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aha!magazin Themenheft Allergien und gesundes Körpergewicht

BASPO-Direktor Matthias Remund: «Sport ist nur wirksam, wenn man Freude daran hat.»

Allergien und Intoleranzen in der Kita Seite 22

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MS Sports bringt 4500 Kinder in Bewegung Seite 32


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Laktoseintoleranz ist Folge einer ungenügenden Bildung des Verdauungsenzyms Lactase im Dünndarm. Milchzucker (Laktose) wird so schlechter oder nicht mehr verdaut. Bei Einnahme von Milchzucker-haltiger Nahrung kann es zu Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall kommen. In Europa sind schätzungsweise 15 bis 25 % der Menschen von Laktoseintoleranz betroffen. Unsere Homepage www.laktose-intoleranz.ch gibt Ihnen vertiefende Informationen zum medizinischen Hintergrund, viel Wissenswertes zur Ernährung und zahlreiche Kochrezepte. Lakto-App: Der Laktose-Rechner für unterwegs Gratis downloaden www.lakto-app.ch

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Symptome unserer modernen Lebensweise Liebe Leserin, lieber Leser

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Mit Allergien und gesundem Körpergewicht beleuchten wir 2014 zwei zentrale Aspekte der aktuellen Gesundheitsdiskussion. Die Themen Übergewicht und Allergien haben vieles gemeinsam. Beide sind sie Symptome von Lebensweisen in industrialisierten Gesellschaften; gesundheitliche Fehlentwicklungen, die unter anderem mit unserer modernen Art der Ernährung, der Mobilität, der Art des Wohnens und des Arbeitens und der Freizeitgestaltung zusammenhängen. Beide betreffen nur schon in der Schweiz Millionen von Menschen. Beide verursachen sie direkte medizinische und volkswirtschaftliche Kosten in Milliardenhöhe. Beide sind sie Themen, die dringende Massnahmen erfordern. Und in beiden Bereichen kann mit einfachen Mitteln der Information und Beratung bereits sehr viel erreicht werden. Auch hier von ganz zentraler Bedeutung: die Prävention. Mit guter Information zur richtigen Zeit in massgeschneiderter Form kann in beiden Themenkreisen eine massive Einschränkung der Lebensqualität und unter Umständen eine grosse gesundheitliche Beeinträchtigung grosser Bevölkerungsgruppen vermieden werden. Es liegt auf der Hand, dass wir uns mit berufenen Partnern auch die Frage nach gegenseitiger Beeinflussung dieser Megatrends und damit verbundenen Synergien in der Wahl und Umsetzung von geeigneten Massnahmen gestellt haben. Inwiefern können Allergien, die darunterliegenden Entzündungen und die damit oft verbundene Einschränkung der Bewegungsfreiheit zusätzliche Fälle von Übergewicht auslösen? Und wie kann Übergewicht und die damit typischerweise eingeschränkte Beweglichkeit und Bewegungslust zu zusätzlichen Fällen von Allergien führen? Wie können die Kampagnen für gesundes Körpergewicht und für Allergieprävention optimal gekoppelt werden, um noch mehr Wirkung zu entfalten? Mit der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz haben wir innovative Projekte und Angebote im Bereich Allergien und gesundes Körpergewicht lanciert, unter anderem mittels Information und Beratung und im Rahmen von gesundheitsfördernden Freizeitangeboten. Die vorliegende Ausgabe des aha!magazins zeigt interessante Aspekte dieses hochaktuellen Spannungsfeldes auf, das so viele Menschen in der Schweiz direkt oder indirekt betrifft. Wir hoffen, damit wieder einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Gesundheitsdiskussion und zur gemeinsamen aktiven Bewältigung anstehender Herausforderungen leisten zu können. Dr. Georg Schäppi Geschäftsleiter aha! Allergiezentrum Schweiz


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03 Editorial

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06 Gesundes Körpergewicht und Allergien ­– drei Meinungen 09 Wie sich die Schweiz ernährt und bewegt 13

Das Monitoring-System Ernährung und Bewegung

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Sich gesund ernähren – aber wie? Empfehlungen und Tipps

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Zum Zmittag bei Familie Stebler-Mendelin

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Warum Wasser statt Süssgetränke

28 BASPO-Direktor Matthias Remund: Motivieren ohne Mahnfinger 32 Ab ins Sportcamp mit Mario Sager 35 Kinder- und Jugendcamps: Spiel, Sport und Spass 36 Schulungen und Kurse für Betroffene und Fachpersonen 39 Zum Allergiecheck direkt in die Apotheke 40 Unihockey-Nationalspieler Christian Ledergerber über Asthma im Alltag 42 aha!award, Broschüren, Notizen

22 Allergien und Intoleranzen: Themen auch in der Kita 25 Sportlich aktiv mit Allergien: Ratschläge eines Experten

Impressum Herausgeberin: Stiftung aha! Allergiezentrum Schweiz Scheibenstrasse 20, Postfach 1, 3014 Bern Konzept und Realisation: ZB Werbung AG, Bern Druck: Jordi AG, Belp Erscheinungsdatum: März 2014 Auflage: 13 000 Exemplare

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Gesund leben – Allergien vermeiden Wer bereits als Kind zu viel Gewicht auf die Waage bringt, erhöht sein Risiko, Allergien und Asthma zu entwickeln. Das bestätigen verschiedene Studien und ausgewiesene Fachmediziner. «Allergien und gesundes Körpergewicht»: Fakten, Zahlen und Meinungen zu einem immer breiter diskutierten Thema.

Das öffentliche Gesundheitswesen ist gefordert. Asthma und Fettleibigkeit stellen, mit erhöhter Zunahme und Häufigkeit in den Industrieländern, zusammenhängende Epidemien dar, die sich jetzt auch in den Entwicklungsländern rasch verbreiten. Wie alle chronischen Krankheiten beginnen Asthma und Fettleibigkeit oft schon im Kindesalter, wobei verschiedene chronische Krankheiten zugleich auftreten können. Vor allem bei übergewichtigen Mädchen und Frauen sind die Häufigkeit und Zunahme von Asthma gestiegen.

Prof. Dr. med. Peter SchmidGrendelmeier ist Leiter der Allergiestation am Universitätsspital Zürich und Vizepräsident des Stiftungsrates von aha! Allergiezentrum Schweiz.

Tatsache ist: Fettleibigkeit scheint ein Risikofaktor für die Entwicklung von Asthma zu sein und führt zu einer für stark Übergewichtige typischen Asthma-Erscheinungsform. Das Fettgewebe dieser Asthma-Patienten entzündet sich und führt zu einer Freisetzung entzündlicher Botenstoffe, die eine Rolle in der Entwicklung von Asthma spielen könnten. Eines der klinischen Probleme ist, dass diese Patienten gegenüber den gängigen Behandlungsmöglichkeiten oftmals resistent sind. Um also einen geeigneten Ansatz zur Vermeidung und Therapie von Asthma und Fettleibigkeit zu finden, bedarf es eines langfristigen und systematischen Eingreifens auf individueller und sozialer Ebene. Es müssen dringend wirksame Massnahmen im öffentlichen Gesundheitswesen ergriffen werden, um Fettleibigkeit und deren Einfluss auf Asthma zu unterbinden.

DER ZUSAMMENHANG VON ALLERGIERISIKO UND ÜBERGEWICHT wird INTERNATIONAL ERFORSCHT. Übergewicht erhöht das Asthma-Risiko gerade bei Kindern und Jugendlichen erheblich. Es kann bei ihnen bis dreimal höher sein als bei Normalgewichtigen, wie verschiedene Untersuchungen zeigen. Forscher der Henry Ford-Klinik hatten in einer umfassenden Studie den Body-Mass-Index (BMI) von Kindern im Alter zwischen 6 und 8 Jahren erfasst und bei einer erneuten Untersuchung zwölf Jahre später – nun im Alter zwischen 18 und 20 Jahren – die Atemwegserkrankungen der Studienteilnehmer kontrolliert. Die amerikanische Forschergruppe stellte dabei fest, dass Übergewicht bei Jungen die Gefahr einer Asthma-Erkrankung deutlich erhöht. 11 Prozent der übergewichtigen Jungen waren an Asthma erkrankt. Im Vergleich litten im Durchschnitt lediglich 3 Prozent der Normalgewichtigen unter Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen. Bei den Mädchen lag der Anteil der Asthma-Erkrankungen bei 20 Prozent, unter Normalgewichtigen bei 10 Prozent. Den Angaben der US-Forscher zufolge spielte dabei keine Rolle, ob die Kinder bereits bei der ersten Untersuchung im Schulalter eine Atopie (Neigung zu Überempfindlichkeitsreaktionen) aufwiesen, also eine erhöhte Sensibilisierung auf Allergene wie Hausstaubmilben, Katzen oder Pollen vorlag. Der aufgezeigte Zusammenhang zwischen Asthma-Erkrankungen und Übergewicht wird in einer zunehmenden Zahl weiterer Studien bestätigt, die bereits früher eine mögliche Abhängigkeit zwischen Adipositas (Fettleibigkeit) und allergischen Erkrankungen festgestellt hatten. Möglicherweise sind Entzündungsbotenstoffe, die durch die Fettanreicherung vermehrt gebildet werden – sogenannnte Adipokine – für die Häufung von Asthma bei adipösen Patienten verantwortlich. In diese Richtung deutet auch eine gross angelegte Studie, die durch das Netzwerk Ga2len (Europäische Forschungsinitiative gegen Allergien und Asthma) bei 845 Männern und 1110 Frauen an 15 Zentren in Europa durchgeführt wurde.

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Prof. Dr. med. Cezmi A. Akdis ist Direktor des Schweizerischen Instituts für Allergie- und Asthmaforschung (SIAF), Universität Zürich, Davos. Er ist überdies Direktionsmitglied und Sprecher von CK-CARE (Christine Kühne – Center for Allergy Research and Education) mit Sitz in Davos.


Auch am Universitätsspital Zürich wird die Abhängigkeit von Körpergewicht beziehungsweise Übergewicht mit Asthma und Allergien genauer erforscht. Hier werden die Einflüsse von bakterieller Darmflora und ernährungsabhängigen Fettsäuren, die sich bei Übergewicht verändern, auf das Auftreten von Asthma und Allergien untersucht. Seite 7

Aufgrund der Erkenntnisse kann davon ausgegangen werden, dass die Behandlung von Asthma bei Übergewichtigen auch eine Umstellung der Ernährung sowie eine deutliche Gewichtsreduktion einschliessen sollte.

Gesundheitsförderung ist Allergieprävention. Was haben Allergien, Asthma und Neurodermitis mit dem Körpergewicht zu tun? Dieser Frage geht die Stiftung aha! seit Längerem nach. Aufgrund der Ergebnisse neuerer wissenschaftlicher Studien sehen wir uns darin bestätigt, dass Übergewicht und Adipositas (schweres Übergewicht) das Allergierisiko erhöhen, namentlich im Zusammenhang mit Asthma. Die genauen Mechanismen sind nicht abschliessend geklärt. Es gibt zudem Hinweise, dass andere atopische Krankheiten (vererbte Neigung zu Überempfindlichkeitsreaktionen) wie die atopische Dermatitis durch ungesundes Körpergewicht negativ beeinflusst werden können. Für die Stiftung aha! Grund, diesem Aspekt der Allergieprävention das Jahresthema 2014 zu widmen, unter dem Motto «Allergien und gesundes Körpergewicht». Sereina Maibach ist Mitarbeiterin im Bereich Fachdienstleistungen der Stiftung aha!. Sie betreut verschiedene Projekte und ist in der Beratung tätig, unter anderem an der aha!infoline.

Präventionsprojekte, die auf das Thema Übergewicht und Adipositas fokussieren, gibt es in der Schweiz bereits zahlreiche. Es macht Sinn, in diesem Themenbereich mit Partnern zusammenzuarbeiten, die gleiche oder ähnliche Ziele verfolgen. Denn Projekte zur Übergewichtsprävention führen zu wichtigen Aspekten wie gesunde Ernährung, Bewegung und Sport. So schliesst sich der Kreis: Ein gesundes Körpergewicht trägt wesentlich zur Allergieprävention bei.

Fotos: zvg/istock

aha! Allergiezentrum Schweiz arbeitet dazu eng mit der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz zusammen. Bei der Kooperation mit der Stiftung MS Sports als Gesundheitspartnerin (Beitrag auf Seite 32) steht die Bewegungsförderung von Kindern und Jugendlichen im Vordergrund. Und damit das Thema auch in den Schulalltag einfliessen kann, stellt die Stiftung aha! Lehrerinnen und Lehrern kostenlose Unterrichtseinheiten unter www.kiknet-aha.org zur Verfügung.


Schüssler-Salze von Pflüger. Die mit dem P.

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Es gibt Schüssler-Salze und Schüssler-Salze von Pflüger. Das P in der Prägung macht den Unterschied.


