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www.4-c.at

5/2013

€ 5,–

Magazin für Druck, Design & digitale Medienproduktion

Schwer erreichbar Exklusiv:

Die neue Printbuyer-Umfrage von 4c. Warum die Kommunikation der Druckindustrie mit den Auftraggebern von Druckprodukten mehr Engagement verträgt. Wie sich Druckerei-Kunden von ihren Druckdienstleistern informiert fühlen. Wie relevant technische Entwicklungen für Printbuyer überhaupt sind.

facebook.com/4cmagazin

€ 5,– P.b.b. 06Z036803M Retouren an Postfach 100, 1350 Wien


Liebe Leserin, lieber Leser! D

Martin Schwarz

ie Coverstory dieser Ausgabe ist Ergebnis einer etwas gewagten redaktionellen Entscheidung: Wir konnten nicht sicher sein, ob Kreative, Werber, Marketeers oder Produktioner ihr Verhältnis zur Druckindustrie derart beschäftigt, dass sie ihre Zeit in die Beantwortung unserer Umfrage investieren würden. Erfreut waren wir dann, als unsere Online-Umfrage auf großes Interesse der DruckAuftraggeber stieß: Insgesamt 171 von ihnen haben unseren Fragebogen ausgefüllt. Für uns ist das aus zweierlei Gründen erheblich: Erstens zeigt es, wie präsent die Entwicklungen in der Druckindustrie nach wie vor im Alltag der Kreativen sind, und zweitens und nebenbei, welche Reichweite und Akzeptanz unser Magazin auch in dieser Zielgruppe hat. Das Ergebnis des Datensammelns und einige Deutungen dazu finden Sie in unserer Coverstory ab Seite 10. 4c-Autor Norbert Philipp hat sich in seinem Text den Überlegungen von Designern gewidmet, das Buch von seiner bisherigen Rolle als bloßer Inhaltsträger sanft zu lösen und es zum Design-Objekt zu machen – unantastbar durch E-Books und Web. Seine Spurensuche finden Sie ab Seite 20.

Florian Zangerl

Einladen dürfen wir an dieser Stelle auch zum Mitmachen bei unserer neuen Initiative: dem Musterkartenservice von 4c. Ab August versenden wir die Veredelungsmuster von Druckdienstleistern an interessierte Auftraggeber und sorgen so hoffentlich für einen Ideenschub bei der Herstellung neuer Printprodukte. Druckereien und Veredler, die auf diese Weise ihre Leistungen kostenlos bewerben möchten, finden alle Informationen dazu unter http://www.4-c.at/ link/musterkarte. Die Redaktion von 4c geht jetzt in die Sommerpause. Die nächste Ausgabe erscheint am 4. September. Wir wünschen auch Ihnen einen wirklich erholsamen Sommer und natürlich eine vergnügliche Lektüre dieser Ausgabe von 4c.

Martin Schwarz, Chefredakteur Hans-Florian Zangerl, Herausgeber

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Inhalt BUSINESS

DRUCK

7 Zweiter Versuch. Wie Alfred Annawitt nach der Insolvenz der APrint seinen Betrieb retten will.

28 illusionen. Warum Lentikulardruck so viel Know-how braucht und auch weiterhin nicht zur Massenanwendung wird.

8 Kampagne. Wie die österreichische Papierindustrie ein Biomasse-Kraftwerk in Klagenfurt verhindern möchte.

32 ÖKo-pioniere. Worauf es bei der Positionierung als ökologischer Druckdienstleister ankommt.

10 coVerstory. Was Kreative, Designer, Werber und Produktioner von der Druckindustrie erwarten. Plus: Die exklusive Printbuyer-Umfrage von 4c. 14 Best of print. Das war die Creative Printing 2013.

KARRIERE 18 DesignerleBen. Wie junge Designer mit der Selbständigkeit zurechtkommen.

DESIGN 20 BücherDämmerung. Wie das Buch vom Inhaltsträger zum Objekt wird und wie Kreative mit diesem Rollenwandel umgehen.

TOOLS 24 BilDBearBeitung. Wie Bilder bei der Bearbeitung ihre Qualität behalten.

34 papiermarKt. Wie Papierhersteller ihr Produktportfolio im Digitaldruck entwickeln.

DIGITAL 36 realitätsfern. Wie Verlage mit Augmented-Reality-Anwendungen Geld verdienen – und woran es bei vielen noch scheitert.

STANDARDS 17 eVents 27 KlicKtipps 39 proDuKte


10

coVerstory. Die große Printbuyer-Umfrage von 4c: Wie die Druckindustrie die Bedürfnisse der Printbuyer trifft.

20

Beseelt. Wie Designer mit recht ungewöhnlichen Lösungen das gedruckte Buch retten möchten.

24

Behutsam. Wie die Qualität von Bildern den Produktionsprozess übersteht.

36

BeleBenD. Wie Verlage Augmented Reality zur Einkommensquelle machen können.


Business

Karriere

Design

Tools

Druck

Digital

Produkte

Index ABB 17 Agfa 17 Apple 27 A-Print 7 Baldwin 17 Barbieri 39 Bauer Verlag 36 Böttcher 17 Brandhelfer 10 Canon 13 Concisa 33 Contitech 17 Digidruck 34 dm Drogeriemarkt 33 EAE Ewert 17 Elanders 14 Enfocus 40

Ernst Nagel 8 Fahnen-Gärtner 41 Ferag 17 Fujifilm 17, 41 Funder Max 8 Goss 17 Gugler 32 Heidelberg 10, 28 Iggesund 39 Intel 36 Janetschek 32 Koenig & Bauer 10, 17 Leykam Lets Print 7 Manroland Web 17, 40 Metaio 36 Metro Group 15 Mimaki 40

Mondi 34 Mutoh 39 Procter & Gamble 36 Screen Europe 39 Seiko 39 Touchmore 29 Ueberreuter Print 16 Vogt Foliendruck 28 Weber Druck + Display 28

Impressum Medieninhaber und Herausgeber: inDustriemagaZin Verlag GmbH Neue Verlags- und Redaktionsanschrift: Lindengasse 56, 1070 Wien, Tel. +43 1 585 9000, Fax +43 1 585 9000-16, www.4-c.at, office@4-c.at Abo-Shop: www.4-c.at/abo • iPad-Ausgabe: www.4-c.at/app • Social Media: twitter.com/4cmagazin, facebook.com/4cmagazin Chefredakteur: Martin Schwarz Autoren dieser Ausgabe: Jason Harder, Erika Kronfuß, Rudolf Loidl, Norbert Philipp, Rainer Scheichelbauer, Anja Schlimbach, Ingo Woelk Geschäftsführung: Hans F. Zangerl Grafik, Layout: Daniela Fruhwirth • Schriften: Premiéra (Thomas Gabriel), Acorde (Stefan Willerstorfer) Online-Redaktion: Jakub Jozefek • Marketing & Vertrieb: Mag. Manuela Steinbrucker-Murri Anzeigen Deutschland: Nicola Francesca, Tel. +49 5561 9419910 Anzeigenverwaltung: Tel. +43 1 585 9000 0 • Herstellung: inDustriemagaZin Verlag GmbH Umschlagdruck: Druckerei Janetschek, 3860 Heidenreichstein • Kerndruck: AV Astoria, 1030 Wien Papier: Constellation Snow, 240 g von Fedrigoni (Umschlag), Lenza Top Recycling 80 g, Lenzing (Kern) Abonnements: 1-Jahres-Abo: € 29,–, Ausland: € 35,– • Druckauflage: 8.550 Stück • ISSN: 2305-5111 Das nächste Heft erscheint am 04.09.2013.

Auflage 2. Halbjahr 2012: 8.550 Stk.

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Business

Karriere

Design

Tools

Druck

Digital

Produkte

Bnw: Beigestellt

Kalkül und Konkurs

Knapp zwei Jahre nach der Gründung ist die Kärntner A-Print in die Insolvenz gerutscht. Für Gründer Alfred Annawitt ist die missliche Lage Ergebnis einer eigenen Fehleinschätzung. Ein Partner aus dem Feld der ehemaligen Mitbewerber soll nun das Unternehmen retten. Von Martin Schwarz

D

as Kalkül des Alfred Annawitt ging nicht auf. Aber immerhin betreibt der Gründer und Geschäftsführer der Kärntner Rollendruckerei A-Print gleich am Tag der Insolvenz Ursachenforschung, die Selbstkritik nicht ausklammert: „Diese Insolvenz ist das Ergebnis einer von mir falsch beurteilten Marktsituation“, sagt Annawitt gegenüber 4c. Diese Beurteilung wiederum hat ihre Wurzeln, jedenfalls nach Annawitts Meinung, in seiner persönlichen Geschichte: „Ich habe aus meiner Perspektive als ehemaliger Vorstand der Leykam unterschätzt, wie schwierig es für ein neues Unternehmen ist, am inländischen Markt neue Kunden zu gewinnen.“ Annawitt musste darauf spekulieren, dass eine, wie er meint, „gewisse Preiselastizität“ die Auftraggeber von Druckprodukten dazu motivieren würde, von ihrer Stammdruckerei zur neuen A-Print zu wechseln. Genau das ist nicht passiert. „Leider sind 95 Prozent der Kunden dennoch bei ihrem Stammdrucker geblieben, allerdings mit der Konsequenz, dass der wiederum sein Preisniveau anpassen musste.“ Gewonnen war dadurch nichts. Weder für die A-Print noch für die Konkurrenz. Kreditlinien gekappt Knapp zwei Jahre nachdem Annawitt die A-Print aus der Masse der ehemaligen Kärntner Druckerei heraus gegründet hatte, hat die Hausbank des Unternehmens nun die Kreditlinien gekappt, die

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Insolvenz war unvermeidlich geworden. Nach Buchwerten berechnet beträgt die Überschuldung des Unternehmens gut zwei Millionen Euro, demnach stehen Aktiva in der Höhe von 10,8 Millionen Euro Passiva im Ausmaß von 12,9 Millionen gegenüber. Das frei verfügbare Vermögen wird von der Creditreform mit 660.000 Euro beziffert, der Schuldenstand mit 4,2 Millionen Euro. Die Überschuldung liegt so gerechnet bei 3,54 Millionen Euro. Szenario Partnerschaft Annawitt sucht nun den Ausweg in der Partnerschaft mit einem anderen Rollendrucker und bringt als technologische Mitgift eine erst rund eineinhalb Jahre alte 48-Seiten-Rotation von Koenig & Bauer ein. Einer der ersten Ansprechpartner für einen möglichen Einstieg wird aller Voraussicht nach Annawitts Ex-Kollege Michael Steinwidder, Vorstandsvorsitzender der Grazer Leykam, sein. Annawitt glaubt, dass es „für einen großen Konzern Sinn machen kann, Aufträge an ein Unternehmen auszulagern, an dem man beteiligt ist“, statt unbedingt ältere Maschinen im eigenen Unternehmen gegen neue auszutauschen. Der LeykamVorstand, so vermutet Annawitt, „denkt sicherlich auch in dieser Richtung nach“. Leykam-Chef Michael Steinwidder kommentiert solche Szenarien gegenüber 4c noch zurückhaltend. „Es ist natürlich noch zu früh, das zu bewerten“, so Steinwidder, „einem Gespräch werden wir uns

Alfred Annawitt, Chef der A-Print: "Unterschätzt, wie schwierig es für ein neues Unternehmen ist, am inländischen Markt neue Kunden zu gewinnen."

aber selbstverständlich nicht verschließen.“ Alternativ hat Annawitt aber auch schon über andere Optionen für ein Andockmanöver nachgedacht: So kann er sich als Partner auch einen der beiden niederösterreichischen Rollendrucker oder einen deutschen Mitbewerber vorstellen. „Das würde allen Beteiligten auch Synergien beim Einkauf bringen“, so Annawitt. Der Betrieb der Druckerei wird vorerst weitergeführt. ∑∑∑∑

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Karriere

Die andere Energiewende Wenn der Kampf um Rohstoffe hochfiebert, kann man auf Schmuckwerk wie eine etwas fundamentalere Debatte eben kaum mehr Rücksicht nehmen. Das wird bei der Diskussion für oder wider die Nutzung von Holz als Energieträger wieder einmal sehr offensichtlich. Da wirft etwa der Bauernbund der Papierindustrie eine „rein eigennützige Interessenpolitik“ vor. Selbstverständlich will man glauben, dass der Bauernbund selbst von eigennütziger Interessenpolitik so weit entfernt ist wie die Wurzel vom Wipfel eines Mammutbaumes. Ist aber schwer. Genauso wenig ist vorauszusetzen, dass die Papierindustrie den Waldbesitzern nur zu Dumpingpreisen an die Bäume will. Der Vollständigkeit halber: Man muss

Glosse von Martin Schwarz

auch nicht unbedingt annehmen, dass taktische Motive rund um den Preis des Rohstoffes kein Motiv der Papierindustrie sind. Nur: Darum geht es nicht. Sondern um einen Reset nur scheinbar grüner Energiepolitik in diesem Land. Wenn durch Förderungen für Biomasse die Rohstoffbasis für die Papierindustrie verknappt und damit die Kosten hochgetrieben werden, ist das Feld der Verlierer reich gesät: Holz muss vielleicht einmal in großen Mengen importiert werden, die rechnerische CO2-Neutralität der Biomasse wäre Geschichte; die Papierindustrie droht mit Abwanderung, die Arbeitsplätze wären perdu. Und: Der Steuerzahler fördert eine zunehmend ineffektive Energieform. Auch das wäre eine Energiewende. Nur vielleicht nicht die erwünschte. ∑∑∑∑

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Design

Tools

Druck

Digital

Produkte

Nicht genügend Masse Holzernte: Das Kraftwerk in Klagenfurt könnte, befürchtet jedenfalls Austropapier, die Kärntner Holzbilanz ins Negative kippen lassen. Beigestellt

Business

Anzeigenkampagnen, Ministertreffen, Demonstrationen: Die heimische Papierindustrie nutzt die ganze Klaviatur kalkulierter Empörung, um den geplanten Bau eines Biomasse-Kraftwerkes in Kärnten zum Anlassfall für eine breite Diskussion über Biomasse und den Rohstoff Holz zu machen.

E

in Biomasse-Kraftwerk in Kärnten lässt eine heftige Diskussion um Sinn oder Unsinn der Verfeuerung von Holz aufflammen. Das 90-MegawattKraftwerk, das in Klagenfurt entstehen soll, würde die „Kärntner Holzbilanz schwer ins Negative“ kippen lassen, fürchtet Austropapier-Präsident Wolfgang Pfarl in einem Gespräch mit 4c. „Woher sollen denn bitte die 200.000 bis 300.000 Festmeter Holz für das Kraftwerk pro Jahr kommen?“, so Pfarl. „Die Papierindustrie ist selbst der größte BiomasseVerfeuerer des Landes, aber bei uns wird die Hälfte des Rohstoffes für die Zellstoff-Produktion genutzt, die andere Hälfte für Biomasse verwendet“, so Pfarl. Das Ökostrom-Gesetz sieht zwar in seiner derzeitigen Fassung vor, dass Biomasse nur gefördert wird, wenn die kaskadische Nutzung sichergestellt und nicht durch die Nutzung des Holzes zur Verfeuerung verdrängt wird; doch das ist der heimischen Papierindustrie zu wenig: „Es muss schon vor dem Bau neuer Biomasse-Projekte sichergestellt werden, dass wertvolles Holz nicht verbrannt und die kaskadische Nutzung berücksichtigt wird. Denn wenn so ein Kraftwerk erst mal steht, ist es ja meist schon

zu spät“, so Pfarl. Eine Anzeigenkampagne in diversen heimischen Tageszeitungen und eine Demonstration von Mitarbeitern der Papierindustrie vor dem Rathaus in Klagenfurt gehören nun ebenso zum Aktionsprogramm des Verbands der Papierindustrie wie ein Termin mit Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner. Der soll dazu bewogen werden, die Förderungsmodalitäten für Biomasse-Projekte dementsprechend zu verändern. Eine Alternative zum Bau des Kraftwerkes würde es ja geben: Der Holzplatten-Produzent Funder Max hat angeboten, von seinem Werk in St. Veit an der Glan eine Leitung nach Klagenfurt legen zu lassen, die die Kärntner Landeshauptstadt mit Wärme aus Biomasse versorgt. Die Holzknappheit, so argumentiert jedenfalls die Austropapier, könnte dazu führen, dass Papierkonzerne nicht mehr in ihre Werke in Österreich investieren. Das Sappi-Werk in Gratkorn etwa benötigt in einiger Zeit einen neuen Laugenkessel. Eine solche viele Millionen schwere Investition wäre dann in Gefahr. ∑∑∑∑

Eingebrochen

Der baden-württembergische Weiterverarbeitungsspezialist Ernst Nagel ist pleite. Nun sollen Investoren das Unternehmen retten.

