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Freunde und Förderer

Freunde und Förderer des Dinslaken-Kochbuchs Weinlokal ”Zur Adler-Apotheke” Restaurant Canapé Eis-Café Boutique Alfred Grimm Buchhandlung Korn Café Lueg Reisebüro Magic Tours Fleischerei Oberfohren Bäckerei Ortjohann Bäckerei Schollin Scholtenhof Weinhandlung ”Weinkrug”

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Zur Adler-Apotheke Weintrauben, so ein wenig sind dürre geworden, sind dem Magen dienstlich und sterken die schwache Leber. Plinius spricht, der Wein sei das Blut der Erden. Nichts besser ist, die Natur zu krefftigen, denn guter natürlicher Wein, der an der Substanz subtil und lauter. Solcher Wein, ziemlich getruncken, bringet Lust zum Essen, bessert die Dawung, stercket den Magen und alle Kreffte. J. Wittichius Gibt es eine bessere Berechtigung, eine alte Apotheke zum Weinlokal zu wandeln? Es ist nur eine von vielen Berechtigungen: einen schönen Tropfen zu genießen (auch die Hopfengetränke ), ein gutes Essen als Grundlage dazu, im historischen Apothekenambiente zu sein, bekannte Dinslakener Gesichter zu treffen, zu plaudern oder zu diskutieren.

Gäste aus dem In- und Ausland genießen das Ambiente. Und die Dinslakener freuen sich, dass sie ihren Gästen etwas Besonderes zeigen können. In den alt-ehrwürdigen Räumen ist auch das Kabarett ”Thekentratsch” zu Hause. Man muss kein pharmazeutisches Fachwissen haben, um beurteilen zu können, dass man sich in einem historischen Juwel befindet. Ein Teil des Bestandes ist im Deutschen Pharmazeutischen Museum zu sehen, der weitaus größere Teil bleibt den Dinslakenern erhalten. Alte Dinge haben Atmosphäre, in der es sich gut genießen lässt.

Apothekengarten mit Schreibhäuschen

Thekenraum

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Der Garten war und ist groß genug, um Arzneipflanzen anzubauen, und auch heute gibt es nichts Schöneres, als unter dem alten Walnussbaum zu sitzen und einen Blick auf Elmar Sierps Schreibhäuschen zu werfen und dazu einen erfrischenden Riesling zu trinken.


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Restaurant Canapé Nicht immer waren die Zeiten so ruhig. Seit ihrer Gründung 1665 durchschritt die Apotheke auch turbulente Zeiten: 1756 wird dem Apotheker Grube das königliche Privileg erteilt. Zu dieser Zeit befindet sich das Apothekerhaus noch in der Nähe der evangelischen Stadtkirche. Durch einen Haustausch gelangt die Apotheke in die Nähe des Walsumer Tors, an die Stelle, an der sie sich auch heute noch befindet. Ein Nachbargrundstück wurde dazu erworben und so entstand 1901 das prächtige neu erbaute Haus. 1918 kaufte der Apotheker Alfred Sierp die Adler-Apotheke und vollzog den inneren Ausbau. Im neuen Laboratorium entstanden zahlreiche Eigenpräparate, die bis heute in den Schubladen zu besichtigen sind.

Canapé, so nennt man das Häppchen zum Essen und das Sofa aus Großmutters Zeiten. Denkt man beides zusammen, sitzt man bereits mitten drin im Restaurant Canapé. Wer will, kann dort wunderbar vegetarisch speisen und gemütlich sitzen – und dies bereits seit 17 Jahren. Das Canapé liegt mitten in der Altstadt von Dinslaken in einem denkmalgeschützten Haus. Das Flair vergangener Zeiten setzt sich im Restaurant fort, denn es sieht aus wie in einem Antiquitäten-Geschäft: hier ein Weichholzbuffet mit alten Vorratsdosen, dort ein alter Emailleherd, der als Ablage dient, an der Wand ein riesiger, alter Spiegel.

