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Nun haben wir wirklich schon 20 Ausgaben von unserem Zwanzig Zoll Magazin zustande gebracht – praktisch ein Jubiläum (Na klingelt´s? Die 20. Zwanzig…). Also Grund genug, mal zu erzählen was sich in der Zeit zwischen Ausgabe 1 und dieser Ausgabe so geändert hat und wie die Arbeit an einem BMX-Magazin auch meine Sichtweise auf einige Dinge verändert hat. Als wir uns vor knapp fünf Jahren zusammengesetzt haben, um irgendwie ein paar Seiten mit Text und Bildern zu füllen und das dann Magazin zu nennen, war alles erstmal voll aufregend ich völlig unbeleckt von irgendwelchem Buisness-Krempel. Es ging also um die reine Lust, etwas zu machen, was mit dem kleinen Fahrrad zu tun hat - etwas das wir alle lieben. Zu dieser Zeit hatte ich zumindest noch das Gefühl, als wenn viele Sachen im Bereich BMX noch mit einer gewaltigen Portion Idealismus und Herzblut verbunden waren. Vielleicht kam es mir auch nur so vor, als wäre alles noch etwas unprofessioneller und natürlicher gewesen. In unserem jugendlichen Leichtsinn dachten wir, eigentlich kann keiner was dagegen haben, dass es jetzt ein neues Magazin gibt - das wird schon laufen und Support gibt´s bestimmt auch jede Menge. Ganz so leicht war es dann aber doch nicht und schließlich mussten so einige Klinken geputzt werden, bevor wir überhaupt einigermaßen ernst genommen wurden. Es soll wohl auch Leute geben, denen es nicht so wirklich schmeckt, dass wir immer noch da sind. Aber das soll jetzt nicht das Thema sein. Es geht eher darum, dass die Szene zu dieser Zeit noch sehr viel überschaubarer war, als sie es jetzt ist. Vor allem standen weniger finanzielle Interessen hinter solchen Sachen wie z. B. Contests. Zumindest sah es für mich so aus. Mit der Zeit wurde es aber irgendwie anders oder ich nahm es plötzlich anders wahr. Spätestens zu dem Zeitpunkt, an dem die Anzeigen in unser Magazin kamen, bemerkte ich, dass es noch andere Gründe als Spaß gibt, die Leute dazu bringen, sich mit BMX zu beschäftigen. Genauer gesagt ist es ein Grund, der sich Geld nennt. Und da viel Geld ja generell besser ist, als wenig Geld, ging plötzlich vieles nicht mehr einfach so easy & cheesy. Da gab es auf einmal Forderungen an uns und Absprachen, wie ich sie mir vorher eher bei irgendeinem Mainstream-Kram vorgestellt hätte. Nicht dass ich sagen will, dass Geld und Sponsoren schlecht für die Entwicklung unseres Sports sind. Im Gegenteil. Keiner kann abstreiten, dass das Tricklevel und das deutliche Wachstum der Szene ohne die großen Events mit Fernsehübertragungen und dicken Preisgeldern so wäre, wie es heute ist. Es fehlt heute manchmal einfach so ein bisschen die Unabhängigkeit, die vor ein Paar Jahren meist noch spürbar war. Viele Events, gerade die großen, sind mir mittlerweile einfach zu sehr auf Zufriedenheit der Sponsoren ausgerichtet, bei denen oft nur ein pseudocooler Marktingheini diktiert, wie was zu laufen hat. Fakt ist, dass mir bestimmte Sachen besser gefallen haben, bevor ich wusste – oder besser gesagt bevor ich mich damit auseinandersetzen musste – wie der Hase auch bei den Extremsportarten läuft und was sich hinter den Kulissen teilweise so abspielt (siehe S. 48). Ich will hier keinen dafür anscheißen, dass er mit BMX in irgendeiner Form Geld verdient oder dies in Zukunft vorhat. Wichtig ist dabei nur, dass man nicht aus den Augen verliert, dass es bei BMX nicht nur darum geht, Geld zu verdienen. Es geht um Spaß, Freunde und um ein Lebensgefühl, das nicht nur den konventionellen Regeln folgt. Das ist es, was uns alle hier dazu treibt, ein Magazin zu machen. Don´t let Capitalism steal your Virginity!

04 I ZWANZIGZOLL INTRO


Cover: Björn Elvering I Foto: David Ulrich diese Seite: Rob Wise weiss wie Whips angeschmissen werden, auch wenn er dafür erst einmal an der Wand langfahren muss. Direkt hinter dem Haus von David Hasselhoff in Malibu, Kalifornien, wird er dabei von ein paar Meeresbewohnern ganz unbefangen angeäugt. I Foto: Justin Kosman

INTRO ZWANZIGZOLL I

05


6 I ZWANZIGZOLL INHALT


04 INTRO

50 BMX MASTERS

06 INHALT

58 SHUTTERS WORLD VOL. 3

08

64

Kapitalismus is doof... alles was drin is....

NEWS

Sponsor me please...

90% Tailwhips und am Besten noch in ‚ner Combo... Mr. Takeo aus dem Land des Lächelns...

MAxsomenoise

Die Geschichte des Mr. Zwanzig Zoll...

14 BJÖRN ELVERING INTERVIEW

66

22

74 SHUTTERS WORLD VOL. 4

Aggro Kids und Barspin Gaps...

DER EINE UND DER KLEINE

Die wirkliche Welt geht kaputt...

PATRICK GUIMEZ INTERVIEW

Nebenbei trainiert er das französiche Raceteam... Daniel Kralik mag kein Kokain...

24 SHUTTERS WORLD VOL. 1

80 LOCAL SUPPORT TOUR

30 EMPIRE OF DIRT

84

36 SHUTTERS WORLD VOL. 2

90

42 SMALL TALK - JOSH STRICKER

92 SHUTTERS WORLD VOL. 5

48

98 IMPRESSUM

George Oberlechner träumt von einer Leica... To much Rain over Paradise... Chris Polack und das perfekte Fotoshooting... Der Mann auf der Überholspur...

ZWANZIG ZOLL GIRL

20 Girls hinter den Kulissen...

In Wien ist Sommer und lacht...

DEW TOUR BALTIMORE

Es ist nicht alles Gold was glänzt...

PRODUCT PAGE

Was kaufst du dir... Justin Kosman arbeitet 50 Stunden... Wer steckt dahinter...

INHALT ZWANZIGZOLL I

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für den ReifenherFahr automat Tobias Wicke fährt nun steller Schw albe. Außerdem hat Mr. Wicke an den letzten beiden Dew Tour Stopps in Baltimore und Cleveland teilgenommen. Leider reichte es aber bei beiden Stopps nicht ganz für das Finale. Mehr dazu findet ihr in diesem Heft auf den Seiten 84-8 9 in dem Dew Tour Bericht von Bust y Wolter. Wer noch mehr über Tobi erfahren will, sollte mal bei: www.tobiaswicke.de vorbeischauen. / Der Engländer Ben Hennon ist neben Eastpak jetzt auch für Vans unter wegs. tem für Christoph Der hyperakti ve Bommel fährt seit neus natür lich auch, heißt das ind, Mank e mark Hubers Haus ernos Firma Molit Rick für dass Herr Mager nicht mehr Zudem ist Bommels rt. riskie it ndhe Gesu seine ard Stand Kong nun endlich im Signature-Knöchelschoner von King auf der ProductHeft im Handel erhältlich, Bilder gibt’s sse haben außerdem Spro und e Wick s Tobia mel, Bom . Page in Darmstadt gewondie Local Support Minir amp Challenge treten. / Ein Herr ange k wpar nen. Sie sind als Team Mello ikanische Firma amer die für en Straß die jetzt t mach us Kusk es Ende Sepwird ge zufol chten Gerü / Subrosa unsicher. epeople geben – tember eine Freecoaster-Naabe von Weth nicht mehr erleben ein Fahrgenuss, den Clint Millar so d Company aus owne Rider die für wird, da er nicht mehr l Colony läuft nämKöln unter wegs ist. Sein eigenes Labe James Steele aus lich immer besser. Neu im Team sind Den Vertr ieb von . alien Austr aus Kanada und Andy Kent ace.de. / Style Colony über nimmt in Deut schland Fastp jetzt offizifährt hen Münc aus er Wildn r Volke maschine d Sandfort Rolan wird ieht auss es ell für United. / So wie Glück. / Morgen Ende August Vater eines Mädchen. Viel Pech für alle, die Wade hat vor kurzem geheiratet, also Parano Garage n. habe net sich noch Chancen ausgerech ch prak tische Halratis quad neue eine in sind ca LaFin und nur die Anschrift le umgezogen, somit haben sich nicht dert. Die Mailgeän rn mme sondern auch die Telefonnu 2-972540 zu er0440 : unter nun ist ge Gara no Para order te muss folgende reichen. Wer bei LaFinca anrufen möch rdem haben wir Auße 590. Nummer wählen: 0440 2-911 und in der Halle Dirts paar ein Halle der vor das gehört, s ist hierzu aber uere Gena n. solle en Rampen gebaut werd zubi Tobias Held noch nicht bekannt. Übrigens hat Ex-A scher“) nun seine (Szenegängern bekannt als „der Knut

8 I ZWANZIGZOLL NEWS

nn bei LaFinca abgeAusbildung zum Großhandelskaufma das neue Label von sich t nenn Hour y schlossen. / Happ nd von Dirty Dogs schla Deut in Josh Stricker. Selbiges wird Product Page. könnt rer unse Auf . ieben vertr n ibutio Distr bewunder n. Mehr ihr sogar zwei T-Shirt von Happy Hour unter: www.dirtydogs.de plaza -ARE A241Am 4. August 2007 ist es soweit - Der Skate ren zu werden. gefah ch endli um Tore, in Plauen öffnet seine ersten Gedanken Es sind mittlerweile fast drei Jahre vom s vergangen und bis zur zu Fertigstellung des Skatepark ch vollbracht endli es dass sich, n alle Beteiligten freue Metall-Minirampe ist. Info unter: www.area241.com / Die e zu den ältesten im Friedrichshainer Volkspark zählt kurzem abgerissen vor sie e wurd r Rampen Berlins. Leide ut. / Am 25. August und es wird auch keine neue geba tstadt Tallinn der findet im Zentr um von Estlands Haup Simpel Session Summer Splash Contest statt. Der Park wird von Nate Wessel gebaut, außerdem dient das Event als eine Art Qualifikation für den Simpel Session Winter Bash in Tallinn am 25. – 27. Januar 2008. / In k Herbstcamp gediesem Jahr wird es wieder ein Mellowpar bei schlappen liegt Preis der und ber Okto 1. am s geht´ ben. Los frühe Anichst mögl Um UNG! ACHT . 179 Euro für fünf Tage Teilnehmerzahl meldung wird gebeten, da die maximale enzt ist. Also pack t auf 16 Personen pro Durchgang begr besser werden. nur kann r Wette die Badehose ein, das die unter euch denen www.teilewaage.de ist die Seite für am eigenen. Egal ob mehr am Gewicht ihres Rades liegt als ell und einfach geschn ihr t finde Dirt, Flat oder Street – hier ukten. Die 31. Ausnaue Gewichtsangaben zu fast allen Prod vor ihrer Vollendung. gabe des Soul Video Magazins steht kurz zu finden sein: Bio: darin te Inhal Es werden u. a. folgende Roadtrip und Szene Spain r, chne Lants an Steff und el Bomm ten nach seiner Mona 3 sich hat ich Wehl ias North Wales.Tob wurde mehrEr t. erhol gut ganz Kreuzband-OP schon wieder s gesichtet. / Immer Rade s seine itung Begle in ber kopfü fach e Jan Bekurz. Nichts noch nicht am Kreuzband operiert wurd n. Nach eigenen AnFahre desto trotz ist er aber kräftig am werden das Knie die ies, Muck seine auf er aut vertr gaben nntlich beim beka sich der Geier ey schon halten. / Serg Kreuzband zerstört Street Finale vom Highway to Hill das Messer und befinhat, kam vor einigen Wochen unters natürlich allen chen wüns Wir / . det sich nun in der Reha wünschen wir endweiterhin gute Besserung. Uns und euch lich mehr Sonne und weniger Regen….


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e Chef des Berliner Jens Werner ist der arbeitssüchtig auch Fußballer. Vor und -Fan Ärzte ist Er ks. Mellowpar immer versucht, das der när, Visio ein allem ist er aber auch Projekte, die er anUnmögliche möglich zu machen. An die genau das hat und e rüch Ansp ste höch er t stell schiebt, ist. Ohne heute er wo acht gebr in den Mellowpar k dorth r heutigen Form ihn würde es den Mellowpar k in seine n gehört, dass der gar nicht geben. Sicher habt ihr es scho n Werner kurz zu Herr n habe Wir Mellowpar k in Gefahr ist. heißt, dass einer der den Gerüchten befragt, in denen es eßen soll. besten Park s Europas für immer schli Was ist der Mellowpark? Offiziell sagen wir Jugend, -Sport und mit Freizeitpark den Schwerpunkten BMX und Skateboard. Für mich persönlich ist es einfach der beste Ort auf Erden. vom Mellowpar k. ept Konz das kurz Beschreibe doch bitte gen, vielleicht nur spren Ich glaube, das würde den Rahmen n die Idee entw iJahre paar ein vor wir Als . tigste das Wich selbstbestimmte für Ort einen Ziel, r ckelt haben, war unse n hat sich nicht s geFreizeitgestaltung zu schaffen. Dara erweile Wirklichkeit ändert, außer dass aus der Idee mittl geworden ist. dass der MellowWas hat es mit denn Gerüchten auf sich, soll? en werd en park geschloss nnt wurde, dass es Die Gerüchte sind entstanden, weil beka direk ten Nachbardem auf plant der gibt, tor Inves einen n. Seitdem wir baue zu n unge Wohn ige gelände hochwert obwohl dies will, auch das nick wissen, dass der Bezir k Köpe ort für den MellowStand en jetzig den wir dass utet, bede cht mehr, sondern park aufgeben müssen, ist es kein Gerü hlossen, dass der besc auch ein Alptr aum. Es wurde aber nur an einem neuen soll, en bleib lten erha k wpar Mello verschiedene AusStandort. Der Bezir k Köpenick hat uns eine kommen diese weichflächen angeboten. Bis auf nicht in Frage. Flächen aus verschiedenen Gründen k, von dem ich dstüc Grun eine s diese Darunter ist aber auch neuen Mellowpar k mir vorstellen kann, dass man dort einen Chance das fortzuentw ickeln könnte. Der hätte dann eine cht, was er heute gema dem zu k führen, was den Mellowpar dstück Potential für ist. Darüber hinaus bietet dieses Grun haben und lässt sogar das, was wir schon in unseren Köpfen alle zusammen und Für . Ideen noch Platz für weitere t das die Sache noch mach uns Für . nlich persö jeden für

Standortwechsel schw ieriger, weil die Einzigen, die einen nigen, die uns dieje auch hätten verhinder n können, sind dstück ebenen könGrun aren eichb vergl einem zu Weg den e zum bösen Spiel . nen. Für mich bedeutet das gute Mien Mellowpar k doch den für Was werdet ihr tun, wenn es gibt? k dstüc Grün s kein neue ich und bis zum Dann werden wir so lange wie mögl fen… und danach äußersten um den jetzigen Standort kämp mehr als lebennicht nur dann hen… einge e hicht in die Gesc solche Idee eine ist, ich mögl es dass diges Beispiel dafür, dafür, wie wenig die zu verw irklichen, sondern als Beweis m Land irgendInteressen von jungen Menschen in diese ndig ist. zustä tlich eigen dafür jemanden bedeuten, der Was sind eure nächsten Schr itte? räche auf hoher Derzeit führe ich mit dem Bezir k Gesp isierte Grundfavor uns von das Ebene. Darin geht es um , die mindestens ngen dingu enbe Rahm die und stück ermöglichen. Außernotwendig sind, um einen „Umzug“ zu konzept für dieses Grob ein dem entw ickeln wir gerade des Mellowpar k leben Über das um t dami um k, dstüc Grun tümern und Eigen , ikern Polit bei k, Bezir zu kämpfen…beim weiterhin wir n tiere inves t Sponsoren. Dessen ungeachte wpar k so erMello den Tag jeden man t dami , alle Kraft dort noch 100 Jahre leben kann, wie wir ihn am liebsten weiter machen würden. den Mellowpar k Was motiviert dich, an ein Projekt wie zu glauben? , die es mir ermögliEs gibt noch immer fast jeden Tag Dinge erlebe, Menschen ich die te omen en…M glaub zu chen, daran n ich teilhabe, dene an räche Gesp die ich kennen lerne, die wir zusammen Gesichter in die ich sehe und Partys, vor nachts nicht einfeier n. Außerdem kann ich nach wie legen oder davon über …zu nken schlafen, ohne nachzude bewahren können. zu träumen, wie wir uns dieses Gefühl ten motiv iert sind Was mich ganz persönlich am meis en…und auch an glaub Idee Freunde, die genauso an diese n und zu kämpfen, gebe zu alles , mich iert motiv Das . mich selbst wenn es mir mal nicht so gut geht. dich nur noch mehr Haben die neusten Vorkommnisse ? viert moti zu beantwor ten. Das ist nicht mit einem Ja oder Nein ersten Tag dem seit tlich Grundsätzlich bin ich eigen diesen Motiv ationsauf r liebe e würd und g genu iert motiv iert es auch nicht, schub verzichten. Mich persönlich motiv n zusammen Leute mit Türklinken putzen zu müssen oder ich verstehen. wirkl nicht alles das die en, müss zu arbeiten iert hat, waren die Was mich wirklich noch zusätzlich motiv n ich gesprochen Reak tionen von vielen Leuten, mit dene eite…die lese ich Webs rer unse auf äge Eintr die habe und e Fragen stelle. solch t selbs mir ich an den Tagen, an denen


Wer unterstütz t den Mellowpar k? , Unternehmen Das sind `ne ganze Menge Mens chen anfangen sie erst nicht gar will Ich en. ution und Instit verge ssen nden jema dann ich aufzuzählen. Klar, weil , dass diese Menkönnte. Vor allem glaub e ich außerdem en, weil sie jetzt schen uns nicht desw egen unter stütz weil ihnen der ern sond n, wolle hier aufge zählt werden Mello wpar k etwas bedeutet. und darf ich jetzt Oder ist das jetzt hier wie bei den Pros meine Sponsoren aufzählen? k unterstützen? Wie können unsere Leser den Mellowpar en und den komm zu er hierh Erstmal ist das Wichtigste, it besteht. Und für ichke Mögl die lange so n nutze zu Park g wohnen, haben alle, die nicht in Berlin oder Umgebun t auf dem Park… direk er wir ein Camp oder ein paar Zimm Linie wollen wir, r erste In g. lanun Tourp ste näch für eure sicher der Tag komdass ihr was davon habt, aber es wird werden. Dazu ist es men, an dem wir eure Hilfe brauchen eite in die UnterWebs rer unse auf sich n, chste am Einfa euch auf dem wir en werd Dann n. stützerliste einzutrage t ihr noch dazuLaufenden halten und außerdem könn k denk t oder was schreiben, was ihr über den Mellowpar er euch bedeutet. Wie ist es, Chef vom Mellowpar k zu sein? nden (bei BMXern Stell dir vor, wie es sich anfühlt in jema stellst du dir vor du dann Und sein. zu bt verlie s) etwa in Geld machen würhättest einen Job, den du auch ohne gäbe. Wenn du dir nicht er dest, wenn es Miete und Hung dann hast du eine st, kann en denk n mme zusa s beide das der Chef vom Melist, es wie n davo g ellun ungefähre Vorst lowpark zu sein. ende Jahr? Welche Events plant Ihr für das komm meinem LieblingsNächstes Jahr steht das Jubil äum von so nicht gegeben k wpar Mello den es das ohne baby an, Highway to Hill 10. den 2008 Mai im hätte. Wir werden eine Mellowpar k zelebrieren. Dann möchte ich gerne noch anderer für die Idee Jam machen, einen Event, der wie kein n sagt. scho e Nam der wie , des Mellowpar ks steht und fünf Jahre nach Und dann werden wir als Abschluss sche Meisterschaft dem ersten Mal hier erneut eine Deut veranstalten. wichtig für die EntIch glaube nämlich, dass eine DM rdem wollen wir Auße ist. e Szen chen deuts wicklung der nicht so viele hier wir die ohne Danke sagen…all denen, MELLOWPARK wird n. hätte t erleb ente Mom liche rgess unve ren Köpfen!!!!! weiter leben und das nicht nur in unse