E

in Einbruch beim Auftragseingang aus dem Inland ist hauptverantwortlich für die Insolvenz des deutschen Herstellers von Weiterverar-

beitungssystemen Ernst Nagel, der sich nun auf Investorensuche begeben muss. Selbst die gute Auftragslage aus dem Ausland konnte die Pleite nicht abwenden, wird aber bei der Erstellung eines Sanierungskonzepts eine wichtige Rolle spielen: Das Unternehmen hat eine Exportquote von 70 Prozent. Von der Insolvenz sind 30 Mitarbeiter betroffen. ∑∑∑∑

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Business Coverstory

Karriere

Design

Tools

Druck

Digital

Produkte

Schwer erreichbar: Der Dialog zwischen Druckindustrie und Endkunden könnte durchaus intensiver geführt werden.

Bitte um Verständnis

der neue Marketingchef des Druckmaschinenherstellers Heidelberg.

Die unmittelbaren Erfolge sind begrenzt, die finanziellen Ressourcen nun noch viel mehr. Die Konsequenz: Die Druckindustrie überlässt den Dialog mit den Printbuyern vor allem den Druckdienstleistern. Das ist gegenwärtig einzusehen, in der Perspektive aber riskant, wie die Ergebnisse einer exklusiven 4c-Umfrage nun nahelegen. Von Martin Schwarz

S

tatistiken und Umfragen, das ist freilich auch ihr Problem, können sehr gefällig, mithin auch wandelbar sein. Natürlich ist die bloße Zahlenbasis unverhandelbar. Aber es kommt dann auf die Position an, aus der man sich den Zahlen nähert, ob die nun beunruhigend wirken oder ohnehin im Planquadrat des Erwartbaren angesiedelt sind. Bei der aktuellen von 4c durchgeführten exklusiven PrintbuyerUmfrage wird diese Brennweite der Deutung sehr offensichtlich. Insgesamt 171 Printbuyer – Werber, Marketeers, Produktioner, Designer – aus Österreich, Deutschland und der Schweiz hat 4c zu ihrer Einschätzung der Druckindustrie befragt. Im Zentrum der Erhebung: die Kommunikationsfähigkeit der Industrie, ihr Einfluss auf die Ent-

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scheidungen von Printbuyern. Die Reaktionen auf die Ergebnisse grätschen irgendwo zwischen Beruhigung bei den Vertretern der Druckindustrie und Alarmismus bei den Printbuyern. „Ich persönlich finde die Umfrageergebnisse nicht weiter überraschend, wenn man einkalkuliert, dass die großen Hersteller ihre direkte Printbuyer-Kommunikation deutlich reduziert haben. Wir haben in der Vergangenheit auch verstärkt Kommunikation für Printbuyer betrieben. Das war allerdings sehr kosten- und zeitaufwändig und der Nutzen schwer zu erfassen. Wir haben daher unsere ‚HEI-Kampagne‘ entwickelt, deren Inhalt die wichtigsten Trends und Anforderungen der Branche, also auch die der Printbuyer, aufgreift und unser Angebot dazu in Bezug setzt“, sagt etwa Thomas Gorpe,

Der Einfluss der Werber Dass 38 Prozent der befragten Printbuyer die Kommunikation der Maschinenhersteller ihnen gegenüber als ungenügend, schlecht oder gar sehr schlecht beurteilen, überrascht auch den Werber Thomas Börgel nicht weiter: „Bei mir ist da nie etwas angekommen.“ Nur meint Börgel, Geschäftsführer der auf Industriegüter spezialisierten Werbeagentur Brandhelfer im nordrhein-westfälischen Emsdetten: „Werber und Kreative haben großen Einfluss darauf, ob in der Planung einer Kampagne Print vorkommt oder eben nicht. Maschinenhersteller haben es in der Hand, wie sich das Medium Print weiterentwickelt, und dazu kann Kommunikation mit den Printbuyern sehr hilfreich sein. Solange nur das Produkt, also die Maschine, im Vordergrund steht, kann das aber nicht funktionieren.“ Signale der Entfremdung Diese Verantwortung, das kann man allen Herstellern ruhig unterstellen, wollen sie auch wahrnehmen, bloß: Es fehlen nun auch die finanziellen Mittel. Dazu kommen die Enttäuschungen aus der Vergangenheit. „Wenn wir eine Veranstaltung machen und Druckdienstleister und Kreative einladen, so haben wir bei

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Karriere

Design

Tools

Druck

Für rund ein Drittel der befragten Designer, Werber, Marketeers oder Produktioner sind die technischen Entwicklungen der Druckindustrie „kaum“ oder „gar nicht“ relevant. Impulse und Interesse der Printbuyer wären es im Idealfall, die den technologischen Ideenwettbewerb entfachen. Wenn der Botenstoff dieser Ideen aber nicht mehr ungehindert zwischen Printbuyern, Druckdienstleistern und Maschinenindustrie zirkulieren kann, weil für etwa jeden Dritten diese Ideen kaum oder gar nicht relevant sind, kann daraus ein Hemmnis für die Weiterentwicklung von Print werden.

in der Druckindustrie (Maschinenhersteller)

weiß nicht / keine Angabe

In Prozent der Antworten

27

2

37

29

5

50% sehr relevant

relevant

kaum relevant

gar nicht relevant

Antworten gesamt = 171

den Druckern eine Response-Quote im deutlich zweistelligen Prozentbereich. Bei den Kreativen sind es vielleicht fünf Prozent. Es ist schwer, an die Printbuyer ranzukommen“, erzählt Klaus Schmidt, Marketingchef von Koenig & Bauer. So ähnlich erlebt diese leichte Entfremdung auch Björn Panne, Geschäftsführer des Clusters Druck und Printmedien in Bayern: „Es fällt bei Veranstaltungen unglaublich schwer, die Entscheider zu mobilisieren. Deren Argument ist dann, dass Druckdienstleister, die auch dort sind, ja ohnehin nur etwas verkaufen wollen. Klar wollen die was verkaufen. Andererseits: Wenn man sich dem Dialog mit den Dienstleistern verweigert, wird es umso schwerer fallen, wirkungsvolle Druckprodukte zu kreieren.“ Womit Panne schon recht gut das schwierige Milieu skizziert, in dem sich die Verständigung

Werber Thomas Börgel: „Ich würde mich als Maschinenhersteller ja nicht darauf verlassen, dass die Druckdienstleister mein Verständnis von Print genau so in den Markt tragen, wie ich mir das vorstelle.“

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Produkte

πMäßig

Sind die technischen Entwicklungen für Ihre tägliche Arbeit relevant?

Digital

Wie informieren Sie sich über die Entwicklungen in der Druckindustrie?

In Prozent der Antworten

41

Fachmagazine

27

Druckdienstleister

12

Direkter Kontakt

Hersteller

Kundenmagazine

7 6

Websites

4

Sonstige Gar nicht weiß nicht/ keine Angabe

2 1

Antworten gesamt = 166 zwei Antworten möglich

πDominant Fachmagazine spielen als Informationsquelle über die Druckindustrie eine herausragende Rolle für Printbuyer, gefolgt von Druckdienstleistern. Zwölf Prozent immerhin informieren sich direkt bei Maschinenherstellern, sieben Prozent über deren Kundenmagazine, aber nur sechs Prozent auf den Websites der Technologie-Lieferanten. Dass die eigentlich niedrigschwellige Kommunikation über das Web nur von so wenigen Printbuyern in Anspruch genommen wird, birgt Optimierungspotenzial.

11


Business Coverstory

Karriere

Design

Druck

von Maschinenherstellern gegenüber

15

weiß nicht/ keine Angabe

38

In Prozent der Antworten

18

16

1

22

12

4

gut

genügend

Für den Geschäftsverlauf des einzelnen Druckers stimmt das natürlich. Aber ob die kommunikative Brücke zwischen Druckdienstleister und Printbuyer tatsächlich so ausgebaut ist, wie das der Branche insgesamt gut tun würde, ist ungewiss. Auf die Frage, ob sie sich von ihrem jeweiligen Druckdienstleister genügend über technische Möglichkeiten informiert fühlen, antworteten zwar mehr als die Hälfte der befragten Auftraggeber mit „ja“ oder „eher ja“, doch insgesamt 39 Prozent erwidern darauf „eher nein“ oder „nein“. „Ich würde mich als Maschinenhersteller ja nicht darauf verlassen, dass die Druckdienstleister mein Verständnis von Print genau so in den Markt tragen, wie ich mir das vorstelle“, sagt Werber Thomas Börgel. Vorausgesetzt, es braucht tatsächlich auch eine Bündelung der Argumente für Print, eine Justierung der Botschaften, können Hersteller das wohl nicht auf hunderte kleine Betriebe ohne Abstimmung untereinander abwälzen. „Die Vorteile der technischen Innovationen von Maschinen für den Printbuyer sind oft nicht genügend kommuniziert. Man muss das Medium Print mit Argumenten aufladen. Der Medien-Einkäufer sucht ja nach dem besten Medium für seine Kampagne. Wenn er da wenig über die Wirkungsweise von Print erfährt, dann wird er sich anderen Technologien zuwenden.

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sehr ungenügend schlecht schlecht

Antworten gesamt = 156

πAnsprechbar Immerhin die Hälfte der Printbuyer mutmaßt die Kommunikation der Maschinenhersteller ihnen gegenüber irgendwo im weiten Interpretationsfeld zwischen „sehr gut“ und „mittelmäßig“. Allerdings etikettieren auch 38 Prozent der Befragten die Kommunikationsfähigkeit der Industrie zwischen „ungenügend“ und „sehr schlecht“. Das deutet jedenfalls auf ein Bedürfnis nach mehr Austausch hin. Die Industrie muss sich also vielleicht wieder inhaltlich gezielter um die Kundschaft zweiten Grades, die Auftraggeber der Druckereien nämlich, kümmern. Auch wenn das erst mal teuer werden kann.

Fühlen Sie sich von Ihrem Druckdienstleister

genügend über technische Möglichkeiten informiert?

In Prozent der Antworten

Weiß nicht/ gabe keine Angabe nein

6

Eher nein

5

Ja

17

πVermittelbar

33 39 Eher ja

Antworten gesamt = 155

12

Produkte

Riskante Strategie

50% 0% % mittelmässig

Digital

zwischen Druckindustrie, Druckdienstleistern und Printbuyern bewegt. Die Maschinenhersteller nämlich sehen vor allem ihre Kundschaft in der Pflicht, den Printbuyer von den Vorzügen des Gedruckten zu überzeugen. „Die direkte Kommunikation mit den Printbuyern muss überwiegend von den Druckereien geleistet werden. Schließlich geht es um deren Kunden. Wer diese Kommunikation professionell betreibt, ist am Markt auch erfolgreich. Wer es nicht tut, wird es schwerer haben, sich durchzusetzen“, sagt Thomas Gorpe.

Wie beurteilen Sie die Kommunikation Ihnen als Printbuyer?

sehr gut

Tools

Sie sind die wichtigste Drehscheibe zwischen Printbuyern und Druckindustrie: die Druckereien. Immerhin deutlich mehr als die Hälfte der befragten Auftraggeber fühlen sich von ihren Druckdienstleistern genügend über die technischen Möglichkeiten bei der Umsetzung neuer Druckprodukte informiert, 39 Prozent antworten hier mit „eher nein“ oder „nein“. Die Bringschuld für eine höhere Durchlässigkeit des Informationsflusses vom Maschinenbauer bis zum Auftraggeber müssen sich Industrie und Druckereien wohl teilen.

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Business Coverstory

Karriere

Design

Der erste Ansprechpartner wäre wohl der Drucker“, sagt Druck-Lobbyist Panne. Immerhin 27 Prozent der Printbuyer, so zeigt die 4c-Umfrage, informieren sich bei ihren Druckdienstleistern über Entwicklungen in der Industrie, nur Branchenmagazine sind mit 41 Prozent eine noch beliebtere Informationsquelle. „Wir haben immer noch diese Druckerei-Websites mit den reichhaltigen Informationen über Passermarken. Die Druckereien übernehmen leider immer noch allzu gern die technologischen Beschreibungen der Hersteller für ihr eigenes Marketing. Irgendwie ist das ja auch verständlich: Die Drucker sind froh, wenn sie mehr Geschäft an Land ziehen können, der Außendienst muss irgendwelche

Tools

Druck

Schlagzahlen erfüllen“, meint der Münchner Produktioner Johannes Woll milde. Das Glück des Digitaldrucks Ein bisschen besser als die Offsetindustrie, findet jedenfalls Woll, machen das die Hersteller von Digitaldruckmaschinen. „Die großen Anbieter kommen ja alle aus dem Consumer-Bereich. Die haben gelernt, wie Marketing funktioniert, und vor allem, wie notwendig es ist“, lokalisiert Thomas Woll einen historischen Vorteil. Dem würde Alfred Zmek, Marketingmanager bei Canon Österreich, wohl nur ungern widersprechen. Er ortet aber nicht alleine historisch bedingte Vorteile: „Die Digitaldruckhersteller

Ist es Ihnen schon passiert, dass Sie ein Printprodukt nicht realisieren konnten, weil es keine technische Lösung dafür gegeben hat?

In Prozent der Antworten

Weiß nicht/ keine Angabe

Digital

Produkte

halten womöglich intensiveren Kontakt mit den Druckdienstleistern. Das erfordert ja schon unser Geschäftsmodell: Wir sind auch diejenigen, die regelmäßig Verbrauchsmaterial liefern, die sich um die Software kümmern. Das war bei den Offset-Herstellern lange Zeit anders, die haben nur die Maschinen geliefert.“ Womöglich spielt den Digitaldruck-Anbietern aber auch ins Revier, dass ihre Technologie noch mehr Potenzial bei der Entwicklung neuer Anwendungen hat – und das Marketing daher eher von den Interessen der Printbuyer geleitet ist. Das Bratwurst-Muster Vom deutschen Wirtschaftswissenschaftler Klaus Backhaus hat Werber Thomas Börgel eine sehr verdichtete, wiewohl ironische Zusammenfassung gängiger Investitionsstrategien entliehen: „Wir kaufen nur, was man auch mit Bratwurst und Blasmusik einweihen kann.“ Für einen gezielteren Dialog mit den Auftraggebern von Druckprodukten braucht es keine Blasmusik und keine Bratwurst. Ökonomischer Labsal für die Branche wäre der Dialog allemal. ∑∑∑∑

6 Schon öfter

28

Noch nie

πEntnervt Es mangelt offenbar an einem technologischen Kompass für Printbuyer, wenn mehr als die Hälfte der Befragten angeben, dass sie „einmal“ oder „schon öfter“ bei Druckereien keine technische Lösung zur Umsetzung ihrer Ideen gefunden haben. Der Lust auf neue, extravagante Druckprodukte wird das kaum förderlich sein. Die einschlägigen Verbände könnten mit einer Navigation durch den Dienstleister-Markt die Frustration der Printbuyer lindern.

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23 Einmal Antworten gesamt = 150 50

Wie bewerten Sie die Geschwindigkeit der Innovationen von Maschinenproduzenten?

alle grafiKen: Joseph Dreier

In Prozent der Antworten

19

Weiß nicht/keine Angabe

10

Zu langsam

62

9 Antworten gesamt = 149

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Schnell genug

Zu schnell

πTaktvoll Fast zwei Drittel der befragten Druck-Einkäufer meinen, dass die Geschwindigkeit der technischen Innovationen ausreichend sei, nur jeder Zehnte fordert in unserer Umfrage eine höhere Entwicklungsgeschwindigkeit, bloß neun Prozent halten eine Drosselung des Tempos für sinnvoll. Eine Interpretation dieses Ergebnisses könnte lauten: Eine Mehrheit der Printbuyer glaubt nicht wirklich, dass der Wirkungsradius des Gedruckten durch mehr Forscherdrang massiv vergrößert werden könnte. Die andere Deutung: Die Maschinenhersteller bewegen sich mit ihren Entwicklungen im Nachfragetakt.

