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Sch端ler_innen


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Sprache schafft Bewusstsein Diese Broschüre ist bewusst in geschlechtergerechter und -sensibler Sprache verfasst. Frauen stellen mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung dar und werden doch in der Sprache beharrlich ignoriert. Sprache ist Teil der Gesellschaft, spiegelt diese wider und hat somit auch Gestaltungsmacht. Aus diesem Grund verwenden die Autor_innen dieser Broschüre diese Schreibweise. Der Unterstrich soll weiters allen Menschen, die sich nicht den herkömmlichen Geschlechtertypen zugehörig fühlen, Raum geben.

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einleitung Seite 3 aks Seite 6 readaktionsteam Seite 8 inhalt Seite 19 layout Seite 30 druck Seite 36 finanzen Seite 39 medienrecht Seite 45 kontakte Seite 48

Einleitung


4

Einleitung

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, egislative Neben L t. a ta S ie Macht im Presse d llem die als vierte a r o v t a Medien eh siv zu Judikativ des mas d n n a u L e s v ti re unse Exeku eit, wichschicke , die Ge Möglichk it e ie k d h n c li e g b ha a Mö n Medien um Them sen. Den Thema z s u in fl e in r e e e b sgeen od formation ufzuwerf In a d n n e u g ra tige F issens ten und serer W ol an Da o n. In un P e h n c e a ß m gro ft zu us einem ei wird o gilt es, a ren. Dab e ft ti a k h le c s e ll s se zu ype len und riesiger H uszuwäh isse ein n ig re E Fakten a v ause und monstrati n, Vorfäll e e d n o n e rs e rd we um P iederum ht im Inoder nic andere w , g n n e u b it e ie z tr s be ge en einer Ta iner breit Was in k ang zu e g u Z n e gespart. in t, hat ke finden is icht. ternet zu xistiert n eit - es e k h ic tl n e Öff

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Neue Fähigkeiten erwerben

Know-How

etet viele verschieden Möglichkeiten. Durch die

um das Projekt “Schüler_innenzeitung” zu starten. Von

selbstständige Planung und Durchführung eines

der ersten Redaktionssitzung über Layout bis hin zur

Projektes sammelt ihr unzählige Erfahrungen in

Produktionsweise findet ihr sämtliche Infos. Natürlich

den unterschiedlichsten Bereichen. Im Regelun-

erhebt diese Broschüre keinesfalls Anspruch auf Voll-

terricht haben wir selten die Chance, wirkliches

ständigkeit und aufgrund des Bestrebens nach Kom-

Teamwork zu erfahren oder Skills im Bereich Por-

paktheit kann es sein, dass ihr euren Wissensdrang

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nur bedingt stillen könnt. Natürlich müsst ihr auch nicht

Prinzip zu erlernen. Die Gründung einer Schül-

die ganze Broschüre von vorne bis hinten durchlesen,

er_innenzeitung bringt viele weitere Aufgaben mit

um für die Herausgabe eurer Zeitung gewappnet zu

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sein. Greift bei Bedarf immer wieder auf dieses kleine

Layout, Fotografie, Inseratesuche. Auf eine ganz

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formationen heraus.

Das Herausgeben eines eigenen Mediums bi-

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Einleitung

In dieser Broschüre findet ihr sämtliches Know-How,

diese Weise ohne Druck viele wichtige Erfahrungen mitnehmen.

aks mit Rat und Tat zur Seite

Langer Rede, kurzer Sinn: Viel Engagement und Spaß beim Konzipieren eurer Schüler_innenzeitung! Lasst euch von anfänglichen Rückschlägen oder Problemen auf keinen Fall unterkriegen. Die aks unterstützt dich auch gerne bestmöglich bei der Gründung deiner Schüler_innenzeitung. Holt euch einen SiZ-Workshop an eure Schule! Die aks bietet kostenlose Schüler_innenzeitungs-Workshops an, bei dem sämtliche Interessent_innen schon mal einen groben Überblick über das Entstehen und die Produktion einer Schüler_innenzeitung bekommen. Bei Fragen, Wünschen und Anregungen oder falls ihr einen SiZ-Workshop an eurer Schule machen wollt: meldet euch einfach bei uns unter 01/523 12 43 31 oder schreibt an aks@aks.at!


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AKS ler_innen – ü h c S r e h c is Aktion kritkannst du wo anders! Leise sein

Die Aktion kritischer Schüler_innen ist eine Organisation, die sich für die Interessen von Schüler_innen einsetzt und sowohl bildungs-, als auch gesellschaftspolitisch aktiv ist. Unser Ziel ist eine demokratische, sozial gerechte und angstfreie Schule und Gesellschaft. Wir verstehen uns als Organisation von und für junge Menschen, an der sich alle interessierten Jugendlichen beteiligen können. Die AKS ist bundesweit aktiv, in ganz Österreich gibt es Orts- und Schulgruppen, die Diskussionsrunden, Seminare, Feste, Filmabende oder Straßenaktionen organisieren. Demokratische Schule Wir Schüler_innen verbringen einen großen Teil unserer Zeit in der Schule – in einem Umfeld, in dem wir immer am kürzeren Ast sitzen, kaum Mitbestimmungsmöglichkeiten haben und unsere Meinungen nur sehr selten ernst genommen werden. Wir wollen jedoch eine Schule, die sich an unseren Bedürfnissen orientiert, in der wir mitbestimmen und den Schulalltag mitgestalten können. Sozial gerechte Schule Der Bildungsweg von Schüler_innen ist immer noch stark vom finanziellen und sozialen Hintergrund der Eltern abhängig. Nur ein geringer Teil der Kinder mit Eltern ohne Matura macht selbst Matura oder studiert später an einer Universität, im Gegensatz dazu besucht ein Großteil der Kinder mit Eltern mit Uniabschluss später ebenfalls eine Universität. Bildung darf nicht vom Geldbörserl der Eltern abhängig sein. Wir wollen eine Schule, in der Fähigkeiten, Stärken und Interessen und nicht die soziale Herkunft entscheidend sind. Angstfreie Schule Schule wird viel zu oft von Leistungsdruck, Angst vor Schularbeiten oder vor schlechten Noten, Angst vor “Sitzenbleiben” geprägt. Angst und psychischer Druck nimmt Lernfreude und Motivation. In unseren Augen sollte die Schule jedoch ein Ort sein, an dem sich Schüler_innen neues Wissen aneignen und sich ihren Interessen entsprechend entfalten können. In der Schule soll nicht wegen oder aus Angst vor einer Note gelernt werden, sondern aus Interesse und persönlicher Motivation.


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AKS

Diskussionsrunden, Seminare und Schulworkshops der AKS Die AKS veranstaltet in allen größeren Städten wöchentliche Diskussionsrunden zu Themen wie Anti-Rassismus, Bildungspolitik, Globalisierung oder verschiedene aktuelle politische Themen. Außerdem finden in regelmäßigen Abständen Seminare statt, bei denen sich Schüler_innen aus ganz Österreich abseits vom Frontalunterricht in der Schule mit Themen beschäftigen, die sonst meist zu kurz kommen. Rhetorik, Bildungspolitik, Projektmanagement oder Gleichberechtigung sind nur ein paar Beispiele. Auf den Seminaren der AKS kannst du aber nicht nur neue Fähigkeiten und neues Wissen erwerben sondern auch Jugendliche aus ganz Österreich kennenlernen und jede Menge Spaß haben! Wir kommen auch gerne direkt an deine Schule und bieten als Alternative zum eintönigen Schulalltag Workshops zu verschiedenen, spannenden Themen an. Melde dich einfach bei uns, wenn du ein AKS-Seminar für deine Klasse oder für mehrere Klassen an die Schule holen willst! Schüler_innenvertretung (SV) Im Rahmen der Schüler_innenvertretung engagiert sich die AKS direkt an den Schulen und auf Landes- und Bundesebene. Als Schüler_innen sitzen wir im Schulalltag oft am kürzeren Ast, genau deshalb braucht es eine starke Vertretung. Mit SV-Vernetzungstreffen, Seminaren und Informationsmaterial unterstützen wir die Schüler_innenvertretungen vor Ort. Du kannst dich jederzeit bei uns melden, wenn du Informationsmaterialien zugeschickt bekommen oder zu einem SV-Vernetzungstreffen der AKS kommen möchtest. Solltest du außerdem Unterstützung bei einem Projekt in deiner Schule brauchen, sind wir dir natürlich gerne behilflich! Schulrechtsnotruf – 0699/ 12148120 – schulrecht@aks.at Die Rechte von uns Schüler_innen werden oft umgangen oder schlichtweg ignoriert. Im Dschungel der Schulgesetze ist es allerdings nicht immer einfach, den richtigen Paragraphen zu finden, um sich für die eigenen Rechte einsetzen zu können. Ruf uns an oder schreib uns ein mail, wenn du eine Schulrechtsfrage oder ein Problem mit einer Lehrperson hast – wir helfen dir gerne weiter! AKS – Leise sein kannst du wo anders! Besuch eines unserer Treffen oder bau dir deine eigene AKS, etwa durch die Gründung einer Schüler_innenzeitung oder einer AKS-Schulgruppe, durch dein Engagement in der Schüler_innenvertretung oder durch eine völlig neue Idee deinerseits. In diesem Sinne – Get active!


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Redaktion

2. Redaktionsteam _ 2.1 Einleitung Steht die Idee, eine Schüler_innenzeitung herauszugeben, einmal im Raum, heißt das nicht, sich sofort hinter einen Computer zu klemmen und die ersten Artikel zu verfassen. Der Zusammenschluss von interessierten und engagierten Leuten zu einem Redaktionsteam und eine intensive Zielsetzungs- bzw. Planungsphase stehen anfangs im Vordergrund. Wichtig ist, Schritt für Schritt vorzugehen und entsprechende Handlungsschritte zeitgerecht zu setzen. Und genau das machen wir jetzt!

_ 2.2 Infrastruktur Zur Produktion und Gestaltung sind keinesfalls spezielle Räumlichkeiten (z.B. Büro) oder ein eigener Telefonanschluss notwendig. Im Idealfall finden die Redaktionssitzungen und Besprechungen am Nachmittag in einer freien Klasse in der Schule statt. Falls der_die Direktor_in dies nicht erlaubt, ist auch ein Cafe akzeptabel. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, die Treffen in aks-Räumlichkeiten in der Nähe abzuhalten, wo Computer und Kopierer benützt werden können. An nötigem Platz oder geistiger Bewegungsfreiheit wird es also nicht scheitern. Die Artikel selbst entstehen ohnehin meist zu Hause oder können im EDV-Saal der Schule abgetippt werden.