10 I ZWANZIGZOLL NEWS

Flybikes – DOS Einer DVD den Titel „Zwei“ zu geben ist vielleicht nicht gerade einfallsreich, macht aber hier durchaus Sinn. Zum einen ist es nämlich das zweite Video aus dem Hause Flybikes und zum anderen besteht auch das Menü aus zwei Unterpunkten, hinter denen sich wiederum zwei Roadtrips verbergen – ein Mal Spanien und ein Mal Neuseeland. So weit so gut. Die Halbinsel bereist Fahrer, die das Land auf der iberischen Smith, Daniel Dylan r, chne Lants n Stefa sind haben, Kevin Kalkoff. und r Neye Tony hant, Piñafiel, Luke Merc views /Bios, in Inter n kurze Das Ganze beginnt erstmal mit sie an ihren die für und ellen vorst nden Reise die denen sich „Roadtrip der t komm ch Dana en. Local-Spots gefilmt wurd er eine wied tlich eigen Teil“, bei dem aber jeder Fahrer i auch, dass dabe ich fand h mdlic Befre hat. on eigene Secti Route oder zu den es keine Angaben zur abgeklapperten von einer Session an einzelnen Locations gibt – abgesehen mal alle zusammen den Urkato Trail s, bei der wenigstens bietet dieser Spasamt Insge beim Fahren zu sehen sind. , solides Radf ahnien-Trip etwa eine halbe Stunde gutes schlecht gefilmt, nicht – tions Loca chen ren an recht hübs Die Frage für ativ. innov s nder allerdings auch nicht beso macht, wenn es am Video Tourein man m waru ist, mich ever! Die Crew für Ende eigentlich gar nicht so wirkt. What aus Sergio Layos, falls jeden den Neuseeland-Trip besteht s Fuentes, Javier Jesu nez, Jime cisco Fran r, Porte Kevin al gibt es zwar Ortega, Haimona Ngata und Ruben. Diesm er keine Tourstopps keine einzelnen Parts, aber auch wied zur Länge dieser oder Angaben zur Route. Um es passend zu machen, kurz min) 15 pe (knap Reisedokumentation sehen von einigen kann ich nur Folgendes sagen: Abge eher durchschnittAktionen von Sergio und Ruben wird vielen Natur- und zu mit dazu noch – liches Niveau gezeigt ist auch dann schon Drumherumaufnahmen gespickt. Das n gibt. Zusammenalles, was es zum zweiten Teil zu sage Char me nicht absser gewi ein gefasst lässt sich DOS Videokunst wird es sprechen, doch in die Analen der BMXsicher nicht eingehen. ohne Cover) Etnie s – Grounded (Prev iew-Version en zum Glück mal wurd eo mvid s-Tea Etnie Für das neue sonst üblich. utage heutz als andere Pfade beschritten, beim Filmen auch hier dass t, verrä ann Vorsp der n Scho wurde. Dieser zieht auf künstlerischen Anspruch geachtet sowie vielen 8mm-, ern rafilt sich in Form von bunten Kame


fnahmen durch die Schwarz/Weiß- und Slowmotion-Au vielleicht Scheiße, was so t finde ganze Laufzeit. Der eine lt´s – schon weil es dem anderen (wie z. B. mir) gefäl nes-Wetter-tolle sich einfach von der Masse der schö e ist irgendwie Muck die Auch idet. Typen-Videos unter sche DVDs , wobei mir anders als bei den meis ten aktuellen ntell oder zu lahm einige Songs etwas zu zu experime s bei der AufteiEtnie lie Fami waren. Weniger mutig war ks. twer Kuns ihres lung Konzepts der RiderHier bediente man sich des guten alten z. B. Aaron Ross , dem zu Sections. Okay, bei einem Team Gerr it Byrnes, Josh n, Rube Taj, Rich, Joe , rson Hicke y Dann Sergio Layos, Brian Stricker, Adam Baker, Mike Escamila, wick usw. gehören, Kachinski, Morgan Wade, Jamie Best n lassen. Zumal die gehe durch mal n scho das man kann g umge setzt sind. Parts wirklich abwechslungsreich genu Beitr ag der Akteure Außerdem lässt auch der fahrerische jede Vorliebe gibt fast keine Wünsche offen. Für prak tisch Von technischem . unen besta zu rial es ausreichend Mate oder geschmeidigen Street über todes verachtende Gaps der nächsten Gene Trail s-Flow bis hin zu Halfpipe-Stunts Ansammlung guter en solch einer ration ist alles dabei.Bei n, wer besonder s Fahrer fällt es wirklich schwer zu sage sein Ross reitet der , Ross Herr B. z. ist Da t. heraus stich rt – hart und gehö er Texan n wie es sich für einen echte der sich ja eigentRich, Joe für gilt hes Gleic . enlos gnad dem zeigt er, dass er lich nicht mehr beweisen muss . Trotz ehen lassen kann, auss alt de immer noch einige Jungspun scht dadurch, dass erfri es Byrn it Gerr will. es er wenn t und einen Scheiß er wie immer sein eigenes Ding mach Bear beitung von Die ist. darauf gibt, was gerade „hot“ t Adam Baker. Der ist nimm über d rgrun Unte em utzig schm ert sich im Prinzip auf seinen Trail s unter wegs und kümm für diese s Terrain ei poliz auch nicht darum, was die Trend er conte streife zeigt le gesty Rum m pure Statt t. vorschreib ehen. Für Sir auss Spaß nach noch dem Lines , die aber trotz mons tröse Halfpipe Best wick wurde dagegen eigens eine großartiger Kulis se in die Wüste gezimmert, damit er vor kann. Das gefällt n stelle u Scha zur unglaubliche Stunts am Hut haben. sogar Leuten, die sons t nicht s mit Vert dann noch der gute Besonder s fett trägt zum Schluss hakt wird, spottet abge ides Wallr Ruben auf. Was da an noch deutlich unterjeder Beschreibung – unnormal wäre wirklich nur eine trieben. Die hier genannten Piloten sind und eigentlich hung Misc n bunte kleine Ausw ahl aus der enswert“. Nur reicht „seh ikat Präd das Part jeder ent verdi zieht euch diese s der Platz dafür hier leider nicht aus. Also al offiziell ereinm n dwan Video rein, wenn es dann irgen definitiv was. sst verpa tut, nicht es wer – ist nen schie

Empire – Chill Bro! Hierbei handelt es sich meiner Meinung nach um einen so genannten Grower – also um etwas, dass erst nach wiederholtem Konsum seine wahre Pracht zeigt. Als ich mir die DVD mit meinen Kumpels FlechtenMax und Emo-Dan zum ersten Mal l ange schaut habe, fiel das Urtei doch recht ernüchter nd aus. „Na ja, doll is ja nich, wa? Hätt´ ick mir echt hieß es danach erstmal. Vielleicht .“ stellt besser vorge Lobe slieder auf waren uns auch einfach schon zu viele mmen, so dass wir das neue Empire-Video zu Ohren geko rtet hatten. Das ist etwas von einem anderen Stern erwa gutes Video ist es lich ziem ein es tatsächlich nicht. Aber hichte wie mittlerauf alle Fälle. Natürlich ist die Gesc lich Street-las tig. weile ja fast alle neuen Videos ziem sagen – aber halt, nden jema da „Laaaang weilig“ höre ich arde hier vom Stapel re-G Empi nde mme besti trend die was und unter scheidet lässt, ist dann doch nicht so alltäglich Grind /Manual to la a ei itsbr sich schon etwas vom Einhe g von Chase Hawk ietun Darb die n scho Allein 80. pin/1 Bars sie den Kauf dieser ist so angenehm anzuschauen, dass ublich viel Spaß ungla ich DVD recht fertigt. Es muss wirkl ollier t durch die kontr und g flowi so man wenn en, mach chi – ein Part, der Gegend cruisen kann wie dieser Burs ublikum auf Anhieb auch bei meinem anspruchsvollen Testp nt fand ich z. B. essa inter t Rech e. sorgt ung ister für Bege nicht immer die zwar die , Lines te Kevin Porters abgedreh iches gilt natür lich schönsten sind, aber dafür selten. Ähnl mit einem Kraft akt auch für den Hustler Aaron Ross , der en Farbwahl in Sach in KP und t nach dem nächsten glänz kann man dagegen nicht s nachsteht. Von Danny Hickerson – und zwar in allen behaupten, er beherrscht Tailw hips für schnöde 15 m auch Doch n. vorstellbaren Variatione zu schade. Neben Icepickgrinds ist sich der Lange nicht Bob Scer bo, noch sind ern Fahr hnten erwä den bereits Mood y, mit Joel DVD, r diese er Dylan Smith und der Mach en sich Joe Simon, müss gen Dage eten. vertr Parts en eigen teilen. Was es da Neil Harr ington und Morgan Wade einen hrt, aber eben verke nicht so zu sehen gibt, ist auch alles ist da noch der Beend hließ Absc . gend usra hera so nicht zu empfehlen. Hier reich „Extr a Footy“ zu nennen und auch die es nicht in eckt, verst en sind einige sehenswerte Szen m auch immer. waru – n habe hafft gesc Teil lären den regu zeugt, der sollte es Wen Chill Bro! nicht auf Anhieb über hen. Vielleicht ist anse al sich mit etwas Abst and noch einm dran. was ich wirkl ing er-D Grow m diese da ja an


ion Was: Local Support The Summer Sess playgrounds.de Minir amp Contest / Hamburg / t-mobileWann: 25.-26.08. 2007 est eingeladen und Wieso: 10 Fahrer werden zum Cont t. fizier quali e sind automatisch fürs Final ren Profis, die sich weite 3 von Feld das wird nzt Ergä hsetzen können. am Freit ag in einer Open -Quali durc unge sponserten n beste den Der letzte Startplatz ist für schon einen Monat der n, sehe vorge er sfahr wuch Nach zuvor in Darmstadt ermittelt wird. anderem The Hives Zwis chen den Contest stehen unter Berlin auf der aus ooten Ohrb die und eden aus Schw Bühne. Was: POTTJAM 2 – Ruhr pott rock z

Mini, Street u. Race Contest / Skate Park

Recklinghausen

Wann: 25.08.2007 lände RecklingWieso: Auf dem ehemaligen Zechenge l

steht ein Area hausen II im Stadtteilpark Hochlarmark n sind eine Street von 8500 qm zur Verfügung. Vorhande Dirt Strecke. Fläche mit diver sen Rampen sowie eine Uhr. 11 um ist Beginn der Veranstaltung Stop Was: Playstation the Champ Series, 3 -thechampseries.de Bowl Contest / Heidenheim / playstation Wann: 08.09.2007 ist eine Contest Wieso: Die The Champ Serie s Tour

vers chiedene Tour mit vier Stopps, die jeweils in drei iplinen sind Disz e Dies sind. t eteil aufg en Disziplin der teiler, Fahr r Jede Dirt. und Park , Minir ampe Stopp Punk te. nimmt, sammelt bei jedem einzelnen ten Punk te in Wer am Ende der vier Stopps die meis p. Cham der ist hat, g der Gesamtwertun und Minir ampe Beim ersten Stopp in Lohof stand Park e Tobias Wiwurd Park in r Erste . ramm Prog auf dem Braumann us Mark sich te konn e cke, in der Minir amp s gewann Mardurchsetzen. Den zweiten Stopp in Moer kus Hampl vor Bibi u. Nicolas Bertier. Was: Battle in da Club Tour 2007, Stati

on 4

Joker / bidc. Flatland Contest / Braunschweig / Jolly

de

Wann: 14.09.2007 tution in BraunWieso: Das Jolly Joker ist eine Insti

schweigs Nachtleben. n hier schon Bekannte Musiker aus allen Genres ware ockX , u.v.m.). H-Bl s, steak Beat es, Rhym ta (Bus zu Gast dem Battle der Man darf also gespannt sein, wer nach party am Start show After 16 geladenen Fahrer auf der ! sein wird

12 I ZWANZIGZOLL NEWS

Was: Bielefeld City Jam

Park u. Vert Contest / Bielefeld

Wann: 14-16.09.2007 diesen Sommer die Wieso: Gerüchten zufolge soll noch

es zelebriert dritte Ausgabe der Bieldefeld City Gam en in verwerd Park und Vert n pline Diszi Die werden. en. etrag ausg schiedenen Klassen Was: Local Support Street Challenge

Halle Street Contest / München / Tretl ager www.t-mobile-playgrounds.de

Wann: 22.09.2007 lädt zur Local Wieso: Die Tretl ager Halle Emmering

handelt es sich Support Street Challenge ein. Hierbei ht aus drei beste Team jedes test, -Con um einen Team oder nicht! rt onse gesp teur, BMXern – egal ob Pro, Ama acle für den loObst s neue ein lt erhä rteam Siege Das sfahrer erhält die kalen BMX Spot. Der beste Nachwuch ion der Extreme Sess t T-Mobile Wildcard für die Stree in Berl in 2007 3.10. 12.-1 am nds Playgrou Was: Local Support the Street Session

Street u. Vert Contest / Berlin / Velodrom www.t-mobile-playgrounds.de

Wann: 12-13.10.2007 ort Tour findet in Wieso: Der Abschluss der Local Supp

en Berlins, dem einer der größten Veranstaltungshall n Street, Vert Velodrom statt. Auf dem Programm stehe hiedene Konversc noch sind rdem Auße . und Best Trick zerte gepl ant. Was: BMX Contest Ulm 2007

Street u. Mini Contest / Ulm / Reithalle www.ulmcontest.de Wann: 20.-21.10. 2007

preise in den Wieso: Gefahren wird um Geld- und Sach gibt es eine Parbend staga Sam Am B. und A sen Klas nfrühstück. Für ty mit Livebands und am Sonntag Halle rgt. Über nachtungsmöglichkeiten wird geso Was: bcrossionale/ Parano*Garage Aden

tsjam

Video Contest/ Aurich / Skate Hall Auric www.bcrossionale.de

h

Wann: 01.12 .2007 no Garage AdWieso: Die bcrossionale und der Para .

hen Datum statt ventsjam finden diese Jahr am gleic aus den Ein2007 auch wird Wie schon im vorigen Jahr tenpreis produsendungen eine DVD zum Selbstkos ltlich sein wird. ziert, welche dann im Fachhandel erhä


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Ich bin kein Trainierer,

ich hatte auch nie das Ziel, einen Sponsor zu bekommen. Fotos: david ulrich I interview: Hans friedrich & Sven Gruber

Wir befinden uns im Feuermelder, einer absolut typischen Punkrockkneipe in Berlins Mitte. Gute Musik, 2 Euro für ein Bier, keine Spießer und ein erstaunlich niedriger „Aufdie-Fresse-Faktor“. Wie es ein Berliner Stadtmagazin in einem Kneipentest ausdrückte, machen diese Fakten den Laden zu einem beliebten Domizil. Es ist brechend voll, rechts von mir sitzt Zwanzig Zoll-Praktikant Sven „Fetzi“ Gruber und mir gegenüber der sagenumwobene Björn Elvering. Gerade haben wir unser zweites Bier gekillt und Björn wird langsam etwas lockerer. Das ist auch gut so, denn Björn ist gewiss nicht der Typ Mensch, der viel redet, was ich persönlich sehr sympathisch finde. Aber für ein Interview ist das erfahrungsgemäß nicht sehr praktisch. Nach zwei weiteren Bier und einem Kurzen scheint Sven ganz gut versorgt zu sein. Herr Elvering hingegen ent wickelt sich für seine Verhältnisse zu einer richtigen Plaudertasche. Jetzt ist der perfekte Moment gekommen. Ich krame mein Diktiergerät raus, spule das Tape zurück und drücke den Knopf für Aufnahme.

Als erstes stell dich doch bitte kurz vor? Ich heiße Björn Elvering, bin 25, ledig und wohne nun seit 4 1/2 Jahren in Berlin. Wir haben bei unserer Recherche zu diesem Interview eine menge Gerüchte über dich gehört. Was hälst du von dem Gerücht, dass du nicht hinfällst, weil du so groSS bist und deswegen immer über den Lenker absteigen kannst? Das höre ich öfters, gerade beim Nosemanuals Üben ist meine Größe bestimmt von Vorteil. Ich kann halt besser über den Lenker absteigen. Das ich nicht oft hinfalle oder mich selten verletze liegt aber nicht an meiner Körpergröße, sondern eher daran, dass ich schon öfter hingefallen bin und mittlerweile weiß, wie man sich abfangen kann. Du würdest also schon sagen, dass du ein professioneller Hinfaller bist. Ich versuche es zu vermeiden, aber ich habe es drauf mit dem Fallen. Street-Fahrer tragen ja eher selten Schoner, wie ist es bei dir mit Schonern? Schienbeinschoner trage ich immer, das sind auch die einzigen Schoner die mich beim Fahren überhaupt nicht beeinflussen. Und wenn ich doch mal keine trage, rächt sich das meistens sofort.»»»

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Und Helm, schon jemals einen auf gehabt, besitzt du überhaupt einen? Ja, ich besitze einen Helm und wenn ich muss, beispielsweise in irgendwelchen Hallen, dann setze ich ihn auch auf. Jedoch fahre ich eigentlich fast nur Street. Dabei ist es völlig unpraktisch, die ganze Zeit einen Helm mit sich herum zu schleppen. Ich bin auch einfach nicht daran gewöhnt, mit Helm zu fahren, aber gerade Anfängern würde ich auf jeden Fall empfehlen, einen zu tragen. Ich finde es auch nicht schlimm, wenn jemand mit Helm Street fährt, aber für mich ist es einfach nur ungewohnt und deswegen setze ich meist keinen auf. Welche Verletzungen hattest du schon? Letztes Jahr war ein schlechtes Jahr. Ich hatte einen Bänderriss im Fuß und 2 Monate später habe ich mir den Mittelhandknochen gebrochen, das war nicht so gut. Den Daumen hatte ich mir auch mal gebrochen, ansonsten habe ich öfter mal was mit den Bändern an Knie- und Fußgelenken. Aber eigentlich bin ich bis jetzt immer ganz gut davon gekommen. Das Schlimmste war in der Beziehung mit Sicherheit das letzte Jahr. Woher nimmst du deine Motivation? Die Leute mit denen ich fahre motivieren mich und BMX ist eben das, was ich am liebsten mache. Da kommt die Motivation von ganz alleine. Motiviert es dich noch mehr wenn eine Kamera dabei steht? Ja, irgendwie ist das gut wenn eine Kamera dabei ist. Da sagt man sich gerade bei großen Sachen eher „Du musst das jetzt machen“. Ansonsten denk ich mir oft „Egal, der Spot ist morgen auch noch da.“ Bevor ich filmen oder fotografieren gehe, suche ich mir auch immer ein paar Missionen raus, die ich sonst vielleicht nicht machen würde. Verfolgst du irgendein Ziel beim fahren? Ich bin kein Trainierer. Ich hatte auch nie das Ziel, einen Sponsor zu bekommen. Einfach nur rum fahren, Spots suchen und hier und da mal einen Trick machen, mehr brauche ich nicht.»»»