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Karriere

Design

Tools

Druck

Digital

Produkte

alle fotos: michael hetZmannseDer

Business

Große Bühne für ein großes Magazin: „Spiegel“-Artdirektor Uwe C. Beyer bei seinem Vortrag bei der Creative Printing 2013.

W

ahrscheinlich war Peter Sommer gar nicht so unglücklich darüber, dass er nicht einmal gefragt wurde. Als die Freundin seines Sohnes kürzlich eine Ausstellung organisierte und Einladungen und Flyer zu drucken waren, fragte sie ihren Schwiegervater in spe erst gar nicht, ob er das übernehmen könnte. Stattdessen bediente sie sich bei einem Onlinedrucker. Auftragswert: rund 50 Euro. „Dafür zahlt es sich ja eigentlich nicht mal aus, eine Auftragstasche anzulegen“, sagt Sommer, Vorstand beim europäischen Druckkonzern Elanders und für die deutschen und den ungarischen Standort verantwortlich.

Prall gefüllte Auftragstaschen Ob und wie Print außerhalb von Nischen überhaupt noch wachsen kann, war zentrale Frage bei der Creative Printing 2013. Branchengrößen wie Werber Thomas Koch, „Spiegel“-Artdirektor Uwe C. Beyer oder Elanders-Chef Peter Sommer suchten nach Antworten. Und fanden auch welche. Von Elisabeth Biedermann und Martin Schwarz

ist der Druck der Facebook-Bücher bestimmt ein besseres Geschäft als die Einladungen zur Ausstellung der Schwiegertochter in spe.

Facebook-Buch

Gebrauchsanweisung zum Geldverdienen

Die binnenfamiliäre Anekdote diente Peter Sommer als Einleitung für seinen Vortrag bei der Creative Printing 2013. Um Wachstum außerhalb von Nischen sollte es bei dieser von 4c veranstalteten Konferenz gehen und Sommer präsentierte gleich zu Beginn, wie das Wachstumsfeld Web to Print auch für Druckereien mit der Struktur von Elanders bestellt werden kann. Gemeinsam mit der Deutschen Post und Facebook hat Elanders das Projekt socialmemories.de gestartet. Die User von Facebook konnten sich ihre Online-Chronik in dem sozialen Netzwerk als Buch drucken lassen. Innerhalb weniger Tage nach Start des Services wurden 19.000 Bücher produziert. Für Sommer

Wiewohl es vielleicht nicht unbedingt am Scheitelpunkt visuellen Vergnügens angesiedelt ist, hat Peter Sommer auch mit einem anderen Geschäftsfeld ganz besonders große Freude: 1,4 Milliarden Seiten im Digitaldruck produziert Sommer pro Jahr an Gebrauchsanweisungen und Anleitungen für Autos oder Küchengeräte – ein jährlicher Umsatz von 24 Millionen Euro wird damit generiert. Sommer sagt: „Geld wird bei diesen Produkten nicht mit dem Drucken oder Binden verdient, sondern mit der Übernahme der gesamten Supply Chain. Und je höher der Faktor IT, desto höher auch die Profitabilität.“ Soll heißen: Die richtige Bedienungsanleitung wird, gesteuert durch ein aufwändiges

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IT-System, auch zur richtigen Waschmaschine geliefert oder zum richtigen Automobil. Für die Produktion der Facebook-Bücher gilt wohl ebenso: Das Geld wird nicht an der Druckmaschine verdient, sondern wohl eher am Weg der Daten in den Drucksaal und an der Logistik der Bücher zum Facebook-Freund. Es sind solche Storys und Redner wie Peter Sommer, die auch in diesem Jahr wieder mehr als 160 Gäste aus fünf europäischen Ländern in das Stadttheater Wien zur Creative Printing 2013 gelockt haben. Dabei sind es nicht nur Druckdienstleister, die diese Konferenz fix in ihren Terminkalender einplanen, sondern ebenso viele Printbuyer, Designer und Marketing-Experten. Tipps vom Printbuyer Wohl für Druckdienstleister von besonderem Interesse war in diesem Jahr indes der Vortrag

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Business

Karriere

Design

Werbelegende Thomas Koch: „Im Süd-Sudan, einem der ärmsten Länder der Welt, entdecke ich mehr PrintZukunft als im deutschsprachigen Raum.“

von Joachim Plutta, Media Purchase Manager beim deutschen Handelsriesen Metro Group. Plutta, der für den Metro-Konzern immerhin ein jährliches Papiervolumen von 350.000 Tonnen verdrucken lässt, erzählte, wie optimierbar die Präsentation von Druckereien gegenüber Printbuyern wie ihm sei. Wenn Plutta etwa bloß ein PDF der Imagebroschüre einer Druckerei erhält, statt sie gedruckt in Händen halten zu können, dann ist das so ein Fall, wo er Spielraum zur Perfektion ortet. Und Plutta kritisierte deutlich die Hinweise von Druckereien, Qualität und Termintreue zu bieten. „Das sind Selbstverständlichkeiten“, meint Plutta, auf die hinzuweisen vermutlich kaum Eindruck mache bei erfahrenen Printbuyern. Außerdem rät er den Verkäufern von Druckereien, sich intensiver mit ihren Gesprächspartnern zu beschäftigen, zu wissen, welche Anforderungen

Druck

Digital

Produkte

Metro-Printbuyer Joachim Plutta: Tipps für den Außendienst von Druckereien.

er hat, ein Produkt herauszugreifen und dem Printbuyer Vorschläge zur Verbesserung zu machen. Warren Buffett hat Recht Ein Plädoyer für Print hielt bei der Creative Printing in diesem Jahr der deutsche Mediaplaner Thomas Koch, eine Legende unter den Werbern im deutschsprachigen Raum. Er hat in seinem Berufsleben schon rund drei Milliarden Euro an Print-Werbevolumen verteilt und zeterte wortreich gegen jene Zeitungsverleger, die ihr Geschäft ausschließlich auf Digitales ausrichten, ohne überhaupt noch ein Geschäftsmodell dafür zu kennen. Koch hat einen mächtigen Kronzeugen für sein Plädoyer: Rainer Esser, den Geschäftsführer der deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“. Der meinte erst im Herbst vergangenen Jahres im Interview mit 4c: „Wer

Andrang bei der Registrierung: Mehr als 160 Gäste kamen zur Creative Printing 2013.

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sein Kerngeschäft vernachlässigt, sollte es nicht kleinreden, sondern die Klappe halten. Wer sein eigenes Geschäft, das so viel Erfolg gebracht hat, schlechtredet, ist schizophren und dumm.“ Dass der US-Milliardär Warren Buffett, üblicherweise gesegnet mit einem untrüglichen Instinkt für Profite, ständig neue US-Lokalzeitungen kauft, ist für Werber Thomas Koch ebenfalls ein Indiz für die Überlebensfähigkeit gedruckter Information. 142 Millionen US-Dollar hat Buffett für insgesamt 63 lokale US-Zeitungen bezahlt. „Er weiß um den Wert der lokalen Zeitung. Er weiß, dass ihr Wert höher ist als der von Fernsehen – und dass Online lokal bis heute nicht mithalten kann“, so Koch über Buffett. Koch ist viel unterwegs, meist in Weltgegenden, die wenig stabil sind und wirtschaftlich meist am Boden. Dort berät er junge Zeitungsgründer. Und er weiß: „Im Irak, in Ägypten, Libyen und Geor-

Das Publikum der Creative Printing 2013: Schon aus fünf europäischen Ländern kamen die Gäste zu diesem Branchenevent.

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Adobe-Österreich-Chef Wolfgang Soritsch über die Rolle von Software für die künftige Medienproduktion.

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Sanfter Relaunch Ein deutschsprachiges Medium, das ein wenig in Turbulenzen geraten ist und mehr als 65 Jahre nach seiner Gründung nach einer visuellen und vielleicht auch inhaltlichen Politur trachtet, ist der Hamburger „Spiegel“, das vielleicht einflussreichste Nachrichtenmagazin im deutschsprachigen Raum. Doch die Auflage sinkt. Und erst vor wenigen Monaten mussten die beiden Chefredakteure gehen. Ein neuer Chefredakteur und ein Artdirektor – erstaunlicherweise der erste seit der Gründung des Magazins – sollen es nun richten. Dieser Artdirektor, Uwe C. Beyer, war Keynote Speaker der Creative Printing 2013 und stellte in Wien erstmals die Grundzüge eines neuen „Spiegel“Designs vor. „Die Umgestaltung einer Ikone“,

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Digital

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Jedes Jahr bei der Creative Printing: Xeikon-Vertriebschef Martin Voigt im Gespräch.

Ueberreuter-Chef Manfred Schmid: Plädoyer für Druckerei-Kooperationen.

gien, selbst im Süd-Sudan, einem der ärmsten Länder der Welt, erlebe ich mehr Print-Zukunft als im deutschsprachigen Raum.“

Druck

Elanders-Chef Peter Sommer: „Je höher der Faktor IT, desto höher auch die Profitabilität.“

so nannte Beyer dann auch seinen Vortrag in Wien, werde sanft sein, nicht revolutionär, solle die Tugenden des „Spiegel“, auch die Starschreiber des Magazins ein wenig besser inszenieren. Schwierige Koalitionen Vor vielleicht ähnlich opulenten Aufgaben steht auch Manfred Schmid, Geschäftsführer von Ueberreuter Print. Er nahm die Creative Printing 2013 zum Anlass, sein Konzept der Kooperationen zwischen Druckereien vorzustellen und für einen Abbau der Überkapazitäten im Markt zu werben. Vor wenigen Monaten hat Schmid ja mit den Stadtdruckern den ersten Stein ins Puzzle einer künftigen Konstruktion gedrückt, die noch viele andere Druckereien integrieren soll. Doch so attraktiv das Konzept auch klingen mag – Schmid weiß auch, wie schwierig die Details für solche Allianzen auszuhandeln sind: „Kooperieren, das würden wohl

alle gerne, aber sobald es darum geht, auch den eigenen Standort aufgeben zu müssen, sieht die Meinungslage schon anders aus“, so Schmid. Es waren teilweise überraschende Perspektiven auf Probleme der Branche, die allerdings allesamt schon länger bestehen. Was wiederum Peter Sommer in seinem Vortrag recht eindrücklich bewies: „Ich hatte vor kurzem die Gelegenheit, das Protokoll einer Gesellschafterversammlung einer großen Druckerei zu lesen. Darin beklagt sich der Hauptgesellschafter und Geschäftsführer ausgiebig über die schlechte wirtschaftliche Situation, die miserable Auftragslage, die entsetzlich schlechten Preise und den Wettbewerb, der jeden noch so idiotischen Preiskampf anzettle. Er kommt in diesem Protokoll zu dem Schluss, dass das mit dem Drucken wohl keine Zukunft habe und man sich besser anderen, lukrativeren Geschäftsfeldern widmen solle.“ Das Protokoll stammt aus dem Jahr 1956. Die Druckerei gibt es immer noch. ∑∑∑∑

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Technologiestreit

Ein opulentes Konferenzprogramm offeriert die Zeitungsorganisation Wan-Ifra in diesem Jahr den Besuchern der World Publishing Expo in Berlin. Beherrscht werden die Konferenzen vom Widerstreit zwischen Print und Digital.

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o wie sich die Geschäftsmodelle von Verlagen immer mehr von der Konzentration auf das Papier als Geschäftsgrundlage entfernen, richtet auch die frühere Ifra Expo, nun World Publishing Expo, ihre Themen neu aus. Mittlerweile spielen Lösungen für elektronisches Publizieren in all seinen Formen in den Messehallen der World Publishing Expo eine vielleicht größere Rolle, als sie in den Bilanzen der Verlage ihren Niederschlag finden. So wird es auch bei der kommenden World Publishing Expo im Oktober in Berlin sein. Auch das Konferenzprogramm wird in diesem Jahr von digitalen Themen beherrscht: Matthias Döpfner, CEO des Axel-Springer-Verlages, referiert gleich zur Eröffnung am 07. Oktober über seine Prognose, dass digitale Plattformen zu einem neuen goldenen Zeitalter des Journalismus führen würden. Phillip Crawley, Herausgeber des kanadischen „Globe and Mail“, ist für die Kontrastthese verantwortlich und eröffnet die „Power of Print“-Sessions im üppigen Konferenzprogramm der diesjährigen World Publishing Expo. Auch 4c hat in diesem Jahr auf Anfrage der Wan-Ifra eine kleine Rolle in der Konferenzchoreographie: 4c-Chefredakteur Martin Schwarz moderiert am Mittwoch, dem letzten Messetag, ab 10 Uhr in Halle 2.2 die Session „Efficient Printing“. Am Podium wird da auch George Donaldson, Manager beim britischen Druckkonzern Newsprinters, sein. Für die Druckindustrie hat die Messe trotz oder auch wegen der Gesellschaft digitaler Konkurrenz nach wie vor eine hohe Attraktivität: Neben Koenig & Bauer und Manroland haben auch ABB, Agfa, Baldwin, Contitech, EAE Ewert, Böttcher, Ferag, Fujifilm, Goss und andere Technologiekonzerne ihre Flächen gebucht. ∑∑∑∑ World Publishing Expo, Berlin 07. bis 09. Oktober 2013 www.wan-ifra.org

Unkaputtbar

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Ausgaben von ihr gab es schon, nicht alle waren unermesslich erfolgreich, aber sie ist noch immer da: die Druck+Form in Sinsheim. Nun findet sie bereits zum 19. Mal statt und hat zumindest regional noch immer ihre treue Kundschaft. Vielleicht wird sie in diesem Jahr wieder einen Aufschwung erleben, nachdem die Digimedia in Düsseldorf und die Postprint in Leipzig nicht veranstaltet werden. ∑∑∑∑

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Druck+Form, Sinsheim 09. bis 12. Oktober 2013 www.druckform-messe.de

www.antalis.at 5/2013 Papier ist wiederverwertbar und unterstützt eine nachhaltige Forstwirtschaft. Papier ist weiterhin das meistgenutzte Kommunikationsmittel der Welt.


Ohne Rettungsschirm: Die wirtschaftliche Fallhöhe beim Weg in die Selbständigkeit kann für Designer ernüchternd sein.