_ 2.3 Teamwork Gemeinsam statt einsam – von Anfang an muss klar sein: das Arbeitsvolumen einer ordentlich gemachten Schüler_innenzeitung übersteigt in jedem Fall die Leistungsmöglichkeiten einer einzelnen Person. Am besten man macht sich zu zweit auf den Weg, um Klassenkolleg_innen oder Freund_innen aus anderen Schulstufen für das Projekt "Schüler_innenzeitung" zu begeistern. Vor allem sollten Plakate in der Schule angebracht werden, auf denen alle Interessierten zur ersten Redaktionssitzung einladen werden (mit Name, Klasse und Kontaktnummer versehen).


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Redaktion

Von Anfang an ist klar, dass es sich um ein Gemeinschaftsprojekt handelt und sich alle maximal einbringen können. Dies bedeutet jedoch keinesfalls, dass "alle alles gemeinsam erledigen", sondern lediglich, dass das ganze Team entscheidet, was wie passiert. Im Sinne der Produktivität und Überschaubarkeit ist Arbeitsund Ressortaufteilung unvermeidbar und wichtig:

Chef_innenredakteur_in: Er_sie hat neben der eigenen Tätigkeit als Redakteur_in eine organisatorische und koordinierende Funktion. Das heißt, dass er_sie die Redaktionssitzungen moderiert, säumige Artikel eintreibt oder noch einmal Korrektur liest. Er_Sie erntet also nicht nur das Lob für eine gelungene Ausgabe, sondern ist bei Problemen vermehrt der Kritik von Mitarbeiter_innen und Außenstehenden ausgesetzt.

Redakteur_innen: Bei einer Schüler_innenzeitung muss es keine starre Ressortaufteilung wie bei einer professionell gemachten Zeitung geben. Um jedoch die Vielfalt an Artikeln garantieren zu können, sollte es fixe Themengebiete wie z.B. Schulpolitk, Lehrer_innen, Filme, Literatur & Kultur etc. geben. Außerdem sind die Redakteur_innen für das Vorhandensein passender Fotos zu ihrem Artikel verantwortlich.

Fotos: Nicht immer ist ein_e Redakteur_in auch fotografisch begabt und meist fehlt ohnehin die Zeit, sich mit der bildlichen Gestaltung des Artikels intensiv auseinanderzusetzen. Im Idealfall gibt es ein bis zwei Personen, die als Fotograf_innen für passende Bilder sorgen.


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Grafik und Layout Eine Zeitung lebt nicht nur von den Inhalten, sondern auch von der optischen Gestaltung und Aufbereitung. Insofern verhält es sich ähnlich wie bei den Fotos: Im Sinne der Arbeitsteilung sollte es eine Person geben, die ausschließlich für das Layout verantwortlich ist und auch die Angelegenheiten mit der Druckerei regelt.

Anzeigen (Inseratenaquisition): Dieses Ressort sollte in einer Hand liegen. Wichtig ist hierbei, Inserate aufzutreiben und letztendlich auch das Geld einzutreiben.

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11 _ 2.4 Erste Redaktionssitzung Mit Power durchstarten

Besonders die erste Redaktionssitzung will gut vorbereitet sein. Die Teilnehmer_innen kommen mit den verschiedensten Erwartungshaltungen und den damit verbundenen Wünschen und Anliegen. Wichtig ist, für den nötigen Motivationsschub zu sorgen und den Redakteur_innen die Schüler_innenzeitungsarbeit schmackhaft zu machen.

Stichwortzettel zur Vorbereitung der 1. Sitzung: • Ziel des Treffens genau festlegen • jene Punkte festlegen, die besprochen werden sollen • Anfang, Zeitdauer und Ort genau festlegen und auch ausschreiben • Moderationsperson bestimmen und jemanden, der_die mitschreibt • Raum und entsprechende Materialien organisieren • Anwesenheitsliste

Die Bewerbung Der feste Kern eines Schüler_innenzeitungsteams ist schnell beisammen. Am besten werden Leute aus dem näherern Umfeld angesprochen, die Interesse haben oder etwas beitragen können. Nach dem Prinzip der Mundpropaganda sollen diese wiederum Freund_innen und Bekannte aus ihrer Klasse Bescheid sagen usw. Um jedoch alle Interessierten zu erreichen, können kopierte Einladungen in der Aula verteilt oder einfach in den Klassen aufgehängt werden. Bei der ersten Redaktionssitzung sind folgende Punkte zu besprechen und festzulegen: • Kennenlernen

• Aufgabenverteilung

• Rubriken

• Motivation, Erwartungshaltungen, Ziele

• Auflage

• Wie schreibe ich einen Artikel?

• Erscheinungszyklus

• Themenfindung für die Artikel

• Seiten-Umfang

• Wer schreibt was?

• Druck

• Redaktionsschluss

• Analyse der Zielgruppe • Festlegung des Zeitungstitels


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I Kennenlernen – die erste “Tuchfühlung”

Da sich die zukünftigen Schüler_innenzeitungsredakteur_innen untereinander wahrscheinlich kaum bis flüchtig kennen, empfiehlt sich eine Vorstellrunde. Um das Eis zu brechen und die Scheu voreinander zu verlieren, wird mit einem Aufwärmspiel begonnen. Es ist auch von Vorteil, eine Liste durchzugeben, in die alle ihren Namen sowie Email-Adresse und Telefonnummer eintragen.

II Motivationen, Erwartungshaltungen & Ziele

Da das Schüler_innenzeitungsteam aus bunt zusammengewürfelten Leuten besteht, sind auch die jeweiligen Motivationen, mit denen an die bevorstehende Arbeit herangegangen wird, unterschiedlich. Wichtig ist es, die Erwartungen und Vorstellungen aller Redakteur_innen zu erfahren, um sich auf die dementsprechenden Bedürfnisse einstellen zu können. Blitzlichtrunde: Am besten wird ein Sesselkreis gebildet und die Moderationsperson formuliert eine Frage wie etwa "Was möchte ich mit der Gestaltung einer Schüler_innenzeitung erreichen?". Nun beantworten alle nacheinander die Ausgangsfrage. Während des Blitzlichtes werden die Aussagen weder kommentiert noch darf unterbrochen werden. Die wichtigsten Punkte werden auf der Tafel oder einem Flip-Chart mitgeschrieben. Kärtchenabfrage: Alle bekommen eine gewisse Anzahl an Kärtchen zur Verfügung gestellt, auf denen sie in Form von Stichworten ihre Erwartungen und Ziele formulieren. Wenn alle fertig sind, werden die Kärtchen abgesammelt und für alle ersichtlich an der Wand angebracht. Brainstorming: Auch das ist eine Methode, um unterschiedlichste Meinungen zu hören. (siehe Abschnitt Zeitungstitel S. 13). Ob nun an Hand einer Blitzlichtrunde oder einer Kärtchenabfrage, auf jeden Fall soll über das Gesagte diskutiert und die fünf wichtigsten Ziele gemeinsam festgelegt werden. Daraus ergibt sich schließlich die Blattlinie, nach der sich das Team künftig richten kann.

III Zielgruppe

Nachdem die Blattlinie festgelegt wurde, sollte die Frage nach der Zielgruppe geklärt werden, sprich “Wer soll mit der Schüler_innenzeitung erreicht werden?". Denn sowohl der Inhalt als auch die layouterische Gestaltung richten sich vor allem nach dem Leser_innenpublikum selbst.


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13 Die Zielgruppe wird charakterisiert durch: • Alter • Bildung • geografische & soziale Herkunft • Interessen • politische, moralische, ethische Einstellungen • Lese- und Medienkonsumverhalten • Anforderungen an das Medium

Wichtig ist auch, wie homogen die Zielgruppe ist. Je größer die Zielgruppe, desto unterschiedlicher sind die einzelnen Personen. Was das Leser_innenpublikum einer Schüler_innenzeitung betrifft, so ist dieses ganz leicht einzugrenzen. Der größte gemeinsame Nenner ist in jedem Fall das Schüler_innendasein, die selben Lehrer_innen und das selbe Schulgebäude. Genügend Anknüpfungspunkte zu finden, dürfte also nicht schwer sein.

IV Zeitungstitel Für den Zeitungstitel ist es wichtig, dass... ... sich die Zielgruppe damit identifizieren kann (also eventuell etwas Schultypisches) ... er kurz, prägnant und einprägsam ist (nicht länger als zwei oder drei Silben) ... er mit der Blattlinie übereinstimmt (das angestrebte Image der Zeitung widerspiegelt) Brainstorming: Alle gruppieren sich rund um einen großen Bogen Papier und bekommen einen Stift in die Hand. In der Mitte wird die Fragestellung notiert, also "Wie soll die Zeitung heißen?" oder Ähnliches. Nun schreiben alle ihre Vorschläge auf das Plakat, lesen, was den anderen dazu einfällt und werden dadurch wieder zu neuen Gedanken angeregt. Eine andere Variante ist, dass sich die Moderation an das Flip-Chart oder die Tafel stellt und auf Zuruf die Namen notiert. Wichtig: Alles ist erlaubt. Oft sind es gerade die unrealistischen Dinge, die den "Kick" für die wirklich gute Idee geben. Außerdem sollen abfällige Bemerkungen oder Reaktionen aus der Gruppe auf Ideen von Einzelnen vermieden werden. Ein derartiges Verhalten hemmt die Kreativität und ist somit kontraproduktiv. Nach etwa 15 Minuten kann zur Auswertung übergegangen werden. Es werden alle in Frage kommenden Titel auf die Tafel bzw. Flip geschrieben und anschließend


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die Vor- und Nachteile jedes einzelnen besprochen. So fallen einige weg und letztendlich kommt es durch Punktabfrage zur Entscheidung (alle Redakteur_innen dürfen je einen Punkt an ihre drei Favoriten vergeben, die Entscheidung fällt auf den Titel mit den meisten Punkten).

Tipp I:

Bei der Namensfindung aufpassen, dass nicht schon eine andere Zeitung diesen Titel führt. Schließlich sollte die Zeitung weder verwechselt werden, noch Probleme wegen patentrechtlich geschützter Namen bekommen.

Tipp II:

Ausgefallene Möglichkeit bei Uneinigkeit: Einfach die möglichen Titel auf das Cover der ersten Ausgabe drucken und das Leser_innenpublikum entscheiden lassen.