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Wie ist es mit Contest, hast du schon einmal an einem teilgenommen oder kommt das nicht in Frage? Bis jetzt bin ich nur den Roadstar Jam in der Skatehalle Berlin mitgefahren. Das war aber irgendwie kein richtiger Contest, sondern wie der Name schon sagt eher ein Jam. Dieses ganze Contest Ding passt auch absolut nicht in mein Bild von BMX. Um dieses erfolgsorientierte ich-will-jetzt-gewinnen-Prinzip geht es für mich nicht. Ich will nicht besser sein als jemand anderes, mir geht es eher um das Miteinander als um das Gegeneinander. Es gibt Leute, die behaupten du wärst die deutsche Antwort auf Edwin Delarosa und Aaron Ross, was sagst du dazu? Von Aaron Ross und Edwin Delarosa bin ich Meilen weit entfernt. Aaron Ross fährt auf eine ganz andere Art BMX, als ich es tue. Von Edwin Delarosa habe ich mir ehrlich gesagt schon ein paar Sachen abgeschaut, aber seinen Fahrstil kann man auch nicht unbedingt mit meinem vergleichen. Er ist mir auf jeden Fall ein Vorbild für manche Tricks. Ich mochte auch schon immer die ganzen Video-Parts von ihm. Aber ich will mich nicht darauf versteifen, so zu fahren wie er. Mit Sicherheit ist es eine Ehre, mit solchen Fahrern verglichen zu werden, ich denke aber nicht, dass es realistisch ist. Hast du schon mal einen Fahrer kopiert? Ich kopiere eigentlich nur, es gibt aber meiner Meinung nach auch nur eine Hand voll Leute, die mal was wirklich Neues probieren. Den Style von einem bestimmten Fahrer habe ich aber noch nie versucht zu kopieren. Ich habe meinen eigenen Style und es wär auch unsinnig, den künstlich verändern zu wollen.»»»

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In deinen Anfangszeiten bist du sehr viel mit Sk8tern gefahren. hat das dein Fahren beeinflusst? Ich weiß nicht, vielleicht schon?! Damals bin ich durch die Skater sehr viel an Skate- und Streetspots gefahren und vielleicht deshalb zum Curb-Fahrer mutiert. Ich war nun einmal der einzige BMXer in meiner Heimatstadt Warendorf. Was hältst du davon, wenn Street-Fahrer ihre Spots geheim halten? Das ist eine schwierige Frage. Es gibt da eine schöne Rollstuhlrampe mit Railhop, die Oliver Flohr gefunden hat. Die hab ich dem Stricker z. B. noch nicht gezeigt, obwohl er damit bestimmt was anzufangen wüsste. Aber ich will das auf jeden Fall zuerst machen. Es kommt halt auch immer auf den Spot an. Es gibt ja bekanntlich Security oder nervige Anwohner und wenn dann öfter Leute an dem Spot sind, kann es passieren, dass dem Fahren mit Hilfe von Skate-Stoppern ein Riegel vorgeschoben wird. Ansonsten kenne ich persönlich keinen Grund, irgendeinen Streetspot geheim zu halten. Früher fuhr man als BMXer einfach alles. Was hältst du davon, dass sich einige BMXer auf nur eine Disziplin versteifen und zählst du selber dazu? Ich finde jeder sollte immer das tun, was er am liebsten mag. Wenn jetzt jemand nur Street fahren will, dann soll er das machen. Ich fahre auch gerne Dirt, auch wenn ich das nicht so gut kann. Falls mich irgendwer zu einer Minirampe schleift, dann rolle ich da auch gerne ein wenig. Natürlich ist es blöd, sich zu versteifen und keine offenen Augen für andere Sachen zu haben. Das ist aber im ganzen Leben so, wer beschränkt denkt und nicht nach links und rechts schaut, verpasst ddie Hälfte. Ich verstehe auch die Fahrer nicht, die sagen: „Ich bin Street, ich fahre aus Prinzip keine Transitions“. Da könnte man denken, die können einfach nicht Rampe fahren und versuchen das mit solchen Sprüchen schlecht zu machen. Warum macht keiner mehr Crankflips? Ja keine Ahnung, 180° Crankflip oder 360° Crankflip sind schon coole Tricks, aber einfach nur Crankflip ist ziemlich langweilig. Ich habe die sehr schnell gelernt und dann auch sehr oft gemacht. Eines Tages hatte ich aber keinen Bock mehr auf den Trick, ich glaube so erging es vielen. Irgendwie hat der Barspin auch den Crankflip ersetzt. Barspinn ist also der neue Crankflip? Für mich schon.

bin ich mit ein paar Freunden vom Street fahren nach Hause gekommen. In der Strasse wo ich wohne ist ein kleiner bunter Kiosk und davor standen so ein paar Aggro-Berlin Ghetto-Kids. Sie hatten vor lauter Langeweile schon die Telefonzelle vor dem Kiosk zerlegt und schienen noch immer ziemlich gelangweilt zu sein. Wir sind da also mit unseren BMX-Rädern vorbei und ich schätze mal, dass wir so kleine Fahrräder hatten war schon Grund genug, uns blöde anzumachen. Die Anderen sind dann weiter in Richtung Heimat und ich bin direkt zu meiner Wohnung gefahren. Die Spinner hatten natürlich nichts Besseres zu tun, als mich zu verfolgen. Genau vor meiner Wohnungstür haben sie mich dann sozusagen gestellt. Da ging es schon los, total ohne Grund. Mit der einen Hand habe ich mein Fahrrad festgehalten und von der andern Seite hagelte es Schläge. Ich konnte noch nicht einmal einen Schlag zurückgeben. Da hatte ich auf jeden Fall richtig Angst. (Anm. d. Red.: Man bedenke, Björn ist locker 1,90 cm groß und wiegt bestimmt 80 Kilo. Die Ghetto-Kids in Berlin sind wirklich gefährlich und haben vor nichts Respekt. Egal wie alt die Vögel sind, kommt denen nicht blöde.) Sind BMXer weniger aggressiv? Also, die BMXer die ich kenne sind alles andere als aggressiv. Wenn ich nicht gut drauf bin, dann setze ich mich auf mein Fahrrad und fahre los, da kann ich abschalten und dadurch auch einiges an negativen Energien kompensieren. Halten BMXer mehr Schmerzen aus als andere? Ich denke man ist als BMXer mehr an Schmerzen gewöhnt, aber das Schmerzempfinden ist das gleiche wie bei andern Menschen auch. BMXer können vielleicht dadurch, dass sie so häufig Schmerzen haben einfach besser damit umgehen. Wenn es um Konsum geht ziehst du da eher das Rauchen oder das Trinken vor. Wenn ich alleine bin rauche ich auch gerne mal einen, aber wenn ich abends ausgehe gibt es für mich nichts Schlimmeres, als bekifft zu sein. Dann sitze ich nur alleine in der Ecke rum und bin unfähig ein Gespräch zu führen. Da ziehe ich also eher Trinken vor. Und wenn du dich entscheiden müsstest? Dann würde ich Bier rauchen.

MTB und Street- bzw. Park-fahren, was hältst du davon? In meinem Kopf gehören Mountainbikes in die Berge. Ich finde es ziemlich blöd, mit dem MTB Street zu fahren, weil es mit einem BMX doch viel besser geht. Aber egal, wenn die das machen wollen, dann sind sie selber schuld.

Stell dir vor du würdest nicht BMX fahren, welchen Sport würdest du wählen? Mein ganzes Leben ist mit BMX verknüpft. Deswegen ist es schwer zu sagen, was ich machen würde. Bestimmt etwas, das mit Adrenalin zu tun hat. Fallschirmspringen, da hätte ich Bock drauf, irgendetwas mit Aktion. Doch ganz realistisch betrachtet, würde ich bestimmt Skateboard fahren.

wann hattest du das letzte Mal Angst ohne das es was mit BMX zu tun hatte? Vor etwa zwei Monaten, in einer der ersten warmen Sommer Nächte,

also Dasselbe in Grün? Ja genau, dasselbe nur in uncool. Haha

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Du kommst ja ursprünglich aus Warendorf. War es eine groSSe Umstellung für dich, von deiner relativ kleinen Heimatstadt in eine so groSSe Stadt wie Berlin zu ziehen? So eine große Umstellung war es gar nicht, das kam alles Schritt für Schritt. Ich habe die ganze Berliner Szene auch erst nach und nach kennen gelernt. Mittlerweile ist es natürlich ein ganz anderes Gefühl, hier zu leben. Ich muss nur anrufen und irgendjemand hat immer Zeit. Ich kann jeden Tag mit jemand anderem Street fahren gehen und andere Spots fahren. Die Umstellung ist mir auch keinesfalls schwer gefallen. Was war der Hauptgrund für dich, nach Berlin zu ziehen? Nach dem Abi musste ich natürlich Zivildienst machen und ich wollte den Dienst nicht in Warendorf ableisten. Weil Berlin für mich die interessanteste Stadt in Deutschland ist, bin ich halt hier hängen geblieben. Ganz ehrlich gesagt war der Hauptgrund her zu ziehen, dass Berlin viel mehr Möglichkeiten bietet – vor allem BMX-technisch. Berlin ist so groß, du kannst immer wieder etwas Neues entdecken, keiner kennt ganz Berlin. Was macht Berlin für dich zur Hauptstadt? Es gibt kaum eine Stadt, in der man so viel machen kann. Was ist heute für ein Tag? Dienstag… Man könnte jetzt z. B. in einen der zahlreichen Berliner Clubs gehen, ein Interview machen oder sich eine Ausstellung anschauen. Konsumtechnisch hat man hier alles, was man sich vorstellen kann. Es gibt so viel Möglichkeiten, da weiß man gar nicht, was man als Erstes machen soll. Wie würdest du die Berliner Szene beschreiben? Ich habe schon das Gefühl, dass es in Berlin verschiedene Gruppen von BMXern gibt, die nicht viel miteinander zu tun haben. Beispielsweise die Leute vom Mellowpark wären für mich eine Gruppe oder die Trailsfahrer. Als ich hierher gezogen bin, gab es auch noch viele verschiedene Grüppchen, die Street gefahren sind. Ich finde momentan

wächst aber besonders die Street-Szene immer mehr zusammen. Vielleicht gerade auch durch Leute, die von außerhalb nach Berlin ziehen. Insgesamt rauft sich die Berliner Szene immer mehr zusammen. So empfinde ich das zumindest. Wie kam es dazu, dass du 4 Semester Architektur studiert hast und warum hast du das Studium abgebrochen? Mehr oder weniger kam da eins zum anderen. Nach der Schule habe ich eine Ausbildung zum Bauzeichner gemacht. Als ich fertig war habe ich noch ein Fachabitur Bauingenieurwesen drangehangen. Nach dem Zivildienst bewarb ich mich für ein Architektur Studium hier in Berlin und bekam auch direkt einen Studienplatz. Doch irgendwann merkte ich, dass ich mich darauf nicht zu 100% konzentrieren konnte und wollte. Bei der Architektur ist genau das aber sehr wichtig, man muss da voll hinterher sein und das mit Leib und Seele machen. Das war bei mir aber nie wirklich so. Dann bin ich immer seltener hingegangen und irgendwann musste ich einsehen, dass es keinen Sinn mehr macht, weiter Architektur zu studieren. Es war halt nicht das Richtige für mich. Außerdem findet man als Architekt nur schwer einen Job. Mittlerweile habe ich angefangen, Maschinenbau zu studieren. Bist du so ein Typ, der auch mal einen Arschtritt braucht? Auf jeden Fall. Das ist auch eins meiner größten Probleme. Obendrein fällt es mir ziemlich schwer, Entscheidungen zu treffen. Bekommt man vom studieren graue Haare? Ich schon, seit einem Jahr bekomme ich immer mehr davon. Mein Vater war mit 32 komplett grau und ich denke das steht mir auch bevor…außerdem macht das Männer ja bekanntlich interessant. Wenn du die Wahl hast, graue Haare oder Haarausfall? Na dann lieber graue Haare. Zum Abschluss gibt es hier nicht die üblichen Danksagungen, sondern einen kleinen Dialog zwischen Björn und Sven zum Thema Haarausfall. Björn: Boha, ich hab schon so viele graue Haare, letztens war ich beim Friseur, das war voll der Horror. Sven: Dafür bin ich der Haarausfall-Typ. Björn: Aha, so wie Tommy. Sven : Richtig, ich hab das mütterlicherseits geerbt. Björn: Ich väterlicherseits. Sven: Also ich hab’s nicht nur oben auf der Platte sonder einfach überall. Natürlicher Haarausfall heißt das beim Hautarzt. Björn: Haarausfall habe ich nicht, ich krieg nur weiße Haare. Aber ob das jetzt am studieren liegt? Ich denke einfach zu viel nach. Sven: Du bist also ein gemeiner Denker. Björn: Ich bin ein Denker, aber es kommt immer zu wenig dabei raus. Sven: Wenn man ein gemeiner Denker ist, dann ist man halt einer, da kommt nie viel bei raus.«««

Steckbrief: Name/ Spitzname: Björn Elvering/Race (klingt komisch, ist aber so) Geburtstag: 21.08.1981 Wohnort: Kreuzberg Haarfarbe: noch blond Augenfarbe: blau GröSSe: 1.90 Gewicht: 85kg, aber wen interessiert das? SchuhgröSSe: 46 Jahre auf dem Rad: 13? Sponsoren: WeThePeople, The Shadow Conspiracy, Happy Hour Schon mal ein Mädchen ein Handrail rutschen sehen? Nee, du oder was???? Lieblingstier? Knut der Eisbär. Was haben Knut und du gemeinsam? Ich bin mindestens genauso faul. Ich will dein Freund sein, was muss ich machen? Ähh, jeder der mir ein Bier ausgibt, darf mein Freund sein. Gibt es echte Männerfreundschaft nur unter Street-Fahrern? Ja, natürlich. Deine Definition von Freundschaft? Geld, Sex und das man untereinander offen ist. Ansprüche an die Atmosphäre beim Fahren? Es ist immer schlecht, wenn es zu erfolgsorientiert ist und zu wenig darum geht, Spaß zu haben. Stell dir vor du könntest für den Rest deines Lebens nur noch drei Tricks, welche wären das? 360°, Barspin und Icepickgrind. Welches Teil an deinem Fahrrad geht am häufigsten kaputt? Mein Hinterrad, das könnte aber auch daran liegen, dass ich zu faul bin, es regelmäßig zu zentrieren.Gesundheit ist...? Für mich, wenn ich Rad fahren kann. Dein Leben mit 60? Ich sitze den ganzen Tag auf einer Parkbank und schreie Jugendliche an. LARS BJÖRN FALKENBERG ELVERING INTERVIEW INTERVIEWZWANZIGZOLL ZWANZIGZOLL I

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Liebe BMXler! Wir sind DER EINE und der kleine, machen meistens Spaß auf irgendwelchen Bühnen und nennen das ganze Highspeedlausbubenpunkrockcomedy. Auch diesen Mal haben wir uns wieder auf die Fahne geschrieben, euch ein bisschen von der Welt zu erzählen, die euch völlig unbekannt ist. Also von der wirklichen Welt. Und die wirkliche Welt geht kaputt. Das ist ein Fakt. Also wahrscheinlich. Wir können vielleicht noch vier- oder fünftausend Jahre so weitermachen, dann sollten wir aber schleunigst radikal umdenken. Schließlich wollen wir den nächsten außerirdischen Invasoren einen gepflegten Planeten hinterlassen. Und gerade ihr als junge Generation habt geradezu die Pflicht, euer Leben ein für alle Mal umzustellen. Wir wäre es denn zum Beispiel, wenn ihr hin und wieder auch mal Rad fahren würdet. Ja, jetzt lacht ihr, weil ihr denkt, Radfahren ist nur was für Rentner und ungewaschene Hippies. Aber das stimmt nicht. Ich kenne selber ein paar Leute, die viel Rad fahren. Gut, das sind Idioten, die ich zum Glück lange nicht mehr gesehen habe, aber sie sind immerhin umweltfreundlich, denn sie produzieren weniger CO2. CO2 klingt jetzt wie ´ne leckere Haschischsorte aus Moldawien, ist aber eigentlich was ganz böses. Schließlich sind CO2 und George W. Bush die besten Freunde. Vor ein paar Monaten gab´s dieses CO2 noch nicht, aber plötzlich ist es einfach da. Haben wahrscheinlich ein paar dicke Deutsche aus Thailand eingeschleppt. Und jetzt müsst ihr euch gefälligst kümmern. Wichtig ist es zum Beispiel, so schnell wie möglich die Halfpipes und Rampen bei euch abzubauen. Denn was passiert? Irgendein Sprung-Legastheniker fällt ja immer auf die Fresse. So, dann liegt er da und jault, alle kommen natürlich angelaufen, eine Menschenmasse entsteht und was macht eine Menschenmasse? Sauerstoff verbrauchen und CO2 produzieren!

22 I ZWANZIGZOLL DER EINE UND DER KLEINE

Dann muss der Krankenwagen ausrücken, der fährt auch nicht mit Himbeerbrause, im Krankenhaus wird das Opfer mit Chemikalien voll gestopft, verrottet also später schlechter und die Krankenkasse muss das abrechnen und verbraucht Strom und den halben Regenwald an Formularen. Das ist sicher nicht in eurem Sinne. Dann zu euren BMX-Bikes. Das kann natürlich nicht so gedankenlos weiter gehen. Braucht ihr wirklich einen Schlauch UND einen Mantel? Und das auch noch jeweils vorn und hinten? Müsst ihr wirklich mit Öl schmieren? (Merke: Eine Fahrradkette kann schon die ganze Nordsee umkippen lassen. Ein geschmierter Zahnkranz entspricht 13 veralteten Bohrinseln und einem Tankerunglück). Greift deshalb lieber zu Bach-Nelkenwurz Öl von BIOBIO. Damit könnt ihr an jedem subventionierten Kohleheizwerk entlang fahren, es riecht immer schön nach Blumenwiese. Ja, es ist ein schönes Gefühl, etwas zu tun. Aber es reicht noch nicht. Manchmal kehre ich gern in den ein oder anderen BMX-Park ein, um gepflegt mein Wasser abzuschlagen. Und während ich da so stehe und mich erleichtere, höre ich immer dieselben Sachen aus euren Boxen plärren: MXNOPXFX und wie diese alternativen GeräteschuppenBands da alle heißen. Und die singen alle englisch. Das heißt, diese Musik muss extra aus den USA eingeflogen werden. Das sind bestimmt mehr als 70 Kilometer! Und was haben wir heute schon über Himbeerbrause gelernt? Richtig, Flugzeuge fliegen damit auch nicht. Eine Umfrage hat ergeben, dass 60% der Jugendlichen in Brandenburg Musik aus der Region hören! Und nicht nur das, um Wasser zu sparen, haben die sich alle die Haare abrasiert. Die sehen aus wie die größten Hackfressen der Nation, natürlich, aber sie tun etwas für ihren braunen Lebensraum. Also, Freunde, jeder von uns kann etwas tun. Es sei denn, er ist Konzernbesitzer.


