Issuu on Google+

Alpinmetro Aschau von Alexander Gogl, Roman Strieder

Urbanisierung des Alpenraums Unberührte Natürlichkeit neben perfekt konditionierten Bedingungen als Ziel einer von Bildern des Hochleistungssports geschwängerten Nachahmgesellschaft. Ziel vieler, Heimat weniger… Alpine Siedlungsräume besitzen viele Gesichter, nur als dauerhafter Wohnsitz Vieler werden sie selten wahrgenommen. Warum eigentlich? Ist es nicht so, dass die Qualitäten, die im Kalenderjahr 2010 9,28 Millionen Touristen kurzfristig nach Tirol (vgl.: tourismus in oesterreich 2010 ein ueberblick in zahlen - Statistik Austria S. 4f ) kommen ließen, auch für eine dauerhafte Besiedelung interessant sind? Aschau selbst nimmt Platz 6 der bedeutendsten Wintertourismusgemeinden Zillertals und Platz 40 Österreichs ein. Auf jeden Aschauer kamen im Winter 2010/11 107 touristische Übernachtungen (vgl.: der Tourismus im Winter 2010, 2011 - Statistik Austria S. 28, 41). Touristen sind jedoch nicht mit den Problemen konfrontiert, die sich unweigerlich mit der Besiedelung alpiner Landschaften ergeben oder können zumindest noch über diese hinwegsehen. Für Bewohner können diese jedoch auf die Dauer unerträglich werden. Das Gemeindegebiet Aschaus erstreckt sich großteils über den alpinen Raum:

A alpiner Restraum

A Dauersiedlungsraum Tal

3,1 10,7

7,0 A potentieller alpiner Siedlungsraum

Abb. 1 Flächenverhältnisse alpiner Raum zu Dauersiedlungsraum Tal

Abb. 2 Gegenüberstellung Dauersiedlungsraum Tal (weis) zu Alpiner Raum (grau) der Gemeinde Aschau i. Z.


> 1000 €/m2 < 900 €/m2

Kufstein

< 800 €/m2 < 700 €/m2 < 600 €/m2

Wörgl

Kitzbühel

< 500 €/m2 < 400 €/m2

Reith

< 300 €/m2 < 200 €/m2 < 100 €/m2 < 50 €/m2 < 10 €/m2

Aschau

nicht ermittelt

Gerlos

< Abb. 3 Grundstückspreise im Vergleich Stand 2010

Mayrhofen Grundstückspreisentwicklung Tirol u. Salzburg Grundstückspreisentwicklung Tirol u. Salzburg

€ 800,00 € 800,00 € 800 € 700,00 € 700,00 € 800 € 600,00 € 600,00 € 800 € 500,00 € 800 € 500,00 € 400,00 € 800 € 400,00 € 300,00 € 800 € 300,00 € 200,00 € 800 € 200,00 € 100,00 € 800 € 100,00 € 0 € 0 1975 1975 1975

1980

1980 1980

1985

1985 1985

1990

1990 1990

Tirol TirolMW Tirol MW

1995 1995 1995

2000

2000 2000

Salzburg MW Salzburg Salzburg MW

5/24 5/24

2005

2005 2005

2010

2010 2010

< Abb. 4 Mittlere Grundstückspreisentwicklung in Tirol im Vergleich mit Salzburg (Quelle: Karte u. Diagramm S. 5, 7, 14f: Datensätze: maklercheck.at, URL: http:// www.maklercheck.at/grundstuckspreise_ tirol.php und http://www.maklercheck. at/grundstuckspreise_salzburg.php (Stand: 01.02.2010); derhäuslbauer.at, URL: http://www. derhaeuslbauer.at/ de/4/grundstueckspreise/145.html und http://www.derhaeuslbauer.at/de/4/ grundstueckspreise/143.html (Stand: 01.02.2010); Braumann, C. (1989) S. 10f Braumann, C. (1989) Baulandpreise und Baulandpolitik im Land Salzburg. Salzburg)


^ Abb. 5 Dauersiedlungsraum in Österreich

Beim Betrachten der Grafiken stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist auf die potentiellen Besiedelungsgebiete im Alpenraum nicht zurück zu greifen und anstelle dessen eine Verdichtung im Talbecken anzustreben, um die verlorene Fläche von 7km2 (33,6% des Gemeindegebiets) zu kompensieren. Dazu müsste das Talbecken 3,5 mal dichter als der Alpenraum bebaut sein. Die Betonung liegt hierbei auf dichter als der Alpenraum, denn es muss bedacht werden, dass es einfacher ist im Flachen dicht zu bauen als in Hanglage. Das dies aber sehr wohl erfolgreich durchgeführt wird und ganz andere Wohnqualitäten zu Tage fördert als ein Wohnen im Tal muss unterstrichen werden. (vgl. hierzu Abb. 6 - 9) Natürlich wirft das die generelle Frage auf, ob es nicht vernünftiger wäre die Besiedelungsgebiete zu limitieren und ab einer gewissen Bebauungsdichte und Besiedelungsgröße halt zu machen. Jedoch muss man bedenken, was es für den Markt bedeuten würde, wenn die Anzahl d. Grundstücke wegen limitation vor dem Leerkauf stünde: Bei gleich bleibender Nachfrage und sinkendem Angebot steigen die Grundstückspreise. Bei zu hohen Grundstückspreisen wird ein Besitz in der Heimat zu einem Luxus den sich nicht alle leisten können. Es kommt zur Abwanderung von Ansässigen bei gleichbleinder Bevölkerungszunahme. St. Anton am Arlberg hat, von der Höhendifferenz und Schneesicherheit abgesehen, vergleichbare Eigenschaften wie Aschau: wenig Besiedlungsfläche, touristisch orientiert und eine gute Erschließung über Bahn und Bundesstraßen. Was Aschau nicht hat sind eine enge Verwebung mit dem Skigebiet, großzügige touristische Angebote, eine starke Marke und sehr hohe Grundstückspreise (durchschnittlich über 1000€/m2). Grundstückspreise spiegeln jedoch nicht die Qualität einer Gemeinde wieder. St. Anton wirkt im Sommer wie ausgestorben. Infrastrukturen, die vom Wintertourismus aufgebläht wurden und deren wirtschaftlicher Betrieb grundsätzlich von diesem abhängig ist, bleiben geschlossen. Darunter fallen Einrichtungen wie: Sportartikelhändler, Lebensmittelläden, Bars und Restaurants, Seilbahnen, zu große Straßen, leerstehende Hotels und Apartements, Parkplatzanlagen sowie Hochspannungsmasten, die hauptsächlich für den erhöhten Strombedarf im Winter errichtet wurden. Ein Blick auf Tirol lässt erkennen, dass die Grundstückspreise in den letzten 20 Jahren stark angestiegen sind: von durchschnittlich 100€ im Jahr 1990 auf 700€ 2010. (vgl. Abb. 3, 4) Es lässt sich eine Strategie formulieren, die im Groben für den gesamten Alpenraum angewandt werden könnte: das erhöhte Angebot an Grundstücken kann die Grundstückspreise im Tal mittelfristig entschärfen. Wenn es weiters gelingt preistreibende