Elmar Sierp im Labor

Nach dem frühen Tod von Alfred Sierp übernahm nach englischer Kriegsgefangenschaft Elmar Sierp 1045 die Apotheke, die er bis 1998 führte. Eingangsdiele

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Restaurant Canapé Die Gäste sitzen auf gemütlichen Sofas oder Stühlen. Doch wer steckt hinter diesem liebevoll gestalteten Lokal? Früher mal drei, sind heute aller guten Dinge zwei: Das Duo Thomas Hertzer und Herbert Müller führt das Canapé gemeinschaftlich und hält die Fäden in der Hand. Das ist wichtig bei den vielen verschiedenen Aktivitäten: Zum einen beliefert das Restaurant täglich 18 Kindergärten mit vegetarischer Kost. Zum anderen ist das Lokal jeden Tag geöffnet und verwöhnt seine Gäste mit köstlichen, kreativen Gerichten. Das Canapé bietet jedoch noch etwas ganz Besonderes: kulturelle Veranstaltungen mit dem dazu passenden vegetarischen Menü.

Was sofort auffällt, ist die herzliche und lokkere Atmosphäre im Restaurant – nicht nur unter den Mitarbeitern, sondern auch mit den Gästen. Das liegt sicher mit daran, dass den Inhabern ihre Arbeit Spaß macht und sie mit viel Idealismus und persönlichem Engagement ans Werk gehen. So ist es den beiden wichtig, möglichst nur Zutaten aus Bioanbau zu verwenden. Auch in der Küche wird noch alles selbst gemacht. Hier gibt es keine vorgeschälten Kartoffeln vom Lieferanten. Das alles sei nur möglich, sagt Thomas Hertzer nicht ohne Stolz, dank vieler langjähriger Mitarbeiter, die sich mit einsetzen und hinter ihrer Arbeit stehen.

Thekenraum mit Canapé

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Eis-Café Boutique Ein ”Eismann” namens Käsemann war daran schuld, dass Massimo Conedera Anfang Februar 1978 von den hohen Gestaden der von weißem Eis und Schnee bedeckten Dolomiten herab nach den rhein-ruhrländischen Niederungen des winterlich unwirtlichen Duisburg aufbrach. Ein Streit mit den Eltern war vorausgegangen, in der Schule hatte es Ärger und einen mehrtägigen Schulausschluss gegeben, als er just zu diesem Zeitpunkt die Bekanntschaft des ”Eismanns” Karl-Heinz Käsemann machte. Als ihn dieser fragte, ob er nicht Lust habe, nach Duisburg zu kommen, wo man in einer Brillenfabrik dringend Personal suchte, gab es für den damals 17-Jährigen kein Halten mehr.

Nur für eine Saison wollte er mitkommen, doch als er am Abend des 2. Februar in Duisburg ankam, traute er seinen Augen nicht: Noch nie hatte er schwarzen Schnee gesehen, und in der Nacht umtanzten ihn so

Massimos Heimatort Voltago Agordino

grelle gelbe, blaue und grüne Flammen, die aus den Hochöfen schlugen, dass er glaubte, in der Hölle selbst gelandet zu sein. War denn alles nur Teufelsspuk? Dabei glaubte er Deutschland gut zu kennen, war er doch 1961 in dem beschaulichen württembergischen Städtchen Schwäbisch Gmünd geboren worden, das zu Winterzeiten wegen seiner hohen Kältegrade auch Schwäbisch Sibirien genannt wird, und hatte bis zu seinem fünften Lebensjahr dort gelebt. Statt in der Brillenfabrik landete er in Käsemanns Eiscafé. Doch eine ganze Saison in Duisburg auszuhalten, schien seine Vorstellungskraft zu übersteigen, und so plante er schon bald wieder die Heimkehr, als einige Monate später der Frühling ins Land zog und unter dem schwarzen Schnee das frische Grün hervorbrach, die Bilder freundlicher wurden und Duisburg sich ihm von seiner besten Seite zeigte. Da beschloss er zu bleiben und sich auf eine Zukunft in Deutschland vorzubereiten. Er hatte es nicht bereut.