Wie sich die Schweiz ernährt und bewegt Die alle fünf Jahre durchgeführte Schweizerische Gesundheitsbefragung liefert Informationen zum Gesundheitszustand der Schweizer Bevölkerung. Die Zahlen der neusten Befragung von 2012 bieten wichtige Erkenntnisse, werfen aber auch Fragen auf. Gemäss der neusten Gesundheitsbefragung hat die Zahl der übergewichtigen und adipösen (fettleibigen) Schweizerinnen und Schweizer in den letzten fünf Jahren weiter zugenommen, obwohl sich mehr Personen ausreichend bewegten. Zudem werden die Schweizer Ernährungsempfehlungen nur bedingt beachtet. Wie sind diese Fakten zu werten und wo liegen die Zusammenhänge?

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«Dass die Anzahl Übergewichtiger ansteigt, war nicht zu erwarten.» Übergewicht: Tendenz noch immer steigend 41 Prozent der Schweizer Bevölkerung ab 15 Jahren sind übergewichtig oder adipös – drei Prozent mehr als noch im Jahr 2007. Dabei hat vor allem der Anteil der Personen mit Adipositas (schweres Übergewicht) in den letzten zwanzig Jahren stark zugenommen: 1992 waren es fünf Prozent, 2012 zehn Prozent. Ein Anstieg, der von Experten nicht unbedingt erwartet wurde, stagnierte doch der Anteil betroffener Personen in den Jahren 2002 und 2007. Auch aufgrund von verschiedenen anderen Studien (u.a. dem 6. Schweizerischen Ernährungsbericht des Bundesamts für Gesundheit von 2012) rechnete man eher mit einer Stabilisierung der Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas. Um die Risikogruppen zu kennen und die Hintergründe für diese Entwicklung zu verstehen, ist nun eine detaillierte Analyse der Daten in Bearbeitung.

Trend zu mehr körperlicher Bewegung Seit 2002 nahm der Anteil der Schweizerinnen und Schweizer, die körperlich ausreichend aktiv sind, um zehn Prozent zu. Aktuell erfüllen 72 Prozent der Bevölkerung die Schweizer Bewegungsempfehlungen. Gleichzeitig sank der Anteil der Inaktiven: von 19 Prozent (2002) auf heute 11 Prozent. Eine Entwicklung in die richtige Richtung, hat doch Bewegung eine schützende Wirkung auf die Entstehung von Übergewicht und Adipositas. Warum nimmt die Zahl der Übergewichtigen und Adipösen trotzdem zu?

Genügend Bewegung schützt vor Übergewicht und Adipositas. Mehr Übergewichtige trotz mehr Bewegung Die Definition von «ausreichender körperlicher Aktivität» beruht auf den Schweizer Bewegungsempfehlungen. Diese empfehlen für Erwachsene pro Woche 2.5 Stunden körperliche Aktivität bei mittlerer Intensität oder 1.25 Stunden bei hoher Intensität. Aktivitäten mittlerer Intensität sind alle Formen von Bewegung, die den Atem leicht beschleunigen. Eine hohe Intensität weisen Aktivitäten auf, die zumindest leichtes Schwitzen und beschleunigtes Atmen verursachen. Aktivitäten, die mehr als 10 Minuten dauern, können im Laufe eines Tages zusammengezählt werden. Kinder sollten sich täglich mindestens eine Stunde bewegen. Erfüllt man diese Vorgaben, hat man zwar einen ersten gesundheitsfördernden Nutzen, wie zum Bespiel eine Verbesserung der Herzkreislauf-Gesundheit. Dabei werden jedoch nicht viele Kalorien verbraucht. Das bedeutet: Eine «ausreichende körperliche Aktivität» führt nicht zwingend zu einer Gewichtsreduktion, da die verbrauchte Energie zu gering ist.


Wichtiger Faktor Ernährung Neben der Bewegung spielt auch die Ernährung hinsichtlich Übergewicht und Adipositas eine elementare Rolle. Bei der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2012 geben 68 Prozent der Bevölkerung an, dass sie auf ihre Ernährung achten. Dieser Anteil liegt um drei Prozent tiefer als bei der letzten Befragung 2007. Auffällig ist, dass sich nur wenige die Ernährungsempfehlungen auf Basis der Schweizer Lebensmittelpyramide zu Herzen nehmen. Lediglich jede fünfte Person isst beispielsweise täglich mindestens fünf Portionen Früchte und Gemüse.

Ernährungsempfehlungen werden nur wenig beachtet. Mehr Einsatz für die Gesundheit Übergewicht und Adipositas gelten als Risikofaktoren für nicht übertragbare Krankheiten wie Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Krebs und Atemwegserkrankungen. Um

gegen diese Faktoren anzukämpfen, hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) zusammen mit dem Bundesamt für Sport (BASPO) 2008 das «Nationale Programm Ernährung und Bewegung» (NPEB) initiiert. Ziel dieses Programms ist, mit diversen Massnahmen und Projekten die Bevölkerung für einen gesunden Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung zu sensibilisieren. Als Grundlage dienen Daten wie jene der Schweizerischen Gesundheitsbefragung. Diese werden zusammen mit Zahlen aus anderen repräsentativen Quellen in einem vom NPEB eigens entwickelten Instrument – dem Monitoring-System Ernährung und Bewegung, kurz MOSEB – fortlaufend gesammelt und anhand verschiedener Indikatoren wie Sportaktivität oder Körperzufriedenheit geordnet. Denn: Nur mit einer solch umfassenden Basis lassen sich auch sinnvolle Massnahmen erarbeiten. Text: Nadine Stoffel-Kurt (Projektleiterin MOSEB) und Kathrin Favero (Bundesamt für Gesundheit) Grafiken: Bundesamt für Statistik Foto: zvg

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MEHR WISSEN Die Schweizerische Gesundheitsbefragung wird seit 1992 alle fünf Jahre vom Bundesamt für Statistik durchgeführt und ist seit 2010 Teil des Erhebungsprogramms der eidgenössischen Volkszählung. Die Datenerhebung erfolgt mittels telefonischen Interviews auf Deutsch, Französisch und Italienisch. Anschliessend werden Fragebögen verteilt. Befragt wird die ständige Wohnbevölkerung ab 15 Jahren in Privathaushalten.

Die Webseite des Monitoring-Systems Ernährung und Bewegung (MOSEB) bietet weitere wichtige Informationen zu Ernährung, Bewegung und Körpergewicht in der Schweiz. www.moseb.ch


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«Monitoring ist zentral für jedes Aktionsprogramm.» Das Monitoring-System Ernährung und Bewegung (MOSEB) wurde vom Bundesamt für Gesundheit Ende 2007 im Rahmen des Nationalen Programms Ernährung und Bewegung (NPEB) gestartet. Projektleiterin Nadine Stoffel-Kurt gibt Auskunft.

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Was sind die Aufgaben des MOSEB? Wir sammeln fortlaufend alle repräsentativen Daten zu den Themen Ernährung und Bewegung – wenn möglich aus bereits bestehenden Quellen – und fassen diese systematisch anhand verschiedener Kategorien, sogenannter Indikatoren, zusammen. Weshalb wurde das Monitoring-System entwickelt? Unsere Indikatoren schaffen eine Übersicht zur aktuellen Ernährungs- und Bewegungssituation in der Schweiz. Ein solch einheitliches und nationales Monitoring-System ist notwendig, um Entwicklungen zu erkennen, die Schweizer Strategie-Entwicklung zu unterstützen und die Grundlage für die Planung und Umsetzung von Massnahmen zu schaffen. Welche Ziele verfolgen Sie? Unser wichtigstes Ziel ist die qualitative und quantitative Verbesserung der Datenlage zur Ernährungs- und Bewegungssituation in der Schweiz. Ein weiteres Ziel ist, die Forschungsergebnisse für alle verständlich und einfach zugänglich zu machen – zum Beispiel auf unserer Webseite moseb.ch.

Wer nutzt diese Datensammlung? Die Nutzer kommen aus verschiedenen Gebieten. Zum Beispiel sind es Personen aus dem Bereich Forschung/Studium, Medienschaffende, Gesundheitsorganisationen oder Vertreter von Verwaltungen. Zudem werden die Daten auch von Fachleuten aus der Praxis oder dem BAG und NPEB genutzt. Wo besteht noch Potenzial? Unser Ziel ist die permanente Verbesserung der Datenqualität. Gemessene Daten sind im Vergleich mit erfragten Daten viel genauer und werden nicht von subjektiven Empfindungen beeinflusst. Unsere Vision ist es, in den Bereichen Übergewicht und Bewegung sowie zu weiteren Risikofaktoren für nicht übertragbare Krankheiten über national erhobene Daten zu verfügen. So könnten wir Präventionsmassnahmen noch gezielter und effektiver angehen. Welche Tatsache aus der Erhebung hat Sie am meisten erstaunt? Überrascht hat mich die Zunahme von Übergewicht und Adipositas in den neusten Daten aus der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2012. Ich hatte nicht damit gerechnet, zumal weitere nationale Erhebungen, internationale Entwicklungen und auch eine Trendberechnung bis 2022 eine Stabilisierung vorausgesagt hatten. Text: Petra Biffiger / Foto: zvg

Woran arbeiten Sie aktuell? Wir sind gerade dabei, die sechste Aktualisierung der rund 50 Indikatoren des MOSEB durchzuführen. Dazu werden die Indikatoren entsprechend den neusten Zahlen angepasst. Wenn neue Themen interessant werden oder Daten zur Verfügung stehen, wird die Indikatorensammlung auch erweitert. Gerade jetzt kommen zum Beispiel Indikatoren zu den Themen Süssgetränke-Konsum und Vegetarismus hinzu. Wer steht hinter dem MOSEB? Der Aufbau des Monitoring-Systems verlief im Rahmen des Nationalen Programms Ernährung und Bewegung (NPEB). Den Auftrag erhielt die Sektion Ernährung und Bewegung des Bundesamts für Gesundheit in Zusammenarbeit mit den wichtigsten nationalen Datenproduzenten wie dem Bundesamt für Statistik (BFS), dem Bundesamt für Sport (BASPO), dem Schweizerischen Gesundheitsobservatorium (Obsan) und der Gesundheitsförderung Schweiz.

Nadine Stoffel-Kurt ist diplomierte Bewegungs- und Sportwissenschaftlerin (ETHZ) mit einem Nachdiplomstudium in Humanernährung (ETHZ). Seit 2005 arbeitet sie beim Bundesamt für Gesundheit; seit sechs Jahren als Projektleiterin beim MOSEB.


Sich ausgewogen ernähren – mit Leichtigkeit Wie viele Mahlzeiten pro Tag sind ideal? Ist täglicher Fleischkonsum gesund? Wie viel sollte man trinken? Ratschläge und Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE. Für Erwachsene: Die Schweizer Lebensmittelpyramide Die Schweizer Lebensmittelpyramide veranschaulicht eine ausgewogene Ernährung. Lebensmittel in den unteren Stufen werden in grösseren, jene der oberen Stufen in kleineren Mengen benötigt. Verbotene Lebensmittel gibt es nicht – wichtig ist die Kombination im richtigen Verhältnis.

© Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE, Bundesamt für Gesundheit BAG / 2o11

Wissen, was essen. sge-ssn.ch

Gemüse und Früchte Täglich 5 Portionen in verschiedenen Farben, davon 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Früchte. Pro Tag kann eine Portion durch 2 dl ungezuckerten Frucht-/Gemüsesaft ersetzt werden. Getreideprodukte, Kartoffeln und Hülsenfrüchte Täglich 3 Portionen. Bei Getreideprodukten Vollkorn bevorzugen. Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Eier und Tofu Täglich 3 Portionen Milch/Milchprodukte. Täglich zusätzlich 1 Portion Fleisch, Geflügel, Fisch, Eier, Tofu, Quorn, Seitan, Käse oder Quark. Zwischen diesen Eiweisslieferanten abwechseln. Öle, Fette und Nüsse Täglich 2–3 Esslöffel (20–30 g) Pflanzenöl, davon mindestens die Hälfte in Form von Rapsöl. Täglich 1 Portion (20–30 g) ungesalzene Nüsse, Samen oder Kerne. Zusätzlich können sparsam Butter, Margarine, Rahm etc. verwendet werden (ca. 1 EL = 10 g pro Tag). Süsses, Salziges und Alkoholisches Süssigkeiten, gesüsste Getränke, salzige Knabbereien und alkoholhaltige Getränke mit Mass geniessen.

Was ist eine Portion? 1 Hand voll (120 g) Gemüse und Früchte wie Äpfel, Birnen oder Tomaten 2 Hände voll (120 g) Salat, Beeren, Erbsen, Kirschen, tiefgekühltes Gemüse 75–125 g Brot/Teig 60–100 g Hülsenfrüchte (Trockengewicht) 180–300 g Kartoffeln 45–75 g Knäckebrot/Vollkornkräcker Flocken/Mehl/Teigwaren Reis/Mais, andere Getreidekörner (Trockengewicht) 2 dl Milch 150–200 g Joghurt/ Quark/Hüttenkäse andere Milchprodukte 30 g Halbhart-/Hartkäse 60 g Weichkäse Fleisch/Geflügel/Fisch/Tofu 100–120 g Seitan/Quorn (Frischgewicht) 2–3 Eier Hinweis: Für Kinder, Jugendliche, Schwangere und andere Personen mit besonderen Bedürfnissen gelten andere Mengen. Informieren Sie sich dazu auf www.sge-ssn.ch Ich und du Essen und Trinken. Übrigens: Worauf es bei einer gesunden Ernährung von 5- bis 12-jährigen Kindern ankommt, zeigt die sogenannte «Ernährungsscheibe». www.sge-ssn.ch Schule und Bildung  Ernährung im Unterricht Ernährungsscheibe

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Getränke Täglich 1-2 Liter, bevorzugt in Form von ungesüssten Getränken, z.B. Trink-/Mineralwasser oder Früchte-/Kräutertee. Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, schwarzer und grüner Tee können zur Flüssigkeitszufuhr beitragen.


