu gewährleisten, sind drei Intensionen der Firma secum in Kempten.

84

Autohaus

Martin Waibl, der Geschäftsführer des Mercedes-BenzAutohauses Waibl in Bad Wörishofen weiß, dass »MercedesKunden emotionaler sind, was das Auto betrifft, und anspruchsvoller, was die Betreuung angeht«.

86

Rollladen

Vor fünfzig Jahren, als das Zweigwerk von »Rolladen Schmidt« in Durach gegründet wurde, war ein Rollladen nur ein Rollladen, aus Holz, gedacht als Sicht- und Sonnenschutz. Die vielfältigen Variationen, die heutzutage möglich sind, konnten damals kaum erahnt werden.

88

Innenausbau

Ob elegant, ländlich oder modern – Räume spiegeln die Persönlichkeit ihrer Bewohner. Wer besondere Anforderungen stellt, findet mit Möbel und Innenausbau Köllmayer in Kalzhofen einen erfahrenen Partner.

90

Grünes Investment

Ökologisches Engagement liegt im Trend, ebenso wie alternative Kapitalanlagen. Für Unternehmen zählt bei allem Umweltbewusstsein auch der ökonomische Nutzen. Dass sich diese beiden Aspekte nicht ausschließen müssen, zeigt Miller Forest Investment in Schlier.

92

Gläserne Vielfalt

Glasstangen aus verschiedenen Glashütten sind das Ausgangsmaterial für unterschiedlichste »gläsernen« Produkte, die das Familienunternehmen Friedrich Seibt Glaswarenfabrikation seit fünf Generationen erfolgreich anbietet.

94

Privatklinik

Oft verbirgt sich mehr hinter dem Gefühl, überlastet und ausgebrannt zu sein eine Depression. In der Privatklinik Stillachhaus in Oberstdorf setzt man auf die tiefenpsychologisch fundierte psychodynamische Psychotherapie.

98

Bausicherung

Das Thema Sicherheit und Bausicherung mit Netzen ist beim Neubau, Umbau oder der Sanierung längst nicht mehr wegzudenken. Zu den Experten auf diesem Gebiet zählt die Ahlfänger GmbH in Wolfegg.

101 Gerätebau und Gravuren Es mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen, das Unternehmen Enig, Gerätebau und Gravuren, und den Optik-Meisterbetrieb »Tamara« unter einem Dach unterzubringen. Abgesehen von den Familienbanden, sind es die Liebe und Leidenschaft zu Präzision und Perfektion, das technische Verständnis und Fingerspitzengefühl, das die Firmeninhaber verbindet.

104 Behindertenarbeit Die Allgäuer Werkstätten GmbH in Kempten ist eine Einrichtung der Lebenshilfen Kempten und des südlichen Landkreises Oberallgäu. Seit ihrer Gründung im Jahre 1975 ist es ihr gelungen, die Arbeit der Menschen mit Behinderung in der Mitte der Gesellschaft zu verankern.

108 Kommunaltechnik Sie prägen, meist im orangefarbenen »Kleid«, das alltägliche Bild der Straßen: Schneeräumfahrzeuge, Kehrmaschinen und Straßen-Waschfahrzeuge.

110 Spedition und Logistik In Sekundenschnelle kommunizieren Menschen auf der ganzen Welt miteinander. Waren und Güter werden rund um den Globus verschickt. Herausforderungen für Speditionen und Logistik-Dienstleister wie das Unternehmen »Der flinke Fink« in Bad Grönenbach.

112 Denkfabrik Kleine Betriebe reagieren flexibel auf neue Anfragen. Das stellt der mittelständische Betrieb Gruß & Janata aus Kaufbeuren, Spezialist für Werkzeug und Formenbau, täglich unter Beweis.

114 Projektplanung Die Gaschler Projektplanungs GmbH in Hergatz steht seit 20 Jahren für professionelle Immobilienentwicklung schlüsselfertiger Handelsimmobilien und von Gewerbeobjekten.

116 Höhentraining Durch dünne Luft zum Trainingserfolg – so funktioniert das Konzept der Sonthofer Praxis Höhentraining.

118 Entspannung Den Alltag hinter sich lassen im Bio-Hotel Oswalda-Hus in Riezlern: Kulinarische Köstlichkeiten, das energetische Ambiente, therapeutische Klangmassagen sowie Massageund Kosmetikbehandlungen tun Körper und Seele gut.

120 Zimmererhandwerk Holz kann Jahrhunderte überdauern. Dass auch Betriebe über mehrere Jahrhunderte fortbestehen, kommt nicht allzu häufig vor. Zu den Traditionalisten dieser Art gehört die Zimmerei Hölzle in Erkheim.

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 5


WIRTSCHAFT und LEBEN im Allgäu 122 Landschaftsbau

148 Zeitlose Tradition

Ob Winterdienst oder Erdbewegungen – Landschaftsbau Stetter in Obermaiselstein ist mit einem beachtlichen Fuhrpark gerüstet für jeden Einsatz.

Ein Stück »Zeit-Geschichte« zeigt derzeit die von Juwelier Wollnitza iniziierte Sonderausstellung der »Füssener Uhren und Uhrmacher«

124 Stoff für Werbung

150 Full-Service

Nahezu jedes Trägermaterial kann im Werbehaus Wangen bedruckt werden. Eine seiner besonderen Stärken ist der Textildruck – speziell der großformatige.

Die Beratungsgruppe Penke Heinze Ketterl bietet umfassende und interdisziplinäre Beratungen im Bereich Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und Rechtsberatung.

127 Weltweit helfen

154 Werbeprofis

Die Hilfsorganisation humedica in Kaufbeuren und das IT-Systemhaus Wölfle in Dietmannsried sind eine ungewöhnliche Partnerschaft eingegangen.

Die Experten von »Fotografie, Grafikdesign, Werbeagentur Schmid und Keck« aus Burgberg sind erfahrene Allrounder.

130 Biotechnologie Seit über 40 Jahren ist Dr. Axel Kirsch auf dem Gebiet der zahnärztlich-chirurgischen Implantologie und der PeriImplantat-Prothetik tätig. Die von ihm gegründete LOGON Patentverwertungs-Verwaltungs GmbH hält Beteiligungen an Unternehmen, die wissenschaftlich und entwickelnd in der Biotechnologie tätig sind.

138 Integrierte Kommunikation Gute und erfolgreiche Werbung und Kommunikation funktioniert durch die richtige Vernetzung elektronischer und gedruckter Medien. »Wir schaffen genau diesen crossmedialen Sprung«, sagt Andreas Tanner, Geschäftsführer der Full-Service-Agentur Tanner Werbung in Nesselwang.

140 Gaumenfreuden Michelin-Stern: Ludger Fetz und seine Frau Margret Bolkart-Fetz freuen sich über eine weitere Auszeichnung für ihr Restaurant Maximilians.

142 Nicht nur für Frauen 2009 brachte die Privat-Brauerei Zötler in Rettenberg ihr alkoholfreies Weizen auf den Markt, ein Jahr später folgte das alkoholfreie Bier. Beide Produkte erfreuen sich großer Beliebtheit.

144 Steuerberatung Die Steuerkanzlei Optima Treuhand- und Steuerberatungsgesellschaft mbH aus Oberstdorf legt Wert auf eine lebensnahe und leicht verständliche Beratung ihrer Mandanten.

146 Elektronik für den Kanal Die Systemlösungen für die TV-Kanal-Inspektion des Oberstdorfer Unternehmens PS professional solutions hard& software sind weltweit im Einsatz.

156 Bankwesen Vom Bäcker bis zum international tätigen Industriebetrieb spiegelt die Kundschaft der Allgäuer Sparkassen die gesamte Vielfalt der heimischen Wirtschaft wider. In der langen Zeit ihres Bestehens sind die Kreditinstitute zusammen mit den Unternehmen der Region gewachsen.

160 Autohaus Zehn Jahre Volkswagen Zentrum und Audi Zentrum in Kempten, das war für die Seitz-Gruppe Anlass zu einem festlichen Abend mit den Mitarbeitern.

161 IT Sind ITler langweilige Menschen, die sich über Bits und Bytes unterhalten können? Wenn man Holger Neuner und Stefan Peters kennenlernt, weiß man: nein. Beide sind Geschäftsführer von talindo, der Agentur für Internetlösungen und Intranetsysteme in Weitnau.

164 Sportsponsoring Sponsoring ist im Sport nicht mehr wegzudenken, da ohne die finanzielle Unterstützung viele Veranstaltungen und Wettkämpfe gar nicht stattfinden könnten.

167 Tipps von den Profis 77 % der Deutschen haben kein Testament, 20 % ein mangelhaftes und nur 3 % ein korrektes Testament.

168 Ihr Recht im Alltag Ein Unternehmen hat seine Leistung erbracht und stellt dem Kunden eine Rechnung, aber dieser zahlt nicht. Was soll man tun?

171 Wirtschaftsmeldungen in Kürze 178 Impressum

Gewinnen Sie … Lust auf Schlemmen? Gewinnen Sie einen genussreichen Abend im Restaurant Maximilians in Oberstdorf und lassen Sie sich mit einem Gourmet-Menü verwöhnen! Mehr dazu auf Seite 140.

6 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


DRES. H EIG L , H ETTICH & PA RTN ER Mediz inis c hes Ver s or gungs z ent r um K em pt en-Allgäu

Unsere Ärzte

Unsere Kernkompetenzen

Dr. med. Franz Heigl

liegen in der Diagnostik, Therapie, Prävention und Rehabilitation von

Internist Kardiologe Nephrologe Hypertensiologe-DHL Lipidologe-DGFF

Dr. med. Reinhard Hettich Internist Kardiologe Pneumologe/Allergologe Hypertensiologe-DHL

PD Dr. med. Norbert Lotz Internist Diabetologe Endokrinologe Hypertensiologe-DHL

Dr. med. Harduin Reeg Internist Kardiologe Diabetologe DDG Hypertensiologe-DHL

Dr. med. Bernadette Eder Internistin

Dr. med. Karin Steckholzer-Kroth Internistin Sportmedizin Tauchmedizin

• Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen (Kardiologie) • Lungen- und Bronchialerkrankungen (Pneumologie/Allergologie) • Diabetes und Hormonstörungen (Diabetologie • Endokrinologie) > Therapie sämtlicher Diabetesformen und Diabetesfolgeschäden > Diabetesschulungen und Ernährungsberatung • Nieren- und Bluthochdruckkrankheiten (Nephrologie • Hypertensiologie) > alle Dialyseverfahren > diverse Aphereseverfahren zur Blutfettwäsche und zur Behandlung spezieller, anderweitig therapieresistenter Erkrankungen wie z. B. Hörsturz, altersabhängige Makuladegeneration, rheumatoide Arthritis, diabetisches Fußsyndrom und Multiple Sklerose

Dr. med. Michael Browatzki Internist Kardiologe Nephrologe Hypertensiologe-DHL

Dr. med. Kerstin Harre

zusätzlich bieten wir an

Internistin Kardiologin Pneumologin

• Leistungsdiagnostik und Trainingsplanung für Patienten mit chronischen Erkrankungen sowie gesunde Sporteinsteiger und ambitionierte Sportler

Dr. med. Meinolf Serafin Internist Kardiologe Sozialmedizin

• Gesundheitschecks zur individuellen Vorsorge

Dr. med. Dorothea Schupp Internistin Nephrologin Diabetologin DDG Ernährungsmedizin

Robert-Weixler-Straße 19 | 87439 Kempten | Tel 08 31-1 01 10 www.mvz-kempten.de | info@mvz-kempten.de Unsere Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 7.00 bis 21.00 Uhr | Freitag 7.00 bis 14.00 Uhr


Schweißtischsysteme

NC Rundtische

8 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

Werkzeugwechselsysteme


Ein kreativer Pioniergeist, ein Beruf, von der Pike auf gelernt und mit Leidenschaft ausgeübt, Träume, Ideen und Visionen, die zum Lebensinhalt werden, dazu eine gehörige Portion Mut, Fleiß und Ausdauer – alles Eigenschaften und Voraussetzungen, die einen über Jahrzehnte erfolgreichen Unternehmer ausmachen. Aus einer kleinen Dreherei entwickelte sich dadurch ein weltweit anerkanntes MaschinenbauUnternehmen.

ein Motorrad hat Ludwig Demmeler verkauft und sich von diesem Geld die erste Drehmaschine angeschafft, die in der heimischen Garage Platz fand. Das war 1961. Ein Jahr später war die Fertigung von präzisen Drehteilen, damals noch als reine Lohnfertigung, bereits in vollem Gange. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Schon 1966 wurde die erste große Halle gebaut, Fertigungsschwerpunkt: Drehteile und Bohrwerksarbeiten. Das heutige Betriebsgelände der »Demmeler Maschinenbau GmbH & Co. KG« misst 35 000 Quadratmeter, die Hallenfläche 10 000 Quadratmeter. Als einer der größten Meilensteine in der Erfolgsgeschichte der »Demmeler Maschinenbau GmbH & Co. KG« kann sicher-

S

lich die Entwicklung der als Jahrhunderterfindung geltenden »3D-Schweißtischsysteme« bezeichnet werden. Aus vielen weiteren Produkten, die ursprünglich für den Eigenbedarf konstruiert wurden, entstanden internationale Patente, die heute aus dem Stahlbau rund um den Globus nicht mehr weg zu denken sind. Eine Reihe von Preisen wie etwa der »Bayerische Staatspreis« und der »Deutsche Bundespreis« wurden Demmeler schon verliehen. Erst in diesem Jahr wieder überreichte Ernst Burgbacher, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, an Johannes Demmeler, geschäftsführenden Gesellschafter, den »Deutschen Bundespreis für hervorragende, innovatorische Leistungen für das Handwerk«. Ausgezeichnet wurde 2011 damit zum Beispiel das neueste Highlight der Demmeler Entwicklungs-

Manipulatoren

abteilung, der Manipulator Ergonomix M. Da Arbeiten in jeder idealen Position und Höhe möglich sind, bieten diese Manipulatoren einen präventiven Arbeitsschutz, dadurch mehr Sicherheit am Arbeitsplatz, höhere Wirtschaftlichkeit und somit eine verbesserte Qualität in der Produktion. Ein besonderes Merkmal der Produktfamilie Ergonomix und einzigartig auf dem Markt ist der Schwenkbereich bis 180 Grad. Starke Säulen Das Unternehmen Demmeler stützt sich auf verschiedene starke Säulen. Eine davon ist nach wie vor die Auftrags- und Lohnfertigung. Für die Kunden ergeben sich daraus gleich mehrere Vorteile. Sie müssen nicht selbst in einen aufwendigen Maschinenpark investieren, können schwankendem Kapazitätsbedarf optimal vorbeugen und erhalten darüber hinaus hochwertigste Qualität ihrer Produkte. Bis ins kleinste Detail hochpräzise Bauteile für den Maschinen-, Anlagen- und Werkzeugmaschinenbau werden bei Demmeler mithilfe modernster Techniken hergestellt: von kleinen und mittelgroßen Dreh- und Frästeilen bis zu Basiskomponenten für Werkzeugmaschinen mit Abmessungen bis zu 16 Meter Länge, einem Stückgewicht bis 50 Tonnen und Toleranzen im µ-Bereich. Leistungsstarke 3D-Koordinatenmessmaschinen, moderne Lasermess-Systeme und optische Prüfeinrichtungen kommen hier ebenfalls zum Einsatz. Die Erfindung der 3D-Schweißtischund Spannsysteme hat »den Vorrichtungsbau revolutioniert« und Demmeler seit dem Jahr 1990 zum Marktführer gemacht. Überall, wo geschweißt, montiert, bearbeitet und gemessen wird, ist dieses modulare Baukastensystem kaum mehr zu ersetzen. Arbeitsflächen können, je nach individuellem Bedarf, stabil konzipiert werden und halten hohen Belastungen stand. Spannvorrichtungen lassen sich bereits im Vorfeld virtuell mittels CAD erstellen, sind also jederzeit wieder aufrufbar und somit auch für die Serienproduktion von Werkstücken reproduzierbar. 3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 9


Hochwertige Schweißtische

10 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

Bei den so genannten Dreh- und Drehverschiebetischen (NC-Rundtischen) setzt Demmeler seit 2005 dank des einzigartigen, modularen und äußerst robusten Aufbaus auch hier Maßstäbe. Die hydrostatische Lagerung ermöglicht es, Tische oder wälzgelagerte Rundtische mit 500 Tonnen Tischbelastung herzustellen, die auch mit Linearachse möglich sind. Weitere Sonderoptionen und kundenspezifische Anforderungen können zudem perfekt umgesetzt werden. Ob Neigetische, die bei der Fertigung von Windkraftanlagen eingesetzt werden, Schwenktische, in die Teile liegend gespannt und horizontal bearbeitet werden können oder Karusselltische zum Drehen und Schleifen – Demmeler bietet stets die optimale und individuelle Lösung. Die »Werkzeugarena« von Demmeler gehört seit mehr als zehn Jahren zu den beliebtesten Werkzeuglager- und -wechselsystemen für Großmaschinen auf Roboterbasis am Markt. Höchste Anforderungen an Anzahl und Gewichte der Werkzeuge bei gleichzeitiger Flexibilität erfüllt sie spielend. Bis zu 750 unterschiedliche Werkzeuge können Demmeler-System aufnehmen und in Rekordzeit verfügbar machen. Neu im Programm ist dabei die »Demmeler Kompaktarena« mit geringem Platzbedarf und einem Segmentradius von ca. 1 600 Millimetern. Die Manipulatoren »Demmeler Ergonomix M« und »Demmeler Robotix LP«, die Ende 2010 das erste Mal auf der Stuttgarter AMB-Messe vorgestellt wurden, ermöglichen »Schweißen in Optimalposition«, das heißt auch: einfaches Positionieren mit gro-

ßem Arbeitsraum. Bauteile bis 16 Tonnen können, je nach Ausführung, dabei geschweißt werden. Der »Robotix LP« ist auch für die Anbindung an einen Schweißroboter geeignet. Die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung schafft eine effizientere und fehlerfreiere Arbeitsausführung und schützt somit das Personal vor gesundheitlichen Schäden, indem zum Beispiel eine einseitige Belastung des Körpers, speziell der Wirbelsäule, vermieden wird. Auch ist sich Johannes Demmeler, wie sein Vater vor ihm, seiner Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst. So leistet Demmeler zudem einen wichtigen Beitrag zum Erhalt von Umwelt und Natur durch ein besonderes Know-how und langjährige Erfahrung in der Fertigung von Komponenten im Bereich »erneuerbare Energien«. Für die rationelle Fertigung von Windkraftnaben kommt, wie schon erwähnt, ein patentierter Dreh-Verschiebetisch mit spezieller Neigetechnik zum Einsatz. Starkes Team Über 200 hochmotivierte und bestens ausgebildete Fachkräfte arbeiten täglich mit am Erfolg der Demmeler GmbH & Co. KG. Dabei legt Johannes Demmeler größten Wert auf die Ausbildung des »eigenen Nachwuchses an kompetenten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen«. Gute Fachkräfte aus unter-


Preisverleihung Bundespreis 2011

schiedlichen Bereichen sind ihm stets willkommen. Ob in der mechanischen Fertigung, Stahlbau, Entwicklung und Konstruktion, Qualitätssicherung, Vertrieb … die Möglichkeiten, den geeigneten Arbeitsund Ausbildungsplatz (mit besten Zukunftsaussichten übrigens) zu finden, sind vielfältig. Eine komplette, sehr moderne Ausbildungsabteilung mit eigenen CNC-Maschinen und Schulungsräumen steht den Azubis zur Verfügung. Viele Spezialisten und Fachkräfte bei Demmeler haben ihre Karriere in der eigenen Ausbildungsabteilung begonnen – und das soll möglichst auch in Zukunft so bleiben. Denn, das Bestreben, be-

stehende Produkte, Abläufe und Verfahren permanent zu verbessern und neu zu entwickeln, sichert dem Team und dem Unternehmen stetig steigendes Wachstum. 50 Jahre Demmeler Maschinenbau – 50 Jahre ununterbrochene Erfolgsgeschichte: Kunden aus aller Welt schätzen und loben die einzigartige Qualität, Präzision und Perfektion, die von jeher Markenzeichen bei Demmeler waren und sind. Eine »Tradition«, die Johannes Demmeler gemeinsam mit seinem Team weiterhin aufrecht erhalten wird. Viele unterschiedliche Branchen werden dabei bedient: vom Anlagenbau bis zum Werkzeugbau, von der Automobiltech-

Sonderoptionen und kundenspezifische Anforderungen können perfekt umgesetzt werden.

nik bis zur Luftfahrt, von Baumaschinen bis zu Sondermaschinen, von Solar- bis Windkraftanlagen. Alles »Made im Allgäu« – darauf ist man bei Demmeler besonders stolz! Karin Bitsch

Demmeler Maschinenbau GmbH & Co. KG Demmeler Automatisierung & Roboter GmbH Alpenstraße 10, 87751 Heimertingen Telefon (08335) 9859-0, Telefax (08335) 9859-27 info@demmeler.com, www.demmeler.com

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 11


»Wir müssen schneller und besser sein als alle anderen«

Keiner hat das Weltunternehmen DILO Babenhausen in den vergangenen Jahrzehnten so geprägt wie Josef Probst, Gesellschafter der DILO-Gruppe, und die Erfolgsgeschichte entscheidend mitgeschrieben – der Tradition stets verpflichtet, und doch immer zukunftsorientiert auf Innovationen aus. Im Juli 2011 feiert DILO sein 60-jähriges Firmenbestehen und zugleich – sozusagen als Doppeljubiläum – 50 Jahre am Standort Babenhausen.

ILO ist heute der weltweit führende Hersteller auf dem Sektor des SF₆-Gashandlings, der rund 45 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet und etwa 240 Mitarbeiter beschäftigt, davon im Schnitt 30 Auszubildende. 75 Prozent des Umsatzes gehen in den Export. Zahlen, die sich sehen lassen können. »Konsequentes Denken und Handeln sind der Schlüssel zum Erfolg.« Getreu diesem Motto hat Josef Probst stets agiert und die Firmengeschicke mit Umsicht gelenkt.

D

So fing alles an … Die Ursprünge von DILO gehen auf das Jahr 1951 zurück. Als DILO-Gesellschaft Drexler & Co. KG in Augsburg gegründet, konzentrierte sich das Unternehmen zunächst auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von zwischen-DIchtungsLOsen Hochdruck-Rohrverbindungen auf metallischer Basis, für die das Unternehmen das Patent besaß. 1961 erfolgte schließlich der Umzug nach Babenhausen, wo zunächst weiterhin die Produktion der sogenannten »DILO«Verschraubungen« bis zu einem Druckbereich von 1 000 bar im Mittelpunkt stand. Nur ein Jahr später kam der damalige Maschinenbauer Josef Probst in die Firma. »Mit unseren Verschraubungen hatten wir den

12 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

europäischen Markt im Griff«, sagt er rückblickend. Doch Probst wollte mehr. Damals wie heute lautete stets sein Ziel: »Wir müssen schneller und besser sein als alle anderen.« Der große Durchbruch Anfang der 1960er Jahre hat Probst die komplette Gasversorgung für die erste SF₆-Gasisolierte Schaltanlage in Zürich installiert. »Ich war damals ein Dreiviertel Jahr in der Schweiz«, erinnert er sich. »Ich habe die damaligen Entscheider von der Dichtigkeit unserer Verschraubungstechnik überzeugt.« Die Verpflichtung lautete, dass maximal fünf Prozent Gas entweichen dürfen. »Wir haben


Verschraubungen und Ventile.

0,5 Prozent erreicht«, sagt er heute noch voller Stolz. »Das war ein Meilenstein in Richtung SF₆-Technik.« Der Einstieg in die SF₆Technik bedeutete für DILO den großen Durchbruch. »Ohne SF₆-Technik könnte man heute keine Stromversorgung mehr gewährleisten«, erklärt Probst.

über die Leitungen jagen, so groß wie ein Fußballfeld. Der Abstand zwischen den Leitungen musste mindestens 2,20 Meter betragen. Dank SF₆-Technik ist dieser Abstand auf elf Zentimeter geschrumpft. Die Lichtbögen, Blitze und Feuerwerke werden automatisch durch das SF₆-Gas gelöscht.

Was ist SF6? Doch was verbirgt sich eigentlich hinter SF₆? SF₆ ist die chemische Formel für Schwefelhexaflourid. Dieses Gas ist fünfmal schwerer als Luft, kann nicht explodieren, brennt nicht und hat beste Isoliereigenschaften. Das bedeutet: Früher waren die Hochspannungsschaltanlagen, bei denen 220 000 Volt

Weltweites Vertriebsnetz Neben der Entwicklung und Produktion machte sich Josef Probst daran, ein weltweites Vertriebsnetz aufzubauen, damals noch in einer Zeit ohne Internet und Handy. »Ich war schon froh, als ich die ersten Verträge mit China Anfang der 1980er Jahre nach Deutschland faxen konnte. Das war damals

»Ich war schon froh, als ich die ersten Verträge mit China Anfang der 80er Jahre nach Deutschland faxen konnte.«

Messgeräte für SF₆-Gas. 3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 13


BILD: KOBER

Josef Probst (links), geschäftsführender Gesellschafter der DILO-Gesellschaft Probst & Co. KG und langjähriger Geschäftsführer der DILO Armaturen und Anlagen GmbH in Babenhausen zusammen mit Manfred Malinowski, heutiger Geschäftsführer der DILO Armaturen und Anlagen GmbH

»Null Emission ist unsere Devise.«

Tag der offenen Tür

schon ein Komfort«, erinnert er sich. Heute ist DILO von Südafrika über Indien und Asien bis Südamerika mit 46 Vertretungen aktiv, die von Babenhausen aus betreut werden. In den USA ist für Nord- und Mittelamerika eine eigene Generalvertretung aufgebaut worden. Permanentes Wachstum durch neue Produkte, das Erschließen neuer Kundenkreise und verstärkte Exportaktivitäten machten 1987 die Aufteilung in zwei Gesellschaften notwendig: die DILO-Gesellschaft Probst & Co. KG Babenhausen als Besitzgesellschaft sowie DILO Armaturen und Anlagen GmbH, der Gesellschaft für Entwicklung, Produktion und Vertrieb.

Marktführer bei SF6-Armaturen Auch im Bereich der SF₆-Armaturen ist DILO Marktführer. »Es gibt fast keine Schaltanlage, die nicht mit DILO-Kupplungen ausgerüstet ist«, so Josef Probst. Diese hermetisch schließenden Kupplungen, tragen unter anderem dazu bei, dass kein SF₆-Gas, das zu den Treibhausgasen gehört, in die Umwelt entweichen kann. »Null Emission ist unsere Devise«, unterstreicht Josef Probst. Mess- und Servicegeräte von DILO leisten einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz, denn sie erlauben die vollständige Rückgewinnung ohne Gasverluste. Untermauert wird diese Aussage durch die

Das 60-jährige Firmenbestehen wird am 2. Juli mit einem Festabend mit Gästen aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik gefeiert. Die DILO-Mitarbeiter dürfen sich am 8. Juli auf einen speziell für sie abgehaltenen Mitarbeiterabend freuen. Am Sonntag, dem 10. Juli, schließlich ist die breite Öffentlichkeit zu einem »Tag der offenen Tür« eingeladen, bei dem sich Besucher einen detaillierten Einblick in das Unternehmen verschaffen können. DILO-Mitarbeiter stehen Besuchern in allen Abteilungen für Auskünfte zur Verfügung und informieren über Aktivitäten im jeweiligen Betriebsbereich. Gleichzeitig wird auch das neu entstandene Lager- und Bürogebäude zu besichtigen sein. Für Kinderspaß sowie das leibliche Wohl ist ebenfalls bestens gesorgt. Der »Tag der offenen Tür« beginnt um 10 Uhr und endet gegen 16 Uhr.

14 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


»Unsere eigenen Leute können überall eingesetzt werden, da sie jede Abteilung kennen.«

Dichtwirkung des DILO-Abdichtprinzips: 10-⁸ Millibar pro Sekunde entsprechen einer Leckrate von unter einem Kubikzentimeter in 30 Jahren! Ausbildung gehört zur Firmenphilosophie Mit 35 Mitarbeitern fing alles an, heute sind rund 240 bei DILO beschäftigt. »Ich habe bereits Anfang der 70er Jahre erkannt, dass wir in der Schlosserei, Dreherei und Montage Fachkräfte brauchen«, erklärt Probst. Und so ist eine wichtige Säule der Firmenphilosophie die Ausbildung. »Wir haben bis dato 226 Mitarbeiter ausgebildet.« Die Flexibilität der Arbeitskräfte spielt eine entscheidende Rolle. »Unsere eigenen Leute können überall eingesetzt werden, da sie jede Abteilung kennen.« Probst legt Wert auf eine qualitativ hochwertige Ausbildung. Deshalb ist DILO eine Kooperation mit der dualen Hochschule Heidenheim eingegangen, so dass im Unternehmen ein dreijähriges Studium zum Bachelor of Engineering absolviert werden kann. Mitarbeiter sind das große Kapital Josef Probst weiß, wie wichtig es ist, Fachkräfte, speziell in einem ländlichen Umfeld wie Babenhausen, an das Unternehmen zu

binden, insbesondere aufgrund der demografischen Entwicklung und des prognostizierten Fachkräftemangels. Doch der Firmengesellschafter plant alles mit großer Weitsicht: »Wir habe eine sehr junge Belegschaft mit einem Altersdurchschnitt von 36 Jahren.« Und die Fluktuation liegt quasi bei null. Probst erklärt stolz: »Die meisten bleiben nach ihrer Ausbildung bei uns.« Und so werden zu sämtlichen Betriebsfesten und Weihnachtsfeiern immer auch die Angehörigen eingeladen, um den DILO-Zusammenhalt zu stärken. Entwicklung und Forschung für die Zukunft Nicht nur die Mitarbeiterentwicklung, sondern auch alle anderen Bereiche plant Probst seit jeher vorausschauend. »Wir haben eine riesige Forschungs- und Entwicklungsabteilung, in die wir sehr viel investieren. Wenn man keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr wahrnimmt, ist man weg vom Fenster.« Damit Weiterentwicklung auch platzmäßig stets möglich ist, wird pünktlich zum Jubiläum ein neuer Bürotrakt und ein Lager fertiggestellt. Zwei große Grundstücke in angrenzender Nachbarschaft des DILO-Geländes sind bereits gekauft worden, um weiteres Wachstum si-

cherzustellen. Und auch die finanzielle Seite hat Probst stets mit Argusaugen im Blick: »Die Firma ist so ausgerichtet, dass wir die Wirtschaftskrise ohne jegliche Bankhilfe gemeistert haben. Das habe ich mir immer auf die Fahnen geschrieben, Rücklagen zu bilden, um sofort handlungsfähig zu sein. Wir brauchen keine Bank!« Mit Beharrlichkeit und Weitblick hat Josef Probst DILO zu dem gemacht, was es heute ist: ein Weltmarktführer. Carolin Kober

DILO-Gesellschaft Probst & Co. KG DILO Armaturen und Anlagen GmbH Frundsbergstraße 36 87727 Babenhausen Telefon (08333) 302-0 Telefax (08333) 302-52 info@dilo-gmbh.de www.dilo-gmbh.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 15


»Unsere Strategie heißt

Synergie und Partnerschaft«

Vom Spezialtiefbau bis zur Holzkonstruktion, von zukunftsorientierten Energiekonzepten bis zu hochwertigen Fenstern: der Vorarlberger Standortentwickler und Generalunternehmer i+R Schertler-Alge ist am Markt für sein breites Portfolio und seine Inhouse-Kompetenz bekannt. Mit dem Tochterunternehmen Dietrich Bau in Lindau und einer gemeinsamen Firma mit der Friedrich Bühler GmbH + Co. KG hat das engagierte Unternehmen aus Vorarlberg (A) auch im süddeutschen Raum ein Standbein.

16 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


Joachim Alge

»Qualitativ hochwertige Architektur ist mehr als die formal gefällige Gestaltung von Bauwerken.«

Günter Schertler

O

hne visionäres Denken, ohne Mut zu neuen Denkansätzen, ohne Wahrnehmung gesellschaftlicher Veränderungen gibt es keine Weiterentwicklung«, ist Geschäftsführer Günter Schertler überzeugt. Zusammen mit Joachim Alge führt er die Unternehmensgruppe i+R SchertlerAlge. Nach diesem Credo ist sie in der heutigen Form die Summe aus visionärem Denken und wirtschaftlichem Handeln. Das Unternehmen mit Sitz im österreichischen Lauterach hat eine mehr als 100-jährige Tradition. Als Wirkungsbereich sehen die Geschäftsführer einen Radius von 100 Kilometer um ihre Zentrale im Dreiländereck: das heißt, Österreich, Süddeutschland und die Ostschweiz. Als wichtigen Erfolgsfaktor sieht Geschäftsführer Joachim Alge zudem strategische Partnerschaften: »Neben unseren Fachbereichen im Haus haben wir einige Tochterunternehmen und Beteiligungen. Dadurch ergeben sich eine Vielzahl von Synergien und ein hohes Maß an branchenübergreifender Fachkompetenz.«

Power mal zwei beim Industrie- und Gewerbebau Was die Verbindung von Fachkompetenzen bewirkt, zeigt die Partnerschaft mit dem Stahlbauunternehmen Friedrich Bühler GmbH in Altensteig in Deutschland im Bereich Industrie- und Gewerbebau. Das daraus entstandene gemeinsame Unternehmen Schertler-Alge/Bühler GmbH realisierte zum Beispiel das Geschäftshaus Salone Nr. 04 in

Lindau, einen Gewerbebau samt Ausstellungsbereich mit einer Nutzfläche von fast 5000 Quadratmetern. Für den Auftraggeber, die Birk Verwaltungsgesellschaft bR bedeutete das, einen Partner von der Entwicklung, über die Planung bis zur Ausführung zu haben. Die Fachbereiche Tief- und Hochbau sowie Holzbau konnten bei der Umsetzung durch interne Kompetenz und damit ohne jeden Reibungsverlust abgewickelt werden.

Die Unternehmensgruppe i+R Schertler-Alge, Lauterach (A) • Bauträger und Generalunternehmer • Standort- und Projektentwicklung • Wohn-, Industrie- und Gewerbebau, öffentliche Bauten • Niederlassungen: Altensteig, Lindau/Deutschland, St. Margrethen/Schweiz, Vaduz/Liechtenstein, Wien/Österreich • 500 Mitarbeiter • Umsatz Gruppe: 200 Millionen Euro im Jahr 2009

Fachbereiche: • Hochbau • Tiefbau und Spezialtiefbau • Holzbau/Fassadenbau • Energie, Photovoltaik, Geothermie • Fenster- und Türenbau • Sanierung • Immobilien

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 17


»In unseren Projekten erbringen wir immer wieder den Beweis, dass sich trotz aller ökonomischer Zwänge qualitätsvolles Bauen verwirklichen lässt.«

Für den erfolgreichen Caravan- und Reisemobil-Hersteller in Europa, die Hymer AG in Bad Waldsee verwirklichte die Schertler-Alge/Bühler GmbH als Generalunternehmer das markante Hymer Museum. Eine außergewöhnliche Holzkonstruktion, welche die Experten von i+R Holzbau geplant und umgesetzt haben, gibt den zwei Baukörpern die Form vom Caravan-Fenstern. Das Ausstellungsgebäude mit einer Nutzfläche von fast 11 000 Quadratmetern öffnet im Juli seine Pforten. Bauträgerkompetenz am Bodensee Was im Stammhaus in Österreich gilt, wird auch in der Niederlassung in Lindau gelebt: Die seit 40 Jahren erfolgreich am Markt tätige Dietrich Bau GmbH in Lindau fungiert heute als Tochterunternehmen der Unternehmensgruppe i+R Schertler-Alge. Als Bauträger realisiert sie derzeit unter anderem den »Seepark in der Wasserburger Bucht« oder das Wohn- und Geschäftshaus »Am Köchlinweiher« im Lindauer Stadtteil Reutin mit dem Anspruch, modernen, umweltbewussten und lebenswerten Wohnraum zu schaffen. Beide Projekte sind kleinteilige Anlagen mit fünf beziehungsweise sechs Wohneinheiten pro Baukörper, die alle mit großzügi-

18 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

gen Sonnenterrassen oder Gartenanteilen ausgestattet sind. Zukunftsfähige Energielösungen sind für die Projekte der Unternehmensgruppe heute Standard: Sowohl am Seepark als auch am Köchlinweiher sorgen Wärmepumpen und Niedrigtemperaturfußbodenheizungen für umweltfreundliche Wärme aus erneuerbaren Energieträgern. Ökologie trotz ökonomischer Zwänge Für die Geschäftsführer Günter Schertler und Joachim Alge beginnt die Auseinandersetzung mit neuen Projekten bereits bei der städtebaulichen Betrachtung und geht über die ökologischen Aspekte des Bauens bis zu den einzelnen Bedürfnissen der zukünftigen Bewohner. »In unseren Projekten erbringen wir immer wieder den Beweis, dass sich trotz aller ökonomischer Zwänge qualitätsvolles Bauen verwirklichen lässt«, freut sich Günter Schertler. Die vielschichtige Auseinandersetzung mit dem ema Architektur bringe den Kunden den bestmöglichen Nutzen und integriere hohe Anforderungen an die Bauökologie. Um den hohen architektonischen Anspruch umzusetzen, arbeitet i+R SchertlerAlge mit renommierten Architekten zusammen. »Qualitativ hochwertige Architektur ist mehr als die formal gefällige Gestaltung


von Bauwerken«, definiert JoachimAlge seinen Anspruch. Durch die Zusammenarbeit mit national und international anerkannten Architekten, die neben ihrer künstlerischen Qualität auch viel Erfahrung und Wissen mitbringen, gelinge so »ein Blick über den Tellerrand hinaus«. Zukunftsorientiert: Umweltfreundliche Energielösungen Verantwortung übernimmt das Unternehmen auch, wenn es ums ema Energie geht: Mit der Gründung eines eigenen Geschäftsbereichs »energie« setzt i+R Schertler-Alge ein klares Signal: Weg von fossilen Brennstoffen, hin zu energieautonomen Gebäuden. So lautet die Philosophie, die bereits heute in vielen Projekten umgesetzt wird. Das Unternehmen setzt dabei vor allem auf Photovoltaik und Geothermie. So errichtete die i+R energie für die Firma Fischer Recycling in Lindau eine Photovoltaikanlage mit einer Energieleistung von zirka 85 000 Kilowattstunden pro Jahr. Mit ihrem Expertenwissen standen die Mitarbeiter von i+R energie von der Planung der Anlage bis zur eigens dafür entwickelten

und patentierten Unterkonstruktion als Partner zur Verfügung. Kurz vor der Fertigstellung steht darüber hinaus eine Biogasanlage im oberschwäbischen Backnang. Die von der Kommune betriebene Bioabfallbehandlungsanlage mit einer Jahresdurchsatzleistung an Bioabfallstoffen von 40 000 Tonnen pro Jahr wird künftig das bei der Vergärung entstehende Biogas zur Energieerzeugung nutzen. In einer Arbeitsgemeinschaft mit der Axpo-Kompogas AG aus Zürich wurde das Projekt als Totalunternehmer umgesetzt. Das heißt, von der Planung und Entwicklung bis zur Ausführung. Freude und Verantwortung Gerade weil das Unternehmen seinen 100sten Geburtstag bereits hinter sich hat, gilt der Blick der Zukunft: »Mit unserem Tun leisten wir einen wesentlichen kulturellen Beitrag zur Gestaltung unseres Lebensraums. Wir tun es mit Freude und mit der Verantwortung, die ein Bauträger mit seinem Tun im öffentlichen Raum für die Gesellschaft hat«, sagt Günter Schertler, der seit beinahe 40 Jahren an der Spitze des Unternehmens steht. (xl)

»Mit unserem Tun leisten wir einen wesentlichen kulturellen Beitrag zur Gestaltung unseres Lebensraums.«

Nähere Informationen www.schertler-alge.at www.ir-energie.com www.dietrich-bau.com www.ir-b.com

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 19


Kontraktlogistik

bedeutet mehr als nur Lagern

Die richtigen Waren zur richtigen Zeit an die richtigen Orte zu bringen, mag vielleicht einfach klingen – ist es aber nicht. Um beispielsweise den Endverbrauchern den Luxus stets prall gefüllter Regale zu garantieren, bedarf es logistischer Höchstleistungen. Darüber hinaus gilt es, gerade im Lebensmittel- und lebensmittelnahen Bereich, eine Reihe von hygienischen Vorschriften und Qualitätsstandards einzuhalten – und dafür braucht es Spezialisten.

20 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


ie Lebensmittelskandale der letzten Zeit haben gezeigt, wie wichtig, ja, unerlässlich ein sorgfältiger und verantwortungsbewusster Umgang mit Lebensmitteln und vor allem auch lebensmittelnahen Produkten für die Gesundheit aller ist. »Selbst, wenn Lebensmittel korrekt gelagert wurden und die Transportkette vom Hersteller bis zum Endverbraucher reibungslos verläuft – was nützt Ihnen das, wenn der

D

Pappbecher oder die Verpackungsfolie für eben jene Lebensmittel in staubigen Lagerhallen herumliegen!«, erklärt André Biwer, Geschäftsführer des Unternehmens Franz Lebert & Co in Kempten. Die Lebert-Gruppe bietet über die herkömmlichen Speditionsaufgaben hinaus die ganze Palette der logistischen Leistungen, wobei eine stolze Reihe an Zertifizierungen nachgewiesen werden kann. Im Herbst 2010 wurde dem Un-

ternehmen zusätzlich das »IFS Logistic Standard Version 1-Zertifikat zur Lagerung und Vertrieb von Lebensmittelverpackungen und Bedarfsgegenständen« verliehen. »Auch für Lebensmittelverpackungen und nicht kühlpflichtige Lebens- und Zusatzmittel müssen hohe Qualitätsstandards erfüllt werden, die nur sehr wenige Speditionen und Logistik-Dienstleister in der Region vorweisen können,« ergänzt André Biwer.

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 21


»Auch für Lebensmittelverpackungen und nicht kühlbedürftige Lebens- und Zusatzmittel müssen hohe Qualitätsstandards erfüllt werden.« Mehr als nur Standard Logistik beinhaltet zwar auch den möglichst raschen Transport der Waren von A nach B, doch bedeutet sie weit mehr, nämlich eine integrierte Planung, die Organisation, Steuerung, Abwicklung und Kontrolle des Material- und Warenflusses mit einschließt. Dazu gehören ebenso Kommissionierung, Konfektionierung, Lagerung, Qualitätskontrollen und letztlich die Auslieferung. Unter Kontraktlogistik versteht man darüber hinaus eine langfristige Kooperation zwischen Hersteller und Logistik-Dienstleister, die durch einen entsprechenden Vertrag (Kontrakt) geregelt ist. Tätigkeiten wie zum Beispiel Sortieren, Bündeln, Packen, Kleben, Etikettieren, MHD- und Chargenverwaltung, temperaturgeführtes Lagern und vieles mehr sind

22 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

weitere Bestandteile der Logistik. Dabei garantiert Lebert als mittelständisches Unternehmen maßgeschneiderte, logistische Lösungen und Kundennähe, sprich: eine langfristige Betreuung durch ein und denselben Ansprechpartner. Jeder Kunde und Vertragspartner kann sich auf ein Maximum an Flexibilität und Qualität verlassen, denn hinter der Logistik von Lebert steht ein weltweites Partner-Netzwerk (CargoLine/Lebert Navis). »Um die Sicherheit von Lebensmitteln und Verbrauchern zu gewährleisten, genügten uns die üblichen Qualitätssicherungen nach DIN EN ISO nicht,« versichert Roland Reiß, Leiter der Logistik-Abteilung bei Lebert. »Um den hohen Ansprüchen und Erwartungen der Kunden gerecht zu werden, verpflichtet sich unser ganzes Team


»Unser ganzes Team verpflichtet sich, nach dem IFS Logistik Standard, zu arbeiten und zu handeln.« nach dem derzeit höchsten Standard für die Lagerung von Lebensmitteln, dem IFS Logistik Standard, zu arbeiten und zu handeln.« Höchste Qualitätssicherung Der »International Food Standard« wurde auf Bestreben der Vertreter des europäischen Lebensmittel-Einzelhandels eingeführt. Er verpflichtet sowohl Hersteller als auch Spediteur und Logistikanbieter auf die Einhaltung höchster Grundsätze in Produktion, Lagerung und Vertrieb von Lebensmitteln, Lebensmittel-Zusatz- und lebensmittelnahen Produkten. Zu letzteren zählen zum Beispiel alle Lebensmittel, die nicht gekühlt werden müssen, vorverpackte Nahrungsmittel, Kindernahrung, Milchpulver,

Salze, Kräuter, Ingredienzen und, last but not least, sämtliche Lebensmittelverpackungen. Der IFS Logistic Standard stellt hier eine Garantie für eine komplexe und durchgängige »Supply Chain« (Lieferkette) vom Hersteller bis zum Endverbraucher dar – und höchste Sicherheit. Ob Hersteller, Einzelhändler oder Logistik-Dienstleister – jeder, der regelmäßig mit Lebensmitteln und lebensmittelnahen Erzeugnissen in Berührung kommt, erhält immer wieder unangemeldeten Besuch vom Gesundheitsamt und/oder Veterinäramt. Beim Unternehmen Franz Lebert & Co in Kempten blieb den Besuchern nur eines zu tun: Zufrieden und voll des Lobes von dannen zu ziehen. »Danke, Lebert!« Karin Bitsch

Franz Lebert & Co Internationale Spedition GmbH & Co. KG Dieselstraße 18 87437 Kempten Telefon (0831) 702-0 Telefax (0831) 702-295 info@lebert.com www.lebert.com 3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 23


Wieder im Fluss Die Inbetriebnahme des Wasserkraftwerks Faltenbach in Oberstdorf steht kurz bevor. In wenigen Wochen läuft die neue Wasserturbine im Ortsgebiet an der Trettach das erste Mal auf Hochtouren.

s ist ein ewiger Kreislauf. Wasser verdunstet an den Oberflächen der Meere, steigt als Wasserdampf in die Höhen auf, kondensiert dort wieder zu Wasser und regnet ab. Aus kleinen Regentropfen werden Bäche und Flüsse, die schließlich wieder ins Meer münden. Die Natur versorgt uns reichlich mit diesem Element fast überall auf der Erde, und das auch noch gratis. Die Kraft des Wassers wird seit Jahrhunderten von den Menschen genutzt, um Mühlen, Sägewerke oder andere technische Einrichtungen anzutreiben. Heute wird die kinetische Energie mittels Turbinen und Generatoren vorwiegend in elektrische Energie umgewandelt. Durch den natürlichen Wasserkreislauf wird das Wasser zu einem schier unerschöpflichen Energieträger. Eine Energiequelle, die auch der ansässige Energieversorger, die Energieversorgung Oberstdorf GmbH (EVO) für die Region gezielt einsetzt, und das schon seit über 90 Jahren. Ein echtes Vorbild für die Region. Jetzt soll in wenigen Wochen das neue Kraftwerk Faltenbach in Betrieb genommen werden. Die Pläne und die Umsetzung dafür hatten in der Vergangenheit immer wieder für Aufregung gesorgt. Deshalb sind die Eigentümer EVO sowie der Verein der ehemaligen Rechtler umso glücklicher, dass bald alles wieder im Fluss ist. Im Herbst 2007 wollte eine Initiative das Projekt mit einem

E

24 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


Die Kraft des Wassers wird seit Jahrhunderten von den Menschen genutzt, um Mühlen, Sägewerke oder andere technische Einrichtungen anzutreiben.

Es gibt einige gute Gründe für mehr Wasserkraft am Faltenbach: »Ja zur Nachhaltigkeit, ja zur Wasserkraft«

Bürgerbegehren stoppen. Der Gemeinderat startete daraufhin aber ein Ratsbegehren. Es antworteten schließlich zu wenig Bürger auf die Abstimmungsfragen. Die Mindestbeteiligung wurde verfehlt. Dem Neubau der Anlage aus dem Jahre 1928 stand damit nun nichts mehr im Wege: »Auch Wasserkraftanlagen kommen einmal in die Jahre und der Neubau war dringend erforderlich, denn die alten Leitungen waren korrodiert und freigespült », so EVO-Chef Peter Müller. Er ist seit 1999 als Geschäftsführer für den Energieversorger tätig und war sozusagen Neu-Initiator des Projektes. »Ich muss gestehen, die Anlage Faltenbach war sicherlich kein einfaches Bauvorhaben und wir mussten in den letzten Jahren und Monaten der Bauphase einige Stolpersteine überwinden,« erinnert sich Müller. Nicht nur kritische Stimmen der Umweltaktivisten machten den Bauherren immer wieder Sorge. Auch ein unvorhersehbares Naturereignis stoppte den Baufluss im Faltenbachtobel, noch bevor die Baukräne anrollen und die Baggerarbeiten überhaupt beginnen konnten. »Nachdem die Baustraße Ende 2009 errichtet worden war und wir im Frühjahr 2010 mit dem Neubau starten wollten, mussten wir leider feststellen, dass ein Teil der Zufahrtstraße zur Baustelle in knapp 1 100 Metern Höhe abgerutscht war,« berichtet Müller. Der starke Regenfall war

Kein Eingriff in unberührte Natur! Beim Faltenbach-Kraftwerk handelt es sich nicht um einen Neubau in unberührter Natur, sondern um die Erweiterung eines bestehenden Kraftwerks in einem bereits stark verbauten Bach. Ökosystem des Faltenbachs bleibt erhalten Die Baugesellschaft hält sich streng an die Vorschriften des limnologischen Gutachtens. Die Ökosysteme und der visuelle Erlebniswert sollen also erhalten bleiben. Keine Fahrstraße im Faltenbachtobel auf Dauer Die Bauzufahrt soll nach Fertigstellung der Baumaßnahmen komplett zu einem Wanderweg mit 1,50 Metern Breite zurückgebaut werden. Das Tiroler Wehr ist keine Staumauer! Das Tiroler Wehr soll in den Bachboden »versenkt« werden. Eine Staumauer gibt es nicht. Die Restwassermengen sind kontrollierbar Anzeigetafeln im Tal geben Auskunft über die aktuelle Restwassermenge und über die Stromerzeugung – zum jeweiligen Zeitpunkt und insgesamt. Wasserpotenzial besser nutzen Die alten Rohre des Kraftwerks sind alt und verkrustet. Der Verlust bei der Nutzfallhöhe ist enorm. Die Sanierung nutzt Ressourcen besser. Erweiterung ist wirtschaftlichste Lösung Nur bei einer Erweiterung des Kraftwerks stehen die Investitionen in einem guten Verhältnis zum Output. Die Anlage rechne sich, laut EVO-Chef Peter Müller, auch ohne staatliche Zuschüsse. Neues Kraftwerk stärkt Wirtschaftskraft Die zusätzlichen Erträge sollen auch der Gemeinde Zugute kommen.

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 25


»Wir tragen natürlich Sorge dafür, dass die Fläche des Hangrutsches wieder ordentlich renaturiert und begrünt wird.«

EVO Geschäftsführer Peter Müller.

Gemeindewerke Oberstdorf / Energieversorgung Oberstdorf GmbH

Wie alles begann: 1919

Gründung der heutigen Gemeindewerke Oberstdorf als Energieversorgungsunternehmen . Damals erwarb der Oberstdorfer Energieversorger sein erstes Wasserkraftwerk an der Oberen Mühle (erbaut durch den Oberstdorfer Hammerschmiedebesitzer Michael Besler)

1938

Übernahme der Wasserversorgung und Abrechnung – Namensänderung in »Elektrizitäts- und Wasserwerk

1978

In diesem Jahr entstehen daraus die Gemeindewerke Oberstdorf (EWO)

2001

Neustrukturierung der Gemeindewerke Aus den heutigen Gemeindewerken Oberstdorf (GWO) wurden die Tochterunternehmen Energieversorgung Oberstdorf (EVO) und Wasserversorgung Oberstdorf (WVO) ausgegliedert

2006

Eingliederung des kommunalen Bauhof als Kommunale Dienste Oberstdorf (KDO)

2007

Neuerrichtung der Immobiliengesellschaft Oberstdorf mbH (IGO) als Infrastrukturgesellschaft

26 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

scheinbar ausschlaggebend dafür. Die Straße musste in diesem Bereich also neu errichtet werden. Erneut wurde dadurch eine Debatte um den Eingriff in die Natur entfacht. »Wir tragen natürlich Sorge dafür, dass die Fläche des Hangrutsches wieder ordentlich renaturiert und begrünt wird,« versichert Peter Müller. Durch die Verzögerung hat sich die Inbetriebnahme des Wasserkraftwerkes ein halbes Jahr verschoben. Eigentlich wollte man die Wasserturbine schon im Januar das erste Mal rotieren lassen. Jetzt ist man in Oberstdorf aber zuversichtlich, dass die Anlage im Juli an den Start gehen kann. Das neue, in Holz verkleidete Turbinenhaus liegt direkt an der Mühlenbrücke im Ortsgebiet von Oberstdorf an der Trettach. Es fügt sich charmant in die Oberstdorfer Landschaft und das schöne Alpenpanorama ein. Künftig soll mit dem Kraftwerk Faltenbach acht Prozent des Strombedarfs in Oberstdorf gedeckt werden. »Die EVO als Betriebsführer betreibt dann eine Turbine mit 1,6 Megawatt Leistung und erzeugt damit gut vier Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr », erklärt der Diplom-Kaufmann Peter Müller. »Wir haben ja schon ein paar eigene und private Kraftwerke in Betrieb, sowie Photovoltaikanlagen und Blockheizkraftwerke. Zusammen sind wir damit derzeit auf dem Stand, über 40 Prozent des in Oberstdorf verbrauchten Stroms bei uns vor Ort selbst produzieren zu können. Das Ziel ist noch immer, über 50 Prozent zu er-


reichen.« Das einzige Problem dabei: Hauptsächlich wird in Oberstdorf die Wasserkraft für die eigene Stromproduktion genutzt. In den Wintermonaten ist die Ausbeute allerdings gering. Der Energieversorgung Oberstdorf GmbH ist deshalb künftig daran gelegen, weitere Möglichkeiten der Energiegewinnung zu schaffen, die auch in den leistungsschwachen Monaten etwas einbringen. Sprich: Biomasseanlagen. Diese können auch im Winter eingesetzt werden. »Mittelfristig wollen wir nachhaltig mehr als die Hälfte des Stroms aus regenerativen Energien selbst erzeugen.«

Das hat für Müller ganz einfach einen physikalischen Hintergrund: » Der Strom sucht sich immer den kürzesten Weg von der Erzeugung zum Verbrauch. Da die meisten Windkraftanlagen im Norden Deutschlands angesiedelt sind, wird Strom von diesen Windkraftanlagen kaum im Süden angekommen. Wir tun also gut daran, unsere eigene Versorgung zu sichern.« Das ist wohl ein Grund dafür, weshalb die Wasserkraftanlage am Faltenbach auch nicht das letzte Werk sein wird, das in der schönen Ferienregion gebaut werden soll. Sina Weiß

Daten und Fakten zur Wasserkraftanlage am Faltenbach

Das holzverkleidete Turbinenhaus an der Trettach in Oberstdorf.

• neue Fallhöhe: 267 Höhenmeter • Rohrlänge: 1 453 Meter • maximale Turbinenleistung: 1.600 kW • im Schnitt genutzte Wassermenge: 210 l/s • künftige Jahresproduktion: ca. 4 Mio. kWh • künftiger Stromanteil aus regenerativen Energien knapp 50% in Oberstdorf

Wasserentnahme aus dem Faltenbach

Bilder: Weiss (3), sauer (1, TurBinenhaus oBen)

Drei Betriebsphasen: Phase 1: Die Turbine kann maximal knapp 700 l/s Wasser verarbeiten; ist mehr Wasser im Faltenbach, z.B. 1 500 l/s, verbleibt das Mehrwasser von 800 l/s komplett im Faltenbach. Phase 2: Im Schluckbereich zwischen 90 l/s und 700 l/s ist sichergestellt, dass im Sommer 100 l/s + 20 % des Zuflusses Restwasser und im Winter 40 l/s Restwasser im Faltenbach verbleiben. Phase 3: Bei weniger als 240 l/s Wasserangebot im Sommer und 130 l/s im Winter steht die Kraftwerksanlage still.

Kraftwerk Faltenbach GmbH & Co KG Energieversorgung Oberstdorf GmbH Nebelhornstraße 51– 53 87561 Oberstdorf Telefon (08322) 911-0 Telefax (08322) 911-198

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 27


Was macht den Frosch so grün?

schauen SieDigitaldruck.Printportal unter Translation Management www.druckerei-holzer.de pre.press press post.press

Holzer Druck und Medien Druckerei und Zeitungsverlag GmbH + Co. KG Fridolin-Holzer-Straße 22 + 24 88171 Weiler im Allgäu

Telefon (08387) 399-0 Telefax (08387) 399-33 E-Mail: info@druckerei-holzer.de Internet: www.druckerei-holzer.de


BILD: KOBER

Zwei Allgäuer Unternehmer expandieren nach Baden-Württemberg

Drei Unternehmen – Ein starker Verbund Die drei Firmen – IMAGE WARTUNG, ASMOTEC und STAMMPLUS – sind alle mit ihrem Namen am Markt bekannt. Deshalb belassen es die beiden Geschäftsführer Andreas Settele und Willi Sorg auch bei der externen Aufteilung. Doch intern arbeiten alle drei Unternehmen zusammen und bieten gemeinsam ein riesiges Portfolio an – alles aus einer Hand für Industrie und Handwerk in puncto Montage, Umzug, Transport und Reinigung. Die beiden Geschäftsführer Andreas Settele (re.) und Willi Sorg haben aus drei Unternehmen einen starken Verbund gemacht.

ie beiden gebürtigen Allgäuer arbeiten bereits seit mehr als 30 Jahren zusammen und sind mit ihren Firmen weltweit aktiv. »Jeder kennt die drei Firmen, die am Markt gut etabliert sind«, betonen beide. Doch jetzt wollen sie einen Schritt weiter gehen und den starken Verbund noch bekannter machen. »Wir wollen die alten Firmennamen nicht aufgeben, aber publik machen, dass alle drei Firmen gemein-

D

Industriereinigung

sam schlagkräftig agieren können, wenn es um Großprojekte geht.« Weiterhin setzt aber jede der drei Firmen ihre Prioritäten. Image Wartung 1987 hat sich Willi Sorg mit der Image Wartung GmbH selbstständig gemacht. Lag anfänglich der Schwerpunkt noch auf der Reinigung von großen industriellen Produktionsanlagen, dehnte sich das Portfolio mit

Maschinen-De-Remontage 3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 29


»Wir haben uns durch unsere Vielschichtigkeit in vielen Nischen spezialisiert.«

Betriebsgebäude Ulm.

Rückbau eines Bitumenbehälters.

Transformator mit 100 t wird angehoben.

30 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

den Jahren immens aus. »Nach wie vor zählt die Industriereinigung mit zu unseren Hauptaufgaben. Wir reinigen Produktionsanlagen, Böden, Hallen und Parkplätze«, zählt Willi Sorg auf. Das passiert auf Wunsch am Wochenende außerhalb der Produktionszeiten. Damit sparen sich die Unternehmen eine Menge Geld, weil die Produktion nicht extra gestoppt werden muss. Mit den Jahren kamen Umzüge, De- und Remontage von Maschinen sowie Transporte für größere Unternehmen hinzu. Vom kleinen Sprinter bis zum 40-Tonner sind die Kraftfahrer nach dem Güterkraftgesetz auf den Straßen unterwegs. »Wir erledigen Aufträge für Speditionen und die Deutsche Post«, erklärt Sorg. Auch Entkernungen, Verschrottungen und Abbrucharbeiten übernimmt die Image Wartung mit ihren Fachkräften ebenso wie Schneide- und Rückarbeiten für Holz. Und schlussendlich fungiert die Image Wartung auch als Personalleasing-Firma für die Industrie. Schlosser, Holzhandwerker, Elektrohandwerker sowie Lkw-Fahrer und viele weitere Berufe rund um Umzüge hat Sorg im Portfolio für Zeitarbeit. Und er bietet Arbeitnehmerüberlassungen, wenn es bei Unternehmen zu Engpässen kommt. Asmotec Andreas Settele fing einst als Maschinenschlosser bei seinem heutigen Partner Willi Sorg an, bevor er sich mit Asmotec selbstständig machte. Mittlerweile ist Asmotec weltweit für die Montage in Asien, insbesondere China, in den USA und in Kanada für namhafte große Automobil- und Maschinenbauer tätig. Hochqualifizierte Elektriker, Programmierer und Schlosser bauen komplette Produktionsstraßen auf. Zu der Verlagerung von großen Industrieanlagen zählen sämtliche Schritte von der Demontage über den Transport und die gesamte Logistik bis zur Remontage, Inbetriebnahme, Instandhaltung und Wartung. » Zu unserem Kundenkreis gehören unter anderem die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie«, erklärt Settele. Kürzlich hat Asmotec die komplette Standortverlagerung für einen großen Pharmakonzern von Schweden und Italien nach Polen abgewickelt. »Die großen Unternehmen kennen uns, jetzt wollen wir uns auch im Allgäu bekannter machen«, erklärt Settele sein Anliegen. Stammplus Zum 1. Januar 2010 gründeten die beiden Allgäuer die gemeinsame Firma Stammplus, um das komplette Dienstleistungsportfolio aus einer Hand abzudecken. Stammplus ist insbesondere auf Maschinentransporte spe-


Teleskopstapler

Schiffsmotor auf Luftkissen.

zialisiert, sei es innerhalb einer Firma oder bei Standortverlagerungen. Panzerrollen, Luftkissen, Schwerlastroller, Treppenpanzer und Schaltschrankwagen können selbst schwere Maschinen mit mehreren hundert Tonnen Gewicht bewegen. Auch hier übernimmt Fachpersonal aus Elektrikern, Elektronikern, Maschinenschlossern und Maschinenbaumeistern die komplette De- und Remontage von Maschinen und Anlagen – von der Planung über den Transport und Umzug bis zur Inbetriebnahme an neuer Stelle. »Wir erledigen Maschinentransporte in allen Gewichtsklassen, Be- und Entladen von Lkw, sowie Montagen kompletter Fabrik- und Produktionsanlagen und die Verlagerung ganzer Fertigungshallen«, betonen Sorg und Settele. Ein starker Verbund »Wir sind eines der wenigen Unternehmen, die alle diese Dienstleistungen ohne Subunternehmen aus einer Hand anbieten können«, erklären die beiden Geschäftsführer. Zum einen dank eines riesigen Fuhrparks mit knapp 30 Fahrzeugen und TransportEquipment von Rollen, Luftkissen, Kränen, Stapler und Hebebühnen. Zum anderen

Einsatz des Mobilkrans bei schwierigen Verhältnissen

dank eines Mitarbeiterstamms von 60 hochspezialisierten Fachkräften. »Wir haben uns durch unsere Vielschichtigkeit in vielen Nischen spezialisiert«, betonen die beiden Allgäuer, die stets voller Elan und Energie neue

Wege gehen, neue Märkte aufspüren und neue Aktivitäten suchen. Aus drei spezialisierten Unternehmen haben sie einen starken Dienstleistungsverbund geschaffen. Carolin Kober

»Wir wollen die alten Firmennamen nicht aufgeben, aber publik machen, dass alle drei Firmen gemeinsam schlagkräftig agieren können, wenn es um Großprojekte geht.«

Image Wartung GmbH Füssener Straße 26 87616 Marktoberdorf Telefon (08342) 2077 Telefax (08342) 2079 info@image-wartung.de www.image-wartung.de

ASMOTEC Andreas Settele Montagetechnik e.K. Wiesenhang 11 87600 Kaufbeuren Telefon (08341) 9600766 Telefax (08341) 9600766 info@asmotec-kf.de www.asmotec-kf.de

STAMMplus OHG Dieselstraße 18 89079 Ulm Telefon (0731) 96663-0 Telefax (0731) 96663-77 info@stammplus.de www.stammplus.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 31


Der Lamborghini

Lamborghini – ein Wort, das Männeraugen leuchten und Männerherzen höher schlagen lässt. Und, wohl kaum ein Mann (und vielleicht auch Frau) würde sich die Gelegenheit entgehen lassen, einmal den »Murciélago«, den legendären Stier, »bei den Hörnern zu packen und zu zähmen«. Was aber, haben nun zwei Allgäuer Unternehmen mit der italienischen Edelkarosse zu tun?