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Eis-Café Boutique Neun Jahre später wagte er den Sprung in die Selbstständigkeit. Durch Zufall erfuhr er von dem neu gestalteten Altmarkt in Dinslaken, der ihm, ebenso wie die Stadt, ausnehmend gut gefiel. Auf der Sonnenseite des Platzes war noch ein Ladenlokal frei, das er kurz entschlossen mietete. Seitdem gehört die Eis-Café Boutique zum festen Bestandteil der Dinslakener Altstadt.

Massimo mit Team

”Dinslaken”, so bekennt Massimo, ”ist für mich ein Glück. Diese Stadt hat mir ermöglicht, einen kleinen Schritt nach vorne zu machen. Das werde ich Dinslaken nie vergessen. Wo immer man das Herz in Dinslaken anspricht, antwortet einem das Herz. Heute, wenn ich nach der Saison nach Hause in die Dolomiten fahre, sagen wir nach vier Wochen: Komm, lass uns wieder nach Hause fahren. Und nach Hause heißt eben nach Dinslaken, wo auch die beiden Töchter geboren sind.” 268

Alfred Grimm Es heißt, er sei ein unmittelbarer Nachfahr der berühmten Wissenschaftler und Märchensammler Jacob und Wilhelm. Wie die beiden historischen Brüder Grimm trägt auch der Zeitgenosse Alfred Grimm Geschichte zusammen aus Erschröcklichem und Erbaulichem. Doch meistens sind es bei ihm die eher finsteren Begebenheiten mit entsprechend drastischer Moral. Das heißt, die spart er sich, aber wir kennen sie um so besser. Und die Worte benutzt der jüngere Grimm eher als Fußnoten. Den Rest gibt er uns mit Inszenierungen vergleichsweise trivialer Gegenstände aus dem Alltag: vertrautem Plunder vom Dachboden, aus Sperrmüll und Abfalltonne, jener gleich hinterm Krankenhaus ... Manchmal mogelt er auch und erfindet selber neue Sachen, die uns bekannt vorkommen. Der Wiedererkennungswert, das ist nämlich die Falle. Und kaum zappeln wir darin, beginnt uns der Künstler und Kunsterzieher aus der Nähe von Dinslaken mit unappetitlichen Details zu erschrecken, sprenkelt seine zynischen Beobachtungen dazwischen, als seien es Schokoladenraspel. Natürlich kriegen wir zwischen ”Schwarzwaldklinik” und ”Tortenstück” mit, dass Alfred Grimm in ähnlicher Manier wie die Kollegen Vostell oder Staeck verschiedene Realitätsstufen verklappt, Sinnebenen montiert, Wirklichkeiten fleddert und neu aufmischt. Dass er eine Bildersprache mit Sprachbildern collagiert und uns damit empfindlich an die Nieren geht. Wir lassen es zu, denn Grimm ist ja nicht allein schuld an der Misere, die er uns anrichtet. Die Welt, in der wir leben, als grandioser Saustall. Das haben schon Goya oder Dix


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gegen die Widerstände ihrer Zeit unerbittlich vorgeführt, darauf verwiesen die sogenannten Kritischen Realisten in den siebziger Jahren, die weitgehend vom Kunstmarkt gefegt und deshalb wohl leiser geworden sind: Grimm ist einer davon. Der ehemalige Beuys-Schüler ist gesellschaftspolitisch engagiert und radikal geblieben, als der Lehrer ins kulturideologisch und

bissfeste Stücke, packt ein Witzlein dazu der mundgerechten Sorte, damit uns der Verdruss nicht sofort den Appetit verschlägt. Später fressen wir die Botschaft um so gründlicher. Verschlucken uns ja womöglich an Grimms Parabeln zur Schadhaftigkeit des Systems und der Erfüllungsgehilfen, die wir selber sind, erkennen uns wieder: ins Fernsehgerät gedrängt, auf Flaschen gezogen, in die Falle ge-