Was die Ernährungsexperten empfehlen

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Hauptmahlzeiten können durch Zwischenmahlzeiten (am Vormittag, am Nachmittag und/oder am Abend) ergänzt werden. Jeder muss seinen Rhythmus finden, sollte es aber vor allem vermeiden, ständig zu essen oder zu naschen.

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Neben konkreten Angaben und Richtlinien zu einer ausgewogenen Ernährung hier noch ein paar praktische Tipps:

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Vollkornprodukte sind besonders wertvoll. Im Vergleich zu Weissmehlprodukten oder raffinierten Produkten sättigen sie besser und enthalten mehr Vitamine, Mineralstoffe und Nahrungsfasern. Wenn Früchte und Gemüse bereit stehen, greift man auch eher zu. Der Umwelt zuliebe: Öfters mal einen vegetarischen Tag einlegen. ss as e W iss en , w

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Der optimal geschöpfte Teller Veranschaulicht die Lebensmittelpyramide, wie viel von welchem Nahrungsmittel gegessen werden soll, zeigt das Tellermodell, wie sich diese Portionen ausgewogen auf die Hauptmahlzeiten (Frühstück, Mittag- und Abendessen) verteilen lassen. Dieses Mengenverhältnis ist nicht haargenau zu nehmen, da die Mengen von der Art der Lebensmittel, aus denen das Menu sich zusammensetzt, und den individuellen Bedürfnissen abhängen. Das Modell vermittelt hingegen eine Grössenordnung, die für die meisten Erwachsenen Gültigkeit hat.

Eine ausgewogene Mahlzeit besteht aus: • 2/5 Gemüse und/oder Früchte (Salat, Rüebli, Tomaten, Apfel…) • 2/5 stärkehaltigen Lebensmitteln (Kartoffeln, Teigwaren, Brot, Polenta...)

Pflanzenöle mit einem hohen Gehalt an herzgesunden Omega-3-Fettsäuren sind zu bevorzugen; besonders wertvoll ist Rapsöl. Als Ergänzung zum frischen Angebot lohnt sich ein Vorrat an tiefgekühlten, getrockneten und konservierten Früchten und Gemüse. Kleine Leckereien sollen nicht einfach nebenbei genascht, sondern bewusst genossen werden. Wer sich morgens eine grosse Kanne Früchtetee zubereitet und abkühlen lässt, hat den ganzen Tag über ein erfrischendes Getränk bereit. Grundsätzlich: sich Zeit nehmen und in Ruhe essen. Für die Dauer der Mahlzeit sind andere Tätigkeiten zu unterbrechen, um sie besser geniessen zu können und das Sättigungsgefühl rechtzeitig zu erkennen. Ein gut bestückter Vorrat an haltbaren Nahrungsmitteln erleichtert eine spontane und abwechslungsreiche Mahlzeitengestaltung. Neben einer ausgewogenen Ernährung ist auch genügend Bewegung am Arbeitsplatz essenziell für die Gesundheit und das Wohlbefinden – gerade bei vorwiegend sitzender Tätigkeit. Textquelle und Grafiken: Schweizerische Gesellschaft

• 1/5 eiweisshaltigen Lebensmitteln (Fleisch, Geflügel, Fisch, Eier, Tofu... oder Milchprodukt) • dazu ein oder mehrere ungesüsste Getränke

für Ernährung SGE

Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE ist die nationale Organisation für Ernährungsfragen. Sie klärt die Bevölkerung und die Fachwelt über alle Fragen einer ausgewogenen Ernährung mit wissenschaftlich abgesicherten Informationen auf. Die Aktivitäten der SGE sind im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung angesiedelt. Ein grosser Fokus wird auch auf die Ernährung am Arbeitsplatz gelegt. Weitere Informationen: www.sge-ssn.ch


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«Essen soll zelebriert werden.»

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Eine fünfköpfige und drei Generationen umfassende Familie ausgewogen zu verköstigen und dabei auf alle Wünsche einzugehen, ist kein leichtes Unterfangen. Erst recht nicht, wenn man auf ein Kind Rücksicht nehmen muss, das von starken Nahrungsmittelallergien betroffen ist. Zu Besuch bei Familie Stebler-Mendelin. Ernährungs- und Bewegungsempfehlungen gibt es zuhauf. Aber wie lassen sich diese im Familienalltag umsetzen? Wir sind zum Zmittag bei Familie Stebler-Mendelin in Nenzlingen eingeladen, einem kleinen Dorf in Basel-Land, idyllisch eingebettet im Schweizer Jura und umgeben von Wäldern, Wiesen und Feldern. Hier ist die Welt noch in Ordnung. Hier kennt jeder jeden. In den Vorgärten der Einfamilienhäuser stehen Trampolins und Kickboards; für Milch und Zucker kann man den Nachbarn fragen und je nach Saison gehts für den Einkauf auf den Bauernhof. Kurz vor elf Uhr, Vormittag. Anita, Mutter und Küchenoberhaupt, sitzt am Tisch und rüstet das Gemüse. Die Sonne blinzelt zwischen den Vorhängen hindurch, wärmt den kalten Wintertag. Anita schaut auf die Uhr. «Jetzt kommt dann gleich mein Mann Erhard

mit Yannik. Er hat am Donnerstagmorgen früher die Schule aus.» Sie schneidet das Rüebli klein. Sohn Yannik geht in der benachbarten Stadt aufs Progymnasium. Seit anderthalb Jahren. Schon bald muss er ein Schwerpunktfach wählen. «Kein einfacher Entscheid für einen Jungen in diesem Alter», meint Mama Anita.

«Bei uns hat Essen einen hohen Stellenwert.» In einer Gratinform wartet das Poulet auf seine weitere Zubereitung – mit Rohschinken umhüllt und einem Rosmarinzweig geschmückt. Daneben steht eine Packung Teigwaren. Keine gewöhnlichen, sondern Fusilli mit Emmer, eine alte Getreidesorte, die auch Zweikorn genannt wird. «Ob wir jetzt wirklich die ideale Familie sind, um eine Reportage über gesunde Ernährung zu machen?» Anita hält kurz inne. «Ich denke zwar schon, dass wir uns ausgewogen ernähren. Aber noch wichtiger: Bei uns hat das Essen einen hohen Stellenwert. Das Beisammensein, sich austauschen», erklärt sie.


«Früchte stehen bei uns immer zur Verfügung.» Etwas Anständiges zu essen? «Damit meine ich eine ausgewogene Mahlzeit, bei der von allem etwas dabei ist: Gemüse, Salat, Beilage, Fleisch oder Fisch und natürlich Früchte. Diese stehen bei uns immer in allen Variationen zur Verfügung», erläutert Anita und zeigt auf die volle Fruchtschale auf dem Tisch. Auch Gemüse hat es genug. Zum Teil wurde es im eigenen kleinen Garten angepflanzt, stammt von Nachbarn oder von den Bauern aus dem Vierhundert-Seelen-Dorf Nenzlingen. Erhard ergänzt: «Wir legen grossen Wert darauf, dass wir regionale Produkte kaufen. Da sind wir hier in unserer ländlichen Gegend natürlich etwas im Vorteil.» Anita und Erhard haben ihre Essenskultur von ihren eigenen Eltern mitbekommen: sich Zeit nehmen, zusammen an

einem Tisch sitzen, sich austauschen und geniessen. Oft werden die alten Rezepte von Oma hervorgeholt und gekocht. Urchig, einfach. Gebrannte Crème zum Beispiel. «Es darf auch mal etwas Süsses sein», meint Anita. Den Eltern ist wichtig, dass auch ihre Kinder Yannik und Sarah gutes Essen zu schätzen wissen.

«Ich weiss, dass Gemüse eigentlich gesund wäre.» Für die elfjährige Sarah gar keine Frage. Sie mag alles, sie probiert gerne aus und kocht häufig mit. Für den dreizehnjährigen Yannik ist alles etwas schwieriger. Weil er von schweren Nahrungsmittelallergien betroffen ist, verzichtet er auf Soja, Eier, Kartoffeln, Reis und auch auf Nüsse – und dies seit dem Babyalter. Was erschwerend hinzukommt: Gemüse ist ihm ein Gräuel. «Da ist es auch mit einem Allergiker-Kochbuch nicht immer einfach, ein ausgewogenes Menü zu kreieren», schmunzelt Anita. «Und manchmal kann es durchaus zu hitzigen Diskussionen kommen.» Gibt es also gelegentlich auch zwei verschiedene Menüs? «Das kommt fast täglich vor. Wenn wir anderen zum Beispiel Lust auf Reis haben, kriegt Yannik einen separaten Teller.» Dann ist Vorsicht geboten: Die Reiskelle darf keinesfalls in die Teigwaren gelangen. «Das hört sich kompliziert an. Aber bisher hat alles immer problemlos geklappt. Wir haben uns einfach damit arrangiert», resümiert Erhard und rührt im Topf. Yannik ergänzt: «Ja, ich weiss, ich bin ein etwas schwieriger Esser. Und ich weiss auch, dass Gemüse eigentlich gesund wäre. Aber am liebsten mag ich Fleisch und Teigwaren. Und statt Gemüse esse ich halt viele Früchte.»

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Erhard und Yannik treten ein. Die Küche füllt sich mit dem Duft angeschwitzter Zwiebeln. Yannik hebt kurz den Deckel hoch und schaut hinein. «Ich muss noch lernen», sagt er und geht auf sein Zimmer. Geschichtsprüfung. «Das Schöne am Donnerstagmittag ist, dass die ganze Familie da ist», erzählt Erhard. «An diesem Tag kann ich von zuhause aus arbeiten. Normalerweise pendle ich nach Bern.» Quasi ein Wochenendessen während der Woche. «Auch wenn es an solchen Mittagen manchmal etwas turbulent zu und her geht, weil jeder um ein Uhr schon wieder weg sein muss.» Anita ergänzt: «Aber um etwas Anständiges zu essen, reicht es immer. So viel Zeit muss einfach sein. Da muss man sich halt organisieren.» Erhard nickt.


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Gesunde Ernährung ist für beide Kinder nichts Neues. «Das haben wir in der Schule gelernt. Fünf Portionen Gemüse oder Früchte am Tag zum Beispiel. Und die Lebensmittelpyramide», erzählt Yannik. Und Sarah erklärt: «Es sollten möglichst viele verschiedene Sachen auf dem Teller sein. Also zum Beispiel Reis, Fisch und Gemüse.» Anita fügt hinzu: «Natürlich essen wir auch mal vegetarisch.» Ernährung ist in der Familie also immer wieder Gesprächsthema – nur schon aufgrund von Yanniks Allergien.

«In Bewegung zu sein ist für uns einfach selbstverständlich.» Eines muss hingegen nie diskutiert werden: Bewegung. Ob Velo-, Einrad- oder Skifahren, schlitteln, schwimmen, Fussball spielen oder tanzen. Die ganze Familie ist gerne draussen und aktiv. «In Bewegung zu sein ist für uns einfach selbstverständlich», meint Erhard. Deswegen kam auch nie eine Spielkonsole ins Haus – zum Leidwesen von Yannik, der schon manchmal gerne gamen würde. Aber eigentlich macht ja das neue Waveboard viel mehr Spass. Kurz nach zwölf. Erhard holt Anitas Mutter ab, die gleich nebenan wohnt. Yannik und Sarah tragen die Pfannen und Töpfe auf den Tisch. Sobald alle sitzen, beginnt Erhard zu schöpfen. Man wartet, bis alle ihren Teller vor sich haben. «Yannik, ist das so genug für dich?» «Zu wenig Fleisch, Papi!» «Und wie viel Gemüse möchtest du?», fragt die Oma mit einem schelmischen Schmunzeln. Yannik rollt mit den Augen. «Ja, ich hab schon vieles probiert. Ihm sogar einen Batzen versprochen, wenn er etwas Gemüse isst.» Oma Hedwig hält kurz inne und schaut ihren Enkel an. «Das hat

alles nichts genützt.» Erhard lacht. «Hauptsache, unsere Kinder sind sich über eines bewusst: Das Leben ist zu kurz für schlechtes Essen.»