Harte Landung im Leben Bnw: fotolia.De

Sie können viel, aber viele können von ihrem Können nicht leben. Die Einkommenssituation vieler selbständiger Designer ist noch immer prekär. Auch deshalb, weil Schulen und Unis auf vieles vorbereiten, nur nicht auf die Härten des Marktes. Von Erika Kronfuß

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ie sind geschult im Umgang mit DesignSoftware, sie wissen über kreative Prozesse Bescheid, sie sprühen vor Ideen. Eigentlich haben sie in ihrer Ausbildung das perfekte Rüstzeug erhalten, um später einmal, in der Selbständigkeit, ihre Kenntnisse in ein auskömmliches Einkommen zu verwandeln. Doch etwas läuft schief. Gewaltig schief. Eine Umfrage des Berufsverbandes der Deutschen Kommunikationsdesigner unter 1.800 Kreativen in Deutschland hat nun ein erschütterndes Bild gezeichnet: Rund 40 Prozent der befragten selbständigen Designer kommen gar nicht oder kaum mit ihrem erwirtschafteten Einkommen aus, selbst bei den Angestellten ist es immer noch ein Drittel. Uni und Wirklichkeit Die Wiener Designerin Christine Pleyl ahnt, warum es um die ökonomische Überlebensfähigkeit von Kreativen so schlecht bestellt ist – aus eigener Erinnerung: „Auf der Graphischen wurden wir fachlich wirklich gut vorbereitet. Leider aber kam in der Ausbildung die kaufmännische Seite kaum vor. Wir haben nicht gelernt, wie man mit Kunden umgeht, wie man akquiriert, wie man um Aufträge kämpft“, erzählt Pleyl. Kein Einzelfall und auch kein exklusives Problem der Studierenden an

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der Graphischen. Denn Pleyls Design-Kollege Christoph Almassy hat beim Studium am FH Joanneum ähnliche Erfahrungen gemacht. Gleich nach seinem Abschluss an der FH seine Leistungen als Designer selbständig anzubieten, war eine harte Landung im Leben: „Der Unterschied zwischen Uni und Realität ist enorm. Es wäre für die Ausbildung wirklich gut, wenn mehr Input aus der Kreativwirtschaft kommen, wenn mehr internationale Vortragende ihre Erfahrungen mit den Studierenden teilen würden.“ Kaum Routine Finanziell ist der Start in die Selbständigkeit jedenfalls eine Mutprobe. So hat sich Christine Pleyl, bevor sie nach fünf Jahren als Angestellte in die Unternehmensform Ich wechselte, einen kleinen finanziellen Polster aufgebaut und Geld für die Durststrecke der ersten Monate zur Seite gelegt. Christoph Almassy hat einen etwas risikoloseren Weg eingeschlagen: „Ich bin bei meinem größten Kunden angestellt, gleichzeitig aber selbständig.“ Einen routinierten, ausgeglichenen Arbeitsalltag kriegt er damit allerdings nicht hin: „Arbeitszeit und Freizeit verschwimmen. Meine Arbeitszeit variiert zwischen 30 und 60 Stunden pro Woche.“ Auch Christine Pleyl

kommt weit über das übliche Stundenpensum eines Angestellten, arbeitet zuweilen auch am Wochenende. Der Preis der Argumente Damit sich die hohe Arbeitsbelastung auch rentiert, brauchen die jungen Designer aber Bewusstsein bei der Preisgestaltung für ihre Projekte – vielleicht eine der höheren psychologischen Schwellen für Kreative. „Ich habe gelernt, dass ich bei Honorargesprächen aufpassen muss. Am Anfang unterschätzt man das noch und gibt bei den Preisen nach, weil die Unternehmen sagen, sie könnten es sich sonst nicht leisten“, sagt Christine Pleyl. Inzwischen hat sie Packages entwickelt und kann damit bei den Kunden ihre Preise gut argumentieren. „Man muss den Schritt vom Studenten zum hochqualifizierten Profi machen“, meint Christoph Almassy. Familiengründung ist für beide im Moment trotz allem Verhandlungsgeschick noch nicht möglich. „Man kann als Designer nicht für ein paar Jahre weg sein oder um die Hälfte reduzieren“, meint Almassy. Das passt zu den Ergebnissen, die der Berufsverband der Deutschen Kommunikationsdesigner aus seiner Umfrage destilliert hat: Über ein Drittel der Befragten gab da an, dass ihr Einkommen nicht zur Gründung einer Familie reichen würde. ∑∑∑∑

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Sich vom Lesen lösen Bücher werden vom Medium zum Objekt. Und die Gestalter von Grafik- zu Produktdesignern, die den Büchern helfen, ihre Stärken wie Materialität und Haptik noch viel besser auszuspielen. Von Norbert Philipp

Buchdesigner Manuel Radde: „Das Buch ist nicht mehr nur als neutrales Medium dazu da, Inhalte zu transportieren.“

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Bnw: Beigestellt

Projekt „Die Bilder der anderen“: Ein Bildband ausnahmsweise mal auf mattem Papier.

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ie viel ein Bücherregal doch aussagen kann: über denjenigen, der die Bücher dort hineingestellt hat, über seine Vorlieben, sein Denken, seine Persönlichkeit. Und auch die Bücher selbst lassen Rückschlüsse zu: auf die Gestaltungsstrategien der Designer, die ein Medium aufwerten und robust machen sollen – gegen eine vermeintliche Übermacht an Publikationen, die nichts als Pixel sind und sich als E-Book körperlos nur durch ihren Inhalt beweisen müssen. Einer der Vorteile, der gerne in der Urlaubszeit beschworen wird, ist, dass auch 1.000 Bücher nie mehr wiegen als der E-Reader, mit denen man sie liest. Doch gerade den Umstand, dass das Material in der Buchgestaltung ins Gewicht fällt, finden die Designer mit entscheidend. Genau das honoriert auch der Wettbewerb „Die schönsten Bücher Österreichs“, die jährlich mit Staatspreisen und Ehrenurkunden ausgezeichnet werden. EBooks könnte man auch gar nicht so schön im Regal sortieren wie jene, die sich da jährlich die Preise abholen. Temperiertes Buch

Im „Salon für Kunstbuch“ ist die Regalverträglichkeit von Büchern ein ziemlich wichtiges Element der Inszenierung: In der Wiener Mondscheingasse gruppiert Inhaber Bernhard Cella die ausgesuchten Stücke nach Farbe. Eines der Bücher, die den Staatspreis für das „Schönste Buch 2012“ bekommen haben, könnte dort unter „Mattschwarz“ stehen: der Katalog zum österreichischen Beitrag zur Architektur-Biennale 2012 in Venedig von Wolfgang Tschapeller. Erst wenn man es in die Hand nimmt, wird das Buch weiß. Zumindest

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dort, wo die warmen Finger den Umschlag berühren, reagiert die Thermofarbe, die mit Siebdruckverfahren aufgedruckt wurde, wie Roman Breier vom „Grafischen Büro“ in Wien erklärt. Gemeinsam mit Günter Eder und Marcel Neundörfer hat er das Buch gestaltet. „Es war ein Experiment“, sagt Breier, „das mehrere Anläufe gebraucht hat.“ Es hat aber auch bewiesen, wie bei der Buchgestaltung Drucktechnologien und Gestalter zusammenspielen. „Die Temperatur, bei der die Farbe reagiert, lässt sich auch einstellen“, ergänzt Neundörfer. Für die Ausstellungshallen der Biennale in Venedig hat man sie extra temperiert, damit „die Umschläge nicht ganz weiß werden“. Durch die Eigenschaft des Covers habe „Hands have no tears flow“, so der Buchtitel, etwas, was die Bücher auch in Zukunft haben müssten – vielleicht noch mehr als in der Zeit, als man auch ohne E-Reader ausgekommen ist: ihre Besonderheiten und ihre eigene Identität. Leerraum im Buch „Das Schöne an dieser Art von Büchern ist, dass man so den Inhalt nach außen bringt und erweitert“, sagt Buchgestalter Eder. Und dafür müsse auch alles gestalterisch zusammenspielen, wie er meint: „Das Papier, das Format, die Bindung, das Cover.“ Das Buch darf ruhig den Platz mit Volumen nützen, den es im Raum einnehmen kann – im Gegensatz zum digitalen Buch. Die japanische Bindung, die man für das Buch verwendete, war eine gestalterische Konsequenz aus „der Entscheidung für mehr Volumen“, erzählt Eders Kollege Breier. Gemeinsam mit Architekt Wolfang Tschapeller wurde sie getroffen, der auch den entstehenden Ziehharmonika-Effekt mochte. Die Seiten

sind außen gefaltet, innen geleimt, zwischen ihnen entsteht so ein Leerraum. Auch ein Beispiel dafür, sagt Breier, dass „Buchdesign eine Reise ist, bei der man nicht weiß, wo das Produkt ankommt“. Während des Prozesses ändert sich oft mit einer Layout-Umstellung der Umfang, die Dicke und das Gewicht. „Dann kann man nachjustieren, mit Volumenpapier etwa“, sagt Marcel Neundörfer. Seiten mit Widerstand „Im Grafikdesign ist es ja sonst kaum der Fall, dass die Haptik so wichtig wird, wie schwer das Buch ist, wie weich oder wie starr der Umschlag“, meint Eder. Wichtig ist aber auch, wie sich die Seiten blättern lassen, ob sie sich fast wie von selbst umlegen oder sich dagegen sperren. Das beeinflusst, wie die Bücher in der Hand liegen und auch, wohin man sie schließlich legt, wenn man sie liest und betrachtet. Das Design beeinflusst all das. Und reagiert genauso darauf. „Ein Lesebuch legt man nicht auf den Tisch. Da ist es wichtig, dass man es biegen kann“, meint Grafikdesigner Manuel Radde. Auch seine Gestaltung wurde beim Staatspreis für die „Schönsten Bücher Österreichs“ ausgezeichnet. „Das Buch ist nicht mehr nur als neutrales Medium dazu da, Inhalte zu transportieren“, sagt er, „sondern es fungiert als eigenständiges Objekt.“ Der Buchdesigner wird zum Produktdesigner. Denn die Gestaltung, so Radde, „tritt vom reinen Layout in die Dreidimensionalität über.“ Und findet in diesem neuen Raum vielfältigste Möglichkeiten, ganz im Gegensatz zu den digitalen Medien. Die Stärken der Haptik spielen die Designer heute bewusst aus. Und das nicht

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nur auf dem Cover, auf dem sich die meisten Mattheit besser ab.“ Und: „Die ästhetischen Noch etwas will Manuel Radde anregen: Verlage gestalterisch austoben – auch, um Maßstäbe verschieben sich gerade“, so Radde, „Die Gestaltungsentscheidungen bei Büchern im Schaufenster oder im Bücherhaufen ins „dabei muss haptisch wertvolles Papier nicht sollten generell überdacht werden.“ Die Auge zu stechen. Viele Bücher, meint Radde, unbedingt teuer sein.“ Schriftgröße etwa, meist ist sie überall diezeigen sich außen möglichst originell und In dem Fotoband bekommen die Bilder selbe. Über neun oder zehn Punkt trauen sich drinnen dafür höchst konventionell. Das Buch keinen Subtext, keine Verständnisanleitung. die wenigsten. „Das Web kommt da dem User müsse auch innen „gestaltet“ sein, „nicht nur Die Betrachter bleiben mit ihren Eindrücken viel mehr entgegen.“ Deshalb müsse, meint runtergesetzt“. Auch mit dem Papier lässt sich allein. Der Begleittext liegt extra hinten im jedenfalls Radde, auch die Buchgestaltung im der Inhalt gut strukturieren. Die Typographie Buch bei – eine bewusste Gestaltungsentschei- Print benutzerfreundlicher werden, nicht dem verleiht zwar der geschriebenen Sprache eine dung. „Das Buch besteht nun mal nicht nur ökonomischen Marktdruck zu sehr nachgeben. Stimme, wie Gestalter gerne sagen, aber das aus Bildsprache, sondern auch aus ForDenn Inhalte und Zeichen lassen sich nicht Papier trägt zum Stimmvolumen bei. mensprache. Und das kommuniziert genauso beliebig auf die Seiten sowie zwischen die im Hintergrund mit“, meint Radde. Buchklappen pressen und zwängen. Dem MaPapierwahl terial und dem Inhalt muss man auch seinen Lesebremse Selbst Bildbände brauchen nicht mehr „glossy“ Platz einräumen. Denn die entmaterialisierte zu sein, um zu glänzen. Gerade diese PapierDas Genre Kunstbuch lässt es zu, das Tempo digitale Welt ist auch die flüchtige. Gerade in eigenschaft hätte nicht zum Buch und zu den rauszunehmen, gar nicht erst versuchen zu dieser Bilder- und Publikationsflut hätte die Fotografien von Vera Brandner gepasst, das wollen, mit neuen Rezeptionsgewohnheiten, langlebige Buchgestaltung Platz, um Eindruck Radde gestaltet hat. Die Fotos in „Die Bilder die man sich am Bildschirm antrainiert hat, zu hinterlassen. Die steigende Zahl von Kunstder anderen/Pictures of others“ sind keine mitzuhalten. So ist ein Buch entstanden, auf und Fotobüchern von jungen Künstlern und „glossy Fotografie“. Denn die wirkt nach Meidas man sich einlassen muss. Der Gestalter Fotografen beweist das bereits. „Aber das nung des Gestalters Manuel Radde modisch drückt bewusst auf die Rezeptionsbremse. Entscheidende beim Buch bleibt die eigenund kurzlebig, weckt die falschen AssoziatiUnd animiert gleichzeitig zur Beschäftigung ständige Identität“, sagt Radde. Ein E-Book onen. „Diese Fotos“, sagt Radde, „bilden sich mit dem Buch, zum Hin- und Herdrehen und wird in dieser Disziplin vermutlich immer auf rauem Papier und in zurückhaltender Auf-den-Kopf-Stellen. unterlegen sein. ∑∑∑∑

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Artefakte gehören ins Museum Es gibt Dinge im Umfeld der Druckvorstufe, über die macht man sich schon seit gefühlten 100 Jahren keine Gedanken mehr: Man nutzt die PDF-Settings von pdfx-ready.ch, um klassisches x1a oder aktuelles x4 zu erzeugen. Kritisch wird die Angelegenheit aber, wenn das enthaltene Bildmaterial umgerechnet werden muss. Von Jason Harder

Eine Frage des Wollens: In der Gegenüberstellung wird eindrucksvoll sichtbar, wie kräftig die bikubische Skalierung kontrastreiche Kanten schärft. Manchmal möchte man das.

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n „alten“ Zeiten hat man gerne direkt alles Bildmaterial auf 300 dpi heruntergerechnet. Doch bald musste man feststellen, dass dieser Ansatz unvorteilhaft ist – man reicht besser die vollständigen Bilddaten an den Workflow des Produzenten durch. Daher wird seit geraumer Zeit empfohlen, beim PDF-Export keine „Neuberechnung“ durchzuführen und die Bilddaten in voller Auflösung – JPEGkomprimiert – in das PDF zu übernehmen. Manchmal ist es aber doch notwendig, das Bildmaterial herunterzurechnen. Die

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Gründe dafür können sein, dass ein Partner im Prozess darauf besteht, Bildmaterial in einer bestimmten Auflösung angeliefert zu bekommen. Oder, viel trivialer, man möchte von vorhandenen offenen Daten ein visuell möglichst gefälliges PDF mit deutlich geringerer Auflösung bekommen; beispielsweise, um eine Web-Anwendung zu füttern. Und schon beginnt man, an den Bild-Neuberechnungseinstellungen beim PDF-Export herumzufummeln. Schnell entwickelt sich dabei ein massives Unwohlsein – die Dateien werden

nicht wirklich kleiner, die Bildqualität aber massiv schlechter; „bikubisch“ ist doch das, was alle empfehlen. JPEG – ein Format fürs Auge, nicht fürs RIP In allen aktuellen Settings ist stets „JPEG maximal“ als Komprimierung hinterlegt. Wenn nun JPEG und bikubisch zusammenkommen, sollte man wissen, wozu das am Ende führen kann: Dass da nämlich plötzlich Fortsetzung auf Seite 26

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w Bildungsreserven Ausgeschaltet: Alle Optionen zur Optimierung des Bildmaterials müssen zuerst deaktiviert werden.

Auf Basis der aktuellen Settings von pdfxready.ch sollte zunächst alles ausgeschaltet werden, was „Optimierungen“ des Bildmaterials nach sich zieht. Die Schwellwerte müssen sinnvoll angepasst werden, damit tatsächlich Umrechnungen stattfinden. In den Dropdown-Menüs zur Umrechnung finden sich folgende Optionen, deren Auswirkungen man aus eigener Erfahrung kennen muss: „Durchschnittliche Neuberechnung“ Die erste Umrechnungsfunktion liefert meist visuell enttäuschende Ergebnisse, weil Bildkanten sehr schnell – sprich: stufig – skaliert werden. Diese Option kann interessant sein, wenn die Umrechnung des Bildmaterials möglichst wenig Zeit in Anspruch nehmen soll und die Motive unkritisch sind. Ohne gründliche Tests am „lebenden Objekt“ sollte man diese Option nicht im produktiven Alltag nutzen. „Subsampling“

Fatal: Die bikubische Berechnung lässt im Zusammenspiel mit JPEG allerlei Kanten in das ehemals qualitativ hochwertige Bildmaterial einbrechen.

Der Favorit. Hier wird ordentlich – also ohne den Versuch, das Heruntergerechnete „aufzuhübschen“ – die Pixelmenge reduziert. Ja, dabei gehen Bildinformationen verloren. Doch genau das soll passieren – ohne den Charakter des Bildes zu verändern, wie es bei Option 3 geschieht. „Bikubische Neuberechnung“

Identisch: Die ZIP-Berechnung zeigt, wie wichtig die Dateigröße sein kann.