Alfred Grimm in seinem Atelier

sinnlich Entkleidete abhob. Der 48-jährige Grimm illustriert weiter in aller Deftigkeit, wenn auch in zierlichen, ja miniaturhaften Environments, was er meint zu den Drecksgeschäften betr. Monopol von Macht und Kapital, zum ökologischen Morden, dem militärischen und technologischen Overkill. Er zerlegt den Gegenstand seiner Gewissensnot in

rannt, aufs Schachbrett genagelt, ins Klo gespült. Oder aufs Blatt gezeichnet, in krudem Realismus. Unser Sündenregister, unser aller Versagen glotzt uns als Aphorismus entgegen. Vorsicht: Kunst! Anna Louise Mathieu in der Saarbrücken Zeitung vom 24. September 1991.

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Buchhandlung Korn Seit 1968 vom Zeitgeist inspiriert, fest davon überzeugt, dass Bücher die Welt verändern können ... So begann ein Abenteuer. Seit 2ooo wird dieser Geist unverbrüchlich und unverbesserlich zu zweit, als ”Doppel-Korn” in der Buchhandlung Brigitte und Eva Korn gepflegt.

Innenansichten

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Eva und Brigitte Korn


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Café Lueg Wir sind in Bücherfluten Vorkoster Wir garantieren ein wohldestilliertes Angebot Für Feinschmecker nur das Beste Für den kleinen Hunger zwischendurch Ausgewähltes Zum Naschen wollen wir verführen Filetstücke der Kunst sowie des Wortes sind uns wohl vertraut Bibliophile Kostbarkeiten halten wir bereit Tafelspitzen sowie etwas für den”MORDSHunger” haben wir ausgewählt Wir wollen verlocken mit köstlichen Menüs, damit Sie so recht frohlocken können Humorige Würze ist uns wohl vertraut Einheitsbrei ist bei uns verpönt Mit ”Sesam öffne dich” locken wir in Märchen- und Bilderwelten

”Ich bin mit Leib und Seele Konditor.” Wer solches bekennt, weiß, dass er sich täglich daran messen lassen muss. Die Zunge und der Gaumen sind, so unterschiedlich die Geschmäcker auch sein mögen, unbestechlich, wenn es um Qualität geht. Dieser Anspruch – und nichts anderes verbirgt sich hinter diesen Worten – will eingelöst sein, zu jeder Tages- und Nachtzeit, also immer dann, wenn Leib und Seele des Konditors schweigen müssen und einzig deren Kreationen zu den Gaumen sprechen, die sie soeben kitzeln. Will sagen: ein guter Konditor spricht nicht, sondern lässt sprechen.

Wir laden Sie ein, nach dieser Rezeptur Ihre Sinne verwöhnen zu lassen, vertrauensvoll zu kosten vom Köstlichen, das wir für Sie angerichtet haben. Josef Lueg beim Backen seiner Kräbbele

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Café Lueg Just so einer ist Josef Lueg, einer, der wenig spricht, aber gerne und sehr virtuos für sich sprechen lässt: durch seine Pralinen, seine Kuchen, seine immer wieder neuen Kreationen, mit denen er seine Kunden überrascht.

sen schwierige Anfänge nach dem Krieg spricht, über dessen Erfindungsreichtum, mit dem es ihm gelang, auch unter schwierigsten Verhältnissen seinem Qualitätsversprechen treu zu bleiben, und über dessen plötzlichen Tod, der den Sohn mit jungen Jahren unerwartet früh in die Verantwortung der Nachfolge stellte. Doch aus dieser Herausforderung ist Vieles und vor allem Neues erwachsen: Baumkuchen, die immer steiler in die Höhe wuchsen, Pralinen, die immer neue Phantasien weckten, überquellende Theken mit jahresfest-lichen Schokoladenkompositionen wie zu Ostern und Weihnachten und vieles andere mehr.