«Den Kindern die richtigen Werte vorleben.» Anita bringt es zum Schluss auf den Punkt: «Man muss seinen Kindern die richtigen Werte vorleben». Um ihnen mitzugeben, was gesund und gut ist, reichen keine Regeln. Nur durch Erfahrung lernen Kinder, was angemessen ist. Dabei geht es nicht allein um gute und schlechte Lebensmittel. Essen soll nicht nur Aufnahme von Energie sein. Essen soll zelebriert werden, auch wenn ein Familienmitglied von Nahrungsmittelallergien betroffen ist. Durch gemeinsames Rezepte suchen, einkaufen, kochen; indem man jeden Bissen bewusst auskostet. Ganz nach dem Spruch, den Familie Stebler-Mendelin am Kühlschrank hängen hat: «Geniesse nach Mass, damit du länger geniessen kannst.» Text: Petra Biffiger / Fotos: Oliver Menge


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Das süsse Geheimnis: Wasser trinken Von zahlreichen Seiten wird bestätigt, dass der Konsum von Süssgetränken die Gewichtszunahme begünstigt. Gemeinsam mit den nationalen Ernährungsfachorganisationen empfiehlt deshalb auch Gesundheitsförderung Schweiz Wasser als wertvollstes Getränk. Ziel von Gesundheitsförderung Schweiz ist es, insbesondere das Trinken von Hahnenwasser bei Kindern und Jugendlichen in der Schweiz zu fördern.

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Süssgetränke begünstigen nachweislich die Gewichtszunahme. Denn: Sie sind kalorienreich und weniger sättigend, als es die gleiche Kalorienmenge in Form von Nahrungsmitteln wäre. Zudem verursachen Süssgetränke aufgrund ihres hohen Zucker- und Säuregehalts Karies und Zahnerosionen. Fruchtsäfte – auch in verdünnter Form – sind keine empfehlenswerte Alternative zu Wasser. Sie enthalten einen vergleichbar hohen Anteil an Zucker wie Süssgetränke. Der Fruchtzucker wird zwar langsamer ins Blut aufgenommen als Haushaltzucker, liefert aber dieselbe Menge Kalorien. Gemeinsam mit der enthaltenen Fruchtsäure können Fruchtsäfte zudem Karies und Zahnerosionen verursachen. Laut Untersuchungen sind Wasser und ungesüsster Tee die Getränke, welche Kinder von 4 bis 12 Jahren am häufigsten trinken. Der Süssgetränkekonsum steigt bei Kindern von 9 bis 12 Jahren deutlich an und nimmt mit zunehmendem Alter weiter zu. Und genau hier setzen die Massnahmen von Gesundheitsförderung Schweiz beispielsweise bei den Schulen an. Studien belegen, dass Interventionen in den Schulen äusserst wirksam sind, insbesondere wenn verschiedene Massnahmen miteinander kombiniert werden: Wasserspender oder Trinkbrunnen an strategisch sinnvollen Orten platzieren, Trinkflaschen oder Trinkbecher abgegeben und Wassertrinken über längere Zeit systematisch im Unterricht thematisieren. Begleitende Massnahmen wie der regelmässige Sportunterricht, die Förderung der Alltagsbewegung in der Schule, ausserschulische Bewegungsangebote sowie die Zusammenarbeit mit den Eltern an Schulen sind Kanäle, welche ebenfalls regelmässig genutzt werden, um das Wassertrinken im Alltag breit zu verankern. Alle Interventionen zur Förderung des Wassertrinkens sind wichtig und leisten als Ganzes einen essentiellen Beitrag für ein gesundes Körpergewicht bei Kindern und Jugendlichen. Text: Franziska Widmer Howald Projektleiterin Gesundes Körpergewicht/Ernährung, Gesundheitsförderung Schweiz (GFCH) Foto: zvg

Theoretische Gewichtszunahme beim Konsum von Süssgetränken Der Konsum von einem Glas (330 ml) Süssgetränk (Cola-Getränk, Eistee etc.) pro Tag kann theoretisch zu 18.5 Gramm Gewichtszunahme pro Tag führen. Beim Konsum von einem Glas Süssgetränk pro Tag würde dies einer Gewichtszunahme von rund 7 Kilogramm in einem Jahr entsprechen. Quelle: The American Journal of Clinical Nutrition 2006; 84: 274–88. Bemerkung: Diese ungefähren Werte sind theoretisch und wurden nie wissenschaftlich überprüft. Weiterführende Informationen finden Sie unter: www.hahnenburger.ch Material erhalten Sie unter: www.gesundheitsfoerderung.ch/kommunikation


Wissen, was darin und dahinter steckt

Auch an Mittagstischen in Schulen oder Krippen sind gesunde Ernährung und Allergien ein Thema. Wichtig also, dass die betreuenden Personen darüber Bescheid wissen. In der Schulung «Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen» lernen Interessierte wichtige Grundlagen.

Ein aktuelles Bedürfnis In der im August 2013 eröffneten Kinderkrippe im Herzen von Lenzburg kümmern sich vier Fachfrauen Betreuung zurzeit um 15 Babys und Kleinkinder. Darunter sind auch Allergiker. Für Stephanie Leibundgut und Ivana Boskovic war dies der Hauptgrund, den Kurs zu besuchen: «Immer häufiger treffen wir auf Kinder mit Allergien oder Intoleranzen», erklärt Leibundgut. «Und auch bei uns selbst ist das ein Thema. Ich vertrage zum Beispiel Weizen nicht.» Ivana Boskovic erlebte während ihrer Ausbildung mit, wie ein Mädchen mit starker Nussallergie einen anaphylaktischen Schock erlitten hat. «Eines meiner schlimmsten Erlebnisse. Man fühlt sich so hilflos», sagt sie. Theoretisch und praktisch Während einem halben Tag informieren die von menuandmore organisierten Referenten die anwesenden Betreuungspersonen über Nahrungsmittelallergien, Zöliakie, Laktoseintoleranz, Produktedeklarationen und Allergie-Gütesiegel. Dabei steht neben dem Hintergrundwissen auch die praktische Anwendung im Fokus. In einem Workshop erhält jeder ein Lebensmittel zugeteilt wie beispielsweise einen Cracker, eine Fertigsalatsauce oder einen Schokoladenriegel. Nun gilt es zu bestimmen, welche Allergiebetroffenen was nicht essen dürfen und was unbedenklich ist. «Der Kurs war äusserst lehr- und hilfreich», resümiert Boskovic. Und Leibundgut ergänzt: «Vor allem für uns. Weil

Wieder in der Kita Im Drachenäscht wird an zwei Tagen das Mittagessen selbst gekocht; drei Mal wird es von menuandmore geliefert. Was gesund ist und was nicht, lernen die Kinder auf spielerische Art, beispielsweise mit verschiedenen Kärtchen. Wichtig ist, dass jedes selber schöpfen darf. So kann es auch mal vorkommen, dass sich ein Kind genüsslich Bohnen auf den Teller häuft, obwohl es vorher, als es gefragt wurde, eigentlich gar keine wollte. «Die Kinder schätzen, dass sie selber bestimmen dürfen. So probieren sie auch eher Sachen aus», weiss Ivana Boskovic. Selbstständigkeit – ein wichtiges Thema in allen ABB Kinderkrippen. «Wir arbeiten nach den Ansätzen von Emmi Pikler», erklärt Leibundgut. Eine Kinderärztin, die im 20. Jahrhundert neue Wege in der Kleinkinderziehung ging und dem Kind mehr Selbstständigkeit einräumte. «Kinder müssen ihre Erfahrungen selber machen», bringt es Leibundgut auf den Punkt. Nicht nur bezüglich Essen, sondern auch hinsichtlich Bewegung. «Bei unseren alltäglichen Nachmittagsausflügen müssen die Kinder selber lernen, irgendwo hochzukommen. Auch wenn so vielleicht das Frustpotenzial hoch ist: Der Erfolg ist für das Kind viel intensiver.» Was ist vom Kurs geblieben? Stephanie Leibundgut stellt klar: «Ich habe schon vorher sehr auf die Ernährung geschaut. Der Kurs hat mir aber die Allergie- und Intoleranzthematik noch viel bewusster gemacht. Jetzt habe ich mehr Sicherheit im Alltag, im Umgang mit betroffenen Kindern. Ich habe das notwendige Hintergrundwissen, um heikle Situationen zu vermeiden.» Und Ivana Boskovic ergänzt: «Man wird sich so richtig bewusst, was man eigentlich alles isst. Viele wissen darüber zu wenig.» «Eigentlich sollte man mal die gesamte Schweizer Bevölkerung in einen solchen Kurs schicken», resümiert Leibundgut mit einem Schmunzeln. Text: Petra Biffiger / Foto: Sebastian Magnani

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Einmal im Jahr führt menuandmore, eine Zürcher Verpflegungsanbieterin, zusammen mit dem Gesundheitsdienst der Stadt Zürich und der fachlichen Unterstützung von aha! Allergiezentrum Schweiz eine Schulung über «Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen» durch. In diesem halbtägigen Kurs lernen die Betreuungspersonen von Schulhorten und Kinderkrippen, was Allergien und Intoleranzen sind, welche Stoffe diese auslösen können und wie man nicht geeignete Lebensmittel vermeiden kann. Über 100 Interessenten haben im letzten Herbst an der Veranstaltung teilgenommen. So auch Ivana Boskovic und Stephanie Leibundgut, beide ausgebildete Betreuerinnen in der ABB Kinderkrippe «Drachenäscht» in Lenzburg.

es sehr kinderspezifisch und praxisbezogen war. Karin Stalder, Ernährungsexpertin bei aha! Allergiezentrum Schweiz, erklärte uns zum Beispiel, wie die Produkteangaben zu lesen sind.» Besonders erstaunt war Stephanie Leibundgut darüber, in wie vielen Lebensmitteln Zusatzstoffe enthalten sind. «Man will ja nicht wissen, wie sich diese Stoffe in unserem Körper auswirken.» Und Ivana Boskovic war überrascht von der Anzahl Schweizerinnen und Schweizer mit einer Laktoseintoleranz. «Gegen 20 Prozent. Das sind enorm viele», meint sie.


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Stephanie Leibundgut und Ivana Boskovic


Schutz und Pflege – das Erfolgsrezept für gesunde Hände Die Hände sind das wichtigste Werkzeug eines Menschen. Hände sind immer aktiv. Den ganzen Tag greifen sie zu und verrichten Tätigkeiten aller Art. Ganz klar, dass diese Tätigkeiten ihre Spuren hinterlassen – wenn nichts zum Schutz der Haut unternommen wird. Mit drei einfachen Schritten können auch Sie Ihre Hände richtig pflegen. Trockene, schuppige Haut und zum Teil sogar Risse in den Fingerkuppen können entstehen, wenn die Hände immer wieder mit schädlichen Stoffen in Kontakt kommen. Zu diesen schädlichen Stoffen gehören Putzund Reinigungsmittel, Desinfektionsmittel aber auch einfach Wasser. Je nach Beruf können Kühlschmiermittel, Zement, Mehl, pflanzliche Stoffe und viele mehr die Haut langfristig reizen. Am effektivsten wäre es, den Schadstoffen einfach auszuweichen. In der Praxis ist diese Lösung jedoch in den meisten Fällen nicht möglich.

wesentlich von Handpflegeprodukten unterscheiden. Handpflegeprodukte bilden auf der Haut einen Fettfilm. Meist ist jedoch ein solcher Fettfilm unerwünscht und beim Arbeiten hinderlich. Es gibt daher eine spezifische Hautschutzcreme (Excipial Protect®) auf dem Markt, die gezielt die Hautporen verschliesst und so verhindert, dass schädliche Noxen in die Haut eindringen können. Diese Hautschutzcreme enthält wenig fett und ist sehr angenehm in der Anwendung, zieht rasch ein und beeinträchtigt die Griffigkeit der Hände nicht.

Das Tragen von Handschuhen ist auf jeden Fall empfohlen, wann immer dies möglich ist. Für alle Tätigkeiten, bei denen Handschuhe die Arbeit behindern würden, können Hautschutzcremes angewendet werden. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass sich Hautschutzprodukte

Schutz, sanfte Reinigung und regelmässige Pflege sind die drei wichtigsten Elemente zur Erhaltung von gesunden und schönen Händen. Beginnen auch Sie Ihren Händen die nötige Beachtung zu schenken!