Tipp III:

Bei der Wahl des Titels nicht nur auf den ”Coolnessfaktor” achten, sondern auch auf die grafische Gestaltung eingehen.

V Aufgabenverteilung Wer ist Chef_innen-Redakteur_in? Wer ist für das Layout, wer für die Fotos zu ständig? Welche Person aus dem Redaktionsteam kümmert sich um die Finanzierung? Diese Fragen sollten bei der ersten Redaktionssitzung besprochen werden, sollte die Aufgabenverteilung nicht schon im Vorhinein geklärt worden sein.

VI Auflage Die Auflage orientiert sich am Adressat_innenkreis und der damit zu erwartenden Absatzmöglichkeit. Richtet sich die Zeitung ausschließlich an Schüler_innen einer Schule, so wird die Auflagenhöhe eher gering sein. Eine geringe Auflage bedeutet zwar relativ niedrige Gesamtkosten, aber das einzelne Exemplar selbst ist verhältnismäßig teuer, da die Produktion billiger wird, je höher die Auflage ist. Außerdem ist es schwierig, bei einer geringen Stückzahl Inserate zu ergattern. Zeitungen, die von Schüler_innen mehrerer Schulen herausgegeben werden, sind wegen der höheren Auflage zwar teurer, lassen sich aber auf Grund des niedrigeren Stückpreises und der steigenden Inseratepreise leichter finanzieren.


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15 Folgende Faktoren sind zu beachten: • Größe der Zielgruppe • Nachfrage • Kaufkraft (Preis) • Produktionskosten • Inserateinnahmen

Die Stückzahl ist in jedem Fall davon abhängig, ob ihr es schafft, die Zeitung mit Inseraten auszufinanzieren und sie daher gratis oder sehr günstig hergeben könnt. Müsst ihr mehr dafür verlangen, ist mit einer geringeren Auflage zu rechnen. Die erste Ausgabe sollte in ihrer Auflage die Hälfte der Schüler_innenzahl nicht übersteigen. Die Auflage der zweiten Ausgabe sollte an die Nachfrage nach der ersten Zeitung angepasst werden.

VII Erscheinungszyklus Die Schüler_innenzeitung sollte zumindestens viermal jährlich erscheinen, im Idealfall alle zwei Monate. Dieser Rhythmus ist anzustreben, um Kontinuität in den Produktionsablauf zu bringen und einen Wiedererkennungseffekt zu erzielen. Sobald eine gewisse Regelmäßigkeit eingetreten ist, sollte diese ”mit allen Mitteln und Geboten” erhalten werden. Don’t panic: Geht im Schulstress wieder einmal alles drunter und drüber, kann eine Extraausgabe (kleinerer Seitenumfang) die Leser_innen bei der Stange halten.

VIII Format Das Format richtet sich vor allem nach Zweckmäßigkeit und Art der Vervielfältigung (Druck, Kopieren etc.). Das DIN-A4-Format ist für Schüler_innenzeitungen besonders beliebt, da es mit einem Kopierer am leichtesten zu vervielfältigen ist. Zu beachten ist, dass eine A4-Zeitung auf A3-Papier gedruckt werden sollte, damit sie aus 4-seitigen Zeitungsbögen besteht und nicht nur aus losen A4-Blättern besteht. Ein A3-Kopierer ist dafür die Voraussetzung. Lasst ihr die Zeitung bei einer Druckerei drucken, kann natürlich auch ein anderes Format gewählt werden (z.B. A5).

IX Seiten-Umfang Im Gegensatz zu Titel, Format und Grundlayout kann der Umfang der Zeitung je nach Anzahl und Wichtigkeit der Artikel bei jeder Ausgabe variieren. Vier Seiten stellen jedoch das Minimum dar. Grundsätzlich sollte die Anzahl zwischen 12 und 24 Seiten liegen. Außer bei einer Zeitung, die aus einfachen A4-Kopien besteht,


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muss die Seitenanzahl immer durch die Zahl 4 teilbar sein: ein Zeitungsbogen gibt exakt vier Seiten her, was unbedingt einzukalkulieren ist.

X Druckverfahren ... ist abhängig von der Auflagenhöhe, der gewünschten Druckqualität und den vorhandenen Geldmitteln. (Genaueres dazu im Kapitel “Druck”).

XI Rubriken Weiters solltet ihr bei der ersten Redaktionssitzung die Rubriken der Zeitung festlegen (z.B. Schulinternes, Bildungspolitik, Wissen, Kommentar/Kolumne, etc.).

XII Wie schreibe ich einen Artikel? Diskutiert die einzelnen Artikelformen und was bei der Recherche und beim Schreiben eines Artikels zu beachten ist. Zu diesem Thema sollte es ein kurzes Handout geben – kopiert einfach den Teil “Inhalt” (ab Seite 19) aus dieser Broschüre!

XIII Themenfindung Nachdem die Rahmenvorgaben für die Zeitung festgelegt wurden, geht es an die Artikelauswahl für die erste Ausgabe. Am besten wird dazu ein Seitenspiegel angefertigt, in dem bereits fixe Artikel wie Kommentare oder Werbeeinschaltungen eingezeichnet sind. Somit ist der zur Verfügung stehende Platz klar ersichtlich und auch die Layouter_innen haben gleich eine Vorstellung. Die Themen selbst werden wieder an Hand eines Brainstormings ermittelt und sollten sich nach bereits festgelegten Rubriken richten. Sowohl der_die Chef_innenredakteur_in als auch die anderen Mitarbeiter_innen sollten sich bereits im Vorfeld Gedanken über coole Stories und wichtige Inhalte machen. Die Titelstory stellt natürlich den interessantesten Beitrag dar und ist praktisch der ”Aufmacher” der Zeitung. Ein prägnantes Titelbild sollte zur Hervorhebung des Themas beitragen.


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17 Nachrichtenfaktoren – Betroffenheit der Leser_innen: * etwas ist in deiner geografischen Nähe passiert * etwas betrifft dich persönlich (z.B.: Gesetzesänderung)

* etwas betrifft Personen in ähnlicher Lage (z.B.: Schüler_innen anderswo) * etwas betrifft jemanden, den du kennst und der dich interessiert (z.B.: Stars) * Besonderheit der Meldung (”fällt aus dem Rahmen”) * Exklusivität der Meldung * Aktualität der Meldung

Eine ausgewogene Mischung der Artikel ist genau das Richtige für das Medium. Die Chance von Schüler_innenzeitungen liegt besonders im lokalen/schulbezogenen Bereich! Natürlich ist es aber auch wichtig, gesellschaftspolitische Artikel abzudrucken, da es für viele Leser_innen spannend ist, nicht außschließlich über Schulbezogenes zu lesen.

XIV) Wer schreibt was? Bei Redaktionssitzungen ist ein wesentlicher Teil die Vergabe der Artikel an die einzelnen Redakteur_innen. Wichtig ist, bei der Redaktionssitzung über die essentiellen Aussagen und die Art jedes einzelnen Artikels zu disktutieren und diese auch festzulegen. Im Nachhinein Artikel umzuschreiben ist meist aus Zeitgründen sehr schwierig und führt nur zu Unmut innerhalb der Redaktion. Auch die Artikellänge muss unmissverständlich definiert werden, am besten nimmt man hier als Richtwert die Zeichenanzahl. Oft ist es auch der Fall, dass zwei oder mehrere Leute gemeinsam einen Artikel verfassen wollen. Hierbei sind klare Arbeitsvereinbarungen und eine gute Koordination untereinander gefragt.

XV) Redaktionsschluss Nicht nur die Namensgebung und Themenfindung sollten ausführlich besprochen werden, auch der Redakionsschluss muss abgeklärt werden. Zwischen Redaktionssitzung und Redaktionsschluss liegen maximal zwei bis drei Wochen. Für Korrekturlesen, Umschreiben und unverbesserliche Nachzügler_innen, die sich nicht an die Deadline halten, wird eine Woche in Anspruch genommen. Letztendlich fällt noch eine weitere Woche für Layout an. Der tatsächliche Erscheinungstermin sollte auch allen Redakteur_innen bekannt sein, da er einen guten Anhaltspunkt für die zu erwartende Aktualität des Artikels darstellt. Check it: Der_die Chef_innenredakteur_in sollte stets eine Pufferzone im Rahmen von einer Woche im Hinterkopf behalten, da mit pünktlicher Artikelabgabe leider nicht zu rechnen ist.


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Routine in der Redaktion Die erste Redaktionssitzung ist zwar einerseits die zeitintensivste, andererseits aber auch die spannendste. Denn hier werden die wichtigsten Eckpfeiler für das zukünftige Profil der Zeitung festgelegt. Die nachfolgenden Redaktionssitzungen könnte man stets mit einer Besprechung der letzten Ausgabe beginnen, also sozusagen eine Stärken/Schwächen-Analyse durchführen. Anschließend passiert die Themenfindung und Artikelvergabe wie gehabt.

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Inhalt

3. Inhalt Infos zu den folgenden Themen findest du auf den nächsten Seiten: • Recherche • Aufbau eines Artikels • 3 Regeln zum Schreiben eines Artikels • Verschiedene Artikelformen

_3.1 Die Recherche Eine der wichtigsten Aufgaben der Redakteur_innen ist die Recherche - es ist höchst unprofessionell, Gerüchte abzudrucken, ohne sie vorher auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Wichtig dabei: objektiv bleiben und das Problem von allen Seiten beleuchten. Eine Checkliste mit vier Spalten kann bei ausführlichen Nachforschungen hilfreich sein: • Zielformulierung (welche Punkte sind zu recherchieren, woher kommen die Infos und was soll daraus werden?) • Angaben über notwendige Unterlagen (Bücher, Fachartikel, Statistiken, die für den Artikel benötigt werden) • Hauptinformant_innen • Können die Hauptinformant_innen die Infos nicht liefern, werden in der vierten Spalte weitere mögliche Informant_innen eingetragen. Hat man einen zu recherchierenden Punkt geklärt, wird die Zeile abgehakt und die Antwort auf ein eigenes Blatt geschrieben, auf dem alle Fakten gesammelt werden. Diese werden später selektiert, also nach Wichtigkeit sortiert.

Die Recherche läuft in drei Phasen ab: 1. Check

2. Re-Check

- Erstinformation einholen

- ”6 journalistische W’s” überprüfen (Wer hat Was, Wann, Wo, Wie und Warum getan?)

- erhaltene Infos prüfen - ”Lohnt es sich, darüber zu schreiben?”