Vater Hugo Lueg

Nicht immer gibt die Wiege, in die ein Kind gelegt wird, Auskunft über dessen künftiges Schicksal. Nicht so bei Josef Lueg. Als er 1946 geboren wurde, war seine Wiege eine Konditorei, die, wenn auch zu diesem Zeitpunkt noch zerstört, seine künftigen Geschicke prägen sollte. Als er 1986 zusammen mit seiner Mutter, seinen Mitarbeitern und seinen Kunden das 50-jährige Firmenjubiläum feiern durfte, konnte er mit Stolz darauf verweisen, die väterliche Tradition des Qualitätsbewusstseins fortgeführt und weiterentwickelt zu haben. Begegnet man heute Josef Lueg in seinem Café, glaubt man noch immer den Geist des Vaters aus ihm zu hören, wenn er über des272

Das ehemalige Café Lueg in der Neustraße

Wer heute das Café Lueg sucht, findet es seit 2003 in der Duisburger Straße 18. Dort, wo ehemals das Café Maier war, empfängt und bedient heute Josef Lueg mit seinen Mitarbeiterinnen seine Gäste. Die Räumlichkeiten wurden nach Ideen seiner Tochter neu gestaltet. Aus Wien hatte sie den Geist der Wiener Kaffeehauskultur nach Dinslaken mitgebracht, und wer will, kann ihn seitdem täglich bei Kaffee und ungestörter Zeitungslektüre um seine Seele wehen spüren.


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Reisebüro Magic Tours Nomen est omen, so heißt das lateinische Sprichwort: Name ist Verheißung, erst recht wenn man ihn sich selbst gewählt hat. Umso neugieriger wird man, wenn ein Reiseunternehmen sich den Namen Magic Tours gibt. Kann der Name halten, was er verspricht? Seit fünfzehn Jahren macht es sich Mehmet Demir in Dinslakens Neustraße 51 zusammen mit seinen derzeit dreizehn Mitarbeitern, davon vier Auszubildenden, an verschiedenen Standorten zur Aufgabe, seinen niederrheinischen Kunden die schönsten Wochen des Jahres zu verzaubern. Denn magisch – das heißt zauberisch und ver-

führerisch – sind nicht nur die Reiseziele, die das Unternehmen in seinem Programm anbietet, und sind auch nicht nur die Preise, die Reisen zu einem sorglosen Vergnügen machen – verführerisch und einladend ist vor allem auch die Freundlichkeit der Mitarbeiter, die sich für jeden Kunden und jeden noch so exotischen Wunsch Zeit für eine ausführliche Beratung nehmen. Und selbst wenn scheinbar nichts mehr geht, weil Partnergesellschaften ihren Flugdienst in Weeze eingestellt haben, so kann Magic Tours das nicht schrecken: dann zaubern sie eben auf eigene Kosten Flugzeuge herbei, um die

Mehmet Demir ( rechts) mit seiner Mannschaft

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Reisebüro Magic Tours Wünsche ihrer Kunden zu erfüllen. Übrigens: Nicht nur bei den Kunden haben sich die magischen Fähigkeiten von Magic Tours herumgesprochen, sondern auch bei der gegen Zauberkräfte nun wahrlich immunen IHK, die strenge Maßstäbe anlegt, wenn es um Betriebsführung und Ausbildung geht. In deren Augen nämlich spielt Magic Tours eine vorbildliche Rolle bei der Ausbildung des Berufsnachwuchses. Wie leicht nachzuprüfen ist. Wer das Ganze jedoch für ein Märchen aus