32 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

E

igentlich stellen wir ja ganz langweilige Produkte her,« behauptet Wolfgang Baumgärtner, Geschäftsführer der MayWo Kunststoff GmbH, mit hintergründigem Lächeln. aha. Ein Lamborghini ist also – langweilig? oder, wie war das sonst gemeint? »Das ist zunächst völlig richtig«, ergänzt Walter Klaus, Geschäftsführer der Klaus Kunststofftechnik, ebenfalls lachend, »aus den hochwertigen Halbzeugen und Kunststoffen, die MayWo uns liefert, fertigen wir erst die wirklich interessanten Produkte!« aha. So ist das also. Das Geheimnis der beiden allgäuer Unternehmen, MayWo Kunststoff GmbH und Klaus Kunststofftechnik, ist im Grunde recht schnell und einfach gelüftet: In einer jahrzehntelangen und erfolgreichen Zusammenarbeit, ja, echten Partnerschaft, haben sie eine Reihe von innovativen und doch praktischen, für den täglichen Bedarf bestimmten Produkte gemeinsam entwickelt


und die Allgäuer

Die Firmengebäude der Maywo Kunststoff GmbH und Klaus Kunststofftechnik GmbH.

und auf den Markt gebracht. Das räumt ihnen eine gewisse Sonderstellung und einige alleinstellungsmerkmale in der Branche ein. Zwar gehört der Fahrzeugbau nicht gerade zu den Hauptauftraggebern der beiden Kunststoff-Spezialisten, doch haben ihnen ihre hervorragenden Leistungen, ihre Flexibilität und Zuverlässigkeit den Vertrag mit Lamborghini eingebracht. So entstammen einige Funktionsteile, wie zum Beispiel die Radkästen, für den italienischen »Kampfstier« den allgäuer Produktionsstätten Maywo und Klaus. In vielen weiteren Industriezweigen wie etwa in der Elektro-Industrie, werbung, (Transport)-Verpackung, Kühlgeräte-Industrie, dem Innenausbau, Maschinenbau, technischem Gehäusebau und dem Spiel-, Sport- und Freizeitbereich findet man Produkte und Erzeugnisse von Maywo und Klaus. Dass sie seit vielen Jahren so erfolgreich sind und die Umsätze stetig steigern, verdanken die Unternehmer der gleichbleibend hohen Qualität ihrer Produkte, dem erstklassigen Kundenservice, ihrem andauernden Engagement und nicht zuletzt ihren weit in die Zukunft reichenden Visionen. Und, aus beider Munde heißt es: »Eingefahrenen Meinungen setzen wir Innovation und Kreativität entgegen. Für jedes Problem gibt’s eine Lösung – nur, manchmal muss man halt anders herum denken.«

Die »Grundstoffe« Die Maywo Kunststoff GmbH wurde 1982 gegründet. Seither hat sie sich als einer der führenden, europäischen Hersteller von einschichtigen und co-extrudierten Platten und Folien aus aBS (acryl Butadien Styrol) und HIPS (hoch schlagfestes Polystyrol) einen Namen gemacht – einen Namen, der für höchste Qualität steht. Kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie ein modernster Maschinenpark sichern diesen hohen Qualitätsanspruch. Maywotron-Produkte, die es als Rollen- und Plattenware gibt, verhindern eine elektrostatische aufladung und werden beispielsweise zum Schutz empfindlicher, elektronischer Bauteile verwendet. Schwer entflammbare Kunststoffe von Maywo hingegen, die Brände verhindern helfen, erhöhen die Sicherheit in Schienenfahrzeugen, Bussen und diversen elektronischen und mechanischen Bauteilen. Um hier höchste Präzision und Perfektion zu erreichen, genügen moderne Fertigungsanlagen allein jedoch nicht. als mittelständisches Unternehmen beschäftigt Maywo rund 85 MitarbeiterInnen, die allesamt an der Entwicklung und Produktion der Halbzeuge genauso engagiert sind wie der Chef selbst. Ideen und Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitern werden gerne aufgegriffen und geschätzt. Folge: Die meis-

»Eingefahrenen Meinungen setzen wir Innovation und Kreativität entgegen.«

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 33


ten arbeiten schon viele Jahre bei Maywo als beste »Ressource, die ein Unternehmen haben kann.« apropos, Ressourcen: Sowohl in Polystyrol als auch aBS-Materialien fertigt Maywo auch Regenerate. »Bei uns wird nichts weggeworfen, alles wird recycelt,« erklärt wolfgang Baumgärtner. Sämtliche abfälle werden sortenrein gesammelt (und auch von Kunden zurückgenommen) und wieder verarbeitet. »Denn«, so wolfgang Bäumgärtner weiter, »wir verarbeiten ja keine nachwachsenden Rohstoffe. Daher müssen wir sehr sorgfältig mit dem Material umgehen und dürfen nichts verschwenden.« angesichts der wachsenden RohstoffKnappheit sei es die Pflicht der Unternehmer, umweltbewusst zu handeln, Ehrfurcht vor der Natur zu empfinden und rechtzeitig nach neuen Möglichkeiten zu forschen. »Grün ist bei uns nicht nur als Farbe an der Hausmauer zu sehen, wir leben es auch.« Die Produkte Ein Gedanke, den walter Klaus voll und ganz unterstützt und zu dem er sich ebenfalls verpflichtet hat. Schonender Umgang mit Ressourcen, eine ganzheitliche Betrachtung und Lösung kunststofftechnischer Problemstellungen von Kunden und die soziale Verantwortung für die MitarbeiterInnen sind nicht nur Ziele bei Klaus Kunststofftechnik, sondern machen auch den weltweiten Erfolg aus – und das nun schon seit über 50 Jahren. 100 Mitarbeiter, die direkt am Unternehmenserfolg beteiligt sind, und ein kundenorientiertes arbeitszeitmodell sind

34 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


iF – MATERIAL AWARD: Internationale Auszeichnung für Klaus Kunststofftechnik.

Vom Automobil bis zum Backzubehör, vom Kühlschrank bis zum Staubsauger, vom Bremsprüfstand bis zum Steuerpult …

die Grundsteine für einerseits hochmotivierte Mitarbeiter und andererseits hochzufriedene Kunden. Die Verfahrenstechniken ermoformen, Schäumen und Spritzgießen von thermoplastischen Kunststoffen bilden die Schwerpunkte der Produktion. Damit bietet Klaus Kunststofftechnik nicht nur Fertigungslosen eine Plattform, sondern ist auch auf mittlere Serien ausgelegt. Das Leistungsspektrum des Systemlieferanten mit »Full Service« umfasst die Bereiche »Engineering, Production und Service«. Damit nicht genug, ist die Klaus Kunststofftechnik GmbH mehrfacher Preisträger des K-Preises. Den »oskar« der Kunststoff-Branche verdiente sie sich für innovative Produkte und Dienstleistungen. So gab es den begehrten Preis 1998 zum Beispiel für eine Baugruppe aus Kunststoff für Industriesauger, 2001 dagegen für ein Gepäcksystem für Motorräder. 2004 war die Vakuum-Toilette für Wohnmobile und Schiffe an der Reihe, drei Jahre später das Kühlschrankchassis. Im letzten Jahr wurden ein Gaswarnmessgerät und, man höre und staune, eine Backform von Klaus Kunststofftechnik ausgezeichnet. Fazit: Vom automobil bis zum Backzubehör, vom Kühlschrank bis zum Staubsauger, vom Bremsprüfstand bis zum Steuerpult – überall könnte »Made by MayWo und Klaus« geschrieben stehen! Die Zusammenarbeit Wie entstehen nun also die fertigen Produkte für die Kunden? Nach auftragserteilung findet zunächst einmal ein gemeinsames

»brain storming« mit dem entsprechenden Projektteam statt: Was muss das fertige Produkt leisten? Wo soll es eingesetzt werden? Was erwartet der Kunde? Nach den technischen analysen und Qualifizierung der Werkstoffe, wird eine (oder auch mehrere) 3D-Konstruktion erstellt, das Produkt so zu sagen entwickelt, und schließlich ein Prototyp konstruiert. Eine Kombination verschiedener Überprüfungs-, Mess- und Verfahrenstechniken bringen dabei dem Kunden echte Vorteile. Schließlich werden die verschiedenen Baugruppen gefertigt und montiert, bis das gewünschte Endprodukt entstanden ist. Regelmäßige audits garantieren dabei eine ständige Verbesserung der Qualität. Eine Fülle von Technologien bietet sich für die weitere Bearbeitung der Produkte an, wie etwa Stanzen, Lackieren, Bedrucken, Schweißen, Beschichten und andere. Ein ständiger Informationsfluss beziehungsweise –austausch zwischen MayWo und Klaus ist dabei notwendig, um ausgangsmaterial und Endprodukt perfekt aufeinander abzustimmen. apropos, austausch: Tagtäglich kommunizieren »die Chefs« und Mitarbeiter von Klaus und MayWo miteinander, mit dem Ziel, stets neue Rohstoffe, Verfahren und Produkte zu entdecken und zu entwickeln, um den alltag der Menschen zu erleichtern und zu verschönern – dabei entstanden die Funktionsteile für Lamborghini. Natürlich, nicht jeder kann sich einen Lamborghini Murciélago, Miura, Diablo oder Gallardo leisten, aber doch zumindest eine

Backform, einen Motorradkoffer oder einen Kühlschrank für’s Wohnmobil ... MayWo Kunststoffe und Klaus Kunststofftechnik lassen grüßen! Karin Bitsch

Klaus Kunststofftechnik GmbH Siechenreuteweg 21– 25 87700 Memmingen Telefon (08331) 8208-0 Telefax (08331) 8208-39 info@klaku.de www.klaku.de

MAYWO Kunststoff GmbH Hinter den Gärten 20 87730 Bad Grönenbach-Thal Telefon (08334) 9857-0 Telefax (08334) 9857-57 info@maywo.de www.maywo.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 35


Hohe Maßstäbe »Wir wollen begeisterte Kunden!« lautet die Philosophie der Robert Metzler GmbH. Die traditionsreiche Zimmerei und Schreinerei aus Blaichach blickt nun in dritter Generation auf über 60 erfolgreiche Jahre zurück.

»Wir sind sehr stolz auf die Flexibilität und Schnelligkeit unseres Teams.«

36 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

E

s gibt inzwischen Millionen von Häusern, die saniert werden müssen. In der Sanierung von Gebäuden, sei es die Altbausanierung oder energetische Sanierung von privaten Häusern, liegt ein großer Teil der Aufgaben der Zimmerei und Schreinerei Metzler. Darüber hinaus übernimmt der Meisterbetrieb auch Asbest-Sanierungen, für die er eine eigene Zulassung hat. »Wir sind sehr stolz auf die Flexibilität und Schnelligkeit unseres Teams«, erzählt der Zimmermeister und staatliche Hochbautechniker Markus Metzler, der zum Jahreswechsel die Geschäftsführung des Familienbetriebes übernommen hat. »Mein Mann ist seit der Übergabe des Geschäfts an unseren Sohn zwar offiziell im Ruhestand, aber er ist trotzdem noch jeden Tag von früh bis spät wie gewohnt in der Firma«, erzählt Edeltraud Metzler, die für den kompletten Büroablauf sowohl Buchhaltung als auch Personal- und Rechnungswesen zuständig ist.


BILDER: METZLER

Der Kontakt zum Kunden macht die Qualität »Der persönliche und direkte Kontakt zwischen unseren Mitarbeitern und den Kunden ist ungeheuer wichtig. Als Geschäftsführer stelle ich zwar den Kontakt zum Kunden her, um einen Auftrag zu bekommen. Der Rest steht und fällt jedoch mit den Mitarbeitern, die dann vor Ort tätig sind und sich aktiv um das Projekt des Kunden kümmern. Wir wollen nicht einfach nur zufriedene Kunden, sondern begeisterte Kunden. Zufrieden kann man ja relativ schnell sein, aber um begeistert zu sein, braucht es schon ein bisschen mehr«, beschreibt Markus Metzler die hohen Maßstäbe, die er sich und seinen Mitarbeitern setzt. Die Robert Metzler GmbH übernimmt auf Wunsch ihrer Kunden die Koordination sämtlicher Baugewerke von Anfang bis Ende. »Von den Verputzarbeiten bis zum Maler, die Spengler-, Elektro-, Heizungs- und

Sanitärarbeiten wickeln wir ab, sodass der Kunde nur einen Ansprechpartner hat, der ihn über die gesamte Bauzeit betreut. Schon in der Angebotsphase klären wir, in welche Richtung es gehen soll und was konkret geplant ist«, so Metzler. Ein gutes Gefühl bei den Rohstoffen Beim Bauen und Sanieren hält der Trend zu ökologischen und ressourcenschonenden Lösungen weiter an. Immer mehr Leute investieren bewusst in das gute Gefühl, wenn sie sich für ökologische Rohstoffe entscheiden. Aber auch wenn die Planung von der Kostenseite her angegangen werden muss und das Budget einen strengen Rahmen vorgibt, berät die Firma Metzler ihre Kunden immer mit Hinblick auf die beste Lösung für den Kunden. »Als eza!-Partner verpflichten wir uns zu Qualität, Energieoptimierung und Ökologie. Bei Sanierungen bieten wir das komplette Dämmpaket mit Dach, Fassade und Keller. Je nach Wunsch liefern und montieren wir Wärmedämmverbundsysteme mit geschäumten Dämmstoffen wie Styropor oder mit Holzfaser als Verbundwerkstoff in Kombination mit Einblasdämmung«, erklärt Geschäftsführer Metzler. Als zertifizierter Partner der Dachfensterhersteller Roto und Velux baut der in Blaichach ansässige Betrieb um die 80 bis 100 Dachfenster pro Jahr ein. Um der großen Nachfrage an individuellen Fenstern gerecht zu werden, bietet die Firma Metzler Holz-, Holz-Alu- und Kunststofffenster maßgerecht in sämtlichen Formen und Größen an. Sie arbeitet dabei nur mit einheimischen, das heißt Allgäuer Fensterhersteller zusammen, um so die regionale Nachhaltigkeit zu stärken. Neben Privat- und Geschäftskunden zählen auch gemeindliche und kirchliche Institutionen zum Kundenstamm. In der Möbelschreinerei der Robert Metzler GmbH werden seit über 30 Jahren hochwertige Möbel und Einrichtungen ge-

fertigt, die ein Stück Lebensqualität versprechen. Dazu gehören nicht nur einzelne Möbelstücke und Treppen, sondern auch Einbaumöbel oder ganze Zimmer- und Wohnungseinrichtungen. Neben dem großen Privatkundenbereich ist die Hotellerie ein wichtiges Standbein des Unternehmens. Namhafte Hotels der Region sind seit vielen Jahren Stammkunden und lassen neben Generalsanierungen auch ihre Zimmer und Suiten nach Maß schreinern. Der zertifizierte Meisterbetrieb ist in einem Umkreis von etwa 20 Kilometer zwischen Oberstdorf und Kempten im Einsatz. In der Fertigung und Montage des Unternehmens sind 15 Zimmerer und Schreiner sowie vier Auszubildende beschäftigt. Viele der Mitarbeiter arbeiten bereits seit Jahrzenten hier. Ausbildung wird im Hause Metzler groß geschrieben. Seit der Seniorchef Robert Metzler 1971 den Betrieb von seinem Vater Karl Metzler übernommen hat, wurden inzwischen 75 Jugendliche im Zimmerer- bzw. Schreinerhandwerk ausgebildet. Viele von ihnen wurden für hervorragende Leistungen bei den Abschluss- und Gesellenprüfungen ausgezeichnet. ora Engstler

»Als eza!-Partner verpflichten wir uns zu Qualität, Energieoptimierung und Ökologie.« Holzbau Robert Metzler GmbH Hofen 16 87544 Blaichach Telefon (08321) 6709-0 Telefax (08321) 6709-67 info@holzbau-metzler.de www.holzbau-metzler.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 37


Einsatz im All und in der Tiefsee

Die Dr. Werner Röhrs KG in Sonthofen gilt weltweit als Spezialist für Stahlverformung und Federtechnik. Hier werden Federn entwickelt, konstruiert und produziert, die extremsten Beanspruchungen standhalten und unter schwierigsten Bedingungen zuverlässig funktionieren müssen.

enn Navigationsgeräte präzise den Standort anzeigen und uns sicher zum Ziel bringen, wenn Nachrichten aus aller Welt uns nahezu in Echtzeit erreichen, dann ist daran – auf ihre Weise – auch die Dr. Werner Röhrs KG in Sonthofen beteiligt. Hier nämlich werden viele der Federn gefertigt, die dafür sorgen, dass die me-

W

chanischen Bauteile in den Satelliten hoch oben im Weltall störungsfrei ihren Dienst verrichten. Wie jedes andere Element müssen auch die dort eingesetzten Federn extrem belastbar und langlebig sein, ist doch eine Reparatur ausgesprochen schwierig und darüber hinaus mit immensen Kosten verbunden. Extrem beansprucht – extrem zuverlässig Gleiches gilt für die Spezialbohrer, die auf Ölbohrplattformen für Tiefseebohrungen im Einsatz sind. Die hier verbauten Federn müssen extremen mechanischen und physikalischen Bedingungen Stand halten: Weder millionenfache Hubbewegungen, weder der Kontakt mit Salzwasser noch mit Rohöl darf zu schnellen Abnutzungserscheinungen, Materialermüdungen, Korrosion führen. Auch hier verlassen sich internationale Öl-Förderfirmen auf die Federn des Sonthofener Spezialisten für hochbeanspruchte technische Federn. Muss in der Medizin ein Knochen verlängert werden, so

Geschäftsführer Dr. Philipp Koepff führt zusammen mit seiner Mutter, Dr. Konstanze Koepff-Röhrs, das traditionsreiche Familienunternehmen bereits in der vierten Generation.

38 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


»Wir konzipieren, konstruieren und produzieren Einzellösungen, die wir auch selbst prüfen und testen.«

wird er, bis sich der Körper selbst geholfen hat, mit Hilfe einer Röhrs-Feder gespreizt – maximale Zuverlässigkeit auch hier ein Muss. Und wenn in einer Werkzeugmaschine, betrieben im Drei-Schicht-Betrieb, die Feder etwa einer Spindel versagt, steht die Maschine still – stehen die Bänder still, schlimmstenfalls die gesamte Produktion, mit Verlusten von etlichen -zigtausend Euro. »Das darf nicht passieren. Deshalb ist Spitzenqualität bei uns Standard«, erklärt Geschäftsführer Dr. Philipp Koepff, »eine Selbstverständlichkeit.« In vielen Branchen zu Hause Weltweit genießt die Dr. Werner Röhrs KG in den verschiedensten Branchen einen erstklassigen Ruf als führender Hersteller hochwertiger Federsysteme auch und besonders für vielfach kritische Anwendungen. Das Leistungsspektrum umfasst unter anderem Schrauben-, Teller-, Mehrdraht-, Sonderund Präzisionsfedern aus Rund-, Flach- und Profildraht. Maschinenbau, Luft- und Raumfahrtindustrie, Medizintechnik, Automobilindustrie, Hersteller von Consumer Products sowie im wehrtechnischen Bereich die Bundeswehr – sie alle verlassen sich auf die Kompetenz des Sonthofener Unternehmens. Je spezieller die Aufgabenstellung, je höher die Herausforderung, desto mehr fühlen sich die Fachleute gefordert. Kein Wunder also, dass nahezu alle großen Druckmaschinenhersteller mit der Dr. Werner Röhrs KG kooperieren, werden die dort verbauten Federn doch maximal beansprucht: Millionenfache Spannung und Entspannung. Kein Wunder auch, dass die Schließvorrichtungen der Behältnisse, in denen der Stahl gekocht wird, mit Röhrs-Federn gesichert werden. Immerhin müssen sie bei Temperaturen bis zu 800 °C uneingeschränkte Leistung zeigen! »Unsere Produkte«, erklärt Dr. Philipp Koepff, der Urenkel des Firmengründers,

»werden von uns für hochspezifische Anwendungen entwickelt, exakt dimensioniert und genauestens abgestimmt auf die Anforderungen und Vorgaben des Kunden. Wir konzipieren, konstruieren und produzieren Einzellösungen, die wir auch selbst prüfen und testen.« Zusammen mit seiner Mutter, Dr. Konstanze Koepff-Röhrs, führt er das traditionsreiche Familienunternehmen bereits in der vierten Generation. Gegründet wurde es 1919 in Magdeburg, jedoch in den Kämpfen des Zweiten Weltkriegs vollständig zerstört. Für den Neuanfang wählte der Firmengründer Dr. Werner Röhrs das Allgäu, fern der russisch besetzten Gebiete, in Sonthofen. Bereit für die Zukunft Nach Jahrzehnten gesunden und kontinuierlichen Wachstums hat die Dr. Werner Röhrs KG in der jüngst überstandenen Wirtschaftskrise geschäftlich eine Achterbahnfahrt durchmachen müssen. »Geholfen hat uns«, so Dr. Philipp Koepff, »dass wir sehr breit aufgestellt sind und viele verschiedene Branchen beliefern.« Er ist stolz darauf, dass das Unternehmen auch diese schwierigen Zeiten ohne Entlassungen durchgestanden hat: »Wir sind bis heute ein reines Familienunternehmen und verstehen uns als Unternehmensfamilie mit rund 100 hochqualifizierten Mitarbeitern, die wir halten wollen und die auch uns die Treue halten: Industriemechaniker, Maschinenführer, Techniker, Ingenieure, Konstrukteure.« Inzwischen ist die Wirtschaftskrise bei der Dr. Werner Röhrs KG überwunden, und es sind bereits wieder freie Stellen zu besetzen, um auch für die Zukunft die Standards zu sichern, die das Unternehmen groß gemacht haben und seinen erstklassigen Ruf begründen: höchste Sorgfalt, Zuverlässigkeit und das umfassende Know-How, das innovative und hochspezielle Lösungen ermöglicht.

Windeautomat Entgraten der Federn Belastungsprüfung (von oben nach unten)

Dr. Werner Röhrs KG Fabrik für Stahlverformung GmbH & Co. KG Oberstdorfer Straße 11– 15 87527 Sonthofen Telefon (08321) 614-0 Telefax (08321) 614-139 info@roehrs.de www.roehrs.de

Kordula Küper 3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 39


»Bei uns lautet der Ansatz: Indem wir die Jugendlichen fordern, fördern wir sie.«

Weiß ist nicht Weiß. Die Firma Technocell Dekor in Günzach produziert weißes Dekorpapier in bis zu 250 verschiedenen Farbnuancen. Der Laie mag mit bloßem Auge vielleicht keinen Unterschied erkennen, der hochqualifizierte Papiertechnologe sehr wohl. Denn schließlich möchte der Kunde, wenn er ein Küchendekor nach Jahren nachbestellt, genau seinen Farbton wieder und nicht eine Nuance dunkler oder einen Tick matter.

Hightech-Papier aus dem Allgäu T

echnocell Dekor, das seit 1993 zur Schoeller-Gruppe, einem 115 Jahre alten Traditionsunternehmen aus Osnabrück gehört, hat sich auf Hightech-Dekorpapiere für die Holzwerkstoffindustrie spezialisiert und mehr als 6000 Farben im Portfolio. Zum Einsatz kommt das Dekorpapier vor allem zur Oberflächengestaltung in der Holzwerkstoffindustrie wie zum Beispiel bei Küchenbzw. Möbeldekoren und Laminatfußböden. Die Papierherstellung hat in Günzach eine lange Tradition: 1923 gründete Dr. Heinrich Nicolaus die Papierfabrik zur Herstel-

40 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

lung von Pergamentpapieren, die von der lokalen Milch- und Käseindustrie als Verpackungsmaterial verwendet wurden. 1969 erfolgte die Umstellung auf die Herstellung von modernen Dekorpapieren. Heute gilt Technocell Dekor in Günzach als einer der erfahrensten Dekorpapierhersteller im Weltmarkt. »Sechs Prozent des Weltmarktes werden in Günzach produziert. Wir sind mit drei Papiermaschinen einer der größten Dekorpapierstandorte in Europa«, erklärt omas Gläser, verantwortlich für den Bereich Personal.

Ausbildung als Garant für hochqualifizierte Mitarbeiter Die Qualität ist bei Hightech-Dekorpapieren entscheidend. Dafür bedarf es hochqualifizierter Mitarbeiter, die über langjährige Erfahrung beim Einfärben und hohes technisches Know-how verfügen. Zurzeit beschäftigt Technocell Dekor in Günzach etwa 260 Mitarbeiter. »Wir decken unseren Bedarf über unsere eigene Ausbildung«, erklärt Gläser. Hinsichtlich der demografischen Entwicklung weiß der Personalleiter, wie wichtig es gerade in einer ländlichen Region ist, die Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden und ihnen Perspektiven zu bieten. Deshalb bildet Technocell pro Jahr vier Auszubildende in zwei Berufen aus: Papiertechnologe/in und Mechatroniker/in. »Bei uns lautet der Ansatz: Indem wir die Jugendlichen fordern, fördern wir sie«, erklärt Gläser. So erwerben die Jugendlichen bei der Ausbildung zum Papiertechnologen gleichzeitig am Berufskolleg Papiertechnik die Fachhochschulreife. DieAusbildung zum Mechatroniker läuft in Kombination mit einer Papiertechnologen-Ausbildung. Der Fokus liegt auf einem Spezialisierungskonzept Wenn man die Produktionsstraße entlang läuft, gewinnt man schnell einen Eindruck von der hochkomplexen Fertigung. Mit modernster Fertigungstechnologie hat sich Technocell Dekor in Günzach als Vorreiter für innovative Produktionsverfahren in der Dekorpapierbranche etabliert und dabei immer versucht, sich auf Nischen zu spezialisieren, um sich vom Wettbewerb abzuheben. Die Produktion von Kleinstlosen ist ein Teil des Spezialisierungskonzeptes, das die Firma Technocell seit einigen Jahren aufgenommen hat. So werden auch kleine Losgrößen in intensivgefärbten Dekorpapieren mit einer Losgröße von minimal einer Tonne mit Extremfarben wie rot, orange, gelb, blau oder grün produziert. »Wir versuchen den Standort auf Spezialitäten zu fokussieren, um uns vom Massenpapiergeschäft abzuheben«, erklärt Gläser.


Die Papiermaschinen laufen 350 bis 362 Tage pro Jahr, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.

Die Farben werden aufs Gramm genau hinzugefügt Am Beginn der Produktionsstraße werden die Rohstoffe – Zellstoff, Titandioxid, Farbpigmente, Kaolin und weitere – per Lkw oder Eisenbahnwaggon zu den drei Papiermaschinen in Günzach transportiert. Der Zellstoff wird in einem so genannten Pulper gewässert, sodass ein Papierbrei entsteht. Die Farben werden in flüssiger Form oder als Pulver aufs Gramm genau eingetragen. Die exakte Farbsteuerung ist entscheidend. Hier kommt es auf viel Know-how und Erfahrung an, die richtige Nuance zu treffen. Und: Soll die Farbe eher stumpf, matt oder glänzend sein? Die Papiermaschinen laufen 350 bis 362 Tage pro Jahr, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.

Neue Wege eingeschlagen: Produktion von Vliestapeten Neben der Produktion von Dekorpapieren schlägt Werkleiter Georg Haggenmüller basierend auf bestehendem Know-how und

vorhandenen Maschinen neue Wege bei Hightech-Papieren ein. Der neue Zweig sind Vliestapeten-Rohpapiere, die sich nach der Verarbeitung als Tapete in einem Stück wieder von der Wand ziehen lassen. Das lästige, mühsame, zeitaufwendige Abkratzen herkömmlicher Tapeten entfällt damit komplett. Vor einigen Jahren entstanden, ist die Vliestapete heute der Renner im Tapetenmarkt geworden. »Wir haben uns mit 6 000 bis 8 000 Tonnen Produktion bereits am

Markt etabliert«, sagt Gläser. Eine der drei Papiermaschinen ist auf die Produktion von Vliestapeten-Rohpapier umgestellt worden. Damit bietet Technocell Dekor auch seinen Mitarbeitern die Möglichkeit der Veränderung und Weiterentwicklung. So ist Technocell Dekor als modernes Dekorpapierwerk mit dem Fokus auf Zukunftsprodukte im internationalen Wettbewerb hervorragend aufgestellt. Carolin Kober

Technocell Dekor GmbH & Co. KG Nicolausstraße 10 87634 Günzach Telefon (08372) 910-0 Telefax (08372) 910-123 www.Technocell.com

Bilder: KoBer(4), Technocell (2)

Die letzte Entscheidung trifft das menschliche Auge Der Papierbrei wird gerührt und in Mahlaggregaten weiter bearbeitet. Dann wird der Brei auf ein riesiges Sieb aufgebracht. Dieses bewegt sich horizontal und vertikal, um den Brei zu entwässern, so dass eine weiche Papierbahn entsteht. Im Anschluss wird diese Papierbahn gepresst und läuft über Zylinder, die mit Dampf beheizt und bis zu 160 heiß werden, so dass das feuchte Papier getrocknet und am Ende aufgerollt werden kann. In der Qualitätssicherung wird das Papier mit Harz verpresst, um unter realen Bedingungen und verschiedenen Lichtarten zu prüfen, ob der exakte Farbton getroffen wurde. »Natürlich müssen die physikalischen und chemischen Werte stimmen, aber die letzte Entscheidung trifft das menschliche Auge und dazu bedarf es eines erfahrenen Dekorpapierherstellers«, weiß Gläser. Nach erfolgreicher Prüfung werden die Papierrollen dampfdicht verpackt und per Lkw oder der Bahn an den Kunden ausgeliefert.

Dann wird der Brei auf ein riesiges Sieb aufgebracht. Dieses bewegt sich horizontal und vertikal, um den Brei zu entwässern, so dass eine weiche Papierbahn entsteht.

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 41


Ein Sägewerk, gegründet vor mehr als hundert Jahren, angetrieben ausschließlich durch umweltfreundliche Wasserkraft, bildete den Grundstein der Firma »Anna Wiblishauser«. Dieser Name wurde, im Gedenken an die Begründerin und Urahnin der heutigen Firmeninhaber, beibehalten. Vieles wurde seither im Unternehmen verändert, um viele Bereiche wurde es erweitert. Geblieben sind jedoch der »Riecher« für die Erfordernisse des Zeitgeschehens, echter Pioniergeist und Zukunftsvisionen.

rst mit der Gründung einer Hoch-, Tief- und Straßenbau-Firma durch Alois Einsiedler im Jahre 1948 begann die eigentliche Erfolgsgeschichte des Unternehmens. In den folgenden Jahren wurden sieben Niederlassungen im bayerischen und württembergischen Raum errichtet. Beteiligungen bei verschiedenen Transportbeton-, Kies- und Sandwerken bestehen teilweise heute noch. Dabei engagierte Einsiedler sich schon damals für die Erhaltung von Natur und Umwelt, entwickelte Konzepte für biologische Holzhäuser, um zudem einem »gesunden Wohnen« Rechnung zu tragen. »Der Großvater war ein Querdenker, ein Pioniergeist, der einerseits Visionen hatte, andererseits aber auch die unternehmerische Weitsicht. Für seine Mitmenschen war er manchmal eher unbequem, weil er stets aussprach, was er dachte,« so beschreibt der derzeitige Geschäftsführer Günther Meyer den Architekten, Maurer- und Zimmermeister Alois Einsiedler, dessen größte Lei-

E Energie, die der Himmel schickt – ohne Nebenwirkungen.

42 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

denschaft der Nutzung der Wasserkraft galt. Als Alois Einsiedler vor gut fünf Jahrzehnten die ersten Wasserkraftwerke baute, wurde er eher belächelt, ja, sogar verspottet. Der Begriff »alternative Energien« war in den sechziger Jahren kaum so geläufig oder gar populär wie heute. Alois Einsiedler hingegen kannte in Süddeutschland, insbesondere in seiner Heimat, beinahe jeden größeren Wasserlauf, dessen Kräfte sich ohne größere Eingriffe in Natur und Landschaft nutzen ließen. Die heutige, problematische Energie- und Umweltsituation gibt Einsiedler im Nachhinein recht. Seinem Engagement ist es unter anderem zu verdanken, dass in Bayern etwa ein Sechstel der erzeugten Stromenergie aus Wasserkraft gewonnen wird. »Tochter der Sonne« Schon seit Jahrtausenden nutzt der Mensch die Kraft des Wassers. Selbst die Ordensleute der Klöster ließen Kanäle und Wassertriebwerke anlegen. In Handwerk und Ge-


werbe erleichterten die Wasserräder die Arbeit und lieferten die notwendige Energie. Auch im Allgäu, zum Beispiel in der ehemaligen Stiftsstadt Kempten. Hier säumte eine Reihe von Mühlen die Iller. Im 19. Jahrhundert wurden die Mühlräder durch Turbinen ersetzt, die ein Vielfaches an Energie produzierten. Was an der Wasserkraft fasziniert, ist ihre Umweltverträglichkeit. Verbrennen Stoffe wie Erdöl, Erdgas oder Kohle, entsteht CO₂, das als »Klimagas« eine enorme Belastung für die Umwelt darstellt. Diesem Gas wird bekanntlich die Hauptschuld an der Entstehung des Treibhauseffektes zugeschoben. Wasserkraftwerke funktionieren anders: Als »Tochter der Sonnenenergie« wird die Wasserkraft, neben der Windkraft und der aus Pflanzen gewonnenen Energie, oftmals bezeichnet, setzt jene doch den natürlichen Wasserkreislauf in Gang. Die Sonne »zieht« Wasser in die Wolken und es regnet wieder ab. Energie, die der Himmel schickt, wie die Sonnenenergie selbst – ohne Neben-

wirkungen. Ein Umstand, der im Unternehmen von jeher gefiel und begrüßt wurde (und wird). Wasserkraft heute Wo immer auch ein Fluss oder Bach fließt und ein (natürliches) Wehr vorhanden ist, könnte auch heute noch ein Wasserkraftwerk gebaut werden. Moderne Wasserkraftwerke haben allerdings mit den ursprünglichen, Wasserrad angetriebenen Mühlen wenig gemeinsam. Eine Menge unterschiedlicher, ökologischer Vorschriften und Bedingungen müssen heutzutage erfüllt werden. Wasserkraftwerke müssen den technischen Vorschriften entsprechen und gegen Hochwasser geschützt sein. Zudem müssen die Gegebenheiten vor Ort erhalten bleiben, das heißt, die eventuell nötigen Eingriffe in die natürliche Umgebung minimiert und entsprechend ausgeglichen werden. Der Bau von Fischpässen und ähnlichen, ökologischen Maßnahmen zur Wiedererlangung der Durchgängigkeit muss garantiert

»Wasserkraft ist eine saubere Energie und erzeugt somit auch sauberen Strom.«

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 43


»…da ist noch lange nicht alles erforscht und genutzt.«

44 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

werden – Maßnahmen, die für die Familie Meyer sowie das achtköpfige MitarbeiterTeam selbstverständlich sind. Denn »Wasserkraft ist eine saubere Energie und erzeugt somit auch sauberen Strom«, der problemlos ins öffentliche Netz eingespeist werden kann und darf, laut Einspeisungsgesetz. Das Unternehmen »Anna Wiblishauser« betreut und verwaltet heute Wasserkraftwerke wie das »Wasserkraftwerk Walkermühle« in Rottenacker an der Donau, die »Kraftwerkskette Halblech« oder das »Illerkraftwerk Felsenwehr« in KemptenSt. Mang. Zudem wird eine Vielzahl an kleinen Wasserkraftwerken betrieben, deren Wartung und Pflege ebenfalls von Wiblishauser übernommen wird. Die kleinste Anlage hat gerade mal fünf Kilowatt und wird mit reinem Quellwasser angetrieben. Insgesamt werden für die Wasserkraftwerke weit über 100 Kilometer Gewässerstrecke unterhalten und gepflegt, für die andernfalls der Staat verantwortlich wäre. Mit Reparaturar-

beiten der Kraftwerke werden zusätzlich auch örtliche Handwerksbetriebe beauftragt und somit Arbeitsplätze in der Region gesichert. Mit den gesamten Wasserkraftwerken, die das Unternehmen betreibt, wird jährlich Strom für etwa 15 000 private Haushalte ins öffentliche Netz eingespeist. Das entspricht dem Stromverbrauch einer mittleren Kleinstadt. Natürliche Energie aus Bergbächen und Flüssen, nachhaltig und umweltfreundlich, zum Wohle von Mensch und Natur. So bewahren etwa die Stauseen von Halblech, da sie nicht zufrieren, Fische vor dem Eistod. Um dem Erbe der Vorfahren, sprich: deren Pioniergeist, Innovationsgedanken und Zukunftsvisionen, gerecht zu werden, wird auch heute weiterhin auf die Entwicklung alternativer Energien gesetzt, wie Sonnenund Windenergie. So wurde im Jahre 2008 eine Windkraftanlage errichtet, die regelmäßig gewartet und betreut wird. »Gerade im


zu bleiben, wird derzeit das Wehr eines Kraftwerkes an der Günz erneuert und soll 2011 fertig gestellt werden. Mit der Erweiterung des Kraftwerks Rottenacker an der Donau wird noch dieses Jahr begonnen. Von der Planung bis zum Stahlwasserbau liegt die Ausführung »in einer Hand«, nämlich der von ECO Bau. Als besondere Referenzen mögen noch der Bau der Stadtbibliothek in Ulm mit ihrer berühmten Glaspyramide und die Baumaßnahmen für die Infrastruktur rund um die Allianz-Arena in München dienen. Die »Allrounder« Vom schlüsselfertigen Einfamilienhaus bis zum Wohnblock, von der Kreisstraße bis zur Autobahnbrücke, vom Wasserkraftwerk bis zum Fischbiotop – so vielseitig und »Welten umspannend« die auszuführenden Arbeiten auch sind, so multi-talentiert sind »die Meyers« und ihr Team selbst. Sie sind Ingenieure, Meister, Techniker, Schlosser, Maurer, Handwerker, Maler und Verwaltungsangestellte – alle vereint in einem Unternehmen – und verbinden so Natur und Technik, Mensch und Umwelt, Tradition und Moderne. Das Ziel? Die Intention? Erfahrungen aus der Geschichte, der Vergangenheit, in der Gegenwart umsetzen für eine lebenswerte Zukunft voller Hoffnung und Lebensqualität für die nachfolgenden Karin Bitsch Generationen.

Bereich alternativer Energien, sei es nun Wasser-, Wind- oder Sonnenkraft, ist noch ein riesiges Potential vorhanden,« heißt es bei Wiblishauser einstimmig, »da ist noch lange nicht alles erforscht und genutzt.« Natur und Technik Dass die Liebe zur Natur und die Leidenschaft für die Technik sich nicht ausschließen, sogar Hand in Hand gehen können, beweist Familie Meyer nicht nur mit ihrem Unternehmen Wiblishauser, sondern auch mit der Baufirma ECO Bau GmbH & Co. KG. Die ECO Bau, deren Geschäftsführung Dipl. Ing. Armin Meyer obliegt, ist seit über 50 Jahren als leistungsstarkes Hoch- und Tiefbauunternehmen in der Region bekannt. Auch im Ingenieur- und Straßenbau, sowie dem schlüsselfertigen Wohnungs- und Gewerbebau hat sich ECO Bau einen Namen gemacht. Durch das jahrhundertealte Know-How in Sachen »Wasserkraft« ist ECO Bau natürlich auch in allen Bereichen

des Wasserbaus erfahren. Mehr als 100 motivierte und kompetente Mitarbeiter führen die unterschiedlichsten Aufträge und Wünsche der Kunden zuverlässig, reibungslos und qualitativ hochwertig aus. Das langjährige, erfahrene Team, unterstützt durch einen hochmodernen Maschinenpark, ermöglicht es, nahezu alle Aufgaben schnell und professionell umzusetzen. Und – wie für das Familienunternehmen »typisch« – werden auch hier gleich mehrere Sparten abgedeckt. Dank eines »Bauschnellservices« werden Umbau- und Sanierungsarbeiten auf Kleinbaustellen exakt geplant und pünktlich fertiggestellt – und durch den eigenen Baustoffhandel mit dem nötigen Material versorgt. Aktuelle, große Projekte hingegen sind zum Beispiel die Erstellung eines Mehrfamilienhauses mit Tiefgarage in Memmingen, eines Hotelkomplexes in Schwangau, und der Neubau der Kombibahn II der Alpspitzbahn in Nesselwang. Und, um beim ema

Anna Wiblishauser & Co. OHG Egelseer Straße 21 87700 Memmingen Telefon (08331) 9434-4 Telefax (08331) 9434-50 wkw-mm@t-online.de

ECO Bau GmbH & Co. KG Birkenweg 9 87459 Pfronten Telefon (08363) 9131-0 Telefax UG (08363) 9131-31 Telefax OG (08363) 9131-30 eco-bau@eco-pfronten.de www.eco-bau.eu

ECO Bau – Niederlassung Krumbach Bahnhofstraße 39 86381 Krumbach Telefon (08282) 8901-0 Telefax (08282) 8901-31

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 45


Diese Männer

Geschichten darüber, wie ein Haufen Jungs die Industriewelt mit ihren Tüfteleien verändern und bereichern kann, gibt es viele. Die Gründer und Erfinder sitzen und tüfteln zumeist in einer Garage oder wie in diesem Falle – in einem Keller. Wie man ein Geschäft aus dem Nichts heraus starten kann, zeigt die Firma FBR Facondrehteile GmbH in Kirchhaslach. Die Unterallgäuer stellen einbaufertige Komponenten für den Maschinenbau, die Antriebs- und Landtechnik sowie den Armaturen- und Fahrzeugbau her und gelten als zuverlässiger und kompetenter Partner der Industrie. In diesem Jahr feiert das Unternehmen sein 30-jähriges Bestehen.

46 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


m Privatkeller von Hubert Reiser hat sie 1981 ihren Anfang gefunden, die Geschichte der Firma FBR Facondrehteile GmbH. »Eigentlich wollten Anton Beinl und ich nur nebenbei etwas machen«, erzählt Hubert Reiser. »Zuerst hatten wir uns eine Maschine gekauft und fingen an, einzelne Werkstücke im Keller meines Hauses zu fertigen.« Die ersten Aufträge kamen über Mundpropaganda zustande, vor allem Firmen aus dem Unterallgäu zählten zu den ersten Auftraggebern. »Als die Aufträge an Größe und Umfang immer mehr zunahmen, mussten wir sogar samstags arbeiten. Damals war die einzige Maschine, die wir hatten, noch mit keiner modernen CNCTechnik ausgestattet. Und so war die Anfertigung von Maschinenteilen immer mit einem großen Aufwand verbunden. Auch unsere Ehefrauen packten mit an. Während Gerlinde Beinl für kleinere Arbeiten an der Maschine und den Versand zuständig war, kümmerte sich meine Frau Irmgard um die kaufmännischen Angelegenheiten und nahm uns die anfallende Büroarbeit ab«, erzählt er rückblickend. Bald gingen Hubert Reiser und Anton Beinl noch einen Schritt weiter. 1983 begannen sie ihre Pläne vom Bau eines eigenen Firmengebäudes in die Tat umzusetzen. Auf einem Gelände direkt am Ortsrand von Kirchhaslach entstand so die erste Halle. Als 1984 staatliche Fördermittel und Beschäftigungszulagen dem neu gegründeten Betrieb zuflossen, konnte die Produktion dann so rich-

I

Anton Beinl (li.) und Hubert Reiser im Jahre 1981 (li.).

Diese Maschine (li.) hat mittlerweile dreißig Jahre auf dem Buckel und dient als Erinnerungsstück an die Anfänge und Gründerzeit der Firma.

tig anlaufen. Die Anschaffung einer neuen Maschine mit moderner Technologie brachte dem noch jungen Unternehmen viele Vorteile, und um die wachsende Zahl der Aufträge erfüllen zu können, wurden alsbald Mitarbeiter eingestellt.

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 47


Bilder: leiprecht (2), Wriedt (13), Müller (1), Beinl (2), BertraM (1)

Präzision und Qualität Investition in Personal und Gebäude, technischer Fortschritt und Innovation sind bis heute tragende Elemente der Unternehmensphilosophie. Der mittelständische Betrieb beschäftigt derzeit rund 50 Mitarbeiter, wobei in der Produktion in zwei Schichten gearbeitet wird. Auf einer Produktionsfläche von circa 3 800 Quadratmetern stehen 30 CNC-Bearbeitungszentren und Drehmaschinen, die jeweils dem neuesten Stand der Technologie entsprechen. Dank eines eigenen Vorrichtungs- und Werkzeugbaus können auch hochwertige sowie sehr komplizierte Klein- und Mittelserien garantiert werden. Neben dem Drehen, Fräsen, Rundschleifen und Drahtflammspritzen gehören auch Hartbearbeitungen zu den Kernaufgaben. Möglich und machbar sind zudem Molybdänbeschichtungen. Voraussetzung für eine präzise Fertigung der Werkstücke ist, dass der Kunde in jedem Falle eine exakte, technische Zeichnung vorgibt. »Anhand dieser Vorgabe werden die Teile dann gefertigt. Wir liefern einbaufertige Komponenten und auf Wunsch montieren wir diese auch unseren Kunden, gemäß dem Motto – alles aus einer Hand«, betont Hubert Reiser, der im Übrigen die Verantwortung für den Drehbereich innehat. Darüber hinaus ist Norbert Beinl für den Bereich Fräsen zuständig. Als Anton Beinl unerwartet verstarb, trat sein Sohn Norbert im Juli 1997 in seine Fußstapfen und übernahm die Geschäftsleitung. Zwischen den beiden Geschäftsführern herrscht heute eine klare Aufgabenteilung.

48 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


Mundpropaganda ist die beste Werbung »Unsere Auftraggeber kommen heute aus ganz Deutschland. Vieles läuft immer noch über Mundpropaganda«, erzählt Hubert Reiser und fügt unter beiläufigem Grinsen hinzu: »Die funktioniert besser als richtige Werbung.« Zu den Kunden, darunter auch viele langjährige, zählen bekannte Allgäuer Firmen wie zum Beispiel AGCO/Fendt und Lindauer Dornier. Seit Firmengründung stehen für die Kirchhaslacher Begriffe wie Präzision und Qualität im Mittelpunkt ihres alltäglichen Handelns. So ist ihr Betrieb nicht nur nach ISO zertifiziert, sondern darüber hinaus erhielten sie auch das EMAS-Zertfikat für geprüftes Umweltmanagement. Zudem bietet man jedes Jahr technisch interessierten Jugendlichen die Möglichkeit, sich als Zerspanungsmechaniker ausbilden zu lassen. »Wir sind bodenständig und das wollen wir auch in Zukunft bleiben. Investitionen in Personal und Maschinen gehören dazu, weil weder die Technik noch die Ansprüche der Kunden über die Jahre gleich bleiben. Betriebliche Veränderungen und Investitionen verstehen wir als stetigen Prozess, der wichtig ist, um auf dem eingeschlagenen Erfolgskurs zu bleiben«, resümiert Rainer Schenk, der für den Vertrieb und den Einkauf der Firma verantwortlich ist. Renate Leiprecht

FBR Facondrehteile GmbH Industriegebiet 1 87755 Kirchhaslach Telefon (08333) 9230-0 Telefax (08333) 9230-66 info@fbr-gmbh.de www.fbr-gmbh.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 49


Wo gehobelt wird, da fallen auch

Späne

Jedes Haus, jede Wohnung, jeder Raum – lebt durch das, was wir selbst aus ihm machen. Mit geschmackvollen Möbeln oder unseren Lieblingsstücken wollen wir das Innenleben unserer Räume bereichern – mit einem Stück individueller Lebensqualität, mit Ideen, die Nutzen, Schönheit und Wohlbefinden bieten

D

entfacht. Heute kann ich mir gar keinen schöneren Beruf vorstellen,« schwärmt Markus Auger. Schon in der Ausbildung war der Schreiner immer einer der Besten und Schnellsten. Das hat den Marktoberdorfer wohl schließlich motiviert. Nach seiner Holztechnikerausbildung suchte Auger nach einer Anstellung in einem Holztechnikbetrieb oder einer Schreinerei. »Zu der Zeit gab es keine passenden Stellen und somit habe ich den Schritt gewagt und mich selbstständig gemacht,« erzählt der sympathische zweifache Familienvater. Es gab keinen elterlichen Betrieb, den er hätte übernehmen können. Also musste eine Werkstatt her und Maschinen mussten angeschafft werden. Doch der Mut des Jungunternehmers wurde belohnt. Unterstützung fand der gelernte Schreiner und Holztechniker immer bei seiner Frau Franziska.

Bilder: Weiss (3), Auger (9)

»Vor allem macht es mich stolz, dass ich den Menschen mit meiner Arbeit ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann.«

ie Kreissäge schrillt ohrenbetäubend, es duftet ringsherum nach Holz und Späne: Im Holztechnikbetrieb Auger in Marktoberdorf hört und riecht man förmlich die Arbeit. »Und das ist auch gut so«, sagt Markus Auger mit Nachdruck. Der 34jährige Schreiner betreibt in Marktoberdorf seinen eigenen Holztechnikbetrieb. Als gelernter Holztechniker ist er Spezialist für sämtliche Schreinerarbeiten. Vor sieben Jahren hat der junge Unternehmer den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und bereut diese Entscheidung heute keineswegs. Eigentlich kam ein eigener Betrieb für den jungen Familienvater nie in Betracht. »Ursprünglich wollte ich nie einen handwerklichen Beruf erlernen, doch irgendwie bin ich in die handwerkliche Ausbildung hineingerutscht. Meine Leidenschaft für das Handwerk war damit plötzlich

Markus Auger mit seiner Frau Franziska und seinen Töchtern.

50 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


Gemeinsam arbeiteten beide am Erfolg des kleinen Betriebes. Heute kann sich der Jungunternehmer über volle Auftragsbücher freuen. »Ich bin sehr froh darüber, dass die Kunden immer wieder gerne zu mir kommen. Vor allem macht es mich stolz, dass ich den Menschen mit meiner Arbeit ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann. Das ist das schönste an meinem Beruf«, erzählt der 34jährige. Hauptsächlich ist der leidenschaftliche Schreiner für seine Kunden im Raum Marktoberdorf und Umgebung unterwegs. Markus Auger arbeitet alleine, Angestellte hat er keine. »Aber vielleicht kommt das irgendwann einmal,« sagt Auger. Bislang stemmt er die Arbeit aus eigener Kraft. Das macht er mit viel Hingabe und immer mit der Liebe zum Detail. Das Angebot des Holztechnikbetrieb Auger fängt bei der ausführlichen Beratung an, geht über die fachgerechte Planung und Fertigung, bis hin zum Einbau. »Ich decke den kompletten Möbelbau ab. Egal ob Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad oder komplette Küchen sowohl in moder-

ner als auch der klassischen Variante,« sagt Auger. Ganz spezielle Sondermöbel anzufertigen, das macht dem kreativen Schreiner besonders viel Freude. Aus alt mach neu lautet das Motto Ob es ein alter Schrank, eine Truhe oder ein altes Bett ist, durch fachkundige Arbeit erstrahlt jedes alte Möbelstück in neuem Glanz. Aber auch die Bodenverlegung gehört zum Angebot des Holztechnikbetriebes. Ob es um die schwimmende Verlegung von Parkettböden geht oder um die zu verklebende Technik, bei der verschiedene Muster wie Fischgrat, Würfel oder Leiterboden verlegt werden können, Auger bietet seinen Kunden beide Varianten an. »Breite, lange Dielen im Landhausstil – das wird gerne genommen. Der Landhausstil ist derzeit wieder stark im Kommen,« sagt Markus Auger. Der Boden nimmt viel Raum im Raum ein. Er hat somit einen großen Anteil an der Wohnqualität und sollte mehr leisten als nur schön auszusehen. Ein guter Parkettboden

zeichnet sich durch Passgenauigkeit aus, dass er eine ausreichende Nutzschicht besitzt und keine Fugenbildung aufweist. Auf die gute Qualität der Materialien, die zum Einsatz kommen, legt Markus Auger immer besonders großen Wert. Weil Gesundheitsbelastungen durch Umwelteinflüsse zunehmen, steigt der Wunsch nach natürlichen Materialien. Deshalb ist es gut zu wissen, dass nicht nur lackierte Oberflächen ausreichenden Schutz bieten. Ökologische Oberflächen, wie geölte oder hartgewachste Böden kommen daher beim Kunden gut an. Die Kundenzufriedenheit – Das ist dem Unternehmer schließlich das Wichtigste: »Nur wenn der Kunde zufrieden ist, Sina Weiß dann bin ich es auch.«

Stemmt die Arbeit aus eigener Kraft – mit viel Hingabe und immer mit der Liebe zum Detail.

Auger Holztechnik Schreiner und Holztechniker Markus Auger Singerweg 7 a 87616 Marktoberdorf Telefon (08342) 897073 Telefax (08342) 897074 Mobil (0170) 8030320 info@auger-holztechnik.de www.auger-holztechnik.de 3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 51


Ohne sie geht gar nichts Die Rede ist von Vorrichtungen und feinmechanischen Geräten. In den Fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab es noch wenige davon. Dringend benötigt wurden sie allemal. So begann 1956 die Firma Haff und Schneider mit der Produktion solcher Geräte. Heute ist das Unternehmen, das seinen Firmensitz in Nesselwang hat, ein kompetenter Anbieter von kompletten Systemlösungen und hochwertigen Endprodukten der Feinwerktechnik.

Unterstützt durch modernste Maschinen und neueste Technologien werden Serien- und Sonderanfertigungen sowie auch komplizierte Vorrichtungen ganz individuell nach den Wünschen und Vorgaben der Kunden hergestellt.

52 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


E

rfolgreiche zeichnen sich bekanntlich dadurch aus, dass sie an ihren Erfolg glauben und ihre Stärken ausbauen. An diese alte Weisheit hat sich auch die Firma Haff und Schneider GmbH und Co. OHG bis heute gehalten. Denn sie ist auf dem Markt für Zerspantechnologien gut aufgestellt. Die große Fertigungstiefe des Unternehmens spielt dabei eine große Rolle. Unterstützt durch modernste Maschinen und neueste Technologien werden Serien- und Sonderanfertigungen sowie auch komplizierte Vorrichtungen ganz individuell nach den Wünschen und Vorgaben der Kunden hergestellt. Die in Nesselwang gefertigten Erzeugnisse werden in alle Herren Länder exportiert. Zum Kundenkreis zählen insbesondere Firmen aus der Automobil- und Zulieferindustrie, der Luft- und Raumfahrt, dem Maschinenbau, der Feinmechanik sowie der Medizintechnik und der Optikbranche. »Für Kunden aus der Verpackungsindustrie fertigen wir seit Jahrzehnten im hauseigenen Werkzeug- und Formenbau, mit modernen 5-Achs-Fräsmaschinen und dazugehörige Programmiersystemen, komplexe Bauteile«, erzählt Schneider. Wie wichtig die eigenständigen Bereiche Vorrichtungsbau und Präzisionsmechanik sind, gewinnt vor allem dann Bedeutung, wenn es um die Entwicklung von kompletten Systemlösungen geht. Ein eigener Vorrichtungsbau macht es zudem möglich, dass selbst komplizierte Vorrichtungen mit jedem denkbaren Automatisierungsgrad ausgestattet werden können. Auch darin liegt ein großer Vorteil des Unternehmens, gera-

de im Hinblick auf den weltweit wachsenden Bedarf an Sondervorrichtungen. In den großzügigen Fertigungshallen gibt es nicht nur High-Tech, da gibt es auch filigrane Handarbeit. Beim Rundgang durch den Betrieb fällt nämlich eines ganz besonders auf: Einige der feinmechanischen Geräte, speziell die 3D-Messtaster, werden überwiegend von weiblichen Angestellten zusammengeschraubt. »Der Grund ist ganz einfach«, sagt Schneider und grinst dabei über beide Ohren. »Frauen haben nun mal kleinere und feinere Hände und können feinfühliger mit den Werkzeugen umgehen als Männer.« Kein Wunder also, dass es die Nesselwanger mit diesen Geräten auch international weit gebracht haben. »Seit gut 25 Jahren stellen wir diese nun her«, erzählt Haff stolz. Zu den Eigenprodukten der Firma gehören zudem auch mechanische PräzisionsTeilapparate sowie das Spannsystem Powerfix, das universell Verwendung findet. Fachwissen und viel Erfahrung Der Erfolg der Ostallgäuer steht auf einem breiten Fundament. Ein großes Erfahrungspotenzial, viel technisches Know-how, Geduld und Ausdauer sind es, die ihnen den Erfolg bescheren. Dass sie mit anspruchsvollen Aufgaben umgehen können, haben sie in den vergangenen Jahren unter anderem auf dem Gebiet des Stanzenbaus gezeigt. Hier haben sie so lange an Verbesserungen gefeilt und getüftelt, bis sie eine optimale Lösung für die Herstellung einer neuen Folienstanze gefun-

den hatten. Wie heißt es doch so schön – man wächst mit seinen Aufgaben. Großen Wert legt man bei Haff und Schneider im Übrigen auf die exakte Einhaltung der Liefertermine. Ganz wichtig dabei, die vollständig gefertigten und montierten Erzeugnisse verlassen die Firma erst dann, wenn sie alle Tests und Qualitätsprüfungen bestanden haben. Alle Eigenprodukte sind zudem mit einem Patent versehen. Heute zählt das Unternehmen rund 80 hochqualifizierte und motivierte Mitarbeiter, darunter Ingenieure, technische Zeichner und Zerspanungstechniker. »Seit vielen Jahren bilden wir jährlich zwei bis drei Lehrlinge aus, die wir später auch übernehmen. Und auch sonst investieren wir sehr viel in die konsequente Weiterbildung unserer Mitarbeiter«, erzählt Schneider. Denn das wissen die erfolgreichen Nesselwanger schon längst: Fachkräfte und Erfolge fallen nicht vom Himmel. Renate Leiprecht

Haff & Schneider GmbH &Co. OHG Obere Wank 2 87484 Nesselwang Telefon (08361) 9218-0 Telefax (08361) 9218-40 info@haff-schneider.de www.haff-schneider.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 53


Küchen-Preview im 3D-Kino Die Küche ist häufig der wichtigste Raum im Haus oder in der Wohnung – Treffpunkt für die Familie, Mittelpunkt für wichtige Gespräche oder coole Partys, Zeitpunkt für Kochen und Entspannung. Die Küche als Lebensmittelpunkt. Deshalb plant man eine Küche nicht eben mal auf die Schnelle, sondern nimmt sich lange Zeit dafür. Schließlich soll sie individuell und originell ganz auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten sein. Und sie begleitet einen meist über viele Jahre, wird nicht mal rasch wie ein Möbelstück ausgetauscht. Seine ganz persönliche Traumküche findet garantiert jeder in der brandneuen Küchenwelt Depprich in Kaufbeuren.

D

ie Inhaber Franz und Marlies Rothermel, seit 14 Jahren mit der Küchenwelt Depprich in Kaufbeuren und seit 2005 in Westerheim vertreten, haben mit dem Umzug an den neuen Standort innerhalb Kaufbeurens eine völlig neue Erlebniswelt für Küchen geschaffen. Die Fassade aus Glas lässt den großzügigen Bau lichtdurchflutet und hell erscheinen. In der modernen Ausstellung kann sich der Kunde von einer Vielzahl unterschiedlicher Küchen inspirieren lassen. Die Anordnung wirkt nicht steril, sondern die Küchensituationen sind so aufgebaut, wie man sie kennt. Töpfe, Geschirr, Kochbücher und auch Kuscheltiere lassen die Küchen lebendig wirken. So fühlt man

54 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

sich sofort wohl und bekommt Lust durch die moderne Küchenwelt zu wandeln. Geplante Küche im 3D-Kino live erleben Der besondere Clou: »Der Kunde kann seine individuell gestaltete Küche in unserem 3D-Kino live erleben«, erklärt Rothermel eine seiner neuen Innovationen. Nach der kreativen Planung mit dem Küchenexperten am Computer wird die Küche dreidimensional in original Kinosesseln erlebbar. Von der einfachen Küchenzeile bis zur riesigen Traumküche ist alles möglich. »Wir bieten die Abwicklung komplett aus einer Hand. Von der kompetenten Fachberatung über die Computer-Planung und die exakte

Vermessung der Räumlichkeiten vor Ort bis hin zur termingerechten Lieferung, der Montage und den Elektro- und Grundanschlüssen. Dabei arbeiten wir vom Verkauf bis zur Montage nur mit eigenem Personal«, betont der Chef. Optik, Technik & Ergonomie entscheiden über die Küchenqualität Oft sind es die pfiffigen Kleinigkeiten, die eine Küche für jeden einzelnen erst perfekt machen. Einerseits geht es natürlich um die Optik, wo der Fantasie und den Vorstellungen keine Grenzen gesetzt sind. Andererseits gilt es auch, auf die ergonomische Anordnung der Arbeitsbereiche, das magische


Bilder: KoBer (4), Alno (1)

Drei gleiche Räume drei unterschiedliche Küchen: die klassische Familienküche, die moderne Designküche, die junge Singleküche.