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Hautpflege Nach der Arbeit und nachts


Sportlich aktiv und fit auch mit Allergien

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Allergien spielen im Breiten- wie im Hochleistungssport eine wichtige Rolle: drei der häufigsten allergischen Erkrankungen in verschiedenen sportlichen Umfeldern, dazu Empfehlungen zu Prävention und Therapie, unter Berücksichtigung von Anti-Doping-Regeln im Spitzensport. ALLERGISCHE RHINITIS (ALLERGISCHER SCHNUPFEN) Zahlen und Fakten Mit einer Häufigkeit von 10 bis 20 Prozent in der Gesamtbevölkerung und von bis zu 40 Prozent bei Leistungssportlern ist der allergische Schnupfen (oder Heuschnupfen) eine der häufigsten chronischen Erkrankungen bei Sportlern. Bei Freiluftsportarten wie Fussball oder Jogging kann bei saisonalem Pollenflug und Auftreten von Beschwerden die Sport- und Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigt sein. Doch auch bei Hallensportarten ist nach entsprechender Lüftung mit einer durchaus hohen Pollenbelastung zu rechnen. Bei sportlichen Wettbewerben oder Trainingslagern fernab vom Heimatort können allenfalls Hausstaubmilbenoder Schimmelpilzbelastungen in Hotels, Ferien- oder La-

gerhäusern entsprechende Symptome auslösen. Aber auch die Feinstaubbelastung, beispielsweise in Schulgebäuden, kann die allergischen Symptome verstärken. Prävention und Therapie Soweit möglich sollte der Allergenkontakt verhindert oder auf ein Minimum reduziert werden. Milbendichte Überzüge können bei einer Hausstaubmilbenallergie Abhilfe schaffen. Bei Freiluftsportarten schützen eng anliegende Sonnenbrillen oder Sportbrillen die Augen vor massivem Pollenkontakt. Wenn bekannt ist, welches Allergen die Beschwerden verursacht, besteht in Absprache mit dem Allergologen die Möglichkeit der spezifischen Immuntherapie (Desensibilisierung). Zu beachten gilt, dass die Spritzen nicht innerhalb von zwei Tagen vor oder direkt nach einem Wettkampf verabreicht werden sollten: Allergische Symptome könnten provoziert oder die Wirksamkeit reduziert werden. Symptome werden in der Regel mit Antihistaminika oder Kortikosteroiden behandelt. Letztere sind, als Tabletten oder in Spritzenform verabreicht, im Hochleistungssport aber


aufgrund ihres leistungssteigernden Potenzials verboten. Sie dürfen nur mit Ausnahmegenehmigung der nationalen bzw. internationalen Antidopingagentur eingenommen werden. Bei der Anwendung der Akupunktur deutet einiges auf eine Wirksamkeit bei allergischer Rhinitis hin. Atopisches Ekzem (Neurodermitis) Zahlen und Fakten Im direkten oder indirekten Umfeld des Sports finden sich häufig Triggerfaktoren (Auslöser, Reize), die das atopische Ekzem hervorrufen oder verschlechtern können. Faktoren wie Feuchtigkeit und Nässe (Wassersportarten), Schweiss, Kälte (v.a. bei Wintersportarten), Reibung (durch Sportkleidung) oder Hitze (Outdoor-Sportarten) beinträchtigen oft die Hautbarriere und provozieren Ekzemherde. Auch Allergene wie Pollen (Sport im Freien), Hausstaubmilben (Indoor-Sport) oder Tierepithelien (beispielsweise beim Reiten) können bei entsprechender Sensibilisierung zu Entzündungsreaktionen führen, so auch irritierende Stoffe wie Chlor (Schwimmsport) oder eng anliegende Kleidung (wie Kompressionskleidung). Bekannt ist zudem, dass Stress und Nervosität vor einem Wettkampf Neurodermitisschübe auslösen können.

Allergisches Asthma Zahlen und Fakten Allergisches Asthma kommt bei Sportlern häufig vor. Dieser Umstand und die direkte Abhängigkeit der Leistungsfähigkeit von der ausreichenden Sauerstoffzufuhr verleihen dem allergischen Asthma bronchiale eine grosse Bedeutung im Sport. Pollen können insbesondere bei Freiluftsportarten saisonal Asthmaanfälle auslösen, Tierepithelien (beispielsweise im Reitsport) oder Indoor-Allergene wie Hausstaubmilben oder Schimmelpilze sogar ganzjährig. Prävention und Therapie Der Fokus liegt im Vermeiden des Allergens und zusätzlicher Reizfaktoren wie Kälte oder trockene Luft. Durch die spezifische Immuntherapie kann eine Toleranz erreicht werden. Aufenthalte am Meer oder im Hochgebirge können aufgrund der Veränderung des allergenen Umfeldes zu einer deutlichen Besserung der Lungenfunktion und der Lebensqualität führen und sich im Sport hervorragend in die Trainingsplanung einfügen. Gezieltes körperliches Training (z. B. Schulsport, Teilnahme in Lungensportgruppen) kann zu einer Verringerung der Asthmasymptome und zur Verbesserung der Belastbarkeit

Schlussfolgerung Allergien spielen sowohl im Breiten- als auch im Hochleistungssport eine grosse Rolle. Mit vorbeugenden Massnahmen und angepasster, gezielter Therapie, die auf das spezielle Umfeld des Sportlers und allenfalls auf Besonderheiten hinsichtlich der Antidopingregularien abgestimmt sind, können Allergiebetroffene Sport mit Spass verbinden und ihre Gesundheit fördern. Text: Florian Pfab

Prof. Dr. med. Florian Pfab ist Facharzt für Dermatologie und Venerologie, Sportmedizin, Akupunktur, manuelle Medizin/Chirotherapie, Allergologie, Ernährungsmedizin DAEM/DGEM. Er arbeitet in einer Gemeinschaftspraxis in München.

MEHR WISSEN Allergische Rhinitis (allergischer Schnupfen) Die allergische Rhinitis (Heuschnupfen) ist eine Entzündung der Nasenschleimhaut, gefolgt von einem Fliessschnupfen. Ausgelöst werden diese Reaktionen durch Allergene wie zum Beispiel Pollen, Hausstaubmilben oder Tierepithelien. Häufigkeit bei Kindern und Jugendlichen: zwischen 15 und 20 Prozent, bei Erwachsenen sind es gut 15 Prozent. Atopisches Ekzem (Neurodermitis) Neurodermitis ist eine chronische, entzündliche Hautkrankheit, bedingt durch eine verminderte Hautbarriere, veränderte Immunantwort und beeinflusst durch Umweltfaktoren. Der Verlauf der Neurodermitis ist wechselhaft mit Krankheitsschüben unterschiedlicher Dauer und Schwere. Patienten haben eine trockene, sensible und schuppende Haut. Die atopische Dermatitis ist eine häufige Erkrankung im Kindesalter: zwischen 15 bis 30 Prozent sind davon betroffen, im Erwachsenenalter sind es noch zwischen 2 bis 10 Prozent. Allergisches Asthma Allergisches Asthma ist bedingt durch eine Überempfindlichkeit der Atemwege gegen Allergene (z.B. Pollen, Hausstaubmilben, Tierepithelien), gefolgt von anfallsweiser Verengung der Atemwege. Husten und Atemnot sind typische Symptome einer asthmatischen Reaktion. Zwischen 7 bis 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen haben Asthma, bei den Erwachsenen sind 7 Prozent davon betroffen.

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Prävention und Therapie Die zwei Säulen der Therapie bestehen im Vermeiden von Triggerfaktoren (Auslösern) und der Wiederherstellung der gestörten Barrierefunktion der Haut. Die individuellen Provokationsfaktoren im Sport zu meiden ist oft schwierig, doch können entsprechende Schutzvorkehrungen (auch durch Schulung des Patienten, der Eltern) Abhilfe schaffen. Bei Kälte, Allergenkontakt oder Irritation der Haut kann mit angepasster, atmungsaktiver Kleidung oder mittels Pflastern eine Unterkühlung beziehungsweise Entzündungsreaktion verhindert werden. Auf häufiges, langes Duschen oder Baden sollte verzichtet werden, weil die Haut dadurch stark austrocknet. Von Pauschaldiäten ist abzuraten. Bei Sensibilisierungen auf Nahrungsmittel wird ein Meiden derselben empfohlen.

führen. Techniken der physiotherapeutischen Atemtherapie können helfen, Atemnot, Hustenreiz und Angst zu reduzieren sowie das Selbstmanagement insgesamt zu verbessern. Bei schwer übergewichtigen Asthmapatienten ist eine Gewichtsreduktion zu empfehlen. Tabakrauchen verschlimmert das Asthma des Rauchers und des passivrauchenden Umfelds. Ist das Asthma kontrolliert und gut behandelt, kann nach einer Aufwärmphase jede Sportart ausgeübt werden, in der sich der Betroffene wohlfühlt. Zu beachten gilt, dass einige Asthma-Medikamente im Leistungssport verboten sind.


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«Mit dem Mahnfinger kann man niemanden motivieren.» Matthias Remund, Direktor des Bundesamts für Sport (BASPO), über die positiven Auswirkungen von Bewegung und wie wichtig es ist, mit Freude Sport zu treiben.

von Kalorienzufuhr und Kalorienverbrauch voraus. Ausserdem ist es sicher besser, fünfmal eine Stunde Sport zu treiben als einmal fünf Stunden.

Herr Remund, warum ist Bewegung wichtig für den Körper? Das hat physiologische Gründe und ist auch evolutionär bedingt; der Mensch ist ein Bewegungswesen. Früher musste er dem Essen hinterherjagen, heute braucht es bewusst geschaffene Massnahmen. Leider hat die Bewegung im Alltag aufgrund der Mobilitätsentwicklung in den letzten Jahrzenten stark abgenommen. Eine Studie zeigt, dass Jugendliche, die dreimal pro Woche Sport treiben, so viele Kalorien verbrennen wie Junge vor 40 Jahren ohne Sport.

Was unternimmt das BASPO in Sachen Prävention? Wir betreiben Sportförderung, die an sich präventiv wirkt, wenn der Sport gut inszeniert ist. Sport soll sich sowohl physisch als auch psychisch positiv auswirken.

Wie bewegen sich Herr und Frau Schweizer? Die Schweiz ist grundsätzlich sportaktiv. 40 Prozent der Bevölkerung betreibt wöchentlich dreimal oder mehr Sport – Männer etwas mehr als Frauen. Interessant ist der sprachregionale Unterschied. Romands und Tessiner treiben weniger Sport als Deutschschweizer. Dies ist keine Frage der Sportförderung, sondern hat einen kulturellen Hintergrund. Im Weiteren spielt auch das Bildungsniveau eine Rolle – tendenziell treiben besser Gebildete mehr Sport. Gut ein Viertel der Bevölkerung treibt überhaupt keinen Sport. Der beste Förderer für sportlich Inaktive ist immer noch der Arzt: Er ist ein Antreiber, weil er an den Verstand appelliert. Viele kommen dadurch zur Einsicht, dass Sport doch notwendig ist. Welchen Nutzen hat Bewegung für die Gesundheit? Das ist laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) belegt: Man hat eine höhere Lebenserwartung, ist weniger anfällig für nicht übertragbare Krankheiten und kann Stress abbauen. Bei Kleinkindern wird auch die Nervenbildung aktiviert. Was verstehen Sie unter gesundem Körpergewicht und wer gibt das vor? Dafür gibt es medizinische Indikatoren. Einst waren BMIMessungen im Trend, später mass man den Bauchumfang. Wichtig ist, dass man sich wohl fühlt und fit genug ist, um beispielsweise Velo zu fahren, zu schwimmen oder zu joggen. Ein gesundes Körpergewicht setzt ein Gleichgewicht

Wie kann man jemanden zu mehr Sport antreiben? Es ist schwierig, inaktive Menschen zum Sport zu animieren. Deswegen versuchen wir Menschen zu motiveren, die bereits Sport treiben. Zum Beispiel mit esa, unserem Sportförderprogramm für Erwachsene. Hier konzipieren wir für verschiedene Institutionen wie Sportverbände oder Pro Senectute Ausbildungen für sportaktive Menschen, die ihr Wissen als Leiterinnen und Leiter weitergeben wollen. Wer eine Sportart richtig beherrscht, hat auch mehr Spass daran. Wo stehen Sie in der Forschung und Bildung? In der Forschung sind wir breit unterwegs. Wir haben Verschiedenes entwickelt; etwa einen Bewegungsmesser, der beispielsweise für die Armee eingesetzt werden kann. Um herauszufinden, für welche Gruppengattungen es welche konditionellen Fähigkeiten braucht. Dabei haben wir auch festgestellt, dass sich Bewegung positiv auf die Unfallstatistik auswirkt. Zur Bewegung gehört auch das Thema Ernährung. Wie stark nehmen Sie diesbezüglich Einfluss? Wir führen eine Fachstelle für Sporternährung. Wir befassen uns eher mit der zielgerichteten Ernährung für Leistungssportler oder damit, welche Ernährung es für welche Sportart braucht. Grundsätzlich gilt aber: Man darf auch

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Gibt es vom BASPO Richtlinien oder Empfehlungen? Das ist individuell. Wir empfehlen, dreimal wöchentlich eine Stunde Sport zu treiben oder sich pro Tag mindestens eine halbe Stunde zu bewegen. Alles darüber hinaus ist besser.

Wie fördert Ihr Bundesamt Sport und Bewegung? Wir geben Anleitungen zur richtigen Sport-Ausübung und -Empfehlungen an Schulen weiter. Wir fördern Erwachsenen- und Senioren-Sport, geben Handbücher heraus, bieten eine Bachelor-/Master-Ausbildung an, betreiben Trainerbildungen im Auftrag der Verbände und bilden jährlich 65 000 J&S-Leiterinnen und -Leiter in 75 Sportarten aus. Rund 700 000 Kinder und Jugendliche besuchen jährlich über 55 000 Sportkurse oder Lager. Ausserdem betreiben wir die praxisorientierte Unterrichtsplattform www.mobilesport.ch für Lehrer, Leiter und Trainer. Das Wichtigste aber: Sport ist nur dann wirksam, wenn man ihn mit Freude ausübt. Wir wollen niemanden zwingen, sondern vielmehr motivieren. Mit dem Mahnfinger gelingt das nicht.