Fleischerei Oberfohren Was dem einen ”Wurscht” sein mag, ist dem anderen höchster Anspruch und Verpflichtung – zum Genuss. Denn dass Wurst nicht gleich Wurst ist, wissen Kenner, die ihren Gaumen lustvoll an dem in deutschen Landen überreichen Angebot geschärft haben. Dies mögen sich auch Fleischermeister Dietrich und Trude Oberfohren gesagt haben, als sie am 1. Juli 1936 in Dinslaken ihr erstes Ladengeschäft eröffneten. Nach dem Motto: ”Qualität statt Quantität!” legte Dietrich Oberfohren schon früh die Grundlagen für

In Antakya, dem antiken Antiochia, einer Stadt inmitten eines magisch anmutenden Umlandes, wurde Melek Demir 1967 geboren. Von dort kam er 1976 nach Bad Neustadt und 1980, nach einigen weiteren Zwischenstationen, nach Voerde, bis er sich in Dinslaken niederließ.

Tausendundeiner Nacht hält, der sollte einfach mal mit seinen Wünschen und Träumen in die Neustraße gehen und sich dort beraten lassen. Wenn ihm dann ein Licht aufgeht, so ganz gewiss nicht wegen der Zauberkraft von Aladins Wunderlampe. 274

Silke Oberfohren mit ihrer Patentochter Catharina


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den späteren Ruf als Delikatessen-Geschäft in Sachen Fleisch und Wurst. 1965, nach Ablegung der Meisterprüfung, wurde aus dem streng nach dem qualitätsorientierten Familienmotto geschulten Dieter Oberfohren der traditionsbewusste Nachfolger im Geschäft, das er im selben Jahr zusammen mit seiner Ehefrau Friedchen übernahm. 1978 erfolgte der Umbau der Fleischerei, die um eine Wurstküche und einen Imbiss erweitert wurde. 1995 beschlossen die Eltern Dieter und Friedchen Oberfohren die Umwandlung der Fleischerei in eine GmbH, um ihre Töchter Dörte und Silke als Gesellschafter an der erfolgreich gewachsenen Firma zu beteiligen. Ein Jahr später wurden der Laden und der Imbiss räumlich zusammengelegt.

Dietrich Oberfohren (rechts) beim Rinderkauf. Links bei den Rindern sein Sohn Dieter.

Den vorläufig letzten Schliff erhielt das Ladengeschäft am Neutor im Jahre 2005, als der Laden mit Sitzplätzen ausgestattet wurde. Seitdem geht die Entwicklung ungebrochen weiter: Nicht nur dass die Fleischerei sich inzwischen auch im Internet unter der Adresse www.oberfohren.de präsentiert, der neue, selbstbewusste Geist verleiht auch dem alten Motto neuen Glanz und Sinn: obergut, oberlecker, Oberfohren – in der Tat, man schmeckt’s.

Trude Oberfohren (rechts) mit ihren Mitarbeiterrinnen im Verkauf

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Bäckerei Ortjohann

Café zur Mühle

Monika und Udo Ortjohann

„Die Nähe zum Kunden und der Dienst am Kunden sind für mich höchstes Gebot” – diesen Grundsatz hat Udo Ortjohann von Beginn seiner Konditorlaufbahn an befolgt, ob zunächst als Mitarbeiter in einem fremden oder ab 1980 im eigenen Betrieb. Diesem Grundsatz blieb er auch treu, als im Jahre 2000 die Versuchung an ihn herantrat, aufgrund notwendig gewordener, umfangreicher Umbauarbeiten in seiner Backstube in der Hohlstraße seinen Betrieb auszulagern und auf der ”grünen Wiese” eine Großbäckerei zu errichten, um von dort aus seine Verkaufsstellen zu beliefern. Damals stand jedoch für ihn fest: ”Ich will bei meinen Kunden bleiben und persönlich für sie da sein.”