- Gegenseite befragen - von Außen nach Innen recherchieren (erst Zeug_innen, dann Betroffene; erst Expert_innen, dann Betroffene; ...)


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Inhalt

Nun sollte das Thema ausreichend durchrecherchiert sein. Jetzt folgt der 3. Double-Check - Umfeld des Geschehens analysieren - Eindrücke sammeln - Zusammenhänge klären Quellen für die Recherche sind an erster Stelle die Betroffenen selbst. Um an sachliche Hintergrundinformationen zu kommen, bieten sich Internet, Bibliotheken und vor allem Interviews mit Expert_innen aus dem Bereich an, über den der Artikel verfasst wird. Das Befragen von Expert_innen kann die Glaubwürdigkeit des Artikels erhöhen.

• Mehr Fakten recherchieren als gebraucht werden - so kann gut selektiert werden und ein guter Gesamteindruck vermittelt werden! • Mitprotokollieren während der Recherche - nie auf das eigene Gedächtnis verlassen! • Nicht darauf vergessen, schon während der Recherche Bildmaterial oder Grafiken zu sammeln!

Recherche - kurz und bündig: 1. Ziele formulieren 2. Infos sammeln 3. Check – Re-Check – Double-Check 4. selektieren


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Inhalt

_3.2 Aufbau Ist die Recherche abgeschlossen, werden die einzelnen Artikelteile herausgearbeitet: Was auf keinen Fall fehlen darf: • Titel • Untertitel • Lead • Zwischentitel

Titel Der Titel entscheidet oft darüber, ob ein Artikel gelesen wird oder nicht. Die Überschrift soll die Hauptaussage wiedergeben, und das in so wenig Worten wie möglich.

Guter Titel, aber wie? Tipp I:

Dreier-Schmäh: Titel, die aus drei Wörtern bestehen sind prägnant, grafisch in einer Zeile unterzubringen und weisen einen gewissen Rhythmus auf.

Tipp II:

Bei Namen alle Titel, Berufsbezeichnungen und Vornamen wegstreichen (nicht ”Bundespräsident Dr. Heinz Fischer wurde wiedergewählt”, sondern ”Fischer wiedergewählt”).

Tipp III:

Auf Artikel und Beifügungen wenn möglich verzichten.

Tipp IV:

Alliterationen verwenden: ”Windkraft für Werkstatt”, ”Verzögerung statt Vermittlung”, ”Euro am Ende?”,...

Untertitel: Ergänzend zum Titel verwenden Redakteur_innen Untertitel, die etwas detaillierter auf das Thema eingehen. Meist sind Untertitel größer geschriebene Einzeiler oberhalb bzw. unterhalb des Titels


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Inhalt

Lead (Vorspann): Ein guter Artikel beschreibt in den ersten Sätzen - dem Lead - bereits das Wesentlichste. Die 6 journalistischen Ws sind dabei zu berücksichtigen (-> siehe Recherche S. 17)! Der Lead erstreckt sich über fünf bis acht Zeilen und ist meist fett gedruckt, einen Schriftgrad größer als der Artikel oder über drei Spalten breit gesetzt. Zwischentitel: Bei etwas längeren Artikeln verwendet man zur grafischen Auflockerung sogenannte Zwischentitel. Sie sind größer als der Text gesetzt und fett gedruckt, man sollte sie ca. alle 20 Zeilen verwenden. Neben optischen Gründen hat der Zwischentitel den Effekt, dass sich bereits ausgestiegene Leser_innen aufgrund eines interessanten Zwischentitels dazu verleiten lassen, den Artikel an einer späteren Stelle weiter zu lesen!

Faustregel beim Schreiben - Das Wichtigste zuerst Fängt ein Artikel mit unwichtigen Detailinformationen an, wird kaum jemand zum Weiterlesen verleitet. Daher: wichtige, spannende Informationen und Details am Anfang!

_3.3 Drei Regeln zum Schreiben eines Artikels Bevor sich die Redakteur_innen auf das Verwerten der recherchierten Fakten konzentrieren, müssen sie sich drei journalistische Grundregeln für alle Arten von Artikeln ins Gedächtnis rufen: Objektivität Verständlichkeit Prägnanz

Objektivität: Objektivität ist eine der wichtigsten Grundregeln des Journalismus. Natürlich können Journalist_innen keine absolute Objektivität erreichen - die Wahrnehmung der Umwelt ist von Mensch zu Mensch verschieden. Um sicher zu gehen, dass der Artikel so objektiv und verständlich wie möglich ist, lassen viele Redakteur_innen ihre Arbeiten von einem_einer oder mehreren Kolleg_innen, die dem Thema neutral gegenüber stehen, ”gegenlesen”.


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Inhalt

Verständlichkeit Die Leser_innen sollen die Schlussfolgerungen, die der_die Autor_in vorgibt, nachvollziehen können. Dazu gehört auch, nicht zu viel Vor- oder Fachwissen der Leser_innenschaft vorauszusetzen. Vermeiden: Abkürzungen, Fremdwörter, Amtsdeutsch

Prägnanz: Die Sätze sollten wenn möglich nicht mehr als 20 Worte beinhalten und auf keinen Fall extrem verschachtelt sein! Ein ”roter Faden”, der sich durch jeden Artikel zieht, ist abolut notwendig; aufeinander folgende Absätze sollten zusammenpassen. Prägnanz bedeutet, einen Text nicht ”aufzublasen”: • kurze, einfache Sätze mit konkreten und anschaulichen Formulierungen • “dass, wenn - Sätze” vermeiden • keine Füllworte (“einfach, eigentlich, also, nämlich, ...”) - alles wegstreichen, was zum Verständnis des Satzes unnötig ist • Konjunktive vermeiden (“wäre, würde, könnte, ...”) • keine Phrasen dreschen, die wenig aussagen, aber scheinbar gut klingen Besonders auf euren Schreibstil achten: • Wortwiederholungen vermeiden • keine überdrehten Superlative (der superste Trick; ganz, ganz toll) • Bezugspunkte beachten (Frau von Raubkatze gebissen: Sie lebt!) • keine schlampigen Formulierungen (Das Buch, was ich gestern...) • Auch richtige Rechtschreibung und Beistrichsetzung entscheiden über das Image eurer Schüler_innenzeitung – jeden Artikel unbedingt von einer Person Korrektur lesen lassen, die gut rechtschreiben kann!

Ob die Leser_innen den Artikel komplett durchlesen oder nach dem ersten Absatz das Interesse verliert, ist manchmal viel mehr von Objektivität, Verständlichkeit und Prägnanz abhängig als vom behandelten Thema selbst!


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_3.4 Artikelformen Um eine Zeitung abwechslungsreich und spannend zu gestalten, sollten verschiedene Artikelformen vorkommen:

1.) Bericht & Nachricht Kernpunkt bei gut geschriebenen Berichten oder Nachrichten ist die richtige Wiedergabe und Aneinanderreihung von Daten, Fakten und Tatsachen. Eigene Meinung spielt hier keine Rolle. Ein gut gemachter Bericht hat den starren Aufbau: Titel - Lead - Hauptteil. Berichte und Nachrichten haben maximal 30 Zeilen zu je 65 Zeichen. Schüler_innenzeitungen können z.B. Berichte zu aktuellen bildungspolitischen Ereignissen enthalten. !Bei Berichten und Nachrichten nie ”ich” oder ”wir” verwenden!

2.1) Reportage Die Reportage unterscheidet sich von allen anderen Artikelformen grundsätzlich darin, dass sie sich nicht an die ”6 journalistischen Ws” hält und in der Wichtigkeit auch nicht abfallend geschrieben werden muss. Sinn und Zweck der Reportage ist weniger Information, sondern Unterhaltung (nicht im Sinne von ”belustigen”): Die gut gemachte Reportage ist lebendig, versetzt die Leser_innen mitten in die Ereignisse hinein und berichtet packend von den Geschehnissen.

Tipp I: direkte Rede verwenden – also die Leser_innen direkt ansprechen. Lockert auf und macht den Artikel lebendig

Tipp II: Gegenwartsform verwenden Tipp III: packenden, neugierig machenden Einstieg finden Tipp IV: roten Faden nicht vergessen Tipp V: Spannung durch Schauplatz-, Aktualitäts- und Zeitwechsel immer wieder neu aufbauen Tipp VI: nicht den Stil eines Reporter_innen-Vorbildes nachahmen – finde deinen eigenen Stil!


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Trotz der Subjektivität einer Reportage gilt hier wie beim Bericht absolutes ”Ich”- und ”Wir”-Verbot, ebenso unpassend ist die Meinungsäußerung.

Reportage - kurz und prägnant • sie lebt von der packenden Darstellung des Geschehens • wichtig ist die Schilderung von Atmosphäre und Gefühlen • sprachliche Qualität • sie beschäftigt sich mit Menschen und handelt von Menschlichem

2.2) Feature Das Feature ist die lockere Aufbereitung eines komplexen Themas, es illustriert ein Thema anhand konkreter Beispiele, die für die Leser_innen anschaulicher und begreifbarer sind als abstrakte Fakten. Das Feature ist nicht an die strengen Regeln des Nachrichtenschreibens gebunden. Der_Die Autor_in schildert zwar auch Fakten, allerdings nur zur Unterstreichung der eigenen Darstellungen. Handlung ist dabei nicht erstrangig. Für das Feature gelten dieselben Stilmittel wie für die Reportage. Fazit: Die Reportage sieht das Einzelschicksal, ohne Allgemeingültiges zu behaupten, das Feature zeigt an einem Beispiel das Allgemeingültige auf.

3.) Kommentar & Glosse Ein Kommentar gibt die persönliche Meinung eines_einer Journalisten_in in einer ernsthaften Stellungnahme zu tatsächlichen Ereignissen wider. Mit Foto und Name des_der Autors_Autor_in wirkt der Kommentar glaubwürdiger und vermittelt besser, dass es sich um eine persönliche Meinung handelt. Bei der Glosse, der satirisch verfassten Art des Kommentars, sind Pseudonyme – dh. kurze Künstler_innen- oder auch Decknamen – empfehlenswert. Auch bei Kommentar und Glosse existiert eine klassische Gliederung, die nicht durchbrochen werden sollte: • Einstieg (stellt die Situation dar) • Argumentationsteil (kurz und prägnant, logisch schlüssig, roter Faden!) • dem Thema angemessene, logische Schlussfolgerung


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Der Argumentationsteil ist bei Kommentar und Glosse besonders wichtig: der_die Redakteur_in soll logisch argumentieren, damit die Leser_innen im Idealfall einen eigenen Standpunkt entwickeln können. Der erhobene Zeigefinger ist sicher nicht der richtige Weg, ebensowenig kommen in einer guten Glosse Phrasen, Floskeln und Klischeeausdrücke vor!