Besonders durch den enormen Fortschritt der Technik hat sich in der großen Welt der Fotografie in den letzten Jahren so einiges getan. Die Digitalkamera hat der analogen Technik den Kampf angesagt, mehr als jeder noch so einfache analoge Fotoapparat hat sie das Fotografieren erleichtert und der breiten Masse näher gebracht. Im Zeitalter der Digitalisierung gibt es nur noch wenige Fotografen, die sich in eine stickige Dunkelkammer stellen, um ihre Bilder zu entwickeln. Betrachtet man z. B. die rasende Entwicklung von Foto-Handys, so versteht man schnell, warum in der Vergangenheit so viele Fotolabore dicht gemacht haben. Durch die digitale Technik braucht man sich keine Gedanken mehr zu machen, wie viel z. B. das Entwickeln von 100 Photos kostet. Man kann einfach drauf los knipsen und sich das Ergebnis direkt danach mit seinen Kumpels anschauen. Beobachtet mal bei einem größeren Contest wie viele Leute mit dem Handy vor der Nase in der ersten Reihe stehen und versuchen, ein Foto zu machen. Ein herrlicher Anblick, der mich immer wieder aufs neue an ein Bushido Konzert erinnert. Welche Vor- und Nachteile die analoge oder digitale Fotografie hat, wollen wir hier aber gar nicht herausstellen. Hier geht es um fünf junge Herren, die durch BMX zur Fotografie gefunden haben. Ihr Herz schlägt für große Jungs auf kleinen Rädern, aber überleben können sie von der BMX-Fotografie nicht. Sie kommen aus Japan, Ungarn, Österreich, Australien und Amerika. Alle Fünf sind aktive BMXer und versuchen dieses Lebensgefühl mit Hilfe ihrer Bilder, an Dritte zu vermitteln. Wir haben die fünf Herren interviewt und sie gebeten, uns ihre vier besten Arbeiten zur Veröffentlichung zu schicken. Diese Interviews gepaart mit den erwähnten Bildern sind über das gesamte Heft verteilt. Auch um im übertragenen Sinn darzustellen, das die Herren, die wir euch vorstellen, über den gesamten Globus verstreut leben. Aber genug geschwafelt, ICH WÜNSCHE EUCH VIEL SPASS BEI DEM

ERSTEN PORTFOLIO. DEN ANFANG MACHT GEORG OBERLECHNER.

GEORG OBERLECHNER IST 22, LEBT IN WIEN UND FOTOGRAFIERT SEIT 6 JAHREN. ER IST DURCH UND DURCH AUTODIDAKT UND EINES SEINER BILDER ZIERTE SCHON DAS COVER DES DIG-MAGAZINE. NACHTS TRÄUMT ER VON EINER LEICA M6 IN SCHLANGENLEDER UND WIE FAST ALLE FOTOGRAFEN IST ER EIN ABSOLUTER TECHNIKFREAK.

DO CHATSAKOS, Halfcab Whip in die Belvedere Bank

WANN UND WIE HAT ES BEI DIR MIT DEM FOTOGRAFIEREN ANGEFANGEN? Vor einigen Jahren habe ich meine erste eigene Kamera geschenkt bekommen.Ich war damals sehr technikbegeistert und fand das alles sehr faszinierend. WIE BIST DU ZUR BMX-FOTOGRAFIE GEKOMMEN? Ich habe vor ca. 6 Jahren damit begonnen, meine Freunde während unserer Flatland-Sessions zu fotografieren. Mit dem entstandenen Material haben wir dann unsere ersten Homepages erstellt. Ich wünschte, ich hätte noch mehr Bilder aus dieser Zeit, haha. GIBT ES FOTOGRAFEN, DIE DICH INSPIRIEREN? Anfangs haben mich manche Reportage-FotografInnen sehr beeindruckt, so wie beispielsweise Henri Cartier Bresson oder andere Magnum-FotografInnen. Momentan interessiere ich mich besonders für Walter Niedermayer oder für Arbeiten der Becher-Schüler, wie z. B. Thomas Ruff oder Candida Höfer. BMX-mäßig war ich zu Beginn ein großer Bewunderer der Fotos von Manu Sanz. Es gibt heute einige gute BMX-Fotografen, aber trotzdem fällt es mir momentan etwas schwer, mich durch BMX-Fotografie inspirieren zu lassen.

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BIST DU EIN AUTODIDAKT ODER HAST DU DICH DURCH EIN STUDIUM ETC. WEITERGEBILDET? An sich bin ich Autodidakt, allerdings besuche ich seit knapp einem Jahr eine Klasse in Wien, jedoch weniger zur technischen Weiterbildung als zur Möglichkeit, die Arbeiten mit anderen KollegInnen zu diskutieren. Mein Zugang zur Fotografie hat sich dadurch auf jeden Fall geändert und das ist ein spannender Prozess. Außerdem arbeite ich nebenbei als Fotoassistent. Da habe ich auf jeden Fall eine Menge dazugelernt. KANNST DU VOM FOTOGRAFIEREN DEINEN LEBENSUNTERHALT BESTREITEN? Klar, letztens habe ich für ein Dig-Cover Wertpapiere in Millionenhöhe bekommen. Das zahlt sich aus. WIE VIELE BILDER HAST DU IM LETZTEN JAHR GESCHOSSEN? Hm, würde ich digital fotografieren, bräuchte ich jetzt nur auf irgendeine Indexnummer zu schauen. So kann ich das leider nicht beantworten, aber ich glaube, dass ich nicht faul war. WENN MAN DEINEN FOTOKOFFER ÖFFNET, WAS FINDET MAN DORT? Bronica SQ-A mit ein paar Objektiven, Mamiya 7 mit ein paar Objektiven. Eine Hand voll Vivitar 285 und ein Norman 400B. Manchmal auch eine 4x5“ Laufbodenkamera oder eine FM2. Irgendwo liegt auch eine verstaubte Digitalkamera. STELL DIR VOR DU HÄTTEST ZWEI STUNDEN IN DEINEM FAVORISIERTEN FOTOLADEN UND ALLES OHNE BEZAHLUNG. WAS WÜRDEST DU MITNEHMEN? Nur die goldene Leica M6 mit Schlangenleder-Finish. Time to shine!

LINKS: GINGA, 2006 RECHTS: GEIRATA,

Lawnmower an Wiens bester Streetquarter

ZU WELCHEN ORTEN HAT DICH DAS FOTOGRAFIEREN SCHON GEBRACHT? Durch das Fotografieren bin ich schon an einige sehr schöne und auch spannende Orte gelangt. Dafür bin ich sehr dankbar und ich hoffe, dass die Reise noch andauern wird! WO WÜRDEST DU GERN MAL EIN FOTOSHOOTING HABEN? Es gibt so viele spannende Orte, die ich gerne noch besuchen möchte. WENN DU NUR NOCH 5 TEILE VON DEINEM EQUIPMENT VERWENDEN DÜRFTEST, FÜR WELCHE TEILE WÜRDEST DU DICH ENTSCHEIDEN. Mein Rad, mp3-Player, Flickzeug, FM2 und eine Rolle TriX.

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Tokyo Alley Diptychon

WAS MÜSSTE NOCH ERFUNDEN WERDEN, UM DAS FOTOGRAFIEREN ZU OPTIMIEREN? Gefahrlose halluzinogene Drogen. WELCHE VOR- UND NACHTEILE HAT FÜR DICH DIE DIGITALE FOTOGRAFIE? Ich möchte gar nicht probieren, diesbezüglich rational zu argumentieren. Jedem das Seine. Es gibt auf jeden Fall in beiden Medien Personen, die großartige Arbeiten veröffentlichen. WAS FOTOGRAFIERST DU NOCH AUSSER BMX? Ich würde gerne mehr interessante Fotos von Menschen machen. Das stellt eine große Herausforderung für mich dar. Architektur und Raum reizt mich momentan auch sehr. WAS MACHT FÜR DICH EIN GUTES FOTO AUS? Ich finde es toll, wenn Mensch ein Foto über einen langen Zeitraum immer wieder ansehen kann, ohne dass es seine inspirierende Wirkung verliert. GIBT ES TRICKS DIE DU BESONDERS GERNE FOTOGRAFIERST? Bumpjumps und Tyregrabs. IST DIR BEI EINEM SHOOTING EINMAL ETWAS WERTVOLLES ZU BRUCH GEGANGEN? Da hatte ich bisher eher Glück. Immer wieder fährt jemand in einen Blitz, aber das ist leider kaum zu verhindern. Die Gefahr sehe ich eher in meiner eigenen Tollpatschigkeit, haha.

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Liam Elthan war einer der Letzten, die den Kurs fahren konnten, bevor der große Regen kam. Alley oop Lookback vor der ländlichen Kulisse Devons.

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to much rain over paradise Text: Sascha Richter & Viktor Strasse | Fotos: Viktor Strasse

Über das World Wide Web konnte man im Vorfeld schon einiges vom im letzten Jahr gebauten Testkurs des Empire of Dirt sehen. Riesige Wallrides hier und noch größere Hügel dort. Die Forte-Brüder sahen da fast ein wenig verloren aus, wenn sie in eisiger Höhe durch die Wallrides sausten und über die nicht enden wollenden Hügel segelten. Auf jeden Fall versprach es, ein Spektakel der Extraklasse zu werden und präsentierte sich als „First ever BMX Slopestyle Contest“ – warum auch nicht?! Der Termin stand also seit längerer Zeit fest und die Starterliste wuchs und wuchs.

„...die Ritter der Tafelrunde...“ Mittwoch früh machte sich dann der erste Teil der Berliner Reisegruppe auf den Weg Richtung Newton Abbot. Diese Weltstadt – äähh stopp – Kleinstadt in der Region Devon liegt 150 Meilen südwestlich von Bristol, was wiederum 200 Meilen westlich von London zu finden ist. Kurzum, wir fuhren dahin wo sich Fuchs und Igel gute Nacht sagen. Schon bei der Ankunft in London verhießen dicke, tief hängende Wolken nichts Gutes, aber 350 Meilen weiter im Südwesten des Landes würde bestimmt das gewünschte Bilderbuchwetter auf uns warten. Das menschliche Navigationssystem Alex lotste uns dann direkt zum Ort des Geschehens, wo es rein wettertechnisch auch nicht besser aussah, aber es war ja noch nicht aller Tage Abend und der Contest sollte auch erst in zwei Tagen beginnen. Nun gut, als erstes inspizierten wir das Gelände inmitten Devons idyllischer Hügellandschaft. Da stand ich nun mit meinem kleinen Rad und musste erst einmal einen Drop bezwingen, bei dem man wahlweise auch an einem Rail runterrutschen konnte. Dann kamen ein paar „reine“ Dirthügel inklusive Steilkurven, die weiter in Richtung Dirtpipe führten. Nun wurde es langsam knifflig, denn es folgten die überdimensionierten Curved-Wallrides, einer rechts- und einer linksrum. Waren diese Hindernisse genommen, schoss man mit Geschwindigkeiten von 100 Meilen pro Stunde der Spine entgegen – aber Achtung, die stand auf einem Plateau.»»»

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Da musste man also erst drauf- und auch wieder runterspringen. Danach hieß es erstmal aufatmen. Jetzt nur noch auf das nächste Plateau springen oder wieder per Rail hoch und dann nur noch einen Hügel bewältigen, bevor man sich auf die ZielCorner zu bewegte. Selbige erinnerte von den Größenverhältnissen allerdings schon sehr an Snowboardobstacles. Das Ganze funktionierte natürlich ohne ein Mal zu treten, denn vom Start bis zum Ziel wurden dann doch einige Höhenmeter überwunden. Endlich unten angekommen, war ich ehrlich gesagt ziemlich froh, dass ich mein Rad zu Hause gelassen und den Kurs nur vor meinem geistigen Auge bezwungen hatte. Zurück in der Realität angelangt, konnte ich feststellen, dass einige bekannte Gesichter aus Funk und Fernsehen oder vielmehr Magazinen und Videos angereist waren. Achim Kujawski war als Judge da und konnte die Fahrerliste mit zwei, drei Ausnahmen bestätigen. Von Bohan bis Young war fast alles dabei, was Rang und Namen hat. Einige aus dieser erlauchten Runde sprangen schon wild in der Gegend herum, aber auf Grund der widrigen Wetterbedingungen mussten sie ihr Treiben hinter der Dirtpipe beenden. Chris Doyle signierte schnell mal mit einem speziell für ihn erfundenen 360° overclicked Turndown den

Kurs, Northwest-Styler Darin Read brillierte mit 360°-Can-Cans und Anthony Napolitan probierte kurz mal aus, ob es die Frontflips auch durch den Zoll geschafft hatten. In der Zwischenzeit schoben sich die Wolken immer mehr zusammen bis aus ihnen langsam Tropfen Richtung Erde fielen. Jetzt hieß es erst einmal rein ins Auto und das Hotel suchen. Das Hotel, das in einer alten Grafschaft lag, entstand im 14. Jahrhundert und machte den Eindruck als hätten die Ritter der Tafelrunde einen Tag vor unserer Ankunft ausgecheckt. Unsere amerikanischen Kollegen hielten dieses Gebäude sicher nur für Kulisse, freuten sich aber ebenso über das stilvolle Nachtlager. Der nächste Morgen begann leider genau so, wie sich der Abend verabschiedet hatte. Das hieß, erst einmal warten und auf besseres Wetter hoffen. Zur Zeitüberbrückung ging es dann auf einen Bauernhof, auf dem sich die Halle oder vielmehr die Scheune der Forte´s befand. Einige der Angereisten flogen hier wild durch die Gegend, bevor es zum Barbeque überging. Auch der Himmel zeigte sich jetzt endlich Mal von einer besseren Seite, woraufhin der DJ über das Mikro verkündete „we´re going to the trails“. So, jetzt schnell die vollgefressene Meute eingepackt und auf zu den Decoy Trails.»»»

Der unüberwindbare Wassergraben.

Sergio Layos im Forte-Castle mit eiem Pocket Air.

Leo Forte betrachtet bei diesem One Footed Toboggan die schönen Blumen an den Decoy Trails.

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Wer Building the Underground gesehen hat, mĂźsste diese beiden Herren kennen. Darin Read mit einem geklickten 360 Lookdown und sein Verfolger Paul Kintner mit einen 30 inch Slam Bar. Achtung liebe Stylekinder, ein herkĂśmmlicher Slam ist gerade mal 28 inch breit.


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Chris Doyle mit einem 360 Table Top, der eine Spur am T-Shirt hinterließ. Leider hat der Fotograf durch seine Aufregung den Moment der Berührung verpasst.

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Dort angekommen fuhren schon einige Kids an den Hügeln und staunten nicht schlecht als ein Reisebus voll mit Pros dort hielt. Kye Forte zeigte den Neuankömmlingen, wie man die Männerline angeht. Anschließend stürzte sich der Mob auf die Hügel, wie Kinder auf ihre Weihnachtsgeschenke. Da war es wieder, das Phänomen Trails-Fahren. Selbst den coolsten Pros zauberte es ein Lächeln ins Gesicht und die Augen blitzen, als hätten sie einen Goldklumpen gefunden. Dann war es soweit, Mr. Brian Foster, den man nicht allzu häufig in Europa sieht, stieg auf sein Rad. Er fuhr alle Lines auf Eins durch, was außer ihm nur wenige schafften, und drehte am ersten Hügel der großen Line als erster einen 360. Es wurden Trains noch und nöcher gefahren und jeder versuchte dem Vordermann so nah wie möglich auf die Pelle zu rücken. Chris Doyle zeigte die wohl schönsten 360 Table Tops inklusive Reifenabdruck am T-Shirt. Das war ihm aber noch zu wenig, als nächstes schraubte er über die ersten drei Hügel der großen Line 360er mit X-up, Turndown und Whip. Die zahlreichen Anwesenden flippten fast aus und Garret Byrnes schrie aus der Masse „ Finish that Line Doyle“. Klar warum auch nicht, 360° nach der Steilkurve, danach Turndown und zu guter Letzt Truckdriver to Lookdown – das alles natürlich ohne mit der Wimper zu zucken. Darin Read fuhr die ganze Zeit mit seinem Buddy Paul Kintner Trains im allerfeinsten Trailsstyle. Mr. Read schmückte die ganze Sache mit 360-Can-Cans, One Foot Tables und Nac-Nacs. Paul Kintner reichte ein Lookback im 360° nicht aus und so folgte ein Zweiter auf den Ersten.

Das Hotel inklusive Nachtgespenst.


Anthony Napolitan flippte den ersten Hügel – allerdings vorwärts. Gary Young weiß mittlerweile auch, wie man im 360° sein Vorderrad an die Schulter legt und drehte sich auch in verkehrter Richtung durch die Luft. Ach ja, der dreifache X-Games Gewinner Cory Bohan war ja auch noch da, drehte sich auch in beide Richtungen, zeigte einen Canonball, ließ es aber für seine Verhältnisse ruhig angehen und freute sich einfach nur darüber, durch die Lines zu flowen. So weit, so gut. Nach einer Stunde Trailssession rückte die Abenddämmerung immer näher, Brain Foster beendete seinen Teil der Session mit einem schönen 360°-Tabletop One Hand über den größten Hügel im Gelände und alle beteiligten konnten zufrieden, mit einem freudigen Gesichtsausdruck zurück in den Bus. Schon allein dieser Session wegen, hat sich der Ausflug nach England gelohnt, denn ein so hochkarätiges Fahrerfeld mit grinsenden Gesichtern auf solch flowigen Trails sieht man auch nicht täglich.

während der Rest der Extremsport-Meute sich mit Bowling und Laser-Gun-Spielen die Zeit vertrieb. Nach einer kurzen Streckenbegehung sahen unsere Schuhe aus, als würde eine Buffalo-BootSohle aus Scheiße an ihnen kleben und so entschlossen wir uns, das nächstgelegene Örtchen Totnes aufzusuchen – laut Aussage von Red Bull Wiiiing-Commander Mark, die Lesben-Hauptstadt Englands...„aber nur solche Mannsweiber“. Das lassen wir jetzt mal so unkommentiert stehen. Nachdem dort die Widerstandskraft der Leihwagen-Karosse mit Hilfe einer Curved-Wall getestet worden ist, ging´s ohne nennenswerte weitere Highlights erst einmal wieder zurück ins Hotel.

„BF wurde...zum Ritter geschlagen.“

Am Abend dieses Tages trafen sich dann alle Beteiligten zum Dinner in einem Pub namens „Jolly Farmer“. Hier gab es ein RiderVoting, bei dem jeder Fahrer seinen Favoriten der Sessions wählten konnte. Brian Foster aka BF wurde dabei unter tobendem Applaus völlig verdient zum Ritter geschlagen und hat mit seinen 34 Jahren noch mal allen gezeigt, wo der Hammer hängt. Anschließend durfe bei der Aftershowparty zu Ehren des Gewinners das eine oder andere Foster´s auf Kosten des Hauptsponsors genossen werden. Am Samstag gab es dann noch eine zweite Session an den DecoyTrails, die ungefähr zwei Stunden andauerte, bis wieder zahllose Tropfen vom Himmel fielen. Davon abgesehen, dass einige Fahrer schon die Heimreise angetreten hatten, nachdem der Contest abgeblasen wurde, boten sich im Prinzip die gleichen Szenen wie bei der ersten Session am Donnerstag.