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Die aufwändigste Methode muss nicht die beste sein. Tatsächlich sorgt diese Option für lange Rechenzeiten, die daher rühren, dass hier versucht wird, möglichst schlau zu skalieren – inklusive einer Bildschärfung. Da man die „Intelligenz“ nicht beeinflussen kann, liefert diese Methode häufig Ergebnisse, die unnatürlich wirken: kontrastreiche Kanten bekommen Farbsäume – und auch die visuelle Qualität technischer Linien könnte besser sein. Es empfiehlt sich dringend, im Detail zu prüfen, ob diese Option mit dem angelieferten Bildmaterial gute Ergebnisse bringt.

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DIE IHNEN

FREUDE MACHEN ”Selbst kleinste Fehler schleichen sich

nicht mehr ein. Dank Esko geschieht das Überprüfen eines Verpackungslayouts viel schneller und effizienter. Titus Helmke Brand Management International, KARCHER Germany

Kanten sind, wo keine sein sollten. Eigentlich ist es ja bekannt: Das JPEGFormat nutzt die „Blindheit“ des menschlichen Sehens in einigen Bereichen, um die Datenmenge zu reduzieren, die zur „natürlichen“ Wiedergabe eines Bildes benötigt wird. Oder anders formuliert: Es wird bewusst ein großer Teil der Bildinformation entfernt. Da wir auf dem RIP aber möglichst unverfälschte Qualität brauchen, fällt JPEG dort aus. Sehr deutlich wird das, wenn man die Gelbauszüge gegenüberstellt. Es zeigt sich schnell, wie ausgeprägt die zerstörende Wirkung ist. Auch der Artefaktbildung muss besondere Aufmerksamkeit gelten: Da JPEG immer eine quadratische Gruppe von Pixeln gemeinschaftlich betrachtet und sie „optimiert“, entstehen unter Umständen hässliche horizontale und vertikale Kanten im Bildmaterial, die entstellend wirken können. Schaut man sich hingegen an, wie ruhig der identische Bildbereich bei ZIP-Komprimierung berechnet wird, kann man sich fortan bewusst entscheiden, wie wichtig einem die Dateigröße ist. Wenn die Qualität im Vordergrund steht Besonders unangenehm: Jeder leidlich gepflegte Plattenbelichter reproduziert die JPEG-Artefakte erstklassig. Und im nächsten Schritt bringen wir das – gerne auch per FM-Raster, wo unsere niedrige Bildauflösung sichtbar wird – auf feinstes Bilderdruckpapier. So produziert man visuelle Ergebnisse wie in den 1990er Jahren – auf modernster technischer Ausstattung.

In den meisten Fällen wird man gut mit den bekannten Standard-Settings auskommen. Doch es gibt auch Fälle, in denen optimierte Qualität per PDF übermittelt werden soll. In Abhängigkeit von Druckverfahren und Bedruckstoff wird man versuchen, eine möglichst kompakte Datei zu bekommen – ohne dabei die Qualität in sichtbarer Weise herabzusetzen. Verschärft wird die Situation dadurch, dass immer mehr medienneutrale Workflows aktiv sind – also auf jeden Fall eine Umrechnung des Bildmaterials beim PDFExport stattfindet. Im Rahmen von Tests kann man ein gutes Gefühl dafür entwickeln, wie sich die verschiedenen Optionen beim PDF-Export auswirken – und so zu einem optimalen Kompromiss zwischen Bildqualität und Datenmenge finden. Es empfiehlt sich ein strukturiertes Vorgehen und die strikt getrennte Betrachtung von Skalierung und Komprimierung. Zu Beginn sollte man sicherstellen, dass das Bildmaterial nicht per JPEG, sondern per ZIP komprimiert wird – so kann man zunächst die Auswirkungen der Skalierung zuverlässig beurteilen. Über ein bewusstes, dem Bildmaterial entsprechendes Skalieren und Komprimieren kann man Qualität und Datenmenge einer PDF sehr feinfühlig steuern. Gefährlich ist es nur, die Auswirkungen dieser Optionen beim PDF-Export nicht zu kennen und dabei gegebenenfalls die gute Qualität angelieferter Daten auch nur unwissentlich zu reduzieren. Dann verkehren sich die Potenziale moderner Print-Workflows ins Negative. ∑∑∑∑

Die wichtigsten Regeln Ihre Termine werden immer kurzfristiger. Ihre Farben müssen immer stabiler sein. Von Ihnen wird erwartet, dass Sie Ihren Kunden hochwertige Produkte liefern. Egal, ob Sie Verpackungen, Etiketten, oder andere Drucksorten herstellen: Sie brauchen dafür einen zuverlässigen Partner. Und zwar einen Partner, der die besten Tools bereitstellt und über langjährige Erfahrung verfügt. Damit liefern Sie Ergebnisse, die Freude machen.

1. Ist das Ziel ein Print-PDF: möglichst immer ZIP nutzen – egal, ob CMYK oder RGB gerippt wird. 2. Ist das Ziel eine RGB-Ausgabe für menschliche Betrachter – also ein Bildschirm, ein Mobilgerät oder eine Website: dann liefert die JPEGKomprimierung kompakte PDFs in ausreichender Qualität. 3. Die bikubische Skalierung liefert nicht in allen Fällen die qualitativ besten Ergebnisse und kann lange Berechnungszeiten nach sich ziehen. Bei kritischen Jobs: immer prüfen!

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Ein Gratis-Tool räumt auf der Festplatte auf.

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it der Zeit sammelt der Mac eine Menge Log-, Download- und Cache-Daten auf der Platte. Gelegentlich werden die Dateien aber fehlerhaft oder nehmen einfach zu viel Platz weg. Da hilft nur eines: Daten-Backup und System-Inventur machen. Wer sich im Terminal nicht auskennt, greift am besten auf die französische Freeware OnyX zurück. Die gibt es angepasst für jedes Mac-System der letzten zehn Jahre. Am besten lässt man Aktionen unter dem Punkt „Automatisieren“ ablaufen. Damit werden systeminterne Wartungsskripts aufgerufen, Caches und Indexdateien neu aufgebaut. Weil man mit den systeminternen Tools auch viel kaputtmachen kann, wird man an jeder Stelle ausgiebig gewarnt. Vor dem ersten Start empfiehlt sich der Blick in

die Programmhilfe, die die Vorgangsweise von OnyX ausführlich beschreibt. Und: Dem User wird manchmal auch Geduld abverlangt, denn einige Vorgänge, etwa die Überprüfung des Platten-Status, können durchaus mehrere Minuten benötigen. Aber das Warten zahlt sich aus: Wer schon länger keine Systemwartung mehr vorgenommen hat, kann durchaus das eine oder andere verschwendete Gigabyte zurückgewinnen. ∑∑∑∑

πOnyX Preis: freie Spende System: ab OS X 10.2 Web: www.titanium.free.fr

Aufräumen in jedem Winkel: An allen System-Schrauben kann OnyX drehen, auch alte Cache- und Download-Daten löschen und den Speicherplatz wiedergewinnen.

Tipps für Klicks Tipp 1: Nur Wortabstände reduzieren

Tipp 2: PDFs drucken in der Vorschau

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enn sich in InDesign ein Absatz nicht mehr ganz in der Spalte ausgeht, kann man einfach die Laufweite reduzieren, damit der Text weniger Platz einnimmt. Das Problem bei dieser Methode: Die Räume zwischen den Buchstaben werden schnell zu klein und die Lesbarkeit leidet. InDesign bietet aber auch die Möglichkeit, ausschließlich die Wortabstände zu reduzieren. Dazu benötigt man einen anderen Shortcut: BefehlAlt-Löschtaste. Will man die Wortabstände wieder vergrößern, drückt man stattdessen Ctrl-Alt-Befehl und die „Kleiner als“Taste („<“). ∑∑∑∑

Laufvergleich: In der mittleren Zeile wurden nur die Wortabstände geändert, unten alle Laufweiten gleichmäßig. Dadurch stehen die Lettern schon zu eng.

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er schon einmal ein druckfertiges PDF aus Apples Vorschau gedruckt hat, weiß: 100 k wird gerastert. Das tut schwarz gesetzter Schrift freilich gar nicht gut. Schuld daran ist Apples Farbverwaltung, die sich standardmäßig stark am Bildschirm orientiert. Abhilfe schafft ein einfacher Kniff im Druck-Dialog des Apple-Programms: Dort stellt man im Unterpunkt „Farbanpassung“ einfach auf ein Druckprofil um, etwa eines der FOGRA-Profile. Dann wird kein Text mehr gerastert. Unter „Voreinstellungen“ weiter oben im Dialog kann die andere Farbhandhabung als neuer Standard gespeichert werden. ∑∑∑∑

Drucktipp: Damit 100 Prozent Farbauftrag auch hundertprozentig bleibt, empfiehlt sich im Apple-Druckdialog der Umstieg auf ein Druckprofil.

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Vom Wolf verfolgt: Citylights-Kampagne mit Lentikulartechnik.

Beschränkt beweglich

Flip, Morphing, 3D oder Zoom: Der Lentikulardruck bietet eine prall gefüllte Wundertüte an Effekten. Doch so bewegend die Effekte selbst sind, so unbeweglich ist der Markt. Was nicht alleine an der komplexen Technologie liegt. Von Anja Schlimbach

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as nicht ist, das kann noch werden. Sagt man. Nur nicht im Lentikulardruck. Da begegnet der Printbuyer einem doch erstaunlichen Phänomen: Dass sich einige Spezialisten die Nischentechnik seit Jahren aufteilen, neue Druckdienstleister aber kaum dazukommen, die Lentikularprodukte anbieten würden. Heidelberg-Produktmanager Joachim Hüber erklärt das so: „Es ist eigentlich nur dann interessant, wenn das notwendige Equipment zur Erstellung von Lentikularbogen bereits im Haus vorhanden ist. Dazu gehört die richtige Maschine, die richtige Ausstattung der Maschine und auch eine Vorstufe, die willens ist, einiges in die Wege zu leiten. Ganz wichtig ist auch ein aktives, funktionierendes Marketing. Ansonsten muss ein Druckdienstleister damit rechnen, dass er unter Umständen erst einmal

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eine Stange Geld investieren muss, bis er eine akzeptable Qualität liefern kann.“ 15 Jahre Forschung Ein Allrounder, der versucht, möglichst viele Dinge auszuprobieren, für den ist Lentikular zu teuer und zu aufwändig. Es wird immer jemanden geben, der aufgrund seiner Erfahrung garantiert billiger und besser produzieren kann. Einer, der es schon lange recht gut kann, ist Vogt Foliendruck. „Ich habe vor über 15 Jahren auf einer Messe in England die schönen Wackelbilder gesehen. Damals ist der Ansporn entstanden, das auch zu können. Und so haben wir mit unserem Vorstufenleiter praktisch per Hand die Lentikularaufbereitung bis zur Markteinführung betrieben. Ab 1998 haben wir uns immer wieder neuer Softwarepakete bedient,

haben dann die CtP-Belichtung integriert und das ganze Paket Jahr für Jahr weiter optimiert“, erzählt Holger Vogt, Geschäftsführer von Vogt Foliendruck. „Im letzten Jahr haben wir dann alles noch einmal verbessert, so dass bei 3DBildern selbst sehr hochauflösende Details im Hintergrund zu erkennen sind. Der Hintergrund ist erheblich feiner geworden. Jetzt heißt es, weiter darauf aufzubauen.“ Dieser Weg zum Lentikularspezialisten ist für viele einfach zu weit, zu steinig, zu teuer. „Jeder, der sich einmal die Hände daran verbrannt hat, der langt nicht ein zweites Mal ins Feuer. Das gilt auch für den Käufer, etwa für Agenturen“, so Produktmanager Hüber. Für Agenturen und Markenartikler ist Lentikular in der Hauptsache ein Marketingtool. „Ein klassisches Mailing findet sehr häufig und sehr schnell den Weg vom Briefkasten zur Mülltonne. Wenn der Kunde es aber länger in der Hand hält, setzt er sich auch länger mit der Botschaft und mit der Marke, die beworben wird, auseinander. Das möchte der Werbetreibende erreichen. Ein Lentikular behält der Konsument nachweislich deutlich länger in den Händen. Er spielt damit. Das macht das ganze Produkt zu etwas Besonderem“, so Achim Weber, beim Druckdienstleister Weber Druck+Display in Bremen für das Marketing zuständig. Weniger Produkte, mehr Erstaunen Dieses Ziel erreicht Lentikulardruck aber nur, wenn eine Agentur oder ein werbetreibendes Unternehmen ihn dann verwendet, wenn alle anderen es nicht tun. Auch das erklärt das Nischendasein und die eher träge Pendelbewe-

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Saison lang. „Das beobachten wir auch international“, fügt Joachim Hüber hinzu. „Da gibt es in einem Land irgendwo eine Anwendung. Dann ist es dort ein Hype, der sich vielleicht zwei, drei Jahre hält und dann wieder für ebenso viele Jahre in der Versenkung verschwindet.“

gung zwischen Angebot und Nachfrage. „Lentikular ist ein Eyecatcher. Wenn ein Konsument im Duty Free Shop am Flughafen die Regale für Kosmetika entlangläuft und ihm dann irgendwo eine Verpackung wortwörtlich zuzwinkert, bleibt er sicherlich stehen. Passiert das aber

ge acka P r e t Mus fällig? nter: ge estellen u / b k.de nlos druc ogt- r v . w te ww mus Koste

bei jeder Verpackung, fühlt sich der Betrachter wohl eher etwas überfordert. Dann sticht das zwinkernde Produkt nicht mehr aus der Masse heraus“, so Joachim Hüber. Insofern funktioniert Lentikular als Trend innerhalb der Werbebranche vielleicht nur eine

Dabei hat Lentikular mehr zu bieten, als bloß Highlights zu setzen. „Die Kunden wünschen sich kein Lentikular, sie wünschen sich höhere Responsequoten. An dieser Stelle kann Lentikular enorm viel leisten, weil es an sich schon visuell differenziert. Das ist ein Grundwert“, sagt Olaf Hartmann, Chef der auf Haptik und Verkaufsförderung spezialisierten Agentur Touchmore. „Einer unserer Kunden, ein großes Unternehmen aus der Telekommunikationsbranche, wollte einen Vorher-Nachher-Effekt darstellen. Vorher wurde dazu ein ganz normales Mailing verschickt. Damit waren die Responsequoten schon nicht schlecht, aber die Vorgaben wurden nicht erreicht. Mit Lentikular wurden die Vorgaben dagegen dann mehr als getoppt,

Veredelungen Der gezielte Einsatz von Veredelungen und Spezialeffekten eröffnet ungeahnte Möglichkeiten, Printprodukte zu außergewöhnlichen Highlights aufzuwerten.

Foliendruck Unser Slogan ist Programm: Vogt druckt tatsächlich alles, was auf Folie geht. Und das mit brillanten, satten Farben im hochwertigen UV-Offsetdruck oder Siebdruck von POS-Artikel über Ad-Specials, bis hin zu Verpackungen.