Eine der modernsten Küchenausstellungen im süddeutschen Raum Dreieck um Kochen, Spülen und Kühlen, die richtige Arbeitshöhe, die elektrische und technische Ausgestaltung mit Kochfeld, Einbauherd, Mikrowelle, Dampfgarer, Dunstabzug, Geschirrspüler und Kühlschrank ein besonderes Augenmerk zu legen. Denn nicht nur die Optik, sondern auch die Technik und Ergonomie zeichnen Küchenqualität aus. »Wichtig ist, dass wir den Bedarf und die Vorstellungen des Kunden erkennen«, weiß Rothermel aus Erfahrung. Im Trend: Gerade Linie, glatte Fronten und Insellösungen Im Trend liegen derzeit gerade großzügige Linien, pflegeleichte glatte Fronten in Hochglanzlack oder matt lackiert. Gedecktes Weiß oder Magnolienfarben sind die aktuellen Modefarben, aber auch HochglanzOptik kombiniert mit Holz, vor zehn Jahren noch undenkbar, ist in. »Die Fronten sollen robust, kratzfest, stoßfest und langlebig sein«, fasst Rothermel die Wünsche und Ansprüche der Kunden zusammen. Bei den Arbeitsplatten spielt Granit eine große Rolle. In der Küchenwelt Depprich findet der Kunde eine große Auswahl an Granit aus einem italienischen Steinbruch. Die Strukturen sind unterschiedlich und ganz individuell wählbar, entweder poliert-glatt oder in der rauen Steinoptik sandgestrahlt und gebürstet. Breite bequeme Schränke und viel Stauraum sind bei der modernen Hausfrau gefragt, das Kleinteilige ist out. Deshalb ist das

Innenleben der Schränke mit übersichtlichen Auszügen und praktischen Raffinessen wichtig. Sehr beliebt sind auch Insellösungen für Spüle und Herd in der Küche und eine eke mit Sitzgelegenheiten. Denn der Trend geht ganz klar zu offenen Räumen und Küchen, weiß der Küchenexperte. Nachhaltige Materialien und niedriger Energieverbrauch In Zeiten hoher Energiepreise spielt der Energieverbrauch der Küchengeräte eine immens wichtige Rolle. »Induktion und LED-Beleuchtung werden stark nachgefragt, weil sie wenig Energie verbrauchen«, erklärt Rothermel, der weiß, dass die Kunden auch immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit legen. »Deshalb haben wir uns verpflichtet, nur nachhaltige Materialien von zertifizierten Herstellern zu verkaufen.«

Ein Grundschnitt, drei verschiedene Mottoküchen Damit der Kunde sieht, was alles innerhalb einer nur begrenzten Quadratmeteranzahl möglich ist, hat Rothermel in der Küchenwelt drei Mottoküchen aufgebaut. Alle Räume haben den identischen Grundschnitt, aber drei völlig unterschiedliche Küchen finden darin Platz. Da sieht man mal, was man auf relativ kleinem Platz alles unterbringen kann. Da wäre zum einen die junge Singleküche, zum zweiten eine klassische Familienküche und zum dritten eine moderne Designküche für den gehobenen Anspruch mit Sitzecke und Granitpatte. In der Küchenwelt Depprich sind den Vorstellungen keine Grenzen gesetzt – von rustikal über Landhausstil bis hin zur ultramodernen Designküche werden alle Küchenträume wahr! Carolin Kober

Perfektes Ambiente für Show-Cooking: Die Funktionsküche ist mit allen Extras ausgestattet und komplett angeschlossen.

Küchenwelt Depprich Bavariaring 6 87600 Kaufbeuren Telefon (08341) 9535-0 Telefax (08341) 9535-20 www.kuechenwelt-depprich.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 55


»Mit allein 10000 Bodenbelägen für jeden Bedarf finden wir die perfekte Lösung!«

Im Stil höchst persönlich Individuell und kreativ gestaltet, wird Wohnraum zu Lebensraum – mit Farben, Stoffen, Bodenbelägen. Mit seiner breiten Auswahl, mit handwerklichem Können und großem Know-How steht dabei das Team des Müller Fachzentrum Raum und Farbe in Immenstadt anspruchsvollen Kunden zur Seite.

E

s ist die individuelle Gestaltung, die aus Wohnung und Haus ein Zuhause macht – eine Heimat, in der man entspannen und auftanken kann. So entsteht ein Ambiente, in dem man sich wohlfühlt: mit schön dekorierten Fenstern, zauberhaften Polsterdessins und Bodenbelägen, die leistungsstark und wohnlich zugleich sind. Mit seinem breit gefächerten Programm und seiner großen Auswahl stellt das Müller Fachzentrum Raum und Farbe sicher, dass kein Wunsch unerfüllt bleibt.

Alles fürs schön gestaltete Heim: Müller Raum und Farbe in Immenstadt.

56 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

Bodenbeläge für jeden Stil, jeden Geschmack Den anspruchsvollen Kunden erwarten hier Gardinen- und Polsterstoffe , vielfältige Sonnenschutzlösungen für drinnen und draußen, etwa 10 000 Bodenbeläge, Parkett, Vinyl oder PVC, Kork, Laminat oder auch Teppichböden, alles Zubehör und sämtliche Werkzeuge sowie das gesamte Relius-Farbspektrum für Innen- und Außenwände. Mit dem vollautomatischen Mix-System lassen sich alle Wunschfarben und feinste Nuancierungen realisieren – rund 50 000 Töne! Vielfalt als Programm Auf vielfältige Weise kann man so leben im persönlichen Stil, traditionell oder lieber modern. Da geben sich zarte Blütendessins romantisch-verspielt, da inszenieren rusti-

Eine große Auswahl an Bodenbelägen findet sich in der Ausstellung.


Inhaber Gerald Schäfer hat viele gute Ideen für die Innenraumgestaltung.

kale Streifen den Landhausstil und kühle Strukturstoffe wirken jung und trendig. »Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf!«, meint Inhaber Gerald Schäfer. »Mit allein 10 000 Stoffen für Fenster und Möbel finden wir die perfekte Lösung! Im ganzen Oberallgäu gibt es keine größere Auswahl.« Inspirierend ist der Weg durch den großzügigen Verkaufsraum. Auf 1 000 Quadratmeter präsentieren sich verschiedene Sonnenschutz-Lösungen – praktisch und dekorativ zugleich: farbige Plissee- und Lamellenanlagen, Rollos, Jalousien und attraktive Flächenvorhänge sowie für den Außenbereich individuell gestaltete Markisen namhafter Hersteller, außerdem Ideen zur Fenster- und Wandgestaltung.

den bei der Einrichtung von Praxen, Büros und anderen Großräumen vorteilhafte Großhandelspreise garantieren. Aber auch die Mitarbeiter vieler Firmen der Region erhalten attraktive Einkaufsrabatte, Bosch, Kunert und Rapunzel zum Beispiel. »Fragen Sie uns!«, so Gerald Schäfer.

Fachberaterin Conni Schäfer.

Für die Kunden im Einsatz Seit 40 Jahren ist das Unternehmen in Immenstadt zu Hause. Auf knapp 80 qm hatten Christa und Erich Müller in der Innenstadt Farben und Tapeten angeboten, ehe sie 1989 in die Liststraße umzogen. Wenige Jahre später, 1993, übernahm ihr Neffe Gerald Schäfer mit seiner Frau Conni das Unternehmen, das nicht allein mit seiner Fülle an Wohnideen überzeugt, sondern auch mit seinem kundenorientierten Service und seiner Flexibilität. »Wenn zum Maßnehmen oder Montieren Möbel gerückt werden müssen, dann machen wir das natürlich mit!«, erläutert Gerald Schäfer. Für ihn ist es selbstverständlich, Kunden auch am eigentlich freien Samstag zu besuchen, wenn sich wie etwa in einer Arztpraxis unter der Woche keine Gelegenheit findet. Und manchmal muss er dringend benötigte Waren auch direkt beim Hersteller oder bei der Spedition abholen – damit die Arbeit zügig weiter geht. Denn im Mittelpunkt steht der Kunde und seine Zufriedenheit. Daher lautet das Motto des Teams: »Wir können nicht billig, wir können nur gut!« Und das ist ein Qualitätsversprechen, an dem es sich gerne messen lässt. Kordula Küper

Fachberaterin Christa Guggenmos und Raumausstattermeister Markus Schorer.

Kompetenz-Team Aufmerksam sorgen Gerald Schäfer und sein erfahrenes Berater-Team dafür, dass man schnell das Richtige findet. Sie wissen manchen wertvollen Tipp auch für die, die ihr Heim oder ihre Ferienwohnung selbst (um-)gestalten wollen. Allen anderen Kunden stehen für das Maßnehmen vor Ort, für die Fertigung, für Montage, Verlegung und Möbel-Polsterung kompetente Raumausstatter unter der Führung eines Meisters zur Seite. Als eingetragener Großhandel kann das Fachzentrum Müller gewerblichen Kun-

Bilder: Küper (2) Schäfer (4), Sauer (2)

Auf vielfältige Weise leben im persönlichen Stil, traditionell oder lieber modern.

Vorhänge, Möbelstoffe und Teppiche – eine große Vielfalt für gemütliches Wohnen.

Müller Fachzentrum Raum + Farbe Liststraße 22 87509 Immenstadt Telefon (08323) 8712 Telefax (08323) 6274 www.mueller-fachzentrum.de

Öffnungszeiten: Mo bis Do 8.30 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr Fr 8.30 bis 18 Uhr 3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 57


Ökologisch heizen Ressourcen-schonende Heiztechniken sind auf dem Vormarsch. Einer ihrer Wegbereiter ist die Wilhelm Huber GmbH in Burgberg, die sich schon seit vielen Jahren für umweltverträgliche Heiztechnologien stark macht – jetzt in neuen und deutlich erweiterten Räumlichkeiten.

ellet oder Hackschnitzel, Scheitholz, Erdwärme oder Heizöl? Soll mit Solar ergänzt werden oder gar eine vollständige Solarheizung realisiert werden? Jeder Bauherr sieht sich vor diese Fragen gestellt. Ihre Beantwortung will wohl überlegt sein, schließlich wird über eine beachtliche Investitionssumme entschieden. Zugleich werden damit die Weichen gestellt für die Folgekosten, die beim Betrieb der Anlage entstehen. Moderne, ökologische Heiztechnologie ist aber eine hochkomplexe Materie, die umfangreiche Fach- und Marktkenntnisse verlangt. Wie kaum ein anderer verfügt über dieses umfassende Expertenwissen die Wilhelm Huber GmbH in Burgberg. Seit Jahr-

Mit modernen Kesseln entsteht die Heizung der Zukunft.

58 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

BILDER: HUBER, KÜPER

P

zehnten befasst sich Firmengründer Wilhelm Huber mit dieser ematik, seit er sich 1986 in Immenstadt selbstständig gemacht hat. Gesundes Wachstum Das ema hat Karriere gemacht, ist in Zeiten energetischer Neuorientierung in aller Munde. Damit einhergehend, wuchs auch die Wilhelm Huber GmbH auf inzwischen zwölf Mitarbeiter, die in den bisherigen Räumlichkeiten des Unternehmens immer enger zusammenrücken mussten. Und so entschloss man sich, wenige Meter weiter ein neues, weitläufiges Gebäude zu beziehen – mit mehr Platz für die Mitarbeiter, für das Lager und nicht zuletzt für die Kunden, die hier neue attraktive Informations- und Service-Angebote finden. So können sich insbesondere Heizungsbauer, aber auch ihre Kunden im einladenden Seminarbereich über alle Aspekte ökologischer Heiztechnologien informieren, werden zu Einbau, Betrieb und Fehlersuche geschult. Im großen Showroom präsentieren sich die verschiedenen Kessel, und im hinteren Gebäudeteil findet der Schau-Betrieb einer Heizungsanlage auf modernstem technischen Niveau großes Interesse. Abgestimmt auf den Einzelfall Gern stellen die Experten der Wilhelm Huber GmbH den Heizungsfachunternehmen ihr Wissen zur Verfügung, stehen ihnen bei der Beratung und Planung der Anlagen zur Seite. »Uns ist es wichtig«, betont Wilhelm Huber, »die individuellen Gegebenheiten am Einsatzort in jedem Einzelfall zu berücksichtigen.« Unter dem Motto ,Die Heizung der Zukunft‘ liefert das Unternehmen als Fachgroßhändler und Systemanbieter alle Komponenten ökologischer Heiztechnik: besonders wirtschaftliche Pellet- und Hackgutanlagen, Scheitholzkessel mit großem Volumen, einem Wirkungsgrad von über 90 Prozent und besten Emissionswerten, Solaranlagen, die als Großflächenkollektoren mit


wenig Installationsaufwand montiert werden können, Wärmepumpensysteme mit besonders effizienter Brauchwasserbereitung, kombiniert mit Brauchwasserspeicher oder Pufferspeichersysteme mit Frischwassertechnik. Durch die ausgereifte Regeltechnik, für die in der eigenen Entwicklungsabteilung leistungsstarke Software entwickelt wird, werden sie zu einer hocheffizienten Einheit, zur HuberSystem-Heizung, verbunden. Ihr besonderer Vorteil: Alle HuberSysteme sind schnell und individuell planbar, einfach zu montieren und zu bedienen, betriebssicher und seiner Zeit immer etwas voraus. Zudem sind sie grundsätzlich so angelegt, dass sie bei wachsendem Bedarf jederzeit erweitert werden können. Leistungsstarke Regelungstechnik Speziell für den Einsatz in mittleren bis großen HuberSystem-Heizunganlagen wurde die Regelung »ReglosSys« konzipiert, die in Eigenregie laufend weiterentwickelt wird.

Sie sorgt dafür, dass beispielsweise Kombinationen verschiedener Technologien, etwa Solar und Pellet, optimal auf einander abgestimmt sind. »So können wir die Versorgung unter allen Wetterbedingungen sicher stellen, die Energie optimal nutzen und damit die Betriebskosten möglichst niedrig halten«, erläutert Wilhelm Huber, der im Betrieb inzwischen von seinen beiden Söhnen unterstützt wird. Werden die Heizungsanlagen erweitert, wächst auch die Regelungstechnik mit, die eine Vielzahl von Komponenten auf einander abstimmt: einen Öl-, Gasbrennwert- oder Pelletkessel, einen Festbrennstoffkessel, sechs Pufferspeicher, vier Warmwasserspeicher mit Zirkulation, sechs Hoch- bzw. Niedertemperatur-Heizkreise und Solaranlagen mit bis zu fünf Solarspeichern. Insbesondere bei der Be- und Entladung mehrerer Pufferspeicher stehen damit besonders ausgeklügelte Konzepte zur Verfügung, die ohne diese Regelung kaum zu realisieren wären.

»Uns ist es wichtig, die individuellen Gegebenheiten am Einsatzort in jedem Einzelfall zu berücksichtigen.«

Durch den umfassenden Service, der auch – im Fall des Falles – die Reparatur vor Ort einschließt, wird das Leistungsprogramm des Unternehmens komplettiert. »Tag für Tag beschäftigen sich unsere Mitarbeiter mit den verschiedenen Anlagen. Sie haben daher ein Know-How, auf das auch die Fachfirmen bei Bedarf gern zurückgreifen«, so der Firmenchef. Tausendfach sind die Huber-Anlagen schon im zuverlässigen Einsatz, sparen Energie, entlasten die Umwelt und senken Kosten: tausendfache Referenzen, Allgäu-weit. Kordula Küper

Moderne Großflächenkollektoren machen inzwischen sogar 100 Prozent Solar beheizte Häuser möglich.

Familie Huber und ihr Team vor dem neuen Firmeneingang.

Wilhelm Huber GmbH Moosweg 14– 16 87545 Burgberg Telefon (08321) 6699-0 Telefax (08321) 6699-22 info@whuber.de www.whuber.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 59


Immobilienmanagement made im Allgäu

Wie Efeu in einem Garten, hinterlassen manche Unternehmen im Wirtschaftsraum Allgäu leise, aber kraftvoll ihre Spuren. Man begegnet ihren Aktivitäten immer wieder, ohne die Macher dahinter zu kennen. k + s real estate ist so ein typisches Unternehmen. Die Immobilien-Management-Firma betreut mit ihren Partnerfirmen über 4 000 Objekte im süddeutschen Raum, in Sachsen, Thüringen und im Großraum Berlin. Ihre Kunden kennen k + s als Vermieter, Verwalter, Bauträger, Projektentwickler und Facility-Management-Spezialist. 60 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


U

m das Unternehmen mit Sitz in Memmingen in seiner Gesamtheit zu verstehen, hilft ein Blick hinter die Kulissen. So verwaltet und vermietet k + s Immobilienprojekte für gewerbliche und private Auftraggeber im klassischen Sinn. Sämtliche infrastrukturellen Dienstleistungen, was auf neudeutsch Facility Management heisst, gehören ebenfalls dazu. Sie umfassen zum Beispiel Hausmeisterdienste oder die Abwicklung von Reparaturen und Instandhaltung. »Werterhaltung, die Reduzierung der Betriebskosten sowie die Steigerung der Rendite gehören zu unseren Zielen« sagt Josef Kurz, der k + s vor 24 Jahren gründete. Mit seiner langjährigen Erfahrung hat der Memminger ein geschultes Auge für Immobilien entwickelt. Über ein ausgeprägtes Kontaktnetzwerk erhält er Zugang zu Wohn- und Geschäftsimmobilien oder Grundstücken. »Unsere Philosophie heißt günstigen Wohnraum sanieren und privatisieren.« Zusammen mit seinen Partnern entscheidet er, wie mit einem Objekt im Einzelfall verfahren wird: Bleibt es als Verwaltungsobjekt im Besitz der Firma oder wird es renditeorientiert weiterverkauft?

sern ihren Immobilienwunsch erfüllen. KL kümmert sich um fachkundige individuelle Beratung, macht aktiv Werbung und ist auf Wunsch bis zur Schlüsselübergabe dabei. Auch für Modernisierungs- oder Bauleitungsarbeiten ist die Firma Ansprechpartner. »Selbstverständlich übernehmen wir sämtliche Dienstleistungen rund um die Immobilie« fügt Reinhard Loibl hinzu. Erfahrung mit Altstadtsanierung k + s real estate tritt auch als Bauträger und Projektentwickler auf. Seit 23 Jahren beschäftige man sich mit der Sanierung von zum Teil denkmalgeschützten Altstadtquartieren, sagt Josef Kurz. So wurde zum Beispiel das Hotel Goldene Steig in der Kemptener Klostersteige jüngst saniert und neueröffnet. Im Augartenweg sanierte und privatisierte k + s Wohnblocks mit insgesamt 75 Wohnungen. Der Manager betont,

BILD: FOTO SINZ

Maklerbüro in Kempten Den Verkauf und die Vermarktung der Immobilienobjekte wickelt die Partnerfirma KL Immobilienkompetenz ab. Unter der Führung von Reinhard Loibl übernimmt die Kemptener Firma sämtliche Tätigkeiten eines klassischen Maklerbüros. So können sich dort Privat- und Geschäftsleute vom Grundstück über die Zwei-Zimmer-Eigentumswohnung bis hin zu kompletten Häu-

KL-Büroempfang in Kempten.

Geplante Wohnanlage in Kempten, Augartenweg 60.

»Selbstverständlich übernehmen wir sämtliche Dienstleistungen rund um die Immobilie.« Reinhard Loibl.

KL-Geschäftsführer Reinhard Loibl (re.) mit seiner Mannschaft. 3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 61


»Die Menschen investieren wieder in Sachwerte.« Josef Kurz.

Der Firmensitz der k+s real estate.

wieviel Wert man auf eine »sozialverträgliche« Sanierung lege: »Rundumschläge sind nicht unser Stil. Wir wollen, dass die Mieter möglichst bleiben können.« Am Mindelheimer Mühlenpark errichtet die BK Objektbau derzeit 60 hochwertige Stadtwohnungen. »Viele davon sind schon vom Plan weg verkauft.« Auch die Firma KW errichtet in Ravensburg 31 Wohnungen, welche ebenfalls zum größten Teil bereits verkauft sind. Bauträgerprojekte realisiert Josef Kurz über seine Partnerfirmen KW Wohnbau, BK Objektbau, Immobiliengesellschaft im Allgäu sowie stone real estate. Mit der wirtschaftlichen Situation ist der erfahrene Immobilienmanager derzeit sehr zufrieden: »Die Menschen investieren wieder in Sachwerte.« Der Markt sei stabil und 2010 habe man das mit Abstand beste Geschäftsergebnis seit Jahren erzielen können. Thema Gastronomie 2012 feiert k + s 25-jähriges Bestehen – und bis heute ist Josef Kurz mit Leib und Seele

BK Objektbau errichtet hochwertige Stadtwohnungen am Mühlenpark in Mindelheim.

62 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


»Rundumschläge sind nicht unser Stil. Wir wollen, dass die Mieter möglichst bleiben können.« Josef Kurz.

Josef Kurz, Geschäftsführer k+s real estate.

k+s real estate GmbH & Co. KG Josef Kurz dabei. An Ideen mangelt es ihm auch nach all den Jahren nicht. Sein jüngstes Steckenpferd sind Immobilienprojekte in der Gastronomiebranche. Die Liste der Referenzprojekte im Allgäu ist lang: So soll das ehemalige LEW-Gebäude in Memmingen in neuem Glanz als Hotel- und Brauereigaststätte erstrahlen. Das Café Moritz am Weinmarkt wurde von k + s komplett neu gestaltet und »ist ein Publikumsmagnet geworden«. In Neu-Ulm hat die Immobilienfirma das ehemalige Finanzamtgebäude erstanden, um es in ein Hotel umzufunktionieren. In Wangen gehört das traditionelle Hotel Mohrenpost zur Referenzliste, in Mindelheim wird aus der Alten Mühle ein Hotel-, Gastronomie- und Museumsbetrieb entstehen. Die Projekte in Neu-Ulm, Memmingen

und Mindelheim werden mit dem Partner Barfüßer Allgäu realisiert. Ganz besonders freut sich Kurz auf die Fertigstellung eines Objektes in Ravensburg. Dort soll aus dem historischen Alten Pferdestall am Marienplatz eine originelle Bar entstehen. Und noch mehr leuchten die Augen des Immobilienmanagers, wenn er von der bevorstehenden Wiederbelebung des stadtbekannten Lokals »Weinsiegel« in Memmingen spricht. k + s beschäftigt im Immobilienbereich mit seinen Partnerfirmen insgesamt 30 Mitarbeiter. Welches Umsatzvolumen das Unternehmen bewegt, gibt Josef Kurz nicht preis. In seinen Büros in Memmingen, Kempten, Zwickau und Berlin sitzen verlässliche Partner und Mitarbeiter, die alle gut zuEdith Rayner sammenarbeiten.

KW Wohnbau GmbH & Co. KG Immobiliengesellschaft im Allgäu GmbH & Co. KG BK Objektbau GmbH & Co. KG stone real estate GmbH & Co. KG epex group Allgäu GmbH & Co. KG Barfüßer Allgäu Immobilien Verwaltungs GmbH & Co. KG Donaustraße 64 87700 Memmingen Telefon (08331) 92413-23 Telefax (08331) 92413-315 info@ks-real-estate.de www.ks-real-estate.de

KL Immobilienkompetenz GmbH & Co. KG Reinhard Loibl Bodmannstraße 34 87439 Kempten Telefon (0831) 96099-20 Telefax (0831) 96099-225 info@kl-immobilienkompetenz.de www.kl-immobilienkompetenz.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 63


Holzbau

BILD: MARTIN RUDAU

IT Werkstatt in Maierhöfen.

mit Auszeichnung Schon mehrfach wurde Zeh Holzbau für seinen virtuosen Umgang mit dem Traditionsbaustoff Holz ausgezeichnet. Im Frühjahr erhielt das Unternehmen – als einzige Allgäuer Firma – eine Anerkennung zum bayerischen und vor wenigen Tagen eine Anerkennung zum deutschen Holzbaupreis für das gewerbliche Objekt »IT-Werkstatt in Maierhöfen«.

BILD: HOLZBAU DEUTSCHLAND

E

Ullrich Huth (Vorsitzender von Holzbau Deutschland und Präsident des Deutschen Holzwirtschaftsrats DHWR), Stephan Kühne (Vorstand Deutsche Messe AG), Bauherrin Maria Anna Piendl-Metzger (nevoLAB GmbH), Günter Hoffmann (Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung), Sonja Zeh-Rudolph und Florian Holzer (beide Ulrich Zeh GmbH & Co.KG; v. li. n. re.)

64 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

in bemerkenswertes Projekt: Ein Software-Unternehmen investiert in seinen neuen Firmensitz, realisiert anspruchsvolle Architektur mit inspirierenden Arbeitsräumen und sucht den Bezug zu ungestörter Landschaft, ohne dieselbige mit dem Neubau zu stören. Schlecht tragfähiger Grund schreckt dabei nicht ab, sondern führt zwangsläufig zu einem minimalistischen Gebäude von geringem Gewicht in Holzrahmenbauweise, das auf einer von Bohrpfählen getragenen Bodenplatte erhaben über dem Terrain schwebt. Die Außenfassade aus WeißtannenSchindeln trägt dazu bei, dass sich der nur äußerlich schlichte Baukörper unaufdringlich in die Landschaft fügt. Der Gewerbebau erfüllt Passivhausstandard und nutzt geschickt die Bohrpfähle für Geothermie mit einer Wärmepumpenheizung. Ökologisch unbedenkliche Materialien, ortsansässige Firmen sowie ein sehr geringer Einsatz von grauer Energie runden das Konzept überzeugend ab.« Uneingeschränktes Lob zollte die Jury, die die Anerkennung zum Deutschen Holzbaupreis vergeben durfte, der IT-Werkstatt in Maierhöfen, in der drei Software-Entwicklungsfirmen auf rund 600 Quadratmetern arbeiten.

Die Mitarbeiter genießen die inspirierende Nähe zur Natur und das überaus angenehme, natürliche Klima in den Räumlichkeiten. Ein besonderer Dank gilt den Bauherren Martin Metzger und Maria Anna Piendl sowie dem Architekturbüro Kamm in Stuttgart. Ökologisch vorbildlich Nicht zuletzt das ausgereifte ökologische Konzept macht das Gebäude zu einem Vorreiter moderner Architektur, dies hat dazu geführt, dass die Maierhöfener Holzbaufirma Zeh als einziges Allgäuer Unternehmen mit einer Anerkennung zum bayerischen und deutschen Holzbaupreis ausgezeichnet worden ist. Bereits 2002 und 2005 durfte die Firma Zeh jeweils die begehrte Urkunde des Allgäuer Holzbaupreises entgegennehmen. Die verwendeten HolzweichfaserDämmstoffe sorgen aufgrund ihres hohen Wärmespeicherpotenziales zu einer wesentlichen Verbesserung des sommerlichen Hitzeschutzes bei und bieten dazu noch einen hervorragenden Schallschutz. Leidenschaft für Holz In vierter Generation führt Sonja Zeh-Rudolph das Unternehmen mit Begeisterung: »Holz ist für mich pure Leidenschaft.« Ihr


Der bewusste Umgang mit der Natur und mit den natürlichen Ressourcen war schon immer ein wichtiger Bestandteil der Unternehmens-Philosophie.

Expertenteam wird von Architekten und Ingenieuren immer dann hinzugezogen, wenn es um die Realisierung außergewöhnlicher Projekte geht. So ist die sogenannte »Arche«, ein Ausstellungsgebäude in Hergatz, weit über die Region hinaus bekannt. Die Bregenzer Architekten Baumschlager & Eberle setzen schon 1995 mit der außergewöhnlichen Architektur einen Meilenstein. Beim gesamten Gebäude wurde konsequent auf chemischen Holzschutz verzichtet und durch kluge Materialwahl und konstruktiven Holzschutz für die Dauerhaftigkeit des Gebäudes gesorgt. Tradition in Holz Seit Jahren hat das ökologische Bauen bei privaten Bauherren Hochkonjunktur, motiviert durch steigende Energiepreise, immer häufigere Allergien gegen moderne Baustoffe und nicht zuletzt durch die wachsende Sensibilität für Umweltaspekte und Naturschutz. Als Gleichgesinnte und zudem als eines der erfahrensten Unternehmen des anspruchsvollen Holzbaus wissen sie Zeh Holzbau an ihrer Seite. Der Name ist längst ein Synonym für umfassende Kompetenz, deren Wurzeln zurückreichen bis ins Jahr 1881, in die Küferei des Urgroßvaters von Sonja Zeh-Rudolph. Damals wie heute prägen höchste Sorgfalt und kompromisslose Qualität die Arbeit des Unternehmens, was regelmäßig durch die MPA Stuttgart überprüft wird. Vorreiter Seit den Gründungsjahren gehört das Unternehmen zu den Vorreitern seiner Branche, von ihm gingen vielfältige Impulse für Innovationen und Weiterentwicklungen aus. So war es Zeh, der als eines der ersten Allgäuer Unternehmen die Chancen der Herstellung von Brettschichtholz erkannt und schon 1970 die Leimgenehmigung erhielt. Ein Qualitätsbeweis, denn die Herstellung dieser Tragwerksteile für den Haus-

und Ingenieur-Holzbau verlangt besondere Sorgfalt. Vor 30 Jahren wurden Blöckhäuser ins Programm genommen und seit 13 Jahren werden ökologische Passivhäuser gefertigt. Eng verbunden mit der Region Der bewusste Umgang mit der Natur und mit den natürlichen Ressourcen war schon immer ein wichtiger Bestandteil der Unternehmens-Philosophie – in Verantwortung für die Kunden. So kommen bei den Holzhäusern des Unternehmens ausschließlich ökologisch unbedenkliche Materialien zum Einsatz. Das gilt auch für Leime und Dämmstoffe, so dass auch Allergiker das angenehme Raumklima symptom-frei genießen können. Dass vorwiegend heimische Hölzer aus nachhaltiger Waldwirtschaft zum Einsatz kommen, versteht sich von allein. »Viele Hersteller von Holzwaren nehmen Transportwege um den halben Erdball in Kauf«, so Sonja Zeh-Rudolph. »Eine solche Umweltbelastung aber können wir mit unserer Philosophie des konsequenten Öko-Hauses nicht vereinbaren.« Dass schon seit den 70er Jahren mit den anfallenden Holzspänen im eigenen Heizwerk Energie erzeugt wird, rundet das Bild ab. Die überschüssigen Späne werden zu Holzbriketts verpresst. Kordula Küper

Ulrich Zeh GmbH & Co.KG Obersteig 2 88167 Maierhöfen Telefon (08383) 92051-0 Telefax (08383) 92051-99 info@ulrichzeh.de www.ulrichzeh.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 65


Unverhofft kommt oft Es ist der Albtraum eines jeden Haus- und Wohnungsbesitzers. An der Wand zeichnet sich ein feuchter Fleck ab oder durch die Decke tropft sichtbar Wasser. Ob durch Naturgewalten, technische Defekte oder veraltete Leitungen hervorgerufen, solche Wasserschäden kommen innerhalb kürzester Zeit. Mit den Folgen muss sich der Hausbesitzer dafür jedoch umso länger befassen. Um die Schäden dabei so klein wie möglich zu halten, ist stets schnelles Handeln dringend notwendig.

eben den offensichtlichen Schäden wie durchnässte Möbel, gibt es eine Vielzahl deutlich schwerwiegender Folgeschäden, wie durchnässte Decken, durchfeuchteten Estrich oder abgelöste Bodenbeläge. Ob nun Rohre oder Leitungen platzen, starke Regenfälle Kellerräume überfluten lassen, oder die Zuleitung der Waschmaschine defekt ist. In jedem Fall ist schnelles Handeln angesagt. Denn das Wasser bahnt sich immer seinen Weg und es gelangt schnell in das Mauerwerk des Hauses. Dort kann es zu weiteren Schäden führen. Dies senkt nicht nur den Wohnkomfort und den Wert des Hauses erheblich, sondern kann auch gesundheitliche Risiken durch Schimmelbildung nach sich ziehen. Was aber tun und vor allem welche Firmen helfen dabei gleich weiter? Hier kann die Brawas Schadensanierung und Management Abhilfe schaffen. Der Name Brawas steht für Brand, Wasser, Sturm. Das Waltenhofener Unternehmen bietet Betroffenen schnelle und vor allem ganzheitliche Hilfe an. Von der Meldung an die Versicherung über die vermeintliche Leckageortung bis hin zur Ursachenbekämpfung entscheiden

N

Stefan May und Andreas Habunek führen gemeinsam den Dienstleistungsbetrieb in Waltenhofen.

66 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

sich die Kunden hier für ein komplettes Schadensmanagement. Spezialisiert hat sich der Dienstleister aus Waltenhofen auf die Abwicklung bei Brand-, Wasser- und Sturmschäden. Seit 1998 leitet Stefan May das Unternehmen, das sich im Laufe der Jahre stetig weiterentwickelt hat. In der Anfangszeit kümmerte sich die Firma zunächst nur um Betonsanierung und Rissverpressung sowie Abdichtungen und Sanierungen von feuchtem Mauerwerk. Zusammen mit seinem Geschäftspartner Andreas Habunek baute er die mittelständische Firma May & Habunek mitsamt dem Dienstleistungsangebot weiter aus. Seit einem Jahr arbeitet der Betrieb nun unter dem Namen Brawas Schadensanierung und Management. »Nur unser Namen hat sich geändert. Unsere Serviceleistungen sind unverändert geblieben, ebenso wie unsere bewährt gute Arbeit«, erklärt Habunek mit einem zufriedenen Lächeln auf dem Gesicht. Allein durch Brandund Wasserschäden entstehen bei Industrieunternehmen, Gewerbekunden und Privatkunden jedes Jahr enorme Sachschäden. Gebäude und Produktionsstätten müssen schnellstmöglich wieder in Stand gesetzt werden, damit es nicht zu weiteren teuren Betriebsausfällen kommt. In solchen Ausnahmesituationen ist es daher nur von Vorteil, wenn die gesamte Abwicklung durch ein kompetentes Krisenmanagement übernommen wird. Während sich die Mitarbeiter auf die Schadensbehebung vollkommen konzentrieren können, kümmert sich der Innendienst der Firma Brawas um die Schadensmeldung beim Versicherer, beginnt mit


vice ist so ausgelegt, dass die Kunden möglichst ihre Nerven schonen können«, so Habunek. Auf diesen Service bauen inzwischen Baugenossenschaften, Wohnungsverwaltungen und Versicherungsgesellschaften in der Region. Von der systematischen und kompetenten Abwicklung können schließlich alle Beteiligten profitieren. »Wir wollen unseren Kunden so zu einer schnellen Objekt- oder Wohnqualität verhelfen.«

Brawas GmbH Industriestraße 35–37 87448 Waltenhofen Telefon (0831) 5238338-0 Telefon (0831) 5238338-13 Info@brawas.de

Sina Weiß

Bild unten: Weiss, Bildleiste oBen: Fotolia.com/mhp, oriontrail, WolFgang ciBura (v.li.)

der Ursachenermittlung und -behebung und sorgt für die Berichterstellung für die Versicherungsabwicklung. Alle Schritte zur Regulierung der Schäden werden dabei immer wieder zwischen dem Betroffenen und dem Versicherer abgestimmt. Wer zusätzlich Hilfe bei der vollständigen Wiederherstellung des Gebäudes oder der Betriebsstätte benötigt, wird hier natürlich weiterhin tatkräftig unterstützt. »Nach einem Schadensereignis läuft vieles durcheinander. Der Ser-

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 67


BILDER: KOBER/RIMMEL

Die Brille kommt zu Ihnen

Daniela Rimmel hat ständig eine Auswahl von 240 Brillen mobil in ihrem Kofferraum dabei.

Fisch-Brillenhalter: der neueste Renner.

Mit ihrem Amazonas grünen Skoda Yeti kommt Daniela Rimmel in jeden Winkel des Allgäus. Die »rasende« Optikerin fährt in jeden einsamen Weiler, in jedes kleine Dorf, auf jeden höher gelegenen Berg. Genau das war ihre Intention, als sich die Augenoptikermeisterin Anfang des Jahres selbstständig gemacht hat. »Ich habe vorher bei einem Augenarzt gearbeitet. Das hat mich inspiriert, den Menschen zu helfen, die nicht so leicht zu einem Optiker in die Stadt kommen. Ich habe gemerkt, dass diese Leute so dankbar sind«, erzählt die 41-jährige quirlige Powerfrau. Und so drehte sie den Spieß eben um: Die Menschen, die auf eine Sehhilfe angewiesen sind, müssen nicht mehr in den Laden in die Stadt fahren, sondern die Brille kommt zu ihnen nach Hause – oder ins Büro oder Seniorenheim oder Krankenhaus. So lautet auch der Slogan der Jungunternehmerin.

Sehtestgeräte und Brillen fahren im Kofferraum mit Vom Sehtest übers Aussuchen einer Brille bis zur Lieferung der fertigen Brille – Daniela Rimmel hat alles im Portfolio, was ein stationärer Optiker auch bietet und noch so manches mehr. Im großen Heckraum des Skoda Yeti ist alles gut in Boxen und Koffern verstaut. Zunächst werden Sehtest, Farbtest und Tiefensehtest an einem hochmodernen Sehtestgerät gemacht, das die Augenoptikermeisterin über ihren Hightech-Computerbildschirm steuert. In einem zweiten Schritt greift die 41-Jährige zu ihrem Gläser-

68 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


»Die Leute sind entspannter und ich kann das Problem vor Ort erfassen, wo es ist, … messkasten, wie man ihn vom Optiker oder Augenarzt kennt, um die Dioptrienzahl für die Nahsicht-, Weitsicht- oder Gleitsichtbrille zu bestimmen. Und zum Schluss holt sie ihre zwei Musterkoffer, in denen sie immer bis zu 240 Brillen mobil dabei hat. In aller Ruhe kann sich der Kunde dann seine Brille zu Hause in der gewohnten Umgebung aussuchen. Nach ein bis zwei Wochen liefert Daniela Rimmel die fertige Brille nach Hause. Die Gläser baut sie in ihrer eigenen Werkstatt ein, wo sie auch Reparaturarbeiten ausführt. »Viele haben Angst, dass der mobile Optikerservice nicht funktioniert oder dass sie keinen Ansprechpartner haben, wenn mit der Brille etwas nicht stimmt, doch beides ist nicht der Fall«, räumt die sportliche Frau, die voller Energie und Ideen steckt, sämtliche Vorurteile aus. Ganz entspannt zu Hause eine Brille aussuchen Im Gegenteil: Mittlerweile hat sie die Erfahrung gemacht, dass die Menschen ihre Dienstleistung sehr zu schätzen wissen. »Ganz viele sagen, dass es zu Hause in den eigenen vier Wänden viel relaxeder ist, eine Brille auszusuchen. Die Leute sind entspannter und ich kann das Problem vor Ort erfassen, wo es ist, beim Hobby, vor dem Fernseher oder am Arbeitsplatz vor dem Computer«, erklärt Rimmel. Denn der mobile Optikerservice ist nicht nur für ältere oder kranke Menschen gedacht, die auf ihrem Dorf keinen eigenen Optiker haben, sondern auch für Berufstätige, die erst spätabends das Büro verlassen, wenn die Läden schon geschlossen haben. »Ich komme auch direkt ins Büro. Man spart sich Zeit, man spart sich den Weg zum Optiker, und es kostet weniger Nerven und Stress«, fasst die 41-

Jährige die Vorteile zusammen. Und die Kunden haben immer eine feste Ansprechpartnerin. Modernste Infrarot-Skiaskopie für Kinder im Kindergarten Während ihrer Zeit beim Augenarzt hat die Augenoptikermeisterin jede Menge Erfahrung beim Messen und mit Augenkrankheiten gesammelt. »Ich darf zwar keine Diagnose stellen, aber wenn ich etwas erkenne wie Grauen oder Grünen Star, dann kann ich die Betroffenen umgehend zum Augenarzt schicken.« Denn sie weiß aus ihrer langjährigen Tätigkeit, dass manche Augenkrankheiten frühzeitig behandelt werden müssen, vor allem bei Kleinkindern. Mit ihrem ultramodernen Infrarotskiaskopie-Gerät kann Daniela Rimmel beide Augen gleichzeitig fotografieren. Auf dem Ergebnisbild erkennt sie sofort, ob Babys oder Kleinkinder schielen, kann die Pupillendistanz messen, Kurz- und Weitsichtigkeit herausfinden und auch die so genannte Anisometropie, den Stärkenunterschied zwischen beiden Augen. »Wenn man frühzeitig mit Korrektur gegensteuert, kann man noch viel bewirken«, weiß sie aus Erfahrung. Deshalb würde sie diese Infrarotskiaskopie gern in den Kindergärten im Allgäu oder jungen Müttern anbieten, um sehschwächere Kinder herauszufiltern und diese zum Augenarzt zu schicken. »Nur bis zum sechsten Lebensjahr ist das Augen lernfähig. Was es bis dahin nicht gelernt hat, kann man auch später nicht mehr mit einer Brille korrigieren«, erklärt die Augenoptikermeisterin. Und weiter: »Im Kleinstkindesalter kann ein Auge, das schlecht sieht, noch durch Abkleben des stärkeren Auges korrigiert werden. Das Auge muss frühzeitig trainiert werden, damit die Bilder scharf geliefert werden.« Serviceangebot für Unternehmen und Fahrschulen Auch Unternehmen bietet Daniela Rimmel diesen Infrarotskiaskopie-Service an: »Ich

komme in der Mittagspause ins Büro und habe auf Knopfdruck in 30 Sekunden das Ergebnis.« Das dient der Arbeitssicherheit der Arbeitnehmer, insbesondere wenn diese an Maschinen arbeiten müssen. Im großen Kofferraum des Skoda Yeti hat sie auch ein Führerschein-Sehtestgerät dabei. »Damit kann ich den offiziellen Führerscheinsehtest machen und komme am Abend vor oder nach dem Unterricht in die Fahrschulen«, erklärt sie. Die 41-jährige Mutter versprüht jede Menge Lebenslust und Elan und sagt: »Ich liebe das Allgäu und die Berge.« Deshalb genießt die »rasende« Optikerin es auch, mit ihrem Skoda Yeti von Dorf zu Dorf zu flitzen und den Menschen zu helfen, die nicht mehr Carolin Kober so mobil sind.

… beim Hobby, vor dem Fernseher oder am Arbeitsplatz vor dem Computer.«

Rimmel Optik Daniela Rimmel Augenoptikermeisterin Mühlweg 12 87654 Friesenried Telefon (08347) 9209494 Telefax (08347) 9209492 Mobil (0160) 7705353 info@rimmel-optik.de www.rimmel-optik.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 69


Uriges Wirtshaus

Wieder einmal hat der Vollblut-Gastronom Martin Knie mit seinem Sohn Christian den richtigen Spürsinn bewiesen: Mit dem Umbau des Kastaniengartens in die Alp-Villa hat er einen urigen, gemütlichen Stadl mit alpenländischem Flair für die Gäste geschaffen – ideal auch für Hochzeiten, Geburtstags- und Jubiläumsfeiern, Firmen-Events und Weihnachtsfeiern oder kulturelle Veranstaltungen wie Kabarett oder Konzerte.

D

ie Familie Knie ist bereits seit mehr als 30 Jahren in der Gastronomie und Hotellerie tätig und kennt die Wünsche ihrer Gäste. Neben drei Hotels in Kaufbeuren, Oberbeuren und Buchloe betreibt sie zwei Sportbars in Buchloe und Neugablonz, den idyllischen Schloss-Biergarten mit eigener Konditorei in Türkheim und einen Partyservice für die private Gartenparty bis zum Großevent mit 1 000 Personen. Das kleine Imperium betreibt Martin Knie zusammen mit seinem Sohn Christian, der sein Handwerk als Koch von der Pike auf gelernt hat und federführend für die Alp-Villa verantwortlich ist. Gelungener Umbau 2005 wurde der Kastaniengarten als überdachter Biergarten eröffnet. Doch bereits damals hatte Martin Knie die Pläne für die Alp-Villa im Hinterkopf. Im Gastronomieund Hotelleriegeschäft macht ihm keiner so leicht etwas vor, alle seine Aktionen sind wohlüberlegt. Und so begannen die Vorbereitungen und Planungen zur Alp-Villa vor zwei Jahren. Als ausführenden Partner für

70 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

die Inneneinrichtung und Gestaltung suchte er sich eine österreichische Schreinerei, die auf Erlebnisgastronomie spezialisiert ist. Im November begannen die Umbauarbeiten, Mitte Mai war die Eröffnung. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und beeindruckt: Der ehemalige Kastaniengarten hat sich in ein uriges Wirtshaus verwandelt. Hell, freundlich, rustikal Die Alp-Villa bietet Patz für bis zu 300 Personen. Das Wirtshaus im alpenländischen Flair wird von rustikalem Altholz dominiert. An der hohen Decke, die dem Raum viel Offenheit und Transparenz verleiht, hängen alte Gerätschaften aus dem Handwerk wie Fässer und Wagenräder. Die bodentiefen Fenster an der Seite zum Biergarten durchfluten den Raum mit viel Licht und Sonne. Der besondere Clou: Die komplette Glasfront kann bei schönem Wetter im Sommer geöffnet werden, so dass Wirtshaus und Biergarten, der für nochmals 150 Personen Platz bietet, ineinander übergehen. Die großen Eichenholzdielen am Boden lassen den Gesamteindruck stimmig erscheinen. Das

Altholz, kombiniert mit einigen roten Backsteinelementen, verleihen dem Stadl ein rustikales Flair. Passend dazu wurden Tische aus Eichenholz ausgewählt. Und obwohl der Raum auf den ersten Blick riesig erscheint, ist er doch in kleine Nischen unterteilt, wo man auch einen netten Abend zu zweit verbringen kann, ohne dass man sich verloren fühlt. Ideal für große Events Ideal ist das Wirtshaus für Großveranstaltungen – von Geburtstags- oder Hochzeitsfeiern über Firmen-Events, Jubiläums- oder Weihnachtsfeiern bis hin zu kulturellen Veranstaltungen. »Wir sind mit einer professionellen Beschallung ausgestattet, haben eine Großbildleinwand von drei auf vier Meter für Präsentationen und eine Bühne mit acht auf sechs Metern für Live-Bands«, erklärt Christian Knie, der viel Wert auf modernste Technik legt, besonders auch in der Küche. Alles ist offen und transparent gestaltet. Die Gäste erhalten Einblick in die große Schänke, entlang dieser die große Büffetstraße verläuft, zu der auch ein Grill für Live-Cooking


mit alpenländischem Flair

in Buchloe

Der Biergarten bietet 150 Personen Platz.

gehört. Die Familie Knie hat viel Liebe zum Detail bewiesen. In der urigen Skihütte oder an der Bar lassen sich in intimer Atmosphäre kleine private Events ausrichten. Große kulinarische Auswahl Ebensoviel Wert wie auf die Einrichtung hat die Familie Knie auf die Speisekarte gelegt. Bereits ab 9 Uhr haben die Gäste ein große Frühstücksauswahl – von süß bis herzhaft, von rustikal bis italienisch. Beim À-la-carteEssen kommen alle Geschmäcker auf ihre Kosten. Die schwäbisch-bayerischen Spezialitäten, aber auch mediterrane und vegetarische Küche und leichte Salatvariationen lassen keine Wünsche offen. Wer es eher deftig mag, der wird in der großen Brotzeitkarte fündig. Eine große Eiskarte und Kuchen aus der eigenen Konditorei runden das kulinarische Angebot ab. Ab September bietet Christian Knie zusätzlich emenabende an: dienstags Flammkuchen, mittwochs Gefügelabend, donnerstags Steaks und Freitags toskanische Küche. Schon jetzt gibt es am Donnerstagvormittag bis 12.30 Uhr kesselfrische Weißwürste. Neben Bierspezialitä-

Urige Skihütte.

Bilder: KoBer (1), Alp-VillA (5)

Bis zu 300 Gäste finden in der Alp-Villa Platz.

ten der Aktienbrauerei Kaufbeuren, Kaffeegenuss aus dem Hause Seeberger und leckeren Fruchtsäften von Merk, die alle die Familie Knie seit mehr als 20 Jahren begleiten, werden Weine vom eigenen Weingut in der Südpfalz angeboten: herrlich leichte Weißweine wie Chardonnay, Riesling oder Weißburgunder und feine Rotweine wie Dornfelder und Portugieser. Ideale Lage Die Alp-Villa kann also nicht nur mit ihrer originelle Einrichtung, sondern auch mit ihrem reichen kulinarischen Angebot punkten. Und das sieben Tage die Woche – ohne Ruhetag! Dabei stehen großzügige Parkplätze für Busse und Pkw zur Verfügung. Und die Lage ist ideal am südöstlichen Ortsrand von Buchloe, nur zwei Kilometer von der Autobahnausfahrt Buchloe-Ost entfernt und doch mitten im Grünen. Carolin Kober

Das Alp-Villa-Team mit Martin Knie (re.), Sohn Christian und Schwiegertochter Anja.

Alp-Villa Münchener Straße 44 86807 Buchloe Telefon (08241) 9960930 Telefon (08241) 9960931 www.alp-villa.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 71


Das

süße Leben in Lindau W W

»Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann«, sangen einst Trude Herr und später Dirk Bach. Ein Partyklassiker, den noch heute jeder mitsingen kann. Nun sahen die beiden dabei witzigerweise so aus, als ob sie süßen Genüssen gegenüber keinesfalls unverführbar wären. Und sicher ist es am besten, wenn man beides hat: Im Idealfall einen zuckersüßen Mann – der uns die Schokolade schenkt!

Ein starkes Team: Künstlerin Stefanie Steinmayer (li.), die die schönen Verpackungen für die Vogler-Schokoladen gestaltet und Daniela Vogler, die das Café Vogler gemeinsam mit ihrem Mann Michael leitet und sich die vielen kreativen Rezepturen für die Schokoladen ausgedacht hat.

72 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

er Schokolade der besonderen Art verschenken möchte, sollte sich einmal auf den Weg nach Lindau machen. Denn im dortigen Café Vogler, einem alteingesessenen Familienbetrieb, gibt es Schokoladen der allerfeinsten Art. Nicht nur, dass sie handgeschöpft sind. Nicht nur, dass die Rezepturen ihresgleichen suchen. Herrlich raffiniert sind nicht nur die Geschmackssorten; jede Schokolade hat auch ihren individuell-kreativen Namen. Und noch dazu sind diese Köstlichkeit von der Insel auch noch selten schön verpackt. Dass dies so ist, liegt an zwei Frauen, die sich gesucht und gefunden haben. Das ist Daniela Vogler, die die traditionsreiche Lindauer Konditorei mit ihrem Mann Michael führt. Und das ist die Lindauer Künstlerin Stefanie Steinmayer. Daniela Vogler zaubert immer wieder neue, raffinierte Geschmacksrichtungen und sorgt zusammen mit ihrem Team dafür, dass die Regale stets frisch aufgefüllt sind. »Da muss schon mal abends auch die ganze Familie ran«, sagt sie. Denn, wie gesagt, alles ist Handarbeit. »Statt Spieleabend werden dann eben mal Trüffel einstanioliert.« Denn in der Konditorei Vogler, direkt auf der Insel Lindau im schönen Bodensee, legt man viel Wert auf Tradition und die Verwendung allerbester Zutaten. So entstehen dünne, zart-


Schokolade

verführt und macht glücklich. Im Film »Chocolat« mit Juliette Binoche erlebt man, auf welch sinnliche Art und Weise gleich ein ganzes Dorf der süßen Götterspeise verfällt. Am besten: Film anschauen – und danach gleich ins Cafe Vogler: Schokolade probieren!

schmelzende 50-Gramm-Tafeln, die einen unvergesslichen Genuss bescheren. Verpackungen von Künstlerin gestaltet Genuss und Freude bereitet jedoch nicht nur das Interieur der Täfelchen. Worüber sich der Gaumen freut, wenn er die Schokoladen kostet, das ist die Freude für die Augen, vor dem Öffnen der Täfelchen. Fast ist man versucht, sie gar nicht erst aufzumachen – so schön sind die Verpackungen. Gestaltet hat diese Stefanie Steinmayer, die ihre Originalbilder auch im Café ausstellt. Sie arbeitet unter anderem mit handgeschöpften und geprägten Büttenpapieren, die ideenreich bemalt, vergoldet und versilbert werden. Genau die richtige Bilderwelt, um die zarten Schokoladenspezialitäten würdig zu verpacken. Eine wahrhaft köstliche Symbiose zweier Künstlerinnen, die das Leben von ihrer schönsten Seite sehen und ihre Kunden daran teilhaben lassen wollen.

sicht«, »Honigkuchenpferd«, »Lachender Leuchtturm« oder »Inselglück«. Da läuft einem das Wasser schon im Mund zusammen, bevor man gekostet hat. Und wenn man dann noch liest, was drinnen ist: Weiße Schokolade mit aromatischen Erdbeeren vom Bodensee, Bio-Vollmilch-Schokolade mit Valrhona-Knusperperlen und Karamellaroma, feinherbe Schokolade mit Zimt-Apfelchips, geröstete Mandeln und Amaretto zum Beispiel. Weitere

Zutaten: Cranberries, geröstete Pinienkerne, Orangen in Krokant, Hibiskusblüten mit Limonen, Honig-Lebkuchenstückchen – oder gar Chili. Man kann sie gar nicht alle aufzählen, man muss sich hineinbegeben in das Schokoladenparadies. 28 Sorten sind es mittlerweile, die es zu entdecken gilt. Neu sind übrigens auch Diätschokoladen. Mit so vielversprechenden Namen wie »Das süße Leben«, »Lebensfreude« oder »Kleines Mitbringsel«.

Daniela und Michael Vogler mit ihren Mitarbeiterinnnen.

»Inselglück« und »Lachender Leuchtturm« Jede Tafel Schokolade hat ihr eigenes, künstlerisches Outfit. Und jede Tafel hat auch ihren eigenen Namen. »Sonnentag« zum Beispiel, oder »Von Herzen«, oder »Alles Blüht«, »Schöne Zeiten«, »Bodenseezeit«, »Löwenleckerei«, »Sommerfrische«, »Schöne Aus3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 73


Art

Schokolade der

allerfeinsten

Und­nicht­nur­Schokoladentäfelchen­werden­bei Vogler­ hergestellt:­ Es­ gibt auch­ köstliche­ Pralinen und­ Trüffel­ aus­ eigener Herstellung.­ Auch­ diese kunstvoll­ verpackt­ und mit­ klingenden­ Namen wie­»Seepralinchen«,­»Feine­Inselmischung«,­»Lindauer­Genuss«­und­»Kleine Bodenseereise«. Genießen­kann­man­all­dies­im­klassischschönen­ Stammhaus­ des­ Café­ Vogler­ im ­Inselgraben­oder­auch­im­stylishen­CornerCafé,­direkt­an­der­Lindauer­Seepromenade mit­ einzigartigem­ Blick­ auf­ die­ Hafeneinfahrt­und­die­Alpen.­Dort­gibt­es­zu­jeder ­Tageszeit­ vielfältige­ Genüsse:­ Vom­ Frühstück­ über­ den­ Mittagslaunch,­ natürlich ­Kaffee­ und­ Kuchen­ bis­ hin­ zum­ romantischen­Dinner­am­Abend­–­eine­reichhaltige Karte­ bietet­ eine­ Vielzahl­ regionaler­ und südlicher­Spezialitäten.­Und­wer­jetzt­nicht sofort­nach­Lindau­fahren­kann,­der­kann

sich­all­die­Köstlichkeiten­auch­im­Internet ansehen­–­und­natürlich­auch­bestellen. Sonderanfertigungen für Unternehmen Apropos­bestellen:­Auch­das­ist­eine­Besonderheit­ der­ Konditorei-Café­ Vogler.­ Denn da­alles­Handarbeit­ist,­kann­auch­individuell­gearbeitet­werden.­So­ist­es­beispielsweise auch­möglich,­ein­eigenes­Logo­oder­eine­eigene­Banderole­auf­der­Schoko-Verpackung anzubringen.­ Und­ auch­ Konfektschalen oder­ Dosen­ können­ individuell­ gestaltet und­ bedruckt­ werden.­ Was­ zunehmend auch­Firmen­mit­Begeisterung­nutzen.­Oft kämen­die­Kunden­auch­mit­eigenen­Anregungen,­»die­wir­dann­versuchen,­umzusetzen«.­Die­Firmenchefin­persönlich­vereinbart­gerne­einen­Beratungstermin­für­Unternehmer,­was­im­Übrigen­auch­für­interessierte­Wiederverkäufer­gilt.­»Wir­sehen­das als­eine­schöne­Möglichkeit­für­Firmen­an, sich­etwas­Besonderes­erarbeiten­zu­lassen. Firmen­können­damit­auch­die­Wertschätzung­ gegenüber­ Kunden­ beteuern,­ damit dokumentieren:­Du­bist­mir­wichtig!«

Die Brauerei Meckatzer ist ein Unternehmen, das schon seit Jahren mit der Familie Vogler partnerschaftlich zusammenarbeitet. Wobei die Bierschokolade mit gemälzter Gerste eher ein Zufallsprodukt war, wie Daniela Vogler berichtet. »Ich habe das zufällig entdeckt. Und gemälzte Gerste schmeckt gar nicht wie Bier, eher wie Haselnüsse«, sagt sie. Allgäuer Wirtschaftsmagazin (AWM): Wie kamen Sie denn auf die Schokolade? Passen denn Bier und Schokolade überhaupt zusammen? Simon Schnepf: »Bier­und­Schokolade­passen­natürlich­auf­den­ersten­Blick­nicht­unbedingt­zusammen.­Wir­als­Meckatzer­Löwenbräu­haben­uns­einer­Kultivierung­des Bierkonsums­ verschrieben,­ hin­ zum­ maßvollen­Genuss.­Zum­Genuss­gehören­aber natürlich­auch­andere­Leckereien,­hier­liegt uns­vor­allem­eine­handwerkliche­Fertigung, in­diesem­Fall­Schokolade,­mit­regionalen Produkten­am­Herzen.­Daher­veranstalten wir­auch­unseren­Genießermarkt,­zu­dem wir­auch­viele­regionale­Hersteller­von­teils außergewöhnlichen­Produkten­eingeladen ­haben.«

Über die Zusammenarbeit mit dem Café Vogler sprachen wir mit Simon Schnepf, dem Leiter Einkauf bei Meckatzer.

74 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

AWM: Wie sieht die Zusammenarbeit mit dem Café Vogler konkret aus? Schnepf:»Wir­beliefern­Voglers­mit­unseren Bierspezialitäten­ in­ deren­ Gastronomien und­ beziehen­ im­ Gegenzug­ allerlei­ süße

­ eckereien.­So­zum­Beispiel­für­unser­jährL liches­Genießerpaket­mit­verschiedenen Spezialitäten­aus­der­Region:­Das­waren 2008­ein­3er-Set­Biertrüffel,­2009­die­Tafelschokolade­ ›Weiss-Goldener­ Knuspertraum‹­ und­ 2010­ der­ ›Weiss-Gold-Taler‹ mit­karamellisierter­Gerste.« AWM: Warum gerade die Schokolade von Vogler? Schnepf: »Familie­ Vogler­ ist­ für­ uns­ ein ­Synonym­ für­ die­ handwerkliche,­ liebe­volle,­kreative­und­qualitativ­hochwertige Herstellung­von­süßen­Spezialitäten­und daher­für­uns­ein­optimaler­Partner.« AWM: Wie haben Ihre Kunden bzw. diejenigen reagiert, denen Sie mit Ihrer Schokolade sicher Freude bereitet haben? Schnepf: »Unsere­Kunden­reagieren­Jahr für­ Jahr­ begeistert­ auf­ unser­ Genießer­paket­und­natürlich­auf­die­Spezialitäten der­Familie­Vogler.«


als

Leidenschaft

Schokolade

Wer Daniela Vogler trifft, wird ihre Leidenschaft für die Schokolade förmlich spüren. Schokolade, sagt sie, setzt Endorphine, Glückshormone frei. Dass diese bei ihr wirken, ist nicht zu übersehen. Dabei hat sie eigentlich Zahnarzthelferin gelernt und diesen Beruf auch acht Jahre ausgeübt, bis sie nach einem Aussteigerjahr in Amerika und anschließenden fünf Jahren in den Diensten der Lufthansa, wo sie sich auch Rüstzeug für Service und Stressmanagement holen konnte, wieder in ihre Geburtsstadt Lindau zurückkam – und dort ihren Mann kennen und lieben lernte. Davor lernte sie – familienbedingt – auch noch andere Städte kennen. Aber Insulanerin (im Herzen) ist sie immer geblieben. So kannte sie natürlich auch das Café Vogler. Hatte es aber 17 Jahre nicht mehr gesehen. Dass sich ihr Michael aber noch an ihren Namen erinnerte, das freute sie schon sehr. »Es war wie zuhause ankommen«, sagt sie im Nachhinein. Mittlerweile haben sie auch zwei Kinder, 14 und 16 Jahre alt. »Beide am Ruhetag geboren«, wie die stolze Mutter berichtet. So engagiert die tüchtige Geschäftsfrau ist, wäre etwas anderes auch kaum denkbar gewesen. Schlüsselerlebnis Süßwarenmesse Ein Schlüsselerlebnis für die Schokolade war schließlich ein Besuch der Süßwarenmesse ISM in Köln. Zwar gab es auch früher schon Pralinen im Café Vogler. Aber Daniela Vogler meinte so etwas wie einen Schokoladen-Hype zu verspüren und hat sich umgehend mit hochwertigen Schokoladen befasst. Wobei sie auch nicht alles umgekramt hat. Die Inselschoki zum Beispiel, berichtet sie, würden noch immer in den Formen wie vor 50 Jahren gegossen. Aber einmal angefangen, war sie mit ihren Schokoladen nicht mehr zu bremsen. »Ich habe mich auf die Reise gemacht, geschaut, was soll rein in die Schokoladen, habe experimentiert. Und dann sollte es ja auch jeweils zu Lindau passen.« Einen Winter lang habe sie praktisch nur Schokolade getestet. »Das hat mich vier Kilo gekostet«, gesteht sie schmunzelnd.