< Abb. 6 Ausblick in Tallage

Situation Tal g채ngige Hecken- / Gartenzaunsituation

40%

Ste igu

ng

Windgesch체tzt

gss

on

ne

So

mm

er

< Abb. 7 Ausblick in Hanglage

Mi

tta

r inte ne W

son tags

Mit

< Abb. 8 Belichtung in Tallage

Situation Tal

So

Ste igu

tta gss

on

ne

ng

Mi

40%

mm

er

g채ngige Hecken- / Gartenzaunsituation

r

inte ne W

Mitt

on agss

Windgesch체tzt < Abb. 9 Belichtung in Hanglage


Ankäufer für die Alpinbebauung durch Bildung einer Alpinmarke und Ausschaltung von K.O.-Kriterien wie schlechte Verkehrserschließung zu begeistern, so entstünde ein Preisgefälle von den exponierten alpinen „Luxuslagen“ zum Tal hin.

Warum derzeit mehr im Tal als in alpinen Lagen gesiedelt wird

Ein Grundstück in Hanglage oder gar ein Alpines bebaubar zu machen stellt einen höheren Aufwand dar, als es ein Flaches in Tallage tut. Die Fundamentierungsarbeiten sind aufwendiger, es muss der Hang vor einem Abrutschen gesichert werden, Gefahren wie drückendes Hangwasser, Muren und Lawinen muss entgegen gewirkt werden. Sind diese Umgebungs- und Fundamentierungsarbeiten abgeschlossen, gestaltet sich der weitere Baufortschritt ähnlich wie jener im Tal. Die Mobilität in alpinen Lagen ist meist sehr eingeschränkt. Distanzen werden viel langsamer überwunden als auf Talniveau, denn die Siedlungsgebiete müssen über Serpentinen, die sich schlangenförmig den Berg hinauf schlängeln, erschlossen werden. Der hochalpine Straßenbau ist zudem sehr aufwendig und die Wartungskosten sind dementsprechend hoch. Zudem ist die Befahrbarkeit solcher Straßen stark Witterungsabhängig. Eis und Schnee schränken die Befahrbarkeit ein und müssen aufwendig geräumt oder mit dem Boden übersäuernden Salz und Streusplitt entfernt werden. Durch die meist lockere Bebauung von alpinen Siedlungsräumen und den langen Wegstrecken zur Überwindung von kurzen Luftdistanzen ist die Versorgung durch Einrichtungen des täglichen Lebens mangelhaft. Es wird für fast jede Tätigkeit ein Fahrzeug benötigt.

Qualitäten der Hangbebauung

Beim Betrachten der Zeichnungen auf der gegenüber liegenden Seite wird offensichtlich, dass der Höhenversatz der einzelnen Gebäude bei gleich dichter Bebauung wie in Tallage einen nicht verbauten Ausblick als Grundeigenschaft dieser Bebauung gewährt. Dagegen stehen sich die Häuser in der Tallage direkt gegenüber. Dies führt zur gängigen Hecken- oder Gartenzaunsituation. Um sich durch Nachbarn nicht beobachtet oder in seiner Freiheit nicht eingeschränkt zu fühlen, müsste der Garten groß oder die Hecke hoch genug sein. Nicht so in der Hanglage, wo die Höhendifferenz eine natürliche visuelle Abgrenzung oder eher ein Abheben vom


Juli 7:00 Juli 7:00 Juli 7:00

Juli 10:00 Juli 10:00 Juli 10:00

Juli 12:00 Juli 12:00 Juli 12:00

Juli 15:00


< Abb. 10 Sonnenstudie July 7:00

Nachbarn erzeugt. Der Blick kann ungehindert über das Dach des Nachbarn hinweg in die Weite schweifen. Das in der Skizze dargestellte Nachbardach bietet zudem noch einen Windschutz für die Terasse, die wahlweise auch mit extensiver Begrünung als Garten ausgeführt sein kann. Der Vergleich zeigt auch, dass das Bauwerk in Hanglage selbst im Winter kaum durch Nachbargebäude beschattet wird. Steht die Sonner allerdings hinter dem Hang, beschatter der Hang sich selbst. Im Winter wäre eine Bebauung dieser Dichte in Tallage nicht tragbar, da zur Mittagszeit der Dachfirst des Nachbargebäudes eine Besonnung des Gebäudes erst knapp unterhalb der Dachtraufe aufwärts erlaubt. Somit liegen das gesamte Grundstück und in der Wandebene befindliche Gebäudeöffnungen im Schatten.