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was dazu geführt hat, dass man gleich noch ein zweites Mailing in ähnlich hoher Auflage verschickt hat“, erzählt Heike Klocke, Kundenberaterin beim Münchner Mailing-Spezialisten Göbel+Lenze. Selbst bei militärischen Konflikten könnte Lentikulardruck mal ein Asset werden: „Im militärischen Bereich habe ich sogar schon topografische Karten als Anwendung gesehen“, sagt Joachim Hüber. „Der Soldat braucht nicht unbedingt ein Laptop mit in der Gegend herumzuschleppen. Es reicht eine Lentikularkarte. Sie kann kaum kaputtgehen, sie braucht keinen Strom, sie kann ruhig nass werden.“

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doppelt so lange betrachtet wurden. Das einmal gewonnene Interesse färbt sich auf alle weiteren Kommunikationsinhalte ab. Und genau diese Möglichkeiten werden noch zu selten genutzt“, erzählt Olaf Hartmann.

für das gleiche Geld 100.000 Papiermailings, aber vielleicht nur 5.000 Lentikularmailings bekommt, kann es schon sein, dass der Kunde auf die höhere Responsequote verzichtet, aber erst einmal mehr Menschen für das gleiche Geld erreicht.“ Lentikular ist eben nicht nur Finanzhindernisse wegen seiner Produktkomplexität, sondern Lentikular ist ohnehin ein sehr vielfältiges auch in Bezug auf die Herstellungskosten ein Medium, auch wenn das angesichts der ewig hochwertiges Produkt. wiederkehrenden Flip-Effekte vielleicht nicht „Wenn man Qualität möchte, ist der Bogenso scheint. „Sie können mit einem Lentikular preis immer noch relativ hoch“, gibt Joachim einen Spannungsbogen aufbauen, Sie können Hüber zu. „Mittlerweile kommt aber auch eine Geschichte erzählen. Dagegen sind andere Material vor allem aus China, das den Preis Druckveredelungen doch sehr einseitig“, drückt. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass erklärt Heike Klocke. Insofern ist der Kostendann die Erwartung an die Qualität nicht allzu Kreative Hemmnisse Nutzen-Faktor der Wackelbilder gar nicht so hoch sein sollte. Die Druckerei muss nach wie An der Technologie mangelt es beim Lentikuschlecht. „Teuer ist es immer dann, wenn es vor einen relativ hohen Preis erzielen können, lardruck selten, an der Fantasie der Kreativen keinen Erfolg bringt“, erklärt Holger Vogt. „Sehr damit Lentikular attraktiv bleibt.“ Einer der jedoch schon. „Wechselbilder kennt jeder, gute Responsequoten beweisen die Feedbacks treibenden Kostenfaktoren ist die Kunststofffound deswegen werden Flip-Effekte von den unserer Kunden. Wird Lentikular eingesetzt, lie, deren Kosten sich am Rohölpreis orientieren. Kreativen auch immer wieder genutzt“, so erzielt man in der Regel auch eine wesentlich „Wenn man auf das Medium Folie verzichten und trotzdem in irgendeiner Form diese Effekte kreieren könnte, ließe sich Lentikular nicht nur kostengünstiger, sondern auch flexibler gestalten. Denn in gewisser Weise ist und bleibt die Folie immer ein Kompromiss. Manchmal passt sie einfach nicht richtig in den Folder, in das Magazin oder auf die Verpackung“, sagt Hüber. Diese anderen Lösungen gibt es schon. „Aus Japan kenne ich beispielsweise eine Variante, bei der die Linse über eine Siebdruck- oder Flexoanwendung in Punktform aufgebracht wird. Lentikular-Spezialist Holger Vogt Damit bekommt man zwar einen 3D-Effekt hin, allerdings nicht in der gleichen Qualität. Und Olaf Hartmann von Touchmore. „Das große höhere, zweistellige Responsequote. Außerdem dann kann man Lentikulareffekte partiell auch Potenzial des Lentikulars ist aber die Emotiogilt prinzipiell: Je mehr Veredelung im Papiermit Prägetechnik erzeugen“, erklärt Joachim nalisierung. Prozesse und Funktionen lassen bereich eingesetzt wird, umso teurer wird das Hüber. sich auch mit verschiedenen Abbildungen Produkt. Damit sind Lentikularprodukte schon Teures Plastik gut erklären. Was fehlt, ist die Emotion. Das gleichwertig. Und man spart Porto, indem die Lentikular fordert geradezu zum Spielen auf. Auflage etwas nach unten gefahren wird.“ Wenn es nicht irgendwo doch noch eine Damit verändert es auch die psychologische Seit Mitte April gibt es sogar einen Webshop, Revolution geben wird, die es erlaubt, durch Wahrnehmungssituation.“ bei dem 3D-Bilder und Wackeleffekte bestellt ein billigeres Substrat Lentikular günstiger zu Bei Lentikularen muss man interagieren, um werden können. „Dahinter steht der gleiche produzieren, wird sich an der Verkapselung des die Effekte wahrzunehmen. Das fördert auch die qualitative Prozess. Dadurch, dass der Kunde Marktes, beschränkt auf wenige Dienstleister Wahrnehmung der gesamten weiteren Kommu- die Eingabe seiner Daten selbst übernimmt, und wenige Anwendungen, wenig ändern. „Es nikation, der Effekt hat eine Transferleistung brauchen wir nicht 100 Angebote zu machen, gibt ein paar Anbieter in Deutschland, die alle auf jene Teile eines Produktes, die gar nicht mit um zehn Aufträge zu bekommen. Wir sparen einen guten Job machen. Ich glaube nicht, dass Lentikulartechnologie getunt sind. „Wir haben Verwaltungsarbeit und die Kosten reduzieren sich noch viele dazugesellen werden“, progeinmal anhand eines Prospektcovers gemessich“, schildert Holger Vogt. nostiziert Achim Weber. „Umgekehrt nimmt sen, wie sich die Betrachtungszeit verändert, die Nachfrage nach Printprodukten als solches Printbuyer-Psychologie wenn Lentikulare verwendet werden. Wenig nicht unbedingt zu. Ganz im Gegenteil. Wenn überraschend ist, dass das Lentikular-Cover Doch das Argument von der höheren Response- überhaupt, wird also die Nachfrage nach Lenfast viermal so lange betrachtet wurde wie das quote, die eine niedrigere Auflage kompensiert, tikular auch stagnieren.“ Und das ist wirklich gleiche Cover ohne Lentikular. Viel spannender scheint manche Printbuyer psychologisch zu schade, denn die Lentikulare haben viel mehr war aber das Ergebnis, dass auch die Inhalte überfordern, sagt Achim Weber: „Wenn man zu bieten, als der Markt zulässt. ∑∑∑∑

„Teuer ist es immer dann, wenn es keinen Erfolg bringt“

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Mehr vom Gleichen Druckbetriebe, die ihr wirtschaftliches Wohl unauflösbar und konsequent mit jenem der Umwelt verknüpfen, sind mutig und noch immer recht einsam am Markt. Vielleicht braucht es einfach mehr Nachahmer. Und Engagement in mehr Produktsegmenten.

Grüne Druckbetriebe: Noch ist das Segment recht klein.

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ie Erinnerungen an den Start sind nicht ungetrübt. „Nicht jeder Kunde war von Anfang an mit Feuer und Flamme dabei“, erinnert sich Manfred Ergott, Marketingleiter bei Janetschek in Heidenreichstein, an den Beginn der umweltfreundlichen Druckproduktion. „Viele Kunden hatten eine bestehende Erwartungshaltung gegenüber ihren Druckprodukten. Sie hatten immer auf glänzendem Papier gedruckt und wollten auch in der Folge kein Recycling-Papier – zum Teil auch heute noch.“ Druckereien, die wie Janetschek in Heidenreichstein oder Gugler in Melk ihren Marktauftritt ganz auf Grün getrimmt haben, mussten zweifelnde Kunden erst einmal überzeugen – und taten dies mit einem Ansatz, der durchaus kompromisslos war: Druck, Gebäude, Mitarbeiter – kein Bereich wurde ausgeklammert. Exemplarisch vielleicht das umfassende Paket

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an Öko-Maßnahmen bei Gugler: Die Druckerei stellte bereits 1995 auf Pflanzenölfarben um, zum neuen Jahrtausend zog man in ein Ökogebäude mit Ökostromlieferung ein. In den Jahren danach folgten FSC- und PEFC-Zertifizierung, das Umweltzeichen und für den Digitaldruck das Angebot des klimaneutralen Drucks. 2012 konnte man eine klimapositive Bilanz vorweisen. Bei Janetschek in Heidenreichstein verlief der Weg ähnlich. 2003 wurde das Dach der Druckhalle mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Auch der zertifizierte CO2-neutrale Druck wurde von der Kundschaft akzeptiert. Janetschek konnte innerhalb von zwei Jahren die Zahl der nutzenden Kunden verdoppeln. Die Technologie der webbasierten CO2Rechner, zuweilen als kompliziert verschrien, ist gereift, wie die Umweltreferentin Julia Rohmann vom deutschen Bundesverband Druck und Medien erklärt: „Der hohe wissen-

schaftliche Ansatz, der hinter der Berechnung der Emissionen steckt, machte die Entwicklung des Rechners anfangs sehr komplex. Dafür steht heute den Betrieben ein fundiertes Instrument für mehr Klimaschutz zur Verfügung.“ Zur Vereinfachung des Handlings soll der Rechner in bestehende Managementinformationssysteme eingebunden werden, erstmals im Herbst in das MIS Paginanet. Immerhin: 2012 kompensierten die 360 an den Klimarechner des deutschen Verbands angeschlossenen Druckereien ein Volumen von 12.000 Tonnen CO2. Asiatische Attacken Der ökologische Druck stellt immer eine wirtschaftliche Herausforderung dar, bestätigt Reinhard Herok, Marketingleiter bei Gugler: „Es ist kein einfacher Prozess, umweltfreundlichen Druck in allen Details zu realisieren. Sicherlich ist zum Beispiel eine einfache Druckhalle

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Cornelia Dankl, CSR-Verantwortliche bei Concisa: „Der Hebel, der in einer ökologischen und sozial fairen Beschaffungspolitik liegt, ist sehr bedeutend.“

kostengünstiger als unsere besonders nachhaltige Produktionsstätte. In der Entwicklung von Prozessen gibt es auch immer mal wieder Rückschläge.“ Gugler wirbt nun damit, Druckprodukte erstmals so zu produzieren, dass sie am Ende ihres Lebenszyklus vollständig in den biologischen Kreislauf zurückfließen können – angewendet wird das Cradle-to-CradlePrinzip. Herok sieht hier viel Potenzial, etwa bei Kinderbüchern. Er weiß aber auch, dass man sich aktuell noch in einer Nische befindet: „Bedenken Sie: 70 Prozent der Kinderbücher kommen heute immer noch aus dem asiatischen Raum und deren Herstellung, sowohl in ökologischer als auch sozialer Hinsicht, ist kaum nachvollziehbar.“

Janetschek-Marketingleiter Ergott: „Nicht jeder Kunde war von Beginn an mit Feuer und Flamme dabei.“

dm-Pressesprecher Stefan Ornig: „Umweltschonende Verpackungen werden von den Kunden gut angenommen, aber nicht von sich aus nachgefragt.“

bringen. „Wir selbst wollen die ökologische Druckproduktion für alle Kunden leistbar machen. Sollten mehr Druckunternehmen diesen Weg gehen, dann freut uns das“, erklärt Herok.

zum Standard gehört hier das PEFC-Gütesiegel, auf entsprechend zertifizierten Papieren druckt dm Unternehmensmagazine sowie KundenMailings. Dass sich Konzerne in diesem Bereich bewegen können, zeigt der Einzelhandelsriese Rewe Deutschland. Der steigerte den PapieranKeine Massenbewegung teil aus nachhaltigen Quellen von einem Pro„Der ökologische Druck ist bei weitem noch zent 2009 auf knapp 100 Prozent im Jahr 2012. keine Massenbewegung, und wir stehen Ob im Druck oder in anderen Lieferantenbeunter dem Druck massiver Wettbewerber wie ziehungen: „Wir legen Wert auf ZusammenarFlyeralarm“, gibt Herok zu. In den eigenen beit mit regionalen Partnern, die mit ZertifiEinfluss- und Umsatzmöglichkeiten sieht man katen nachweisen können, umweltbewusst zu sich limitiert. „Unser vorrangiges Ziel ist es arbeiten“, erklärt Stefan Ornig, Pressesprecher nicht, große Global Player als Kunden zu gevon dm drogerie markt Österreich. winnen – auch wenn das natürlich schön wäre. Cornelia Dankl, bei Concisa verantwortlich Bei denen ist das Bedürfnis nach ökologischem für CSR, sagt: „Der Hebel, der in einer ökoloDruck nämlich weniger zu spüren, auch bedingt gischen und sozial fairen Beschaffungspolitik durch den Kostenfaktor in der Druckproduktion. liegt, ist sehr bedeutend. Wir sind auch sehr Zeit der Aufklärung Die Kostenansprüche der großen Unternehmen stolz darauf, zu den ersten Unternehmen zu Bei Janetschek wird der Weg von der Wiege kann der ökologische Druck nur teilweise zählen, die ihren Nachhaltigkeitsbericht Cradlezur Wiege nicht genommen. Janetschekerfüllen“, so Herok. to-Cradle produziert haben.“ Marketingleiter Ergott respektiert zwar solche Julia Rohmann hat da eine optimistischere Gern genommen, selten nachgefragt Neuentwicklungen, stellte nach eingehender Sichtweise: „Die Vorreiter in den KlimaPrüfung jedoch für sich fest: „Wir konnten schutzbemühungen sind die großen MarkenBeim dm-Markt hat sich im Bereich der noch an keinem Produkt festmachen, wo das hersteller“, sagt die Expertin des deutschen Naturkosmetik als auch bei Reinigungs- und Bahnbrechende darin liegt.“ Dass alle eingeBranchenverbandes. Putzmitteln eine stabile Käufergruppe etabliert, setzten Rohstoffe vollständig abgebaut werden, die Wert auf nachhaltige Produkte legt. Die Keine Marketinggags dem ist in seinen Augen nicht so. Deshalb ist Impulse müssen aber natürlich vom Anbieter Janetscheks Plan ein anderer: „Wir setzen weiter Immer mehr Unternehmen tragen ihr nachkommen: „Die entsprechend umweltschonenauf sorgsamen Umgang mit allen Ressourcen, haltiges Engagement offensiv nach außen den Verpackungen werden von den Kunden gut auf Reduktion des Materialeinsatzes, auf – wie etwa die dm-Drogeriemärkte oder die angenommen, aber nicht von sich aus nachgeintensive Beratungstätigkeit, um letztlich auch Vorsorgeberatung Concisa. Unternehmen mit fragt“, sagt Stefan Ornig. Ohne den Druck der bei unseren Kunden ein gesteigertes Verantwor- Leitlinien in ihrer Verpackungs- und DruckKonsumenten wird es aber hürdenreich bleiben, tungsbewusstsein anzuregen.“ Klingt weniger produktion achten bei allen Werbemitteln auf sich als Öko-Drucker zu positionieren und spektakulär, soll aber permanenten Erfolg eine umweltfreundliche Produktionsweise. Fast dennoch wirtschaftlich zu arbeiten. ∑∑∑∑

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Zwischen egal und fatal Bei Offsetpapieren tobt ein Wettbewerb der Hersteller um Variantenreichtum und haptische Spektakel. So viele sinnliche Freuden können die Nutzer von Digitaldruckpapieren nur bedingt erwarten. Von Anja Schlimbach

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rfindungsreich sind sie, die Papierhersteller. Auch bei Laserdruckpapieren. Da herrscht kein Mangel an Marken und Segmenten. Vom einfachen Newsprint-Papier bis zum hochspezialisierten Substrat mit unterschiedlichen Oberflächen ist vieles erhältlich. „Auch die haptischen Variationen sind wie bei anderen Papieren auch vorhanden. Es variiert allerdings die technische Verarbeitbarkeit“, so Michael Gitzi, Geschäftsführer von Digidruck in Wien. „Es kann ja wegen der Fortschritte in der Drucktechnologie heute schon auf fast jedem Substrat ein gutes Ergebnis erzielt werden“, sagt Johannes Klumpp, beim Papierkonzern für das Marketing der Digitaldruckpapiere zuständig. Vielleicht ist das auch ein bisschen das Problem der Papierhersteller: Die TonerTechnologie neigt fundamental dazu, die Eigenschaften von Papieren zu nivellieren, denn das Papier verschwindet etwa bei vollflächigem Druck eben hinter einer Tonerschicht. Die natürliche Haptik des Papiers kommt nur sehr begrenzt zur Geltung.

ist nach dem Farbauftrag des Flüssigtoners nach wie vor sehr gut zu spüren. Auf der anderen Seite stellt die Technologie aber deutlich höhere Ansprüche an die Auswahl von Druckmedien. „In der Kommunikation mit dem Papiergroßhandel spielen bei Papieren für HP-Indigo-Anwendungen technische Parameter eine deutlich größere Rolle. HP definiert ja die technischen Parameter von Papieren mit seiner Zertifizierung genau“, so Johannes Klumpp. Für die Papierhersteller bedeutet das einen gewissen Argumentationsaufwand: „Letztendlich muss auch gegenüber den Druckereien argumentiert werden, warum ein für HP Indigo zertifiziertes Papier nicht nur eine andere Wertigkeit, sondern auch einen anderen Preis hat als ein Papier, das vielleicht auch auf der HP Indigo funktioniert, aber nicht dafür zertifiziert wurde.“ Die Druckerei wiederum wird mit ihren Kunden hier wohl eher nicht ins Detail gehen. Da geht es eher um die klassischen Themen wie Runability, problemfreies Drucken und vor allem die beste Optik nach dem Druckprozess.