Im Auto angelangt, tröpfelt es auch schon wieder auf die Windschutzscheibe und im Radio tönt es „rain, rain, rain for the next days“. Der Wetterbericht sollte Recht behalten und so wurde leider am Freitag entschieden, dass der Contest gestrichen wird. Mit einem Tränchen im Auge und einem geopferten Urlaubstag nahm Rille, unser Boss, die schlechte Nachricht entgegen, denn er war morgens gegen 2 Uhr eigens für diese Veranstaltung eingeflogen. Um wenigstens Mal gesehen zu haben, was da aufgebaut wurde, fuhr die deutsche Reisegruppe mit dem Neuankömmling dann am Freitag doch kurz hoch auf die mit Lehm verzierte Schaf-Weide,

„Motowhip statt Triple-Tailwhip.“

Spaß und ungezwungenes Fahren sind hier als Stichworte zu nennen. Keine hässlichen fuckin´ Stunts sondern schöne fuckin´ Styles – Xup statt Frontflip und Motowhip statt Triple-Tailwhip. Das ist Trailsriding. Amazing, wie man im englischsprachigen Raum zu sagen pflegt. Das Abendprogramm gestaltete sich ähnlich wie das des letzten Tages. Der einzige Unterschied bestand darin, dass sich die komplette Contest-Bande nach dem Pub vom Vorabend noch in eine extreme Proletendisko begab – und die sind in England echt noch verschärfter als bei uns. So hieß es am Einlass für alle „Mütze ab im Gebäude“ und hoch die Tassen bis man nichts mehr mitbekommt. Zack, fertig, aus! Unsere kleine Reise endete am nächsten Tag genau so wie sie begann, Regen, Regen, Regen! Bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass die für das nächste Jahr bereits angekündigte zweite Auflage des Empire of Dirt nicht wieder so ins Wasser fällt.«««

Nose Dive 360 in Full Effect von einem Herrn, der auf den Namen Brian Foster hört. Sweet! EMPIRE OF DIRT ZWANZIG-ZOLL I

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CHRIS POLACK , DER 31-JÄHRIGE AUSTRALIER, IST IN MELBOURNE

ZU HAUSE. ER HAT DIE FÄHIGKEIT, SICH DEN PERFEKTEN ORT FÜR EIN FOTOSHOOTING VORZUSTELLEN. DORT WÜRDE JEDES SEINER BILDER MEHR ALS GUT AUSSEHEN. ÜBRIGENS IST ER FÜR DAS REBELYELL-BMXMAGAZINE VERANTWORTLICH. MEHR DAZU FINDET IHR IRGENDWANN MAL UNTER www.rebelyellbmx.com

WANN UND WIE HAT ES BEI DIR MIT DEM FOTOGRAFIEREN ANGEFANGEN? Meine Eltern haben mir meine erste Kamera gekauft. Ich wollte mich auf einer DesignSchule bewerben und dafür brauchte ich Fotos. Ich wurde aber nicht angenommen, doch ich hatte ja die Kamera und die nahm ich dann überall mit hin. Sie klebte förmlich an mir. WIE BIST DU ZUR BMX-FOTOGRAFIE GEKOMMEN? Jedes Mal, wenn ich mir ein BMX-Mag kaufte, starrte ich stundenlang auf die Fotos und dachte, solche Fotos will ich auch machen. Also investierte ich eine Menge Kohle in Filme, bis ich ähnlich gute Fotos machte. BIST DU EIN AUTODIDAKT ODER HAST DU DICH DURCH EIN STUDIUM ETC. WEITERENTWICKELT? Ich bin eher Autodidakt, obwohl ich Film/Fernsehen studiert habe und zur gleichen Zeit in der Film-Industrie arbeitete. Ich habe mir beigebracht, wie man Objekte in Szene setzt und durch die Film-Industrie habe ich die ganze Beleuchtung gelernt. KANNST DU VOM FOTOGRAFIEREN DEINEN LEBENSUNTERHALT BESTREITEN? Seitdem ich Rebelyell mache, haben sich die Dinge etwas geändert. Früher war ich Freelancer und habe Fotos an Magazine verkauft. Dadurch habe ich ein bisschen Geld verdient. Ich bin mir aber nicht sicher, ob man davon wirklich leben konnte. Momentan knipse ich nicht mehr so viel für andere Magazine, da ich viel für mein Magazin mache. Da kann ich mir einen kleinen Lohn zahlen. Nachdem zunächst einmal viel investiert werden musste, zahlt sich Rebelyell langsam aus. Ich bin nie davon ausgegangen, reich zu werden mit BMX-Fotos, aber es machte mir von Anfang an verdammt viel Spaß und ich kann damit nicht aufhören. Trotzdem muss ich ab und zu andere Sachen fotografieren, um meine Rechnungen zu zahlen. WIE VIELE BILDER HAST DU IM LETZTEN JAHR GESCHOSSEN? Keine Ahnung, wie viele es letztes Jahr waren, aber inklusive Fashion und Portrait waren es eine Menge. WENN MAN DEINEN FOTOKOFFER ÖFFNET, WAS FINDET MAN DORT AN? Gefüllt bis an den Rand. Meine Tasche ist strategisch gepackt, d.h.die wichtigsten Sachen sind schnell griffbereit, so das es nicht zu lange dauert, wenn es schneller gehen muss. LINKS: BRETT DEIGHTON - No handed Hang Ten

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STELL DIR VOR DU HÄTTEST ZWEI STUNDEN IN DEINEM FAVORISIERTEN FOTOLADEN UND ALLES OHNE BEZAHLUNG. WAS WÜRDEST DU MITNEHMEN? Oh, das ist hart. Momentan würde mich eine Leica M series sehr interessieren. Ich wollte mir schon seit Jahren eine kaufen, hatte aber nie darauf gespart, da ich mein Geld immer in meine 35mm Kamera gesteckt habe. Zwar versuche ich, mir diese Kamera selber auszureden, doch irgendwie klappt das nicht so richtig. Die Leica ist eine super Kamera und ich liebe es, Street-Bilder zu machen. Damit meine ich kein BMX, sondern Streetlife, Menschen und Orte. Die meisten Leute merken gar nicht, was für einen Schatz man in der Hand hält, wenn man eine Leica hat. Also kann man sorglos mit ihr durch die Straßen laufen. Außerdem würde ich noch ein digitales Rückteil für meine Hasselblad nehmen, aber ich bin momentan nicht so ganz überzeugt, ob es das Richtige wäre. ZU WELCHEN ORTEN HAT DICH DAS FOTOGRAFIEREN SCHON GEBRACHT? Überall in Australien war ich etwa eine Million Mal – für Gewöhnlich alle paar Monate ein Mal hoch und wieder runter, manchmal auch jeden Monat. Dann war ich in Europa und Asien. Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr in die Staaten komme und auf dem Rückweg wieder nach Europa. WO WÜRDEST DU GERN MAL EIN FOTOSHOOTING HABEN? Momentan ist dieser Ort in meinem Kopf. Ich bin gut darin mir den perfekten Ort vorzustellen. Es wäre ein Ort ohne Probleme, kein Verkehr, keine Security. Jedes Foto würde sitzen und der Fahrer würde den Trick mehr als nur ein Mal machen. WENN DU NUR NOCH 5 TEILE VON DEINEM EQUIPMENT VERWENDEN DÜRFTEST, FÜR WELCHE TEILE WÜRDEST DU DICH ENTSCHEIDEN? Das ist schwierig. Es hängt davon ab, was man fotografiert. Für BMX würde ich sagen, meine Hasselblad 501cm, mein Fischauge, Morman Blitz, Stativ und meine RadioSlave-Einheit. WAS MÜSSTE NOCH ERFUNDEN WERDEN, UM DAS FOTOGRAFIEREN ZU OPTIMIEREN? Aaaahhh, ich hätte da was, es ist aber noch streng geheim, also noch ein bisschen warten. WELCHE VOR- UND NACHTEILE HAT FÜR DICH DIE DIGITALE FOTOGRAFIE? Das Thema ist endlos, aber ich halte es kurz. Die digitale Revolution ist unvermeidbar gewesen und ich bin der Erste, der aufsteht, wenn es um eine Debatte Film gegen Digital geht. Die meisten Kunden fragen nach digitalen Bildern, weil es günstiger ist. Menschen die nach Film fragen, sehen auch den Unterschied und wissen, was der entscheidende Unterschied ist. Es ist ähnlich wie mit einer Vinyl Platte und einer CD. Einige Menschen hören den Unterschied und andere akzeptieren das, was ihnen auf CD geboten wird. WAS MACHT FÜR DICH EIN GUTES FOTO AUS? Das ist abhängig vom Fotografierten und der Story, die man mit dem fertigen Bild erzählen will. Ich muss das Thema verstehen und mir bewusst sein, wie ich es bildlich zum Ausdruck bringen will. Manchmal mag ich die schärfsten, farbintensivsten, klarsten Fotos, wenn es passt. Andere Male mach ich die schmutzigsten Bilder, weil ich dann denke, dass sie das Thema besonders hervorheben. Aber generell denke ich, sind Licht und Bildkomposition die zwei wichtigsten Elemente in der Fotografie. RECHTS: LEIGH FAHY Das war ein Bild was noch übrig blieb und leider nicht mehr in sein Interview im Rebelyell Mag paste. Dieser Typ ist ein Monster, Wahnsinn.

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LINKS: MIK BAYZAND - Zwischen lachen und

schimpfen macht er seine Tricks.

RECHTS: MATT FAIRBAIRN - Nachdem Matt

eine Weile in London gelebt hatte und fast jede Rampe in England gefahren ist, kam er zu dem Entschluss, dass es wohl keine bessere Vertramp gibt als diese in Melbourne.

IST DIR BEI EINEM SHOOTING EINMAL ETWAS WERTVOLLES ZU BRUCH GEGANGEN? Ja! Objektive, Blitze und eine Menge Lichtstative. WOFÜR INTERESSIERST DU DICH SONST NOCH? Feiern und selber BMX fahren. HAST DU DICH SELBST SCHON EINMAL NACKT FOTOGRAFIERT? Ja, möchtest du wirklich hören wie wir das auch noch ins Netz gestellt haben. HILFT ES FOTOGRAF ZU SEIN, WENN MAN MÄDCHEN RUMKRIEGEN MÖCHTE? Hell yeah! Ich bin mir sicher, dass eine Menge Leute, die fotografieren, diese Masche schon gefahren sind. „Ich bin Fotograf, bla bla bla...ich mache dich berühmt Baby!“ GIBT ES ETWAS, DAS DU NICHT ABLICHTEN WÜRDEST? Je älter man wird, desto mehr bewundert man andere Stile der Fotografie. Das ist das Schöne am Älter werden, die Fotografie verändert sich mit dir. Aber ich sehe mich selber auch in Zukunft nicht, wie ich Pflanzen oder Fische fotografiere. WIE VIEL GELD HAST DU UNGEFÄHR SCHON IN DEINE AUSRÜSTUNG INVESTIERT? Mehr und mehr, aber ungefähr 35000 AUD$ sitzen in meinem Rucksack.

Unter www.rebelyellbmx.com gibt es vielleicht irgendwann mehr zum Aussie-Mag. Bei Allride Distribution ist es live und in Farbe zu haben!

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LARS FALKENBERG INTERVIEW ZWANZIGZOLL I

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Josh Stricker, der Mann der auf der Überholspur lebt, gern mal ein gutes Bier genießt und öfter bei den X-Games teilgenommen hat als Daniel Dhers, wurde 1979 im sonnigen Kalifornien geboren.

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Josh fing mit 12 Jahren auf einer Race-Strecke in seinem Viertel mit dem BMX-Fahren an. Nach drei Jahren hatte er genug vom Race und fuhr von nun an Street und Dirt um sich die Langeweile vom Leib zu halten. Mit 20 ging er nach Philadelphia um bessere Trails und noch mehr Street zu fahren. Neben BMX befasst er sich mit Grafikdesign, er gestaltet T-Shirts für S&M und sein eigenes kleines Label Happy Hour Clothing. Für 3 Monate quartierte er sich bei Timo Jacobs in Berlin ein. Für uns die Möglichkeit mit ihm übers Leben zu philosophieren und aufs selbige in lauschiger Runde anzustoßen. Das Interview entstand an einem verregneten Sommertag in irgendeiner Eckkneipe, die Josh während seines Aufenthalts kennen gelernt hatte. Mit etwas Alkohol wurde der manchmal etwas wortkarge Hut-Träger zur Rede gestellt. Aber vorweg gibt es noch ein paar Worte von seinem Kumpel Timo Jacobs...


...i go to good friends and be back in a bit... Good Friends ist ein Thai-Imbiss hier im Wrangelkiez in BerlinKreuzberg. Hot, hot, hot ist die Begrüßung als wir dort eintreffen. Josh liebt es, turboscharf zu essen, so scharf, dass er selber oft kämpfen muss, wenn er das Zeug hinter schmeißt. Dazu noch ein schönes Pils und es kann los gehen. So startet gewöhnlich sein Tag gegen 11.30 Uhr in der Hauptstadt Deutschlands.

Josh Stricker auf der Überholspur!

Ja, drei Monate war der Josh jetzt zu Besuch, ursprünglich wollte er ja nur zwei bleiben, dann hat er aber doch noch einen Monat rangehängt, da es dem Herrn hier so gefiel. Naja, zum Schluss kam dann doch etwas Sehnsucht nach einem PBR (papst blue ribbon) oder der guten Texassonne in Austin. Kennen gelernt habe ich den Stricker auf der WM in Eindhoven, so vor 10 Jahren. Seitdem trifft man sich halt in der Weltgeschichte des BMX und Punkrock, so wie die Motten im Licht. Über die Jahre ist Josh für mich ein guter Freund geworden, der stets bemüht ist, das Beste aus allem rauszuholen. Für ihn ist es sehr wichtig, dass es seinen Kumpels immer gut geht. Er ist ein Lebemann in vollen Zügen, der das Extreme liebt, in jeder Hinsicht. Immer ganz nah am Abgrund, hinüberschauend, um zu checken, was dahinter ist,

um zu spüren, dass man lebt. Wenn es dann doch nicht so spannend ist, heißt es einfach auf ein Neues. Eines Morgens rief mich seine Mum an und klang etwas besorgt. Wie ich später erfuhr, hatte er wohl einen Blackout während sie mit ihm am Vorabend telefonierte. Anscheinend fiel er im Gespräch in einen komatösen Zustand, in dem er nicht in der Lage war, weiter zu sprechen. Für diese Aktion klang die Dame aber noch sehr entspannt, anscheinend nichts Neues für sie. Das sind so die kleinen Geschichten, die man mit ihm erlebt.Ich freue mich auf ein nächstes Mal, beim SXSW in Austin oder vorher in Berlin... Dann vielleicht mit einem Roadtrip. Dieses Mal war es hier einfach zu gut, wäre ja auch ziemlich mongomässig, Sand an den Strand mitzubringen. Cheers buddy, good friends, good times!!! - Timo Jacobs »»» JOSH STRICKER INTERVIEW ZWANZIGZOLL I

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SMALL TALK – JOSH STRICKER Wie kam es dazu, dass du für 3 Monate nach Berlin gezogen bist? Letzten Sommer war ich kurz hier und es hat mit super gefallen. Das hat sich auch nicht geändert. Dann ergab sich für mich die Möglichkeit etwas länger in Berlin zu bleiben und das machte ich auch. Berlin ist immer noch mein Lieblingsziel. Ich habe nette Menschen hier kennen gelernt und das macht es noch leichter im nächsten Jahr wieder zukommen. Was war die interessanteste Erfahrung für dich in Deutschland? Uhhh, das ist eine ernsthafte Frage glaube ich. Ich würde sagen, durch Parks oder einfach durch die Gegend zu fahren und neue Leute zu treffen. Ich habe jetzt nicht das ultimative Ereignis parat, es war einfach alles spannend, alles in allem waren das gute drei Monate hier in Berlin. Ein Mann, ein Abenteuer! Kannst du ein paar Worte auf Deutsch? Ja, ein Berliner Bier und Mietzekatze! Nenn uns deinen Lieblings-Ort oder Spot auf unserem Planeten? Wahrscheinlich die Straßen von Philadelphia und Berlin, Street fahren in Berlin ist ganz nah dran an Philly. Also Philly, Berlin und Austin, das sind meine drei Favoriten. Magst du es, wie sich Street-Fahren heutzutage entwickelt? I liebe es, so viele Pegs (lacht)! Fünf Pegs oder mehr? Zehn!

Spaß gemacht. Ohne mein Rad, hmmm, keine Ahnung, vielleicht meine Großeltern zu verlieren. Das war zwar bestimmt nicht das, was mir am meisten Angst gemacht hat, aber sicherlich das Traurigste. Wenn es so etwas wie Wiedergeburt geben würde, als was für ein Tier würdest du wieder geboren werden? Oh ja, ich liebe diese Frage. Ein Falke, ich würde verdammt gerne ein Falke sein und durch die Berge fliegen. Durch die Berge von Denver, Colorado und Ratten fressen (lacht)!

Dein Lieblings-Schimpfwort? Scheiße.

Hast du irgendwelchen Rave-Kram auf deinem iPod? Nein.

Hast du Angst eine Glatze zu bekommen? Nein, ich habe sehr viele Haare.

Sicher? Ich bin doch kein Raver, ich hab so was nicht auf meinem iPod.

Was war die lächerlichste Sache, die du über dich selber gehört oder gelesen hast? Das ich arrogant bin. Manchmal spreche ich halt nicht so viel und manche Menschen denken dann ich wäre hochnäsig. Das kommt davon, wenn man mal ein bisschen ruhiger ist.

Ist Punk tot? Es wird einen Neustart geben,...Oi, Oi, Oi, Oi (lacht). Du brauchst zwei Stunden bevor du gestylet bist und aus dem Haus gehen kannst. Ich liebe es, alles was dazu gehört, die schlechten und die guten Seiten. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung was Punk überhaupt noch ist. Magst du es, bewusstlose Leute auf Partys zu bemalen? Wenn ja, was ist dein Lieblingsmotiv? Ja, manchmal ist es ganz lustig, wenn man betrunken ist. Wir haben das ein paar Mal mit Kids aus Austin gemacht. Lieblingsmotiv: Dicks (lacht)!

Kannst du irgendwelche Flatland-Moves? Manchmal bekomme ich Hang Nothings hin. Jemals angemacht worden, weil du Pro bist? Nein!

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Was denkst du über Fetisch-Sex? (lacht) Ich will nicht an deinem Toast saugen, okay!?

Hattest du schon einmal einen Schnurrbart? Nein, ich mag keine Schnurrbärte!

Bist du scharf darauf, Whips oder andere wilde Trick-Combos zu lernen? Nicht wirklich, ich versuche meine eigenen kleinen Sachen zu machen. Ich mache ohnehin nicht so viele Tricks. Ich springe lieber irgendwo rauf oder rüber.

Erzähl uns bitte das Schrecklichste, das dir je passiert ist – mit und ohne dein Rad? Ähh, aufs Gesicht zu klatschen und ein paar Zähne zu verlieren. Ich war dann über Nacht im Krankenhaus und das hat nicht wirklich

Bevorzugst du eher tussige oder brave Mädchen? Brave Mädchen!

Warst du Überhaupt jemals in einer Oper oder etwas Ähnlichem? Hhhhm, nein!

Was ist für dich das Beste am BMX-Fahren? Durch die Gegend zu fahren und Spaß haben.

Was hältst du von Foam-Pits? Ich weiß nicht. Ich hab mal einen Flip in eins gemacht (lacht).

Doch kannst du ruhig. Nein, das geht nicht, das ist zu schlecht. Das war ein Leben wie in der Gosse,...wie ein Junkie (lacht).

Bist du ein guter Karaoke-Sänger? Ich habe es noch nicht probiert und ich werde das auch nie in meinem Leben tun. Hast du schon mal in der Öffentlichkeit dein Geschäft erledigt? Ja, in Amerika. Das kann ich aber nicht erzählen, das war Horror.

Magst du es, Gerüchte zu streuen? Nein mag ich nicht. Ich sage dir direkt ins Gesicht, was ich denke. Ich hasse Gerüchte, sie haben mein Leben mehr als einmal zerstört und ruiniert. Was magst du an Menschen und was magst du nicht? Ehrlichkeit steht an erster Stelle, unbeschwerte Menschen und unbeschwerte Konversation, Menschen die merken, wenn man sich nicht unterhalten will. »»»


Links: Den Bars und dem Alkohol nicht ganz abgeneigt! Gross: Ursprünglich sollte das ein 180 werden. Der ging aber direkt aufs Gesäß inklusive Rückenpizza. Also High Speed Looky von der unteren Ledge direkt Richtung Gehweg irgendwo in Mitte, dem möchtegern Szenebezirk..