Konditorei-Café Vogler Inselgraben 88131 Lindau im Bodensee Telefon (08382) 944420 www.cafe-vogler.de

Maria Anna Weixler-Gaci 3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 75


Erster Spatenstich für werbe blank sports arena in Sonthofen Sport verbindet, weckt Leidenschaft und Emotionen. Dasselbe versucht die Werbung bei der Vermarktung von Produkten zu erzielen. Wenn nun beide Disziplinen zusammenarbeiten, entsteht ein perfektes Zusammenspiel. Was ist aber ein Spiel, ohne die entsprechende Kulisse? Mit dem Spatenstich der neuen werbe blank sports arena in Sonthofen beginnt das sportliche Heimspiel für die Region.

W Andreas Zöbisch, Geschäftsführer der Media-und Werbeagentur werbe blank.

o früher das Vereinsheim des 1. FC Sonthofen stand, ist nun der Grundstein für den Bau einer modernen Sportarena gelegt. Der Anstoß für das feierliche Ereignis wurde durch die Bauherrengemeinschaft Deutscher Alpenverein – Sektion Allgäu-Immenstadt e.V., Investor-Familie Buchmann und die Sonthofener Sportstätten Betriebs GmbH ausgeführt. Im Oktober wird die neue Sportarena schließlich eingeweiht. »Mit der neuen Arena wird den Sportlern aber auch Kindern und Jugendli-

chen ein Ort für sportliche Aktivitäten und Freizeit geboten«, so Andreas Zöbisch, Geschäftsführer der Werbeagentur werbe blank. Für die sportlich engagierte Werbeagentur ist es ein besonderes Spielfeld. Denn die Agentur ist nicht nur der Namensgeber des Neubaus, sondern wird auch zukünftig die interne und externe Vermarktung übernehmen. Das Angebot für Sportler ist vielfältig. »Im Erdgeschoss wird eine Fußballhalle mit zwei Kunstrasen-Spielfeldern der neuesten Generation entstehen«, erklärt Zöbisch. »Vor allem auch Schulklassen und Vereine werden das neue Angebot nutzen«. Damit die spannenden Turniere auch von vielen Zuschauern verfolgt werden können, wurde in der Planung ein großzügiger Bereich dafür eingeplant. Und während sich auf dem Kunstrasen die Torschützen bejubeln lassen, werden im Kellergeschoss die Schützenkönige gefeiert. Unterhalb der Arena befindet sich eine große Bogenschießan-

Die werbe blank sports arena in Sonthofen soll schon im Herbst fertig gestellt werden. Mehr zum Bauablauf unter www.werbe-blank-arena.de.

76 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


lage, die Treffpunkt für die königlich privilegierte Schützengesellschaft Sonthofen ist. Wen es jedoch höher hinaus zieht, der findet mit dem deutschen Alpenverein den idealen Partner in diesem Projekt. Mit einer der modernsten Kletteranlagen werden hier Gipfelstürmer fit gemacht. Im Obergeschoss befinden sich dann zusätzliche Räume, die zum einen dem FC Sonthofen als Vereinsräume dienen und zum anderen auch für Schulungszwecke genutzt werden können. Räumlichkeiten, wie großzügige Spieler- und Umkleidekabinen, moderne Duschanlagen, Technik- und Materialräume sowie Garagen und Lagerflächen vervollständigen die umfangreiche Ausstattung. Insgesamt wird in der neuen Sportarena viel Wert auf sportliche Unterhaltung gelegt. Im Gastrobereich finden sowohl aktive Sportler als auch begeisterte Zuschauer ei-

nen Platz zum Einkehren. Mehrere Videoboards und ein großer TV-Monitor sorgen hier für ein cineastisches Flair. Hier lassen sich Sportübertragungen bei kulinarischen Köstlichkeiten entspannt genießen. Sucht dennoch jemand noch einen ruhigen sportlichen Anreiz, dann bietet ein moderner Golfsimulator weitreichende Herausforderungen. »Die Arena besitzt viele Facetten. Wir sind wirklich Stolz darauf, dass die Arena den Namen unserer Agentur tragen wird«, verkündet werbe blank Geschäftsführer Andreas Zöbisch. Alles Werbung Was aber bewegt nun eine Full-ServiceAgentur dazu, sich bei einem solchen Projekt zu beteiligen? »Nun, im Sport geht es um Fitness, Ausdauer, Stärke und vieles mehr«, so Andreas Zöbisch. »Dasselbe gilt

Vanessa Ochsenreiter (werbe blank, li.) sowie Michael und Eva Buchmann (Investoren-Familie, 2. v.li und rechts außen) mit den Fußballern der Jugend des 1. FC Sonthofen.

Bauherren und Investorenvertreter beim ersten Spatenstich am 8. April 2011.

natürlich auch für die Vermarktung von Produkten. Ohne diese Aspekte hat Werbung wenig Aussicht auf Erfolg.« Und so verwundert es nicht, dass die Full-Service Agentur werbe blank seit Jahrzehnten zu den großen Agenturen im Allgäu zählt. Die Agentur arbeitet vielseitig. Ob nun im touristischen oder wirtschaftlichen Bereich, werbe blank versteht sich auf die integrierte Kommunikation. Sämtliche Aufgaben, von der Konzeption, der Illustration bis hin zur Druckvorstufe und geeigneten Werbemitteln, werden hier in einem Unternehmen durchge-

»Im Sport geht es um Fitness, Ausdauer, Stärke und vieles mehr. – Dasselbe gilt natürlich auch für die Vermarktung von Produkten.«

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 77


führt. Jahrelange Erfahrung und Know-how in allen Produktionsbereichen tragen dazu bei, die Aufträge der Kunden schnell, flexibel und professionell abzuwickeln. Dabei gehen die Dienstleistungen der Agentur weit über den reinen Printbereich hinaus. »Kunden stellen heute höhere Anforderungen und es reicht längst nicht mehr aus, nur im Printbereich präsent zu sein«, erklärt Zöbisch. Deshalb besteht die Mannschaft von werbe Blank aus vielen kompetenten Spielern, die sich gegenseitig die Ideen zuspielen, und so den Kunden auf ganzer

Ob im touristischen oder wirtschaftlichen Bereich, werbe blank versteht sich auf die integrierte Kommunikation.

Linie zum Erfolg führen. Die Kunden bekommen sämtliche Kommunikationsdienstleistungen nicht nur aus einer Hand, sondern finden alles auch unter einem Dach. Ob Print, Online, Fotografie, Werbemittel oder Verlag, erst das direkte Zusammenspiel zeigt die Stärke des Unternehmens. »Unser Trumpf ist das Fachwissen und die Erfahrung jedes Einzelnen«, sagt Andreas Zöbisch. »Gemeinsam mit unseren Kunden entwickeln wir individuelle, auf den Kunden zugeschnittene Konzepte und setzen diese mit moderner Technik erfolgreich um.« Für die erdachten Werbekampagnen wird gezielt ein Mediaplan erstellt, um so die Kampagne in den unterschiedlichen Medien zu platzieren. Auch für die Online-Umsetzung wird hier gesorgt, damit die Kampagne im World Wide Web die Zielgruppe schließlich erreicht. So unterschiedlich die einzelnen Kunden sind, so vielseitig sind die verschiedenen Formate. Von kleinen Firmen- oder

Hauszeitungen bis hin zu Broschüren und Kataloge setzen die Kreativen alles um. Die Handschrift des Unternehmens zeigt sich vor allem bei den Gastgeberkatalogen für das gesamte Allgäu und den benachbarten österreichischen Partnern. Diese erfolgreichen Broschüren bieten einen inneren und äußeren Wert für alle Leser. Das Verlagsprogramm reicht dabei von Konzeption, über Anzeigenakquisition, Redaktion, Grafik bis zum gedruckten und gelieferten Produkt. Durch die Übernahme verschiedener Verlagsvertretungen (Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Sonntag Aktuell, Frankfurter Allgemeine Zeitung) und als neuer Verlag der Stadtzeitschrift »Der Sonthofer« ist das Team um Andreas Zöbisch gut aufgestellt. Die Vermarktungs- und Nutzungsrechte für die neue Arena sind noch ein zusätzlicher Gewinn für die Werbeagentur. Wie auch das Spiel letztendlich ausgeht, es ist alles eine Frage von guter Werbung. Sina Weiß

Wie alles begann: 1934

Georg Blank gründet das Unternehmen als Annoncenexpedition und Werbefirma am Marienplatz München

1946 – 1949 Gründung einer Niederlassung in Sonthofen

1972

Erweiterung der Verlagstätigkeit und Start der Full-Service-Agentur

1979 1988 1999

Sonthofen wird Firmenhauptsitz

2000 2001 2005 2009 2010 2011

Andreas Zöbisch wird geschäftsführender Gesellschafter Übernahme verschiedener Verlagsvertretungen (Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Sonntag Aktuell, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Sonntagszeitung) Gründung des Tochterunternehmens »Allgäu Werbung« zusammen mit der Tanner Werbung Nesselwang Vernetzung aller Computerarbeitsplätze im Bereich Grafik und Media Ausdehnung des Geschäftsfeldes von Süddeutschland bis nach Österreich 75-jähriges Firmenjubiläum Übernahme der Zeitschrift »Der Sonthofer« als Verlag Übernahme der Vermarktungs- und Namensrechte der werbe blank sportsarena

78 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


»Unser Trumpf ist das Fachwissen und die Erfahrung jedes Einzelnen.«

werbe blank GmbH

Die Mitarbeiter von werbe blank setzen sich zusammen aus Geschäftsleitung, Mediaberater, Verlag und Buchhaltung und Design und Fotografie. Ganz oben Andreas Zöbisch, Geschäftsführer der Media- und Werbeagentur werbe blank.

Oberstdorfer Straße 10 87527 Sonthofen Telefon (08321) 6626-0 Telefax (08321) 68306 contact@werbe-blank.com www.werbe-blank.com

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 79


Im Auftrag der

Sicherheit BILD © ISTOCKPHOTO.COM/PAMELA MOORE

Menschliches Leid durch Unfälle in der Arbeitswelt zu verhindern, rechtliche Sicherheit aller Verantwortlichen im Betrieb zu schaffen und ökonomisch wichtige Voraussetzungen in Bezug auf die Arbeitssicherheit zu gewährleisten, sind die drei Hauptintensionen der secum gmbh in Kempten.

»Unser Kunde kann den gesamten Bereich der Arbeitssicherheit problemlos outsourcen.«

80 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

n Deutschland passiert alle 15 Sekunden ein Arbeitsunfall. Der volkswirtschaftliche Schaden durch Arbeitsunfälle liegt jährlich bei rund 30 Milliarden Euro. Im Jahr 2010 endeten etwa 900 Arbeitsunfälle gar tödlich. Die secum gmbh mit ihren drei Hauptfeldern Arbeitsschutz, Managementsysteme und Personalberatung ging ursprünglich aus der ematik des Arbeitsschutzes hervor, der nach wie vor den größten Part im breiten Leistungsspektrum des Dienstleistungsunternehmens bildet. Bis vor einigen Jahren gab es eine Vielzahl von Regelungen und gesetzlicher Vorschriften, in denen die Verantwortlichen eines Unternehmens nachschlagen konnten, welche Anforderungen im Bereich des Arbeitsschutzes zu erfüllen sind. Inzwischen regelt das Deutsche Arbeitsschutzgesetz und der Zusammenschluss unter dem Dachverband der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherungen (DGUV II) die Verpflichtung zur Arbeitssicherheitsorganisation für Betriebe. Durch Bürokratieabbau und Aufweichung von Vorschriften sind viele Unsicherheiten entstanden, wodurch sich der Beratungsbedarf der Unternehmen deutlich erhöht hat. »Wir üben für unseren Kunden eine beratende und unterstützende Tätigkeit aus. Das bedeutet, wir beraten alle betrieblichen Personen, Stellen und Gremien, die mit Arbeitssicherheit zu tun haben, und bilden damit die Entscheidungsgrundlage für unse-

I


»Wir beraten alle betrieblichen Personen, Stellen und Gremien, die mit Arbeitssicherheit zu tun haben, und bilden damit die Entscheidungsgrundlage für unseren Auftraggeber.«

ren Auftraggeber. Die letztendliche Entscheidung jedoch wird von den entsprechenden Führungskräften oder der Stelle die, die entsprechenden Kompetenzen hat, getroffen,« erklärt Ulrich Müller, Geschäftsführer der secum gmbh. »Entscheidet sich das Unternehmen für die Realisierung unserer Empfehlungen, stehen wir auch bei der Umsetzung sowohl mit unserem Fachwissen als auch personell zur Verfügung. Unser Kunde kann den gesamten Bereich der Arbeitssicherheit problemlos outsourcen.« Beurteilen, Beraten und Organisieren Durch eine Betriebsbegehung oder Gefährdungsbeurteilung wird festgestellt, ob und welche Sicherheitsmängel in einem Betrieb vorliegen und wo es gesetzliche Forderungen gibt, die es einzuhalten gilt. Wird beim Kunden ein unerlaubt hohes Gefahrenpotenzial, eine Haftungsgefahr oder gar rechtliche Risiken festgestellt, werden ihm entsprechende Empfehlungen zur Ergreifung geeigneter Maßnahmen ausgesprochen. »Auf Grundlage der DGUV II wird von uns eine Basis ermittelt, mit wie viel Budget oder Einsatzstunden wir unseren Kunden in der Form beraten können, dass der Arbeitsschutz im Betrieb funktioniert. Dann setzen wir uns mit dem Kunden zusammen und erstellen eine Jahresplanung. Hier betrachten wir verschiedene Schwerpunkte und beleuchten, wo etwas gut läuft und wo es eventuell Defizite gibt. Daraufhin

Ulrich Müller, Geschäftsführer der secum gmbh. 3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 81


BILD © ISTOCKPHOTO.COM/HUGO CHANG

»Ein Unternehmen

Unternehmen müssen auf Notfälle eingerichtet sein Im Bereich der Arbeitssicherheitsorganisation ist es mit den beiden Institutionen Betriebsarzt und Sicherheitsfachkraft noch lange nicht getan. Ein Unternehmen muss sich auf einen Notfall wie zum Beispiel einen Arbeitsunfall oder einen Brand im Betrieb einrichten. Hierfür ist es erforderlich, eine Organisation aufzubauen, die personelle Dinge wie betriebliche Ersthelfer aber auch die Hardware, also Verbandskästen und Verbandsstationen, regelt und bestimmt, welche Notrufnummern es gibt und wie im Ernstfall vorzugehen ist. Hierzu gibt es verschiedene Vorschriften, für was der Unternehmer konkret zu sorgen hat. »Ein Unternehmen muss prüfen, ob es sich bereits auf

einem Niveau bewegt, das vom Arbeitsschutzgesetz verlangt wird und ob das Restrisiko in einem akzeptablen Rahmen liegt«, beschreibt Geschäftsführer Müller. »Wir sind Fachleute ohne jeden Vollzugscharakter. Wir müssen also auch überzeugen, damit das Richtige tatsächlich auch getan wird.« Ein breites Spektrum mit vielen Aufgaben Bei der Beratung und Betreuung der Unternehmen fallen somit eine ganze Reihe verschiedener emenbereiche ins Gewicht, die sich je nach Branche stark unterscheiden. »Im Bereich der persönlichen Schutzausrüstung wird geprüft, welche Ausrüstungsgegenstände wie etwa Helme, Sicherheitsschuhe, Handschuhe und Ähnliches notwendig sind. Bei der Maschinensicherheit prüfen wir unter anderem, ob die Maschinen den Richtlinien entsprechen, ob Gefahrenstellen genügend abgesichert sind und prüfen Konformitätserklärungen, also ob die Maschine dem aktuellen Stand der Technik ent-

BILD © ISTOCKPHOTO.COM/JESPER WALLER

muss prüfen, ob es sich bereits auf einem Niveau bewegt, das vom Arbeitsschutzgesetz verlangt wird und ob das Restrisiko in einem akzeptablen Rahmen liegt.«

schlagen wir verschiedene emen oder Tätigkeitsschwerpunkt vor. Daraus wiederum generiert sich dann das konkrete Aufgabenprofil für unsere Sicherheitsfachkräfte«, erklärt Müller die Vorgehensweise bei der Beurteilung und Beratung der Unternehmen.

82 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


BILD © ISTOCKPHOTO.COM/ALEXANDER NOVIKOV BILD © ISTOCKPHOTO.COM/JBECKY ROCKWOOD

spricht«, erklärt Müller weiter. »Zum Beispiel beim Gefahrenstoffmanagement stellen wir fest, wie gefährlich die verschiedenen Stoffe sind, und koppeln daran Maßnahmenpakete, die mit steigender Gefährlichkeit auch umfangreicher werden. Ein Unternehmer muss dafür sorgen, dass seine Mitarbeiter ihren Arbeitsauftrag gesund und sicher durchführen können«, betont Ulrich Müller die immense Bedeutung der gesamten Arbeitssicherheit. Schulungen führt secum im Seminarzentrum in Kempten durch, oder direkt als kundenspezifische Inhouse-Seminare direkt beim Kunden vor Ort. Neben den Kompetenzschulungen für Führungskräfte und die Ausbildung zum Sicherheitsbeauftragten werden hier auch spezielle fachspezifische Qualifikationen angeboten. »Der Unternehmer muss genau schauen, welche Mitarbeiter welche Fahrzeuge führen dürfen. Gerade der Transportbereich birgt ein sehr hohes Gefahrenpotenzial mit sehr vielen schweren oder gar tödlichen Verletzungen. Und das sind genau diese Dinge, bei denen

wir über die Grundbetreuung hinaus ganz viel aus einer Hand anbieten können«, beschreibt Müller das Gesamtkonzept von secum. Die secum gmbh ist branchenübergreifend überall dort tätig, wo etwas hergestellt oder verarbeitet wird. Die Größe der zu beratenden Unternehmen reicht dabei vom Kleinbetrieb mit zwei oder drei Mitarbeitern bis zu mehreren Tausend Mitarbeitern. Auch Banken, Dienstleitungsunternehmen oder Unternehmen des Gesundheitswesens und auch öffentliche Einrichtungen gehören zu den Kunden von Secum. Darüber hinaus lassen sich auch Kommunen in mehreren Allgäuer Landkreisen betreuen, wenn es um die Sicherheit in Schwimmbädern, Kläranlagen oder öffentlichen Gebäuden geht. »Unser Arbeitsplatz ist überall dort, wo gesetzlich unfallversicherte Personen sind. Also eigentlich überall«, bringt Geschäftsführer Ulrich Müller das große Einsatzgebiet des Unternehmens auf den Punkt.

»Unser Arbeitsplatz ist überall dort, wo gesetzlich unfallversicherte Personen sind.«

ora Engstler

secum gmbH Lindauer Straße 4 87439 Kempten Telefon (08 31) 960394-0 Telefax (08 31) 960394-99 www.secum.de Büroöffnungszeiten Mo bis Do von 8 bis 17 Uhr Fr von 8 bis 15 Uhr

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 83


Bilder: KoBer (6), WaiBl (1)

Mercedes hat längst nicht mehr das Image eines Opa-Autos, sondern ist ein hochemotionales Produkt geworden.

Service mit Herz Kunde, Kunde, Kunde – das sind die drei wichtigsten Wörter von Martin Waibl. Der Geschäftsführer des Mercedes-Benz-Autohaus Waibl in Bad Wörishofen weiß, dass »Mercedes-Kunden emotionaler sind, was das Auto betrifft, und anspruchsvoller, was die Betreuung angeht«. Deshalb legt er zusammen mit seiner Frau Christine, mit der er seit sechs Jahren gemeinsam das Autohaus führt, großen Wert auf den Servicegedanken. Sein Credo lautet: »Der Kunde soll sich mit zwei lachenden Augen verabschieden, obwohl er Geld gezahlt hat.«

ffen, freundlich, transparent – so präsentiert sich nicht nur das Autohaus Waibl, sondern auch der Chef selbst. Das Chefbüro ist nur durch eine Glaswand getrennt, für jedermann einsehbar, die Tür steht immer offen. »Egal ob Kunden oder meine Mitarbeiter, jeder kann zu mir kommen«, erklärt Martin Waibl. Er leitet das Autohaus, das sein Großvater vor 80 Jahren gegründet hat, seit 1991 in dritter Generation und führt Neuwagen, Geschäftswagen, Gebrauchtwagen und Lkw. »Unser Schwerpunkt liegt aber auf Service und Reparatur«, betont Waibl. Und obwohl sein Part eigentlich die Administration, Kundenpflege und Akquisition ist, streift sich der gelernte KfzMeister und Betriebswirt (HWK) ab und zu selbst den Blaumann über: »Meine Jungs sol-

O »Unsere Kunden sollen sich mit zwei lachenden Augen verabschieden.«

84 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

len sehen, dass ich’s auch noch kann und mich nicht vor der Arbeit scheue.« Bei allen technischen Neuerungen versucht Martin Waibl stets am Ball zu bleiben. Zusammenhalt bekommt auch der Kunde zu spüren Seine überwiegend junge Mannschaft besteht aus 18 Mitarbeitern, darunter vier KfzMeister. Fünf Azubis werden derzeit als Mechatroniker ausgebildet. »Das ist nicht mein Personal, das ist meine Familie«, betont Waibl den engen Zusammenhalt, den auch der Kunde spürt. »Die Leute, die zu uns kommen, sollen sich wohlfühlen.« Der Dienstleistungsgedanke steht immer an erster Stelle. Deshalb verzichtet Martin Waibl auch auf großen Schnickschnack in seinem Auto-


»Ich nehme jede Sendung auf – man darf nie den Anschluss verlieren!«

haus. »In der Autobranche ist schon vieles ausprobiert worden, mit integriertem Friseur oder Café. Aber ein echtes Alleinstellungsmerkmal hat man nicht von außen, sondern innen. Wir konzentrieren uns auf unsere Kernkompetenz, den Service«, betont er. »Unsere Kunden sollen zufrieden sein«, lautet daher sein oberstes Gebot. Ständige Weiterbildung der Mitarbeiter Das Mercedes-Autohaus Waibl bietet jegliche Art von Reparaturen und Serviceangeboten für die A-Klasse bis zum S-Klasse, für Transporter und Busse bis zum Lkw. Technische Untersuchungen wie AU, HU und SP werden jeden Tag angeboten. Außerdem ist das Autohaus offizieller KS-Glaspartner für sämtliche Autofabrikate. Auch nachträgliche Einbauten wie zum Beispiel Ortungsgeräte in Nutzfahrzeuge sind kein Problem. »Die Elektronik wird immer anspruchvoller, aber meine Mitarbeiter werden ständig geschult«, erklärt der Geschäftsführer. Zu diesem Zweck hat Mercedes einen eigenen TVSender für Neuerungen eingerichtet, die per Online-Schulung an die Mercedes-Mitarbeiter weitergegeben werden. »Ich nehme jede Sendung auf«, erklärt Waibl, der großen Wert auf die Weiterbildung seiner Mitarbeiter legt. »Man muss immer am Ball bleiben!« Imagewandel: Längst kein Opa-Auto mehr »Die Kunden erwarten bei Mercedes einen anderen Service. Sie kaufen auch das Drumherum mit. Wir haben Kunden, die legen ihre Kur auf die Wartung ihres Autos«, erklärt

Christine und Martin Waibl

Waibl die Besonderheiten. Dieser Kundentreue, dem guten Ruf, dem hohen Anspruch will der Geschäftsführer immer gerecht werden. Und so weiß er auch, dass Mercedes mittlerweile von traditionell bis jung-modern sämtliche Kundengruppen bedient. »Ein Mercedes ist kein Opa-Auto mehr, sondern ein hochemotionales Objekt geworden. Wir werden jedem Anspruch gerecht«, erklärt er den Imagewandel. Seine Frau Christine als Stütze und Rettungsanker Martin Waibl ist sich der Tradition des Autohauses bewusst, aber ist auch stets auf Neues aus: »Wir haben eine zusätzliche Einfahrt für große Nutzfahrzeuge gebaut. Außerdem betreuen wir die innovative Stadtbusflotte der Stadt Bad Wörishofen, die mit Gas unterwegs ist. Man darf nie stehen bleiben!« Bei alledem ist er froh, dass er seine Frau Christine an seiner Seite hat, die als Be-

triebswirtin (HWK) für die Buchhaltung und die Mitarbeiter zuständig ist. Martin Waibl: »Sie ist meine Stütze und mein Rettungsanker, ich bin froh, dass ich alles mit ihr besprechen kann«. Das klingt wie eine kleiCarolin Kober ne Liebeserklärung.

Auto Waibl GmbH & Co. KG Autorisierter Mercedes-Benz Service und Vermittlung Kirchdorfer Straße 75 86825 Bad Wörishofen Telefon (08247) 9677-0 Telefon (08247) 9677-20 info@auto-waibl.de www.waibl.mercedes-benz.de

Hell, offen, freundlich – so präsentiert sich das Mercedes-Autohaus Waibl in Bad Wörishofen nicht nur von außen, sondern auch innen. 3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 85


Schützend schön – schön schattig Blau oder gelb, rot oder grün, aus Holz, Kunststoff oder Aluminium, manuell zu bedienen oder elektrisch betrieben, innen oder außen angebracht, asymmetrisch oder schnurgerade gestylt – so individuell und verschieden Rollläden- und SonnenschutzSysteme auch sein mögen, eines haben sie gemeinsam: Sie passen stets zur Fassade des Hauses und tragen, neben ihrem offensichtlichen Nutzen, zu deren Verschönerung bei.

V

or gut fünfzig Jahren, als das Zweigwerk von »Rolladen Schmidt« in Durach gegründet wurde, war ein Rollladen einfach nur ein Rollladen, aus Holz, gedacht als Sicht- und Sonnenschutz. Punktum. Die vielfältigen Variationen der Gestaltung, die mit Rollläden, Jalousien und auch Markisen heutzutage möglich sind, konn-

86 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

ten damals kaum erahnt werden. Aus dieser Vielfalt resultierend, lautet das Motto des Familienunternehmens: »Alles, was technisch machbar und sinnvoll ist, machen wir möglich. Dabei stehen stets die Wünsche und Vorstellungen des jeweiligen Kunden im Vordergrund.« Der Dienst am Kunden wurde und wird als wichtigste Leistung gesehen.

Schutz und Schönheit Fenster sind wie die »Augen« eines Hauses. Und: zu schönen Augen gehören Augenlider. Im übertragenen Sinne sind also Rollladen und Jalousien die »Augenlider« und erfüllen gleich mehrere Funktionen auf einmal. Sie schützen vor Hitze und Sonneneinstrahlung, aber auch vor Kälte und Energie-


verlust. Moderne, rundum verglaste Bürohäuser von heute gleichen bei starker Sonneneinstrahlung wahren Brutöfen. Entsprechend installierte Außenjalousien sorgen für ein angenehmes Raumklima und lassen so manche »stromfressende« Klimaanlage überflüssig werden. Im Winter kann durch Rollladen bis zu 30 Prozent Energie eingespart werden, vorausgesetzt sie entsprechen, dank nachträglicher Dämmung, dem neuesten, technischen Standard. Übrigens können auch massive Holzrollläden aus den 50er Jahren, deren Kästen oft erhebliche Kältebrücken bilden, umgerüstet werden – obendrein sogar mit erheblich mehr Komfort, wie etwa der elektrischen und somit einfacheren Bedienung. Ein Beratungsgespräch direkt vor Ort und/oder im Ausstellungsraum mit dem Team von Rolladen Schmidt schafft Klarheit über die optimale, individuelle Lösung. Farben und Formen – als Muster allesamt im Schauraum zu bewundern – werden dabei je nach Kundenwunsch auf die Hausfront abgestimmt. Ob der schlichte Rollladen oder die moderne Hightech-Jalousie mit verschiedensten Funktionen: »geschmückte Augen« wirken besser! Mit den schönsten »Augenschmuck« stellen Markisen für Sonnenterrassen und Wintergärten dar. Verschiedene Stoffe und Design von klassisch-dezent bis ausgefallen-extravagant lassen unendlich viel Spielraum zum »Schmücken«. Damit noch lange nicht genug: Wer Wert auf Harmonie von Formen und Farben legt, kann bei Rolladen Schmidt das zur Jalousie, Haustür und Markise passende Garagentor bestellen und einbauen lassen.

»Alles, was technisch machbar und sinnvoll ist, machen wir möglich.«

Gerald, Michael und Karlheinz Schmidt (v.li.).

Reparaturservice »express« Neben dem Vertrieb und Einbau von Rollläden, Jalousien und Markisen zeichnet Rolladen Schmidt vor allem die hauseigene Reparatur-Werkstätte inklusive aller notwendigen Gerätschaften und Ersatzteile aus. Repariert und gewartet werden dabei sowohl Eigen- als auch Fremdprodukte. Viele Reparaturen können übrigens problemlos direkt vor Ort erledigt werden. Für Firmengebäude und Büros gibt es einen Spezial-Reparatur-Service, der selbstverständlich eine exakte Terminabstimmung mit einschließt. Ein erstklassiger Reparaturservice setzt aber vor allem erstklassiges Personal voraus. Als Fachbetrieb beschäftigt »Rolladen Schmidt« ausschließlich gelernte Mitarbeiter/-innen aus dem »Rolladen- und Jalousiebauer-Handwerk« mit der Zusatzqualifikation »Elektro-Installation im Bereich Sonnenschutz«. Von den fünfzehn Mitarbeitern im Duracher Zweigwerk sind die meisten schon seit ihrer Lehrzeit im Unternehmen tätig. Regelmäßige Schulungen sorgen für

stets aktuellen Wissensstand. Und: Jährlich werden weitere Lehrlinge ausgebildet. Kleine Geschichte 1920 wurde die Firma »Rolladen Schmidt« als »... Holzbearbeitungs- und Holzornamentenfabrik« in Aalen gegründet. Die Blütezeit in den dreißiger Jahren bescherte Großaufträge von BMW in München, Messerschmidt in Augsburg, VW in Wolfsburg und anderen bekannten Unternehmen. Der Kundenkreis wuchs stetig, speziell aus dem Allgäu, so dass 1960 das Zweigwerk Durach eröffnet wurde. Zusammen mit seinem Bruder Gerald führt Karlheinz Schmidt das Unternehmen in der dritten Generation. Dessen Sohn Michael ist ebenfalls schon in die Geschäftsleitung eingebunden. Somit dürfte die Zukunft des Unternehmens, sowie der Mitarbeiter und Kunden gesichert sein. »Rolladen Schmidt« wird ihnen wohl noch viele angenehme Stunden in »schützender Atmosphäre und kühlem Schatten« Karin Bitsch schenken.

Schmidt GmbH & Co. KG Rolladen – Klappladen – Sonnenschutz Karlsbergerstraße 1 87471 Durach Telefon (0831) 61041 Telefax (0831) 61896 schmidt-durach@t-online.de www.schmidt-rolladen.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 87


Das Maß anspruchsvollen Wohnens Ob elegant, ländlich oder modern – Räume spiegeln die Persönlichkeit ihrer Bewohner, ihre Ansprüche an Qualität und Wertigkeit. Wer besondere Anforderungen stellt, findet mit Möbel und Innenausbau Köllmayer in Kalzhofen einen kompetenten, erfahrenen und überaus kreativen Partner.

88 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

er einen Schrank nicht einfach für ein Möbelstück hält, in dem man Dinge verstaut, wer einen Tisch nicht einfach zum Ablegen benutzt, wer Räume nicht nur für das mehr oder weniger zufällige Ergebnis der Anordnung vorhandener Möbel hält, wer im Gegenteil jeden Raum, die eigene Wohnung, das Haus als seine ganz persönliche Lebenswelt gestalten will, der ist bei Möbel und Innenausbau Köllmayer in Kalzhofen an der richtigen Adresse. Auf 1 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche finden sich hier zauberhafte Wohnideen der verschiedensten Stile, von elegant über rustikal bis modern.

W

»aus einem Guss«: Teppich, Möbel, Wandvertäfelung, Deckengestaltung, Gardinen, Beschattung und Beleuchtung in Harmonie. »Wir denken Räume fertig«, erläutert Chefin Petra Köllmayer, die sich – als gelernte Schneiderin – um alle textilen Arbeiten kümmert und die Kunden fachkundig berät. »Wir denken auch an das, was man nicht sieht und gemacht sein sollte, bevor unsere Arbeit beginnt.« Von der Planung der Möbel über Ablaufplanung bis zur Fertigstellung der Räumlichkeiten und Übergabe an den Kunden – bei Möbel und Innenausbau Köllmayer liegt alles in einer Hand, mit einem Ansprechpartner für die Kunden.

Gehobener Landhausstil Mit vielen einladenden Inszenierungen präsentiert sich der gehobene Landhausstil als thematischer Schwerpunkt. Urige Stuben findet man hier, gemütliche Küchen, behagliche Wohnzimmer und anheimelnde Schlafräume – anregende Beispiele der anspruchsvollen Handwerkskunst, für die Möbel und Innenausbau Köllmayer in der Region und weit darüber hinaus großes Renommee genießt. »Weil wir besondere Möbel produzieren, die man nicht in jedem anderen Möbelhaus sehen kann«, erklärt Schreinermeister und Holztechniker Gebhard Köllmayer, der das Unternehmen nun in der dritten Generation führt. »Unsere Möbel sind individuell, als Unikate genau den Wünschen, dem Geschmack und dem Stil des Kunden angepasst.« Neben hochwertigen Solitären werden auch viele Gesamt-Inszenierungen gefertigt, wünschen sich doch viele Kunden Räume

Sonderwünsche? Kein Problem! Oft haben diese Kunden sehr spezielle Wünsche, mal die Verlängerung eines Sofamodells, mal ein geschnitztes Dekor, mal ein Teppich in besonderen Farben oder ausgefallene Glaskunst. Um sie erfüllen zu können, pflegt Gebhard Köllmayer Verbindungen zu Spezialisten in aller Welt, sogar bis ins ferne Nepal. Er arbeitet am liebsten mit kleineren Herstellern, die flexibel genug sind, um Sonderwünsche annehmen und umsetzen zu können. »Mit den meisten kooperieren wir schon seit Jahren«, erläutert er, »und können so richtig kreativ sein, ohne von starren Abläufen eingeschränkt zu werden.« Diese Beweglichkeit schätzen nicht allein anspruchsvolle Privatkunden, auch Restaurants und Hotels lassen ihre Räumlichkeiten gern von dem Kalzhofener Unternehmen gestalten. »Immer etwas Besonderes!«, so lautet die Maxime – und das ist genau


»Wir denken Räume fertig.«

das, was sich die Kunden wünschen: einzigartige, außergewöhnliche und sehr individuelle Raumgestaltungen mit Möbeln, Stoffen, Licht und Accessoires im harmonischen Einklang. Drei Generationen Beinahe 100 Jahre ist es her, als sich Gebhard Köllmayers Großvater Johann Abler in Kalzhofen niederließ. Nach Jahren in Stuttgart kehrte der gebürtige Gestratzer aus gesundheitlichen Gründen in seine Allgäuer Heimat zurück und machte sich unter dem Namen ,Ablers mechanische Möbelschreinerei‘ selbstständig. Zunächst führte er alle erdenklichen Holzarbeiten aus, fertigte Türen und Fenster. Als einige Jahre später Gebhard Köllmayer seine Ausbildung begann, fand nicht nur sein Lehrherr Gefallen an dem Jungen – auch dessen Tochter Maria. Nachdem er, um seine Kenntnisse zu perfektionieren, Jahre ,auf der Walz‘ war, heirateten die beiden und bauten das Unternehmen weiter aus. Die hochwertigen Möbel, die nun produziert wurden, fanden auf Fachmessen bereits viel Anerkennung. Seit 1978 führt Gebhard Köllmayer jun. das Geschäft. Mit stetig wachsendem Erfolg, so dass Möbel und Innenausbau Köllmayer seine

außergewöhnlichen Kreationen in ganz Deutschland ausliefert und im benachbarten Ausland. Inzwischen beschäftigt Gebhard Köllmayer 17 Mitarbeiter, darunter Schreinermeister, Schreiner in Herstellung, Oberfläche und Montage, einen Holzbildhauer, eine Innenarchitektin für Entwurf und Design, Schneiderinnen im Nähatelier sowie Beraterinnen in den Geschäften. Viele Einheimische, Urlauber und Kurgäste finden hier, was sie zuvor schon so lange gesucht haben: »Endlich mal was Anderes!« Kordula Küper

Köllmayer Möbel und Wohnaccessoires Meerau 17 87534 Oberstaufen-Kalzhofen Telefon (08386) 9395-0 info@koellmayer.de www.koellmayer.de

Köllmayer Möbel und Wohnaccessoires Kirchplatz 12 87534 Oberstaufen

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 89


Alles im grünen Bereich Ökologisches Engagement liegt im Trend, ebenso wie alternative Kapitalanlagen. Für Unternehmen zählt bei allem Umweltbewusstsein jedoch auch der ökonomische Nutzen. Dass sich diese beiden Aspekte nicht ausschließen müssen, zeigt die Miller Forest Investment AG mit ihren engagierten und renditestarken Projekten im Bereich Waldinvestition. Durch Kauf oder Pacht von Waldflächen in Paraguay erlangen bereits kleine Unternehmen den Doppelnutzen, umweltbewusst und ökonomisch zu handeln.

as schädliche Treibhausgas CO2, das unser Klima zerstört, kommt nicht nur aus dem Verkehr oder der Energiewirtschaft,« erklärt Josef Miller, Gründer der Miller Firmengruppe in Schlier/Ravensburg. »Jedes Unternehmen verursacht CO2Emissionen. Diese lassen sich jedoch individuell berechnen, verantwortungsvoll neutralisieren und zusätzlich gewinnbringend nutzen. Auf diesem Gebiet sind wir Experten.«

D

grünes Klima gegen den Klimawandel Die Miller Forest Investment AG ist derzeit einer der größten deutschen Anbieter von Waldinvestments. Unter dem Label »grünes Klima« bieten die Aufforstungsspezialisten aus Schlier eine besonders für mittelständische Unternehmen geeignete Anlageform mit attraktivem Doppelnutzen an: dem Ausgleich der CO2-Unternehmensbilanz und interessanten Renditen. Was heißt das in die Praxis umgesetzt? »Der Lösungsansatz,

90 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

Kohlendioxid durch die Anpflanzung neuer Bäume zu neutralisieren, ist bereits für kleine Firmen lukrativ,« rechnet Vertriebsleiter Markward Kerstiens vor. Eine Firma mit zehn Mitarbeitern und einem durchschnittlichen Betrieb (Firmenwagen, Drucker, Betriebsgebäude etc.) produziert ca. 212 Tonnen CO2 im Jahr. »Ein einzelner Baum kompensiert 0,5 Tonnen Kohlendioxid, demnach gleichen 424 Bäume die klimaschädlichen Emissionen dieser Beispielfirma aus. Sie ist somit klimaneutral gestellt und hebt sich positiv von der Konkurrenz ab – für rund 2 500 Euro Anlagevolumen.« Dieses Beispiel bezieht sich auf Mischwaldflächen in einem Zeitraum von 20 Jahren. Die Höhe der Erlöse, die sich aus dieser Investition ergeben, entspricht einer Rendite von rund zehn Prozent. Die Bewirtschaftungskosten für den gesamten Anbauzeitraum sind in der Investition enthalten. Jedes WaldinvestAngebot wird auf die Belange der Anleger maßgeschneidert. Miller ist überzeugt, dass


In der Aufforstung kommen die Arbeiter am besten zu Pferde voran.

Vertriebsleiter Markward Kerstiens (li.) mit Josef Miller, dem Gründer und Vorstandsvorsitzenden der Miller Forest Investment AG.

Zunehmendes Umweltbewusstsein das Engagement in Wiederaufforstungen ökologisch sinnvoll ist, große Mengen der Treibhausgase bindet, die Wasserrückhaltefähigkeit der Böden verbessert und neue Lebensräume für viele Tierarten schafft. grünes Klima setzt auf natürliches Wachstum Die Rendite setzt sich bei Waldinvestitionen aus verschiedenen Aspekten zusammen. Den größten Gewinn erzielt man durch das natürliche Wachstum der Bäume. Die Vielfältigkeit der verschiedenen Baumsorten macht dabei einen Großteil des Erfolges aus, sowohl in wirtschaftlicher als auch in ökologischer Sicht: Miller pflanzt nicht nur schnell wachsende Laub- und Nadelhölzer, sondern auch heimische Werthölzer an. Maßgeblich für die vielversprechende Rendite sind außerdem die positive Holzpreisentwicklung (auf Grund der steigenden Nachfrage) und die Wertsteigerung der Grundstücke (aufgewertet durch Aufforstung und den Ausbau der Infrastruktur). Den Anlegern muss natürlich klar sein, dass es sich bei dieser Direktinvestition – ob durch Pacht oder Kauf – um ein längerfristiges Engagement handelt, ähnlich dem einer Immobilie. Nur, dass eine Immobilie kein natürliches Wachstum aufzuweisen hat. Das eingesetzte Kapital dient zudem steuerwirksam als stille Reserve für das Unternehmen. Und zu guter Letzt: CO2-Zertifikate, die nicht für das eigene Unternehmen eingesetzt werden, können in Zukunft wie Wertpapiere gehandelt werden.

Wie wird man Waldinvestor bei grünes Klima? »Zunehmendes Umweltbewusstsein und das Erkennen des ökologischen Mehrwertes hat die Akzeptanz der Waldinvestition sowohl bei Privatanlegern als auch bei Unternehmen besonders im vergangenen Jahr merklich erhöht,« erläutert Markward Kerstiens den Trend zur ökologischen Kapitalanlage. Wie können Unternehmen also den Weg in eine klimaneutrale Zukunft beschreiten? Kerstiens fasst kurz zusammen: »Investitionsziel sind mit ökologisch wertvollem Mischwald aufgeforstete Brachflächen im politisch, rechtlich und wirtschaftlich stabilem Paraguay. Anleger kaufen das Land unter notarieller Absicherung und schließen einen Bewirtschaftungsvertrag ab. Transparenz wird bei der Miller Forest Investment AG groß geschrieben. Eine unabhängige Investorenvertretung überwacht das Investment und berichtet den Anlegern.« Positiver Nebeneffekt: Mit dem Projekt grünes Klima verbessern sich auch die Lebensbedingungen der örtlichen Bevölkerung durch Beschäftigung und Aus- und Weiterbildung im Forstbetrieb der Miller Forest Investment AG. In den vergangenen Jahren sei es, so Kerstiens, gelungen, rund 100 Arbeitsplätze zu schaffen. Carsten Felber, Leiter des Forstmanagements in Paraguay, lege außerdem großen Wert darauf, Aufträge an lokale Firmen zu vergeben. Somit fließen Geld und Know-how in die Region und kommen der oft armen Landbevölkerung direkt zugute.

Arbeiter beim Entasten der Bäume.

Josef Miller (li.) besucht regelmäßig Carsten Felber, den Leiter des Forstmanagements vor Ort in Paraguay.

Miller Forest Investment AG Millerhof 4 88281 Schlier Telefon (07529) 971558-42 Telefax (07529) 971558-50 markward.kerstiens@ miller-investment.de www.miller-investment.de

rl/xl 3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 91


Länge: etwa ein Meter, Durchmesser: zwei bis drei Zentimeter, Farben: unzählige, von uni bis schillernd bunt. Glasstangen aus verschiedenen Glashütten sind das Ausgangsmaterial für die unterschiedlichsten, »gläsernen« Produkte. Wie entstehen aus diesen Stangen Knöpfe, Perlen, Schmucksteine, Vorhänge, Fahrrad-Rücklichter, Lampenteile, virtuelle Wasserfälle oder gar Linsen und Halbfabrikate für technische Industrien?

lasdrückerei« wird das Kunsthandwerk im Fachchargon genannt, das das Familienunternehmen »Friedrich Seibt Glaswarenfabrikation« seit fünf Generationen erfolgreich betreibt. Seit gut zwei Jahrhunderten prägt diese Kunst die Gablonzer Industrie, das einstige »Mekka« der Glas(waren)erzeugung und Schmuckherstellung, und ist dabei noch genauso aktuell wie damals. »Die Werkzeuge sind natürlich viel moderner und die Befeuerung der Öfen ist zeitgemäß, aber ansonsten formen wir das Glas noch genauso wie unsere Vorfahren«, weiß Inhaber Peter Seibt. Noch heute verbürgen sich die Neugablonzer Betriebe und Unternehmen für handwerkliche Perfektion. »Made in Germany« ist ein Qualitätsversprechen und versteht sich als höchstes Gütesiegel. Ein Stück »Gablonzer Glasgeschichte« kann übrigens im »Isergebirgsmuseum« in Neugablonz verfolgt werden. Die »Erlebnisausstellung der Gablonzer Industrie«, ebenfalls in Neugablonz, informiert stets über »neue und alte«, gläserne Kunst.

G

Das Handwerk Die verschieden farbigen Glasstangen, die teilweise aus der »Friedrich Farb-Glashütte« in Neugablonz stammen, werden auf etwa 1 000 Grad Celsius erhitzt, bis sie biegsam sind und sich in die gewünschten Formen pressen lassen. Anschließend wird das geformte Glas ausgebrochen, was als »Scheren« bezeichnet wird. Danach werden die Ränder geschliffen, das heißt »gesäumt«. Nach dem »Feuerpolieren« ist der Knopf, die Perle, das Schmuckstück oder was auch immer entste-

92 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


hen sollte, fertig. Mehrere Arbeitsgänge sind nötig, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erhalten, und ein besonderes »feeling«, um das Glas nicht zu zerbrechen. »Das bekommt man mit der Zeit,« meint Peter Seibt lachend. So wie er buchstäblich das erforderliche »Händchen für das Handwerk« besitzt, übernimmt seine Schwester Monika Dressler mehr den kreativen Part und liefert immer neue Ideen für Formen und Farbzusammenstellungen: »Da wir noch viele Glasstangen auf Lager haben, die fünfzig Jahre und älter sind, können wir da ganz individuelle, extravagante Farbmischungen kreieren,« freut sich Monika Dressler. Vielfältiges Design Die Eigenkollektion an Schmuckstücken und kleinen, gläsernen Kunstwerken der Geschwister kann in der Ausstellung direkt im Haus bewundert werden. Die meisten gefertigten Glasteile jedoch sind Auftragsarbeiten verschiedener Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Dabei werden die entsprechenden Teile oft nach Skizze, Zeichnung oder Modell gefertigt. Die speziell erstellten Pressformen bleiben für den jeweiligen Auftraggeber reserviert. Ausgefallene Glasknöpfe und –perlen zum

Beispiel werden von exklusiven, namhaften Modeherstellern geordert. Gold- und Silberschmiede, sowie die Schmuckindustrie bevorzugen oftmals Steine aus der Seibt’schen Werkstatt, weil »die Qualität einfach stimmt«, wie Peter Seibt versichert. »Außerdem sind wir in der Lage, auch kleine Mengen herzustellen, im Gegensatz zu Lieferanten aus Fernost. Wir können viel schneller reagieren und innerhalb kürzester Zeit liefern.« Auch die Möbelindustrie bestellt immer wieder Glasteile für Lampen, Glasvorhänge und ähnliche Produkte. Ja, selbst Glasscheiben für Fahrrad-Rückleuchten wurden bei Seibt schon gefertigt. Die »gläsernen Möglichkeiten« sind schier unbegrenzt. »Manchmal wissen wir gar nicht, wo die bestellten Glasteile letztlich Verwendung finden, aber das müssen wir auch gar nicht«, schmunzelt Peter Seibt. Doch, ob nun für Großhändler, Wiederverkäufer oder Endverbraucher – die »gläserne Vielfalt« der »Friedrich Seibt Glaswarenfabrikation« wurde über Jahrhunderte hinweg aufrechterhalten, weiter entwickelt und immer wieder neu entdeckt. Vielseitig einsetzbar und stets faszinierend ...

Friedrich Seibt Glaswarenfabrikation Sommerstraße 13 87600 Kaufbeuren-Neugablonz Telefon (08341) 62341 Telefax (08341) 69853 mail@friedrich-seibt.de www.friedrich-seibt.de

Karin Bitsch

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 93


Vom »Burn-out-Syndrom« Stress und Burn-out sind sozial akzeptiert als eine fast selbstverständliche Begleiterscheinung eines fordernden Berufslebens. Oft aber verbirgt sich mehr hinter dem Gefühl, überlastet und ausgebrannt zu sein: eine Depression. Eine Erkrankung, die an gesellschaftlichen Tabus rührt, die zu erkennen aber Voraussetzung ist, um sie zu heilen. Die Therapie muss die Gesamtpersönlichkeit erfassen und alle Lebensumstände. Daher setzt man in der renommierten Privatklinik Stillachhaus in Oberstdorf auf die tiefenpsychologisch fundierte psychodynamische Psychotherapie.

S

eit rund einem Jahr litt die 30-jährige Lehrerin, nennen wir sie Sabine S., unter immer häufiger auftretenden Rückenschmerzen. Der schließlich konsultierte Orthopäde konnte keine Ursache ausmachen. Als auch noch Schlafstörungen hinzu kamen, berichtete die junge Frau ihrem Hausarzt über ihre nächtliche Unruhe, das

häufige Aufwachen, die sich verselbstständigenden kreisenden Gedanken. Sie hatte größte Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, und obgleich sie das Unterrichten als ihre Berufung sah, konnte sie ihre Schüler einfach nicht mehr ertragen. Es fiel ihr schwer, die Hausarbeiten zu korrigieren – überhaupt mit der Arbeit zu beginnen. Mehr und mehr zog sie sich zurück, traute sich nicht mehr aus dem Haus, lehnte Einladungen von Freunden ab und ging schließlich kaum noch ans Telefon. Als der Hausarzt schließlich von ihren Suizidgedanken erfuhr, wies er sie umgehend in die Privatklinik Stillachhaus ein zur psychotherapeutischen Behandlung – gegen nicht geringe Widerstände der Patientin, die sich schämte, als psychisch krank abgewertet zu werden.

Die Privatklinik Stillachhaus in malerischer Voralpenlandschaft.

94 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


zur Depression Trennungsangst Schon­in­den­ersten­Sitzungen­wurde­deutlich,­dass­sich­ihr­ehemaliger­Lebenspartner auf­ eine­ sehr­ kränkende­ und­ herabwürdigende­Weise­von­ihr­getrennt­hatte.­Nachdem­Sabine­S.­selbst­Freunden­gegenüber aus­Scham­und­aus­Furcht­vor­Unverständnis­und­Ablehnung­bislang­geschwiegen­hatte,­konnte­sie­in­der­Privatklinik­Stillachhaus, durch­die­Herausnahme­aus­ihrem­sozialen Umfeld­und­im­Schutz­der­stationären­Behandlung­ in­ Einzel-­ und­ Gruppengesprächen­erstmals­über­die­problematische­Trennung­sprechen.­Ähnlich­hilflos­wie­die­letzte Trennung­hatte­sie­schon­in­ihrer­Kindheit mehrere­Trennungen,­auch­die­ihrer­Eltern, erleben­müssen­und­eine­massive­Verlustangst­bewahrt.­Das­Verhalten­ihres­Lebenspartners­schien­ihr­also­wie­eine­Re-Inszenierung.­Eine­deutliche­Erleichterung­brachte­die­Bearbeitung­dieser­Hintergründe­in der­Einzel-­und­in­der­haltgebenden­Gruppentherapie.­Sabine­S.­erkannte­die­Zusammenhänge­zwischen­ihren­augenblicklichen depressiven­Reaktionen­und­den­nicht­bearbeiteten­ traumatischen­ Kindheitserlebnissen.­ Nach­ einer­ sechswöchigen­ erapie war­sie­ohne­Medikation­wieder­berufsfähig und­konnte­sich­–­auch­durch­die­positiven Erfahrungen­im­Stillachhaus­–­auf­eine­ambulante­Psychotherapie­einlassen,­die­sich insbesondere­mit­ihren­Trennungstraumata und­deren­Bewältigung­befasste. Körperliche Symptome Schon­ Alexander­ Mitscherlich,­ Arzt,­ Psychoanalytiker­und­Schriftsteller,­hat­die­große­Bedeutung­von­früher­erlebten­Mustern, von­Lebenskrisen­und­frühkindlichen­Erlebniskatastrophen­für­die­Entstehung­von­psychosomatischen­Erkrankungen­betont.­Sie, so­seine­Annahme,­graben­sich­traumatisch ein­in­das­kindliche­Gedächtnis­und­können sich­später­im­Leben­wieder­hervordrängen und­zur­Störung­führen­–­einer­Störung,­der eilig­ das­ Etikett­ Stress­ oder­ Burn-out­ verpasst­ wird.­ Denn­ abnehmende­ Belastbarkeit,­nachlassende­Konzentrationsfähigkeit, Müdigkeit­–­das­alles­sind­akzeptierte­Folgeerscheinungen­ insbesondere­ bei­ stark­ fordernden­Berufen.­Oft­aber­umfassen­diese Begriffe­ nicht­ die­ ganze­ Dimension­ der

Entspannte Atmosphäre in der Gruppentherapie.

Kreative Gestaltungstherapie: Neugieriger, spielerischer Umgang mit Farben und Formen.

­Störung,­zumal­die­Symptome,­oft­körperliche­Beschwerden­wie­Herzjagen,­erhöhter Blutdruck­und­unerklärbare­Schmerzen,­denen­einer­Depression­sehr­ähnlich­sind.­Ein berufliches­Burn-out-Syndrom­aber­ist­gesellschaftlich­ akzeptiert,­ eine­ Depression hingegen­nicht.­Selbst­die­Betroffenen­wehren­sich­oft­gegen­diese­Diagnose.

Ein berufliches Burn-out-Syndrom ist gesellschaftlich akzeptiert, eine Depression hingegen nicht.

Wachsender Problemdruck Im­Schnitt­vergehen­sieben­Jahre,­bis­sich ein­depressiver­Patient­in­psychotherapeutische­Behandlung­begibt,­nachdem­das­lange Suchen­nach­körperlichen­Ursachen­immer noch­ohne­Ergebnis­geblieben­ist,­nachdem auch­ Partnerschaftsprobleme­ und­ längerfristige­Krankschreibungen­sowohl­die­private­als­auch­die­berufliche­Existenz­in­ihren 3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 95


Mehr als 7 000 Depressive nehmen sich in Deutschland Jahr für Jahr das Leben.

Lichte, freundliche Wohnräume, die zum vorübergehenden Zuhause werden.

»Oft wissen die Hände, was der Geist nicht zu denken vermag.« (C. G. Jung)

Das weitläufige Gelände der Privatklinik Stillachhaus bietet viele Möglichkeiten zur Entspannung in malerischer Natur.

96 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

Grundfesten zu erschüttern drohen. Letztlich mündet diese Entwicklung in tiefe Verzweiflung, einem Gefühl der Sinnlosigkeit und möglicherweise gar zu Selbsttötungsgedanken (Mehr als 7 000 Depressive nehmen sich in Deutschland Jahr für Jahr das Leben). Spätestens jetzt ist rasche qualifizierte Hilfe unabdingbar und eine stationäre psychosomatische und/oder psychotherapeutische Behandlung. In der Privatklinik Stillachhaus in Oberstdorf wird sie nach den Prinzipien der tiefenpsychologisch fundierten psychodynamischen Psychotherapie durchgeführt. Dafür ist es wichtig, den Patienten aus seinen Belastungs- und Konfliktsituation herauszunehmen, ihm die Möglichkeit zu geben, die auslösenden Faktoren zu thematisieren und Entspannungstechniken wie zum Beispiel Autogenes Training zu erlernen, um inneren Abstand zu bekommen. Physiotherapeuten leiten zu dosierter körperlicher Aktivität an. Und in der Kreativen Gestaltungstherapie schließlich entdecken die Patienten neugierig und spielerisch, was C. G. Jung so beschreibt: »Oft wissen die Hände, was der Geist nicht zu denken vermag.« Gefühle thematisieren Dass sich der Patient aktiv mit seinen Gefühlen auseinander setzt, versteht die psychodynamische Psychotherapie als ihre vorrangige Aufgabe – unter Anleitung, Begleitung und im Austausch mit dem Psychotherapeuten. Er muss als Stütze und Hilfe wahrgenommen werden, sieht der Patient sich doch mit Gefühlen konfrontiert, die angstauslösend sein können und als widersprüchlich, beunruhigend oder gar bedrohlich empfunden werden. »Grundvoraussetzungen dafür sind ein wachsendes Vertrauensverhältnis und dass die Chemie stimmt«, erklärt Udo Schmiechen, Chefarzt der Abteilung für Psychosomatik und Psychotherapie der Privatklinik Stillachhaus. Er und sein Team erforschen gemeinsam mit den Patienten ihre frühen, prägenden Erlebnisse, die Beziehungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart und die Art und Weise, in der die Vergangenheit die Gegenwart mitbestimmt und als Ursache aktueller psychologischer Schwierigkeiten fortbesteht, um ihnen dann dabei zu helfen, die-


se Schwierigkeiten zu überwinden. Denn auch intelligente und nachdenkliche Menschen kommen zwar sich selbst auf die Spur, finden aber keinen Ausweg. Vielmehr setzen sie sich zusätzlich unter Druck, um die beunruhigenden Erfahrungsaspekte und unbequemen Erkenntnisse zu vermeiden: Sie halten Termine nicht ein, weichen aus, vergessen, verdrängen, geben Unwichtigem den Vorzug und machen äußere Umstände verantwortlich, um tiefer gehende Reflektionen zu vermeiden. Immer wieder geht es um die gleichen emen, Muster, Verhaltensweisen. Psychodynamische Psychotherapeuten konzentrieren sich aktiv auf dieses Vermeidungsverhalten, erkennen und benennen die kritischen Punkte und bearbeiten sie mit dem Patienten. Ziel ist es, ihn von den Fesseln früherer Erfahrungen zu befreien – damit er in der Gegenwart ohne »Sackgassen« leben kann. Im Austausch mit dem Therapeuten Die tragende Säule der psychodynamischen Psychotherapie ist, sowohl in der Einzel- als auch in der Gruppentherapie, die Beziehung zwischen dem erapeuten und dem Patienten, in der sich häufig dessen Art der Beziehungsgestaltung spiegelt oder andere bedeutende emen seines Lebens. Hat etwa ein Patient Angst, vom erapeuten abgelehnt zu werden, hat er häufig Ablehnung oder Abweisung in früheren Beziehungen

erlebt. Steht er der erapie, dem erapeuten oder der Gruppe misstrauisch gegenüber, neigt er auch in anderen Situationen zu Misstrauen. Wut auf den erapeuten kann auf Wut und Feindseligkeit im täglichen Leben hinweisen. Das Wiederauftreten dieser emen in der therapeutischen Beziehung ist eine einzigartige Gelegenheit, sie zu erkennen, zu erforschen, zu bearbeiten und letztlich neue Verhaltensmuster zu erproben: beispielsweise seine Begabungen und Fähigkeiten effektiver zu nutzen, ein realistisches Selbstwertgefühl zu entwickeln, die Breite und Vielfalt der eigenen Emotionen zu tolerieren, das Miteinander mit anderen befriedigender zu gestalten, sich selbst und andere zu verstehen und den Herausforderungen des Lebens mit größerer Ungezwungenheit und Flexibilität gegenüber zu treten. Udo Schmiechen betont: »Obwohl wir in der psychodynamischen Psychotherapie mit Symptomen arbeiten, Angst etwa, Unruhe oder auch Selbstzweifel, wollen wir nicht primär Symptome lindern. Wir wollen vielmehr deren Auslöser erkennen, positive Anlagen fördern, um im Schutz der stationären Behandlung zu Veränderungen zu kommen.« Nachhaltige Erfolge Die ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten der Privatklinik Stillachhaus haben es sich zur Aufgabe gemacht, die krank-

machenden Verhaltensmuster und Lebensumstände zu Hause, die zuvor den Alltag der Patienten prägten, anhaltend zu verändern, um die Erkrankung auf Dauer hinter sich zu lassen. Dass ihnen das nachhaltig gelingt, belegt eine Langzeit-Studie, mit der die Universität Fribourg die Arbeit in der Klinik begleitet. Die Patienten bekommen zu Beginn und am Ende der stationären Behandlung und erneut nach einem Jahr einen psychologischen Fragebogen, um die aktuelle Wirksamkeit der Psychotherapie während der Behandlung und deren Nachhaltigkeit im Alltag objektiv zu überprüfen. Sie zeigt, dass in einem hohen Prozentsatz eine anhaltende Besserung der depressiven Symptomatik auch nach einem Jahr zu erkennen ist. Kordula Küper

»… Wir wollen vielmehr die Auslöser von Störungen erkennen, positive Anlagen fördern, um im Schutz der stationären Behandlung zu Veränderungen zu kommen.«

Gleich in der Nähe: Die »Villa« mit vielfältigen erapieangeboten.