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mal etwas essen, das man wirklich mag. Essen löst auch Glücksgefühle aus. Es gibt ja auch Sportsüchtige: Welches sind die Risiken von (zu) viel Bewegung? Kürzlich wurde eine Studie der Universität Genf über die Sportaktivität und das Wohlbefinden von Studenten publiziert. Diejenigen, die pro Woche weniger als sechs Stunden sportlich unterwegs sind, fühlen sich nicht gut. Bei denen, die bis zu 15 Stunden Sport treiben, ist das Wohlbefinden besser. Und bei Studenten, die wöchentlich über 16 Stunden sportlich aktiv sind, nimmt es wieder ab. Grundsätzlich ist und bleibt alles subjektiv. Doch: Was zu viel ist, ist zu viel. Man kann unter Umständen 20 Stunden Sport treiben, wenn der Körper das aushält. Bei Verletzungen oder Schmerzen sollte man aber mit Verstand handeln und nach Alternativen suchen. Können Sie sich vorstellen, dass Körpergewicht und Allergien zusammenhängen? Es ist sogar bewiesen, dass es zwischen Übergewicht und Fettleibigkeit einerseits und Allergien andererseits Zusammenhänge gibt. Sportliche Aktivitäten sind ein sehr gutes Mittel, um Verbesserungen zu erreichen. Was raten Sie einem Allergiker, der sich bewegen möchte? Das hängt von der Allergie ab. Die Medizin erlaubt diesbezüglich sehr viel. Wichtig ist, dass man sich mit Mass bewegt. Marschieren, Schwimmen oder Radfahren eignen sich sehr gut, auch Mannschaftssportarten oder Tennis – aber nicht zu intensiv. Am besten bespricht man sich mit einem Spezialisten. Was motiviert Sie, sich selbst zu bewegen? Einerseits schätze ich es, alleine Sport zu treiben und zu reflektieren. Auf dem Velo oder auf den Langlaufskiern habe ich immer die besten Ideen. Andererseits bin ich auch gerne mit Familie und Freunden sportlich unterwegs. Hier

entsteht ein Gemeinschaftsgefühl. Auch liebe ich Wettkämpfe, bei denen man sich ein Ziel setzt und sich darauf vorbereiten muss. Das motiviert mich. Text: Miriam Kolly / Foto: zvg

Matthias Remund (51) ist seit dem 1. April 2005 Direktor des Bundesamts für Sport BASPO. Er war als Langläufer selbst Spitzensportler und Mitglied verschiedener Leistungskader. Als Trainer und Funktionär war er in verschiedenen Bereichen des Sports tätig. Matthias Remund ist verheiratet und Vater von sechs Kindern. Zu seinen Hobbies zählen Skilanglauf, Velofahren, Jogging, Eishockey und Ski alpin.

Empfehlungen und Informationen über die Sportförderung des BASPO: Sportförderprogramm Erwachsenensport Schweiz esa, bzw. Partnerorganisationen: www.erwachsenen-sport.ch Über esa Partnerorganisationen Unterrichtsplattform für Lehrer, Leiter und Trainer: www.mobilesport.ch Sportförderprogramm Jugend + Sport: www.jugendundsport.ch Lehre, Forschung Dienstleistung: www.ehsm.ch www.baspo.admin.ch


FÜR MEHR BEWEGENDE MOMENTE Regelmässige Bewegung und Sport sind in allen Altersgruppen wesentlich für Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Für körperlich Inaktive ist jeder Schritt hin zu mehr Bewegung wichtig und bringt auch direkt ersten Nutzen. Die unten aufgeführten Empfehlungen sind Zielvorgaben zur Entwicklung und Beurteilung bewegungsorientierter Gesundheitsförderungsaktivitäten für Erwachsene und Kinder. Mehr Informationen finden Sie auf www.hepa.ch unter Dokumentation Dokumente Bewegung.

Empfehlungen aus dem Jahr 2013. Erstellt durch das Netzwerk Gesundheit und Bewegung Schweiz hepa.ch im Auftrag des Bundesamts für Gesundheit BAG und des Bundesamts für Sport BASPO sowie in Zusammenarbeit mit den Institutionen: bfu–Beratungsstelle für Unfallverhütung, Gesundheitsförderung Schweiz, Public Health Schweiz, Schweizerische Gesellschaft für Sportmedizin SGSM, Sportwissenschaftliche Gesellschaft der Schweiz SGS, Suva. Grafiken: Netzwerk Gesundheit und Bewegung Schweiz hepa.ch

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MS SPORTS bringt 4500 Kinder in Bewegung Mario Sager begann nach seinem geplatzten Traum als Fussballprofi mit 22, Sportlager für Kinder und Jugendliche zu organisieren. Heute, sieben Jahre später, beschäftigt er ein Dutzend Angestellte und überblickt 170 Lager. Eine Erfolgsgeschichte. Er sitzt in der Küche seiner Wohnung in Emmenbrücke und sagt: «Ich bereue nichts.» Die Wohnung dient nicht mehr als sein Zuhause, sondern als Büroraum seiner Firma «MS Sports», die seit 2009 Sportcamps für Kinder organisiert – mittlerweile in der ganzen Schweiz. Eine Wohnung als Büro? Bei Mario Sager laufen die Dinge nun manchmal etwas anders als gewohnt.

Plan B: Sportcamps organisieren Mario Sager hat 2005 mit 20 die Matura in der Tasche, viel Zeit – aber kein grosses Ziel mehr. Er jobbt im Kino, als Juniorentrainer und auch als Sportlehrer. Im Jahr 2007 erfährt er eines Tages, dass sein Juniorenverein, der FC Eschenbach, das Fussballlager in den Sommerferien nicht mehr zustande bringt. Zu wenig Freiwillige, zu wenig Anmeldungen. Mario Sager teilt den Verantwortlichen mit, er würde gerne versuchen, selbst etwas auf die Beine zu stellen. Dank viel Werbung und Mund-zu-Mund-Propaganda melden sich 80 Kinder für ein Fussballlager an. Auch Mario Sager ist überrascht. Er sagt sich: «Wenn es in Eschenbach funktioniert, funktioniert es überall.» Ein Jahr nach der Premiere organisiert er bereits an zehn Orten «Fussballcamps», wie er sie nennt. 2009 macht er sich selbstständig, gründet die MS Sports AG und heuert einen langjährigen Freund als Assistenten an. Auch ein soziales Projekt «Die Grundidee hatte auch einen sozialen Ansatz. Ich wollte etwas für Kinder machen, ohne dabei die Familien finanziell zu belasten.» Sager war überzeugt, dass dies durch die Menge gelingen konnte: viele Lager, viele Anmeldungen, grosse Bestellungen beim Camp-Material. Heute kauft er beispielsweise 5000 Fussbälle aufs Mal ein. Es liegt ihm am Herzen, dass sich Kinder in der Ferienzeit in Sportcamps

Mit Engagement Heute führt MS Sports 170 Sportcamps in der ganzen Schweiz durch. Fussballcamps gibt es bereits in allen Kantonen. Mario Sager hat ein Dutzend Angestellte, die sich 800 Stellenprozente teilen. Im Sommer sind 200 Helfer und Trainer für ihn im Einsatz. Er hat auch Freunde sowie seine beiden Brüder Adrian und Silvan zu MS Sports geholt. Wenn der 29-Jährige über seine Erfolgsgeschichte spricht, merkt man schnell, weshalb es ihm beispielsweise gelungen ist, eine Grossbank als Hauptsponsor für die Fussballcamps zu verpflichten: Er versprüht diese Mischung aus Enthusiasmus, Freude und Ehrlichkeit, von der man sich gerne anstecken lässt. «Zu Beginn hatte ich bestimmt einen Kükenbonus und durfte auch mal einen Fehler machen bei einer Präsentation», sagt er. Die Sponsoren sind unerlässlich, um die Preise günstig halten zu können und dafür zu sorgen, dass genügend Anmeldungen eintreffen. «Es braucht extrem viel Werbung. Für die Fussballcamps besuchen wir alleine in den Wintermonaten über 100 Hallenturniere.» Allergiebetroffene willkommen Die Palette der Camps reicht mittlerweile von Fussball über Tanzen, Tennis, Reiten bis über einzelne Unihockey-Trainingstage und polysportive Lager ausschliesslich für Mädchen im Teenager-Alter – mit dem Ziel, sie für eine Sportart zu gewinnen. «Nur gerade jedes siebte Mädchen im Oberstufenalter hat heute ein sportliches Hobby.» Die meisten MS-Sports-Camps sind keine Lager mit Übernachtungen, sondern bieten fünf Trainingstage (mit Einheiten von jeweils 10 bis 16 Uhr), in denen Spass, Lernfortschritte und Disziplin im Vordergrund stehen. Die Camps sollen Vorbildcharakter in Sachen Integration, Menschlichkeit und Toleranz haben. Auch, was Kinder mit Allergien angeht. «Es darf nicht sein, dass jemand wegen einer Allergie beim Sport nicht teilnehmen kann», findet Sager. Deshalb begrüsst er auch die Initiative von aha! Allergiezentrum Schweiz: In den Fussballcamps während der Mittagspause in einem rund 45-minütigem Block die Jugendlichen über das Thema Allergie aufzuklären. Viele Jugendliche wissen wenig darüber. «Etwas vom Wichtigsten ist die Integration von jungen Allergiebetroffenen in den sportlichen Alltag. Je mehr sie eingegliedert werden, desto höher sind die Chancen, dass sie sich für den Sport langfristig begeistern können», weiss Georg Schäppi, Geschäftsleiter von aha! Allergiezentrum Schweiz. Beim Essen will Sager Überraschungen vermeiden. Die

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Plan A: Fussballprofi werden Mario Sager wollte Fussballprofi werden. Er stand 2003 mit 18 Jahren im Kader der ersten Mannschaft des FC Luzern, der damals in der Challenge League spielte. Mehr als zwei Einsätze im Profibetrieb waren dem Stürmer aber nicht vergönnt. Die Gründe: Trainerwechsel, Degradierung ins Nachwuchsteam, Kreuzbandriss. Heute ist Sager Spielertrainer beim FC Hitzkirch in der 3. Liga. Sein Assistent heisst Osi Sager – sein Vater.

weiterentwickeln können. Der Sport war auch für ihn eine ideale Lebensschule, wie er betont. Man lerne enorm viel fürs Leben in einem Sportverein.


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Eltern der Jugendlichen werden gebeten, die Verantwortlichen vorab über allfällige Nahrungsmittelallergien oder Intoleranzen zu informieren. Je nach Catering-Anbieter sind bei MS Sports auch glutenfreie Mittagsmenüs wählbar. Mario Sager ist es wichtig, dass sich die Jugendlichen zwischen den beiden Trainingsblocks gut und gesund verpflegen können – etwa mit Salat und einem Pouletschnitzel mit Teigwaren. «Auch die Qualität ist uns wichtig. Wenn das Essen nur drei- von fünfmal gut war, wechseln wir den Anbieter. Niemand soll denken, nur weil er für Kinder koche, sei die Qualität sekundär.» Der Erfolgsfaktor Doch wie erklärt er sich den Erfolg von MS Sports – immerhin melden sich fast 60 Prozent der Teilnehmenden für ein weiteres Sportlager an? «Ich denke, unser junges, auch manchmal etwas verrücktes Team findet schnell den Draht zu den Kindern. Deswegen können sich diese vielleicht schneller mit uns identifizieren.» Zudem versuche man stets, eine Prise Humor einfliessen zu lassen, was auch bei den Eltern sehr gut ankommt. Es gibt immer wieder Momente, in denen ihm bewusst wird, wie wichtig diese Camps sein können. Dann etwa, wenn er wie in Meiringen spürt, wie sehr sich dort die Leute über das neue Camp freuen und ein Junge in Bergschuhen ins Camp kommt, weil er keine passenderen Schuhe hat. Oder wenn ihm die Mutter eines übergewichtigen Jungen zwei Monate nach dem Camp einen Brief schickt und schreibt, das Lager sei das Beste gewesen, das ihm passieren konnte.

Mario Sager bereut nichts. «Ich mache etwas Sinnvolles für Kinder und Jugendliche, das sehr viel Freude bereitet.» Auch wenn er es heute manchmal bereut, dass er nur noch kurze Visiten in den Camps abhalten kann. Vor kurzem wurde er dabei von einem Jungen mit Namen begrüsst. «Erst Sekunden später erkannte ich ihn wieder. Er hatte eines meiner Camps besucht – fünf Jahre zuvor! Unglaublich.» Text: Fabian Rottmeier / Fotos: zvg

Mario Sager (29) ist Gründer, Inhaber und CEO der MS Sports AG in Luzern. 2007 organisierte er sein erstes Fussballcamp. Mit 18 stand er im Profikader des FC Luzern.