Jemals etwas Sinnloses bei ebay erworben? Hmmm,...einige T-Shirts. Ich hab mir mal eine Buttonmaschine, also so ein Gerät mit dem man Buttons machen kann, gekauft. Das Ding hat aber nicht funktioniert, das war echt sinnlos. Hast du schon mal eine Prostituierte zu dir ins Haus geholt? Nicht in mein Haus, nur in ein Hotelzimmer (lacht). Sie war dick. Ein paar Freunde von mir und ich haben das vor Ewigkeiten getan,. Wir waren damals noch ziemlich jung. Was war dein schlechtester Job, den du jemals gemacht hast? Ich hab mal an Booten rumgebastelt, das war echt nervig. Ich war zu groß und hab mir andauernd den Kopf gestoßen. Was war die dümmste Frage, die dir gestellt wurde? Keine Ahnung. Kannst du mir noch ein Bier bestellen? Wie ist deine Meinung zum Thema „War against Terror?“ Weiter so. Nein, ich denke wir haben eine terroristische Regierung, die einfach nur zu sieht wie Unschuldige sterben. Was war die längste Zeit für dich ohne Schlaf? Oh, ich gehe immer schlafen, wenn die Sonne aufgeht. Keine Ahnung. Hast du jemals Lederhosen getragen? Nein, niemals! Ich hab ein paar Lederjacken, aber keine Lederhosen. Wie sieht dein schlimmster Alptraum aus? Mein schlimmster Alptraum wäre, wenn ich nicht mehr Radfahren könnte. Außerdem hab ich Alpträume vom College. Ich träume davon, dass ich immer noch Prüfungen schreiben müsste. Danksagungen? Ich danke meinen Kumpels in Berlin (lacht) für die Möglichkeit, hier sein zu dürfen.s«««

Wie der Mann auf diesen Spot gekommen ist, war erst ein kleines Rätsel, aber die Lösung machte Sinn. Man fährt in einer fremden Stadt in Gegenden herum, die man selbst als einheimischer nicht durchquert. Wallride over gap im Niemandsland.

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Fotos: David Ulrich & Viktor Strasse I TExt: Sascha Richter, Tony Haupt & Hans Friedrich


Der Sommer hat sich im Kölner Jugendpark eingerichtet und so lud man abermals zu den Suzuki BMX Masters an den Rhein. Angekündigt waren Vertreter der gesamten BMX-Szene aus über 30 Nationen. Obwohl das sicher auch so war, fehlte dieses Mal jedoch ein Großteil der Delegation vom nordamerikanischen Kontinent, die sonst eigentlich immer auf dem Kölner BMXGroßevents (früher WM genannt) zu finden war. Nicht dass Fahrer wie Biz Jordan, Allan Cooke oder Mat Hoffman nicht zählen würden, aber dass nicht einmal Dave Osato da war, sorgte schon für Erstaunen. Egal, etwa 400 Fahrer und 12.000 Zuschauer genossen bei 32°C über 3 Tage BMX in allen 5 Disziplinen, die teilweise noch in 3 Klassen (Expert, Master und Pro) unterteilt wurden. Nebenbei sorgten die zahlreichen Sponsoren für ein buntes Begleitprogramm. Letzteres umfasste z. B. die Partys, eine Wagenburg – äääh ich meine Kunstausstellung namens Modart, Relax-Zonen mit Spielkonsolen und viel viel Bier aus zu kleinen Flaschen – wahlweise mit Energy-Substanzen versetzt. Happy Times! Für Spiel, Spaß und Alkopops am Rande war gesorgt. Kommen wir nun also zu den radfahrtechnisch erwähnenswerten Aspekten dieser Extremsport-Veranstaltung.»»»

„Mr. Venezuela 2007“ Daniel Dehrs macht uns das Flugzeug vor atemberaubender Kulisse.

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groß: Der rosa Ritter Allan Cooke spinnt sich über sandigem Boden ein ganzes Mal um die eigene Achse und überlegt sich mit welcher „ausgeflippten“ Farbe er die Crowd als nächstes schockt. rechts oben klein: Ohne Sattel und Bremsen Downside-Whiped hier jemand. Sicher `n Engländer oder jemand der gerne einer sein möchte! Seq.: Das ist der sagenumwobene Flugzeugträger Gap-Transfer von Maxime Charveron aus Franzenland.


Beginnen wir einfach mit Street, soll heiSSen Park. Diese Disziplin war auch dieses Jahr wieder das reinste Trick-Massaker. Von Jahr zu Jahr kann man die extreme Steigerung des fahrerischen Niveaus im Jugendpark miterleben und man fragt sich, wo das alles noch hinführen soll. So ging es am Freitag in den Mittagsstunden mit der ExpertStreet-Klasse los, nachdem der sinnflutartige Regen durch brennende Sonnenstrahlen abgelöst worden war. Etwa 120 Fahrer hatten es zur Anmeldung geschafft und wollten ihr Können unter Beweis stellen. Jeder Fahrer bekam etwa 60 Sekunden Zeit, um alles zu geben oder sich einfach mal feiern zu lassen. Dies zog sich bei der Masse von Fahrern fast bis zur Unendlichkeit hin, was einem aber nicht den Spaß verderben sollte. Wie bereits erwähnt wurde in der Expert- oder Amateur-Klasse ein teilweise sehr hohes Niveau vorgelegt, was die 360s und Whips bewiesen. Sagte ich Whips? Ja man, es versuchten sicher 90% Tailwhips und am Besten noch in ‚ner Combo! Dass dabei wiederum 90% nur bloßes Angepose war, wurde allerdings schnell nervig. Echt auffällig war in diesem Jahr

auch, dass doch recht viele, sehr junge Radfahrer (7-11 Jahre) antraten. Wenn das auf jedem Contest der Fall wäre, würde ich mal ganz plump behaupten, die Zukunft der deutschen BMX-Szene ist gesichert. Naja, sagen wir mal, die Zukunft von BMX-Street/Park... Schlussendlich bewährten sich hier die Niederländer und Virgil Persad wurde BMX Master in der Expert-Klasse (Wow, was für ein Wortspiel). Auf den zweiten und dritten Platz fuhren sich Roy Van Kempen und Eric Penzel. Samstag ging´s weiter mit Stunden der Master-Qualifikation, die direkt als Straight Final gehandelt wurde. Dies geschah aufgrund der Wetterverhältnisse des Vortages, wegen der auch Dirt auf den Sonntag verschoben werden musste. Auch hier gingen

die Anmeldungen in die Hunderte, was exakte Erinnerungen an jeden Banger leider unmöglich macht. Aber was bei den Meistern abging, war auch echt aller erste Sahne. Aktionen, die Jungs heute in dieser Klasse bringen, waren vor 3 Jahren noch den Pros vorbehalten. So hat man schonmal eine schwindend geringe Chance, wenn der obligatorische Whip nicht hundertpro sitzt und du nicht mit irgend ‚nem Special aus der monoton wirkenden Meute herausstechen kannst. Einer derjenigen, der aus dem besagten Everyones-Five-Favorite-Tricks-Schema ausbrach und zur Abwechslung mal eine Sattelstange besaß, war z. B. Berlins Aushängeschild aus der Abteilung „Clean&Techy“ Kevin Liehn. Dieser junge Gentleman fuhr mit Technik und Big Tricks wie Flair, Whip to 540-Tap und Mega-Abubaca in 5 Meter Höhe auf den ersten Platz. Kurz dahinter reihten sich Jakub Skupin aus der Tschechischen Republik und Bobo Ujva‘ri aus Ungarn ein. „Alle Hände zusammen!!! Gebt den Jungs mal nen fetten Respekt!!!“ tönte es nicht zum ersten und auch nicht zum letzten Mal aus den Boxen im Jugendpark.

Noch bevor aber die Master-Klasse abgefrühstückt wurde, ging die erste Bombe mit der Aufschrift Pro-Street-Quali hoch. Und was hier sozusagen als Aufweck-Knaller begann, wurde am Sonntag in den Finals mit einer ganz fiesen Detonation beendet. Ich weiß wirklich nicht, ob die Herren zum Frühstück die Adrenalinspritze ansetzen und es tatsächlich schon so weit ist, dass im BMX-„Radsport“ gedoped wird. Jedenfalls können die X-Games einpacken! Was hier abging, konnt‘ einem nicht mal die inzwischen nach oralem Auswurf klingende Stimme des Moderators verderben. Womit fängt man da an, um diese Madness wie z. B. Michael Berans FrontflipWhip-Attempt (!) zu verdeutlichen? Beginnen wir doch einfach mit dem 6. Platz. Hier landete Ami-Import Allan Cooke, der mit seinem komplett in Neon-Pink gehaltenen Rad sicher so manches Frauen-

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Gross: Unser italienischer Schnürsenkel-Stefan geht die 3 „S“. Sauhoch, schnell und stylisch! Oben Rechts: Der Condor packte seinen Koffer voll Signature-Tricks auch dieses Jahr auf der Vert aus und machte seinem Legendenstatus alle Ehre. Mitte: „Guck mal, ich hab ´ne Treppe im Unterarm!!!“ – Mark Webb. Ein Ellen- und Speichenbruch war’s… Unten: Eingerahmt von Mutter Natur turndowned sich Leo Forte durch die Monsterdirts. Links: Sieht aus wie beim Fußballspiel in Manchester…wave the flag for tight-pants! Rechts: Ben. Wallace im 360 from hell über die Klinge. Rechts Unten: Eine eigene Welt im Flatland-Zelt.

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herz für sich gewann und mir mit seinem Backflip-X-Up to Nofoot in Erinnerung blieb. Auf den nächsten Platz kam der in der Quali Zweitplatzierte Bommel, der als Warm-Up Trick die Messlatte mit einem Flip-Double-Whip setzte. Sein letzter Trick hieß „ich-eumelmir-in-die-Hand-und-schmeiß-nen-perfekten-Bikeflip-über-dieBox“. Nice one Mr. Mager! Platz 5 ging somit also nach Berlin.

Maxime Charveron aus Frankreich ist einfach nur krank! Der schoss sich mit Mach10 durch den ganzen Park und sprang dann einen Gap-Transfer von ‚ner Spannweite eines Flugzeugträgers. Naja...gut, lass es 8 Meter sein! Trotzdem unglaublich und auf den ersten Versuch gepullt! Das genügte für den vierten Platz. Was allgemein in der Pro-Klasse auffiel war, dass Standard-Tricks wie Tailtaps oder Fufanus durch Flairs und Double-Whips ersetzt wurden. Jeder macht sie und das überall. Mit seinem Fiat kam auch wieder Titelverteidiger Allesandro Barbero mal eben aus Italien rübergedüst und schmiss mit wilden Tricks um sich. Neben weniger besonderen, wie den bereits erwähnten Standards a.k.a. Flairs, Doublewhips, 360-Whips und Flipwhips, hat der Kurze als Last Trick einen astreinen Whip-To-Whip-Back (!!!) über die Box gehaun‘, der einen behaupten ließ „Doller wird’s nimmer!“ Haha, falsch gedacht. Ben Wallace hatte das ganze Wochenende schon in der Mini ordentlich Alarm gemacht und hielt sich auch auf dem metrosexuell-violetten Streetparcours nicht zurück. Was das erste Mal auf dem Elevation Dirtcontest tausende Kinnladen ausrenken ließ, zimmerte der liebe Ben superclean über die Box, nämlich einen Tripple-Whip.

relroll-whatever über die Box, 360-Barspin to Whip (!!!) über Box, Superman-Seatgrap to Whip,... Any Questions? Schade, dass sich Mark Webb am Vorabend die Elle oder Speiche gebrochen hat, Scotty Cranmer nur zum Schlafen nach Deutschland geflogen wurde und Chris Doyle leider erst gar nicht erschienen ist. Ich kann mir zwar keine Steigerung dieses Gemetzels vorstellen, aber was noch geht, werden wir nächstes Jahr sicher wieder im Jugendpark sehen. Also „Maximum Respect!!! And don‘t forget to pick up your inner-tubes...“ Danke Tony, aber was hast du eigentlich mit der Tastatur gemacht? Die ist ja ganz klebrig, du weißt doch, dass essen am Computer laut Arbeitsschutzgesetz verboten ist. Willst du uns alle hinter Gitter bringen oder was? In der nächsten Redaktionssitzung wirst du dich dafür rechtfertigen müssen, also überleg dir schon mal ne gute Ausrede. Schon beim Highway to Hill hatte mich Benny Paulsen gefragt ob ich zu denn Masters komme. Immer wieder erzählte er mir wie geil die Dirts werden und das ich unbedingt am Contest teilnehmen muss. Vor Ort wurde mir aber bereits beim Gedanken daran übel, mich über solch riesige Hügel zu schmeißen. Die Dirts oder besser gesagt Trails wurden wie in den vergangenen Jahren von Markus Hampl und Benny Paulsen gebaut. Zwei Wochen lang haben die beiden dafür mit Radlader, Bagger und Schaufel hantiert. Nachdem der erste Hügel am Vortag noch einmal umgebaut werden musste, weil nicht einmal Mr. Hampl es schaffte dieses 10m Monstrum zu bezwingen. Stand nun eine Line im Kölner Jugendpark wie sie anspruchsvoller nicht sein konnte. Die Spreu vom Weizen trennte sich aber nicht am nun 8m weiten ersten Double, sondern bereits bei der Anfahrt. Also eigentlich gab es keine Anfahrt sondern nur einen ziemlich fiesen Drop. Schon bei dem bloßen Anblick wurde mir angst und bange. Stellt euch einfach vor ihr steht mit eurem Fahrrad auf einem ca. 9m hohem Baugerüst und von euch wird verlangt in eine 4m tiefer gelegene Landung zu springen um danach über einen Hügel zu fegen wo jeder Fahranfänger locker sein Auto dazwischen Parken kann. „Alter dafür braucht man nicht nur dicke Eier“ sondern auch ein Gehirn was sich nach Belieben entfernen lässt.

Wie von Tony bereits erwähnt, gab es wegen der Wetterverhältnisse am Vortag erhebliche Änderungen im Zeitplan. So musste der Dirt-Vorlauf leider gestrichen werden und die insgesamt 33 angemeldeten Fahrer hatten die Ehre direkt im Finale starten zu dürfen. Außerdem hatte jeder Teilnehmer nur 3 Runs, wovon der schlechteste aus der Wertung gestrichen wurde. Ganz ehrlich, teilweise haben die Jungs sich ganz schön über die Hügel gequält. Nur die Fahrer, die auf am Ende auf den ersten fünf Plätzen landeten, waren überhaupt fähig, die Hügel einigermaßen sicher durchzuspringen. Einer dieser wenigen war Liam Eltham aus England. Er machte zwar nicht an jedem Double einen Trick aber dafür stylte er durch die Line wie kein anderer - ein verdienter 5. Platz ging an ihn. Romauld „Bibi“ Noirot drehte unverschämte 360° Barspinns und Supermann Tailwhips am letzten Set, was dem kleinen Franzosen mit der Glatze den undankbaren Vierten bescherte. Den dritten Platz holte sein Landsmann und Insane-Teamkollege Patrick Guimez. Er besaß tatsächlich die Frechheit, über den dritten Doubel einen Flip No-Hand zu bügeln und am letzten noch einen Flip-Whip draufzusetzen. Neben diesem Kracher fetzte er unter anderem auch einen 360Double-Downsidewhip über die Spine-ähnliche zweite Box – alles mit sehr ansehnlichem Style. Oh man! Well done Mate, Platz 2!

Diesjähriger BMX Master bei den Pros (da ist wieder dieses lus-tige Wortspiel) wurde Daniel Dehrs aus Venezuela, der mit seiner falschen Perlweiß-Kauleiste selbst im Dunkeln blendete. Dieser Kerl is‘ ne Maschine. Der läuft sicher mit Plutonium oder irgendsonem Zeug. Was der Mann für eine Kondition zeigt und an Sicherheit ausstrahlt, ist nicht nachzuvollziehen. Achtung, es folgt eine ernst gemeinte Aufzählung von Tricks, die in einem Run geschmissen wurden: Frontflip über Spine, ca. 5 Flairs, Flair-Tabletop, 360-Whip, 360-Doublewhip, 360-X-Up, 720, Corkscrew-Bar-

Vor dem Franzosen platzierte sich der Amerikaner Ricardo Laguna, im wesentlichen erinnert sein Fahrstil aber eher an eine Foampit Maschine wie Mike Spinner als an einen reinrassigen Dirtfahrer. Wie immer lässig in Dickies unterwegs war Ryan Jordan. Ryan machte seinem Namen alle Ehre, Lookdown am ersten, Supermann am zweiten, Truckdriver am dritten und 720° am letzten Hügel brachten dem Amerikaner den 1. Platz. Irgendwie war aber der gesamte Dirt Contest ziemlich langweilig. Bis es erstmal losging vergingen Stunden und die Zeit zwischen den Fahrern zog sich hin wie ein alter Kaugummi. Vielleicht sollte man im nächsten Jahr verschiedene kleine und große Lines bauen, damit ein bisschen Abwechslung in die Sache kommt. Das aber nur als kleiner Tipp von mir am Rande. Ich verabschiede mich jetzt und übergebe den Staffelstab an Rille.»»»

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LARS FALKENBERG BMXINTERVIEW MASTERS ZWANZIGZOLL II


gross: once again, 360-Onefoot-Onehand like woah. Lässig! rechts oben: Craig Stevens kurz bevor seiner GesichtsAffaire mit dem Flat der selbigen Braun-Minirampe. mitte: Besorgte Gesichter like „Fuck! What happened!?“ unten: Alle Blicke ins Flat. Man down! Need a medic! links Mitte: Craig nach seinem Köpper vom 10er into Flat rechts unten: Flatland eben... Maximum Respect! unten: Mark Webb nohanded seine große Liebe, die Braun-Mini.