4.) Interview Das Interview kann eine Möglichkeit zur Auflockerung einer Zeitung sein. Die Form ”Frage- Antwort” und der direkte Einblick in die Meinung einer bestimmten Person machen diesen Artikel interessant. Besonderes Augenmerk bekommen natürlich ”kritische” Interviews, die auf Konfrontation mit früheren Aussagen des_der Interview-Partners_in, Aussagen anderer oder auf diverse unangenehme Fakten aufgebaut sind. Regel Nummer Eins: Keine Entscheidungsfragen, auf die der_die Interview-Partner_in mit ”ja” oder ”nein” antworten kann! ”Offene” Fragen verwenden, die eine ausführliche Antwort erzwingen.

Im Gegensatz zu den anderen Artikelformen liegt die Hauptarbeit beim Interview in der Vorarbeit: • gute inhaltliche Vorbereitung: Am Anfang gilt es, sich mit mit den Fakten vertraut zu machen, um die wesentlichen Fragen zu finden und unangenehme Belehrungen zu vermeiden. • Vorstrukturierung: Die Fragen sollten bereits ausformuliert sein, dennoch muss genügend Freiraum für Zwischenfragen bleiben. Es kann hilfreich sein, das Interview in Aufgabenteilung durchzuführen: eine Person hält sich an die vorgegebene Fragenstruktur, um so den roten Faden zu erhalten, die andere konzentriert sich auf die Aussagen und stellt dazu passende Zwischenfragen. Bei der Zusammenstellung des Fragenkataloges (mit rund dreißig Fragen) ist es wichtig, welche Art von Interview gewünscht ist. Verschiedene Interviewformen: Portrait-Interviews drehen sich um Gefühle, Ängste, Sorgen und Ziele und beinhalten keine Fragen nach


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Fakten wie Werdegang oder Karriere-Höhepunkten (diese Info könnt ihr aus dem Internet beziehen und als Zusatz-Info im Anschluss an das Interview abdrucken). Expert_innen-Interviews sind dazu da, den Leser_innen in anschaulicher Gesprächsform Informationen über eine (wissenschaftliche, politische, historische, ...) Neuigkeit oder Sensation zukommen zu lassen. Es gibt auch Expert_innen-Interviews mit vorbestimmtem Ziel – dh. der_die Journalist_in will auf etwas bestimmtes hinaus. Der_die Fachfrau_Fachmann soll den jeweiligen Standpunkt in Streitfragen unterstützen. Damit wird der Umstand genützt, dass die Leser_innen dem Urteil eines_einer Expert_in mehr Bedeutung zumessen als der Ansicht von Journalist_innen! Tipp: Zwischenfragen geben einem Interview den richtigen Gesprächscharakter und halten die Leser_innen bei Laune. Vor allem für langatmige Gesprächspunkte sind Zwischenfragen von Vorteil! Technische Ausstattung Als am praktischsten hat sich das Tonband-Interview durchgesetzt, da im Nachhinein das Gesagte wortwörtlich widergegeben werden kann. Grundregel dabei: Immer um Erlaubnis fragen, bevor das Gerät eingeschaltet wird! Wichtig beim Interview ist es, Dauerredner_innen rücksichtslos zu unterbrechen - was aber nicht unfreundlich geschehen soll - und zur eigentlichen Frage zurück zu führen. Trichterprinzip Die Fragen zunehmend konkreter werden lassen, um schließlich auf den Punkt zu kommen. In der heiklen Phase eines Interviews sind auch geschlossene Fragen (ja/nein) legitim! Nach Abschluss des Interviews ist es wichtig, die interessanten Passagen herauszuholen - schließlich ist es nicht spannend, ein Interview vollständig abzudrucken. Vor allem Wiederholungen herausstreichen! Der letzte Schritt ist jetzt, dem_der Gesprächspartner_in das fertige, gekürzte Interview vorzulegen, um Interpretationsprobleme zu beseitigen. Titelfindung Profis verwenden das beste Zitat aus dem Interview meist als Titel!


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5. Kolumne Die Kolumne ist immer eine persönliche Betrachtung in Kommentarform. In jeder Ausgabe der Zeitung findet der_die Leser_in auf derselben Seite die Kolumne, die mit Foto und einprägsamem Pseudonym gekennzeichnet ist, um so die ”Leser_innen-Blatt-Bindung” zu erhöhen!

Die Kolumne ist von den sg. ”Meinungsartikeln” die am stärksten persönlichkeitsbezogene Stilform.

_3.5 Geschlechtsneutrale Formulierungen In einem Experiment baten die Wissenschaftlerinnen Dagmar Stahlberg und Sabine Sczesny von der Universität Mannheim 46 männliche und 50 weibliche Studierende in einem Fragebogen um Auskunft über ihre persönlichen Meinungen und Vorlieben. Der Fragebogen lag in drei Sprachversionen vor: Während in Version 1 nur die männliche Sprachform (“generisches Maskulinum”) verwendet und beispielweise nach dem “liebsten Romanhelden” gefragt wurde, fanden in die anderen Fragebogenversionen alternative Sprachformen Eingang. In Version 2 wurde die geschlechtsneutrale Formulierung “liebste heldenhafte Romanfigur” und in Version 3 eine Benennung der männlichen und weiblichen Sprachform (“liebste Romanheldin, liebster Romanheld”) verwendet. Sowohl die weiblichen als auch die männlichen Befragten nannten um ein Vielfaches mehr weibliche Romanheldinnen, wenn die neutrale Form oder beide Geschlechter in den Fragestellungen auftauchten, als wenn die männliche Form aus Version 1 gebraucht wurde. “Die Assoziation mit männlichen oder weiblichen Personen wird von der jeweils verwendeten Sprachform beeinflusst”, deuten die beiden Forscherinnen diesen Befund. Der Gebrauch der männlichen Sprachform bewirkt einen geringeren gedanklichen Einbezug von Frauen. Geschlechtsneutrale Formulierungen hingegen führen zur Reflexion der Geschlechterverteilung. Dass Frauen „eh mitgemeint“ sind, wenn von Schülern, Künstlern oder Professoren gesprochen bzw. geschrieben wird, ist demnach zu wenig. Geschlechtsneutrale Formulierungen stellen die Ausgangsbasis für zeitgemäßen und seriösen Journalismus dar.


Die AKS veranstaltet in regelmäßigen Abständen Seminare, bei denen sich Schüler_innen aus ganz Österreich abseits vom Frontalunterricht in der Schule mit Themen beschäftigen, die sonst meist zu kurz kommen. Rhetorik, Bildungspolitik, Anti-Rassismus, Projektmanagement oder Gleichberechtigung sind nur ein paar Beispiele.

Unser Konzept: “Learning by Doing” mit jungen, kompetenten Referent_innen. Zu den Seminaren der AKS gehören aber nicht nur das Erlernen neuer Fähigkeiten sondern auch eine gehörige Portion Spaß. Interesse? Dann melde dich einfach bei uns unter 01/523 12 43 31, schreib an aks@aks.at oder geh auf unsere Homepage www.aks.at!


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4. Layout _4.1 Einleitung Obwohl das Layout keineswegs den Inhalt von Artikeln verändert, beeinflusst es maßgeblich Wirkung und Erfolg einer Zeitung. Mit welcher Aufmerksamkeit ein Artikel gelesen wird, hängt nicht nur vom Text, sondern auch entscheidend von seiner Gestaltung ab.

_4.2 Grundsätzlich ...sollten folgende Prinzipien beachtet werden

Der Inhalt muss optisch unterstützt werden! Widersprüche zwischen Inhalt und Aufmachung sollen vermieden werden, um die Leser_innen nicht unnötig zu verwirren. Ein sachlicher Artikel mit reißerischem oder verspieltem Layout wirkt nicht authentisch sondern irreführend. Die Gestaltung der Überschrift und der Fotos sollen also auf den Inhalt des Artikels abgestimmt sein.

Weniger ist mehr! Aufgrund der zahlreich zur Verfügung stehenden Elemente und Möglichkeiten ist die Versuchung groß, möglichst viel auf einmal anzuwenden. Durch Linien, Blöcke, Kästen, etliche Zwischenüberschriften usw. wirken die Artikel jedoch grafisch überladen. Diese Spielereien lenken vom Text ab, anstatt zum Lesen zu animieren. Ein gutes Layout muss leseunterstützend wirken und zur Orientierung dienen. Anders formuliert: Es ist auf den ersten Blick klar ersichtlich, worum es auf einer Seite geht.

Wiedererkennung Bei der gestalterischen Konzeption einer Zeitung muss zu allererst ein Grundgerüst für die Seiten festgelegt werden. Dieses sogenannte Grundlayout sichert ein einheitliches Erscheinungsbild, erleichtert das Lesen ungemein und führt zur Wiedererkennung der Zeitung. Dafür muss zuerst der “Satzspiegel” festgelegt werden, der die grundsätzliche Textanordnung auf einer Seite beinhaltet.


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Layout

Folgende Elemente sollten vereinheitlicht werden: Paginierung: Die Seitennummerierung wird außen plaziert und ist auf jeder Seite gleich. Kopf- und Fußleisten: Diese schließen die Seite nach oben und unten ab. Dort wird die Seitenzahl und die Rubrik bzw. Thema der Seite (zB Schulinternes, Events, usw.) angegeben. Spalteneinteilung: Ein mehrspaltig gesetzter Text ist leichter lesbar, da das Auge durch die Kürze der Zeile nicht so schnell ermüdet. Wählt ihr z.B. eine zwei-spaltige Textsetzung, sollte sich das im Normalfall durch das gesamte Zeitungslayout ziehen. Schrift: Ein klares Schriftbild ist hier empfehlenswert. Oft werden unzählige verschiedene Schriften verwendet, die die Leser_innen aber nur verwirren. Es ist also notwendig, sich für eine einzige Schriftart im Fließtext zu entscheiden, die in verschiedenen Schriftschnitten verwendet wird (zB. für Bildunterschriften kursiv, für das Lead und Zwischenüberschriften fett usw.). Für die Headline ist eine andere Schriftart jedoch durchaus akzeptabel, um einen Kontrast zu den anderen Elementen zu erzeugen. Die optimale Schriftgröße variiert natürlich von Schrift zu Schrift. Überschlagsweise kann aber gesagt werden, dass sich die Textschrift zwischen 8 und 11 Punkt bewegen sollte.