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Gesunde und nachhaltige Kinderverpflegung… Die eigenen Kinder in fremde Obhut zu geben, bedingt ein grosses Mass an Vertrauen. Zur liebevollen und verantwortungsbewussten Betreuung gehört auch eine gesunde und kindergerechte Verpflegung. Als führende Partnerin für die Kinderverpflegung steht menuandmore «kids» den Mittagstischen für diese Ansprüche kompetent und gerne zur Seite. • • • • • • • • •

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Sport und Spass: Kinder- und Jugendcamps

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Das Bündnerland ruft Weg von zu Hause ein paar Ferientage unter Gleichaltrigen verbringen – vielleicht sogar zum ersten Mal. Spass und Abenteuer erleben mit täglich neuen, spannenden Aktivitäten und sportlichen Herausforderungen. Auf einer Wanderung staunen, wie die Bergwelt halt doch so ihre Reize hat. Eindrücke teilen, Ideen entwickeln zu einem Thema, neue Freundschaften schliessen: All dies und vieles mehr bieten seit Jahren die traditionellen aha!kinderlager für Kinder mit Allergien, Asthma, Neurodermitis und Intoleranzen im Alter zwischen 8 und 12 Jahren. Die Lager finden im bündnerischen Klosters statt und unterscheiden sich in einem wesentlichen Punkt von anderen Ferienangeboten: Die Kinder werden von geschulten Leiterteams betreut, die auf die individuellen gesundheitlichen Einschränkungen eingehen und auf die Einhaltung von Medikation und Therapieplänen achten. Die aha!kinderlager finden 2014 wieder in Klosters statt: vom 13.-19. Juni und vom 5.-11. Oktober. Interessierte können sich online anmelden unter www.aha.ch (Leben mit Allergien  Sport und Fun). Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Sereina Maibach gibt gerne näher Auskunft: 031 359 90 56 / sereina.maibach@aha.ch

No Limits im Schnee von Davos Das aha!jugendcamp bietet ein breites Spektrum an sportlichen Aktivitäten: Ski, Snowboard, Langlauf, Eishockey und Schlittelpartien zwischendurch. Das Ferienangebot für Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren findet über Silvester/Neujahr (2014/15) in Davos statt. Mit im Aufgebot ist ein junges, sportlich aufgestelltes, medizinisch geschultes Betreuerteam. Neben gemeinsamen Outdoor-Aktivitäten hält dieses die Teilnehmenden mit einem gezielten Fitness- und Freizeitprogramm auf Trab. Das Team kennt die allergie- und asthmabedingten Krankheitsbilder, aber auch die Einschränkungen, die sich daraus ergeben können. Die Jugendlichen erfahren, wie damit gezielt und bewusst umzugehen ist, und sie haben am Ende der Woche die Gewissheit, dass sie sich sportlichen Herausforderungen durchaus stellen können. Das Camp wird in Zusammenarbeit mit CK-Care (Christine Kühne – Center for Allergy Research and Education) realisiert. Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Interessierte können sich online anmelden unter www.aha.ch (Leben mit Allergien  Sport und Fun). Fragen beantwortet gerne Sereina Maibach (031 359 90 56/ sereina.maibach@aha.ch).

«Luftholtage» mit Familie Dank seiner allergen-, schadstoff- und nebelarmen Höhenlage auf 1‘560 Metern ist Davos traditionelle Destination für Menschen mit Atembeschwerden. Dank einem Spezialangebot der Lungenliga Schweiz können nun auch Familien mit Kindern, die von Asthma, Allergien, Hautkrankheiten und Nahrungsmittelunverträglichkeiten betroffen sind, die Bergwelt von Davos geniessen. Im Angebot inbegriffen sind: Übernachtungen im Hotel Clavadel mit reichhaltigem Frühstücksbuffet, die freie Benützung der Bergbahnen und ein Rahmenprogramm für Kinder und Jugendliche («inandout sports & events»). Für die medizinische Versorgung und Beratung ist die pädiatrische Abteilung des Spitals Davos besorgt. Bei Fachpersonen oder an Veranstaltungen können sich Eltern über Ernährungsfragen oder den Umgang mit Allergien und Asthma informieren. Das Hotel Clavadel ist überdies Ausgangspunkt vieler Wanderwege. Für mehr Informationen: www.lungenliga.ch/luftholtage (Kontakt: Nadia Schawalder, 031 378 20 68).


«Wir richten uns nach den Bedürfnissen unserer Zielgruppen.» aha! Allergiezentrum Schweiz vermittelt in diversen Schulungen und Kursen Betroffenen und Fachpersonen interdisziplinäres Wissen über Krankheitsbilder, Therapien und deren praktische Umsetzung. Informationen von Hannes Lüthi, dem Leiter Fachdienstleistungen der Stiftung aha!. Für wen bietet aha! Schulungen an? Unsere Schulungen sprechen zwei Gruppen an: Erstens die Betroffenen, die an Allergien, Asthma oder Neurodermitis leiden. Zweitens die Fachpersonen, die mit Betroffenen arbeiten, wie zum Beispiel Ernährungsberaterinnen und -berater, Lehrpersonen, Personen im Gastronomiebereich oder Pflegefachleute. Diese zweite Gruppe ist sehr wichtig, weil sie ja ihrerseits auch wieder Informationen an die Betroffenen weitergibt. Diese Personen sind quasi Multiplikatoren.

Und für die Fachpersonen? Interessant für Lehrpersonen und Betreuende sind die Anaphylaxie-Schulungen. Hier lernt man, wie im Notfall zu reagieren ist. Für ErnährungsberaterInnen veranstalten wir verschiedene Schulungen zu Nahrungsmittelallergien und Zöliakie. In unseren Gastronomieschulungen lernen Küchen- und Servicemitarbeitende, wie beispielsweise beim Kochen Kontaminationen vermieden werden können und wie man den Gast berät. Was ist das Ziel Ihrer Schulungen? Wir möchten den Betroffenen eine bessere Lebensqualität ermöglichen. Indem sie lernen, mit ihren Beschwerden umzugehen, mit den sozialen und psychischen Auswirkungen; indem sie wissen, wie sie sich ernähren können und indem sie die Therapie erhalten, die ihnen gut tut. Wer sind die Referenten? Wir arbeiten mit einem Netzwerk von Fachleuten zusammen, die in ihrem beruflichen Alltag konkret mit dem Thema zu tun haben und die im Schulungsbereich erfahren sind. Zum Beispiel Ärzte, ErnährungsberaterInnen, Psychologen oder Pflegefachleute. Häufig haben die Referenten auch spezifische Weiterbildungen im Bereich Patientenschulung besucht.

Wie finden Sie die Themen für Ihre Schulungen? Häufig erhalten wir über unser Beratungstelefon aha!infoline Feedbacks von Betroffenen oder von Schulungsteilnehmern. Teils informieren uns auch die Fachpersonen, dass den Leuten zu gewissen Themen das Wissen fehlt. Wir haben auch die Möglichkeit, unseren Betroffenenrat zu befragen. Bevor wir das Thema aber aufnehmen, ermitteln wir, ob es nur eine Einzelmeldung ist oder ob wirklich ein Bedarf besteht. Falls eine Nachfrage da ist, müssen wir prüfen, ob und wie es sich finanzieren lässt und ob wir die personellen Ressourcen haben. Wie kann man sich anmelden? Am einfachsten direkt über unsere Webseite www.aha.ch. Oder telefonisch bei unserer Geschäftsstelle (031 359 90 00). Text: Petra Biffiger / Foto: Oliver Menge

Hannes Lüthi ist ausgebildeter Sozialpädagoge und arbeitet bei aha! Allergiezentrum Schweiz als Leiter Fachdienstleistungen. Er und sein Team sind verantwortlich für die fachspezifischen Inhalte von Webseiten, Broschüren und für verschiedene Dienstleistungen, Projekte und Schulungen.

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Was sind die Themen? Bei den Betroffenen liegt der Schwerpunkt vor allem auf den Neurodermitis-Schulungen für Kinder und Eltern. Dies deshalb, weil Neurodermitis eine komplexe Krankheit ist, die einschneidende Einschränkungen mit sich bringt – nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. Weiter bieten wir Schulungen in den Bereichen Asthma und Anaphylaxie an. In Kinder- und Jugendcamps werden diverse Themen behandelt.

Wird das Angebot in nächster Zeit noch erweitert? Wir passen die Angebote stets den Bedürfnissen unserer Zielgruppen an. Momentan sind wir an einer Weiterentwicklung der Neurodermitis-Kinderschulung. Wir möchten die psychosozialen Aspekte weiter vertiefen. Auch unsere Kinderlager entwickeln wir weiter. Für die ErnährungsberaterInnen bieten wir in diesem Jahr ein neues Modul mit den Themen Histaminintoleranz, Glutensensitivity, Fruktosemalabsorption und Pseudoallergien an. Diese haben wir bisher noch nicht abgedeckt.


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Die Schulungen und Kurse Für Betroffene: Allergien, Asthma, Bronchitis Im Seminar «Allergien, Asthma, chronische Bronchitis» lernen Betroffene ab 15 Jahren sowie Eltern bzw. Bezugspersonen Wichtiges über das Krankheitsbild und Tipps für den Alltag kennen. Neurodermitis-Elternschulung An Neurodermitis erkrankte Kinder brauchen viel Aufmerksamkeit und Pflege. In der Schulung wird Eltern bzw. Bezugspersonen mehr über die Krankheit sowie über Strategien für den Alltag vermittelt. Neurodermitis-Kinderschulung Die Schulung für Kinder von vier bis sieben Jahren und ihre Eltern beinhaltet medizinische, pflegerische, psychologische, pädagogische sowie ernährungsphysiologische Aspekte. Die Kinder und ihre Eltern erfahren gemeinsam und doch individuell mehr über die Krankheit. Anaphylaxie-Schulung Fachleute unterstützen in dieser Schulung Betroffene und ihr Umfeld darin, den Alltag mit möglichst wenig Einschränkungen zu meistern. Der erste Abend vermittelt Wissen und Anwendung im Alltag, unabhängig vom Allergieauslöser. Der zweite Abend widmet sich vertieft dem Thema «Nahrungsmittelallergien».

Für Fachpersonen: Gastroschulungen aha! Allergiezentrum Schweiz bietet Gastronomiebetrieben einen praxisorientierten Kurs im eigenen Betrieb. Dieser zeigt Lösungswege für einen fachkundigen Umgang mit allergenen Lebensmitteln und erweitert zudem die Kompetenz des Service-Personals, um sachkundig Auskunft zu geben. Seminar Nahrungsmittelallergien Im Praxisseminar «Nahrungsmittelallergien – eine spannende Herausforderung im Beratungsalltag» erwerben Ernährungsberaterinnen und -berater vertieftes Fachwissen rund um das Thema Nahrungsmittelallergien. Grundkurs Zöliakie Im diesem Kurs erwerben Ernährungsberaterinnen und -berater vertieftes Fachwissen rund um das Thema und erweitern ihre Beratungskompetenz. Trainerseminar Kombiniert modulares Seminar zur Weiterbildung zum Asthma-, Patienten-, Neurodermitis- und Anaphylaxietrainer (in Zusammenarbeit mit CKCARE). Allergiediagnostik für Hausärzte Das interaktive Seminar für Hausärzte liefert praktisches Wissen für den Alltag (in Zusammenarbeit mit CK-CARE).


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Bewegt Menschen.


Im Allergiefall gut beraten

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Bei Fragen rund um Gesundheit und Kranksein nehmen immer mehr Menschen eine aktive, selbstbestimmte Rolle ein. Mit dem Angebot von AllergieChecks kommen Apotheken diesem Trend entgegen. aha! Allergiezentrum Schweiz begleitet die Initiative mit fachlicher Unterstützung. Apotheken sind häufig erste Anlaufstellen, wenn sich Menschen gesundheitlich angeschlagen fühlen oder wenn Symptome nicht klar einzuordnen sind. Pille, Salbe oder Kurpackung? Weisen nach einem ersten Informationsgespräch die geschilderten Symptome auf eine mögliche Allergie hin, bieten Fachpersonen in 210 Apotheken der Schweiz (Amavita und Coop Vitality) seit 1. März 2014 eine zusätzliche Dienstleistung an: einen AllergieCheck mit zehn definierten Allergenen. Er dauert knapp 20 Minuten und gibt der Testperson einen ersten Aufschluss über Sensibilisierungen und mögliche Allergien. Nach dem Test die Beratung Nach einem Vorgespräch und dem Ausfüllen eines Fragebogens lassen sich Kundinnen und Kunden von geschulten Apotheken-Fachpersonen auf zehn häufige Allergene testen, die durch Einatmen allergische Reaktionen auslösen können. Es sind dies Pollen (Beifuss, Birke, Esche, Lieschgras und Glaskraut), Hunde- und Katzenepithelien, Hausstaubmilbe, Schimmelpilz und Küchenschabe. Die Ergebnisse des Bluttests (Entnahme von Kapillarblut an der Fingerkuppe) liegen nach einer Viertelstunde vor. Sie zeigen auf, ob Antikörper gegen die getesteten Allergene nachweisbar sind; ob Symptome wie häufiges Niesen, verstopfte Nase, tränende oder gerötete Augen, Atembeschwerden, Juckreiz oder Entzündungen der Haut Folge einer Überreaktion des Immunsystems sein könnten und ob von einer Allergie auszugehen ist. Mit den Testpersonen werden die Resultate anschliessend besprochen und weitere Massnahmen erwogen. Es werden Informationsunterlagen und themenspezifische Broschüren der Stiftung aha! zur Allergiethematik angeboten. Auch Ratschläge und erste Lösungsansätze im Umgang mit leichteren Beschwerden werden diskutiert. Resultat eines solchen Beratungsgesprächs kann aber auch die Empfehlung sein, bei starken Symptomen den Hausarzt oder Allergologen zu konsultieren zwecks umfassenderer Abklärung, Diagnose sowie angepasster Medikation und Therapie.