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Wie, was, Staffelstab? Hört sich an wie die Betreffzeile einer Spam-Mail. Weiter geht’s also zweideutig mit dem Geschehen bei den kleinen Rundungen. Um es gleich vorweg zu sagen: Das Kräftemessen der Pros auf der in Fachkreisen als „Klinge“ bekannten Braun-Miniramp konnte, wie auch schon im Vorjahr, als ein wenn nicht sogar als das Highlight der BMX-Masters bezeichnet werden. Da das Auto, das meinen Arsch nach Köln transportieren durfte, am Samstag erst zur Kaffee-Zeit an der Zoobrücke eintraf und ich demzufolge weder Master- noch Pro-Qualifikation gesehen habe, beschränkt sich die Wiedergabe der Ereignisse nur auf die Finals. Aber da gibt´s genug zu erzählen. Fangen wir mal mit den Master-Finals an, obwohl das von der zeitlichen Reihenfolge her eigentlich nicht korrekt ist. Egal, Sonntag Mittag warteten 12 qualifizierte Starter trotz brütender Hitze hoch motiviert auf der Plattform des Schwarz-Weißen Gebildes, um dem verkaterten Publikum die eine oder andere Begeisterungsbekundung zu entlocken. Wegen Zeitmangel wurde kurzerhand entschieden, dass ein Run pro Fahrer und ein Best Trick am Schluss hier genügen muss, denn es standen noch Street-Pro, Dirt-Straight Final und Halfpipe-Final auf der Tagesordnung. Los ging´s also. Im Prinzip lieferten alle Starter ein beachtliches Programm ab, das fast ausnahmslos Whips, Rotationen und Lenkerdreher beinhaltete oder wahlweise auch Stylergeschlängel mit den dazu passenden Stylemoves. Bobo Ujva´ri aus Budapest ging zum Beispiel mit flüssigen Lines durch die Rampe, whipte, barspinte und lookdownte sehr ansehnlich umher und präsentierte als finalen Trick sogar einen Doublewhip, wenn ich mich recht entsinne. So reichte es für ihn zum 5. Platz. Vor ihm landete sein Buddy und Landsmann. Baszi Ivanfi, der im Prinzip fast die gleiche Show wie Bobo im Angebot hatte, nur alles halt noch etwas höher aber trotzdem entspannter und

etwas sicherer. Womit Jimmy van Belle aus Belgien die Judges davon überzeugt hat, das ihm der dritte Platz gebührt, weiß ich leider nicht mehr so wirklich, aber es muss wohl recht gut gewesen sein. Kommen wir also zum 2. Platz. Der ging an Kevin Liehn, der ja auch schon bei Street den ersten Platz abgefasst hatte. Schließlich hatte Kevin ja auch extra ein paar Tage vor den Masters noch schnell Flair gelernt. Gepaart mit dem technisch anspruchsvollen Radfahren, das der junge Herr Liehn an den Tag legt, hätte das fast gereicht, um auch hier ganz nach vorn zu kommen. Aber da war auch noch jemand, der da auch noch ein Wörtchen mitreden wollte. Und zwar Sven „Sprosse“ Lehmann. Wer ihn schon mal in einer Minirampe hat fahren sehen, der weiß, dass da schon von der Höhe nicht viele hinterher kommen. Zwar kein Flair aber dafür aggressive Nosedive-360 über die Spine und auch sonst das komplette Trickprogramm, das man heute in der Mini so zeigen muss. Sein Run war voll gestopft mit Sachen wie Whip, Lookback und Tabletop. Zum Abschluss gab´s dann noch Doublewhip to Tailtap, glaube ich. Auf jeden Fall musste der Moderator dem kleinen Sprössling wieder 5 Mal sagen, dass die Zeit um ist. Anderthalb Minuten sind einfach zu kurz für ihn, der könnte wahrscheinlich auch 5 Minuten Runs fahren. Gereicht haben anscheinend schon die knapp drei Minuten. Platz 1 bei Master-Miniramp ging somit auch nach Berlin. Bei dem am schon Samstagabend unter Flutlicht abgehaltenen Finale der Pros war ja im Prinzip vorher fast klar, wer auf dem Podest landet. Es ging da eigentlich nur um die Reihenfolge. Aber fangen wir auch hier mit Platz 5 an. Da landete Phil Aller, der mit solidem Style und Sachen wie Truckdriver über die Spine und Manual to Barspin-Drop von der Subbox zu gefallen wusste. Am Ende seines zweiten Final-Runs bezwang er auch wieder seinen Signature-Fufanu am Geländer, bei dem das ziemlich breite Table der Rampe ihm in diesem Jahr weniger Probleme machte als im letzten. Männlich geklärt Mr. Aller. Zu Chris Mahoney dem alten Krawallbruder könnte man sagen, dass er die Zähne zusammengebissen hat und trotz gebrochenem Fuß gefahren ist, wenn bei ihm nicht die besagten Kauwerkzeuge in größerem Umfang fehlen würden. So ist es wohl mit ziemlich dicken Eiern und einer Extraration Painkillers zu erklären, dass dem jungen Herrn sein Handicap kaum anzumerken war. Umso mehr fühlte sich der Moderator dazu motiviert, alle 10 Sekunden darauf hinzuweisen. Auf jeden Fall war nichts mit Schongang. Flairs, 360 Whip und Nofoot-Can-Cans über die Spine genauso wie Doublewhip to Tailtap oder Manual to Whip-Drop-In. Gereicht hat das am Ende für Platz 4. Die Bronzemedaille durfte sich diesmal Mark Webb umhängen. Dafür musste er nur so fahren, wie er es immer macht – egal ob Contest oder Session am Localspot. Das beinhaltet dann so Sachen wie Lookdown-Flair, Nohand-Flair, 360-Doublewhip, Truckdriver to X-Up oder auch Whip to X-Up. Wenn er seinen letzten Trick, einen „einfachen“ 900, hingenagelt hätte, statt sich dabei den Arm zu brechen, wäre er sicher noch weiter oben gelandet. Zum Zweitplatzierten Daniel Dhers ist nur zu sagen, dass er wie eine Maschine fährt. Für meinen Geschmack zwar etwas zu viel gewhippe und zu wenig Style, aber die ausnahmslos sauber gelandeten Tricks sprechen für sich: z. B. Superman to Whip und Nofoot-Can-Can to Whip über die Spine, Doublewhips in allen möglichen und unmöglichen Variationen und Tabletop-Flair oder Alley Oop-Flair. Nur Ben Wallace konnte diese Stuntshow noch toppen, indem er zu so harten Sachen wie Downside-Doublewhip auch stilsicher vorgetragene „Basic-Moves“ wie z. B. Nosedive-360-X-Up hinzufügte und insgesamt etwas abwechlungsreicher unterwegs war als sein Vorgänger. Der Sieg war somit völlig verdient, der Moderator am Rande des Kreislaufzusammenbruchs und das Publikum begeistert.

So, das war zwar nicht alles von den BMX-Masters, wohl aber das Ende unseres Berichts, da unser Flatland-Schreibeling nicht geliefert hat und wir die Vert-Finals wegen doch recht fortgeschrittener Tageszeit und langer Heimfahrt nicht mehr miterlebt haben. Also dann Köln, schön war´s. Bis zum nächsten Jahr.«««

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YASUYUKI TAKEO IST SEIT 31 JAHREN AUF UNSEREM PLANETEN.

ER LEBT IN YOKOHAMA. MIT 3,6 MILLIONEN EINWOHNERN IST YOKOHAMA DIE ZWEITGRÖSSTE STADT IN JAPAN UND TEIL DES BALLUNGSGEBIETS VON TOKIO. YASUYUKI FÄHRT SELBER AKTIV FLATLAND. SEINEN LEBENSUNTERHALT VERDIENT ER ALS PROGRAMMIERER.

WANN UND WIE HAT ES BEI DIR MIT DEM FOTOGRAFIEREN ANGEFANGEN? Ich bin sehr viel Flatland gefahren und wollte professioneller Flatlander werden, aber nach einer Verletzung war meine Karriere plötzlich vorbei. Nach Tagen der Entäuschung war ich auf der Suche nach einem anderen Hobby. Ich hatte schon ein paar Artikel für japanische Mags geschrieben, die sich für BMX interessieren. Ein Redakteur hat mich dann dazu gebracht, auch noch mit der Fotografie anzufangen. WIE BIST DU ZUR BMX-FOTOGRAFIE GEKOMMEN? BMX war für mich das, mit dem ich am Meisten in Kontakt stand, seitdem ich Hardcore-Flatlander war. Ich liebe es einerseits, zu fotografieren und andererseits, selber zu fahren. Das gibt mir die Möglichkeit, die Fahrer besser zu verstehen als irgendjemand anders. BMX ist für mich das beste Werkzeug um Menschen zu verstehen. BIST DU EIN ABSOLUTER AUTODIDAKT ODER HAST DU DICH DURCH EIN STUDIUM ETC. WEITERENTWICKELT? Ich mache mir sehr viele Gedanken über das was ich mache. Ich versuche auch viel von anderen Fotografen um mich herum zu lernen. KANNST DU VOM FOTOGRAFIEREN DEINEN LEBENSUNTERHALT BESTREITEN? Nein, aber ich hoffe dass es irgendwann klappt. Momentan verdiene ich mein Geld als Programmierer. WIE VIELE BILDER HAST DU IM LETZTEN JAHR GESCHOSSEN? Umm, ich kann mich nicht genau daran erinnern. Ungefähr 20000 oder so, da muss ich doch gleich daran denken, wie viel Platz das auf meinem Computer einnimmt. WENN MAN DEINEN FOTOKOFFER ÖFFNET, WAS FINDET MAN DORT AN? Zwei Röhrenblitze, Canon 550EX und Sunpak 5000AF, drei FreeXwire Radio Slaves, EOS7, EOS 5D, Hasselblad 503CW, einige Zoom-Objektive für meine EOS-Kameras, einige Filme, drei Akkus für digitale Kameras. . STELL DIR VOR DU HÄTTEST ZWEI STUNDEN IN DEINEM FAVORISIERTEN FOTOLADEN UND ALLES OHNE BEZAHLUNG. WAS WÜRDEST DU MITNEHMEN? Ich würde nehmen ein „Sinarback eMotion 75LV“ Rückteil und ein 30mm Fischauge für meine Hasselblad, dann noch eine EOS 1Ds Mark2 und und und... LINKS: TAKUMA KAWAMURA - Setagaya, Tokyo, Japan

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ZU WELCHEN ORTEN HAT DICH DAS FOTOGRAFIEREN SCHON GEBRACHT? Wenn ich in der Welt der Fotografie bin, dann fühle ich, wie mich jemand an einen bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit führt, wo dann ein Objekt vor mir auftaucht. Ich bin mir sicher, dass die Fotografie mir die Möglichkeit bietet, Zeuge von Momenten zu sein, die man nicht in Worte fassen kann und die man ohne die Fotografie nie sehen würde. WO WÜRDEST DU GERN MAL EIN FOTOSHOOTING HABEN? Da gibt es viele Orte, wie z. B. Marokko, Ägypten, Polen, Südpol, etc... WENN DU NUR NOCH FÜNF TEILE VON DEINEM EQUIPMENT VERWENDEN DÜRFTEST, FÜR WELCHE TEILE WÜRDEST DU DICH ENTSCHEIDEN? Leider habe ich nicht so viel Equipment. Äh, vielleicht meine Hasselblad 503CW, EOS 5D, ein Zoom-Objektiv, ein Stativ und einen Blitz. WAS MÜSSTE NOCH ERFUNDEN WERDEN, UM DAS FOTOGRAFIEREN ZU OPTIMIEREN? Ich würde gern einen Auslöser erfinden, den ich mit meinem Augenzwinkern synchronisieren kann. Damit würde man nie den richtigen Moment verpassen. WELCHE VOR- UND NACHTEILE HAT FÜR DICH DIE DIGITALE FOTOGRAFIE? Die Farbtiefe ist zu gering und manchmal ist das Digitale zu sehr kontrolliert. WAS MACHT FÜR DICH EIN GUTES FOTO AUS? Ein Foto, das den Betrachter zum positiven Denken anregt,ist für mich ein gutes Foto. GIBT ES TRICKS DIE DU BESONDERS GERNE FOTOGRAFIERST? Jeder Trick, der Energie zeigt und Tricks, bei denen der Fahrer einen speziellen Ausdruck hat.

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LINKS: YORK UNO KOMATSU

Ishikawa, Japan

RECHTS: UHOU „UFO“ AZUMA

Mongkok, Hong Kong


TAKUMA KAWAMURA - Meguro, Tokyo, Japan

IST DIR BEI EINEM SHOOTING EINMAL ETWAS WERTVOLLES ZU BRUCH GEGANGEN? Ein 15mm Fischauge ist mir bei einem Contest zu Bruch gegangen. WOFÜR INTERESSIERST DU DICH SONST NOCH? Contests zum Laufen bringen, Web-Seiten programmieren, Design und Kurzfilme machen. HAST DU DICH SELBST SCHON EINMAL NACKT FOTOGRAFIERT? Nein (lacht)! HILFT ES FOTOGRAF ZU SEIN, WENN MAN MÄDCHEN RUMKRIEGEN MÖCHTE? Ich wünschte es wäre so (lacht)! GIBT ES ETWAS, DASS DU NICHT ABLICHTEN WÜRDEST? Etwas, was mich traurig macht. WIE VIEL GELD HAST DU UNGEFÄHR SCHON IN DEINE AUSRÜSTUNG INVESTIERT? Ungefähr 8000 $ habe ich für mein Equipment ausgegeben. Das ist sicherlich wenig im Vergleich zu dem, was andere Fotografen ausgegeben haben.

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Dies ist die Geschichte des Mister Zwanzig Zoll, der hatte zwanzig wilde Frauen, die liebte er ganz doll. Eines Tages kamen zwanzig wackere Recken, und nahmen ihm weg, seine süßen Schnecken. Als erstes kam ein gewisser Mager, der sang ´nen wunderschönen Schlager. „Teilen macht Spaß“ war der Name, damit entführte er die erste Dame. Dann kam der Paddy, und sagte: „Hey Babe steig ein in meinen Caddy.“ Er trat aufs Gas, und Mister Zwanzig dachte sich ‚das wars‘. Weiter gings mit Bodo, der blickte ganz verliebt und machte einen auf Frodo. Ich steh auf dein Superman-Seatgrap sprach die Eine und nahm den Bodo an die Leine. Als nächster kam der Graf, der mit seinem Lächeln das Herz einer weiteren Dame brach. Der Funk machte einfach ein auf Punk, und nahm das nächste Mädel auf ner Bank. Da war dann noch der Friedrich, der hatte mal wieder einen Wüterich, Eines der Mädels sagte ihm: „Sei doch nicht so böse, dann zeig ich dir auch meine Mö......“. Sergej der alte Kasache wurde heimgesucht von Montezumas Rache. Eins der Mädels namens Dorothee pflegte ihn mit Liebe und heißem Magen-Darm-Tee. Sebo war mal wieder auf Placebo. Mit nem weiteren Mädel reihte er sich ein in Sergejs wilden Krankenverein. Dann war da noch der Senad, der fast immer einen stehn hat. Zusammen mit dem Geilsten, dessen Teil steht ja bekanntlich am steilsten, nahmen sie jeder eine Lady und sagten denen sie wären Kumpels von Slim Shady. Nichts anbrennen lies auch der Heyer und überzeugte die nächste Dame durch seine dicken Eier. Der Wilke laSS die ganze Zeit nur Rilke Eine der Damen rief: „Hach du bist so intellektuell, los komm mit mir ins Bett ganz schnell!“

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Monkey war so funkey. Er schwang sei Tanzbein, und siehe da, auch er schlief nicht alleine ein. Tobias W. sang die ganze Zeit nur dickes B. Beeindruckt von seinem Lied, griff ihm eine der Damen sofort ans Glied. Paulsen war am faulsten. Plötzlich kam eine der Damen, und wollte wissen seinen Namen. „Paulsen“ sagte Benny, und zeigte der Dame seinen Svenny. Herr Bekurtz schaute ganz verdutzt, als eine Dame kam und sich einhakte in seinen Arm. Sie dachte sich: „Was für ein süßer blonder Wicht, seine Schmutzfinger aber sah sie nicht“. Köhler war mal wieder schöner, und die ganze Zeit nur am luken, schließlich entschied er sich für das Mädel mit den größten Hupen. Die Wildners waren auch am Start, und nahmen zwei Mädels auf die bayrische Art. Ein Dirndl vor den Bauch gespannt, dazu ein Maß Bier in jeder Hand. Zu guter Letzt kam da noch der Kopp, und sagte zu dem letzten Mädel etwas grobb: „Wir sind doch hier nicht bei: Was bin ich?!“, sie sagte nur: „Shut up und nimm mich.“

Jetzt ist der Mister Zwanzig Zoll seine Bräute los und sitzt traurig mit den Händen in seinem Schoß. Doch siehe da ein Lächeln huscht über sein Gesicht, denn etwas das nahmen sie ihm nicht. Sein Fahrrad ist ihm treu, und steht nicht auf andere Kerle, es ist und bleibt seine einzige Perle. In diesem Sinne maxsomenoise


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Interview: Viktor Strasse / Übersetzung: Sascha Richter

Frankreich, das Land der Weine, der guten Küche und exklusiven Mode, hier gibt es auch eine Reihe talentierter Dirtfahrer. Einer von ihnen heißt Patrick Guimez. Wenn er mal nicht im Sattel sitzt kümmert er sich um sein Klamottenlabel Insane und ganz nebenbei trainiert er das französische Raceteam für die Olympischen Sommerspiele 2008. Bei all den Aufgaben bleibt sicherlich nicht mehr ganz so viel Zeit, um tägliche zu fahren, aber wenn Patrick Guimez zu einer gemütlichen Session ansetzt, sieht man, dass er Perfektionist ist und jeder Trick sitzt. Vor einiger Zeit zog ihn die Liebe vom Mittelmeer an die Atlantikküste, dort hat er neben ein paar Trails auch eine Motocross-Strecke hinterm Haus. Bei so vielen Aufgaben und Hobbys kommt bei ihm sicherlich keine lange Weile auf und was er sonst noch macht um dieses zu vermeiden, hat er uns in einem ausführlichen Frage-, Antwortspiel erzählt.»»»

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Ein gestreckter 360 No Hander in seiner alten Heimat nicht unweit vom Mittelmeer. Besser kann man diesen Trick wohl kaum machen. Foto: Viktor Strasse LARS FALKENBERG INTERVIEW ZWANZIGZOLL I

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eigene Klamottenfirma, die Insane Clothing heißt und von der wünsche ich mir, dass sie in Zukunft gut läuft. Außerdem plane ich ein BMX-Camp hier wo ich lebe, um jungen Fahrern dabei zu helfen, sich weiter zu entwickeln. Ich würde gerne auch Mal ein paar Events organisieren oder zumindest dabei helfen. Außerdem mag ich es, Hügel für Contests zu bauen. Wie alt bist du und wo wohnst du im Moment? Ich bin jetzt 27 Jahre alt und lebe im Südwesten Frankreichs, in der Nähe von Hossegor am Atlantischen Ozean. Yeah! Wann hast du dein erstes BMX-Rad bekommen? Mein erstes BMX-Rad bekam ich mit 12 Jahren. Zu dieser Zeit wollte ich eigentlich nur Motocross fahren und fand Fahrräder irgendwie langweilig, aber eine Mischung aus Beidem war dann schon wieder interessant. Was für ein Rad fährst du im Moment? Aktuell fahre ich noch einen ziemlich langen S&M Light as Fuck ohne Pegs mit einem großen Lenker. Ein leichtes Rad um Trails und ein wenig Park zu fahren. Allerdings fahre ich nicht mehr für S&M. Zusammen mit einer neuen Firma, die Koxx heißt, arbeite ich gerade an meiner Signature-Linie, zu der Rahmen, Gabel, Lenker und Sattel gehören. Ich kann es kaum erwarten, die Prototypen sehr bald zu testen. Wie kam es, dass du angefangen hast, BMX zu fahren? Ich habe als Racer begonnen, was in meinen Augen der beste Weg ist. Jeder sollte zum Anfang Race fahren, denn ich denke es ist die beste Schule. Ich bin früher viele Rennen gefahren und habe dabei schon immer kleinere Tricks wie Can-Can, No-Foot, X-up oder NacNac gemacht. Da ich vorher ja schon Motocross gefahren bin, fielen mir die Tricks ziemlich leicht. Schließlich waren die BMX-Sprünge verhältnismäßig klein, so dass ich keine Angst hatte. Glücklicherweise hatte ich in dem BMX-Club, in dem ich fuhr, auch viele tolle Leute um mich, die mir dabei halfen, mich schnell zu entwickeln. Wie alt warst du als du festgestellt hast, dass du vom Sport leben könntest oder hast du immer noch nebenbei gearbeitet, obwohl du gesponsert wurdest? Hattest du vielleicht sogar ganz andere Pläne für die Zukunft? Also mit 17 bin ich meinen ersten Dirt-Contest gefahren und wurde direkt Zweiter. Gleich danach bekam ich ein Sponsoring und so geht das nun mittlerweile seit zehn Jahren. Ich bin in Europa viele Shows für eine Firma gefahren und wurde dafür sehr gut bezahlt. Aber irgendwann langweilte es mich, nur Shows zu fahren und keine Contests. Denn ich liebe Contests. Es ist gut, neue Leute zu treffen und die ganzen guten Fahrer zu sehen, die ihre neusten Tricks machen. Nach meiner Show-Karriere entschied ich mich, eine Prüfung als BMX-Lehrer zu machen und arbeitete dann fünf Jahre lang als Trainer für Racer und Freestyler. Seit zwei Jahren helfe ich nun dem Französichen Race-Team dabei, sich auf die Olympischen Spiele vorzubereiten und muss sagen, dass dies das Beste ist, das ich in meinem Leben bisher gemacht habe. Deswegen danke ich Fabrice Vettoretti dafür, dass er mir das ermöglicht hat und ich mit dem Team arbeiten darf. Durch das Ganze habe ich festgestellt, dass man das Fitness-Studio und solche Sachen nutzen muss, um gut in dieser Disziplin zu sein. Im Moment fahre ich also zwei bis drei Mal die Woche mein kleines Rad und mache sonst alle möglichen anderen Dinge. So fühle ich mich besser und mein Level ist höher. Was meine Pläne für die Zukunft betrifft kann ich nur sagen, dass ich jemand bin, der viel nachdenkt und es nicht mag, zu warten bis mir einer sagt was ich tun soll. Ich habe ja meine