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Begonnen hat alles mit dem ”Café zur Mühle”, das der aus Gelsenkirchen stammende junge Konditormeister – er hatte 1977 seine Meisterprüfung abgelegt – im Jahre 1980 zusammen mit seiner Frau Monika übernahm. ”Innerhalb von zwei Jahren haben wir den Umsatz verdreifacht”, erzählt Udo Ortjohann. Bald darauf gründeten sie eine Filiale an der Hohlstraße. Doch damit nicht genug: 1999 gründeten sie ihr Café an der Sterkrader Straße. Den Standort an der Mühle gaben sie auf und verlagerten die gesamte Produktion zur Hohlstraße. Produktion aber heißt bei Ortjohann nicht einfach nur Herstellung von Backwaren, sondern Pflege alter Rezepte und Bewahrung alter handwerklicher Traditionen. ”Wir machen alles selbst, vom Blätterteig bis zur Hochzeitstorte”, sagt Monika Ortjohann. ”Wir arbeiten mit Natursauerteigen fürs Brot. Bei uns werden die Brötchen noch wie anno dazumal von Hand hergestellt – so entstehen Brötchen, wie man sie von früher kennt.” Und nicht zu vergessen die Kuchen und Torten, deren Palette förmlich die Theke sprengt. Achtzehn oder zwanzig Torten gibt es täglich zur Auswahl.


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Bäckerei Schollin

Das Stammhaus Schollin

Die Bäckerei mit Backstube in der Hohlstraße

Einzig ”vorbehandelte Rohprodukte” kommen dafür zum Einsatz, wie bereits geröstete und geschälte Nüsse oder Marzipanrohmasse: ”Wir reden nicht über Convenience-Produkte, wir reden nicht über Backmischungen”, sagt Udo Ortjohann. Es ärgert ihn, dass Brot für 99 Cent im Supermarkt Käufer findet: ”Dadurch stirbt die Tradition nach und nach weg.” Andererseits sieht er, dass auch das Geld der Stammkunden knapper sitzt. Denen kommt die ”Happy Hour” entgegen: Täglich von 18 bis 19 Uhr werden sämtliche Backwaren in der Filiale an der Hohlstraße zum halben Preis verkauft.

Im Jahre 1853 gründete der Bäckermeister Eduard Schollin mit seiner Frau Katharina, geb. Ziegler in Dinslaken am Altmarkt das Traditionsunternehmen, das aus dem Stadtbild von Dinslaken nicht mehr wegzudenken ist. Frau Schollin betreute in dem Geschäft am Altmarkt liebevoll die Kunden und in der baulich angeschlossenen Backstube stellte Bäkkermeister Schollin die Qualitätsware her, die den Ruf des Unternehmens begründete. In der folgenden Generation übernahm Eduard II mit seiner Frau Clara, geb. Brunne den Betrieb, und beide garantierten mit ihrem Einsatz den Fortbestand der bereits allseits bekannten Firma. Unter ihrer Regie entstand ein großer Anbau für die Backstube, der auch heute noch das Erscheinungsbild in der Altstadt prägt.

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Bäckerei Schollin 1960 wurde dann Eduard Schollin mit seiner Frau Monika, geb. Schlegtendal Chef in einer geschrumpften Firma. Nach und nach wurden Filialen eröffnet. Unter seiner umsichtigen Regie wuchs das Unternehmen derart an, dass Mitte der 90er Jahre die Produktion vom Altmarkt an die GerhardMalina-Straße verlegt werden musste. Mittlerweile zählt die Firma rund 250 Mitarbeiter bei 55 Verkaufsstellen. Nach wie vor ist das oberste Gebot die hohe Qualität der Produkte und Freundlichkeit im Verkauf. Seit der Jahrtausendwende ist nun mit seinem Sohn Thomas Schollin die 5. Generation bereit, die Geschicke dieses Dinslakener Traditionsunternehmens zu führen. Auch ihm ist die Maxime seiner Vorfahren, der Dienst am Kunden, Vorbild!