8Punkt

9Punkt

bekannte Fliesstextschriftarten:

10Punkt

11Punkt

bekannte Überschriftschriftarten:


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Serien: Auch regelmäßig wiederkehrende Texte (Kolumnen, Satiren, Kommentare, Editorial) sollten layouterisch vereinheitlicht werden. Daher sind sie nach Möglichkeit jeweils auf der gleichen Seite zu drucken und mit einem fixen, gleichbleibenden Titel zu versehen. Auch ein Foto des Autors bzw. der Autorin ist hier oft gebräuchlich.

_4.3 Das Leseverhalten Um das Lesen zu erleichtern, ist es natürlich wichtig, sich dem Leseverhalten anzupassen. Die Leserichtung geht grundsätzlich immer von links nach rechts und von oben nach unten. Daher sollen schwere, attraktivere Elemente wie zum Beispiel die Überschrift immer über den leichten bzw. links von ihnen stehen. Ein Layout beginnt man im Allgemeinen im linken oberen Eck. Die Wege, die das Auge zurücklegen muss, um den Anschluss an einen Text nicht zu verlieren, dürfen nicht zu lang sein. Es darf vor allem zu keinen Sprüngen kommen. Auch die Leserichtung muss eingehalten werden, weil das Auge keinen “Rückwärtsgang” einlegen will. Weiters fällt die Aufmerksamkeit des Auges zuerst auf die Fotos, dann auf die Headline und anschließend auf die Bildunterschriften. Diese sollten also dementsprechend gut gewählt sein.

_4.4 Software Für Layout und Satz ist das Programm Adobe Indesign am optimalsten anzuwenden. Indesign ist ideal für Massenproduktionen, also Schüler_innenzeitungen, und relativ einfach zu erlernen. Für die Bildbearbeitung benutzt man am besten Adobe Photoshop.


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_4.5 Logo Das Logo einer Zeitung muss vor allem dem Medium zu einer eigenen Identität verhelfen. Es sollte überall gleich sein (auf Plakaten, der Titelseite oder Werbeflyern) und sofort Assoziationen mit der Zeitung hervorrufen. Das Logo kann eine eigene Grafik oder aber auch der Titel der Zeitung in kreativ gestalteter Form sein.

_4.6 Titelseite/Cover Diese allerwichtigste Seite entscheidet oft darüber, ob die Zeitung als interessant empfunden und gekauft wird. Das Logo muss zum dominanten Teil des Covers werden. Als besonders auffällig und erfolgreich hat sich die Verwendung eines großen Fotos auf der Titelseite bewährt. Außerdem sollten zumindest die wichtigsten Themen der Ausgabe auf dem Cover zu finden sein. Wer kauft schon gerne die Katze im Sack?! Außerdem besteht die Möglichkeit, bereits einzelne Textpassagen auf der Titelseite unterzubringen. Kurze Kommentare, das Editorial usw. erinnern an eine Tageszeitung. Auch der sogenannte “Anriss” hat sich in diesem Zusammenhang bewährt. Ein Artikel wird mit ein paar Sätzen eingeleitet oder angekündigt und auf den Blattinnenteil verwiesen.

_4.7 Headline Bei der Überschrift ist die Schriftart wesentlich, während sie im Fließtext umso mehr Effekt erzielt, je weniger sie auffällt und ablenkt.


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_4.8 Untertitel Darin ist meist die Kurzbeschreibung des Artikels enthalten, während der Titel oft nur durch ein Zitat bzw. einen provokanten Spruch Aufmerksamkeit erregt. Die Überschrift sollte etwa 2-3 mal so groß sein wie der Untertitel.

_4.9 Zwischenüberschriften Kurze Zwischenüberschriften machen den Text übersichtlicher, dürfen aber den Textfluss nicht unnötig behindern. Zwei Zwischenüberschriften in nebeneinander liegenden Spalten sollten jedoch nie auf gleicher Höhe liegen.

_4.10 Lead Untersuchungen haben ergeben, dass die ersten vier Zeilen darüber entscheiden, ob der Artikel vollständig gelesen, übersprungen oder überblättert wird. Das Lead soll also sowohl inhaltlich als auch gestalterisch Interesse für den Artikel wecken und ansprechend gestaltet sein. Es ist weiters ratsam, diese Zeilen durch Fettdruck hervorzuheben.

_4.11 Fotos und Bilder Wie oben bereits erwähnt, sind Bilder der Eyecatcher Nummer Eins. Es sollte also auf jeder Doppelseite mindestens ein Bild enthalten sein. Wenn sich keine geeigneten Fotograf_innen finden lassen, können Bilder aus dem Internet genommen werden. Achtung: Bei Fotos aus dem Internet ist es einerseits wichtig, auf die Qualität des Bildes (Größe und Auflösung) und andererseits auf Copy Right-Bestimmungen zu achten. Es gibt verschiedene Seiten, die Fotos unter einer “Creative Commons”-Lizenz zur Verfügung stellen, dh. dass ihr die Fotos ohne rechtliche Probleme abdrucken könnt. Fotos werden im Layout bevorzugt nach dem Henne-Küken-Prinzip angeordnet. Das wichtigste, ausdruckstärkste Bild wird zumeist dominant im rechten oberen Viertel plaziert. Weitere Fotos sollten als “Küken” kleiner gehalten werden. Zwei oder drei gleichwertige Bilder könne allerdings auch gleich groß nebeneinander oder untereinander stehen. Außerdem sollte unter jedem Bild eine kurze Erklärung (Bildtext) stehen, selbst wenn die abgebildete Handlung eindeutig ist. Dies sind nur die grundlegenden Elemente eines Layouts. Zusätzliche Möglichkeiten wie Kästen, Linien oder verschiedene Unterleger (z.B: eine graue Fläche unter dem Text) können ebenfalls eingesetzt werden. Dies aber immer in Maßen, damit die Seite nicht zu überladen wird.


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_4.12 Killing Mistakes Bildschirmblindheit Auf dem Computerscreen wirkt vieles anders, als es letztendlich auf dem Blatt aussieht. Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollten die Seiten zwischendurch immer wieder ausgedruckt und Korrektur gelesen werden. Mangelnde Überprüfung Falls die Zeitung in einer Druckerei angefertigt wird, unbedingt Probeexemplar zeigen lassen. Zeitmangel und Stress Überdimensionale Augenränder, gesteigerter Koffeinverbrauch und genervtes Jammern. So lassen sich meist die Layouter_innen in der Redaktion beschreiben. Vor allem Sauberkeit in der Ausführung und Genauigkeit zeichnen ein gutes Layout aus. In der Nacht vor Druckbeginn ist es einem_einer im Allgemeinen jedoch ziemlich egal, ob die beiden Spaltenblöcke nach unten hin nun in einer Linie abschließen oder nicht usw. Deshalb: Zeit gut einteilen! Technische Probleme Regelmäßiges Zwischenspeichern und Kopien - womöglich auch auf andere Datenträger gespeichert - ersparen so manchen Nervenzusammenbruch, wenn sich der Rechner wieder einmal aufhängt und die Arbeit von Stunden zunichte macht.

Noch ein Tipp für den Beginn: Gut layoutierte Seiten von Zeitungen oder Magazinen nachzubauen ist keineswegs unkreatives Abschauen, sondern hilft sowohl dem_der Layouter_in Fuß zu fassen, als auch den Leser_innen.


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Druck

5. Druck _5.1 Einleitung Die Auswahl der Art der Vervielfältigung hängt von individuellen Rahmenbedingungen ab: die finanziellen Möglichkeiten, die gewünschte Qualität und die Höhe der Auflage. Es gibt weder ein allgemein billiges Druckverfahren noch ein generell teures. Bei einer extrem hohen Auflage ist Kopieren sicher nicht zu empfehlen. Faustregel: Ab einer Auflage von rund 500 Stück beginnt sich die Vervielfältigung in einer Druckerei zu rentieren. Liegt die Stückzahl darunter, ist das Kopieren zu bevorzugen – außer ihr druckt in Farbe, dann steigt ihr mit einer Druckerei schon bei einer niedrigeren Auflage besser aus.

_5.2 Druckangebote Bei der Produktion ist es vor allem wichtig, mehrere Druckangebote einzuholen, da hier oft gravierende preisliche Unterschiede bestehen können. Z.B. kann eine geringfügig andere Papierart bei gleich bleibender Arbeitsleistung einen erheblichen Preisunterschied ausmachen.

Hier ein Beispiel, was die Anfrage beinhalten sollte: Auflage: 250 Stück Format: A4 Seitenanzahl: 24 Farbe: Umschlag 4/4 (farbig), Kern 2/2 (eine Schmuckfarbe) Bindeart: 2-fach Rückenheftung Papier: Umschlag 170 g/m2 glänzend, Kern 80 g/m2 matt Abgabetermin: 12. Mai Lieferzeit bis spätestens 19. Mai Was ist im Preis inbegriffen?


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Druck

_5. 3 Kopieren Die Druckqualität eines Standardkopierers ist recht gut, wobei die Fotos meist von schlechter Qualität sind. Außerdem ist dieses Verfahren nur bis zu einer bestimmten Stückzahl möglich. Es ist jedoch ziemlich einfach, Kooperationen einzugehen: Sowohl Copy-Shops als auch Banken erklären sich oft bereit, die Vervielfältigung zu übernehmen, wenn sie als Gegenleistung ein Inserat schalten können.