HP-Kontrollen

Papier als Qualitätstreiber

Ganz anders ist das bei Drucken mit der Flüssigtoner-Technologie einer HP Indigo. Das Papier

Dass die Drucktechnologie auch den Erfindungsdrang der Papierhersteller treibt oder eben

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Papierauswahl: Insbesondere für die Inkjet-Technologie ist die Sortenvielfalt enden wollend.

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nicht, gilt ganz besonders für den Inkjet. „Hier sind die technischen Eigenschaften des Papiers extrem wichtig. Es geht da um technische Details, die wir im Laserbereich niemals auch nur erwähnen. Das liegt daran, dass die Qualität des Drucks im Wesentlichen durch die vier Komponenten Druckmaschine, Druckkopf, Tinte und Substrat bestimmt wird, wobei die beiden letzteren Komponenten den Ausschlag geben. Die Kombinationsmöglichkeiten sind dadurch natürlich unendlich vielfältiger als bei HP Indigo, wo immerhin nur eine Technologie und ein Tintenhersteller am Ball sind“, so Johannes Klumpp. Die technischen Anforderungen wie die hohen Druckgeschwindigkeiten und die hohe Menge an aufgetragener Flüssigkeit sind für die Papierauswahl nicht ganz ohne Bedeutung. „Ob hier sowohl die Druckqualität als auch die Substratvielfalt jemals die gleichen Dimensionen erreichen wie im Offset, das wage ich zu bezweifeln. Mit der richtigen Tinte und dem richtigen Papier kommt man allerdings dem Offsetdruck bereits sehr nahe“, sagt Klumpp. Alles auf Anfang Entscheidender Punkt für die eingeschränkte Papierauswahl für

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Inkjet ist aber, dass er gerade erst an Bedeutung gewinnt. „Nachdem die Maschinen mittlerweile auch mit den entsprechenden Papieren ansprechende Qualität liefern können, gewinnt der Druck von Broschüren und Mailings, aber auch von Schulbüchern oder Reiseführern für Highspeed-InkjetDrucker an Bedeutung. Und dann ist die Haptik des Papiers schon wieder ein wichtiges Kriterium“, sagt Klumpp. Auf der Drupa 2008 haben sich die Druckmaschinenhersteller erst in Position gebracht. Das, was 2008 versprochen wurde, ist dann 2012 geliefert worden. Seit etwa zwei Jahren gibt es auch eine wachsende Anzahl an HighspeedInkjet-Papieren. Einige Hersteller kommen nun aus dem hochwertigen Fotodruck wie etwa Mitsubishi. Die Nachfrage bestimmt den Markt Wahrscheinlich ist die Tatsache, dass es noch keine haptisch anspruchsvollen Papiere für Inkjet auf dem Markt gibt, auch eine Ursache dafür, dass Designer diese Drucktechnologie eher ignorieren. Papierhersteller dürften das verhaltene Interesse registrieren und danach handeln: Sie bringen anspruchsvolle Inkjet-Papiere eher zögerlich auf den Markt. ∑∑∑∑

RECYCLED

Drucken Sie schon auf Recyclingpapier? cyclingpapier benöDie Herstellung von Re von Frischfaserpapier tigt gegenüber jener r Wassermenge und nur rund ein Drittel de Energie. nur etwa die Hälfte an stoß sinken, das Emissionen und CO2-Aus verringert, die TransAbfallaufkommen wird cling dern sich und Papierrecy

porte vermin

m Schutz des Waldes trägt entscheidend zu bei. sich Recyclingpapier Zudem unterscheidet noch von Frischfaserim Weißegrad kaum mehr darüber wissen, papieren. Sie wollen

eren die Umwelt wie Sie mit Recyclingpapi beeindrucken?

Bnw: monDi

Mondi-Marketingmanager Johannes Klumpp: „Mit der richtigen Tinte und dem richtigen Papier kommt man dem Offsetdruck bereits sehr nahe.“

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Persönliche Computer werden immer mobiler genutzt, und zugleich steigen die Anforderungen der Nutzer an deren Leistungsfähigkeit. Das stellt Entwickler und Hersteller vor ständig neue Herausforderungen. Die hoch entwickelte Technik erreicht jetzt in den extrem flachen, vom Chiphersteller Intel® inspirierten Ultrabook™ ein völlig neues Niveau. Und das macht viel Spaß. Weniger als 21 Millimeter dick und nicht einmal zwei Kilogramm schwer, lassen sich mit dem elegant gestylten Ultrabook™ alle täglichen Anwendungen und kreativen Ideen mit intelligenter Funktionalität umsetzen. Und das überraschend reaktionsschnell. Dahinter steckt neueste Intel® Technik. Die Geräte sind mit neuen energieeffi zienten Intel® Prozessoren und weniger voluminösen Festplatten ausgestattet, die alle Daten sicher und schnell speichern und verwalten.

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KLEINER RIESE Ein Ultrabook™ ist weniger als 21 Millimeter hoch und wiegt nicht einmal zwei Kilogramm

DESIGN

Unendlicher Fortschritt?

Außergewöhnliche Technik in schlankem Design

Manchmal erscheinen Sekunden wie Stunden. Es ist unerfreulich, Computern bei langen Ladezeiten zuzusehen. Das Ultrabook™ aber startet blitzschnell. Es erkennt, welche Anwendungen und Dateien am häufigsten genutzt werden und ermöglicht direkten Zugriff. THEMA: AKKULAUFZEIT Das Ultrabook™ ist innerhalb weniger Sekunden startklar und verbraucht auch im Betrieb sehr wenig Strom. Der Akku hält mindestens 5 Stunden, im Standbymodus sehr viel länger. Das freut den Umweltminister, der zum Stromsparen aufruft, ist aber auch – genau wie die enorme Leistung der energieeffizienten Intel® Prozessoren – nützlich für mobile SpieleAnwendungen. In jedem Fall ist das Ultrabook™ der ideale Begleiter für unterwegs.

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Das Ultrabook™ verbraucht im Standbymodus fast keine Energie und ist im Nu wieder betriebsbereit. Die Intel® Rapid-Start-Technik bringt den Rechner blitzschnell in den Normalbetrieb zurück, so dass der Anwender im Handumdrehen dort weitermachen kann, wo er zuletzt aufgehört hatte. Das spart Zeit.

Keine Chance für Langfinger

Schnell und überall einsatzbereit – das Ultrabook™ ist viel mehr als ein Arbeitsmittel. Viele persönliche Daten und Kontakte sind darauf abgespeichert. Aber was passiert, wenn das Gerät verloren geht oder gestohlen wird? Für diesen Fall haben die Intel-Ingenieure dafür gesorgt, dass der Verlust des Geräts nicht zum finalen Daten-Desaster wird. Mit der intelligenten Sicherheitshardware Intel® Anti-Theft (Intel ® AT) können Ultrabook ™Systeme mit Intel Core™ Prozessoren im Falle von Verlust oder Diebstahl ferngesteuert von überall aus gesperrt werden.

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Die Leistungsfähigkeit von Prozessoren steigt seit Jahrzehnten ständig immer schneller – und ist dabei doch längst berechnet

Von null auf hundert in wenigen Sekunden dank der Intel® Rapid-Start-Technik

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Eine Idee von Intel: das UltrabookTM

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Wird das Ultrabook™ dann wieder aufgefunden, kann es ohne Verlust der Daten ganz einfach reaktiviert werden. Auch für mehr Sicherheit im Internet wurde gesorgt. Die Intel® IdentitätsschutzTechnik (Intel® IPT), die für bestimmte Ultrabook™-Systeme mit Intel Core™ Prozessoren der zweiten Generation verfügbar ist, stellt eine zusätzliche sichere Verbindung zwischen dem Anwender und seinen Benutzerkonten und bevorzugten Websites her. So wird er von den Websites mit seiner eigenen Authentifizierung wiedererkannt.

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Stets informiert und verbunden: Der Rechner ist mit einem bekannten WLAN-Netz verbunden? Dann aktualisiert die Intel® SmartConnect-Technik automatisch sowohl die E-Mails, die Daten in den sozialen Netzwerken als auch die ausgewählten Apps – selbst wenn das System im Standbymodus ist. Immer im richtigen Film: Das Ultrabook™ mit seiner Intel® SmartResponse-Technik erkennt selbstständig die vom Nutzer am häufigsten genutzten Anwendungen und Dateien und speichert sie dort, wo es den schnellsten Zugriff darauf hat. Auch das erspart im täglichen Gebrauch viel Zeit und langwieriges Suchen.

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SPEZIALIST AUS KALIFORNIEN So viel Leistungsfähigkeit im extrem schlanken und leichten Gehäuse des Ultrabook™ ist nur möglich, weil in den Laboren des amerikanischen Halbleiterherstellers Intel Corporation die Forschung und Entwicklung von Mikroprozessoren für Computer permanent vorangetrieben werden – seit Gründung der Firma im Jahr 1968. Der erste Mikroprozessor der Welt wurde 1971 bei Intel entwickelt. Die Intel® Prozessoren der neuen Generation sind höchst leistungsstark, äußerst energieeffizient und benötigen wenig Platz.

Wo ist die Zeit geblieben? Scheinbar ungebremst erhöhen sich in wenigen Jahren Geschwindigkeit und Komplexität von Mikroprozessoren. Warum das so ist, hat der Ingenieur und Intel-Mitbegründer Gordon Moore bereits im Jahr 1965 entdeckt und in den Folgejahren weiter entwickelt. Im Moore'schen Gesetz formulierte er, dass sich die Anzahl von Transistoren auf einer gegebenen Fläche regelmäßig verdoppelt. Ging Moore ursprünglich noch von einer jährlichen Verdoppelung der Komplexität aus, so korrigierte er sich später auf einen Zeitraum von 18 bis 20 Monaten. Tatsächlich verdoppelt sich in der Halbleiterindustrie die Leistung neuer Computerchips etwa alle 20 Monate. Aber ist nicht irgendwann auch die Grenze der Leistungsfähigkeit erreicht? Moore selbst prognostizierte 2007 seinem Gesetz noch eine Gültigkeit von 10 bis 15 Jahren. Und obwohl das Moore'sche Gesetz von außen schon mehrfach totgesagt wurde, spricht die kontinuierliche Entwicklungsarbeit bei Intel dafür, dass es noch lange und auf eine nicht absehbare Zeit seine Gültigkeit behalten wird.

Gordon Moore gibt seinem Gesetz noch eine Gültigkeit von 10 – 15 Jahren

GORDON EARLE MOORE 1968 Mitgründer der Firma Intel

Bnw: Bauer aDVertising

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Formulierung des Moore'schen Gesetzes

Die schnelle Technik und das leichte Handling des Ultrabook™ ist ideal für unterwegs. Dazu hat der deutsche Modeschöpfer und Designer Michael Michalsky die passende Taschenkollektion entworfen. Die Michalsky Ultrabook™ Bag Collection bietet vier stylische Bags zur Auswahl. Michalsky: „Da passen die coolen Ultrabooks™ perfekt rein und sind gut geschützt.“ Bestellung über www.michalsky.com

KOMPLEXE GESCHICHTE Mit dem Intel 4004 begann am 15.11.1971 die CPU-Geschichte von Intel. Die rasante Geschwindigkeit der Entwicklung von Prozessoren führt zu immer leistungsfähigeren Rechnern in immer kürzeren Abständen

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Einzelne Features mit Augmented Reality erklären: Ein vierseitiges Themenextra von Intel mit SmartView-Integration.

Erweiterte Realitätsverweigerung Augmented Reality in Printprodukten könnte sich wohltuend auf die Bilanzen der Verlage auswirken. Damit das klappt, müssen Verlage die Tools aber wesentlich breiter einsetzen und den Leser langsam daran gewöhnen.

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ugmented Reality sorgt auch schon mal für etwas schmuddelige Fantasien. Zumindest bei den Lesern der New Yorker Zeitung „Metro“ Ende Mai. Da veröffentlichte die Gratiszeitung ihre jährliche „Sex issue“. Der Leser wählte aus rund 40 Promis, mit wem er gerne das Bett teilen wollte. Dazu scannte er die AR-Anwendung von Blippar im Artikel und wählte sein Objekt der Begierde. Das Ergebnis des Votings wurde gleich mitgeliefert. Der Hamburger Bauer Verlag bietet eine andere Art der „Welt der Wunder“ – mit eben dieser Zeitschrift. Hier sorgt Augmented Reality für eher wirtschaftliche Erregung mit einem erfolgreichen Geschäftsmodell. Die Publikation ist mit ihren populärwissenschaftlichen Inhalten prädestiniert für die neuen Anwendungen und integriert Videos, 3DModelle, 360°-Panoramen und Bildergalerien. Die Möglichkeiten hatte Marco Sott, Mitglied der Geschäftsleitung bei Bauer Advertising, vergleichsweise früh erkannt. Heute sieht er sich der Konkurrenz voraus: „Da wir als erster Vermarkter weltweit diese Funktionalität regelmäßig in unsere Hefte integriert haben,

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Bnw: Bauer aDVertising

Von Ingo Woelk

„Unser Ziel ist es immer, die Partnerschaft zu einem Kunden längerfristig anzulegen“, erklärt Marcel Thiesen, Business Development Manager und Printspezialist bei Metaio. Das AR-Szenario soll den Leser überraschen und Mehrwert bieten. Thiesen schränkt aber auch ein: „One-Shot-Aktionen können wir nicht empfehlen. Damit erreiche ich für kurze haben wir mittlerweile empirische Daten aus Zeit Aufmerksamkeit, doch danach ebbt das über drei Jahren zur Verfügung. Die Nachfrage Interesse ab. Die Anwendung gerät beim User liegt deutlich über den Einschätzungen.“ Bei in Vergessenheit.“ Lesern und Werbekunden der Zeitschrift, Auch Burda Media nutzt die erweiterte darunter Schwergewichte wie Procter&Gamble Wirklichkeit der Lektüre regelmäßig. Die und Intel, ist die Nachfrage nach ZusatzconCoverstory des Verlagstitels „Fashion“ wird mit tent vorhanden, Augmented Reality akzeptiert Augmented-Reality-Inhalten hinterlegt und und wird noch dazu vom Smartphone-Boom die Leser können zusätzlich zur Fotostrecke getrieben. eines Models das Making-off des Shootings als Video anschauen. Die Musterknaben Die New Yorker „Metro“ ist für weitaus Bauer betrachtete die Add-ons nie als mehr gut als für Horizontalfantasien des Gimmick. Es war das erklärte Ziel, mit ARAnwendungen die Leser-Blatt-Bindung zu stärken und einen monetären Mehrwert über Marco Sott, Anzeigenwerbung zu erwirtschaften. Die Mitglied der ganze Seite Inserat kann mit einem Aufschlag Geschäftsleitung bei zwischen 3.000 und 4.000 Euro mit interakBauer Advertising: tiven Inhalten über die Ad+View-Funktion „Augmented Reality aufgerüstet werden. „Wir sehen Augmented ist einer von Reality als einen von vielen Bausteinen für die vielen Bausteinen positive Entwicklung unserer Medienmarken“, für die positive erklärt Sott. Die „Welt der Wunder“ nutzt Entwicklung unserer Augmented Reality über den Junaio-Channel Medienmarken.“ des Münchner Softwareanbieters Metaio:

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U-Bahn-Nutzers mit Stars. „Metro“ hat Aktionen umgesetzt, um Videos, Gutscheine, Online-Shopping und mehr zu ihren Lesern und Werbern zu bringen. Kunden sind zum Beispiel Filmstudios, die neben der Anzeigenwerbung zusätzliche redaktionelle Angebote zum Film wie Trailer und Interviews zeigen sowie zu Computerspielen führen, die mit dem Film zusammenhängen. Auch im Kleinanzeigenbereich sieht die Gratis-Postille Chancen, Händler locken mit digitalen Coupons Laufkundschaft ins Geschäft. In der Immobilienbranche sind AR-Anwendungen für virtuelle Wohnungsbesichtigungen prädestiniert. Robert Edmunds, Digitaldirektor bei „Metro“, findet dabei die Funktion von AR als Türöffner wichtig. Werbekunden, die einen sonst abwimmeln würden, sind durchaus neugierig auf die „neuen“ Anzeigenformate.