Stillachhaus Privatklinik Alte Walserstraße 15, 87561 Oberstdorf Telefon (08322) 602-0 , Telefon (08322) 602-280 info@stillachhaus.de, www.stillachhaus.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 97


Allein schon beim Gedanken an die Arbeiter, die beim Bau des Empire State Building oder des Chrysler Gebäudes in Manhattan auf schmalen Stahlträgern standen und sich rotglühende Nieten zuwarfen, stockt einem der Atem. Ohne jede Bausicherung und persönliche Schutzausrüstung arbeiteten damals die Männer in mehreren hundert Meter Höhe. Heute unvorstellbar. as ema Sicherheit und Bausicherung mit Netzen ist beim Neubau, Umbau oder der Sanierung längst nicht mehr wegzudenken. Zu den Experten auf diesem Gebiet zählt die Ahlfänger GmbH in Wolfegg. »Nicht nur bei großzügigen Industriebauten auch bei kleineren Hallenbauten kommt es immer wieder zu Unfällen mit schweren Folgen, weil die Baustellen entweder unzureichend oder einfach nicht fachgerecht gesichert sind«, weiß Martin Ahlfänger. Auch die zuständigen Behörden sehen rot, wenn die vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen nicht exakt eingehalten werden. Mittlerweile hat das Unternehmen

D

98 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

16 Jahre Erfahrung und gehört zu den wenigen Firmen in Deutschland, die auf dem Gebiet der Bausicherung mit hochwertigen Sicherheitsauffangnetzen tätig sind. Sehr viel Planung und Sachkunde erfordern Sanierungen und besonders komplexere Bauvorhaben. Bevor hier mit der eigentlichen Netzmontage begonnen werden kann, müssen zuerst einmal Baupläne gesichtet, die einzelnen Bauphasen durchdacht und die Gewerke genauestens aufeinander abgestimmt werden. Und damit wirklich alles nach Plan läuft, findet in solchen Fällen zusätzlich eine Baubesprechung vor Ort statt. »Für einen reibungslosen Ablauf ist es wichtig, dass wir permanent über


»Unsere Terminpläne sind oft sehr eng und lassen wenig Spielräume zu, da muss einfach alles sitzen und passen.«

die einzelnen Bauabläufe informiert sind«, so der Firmenchef. Bei Dachsanierungen und Umbauten in einer weiterhin benutzten Umgebung gilt es zweierlei zu beachten. So muss zum einen gewährleistet sein, dass auf dem Dach ein sicheres Arbeiten möglich ist und zum anderen, dass der betriebliche Ablauf ohne Einschränkungen und Gefährdungen für Personen oder Gegenstände fortgeführt werden kann. Für diese Zwecke werden beispielsweise Sicherheits- und Auffangnetze zusätzlich mit extrem feinmaschigen Splitterschutznetzen kombiniert. Sicherheits-Auffangnetze und Dachrandsicherungen zählen bislang zu den am meisten durchgeführten Auftragsarbeiten des Unternehmens. Doch die Vielfalt der Einsatzgebiete zeigt, dass die Spezialisten den unterschiedlichsten Anforderungen gewachsen sind. Egal ob Hochregallager, Tribünen, Brücken, Schanzen oder Türme, die Fachmonteure von Ahlfänger kleiden so ziemlich alles mit Sicherheitsnetzen ein. Einige der verhüllten Objekte stellen dabei architektonische Meisterleistungen dar, andere sind im wahrsten Sinne des Wortes Kunstwerke. Und auch an spektakulären Aufträgen mangelt es nicht. »Die richtigen Sicherheitsvorkehrungen für die Sanierung einer Eissporthalle zu schaffen, hatte es ganz schön in sich. So mussten wir mit einer Spezialraupe auf die Eisfläche, damit diese nicht beschädigt wurde«, erzählt der Geschäftsführer. Darüber hinaus gibt es auch Netze für die Festmontage. Wenn es etwa darum geht, Geröllabgänge an Abhängen zu vermeiden, werden Edelstahlnetze angebracht. Hubschrauber-Landeplattformen oder Sportanlagen mit speziellen Einhausungen zu sichern, gehören ebenfalls in das Programm des Wolfegger Unternehmens. 3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 99


»Wir wollen unseren Kunden nicht nur sichere und perfekte Lösungen anbieten, sondern sie auch weitgehend entlasten.«

Großes Vertrauen in die Mitarbeiter Viel Handarbeit müssen die technisch versierten Spezialisten bei der Montage der Netze leisten. »Oft ist es keine leichte Aufgabe, zumal auch bei Regen, Schnee und Frost Netze angebracht werden müssen«, sagt Ahlfänger. Ihre persönliche Schutzausrüstung tragen die Fachmonteure dann, wenn Einsätze an gefährlichen und schier unzugänglichen Stellen anstehen. Dass er sich hundertprozentig auf seine Mitarbeiter verlassen kann, ist für ihn von großer Bedeutung. »Unsere Terminpläne sind oft sehr eng und lassen wenig Spielräume zu, da muss einfach alles sitzen und passen«, betont er. Durch die enge Zusammenarbeit mit anderen Firmen aus Mittel- und Norddeutsch-

land, die ebenfalls auf Bausicherung mit Sicherheitsnetzen spezialisiert sind, bietet Ahlfänger seinen Kunden exklusive Vorteile. So ist sein Team vor allem in Süddeutschland schnell und flexibel vor Ort, aber auch Aufträge aus Österreich, Italien und Spanien stehen auf der Liste. Einblick und Ausblick Martin Ahlfänger hat einen mutigen Schritt gewagt, als er mitten in der weltweiten Wirtschaftskrise ein neues Firmengebäude am Rande von Wolfegg errichtete. »Erst vor zwei Jahren sind wir hier eingezogen«, erzählt er rückblickend und gewährt einen Einblick in seine Zukunftspläne. »Unsere Firma steht zahlenmäßig ganz gut da, insbesondere auch deshalb, weil wir in betriebswirtschaftlichen Fragen auf Sicherheit gesetzt haben.« So soll demnächst nicht nur die Betriebshalle erweitert werden, sondern auch ein separates Bürogebäude sowie eine Waschhalle für die Fahrzeuge gebaut werden. Ebenso ist die Anschaffung eines weiteren Spezialfahrzeuges geplant. Und in Sachen Hallenbau will man zukünftig auch bei kleineren und landwirtschaftlichen Bauvorhaben eine größere Rolle spielen. Auch für diese Zwecke sei man bestens gerüstet. »Wir wollen unseren Kunden nicht nur sichere und perfekte Lösungen anbieten, sondern sie auch weitgehend entlasten.«

BILDER: LEIPRECHT, AHLFÄNGER

Renate Leiprecht

Martin Ahlfänger GmbH Alttanner Straße 83 88364 Wolfegg Telefon (07527) 914355 Telefax (07527) 914356 mahlfaenger@t-online.de www.ahlfaenger.com

100 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


»Technisches Fingerspitzengefühl« liegt in der Familie Es mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen, das Unternehmen Enig, Gerätebau und Gravuren, und den Optik-Meisterbetrieb »Tamara« unter einem Dach unterzubringen. Doch, abgesehen von den Familienbanden, sind es die Liebe und Leidenschaft zu Präzision und Perfektion, das technische Verständnis und Fingerspitzengefühl, das die Firmeninhaber verbindet. Daraus entstand (und entsteht) eine erstaunliche Vielseitigkeit.

E

s ist genau dreißig Jahre her, als zwei junge Feinmechaniker-Meister die Firma »Enig, Gravuren und Gerätebau«, gründeten – mit viel Fachwissen, noch mehr Enthusiasmus und wenig Mitteln. Daher musste anfangs auch eine LKW-Garage als Produktionshalle und Büro genügen. »Wir mussten damals viel improvisieren,« erinnert sich Seniorchef Hans-Peter Entensperger heute lachend, »denn wir hatten nur ein paar Maschinen zur Verfügung – und die brachten noch nicht einmal die Leistungen, die wir gebraucht hätten. Das hat sich andererseits als großer Vorteil erwiesen. Denn dadurch sind wir flexibel und kreativ geblieben, haben stets nach neuen Wegen und

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 101


Lösungen gesucht und das scheinbar UnWerkzeugbau über Prägestempel, Pokale mögliche möglich gemacht.« Dieser innovaund Ringe, ja, bis zum Grabschmuck aus Metive Improvisations- und Pioniergeist reichtall. Speziell für Endverbraucher werden te wohl aus, denn schon drei Jahre später auch Gummistempel hergestellt. Typengrawurde der Umzug in eine größere Halle nötig und es wurden bereits sechs Mitarbei- »… dadurch sind wir flexibel und kreativ geblieben, ter beschäftigt. Nun haben stets nach neuen Wegen und Lösungen gesucht war die Erfolgsgeund das scheinbar Unmögliche möglich gemacht.« schichte der heutigen Enig Gravuren und Gerätebau GmbH nicht mehr aufzuhalten. Gerade im Bereich vuren können in Messing, Stahl, Kupfer und der Metallverarbeitung hat sich die Enig Kunststoffen für die Einzel- und SerienfertiGmbH bis heute nicht nur in Deutschland, gung erstellt werden. Darüber hinaus versteht sich die Enig sondern auch in Österreich, Brasilien und GmbH auf die Zahnradfertigung auf höchsden USA einen Namen gemacht. tem Niveau. Bei der Herstellung von Verzahnungen sind das Abwälzfräsen als auch Zahlreiche Kernkompetenzen alle gebräuchlichen Weichbearbeitungen Die Enig GmbH bietet eine breite Leistungsgleichermaßen möglich. Für besondere Anund Produktpalette in vielfältigen Unternehforderungen und geometrische Bedingunmensfeldern, im Fokus zahlreicher Kerngen steht die so genannte »Wälzstoß-Techkompetenzen steht die Fertigung von Präzinik« zur Verfügung. Somit können Außensionsteilen für die Verpackungsindustrie. und Innenverzahnungen kostengünstig Ob Prototyp, Einzel- oder Serienteile, ob und in optimaler Qualität vorgenommen Aluminium, Edelstahl oder Kunststoff – werden. dank des hochmodernen Maschinenparks Den »krönenden Abschluss« aller Arist die Enig GmbH in der Lage (nach Zeichbeitsvorgänge bildet stets eine exakte Qualinung) schnell und präzise zu fertigen. 21 tätskontrolle, ohne die kein Produkt das CNC- Bearbeitungszentren, 19 CNC-DrehHaus verlässt. maschinen, sowie verschiedene Dreh-, Fräsund Bohrmaschinen und spitzenlose BandHohe Qualität schleifmaschinen stehen zur Verfügung, um Um gleichbleibend hochwertige Qualität zu die Kundenaufträge in höchster Perfektion gewährleisten und den diversen Kundenanund Präzision individuell zu bearbeiten. Spesprüchen gerecht zu werden, ist jedoch weit ziell für vakuumdichte Verpackungen wird mehr nötig als modernste Maschinen und mittels eigens entwickelter HerstellungsTechnologien. So ist die Firma Enig zum und Bearbeitungsverfahren Spitzenqualität Beispiel Zulieferer nach der »Kanban-Megarantiert. »Höchste Qualität in Präzision thode«. Diese bezeichnet eine Produktionsund Perfektion« – dieser Grundsatz gilt für ablauf-Steuerung, ein Hol- und Zurufprindie beiden Geschäftsführer Hans-Peter Enzip, das sich am tatsächlichen Verbrauch tensperger und Sohn Alexander Entenspervon Materialien beim Kunden orientiert. ger im Großen wie im Kleinen. Denn neben der Fertigungen im Gerätebau für internaEin Fachkräfte-Team von rund 65 Mitarbeitionale Konzerne, übernimmt die Enig tern und Mitarbeiterinnen sorgt vom AufGmbH unter anderem auch individuelles tragseingang bis zum fertigen Produkt samt Wasserstrahlschneiden sowie sowie MaRechnungsstellung für einen reibungslosen, schinen- und Laser-Gravuren aller Art in fehlerfreien Ablauf und bearbeitet so durchbeinahe jedem Material: Holz, Leder, Kork, schnittlich 100 bis 150 Aufträge täglich. Stein, Glas und blanken Metallen, von den Etwa ein Drittel aller Mitarbeiter können Kupferelektroden für den Formen- und sich bereits über eine 15- beziehungsweise

102 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


20-jährige und sogar noch längere Zugehörigkeit zur Firma freuen. Der Rest des Teams ist zwischen fünf und zehn Jahren bei Enig angestellt. »Und außerdem gehört zum Erfolg noch eine gute Portion Bauchgefühl für die Bedürfnisse der Kunden und großes Verständnis, ja, ich möchte sagen, Fingerspitzengefühl für die Technik«, ergänzt HansPeter Entensperger schmunzelnd, »das alles haben meine beiden Kinder anscheinend geerbt.« Tamara Optik Tamara Schneidberger ist zwar nicht, wie ihr Bruder Alexander Entensperger, in die Enig Gerätebau und Gravuren GmbH mit eingestiegen, doch der »Familientradition« treu geblieben. Denn gerade auch in der Optik kommt es auf Exaktheit, ja, Präzision, Perfektion und Passgenauigkeit, eben »technisches Fingerspitzengefühl« an. 1996 hat Tamara Schneidberger ihre Optiker Meisterprüfung absolviert, kann also in diesem Jahr ebenfalls ein Firmenjubiläum feiern. 2006 schließlich eröffnete sie ihr Optiker-Fachgeschäft im väterlichen Betrieb und bietet einen »sehenswerten« Komplett-Service. Während eines individuellen Beratungsgesprächs werden Brillengestell, Gläser oder auch Kontaktlinsen ausgesucht, vermessen,

geschliffen und entsprechend angepasst, je nach Sehstärke, versteht sich. Hochmoderne Geräte und neueste Technik sorgen dafür, dass auch das typgerechte Wunschmodell der Kunden in kürzester Zeit angefertigt werden kann. Verschiedene Test, wie etwa der Führerscheinsehtest, werden zudem durchgeführt. Darüber hinaus können Erwachsene und Kinder aus einer Vielzahl von namhaften BrillenMarkenherstellern ihr bevorzugtes Modell auswählen, von klassisch dezent bis ausge-

fallen trendig, ergänzt durch eine edle Sonnenbrillen-Kollektion. Und, für den Fall, dass die Brille mal »aus der Fassung gerät«, gibt’s einen umfassenden Reparaturservice und Brillencheck. So fanden also unterschiedliche technische Bereiche und Serviceleistungen zusammen. Eine Reihe von Jubiläen kann die Familie Entensperger heuer feiern und man darf gespannt sein, was sie sich für die Zukunft noch alles vorgenommen haben ... Karin Bitsch

ENIG Gerätebau und Gravuren GmbH

Tamara Schneidberger, Alexander Entensperger und Hans-Peter Entensperger.

Bürgermeister-Anton-LinderStraße 2 87637 Eisenberg Telefon (08364) 9829-0 Telefax (08364) 9829-29 www.enig.de enig-hopferau@t-online.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 103


1975

Ein entscheidendes Jahr

Die Allgäuer Werkstätten GmbH in Kempten ist eine Einrichtung der Lebenshilfen Kempten und des südlichen Landkreises Oberallgäu. Seit ihrer Gründung im Jahre 1975 hat sie sich zu einem leistungsstarken und verlässlichen Partner für Wirtschaft und Industrie entwickelt. Darüber hinaus ist es ihr gelungen, die Arbeit der Menschen mit Behinderung in der Mitte der Gesellschaft zu verankern. All das ist Anlass genug, die Kemptener und Oberallgäuer Standorte genauer zu durchleuchten.

ie Allgäuer Werkstätten GmbH wurde 1975 aufgrund einer Elterninitiative der Lebenshilfen Kempten und Sonthofen gegründet. Was in den Räumen einer Holzbaracke einst begann, hat sich seitdem zu einem modernen Unternehmen entwickelt. Heute bietet es rund 620 Menschen mit Behinderung und über 180 Angestellten einen Arbeitsplatz. Bis 2002 war die Zentrale in Steufzgen angesiedelt, danach erfolgte der Umzug in die Zeppelinstraße. Die Menschen, die aus Kempten und dem gesamten Oberallgäu in die Allgäuer Werkstätten kommen, haben oft viel durchgemacht. Aber wohin werden sie geführt, wenn man ihnen neben Betreuung und Be-

D

104 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

gleitung nicht auch etwas Konkretes anbietet? Die Rede ist von Arbeit. »Unsere besondere Aufgabe ist es, den gesellschaftlichen Auftrag der Integration von Menschen mit Behinderung durch Wertschätzung, Arbeit, Förderung und Betreuung zu erfüllen und uns zudem auch dem Markt kompetent zu stellen. Genau diesem Leitsatz fühlen wir uns verpflichtet«, sagt der Geschäftsführer Michael Hauke. Dass die Allgäuer Werkstätten GmbH diesem besonderen Anspruch gerecht wird, beweist sie mit ihren ausgebildeten und qualifizierten Mitarbeitern, modernen Fertigungsmöglichkeiten sowie einem gut ausgerüsteten Maschinen- und Fuhrpark. Grundsätzlich stehen die Einrichtungen der Allgäuer Werkstätten allen Menschen mit Behinderung offen. Nach einem dreimonatigen Eingangsverfahren schließt sich eine zweijährige Beschäftigung im Berufsbildungsbereich an, wobei hier der Schwerpunkt nicht nur auf berufliche Anforderungen, sondern auch auf soziale Kompetenzen gelegt wird. Außerdem werden die Mitarbeiter je nach persönlicher Neigung und Fähigkeit auf ihren späteren Arbeitsbereich vorbereitet. Das Angebot an Produktionsund Dienstleistungstätigkeiten ist dabei viel-


für Menschen mit Behinderung im Allgäu

fältig. Um die Kreativität, Musikalität und Fitness der Menschen zu fördern, werden arbeitsbegleitende Kurse angeboten. Denn im Vordergrund steht ein ganzheitliches Konzept. Es beinhaltet die persönliche Entwicklung und Förderung der Wirtschaftlichkeit. Menschen mit geistiger Behinderung finden beispielsweise in den Einrichtungen in der Zeppelinstraße 5 einen Arbeitsplatz. Unterschiedlichste Montagearbeiten werden hier angeboten. Möglich sind aber auch Tätigkeiten in der Wäscherei, der Konfektionierung sowie in der Metallbearbeitung. Außerdem gibt es einen Förderbereich. Das Ziel soll vor allen Dingen sein, den Menschen entweder einen dauerhaft sicheren Arbeitsplatz zu bieten, oder ihnen den Übergang aus der Werkstatt in ein Arbeitsverhältnis auf den regulären Arbeitsmarkt zu ermöglichen und sie somit in die Gesellschaft zu integrieren, sagt Prokurist und Werkstattleiter Karl-Heinz Häfele. Sinnvolle Perspektive In der Zeppelinstraße 10 sind eine Schreinerei, die Integrationsgesellschaft Allgäu mbH (IGA) sowie die inJob Allgäu GmbH (inJob) unter der Betriebsleitung von Max Hold

untergebracht. Letztere sind im Übrigen Tochterfirmen der Allgäuer Werkstätten GmbH. Die IGA bietet seit 1995 Menschen mit seelischer Behinderung Unterstützung beim Wiedereinstieg ins Berufsleben an. Der Schwerpunkt im Montagebereich liegt auf dem Sortieren und Verpacken von Werkzeugteilen sowie auf der Endmontage und dem Verpacken von Bewässerungssystemen. In der Schreinerei fertigt man hauptsächlich Gartenmöbel und Verpackungskisten. Auch Holzbeplankungen für Schwerlasttransporter werden von ausgebildeten Mitarbeitern hergestellt. Ganz wichtig dabei, es werden nicht nur die individuellen Kundenwünsche berücksichtigt, sondern darüber hinaus wird auch erstklassige Qualität geliefert. Unter Anleitung professioneller Ausbilder kann in der IGA auch ein Praktikum absolviert werden – einfach, um praktische Erfahrung zu sammeln. Langzeitarbeitslosen und Menschen mit Behinderung, die Anspruch auf Eingliederungsleistung im Bereich Arbeit haben, gibt die inJob eine sinnvolle Perspektive. Hier dürfen und können sie über ihre berufliche Zukunft nachdenken, die Bedingungen für diese Zukunft kritisch beleuchten, Befürchtungen formulieren und auch

Grundsätzlich

stehen die Einrichtungen der Allgäuer Werkstätten allen Menschen mit Behinderung offen.

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 105


Um die

Kreativität, Musikalität und Fitness der Menschen zu fördern, werden arbeitsbegleitende Kurse angeboten.

nach Auswegen aus Sackgassen suchen. So werden beispielsweise Montagetätigkeiten im Holz-, Metall- und Kunststoffbereich angeboten. Was Leistungsanspruch und Qualitätsbewusstsein angehen, so sind die inJob und die IGA mit den Anforderungen des regulären Arbeitsmarktes vergleichbar. »Menschen definieren sich über Arbeit« Am Standort Steufzgen sind 156 Menschen mit Behinderungen und 30 Angestellte beschäftigt und um diesen kümmert sich insbesondere Werkstattleiter Robert Walter. 2004 wurde hier groß umgebaut und so umfasst der Standort heute die Bereiche Montage, Lettershop, Wäscherei und Konfektionierung. Hier finden Menschen mit körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung einen Arbeitsplatz. »Menschen definieren sich über Arbeit«, sagt der Werkstattleiter. Die konkrete Erfahrung mit produktiver Ar-

BILDER: ALLGÄUER WERKSTÄTTEN/LEIPRECHT

Hier wird eine Förderkette für die Firma Multivac gefertigt.

beit und Praxis soll die Menschen dazu anregen, sich nicht nur als passive Wesen zu sehen. Unterstützt durch diverse Arbeitshilfen werden sie hier zu aktiven Gestaltern ihrer Lebenswelt und beschäftigen sich mit der Zukunft und deren Möglichkeiten. »Unsere Mitarbeiter sind stolz auf sich, wenn sie beispielsweise ein Produkt, das sie vorher aus einzelnen Teilen zusammengebaut haben, später in ihren Händen halten. Das Gefühl, etwas geschaffen zu haben, verleiht ihnen Stärke und somit steigt auch automatisch ihr Selbstwertgefühl«, erzählt Walter. Um Menschen mit seelischer Behinderung kümmert man sich laut Werkstattleitererin Christina üringer am Standort Eggener Berg. Hier liegt der Schwerpunkt auf Montagearbeiten, Konfektionierung, Metallbearbeitung sowie der Seifenproduktion. Persönliche Fähigkeiten und Neigungen der Mitarbeiter werden auch hier ganz individuell berücksichtigt. Darüber hinaus betreut man am Eggener Berg in der Förderstätte Menschen mit schwerer und mehrfacher Behinderung. Ziel ist es, die persönliche Entwicklung und die Lebensqualität dieser Frauen und Männer zu fördern. Insbesondere möchte man ihnen einen zweiten Lebensraum bieten, der ihnen zum einen etwas Abwechslung gibt, zum anderen auch die Begegnung auf gleicher Augenhöhe ermöglicht, verdeutlicht die Leiterin Isolde Hafenmayr. Langjährige und zufriedene Geschäftskunden Eine der Stärken der Allgäuer Werkstätten ist die Wäscherei. Die Kemptener Standorte verfügen über insgesamt drei Wäschereien mit einer durchschnittlichen Kapazität von drei Tonnen pro Tag. Große und kleine Betriebe sowie Privatpersonen schätzen diese Dienstleistung ganz besonders. Die Allgäuer

106 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


»Das Gefühl,

etwas geschaffen zu haben, verleiht ihnen Stärke und somit steigt auch automatisch ihr Selbstwertgefühl.«

Werkstätten GmbH hat ein Qualtiätsmanagementsystem eingeführt, und ist zudem nach ISO 9001:2008 zertifiziert. Und noch einen weiteren Service bietet sie an: Speisen für Kindergärten, Heime und auch für die eigenen Mitarbeiter werden in Steufzgen gekocht. Neben Qualität spielen auch Flexibilität und Termintreue eine zentrale Rolle. Und so verwundert es nicht, dass große Baumarktketten und Lebensmittelbetriebe aus der Region sowie auch namhafte Firmen wie Multivac, das Fahrzeugbauunternehmen Goldhofer oder etwa die Firma Gardena bereits zu den langjährigen Kunden und Auftraggebern der Allgäuer Werkstätten zählen. »Dass wir gute Arbeit leisten, hat sich längst herumgesprochen. Wir freuen uns, wenn wir Aufträge von Firmen bekommen«, sagt der Prokurist und Werkstattleiter von Sonthofen Roland Lowinger. »Schließlich wollen wir auch noch weiterwachsen.« Obwohl es zwar staatliche Hilfe gibt, müssen die Mitarbeiter mit Behinderung ihre Löhne und alle Ersatz- und Modernisierungsinvestitionen im Übrigen selbst erarbeiten.

»Einige Geschäftskunden stellen uns auch Sondermaschinen zur Verfügung«, sagt der Prokurist und Werkstattleiter Roland Lowinger.

Ein wichtiger Bestandteil ist deshalb auch die Öffentlichkeitsarbeit. So ist die Allgäuer Werkstätten GmbH unter anderem im August mit einemInformationsund Verkaufsstand auf der Allgäuer Festwoche (Halle 10 A) in Kempten vertreten. Hier können sich Interessierte über die Arbeit und Ziele informieren und natürlich auch direkten Kontakt mit den Verantwortlichen aufnehmen. Renate Leiprecht

Allgäuer Werkstätten GmbH Zeppelinstraße 5 87437 Kempten Telefon (0831) 960288-0 Telefax (0831) 960288-129 info@aw-ke.de www.aw-ke.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 107


Im Einsatz, um eine »saubere und sichere Fahrt« zu ermöglichen.

Allgäuer Kommunaltechnik auf Sie prägen, meist im orangefarbenen »Kleid«, eindringlich das alltägliche Bild der Straßen, Sommer wie Winter: Schneeräumfahrzeuge, Kehrmaschinen und Straßen-Waschfahrzeuge. Während erstere bei Eis und Schnee meist sehnsüchtig erwartet und geschätzt werden, werden letztere eher am Rande wahrgenommen. Ohne Kommunaltechnik jedoch ist ein reibungsloser und vor allem sicherer Verkehrsfluss auf den Straßen kaum möglich.

in funktionierendes Straßennetz ist heutzutage eine der wichtigsten Grundlagen für eine lebendige Wirtschaft – und auch für mehr Lebensqualität. Denn Straßen und Wege verbinden Menschen und Orte, machen damit Kommunikation möglich. Was andererseits zu einem perfekt ausgestatteten, kommunaltechnischen Fuhrpark alles an Maschinen und Zusatzgeräten gehört, was an Wartungsarbeiten, Reparaturen und letztlich auch an menschlicher Leistung notwendig ist, bemerken Außenstehende und Laien eher selten. Während man im Winter ganz gerne mal hinter dem Schneepflug oder Streuwa-

E

108 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

gen herfährt, löst im Sommer der »orangene Brummi« leicht Ungeduld aus, wenn er nicht überholt werden kann. »Nach einem strengen Allgäuer Winter gibt es allerhand zu tun,« versichert Alexander Drutzel, Geschäftsführer und Gesellschafter der »Harald Drutzel GmbH Kommunaltechnik«. Straßen, Schutzplanken und Leitpfosten müssen vom Salz befreit und gereinigt, der Splitt weggekehrt werden. Darüber hinaus sind die Straßenkehr- und Reinigungs-


BILD: BITSCH

Alexander und Harald Drutzel

kennt die Herausforderungen, mit denen seine Kunden zu kämpfen haben, weiß für »winterliche Probleme« die passende Lösung: »Mein Vater Harald hat unser Unternehmen vor über zwei Jahrzehnten gegründet. Ich bin so zu sagen in die Materie hineingeboren worden und damit aufgewachsen. Es macht mich stolz, nun den Betrieb seit dem 1. April 2011 allein führen zu dürfen,« bestätigt Alexander Drutzel lächelnd. Der väterliche Beistand ist ihm jedoch stets willkommen. Die Harald Drutzel GbmH vertreibt nicht nur deutschlandweit die unterschiedlichsten Maschinen (neuen und gebrauchten, übrigens), sondern produziert auch Zusatzgeräte und Ersatzteile. Schneepflüge, Vorbaukehrmaschinen und Waschgeräte für Leitpfosten entstammen zum Beispiel der Eigenproduktion aus dem Werk in Sömmerda bei Erfurt. »Dabei achten wir stets auf hochwertigste Qualität und arbeiten nur mit den Besten der Branche zusammen,«

sein, aggressiv räumen und extremen Minusgraden standhalten. Streufahrzeuge wiederum müssen stetig nachgefüllt werden. Dafür stellt die Drutzel GmbH auch die entsprechende Streugut-Lagertechnik zur Verfügung, vom Streugut-Ladegerät über die Lagerhalle bis zum Silo. Ob die Silos aus Kunststoff oder Holz, mobil oder feststehend sein sollen, wird im ausführlichen Beratungsgespräch geklärt. Service-Leistungen Eine kompetente und fachkundige Beratung ist für Alexander Drutzel und sein Team allerdings in jedem Bereich unabdingbare Voraussetzung. Zu unterschiedlich und individuell sind die Ansprüche und Bedürfnisse der Kunden, zu denen längst nicht nur Landkreise und Kommunen, sondern auch immer mehr private Unternehmen und Betriebe zählen. Darüber hinaus machen, laut Alexander Drutzel, nicht nur Beratung, Angebot und Verkauf einen erstklas-

deutschen Straßen fahrzeuge den ganzen Sommer über im Einsatz, um Verkehrsteilnehmern eine »saubere und sichere Fahrt« zu ermöglichen. Winter-Dienst Im Winter stehen bei der Drutzel GmbH die Telefone erst recht nicht still. Um Eis und Schnee Paroli bieten zu können, müssen Städte und Gemeinden, Autobahndirektionen und Bauämter gut und vor allem rechtzeitig vorbereitet sein. Alexander Drutzel

garantiert Alexander Drutzel. Auch werden sämtliche Mitarbeiter regelmäßig geschult und weitergebildet, um auf dem neuesten Stand der Technik zu sein. Denn gerade im Winter müssen die Einsatzfahrzeuge härtesten Widrigkeiten standhalten und perfekt ausgestattet sein. Schneepflüge müssen stabil, dennoch flexibel sein. Die Schneeräumleisten an den Pflügen beispielsweise dürfen den Straßenbelag nicht beschädigen, müssen aber widerstandsfähig

sigen Service aus. Das fachkundige Team der Drutzel GmbH übernimmt zudem die Wartung, Pflege und Reparatur von Maschinen und Zusatzgeräten. Dem Hauptsitz des Unternehmens in Obergünzburg ist eine eigene Reparatur-Werkstätte mit angeschlossen. Außerdem betreuen zwei Kundendienstmonteure mit entsprechend ausgestatteten Fahrzeugen die Kunden vor Ort. »Service, der Sauberkeit und Sicherheit auf deutschen Straßen garantiert.« Karin Bitsch

Harald Drutzel GmbH Kommunaltechnik Am Theinberg 11 87634 Obergünzburg Telefon (08372) 2303 Telefax (08372) 2898 info@drutzel.de www.drutzel-kommunaltechnik.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 109


Weltweit. Flink. Geschickt.

In Sekundenschnelle kommunizieren heute Menschen auf der ganzen Welt miteinander. Waren und Güter werden rund um den Globus verschickt, Produktionsabläufe sind immer stärker miteinander verflochten. Ergebnisse der zunehmenden Globalisierung. Unternehmen, die am »globalen Ball« bleiben wollen, müssen sich auf eine weltweite Ausrichtung einstellen. Dies gilt insbesondere für Speditionen und Logistik-Dienstleister. »Wir machen das möglich, und wenn wir ein Flugzeug eigens dafür chartern.«

110 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

F

reitag Abend, 18 Uhr: Im Speditionsund Logistik-Unternehmen »Der flinke Fink« stehen die Telefone noch nicht still. Eine dringende Sendung muss noch auf den Weg gebracht werden, soll Montag, morgens um zehn, in San Francisco sein. Und das geht? »Wir machen das möglich,« versichert Geschäftsführer und Firmengründer Dietmar Fink, »und wenn wir ein Flugzeug eigens dafür chartern.« Und Werner Wennesz, ebenfalls Geschäftsführer, ergänzt: »Wir sind so einzigartig wie unser Name es verspricht. Wir sind nicht nur flink, sondern auch flexibel. Die regionale Nähe und der direkte, persönliche Kontakt zu unseren Kunden erlauben uns, sehr schnell zu reagieren.« Das bedeutet, auf eine anonyme Hotline mit Band-Stimme wartet man hier vergeblich (es sei’s gepriesen). Stattdessen meldet sich bei Fink ein freundlicher Mitarbeiter oder Mitarbeiterin persönlich, klärt mit dem Kunden die anstehenden Fragen und berät ganz individuell – und das sieben Tage die Woche rund um die Uhr.

Service »Express« Seit der Firmengründung 1987 in Ermengerst ist »Der flinke Fink« stetig gewachsen. Der erste große Kunde hatte damals den Namen geprägt für Dietmar Fink, weil »ich nicht nur schnell, sondern richtig flink war.« Der Name ist ihm heute noch Verpflichtung: »Nomen est Omen«. Express-Sendungen vom kleinen Päckchen bis zur mehrere Tonnen wiegenden Ladung werden von der »flinken Flotte« durch ganz Deutschland, Europa und weltweit in über 220 Ländern »bewegt«. Weit über 30 Fahrzeuge, mit eigenen Fahrern und Subunternehmern, vom PKW bis zum 40-Tonner übernehmen Direkt- und Kurierfahrten, Zustellungen innerhalb 24 Stunden und selbstverständlich auch die üblichen »main-stream«-Standardfahrten. Insgesamt wurden zum Beispiel 2010 rund 250 000 Sendungen und Ladungen weltweit verschickt. Mehr als 650, zum Teil namhafte, Kunden aus dem Allgäuer Raum, aber auch bundesweit nehmen bereits die Dienstleistungen des »flinken Fink«


Der Kunde kann seine benötigte Ware auf Abruf abholen lassen, sie bei Fink zwischenlagern und zu dem Zeitpunkt ordern, zu dem er sie tatsächlich braucht.

in Anspruch, was sicherlich nicht nur auf die Zuverlässigkeit und sprichwörtliche Schnelligkeit, sondern auch auf die persönliche Betreuung zurückzuführen ist. Verkaufsleiter Andreas Gajewski lässt es sich nicht nehmen, seine Kunden in regelmäßigen Abständen zu besuchen. »Schließlich ändern sich die Bedürfnisse und Wünsche unserer Kunden immer wieder mal, da muss der persönliche Kontakt einfach erhalten bleiben.« Maßgeschneiderte Lösungen werden stets mit dem Kunden gemeinsam erstellt – und das nicht nur im Speditionsbereich, sondern speziell auch in der Logistik. Einlagerung, Kommissionierung, Konfektionierung und auch die so genannte Beschaffungslogistik sind mit eingeschlossen. Der Kunde kann dabei seine benötigte Ware auf Abruf abholen lassen, sie bei Fink zwischenlagern und zu dem Zeitpunkt ordern, zu dem er sie tatsächlich braucht. Service »intern« So wie die Kunden des »flinken Fink« optimalen Service genießen, so wird er auch den rund 30 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen geboten. Ein Billardzimmer, ein Ruheraum

mit Massageliegen und entspannender Musik sowie farbig gestaltete Räume, die sich jeder Mitarbeiter nach eigenen Wünschen und Vorlieben kreieren lassen konnte, sorgen für echte Wohlfühlatmosphäre. Das Bewegungsprogramm »Fink bewegt sich« in Zusammenarbeit mit der AOK schafft den nötigen Ausgleich zur täglichen Arbeit. »Denn, wer viel am Schreibtisch sitzt, am PC arbeitet und volle Leistung bringt, braucht Bewegung,« heißt es von der Geschäftsleitung. Die Mitarbeiter jedenfalls sind zufrieden. »Wir bieten keine Logistik von der Stange, sondern stets kundenspezifische, flexible Lösungen,« erklären Christian Hartmann und Alexander Köhler von der Disposition, »diese Beweglichkeit schätzen wir sehr und wollen sie uns deshalb ganz konkret erhalten.« Service »Zukunft« Dietmar Fink würde seinen Namen wohl nicht verdienen, würde er nicht auch Vorsorge für die zukünftige Entwicklung treffen. So zeichnet sich Fink schon seit zehn Jahren als Ausbildungsbetrieb aus, um jungen Menschen einen perfekten Start ins Berufsleben zu garantieren. Den Umwelt- und Nachhaltigkeitsgedanken setzte Fink mit dem Bau einer Photovoltaik-Anlage im vergangenen Jahr um. Rund 95 000 Kilowattstunden werden dadurch jährlich ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Im kommenden Jahr wird in Memmingen ein weiteres Logistikzentrum mit einer Lagerfläche von circa 1 200 Quadratmetern und etwa 1 300 Paletten-Stellplätzen in Betrieb genommen. Den Kunden wird damit eine weitere Logistik-Leistung mit Kom-

Die beiden Geschäftsführer/Gesellschafter Dietmar Fink (li.) und Werner Wennesz.

plettservice geboten: Von der Outsourcing Lagerlogistik über Kommissionierung und Verpackung bis zum Versand. Und damit heißt es wohl auch in Zukunft: flink – flinker – Fink. Karin Bitsch

Fink Spedition & Logistik In der Paint 1 87730 Bad Grönenbach Telefon (08334) 98988-0 Telefax (08334) 98988-99 info@fink-logistik.de www.fink-logistik.de

Das Fink-Team.

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 111


Schnell und flexibel: Der Entwurf kommt über Nacht

In der Denkfabrik: Geschäftsführer Werner Gruß (li.) bearbeitet in Zusammenarbeit mit Konstrukteur Andreas Amberger die Anfragen der Kunden.

Auf der Jagd nach Hundertsteln Kleine Betriebe reagieren schnell und flexibel auf neue Kundenanfragen. Das stellt der mittelständische Betrieb Gruß & Janata aus Kaufbeuren, Spezialist für Werkzeug und Formenbau, tagtäglich unter Beweis. »Heutzutage ist oft der Termin entscheidend«, weiß Kunststofftechniker Matthias Janata, der die Technische Leitung inne hat. »Unser Durchlauf ist rasant. Vom Auftragseingang über die Konstruktion bis zur Fertigung einer gehärteten Form vergehen oft nur drei Wochen«, fügt er bekräftigend hinzu.

G

Eine hochmoderne HSC-Maschine, die extrem präzise und schnell fräst.

112 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

deutschen Raum werden Werkzeuge und Formen produziert, mit denen dann Teile, in millionenfacher Serienproduktion bei gleichbleibender Qualität, hergestellt werden. Elektro, Automobil und Sanitär sind die drei Hauptbereiche, für die Gruß & Janata Formen und Werkzeuge fertigt. »Immer mehr mechanische Metallteile werden durch spezifische Kunststoffteile ersetzt. Interieurteile in Autos werden durch veredelte, zum Beispiel galvanisierte (verchromte) Kunststoffteile ausgetauscht«, erklärt Gruß den Hintergrund.

eschäftsführer Werner Gruß, der das Unternehmen 1982 zusammen mit Rainer Janata gegründet hat, kann mit mehr als 30 Jahren Erfahrung als Werkzeugmachermeister punkten. »Unser Schwerpunkt sind Kunststoffspritzgussformen«, erklärt der 56-Jährige. »Desweiteren fertigen wir Spritzgussformen für Zinkdruckgussteile. Diese weisen eine höhere Festigkeit als Kunststoffteile auf.« Für die Kunden im süd-

Hochmoderner Maschinenpark In der Produktionshalle steht ein Maschinenpark, der stets auf dem modernsten Stand und den neuesten Technologien gehalten wird, wie zum Beispiel Graphitfräsen. Ganz neu ist die HSC-Maschine, eine High

Kunststofftechniker Matthias Janata schreibt die CAM-Programme, die direkt an die Maschinen übermittelt werden.

Dennis Horn ist einer von zwei Azubis, die zum Feinwerkmechaniker mit Schwerpunkt Werkzeugbau ausgebildet werden.


Spezialist für Kunststoffspritzgussformen

Langjährige Fachkräfte und motivierter Nachwuchs Wie in der Geschäftsführung ist es auch bei den sieben Mitarbeitern eine gesunde Mischung aus langjährigen erfahrenen Fachkräften und jungen motivierten Nachwuchskräften. »Zwei Azubis bilden wir derzeit als Feinwerkmechaniker mit Schwerpunkt Werkzeugbau aus«, erklärt Matthias Janata. Werner Gruß und Werkstattleiter Siegfried Schär engagieren sich für die Metallinnung Kaufbeuren-Ostallgäu seit vielen Jahren im Prüfungsausschuss an der Berufsschule Kaufbeuren. Neben den jungen Leuten arbeiten Werkzeugmachermeister mit über 40 Jahren Berufserfahrung, die auch schwierige Tuschier- und Anpassungsarbeiten ausführen können. »Das Besondere bei uns ist, dass jeder Mitarbeiter Spezialist in seinem Fachbereich ist«, betont Janata. Eigener Konstrukteur im Haus Eine weitere Besonderheit, womit Gruß & Janata bei den Kunden punkten kann, ist der eigene Konstrukteur im Haus. »Damit können wir immens schnell auf Anfragen reagieren und quasi über Nacht einen Entwurf ausarbeiten«, so Janata. Der Ablauf in der so genannten Denkfabrik hat schlanke Strukturen und ist perfekt durchorganisiert. Geschäftsführer Werner Gruß bearbeitet die Anfragen und Aufträge. Dann erstellt Konstrukteur Andreas Amberger nach den Daten der Kunden einen 3D-Entwurf, der per E-Mail zurückgeschickt wird. »Eine riesige Zeitersparnis und ein immenser technischer Fortschritt im Vergleich zu früher, als wir per Post oder Fax 2D-Zeichnungen bekommen haben«, erinnert sich Werner Gruß zurück. »Die Gesamtentwicklung war gerade in den vergangenen 15 Jahren rasant. Wo wir früher alles manuell improvisiert haben, geht heute alles Computergesteuert.

BILDER: KOBER

Speed Computergesteuerte Fräsmaschine, die Spitzenqualität in puncto Präzision liefert. »Es geht darum Hundertstel zu jagen und detailgenau das zu liefern, was unsere Kunden erwarten«, erklärt Matthias Janata. Der 32-Jährige ist in die Fußstapfen seines verstorbenen Vaters getreten, der Firmenmitbegründer war, und wird einmal die Unternehmensnachfolge antreten.

Ein fertiges Werkzeug aus gehärtetem Werkzeugstahl 1.2379 ESU 60 HRC, mit dem Zierrahmen für den Luftauslass aus Kunststoff hergestellt werden.

Die Standzeiten und Schnittgeschwindigkeiten haben sich revolutioniert. Früher hatten wir Durchlaufzeiten von drei Monaten, heute von drei Wochen.« Papierlose Fertigung Die endgültigen CAD-Daten leitet Konstrukteur Andreas Amberger an Matthias Janata weiter, der die CAM-Programme für die Maschinen schreibt. »Die fertigen Programme werden dann direkt an die Maschinen übermittelt. Die komplette Fertigung läuft mittlerweile fast papierlos ab«, erklärt Matthias Janata. Je nach Schwierigkeitsgrad kann die gehärtete Form oder das fertige Werkzeug innerhalb kürzester Zeit geliefert werden. »Darin liegt unsere absolute Stärke: Wir können schnell und extrem flexibel reagieren, wir arbeiten absolut termintreu und gute Qualität ist sowieso selbstverständ-

lich«, sind sich Werner Gruß und Matthias Janata einig. »Bestätigung bekommen wir von unseren zahlreichen namhaften Kunden, die uns als A-Zulieferer mit den Noten gut bis sehr gut bewerten.« Das mittelständische Unternehmen ist gut in die Strukturen von Neugablonz integriert und kooperiert mit dort ansässigen Firmen. Carolin Kober

Gruß & Janata GmbH Werkzeug und Formenbau Brambergweg 5 87600 Kaufbeuren Telefon (08341) 99975-0 Telefax (08341) 99975-29 info@gruss-janata.de www.gruss-janata.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 113


Wissen seit 20 Jahren was Konsumenten brauchen Der zunehmende Raumbedarf, steigende soziale Anforderungen sowie hohe Erstellungs- und Betriebskosten erfordern eine ständige Anpassung von Industrie- und Gewerberäumen. Die Gaschler Projektplanungs GmbH in Hergatz steht seit 20 Jahren für professionelle Immobilienentwicklung im Bereich schlüsselfertiger Handelsimmobilien und Gewerbeobjekte.

Jasmin Stöcklhuber, Andrea Fischer, Christine Karg, Claudia Gaschler, Christina Schwecke und Jürgen Gaschler (v. li. n. re.).

»Wir kaufen Grundstücke und entwickeln diese ausschließlich für Einzelhandelsobjekte.«

114 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

enn es um die Erstellung schlüsselfertiger Handelsimmobilien, Projektentwicklung von Gewerbeimmobilien, Baubetreuung, Projektmanagement, Verwaltung und Revitalisierung bestehender Objekte geht, liefert die Gaschler Unternehmensgruppe ein umfassendes Leistungskonzept, bei dem alle Leistungen aus einer Hand kommen. Seit Bestehen des Unternehmens wurde das Leistungsportfolio konsequent ausgebaut und weiterentwickelt. »Wir kaufen Grundstücke und entwickeln diese ausschließlich für Einzelhandelsobjekte. Wir sind ein reiner Bauträger im Gewerbebereich. In den 20 Jahren unserer Aktivitäten am Markt haben wir 78 Ob-

W

jekte abgewickelt. Wir sind spezialisiert auf kleine bis mittlere Objekte, die sich in einem Investitionsvolumen von etwa eineinhalb bis aktuell 30 Millionen Euro bewegen«, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Jürgen Gaschler. Handelsimmobilien gehören zum Alltag der Verbraucher Handelsimmobilien prägen das Stadtbild und sind wichtige Renditeobjekte aber auch Element des täglichen Lebens von Verbrauchern. Namhafte Filialisten aus der Lebensmittel-, Textil- und Schuhbranche, aber auch die bekanntesten Discounter Deutschlands sind Kunden des Unternehmens aus


»Unsere Intension ist es, die Infrastruktur in den Orten zu verbessern.«

Hergatz. »Unsere Intension ist es, die Infrastruktur in den Orten zu verbessern. Gerade dort, wo durch strukturelle Veränderungen der Handel so gut wie verschwunden ist, liegt unser Ansatz. Es gibt sehr viele Städte mit etwa zehn bis fünfzehntausend Einwohnern, wo man einfach spürt, dass etwas getan werden muss, sonst droht den Einwohnern das Versorgungsdefizit«, berichtet Gaschler über die Notwendigkeit einer guten Infrastruktur. Das Unternehmen mit fünf Mitarbeitern vor Ort agiert in ganz Deutschland. Etwa 15 Spezialisten wie Makler, Architekten und selbstständige Projektentwickler sind zum Teil bereits schon langjährige Kooperationspartner der Gaschler Unternehmensgruppe, die auf ländliche Gebiete fokussiert

ist. »Wir wollen nicht in die Großstädte. Wir wollen die Strukturen in ländlichen Gebieten verbessern«, so Geschäftsführer Gaschler. Bei allen Projekten wird besonderer Wert darauf gelegt, lokale Handwerksunternehmen zu involvieren, wobei keine Einzelvergabe stattfindet, sondern die Aufträge immer an Generalunternehmer vergeben werden. Analysen zeigen den Bedarf auf In ausführlichen Analysen wird die Notwendigkeit nach Einkaufsmöglichkeiten in Gemeinden ermittelt. »In manchen Orten sind zum Beispiel ausreichend Lebensmittelgeschäfte vorhanden, aber es fehlt im Bereich des Randsortiments. Und dieses Randsortiment vermitteln wir dann über unser weitläufiges Netzwerk. Das heißt, in diesem Fall bauen wir nicht, aber wir vermitteln«, erklärt Gaschler. Darüber hinaus ist die Firma Gaschler auch sozial sehr engagiert. Neben der Förderung verschiedener sozialer Projekte im Allgäu hat Jürgen Gaschler den Verein Hoffnung für Kinder e. V. gegründet. »Ziel

des Vereins ist die pädagogische Hilfe von Kindern, die in Not geraten und finanziell oder sozial benachteiligt sind«, erzählt Gaschler über die Hintergründe. ora Engstler

Gaschler Projektplanungs GmbH Engelitz 8 88145 Hergatz Telefon (08385) 9228-0 Telefax (08385) 9228-22 info@gaschler-gmbh.de www.gaschler-gmbh.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 115


Willkommen

in der Höhe Durch dünne Luft zum Trainingserfolg – so simpel, aber effektiv funktioniert das Konzept der Sonthofer Praxis Höhentraining von Stephan Pindl. Was bis vor einigen Jahren dem Leistungssport vorbehalten war, ist jetzt für jedermann zugänglich.

M

ein vorrangiges Ziel ist es, den Menschen Freude und Spaß an der Bewegung zu vermitteln und ihnen zu helfen, Freude an der Bewegung zu finden«, erklärt Stephan Pindl, Inhaber der Praxis Höhenbalance in Sonthofen. »Ein großes ema hier ist das Abnehmen. Vor allem für Menschen, die deutlich mehr als nur drei bis fünf Kilo verlieren wollen und sich mit Sport schwer tun, ist das Höhentraining eine effektive Methode der Gewichtsregulierung.« Der Traum vom schnellen Schlankwerden auf gesunde Art und Weise wird mit Höhentraining und einer Anpassung des persönlichen Lebensstils greifbar. Abnehmwillige haben die Chance, schneller in Bewegung zu kommen, ohne sich körperlich oder muskulär vollkommen zu verausgaben. Unter Höhentraining versteht man den gezielten Einsatz einer Unterversorgung des

116 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

Organismus mit Sauerstoff. Diesen Zustand nennt man Hypoxie. Mit der Reduzierung des Sauerstoffs in der Umgebungsluft über die Anwendung einer Atemmaske oder wie in der Praxis von Stephan Pindl in einem kompletten Raum, können verschiedene Höhen ganz gezielt simuliert werden. Wenn der Körper auf sauerstoffreduzierte Luft trifft, versucht er einen Ausgleich zu schaffen und beginnt zu arbeiten. Etliche Stoffwechselprozesse kommen in Gang, wie zum Beispiel die Erhöhung des Pulses, der Blutdruck bleibt jedoch unverändert. Der Kalorienverbrauch wird über den angeregten Fettstoffwechsel auf natürliche Weise erhöht. Bei Sportlern kann auf diese Art eine Steigerung der Ausdauerfähigkeit erzielt werden, aber auch die Regenerationszeiten nach der Belastung werden verkürzt. »Viele Menschen, die draußen Sport treiben, sind


BILDER: ENGSTLER

Wenn der Körper auf sauerstoffreduzierte Luft trifft, versucht er einen Ausgleich zu schaffen und beginnt zu arbeiten.

Woche Höhenluft über eine Maske atmen, während sie sich entspannen. Die »dünne Luft« wird im Trainingsraum der Praxis über Generatoren hergestellt, die aus der normalen Umgebungsluft Sauerstoffanteile filtern und die verbleibende Raumluft mit Stickstoffanteilen anreichern. So ist es möglich, in ganzen Räumen Höhenluft zu simulieren und sich auf Crosstrainer, Laufband oder Spinning-Rad in einer Höhe von 3 000 Metern und mehr zu bewegen. Die Höhensimulation im Sonthofer Institut ist bis zu 6 500 Höhenmeter möglich.

zu schnell unterwegs. Der Puls ist oft viel zu hoch, es wird zu viel und in einer zu hohen Intensität trainiert. Häufig wundern sich die Leute, warum sie nicht vorwärtskommen bei ihrem Training«, erklärt Pindl. »Hier im Höhentraining gibt es diesen Effekt nicht, da der Körper den Sauerstoff anders verwertet und nur im aeroben Bereich trainiert wird.« Die dünne Luft wird über Generatoren erzeugt Nach einer Operation oder Verletzung hilft die Höhenbalance den Patienten, nicht zu viel der eigenen Leistungsfähigkeit einzubüßen und schneller wieder an die alte Kondition anzuknüpfen. Bewegungsungeübte haben darüber hinaus die Möglichkeit über passive Kalorienbalance die Vorteile der Höhenluft zu nutzen, in dem Sie mehrmals pro

Individuelle Trainingsprogramme für unterschiedliche Ziele Hypoxietherapeut Stephan Pindl arbeitet für seine Kunden individuelle Trainingsoptionen aus, die auf die unterschiedlichsten Ziele abgestimmt sind. Je nach Wunsch können ganze Pakete oder auch einzelne Trainingsstunden gebucht werden. Das Angebot ist also nicht nur für diejenigen attraktiv, die schnell und leicht abnehmen wollen, sondern auch eine sinnvolle Ergänzung für den ambitionieren Hobbysportler. Während die Performancebalance zur Steigerung der Leistung und Belastbarkeit zum Beispiel im Radsport, beim Laufen oder Schwimmen dient, ist die Alpinbalance eine ausgezeichnete Möglichkeit um sich auf hochalpine Trekkings über 4 000 Höhenmeter vorzuakklimatisieren. Wer unter Stress leidet und sich nur schwer entspannen kann, findet über die Vitalbalance eine Erholungsinsel im Alltag, da die Höhenluft in Verbindung mit Physiotherapie, Massagen und Lymphdrainage optimale Voraussetzungen zur Regenration und Entspannung liefert. »Doch nur wer weiß, wo er sich in Sachen Fitness aktuell befindet, kann sich auch gezielt verbessern«, so Pindl. »Wir bieten daher im Vorfeld und auch immer wieder zwischendurch die Möglichkeit, den aktuellen Stand durch Leistungstest, Fettstoffwechseltest, Grundumsatzmessung und Höhenverträglichkeitstest festzustellen.«

Höhenbalance Allgäu Stephan Pindl Hindelanger Straße 7 87527 Sonthofen Telefon (08321) 6762909 info@hoehenbalance-allgaeu.de

ora Engstler 3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 117


Im Einklang der Elemente

Den Alltag hinter sich zu lassen, fällt leicht im Bio-Hotel Oswalda-Hus in Riezlern. Denn kulinarische Köstlichkeiten, das außergewöhnlich energetische Ambiente, therapeutische Klangmassagen sowie pflegende und entspannende Massage- und Kosmetikbehandlungen tun Körper und Seele gut.

E

s ist eines dieser typischen Vorarlberger Häuser: frisches Weiß, viel Holz und freundlicher Blumenschmuck. Seine einstige Bestimmung als bäuerliches Wohnhaus hat das Bio-Hotel Oswalda-Hus längst hinter sich gelassen, sein uriges Flair aber weitgehend bewahrt, seine Tradition und die Erinnerung an seine Ursprünge bewusst gepflegt. So ist das Bio-Hotel Oswalda-Hus eine Besonderheit, ein Kleinod, das herausragt aus der Fülle der Übernachtungsangebote in einer der beliebtesten Urlaubsregionen Österreichs. Anspruchsvolle Menschen aus nah und fern finden hier vielfältige Möglichkeiten, Körper und Seele zu verwöhnen, zu erfrischen und zu stärken, um sich wieder mit ganzem Elan den Aufgaben daheim stellen zu können. Es ist ein kleines Hotel, mit nur 25 Betten; es ist ein sehr persönliches Hotel, allein geführt von der Familie Müller; es ist ein sehr individuelles Hotel, in dem kein Zimmer dem anderen gleicht, in dem jeder nach seinem Geschmack wohnen kann; und es ist ein Hotel mit dem hohen und konsequent

118 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

umgesetzten Anspruch, Tradition und Natur für die Gäste erlebbar zu machen, ihnen Tag für Tag Besonderes zu bieten, sie zur Ruhe kommen zu lassen und ihnen zu helfen, Geist und Körper wieder ins Lot zu bringen. »Wir tun alles dafür, dass unsere Gäste mit neuer Energie heimkehren«, erklärt Joachim Müller, der das kleine feine Haus seit sechs Jahren führt. Besondere Energie Inhalte sind hier wichtig, wichtiger als klangvolle Namen. So ist das Etikett Bio hier schon eher Understatement. Denn Ernährung, Einrichtung, Wasserversorgung und Wärme sind konsequent natürlich-biologisch, aus der Region und im Einklang mit der Natur, ressourcenschonend und nachhaltig – belegt durch die Zertifikate ehc und AustriaBio-Garantie. Das Wasser stammt dabei sogar aus der familieneignen Quelle. Die Gäste werden mit allerlei aromatischen Tees und köstlichen Marmeladen verwöhnt, die mit viel Liebe aus den selbst gesammelten Kräutern und Blüten zubereitet wurden, die nur


hier, hoch oben auf den Wiesen und Weiden des Kleinwalsertal, ihren besonderen, intensiven Geschmack entwickeln können. Überall im Haus, auf den Fluren und in den Zimmern, findet der Gast Kunstobjekte, antikes Mobiliar und liebevoll arrangierte Dekorationen, die im Zusammenspiel die Energie des Hauses vermitteln. Die Wandfarben der einzelnen Zimmer stammen beispielsweise aus speziellen Naturerdfarben. Die Kunstobjekte sind teils selbst hergestellt, teils von renommierten Künstlern. Dabei wirkt das Ambiente harmonisch, bietet aber für jeden Geschmack etwas. Und für jeden Geschmack ist auch das selbst zubereitete 3-Gänge Bio-Menü von Joachim Müller. Dieses wird mehrmals pro Woche mit regionalen Produkten der Saison bereitet. Für alle Liebhaber guter Weine bietet Sommelier Joachim Müller dann anschließend auch gerne auf Anfrage eine Verkostung seiner Sammlung an Bio-zertifizierten Weinen im 600 Jahre alten Weinkeller. Balance und körperliches Wohlbefinden Neben der Sorge für das körperliche Wohlbefinden durch erlesene Gaumenfreuden geht es im Bio-Hotel Oswalda-Hus auch um die Rückgewinnung der seelischen Balance, die im hektischen Alltag so leicht aus dem Lot gerät. Unter dem Motto »Klang und Stille« gibt es wöchentlich eine Morgenmedita-

tion. Auf dem direkt hinter dem Haus gelegenen selbst angelegten Barfußpfad können die Gäste die Natur direkt spüren – und gerade morgens erleben sie hier eine Wohlfühlstimmung der besonderen Art. Saisonale Angebote wie winterliche Fackelwanderungen durch die verschneite Umgebung oder geführte Bergwanderungen auf abgelegenen Pfaden im Sommer schaffen den körperlichen Ausgleich und regen alle Sinne an. Im Kosmetik- und Massagestudio des Hauses bieten die Müllers Behandlungen mit Produkten aus nachgewiesen 100 Prozent natürlicher Herstellung. Mit der Firma Piroche Cosmetiques haben sie einen Lieferanten gefunden, der die Ideen des Bio-Hotel Oswalda-Hus mit dem passenden Produktsortiment unterstützt. Die aktuelle Linie dieser Kosmetik arbeitet dabei beispielsweise mit Pflanzenwirkstoffen der Alpenrose und anderen Gebirgsheilpflanzen. Kraft der Töne Seit bereits über 15 Jahren bietet Klangtherapeutin Elfriede Müller in ihrem KlangEnergie-Centrum Behandlungen und Klangmassagen, mit denen sie in dieser Form einmalig im Kleinwalsertal und der näheren Umgebung ist. Durch die energetische Kraft der Klänge und Schwingungen können viele Leiden gelindert werden – der

»Wir tun alles dafür, dass unsere Gäste mit neuer Energie heimkehren.«

Körper wird – vereinfacht gesagt – wieder neu gestimmt, damit das Instrument Mensch wieder harmonisch spielt. Harmonie schafft Entspannung, Disharmonien sind dagegen Störungen, die den Körper belasten. Da der Körper mit uns aber nur über Symptome und Schmerzen sprechen kann, wirken sich diese Disharmonien oft durch verschiedene Krankheitsbilder aus. Damit weist der Körper hin auf unsere oft »verrückte« Lebensweise und bietet uns so die Möglichkeit, grundlegende Korrekturen in unserem Leben zu vollziehen. Durch die Klangarbeiten wird direkt an der Ursache der gestörten emen gearbeitet. Gerade bei Schlafstörungen, Verspannungen, Stresssymptomen, Kopfschmerzen und vielen anderen Zivilisationskrankheiten bietet Elfriede Müller gute Behandlungserfolge. Besondere Angebote: Wer Pauschalreisen bevorzugt, ist im BioHotel Oswalda-Hus an der falschen Adresse, obgleich es auch ihnen im Gesamtangebot an nichts mangeln wird. Für alle, die sich allerdings gerne auf Neuheiten einlassen, hält man hier auch mal sehr außergewöhnliche Angebote parat. Im Herbst findet beispielsweise eine ganze Woche unter dem Motto ,Onanand & Mitanand – Für sich sein und miteinander sein‘ statt. Ein Wochenprogramm zwischen Urlaub, Seminar, Erholung und Familie. Spannend wird‘s bestimmt, das ist garantiert. Nähere Informationen zu diesem Angebot sind auf der WebSeite www.oswalda-hus.at zu finden. Kordula Küper

Bio-Hotel Oswalda-Hus Joachim Müller Leo-Müller-Straße 11 A-6991 | D-87567 Riezlern Telefon (0043-5517) 5929 Telefax (0043-5517) 5929-3 info@oswalda-hus.at www.oswalda-hus.at

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 119


Tradition

im Zimmererhandwerk

omas Merk, Geschäftsführer der Zimmerei Hölzle GmbH.

Schon seit mehr als zehn Jahren werden im Betrieb Abbundarbeiten auf einer computergesteuerten Anlage durchgeführt.

120 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


n einem Fachwerkhaus einen alten, beschädigten Holzbalken auszutauschen, ist nicht jedermanns Sache. Historische Bausubstanzen zu erhalten, erfordert viel Erfahrung, handwerkliches Können und immer einen guten Schuss Fingerspitzengefühl. Viele Zimmereien trauen sich heute solche Aufgaben gar nicht mehr zu. Doch wir haben Spaß daran, auch wenn es viel Arbeit bedeutet«, erzählt omas Merk. Dass er von Beruf Zimmerer ist, verrät seine (fast) traditionelle Kleidung, die er trägt. Das Restaurieren und Sanieren von denkmalgeschützten Gebäuden stellt zwar einen Schwerpunkt der Unternehmenstätigkeit dar, ist aber nicht das einzige, was die Firma Hölzle ihren Kunden bietet. Zum Portfolio gehören auch die ganz klassischen Zimmereiarbeiten, allen voran das Errich-

A

200 Jahre Tradition Die Firma hat in ihrer über zweihundertjährigen Geschichte mehrere Namens- und Besitzerwechsel hinter sich. Im März 2004 hatten Rudolf Merkl und sechs führende Mitarbeiter mit der Unterstützung von Alfons Hölzle ( früherer Inhaber) den Betrieb unter dem Firmennamen »Zimmerei Hölzle GmbH« neu aufgestellt. Dieser Neuanfang war die Basis für die positive Entwicklung des Unternehmens in den letzten Jahren, erzählt Merkl. Er hat viel Geschick bewiesen, als er in die Strukturen des Betriebes eingegriffen hat. So wurden insbesondere die Kostenstrukturen und Arbeitsabläufe optimiert. Sämtliche Entscheidungen zu Investitionen und Verbesserungsmaßnahmen werden im Gesellschafterkreis einheitlich getroffen. »Nur aufgrund dieser Verän-

Viel Erfahrung, handwerkliches Können und immer einen guten Schuss Fingerspitzengefühl.