_5.4 Farbe Die am häufigsten verwendete Druckfarbe ist schwarz. Wird abseits von der Druckfarbe der Schrift noch eine zweite Farbe eingesetzt, so bezeichnet man diese als Schmuckfarbe. Bezüglich der Auflockerung und optischen Gestaltung ist der Einsatz von Farbe auf jeden Fall zu begrüßen. Vierfarbdruck (d.h. dass alle Farbmischungen möglich sind) ist für viele Schüler_innenzeitungen finanziell nicht möglich, oft wird jedoch der Umschlag (Titelblatt und Rückseite) farbig gedruckt und der Kern der Zeitung Schwarz-Weiß oder mit einer Schmuckfarbe. Angabe für die Druckerei: 1/1 Schwarz-Weiß, beidseitig bedruckt 2/2 Schwarz-Weiß mit einer Schmuckfarbe, beidseitig bedruckt 4/4 Farbdruck, beidseitig bedruckt 1/0, 2/0, 4/0 bedeutet einseitig bedruckt, ist für den Zeitungsdruck aber nicht relevant

_5.5 Bindeart Heften Hier gilt es, die sogenannte “Rückenheftung” und die Heftung am linken Blattrand zu unterscheiden. Die Rückenheftung wird auch von professionellen Magazinen verwendet und schafft ein angenehmes Leseverhalten. Andererseits muss dies von der Druckerei durchgeführt werden und verursacht somit weitere Kosten. Die wohl billigste Bindeart für den Fall, dass der Druck im gleichen Format erfolgt, das auch die Zeitung hat, ist das selbstgemachte Heften am Blattrand. Dabei ist zu berücksichtigen, dass aufgrund dieser Heftung mindestens fünf Millimeter der Seitenbreite wegfallen. Leimen Die Kosten sind eher günstig und mit ein bisschen Geschick auch ohne entsprechendem Gerät selbst durchzuführen. Andererseits lösen sich die Blätter sehr schnell wieder voneinander und somit ist diese Bindeart eher selten anzutreffen.


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Druck

Lose Blätter Diese Bindeart enspricht jener der Tageszeitungen. Diese sind nicht gebunden, sondern lediglich zusammengelegt. Eine derartige Form ist nur dann möglich, wenn der Druck im doppelten Format der Zeitung erfolgt. Also A4-Druck ist nur dann möglich, wenn die Zeitschrift im A5-Format erscheint. Tipp: Wenn ihr die Zeitung bei einer Druckerei binden lassen wollt, fragt nach, was die günstigste Bindeart ist und lasst euch ein Angebot zuschicken.

_5.6 Papier Das Papier einer Zeitung ist der wichtigste Rohstoff, weshalb sich Qualitätsunterschiede massiv im Preis auswirken. Eines der wichtigsten Kriterien ist die Papierstärke: die gängisten Varianten sind 70 oder 80 g/ m2. Zum Vergleich: ein gewöhnliches Kopierpapier und der Innenteil dieser Broschüre besteht aus 80 gPapier, während dieses Cover 170 g/m2 wiegt. Ein weiters Kriterium ist, ob glänzend oder matt gedruckt wird. Hochglanz-Papier wird meistens für 4-färbige Magazine verwendet, matt für Schwarz-Weiß-Drucke.

5.7 Lieferzeit Gerade billigere Druckereien sind meistens unzuverlässiger in der Ausführung bzw. haben einfach nicht die Kapazitäten, jederzeit die Aufträge zu erfüllen. Bei den ersten Ausgaben ist es daher wichtig, einen großzügigen Spielraum einzurechnen. Klare Vereinbarungen im Vorfeld können bösen Überraschungen zum Teil vorbeugen.

5.8 Was ist im Preis inbgeriffen? Auch hier gibt es von Druckerei zu Druckerei große Unterschiede. Sei es die Auslieferung, kleine notwendige Nachbearbeitungen, Entsorgungsbeitrag etc. Am wichtigsten ist jedenfalls die Umsatzsteuer, die für Zeitungen nur 10 % beträgt, oft allerdings mit 20 % verrechnet wird - und generell in den Angebotspreisen nicht enthalten ist. Der Großteil der Druckereien ist auch bereit, auf Anfrage mit dem Preis noch einmal runter zu gehen, vor allem wenn ihr klar macht, dass eure Zeitung ein Schüler_innenprojekt ist. Auch „das Angebot von der anderen Druckerei“, das ein wenig billiger ist, kann so manches Wunder bewirken.


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6. Finanzmanagement _6.1 Budget und andere Kleinigkeiten Um den Überblick zu behalten und nicht irgendwann in einem Chaos an offenen Rechnungen und fehlenden Geldern von Inseraten unterzugehen, ist es wichtig, die geplanten Einnahmen und voraussichtlichen Ausgaben gegenüber zu stellen. Im Endeffekt sollte bei den Einnahmen gleich viel herauskommen wie bei den Ausgaben. Was an Gewinn erzielt wird, kann für die nächste Ausgabe oder andere Projekte verwendet werden. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, das überschüssige Geld anteilsmäßig aufzuteilen. Wichtig ist, ein Budget zu veranschlagen, das sich an den zu erwartenden Einnahmen orientiert. Da aber gerade das Keilen von Inseraten ein unsicheres Geschäft ist, gilt es, das Budget kontinuierlich an die sich ändernden Bedingungen anzugleichen. Aber nicht nur aufgrund des Überblicks ist eine ordentliche und sorgfältige Haushaltung von Vorteil. Für Sponsor_innen, potentielle Interessent_innen oder sonstige Unterstützer_innen ist eine transparente Finanzgebarung von großer Wichtigkeit und steht außerdem für einen hohen Professionalitätsgrad.

_6.2 Bilanz muss sein Die Bilanz ist im Endeffekt genauso aufgebaut wie das Budget, nur dass sie als Endabrechnung die tatsächlich angefallenen Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellt. Halten sich bei der Bilanz die Einnahmen und Ausgaben die Waage, so gibt es keinen Grund zur Beunruhigung.

Ausgaben: Druckkosten Material, Papier Versandkosten Steuern (Mwst.) Allfälliges

Einnahmen: Verkaufserlös Inserate, Werbung Spenden, Unterstützung vom Elternverein, etc.


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_6.3 “BUDGETFORMBLATT”

Ausgaben: Druckkosten

Fotos

Material, Papier

ev. Nachdruckhonorare (Copyright)

Steuerabgaben

Diverses

Summe

Einnahmen: Verkauferlös

Inserate

Subventionen

Sonstiges

Summe


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_6.4 Der Preis Sollte eure Schüler_innenzeitung vollkommen durch Inserate ausfinanziert sein, besteht die Möglichkeit, sie gratis zu verteilen. Aber auch in diesem Fall ist das nicht immer von Vorteil. Auch wenn eine Ausgabe ausfinanziert ist, muss das nicht automatisch für die nächste gelten. Einen gewissen finanziellen Polster zu haben kann euch einiges an Stress ersparen. Wichtig ist, den Preis auf dem Umschlag deutlich zu vermerken.

Wichtig: Oft schaffen es Redaktionsteams nicht, alle Zeitungsexemplare zu verkaufen. Grundsätzlich ist das noch kein Grund zur Panik. Allerdings sollte euch im Vorhinein bewusst sein, dass ihr den Preis der Zeitung so kalkulieren müsst, dass ihr auf keinen Fall auf einem Minus sitzen bleibt, selbst wenn einige Exemplare nicht verkauft wurden.

_6.5 Unter die Leute bringen Im Idealfall verteilt das Redaktionsteam die Zeitung gemeinsam an der Schule. Schließlich ist das eine jener seltenen Gelegenheiten, in direkten Kontakt mit der Leser_innenschaft zu treten und auch sowohl positives als auch negatives Feedback zu bekommen. Sollte diese Variante aus Zeitmangel oder anderen Gründen nicht möglich sein, müsst ihr Verkäufer_innen anheuern. Für die halbe Stunde vor Schulbeginn, die ein paar Leute eine halbe Woche lang opfern müssen, wird sich schon jemand finden, andernfalls sollten 10% des Verkaufserlöses Anreiz genug sein – günstiger ist es natürlich, das Redaktionsteam diese Arbeit machen zu lassen. Wichtig: Verkäufer_innen von Schüler_innenzeitungen dürfen nicht unter 14 Jahre alt sein. Außerdem darf nicht darauf vergessen werden, genug Wechselgeld parat zu haben.


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_6.6 Inseratepreise Faustregel zur Festlegung der Inseratepreise: Pro Leser_in der Zeitung wird 0,1 Euro gerechnet. Kontakte sind die Anzahl an Leser_innen, die eine Auflage einer Zeitung erreicht. Bei einer Schüler_innenzeitung sind das durchschnittlich zwei bis drei Kontakte pro verkaufte Ausgabe. Der Preis für eine Inseratenseite: Auflage mal 0,25. Grundsätzlich kann man sagen, dass rechte Seiten teurer sind als linke, da der Leser_innenblick zuerst dorthin fällt. Für eine Werbeschaltung auf der Rückseite könnt ihr weitere 50 Prozent draufschlagen. Beispiel 400 Stück-Auflage: 1 Seite: 100 Euro 1/2 Seite: 65 Euro 1/4 Seite: 40 Euro 1/8 Seite: 25 Euro Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, Inserent_innen anzubieten, für sie ein Inserat zu gestalten. Die Arbeit dafür kommt selbstverständlich auch auf die Rechnung.

_6.7 Inserate sammeln Da eine Schüler_innenzeitung mit dem Vorhandensein von Inseraten steht bzw. fällt, sollte diese Aufgabe in einer Hand liegen. Am konstruktivsten ist es trotzdem, in der Gruppe gemeinsam eine Liste aller möglichen Inserent_innen zusammen zu stellen. Daraufhin schickt ihr an alle einen Angebotsbrief mit einer detaillierten und grafisch ansprechend gestalteten Produktinformation. Einige Tage nach der Aussendung klemmt ihr euch hinters Telefon und fragt bei sämtlichen Firmen nach, ob der Brief angekommen ist und ob Interesse an einer Insertion besteht.


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Im Gespräch mit Geschäftsleuten müsst ihr sicher auftreten und ihr habt auch allen Grund dazu, da ihr ja ein durchaus gutes Produkt in den Händen haltet. Inserate für eine Schüler_innenzeitung sind keine Spenden. Mögliche Inserent_innen: Computergeschäfte Sportartikelgeschäfte Tanz- bzw. Fahrschulen Cafes, Lokale & Modegeschäfte in Schulnähe Optiker_innen Reisebüros Firmen, in denen Verwandte oder Bekannte arbeiten Tipp: Die GPA-djp-Jugend (Gewerkschaft Öffentlicher Dienst - Druck, Journalismus, Papier) druckt Schüler_innenzeitungen in den meisten Bundesländern gratis – die einzige Bedingung ist, dass die Mitglieder des Redaktionsteams Gewerkschaftsmitglieder werden. Im Normalfall ist das die günstigste Variante, eure Zeitung zu drucken. Informiert euch einfach auf www.jugend.gpa-djp.at!