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tionen auf einer Website hinterlegt sind.“ Viele Nutzer suchen aber noch nicht proaktiv nach AR-Inhalten. Die Printindustrie muss ihnen das Handling erst erklären. Durch die immer breitere AR-Präsenz ändert sich das natürlich langsam, bei Metaio arbeitet Thiesen daran: „Wir haben erst vor kurzem ein neues ARStandard-Logo eingeführt, das es Entwicklern

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Digital

Produkte

möglich macht, ihre AR-Anwendungen zu kennzeichnen. Dieses Logo ist frei verfügbar und wir hoffen, dass es irgendwann zu einem echten Icon wird, das Nutzer sofort wiedererkennen und wissen, dass sich dahinter Augmented Reality verbirgt.“ Die erweiterte Realität, sie ist oft eben noch immer eine verborgene. ∑∑∑∑

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QR-Code unkaputtbar Neben der Zielgruppenaffinität ist der Newsfaktor einer der großen Pluspunkte von AR. „Mit Augmented Reality kann ich dafür sorgen, dass Informationen von hoher Aktualität sind. Wie beim OnlineJournalismus auch können Inhalte mit einfachen Handgriffen auf den neuesten Stand gebracht werden“, erklärt MetaioExperte Thiesen. „Der Vorteil zum QR-Code ist, dass auch nach dem Drucken Inhalte verändert werden können. Ich kann meinen zu hinterlegenden Content kurzfristig ändern.“ Ein Beispiel, bei dem es auf Aktualität besonders ankommt, ist etwa ein Sportmagazin. Zwischen dem Redaktionsschluss und dem nächsten Bundesliga-Spieltag passiert so einiges: Spieler verletzen sich, wechseln den Verein oder landen in den Schlagzeilen. Dann hat das Magazin die Möglichkeit, einen AR-Marker hinzuzufügen. Der Leser scannt diesen und kann die aktuelle Ankündigung des Spieltags in der App lesen. Damit ist gewährleistet, dass die Redaktion topaktuelle Informationen liefert und ihre Kompetenz unter Beweis stellen kann. Der QR-Code hält sich bei allem technologischen Fortschritt wie das berühmte Unkraut im Garten. Das hat seinen Grund, gibt Thiesen neidlos zu, und erklärt, woran AR in der öffentlichen Wahrnehmung noch arbeiten muss: „Der QR-Code ist bereits einer großen Masse bekannt und die Nutzer wissen, dass dieser scanbar ist und Informa-

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Neu am Markt Wahre Produktivität Die Flachbett-UV-Druckmaschine Truepress JetW1632UV von Screen liefert gestochen scharfe Ergebnisse. Mit ihrer Druckgeschwindigkeit von bis zu 94 m2 pro Stunde zeichnet sich die Truepress Jet durch Produktivität und beeindruckende Druckqualität auf einer Vielzahl von Medien mit einer Größe von bis zu 1.600 mal 3.200 mm und einer Stärke von bis zu 48 mm aus. Mit einer Auflösung von 1.200 dpi sorgen die innovativen Mikro-Tröpfchen-Druckköpfe für gestochen scharfen Text, hohe Bildschärfe und weiche Farbverläufe. Mit den Tinten von Screen, die einen großen Farbfächer bieten, lassen sich in Kombination mit hellem Cyan und hellem Magenta Displays mit Vorder-/Hintergrundbeleuchtung in Fotoqualität erstellen. www.screeneurope.com

Tropfenreich Mit neuen Druckköpfen für Tintenstrahldrucker von Seiko lassen sich unterschiedlichste Materialien und Substrate bedrucken. Die piezoelektrischen Industriedruckköpfe für Tintenstrahldrucker können in verschiedensten Applikationen wie für Dekoration (Keramik, Holzlaminate, Glas, Textilien), Großformatdruck, Etikettierung sowie Kodierung eingesetzt werden. Eine Vielzahl von Substraten und Tinten kann mit ihnen kombiniert werden. Der Druckkopf SPT1020GS und der

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Screen Truepress: Der Flachbettdrucker schafft 94 m2 pro Stunde.

neue, zirkulierende Druckkopf SPT512/20 bieten eine maximale Produktivität von 714 bzw. 900 uL/ sec und wurden, basierend auf der neuesten Technologie isolierter Kanäle, speziell dafür entwickelt, eine höhere Tropffrequenz zu erreichen. www.seiko-instruments.de

Geruchlose Tinte Die neue Universal-Mild-SolventTinte wurde speziell für Mutohs Produktportfolio im Bereich Rollendrucker für Werbetechnik-/Displayanwendungen entwickelt. Die Tinte wird in Ein-LiterFlaschen sowie 440-ml-Kartuschen angeboten und kann für bereits installierte Mutoh Mild-SolventDrucker genauso wie für die Druckerserie ValueJet eingesetzt werden. Sie ersetzt die erste und zweite Generation der Mutoh „MS-“ und „MS+“-Mild-Solvent-Tinte. Die UMS-Tinte bietet eine UVHaltbarkeit bis zu drei Jahre ohne Laminierung. Sie ist praktisch geruchlos und erfordert keinerlei Lüftung. 83 % der Pantone C-Farbtafel werden abgedeckt. Außerdem

ist bei dieser Tinte kaum eine Druckerwartung notwendig. Die Tinte wird bei normaler Heiztemperatur fixiert und getrocknet und eignet sich sowohl für das Drucken in anspruchsvoller Qualität als auch bei hohen Geschwindigkeiten. www.mutoh.de

Alles bleibt ganz Das Spectro Pad von Barbieri kann direkt am Drucker verwendet werden, ohne das Material oder den Ausdruck zerschneiden zu müssen. Das Spectro Pad ist ein tragbares, professionelles Spektralfotometer zur Messung verschiedenster Materialien im professionellen Digitaldruck (inklusive Großformat-, Flachbett- und industriellen Drucks). Der integrierte Touchscreen ermöglicht eine einfache Handhabung und bietet ein sofortiges Feedback über die Messergebnisse. Das tragbare Messgerät ist für die Prozess- und Qualitätskontrolle, die Linearisierung von digitalen Ausgabegeräten, Einzelmessungen von Spot-Farben mit sofortiger Delta-E-Anzeige, die Erstellung von ICC-Profilen

für verschiedenste Auflichtmaterialien und die Bestimmung der Dichtewerte für Film und Papier konzipiert. Die Messöffnung beträgt 6 mm, die Lichtquelle ist eine D50-LED-Beleuchtung mit Spektralkern der nächsten Generation. Das System erfüllt die ISO-13655:2009-Messvorgabe M1, M0 und M2 (UV-cut). www.barbierielectronic.com

Weißer, heller Der Karton Incada von Iggesund Paperboard wird weißer und heller und bietet einige Verbesserungen bei den Druckeigenschaften. Bei dem vor allem für Verpackungsanwendungen eingesetzten Karton Incada Exel wurde die Steifigkeit optimiert. Qualitäten mit Flächengewichten über 300 g/ m 2 sind 10 bis 15 Prozent steifer als bisher. Weitere Verbesserungen gibt es bei den Geschmacksund Geruchseigenschaften. Der Robinson-Sensoriktestwert von Incada liegt nun unter der Nachweisgrenze von 0,6. Die Weiße habe sich um 7,5 Einheiten auf 120 auf der CIE-Skala erhöht.

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Die Optimierungen erfolgten bei dem für die Farbwiedergabe entscheidenden L*-Wert. Die Laufeigenschaften wurden ebenfalls verbessert, so dass Incada in den Verarbeitungsverfahren der Kunden nun eine bessere Funktionalität aufweist. www.iggesund.com

Fixierender UV-Druck Der JV400-SUV von Mimaki arbeitet mit UV-härtenden Lösemitteltinten. Der JV400-130/160SUV druckt in vier Farben (CMYK) bei einer Geschwindigkeit von bis zu 18 m2 pro Stunde im Entwurfsmodus. Der Drucker kombiniert die Vielseitigkeit von lösemittelhaltigen Tinten mit der Haltbarkeit von UV-härtenden Tinten. Er verarbeitet einen neuen Tintentyp, den Mimaki speziell für dieses System entwickelt hat. Während des Druckvorgangs wird die Lösemittel-Komponente von der Aufnahmeschicht des Mediums absorbiert und das Pigment

Design

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fixiert. Anschließend wird die gedruckte Tinte in einem speziellen UV-Prozess ausgehärtet. So entsteht eine glatte und hochglänzende Oberfläche, die wirkt, als ob eine Lackschicht aufgetragen worden wäre. Dabei behalten die Farben ihre Intensität. Darüber hinaus erhöht die UV-Härtung die Kratzfestigkeit und Witterungsbeständigkeit. Das fertige Produkt verlässt den Drucker völlig trocken und kann sofort weiterverarbeitet werden. www.mimakieurope.com

Last Minute Neue Bild- und Farbverlaufsbearbeitungs-Funktionen sowie Funktionen für die Fehlerkorrektur erweitern den Leistungsumfang des PitStop Pro 12 von Enfocus. PitStop Pro 12 versetzt die Anwender in die Lage, noch in letzter Minute und in Sekundenschnelle Fehler zu beheben und die PDFBearbeitung wesentlich effizienter zu gestalten. Mit PitStop Pro 12

Druck

Digital

Produkte

JV400-SUV von Mimaki: Spezielle Tinten für glatte und hochglänzende Oberflächen.

haben die Anwender die Möglichkeit, Bilder und Farbverläufe zu bearbeiten und zu korrigieren, ohne PitStop Pro verlassen und mit einem externen Editor wie Photoshop oder Illustrator arbeiten zu müssen. Die geänderten Bilder können sofort in einer Vorschau angezeigt werden. PitStop Pro 12 erlaubt sogar, ansonsten nur schwer korrigierbare Bilder, wie Objekte mit Sonderfarben, Zweifarb-, Dreifarb- und anderen Device-N-Farbräumen, zu bear-

beiten. Die Bildanpassungen sind auf einzelne, mehrere oder alle Bilder einer PDF-Datei anwendbar. Da die neuen Bildbearbeitungsoptionen auch als Aktionen in PitStop Pro und PitStop Server zur Verfügung stehen, können sie zu Preflight-Profilen oder Aktionslisten hinzugefügt werden, um sich wiederholende Bildkorrekturen entsprechend den internen Produktionsanforderungen zu automatisieren. www.enfocus.com

Tech in Use l

Produktionsstarke Lithoman

Die niederländische Druckerei Em De Jong investiert in eine 96-Seiten-Lithoman. Die neue Maschine von Manroland Web Systems geht Anfang 2014 in Betrieb und wird vier 16-Seiten-Rotationen ersetzen.

A

n der belgischen Grenze gelegen, will Em De Jong in Baarle-Nassau die technologischen Möglichkeiten der Lithoman nutzen, um verstärkt nahe liegende Märkte wie Belgien, Frankreich und auch Deutschland zu bedienen. Dazu setzt der größte niederländische Drucker für Einzelhandelswerbung auf die 96-Seiten-Lithoman, die die leistungsstärkste Heatset-Druckmaschine im BeneluxRaum sein wird. Sie wird bei 2.860 mm Bahnbreite mit acht Strängen fast fünf Millionen A4-Seiten

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pro Stunde produzieren. Für Produktqualität sorgen die Inline-Kontrollsysteme für Schnittund Farbregister, Farbdichte sowie die FanOut-Regelung. APL (AutomaticPlate Loading) wechselt die beeindruckenden Druckplatten (1,28 x 2,87 Meter) an den Druckwerken automatisch. Mit einer außergewöhnlichen Falzkonfiguration vermag Em De Jong eine beeindruckende Vielfalt an Druckprodukten herzustellen: Mit zwei Falzapparaten kann stehend und liegend produziert werden. www.manroland-web.com

Am Leitstand der neuen 96-Seiten-Rotation bei Em De Jong: Viele Tools für eine hohe Produktqualität.

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Digital

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foto: Klemm

Ein Hektar Kompetenz Der Salzburger Werbefahnen- und Fahnendruckanbieter Fahnen-Gärtner stattete den Life Ball aus.

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as für ein Fest – und was für eine Festausstattung! Insgesamt 7.800 m² an bedrucktem Stoff lieferte der Mittersiller Werbefahnen- und Fahnendruckanbieter Fahnen-Gärtner für den Life Ball, der Ende Mai in Wien über die Bühne ging. Nach dem Motto „1001 Nacht – Es braucht die Nacht, um Sterne zu sehen“ entführten die Wandverkleidungen aus Stoff des Salzburger Unternehmens die Ballgäste in eine Welt aus 1001 Nacht. Mit der Spende von 120 Litern Digitaldrucktinte, einem Hektar Stoff und tausend Arbeitsstunden der Mitarbeiter im Salzburger Werk gehörte der Fahnendruck-Spezialist auch heuer zu den größten Einzelspendern des größten europäischen Charity-Events. „Der Life Ball ist für uns nicht nur eine große soziale Verantwortung, sondern Überzeugung und Herausforderung

zugleich“, sagt Fahnen-Gärtner-Geschäftsführer Gerald Heerdegen. Immerhin: Die Produktion für den Life Ball – Fahnen-Gärtner ist Exklusivausstatter des Events – lief auch heuer wie schon im Vorjahr neben dem Tagesgeschäft, das im Frühjahr besonders boomt. „Ich bin immer wieder beeindruckt, zu welchen Meisterleistungen meine Mitarbeiter fähig sind – und welch klares Zeichen wir für unsere Leistungsfähigkeit im Digitaldruck und Eventbereich setzen“, sagt Heerdegen. Dickes Lob gab es auch vom Organisator: „Erst die zahlreichen großflächigen Visualisierungen erweckten unser Motto

„Die schnelle, flexible und kompetente Abwicklung von Fahnen-Gärtner war uns eine wichtige Unterstützung“, so Gery Keszler, Life-Ball-Gründer und -Organisator.

wirklich zum Leben. Die schnelle, flexible und kompetente Abwicklung von Fahnen-Gärtner war uns eine wichtige Unterstützung“, so Gery Keszler, Gründer und Organisator des Life Balls. Eröffnung des Life Balls 2013: Ohne FahnenGärtner wäre es nicht so ein opulentes Erlebnis geworden. ∑∑∑∑

Tech in Use ll

alle BilDer: Beigestellt

Überzeugender Digitaldruck

Das Familienunternehmen Faservice nahe Verona holt sich als erstes italienisches Druckhaus eine Jet Press 720 von Fujifilm in den Drucksaal.

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ir hätten nicht gedacht, dass der Digitaldruck eine so überragende Qualität bietet, die sogar besser als die einer Offset-Druckmaschine ist“, sagt der Inhaber des Druckdienstleisters Faservice Renzo Farinati. „Die Jet Press 720 ist die erste Druckmaschine, die wir in unserem Betrieb mit dem Ziel der Kombination aus Druck und Veredelung installiert haben. Nun sind wir in der Lage, limitierte Auflagen vom Druck- bis zur Weiterverarbeitung

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anzubieten.“ Die Jet Press 720 ist eine vierfarbige InkjetDigitaldruckmaschine im B2-Format, die bis zu 2.700 Bogen pro Stunde einseitig bedrucken kann. Die dabei zum Einsatz kommende Samba-Druckkopftechnologie ermöglicht eine Auflösung von 1.200 mal 1.200 dpi mit vier variablen Punktgrößen. Durch das Aufbringen eines Primers vor dem eigentlichen Druck können in der Jet Press 720 sowohl gestrichene

Die neue Jet Press 720 bei Faservice in Italien: Kombination aus Druck und Veredelung.

Standardoffsetpapiere als auch ungestrichene Papiersorten eingesetzt werden. Die bedruckten B2-Bogen können wie Offsetdrucke behandelt und in den vorhandenen Systemen auf die gewohnte Art und Weise weiterverarbeitet werden, um die gewünschten Spezialeffekte zu erzielen. www.fujifilm.eu

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