< Abb. 11 Sonnenstudie July 10:00

Sonnenstudien des Gemeindegebiets Aschau zeigen, dass stärker und länger sonnige Grundstücke sich vor allem in alpiner Lage befinden. Die Besten und ihnen sind jene, die sich auf einem Bergrücken befinden, jedoch geraten die Talgrundstücke auch gegenüber den Hanggrundstücken ins Hintertreffen. Ost- und Westhänge haben gegenüber Südhängen den Nachteil, dass sie entweder keine Abendsonne oder keine frühe Morgensonne erreicht. Das enge Talbecken leidet unter Beiden.

< Abb. 12 Sonnenstudie July 12:00 Juli 15:00

< Abb. 13 Sonnenstudie July 15:00

Abb. 14 > Sonnenstudie July 19:00 Juli 19:00


Dezember 8:00 Dezember 8:00 Dezember 8:00

Dezember 10:00 Dezember 10:00 Dezember 10:00

Dezember 12:00 Dezember 12:00 Dezember 12:00

Dezember 15:00


Dezember 15:00

< Abb. 15 Sonnenstudie Dezember 8:00

Abb. 16 > Sonnenstudie Dez 17:00 Dezember 17:00

Abstecken potentieller Siedlungsräume

< Abb. 17 Sonnenstudie Dezember 10:00

< Abb. 18 Sonnenstudie Dezember 12:00

< Abb. 19 Sonnenstudie Dezember 15:00

Neben der Sonnenstudie stellen die Karten zur Steigungs- und Vernetzungsanalyse Werkzeuge dar, um potentielle Siedlungsgebiete auszuloten, die zum Einen von ihrer Neigung her für eine Bebauung gut geeignet sind und zum Anderen nahe an bestehenden Infrastrukturen wie Straßen und Seilbahnen liegen. Seilbahninfrastrukturen bieten eine direkte Punkt zu Punkt Verbindung als Serpentinenstraßen. Im alpinen Gemeindegebiet von Aschau ist dieses Netz bereits gut ausgebaut. (vgl. Abb. 22) Zur Bewältigung des Alltagspassagiertransportes müsste das Angebot natürlich erweitert und angepasst werden um Bedürfnisse abseits des Wintersports befriedigen zu können. (vgl. Kapitel Alpinmetro) Eine Anbindung an bestehende Siedlungsstrukturen ist bei der Wahl der potentiellen Siedlungsräume ebenfalls zu bedenken.


Gebäude Geländeneigung

≤ 10% ≤ 50% ≤ 90%

1km

250m 0

500m

M 1:30.000

Siedlungsraum Alpiner Großraum Aschau i. Z. Siedlungsraum i. Tal u. i. alpinem Gelände Charakteristika Siedlungsraum Talbecken - Siedlungsraum ist infrastrukturell gut erschlossen - gute Verkehrsanbindung; Distanzüberwindung einfach und zügig A Siedlungsraum Tal, ≤ 20% = 3km2 Charakteristika alpiner Siedlungsraum - Siedlungsraum im Alpinraum mit Geländeneigungen ≤ 20% - Infrastrukturerschließung aufwendig - Verkehrsanbindung mangelhaft; Distanzüberwindung i. d. Regel schwierig u. schleppend A alpiner Siedlungsraum, ≤ 20% = 0,9km2 A alpiner Sedlungsraum West, ≤ 20% = 0,8km2 Quellen: DKM (Stand 2005); TIRIS (Stand 25.12.2011); URL: https://portal.tirol.gv.at/mapAccelWeb/ClientServlet? CMD=Init


Abb. 20


Gebäude Geländeneigung

≤ 10% ≤ 50% ≤ 90%

1km

250m 0

500m

M 1:30.000

Siedlungsraum Alpiner Großraum Aschau i. Z. Geländeneigung bis 60% Je geringer die Geländeneigung ist, desto einfacher geht eine Besiedelung von statten, wobei eine Besiedelung steiler Lagen nicht nur nicht ausgeschlossen ist, sondern in der Vergangenheit auch gemacht wurde (vgl. Karte). Die weißen Flecken stellen Geländeneigungen über 60% dar. Generell dürfte eine Bebauung von Hanglagen ≤ 60% (31°) keine großen baulichen Schwierigkeiten bereiten. Verhältniss Tal- zu Alpinraum - Dauersiedlungsraum Tal zu alpiner Raum = 14,9% - potentieller alpiner Siedlungsraum zu Dauersiedlungsraum Tal = 225,8% Quellen: DKM (Stand 2005), TIRIS (Stand 25.12.2011), URL: https://portal.tirol.gv.at/mapAccelWeb/ClientServlet? CMD=Init


Abb. 21


ste

ilift

on

Infrastruktur Skigebiet

Straßennetz

1. Ordnung 2. Ordnung 3. Ordnung Gebäude Geländeneigung

≤ 10% ≤ 50% ≤ 90% 1km

250m 0

500m

M 1:30.000

Siedlungsraum Alpiner Großraum Aschau i. Z. potentieller alpiner Siedlungsraum Charakteristika - Siedlungsraum im Alpinraum mit Geländeneigungen von 0 bis 40% (< 21,8°) - Infrastrukturerschließung aufwendig - Verkehrsanbindung mangelhaft; Distanzüberwindung i. d. Regel schwierig u. schleppend A potentieller alpiner Siedlungsraum = 7,0km2 A potentieller alpiner Siedlungsraum West = 4,7km2 Quellen: DKM (Stand 2005); TIRIS (Stand 25.12.2011); URL: https://portal.tirol.gv.at/mapAccelWeb/ClientServlet? CMD=Init