Holz besitzt bekanntlich jede Menge schöner Eigenschaften. Eine davon ist, dass es Jahrhunderte überdauern kann. Dass auch Betriebe über mehrere Jahrhunderte fortbestehen, kommt nicht allzu häufig vor. Zu den Traditionalisten dieser Art gehört die Zimmerei Hölzle GmbH in Erkheim, deren Wurzeln bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen. In der bayerisch-schwäbischen Region ist sie einer der führenden und modernen Holzverarbeitungsbetriebe.

ten von Dachstühlen. Zudem konzentrieren sich die Handwerker auf Lösungen und Konstruktionen von Holzhäusern, Wintergärten und Holzverkleidungen, die in der Planungsphase gemeinsam mit den Bauherren nach deren persönlichen Bedürfnissen und auch finanziellen Möglichkeiten erarbeitet werden. Es kommt auch vor, dass alte Dachfenster ausgetauscht oder Haus- und Hofeinfahrten mit schönen Holzzäunen eingerahmt werden. »Unser großer Vorteil ist, dass wir breit aufgestellt sind«, sagt Rudolf Merkl, der zusammen mit omas Merk die Geschäfte der Firma lenkt. »Bei uns werden sowohl private als auch öffentliche Auftraggeber, wobei letztere großen Wert auf den Nachweis fachlicher Qualifikationen legen, in allen Fragen rund um das ema Holz bedient«, betont Merk. Ein öffentlicher Auftrag der größeren Art ist beispielsweise die Sanierung des Schlosses in Weißenhorn. Hier muss der komplette Dachstuhl saniert werden. Bei der Auswahl der Hölzer setzen sie überwiegend auf heimische Arten.

derungen war es möglich, den Handwerksbetrieb auf Dauer aufrechtzuerhalten und auch die 200 Jahre alte Tradition fortzuführen.« Seitdem steht die Zimmerei auf sicheren Beinen und kann in eine optimistische Zukunft blicken. Die Auftragsbücher sind nämlich randvoll. Starkes berufliches und soziales Engagement aller Mitarbeiter Heute zählt die Firma 45 Mitarbeiter, von denen so mancher schon viele Jahre in der Zimmerei arbeitet. Damit immer genügend Fachkräfte zur Verfügung stehen, ist es das Ziel, jedes Jahr zwei bis drei Lehrlinge im eigenen Betrieb auszubilden. »Wir freuen uns jederzeit über motivierte Auszubildende, die Spaß am Holzhandwerk haben und an einer beruflichen Perspektive interessiert sind«, erzählt Merkl. Dass die Motivation der Angestellten stimmt, zeigt die Stimmung innerhalb des Betriebes. Obwohl es zum Beispiel schon Freitagnachmittag ist, verdrückt sich hier noch keiner oder verabschiedet sich flugs ins Wochenende. Sie blei-

ben noch ein Weilchen, reden, tauschen sich aus und reflektieren über die zu Ende gehende Arbeitswoche und über das, was die neue Woche wohl bringen wird. Es ist eine entspannte Atmosphäre. Ein starkes Beispiel, wie sehr sie andere Menschen an ihren Erfolgen und ihrem Glück teilhaben lassen, ist ihr soziales Engagement, das weit über Spenden für in Not geratene Menschen und Sponsoring für Vereine hinausgeht. Übrigens, das Chill-out bei den Hölzles ist ansteckend. Auch ich wäre gern noch rl geblieben.

Zimmerei Hölzle GmbH Sägemühlweg 7 87746 Erkheim Telefon (08336) 8027-0 Telefax (08336) 8027-20 info@zimmerei-hoelzle.de www.zimmerei-hoelzle.de 3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 121


Ob Winterdienst oder Erdbewegungen, ob im privaten oder gemeindlichen Auftrag, ob in der Fläche oder in unwegsamem Gelände – Landschaftsbau Stetter in Obermaiselstein ist mit einem beachtlichen Fuhrpark gerüstet für jeden Einsatz.

ie Firma Stetter wurde 1996 von Petra und Michel Stetter als »Petra Stetter Landschafts- und Wegebau« gegründet. Zunächst war die Gerätevermietung das eigentliche Geschäftsfeld. Nach und nach wurden dann kleinere Aufträge – wie Wegesanierung und Winterdienste – angenommen. Die beiden Söhne Christoph und Matthias stiegen mit ins Geschäft ein. Um noch professioneller am Markt auftreten zu können wurde 2007 die Firma Stetter Landschaftsbau GmbH neu gegründet. Die Geschäftsführung teilen sich die beiden Brüder.

D

Das gesamte südliche Oberallgäu Eine richtige Entscheidung, denn seither erlebt Stetter Landschaftsbau ein beachtliches Wachstum. So gehören inzwischen drei qualifizierte Mitarbeiter zum Stammpersonal, das im Bedarfsfall durch weitere Fachkräfte unterstützt wird. Überall in der Region werden sie eingesetzt, von Obermaiselstein bis Kempten, von Balderschwang bis Hindelang – im gesamten südlichen Oberallgäu. Vielfältig sind die Aufgaben, mit denen Stetter Landschaftsbau gern als zuverlässiger und kompetenter Partner betraut wird. Das Leistungsspektrum reicht vom öffentlichen Wegebau bis zum privaten Gartenzaun, von Bagger- und Erdarbeiten über Pflasterarbeiten bis zur Aufstellung von Spielgeräten, von Kanalarbeiten bis zur Felsvernetzung. Oft ist das Gelände unwegsam, ob bei der Installation einer Hauskläranlage, der Einrichtung von Wanderwegen hoch in den Bergen oder der Hangsicherung durch Felsnetze und Kokosmatten, oft verlangt es

Die beiden Geschäftsführer Christoph (li.) und Matthias Stetter.

Ganz privat: Treppenaufgänge, Garageneinfahrten, Gartenwege

122 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


In idyllischer Landschaft entsteht ein neuer Wanderweg.

den Mitarbeitern vollen Einsatz ab. Bei der Sicherung des Riedbergpasses beispielsweise, bei dem Stetter Landschaftsbau die felsigen Abhänge mit Metallnetzen stabilisierte, mussten sie sich, mit Kletterseilen gesichert, zu ihrem Einsatzort abseilen lassen. Beeindruckender Fuhrpark Für die verschiedenen Einsatzfelder und wechselnden Aufgabenstellungen verfügt das Unternehmen über einen beeindruckenden Fuhrpark, der auch schwierigste Erfordernisse abdeckt. Da gibt es besonders kleine, wendige Fahrzeuge für steile oder auch beengte Bedingungen, aber auch schwerere und größere Lkw und Bagger für größere Materialmengen. Insgesamt sind fünf Bagger, zwei Klein-Lkw, zwei Traktoren, zwei Radlader, drei Raupendumper mit unterschiedlichen Breiten von 90 Zentimeter bis 1,60 Meter und Lastkapazitäten von 700 bis 2 200 Kilogramm im Einsatz sowie weiteres schweres Spezialgerät. Ein Platten-

Schwieriger Einsatz in unwegsamem Gelände…

Bau einer Hauskläranlage für die Hütte Lenzenberg.

verdichter beispielsweise ist beim Wegebau unverzichtbar. Und eine Schlegelfräse, über die Stetter Landschaftsbau ebenfalls verfügt, ist ökonomisch und ökologisch von Vorteil. Denn statt aufwändig Material heranzuschaffen, womöglich in alpine Höhen zu transportieren, erlaubt es die Schlegelfräse, mit den vorhandenen Steinen zu arbeiten und die Wege damit zu befestigen. Sie zermalmt die groben Stücke und »spuckt« sie als feinen Oberflächenbelag wieder aus.

bergpass wird von ihnen mit einer Schneefräse schneefrei gehalten. »Natürlich ist der Winter auch die Zeit, in der wir, wenn nötig, die Fahrzeugreparaturen und Wartungsarbeiten durchführen«, erläutert Matthias Stetter, der gelernter Kfz-Meister ist. In der eigenen Werkstatt wird alles Gerät wieder auf Vordermann gebracht, so dass der Landschaftsbau im Frühjahr ohne Verzögerung beginnen kann, sobald die Erde unterm Schnee wieder zum Vorschein kommt. Kordula Küper

Schneeräumen im Winter Und was macht Stetter Landschaftsbau in den langen Allgäuer Wintern, wenn der Boden gefroren ist oder unter täglich wachsenden Schneebergen versteckt? Dann kümmern sich Christoph und Matthias Stetter und ihr Team um den Winterdienst im heimischen Obermaiselstein, in den umliegenden Gemeinden von Bolsterlang bis Oberstdorf, räumen Gemeindestraßen und Privathöfe, Gehwege und Plätze. Auch der Ried-

… bei der Hangsicherung mit Felsnetzen.

Stetter Landschaftsbau GmbH Am Auwald 5 87538 Obermaiselstein Telefon (08326) 366197 stetter-landschaftsbau@t-online www.stetter-landschaftsbau.de

Im Winter sorgt Stetter Landschaftsbau für die Schneeräumung u. a. in der Gemeinde Obermaiselstein und am Riedbergpass.

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 123


Nahezu jedes Trägermaterial kann im Werbehaus Wangen bedruckt werden. Eine seiner besonderen Stärken ist der Textildruck – speziell der großformatige. Eine neue Maschine erlaubt nun Breiten von bis zu 2,60 m – für Banner, Fahnen, Deko-Motive und textile Transparente.

Stoff für Werbung J

etzt fahren sie wieder, die Radler in ihren bunten Hemden und Jacken: atmungsaktiv, mit reflektierenden Sicherheitsstreifen und oft genug mit Logo und Namen des Sponsors. Viele der Trikots, die man auf den Straßen in der Region Allgäu sieht, haben ihren Aufdruck im Werbehaus Wangen erhalten, einem Spezialisten für alle Arten des Druckens und besonders für den Textildruck. Hier wird mit einer besonderen Technik die Farbe in den Stoff eingebrannt. Das so genannte Sublimationsverfahren sorgt dafür, dass die aufgedruckten Motive Wind und Wetter, häufigem Waschen und selbst extremer sportlicher Betätigung standhalten, ohne an Schönheit und Leuchtkraft einzubüßen. Messe-Präsentationen Seine Wurzeln hat der Textildruck, wie nahezu alle anderen Bereiche des vielseitigen Unternehmens, im Messebau. So druckte Uwe Schenkemeyer, der sich vor 17 Jahren mit dem Werbehaus Wangen selbstständig gemacht hat, in den ersten Jah-

124 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

ren Logos, Botschaften und Bilder seiner Kunden auf große Platten, die damit ihre Ausstellungsflächen gestalteten. Sehr genau beobachtete der Druckermeister den Markt, bemerkte mit wachem Interesse die Abwendung vieler Messebauer von diesen schweren und unhandlichen Materialien und ihre Hinwendung zu leichter Bauweise und innovativen Werkstoffen. Schon früh begriff er die immensen Chancen, die vielfältigen Erleichterungen, die die Verwendung textilen Basismaterials für den Messebau mit sich brachte. In neuer Größe So begann er vor zehn Jahren mit dem Textildruck und baute diese Sparte, zusammen mit einem stetig wachsenden Team und inzwischen unterstützt von Junior-Partner Christian Einhauser, immer weiter aus. Bis zum heutigen Tag ist der großformatige Textildruck eines der wichtigsten Standbeine des Unternehmens, neben Offsetdruck, Lettershop und kreativer Medien-Gestaltung. Um den Wünschen der Kunden noch


Die verschiedenen Spezialstoffe sind vielseitig, einfach zu handhaben und unterstützen die Flexibilität im modernen Messebau.

besser entsprechen zu können, wurde unlängst in eine neue Druckmaschine investiert, so dass jetzt Motive bis zu einer Breite von 2,60 Meter gedruckt werden können – vollautomatisch gesteuert durch den angeschlossenen Rechner. Uwe Schenkemeyer hat den richtigen Riecher gehabt: Textil sind heute die Banner, die in den Geschäften, von der Decke hängend, Shop-in-Shop-Systeme markieren oder spezielle Bereiche ausweisen, die Messestände gegeneinander abgrenzen, Großraumbüros gliedern oder als Fahnen Firmeneingänge einrahmen und die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die verschiedenen Spezialstoffe sind vielseitig, einfach zu handhaben und unterstützen die Flexibilität im modernen Messebau. Beim Aufbau, beim Abbau der Messestände, beim Transport und auch bei der platzsparenden Aufbewahrung beweisen sie ihre Vorzüge – und nicht zuletzt beim Versand etwa per Postpaket. Zur Endmontage werden die Stoffe dank eines durchdachten Befestigungssystems vor Ort in ihre Halterungen gespannt – einfach, schnell und zuverlässig. Gemeinsam stark Das Werbehaus Wangen ist Mitglied im Netzwerk Mehrwerk e.V., das als Zusammenschluss verschiedener Spezialisten alles Notwendige liefert für die professionelle Messe-Präsentation. Effizient kooperieren die Unternehmen und setzen, flexibel und kundenorientiert, auch ausgefallene Kundenwünsche um. Dabei ist der großformatige Textildruck nicht nur interessant für den Messebau, sondern auch für vielfältige Erfordernisse von Industrie, Handel, Handwerk, und findet Einsatz in Büros und Privaträumen, beispielsweise mit individuellen Deko-Motiven. Dienst am Kunden Maximaler Kundenkomfort prägt die Abwicklung der Aufträge – mit nur einem Ansprechpartner von der Auftragsannahme

bis zur Auslieferung. Dass im Werbehaus Wangen auch die CI-Vorgaben und -Dateien der Kunden gespeichert werden, ist ein weiterer Service, der nicht nur, aber besonders in Notsituationen seinen Wert beweist. Dann kann das Benötigte quasi auf Zuruf gedruckt werden – blitzschnell, wenn es sein muss. Uwe Schenkemeyer: »Wenn jemand kurz vor Messestart feststellt, dass ihm noch ein Banner fehlt oder er dringend passende Tischdecken mit Firmenlogo braucht – kein Problem! Wir haben auf alle Daten Zugriff und können umgehend produzieren.« Ob Flyer oder Visitenkarten – bedarfsgerecht wird in seinem Haus gedruckt: soviel wie der Kunde aktuell benötigt, aber nicht auf Vorrat, so dass man flexibel und unbürokratisch Auftragsvolumina auch nach unten korrigieren kann, sollte sich wider Erwarten ein geringerer Bedarf ergeben. Gemeinsame Werbematerialien, vom Kunden geordert können beispielsweise von den einzelnen Niederlassungen abgerufen werden und werden ihnen dann direkt zugestellt. »Werbelogistik« nennt Uwe Schenkemeyer diesen Service. Von ganz groß bis klein Neben dem großformatigen Textildruck werden im Werbehaus Wangen auch T-Shirts, Sweat-Shirt, Polo-Hemden und allerlei Funktionsbekleidung be-

Die Geschäftsführer Christian Einhauser und Uwe Schenkemeyer (re.).

druckt. Standardmodelle können direkt im Werbehaus Wangen ausgewählt und individualisiert werden, Spezialkreationen fertigt der firmeneigene Nähservice. Mit einheitlichem Motiv präsentieren sich so Schulabschlussklassen, Mitarbeiter in Arztpraxen, in Handwerksbetrieben oder auch in Großunternehmen als Angehörige eines Teams. Die Fanclubs spezieller Produktmarken werden damit ausgestattet, und auch als GiveAways wird die praktische Freizeitbekleidung gerne verteilt. Rund 30 000 Stück bedruckt das Wangener Unternehmen Jahr für Jahr – ab einer Auflage von einem Stück übrigens. »Und ab Losgrößen von zehn, fünfzehn Stück schon zum normalen Ladenpreis !«, so Uwe Schenkemeyer. Kordula Küper

Werbehaus Wangen GmbH & Co. KG Lindauer Straße 9 88239 Wangen im Allgäu Telefon (07522) 9740-0 Telefax (07522) 9740-40 mail@werbehaus-wangen.de www.werbehaus-wangen.de 3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 125


9

) 0 (

6 9 1 3 8

Wirtschaftsmagazin

Hiermit bestelle ich das Allgäuer Wirtschaftsmagazin ab der nächsten Ausgabe für 1 Jahr (6 Ausgaben) zum Preis von 27,90 €/Jahr inkl. MwSt. und Versand (Ausland: 38,40 €/Jahr inkl. Versand). Kündigungsfrist: 6 Wochen vor Ablauf des Abonnements.

Firma

Name, Vorname

Straße, Haus-Nr.

Stempel

PLZ / Ort

Ort, Datum

Bequem abbuchen von Konto Nr.

Unterschrift

BLZ / Bank



Bildquelle: Fotolia

Fa x: +4



9 2 1 5 Allgäuer 01


Weltweit vernetzt – weltweit geholfen

Oft genug wird Geld für überflüssige, ja, sogar nutzlose Weihnachtsgeschenke ausgegeben. Wie wäre es, wenn dieses Geld sinnvollere Verwendung fände? Gedacht, getan, die Idee war geboren: Es sollte für soziale Zwecke gespendet werden. Doch, wem das Geld anvertrauen? Auch dafür war die richtige Adresse recht schnell gefunden. Und, aus der guten Tat wurde alsbald eine gute Geschäftsbeziehung.

er den achten Korkenzieher und die zehnte Flasche Wein zu Weihnachten bekommt, hat dafür meist nur noch ein müdes Lächeln übrig. »Wir haben irgendwann beschlossen, einfach keine Weihnachtsgeschenke mehr zu verteilen«, erklärt Karl Wölfle, Geschäftsführer des Wölfle IT-Systemhauses, »wir waren uns einig, mit dem Geld lieber soziale Projekte zu unterstützen.« Dass die Wahl dabei auf die internationale Hilfsorganisation »humedica e. V.« fiel, hatte zwei Gründe: Einmal die regionale Nähe der Organisation, zum anderen »die hervorragende Arbeit, die humedica auf der ganzen Welt leistet.« Mehr als zehn Jahre ist es nun her, dass Karl Wölfle den ersten Scheck an Wolfgang Groß, Geschäftsführer von »humedica«, überreichte,

BILD: FOTOLIA/PETER HECKMEIER

W

was riesengroße Freude auslöste. Schnell stellte sich dabei heraus, dass »humedica« selbst Unterstützung benötigte und zwar in Sachen EDV. Die EDV-Anlage entsprach nicht dem neuesten Standard und erfüllte auch nicht die Voraussetzungen, die »humedica« brauchte. »Wir waren damals an einem Punkt angelangt, an dem wir unsere EDV nicht mehr selbst warten konnten. Die Begegnung mit Wölfle IT war da ein echter Glückstreffer, das Geld natürlich auch«, bestätigt Wolfgang Groß lachend. Eine hilfreiche Idee für die Welt »Wir hatten nichts vorzuweisen als die Idee, den brennenden Wunsch, zu helfen.« Dieser Wunsch, Menschen auf der ganzen Welt zu helfen, war entstanden auf einer Reise um die halbe Welt bis nach Nordafrika. Was die Brüder Groß an schier unvorstellbarer Not und Elend dabei zusehen bekamen, führte schließlich zur Gründung von »humedica e. V.« (human medical aid) im Jahre 1979. Wolfgang Groß war als gelernter Krankenpfleger und ehrenamtlicher Mitarbeiter des Roten Kreuzes geradezu prädestiniert für die Aufgabe. »Es war mir zudem wichtig, eine eigene Organisation ins Leben zu rufen«, betont Wolfgang Groß, »denn ich möchte 3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 127


BILD: FOTOLIA/LEO LINTANG

Wolfgang Groß (Geschäftsführer von »humedica«), Redakteurin Karin Bitsch und Karl Wölfle (Geschäftsführer des Wölfle IT-Systemhauses; v.li.).

128 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

Stets einen Schritt weiter denken, schnell reagieren und auf alles gefasst sein…

den Geldfluss kontrollieren können und genau wissen, wo und wie das Geld investiert wird. Ich setze jeden Cent sehr wohl überlegt ein.« Mit den ersten Spendengeldern wurden auch gleich die ersten Einsätze in Uganda und Italien finanziert, wofür es, anlässlich der Erdbebenhilfe für Neapel, den Verdienstorden von Italien gab. Heute ist »humedica« auf (Natur-)Katastrophen- und Noteinsätze spezialisiert und unterhält vier weitere Büros rund um den Erdball. Im Hauptsitz Kaufbeuren sind 35 hauptamtliche Mitarbeiter und etwa 170 ehrenamtliche beschäftigt. Geht beispielsweise ein Erdbeben-Notruf ein, kann innerhalb von 15 bis maximal 30 Minuten bereits das Ausmaß der Katastrophe abgeschätzt werden. Die Berechnungen hierzu werden von der Universität in Genf erstellt. Anschließend werden mehr als 1 000 SMS an Helfer und Helferinnen in der ganzen Welt verschickt. Wer Zeit hat, hilft und nimmt am Einsatz teil. Innerhalb weniger Stunden wird das passende Team zusammengestellt, die entsprechenden Hilfsgüter gepackt und schon setzt sich der Konvoi in Bewegung. Dabei

kommt es vor allem auf eine passende Hilfe an. »Es nützt ja nichts, in ein tropisches Land mit Temperaturen um die 30 Grad dicke Wolldecken zu schicken«, erläutert Wolfgang Groß. Auch die notwendige, medizinische Versorgung muss vorab geklärt werden. Welche Medikamente werden gebraucht? Welche Ärzte (Chirurgen, Internisten oder Fachärzte) müssen vor Ort sein? Wie steht es mit der Trinkwasser-Versorgung? Fragen über Fragen, die zumindest teilweise vorab beantwortet sein müssen. Um die extremen Belastungen bei Noteinsätzen physisch und psychisch zu verkraften, werden sämtliche Helfer immer wieder in speziellen Trainings darauf vorbereitet und geschult. Alles muss hundertprozentig funktionieren Rund um die Uhr gehen bei humedica unzählige E-Mails aus aller Welt ein. Eine wahre Flut an Daten muss täglich empfangen, verarbeitet, beantwortet, verwaltet und archiviert werden. Adressen müssen verwaltet werden, Briefe und Spendenquittungen verschickt und Spendengelder peinlich


Innerhalb weniger Stunden wird das passende Team zusammengestellt, die entsprechenden Hilfsgüter gepackt und schon setzt sich der Konvoi in Bewegung.

BILD: ANDREAS BRUNNMÜLLER

genau abgerechnet werden. Die verschiedenen Büros, Mitarbeiter, Helfer, Ärzte, Pflegepersonal und andere Hilfsorganisationen müssen untereinander vernetzt sein. »Als wir damals das erste Beratungsgespräch bei humedica führten, stellte sich schnell heraus, dass die Organisation auch in Zukunft weiter wachsen würde«, erläutert Karl Wölfle, »somit haben wir schon von vorneherein die gesamte EDV auf Wachstum und Erweiterung konzipiert.« Mannshohe Server sind das »Herzstück« der Anlage, untergebracht in einem abgeschlossenen, klimatisierten Raum, wenn »die Drähte mal wieder heiß laufen«. Dreifache Sicherung, Onlinebackup und spezielle Ausfallkonzepte beugen einem Datenverlust vor, der bei humedica selbst einer Katastrophe gleichkäme. Sämtliche Informationen laufen zudem noch im Wölfle IT Systemhaus zusammen, sodass bei einem eventuellen Ausfall auch ein sofortiger Fernzugriff durch das Wölfle-Team möglich ist. An die EDV angeschlossen ist eine Telefonzentrale mit mehreren Plätzen im Call-Center von humedica. Die wöchentliche und regelmäßige Überprüfung und

Wartung der EDV-Anlage und sämtlicher, angeschlossener Geräte gehört selbstverständlich zum Leistungsportfolio des Wölfle IT Systemhaus. Versagt ein PC, Bildschirm, Drucker oder andere Hardware mal den Dienst, wird in der eigenen Werkstatt bei Wölfle repariert – oder ein neues Gerät geliefert. Leihgeräte zur Überbrückung stehen, falls nötig, zur Verfügung. Und sollte eine Leitung ausfallen, können sich die Mitarbeiter per Funk ins Internet einwählen. So wie die Mitarbeiter und Helfer von humedica selbst, ist dank Wölfle IT nun auch die EDV gegen alle möglichen »Katastrophen und Notfälle« gerüstet. Zwar steht immer eine Notrufleitung bei Wölfle IT bereit, doch die wurde bis jetzt nur wenig gebraucht. »Mit den IT-Lösungen für unsere Kunden sind wir immer einen kleinen Schritt voraus, so dass es nur selten zu Ausfällen kommt. Und wenn doch, können wir sehr schnell reagieren und sind auf nahezu alles gefasst.« bestätigt Karl Wölfle. Stets einen Schritt weiter denken, schnell reagieren und auf alles gefasst sein: Das sind Dinge, die »humedica e.V.« und »Wölfe IT Systemhaus« wohl gemeinsam haben und die Geschäftsbeziehung so gut gedeihen ließen. Humedica leistet weltweit Hilfe jeglicher Art – so, wie sie tatsächlich gebraucht wird. Wölfle IT leistet umfassenden Service, bietet individuelle, kundenspezifische ITLösungen – auch nach erfolgreicher Installation – so, wie der Kunde es wünscht. »Soziales Engagement und Integrität sind nicht als der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein zu sehen, sondern als Voraussetzung zu einer besseren Welt,« heißt es bei Karin Bitsch humedica.

humedica Internationale Hilfe Goldstraße 8 87600 Kaufbeuren Telefon (08341) 966148-0 Telefax (08341) 966148-13 info@humedica.org www.humedica.org

Wölfle IT-Systemhaus Glaserstraße 2 87463 Dietmannsried Telefon (08374) 23311 Telefax (08374) 23312 info@woelfle-it.de www.woelfle-it.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 129


Rasterelektronenmikroskopisches Bild einer hochbenetzbaren mikro- und nanostrukturierten Titanoberfläche der Morphoplant GmbH

Forschung und Entwicklung in der Biotechnologie Seit über 40 Jahren ist Dr. Axel Kirsch auf dem Gebiet der zahnärztlichchirurgischen Implantologie und der Peri-Implantat-Prothetik klinisch und wissenschaftlich tätig. Die von ihm gegründete Holdingfirma LOGON Patentverwertungs-Verwaltungs GmbH mit Sitz in Ofterschwang hält Beteiligungen an Unternehmen, die in Forschung und Entwicklung ausgewählte Bereiche der Biotechnologie bis zur Produktreife bearbeiten.

ie LOGON Patentverwertungs-Verwaltungs GmbH wurde 1997 von Dr. Axel Kirsch gegründet. Ziel der Gesellschaft mit Sitz in Ofterschwang ist der Erwerb und die Verwertung von gewerblichen Schutzrechten jeder Art. Die Unternehmen, die der Beteiligungsgesellschaft angehören, sind untereinander eng vernetzt, forschen und entwickeln zum Beispiel in den Bereichen Impfstoffe, Implantatoberflächen, gentechnologisch hergestellter Wachstumsfaktoren, Knochenersatzmaterialien und Implantate. In den vergangen Jahren haben die

D

130 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

im Wesentlichen privat und über Fördermittel finanzierten Gesellschaften die Entwicklung neuer Technologien und Produkte im tiermedizinischen und medizinischen Bereich vorangetrieben. Zu den Beteiligungsunternehmen gehören derzeit die Morphoplant GmbH in Bochum, die BIRD-C Biotech Innovation Research Development und Consulting GmbH & Co KEG in Wien sowie die AlgOss Biotechnologies GmbH, ebenfalls mit Sitz in Wien. Im Laufe der Jahre wurden in den Betrieben, die Dr. Kirsch gegründet oder mitbegründet hat, weit über 500 Arbeitsplätze geschaffen. Der Gesellschafter und Geschäftsführer der LOGON Patentverwertungs-Verwaltungs GmbH, Dr. Axel Kirsch, ist Oralchirurg und Zahnarzt mit vielen Jahren Erfahrung und weltweitem Renommee im Bereich der oromaxillofacialen Implantologie, einer Spezialisierung der Zahnheilkunde, die sich auf funktionelle und ästhetische Probleme im Mund-, Kiefer-, und Gesichtsbereich konzentriert.


»Der Sitz, der Holding in Ofterschwang ist der Tatsache zu verdanken, dass es hier meiner Familie und mir so gut gefällt.«

Portrait

Zum Produktportfolio gehören Bakterienhüllen (bacterial ghosts) als Impfstoffe für Tier und Mensch oder als Träger für Arzneimittel, Knochenaufbaumaterialien, hochbenetzbare mikro- und nanostrukturierte Implantatoberflächen, Knochenkleber, Knochen- und Blutgefäßwachtumsfaktoren und selbstschützende antibakterielle Implantatoberflächen.

Dr. Axel Kirsch

ist Oralchirurg und Zahnarzt. Seit 1971 ist er experimentell und klinisch wissenschaftlich auf dem Gebiet der oromaxillofacialen Implantologie tätig. Er war maßgeblich an der Entwicklung des intramobilen Zylinderimplantats (IMZ) in den 70er und 80er Jahren beteiligt. Seit 1995 hat er mit seinem Team das CAMLOG Implantatsystem aus der Praxis für die Praxis entwickelt, klinisch erprobt und als Weltmarke etabliert. Das CAMLOG Implantatsystem hat die Fachwelt aufgrund einer innovativen Implantat-Implantataufbauverbindung und seiner besonderen Anwenderfreundlichkeit überzeugt. Die Schwerpunkte von Dr. Kirsch liegen derzeit klinisch auf der Erarbeitung von sicheren und zuverlässigen implantat-prothetischen erapiekonzepten. Im Vordergrund stehen dabei Knochenaufbaumaßnahmen, die die prothetisch korrekte Positionierung von Implantaten ermöglichen und die Konditionierung der Mundschleimhaut, um optimale prothetische und hygienische Langzeitergebnisse garantieren zu können. Wissenschaftlich begleitet er die experimentellen und klinischen Projekte der Morphoplant und AlgOss. Seit 1974 hält Dr. Kirsch weltweit Vorträge, gibt Anwenderkurse und hat zwischenzeitlich auch zahlreiche klinische und wissenschaftliche Artikel veröffentlicht.

Heute konzentriert er sich auf sein Engagement an der Universität Belgrad, Faculty of Stomatology. Hier leitet er wissenschaftlich die klinischen Studien zum ema »biologisierte Knochenaufbaumaterialien« und gibt gleichzeitig seine klinischen Erfahrungen an die Fakultät weiter. In der von ihm initiierten und mitgegründeten Camlog Biotechnologies AG ist er Mitglied der Geschäftsleitung.

In der Vergangenheit hatte Dr. Kirsch Gastprofessuren an: • Loma Linda University, Kalifornien, USA, Department for Oral and Maxillofacial Surgery • Tufts University, Boston, MA, USA, Department for Oral and Maxillofacial Surgery und an der Goldman School of Dental Medicine, Center of Implantology / at Tufts • University of Pittsburgh, Pennsylvania, USA, School of Dental Medicine • UCLA, Los Angeles, Kalifornien, USA, Department for Oral and Maxillofacial Surgery • e Nippon Dental University, Niigata, Japan, Department for Crown & Bridge Prosthodontics

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 131


»morphe«, griechisch für »Gestalt« und »implantare« lateinisch für »einpflanzen«.

Biomimetischer Knochenkleber und hochbenetzende Implantatoberflächen – die Morphoplant GmbH, Bochum

Prof. Herbert Jennissen, Mitbegründer und wissenschaftliche Leitung der Morphoplant.

Dr. Markus Laub, Mitbegründer und Geschäftsführer der Morphoplant.

Ausgangspunkt der Firmengründung war Anfang 2002 ein erster Kontakt zwischen dem Implantologen und Unternehmer Dr. Axel Kirsch und dem Mediziner und Biochemiker Prof. Dr. H.P. Jennissen von der Universität Duisburg-Essen. Dr. Kirsch erkannte sofort das Potential der Knochenund Gefäßwachstumsfaktoren, die von der Arbeitsgruppe um Professor Jennissen erarbeitet und patentiert worden waren für die Zahnmedizin und für die Orthopädie. Er regte ein Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zum Einsatz dieser Wachstumsfaktoren an. Ende 2002 wurde die Morphoplant GmbH (von griechisch »morphe«, dem Begriff für »Gestalt« und lateinisch »implantare« für »einpflanzen«) als Ableger der Universität Duisburg-Essen gegründet. Gesellschafter sind Dr. Axel Kirsch, Prof. Dr. H.P. Jennissen und der Geschäftsführer Dr. Markus Laub. Sitz der Gesellschaft ist das BioMedizinZentrum (BMZ) in Bochum. Das Produktportfolio hat sich im Laufe der folgenden Jahre ständig weiterentwickelt und umfasst heute umfangreiche emengebiete, die durch insgesamt sieben Patentfamilien weltweit geschützt sind. Hierzu

132 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

gehören die knochenwachstumstimulierenden, hochbenetzbaren mikro- und nanostrukturierten Implantatoberflächen, Knochenkleber auf Basis von Muschelkleberproteinen, die Produktion und der Einsatz von Knochen- und Blutgefäßwachtumsfaktoren sowie selbstschützende antibakterielle Implantatoberflächen. Diese Technologien können erfolgreich in der Orthopädie, Unfallchirurgie und Zahnheilkunde eingesetzt werden. Beim Einsatz metallischer Implantate, wie zum Beispiel Dentalimplantaten steht für den Patienten die möglichst frühzeitige Belastbarkeit des Implantates im Vordergrund. Voraussetzung hierfür ist ein bestmöglicher Kontakt zwischen Implantatoberfläche und umgebendem Knochen. Bei Einsatz der zurzeit am Markt verfügbaren konventionellen Dentalimplantate müssen die Patienten je nach Knochenqualität bis zu sechs Monate warten, bis sie »fest zubeißen« können. Dagegen zeigen ultrahydrophile (»wasserliebende«) Implantatoberflächen im Vergleich zu konventionellen hydrophoben (»wasserabweisenden«) Oberflächen ein stark beschleunigtes Einwachsverhalten. Dadurch ergeben sich für den Patienten signifikante klinische Vorteile. Die Morphoplant hat ein Verfahren zur Herstellung ultrahydrophiler Oberflächen sowie zu deren kostengünstigen Trockenverpackung, Sterilisation und Langzeitlagerung entwickelt. Aktuell plant die Morphoplant klinische Studien mit ihrer Technologie. Sollten sich die Ergebnisse aus den präklinischen Studien bestätigen, kann die Morphoplantoberfläche und deren Trockenverpackung zu einem neuen Standard in der Zahnheilkunde und Orthopädie werden.Die Biologisierung (die Beschichtung mit Gefäß- und Knochenwachstumsfaktoren) von diesen Oberflächen und von Knochenaufbaumaterialien wie der AlgOss, könnte einen Paradigmawechsel in der Knochenaufbautherapie einleiten.


Die eingesetzten Materialien dienen als Gerüst bzw. Leitschiene für die Entwicklung neuen Knochens.

Muschelkleberproteine Mikroskopische Untersuchung von Zellen

Bei der herkömmlichen Behandlung von Knochenbrüchen werden die Bruchenden durch metallische Platten und Schrauben stabilisiert. Nach Ausheilung des Bruches muss in der Regel das Metall durch einen zweiten Eingriff entfernt werden. Außerdem kann es zu Knochenwachstumsstörungen während der Heilungsphase kommen. Die Morphoplant entwickelt zurzeit ein völlig neuartiges, patentiertes Verfahren zur Herstellung eines Knochenklebers auf Proteinbasis. Die gentechnologisch hergestellten adhäsiven (»klebenden«) Proteine sind

ähnlich aufgebaut (»biomimetisch«) wie die Proteine, die Muscheln ihren universellen Haftungseigenschaften vermitteln (»Muschelkleberproteine«). Der Einsatz dieses Knochenklebers erlaubt den Verzicht auf den Einsatz von Platten und Schrauben und bietet somit für den Operateur und den Patienten erhebliche Vorteile. Momentan steht die Morphoplant mit mehreren der weltweit größten Hersteller orthpädischer und unfallchirurgischer Implantate in Verbindung, die die Klebetechnologie des Unternehmens übernehmen wollen.

Bioaktive Knochenaufbaumaterialien

Chromatographiesystem zur Isolierung gentechnologisch hergestellter Proteine

Jährlich werden alleine in Deutschland mehrere Hunderttausend metallischer Implantate bei kieferchirurgischen, orthopädischen und unfallchirurgischen Eingriffen eingesetzt. Bei vielen dieser Eingriffe besteht ein hoher Bedarf an Knochenaufbaumaterialien, etwa für Defektfüllungen und Knochenersatz. Dabei gilt der Einsatz von patienteneigenem Knochen bei vielen Operateuren noch immer als Goldstandard, allerdings mit einem Zweiteingriff und einem erheblichen zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden. Aufgrund der demographischen Entwicklung, die sich durch ansteigendes Lebensalter und damit einhergehende, zunehmende Krankheits- und Unfallanfälligkeit des Skelettsystems auszeichnet, ist in den kommenden Jahren mit einem weiter steigenden Bedarf zu rechnen. Als Ersatz für patienteneigenen Knochen stehen derzeit synthetische oder halbsynthetische Knochenaufbaumaterialien bereit, die sich aufgrund

ihrer unbegrenzten Verfügbarkeit und der wegfallenden Entnahmeoperation anbieten. Die Materialien dienen dabei als Gerüst bzw. Leitschiene für die Entwicklung neuen Knochens. Die Firma AlgOss verfügt über ein klinisch in definierten Indikationen sehr erfolgreiches Knochenaufbaumaterial, das aus einer Alge gewonnen wird. Morphoplant kann dieses und andere Knochenaufbau-Ersatzmaterialien mit körpereigenen Knochen- oder Blutgefäßwachstumsfaktoren beschichten. Diese Faktoren regen aktiv die Bildung von neuem Knochengewebe und Blutgefäßen an der Implantationsstelle an und können durch Einsatz gentechnologischer Verfahren in großer Menge hergestellt werden. Durch die beschleunigte und zielgerichtete Knochenneubildung sind diese synthetischen Biomaterialien dem körpereigenen Knochenersatz überlegen, da sie auch die Behandlung größerer Defekte bei gleichzeitig verkürzten Einheilzeiten ermöglichen. 3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 133


Im Bereich Orthopädie und Unfallchirurgie stellen Infektionen des Knochens um ein Implantat schwerwiegende Komplikationen dar.

Selbstschützende antikbakterielle Implantate durch Antibiotika Im Bereich der Orthopädie und Unfallchirurgie stellen Infektionen des Knochens um ein Implantat schwerwiegende Komplikationen dar. Obwohl die Komplikationsrate nur bei ein bis fünf Prozent liegt, sind die Belastung für den Patienten und der finanzielle Aufwand für die Behandlung dieser Infektionen enorm. Allein in Deutschland belaufen sich die Folgekosten durch Infektionen des Knochens rund um ein Implantat bei Hüft- und Kniegelenksimplantaten jährlich etwa auf 200 Millionen Euro. Das Implantat muss meist entfernt und das Gewebe aufwendig saniert werden. Erst dann kann reimplan-

Laborräume der Morphoplant GmbH, auch für Arbeiten unter sterilen Bedingungen geeignet

134 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

tiert werden. Ursache ist die Besiedlung der Implantatoberfläche mit Bakterien, die einen durch systemische Gabe von Antibiotika nicht zu behandelnden Biofilm ausbilden. Die Morphoplant GmbH arbeitet auf der Basis eines eigenen Patents an der Lösung dieser Problematik durch die Entwicklung einer sich selbst schützenden Implantatoberfläche an. Dies gelingt durch die patentierte Bindung von Antibiotika an die Implantatoberfläche, wodurch eine bakterielle Besiedlung verhindert und gleichzeitig eine Langzeitwirkung erzielt und eine Resistenzbildung verhindert werden soll.


»Dadurch, dass diese Alge sehr porös ist, können diese Partikel sehr gut in den Knochen integriert werden.«

Knochenaufbaumaterial aus Algen – die AlgOss Biotechnologies GmbH, Wien

Univ. Prof. DDr Rolf Ewers, Geschäftsführer der AlgOss Biotechnologies GmbH.

DI Dr. Else Spassova-Tzekova, Leiterin des Biokeramiklabors.

Seit 1982 beschäftigt sich die AlgOss Biotechnologies GmbH auf dem Gebiet der Bionik mit Knochenaufbaumaterialien. In wissenschaftlichen Untersuchungen wurde entdeckt, dass die mineralische Stützstruktur einiger natürlich vorkommender Rotalgenarten ein ideales Grundskelett darstellt, um Knochenaufbaumaterial herzustellen. »Die Algen werden geerntet und aus dem Mineralstoff aus dem sie bestehen, Calciumcarbonat, wird über ein hydrothermisches Verfahren Hydroxylapatit bzw. Trikalziumphosphat gewonnen. Das Material behält dabei die Struktur der Alge. Dadurch, dass diese Alge sehr porös ist, können diese Partikel sehr gut in den Knochen integriert werden«, erklärt Professor Rolf Ewers die Funktionsweise des Materials. Die Firma AlgOss liefert mit dieser Entwicklung das wichtigste Grundmaterial für die Morphoplant. Aufgrund seiner porösen Mikrostruktur hat dieses Material ein vielversprechendes Potenzial zum klinischen Einsatz in Kombination mit knocheninduktiven Substanzen. Dem umgewandelten Naturprodukt wird eine große Zukunft vorausgesagt.

Feingewebsschnitt eines humanen Präparats sechs Monate nach Knochenaufbau mit AlgOssGranulat, 20-fache Vergrößerung. Der Raum zwischen den Granula sowie die im kleinen Bild (Querschnitt eines AlgOss Granulums. Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme, 1200-fache Vergrößerung) erkennbaren Hohlräume (Poren) sind mit neugebildetem Knochen (blau) durchbaut.

Rohmaterial: Marine Rotalgen (Corallina officinalis).

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 135


Sogenannte Bakterien Ghosts, besitzen exzellente Eigenschaften, die sie für die Impfstoff- und Pharmaindustrie hochinteressant machen.

Bakterienhüllen und Impfstoffe – die Bird-C GmbH, Wien

Prof. Dr. Werner Lubitz, Geschäftsführer und Firmengründer (CEO)

Dr. Petra Lubitz, Geschäftsführerin (COO)

Fermenter für Bakterien Ghost Produktion im 20 Liter Maßstab. Ein Milliliter der Bakterienkultur ergibt ungefähr eine Milliarde Bakterien Ghosts.

Der weltweite Markt für Impfstoffe und Technologien zur Verpackung und gezielten Verabreichung von Medikamenten wird auf bis zu 150 Milliarden US-Dollar jährlich geschätzt. Dabei besteht trotz einer langen Entwicklungstradition in diesen Bereichen nach wie vor ein hoher Bedarf an Innovationen, um bestehende Probleme bei der Effizienz und Herstellung entsprechender Produkte zu lösen. Innovationen, die in den letzten Jahren nicht so sehr von den global agierenden pharmazeutischen Konzernen, sondern vermehrt von kleinen Biotechnologieunternehmen stammen. Ein solches Unternehmen ist die BIRD-C GmbH in Wien. Geleitet von Professor Werner Lubitz, dem Gründer von BIRD-C und Erfinder der Plattformtechnologie des Unternehmens, befassen sich 15 Mitarbeiter mit der Entwicklung neuartiger Impfstoffe und mit Technologien zur Einkapselung und anschließendem gezielten Transport von Medikamenten zu erkranktem Gewebe. Dabei werden Bakterien basierend auf gentechnologischen Methoden ausgehöhlt und können nun entweder mit Medikamen-

136 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

ten befüllt oder direkt als Impfstoffe verabreicht werden. Die darauf basierenden Produkte, sogenannte Bakterien Ghosts, besitzen exzellente Eigenschaften, die sie für die Impfstoff- und Pharmaindustrie hochinteressant machen. Die Bakterienhüllen können jahrelang ohne Qualitätsverlust bei Raumtemperatur gelagert werden und benötigen keine Zusatzstoffe zur Aktivierung, wie es sonst bei herkömmlichen Impfstoffen üblich ist. Sie sind außerdem sehr kostengünstig in der Herstellung und können unter Vermeidung der Injektionsnadel zum Beispiel als Tabletten oder Nasenspray verabreicht werden. Sie erlauben daher eine hocheffiziente und gezielte Immunantwort gegen Krankheitserreger bzw. eine gezielte hochkonzentrierte Gabe von Medikamenten, zum Beispiel auch in der Tumortherapie. Die von BIRD-C entwickelten, patentgeschützten Bakterien Ghosts können dabei sowohl beim Tier als auch für den Menschen eingesetzt werden. In den letzten Jahren gelang es dem Entwicklungsteam von BIRD-C unter Leitung von Professor Lubitz einen Prozess zur großtechnischen Entwicklung von Bakterien Ghosts zu entwickeln, sowie die hohe Effizienz von Bakterien Ghosts in zahlreichen Tierstudien zu belegen. Erste klinische Studien am Menschen sind für 2012 geplant. Aufgrund der teilweise aufsehenerregenden Ergebnisse der bisher durchgeführten Experimente werden seit dem letzten Jahr nun auch vermehrt große Unternehmen aus der Pharma- und Vakzinebranche auf das Unternehmen aufmerksam. Es ist damit zu rechnen, dass noch in diesem Jahr erste Entwicklungs- und Lizenzvereinbarungen mit internationalen Partnern abgeschlossen werden können. Neben der Anwendung von Bakterien Ghosts als Impfstoffe oder für die gezielte Wirkstoffdarreichung für Pharmazeutika im Tumorbereich gibt es weitere Einsatzbereiche der Bakterien Ghosts für Kosmetika,


Die Bakterienhüllen können jahrelang ohne Qualitätsverlust bei Raumtemperatur gelagert werden und benötigen keine Zusatzstoffe zur Aktivierung.

für Nahrungsmittel (functional food), für technische Anwendungen in der »Weißen Biotechnologie« und nicht zuletzt in der Synthetischen Biologie. Für die letztere Anwendung, die als Zukunftstechnologie höchsten Ranges für die kommenden Jahre eingeschätzt wird, dienen die Bakterien Ghosts als Chassis, um in der Sprache der neuen Technologie zu bleiben, um darin neue Teile und biochemische Regelkreise zu etablieren und letztendlich neue Mikroorganismen für spezifische Funktionen zu konstruieren. Der Weg mag noch weit sein, aber wenn die Zukunft nicht vorhersagbar ist, dann kann sie doch, wie der Nobelpreisträger Dennis Gabor meinte, erfunden wer-

den. Die Bakterien Ghost Technologie ist durch eine Reihe von internationalen Patentfamilien geschützt. Zudem besitzt BIRD-C ein weitreichendes Know-how für die Produktion von Bakterien Ghosts für verschiedenste Anwendungen(siehe schematische Darstellung zur Veränderung von Bakterien Ghosts). Die ungewöhnlich schnelle Entwicklung des Unternehmens in den letzten Jahren wäre ohne die zwei wichtigsten Faktoren nicht möglich gewesen: Die zugrundeliegende geniale Idee von Professor Werner Lubitz und die unternehmerische Unterstützung eines gut vernetzten Investors – Dr. Axel Kirsch.

Äußeres Membranprotein trägt fremdes Antigen Fremdes Antigen wird als Fusionsprotein mit einem äußeren Membranprotein an die Oberfläche von BG gebraucht. Rekombinanter Pilus Fremdes Antigen wird als Fusionsprotein mit einem Pilus an die Oberfläche von BG gebraucht.

Pilus Antigen Fremdes Antigen füllt den periplasmatischen Raum von BG. Äußerer Membran mit Lipopolysaccharid E’-Membran verankertes Antigen Antigen wird in der inneren Membran des BG mittels E’ Anker gebunden. E’-L’-Membran verankertes Antigen Antigen wird in der inneren Membran des BG mittels E’-L’ Anker gebunden. L’ Membran verankertes Antigen Antigen wird in der inneren Membran des BG mittels L’ Anker gebunden. E’-StrpA-biotinyliertes Antigen Membran verankertes Streptavidin (StrpA) bindet jedes biotinylierte Antigen an der inneren Membran von BG. L’-StrpA-biotinylierte DNA Membran verankertes Streptavidin (StrpA) bindet jede biotinylierte DNA an der inneren Membran von BG. S-layer mit integriertem Antigen Rekombinanter S-layer im cytoplasmatischen Raum des BG trägt fremdes Antigen.

BILDER: LOGON

cccDNA Der cytoplasmatische Raum des BG kann cccDNA binden. E’-StrpA-biotinyliertes Polymer Membran verankertes Streptavidin (StrpA) bindet jedes biotinylierte Polymer welches DNA oder Antigen an der inneren Membran von BG bindet.

L’-verankerter Lacl Repressor Lac operator DNA Sequenz bindet an Membran verankertes lacl Repressor Molekül (Lacl-L’). Flagellum

Wirkstoff Aktiver Wirkstoff kann in den cytoplasmatischen Raum des BG gefüllt werden.

Auf die Frage, warum er die LOGON Patentverwertungs-Verwaltungs-GmbH ausgerechnet ins Allgäu verlegt hat, schmunzelt Kirsch und sagt: »Der Sitz der Holding in Ofterschwang ist der Tatsache zu verdanken, dass es meiner Familie und mir hier so gut gefällt. Wir sind davon ausgegangen, dass es der Region, sprich Ofterschwang, mehr nutzt, wenn wir hier Gewerbesteuer zahlen, als wenn wir das irgendwo te in einer Großstadt täten.«

LOGON PatentverwertungsVerwaltungs GmbH Muderbolz 5 1/2 87527 Ofterschwang Telefon (0711) 70881-33 Telefax (0711) 70881-26 axelkirsch@aol.com

Morphoplant GmbH Universitätsstraße 136 44799 Bochum Deutschland Telefon (0234) 7772870 Telefon (0234) 7772870-20 info@morphoplant.de www.morphoplant.de

AlgOss Biotechnologies GmbH Schumanngasse 15 1180 Wien Österreich Telefon (0043-1407) 5820 Telefax (0043-1407) 5820-10 office@algoss.at www.algoss.at

BIRD-C GmbH&CoKG Verwaltung Hauptstraße 88 3420 Kritzendorf Österreich Telefon (0043-2243) 28491 Telefax (0043-2243) 28514 office@bird-c.at www.bird-c.com

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 137


Von Apps, Websites und gedruckter Werbung

Andreas Tanner

Integrierte Kommunikation Gute und erfolgreiche Werbung und Kommunikation funktioniert nur durch die richtige Vernetzung von elektronischen und gedruckten Medien. »Wir schaffen genau diesen crossmedialen Sprung«, sagt Andreas Tanner, Geschäftsführer der Full-ServiceAgentur Tanner Werbung. Die Agentur aus Nesselwang bietet ihren Kunden integrierte Gesamtkommunikation. on der strategisch geplanten Website, über Online-Marketing und mobilen Kommunikationsmaßnahmen wie Apps bis hin zu anspruchsvollen, hochwertigen Printwerbemittel und -kampagnen konzipiert und realisiert das Nesselwanger Unternehmen die richtige Kommunikation individuell für die Aufgabenstellung seiner Kunden. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt danach auf der Erfolgskontrolle. »Denn nur so ist es möglich, die Kommunikaton stetig zu optimieren«, weiß Tanner.

Webanalyse – der Weg zum Erfolg Steht die Website online, muss sie analysiert werden. Wie verhalten sich die User tatsächlich? Wie bewegen sie sich von Seite zu Seite? Wo springen sie ab? Wo verweilen sie länger? Dabei ist es möglich, die Besucher zu segmentieren und das Verhalten verschiedener Besuchergruppen zu vergleichen. Die gewonnenen Erkenntnisse geben Aufschluss über die Verbesserungspotentiale. Auf diese Weise entsteht ein Auftritt fürs Unternehmen, der vor allen Dingen auch von den Besuchern und Kunden geschätzt wird. Darüber hinaus lassen sich Erfolg und Misserfolg von Werbemaßnahmen wie Onlinekampagenen, Mailings, Newslettern und Printkampagnen messen.

Website – die Aufgabenstellung entscheidet Websites können heute viel mehr, als einen Gesamteindruck vom Unternehmen im world wide web vermitteln. Sie generieren

Onlinemarketing Die beste Website kann natürlich nur so viel leisten, wie sie auch aufgerufen wird. Deshalb muss ein großes Augenmerk auf die Online-Vermarktung gelegt werden. »Auch

V

138 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

direkten Umsatz, informieren umfangreich und bauen Image auf. Die Aufgabenstellung an die Website entscheidet über Navigationsstruktur und Design. Während der Seitenaufbau User sinnvoll durch die Website führt, sorgen richtiges Design und kreative Ideen zur Intensivierung der Werbebotschaft.


darin betreuen wir bei Tanner Werbung unsere Kunden. Suchmaschinen-Optimierung und Online-Marketing sind die Zauberworte für diese Aufgabe,« sagt der Chef der Werbeagentur.aus Nesselwang Ziel ist es dabei einerseits, die Website für Suchmaschinen so aufzubereiten, dass sie unter bestimmten Schlüsselwörtern als besonders wichtig und damit weit vorne angezeigt wird, andererseits auf großen Online-Portalen Banner und Anzeigen zu schalten und damit Besucherströme auf der Website zu generieren. Apps – die mobile Kommunikation Durch den Siegeszug von Smartphones und Tablet-Computers hat sich zur Website eine zusätzliche Kommunikations- und Ver-

triebsschiene entwickelt: die Application (kurz App genannt). Tanner Werbung ist eine der ersten Agenturen, die sich auf Apps mit Schwerpunkt auf den Tablet-Computer (z. B. iPad) konzentiert. Dabei wird oftmals zur Erstellung eine Datenbank verwendet, über die die Inhalte der App einfach und schnell auch vom Kunden gepflegt werden können. »Der Markt gibt uns Recht«, bemerkt Andreas Tanner. »Viele Magazine und Versandunternehmen stellen ihre Informationen und Kataloge heute auch als Apps zur Verfügung. Kunden und Interessenten laden sich diese Apps herunter und informieren sich bei der Fahrt in die Arbeit oder auf Geschäftsreise in aller Ruhe über das Angebot.«

Tanner Kalender 365 Tage im Blickfeld des Kunden Die Tanner Kalender GmbH ist ein Schwesterunternehmen der Tanner Werbung und hat sich in den 1960er Jahren am Markt etabliert. Auch wenn der Werbekalender ein traditionelles Werbemittel ist, schafft er es wie kein zweites Werbemittel, 365 Tage im Fokus der Kunden zu sein. Ob es individuell gestaltete Bildkalender mit oder ohne Werbedruck sind, scheckkartengroße Kalender, 3-Monatskalender, Streifenkalender oder Familienkalender – Tanner Kalender versucht für jede Zielgruppe das geeignete Produkt anzubieten. Dabei übernimmt die Tanner Kalender auch Verkauf und Logistik der Kalender an Partner ihrer Kunden wie zum Beispiel der TUI Deutschland. Das Unternehmen verkauft das TUI-Kalendersortiment an die einzelnen Reisebüros, sorgt für die richtigen Werbeeindrucke, liefert jedem Partner die bestellten Produkte und kümmert sich auch um die Rechnungstellung. Auf diese Weise werden auch andere namhafte Unternehmen wie OMV, Sport 2000 oder Ringfoto Deutschland bedient.

Print – noch immer wichtiger Bestandteil Trotz des Bedeutungszuwachses von digitalen Medien kann heute in den meisten Fällen auf gedruckte Werbung nicht verzichtet werden. Ihre Aufgaben haben sich jedoch verändert. Verbraucher nutzen die einzelnen Medien heute wesentlich weniger intensiv und gründlich. Entsprechend liegt die Kunst in der absoluten Reduktion aufs Wesentliche und die geschickte Vernetzung mit den elektronischen Medien, da ist sich Tanner sicher: »Aufgrund jahrzehntelanger Erfahrung kennen wir die Möglichkeiten gedruckter Werbung und deren Verzahnung mit der digitalen Vermarktung hervorragend.« Database-Publishing » Wir arbeiten als innovatives Unternehmen heute oftmals auf Basis einer medienneutralen Datenbank,« beschreibt der Geschäftsführer der Werbeagentur Tanner Werbung und sagt weiter: »Hier werden Texte und Bilder gespeichert, die sowohl in digitalen als auch in gedruckten Medien eingesetzt werden können. Dadurch erfolgt die Datenerfassung nur einmalig, während die Datenausgabe weitgehend automatisch von statten geht. Auf diese Weise sind Aktualisierungen schnell und einfach. Gleichzeitig ist garantiert, dass keine widersprüchlichen Botschaften den Interessenten oder Kunden erreichen.« sw

Tanner Werbung GmbH Hertinger Weg 3 87484 Nesselwang Telefon (08361) 9207-0 Telefax (08361) 9207-60 Leonardo (08361) 9207-70 info@tanner-werbung.com www.tanner-werbung.com

Tanner Kalender GmbH Hertinger Weg 3 87484 Nesselwang Telefon (08361) 9207-461 Telefax (08361) 9207-69 info@tanner-kalender.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 139


ir sind beide recht ehrgeizig. Mein Vater war in den 50er Jahren Deutschlands erfolgreichster Skispringer und auch für meinen Mann und für mich ist Leistungssport kein Fremdwort. Vielleicht hat uns diese Erfahrung die notwendige Ausdauer verliehen«, begründet Margret Bolkart-Fetz die Motivation und Energie, die sie und ihr Mann seit 19 Jahren täglich aufs Neue für ihren gemeinsamen Betrieb aufbringen. Bei so viel Engagement blieb der Erfolg nicht aus: Das Landhaus Freiberg von Familie Bolkart-Fetz gilt als kleinstes 4-SterneHotel Deutschlands, gehört zur Sightsleeping-Gruppe und seit jüngster Zeit zur Kooperation der Romantik Hotels. Der Michelin-Stern, der dem zugehörigen Restaurant Maximilians 2010 verliehen wurde, ist der südlichste Michelin-Stern Deutschlands.

W

Ein kulinarischer

Glanzpunkt

Selbstständig mit einem Restaurant zu sein, das war das Ziel, das sich Ludger Fetz und seine Frau Margret Bolkart-Fetz gesetzt hatten, als sie sich vor 27 Jahren kennengelernt haben. Selbstständig, aber vor allem gut wollten sie sein. Dass ihnen dies gelungen ist, beweisen die vielfachen Auszeichnungen ihres Restaurants Maximilians, zu denen nun auch einer der begehrten Michelin-Sterne gehört.

140 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

Exquisite Leckerbissen Nach ein paar beruflichen Wanderjahren ließen sich der Rheinländer Ludger Fetz und seine aus Oberstdorf stammende Frau Margret endgültig in deren Heimat nieder. Hier erbauten sie 1992 anstelle eines ehemaligen alten Kuhstalls das Restaurant Maximilians mit insgesamt 35 Sitzplätzen. Wo früher gemolken und gemistet wurde, hat man sich inzwischen an die Spitze der Allgäuer Gourmet-Szene gekocht. Mit Tobias Eisele holte sich Familie Bolkart-Fetz 2009 einen engagierten Küchenchef und Sternekoch ins Boot. Die Speisekarte beweist eine souveräne Küche: Von genial-regional bis kreativ-weltoffen spannt sich der kulinarische Bogen; es darf ausgewählt und kombiniert werden. Beste Grundprodukte sind dabei eine selbstverständliche Voraussetzung: Bei Verführungen wie Perigord-Gänseleber, bretonischen St. Jacobsmuscheln und AtlantikSteinbutt ebenso wie beim heimischen Rehrücken, bei Allgäuer Weiderind oder bei einem Epfenhauser Saibling.


Gewinnen Sie!

»Wir brauchen keine Schnörkel und keine Rüschen, bunt wird es mit den Gästen, die bei uns wohnen.«

Lust auf

Schlemmen?

Die Passion des Hausherren gehört inzwischen den Dessertkreationen, bei denen er seiner künstlerischen Ader freien Lauf lassen kann; Margret Bolkart-Fetz ist für die umfangreiche Weinkarte verantwortlich. Für beide sehr wichtig ist aber auch ein verbindlicher Service. Diesen leitet Maître Sabir Achmedsade aufmerksam, aber dennoch ungezwungen und nicht umsonst wird das Maximilians, das vom Guide Michelin mit einem Stern dekoriert wurde, als engagiert familiär geführtes Haus empfohlen. Eine klare, gerade Linie ohne Spielereien Doch nicht nur Gourmets kommen in der Freibergstraße 21 in Oberstdorf auf Ihre Kosten: In acht Zimmern wird für den Urlaubsgast moderne Wohnkultur geboten, ohne traditionelle Wurzeln zu verlieren. Im Landhaus Freiberg geht ein anspruchsvolles Ambiente mit Designermöbeln, Bauhausklassikern und antiken Möbelstücken aus Familienbesitz eine harmonische Symbiose ein. »Es muss alles zusammenpassen. Der Stil, in dem unser Haus eingerichtet ist, der freundliche und verbindliche Service unserer Mitarbeiter und die klare Linie unserer Küche: Das alles sind Faktoren, mit denen wir uns auch als kleinstes 4-Sterne-Haus erfolgreich positionieren können«, erklärt Ludger Fetz, der größten Wert darauf legt, dass seine Gäste stets ein gleichbleibend hohes Niveau vorfinden.

D Margret Bolkart-Fetz und Ludger Fetz.

»Architektonisches Flair, einladende und herzliche Gastfreundschaft und eine vorzügliche Küche, das alles ist für uns gleich wichtig«, sagt Margret Bolkart-Fetz über das eingängige Konzept. »Und alles muss angenehm leger und unkompliziert sein«, ergänzt sie lachend. »Und dafür brauchen wir keine Schnörkel und keine Rüschen, denn bunt wird es mit den Gästen, die bei uns wohnen.« So erstaunt es auch kaum, dass das Landhaus Freiberg zur Gruppe der »Sightsleeping-Hotels« gehört, die sich durch besondere Ausstattung auszeichnen und mit besonderer Möblierung zeitgenössische Designansprüche erfüllen. Darüber hinaus gehört Deutschlands kleinstes 4-Sterne-Hotel zu den Romantik Hotels. Maximilians Champagnergarten Bei schönem Wetter öffnet im Sommer übrigens bereits ab Mittag der Champagnergarten des Hauses: Ein zwangloser Treffpunkt nach dem Radeln, Golfen oder Wandern, um sich mit feinen Kleinigkeiten aus der Maximilians-Küche verwöhnen zu lassen. (te/xl)

as Team des Restaurant Maximilians lädt Sie ein: Zu einem Gourmet-Menü für zwei Personen inklusive begleitender Getränke im Wert von 300 Euro! Was Sie dafür tun müssen? Unsere Frage richtig beantworten – und dann gehört natürlich auch noch ein Quentchen Glück dazu. Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir das exquisite Vergnügen. Ihre Antwort schicken Sie uns per E-Mail an info@tt-verlag. de oder per Post an den TT-Verlag, St.-Mang-Platz 23, 87437 Kempten. Einsendeschluss ist der 30. Juli 2011. Und hier die alles entscheidende Frage:

Wie heißt der Stern, der über dem Restaurant Maximilians leuchtet? Viel Spaß beim Mitraten und viel Glück wünscht Ihnen das Team des Allgäuer Wirtschaftsmagazins.