_6.8 Subventionen Subventionen stellen neben den Inseraten und dem Erlös des Verkaufes eine weitere Einnahmequelle dar. Erste Anlaufstelle ist dafür der Elternverein eurer Schule. Genauso kann bei der Direktion um Unterstützung angefragt werden, allerdings muss gewährleistet werden, dass eure journalistische Freiheit dadurch nicht gefährdet wird (indem der_die Direktor_in z.B. als Gegenleistung erwartet, die Zeitung durchlesen zu dürfen, bevor sie gedruckt wird). Außerdem können Subventionen bei öffentlichen Stellen wie dem Landesjugendreferat beantragt werden. Bei diesen Stellen müsst ihr einen begründeten schriftlichen Antrag hinterlegen. Wenn ihr Subventionen in Anspruch nehmen wollt, müsst ihr die Verwendung jedes Euros gewissenhaft aufschreiben. Musts beim Finanzmanagement: - eine Kasse mit entsprechendem Kassabuch - kein Kassaein- oder ausgang ohne Beleg (nach Datum ordnen) - regelmäßiger Kassasturz (Ausgaben von Einnahmen subtrahieren, Resultat mit vorhandenem Betrag vergleichen) - reicht eine Kassa nicht aus, empfiehlt es sich, ein Konto zu eröffnen


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_6.9 PRODUKTINFORMATION


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7. Medienrecht _7.1 Begriffsbestimmung Schüler_innenzeitungen sind periodische Druckwerke, die von Schüler_innen einer oder mehrerer Schulen für Schüler_innen dieser Schule(n) gestaltet und herausgegeben werden. Schüler_innenzeitungen dienen dem Gedankenaustausch und der Auseinandersetzung mit schulischen, wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Problemen. Als Mittel der Meinungsbildung und Information sind sie ebenso Trägerin der Pressefreiheit wie Betriebszeitungen, Tageszeitungen oder andere Druckwerke.

_7.3 Impressum Schüler_innenzeitungen sind im Gegensatz zu anderen periodischen Druckwerken von der Pflicht, ein Impressum zu veröffentlichen, entbunden. Wird die Zeitung jedoch nicht nur von Schüler_innen gestaltet, sondern redet auch die Lehrer_innenschaft ein Wörtchen mit, so verliert die Zeitung jenen Status. Denn das charakteristische einer Schüler_innenzeitung ist nun mal, dass sie von Schüler_innen für Schüler_innen gemacht wird. Obwohl ihr nicht verpflichtet seid, ein Impressum zu veröffentlichen, wirkt es trotzdem sehr profssionell, gewisse Angaben zur Zeitung abzudrucken. Enthaltene Informationen können sein: Chef_innenredaktion, Namen der Redakteur_innen, des_der Layouter_in, der Fotograf_innen, Name der Druckerei und natürlich ein Kontakt (z.B. eigene e-mail-Adresse).


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_7.4 Ablieferungspflicht & Steuern Innerhalb eines Monats nach der Verbreitung müsst ihr nach jeder Ausgabe vier Exemplare an die Österreichische Nationalbibliothek, 1010 Wien, Josefsplatz 1, zur Archivierung schicken. Schüler_innenzeitungen mit einer Auflage zwischen 400 und 1000 Stück und einem niedrigen Preis werden kaum satte Gewinne einfahren. Somit übersteigt der Jahresumsatz 21.800 Euro nicht und es wird weder die Umsatzsteuer eingehoben, noch müsst ihr eine Steuervoranmeldung einreichen. Auch die Abgabe einer Steuererklärung ist somit nicht notwendig.

_7.5 Üble Nachrede und andere Angelegenheiten Die Verantwortung für sogenannte “Medieninhaltsdelikte”, zum Beispiel beleidigende Artikel über Lehrer_inen, muss stets der_die Artikelverfasser_in übernehmen. Kann also der_die Betroffene üble Nachrede, Beschimpfungen, Verspottung oder Verleumdung in euerer Zeitung nachweisen, hat er_sie Anspruch auf Entschädigung. Entscheidend ist vor allem, dass auch der_die Kritisierte zu Wort gekommen ist bzw. nachweislich die Möglichkeit erhielt, Stellung zu beziehen. Vermieden werden sollte: Üble Nachrede (Vorwurf einer üblen Gesinnung) Verspottung (Vorwurf eines geistigen oder körperlichen Gebrechens, auch strafbar, wenn Gebrechen tatsächlich vorhanden ist) Verleumdung (Bezichtigung eines strafrechtlichen Vergehens) Urheberrecht (copyright) Der unerlaubte Nachdruck von Artikeln, Fotos, Grafiken etc. ist verboten und kostet bei Verstoß manchmal auch einiges.


Medienrecht 47

_7.6 Direktor_innen & Schüler_innenzeitungen Der_Die Direktor_in hat KEIN Recht, sich die Artikel der Schüler_innenzeitung vor dem Druck vorlegen zu lassen. Sehr wohl aber ist er_sie von der Zeitung und deren Verbreitung zu informieren und ein Exemplar muss ihm_ihr gegeben werden. Wenn der_die Direktor_in die Verteilung verhindern möchte, verstößt er_sie gegen das Zensurverbot. Langfristig ist es jedoch sicher förderlich, wenn die Zusammenarbeit mit der Direktion zumindest versucht wird - ohne aber den kritischen Anspruch zu verlieren. Dennoch gibt es auch eine Einschränkung, was den Inhalt eurer Schüler_innenzeitung betrifft: Sie muss dem Erziehungs- & Bildungsauftrag der Schule gerecht werden, der im Schulorganisationsgesetz definiert wird. Nur wenn zu arge Widersprüche auftreten, kann das Verteilen bzw. Verkaufen untersagt werden. Im Zweifelsfall sollte die Zeitung im Schulgemeinschaftsausschuss besprochen werden, da einer seiner Aufgaben die Beratung in Angelegenheiten der Schüler_innenzeitung ist. Wenn ihr eure Zeitung allerdings nicht „nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten sowie nach den Werten des Wahren, Guten und Schönen“ (§ 2 des SchOG) auslegen wollt und Schüler_innen auch nicht zu „gesunden, pflichttreuen und verantwortungsbewußten Gliedern der Gesellschaft und Bürgern der Republik Österreich“ (ebenfalls § 2 SchOG) heranbilden wollt, könnt ihr die Zeitung eben vor der Schule verteilen. Hier herrscht vollkommene Verbreitungs und Verkaufsfreiheit an alle Schüler_innen ab 14 (wenn Geld verlangt wird).

stbewusst auftretet und euch von Wichtig ist, dass ihr von Anfang an selb ts vorschreiben lasst. In diesem Direktor_innen bzw. Lehrer_innen nich en lassen! Sinne: Selbst schreiben statt vorschreib


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Kontakt

LANDESJUGENDREFERAT Die Finanzierung eines Projektes kann oft zum Problem werden. Diverse Landesjugendreferate bieten Unterstützungen für Schüler_innenzeitungen, aber auch für andere Bereiche an. Landesjugendreferat Burgenland: www.ljr.at Landesjugendreferat Kärnten: www.jugend.ktn.gv.at Landesjugendreferat Niederösterreich: www.jugend-ok.at Landesjugendreferat Oberösterreich: www.ooe-jugend.at Landesjugendreferat Salzburg: www.akzente.net Landesjugendreferat Steiermark: www.landesjugendreferat.at Landesjugendrefrat Tirol: www.tirol.gv.at/themen/gesellschaft-und-soziales/jugend/jugendreferat Landesjugendreferat Vorarlberg: www.vorarlberg.at/vorarlberg/jugend_senioren/jugend/jugend/start.htmLandesjugendrefrat Wien: www.wien.gv.at/freizeit/bildungjugend/jugend/

GPA-djp-Jugend

Die GPA-djp-Jugend (Gewerkschaft Öffentlicher Dienst - Druck, Journalismus, Papier) druckt Schüler_innenzeitungen in den meisten Bundesländern gratis – die einzige Bedingung ist, dass die Mitglieder des Redaktionsteams Gewerkschaftsmitglieder werden. Im Normalfall ist das die günstigste Variante, eure Zeitung zu drucken. Informiert euch einfach auf www.jugend.gpa-djp.at oder unter 050301-21510!

Jugendpresseausweis Die Jugendfachgruppe Schüler_innenzeitungsredakteur_innen (JGS) stellt für engagierte Schreiberlinge Jugendpresseausweise aus. Durch den Stempel des Gewerkschaftsbundes bekommt der Ausweis einen offiziellen Charakter. Im Normalfall erhalten Redakteur_innen nach Vorweisen des Ausweises kostenlosen Zugang zu Konzerten, Kinovorstellungen, etc. Einfach anfordern!


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AKS

Die größte Schüler_innenzeitung Österreichs sucht kritische Redakteur_innen! Das Syntax ist das österreichweite Schüler_innenmagazin der AKS und wird von und für Schüler_innen gestaltet. Solltest du auch Interesse haben, beim Syntax mitzuarbeiten, zögere nicht dich bei uns unter aks@aks.at zu melden!

Außerdem: Das Syntax kann auch online unter syntax.aks.at gelesen werden!

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PULLOVER, T-SHIRTS & TASCHEN

Passend zu den jeweiligen Kampagnen gibt’s auch Pullover und T-Shirts - den Antirassismus-Kaputzenpulli gibt’s um 15 Euro, die T-Shirts um jeweils

zehn. Die Planentasche mit der Aufschrift

“This is what a feminist looks like” ist um 15 Euro erhältlich.

Für nähere Infos kontaktiere uns einfach:

aks@aks.at

Infos zu eurer aktuellen Kampagne

Infos zum Thema Feminismus

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Das Toolbook für Schüler_innenvertretungen

Die Sozialbroschüre – Beihilfen und Förderungen

Das AKS Grundsatzprogramm

Die “Get Active”-Broschüre

Die “123 Fragen an das Schulunterrichtsgesetz”

Die “Antirassismus”-Broschüre

Die “Frauen”-Broschüre

Die “Schüler_innenzeitungs”-Broschüre

Infos zum Thema Homophobie

Infos zu Schule und Schulpolitik

Infos zu Globalisierung

Infos zu Antirassismus

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In der AKS aktiv werden - ruft mich an!

Eine Liste aller erhältlicher Materialien

An einem AKS-Seminar teilnehmen

Einen Workshop in meiner Schule oder Klasse

Ein gratis Abo eurer Zeitung “Syntax”

Infos über eure laufenden Aktivitäten

 Die “This is what a feminist looks like”-Tasche  Den “Cross the Borders”- Pulli      


„Jugendgewalt ist ein wichtiges Thema. Es geht uns alle an. Ich lade alle ein, ein Zeichen zu setzen!“ Dr. Claudia Schmied Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur


Schulrechtsnotruf:

0699 / 12 14 81 20


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