Abb. 22

Se i

lb

ah

n


Alpinerlebniswelt Aschau < links Abb. 23 Tirol Werbung suggeriert das kleine, beschauliche Alpenidyll in dem scheinbar die Zeit stehen geblieben ist. < rechts Abb. 24 als Tirol Werbung getarntes Bild eines typischen tourismusorientierten Dorfes (Mayerhofen)

< links Abb. 25 Tirol Werbung suggeriert die exklusive Bergwelt, die nur für dich und deine Freunde da ist. Naturbelassen und fernab von allen Massen. < rechts Abb. 26 als Tirol Werbung getarntes Bild einer Massenwanderung mit Hansi Hinterseer

< links Abb. 27 Tirol Werbung suggeriert unberührte Tiefschneehänge, als perfektes Sportterrain, das exklusiv nur für dich alleine da ist. Abseits von Fahrverboten und Lawinengefahren. < rechts Abb. 28 als Tirol Werbung getarntes Bild des typischen Ski-Fahrer-Alltages

< links Abb. 29 als Tirol Werbung getarnte Zillertalwerbung vermittelt exklusivität und den Genuss eines atemberaubenden Panoramas auf einer Ski-Raststätte < rechts Abb. 30 als Tirol Werbung getarntes Bild einer typischen Ski-Raststätte

Warum kommen Touristen nach Tirol, was lockt sie? Wenn davon ausgegangen werden darf, dass die Bilder, die Touristen, in erster Instanz - jene die noch nie in Tirol waren - nach Tirol locken, jene der Werbung sind, dann muss die kritische Frage gestellt werden, wie viel dieser Bilder der Realität und wie viel einem fiktiven Klischee entspringt. Wenn dem so ist, dann stellen diese Klischees die verbildlichte Intention der Touristen dar. Sie buchen einen Tirol-Urlaub um jenes Gefühl zu erleben, das ihnen die Werbung vermittelt: Die Bilder suggerieren eine unmittelbare, allgegenwärtige und ursprünglich belassene Natur. Der Mensch und seine Bauwerke werden verniedlicht dargestellt oder rücken in den Hintergrund einer alles unterwerfenden Alpinlandschaft. Die Bilder zeigen jedoch Situationen abseits des Massentourismus und seiner Probleme: niemand zeigt die Autostaus, die Regelmäßig an den Anund Abreisetagen entstehen, die Warteschlangen an den Liftstationen, die Massen ungeübter Skifahrer, die sich die Piste hinuntermühen, die überfüllten Schutzhütten und vielen Wanderer auf den Höhenwanderwegen. Es gibt aber auch gegenläufige Trends, die näher an das herankommen, was die Werbung verspricht: Selbstversorgerhütten werden angemietet, um von dort aus gemeinsame Unternehmungen fern ab von den vorgegebenen Programmen des Massentourismuses zu starten. Die Unterkunft selbst wird zu einem Teil des Erlebnisses. Wie können nun die vermittelten Klischees genützt werden um der Region ein Alleinstellungsmerkmal zu verschaffen? Die Orte der Vermittlung, die sich derzeit noch über Straßen, Raststätten, Parkplätze und Gondelbahnen mit strikten Öffnungszeiten sowie Zwecksunterkünfte am Fuße des Alpinraumes definieren, müssen reduziert werden oder im Idealfall selbst zum Ort der Intention werden. Ein Extrembeispiel wie die Orte der Vermittlung mit dem Ort der Intention zusammengelegt werden können ist Avoriaz. Dabei handelt es sich um eine in den 1960er Jahren errichteter Ferienort auf 1.800 m.ü.A., der als konzipierter Touristenort keinen alten Dorfkern besitzt. Er gehört zum Skigebiet Portes du Soleil und liegt im Départment Haute-Savoie an der Grenze zur französischen Schweiz. Das besondere an Avoriaz ist das Konzept eines reinen Touristenortes, der direkt im Skigebiet liegt und nur diesem Zweck dient. Touristen können mit ihren Sportgeräten bis vor ihre Unterkunft fahren und das Angebot des Resorts ist auf den Tourismussektor zugeschnitten. Während den Zwischensaisonen wird das Gebiet stillgelegt. Da Touristen nicht von ihrer Unterkunft zur Einstiegsstelle des Ski- oder Wan-


< Abb. 31 Ort d. Vermittlung = Ort d. Intension; Touristenunterkunft im franz旦sischen Winter- und Sommerurlaubsgebiet Avoriaz

< Abb. 32 Ort d. Vermittlung = Ort d. Intension; Touristenunterkunft im S端dseearchipell

< Abb. 33 Ort d. Vermittlung = Ort d. Intension; Wedelh端tte im Skigebiet Hochzillertal auf 2.350 m.端.A.