Gourmet-Menü Restaurant Maximilians Familie Bolkart-Fetz Freibergstraße 21 87561 Oberstdorf Telefon (08322) 9678-0 Telefax (08322) 9678-43 info@maximilians-restaurant.de www.maximilians-restaurant.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 141


BILDER: ZÖTLER

Alkoholfreies Bier zum Muttertag Im Mai 2009 brachte die Privat-Brauerei Zötler ihr alkoholfreies Weizen auf den Markt, ein Jahr später folgte das alkoholfreie Bier. Beide Produkte erfreuen sich großer Beliebtheit – sogar über die Grenzen des Liefergebietes hinaus.

m Samstag vor Muttertag hatte ich ein lustiges Erlebnis hier in der Brauerei«, erzählt Geschäftsführer Herbert Zötler. »Eigentlich haben wir samstags geschlossen und ich war eher zufällig hier, als ein Mann von etwa 50 Jahren mit einer besonderen Bitte auf mich zukam. Seine Mutter hatte sich von ihm zum Muttertag ausdrücklich ein alkoholfreies Bier vom Zötler gewünscht, weil dies ihrem Geschmack nach das beste alkoholfreie Bier sei. Der Herr war irgendwo aus dem Unterland und ist also extra hierher gefahren, um seiner Mutter dieses Bier zu besorgen. So etwas ist mir auch noch nie passiert«, schmunzelt Zötler über diese Begebenheit.

A

Verändertes Konsumverhalten stärkt Nachfrage Der Prokopfverbrauch von Bier ist seit vielen Jahren rückläufig. Ein verändertes Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher, der

142 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

demografische Wandel und die herabgesetzte Promillegrenze im Straßenverkehr haben unter anderem für ein verändertes Konsumverhalten gesorgt. Dennoch ist es der Brauerei Zötler mit ihren beiden neuen Produkten gelungen, sich einen neuen, attraktiven Markt zu erschließen. »Beinahe jeder macht doch heute irgendeinen Sport oder bewegt sich draußen in der Natur. Da ist ein alkoholfreies Bier oder Weizen ein hervorragender Durstlöscher. Es macht nicht müde, sondern eher fit, es hat wenig Kalorien und ist eine tolle Alternative, wenn man mal etwas anderes als Saftschorle trinken möchte«, so Zötler. Es gibt zwei Arten, alkoholfreies Bier herzustellen. Die eine ist die Unterbrechung der Gärung während der Herstellung, da bei der Gärung der Alkohol entsteht. Kühlt man das gerade entstehende Bier direkt auf null Grad herunter, stoppt der Gärprozess, da die zugesetzte Hefe nur bei bestimmten Temperaturen arbeitet. Diese Biere sind in der Regel etwas vollmundiger, da der Malzzucker der sonst zu Alkohol vergoren wird, noch enthalten ist. Hier spricht man von einer gestoppten Gärung, nach der auch die Brauerei Zötler ihre alkoholfreien Biere herstellt. Die andere Möglichkeit besteht darin, einem fertigen Bier oder Weizenbier den Alkohol mittels eines technischen Verfah-


»Es schmeckt einfach. Und das ist das entscheidende Kriterium.«

Herbert Zötler

rens zu entziehen. Diese entalkoholisierten Biere schmecken jedoch anders, da von den beiden Geschmacksträgern Alkohol und Zucker keines mehr vorhanden ist. »Wir haben es natürlich nicht erfunden, aber wir sind bislang die erste und einzige Brauerei im Allgäu, die beide Biere selbst herstellt und vertreibt.« erklärt Herbert Zötler. Auch alkoholfreies Bier wird aus nur vier Rohstoffen gebraut Alle alkoholfreien Biere müssen nach dem Reinheitsgebot gebraut werden. Es gibt nur die vier Rohstoffe Wasser, Hopfen, Malz und Hefe mit denen die deutschen Brauer arbeiten können. Der Erfolgshebel bei Zötler ist die Arbeit mit besonderen Hefen. Ein Doktorand aus Weihenstephan hat seine Doktorarbeit über das ema geschrieben und für die Rettenberger Brauerei zahllose Versuchsreihen mit den unterschiedlichsten Hefen durchgeführt. Dieses Ergebnis ist heute das bestens gehütete Geheimnis, das hinter dem Geschmackserlebnis des alkoholfreien Weizens von Zötler steckt. Seit dem letzten Jahr gibt es das alkoholfreie Weißbier von Zötler auch im Festzelt auf der Algäuer Festwoche. Obwohl 2010 kein typisch heißes Augustwetter vorherrschte, kam das alkoholfreie Weizen ausgesprochen gut an bei den Festwochenbesuchern. »Ich hätte früher selbst nicht gedacht, dass ich mal gerne ein alkoholfreies Bier trinke, auch wenn ich nicht mehr fahren muss. Aber es schmeckt einfach. Und das ist das entscheidende Kriterium«, freut sich Herbert Zötler über den Erfolg der beiden isotonischen Durstlöscher seiner Brauerei.

Privat-Brauerei Zötler GmbH Grüntenstraße 2 87549 Rettenberg Telefon (08327) 9210 Telefax (08327) 7487 zoetler@zoetler.de www.zoetler.de

ora Engstler 3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 143


Lebensnah und verständlich Die meisten aller steuerlichen Normen werden in deutscher Sprache geschrieben – das deutsche Steuerrecht gilt als eines der kompliziertesten auf der ganzen Welt. Die Steuerkanzlei Optima Treuhand- und Steuerberatungsgesellschaft mbH aus Oberstdorf legt großen Wert auf eine lebensnahe und vor allem leicht verständliche Beratung ihrer Mandanten.

B

ereits seit 1996 berät die Optima Treuhand- und Steuerberatungsgesellschaft mbH ihre Mandanten von der südlichsten Gemeinde Deutschlands aus. Die mittelständische Beraterfirma bietet Privatpersonen wie Unternehmen ein breites Leistungsspektrum, dessen Schwerpunkte sich im Laufe der Jahre herausgebildet hat. Betriebe aus Tourismus und Handwerk sowie Dienstleister und Freiberufler vertrauen auf Optima Treuhand, wenn es um Fragen rund um Existenzgründung, strategische Ausrichtung, Unternehmensnachfolge, Betriebsprüfungen, Managemententlastung, Umstrukturierungen oder Unternehmenskauf geht. Neben mittelständischen Unternehmen und privaten Personen gehören auch Stiftungen und gemeinnützige Vereine zu dem Mandantenkreis, der sich auf vielen unterschiedlichen Spezialfeldern beraten lässt.

Von oben nach unten: Die Geschäftsführer Manfred Baldauf, Norbert Dombrowski und Karl-Heinz Arlt.

144 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


Bilder: engstler (2)/sauer (2)

»Wo sehen Sie Ihre Firma in drei Jahren, wo in fünf Jahren? Was passiert, wenn der größte Auftraggeber Ihres Unternehmens wegbricht?«

Steuerfachangestellte Tina Knüpfer.

Unternehmensnachfolge und strategische Ausrichtung Als einen wichtigen Schwerpunkt der Kanzlei nennt Geschäftsführer Manfred Baldauf die Unternehmensnachfolge und die strategische Ausrichtung von Unternehmen. Will zum Beispiel jemand sein erarbeitetes Vermögen erhalten, um es später den Kindern zu überlassen, muss geklärt werden, wie sich diese Aufgabe in der Praxis gestalten lässt und wo bei der Realisierung konkret angesetzt werden kann. »Wir sehen uns hier vor allem in der Rolle des Mediators, da wir auch innerhalb des Familienverbundes beraten und Ideen entwickeln, wie die verschiedenen Interessen in einer gemeinsamen Lösung münden können. Wir müssen alle Betroffenen miteinbeziehen, sie überzeugen und eine gemeinsame Richtung finden, die für alle Beteiligten gangbar ist«, erklärt Steuerberater Manfred Baldauf. »Hier geht es natürlich nicht um Dinge, die man bei einer Tasse Kaffee lösen kann. Das sind sehr tiefgreifende Gespräche, bei denen man sensibel vorgehen muss und Menschlichkeit walten lassen muss.« Das Nachfolgethema gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die Generation, die Deutschland aufgebaut hat, möchte das unter viel Schweiß und zum Teil auch Verzicht Aufgebaute erhalten und an die nachfolgenden Generationen weitergeben. Idealerweise sollten die Nachfolger dabei aus der eigenen Familie kommen. Das jedoch gelingt

nicht immer. »Man muss stets geistig mobil sein. Das Wohl des Auftraggebers und das Wohl dessen, was man umsetzen soll, steht immer im Vordergrund. Es ist also Aufgabe des Beraters, sich auf eine Situation einstellen zu können, damit sich die Menschen die am Prozess beteiligt sind, auch wiederfinden«, erklärt Baldauf die Hintergründe. Unternehmer die Beratung suchen, muss man manchmal regelrecht wachrütteln, weil sie gar keine Vorstellungen davon haben, wie es weitergehen soll. Manfred Baldauf sieht sich in solchen Fällen in der Pflicht, provokativ zu fragen und Denkanstöße zu geben. »Wo sehen Sie Ihre Firma in drei Jahren, wo in fünf Jahren? Was passiert, wenn der größte Auftraggeber Ihres Unternehmens wegbricht? Das sind alles Fragen, die ich einem Unternehmer stelle, um ihn zu sensibilisieren. Denn der Mittelstand mit seinen zahlreichen Familienbetrieben ist eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft«, berichtet er weiter über seine Arbeit. Der Steuerberater als Lebensberater Viele Privatleute möchten ihr Altersdasein sorgloser leben können und nicht mit Gefahren und Unsicherheiten kämpfen müssen. Dennoch möchten sie ihre Nachkommen an das Vermögen heranführen. Die Methode, eine Generation baut etwas auf, die nächste verwaltet es und die dritte wiederum gibt es aus, sehen die wenigsten gern. Wer Vermögen oder gar ein Unternehmen zu vererben hat, möchte in der Regel, dass das Vermögen erhalten bleibt und dass es im Sinne des Erblassers weitergepflegt wird. Hier stellt sich oft die Frage, inwieweit sich der Übergebende zurückziehen kann und will und ob die nachwachsende Jugend die Chance hat, sich selbst zu entfalten. Dies hat zwar weniger mit reinen steuerspezifischen emen zu tun, gehört aber im Rahmen der Beratertätigkeit durchaus mit zu den Aufgaben der Optima Treuhand GmbH. »Nach dem Steuerrecht bin ich zwar Steuerberater, aber eigentlich bin ich eine Art Lebensberater,« beschreibt Baldauf sein Verhältnis zu seiner Arbeit und seinen Man-

danten. »Die Zufriedenheit mit den Dingen, in denen man berät, steht meiner Meinung nach an erster Stelle. Diese Fragen sind wichtiger, als die danach, wie vielleicht noch ein zusätzlicher Euro bei der Steuer gespart werden kann. In der Grundtendenz ist es nämlich bedeutsamer, langfristig in die Zukunft zu planen, als die augenblickliche Momentaufnahme zu betrachten.« Die Mandanten von Optima Treuhand schätzen das und legen großen Wert darauf, auf diese völlig andere Art beraten zu werden und dadurch eine andere Sichtweise zu bekommen. Schließlich macht der lebensnahe Blick der Berater auf die Dinge die komplexen Vorgänge und Überlegungen für die Kunden um ein Vielfaches verständlicher, als das Zitieren von Paragraphen. ora Engstler

»In der Grundtendenz ist es nämlich bedeutsamer, langfristig in die Zukunft zu planen, als die augenblickliche Momentaufnahme zu betrachten.«

Optima Treuhand- und Steuerberatungsgesellschaft mbH Weststraße 5 87561 Oberstdorf Telefon (08322) 9698-0 Telefax (08322) 9698-21 info@optima-treuhand.de www.optima-treuhand.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 145


Elektronik für den Kanal Vor 20 Jahren gründete der Elektroingenieur Johannes Dürrwaechter zusammen mit seinem Kompagnon Thomas Hautmann das Unternehmen PS professional solutions hard- & software GmbH. Die Systemlösungen für die TV-Kanal-Inspektion des Oberstdorfer Unternehmens sind weltweit im Einsatz.

A

ls wir 1991 mit unserem Unternehmen starteten, entwickelten wir primär Software für unsere damaligen Abnehmer. Ein Jahr später haben wir darüber hinaus angefangen, auch die dazu passende Hardware zu entwickeln«, berichtet Geschäftsführer Johannes Dürrwaechter über die Entwicklung des Unternehmens. Über die Jahre hinweg ist so ein breites Produktportfolio an Industrieelektronik entstanden, mit dem sich die PS hard- & software GmbH im Bereich der Kanalinspektion und Kanalsanierung spezialisiert hat. Integration in Anlagen auf der ganzen Welt Bei der Hardware handelt es sich um elektronische Baugruppen in Form von vernetzten Prozessorsystemen, die überwiegend im Aufgabenbereich der Kanalsanierung, Kanalinspektion und Kamerainspektion in Rohren arbeiten. Je nachdem, wo die Hersteller von Kamera- und Roboteranlagen sie einsetzen, dient die in Oberstdorf entwickelte Hard- und Software dazu, Schäden in Kanälen aufzunehmen oder sie gar zu beheben. Hersteller von Inspektions- und Wartungsanlagen kaufen die Entwicklungen der PS hard- & software GmbH ein, integrieren sie in ihre Produkte und verkaufen ihre in Serie produzierten Anlagen an private Unternehmer in der ganzen Welt.

146 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

»Unsere Software läuft auf 16 Sprachen. Das Editieren der Software in die jeweilige Sprache haben wir hier im Haus gemacht. Die Übersetzungen sind so fachbezogen, dass es selbst namhafte Übersetzungsbüros unheimlich schwer haben, zurecht zukommen. Für Belgien, die französische Schweiz und Frankreich haben wir zum Beispiel drei verschiedene Übersetzungen ins Französische gebraucht, weil die Fachtermini jeweils ganz unterschiedlich sind«, erklärt Geschäftsführer Dürrwaechter. Die Implementierung für lokale Anforderungen ist sehr aufwändig, da für die Schadensbeschreibung ein Katalog zur Verfügung steht, anhand dem ein festgestellter Schaden bei der Auswertung einer Inspektion beschrieben werden kann. Je nach Land und Region gibt es also Abweichungen in den verschiedenen Beschreibungen, die alle berücksichtigt werden, damit die Anlagen im Einsatzgebiet


Bilder: engstler (2), Ps (4)

bedient werden können. Während zum Beispiel Schweden mit 200 und Australien mit rund 500 Beschreibungen auskommen, liegt der Umfang in Deutschland bei 2 700 Auswahlmöglichkeiten zur Definition von Schäden. Ein Zusammenspiel von Hard- und Software »Wir sind ein reines Entwicklungsbüro und haben Fertiger, die die Serienproduktion der Hardware für uns machen. Die Hardware wird hier in Oberstdorf entwickelt, die Produktion wird über eine Bestückungsfirma in Kempten abgewickelt. Dort wird die komplette Bestückung, die erste Inbetriebnahme und die Prüfung der Leiterplatten gemacht. Bei uns in Oberstdorf wird dann die endgültige Firmware auf-

gespielt«, beschreibt Dürrwaechter das Zusammenspiel von Hard- und Software. »Wir haben zum Beispiel eine Hardware, die an zehn verschiedene Hersteller angepasst ist. Das heißt, diese Hardware ist überall gleich, die Software dazu ist aber immer individuell, damit es für die jeweilige Anwendung exakt passt«, erklärt er weiter. Neben der Kanalinspektion werden die Entwicklungen der PS hard- und software GmbH aber auch in anderen Spezialgebieten eingesetzt, so zum Beispiel auch in einem digitalen Videorekorder für die indusora Engstler trielle Aufzeichnung.

Während zum Beispiel Schweden mit 200 und Australien mit rund 500 Beschreibungen auskommen, liegt der Umfang in Deutschland bei 2 700 Auswahlmöglichkeiten zur Definition von Schäden.

PS hard- & software GmbH Alpgaustraße 24 87561 Oberstdorf Telefon (08322) 94069-0 Telefax (08322) 94069-11 info@ps-gmbh.de www.ps-gmbh.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 147


»Zeitlose« Tradition Von jeher hatte der Mensch das Bestreben, das Phänomen »Zeit« zu erkunden, zu messen, zu beherrschen. Im Altertum wurde der Tagesablauf nach dem Lauf der Gestirne, vornehmlich der Sonne und des Mondes, eingeteilt. Aus den ersten, einfachen »Schatten-Markierungen« entstanden in Jahrtausenden hochpräzise Kunstwerke, die Uhren. Ein Stück dieser »ZeitGeschichte« zeigt die Sonderausstellung der »Füssener Uhren und Uhrmacher«.

148 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

S

ie gelten als Pioniere der Feinmechanik, als Philosophen unter den Handwerkern und Beherrscher außerordentlicher Kunst. Der Astronomie verbunden, dem Phänomen »Zeit« auf der Spur, waren die ersten Uhrmacher meist Schlosser oder Schmiede, also Handwerker, oder aber Maler, also Künstler. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes »Kunst-Handwerker«. Das »Kunstwerk« der Uhrmacher, die Uhr selbst, hatte von jeher zwei Aufgaben. Sie sollte die Zeit verkünden, »was die Stunde geschlagen hat«, und zudem dekorativ sein, das Schmuckbedürfnis der Menschen befriedi-


Dieter Prinz

Zeit,

Die Symbol für Vergänglichkeit und Ewigkeit gleichermaßen.

gen. Selbst die Sonnenuhr, die schon vor Christi Geburt verwendet wurde, war Gegenstand der Bildhauerkunst. So können Uhren als Zeugen, als »Gradmesser« der gesellschaftlichen, kulturell-künstlerischen und technischen Entwicklung der Menschheit gesehen werden. Die Einteilung und Messung der Zeit ordnet und strukturiert das menschliche Leben – heute mehr denn je. Doch, bis aus den einfachen Sonnen-, Sand- und Wasseruhren die ersten mechanischen Räderuhren und schließlich die heutigen Quarz- und Funkuhren entstanden, dauerte es eine lange »Zeit«. »Die Geschichte lebt« Mit diesem Satz wollen die Uhrmachermeister Dieter und Ralph Prinz belegen, dass in Füssen bedeutende Uhrmacher gelebt und gewirkt haben. Es ist ihrer Initiative und ihren Nachforschungen zu verdanken, dass zum erstenmal das bedeutende Handwerk der Uhrmacher in Füssen auf besondere Weise gewürdigt wird. In Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister- und Kulturamt wurde die Sonderausstellung »Füssener Uhren und Uhrmacher von 1500 bis 1900« organisiert und ist noch bis zum 13. Juli im Museum der Stadt zu sehen. Ein starker Förderer, des Uhrmacher-Handwerks in Füssen, war die Benediktiner-Abtei Sankt Mang, denn der klösterliche Alltag war durch eine strenge Zeiteinteilung geprägt. Auch ließen die Zentren der Zünfte wie Augsburg, München oder Nürnberg keine weitere Konkurrenz zu, so dass viele Handwerker auf Wanderschaft gehen und sich eine neue Wirkungsstätte suchen mussten. Die harten Lebensbedingungen im Voralpenland durch lange Winter und schlechte, wirtschaftliche Voraussetzungen förderten die Uhrmacherei in der gesamten Region. Im Zusammenhang mit Uhren taucht in Füssen erstmalig Anfang des 16. Jahrhunderts der Familienname »Kienig« auf. Die Blütezeit der nach-

folgenden Jahrhunderte bringt weitere, bekannte Namen hervor wie Fendt, Hörmann, Haim, Eberle, Maurer, Barensteiner und viele andere. Eines der berühmtesten Füssener Uhren-Kunstwerke mag wohl die »SilberTotenkopfuhr von Johann Maurer« (um 1750) sein, die heute im »Britischen Museum« untergebracht ist und für die Ausstellung nicht entliehen werden konnte. Das tut jedoch keinen Abbruch, sind doch eine ganze Reihe exzellenter Werke in höchster Uhrmacher-Kunst zu bewundern. Angefangen von Sonnenuhren, den ersten Spindeltaschenuhren, Stadtuhren, Konvent- und Turmuhren, einer kostbaren Madonnenuhr bis zur Präzisionssekundenpendeluhr. Eine echte Sensation dürfte die »Rokoko-Bodenstanduhr« darstellen, die von Josephus Niggl aus Lechbruck ursprünglich für die Wieskirche geschaffen wurde. »Die Tradition geht weiter« Mehr als 25 Jahre führte Dieter Prinz das Juweliergeschäft »Wollnitza«, ein Haus mit über hundertjähriger »Zeit-Geschichte«. Vor zwei Jahren hat er die Geschäftsführung an Sohn Ralph übergeben. Beide sind sie Uhrmachermeister, haben den Beruf von der Pike auf, in alter Tradition erlernt. Die mechanische Uhr war noch im Gebrauch und so bildete die Neuanfertigung von defekten Uhrenteilen, wie Unruhwellen, Aufzugswellen oder Zylindern, die unterschiedlichsten Fertigungstechniken, Stilkunde und fundierte Materialkenntnisse die Schwerpunkte der Ausbildung. »Da war ich oft am Verzweifeln, weil ich stets nur alte Schinken zur Bearbeitung bekam,« erinnert sich Dieter Prinz lachend. Doch genau dies war Grundlage für sein »Hobby«, das nur selten gebührend entlohnt wird: die Restauration antiker Uhren. Ein Hobby, das auch Sohn Ralph fasziniert. Mit Tochter Sonja als gelernter Goldschmiedin bekommt das Familienunternehmen Prinz den richtigen

»Schliff«. Ihre eigenen Entwürfe werden in Atelier und Edelsteinschleiferei Schaffrath zu wertvollen Unikaten gearbeitet. Durch Unterstützung der gesamten Familie und zehn weiterer Mitarbeiter wird Prinz zum Familienunternehmen par excellence, das Qualität und Individualität garantiert. Namhafte, erstklassige Uhren- und Schmuckhersteller sowie modisch geprägte Designer sind im Juweliergeschäft Wollnitza vertreten. Edle Stücke und ein erstklassiger Reparaturservice ließen »Juwelier Wollnitza« unter Leitung der Familie Prinz weit über die Grenzen des Allgäus, ja, Deutschlands, beliebt und bekannt werden. Die Zeit, Symbol für Vergänglichkeit und Ewigkeit gleichermaßen, bewahrt hier eine Tradition, die, Jahrtausende alt, im Grund zeitlos ist. Und die Zeit selbst, gemessen in Sekunden, Minuten, Stunden, angetrieben oder gar angehalten von Uhrmachermeistern, steht doch nie still. Karin Bitsch

Juwelier Wollnitza Hintergasse 1 87629 Füssen Telefon (08362) 6111 www.juwelier-wollnitzafuessen.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 149


Komplexe Aufgaben erfordern komplexe Lösungen durch Spezialisten. Die Beratungsgruppe PENKE HEINZE KETTERL mit Standorten im Ober- und Ostallgäu, bietet umfassende und interdisziplinäre Beratungen für Mandanten des privaten und öffentlichen Sektors im Bereich Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und Rechtsberatung. Ganz gleich ob Unternehmer, Gebietskörperschaft oder Privatperson – der Mandant steht im Mittelpunkt der Beratung.

Full-Service

in Sachen Steuern, Wirtschaftsprüfung und Recht

A

us dem Zusammenschluss derSteuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Dr. Lochbihler, Dr. Ketterl & Partner in Füssen und der Steuerberatungs- und Rechtsanwaltsgesellschaft Penke Heinze & Partner in Sonthofen ist im Jahr 2010 die Beratungsgruppe »Penke Heinze Ketterl« entstanden. Mit den Standorten Füssen, Sonthofen und Oberstdorf ist sie im Allgäu fest verwurzelt, ihre Tätigkeiten konzentrieren sich sowohl auf regionale als auch auf überregionale Kunden. Die Partner Norbert Penke, Tim-Felix Heinze, Dr. Hans Ketterl, Andreas Gehring, Sylvia Bilgeri und Paul Erhart bilden ein dynamisches Team von Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und Rechtsanwälten mit siebzig Mitarbeitern, darunter sieben Auszubildende. Penke Heinze Ketterl zeichnet sich durch eine vertrauensvolle und offene Beratung aus, die die Problemfelder des Mandanten in den

150 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

Mittelpunkt stellt. Der persönliche Kontakt bildet die Basis des gemeinsamen Erfolgs. Alles aus einer Hand »Wir beraten unsere Mandanten strategisch und übergreifend in den Bereichen der Steuerberatung, der Wirtschaftsprüfung und der Rechtsberatung«, erklärt Norbert Penke, der als Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwalt qualifiziert ist. »Über die Steuerthematik greift der Staat in nahezu alle wirtschaftlichen Angelegenheiten ein. Ein maßgeschneiderter, auf den Mandanten konzentrierter Gesellschaftsvertrag ist beispielweise nur unter Einbeziehung der steuerrechtlichen Folgen, der zivilrechtlichen Vorgaben und der betriebswirtschaftlichen Aspekte zu erstellen«, so Norber Penke weiter. »Durch die Mehrfachqualifikationen unserer Gesellschafter kommt bei uns alles aus einer Hand, zeitnah und ohne Reibungsver-


Die Partner: Andreas Gehring, Norbert Penke, Paul Erhart, Tim-Felix Heinze und Dr. Hans Ketterl (v.li.).

luste«. Die in der Gruppe arbeitenden Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte verfügen über eine Vielfalt an Zusatzqualifikationen, zum Beispiel Fachanwalt für Steuerrecht, Fachanwalt für Familienrecht oder Landwirtschaftliche Buchstelle. So ergibt sich ein äußerst breites Beratungsfeld, das der Mandant nutzen kann. »Aufgrund unserer Vielfältigkeit, den praktischen Erfahrungen bei Streitigkeiten vor Gericht sowie im Rahmen von Verhandlungen mit Finanzverwaltung und anderen öffentlichen Stellen, ist es uns möglich, Beratungskonzepte zu formulieren, die dem Mandanten die von ihm vorgegebene Zielerreichung sichern«, so Tim Felix Heinze, Steuerberater und Rechtsanwalt. »Durch ständige Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen, auch für unsere Mitarbeiter, garantieren wir ein weites Fach- und Branchenwissen, das in allen Beratungen eine solide Basis bildet.« Bei Penke Heinze Ketterl verfügt jeder Berufsträger über spezielle Schwerpunkte, so zum Beispiel im Umsatzsteuerrecht, in der Beratung von öffentlichen Unternehmen, Personen- und Kapitalgesellschaften oder im Bereich von Unternehmenssanierungen. Partner und Mitarbeiter bilden ein großes Team aus Spezialisten, deren einzelne Fachgebiete wie Zahnräder ineinander greifen. »Um unserem hohen Qualitätsanspruch gerecht zu werden, arbeiten wir

grundsätzlich nach dem Vier-Augen-Prinzip«, berichtet Steuerberater Paul Erhart über die Kanzleiorganisation. Strategisch und fachübergreifend gut beraten Die Nutzung des Dienstleistungsportfolios von Penke Heinze Ketterl führt regelmäßig zu fachübergreifenden Beratungen in Form eines Full-Services. »Aus der für den Mandanten erstellten Bilanz, die regelmäßig von Bedeutung ist bei Verhandlungen mit Banken zur Verbesserung der Konditionen oder zum Erlangen von Darlehen, entwickeln wir betriebswirtschaftlich fundierte Jahresplanungen und Vorschaurechnungen. Wir sind in diesen Fällen nicht nur als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer bzw. Rechtsanwälte, sondern auch als Unternehmensberater gefragt. Eine weitere Stärke sind Projektplanungen, bei denen nicht nur das benötigte Kapital errechnet wird, sondern in vielen Fällen auch Kapitalpartner, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater. von uns zusammengeführt werden«, so Dr. Hans Ketterl. Ist ein Unternehmen in die Krise geraten, tritt die Beratungsgruppe als Sanierer auf, um eine Insolvenz und damit eine er-

»Man kann keinen Gesellschaftsvertrag ausarbeiten, ohne das Steuerrecht oder auch das Zivilrecht berücksichtigt zu haben.«

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 151


»Was uns stärkt, ist unser Team.«

152 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

hebliche Kapitalvernichtung mit großen persönlichen Nachteilen für die Agierenden zu vermeiden. Ein typischer Sanierungsverlauf stellt sich wie folgt dar: Nach einer umfassenden Bestandsanalyse, auch unter dem Blickpunkt der rechtlichen Vorgaben, wird ein zukunftsfähiges Unternehmenskonzept erstellt, das als Verhandlungsgrundlage zu Vergleichsgesprächen mit betroffenen Gläubigern wie etwa Kreditinstituten und Kapitalgebern dient. Die nachfolgende Umsetzung wird von Penke Heinze Ketterl im Rahmen der vertraglichen Gestaltung sowie der steuerlichen Restrukturierung aus einer

Hand durchgeführt. »Die Komplexität dieser Aufgabenstellungen erfordert zwingend eine fachübergreifende Befähigung, für die unser Team bestens gerüstet ist«, erklärt Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Andreas Gehring. »Wir beraten überwiegend Unternehmen im mittelständischen Sektor, wie sie im Oberallgäu und Ostallgäu vorzufinden sind. Unsere breiten Branchenkenntnisse, unter anderem in den Bereichen Maschinenbau, Hotellerie, Handwerk, Handel, freie Berufe und der Landwirtschaft ermöglichen ein breites Netzwerk, das den Mandanten zu-


gutekommt. Aber auch Jungunternehmer, Existenzgründer oder Mandanten mit Beteiligungsabsichten werden von uns umfassend betreut und strategisch beraten«, erklärt Dr. Hans Ketterl die Bandbreite der unterschiedlichen Mandantenstrukturen. Ein weiterer wichtiger Spezialbereich ist die Beratung von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben. »Wir sind als landwirt-

wird bei uns gelebt«, freut sich Tim-Felix Heinze über die dienstleistungsbezogene Strategie. Das Team als Erfolgsfaktor Die Stärke der Beratungsgruppe ist abhängig von der Stärke jedes einzelnen in der Kanzlei tätigen Mitarbeiters. Dieser Grundsatz hat Penke Heinze Ketterl veranlasst, ein

» Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor für uns ist das große Netzwerk, das wir zu Behörden, Banken und auch Kollegen pflegen.«

schaftliche Buchstelle durch die Steuerberaterkammer München bestellt. Bei der Übertragung von landwirtschaftlichen Betrieben, bei Hofaufgaben oder auch beim Verkauf von Bauland, ist Spezialwissen und Erfahrung gefragt«, erläutert Dr. Hans Ketterl als Fachberater für Land- und Forstwirtschaft. Nicht zu vergessen sind Fragen der testamentarischen Gestaltung, ehevertragliche Vereinbarungen und erbvertragliche Überlegungen zur Sicherung der Zukunft landwirtschaftlicher Betriebe. Privatpersonen, für die Lohnsteuer und Einkommensteuer wichtige emen sind, schätzen die hohe Beratunsqualität der Kanzlei. Ein weiteres Hauptaugenmerk legt die Kanzlei auf die Beratung bei Ehe- und Erbverträgen, beim Hauskauf und dessen Finanzierung, Testamentsberatungen und Vermögensnachfolgeberatungen. Alle wichtigen Fachgebiete des privaten Sektors werden durch Penke Heinze Ketterl abgedeckt. »Jede Lebenslage erfordert eine andere Sichtweise in der Beratung. Diese bieten wir unseren Mandanten. Mandantenorientierung

umfangreiches internes und externes Ausbildungs- und Fortbildungssystem aufzubauen und zu unterhalten. »Die Aus- und Fortbildung des Teams ist eine wichtige Säule im Qualitätsmanagement. Nur im Team können Qualitätsanspruch und ein hohes Niveau in der Beratung nachhaltig gesteigert werden. Die Komplexität der Aufgaben und Anforderungen, die der Staat an seine Bürger stellt, sind nur so zu bewerkstelligen«,

beschreibt Steuerberaterin Sylvia Bilgeri die Vorzüge des gemeinschaftlichen Arbeitens und die kontinuierliche Verbesserung der Kanzleiabläufe. »Durch flexible Arbeitszeitmodelle ermöglichen wir unseren Mitarbeiterinnen, auch als junge Mütter die Berufstätigkeit fortzuführen und somit Familie und Beruf optimal zu vereinbaren.« Kompetenz durch Netzwerk Einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren ist für Penke Heinze Ketterl neben der Verbundenheit mit der Region ein großes Netzwerk. Als Unternehmen ist Penke Heinze Ketterl fest im Allgäu verwurzelt und pflegt intensive Beziehungen zu Banken, Kommunen und Behörden. Grenzüberschreitende Beratungen werden von mit den örtlichen Verhältnissen vertrauten Beratern durchgeführt. Insbesondere im internationalen Steuerrecht pflegt die Gruppe hervorragende Kontakte zu Beratern in den angrenzenden Ländern wie zum Beispiel Österreich und der Schweiz. Einen Beratungsschwerpunkt stellt die Betreuung von Mandanten auf dem Weg zurück in die Steuerehrlichkeit dar. Der Gesetzgeber hält diesen Weg über Selbstanzeigen weiterhin allen Steuerpflichtigen offen. »Um die schwierigen formalen Voraussetzungen zu erfüllen und um eine Selbstanzeige zeitnah vor dem Zugriff des Finanzamtes auszuarbeiten, wurde ein schlagkräftiges Team, bestehend aus Steuerberatern und Rechtsanwälten, zusammengestellt, das mit den die Vermögensanlagen bearbeitenden Kreditinstituten eng zusammenarbeitet«, berichtet Norbert Penke. Regionale Verbundenheit – in der Region, für die Region In ihrer neuesten Kanzleibroschüre werben Penke Heinze Ketterl mit dem Allgäu-Logo. Dies zeigt die traditionelle Verbundenheit des Unternehmens mit dem Allgäu – hier wird gelebt und gearbeitet. te

Penke Heinze Ketterl Steuerberater | Wirtschaftsprüfer | Rechtsanwälte Standorte in Sonthofen, Füssen und Oberstdorf www.penke-heinze-ketterl.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 153


Höchst persönlich »Fotografie, Grafikdesign, Werbeagentur Schmid und Keck« liest man auf dem Firmenschild – charmantes Understatement, denn die Werbe-Experten sind erfahrene Allrounder!

iel Weiß, schlichtes, schörkelloses Mobiliar – eine ruhige, sachliche Atmosphäre empfängt den Kunden in der Werbeagentur Schmid und Keck in Burgberg. Und wird zu einem herzlichen Willkommen, wenn ihn die Inhaber begrüßen, mit gewinnendem Lächeln, freundlich, unkompliziert, dabei hochkonzentriert und aufmerksam. Ihnen geht es um den Kunden, das ist offensichtlich, um sein Anliegen. Sie wollen verstehen, was er wirklich will und diese Wünsche aufs Beste umsetzen.

V

Franz Schmid und Alexander Keck sind ein eingespieltes Team, das schon seit 15 Jahren gut funktioniert und zusammen viele Erfolge verbuchen konnte. Ursprünglich kommen die beiden Werbeprofis aus der Fotografie, haben lange als Einzelkämpfer Produkte und Werbemotive im Kundenauftrag fotografiert, ehe sie sich im Jahr 1996 zusammen taten – nicht zuletzt, um auf breiterer Basis eine größere wirtschaftliche Sicherheit zu erreichen. Viele Kunden begrüßten den Schritt und sind ihnen bis heute treu ge-

»Wir haben Kunden, die wir mögen, machen Sachen, die uns gefallen – und das mit Spaß!«

Alexander Keck, Christina Seitz, Franz Schmid, Brigitte Schmid, Norbert Martin und Sarika Alt (v.li.).

154 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


blieben. Sie schätzen die unkomplizierte Abwicklung, die Zuverlässigkeit und die erstklassige Qualität, die Franz Schmid, Alexander Keck und ihr derzeit vierköpfiges Team mit großem Engagement und Spaß an der Arbeit sicher stellen. Wichtig ist ihnen das harmonische Miteinander in der Agentur und der persönliche Kontakt zu den Auftraggebern. »Gern setzen wir uns mit ihnen auf eine Tasse Kaffee zusammen«, erklärt Alexander Keck. »Viel erfährt man so, selbst wenn es nicht immer stur um die Sache geht«, ergänzt Franz Schmid. Dabei verlieren sie ihr eigentliches Ziel nie aus den Augen: beste Leistung für jeden Kunden und kreative, individuelle Lösungen. »Wir arbeiten für Industrieunternehmen, für Handwerk und Handel, Kommunen und Verbände, Dienstleiter und Touristiker«, so Franz Schmid. »Sie alle wollen das Gleiche – erstklassige Arbeit!« Das Fachwissen, die Kreativität, das Können der Werbeagentur Schmid und Keck ist gefragt im gesamten Allgäuer Raum und darüber hinaus. Sie ist tätig für Unternehmen aus Hamburg, Karlsruhe oder Ulm und kreiert auch Verpackungen für eine Schweizer Handelskette. Breit ist das Leistungsspektrum der Agentur. Nach wie vor ist die professionelle Fotografie ein wichtiges Standbein. Stimmungsvolle Werbefotos, aber auch Sach- und Produktfotos können im eigenen Studio produziert werden; darüber hinaus gehören Industrie-, Architektur-, und Landschaftsmotive zu den thematischen Schwerpunkten. Mit modernster Technik werden in der Grafik-Abteilung Kataloge, Prospekte und Anzeigen gestaltet sowie erklärende Info-Grafiken. Das Experten-Team der Agentur Schmid und Keck

erarbeitet Marketing-Strategien, entwickelt und realisiert Corporate Designs und Gestaltungskonzepte, programmiert und pflegt die Websites ihrer Kunden. Die Konzeption und Umsetzung von Beschilderungs- und Wegeleitsystemen, Messe- und Ausstellungskonzepten sind typische Aufgaben, mit denen Kommunen und Museen an sie heran treten. Die grafische Gestaltung, das Umsetzen und Abstrahieren von emen und Prozessen und das Illustrieren von Geschichten sind bei Schmid und Keck nicht nur strukturelle Kopfarbeit, sondern auch praktisches Handwerk. So findet man hier auch eine Werkstatt für Folienschnitt, Bildkaschierung und Schilderproduktion. Zu den Kompetenzen der Werbeagentur Schmid und Keck gehört es auch, externen Sachverstand einzubinden, wenn die Aufgabe es erfordert. »Für einen VideoDreh erarbeiten wir Skript und Drehbuch«, erläutert Alexander Keck. »Die Umsetzung aber verlangt so spezielles Know-How, dass wir dafür Experten hinzu ziehen.« Dass die Werbeagentur Schmid und Keck ausbilden darf, ist ein weiterer Beleg für ihren guten

Ruf und die hohe Qualität des Unternehmens. Sie gehörte 1997 zu den Ersten, die als Ausbilder für den damals neuen Beruf des Mediengestalters zugelassen wurde – geprüft und bestätigt von der IHK. Seither haben fünf Azubis, alle mit gutem Erfolg, ihre Ausbildungen beendet. Obgleich fest verwurzelt in der Werbebranche, verzichtet die Agentur Schmid und Keck weitgehend auf Eigenwerbung. »Akquise findet in den seltensten Fällen statt, persönliche Empfehlungen sind uns angenehmer«, erklären die beiden Inhaber unisono. Kordula Küper

Schmid und Keck Fotografie, Grafikdesign, Werbeagentur Moosweg 3 87545 Burgberg Telefon (08321) 25 99 Telefax (08321) 2556 info@schmidundkeck.de www.schmidundkeck.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 155


Mit Tradition und Dynamik: »Denn mittelständische Unternehmer sind weniger an einzelnen Geschäften als an einer gut ausgefeilten Gesamtlösung interessiert.« Claus Schneider (Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim)

Vom Bäcker bis zum international tätigen Industriebetrieb spiegelt die Kundschaft der Allgäuer Sparkassen die gesamte Vielfalt der heimischen Wirtschaft wider. In der langen Zeit ihres Bestehens sind die Kreditinstitute zusammen mit den Unternehmen der Region gewachsen. Heute blicken sie auf eine langjährige Erfahrung im Firmenkundengeschäft zurück.

H

eribert Schwarz spricht am Telefon mit einem Kunden: »Sie denken über eine Erweiterung Ihres Unternehmens nach? Sehr gerne können wir uns darüber unterhalten. Sagen Sie mir einfach, wann Sie Zeit haben und ich komme bei Ihnen vorbei.« Heribert Schwarz ist Vertriebsleiter Firmenkunden und zukünftiges Vorstandsmitglied der Sparkasse Allgäu. Sein Team betreut Unternehmen im gesamten Geschäftsgebiet der Sparkasse. Für seine Kunden fundierte Finanzkonzepte zu erstellen, gehört für ihn und seine Mannschaft zu den täglichen Aufgaben. Insgesamt betreuen fast 120 Firmenkundenberater sowie Kredit- und Anlage-Spezialisten der drei Allgäuer Sparkassen rund 9 000 Unternehmen.

156 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

Unternehmen im Wandel der Zeit Zunächst war das Firmenkundengeschäft lange deutlich von der klassischen Finanzierung geprägt. »Doch seit Mitte der 90er-Jahre verändert sich das wirtschaftliche Umfeld in einer noch nie dagewesenen Geschwindigkeit«, so Heribert Schwarz. Zeitabstände von Innovationen würden geringer, Produkte alterten schneller und Märkte veränderten sich permanent. Allgäuer Unternehmen müssten sich daher mit den komplexer werdenden Anforderungen auseinandersetzen. Neben emen wie der ursprünglichen Kapitalbeschaffung spielen zum Beispiel Expansion, Generationenwechsel oder internationale Geschäftsbeziehungen eine häufig nicht mehr wegzudenkende Rolle. Hier


»Gut für Allgäuer Unternehmer«

Die Leiter im Firmenkundenbereich der Sparkasse Allgäu (v.li.): Martin Wolf (Spezialisten), Erwin Frick (Internationales Geschäft), Gabi Louis (Marktbereich Sonthofen), Heribert Schwarz (Vertriebsleiter Firmenkunden und zukünftiges Vorstandsmitglied), Markus Wendler (Marktbereich Kempten) und Michael Schall (Marktbereich Marktoberdorf Füssen).

die richtigen Prioritäten zu setzen, sei für jeden Unternehmer eine Herausforderung. Anforderungen an Unternehmen sind Anforderungen für die Hausbank Diese Bedingungen bewirken, dass die umfassende Beratung der eigenen Hausbank für Firmen bedeutender denn je wird. »Und die Sparkassen im Allgäu sind dafür gerüstet: Ganz nach unserem Leitsatz ›Gut für die Region‹ bieten wir für alle Facetten des Unternehmertums vor Ort passende Lösungen«, so Claus Schneider, Abteilungsdirektor Firmenkundenbetreuung für den Bereich Memmingen bei der Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim. Für die vielfältigen Belange von Firmenkunden stehen die entsprechenden Spezialisten und Netzwerke zur Verfügung. Sie entwickeln Angebote, die, so Schneider weiter, weit über das klassische Kreditgeschäft hinausgehen. »Wir als Sparkasse werden den gesteigerten Ansprüchen unserer Kunden nur gerecht, wenn wir für jeden Bedarf die passenden Produkte und Dienstleistungen – sprich al-

les aus einer Hand – bereitstellen«, so Heribert Schwarz. Für die drei Sparkassen im Allgäu ist die Qualität in der Beratung unerlässlich, da sie sich – wie die gesamte Bankenlandschaft – einem steigenden Wettbewerb stellen müssen. Flankiert wird diese Entwicklung durch ständig steigende gesetzliche Vorgaben. Kreditentscheidungen sind nun deutlich komplexer als noch vor zehn Jahren und erfordern mehr Vorarbeit. »Unser Ziel als Sparkasse bleibt aber, unsere Marktposition weiter zu auszubauen. Wir sind der Partner und zuverlässiger Wegbegleiter für die Firmenkunden in der Region. Wie bei jedem anderen Unternehmen müssen aber auch bei uns natürlich Ertrag und Risiko im Einklang sein«, erklärt Schneider. Die Antwort der drei Allgäuer Sparkassen auf diese Einflussfaktoren liegt in einem neuen Beratungsansatz, der für Unternehmen und Sparkasse Mehrwert schafft: mit dem »Sparkassen-Finanzkonzept« gewährleisten sie eine ganzheitliche und individuelle Betreuung.

»Wir werden den gesteigerten Ansprüchen unserer Kunden nur gerecht, wenn wir für jeden Bedarf die passenden Produkte und Dienstleistungen – sprich alles aus einer Hand – bereitstellen.« Heribert Schwarz (Sparkasse Allgäu)

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 157


Die Abteilungsdirektoren der Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim: Claus Schneider (Firmenkundenbetreuung Memmingen), Nicolaus Mayer (Firmenkundenbetreuung Mindelheim) und Axel Schnell (stv. Mitglied des Vorstands; Firmenkundenbetreuung Lindau; v.li).

»Im Rahmen des Sparkassen-Finanzkonzepts ergründen Berater die Bedürfnisse ihrer Kunden aus verschiedenen Blickwinkeln.« Claus Schneider (Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim)

158 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

Sparkassen-Finanzkonzept vielschichtiger Blick aufs Unternehmen Im Rahmen des Sparkassen-Finanzkonzepts ergründen Berater die Bedürfnisse ihrer Kunden aus verschiedenen Blickwinkeln. Je nach Unternehmen werden in einem ersten Grundsatzgespräch die betriebswirtschaftliche Situation und generelle Kundenziele erfasst. So entsteht das Fundament für ein langfristiges Gesamtkonzept. »Wir stellen fest, dass wir mit diesem Vorgehen voll im Interesse der Kunden handeln. Denn mittelständische Unternehmer sind weniger an einzelnen Geschäften als an einer gut ausgefeilten Gesamtlösung interessiert«, sagt Claus Schneider. Auch bei den anderen beiden Sparkassen steht die ganzheitliche Beratung im Vordergrund. Es gelte zunächst, sowohl die Belange des Unternehmens als auch jene des Unternehmers als Person vollständig zu erfassen. Darauf aufbauend werden zielorientiert verschiedene Bedarfsfelder angegangen. Es folgen Detailanalysen und maßgefertigte Empfehlungen. »Liquidität und Finanzierung sind bei jedem unserer Kunden Basisthemen. Fast genauso häufig kommt die Versicherung gegen Risiken zur Sprache.« Aber auch wer Fragen zum online-basierten Zahlungsverkehr, zur betrieblichen Altersvorsorge oder zum internationalen Geschäft hat, finde bei den Allgäuer Sparkassen gut gerüstete Ansprechpartner. Im gleichnamigen Bereich »Internationales Geschäft« ver-

zeichnen die renommierten Spezialisten der Sparkassen hohe Marktanteile in ihren Geschäftsgebieten. Als Alternative zur klassischen Finanzierung beraten die Spezialisten zum ema Leasing. Besonders Investitionsgüter wie Fahrzeuge oder andere Maschinen könnten dadurch mit einer günstigen Kosten-Nutzen-Relation finanziert werden. Ein weiterer Fachbereich im Angebot der Firmenkundenbetreuung ist das Geschäftsfeld Corporate Finance. Aufgaben in diesem Feld sind zum Beispiel die Optimierung der Finanzierungsstruktur durch das zum klassischen Kredit alternative Mezzanine Kapital oder das Factoring. Die aktive Begleitung von Unternehmensnachfolge und –übernahme in Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern runden das komplexe Dienstleistungsangebot der Allgäuer Sparkassen ab. Unternehmen wie Berater würden von diesem Ansatz der Kundenbetreuung profitieren. Die umfassende Leistungspalette, die der Kunde zunächst vielleicht gar nicht wahrnehme, komme bedarfsgerecht zum Einsatz. Für den permanenten Überblick und eine effiziente Handhabung sorge das entsprechende IT-System aller Sparkassen im Allgäu: speziell für Firmenkunden konzipiert, verbindet es alle Informationen. Und die Berater können sich im persönlichen Gespräch konsequent an den Kundenbedürfnissen orientieren. »Durch diese Methode kann die Kreis- und Stadtsparkasse Kauf-


»Alles in allem sind die Sparkassen im Allgäu schon seit jeher auf eine nachhaltige und umfassende Betreuung der heimischen Wirtschaft ausgerichtet.« Hubert Weikmann (Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren)

Manfred Jedelhauser (Firmenkundenbetreuer und stellv. Vertriebsleiter) und Hubert Weikmann (Vertriebsleiter Firmenkunden und stellv. Vorstandsmitglied) in Kaufbeuren (v.li.).

beuren sprichwörtlich‚ ›auf Augenhöhe‹ mit Kunden die Zukunft gestalten«, so Hubert Weikmann. Alles in allem sind die Sparkassen im Allgäu schon seit jeher auf eine nachhaltige und umfassende Betreuung der heimischen Wirtschaft ausgerichtet. »Wir statten diese Tradition mit der in den wandelnden Zeiten erforderlichen Dynamik und Effizienz aus«,

so Heribert Schwarz von der Sparkasse Allgäu. Die Sparkassen Allgäu, Kaufbeuren und Memmingen-Lindau-Mindelheim sind schließlich mit ihren heimischen Unternehmen groß geworden und werden daher ihren Auftrag zur nachhaltigen Förderung der Region auch weiterhin leben. Ganz nach dem Motto: »Gut für die Region«.

Eckdaten

xl

Sparkasse Allgäu Sparkasse Allgäu Bilanzsumme: 4077 Mio Euro Ausleihungen an Unternehmen und Selbstständige: 1465 Mio Euro Beraterinnen und Berater im Firmenkundengeschäft: 60

Heribert Schwarz Königstraße 21 87435 Kempten Telefon (0831) 2051-0

Sparkasse Kaufbeuren Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren Bilanzsumme: 1297 Mio Euro Ausleihungen an Unternehmen und Selbstständige: 563 Mio Euro Beraterinnen und Berater im Firmenkundengeschäft: 14

Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim Bilanzsumme: 3805 Mio Euro Ausleihungen an Unternehmen und Selbstständige: 1066 Mio Euro Beraterinnen und Berater im Firmenkundengeschäft: 46

Hubert Weikmann Ludwigstraße 26 87600 Kaufbeuren Telefon (08341) 808-0

Sparkasse MemmingenLindau-Mindelheim Claus Schneider St.-Josefs-Kirchplatz 6– 8 87700 Memmingen Telefon (08331) 609-620 3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 159


Seitz feiert

10 Jahre Volkswagen Zentrum und Audi Zentrum in Kempten Am 2. April feierten an einem festlichen Abend alle Mitarbeiter der Seitz-Gruppe den 10. Geburtstag des Volkswagen Zentrum und des Audi Zentrum Kempten. ancher der Seitz-Mitarbeiter wird sich an diesem Abend erinnert haben, als vor zehn Jahren am 26./27. Januar 2001 in Kempten das Volkswagen Zentrum an der Heisinger Straße eröffnet wurde und nur zwei Monate später am 29. März 2001 das Audi Zentrum an der Calgeer Straße. Mit Blick auf das hohe Investitionsvolumen für beide Zentren war der Start natürlich geprägt von großen Erwartungen. Haben sie sich bis heute erfüllt? »Mit einem Wort: Ja! Beide Betriebe sind allgäuweit längst als Kompetenz-Zentren etabliert und für das Engagement ihrer Mitarbeiter bekannt«, freut sich Geschäftsführer Jörg Seitz.

M

Mittelpunkt bei Seitz ist der Kunde Das Volkswagen Zentrum Kempten habe sich seinerzeit als modernste Werkstatt der

Welt bezeichnen können, so Seitz weiter. Denn Direktannahme, Werkstatt und kaufmännischer Bereich waren EDV-technisch vollständig vernetzt. »100 % Arbeitsqualität und eine Nullfehlerquote«, hießen damals die ehrgeizigen Ziele, an denen sich bis heute nichts geändert habe. Federführend sei das Volkswagen Zentrum im Übrigen auch mit seinem Diagnose-Center für alle Volkswagen Partnerbetriebe im Umkreis von 80 Kilometern, wenn es um außergewöhnliche Fehlersuche und Reparaturen geht. Das alles schaffe auch das notwendige Vertrauen auf der Suche nach einem Neu- und Gebrauchtwagen in angenehmer Atmosphäre. Die besondere Kundenzufriedenheit mit Bestwerten bei »Freundlichkeit«, »Arbeitsqualität« und »Preis-Leistungsverhältnis« ist daher im vergangenen Jahr auch

Die beiden Geschäftsführer Jörg Seitz (li.) und Bernd Czolkos.

im »5. Kemptener Kundenspiegel« bestätigt worden: Seitz war Branchensieger. Aber starke Marken brauchen verständlicherweise auch starke Partner. Audi und Seitz ergänzen sich deshalb auf ideale Weise. Gilt für Audi uneingeschränkt der Slogan »Vorsprung der Technik«, ließe sich für das Audi Zentrum Kempten variieren: »Vorsprung durch Leistung«. Bester Beweis ist das von Audi, bereits zum dritten Mal, verliehene Prädikat »Audi Top Service Partner«. Mit dieser Auszeichnung wird neben der fachlichen Kompetenz und technischen Ausstattung auch das Ambiente und die Freundlichkeit der Mitarbeiter bewertet. (xl)

Seitz Autohandels-GmbH + Co. KG www.autohaus-seitz.de

160 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


ITler mal anders

Mit Herz und (Sach) Verstand Mal Hand aufs Herz. Wie stellen Sie sich einen IT-Spezialisten vor? Wahrscheinlich genauso wie ich. Eine introvertierte, blasse Person mit zerzausten Haaren, Brille, kariertes Hemd und beigefarbener Hose. Sofern sich ein Gespräch nicht um Bits und Bytes dreht, sind die meisten Experten wenig redselig. So gesehen nicht gerade die besten Voraussetzungen für ein Interview.

ber sind denn wirklich alle IT-Experten so? Nicht alle. Davon konnte ich mich schließlich selbst überzeugen. Für ein Interview rund um das ema integrierte IT-Lösungen traf ich Holger Neuner und Stefan Peters. Beide sind langjährige Freunde und gleichzeitig Geschäftsführer von talindo, die Agentur für Internetlösungen und Intranetsysteme in Weitnau. Zwei sympathische Unternehmer, die nicht ausschließlich im Fachjargon sprechen. Kurzum: Unser Gespräch gestaltete sich ziemlich unterhaltsam.

A

Firmenphilosophie Die Kommunikation ist den beiden leidenschaftlichen IT-lern besonders wichtig. Die Philosophie des Unternehmens basiert deshalb auf Beratung, Dienstleistung, Offenheit und Ehrlichkeit. Die Zwei wollen von ihren Kunden verstanden werden und mit ihnen die gleiche Sprache sprechen. »Wenn das gelingt, kann sich der Kunde wohlfühlen – erst dann ist die Zusammenarbeit produktiv. Das gilt natürlich immer für beide Seiten«, sagt Stefan Peters, der sich hauptsächlich um die Beratung und die Umsetzung küm3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 161


die Akzeptanz dieser Kommunikationswege ist die Kernherausforderung eines guten Intranetsystems«, weiß Holger Neuer. Wichtige Komponenten dabei sind die Aufgabenverwaltung, die Terminverwaltung, das Dokumentenmanagement, die Bündelung von Wissen oder das zur Verfügung stellen von Elearning-Systemen. Ein zentraler Ansatz, sozusagen das Credo von talindo, ist dabei die Beratung und die Analyse. »Völlig offen und unbedarft vom eigentlichen Produkt, durchleuchten wir gemeinsam die gewünschten Abläufe«, so die Unternehmer. Dabei ist es Neuner und Peters besonders wichtig, dass die Mitarbeiter mitgenommen werden. Im Klartext heißt dies: »Wir nehmen die Bedürfnisse der Mitarbeiter auf und stimmen diese dann mit der Geschäftsleitung ab. Das Ergebnis ist dann eine praxisnahe Lösung, die in der Komplexität nicht erschreckt, sondern Mitarbeiterfreuden erweckt«, so Peters. Internetlösungen Was noch vor zwei oder drei Jahren keiner gedacht hätte, ist schon lange eingetreten. Die Bedeutung der sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter & Co. ist enorm gestiegen und eigentlich ist Marketing im weitesten Sinne ohne diese Komponenten schon gar nicht mehr denkbar, weiß Holger Neuner. Das Unternehmen nimmt auch am Web 2.0 teil.

»Was bringt es dem Kunden schließlich den besten Fachmann zu haben, wenn er ihn vor lauter Fremdwörtern nicht versteht.« Stefan Peters.

mert. Nach diesem Prinzip arbeitet auch Holger Neuner. Der zweite Geschäftsführer übernimmt vorwiegend die Konzeption, Projektleitung und Produktion. Seit fünf Jahren arbeiten die beiden IT-Experten zusammen. Gemeinsam entwickeln sie mit ihrem Team professionelle Lösungen für ihre Kunden. Intranetsysteme Neuner und Peters sind sich dessen bewusst, dass in vielen Bereichen eines Unternehmens die Wissensvermittlung, die Kommunikation zwischen den Menschen und das Management von Informationen eine immer wichtigere Rolle spielt. »Das richtige Verteilen von Informationen und vor allem

162 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

Marketinggedanken und technisches Know-how Beides vereint sich bei talindo unter einem Dach. Das Untenehmen bringt aus der täglichen Arbeit als Webworker die technischen Kenntnisse und den notwendigen Fachverstand für einen guten Auftritt in sozialen Netzwerken mit. »Zusammen mit unserem Designer erstellen wir für den Kunden entsprechende Inhalte direkt in den sozialen Netzwerken oder sorgen dafür, dass die Webseiten-Inhalte dorthin verlinkt werden können«, erklärt Holger Neuner. eCommerce und Onlineshops Auch das Segment des Onlinehandels kann talindo bedienen. Ob es nun Onlineshops, Kaufplattformen, Versteigerungen oder ähnliches ist – Die IT-Experten Neuner und Peters kennen sich in der Welt des so genannten eCommerce bestens aus. Dabei ist aber nicht nur fundiertes Fachwissen unerlässlich. Für die beiden Computerspezialisten hat vor allem Menschenverstand, Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen oberste Priorität. »Was bringt es dem Kunden schließlich den besten Fachmann


zu haben, wenn er ihn vor lauter Fremdwörtern nicht versteht«, schmunzelt Peters. Firmenprozesse maßgeschneidert abbilden In ausführlichen Beratungsgesprächen findet das Team von talindo heraus, was sich der Kunde wünscht und wie er sein Produkt sieht. In einer Art Workshop erarbeiten Neuner und Peters akribisch ein ganz individuelles, maßgeschneidertes Lösungskonzept. Darin werden die Mitarbeiter und deren Abläufe berücksichtigt. Neben dem fachkundigen IT-Wissen bringt die Agentur vielseitige Projekterfahrung und Freude mit ein. »Einen nachhaltigen Projekterfolg erreichen wir erst, wenn unsere Lösungen für den Kunden nachvollziehbar sind. Der Kunde entscheidet schließlich selbst über unseren Lösungsansatz.« Es ist eine simple Firmenphilosophie, aber auch gleichzeitig das Erfolgsrezept von talindo. Darin sind sich beide Geschäftsführer einig. Auch sonst haben sich Holger Neuner und Stefan Peters sehr gut aufgestellt. Hinter ihnen steht ein ausgebildetes Team von Programmierer und Grafiker. Wenn der eine oder andere

»Wir reduzieren die Komplexität unserer Arbeit auf ein einfaches Maß, um das Projekt für unseren Kunden transparent und vor allem verständlich zu machen.« Holger Neuner

Auftrag zusätzliche Manpower erfordert, kann die Agentur jederzeit auch auf ein externes, gut geknüpftes Partnernetzwerk zurückgreifen. Referenzen Die Arbeit der Agentur kann sich wahrlich sehen lassen; wie auch die Referenzen zahlreicher Projekte. Für das Amt für Brand und Katastrophenschutz Kempten haben Holger Neuner und Stefan Peters gemeinsam mit ihrem Programmierer Heiko Harmes und einem weiteren Grafiker an einem Internetauftritt gearbeitet. »Pünktlich zur Inbetriebnahme der ILS Allgäu haben wir die mit CONTAO produzierte Seite für das World Wide Web fertig gestellt«, sagt Holger Neuner.