Fachlich unterstützt, überprüft und begleitet Die Initiative der Apotheken wird von aha! Allergiezentrum Schweiz fachlich begleitet. Fachpersonen, die den AllergieCheck vornehmen, erhalten eine Schulung, an der sich Fachärzte und auch aha! beteiligen mit dem Ziel, Wissen und Verständnis über die vielfältigen Zusammenhänge bei Allergien zu vertiefen. aha! Allergiezentrum Schweiz bietet weitere Unterstützung: Das Beratungsteam der aha!infoline (Mo-Fr, 8.30-12.00 / 031 359 90 50) beantwortet Fragen rund um die AllergieChecks. Bei der Geschäftsstelle der Stiftung aha! (031 359 90 00, info@aha.ch) können themenspezifische Broschüren bestellt werden. Ein Fachgremium der Stiftung überprüft in regelmässigen Abständen mittels Umfragen die Qualität der Dienstleistung. Die Erkenntnisse dienen zur Kontrolle und Optimierung der AllergieChecks. Getestete Personen erhalten zudem eine kostenlose Gönnermitgliedschaft von aha! für ein Jahr. Checks entsprechen einem Trend Schnelle und unaufwändige Gesundheitschecks wiederspiegeln einen Trend im Gesundheitswesen: die Vernetzung und das Zusammenspiel verschiedener Anbieter und Akteure. Interessierte handeln dabei aktiv und selbstbestimmt. Studien belegen, dass viele Menschen aller Alterskategorien bei Gesundheitsthemen vermehrt die Möglichkeiten der breiten Informationsbeschaffung beispielsweise per Internet nutzen. Sie recherchieren, tauschen sich in Foren aus. Abwägen, mitreden, mitentscheiden – Beratung suchen noch vor der ärztlichen Konsultation: Mit dem AllergieCheck nehmen Apotheken so gesehen einen Trend im Austausch mit einer zunehmend eigenverantwortlich agierenden Kundschaft auf. aha! Allergiezentrum Schweiz


«Ich musste mein Leben nicht gross umstellen.» Christian Ledergerber (22) ist Unihockey-Nationalspieler und Asthmatiker. Der Verteidiger von Floorball Köniz erzählt, wie und wann er an seine Grenzen kommt und wie er mit seiner Allergie im Alltag umgeht. Spitzensport und Asthma, wie ist das vereinbar? Wenn man sich der Problematik bewusst ist, funktioniert das mühelos. Ich drehe beispielsweise bei sehr hohen Pollenbelastungen keine Extrarunden und verzichte bei extrem kalten Temperaturen darauf, an meine Grenzen zu gehen. An normalen Tagen gibt es für mich keine Einschränkungen.

Wie haben Sie anschliessend darauf reagiert? Ich musste mein Leben nicht gross umstellen. Einige Veränderung helfen mir aber, die Beschwerden gering zu halten. So achte ich beispielsweise darauf, dass ich das Fenster schliesse, wenn draussen Gras gemäht wird. Wie beeinflusst das Ahstma Ihren Alltag? Es gibt immer weniger Einschränkungen. Wichtig ist, dass ich immer etwas dabei habe: einen Spray gegen die Entzündungen und einen für das Öffnen der Atemwege. Gehen Sie wegen Ihres Asthmas bewusster mit Ihren Kräften um als Ihre Kollegen? Nein, ich versuche immer, an meine Leistungsgrenzen zu gehen. Vielleicht komme ich wegen meines Asthmas eher an meine Grenzen als andere, aber ich muss mich deswegen nicht besonders zurückhalten. Es gibt auch keine Einschränkungen in Sachen Regeneration. Was raten Sie jungen und ambitionierten Sportlern: Wie und wie viel sollen sie sich bewegen? Am besten ist, so viel in Bewegung zu sein wie möglich und Sportarten zu praktizieren, die Spass machen. Ich habe bis zur 6. Klasse gleichzeitig Strassenhockey und Fussball gespielt. Erst danach kam die Fokussierung auf Unihockey. Heute trainiere ich dreimal wöchentlich in der Halle und dreimal im Kraftraum. Im Sommer betreibe ich diverse Outdoor-Aktivitäten und im Winter jogge ich ein wenig.

Unihockey ist mit 30 000 lizenzierten Spielerinnen und Spielern einer der am meisten praktizierten Sportarten der Schweiz. Trotzdem ist der kommerzielle Durchbruch weit entfernt. Warum? Ich denke, dass Unihockey noch immer zu wenig bekannt ist. Wir haben es bisher nicht geschafft, den Sport richtig zu etablieren. Viele Leute haben keine Ahnung, was Unihockey genau ist. Meiner Meinung nach wurden auch die Weltmeisterschaften in der Schweiz (2012 Herren, 2011 Frauen) zu wenig gut vermarktet. Wie lebt es sich als Unihockeyspieler? Gross Geld verdienen lässt sich wohl nicht damit… Wir erhalten ein bisschen Spesen, das ist alles. Tatsache aber ist: Unser Sport wird absolut professionell betrieben, die Rahmenbedingungen für den Profisport sind aber nicht gegeben. Ich werde mich also nicht fragen müssen, ob ich mein Studium abbrechen soll. Sind Sie manchmal neidisch auf die Eishockey- oder Fussball-Profis? Nein, es ist gut so, wie es ist. Erstaunlich ist einzig, dass wir als Nicht-Berufssportler teilweise gleich gute oder bessere Fitness-Werte erreichen als Fussball- oder Hockey-Profis. Ist Asthma im Spitzensport ein Tabuthema? Was mich betrifft: Nein. Auch deshalb nicht, weil es mich nicht massiv einschränkt und ich damit gut umgehen kann. Text: Denis Jeitziner / Foto: zvg

Christian Ledergerber (22) spielt seit 12 Jahren Unihockey und wurde letztes Jahr erstmals fürs Nationalteam aufgeboten. Der Verteidiger von Floorball Köniz (floorball-koeniz.ch) studiert Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Bern und arbeitet dort in einem Teilpensum.

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Wann und wie haben Sie gemerkt, dass Sie an Asthma leiden? Das war vor zirka fünf Jahren. Ich hatte Heuschnupfen und konnte nicht vollständig aus- und einatmen. Nach einem Lungenfunktionstest und Abklärungen beim Arzt absolvierte ich während eines halben Jahres eine Therapie. Da ich nicht gut auf die Medikamente ansprach, habe ich sie wieder abgesetzt. Seither bin ich bei meinem Hausarzt in Behandlung.

Wie sind Sie eigentlich zum Unihockey-Sport gekommen? Ich wurde durch meinen jüngeren Bruder Jonas, der übrigens auch in der ersten Mannschaft von Floorball Köniz spielt, auf Unihockey aufmerksam. Als 10-Jähriger spielte ich zuerst in der Regional-Equipe von Floorball Köniz – erst später schaffte ich es ins Leistungsteam.


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Mitmachen, gewinnen und feiern aha!award für innovative Ideen und Projekte Allergien sind selten lebensbedrohend, im Alltag aber oft belastend. Der aha!award soll hier Unterstützung bieten: Es werden Projekte und Leistungen prämiert, die Betroffenen mit Allergien, Asthma und Intoleranzen einen direkten Nutzen bringen. Personen oder Teams sind aufgerufen, sich mit kreativen Ideen und Arbeiten zu bewerben, die praxisbezogen und umsetzbar sind. Das Spektrum ist breit: für Betroffene besonders hilfreiche Websites, Broschüren, Ratgeber und andere Publikationen, themenbezogene Applikationen, Spiele oder Filme, Lösungen im Bereich Ernährung und Gastronomie, Erhebungen oder Studien, die sich mit einem besonderen Aspekt der Allergiethematik widmen. Auch Schulen und findige Jugendliche können sich bewerben. Eine unabhängige Jury mit Persönlichkeiten aus verschiedenen Fachgebieten prüft und bewertet die Projekte, vergibt jährlich bis zu drei Auszeichnungen. Eingabefrist für den aha!award ist jeweils der 30. Juni des laufenden Jahres: aha! Allergiezentrum Schweiz (031 359 90 00 / info@aha.ch, Betreff aha!award). Unter www.aha.ch (Zugang für Fachpersonen) sind zusätzliche Informationen, das Anmeldeformular und ein Film über den Award abrufbar.

Mediziner und Sinfoniker Im Januar 2015 wird aha! Allergiezentrum Schweiz zum dritten Mal ein Benefizkonzert veranstalten, nach 2007 zum zweiten Mal mit dem Medizinerorchester unter der Leitung von Chefdirigent und Cellist Matthias Kuhn. Das Sinfonieorchester setzt sich aus 50 Instrumentalisten zusammen, die mehrheitlich in medizinischen Berufen tätig sind. Es sind Musikerinnen und Musiker im Amateurstatus, die auf hohem Niveau spielen und punktuell mit Profimusikern zusammenarbeiten. Mit dem Benefizkonzert vom 27. Januar 2015 im Kulturcasino Bern wird die Stiftung aha! ihr 15-jähriges Bestehen und damit ein kleines Jubiläum feiern. Ticket-Reservationen nimmt die Geschäftsstelle entgegen: 031 359 90 00 / info@aha.ch. Mehr Informationen zum Benefizkonzert sind ab Juli 2014 unter www.aha.ch abrufbar.

Schenken Sie Lebensqualität Gegen drei Millionen Menschen leiden in der Schweiz an Allergien, Asthma, Neurodermitis und Intoleranzen. Sie erfahren dadurch teils massive Einschränkungen. Mit umfassender Information, Beratung, mit Schulungen und Ferienlagern für Kinder hilft die Stiftung aha! Betroffenen, ihren Alltag gut zu bewältigen und die Lebensqualität zu verbessern. Mit Ihrem Beitrag können Sie unsere Arbeit unterstützen. Vielen Dank! Ihre Spende online unter www.aha.ch (Rubrik Helfen Sie) Per Einzahlungsschein: PC 30-11220-0
 Per E-Banking: IBAN CH07 0900 0000 3001 1220 0
 Oder übermitteln Sie Ihre Spende von CHF 5.– per SMS an 488 mit dem Vermerk «aha allergien».

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Informationen für mehr Sicherheit im Alltag aha! Allergiezentrum Schweiz bietet Betroffenen und Interessierten eine breite Auswahl an kostenlosen Broschüren an, die auf verständliche Art über die verschiedenen Allergieformen und deren oft vielfältigen Zusammenhänge informieren. Verfasst sind sie von Fachärztinnen und -ärzten der Schweizerischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (SGAI). Die Broschüren werden laufend aktualisiert, um sie auf den neusten medizinisch-wissenschaftlichen Stand zu bringen. Neu aufgelegt wurden in jüngster Zeit acht «Klassiker»: Broschüren zur Pollen-, Hausstaubmilben- und Insektengiftallergie, zu Neurodermitis oder Nahrungsmittelunverträglikchkeiten. Diese und weitere kostenlose Publikationen können bei der Geschäftsstelle bestellt (info@aha.ch, 031 359 90 00) oder elektronisch unter www.aha.ch (Leben mit Allergien  Infothek) abgerufen werden.


Bedenkenlos empfohlen.

Empfohlen dur Recommandé ch Raccomandatopar da Service Allergie

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Unverträglichkeiten sind auf dem Vormarsch. Deshalb führen wir Pro­ dukte, die für Betroffene von Allergien und Intoleranzen be­ sonders geeignet sind. Diese sind frei von gewissen Inhaltsstoffen, bei Lebensmitteln zum Beispiel ohne Laktose oder Gluten, bei Kosmetika ohne Parfum und Konservierungs­ mittel. Sämtliche Artikel tragen das Gütesiegel der Stiftung aha! Allergiezentrum Schweiz. Inzwischen sind rund 80 Pro­ dukte im Bereich Lebensmittel und Kosmetika im Sortiment, wobei laufend neue Artikel hin­ zukommen. Weitere Informationen finden Sie unter: www.migros.ch/aha www.service­allergie­suisse.ch


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Das Schweizer Allergie-Gütesiegel ist ein Label für Produkte, die Menschen mit Allergien und Intoleranzen einen Mehrwert an Sicherheit und Information bieten. Die Produkte sind zusätzlich geprüft und unabhängig zertifiziert. Sie werden empfohlen durch aha! Allergiezentrum Schweiz. Mehr Informationen auf www.service-allergie-suisse.ch

Service Allergie Suisse – die unabhängige Zertifizierungsstelle für das Schweizer Allergie-Gütesiegel

aha!magazin – Themenheft «Allergien und gesundes Körpergewicht»  

Gesundes Körpergewicht und Allergien - drei Meinungen • Wie sich die Schweiz ernährt und bewegt • Allergien und Intoleranzen in der KITA • S...

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