< Abb. 34 Das Ambiente der Alpen kann rund um die Uhr konsumiert werden


dergebiets fahren müssen, wird der Tourismusverkehr eingeschränkt. Der Tourist kann somit seinen Urlaub 24 Stunden, 7 Tage die Woche im Alpingebiet verbringen, ohne dass sein Erlebnis durch Liftöffnungszeiten eingeschränkt wird oder er einen Fuß aus seiner Tourismusenklave setzen muss. Das Abkoppeln der Touristen von den Anwohnern bietet auch den Vorteil, dass diese ungestört von den Problemen des Tourismuses wie Stau, Lärm und Schmutz ihrem täglichen Leben nachgehen können. Allerdings birgt eine touristische Monokultur die Gefahr, dass bei Rückgang oder Ausbleiben des Tourismus eine Nach- oder Umnutzung des Ortes kaum möglich ist. Der Ort mitsamt seiner touristischen Infrastruktur wird zur Tourismusbrache. (vgl. Forschungsarbeiten von Alexander Pfanzelt, z.B. „Beyond use : phenomena embedded in abandoned objects in the Alpine Territory between the Allgäu Region and Lake Garda“) Auch bietet das zentralisierte Konsumangebot im Ort den Nachbarorten keine Möglichkeit von der Konsumkraft der Touristen zu profitieren, da diese bereits alles in ihrer Enklave finden. Orte des Konsums entstehen in der Enklave, aber nicht außerhalb, wo sie auch von Ansässigen mitgenutzt werden könnten. Am Ende drängt sich einem auch das Bild einer Südseeinsel mit der Unterkunft in der Lagune auf, wo die Unterkunft selbst zum Ort der Intention wird. Ein kurzer Sprung ins klare Nass und der Tourist hat den Ort der Hauptintention erreicht. Im Gegensatz zur einseitigen Strategie Avoriaz sollte die Region einen sanften Tourismus anstreben, der im Idealfall eine längerfristige Wechselbeziehung zwischen Anwohner und Touristen erzeugt. Um eine örtliche Eigenart aufzugreifen, kann die Strategie als „Vervielfältigung des Wedelhüttenprinzips„ in kleinerem Maßstab bezeichnet werden. Die Wedelhütte ist gut in dem was sie macht: sie bringt den Touristen qualitätsvoll an den Ort seiner Intention. Er ist inmitten der Zillertaler Alpen und erlebt diese Tag und Nacht. So kann der Tourist eine andere Beziehung zu seiner Umgebung aufbauen und wertschätzt sie vielleicht mehr. Es geht also darum punktuelle Siedlungserweiterungen an den aus den Siedlungsanalysen hervorgegangenen qualitativen Stellen zu setzen, die in erster Instanz als touristische Selbstversorgereinheiten mit einem direkten Anschluss an ein schnelles und zuverlässiges Verkehrssystem definiert sind. Die Selbstversorgerhütten und die sie umgebende Infrastruktur sollte so ausformuliert sein, dass sie später bei einem Abflauen des Tourismuses in Wohngebiete umgenutzt werden können. Weiters können die Verkehrsknotenpunkte im Falle einer Metrolösung in größere (vergleichbar mit jener der Wedelhütte) neu entstehende Beherbergungsbetriebe integriert werden. Diese Beherbergungsbetriebe übernehmen die Zusatzrolle eines Nahversorgers. Küche und Supermarkt können durch das Metrosystem direkt beliefert werden. Eine Symbiose aus Wohnen und Tourismus entsteht.


Alpinmetro Eine reine Erschließung der alpinen Siedlungsgebiete durch Serpentinenstraßen ist nicht ratsam, da zur täglichen Befahrbarmachung der Serpentinenstraßen im WInter der Räum- und Streudienst nötig wird, der ökonomisch aufwendig und aufgrund Bodenübersäuerung ökologisch bedenklich ist. Auch funktioniert dieser bei starken Schneefällen nur eingeschränkt, da zum Einen viele Räummaschinen gleichzeitig eingesetzt werden müssen und zum Anderen die Straßen breit genug, sowie genügend Schneelagerstellen vorhanden sein müssen. Im Vergleich der Beförderungskapazitäten beider Erschließungssysteme, wird der große Vorteil der Seilbahn gegenüber dem PKW deutlich: Diese befördert unter Volllast ca. 3000 Personen pro Stunde. (vgl. Doppelmayr) Wird versucht diese 3000 Personen mit PKWs zu je 4 Personen über die Serpentinenstraße zum gleichen Ort zu bringen (z.B. zur Endstation der projektierten Alpinmetro vgl. Abb. 48), würde das mehrere Probleme nach sich ziehen: Es entsteht ein hohes Individualverkehrsaufkommen, das dem Erholungsfaktor der alpinen Lagen durch Lärm- u. Feinstaubbelastung schaden würde. Bei einer Fahrtdauer von 20 Minuten je PKW und einem Zeitabstand von mindestens 10 Sekunden zwischen jedem Fahrzeug, werden nach einer Stunde erst 240 PKWs, also 960 Personen den Zielort erreicht haben. Das sind nicht einmal die Hälfte der von der Seilbahn beförderten Personen. Das Verhältnis Fahrtdauer Serpentinenstraße zu Seilbahn steht nicht proportional zueinander. Je länger die zu überwindende Luftlinie, also je mehr Serpentinen überwunden werden müssen, desto schneller ist die Alpinmetroverbindung. (vgl. ebd.) Die Erschließungsdauer über Serpentinenstraßen schwankt zudem, da sie sehr stark von Witterungsverhältnissen, Lichtverhältnissen, individuellem Fahrkönnen und der Beschaffenheit des Fortbewegungsmittels abhängt. Die Seilbahn ist ausfallsicher: es muss weder Eis gekratzt noch Schnee geräumt werden. Schneeketten sind überflüssig. Zudem führt dies zu einer Mobilitätsdemokratisierung: Kinder, Menschen ohne PKWs, alte und gebrechliche Leute werden mobil. Seilbahnen werden abseits der Wintersportgebiete vermehrt in Städten eingesetzt, um schnellere Direktverbindungen auf Anhöhen oder über unsicheres Terrain, sowie Wasserflächen zu schaffen. (vgl. Abb. 35, 36)