Stadt Kempten

Die Integrierte Leitstelle Allgäu … … nutzt das von talindo entwickelte Intranetsystem auf Basis Sharepoint nun seit der Inbetriebnahme der ILS Allgäu. »Die zentrale Funktion des Intranets ist die Bereitstellung von Informationen in vielfältiger Form. Das Marco Arhelger vereinfacht uns die alltäglichen Arbeitsabläufe enorm,« sagt Marco Arhelger Leiter der ILS Allgäu der Stadt Kempten. Dem Disponenten am Einsatzleitplatz können über das Intranet nach Priorität sortiert, wichtige, tagesaktuelle Informationen geliefert werden. Weiter können über das Intranet Arbeitsprossesse innerhalb der ILS dargestellt und abgearbeitet werden. Dies umfasst technische Störungen, Dienstplanänderungen, oder die Urlaubsplanung. Einen unschätzbaren Vorteil sieht Marco Arhelger vor allem nun im Zusammenhang mit dem ema »Teamaufgaben«. »Viele Aufgaben, vor allem in unserer Leitstelle, werden nicht mehr nur von Einzelpersonen, sondern von Mitarbeiterteams wahrgenommen. In den verschiedenen Aufgabenbereichen hat jedes Teammitglied die Möglichkeit, den Status der einzelnen Arbeiten zu sehen. Weiterhin können Dokumente im Intranet bereitgestellt werden. Sowohl intern als auch extern kann man auf unser neues und bewährtes System zugreifen, erklärt Arhelger das Prinzip und sagt weiter: » Die Umstellung auf das Intranet ILS Allgäu entwickelt sich ständig weiter und wird auch in Zukunft weitere Verbesserungen nach sich ziehen.«

Auch für die Rechtsanwälte PF & P Ulm haben Neuner und Peters zuletzt ein maßgeschneidertes Elearning-System zum ema Kartellrecht entwickelt. Aber nicht nur Firmen und Geschäftsleute aus der Region zählen zu den zahlreichen Kunden der Agentur. Talindo ist vor allem weit über die Grenzen des Allgäus hinaus tätig. Für das Deutsche Rote Kreuz in Mainz entwickelten die Spezialisten eine Online-Ressourcenplanung. »Wie man vielleicht merkt, macht es uns große Freude uns auch im sozialen Dienstleistungsbereich zu engagieren«, bemerkt Peters. Mitunter geht es bei talindo auch schon mal recht Prominent her. Die Agentur hat für die Website der Kids Foundation, eine Stiftung des zukünftigen Bayern-Torhüters Manuel Neuer, einen ganz besonderen Beitrag geleistet. Um das Website-Angebot der Stiftung abzurunden, fehlte bisher immer die Möglichkeit, über diverse Bezahlvarianten eine Spende direkt an die Stiftung zu tätigen. »Wir stifteten eine so genannte VR-Pay Schnittstelle für die Manuel Neuer Kids Foundation. Die haben wir im Redaktionssystem Contao entwickelt«, erklärt Peters. So können Spenden direkt über Kreditkarten, Lastschrifteinzug oder per GiroPay sicher und online tätig werden. »Der kostenlose Einbau war eine Spende, um zum weiteren Erfolg der Stiftung beizutragen.« Die Geschäftsführer von Talindo sind sehr stolz darauf, die Stiftung mit dem zu unterstützen, von dem sie am meisten besitzen. Eben mit ihrem IT-Wissen. Sina Weiß

talindo GmbH Helingerstraße 10 87480 Weitnau Telefon (08378) 96040-60 Telefax (08378) 96040-99 info@talindo.de www.talindo.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 163


Sportsponsoring BILD: SCHINDLER

als Marketinginstrument

Ganz gleich ob Einzelkämpfer oder Mannschaftsport – ohne finanzielle Unterstützung ist selbst für die begabtesten Athleten der Weg nach oben beinahe unmöglich. Sponsoring ist im Sport nicht mehr wegzudenken, da ohne die finanzielle Unterstützung viele Veranstaltungen und Wettkämpfe gar nicht stattfinden könnten, oder Sportler gar keinen Zugang zu Ausrüstung, Trainingsmöglichkeiten und Know-how hätten.

och Sponsoring – egal ob für Kunst und Kultur, Sport oder für soziale Projekte – ist deutlich mehr als nur eine Finanzspritze für die Projekte, sondern dient den geldgebenden Unternehmen als nützliches Marketinginstrument und ist mit einer ökonomischen Nutzenerwartung gekoppelt. In das bestehende Marketingkonzept eines Unternehmens eingebettet, unterstützt Sponsoring die Öffentlichkeitsarbeit und ermöglicht die Zielgruppenansprache in einer nicht-kommerziellen Situation. Dabei wird das Image des gesponserten Projektes genutzt und auf den Sponsor bzw. seine Produkte und Marken transferiert und trägt damit zur Steigerung des Bekanntheitsgra-

D

164 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

des bei. Die Medienreichweite, die das gesponserte Projekt hat, ist dabei von großer Bedeutung für das Unternehmen. Ziel ist schließlich, auf sich aufmerksam zu machen und aktive Verkaufsförderung zu betreiben. Im Vergleich zu herkömmlichen Werbemaßnahmen wird über die Medienwirksamkeit der gesponserten Person oder Mannschaft im Vergleich zu klassischen Werbemaßnahmen häufig eine höhere Reichweite bei vergleichbarer Investition erzielt. Geförderte Sportler gehen somit häufig auch langfristige Geschäftsbeziehungen mit Sponsoren ein, wodurch für beide Parteien attraktive Win-Win-Situationen erzielt werden. ora Engstler


BILD: MAUL

Mit Talent und Sponsoring in den Rennsport

Andreas Holzer (25) aus Bad Hindelang ist im Frühjahr 2011 in den Austria Formel 3 Cup eingestiegen und fährt in seiner ersten Saison für den Rennstall Franz Wöss Racing aus Österreich. Im Interview mit dem Allgäuer Wirtschaftsmagazin berichtet er über seine Erfahrungen beim Einstieg in den Rennsport. Allgäuer Wirtschaftsmagazin (AWM): Im Allgäu sind die Möglichkeiten in den Rennsport einzusteigen eher gering. Wie sind Sie also zu Ihrem außergewöhnlichen Sport gekommen? Andreas Holzer: Ich habe früh mit dem Kartsport angefangen, den ich jahrelang erfolgreich ausgeübt habe. Über eine Sichtung des bekannten Rennteams von Franz Engstler bekam ich 2006 die Chance dort ins Junior-Team aufgenommen zu werden. AWM: Wie gelang Ihnen schließlich der Schritt in die Formel 3, die für viele Fahrer im Rennsport als wichtiger Meilenstein in der Sportkarriere gilt? Holzer: Anfang des Jahres hatte ich die Gelegenheit mit dem Rennstall Franz Wöss Racing in Kontakt zu treten. Franz Wöss ist unter anderem der Mitorganisator des Austria Formel 3 Cups und gab mir die Chance, als Pilot seines Rennstalls mein Talent unter Beweis zu stellen. AWM: Welche sportlichen Ziele verfolgen Sie nach Ihrem gelungenen Einstand? Holzer: Es ist meine erste Saison, die ich zunächst als wichtige Lernphase nutzen möchte. Ich bin mir dessen bewusst, dass ich einen Sport ausüben darf, wozu nicht viele die Chance bekommen. Früher oder später einmal um den Titel des Deutschen ATS Cup zu fahren, ist aber auf jeden Fall ein großes Ziel, das ich vor Augen habe. Aber häufig ist

nicht nur das Talent, sondern auch der finanzielle Hintergrund maßgeblich für den sportlichen Erfolg. AWM: Welche Bedeutung hat aus Ihrer Sicht das Thema Sponsoring? Holzer: Gerade der Motorsport ist sehr kostenintensiv, denn nicht nur Startgelder und Equipment kosten sehr viel Geld, sondern auch Verschleißteile wie Reifen und Bremsen müssen immer in einem sehr guten Zustand sein. Ein größerer Schaden am Fahrzeug kann unter Umständen ganz schnell das Aus für einen Piloten bedeuten, bringt er das Geld für die Reparatur nicht mehr auf. Ohne Sponsoren ist der Rennsport also undenkbar.

»Häufig ist nicht nur das Talent, sondern auch der finanzielle Hintergrund maßgeblich für den sportlichen Erfolg.«

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 165


Sie möchten sich präsentieren?

Auch oder Ihr Unternehmen/Ihre Firma im Allgäuer Wirtschaftsmagazin

Wir bieten Ihnen den Service einer R qualifizierten Redaktion: Das heißt individuelle Berichterstattung über Ihre Fima/Ihr Unternehmen. R Bei uns gibt es keine Berichte »von der Stange«, ein Mitglied unseres Redaktionsteams besucht Sie und begleitet Sie während des Auftrags. R Viel Zeit nehmen wir uns zudem für ein ansprechendes Layout (Grafik). R Die Endabstimmung erfolgt natürlich in Absprache mit Ihnen vor der Drucklegung. R Wir garantieren zudem die Verteilung von 10000 Magazinen im württembergischen und bayerischen Allgäu. R Alle Hefte werden im Übrigen personifiziert zugestellt – namentlich und direkt an die Entscheidungsträger aller Firmen. R Zusätzlich wird unser Heft auch über den Einzelhandel verkauft (u.a. 83 Feneberg-Filialen im Verbreitungsgebiet).

Haben wir Ihr Interesse geweckt?

Allgäuer Wirtschaftsmagazin

Rufen Sie uns unverbindlich an, wir beraten Sie gerne! Ansprechpartner:Thomas Tänzel Telefon (0831) 960151-10, taenzel@tt-verlag.de Unsere nächste Ausgabe erscheint am 24. August 2011, Redaktionsschluss ist am 1. August 2011.

166 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


BILD: ANGELE & KOLLEGEN

Tipps von den Profis

Neue Kanzlei-Qualifikation: zertifizierte Testamentsvollstreckung

Testament in Verbindung mit Testamentsvollstreckung Ohne Testament oder Erbvertag erfolgt die Bestimmung der Erben per Gesetz (die sogenannte gesetzliche Erbfolge). Danach erben nur der Ehepartner und/oder die Verwandten. Besonders kompliziert wird es, wenn minderjährige Kinder erben. Gibt es keine Erben, fällt der Nachlass dem Staat zu.

Wozu ein Testament? Eine vom Gesetz abweichende Regelung oder Verteilung ist nur mit Errichtung eines Testaments oder durch Abschluss eines Erbvertrages möglich. In Deutschland haben • 77% kein Testament • 20% ein mangelhaftes Testament • 3% ein korrektes Testament. Ein Testament hilft bei • Vermeidung von Streit • Vermeidung von Vermögensverlusten • Vermeidung von Steuerlasten • Gerechter Verteilung • Unternehmensnachfolge • Vermeidung von Miterbenproblemen Ohne Testament ist keine Testamentsvollstreckung möglich. Wer sollte eine Testamentsvollstreckung anordnen? • Jeder, der minderjährige, bzw. geschäftlich unerfahrene Erben hat • Jeder, der Streit in der Familie vermeiden möchte • Lebensgemeinschaften mit nichtehelichen Kindern • Versorger von Behinderten • Unternehmer, wenn der Betrieb längere Zeit als Einheit zusammengehalten werden soll

• Der im Testament Bedachte ist verschuldet und Zugriffen von Gläubigern ausgesetzt • Immobilienbesitzer • Inhaber komplexer Vermögenswerte • Wenn das Testament Auflagen und Bedingungen enthält, die zu überwachen sind. Was sind die Aufgaben des Testamentsvollstreckers? • Er führt die letztwilligen Verfügungen des Erblassers/Verstorbenen aus und rfüllt angeordnete Vermächtnisse und Auflagen • Er reguliert die Nachlassverbindlichkeiten und geht evtl. Verbindlichkeiten zur ordnungsgemäßen Verwaltung des Nachlasses ein • Er führt die Auseinandersetzung zwischen den Erben und die Aufteilung des Nachlasses durch • Er reicht die Erbschaftsteuererklärung ein und führt die Erbschaftsteuer ab. • Als Dauertestamentsvollstrecker verwaltet er den Nachlass, etwa bei der Verwaltung des Vermögens für minderjährige oder überschuldete Erben. Richtig verstandene Testamentsvollstreckung bedeutet: • Eine Schutzfunktion für überlebende Angehörige

• Langfristiger Schutz des Nachlasses vor Vermögensverfall oder Fehlanlagen • Vereinfachung und Sicherstellung der Nachlassabwicklung • Schutz des Vermögens vor dem ungewollten Zugriff Dritter (z.B. Eigengläubiger der Erben, Sozialamt, Insolvenzverwalter) • Erfüllung karitativer Zwecke (z.B. Stiftungsgründung) • Schutz des Unternehmens

Kurz zusammengefassst:

Der Wille des Erblassers entscheidet!

Angele & Kollegen Steuerberatungsgesellschaft GmbH & Co. KG Irsinger Straße 3 86842 Türkheim Telefon (08245) 9602-0 www.angele-kollegen.de kanzlei@angele-kollegen.de

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 167


Der Kunde zahlt nicht – was tun? Gegeben sei folgender Fall: Ein Unternehmen hat seine Leistung erbracht, beispielsweise die Ware geliefert, eine Werkleistung erbracht, eine Beratung abgeschlossen. Das Unternehmen stellt dem Kunden eine Rechnung, aber dieser zahlt nicht. Was soll man tun?

Die einen versuchen es mit Telefongesprächen, die anderen mit ein- oder mehreren Mahnungen, die Dritten schalten Inkassobüros ein, wiederum andere leiten selbstständig ein gerichtliches Mahnverfahren ein oder wenden sich an einen Rechtsanwalt. Zahlt der Kunde aufgrund der eingeleiteten Maßnahmen nicht freiwillig, wird das Unternehmen letztlich vor der Frage stehen, ob es nicht zur Durchsetzung seiner Forderung gerichtliche Schritte einleitet. Natürlich macht dies nur Sinn, wenn der Kunde potentiell zahlungsfähig ist. Zahlt der Kunde nicht, weil er erkennbar zahlungsunfähig ist, hängt das weitere Vorgehen des Unternehmens davon ab, ob der Kunde schon insolvent im Sinne der Insolvenzordnung ist oder nicht. Bei einer solchen Sachlage geht es dann meistens nur noch um Schadensbegrenzung. Davon aber unabhängig durchläuft die Forderung des Unternehmens auf Zahlung des Kunden bis zur Einleitung gerichtlicher Schritte verschiedene rechtliche Stadien. Der nachfolgende Beitrag will diese Stadien nachzeichnen.

1. Die Zahlungspflicht des Kunden können handfeste Probleme auftreten. Der Gem. § 241 BGB ist der Gläubiger kraft eines häufigste Fall dürfte sein, dass der Kunde seiSchuldverhältnisses berechtigt, vom Schuldne Nichtzahlung damit begründet, dass das ner eine Leistung zu fordern. Jedoch kann Unternehmen seine Leistung nicht ordder Gläubiger die Leistung nicht zu jedem nungsgemäß erbracht hat. Dies kann z.B. Zeitpunkt verlangen. Vielmehr muss die sein, dass die Leistung nicht vollständig erLeistung fällig sein. Bei unserem Ausgangsbracht wurde. Ein nicht ordnungsgemäß erfall geht es um die Zahlungspflicht des Kunfüllter Vertrag liegt aber auch vor, wenn die den. Die Zahlung eines Kunden ist zur LeisLeistung des Unternehmens mangelhaft war. tung fällig, wenn der Unternehmer die ZahDies sind die Fälle, in denen der Kunde Gelung verlangen kann. Ab wann der Unterwährleistungsrechte geltend macht. Nach nehmer die Zaheinem Urteil des BGH lung verlangen vom 18. Januar 1991, kann, hängt vom Ein nicht ordnungsgemäß erfüllter (Az.: V ZR 11/90) steht Vertrag liegt auch vor, wenn die Leistung einem Kunden bei AnInhalt des abgeschlossenen Ver- des Unternehmens mangelhaft war. sprüchen aus Gewährtrages ab. In aller leistungsrecht ein ZuRegel werden gerückbehaltungsrecht genseitige Verträge, z.B. Kaufverträge, Werkzu. Und solange dem Kunden ein wirksames verträge, Werklieferungsverträge, MaklerZurückbehaltungsrecht zusteht, ist die Forverträge etc., abgeschlossen. In der Praxis derung nicht fällig. Dieses Zurückbehalsind das Verträge dergestalt, dass ein Untertungsrecht muss der Kunde allerdings auch geltend machen. Nur unter dieser Vorausnehmen irgendeine Leistung erbringt und setzung kann ein Unternehmen vorab überder Kunde dafür zahlt. Dabei leistet sehr häufig das Unternehmen ganz oder teilweise vor. haupt beurteilen, ob einem Kunden ein ZuEine Zahlungspflicht des Kunden kommt rückbehaltungsrecht zusteht. Macht hingehier frühestens in Frage, wenn das Untergen ein Kunde vorgerichtlich keine Einwendungen geltend, zahlt aber auch nicht, dann nehmen seinerseits die Leistung vertragsbleibt dem Unternehmen nichts anderes übmäßig erbracht hat. Schon an diesem Punkt rig, als seinen Zahlungsanspruch weiter zu verfolgen. Dies geschieht dadurch, dass es den Kunden in Zahlungsverzug setzt. 2. Eintritt des Zahlungsverzugs Steht einem Kunden kein Leistungsverweigerungsrecht zu, müsste er also zahlen, gerät er in aller Regel nicht schon allein dadurch in Verzug, weil er nicht zahlt. Dies ergibt sich aus § 286 Abs. 1 BGB. Darin heißt es wie folgt:

168 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


Gerichtsverfahren zahlt. Des weiteren muss man bei der Einleitung gerichtlicher Schritte die Gerichtskosten vorstrecken. Das Verschicken eines Mahnschreibens ist in diesem Stadium allemal billiger.

»Leistet der Schuldner auf eine Mahnung des Gläubigers nicht, die nach dem Eintritt der Fälligkeit erfolgt, so kommt er durch die Mahnung in Verzug.« Das heißt, der Kunde kommt nicht durch seine Nichtzahlung sondern erst durch die Mahnung des Gläubigers in Verzug. Unter einer Mahnung versteht man die an einen Schuldner gerichtete Aufforderung des Gläubigers, die geschuldete Leistung zu erbringen. Die Mahnung muss allerdings nach der Fälligkeit der Forderung erfolgen. Vorher ist sie wirkungslos (so BGH im Urteil vom 29. April 1992, Az.: XII ZR 105/91). Für eine Mahnung sind keine besonderen Formalien einzuhalten. Nach einem Urteil des BGH vom 25. Oktober 2007 (Az.: III ZR 91/07) muss eine verzugsbegründende Mahnung nur unzweideutig zum Ausdruck bringen, dass die geschuldete Leistung verlangt wird. Hingegen muss auf die Rechtsfolgen des Verzugs nicht hingewiesen werden. Es muss nicht einmal ein Zahlungsdatum gesetzt werden. Schreibt also ein Unternehmen zeitlich nach Zusendung einer Rechnung, dass der Kunde wohl übersehen habe, die Rechnung zu begleichen, und man ihn nun nochmals auffordere zu zahlen, handelt es sich hierbei um eine Mahnung, die den Verzug auslöst. Ab dem Zugang der Mahnung befindet sich der Kunde in Verzug. Erst ab diesem Zeitpunkt gelten die Verzugsfolgen. Dies sind, worauf noch später genauer eingegangen wird, der Anfall von Verzugszinsen sowie die Verpflichtung zum Schadensersatz. Eine Besonderheit regelt § 286 Abs. 1 S. 2 BGB. Danach stehen der Mahnung die Erhebung der Klage auf Leistung sowie die Zustellung eines Mahnbescheids im Mahnverfahren gleich. Das heißt, man könnte als Unternehmen bei Nichtzahlung des Kunden trotz Fälligkeit gleich Klage auf Zahlung erheben. Man würde sich die Mahnung sparen und wäre gleich im gerichtlichen Verfahren. In der Praxis wird dieser Weg, obwohl er schneller zum Gericht führt als wenn man erst mahnt, eher selten beschritten. Dies dürfte zum einen an der Psychologie und zum anderen an den Kosten liegen. Im Zeitpunkt der Mahnung hofft man ja als Unternehmen noch, dass der Kunde auch ohne

3. Verzug ohne Mahnung Das BGB regelt aber auch Fälle, in denen der Verzug ohne Zugang einer Mahnung eintritt. Geregelt ist dies in § 286 Abs. 2 BGB. Darin heißt es wie folgt: »Der Mahnung bedarf es nicht, wenn • für die Leistung eine Zeit nach dem Kalender bestimmt ist. • der Leistung ein Ereignis vorauszugehen hat und eine angemessene Zeit für die Leistung in der Weise bestimmt ist, dass sie von dem Ereignis an nach dem Kalender berechnen lässt. • der Schuldner die Leistung ernsthaft und endgültig verweigert. • aus besonderen Gründen unter Abwägung der beiderseitigen Interessen der sofortige Eintritt des Verzugs gerechtfertigt ist.« Hierbei war in der Vergangenheit insbesondere die Nummer 1 interessant. Aus der Bestimmung, dass es einer Mahnung nicht bedarf, wenn für die Leistung eine Zeit nach dem Kalender bestimmt ist, hat man in der Praxis nämlich den Schluss gezogen, es reicht schon aus, in der Rechnung ein festes Datum zu nennen. Man meinte, damit für die Leistung eine Zeit nach dem Kalender

Unternehmen habe seine Leistung nicht ordnungsgemäß erbracht, regelmäßig ernsthaft die Bezahlung der Rechnung ablehnen. Ist man hingegen auf Seiten des Unternehmens der Meinung, man habe sehr wohl die vertragliche Leistung erbracht, dann braucht man vor der Einleitung gerichtlicher Schritte den Kunden nicht noch zusätzlich in Verzug setzen. Dies wäre überflüssige Förmelei. 4. Der Verzugseintritt nach Rechnungszugang Eine besondere Form des Verzugseintritts regelt § 286 Abs. 3 BGB. Darin heißt es wie folgt: »Der Schuldner einer Entgeltforderung kommt spätestens in Verzug, wenn er nicht innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung oder gleichwertigen Zahlungsaufstellung leistet; dies gilt gegenüber einem Schuldner, der Verbraucher ist, nur, wenn auf diese Folgen in der Rechnung oder Zahlungsaufstellung besonders hingewiesen worden ist. Wenn der Zeitpunkt des Zugangs der Rechnung oder Zahlungsaufstellung unsicher ist, kommt der Schuldner, der nicht Verbraucher ist, spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Empfang der Gegenleistung in Verzug.«

Das heißt, geht dem Kunden eine Rechnung des Unternehmens zu, setzt dies eine 30-Tage-Frist in Lauf. Jedoch ist hierbei zu unterscheiden, ob der Kunde Verbraucher oder selber Unternehmer ist. Ist der Kunde Verbraucher, dann muss dem Kunden schon in der Rechnung mitgeteilt werden, dass er 30 TaIst man auf Seiten des Unternehmens der ge nach Fälligkeit und Zugang Meinung, man habe sehr wohl die vertragliche der Rechnung bzw. einer gleichLeistung erbracht, dann braucht man vor der wertigen Zahlungsaufstellung, Einleitung gerichtlicher Schritte den Kunden nicht in Verzug gerät. Welchen Inhalt noch zusätzlich in Verzug setzen. die Belehrung haben muss, ist zwar gerichtlich noch nicht entschieden worden. Das Gesetz bestimmt zu haben. Zahlt der Kunde bis zu spricht davon, dass auf die Folgen besonders diesem Datum nicht, ist er automatisch ohne hingewiesen werden muss. Gemeint ist Mahnung im Verzug. Der BGH ist dem nicht wohl, dass der Verbraucher auf die Folgen gefolgt. In seinem Urteil vom 25. Oktober des Zugangs der Rechnung hingewiesen 2007 (Az.: III ZR 91/07) sagt er ausdrücklich, wird. In diesem Fall reicht es, wenn ein Undass eine Mahnung nicht dadurch entbehrternehmen auf seinen Rechnungen verlich wird, dass auf der Rechnung für die Leismerkt, dass der Kunde, der Verbraucher ist, tung eine Zeit nach dem Kalender bestimmt spätestens 30 Tage nach Zugang der Rechist. Eine solche Bestimmung kann nämlich nung in Verzug gerät. Will man als Unternicht einseitig erfolgen. Vielmehr muss ihr nehmen auch die Folgen des Verzugs mitteiein Rechtsgeschäft zugrunde liegen. Das len, reicht es, wenn auf der Rechnung verheißt, die Leistungszeit muss von vornherein merkt ist, dass der Kunde mit Eintritt des im Vertrag ausdrücklich vereinbart sein. Verzugs verpflichtet ist, Verzugszinsen zu Ob die anderen Voraussetzungen des § zahlen und gegebenenfalls weiteren Scha286 Abs. 2 Nr. 2 – 4 BGB vorliegen, muss andensersatz. hand der Umstände des Einzelfalls beurteilt Ist hingegen der Kunde kein Verbrauwerden. So wird ein Kunde, der meint, das cher, dann braucht es keinen besonderen 3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 169


über dem Basiszinssatz geltend machen. Zusätzlich kann er weiteren Verzögerungsschaden nach § 280 BGB geltend machen, sofern der Unternehmer denn einen erlitten hat. Nach § 280 Abs. 1 BGB kann der Gläubiger Ersatz des entstandenen Schadens verlangen, soweit dieser dadurch entstanden ist, dass der Schuldner eine Pflicht aus dem Schuldverhältnis verletzt hat. Die PflichtverHinweis. Dann reicht allein der Zugang der letzung liegt in der schuldhaften VerursaRechnung. Nun schreibt sogar das Gesetz, chung eines Verzugs. Die Besonderheit des dass der Zugang der Rechnung unsicher sein § 280 Abs. 1 BGB besteht darin, dass der kann. In der Tat liegt das Risiko, wann eine Schuldner weiterhin zur Erbringung der Rechnung beim Kunden eingegangen ist, Hauptleistung vergrundsätzlich beim pflichtet ist und zuUnternehmer. Versätzlich Schadenserschickt er eine Rech- Bleibt das Unternehmen untätig, satz zu leisten hat. Das nung mit einfacher läuft es Gefahr, dass nach heißt, ganz gleich, ob Post, so weiß er nicht Ablauf von drei Jahren Verzugszinsen sicher, ob und gegebe- der Zahlungsanspruch verjährt ist. und/oder ein Verzögenenfalls wann die rungsschaden geltend Rechnung auch tatgemacht werden, es bleibt beim Verzug der sächlich beim Kunden eingegangen ist. Dieursprüngliche Leistungsanspruch bestehen. se Unkenntnis könnte insbesondere gegenDas heißt, dass Unternehmen kann weiterüber Verbrauchern problematisch sein. Hierhin die Bezahlung der Rechnung für die von für gibt es keine überzeugende preiswerte ihm erbrachte Leistung verlangen. Lösung. Die Zugangsproblematik ist bei alEs können aber auch Umstände vorlielen Rechtsgeschäften gleich. Natürlich könngen, die ein weiteres Festhalten an dem bete man alle Rechnungen mittels Einschreistehenden gegenseitigen Vertrag sinnlos mabebrief und Rückschein versenden. Dies wächen. In diesem Fall kommt für ein Unterre bei Massengeschäften allerdings ein kostnehmen auch die Möglichkeit in Frage, Schaspieliges Verfahren. Für den Fall, dass der densersatz statt der Leistung wegen nicht Kunde selber Unternehmer ist, sieht das Geoder nicht wie geschuldet erbrachter Leissetz bei Unsicherheit des Rechnungszutung zu fordern (§ 281 BGB). Der Untergangs eine Erleichterung vor. Danach tritt schied zu dem zuvor geschilderten Schader Verzug, wenn keine Rechte des Kunden densersatzanspruch besteht darin, dass der einer Fälligkeit der Forderung entgegensteursprüngliche Leistungsanspruch nun aushen, 30 Tage nach Empfang der Gegenleisgeschlossen ist. Da auch ein Schadensersatztung ein. anspruch nach § 281 BGB immer nur ein Geldanspruch ist, wirkt dies bei einer Geld5. Verzug nur bei Verschulden schuld eines Kunden auf den ersten Blick wiGem. § 286 Abs. 4 BGB kommt ein Schulddersinnig. Es können aber Umstände gegener nicht in Verzug, wenn die Leistung infolben sein, die es einem Unternehmen unzuge eines Umstands unterbleibt, den er nicht mutbar machen, die an einen Kunden erzu vertreten hat. Ein Kunde, der sich vertragbrachte Leistung bei diesem zu belassen und lich verpflichtet, für die Leistung eines Unnur noch die Bezahlung zu fordern. Dann ternehmens Geld zu bezahlen, hat die Verkann das Unternehmen die erbrachte Leispflichtung, Geld zu haben. Insoweit stellt tung zurückfordern und zusätzlich Schaselbst plötzliche unverschuldete Geldknappdensersatz verlangen. heit keinen Grund dar, den der Schuldner Nachfolgend sei noch auf folgende Einnicht zu vertreten hat. Den Kunden trifft zelfälle hingewiesen: So kann ein Unternehpraktisch eine »Garantiehaftung« für das Hamen die Kosten für die den Verzug begrünben von Geld. dende Erstmahnung nicht ersetzt verlangen, weil ja erst durch diese Mahnung der Verzug 6. Folgen des Verzugs herbeigeführt wird. Aus diesem Grund kann Kommt der Kunde in Verzug, kann der Unein Unternehmen auch nicht die Rechtsanternehmer als Mindestschaden gem. § 288 waltskosten ersetzt verlangen, wenn erst der Abs. 1 BGB gegenüber Verbrauchern ab VerRechtsanwalt durch ein Schreiben den Kunzugseintritt Verzugszinsen in Höhe von 5 %den in Verzug setzt. Das Gleiche gilt für InPunkten über dem Basiszinssatz und gem. kassobüros. Etwas anderes gilt, wenn sich § 288 Abs. 2 BGB gegenüber Unternehmen der Kunde schon im Verzug befindet und Verzugszinsen in Höhe von 8 %-Punkten

170 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

Rechtsanwalt Roland Stemke Residenzplatz 1 87435 Kempten Telefon (0831) 26991 Telefax (0831) 12359 www.ra-stemke.de rastemke@t-online.de

nun entweder ein Rechtsanwalt oder Inkassobüro zunächst außergerichtlich tätig werden. Jedoch sind die Kosten eines Inkassobüros nur in der Höhe erstattungsfähig, als sie auch bei Einschaltung eines Rechtsanwalts erstattungsfähig sind. So hat der BGH in einem Urteil vom 20. Oktober 2005 (Az.: VII ZB 53/05) entschieden, dass die Mehrkosten durch Beauftragung eines Rechtsbeistandes im Mahnverfahren in Anwaltsprozessen – dies sind Prozesse vor dem Landgericht – nicht erstattungsfähig sind. Danach hat eine Partei unter mehreren gleichartigen Maßnahmen die kostengünstigste auszuwählen. Das Gleiche gilt für Mehrkosten durch Einschaltung eines Inkassobüros während des Verzugs. 7. Maßnahmen nach Verzugseintritt Zahlt der Kunde trotz Zugangs einer Rechnung und einer Mahnung immer noch nicht, muss das Unternehmen gerichtliche Schritte einleiten, wenn es seine Ansprüche auch tatsächlich durchsetzen will. Es kann hierfür entweder ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten oder gleich Klage erheben. Bleibt das Unternehmen untätig, läuft es Gefahr, dass nach Ablauf von drei Jahren der Zahlungsanspruch verjährt ist. In der Praxis beobachtet man, dass Unternehmen Inkassobüros einschalten, aber nicht klagen. Verjährungsrechtlich ist sowohl die außergerichtliche Einschaltung von Inkassobüros als auch von Rechtsanwälten irrelevant, wenn nicht die Zahlungsansprüche im Falle der Nichtzahlung des Kunden später gerichtlich durchgesetzt werden. Die Verjährungsfristen laufen deswegen trotzdem.


WIE–WO–WAS–WANN–WER–WARUM–WIE–WO–WAS–WANN–WER–WARUM–WIE–WO–WAS

Wirtschafts-Meldungen in Kürze

Wiggensbach

ten sich und ihre Firmen vor: Vom Autohändler bis zum Zaunbauer war beinahe alles vertreten. Ziel des Gewerbevereins Wiggensbach ist es, durch ein starkes und leistungsfähiges Gewerbe die hohe Lebensqualität der Gemeinde zu sichern. »Im Vergleich zum letzten GewerbeEvent haben wir eine hundertprozentige Steigerung erreicht,« verriet Karl Hudez (1. Vorsitzender des Gewerbevereins Wiggensbach). »Alle waren begeistert von der Atmosphäre und dem neuen Ambiente.« Wer sich beziehungsweise sein Unternehmen beim nächsten GewerbeEvent in Wiggensbach 2014 präsentieren und anmelden möchte, kann dies unter gewerbevereinwiggensbach.de tun. kb

»Ein gelungenes Event«

Sonthofen Nach Aussage der beiden Vorsitzenden des Gewerbevereins Wiggensbach, Karl Hudez und Erich Heel, war das vierte GewerbeEvent Wiggensbach rundum gelungen. Zum ersten Mal fand es dieses Jahr in der neu er-

bauten »panoramarena« statt, bot neben Alternativ- und Krämermarkt eine buntes und spannendes Rahmenprogramm für Jung und Alt. Rund 50 Gewerbebetriebe aus Wiggensbach und der näheren Umgebung stell-

Immenstadt

Vorstand Stephan Oehl verlässt die Kunert AG Der Strumpfhersteller Kunert aus Immenstadt hat den Bruttoumsatz der Unternehmensgruppe im Geschäftsjahr 2010 um 6,8 Prozent auf 57 Millionen Euro gesteigert. Damit erreichte die Gruppe ein fast ausgeglichenes operatives Ergebnis in Höhe von - 0,1 Millionen Euro (Vorjahr - 1,8 Mio.), wie Kunert wissen ließ. Das Ergebnis des Konzerns nach Steuern verbesserte sich um 1,0 Millionen auf - 1,4 Millionen Euro. Vorstandsmitglied Stephan Oehl, seit September 2008 Vorstand für Marketing, Vertrieb und Produktion wird auf eigenen Wunsch hin das Unternehmen zum 31. August hin verlassen. Aufsichtsratsvorsitzender Michael Hollmann bedauert die Entscheidung. Der bisherige Finanzvorstand Hermann de Jong soll als Alleinvorstand der Kunert AG die komplette Führung des Unternehmens übernehmen. te

Fünfjähriges Jubiläum und neue Marke für das Allgäu Outlet Zum fünften Geburtstag des Allgäu Outlet gesellte sich zu der bereits erfolgreich eingeführten Outdoor-Eigenmarke »Peak Mauka« nun die neue Marke für Herrenoberbekleidung »Hagestolz« hinzu. Die Marke »Peak Mauka« verzeichnete im April 2011 eine Umsatzsteigerung von 100 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr. Über die hauseigene Kundenkarte sollen bald 5 000 Kunden des Fachgeschäftes erreicht werden, das sich im Gebäude des ehemaligen Warenhauses »Hager« in Sonthofen befindet. Marc Wenz, Geschäftsführer des Allgäu Outlet hat noch viel vor: Bald soll das Ladengeschäft mit seinen aktuell 90 Mitarbeiter auf 4 200 Quadratmeter erweitert werden, und hätte damit die größte Verkaufsfläche im ganzen Oberallgäu. Für 2012 ist außerdem die Einführung te einer Wassersportmarke geplant. 3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 171


Kempten

Ein liebevoll illustriertes Büchlein zum »Jahr der Weißtanne«

Lothar Späth im Kornhaussaal

»Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, wie grün sind Deine Blätter … Du grünst nicht nur zur Sommerszeit – nein auch im Winter, wenn es schneit. Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum … wie grün sind Deine Blätter!« Schade, dass Papier nicht singen kann. Denn während Sie diese Zeilen lesen, geht Ihnen ganz sicher diese vertraute Melodie der Kindheit durch den Kopf. Und ist es nicht so, dass man dem Selbstverständlichen vor der Haustür oftmals zu wenig Beachtung zukommen lässt? Weil es eben selbstverständlich ist, dass vor unserer Haustüre Tannen wachsen, dass unsere Wälder voller Tannen sind. Selbstverständlich ist das nicht! Nicht mehr! Die Weißtanne hatte zweifelsohne einmal eine führende Marktposition in unserer Region – aber mittlerweile ist sie tatsächlich auf Hilfe und Unterstützung zum Überleben angewiesen.

Ein »Forum Weißtanne« hat sich daher gegründet – ein gemeinnütziger Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Weißtanne in ihren natürlichen Verbreitungsgebieten zu erhalten. Ein Herz für die Weißtanne hat offenbar auch der Oberschwabe Franz Renner. Nach einem zu Herzen gehenden Büchle über die Geschichte des ur-schwäbischsten Apfels, dem Jakob Fischer, und dem Glasius von Schmidsfelden, hat er nun eine Liebeserklärung der besonderen Art an die Weißtanne geschrieben. Und Claudia Ruf haucht dem Ganzen mit ihren Illustrationen auf liebevollste Weise zusätzliches Leben ein. »Wenn ich einmal groß bin – Die Geschichte der kleinen Tanne«: ISBN 978-3-9812862-2-9, 4,80 Euro, manï Verlag, Kempten. xl

Auf Einladung des Lions Clubs Kempten Müßiggengel sprach Prof. Dr. Lothar Späth, ehemaliger Ministerpräsident Baden-Württembergs, im Kornhaussaal Kempten zum ema »Deutschland vor neuen Herausforderungen«. Wichtige, wenngleich auch nicht allzu neue emen für die Zukunft Deutschlands seien Fachkräftemangel, demographischer Wandel, Wettbewerbsfähigkeit durch moderate Lohnsteigerung und Sozialpolitik. Besonders lobend erwähnte Späth mittelständische Unternehmen, die im Allgäu stark vertreten sind und die »einen anderen Weg eingeschlagen haben«. Hier sei nach wie vor die Bedeutung deutscher Qualität hervorzuheben, für die sowohl Maschinen als auch das erforderliche Know-how vorhanden seien. Als Billiglohnland habe Deutschland allerdings keine Chance, warnte er. Als größte Herausforderung sah Späth den Pflegebereich, in dem es jetzt schon zu Engpässen aufgrund akuten Personalmangels käme. Zudem regte er an, bei den Renten nicht auf einer starren Altersgrenze zu beharren, sondern größere Spielräume zu schaffen. kb

Marktoberdorf

Vorteile durch die KönigsCard

BILD: ARTHUR NIJHUIS

Wirtschafts-Meldungen

Kempten/Leutkirch

Autor Franz Renner, Andreas Morlock vom Plenum Ravensburg und Gerhard Schnitzler vom Forstamt Leutkirch (v. re. n. li.) stellten das Büchlein kürzlich im Naturschutzzentrum in Bad Wurzach vor.

Blaichach

KDS Textilservice investiert in Gebäude und Maschinen Die Großwäscherei KDS Textilservice mit Sitz in Blaichach, ehemals Allgäu Tex, gehört der Lattemann und Geiger-Dienstleistungsgruppe in Dietmannsried an und möchte sich mit Bewohnerwäsche für Senioreneinrichtungen stärker auf den Gesundheitsbereich konzentrieren. Für die Erweiterung des Produktionsstandortes nimmt das Unternehmen nun 2,5 Millionen Euro in die Hand. In diesem Zuge sollen außerdem 30 neue Arbeitsplätze entstehen. Der Gesundheitsmarkt sei ein Zukunftsmarkt, in den es laut Geiger-Geschäftsführer Ulrich Geiger zu investieren gilt. Zudem sollen die neuen Arbeitsplätze auch attraktive Möglichkeiten für Teilzeitkräfte bieten. Das neue Gebäude soll drei Stockwerke mit Tiefgarage haben und Ende des Jahres fertig sein. Das Werk wird dann Wäsche für 4 000 Menschen bearbeiten. te

172 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

Urlauber und Feriengäste, die im Besitz einer »KönigsCard« sind, können in den Gebieten Ostallgäu, Ammergauer Alpen und der Naturparkregion Reutte/Tirol eine Reihe von Gratisleistungen in Anspruch nehmen. Hotels und Pensionen in den verschiedenen Urlaubsorten, Bergbahnen, Bäder, Freizeiteinrichtungen, Museen, Schifffahrtunternehmen und andere sind der KönigsCard angeschlossen. An einer Reihe von Sportund Wanderveranstaltungen, Naturund Familienerlebnissen kann das ganze Jahr über kostenlos teilgenommen werden. Die Karte wird für die Dauer des Urlaubes beziehungsweise Aufenthaltes kostenlos vom KönigsCard-Gastgeberbetrieb zur Verfügung gestellt. Nähere Informationen erteilen die jeweiligen Touristinformationen und die KönigsCard BetriebsGmbH in Marktoberdorf unter info@koenigscard.com. kb


Sonthofen

Radio von Allgäuern für Allgäuer – Sendestart im August Mit »AllgäuHIT« wird die Region um ein junges, frisches Hörfunkprogramm reicher. Die beiden Betreiber Marcus Baumann und omas Häuslinger, beides ausgebildete Hörfunkmoderatoren und -redakteure, sind bereits aus regionalen Engagements in der Hörfunkszene bekannt. Der Sendestart von AllgäuHIT ist am 1. August um 6 Uhr geplant. Der neue Sender hat sich vorgenommen, den regionalen Hörfunkmarkt mit Pop- und Rockmusik der 70er-Jahre bis heute aufzumischen. Inhaltlicher Schwerpunkt sind emen aus dem gesamten Allgäu und dem bayerischen Bodenseeraum. Live-Übertragungen und die direkte Kommunikation mit den Hörern gehören zum Konzept. »Wir wollen unsere Hörer so nah wie möglich an die Geschehnisse in ihrer Umgebung heranbringen«, so omas Häuslinger. Ausgestrahlt wird das Programm von AllgäuHIT zunächst über das Netz der Kabel Deutschland (Frequenz allgäuweit UKW 106,55 MHz) und per Internetstream. »Sobald regionale ›DAB+‹- Frequenzen ausgeschrieben werden, wird sich AllgäuHIT am Bewerbungsverfahren beteiligen«, so Marcus Baumann. te

Günzburg

Zahlreiche Attraktionen und ein großes Bühnenprogramm Bild: Al-ko

Mit insgesamt rund 3 000 Mitarbeitern, deren Familien sowie ehemaligen Angestellten hat die AL-KO KOBER GROUP am Freitag, 20. Mai, das 80-jährige Firmenjubiläum im Legoland Günzburg gefeiert. AL-KO ermöglichte den geladenen Gästen am »Family Day« die exklusive und freie Nutzung ausgewählter Legoland Attraktionen sowie zahlreicher Restaurants im Park. Abgerundet wurde die Jubiläumsfeier durch ein buntes Bühnenprogramm auf der AL-KO Event-Fläche. Neben Reden des Vorstandes sorgten der achtfache deutsche Yo-Yo Meister Dennis Schleussner und der Magier Harry Riegel für beste Laune. Unser Foto zeigt den AL-KO Vorstand zusammen mit Kindern einiger Mitarbeiter beim großen Finale auf der AL-KO Bühne. xl

Einer für alles. Alles mit einem. Sämtliche Bauträger-Leistungen aus einer Hand Materialunabhängige Industriebauten jeder Art und Größe Wirtschaftlichkeit, Ausführungsqualität und Termintreue

STAHLBAU

Ungarn

Wellness-Kuren bei Burn-out Stress, Hektik, Lärm, ständige Überbelastung, psychischer Druck im Beruf – Faktoren, die den Menschen von heute krank machen. Nervosität, geistige und emotionale Erschöpfung, Schlafstörungen, Depressionen bis zum Burn-out sind die Folgen, die letztlich zu Arbeitsunfähigkeit führen. Krankschreibungen, aus psychischen Hintergründen heraus, haben sich seit 1990 in Deutschland fast verdoppelt. Berichten verschiedener Krankenkassen zufolge, erhöht sich die Länge der Fehlzeiten von Arbeitnehmern stetig. Es geht also darum, dauerhaften, negativen Stress abzubauen, zu vermindern und im besten Fall von vorneherein zu vermeiden. Das bedeutet im konkreten Fall, rechtzeitig auszuspannen, Ruhepausen einzuhalten und ausgedehnte Erholungsphasen einzuschalten. Ungarn bietet, als neu zu entdeckendes Urlaubsland, eine Reihe von Hotels, die sich auf Wellness-Kuren gegen Burn-out spezialisiert haben. Oft in idyllischer Alleinlage, kann der Gast absolute Ruhe und Entspannung genießen und Freizeitmöglichkeiten von Golf bis zum ermalbad nutzen – vom Allgäu nur wenige Autostunden entfernt, nahe der österreichischen Grenze. Weitere Informationen gibt es unter www.buktours.hu. kb

INDUSTRIEBAU

FERTIGUNGSSERVICE

ue ie ne d e i e S chür ellen .de B e s t g e b ro s e - w e r t e a g Im nen-we .visio www Biedenkapp Stahlbau GmbH Biedenkapp Industriebau GmbH Pettermandstr. 24 88239 Wangen im Allgäu T +49 (0) 75 22 97 02-0 F +49 (0) 75 22 97 02-88 www.biedenkapp-stahlbau.de www.biedenkapp-industriebau.de


Sonthofen

Neueröffnung von Verkaufsräumen der Firma Held in Sonthofen

Erfolgreiche Lösungen für Hoteliers – hotline software GmbH feiert 25-jähriges Jubiläum

Das neue Verkaufsgeschäft des Unternehmens für Motorrad- und Freizeitkleidung liegt direkt an der B 308 in Sonthofen. Laut Geschäftsführer Edgar Held sei dies eine der am häufigsten von Motorradfahrern befahrene Straße. Mit der Eröffnung des »Held-Shops« laden 1 100 Quadratmeter zum Einkauf ein. Der Hauptsitz des Unternehmens ist nach wie vor Burgberg. Hier begann alles schon vor Jahrzehnten mit der Produktion von modischen Handschuhen. Mit der Spezialisierung auf Motorradhandschuhe und Neuentwicklungen wie Lederbekleidung oder Tankrucksäcke eroberte das Unternehmen stets neue Marktsegmente. Im neuen Ladengeschäft in Sonthofen gibt es auch Historisches zu entdecken, denn hier ist laut Held das erste Handschuhmuseum Deutschlands entstanden. te

Was damals als Programm für Gästeverwaltung begann, ist heute eines der erfolgreichsten Softwareprodukte auf dem deutschsprachigen Markt. Im Sommer 1986 wurde »HotPens« geboren, eine Verwaltungssoftware für Hotels- und Pensionen, die sich binnen kürzester Zeit großer Beliebtheit erfreute. Nach und nach wurde das Programm um Reservierungs- und Abrechnungsfunktionen erweitert und erhielt den neuen Namen »hotline software«. Mit dem Jahreswechsel veränderte sich einiges für das Sonthofer Unternehmen. Neben dem Wechsel des geschäftsführenden Gesellschafters fusionierte das Unternehmen mit der Meringer Firma SoftTec GmbH. So ist einer der größten Anbieter für Hotelsoftware auf dem Markt entstanden, der mit weit über 2 000 Kunden weltweit agiert, darunter auch Anwender aus Paraguay, Spanien, ailand oder Lettland. te BILDER: HOTLINE

Wirtschafts-Meldungen

Sonthofen

Kempten/Marktoberdorf

Traditionelle Marke Alles neu macht der Mai. Unter diesem Motto präsentiert das Allgäuer Brauhaus eine ganz neue Kreation aus seinem Hause. Die Bierspezialität – das Büble Bier – bekommt Verstärkung mit einem Zitronenbiermix: » Das neue Radler ist einzigartig. Gut gekühlt schmeckt es auch direkt aus der Flasche,« weiß Heinz Christ vom Brauhaus -Vorstand und ist davon überzeugt: » Unsere Büble-Neuheit kommt ebenso gut an wie schon das Allgäuer Brauhaus Original.« Mit der Sortimentserweiterung will das Traditionsunternehmen im Biermix-Segment, dem Radler-Markt, ein Zeichen setzen. sw Brauhaus-Vorstand Heinz Christ und omas Wieczorek, Technischer Leiter im Allgäuer Brauhaus (v.li.).

174 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011


Wir brauchen

Allgäuer Wirtschaftsmagazin

Foto: © Margot Kessler/pixelio.de

Verstärkung!

Freie Redaktionsmitarbeiter/innen gesucht Unser Allgäuer Wirtschaftsmagazin hat inzwischen einen festen Platz in der Allgäuer Zeitungslandschaft. Das freut uns sehr – beschert uns aber auch zunehmend mehr Arbeit. Daher brauchen wir Verstärkung und suchen nach freien Mitarbeitern, die Lust haben, in unserem Team mitzuarbeiten. Wenn Sie gerne und gut schreiben und auch fotografieren können, wenn Sie Freude am Kennenlernen interessanter Menschen und dem Blick hinter die Kulissen erfolgreicher Firmen im Großraum Allgäu/Oberschwaben haben, dann melden Sie sich bei uns.

Wir feuen uns, Sie bei einem persönlichen Treffen kennen zu lernen. Erste Kontakte/Informationen: Verlagsleiter Thomas Tänzel Telefon (08 31) 96 01 51 10 oder Chefredakteurin Maria Anna Weixler-Gaci Telefon (08 31) 5 20 77 71

Bewerbungsunterlagen (idealerweise mit Arbeitsproben) senden Sie bitte an TT Verlag GmbH, St.-Mang-Platz 23, 87435 Kempten.


Engagement für Kunst und Kultur

Innovationspreis geht an MSR-Office BILD: JANINA SCHÜT

Wangen

Die erfolgreiche Kooperation zwischen InterSky und den Bregenzer Festspielen wird 2011 weitergeführt. Die Bodensee-Airline arbeitet seit neun Jahren Hand in Hand mit dem bedeutendsten Kulturevent der Bodenseeregion. Auch in diesem Jahr wurde wieder eine Kooperation mit den Bregenzer Festspielen abgeschlossen. InterSky unterstützt die Bregenzer Festspiele als Official Carrier. Faszination erleben Die Bregenzer Festspiele haben sich zu einem Fixpunkt der internationalen Festivalszene entwickelt. In den Sommermonaten strömen jedes Jahr bis zu 200 000 Besucher an den Bodensee, um das spektakuläre Musiktheater zu erleben. Nicht zuletzt durch das imposante Bühnenbild, das für die jeweiligen Aufführungen mit großem Aufwand gestaltet wird, beginnt das Erlebnis bereits beim Betreten der Seetribüne. Durch die einmalige Kulisse mit Blick über den Bodensee, Schiffe, die vor der Seebühne ankern oder einem traumhaften Sonnenuntergang wird jeder Abend zu einem einzigartigen Erlebnis. Auch David Pountney, Intendant der Bregenzer Festspiele, schätzt die gute Zusammenarbeit mit der Fluglinie: »Als beruflicher Vielflieger seit Jahrzehnten weiß ich Airlines mit hervorragendem Service sehr zu schätzen. Vor allem, wenn die Anbindungsmöglichkeiten zu meinem Arbeitsort so ideal sind, wie das mit InterSky der Fall ist. Beides prägt die langjährige Verbindung von InterSky und den Bregenzer Festspielen – eine Partnerschaft, die uns sehr wichtig ist.«

BILD: INTERSKY

Wirtschafts-Meldungen

Friedrichshafen

Neben der gläsernen Trophäe konnten die Geschäftsführer Armin Leonhardt und Christian Roth bei der Preisverleihung in Weingarten auch einen Scheck in Höhe von 4000 Euro entgegen nehmen.

Technische Innovationen, kreative Vermarktungskonzepte oder spannende Kooperationen: Beim »Innovationspreis Mittelstand« der Volks- und Raiffeisenbanken werden Unternehmen aus der Region für ihre Ideenvielfalt ausgezeichnet. Das Wangener Ingenieurbüro MSR-Office hat dabei für die Entwicklung einer »Smart-Home-Lösung« den zweiten Platz erhalten. »Die Auszeichnung zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind«, freuen sich die Geschäftsführer Armin Leonhardt und Christian Roth. Die Bezirksvereinigung Ravensburg-Bodensee-Sigmaringen hat MSR-Office für eine sehr innovative technische Entwicklung ausgezeichnet. »Joonior« heißt das System, das in Privathaushalten den Energieverbrauch managt, den Komfort erhöht und die Sicherheit steigert. Die Jury befand vor allem das zukunftsfähige Konzept hinter »Joonior« für auszeichnungswürdig. »Um eine komplexe Entwicklung voranzutreiben, braucht man ein starkes Team. Deshalb möchten wir uns vor allem bei unseren Mitarbeitern für ihren unermüdlichen Einsatz bedanken«, so Armin Leonhardt. Denn der Weg von der Idee bis zum fertigen Produkt sei ein langer. »Vor vier Jahren haben wir begonnen.« xl

Sonthofen

Unterschiedliche Meinungen zur Allgäu Schau

Die erfolgreiche Kooperation zwischen InterSky und den Bregenzer Festspielen wird 2011 weitergeführt.Darauf freuen sich der Intendant der Bregenzer Festspiele, David Pountney, und der Geschäftsführer von InterSky, Claus Bernatzik.

Flüge ab Friedrichshafen, bequeme Anreise InterSky bietet Flüge ab dem Bodensee-Airport Friedrichshafen an, der mit einer Entfernung von rund 30 Kilometern optimal und in kürzester Zeit ab Bregenz erreicht werden kann. Mit der Zusammenarbeit ist die notwendige Mobilität und Flexibilität für die Arbeit der Bregenzer Festspiele gewährleistet und ist zudem ein Schritt in eine gemeinsame und vielversprechende Zukunft. xl

176 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

Nach vier Tagen Regionalmesse gehen die Meinungen der diesjährigen Allgäu Schau in Sonthofen auseinander. Während sich Veranstalter Eberhard Fetzer zufrieden zeigt und die Messe als Publikumsmagnet lobte, bewerten die Aussteller die Veranstaltung ganz unterschiedlich. Kritiker bemängeln etwa fehlende Informationen und eine Besucherführung auf dem Gelände, das tatsächlich zum Auftakt an Christi Himmelfahrt sehr gut besucht war. An den anderen Messetagen jedoch blieb der Besucherstrom übersichtlich. Allgemein wurde Kritik laut, der Veranstalter hätte zu wenig Werbung für die Messe gemacht. Zudem äußerten sich die Aussteller im Haus Oberallgäu teilweise schwer enttäuscht. Dort war der zusätzliche Messeschwerpunkt Gesundheit angesiedelt, der jedoch teilweise gar nicht von den Besuchern aufgesucht wurde, da dieser Bereich durch eine Straße vom Hauptgeschehen abgetrennt und laut den Ausstellern zudem ungenügend beschildert war. te


BILD: STECA

Schul- gegen Werkbank ausgetauscht

Ihre praktischen Talente haben fünf Mädchen beim »Girlsday« bewiesen. Die 13- bis 15-jährigen durften in der Ausbildungswerkstatt von Steca Elektronik sogar ein Blinklicht löten.

Ihre praktischen Talente haben fünf Mädchen beim »Girlsday« von Steca bewiesen. Die 13- bis 15-jährigen durften in der Ausbildungswerkstatt des führenden Memminger Herstellers von elektronischen Geräten und Systemen sogar ein Blinklicht löten. Berührungsängste mit der ungewohnten Technik lösten sich dank einfühlsamer Einführungen durch die Steca-Ausbilder schnell in Luft auf. Den Mädchen bereitete es sichtlich Spaß, mit Lötkolben und weiteren Werkzeugen umzugehen. Steca hat bereits zum dritten Mal am »Girlsday«, dem Mädchen-Zukunftstag auf Initiative der Bundesregierung, teilgenommen. Ziel ist es, zukünftige weibliche Schulabsolventen für eine Ausbildung und Berufstätigkeit in technisch orientierten Unternehmen wie Steca zu interessieren. Denn der drohende Fachkräftemangel und die demographische Entwicklung führen nach Überzeugung von Steca-Ge-

schäftsführer Dietmar Voigtsberger dazu, dass auch das produzierende Gewerbe auf gut ausgebildete weibliche Mitarbeiter nicht verzichten kann. Dank hoher Automatisierungsgrade ist körperliche Kraft nicht mehr so wie früher vonnöten. Dafür erwartet den Nachwuchs – ob männlich oder weiblich – eine interessante Tätigkeit in einem wachstumsorientierten Betrieb, in dem sich alle Produkte und Dienstleistungen der Ökologie verschreiben, berichteten die Betreuer des »Girlsdays« den teilnehmenden Mädchen. Sie lernten bei ihrem »Girlsday« im Rahmen einer Unternehmensführung die unterschiedlichen Bereiche wie Solarelektronik, Elektronikdienstleistungen und Batterie-Ladesysteme intensiv kennen. Die jungen Frauen blickten hinter die Kulissen der Produktion in den Werkshallen und erhielten umfassende Informationen über die angebotenen Lehrberufe. Bei Steca Elektronik werden ständig 32 Mitarbeiter für das Berufsleben vorbereitet und als Elektroniker/-in für Geräte und Systeme und Industriekauffrau/-mann ausgebildet. xl

Sonthofen/Bad Hindelang

Mit dem Shuttlebus zur Arbeit 74 Prozent der Hotels und Gaststätten im südlichen Oberallgäu haben Schwierigkeiten, Mitarbeiter zu finden. Zwei Drittel der Arbeitslosen im Bereich der Arbeitsagentur Sonthofen, haben kein Auto, mit dem sie zur Arbeit fahren können. 84 Prozent der Befragten gaben an, durchaus öffentliche Verkehrsmittel auf dem Weg zur Arbeit nutzen zu wollen. Die fehlende Mobilität ist also mit ein Grund, warum verfügbare Stellen im Hotelund Gaststättenbereich nicht besetzt werden können. Das ergab eine Untersuchung, die die beiden Studentinnen Lisa Hauser und Julia Leupold im Rahmen ihre Abschlussarbeit durchgeführt haben. Ihre Idee: Shuttlebusse und Sammeltaxen sollen zu gastronomiefreundlichen Zeiten von Montag bis Sonntag Fahrgäste frühmorgens von Sonthofen nach Unterjoch transportieren – und spätabends wieder zurück. Refinanzieren ließe sich das Projekt über eingespart Sozialleistungen, wie Hauser erläuterte. Wenn nur ein Empfänger von Arbeitslosengeld I oder drei Empfänger von Arbeitslosengeld II mit dem Bus zur neuen Arbeitsstelle fahren könnten, seien die Kosten bereits gedeckt. Von den auf diese Weise neu besetzten Stellen würden alle Beteiligten profitieren können. Landrat Kaiser zufolge soll das Projekt testweise für fünf Monate von Juli bis November in Bad Hindelang laufen, um festzustellen, ob es von den Betroffenen angenommen wird. te

Allgäuer Volksbank Persönlich. Regional. Stark.

3–2011 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 177

Wirtschafts-Meldungen

Memmingen


Allgäuer

»Abgepfiffen«

Wirtschaftsmagazin

Die erste eatersaison mit Nikola Stadelmann als »Künstlerischer Direktorin« ging zuende und Nikola Stadelmann zog Bilanz. Das heißt, genau genommen, zogen ihr Team und das Publikum Bilanz. Auf dem »heißen Stuhl« – bezeichnenderweise im roten Leder-Design – musste sie sich den (unangenehmen) Fragen zur vergangenen Spielzeit stellen. Zu befürchten hatte Nikola Stadelmann allerdings nichts, das »peinliche Kreuzfeuer« blieb aus. Die Fragen aus Publikum und Team betrafen ausschließlich ihren beruflichen Weg von der Dramaturgin zur Intendantin, ihre Arbeit als eaterdirektorin – und diese hat sie mit Bravour gemeistert. eatralische, musikalische und tänzerische Highlights des Jahres wurden noch einmal lobend erwähnt, die Umstrukturierung des Kinder- und Jugendtheaters besonders hervor gehoben. Auch die Eigenproduktionen des eaters in Kempten (TIK) ernteten großen Beifall. Dass darüber hinaus auch die »Zahlen stimmen« und das eater in Kempten mehr, vor allem jüngere, ZuschauerInnen anlockte, ist ein Umstand, der für das TIK-Team spricht. Getreu ihrem Motto »Spielwies’n« wurde die eatersaison 2010/2011 nun von Nikola Stadelmann »abgepfiffen«. Die Einschreibungen für die Abonnements der neuen Spielzeit mit dem spannenden ema »Beziehungskiste« sind seit Juni möglich, der Verkauf von Einzeltickets ab August. kb

Friedrichshafen

Wertach/Brannenburg

Intersky und TUI starten zum Erstflug nach Menorca

»Bayerns beste Bayern«

BILD: INTERSKY

Wirtschafts-Meldungen

Kempten

Die Bodensee-Airline InterSky und TUI fliegen diesen Sommer erstmals Urlauber auf die sonnige Baleareninsel. Christian Wulf (Flughafen Friedrichshafen – Leiter Marketing & Vertrieb), Roger Hohl (InterSky – Unternehmenssprecher), Daniel Lecci (InterSky – Erster Offizier), Virna Romo-Wolf (InterSky – Kabinenleitung), Barbara Rief (InterSky – Kapitän & Safety Manager) feiern gemeinsam den Erstflug nach Menorca. xl

178 ––– AllgäuerWirtschaftsmagazin ––– 3–2011

Sie haben alles gegeben für den Sieg und haben ihn geschafft: die Wertacher sind »Bayerns beste Bayern«! Bayern 1, der Radiosender des Bayerischen Rundfunks, rief zu dieser Aktion auf und suchte Bayerns beste Bayern. 24 Städte und Gemeinden nahmen an der Qualifikationstour ab dem 16. Mai teil. Acht Orte hatten sich schließlich für das Finale am 4. Juni in Brannenburg qualifiziert. An vier Spielstationen mussten sich die Wertacher gegen die sieben anderen Finalisten durchsetzen und gewannen schließlich mit einem knappen Punkt Vorsprung! Doch, Sieg bleibt Sieg! Neben dem begehrten Titel »Bayerns beste Bayern« gewann Wertach 10 000 Euro für einen sozialen Zweck im Ort und ein personalisiertes Ortsschild. Das Geld soll unter anderem dem Heimatmuseum Wertach zugute kommen. kb

Beilage Einem Teil dieser Auflage liegt eine Beilage der Firma PC Konzepte (Kempten) bei.

3_ 2011

IMPRESSUM Verlag TT VERLAG GmbH St.-Mang-Platz 23 87435 Kempten Telefon (08 31) 96 01 51-0 Telefax (08 31) 96 01 51-29 info@tt-verlag.de www.tt-verlag.de

Geschäftsführer (gesamtverantwortlich) omas Tänzel Redaktion Maria Anna Weixler-Gaci Edith Rayner Sina Weiß Renate Leiprecht Karin Bitsch ora Engstler Christa Rehwald-Bayer Kordula Küper Carolin Kober (08 31) 96 01 51-0 Medienberatung omas Tänzel Gabriele Unglert Tanja Aurhammer Christian Sauer

(08 31) 96 01 51-10 (08 31) 96 01 51-11 (08 31) 96 01 51-13 (08 31) 96 01 51-14

Druckvorstufe und Druck Holzer Druck und Medien Fridolin-Holzer-Straße 22 – 24 88171 Weiler im Allgäu Telefon (0 83 87) 399-0 info@druckerei-holzer.de www.druckerei-holzer.de Magazin-Layout Brigitte Weixler 87437 Kempten, Füssener Straße 64 www.weixler-schuerger.de Anzeigen-Layout Katrin Rampp 87435 Kempten, Gerberstraße 18 www.composizione.de Bankverbindung Sparkasse Allgäu Konto-Nr. 514 269 406 BLZ 733 500 00 Bezugspreis – Abonnement Einzelheft 4,90 Euro »Allgäuer Wirtschaftsmagazin« im Einzelabonnement bei sechs Ausgaben Inland: 27,90 Euro inkl. Versand Ausland: 38,40 Euro inkl. Versand ISSN 1868-3789 Alle Rechte vorbehalten. © für Layout und Konzept: Maria Anna Weixler-Gaci, © für Logo: TT VERLAG Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit Genehmigung des Verlages. Jahresabbonnements können nur bei Einhaltung der Frist (drei Monate vor Ablauf des Bezugszeitraumes) schriftlich beim Verlag gekündigt werden. Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Haftung übernommen. Namentlich gekennzeichnete Beiträge kennzeichnen nicht die TT VERLAG Ansicht der Redaktion.


Allgäuer Wirtschaftsmagzin 03_11  

Allgäuer Wirtschaftsmagzin 03_11