Großvater Schollin mit dem neuen Aushängeschild

Bereits vor Beginn des Zweiten Weltkrieges trat Helmut Schollin in dritter Generation die Nachfolge an. Seine Frau Gisela, geb. Schäfer unterstützte ihn bei seiner Arbeit und hielt in den Wirren des Krieges tapfer durch. Sie erreichte durch ihren großen persönlichen Einsatz, dass die Firma erhalten bleiben konnte. Der Name wurde weiterhin mit der hohen Qualität der Produkte in Verbindung gebracht. 278

Eduard Schollin mit Sohn Thomas


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Scholtenhof Der Scholtenhof wird seit 15 Jahren ökologisch bewirtschaftet und gehört dem Bioland-Verband an. Zum Betrieb gehört eine ca. 150 Tiere umfassende Mutterkuh-Herde der Fleischrinderrasse Charolais. Außerdem werden Möhren, Kartoffeln und verschiedene Getreidesorten angebaut. Für interessierte Gruppen werden nach Absprache Hofführungen veranstaltet. Am 2. Advent-Wochenende findet der inzwischen über die Grenzen Dinslakens hinaus bekannte Weihnachtsmarkt statt.

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Scholtenhof

Im angeschlossenen Naturkostfachgeschäft wird das Fleisch der hofeigenen Rinder vermarktet. Darüber hinaus gibt es ein umfangreiches Sortiment an Wurstwaren, die von einem Biometzger aus der Region hergestellt werden. Besonders hervorzuheben ist das Obst- und Gemüseangebot, sowie die Käsetheke mit ca. 70 verschiedenen Bio-Käsespezialitäten. Hier darf natürlich der ökologisch angebaute Wein nicht fehlen. Das Sortiment umfasst Weine von ökologisch wirtschaftenden Weingütern aus aller Welt. Darüber hinaus gibt es auf dem Scholtenhof alle Basics für eine gesunde Ernährung.

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Weinhandlung Weinkrug

Konstanze und Heinz Henneken

Die Weinhandlung ”Weinkrug” ist eine kleine, inhabergeführte Fachhandlung in Dinslaken, die seit 1986 von dem Ehepaar Heinz und Konstanze Henneken geführt wird. Die Idee dazu entstand aus der Freude an guten Weinen, gutem Essen und dem Wunsch, eigene Erfahrungen und über viele Jahre gesammeltes Wissen mit interessierten Weinfreunden zu teilen. Das Motto des ”Weinkrugs” lautet: Individualität, Lebendigkeit und Qualität. In diesem Sinne werden die Kunden im ”Weinkrug” mit


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großer Sachkenntnis und Kompetenz, vor allem aber mit einem sicheren Gespür für individuelle und besondere Wünsche beraten und bedient. Dass der damit verbundene Anspruch an die hohe Qualität von Angebot und Beratung auch eingelöst werden kann, dafür garantiert nicht zuletzt die ständige Suche nach immer wieder neuen Highlights rund um den Globus sowie ein unabhängiger Einkauf, durch den die ständige Weiterentwicklung des Programms auf hohem Niveau möglich wird. Auf diese Weise umfasst das Angebot der Weinhandlung inzwischen mehr als 400 Produkte aus aller Welt, passend für jeden Anlass, Geschmack und Geldbeutel. Der besondere Service des Hauses: In Dinslaken werden die Kunden ab € 100,frei Haus beliefert, sowie nach Vereinbarung. Falls gewünscht, übernimmt die Weinhandlung auch den Postversand.

Für Firmen bietet der ”Weinkrug” einen speziellen Präsentservice (vom Angebot bis zur Versendung). Und wer will, kann im ”Weinkrug” sogar Sekt mit seinem eigenen Etikett bestellen, mit dem der Käufer sich gleichsam seine eigene Hausmarke schafft. Geschenke werden im 1er, 2er, 3er und 6er Geschenkkarton, im Weidenkorb oder einer Holzkiste stilvoll und dekorativ verpackt.

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