San Agustin del Sur ist ein, aufgrund einer hügeligen Topografie, schwer erreichbarer Stadtteil der venezualischen Hauptstadt Caracas. Ein starkes Stadtwachstum und das Fehlen von infrastrukturellen Planungsrichtlinien führten dazu, dass ein Großteil des Stadtteils nur über steile und verwinkelte Treppen erreichbar ist. Die Firma Doppelmayr realisierte daraufhin im Jahr 2009 eine 8erGondelbahn mit 5 Stationen. Die Stationen selbst wurden als soziale Treffpunkte geplant. Sie beherbergen neben Bildungseinrichtungen, eine Bibliothek mit Internetzugang, Geschäftslokale für den täglichen Bedarf, Restaurants und eine Sporthalle. Die Portland Aerial Tram verbindet den South Waterfront District mit dem höhergelegenen Campus der Oregon Science & Health University. Die Seilbahn ist direkt an das öffentliche Verkehrssystem angebunden. Für PKWs stehen kostenlose Parkplätze zur Verfügung. Zwei ebenfalls von Doppelmayr produzierte Gondeln fassen jeweils 78 Personen und operieren von 5.30 Uhr bis 21.30 Uhr. Die Benüzung ist für Studenten, Mitarbeiter und Patienten frei. 1,6 km

Metrocable

Caracas, Venezuela

Abb. 35 > Metrocable Caracas, Venezuela

1,6 km

San Agustin del Sur ist ein, aufgrund einer hügelige Topografie, schwer erreichbarer Stadtteil der venezualischen Hauptstadt Caracas. Ein starkes Stadtwachstum und das Fehlen von infrastrukturellen Planungsrichtlinien führten dazu, dass ein Großteil des Stadtteils nur über steile und verwinkelte Treppen erreichbar ist. Die Firma Doppelmayr realisierte daraufhin im Jahr 2009 eine 8er-Gondelbahn mit 5 Stationen. Die Stationen selbst wurden als soziale Treffpunkte geplant. Sie beherbergen neben Bildungseinrichtungen, eine Bibliothek mit Internetzugang, Geschäftslokale für den täglichen Bedarf, Restaurants und eine Sporthalle.

Metrocable

Caracas, Venezuela San Agustin del Sur ist ein, aufgrund einer hügelige Topografie, schwer erreichbarer Stadtteil der venezualischen Hauptstadt Caracas. Ein starkes Stadtwachstum und das Fehlen von infrastrukturellen Planungsrichtlinien führten dazu, dass ein Großteil des Stadtteils nur über steile und verwinkelte Treppen erreichbar ist. Die Firma Doppelmayr realisierte daraufhin im Jahr 2009 eine 8er-Gondelbahn mit 5 Stationen. Die Stationen selbst wurden als soziale Treffpunkte geplant. Sie beherbergen neben Bildungseinrichtungen, eine Bibliothek mit Internetzugang, Geschäftslokale für den täglichen Bedarf, Restaurants und eine Sporthalle.

0,9 km

Abb. 36 > Portland Aerial Tram Portland/Oregon, USA Portland Aerial Tram Portland/Oregon, USA

0,9 km

Die Portland Aerial Tram verbindet den South Waterfront District mit dem höhergelegenen Campus der Oregon Science & Health University. Die Seilbahn ist direkt an das öffentliche Verkehrssystem angebunden. Für PKWs stehen kostenlose Parkplätze zur Verfügung. Zwei ebenfalls von Doppelmayr produzierte Gondeln fassen jeweils 78 Personen und operieren von 5.30 Uhr bis 21.30 Uhr. Die Benüzung ist für Studenten, Mitarbeiter und Patienten frei.


Das Alpinmetrosystem ist ein konzeptioneller Entwurf einer erweiterten Seilbahnlösung, die auf Abruf funktioniert. Jede Station besitzt Gondelparkplätze, wo die Gondeln in Ruhe beladen oder bestiegen werden können. In der Gondel selbst wird, ähnlich einem Fahrstuhl, die Zielstation ausgewählt. Nun weiß die Gondel in welches Seil sie sich einklinken soll und wann sie sich auszuklinken hat. Natürlich kann jede Gondel auch während ihrer Durchfahrt in den Stationen bestiegen werden. Die Gondeln fahren somit von A nach B und parken bei B oder dort, wo ein Stellplatz frei ist. Dadurch befinden sich immer nur so viele Gondeln auf dem Seil wie Passagiere sie benützen. Im Extremfall würde das leere Kabel in der Landschaft verschwinden. (vgl. Abb. 39) Bei Vollbetrieb könnte auf regulären Seilbahnbetrieb ohne Parken der Gondeln umgestellt werden.

Bergwärts

Gondel

Eingang / Ausgang

Zustieg durchfahrende Gondeln, regulärer Skibetrieb

Zustieg durchfahrende Gondeln, regulärer Skibetrieb

beladen v. parkenden Gondeln

Talwärts

beladen v. parkenden Gondeln

Gondel

Gondel


Abb. 38 > Infrastruktur dominiert in St. Anton am Arlberg das sommerliche Landschaftsbild

< Abb. 37 Systemskizze einer Station der Alpinmetro mit verschiedenen der jeweiligen Nutzung angepassten Zuu. Ausstiegsmöglichkeiten

Abb. 39 > Vergleich der Auswirkung einer einzelnen bestückten und unbestückten Seilbahn auf die Erscheinung des Landschaftsbildes in Söll, Tirol.


M체nchen Stadt

Stau w채hrend der An- und Abreisetage

Abfahrt Knoten Wiesing

Aschau

Aschau

Unterkunft

Unterkunft Aschau

Aschau

Talstation

Talstation

Talstation

Talstation

Bergstation, Piste

Bergstation, Piste

Unterkunft

Unterkunft

Lift

Lift

Lift

Lift

Piste

Piste

Piste

Piste


Projekt

Abb. 41 Aschauerhof

Abb. 42 Campingplatz Aufenfeld

Die Gemeinde Aschau nimmt im Lebens- und Erlebnisraum Zillertal eine Sonderstellung ein. Einerseits wird durch großmaßstäbliche touristische Strukturen wie dem Erlebnis Comfort Campingplatz „Aufenfeld“, dem Gasthaus „zum Löwen“ oder dem Familienhotel „Aschauerhof“ versucht sich im Fremdenverkehr wirtschaftlich zu positionieren, andererseits wird Aschau innerhalb des Zillertals und im Vergleich zu Gemeinden wie z.B. Kaltenbach oder Mayrhofen als „touristischer Ruhepol“ angesehen. Ferner hat Aschau eine positive Zuwanderungsbilanz und zählt zu den wachsenden Gemeinden im Zillertal. Aktuelle Diskussionen, wie jene über einen potentiellen neuen Skilift, stellen die Gemeinde vor die Frage in welche Richtung man sich in der Zukunft entwickeln will. Die beiden Faktoren „Tourismus“ und „Wohnen“, bzw. „Leben“ und „Erleben“ stehen hier scheinbar im Widerspruch. Doch besteht nicht auch die Chance beides in einer Symbiose zu verbinden? Das angeführte Projekt ist ein Vorschlag für eine solche Symbiose und ist als Szenario eines Mehrphasenplans zu verstehen: Vorhandene Siedlungsstrukturen an qualitativ hochwertigen Hanglagen werden um touristische Infrastruktur erweitert. Somit entstehen kleine Feriensiedlungen mit Holzhütten im Selbstversorgerstil. Das Konzept des sanften Tourismus steht im Vordergrund. Erschloßen werden die neuen Gebiete durch eine Alpinmetro. Mehrere Zwischenstationen verbinden den Ortskern Aschau mit dem Skigebiet Hochzillertal. Die Monofunktion eines konventionellen Skilifts wird hier allerdings gebrochen. Die Alpinmetro funktioniert als „on-demand-System“, d.h. einzelne Gondeln werden nur bei Bedarf in das Seil eingehängt. Zusätzlich wird die Metro rund um die Uhr nutzbar sein. Aschau kann sich so, mit Programme wie Nachtskifahren oder einen abendlichen Weihnachtsmarkt am Berg von anderen Gemeinden abheben. Neben der Beförderung der Hüttenbenützer und Skifahrer im Winter, sowie Wanderer im Sommer, bietet die Alpinmetro Bewohnern der schon vorhandenen Hangsiedlungen die Möglichkeit bei jeBevölkerungsentwicklung Ellmau Ehrwald dem Wetter unbeschert ins Tal zu gelangen. Schulkinder und alte -gebrechliche Personen sind dadurch nicht mehr von einem Auto abhängig. Bevölkerungswachstum 350 %

Abb. 43 > Bevölkerungswachstum Aschau im Vergleich mit Bezirk Schwaz und Tirol < Abb. 40 Diagramm Zwischenschaltung Ort der Intention; Streckenlängen entsprechen der Reisedauer

300 % 250 % 200 % 150 % 100 % 50 % 0 % 1869 1880 1890 1900 1910 1923 1934 1939 1951 1961 1971 1981 1991 2001 2011 Aschau i. Z.

Schwaz

Tirol


5

5 6

5

3

4

Spritzenhaus Neu

2

1

7


Abb. 45 Bestehender Hof auf der Höhenstraße

Abb. 46 Blick von Hanglage ins Tal

Die Anbindung erfolgt direkt vom Dorfzentrum. Das bestehende „Spritzenhaus“ wird abgerissen und durch einen turmartigen Neubau ersetzt. Neben einem Mulitfunktionsraum, der u.a. für Theaterstücke oder als Jugendtreff genützt werden kann, ist das Gebäude Taleinstiegspunkt der Alpinmetro. Die Bezeichnung „Talstation“ wird hier bewusst nicht verwendet. Das Spritzenhaus hat den Charakter einer Liftstation und soll keine Konkurrenz für benachbarte Talstationen wie z.B. Kaltenbach darstellen. Das Fehlen eines großen Parkangebots lockt keine Tagestouristen. Phänomene wie Après-Ski können so vermieden werden, da sie dem „Ruhepol-Image“ Aschaus schaden könnten. Eine Verkehrberuhigung des Dorfkerns verknüpft den Einstiegspunkt im Spritzenhaus mit der Zillertalbahn und bietet so ein attraktives Umsteigen und eine generelle Aufwertung des Dorfzentrums. Ein weiterer Aspekt des Projekts ist die direkte Anbindung an die vorhandene Talabfahrt. Die einzelnen Feriensiedlungen sind direkt an das Skigebiet angeschloßen. Ort der Intention und Ort der Vermittlung verschmelzen. Um das Prinzip einer nachhaltigen Siedlungsgenese zu erfüllen, ist es notwendig, die Siedlungsstrukturen und deren Gebäude so zu konzipieren, dass eine spätere Umnutzung zu Dauerwohnflächen möglich ist. Diese Doppelgleisigkeit bietet bei einem möglichen Rückgang oder gar Ausbleiben des Tourismus ein zweites, nachhaltiges Standbein.

Ort der Intention

Ve rm

Abb. 47 > Diagramm: Zusammenführung Ort der Vermittlung mit Ort der Intention

< Abb. 44 Schematische Funktionsskizze: 1) Direkte Anbindung an die Zillertalbahn 2) Neubau Spritzenhaus: Taleinstieg Alpinmetro & Multifunktionszentrum 3) Zwischenstation Ende Skiabfahrt 4) Lager Alpinmetro 5) Feriensiedlung rund um Alpinmetrozwischenstation & direkt am Skigebiet angeschlossen 6) Vorhandene Skipiste (eventuell um Nachtskilauf erweitert) 7) Neubau Spritzhaus: Turm ermöglicht Gondelabfahrt über Nachbarhäusern

ng

Vermittlung = Ort der Intention

Vermittlung

ittlu


20/10min

19/10min Gebäude Infra. Skigebiet Straßennetz

1. Ordnung 2. Ordnung 3. Ordnung

4km

1km 0

2,5km

Masterplan Aschau Neue Alpinmetro, Reisedauer Seilbahninfrastrukturen bieten eine direktere Punkt zu Punkt Verbindung als Serpentinenstraßen. Im alpinen Gemeindegebiet von Aschau i. Z. ist dieses Netz bereits gut ausgebaut. Zur Bewältigung des Alltagspassagiertransportes müsste das Angebot natürlich erweitert und angepasst werden um Bedürfnisse abseits des Wintersports befriedigen zu können. Quellen: DKM (Stand 2005); TIRIS (Stand 25.12.2011); URL: https://portal.tirol.gv.at/mapAccelWeb/ClientServlet? CMD=Init, maps.google.com (Stand 25.12.2011); Berechnund d. Reisedauer: v(PKW Bergfahrt) = 40km/h, v(Seilbahn) = 21km/h, Förderleistung = 3200 Personen/h vgl. Doppelmayer (Stand 25.12.2011);

11/7min


7/5min

e

out

lle R

tie oten

4/4min

2. p

1/2min

2/2min

12/5min

oute tielle R

poten

6/3min

11/5min

Abb. 48


20/10min

19/10min

Gebäude Infra. Skigebiet Straßennetz

1. Ordnung 2. Ordnung 3. Ordnung

4km

1km 0

2,5km

Masterplan Aschau Neue Alpinmetro, Reisedauer Seilbahninfrastrukturen bieten eine direktere Punkt zu Punkt Verbindung als Serpentinenstraßen. Im alpinen Gemeindegebiet von Aschau i. Z. ist dieses Netz bereits gut ausgebaut. Zur Bewältigung des Alltagspassagiertransportes müsste das Angebot natürlich erweitert und angepasst werden um Bedürfnisse abseits des Wintersports befriedigen zu können. Quellen: DKM (Stand 2005); TIRIS (Stand 25.12.2011); URL: https://portal.tirol.gv.at/mapAccelWeb/ClientServlet? CMD=Init, maps.google.com (Stand 25.12.2011); Berechnund d. Reisedauer: v(PKW Bergfahrt) = 40km/h, v(Seilbahn) = 21km/h, Förderleistung = 3200 Personen/h vgl. Doppelmayer (Stand 25.12.2011);

11/7min


7/5min e

out

lle R

tie oten

4/4min

2. p

1/2min

2/2min

12/5min

oute tielle R

poten

6/3min

11/5min

Abb. 49


Siedlungsgenese 2015

20/10min

19/10min Handel Wohnen Tourismus Bestand Leerstand Infra. Skigebiet

Skipiste Skilift Liftstation StraĂ&#x;ennetz

1. Ordnung 2. Ordnung 3. Ordnung

100m 0

M 1:10.000

500m 250m

11/7min


7/5min

elle

ti oten

2. p

te

Rou

4/4min

1/2min

2/2min

12/5min

oute tielle R

poten

6/3min

11/5min

Abb. 50


Siedlungsgenese 2040

20/10min

19/10min Handel Wohnen Tourismus Bestand Leerstand Infra. Skigebiet

Skipiste Skilift Liftstation StraĂ&#x;ennetz

1. Ordnung 2. Ordnung 3. Ordnung

100m 0

M 1:10.000

500m 250m

11/7min


7/5min

elle

ti oten

2. p

te

Rou

4/4min

1/2min

2/2min

12/5min

oute tielle R

poten

6/3min

11/5min

Abb. 51


Siedlungsgenese 2060

20/10min

19/10min Handel Wohnen Tourismus Bestand Leerstand Infra. Skigebiet

Skipiste Skilift Liftstation StraĂ&#x;ennetz

1. Ordnung 2. Ordnung 3. Ordnung

100m 0

M 1:10.000

500m 250m

11/7min


7/5min

elle

ti oten

2. p

te

Rou

4/4min

1/2min

2/2min

12/5min

oute tielle R

poten

6/3min

11/5min

Abb. 52


12/5min

oute

tielle R

poten

6/3min

11/5min

2015

12/5min

oute

tielle R

poten

6/3min

11/5min

2040

12/5min

oute

tielle R

poten

6/3min

11/5min

2060 Abb. 53 Siedlungsgenese 2015, 2040, 2060 Stufenweise Tranformation von Feriensiedlungen zu neuen Siedlungsgebieten der Gemeinde Aschau


Abb. 54 Collage Siedlung im Winter

Abb. 55 Collage Siedlung im Sommer


Abb. 56 Collage Weihnachtsmarkt am Berg


Bildverzeichnis Gogl, A.: Abb. 39 Gogl, A., Hilpert, C.: Abb. 3, 4 Gogl, A., Strieder, R.: Abb. 1 - 4, 6 - 22, 35, 36, 40, 44 - 56 www.zillertal.at (Stand 01.02.2012): Abb. 29, 41, 42 Laurent Bugnion, http://www.flickr.com/photos/lbugnion/5995197406/sizes/l/in/photostream/ (Stand 01.03.2012): Abb. 38 www.wedelh端tte.at (Stand 01.03.2012): Abb. 33, 34 HolidayCheck.de (Stand 01.03.2012): Abb. 32 Look Sharp!, http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Avoriaz_France_winter_december_2008. jpg&filetimestamp=20081228165014 (Stand 01.03.2012): Abb. 31 www.tirolwerbung.at (Stand 01.12.2011): Abb. 23, 25, 27 Statistik Austria (Stand 01.02.2012): Abb. 5 Collagen: Material aus verschiedenen Quellen


Alpinmetro Aschau