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Im nächsten Jahr wird BMX-Race eine Disziplin bei den Olympischen Spielen in Peking sein. Du bist der Trainer des französischen Teams und sollst dafür sorgen, dass sie eine Medaille abfassen. Erzähl doch bitte etwas mehr über diesen Job. Ich bin nur der zweite Trainer. Der Cheftrainer fragte mich, ob ich mit ihm arbeiten und ihm helfen wollte. Natürlich sagte ich zu und es ist eine der besten Erfahrungen, die ich in meinem ganzen Leben gemacht habe. Alle Beteiligten geben alles für die Olympischen Spiele. Zum Anfang habe ich nur mit den Fahrern gearbeitet, aber schließlich entschloss ich mich, das ganze Programm mitzumachen. Dadurch fühle ich mich jetzt unglaublich gut – im Kopf und auch im Körper. Diese Jungs haben mir gezeigt was es heißt, ein wirklicher Profi zu sein und dafür möchte ich mich bei ihnen bedanken. Mein eigentlicher Job ist ziemlich einfach. Ich muss mich nur darum kümmern, dass alle ihr Trainingsprogramm absolvieren und dass sich alle gut fühlen. Ich bringe z. B. die Fahrer zur Race-Bahn. Außerdem fahren wir oft alle zusammen auf der Straße und ich liebe es, denn man ist so schnell. Hinzu kommt, dass ich mich um die Einstellung dieser Kids kümmern muss, denn die sind genauso durchgeknallt wie die Freestyle-Fahrer. Inzwischen sind sie alle wirklich gute Freunde von mir geworden. Wieso bist du eigentlich an die Westküste Frankreichs gezogen? Hauptgrund für die Entscheidung an die Westküste zu ziehen war, dass ich etwas Ruhe in meinen Kopf bekommen musste. Wo ich vorher gewohnt habe lastete zu viel Druck auf mir – nicht was das Radfahren angeht, sondern im täglichen Leben. Wenn du mich fragst, sind die Menschen im Südosten Frankreichs, wo ich vorher gelebt habe, irgendwie komisch und beobachten einander viel zu sehr. Da wo ich jetzt wohne, bin ich allein, habe meine Ruhe und zum Ozean sind es nur 10 Minuten. Ich habe mein gesamtes bisheriges Leben im Südosten verbracht und die letzten drei Jahre mit Alex Dropsy und noch einem Freund in einem Haus gewohnt – mit Trails im Canonball im Herbst! Foto: Viktor Strasse Garten und dem ganzen Zeug. Das war spaßig, aber trotzdem musste ich mal allein sein und nachdenken. Hier fange ich jetzt wieder an, mir neue Trails mit einem großen Gap am Anfang zu bauen. Es gibt aber auch schon Trails in der Nähe meines Hauses, genauso wie eine Minirampe, einen Indoor-Park und natürlich das Meer. Ach ja, die Mädels hier sind auch echt wunderschön. Außerdem fahre ich ja auch FMX und hier ist der beste Ort in Frankreich, um das zu tun. Manu Troux lebt hier und ist inzwischen ein guter Freund. Darüber bin ich echt froh, denn er hilft mir sehr dabei, mich weiter zu entwickeln, was FMX angeht. Das kommt mir natürlich auch beim BMX-Fahren zu Gute. Eins ist klar, ich bereue gar nichts! »»»


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Fährst du eigentlich nur Dirt? Das kommt drauf an. Ich fahre schon eher Dirt, aber auch gerne mal einen guten Park oder Bowl. Was ich am Dirt-Fahren so mag ist die Ruhe und die Tatsache, dass man sich seine Hügel selber baut. Seit ich hier in meiner neuen Heimat wohne, bin ich nur Park gefahren, denn das Wetter war ziemlich scheiße in letzter Zeit. Wir haben aber schon damit begonnen, eine große Line bei den Trails zu bauen und ich kann es kaum erwarten die zu fahren. FMX ist meine zweite Leidenschaft und ich glaube, ich werde dort den ganzen Winter mit meinem Motorrad durch die Gegend jagen und danach wieder mit meinem BMX. Ich bin süchtig nach Sport. Welche Hobbys hast du auSSer BMX und FMX? Ich mache alle möglichen Sachen. Ich gehe viel ins Fitness-Studio um hart wie ein Stein zu sein, falls ich mal einschlage. Ich fahre „normales“ Fahrrad und Motocross, fahre Pit-Bike, klettere, mache jetzt Kampfsport und außerdem gehe ich gern auf Partys. Und natürlich liebe ich auch die Mädels. Wann bist du eigentlich auf die Idee gekommen, deine eigene Klamotten-Marke heraus zu bringen und wie fühlt es sich an, sein eigenes Ding zu machen? Ich habe Insane Clothing vor vier Jahren zusammen mit zwei Freunden gegründet und inzwischen arbeiten vier Leute daran. Ich hatte schon länger im Kopf, etwas in dieser Richtung zu machen und eines Tages ging ich einfach zu meinen Freunden und fragte sie, ob wir nicht etwas zusammen machen wollen. Sie sagten sofort zu und wir begannen noch am gleichen Tag mit der Arbeit. Es fühlt sich wirklich gut an, etwas eigenes zu machen, denn niemand sagt dir, was du tun sollst und es macht zufrieden, deinem „Baby“ dabei zuzusehen, wie es jeden Tag wächst. Was mich auch sehr freut ist, dass wir in den vier Jahren, die wir jetzt als Partner zusammen arbeiten, noch nie Stress miteinander hatten. Alles läuft gut, jeder hat seine Aufgaben und erledigt sie mit einem Lächeln im Gesicht. Ich habe zwar keine Ahnung, ob Insane irgendwann mal gut laufen wird, aber eins weiß ich sicher: Wir werden dafür kämpfen und wir lieben es. Es ist unser Traum und der muss irgendwann war werden.

Diese Seite: 35° C, Atlantikküste,die Sonne brennt und der No Footed Can Can sitzt. Foto: Manu Sanz Sequenz: Wenn man nur das große Bild der Sequenz betrachtet könnte man denken, der Flip ist etwas schief. Bei genauerem Studieren der Bilder sieht man, dass es sich hierbei um eine Barel Roll mit Lookdown handelt. Sequ.: Manu Sanz

Zum Insane-Team gehört ja auch ein Formel-1 Pilot. Erzähl doch mal, wie es dazu gekommen ist. Durch das viele Reisen in den letzten Jahren habe ich so viele Leute kennen gelernt und der von dem du sprichst ist Frank Montagny, der Testpilot von Toyota. Er ist ein Freund eines guten Freunds von mir. Irgendwann habe ich meinen Freund mal über ihn ausgefragt, weil ich seinen Style irgendwie mochte – seine Klamotten und den kaputten Haarschitt. Also habe ich ihn einfach angeschrieben und ihm angeboten, ein paar Sachen zu schicken. Er mochte es und fertig. Wir haben aber auch viele andere gute Fahrer in unserem Team, die uns überall auf der Welt repräsentieren und möchten allen, die es hier lesen können dafür danken. Wo bist du mit deinem Rad schon überall gewesen und welcher Ort hat dich dabei am meisten beeindruckt? Ich reise überall in der Weltgeschichte umher. Ich fahre z. B. gerne in die Staaten, um zu trainieren. Aber der beste Ort, an dem ich bisher war, ist Kolumbien. Dort habe ich eine Lektion fürs Leben gelernt.

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Dieses Land ist wundervoll und die Fahrer dort sind unglaublich und sehr nett. Ich kann meinem Freund Alejandro Caro gar nicht genug dafür danken, dass er uns zu sich eingeladen hat. Dieser Typ ist so cool und fährt so gut. Ich werde dieses Jahr noch einmal da hin fliegen, um Freunde zu treffen und viel zu lernen. Hast du überhaupt noch so viel Zeit, um zu reisen oder nimmt Insane die meiste Zeit in Anspruch? Ich reise so viel es geht, denn ich liebe es und weiß, dass ich es jetzt tun muss, so lange es noch geht. Für Insane kann ich auch von überall aus über das Internet arbeiten. Ich mag es zu sehr, etwas Neues

zu erleben. Ich glaube sogar, dass ich in diesem Jahr mehr unterwegs bin, als je zuvor. Dafür gebührt meinen Sponsoren an dieser Stelle einmal ein Dankeschön. Kannst du dir vorstellen, irgendwo anders als in Frankreich zu leben? Also wenn ich mir das aussuchen könnte dann glaube ich würde ich gerne drei Monate in den USA wohnen, drei Monate in Kolumbien und den Rest des Jahres in meinem Haus. Wenn ich könnte würde ich es so machen, aber ich bräuchte jemanden, der sich um meinen Kater kümmert. Er sieht aus wie ein wilder Tiger und ist ein bißchen verrückt.

Fährst du gerne Contests und wenn ja, welcher gefällt dir am besten? Ich liebe es, denn das ist der allerbeste Weg, um neue Leute zu treffen und mit Freunden abzuhängen. Am meisten mag ich es, zu einem Contest zu fahren und dann noch ein paar Tage länger zu bleiben, um sich alles Mögliche anzuschauen. Die Contests in Deutschland und Großbritanien sind die besten, die ich bisher mitgefahren bin. Ich liebe z. B. die Urban Games, den Rebel Jam, die Masters, Fise in Frankreich, Vibrations Urbaines und so weiter. Eigentlich mag ich diese Contests auch, weil sie alle unterschiedlich sind.

In den letzten Jahren sind die Tricks immer krasser geworden und viele neue Gesichter haben BMX auf das nächste Level befördert. Du machst ja z. B. auch Frontflips und Doublewhips. Was glaubst du, kommt als nächstes, oder ist die Grenze des Machbaren schon fast erreicht, was Tricks angeht? Da ist noch lange keine Grenze erreicht. Wir müssen uns nur Gedanken machen und vieles wird noch möglich sein. BMX ist so technisch, dass die Trickmöglichkeiten endlos sind, wenn du mich fragst. Und auch wenn die Tricks immer unglaublicher werden, hat das nicht viel mit Stunts zu tun. Die Fahrer sind heutzutage professionell und denken nach, bevor sie etwas versuchen. Unser Sport ist ein richtiger Sport mit allem was dazu gehört. Ich liebe ihn und hoffe, noch lange fahren zu können.»»»

LARS PATRICK FALKENBERG GUIMEZ INTERVIEW INTERVIEWZWANZIGZOLL ZWANZIGZOLL I

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Gross: Flipwhip bei den Masters! Foto: Viktor Strasse Rechts: Lookdown bevor die Sonne im Meer versinkt. Foto: Manu Sanz


Wann hattest du das letzte Mal so richtig Angst? Als ich mein Gesicht im Spiegel gesehen habe! Ernsthaft, ich habe immer mehr Angst um meine Freunde, als um mich selbst. Wenn du fährst, dann kannst du dir darüber keine Gedanken machen. Wenn du vor etwas Angst hast, kannst du nicht ordentlich fahren und dich konzentrieren. Also denke ich einfach nur an das, was ich machen möchte und wenn etwas schief läuft, versuche ich mich so gut zu retten, wie es geht. Gibt es einen Trick, den du schon oft probiert und noch nie geschafft hast, den du aber unbedingt mal durchziehen möchtest? Ja, diese beschissene Barrel-Roll! Ich habe keine Chance das jemals zu schaffen, obwohl ich glaube, dass es einer der leichtesten Tricks überhaupt ist, wenn man ihn erstmal kann. Außerdem würde ich dieses Jahr auch gerne Double-Flips, Flip-Double-Whips und 360-Double-Whips lernen. Das heißt, es wird noch einige Einschläge geben. Wie siehst du dich selbst in 30 Jahren? Ich werde sicher genauso bescheuert sein, wie jetzt. Außerdem habe ich wahrscheinlich zwei oder drei Kinder und jede Menge Narben von irgendwelchen verrückten Aktionen. Ich wünsche mir, dass ich immer noch mit BMX zu tun habe und mein Bestes für diesen Sport geben kann und dass ich immer noch für Insane arbeite. Was hältst du von Myspace und wie viele Freunde hast du da? Also ich habe zwar ein Myspace-Profil, aber ich bin darin nicht so der Allerbeste. Dafür bin ich irgendwie zu faul. Ich glaube ich habe vielleicht 30 Freunde und ich gehe auch nicht regelmäßig da drauf, um zu checken, was los ist. Ich denke aber, es ist ein guter Weg, mit fremden Menschen in Kontakt zu kommen. Welchen Fahrern schaust du gern zu und mit wem fährst du am liebsten? Einer der besten Fahrer im Moment ist Corey Bohan. Er hat Style und dicke Tricks. Meinem Kumpel Pacal Guerard schaue ich auch gerne beim Fahren zu. Dieser Typ fährt so gut Dirt und weiß es selber gar nicht. Ich mag aber auch die ganzen Pernier-Locals, Sergio Layos, Markus Hampl, Alejandro Caro, die Ospina-Brüder und noch viele andere.

Okay, kommen wir nun zum Dies-oder-Das-Teil der Fragen. Hauteng oder Baggy-Style? Eng, aber nicht zu eng. Meine Schoner müssen unter die Hose passen und außerdem müssen meine Eier noch genug Luft bekommen. Wein oder Bier? Weder noch. Ich trinke überhaupt keinen Alkohol mehr, sondern nur noch Wasser. Ghetto-Contest oder X-Games? Beides. Wir brauchen alle Arten von Contests – Ghetto für die Szene und die X-Games für die Medien. Barbeque oder Lachs? Gegrillter Lachs beim Barbeque! Rap oder Rock? Auf jeden Fall Rock! Party oder Chillen? Chillen auf Partys! Frühling oder Herbst? Definitiv Frühling! Ich hasse Regen obwohl es für die Dirts machmal ganz gut ist. Schnee oder Ozean? Da nehme ich den Ozean, denn da sind viel mehr Mädels. Ipod oder CD? Ipod!

Möchtest du noch jemandem danken? Ich danke all meinen Freunden und Sponsoren (Koxx, Odyssey, Von Zipper, Globe Shoes, Eastpak und Pull-In). Außerdem bedanke ich mich bei allen Leuten, die an mich glauben und mir helfen mich weiter zu entwickeln. Dazu gehören zum Beispiel auch die Leute, die ich in meiner neuen Heimat um mich habe und die so nett sind – die Chichine-Familie, Manu Troux und seine Frau, General Bio, Theo, Thomas Gonzales, Bud Racing und alle, die ich jetzt noch vergessen habe. Ich danke auch allen Leuten, die mich nicht mögen und die Scheiße über mich erzählen. Irgendwann hat mir mal jemand gesagt, dass ich nicht viele Freunde habe. Er hatte Recht. Die wahren Freunde kann man meistens an einer Hand abzählen, aber die sind dafür wirklich für dich da. Riesendank gebührt natürlich auch meiner Familie, besonders meiner Mutter und meiner Schwester, für all die Liebe die sie mir geben und gegeben haben. Timo Pritzel danke ich dafür, dass er der gleiche ehrliche und aufrichtige Typ geblieben ist, als den ich ihn vor einigen Jahren kennen gelernt habe und natürlich Merci an euch für dieses Interview. Bleibt nur zu sagen, dass ich BMX liebe, weil es ein wundervoller und einzigartiger Sport ist.««« LARS FALKENBERG INTERVIEW ZWANZIGZOLL I

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DANIEL KRÁLIK KOMMT AUS UNGARN, IST 26 JAHRE ALT UND LEBT IN BUDAPEST. ER MAG KEIN KOKAIN ABER STEHT VOLL AUF CURRY-CHICKEN. DURCH DIE ANALOGE FOTOGRAFIE HAT ER GELERNT, PRÄZISE ZU ARBEITEN, WAS IHM IM ZEITALTER DER DIGITAL-FOTOGRAFIE NATÜRLICH ZU GUTE KOMMT. AUSSERDEM WÜRDE ER KEIN ANDERES MÄDCHEN AUSSER SEINER FREUNDIN FOTOGRAFIEREN.

BALAZS IVANFI Front Flip Drop an einem der größten Plätze in Budapest. Nachdem er den Front Flip schafte, wurde er verhaftet, aber wenig später wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Grund für die kurzzeitige Verhaftung war, dass ein Polizist meinte, er sollte da vom Dach kommen, Das tat Balázs per Frontflip. Sehr Beeindruckend! NOVEMBER 2006

WANN UND WIE HAT ES BEI DIR MIT DEM FOTOGRAFIEREN ANGEFANGEN? Als ich mit BMX angefangen habe, war ich 19 Jahre alt. Zu der Zeit gab es niemanden, der von meinen Freunden und mir Fotos machen wollte, weil wir ja noch Anfänger waren. Also nahm ich die alte Pentax meiner Mutter und fing an, Fotos zu machen. Von da an investierte ich mein ganzes Geld ins Fotografieren. Später inspirierten mich das RideMag und die Fotos von Mark Losey. So entwickelte sich mein Fotografendasein und auch unser Fahren. WIE BIST DU ZUR BMX-FOTOGRAFIE GEKOMMEN? Das Interesse wuchs schlicht und einfach durch BMX. BIST DU EIN AUTODIDAKT ODER HAST DU DICH DURCH EIN STUDIUM ETC. WEITERENTWICKELT? Das Leben war und ist meine Schule! Na, wie klingt das? Fotos machen ist nur eine Frage der Zeit. Ich habe 5 Jahre lang professionell mit Film fotografiert und konnte Fotografie voll ausleben. In dieser Zeit habe ich viel Snowboard, Skateboard, Motocross, MTB und auch Inline fotografiert. Also würde ich sagen, ich habe viel in der Praxis gelernt. Durch das Benutzen von Blitzen habe ich die Studiofotografie eigentlich auf der Straße gelernt. Und jetzt, nach drei Jahren mit digitaler Kamera, ist alles so verdammt einfach geworden. Doch für mich wäre es nicht das Gleiche, wenn ich nicht mit analoger Fotografie angefangen hätte –durch sie habe ich gelernt, präzise zu arbeiten. KANNST DU VOM FOTOGRAFIEREN DEINEN LEBENSUNTERHALT BESTREITEN? Ja, aber Bling-Bling-Felgen und Kokain-Partys sind nicht drinn. Das brauche ich auch nicht. Vielleicht hilft es, ein paar Filme und Videos zu machen, es ist aber das Gleiche wie bei der Fotografie. WIE VIELE BILDER HAST DU IM LETZTEN JAHR GESCHOSSEN? Digital ist das einfach. Im Zeitraum vom 6. August 2006 bis jetzt habe ich 24440 Fotos gemacht. Wie viele Filme das wären, will ich gar nicht erst wissen. Ach ja, dazu kommen noch ungefähr zehn 35mm-Filme und vier bis fünf 6x6-File(?). WENN MAN DEINEN FOTOKOFFER ÖFFNET, WAS FINDET MAN DORT? Haha, ich hätte fast ein Bild davon gemacht, aber ich dachte es würde niemanden interessieren. Meine Tasche ist auf jeden Fall überladen, mächtig schwer aber nie zu dreckig, so dass etwas vergammelt.

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STELL DIR VOR DU HÄTTEST ZWEI STUNDEN IN DEINEM FAVORISIERTEN FOTOLADEN UND ALLES OHNE BEZAHLUNG. WAS WÜRDEST DU MITNEHMEN? Kein Problem, das bekomme ich auch in zehn Minuten hin. Nikon fm2, Hasselblad 255cc, Hasselblad h2d, Canon Mark III, Fuji s4pro...Blitze, Radio-Slaves und den Teppich!

LINKS: DANIEL CSEPKU mit eiem

ZU WELCHEN ORTEN HAT DICH DAS FOTOGRAFIEREN SCHON GEBRACHT? Einmal quer durch Europa und wieder zurück. Außerdem in die USA. Ich bin schon viel rumgekommen, aber leider noch nicht in außergewöhnliche Länder wie die Mongolei.

UNTEN: GABOR BATARI versuchte eine Tasche nach zuspielen, damit er ohne Ticket reisen könnte. Das hat auch geklappt, weil sie dachten, dass er nicht ganz klar im Kopf sei. Zu dem Zeitpunkt war er es auch nicht.

WO WÜRDEST DU GERN MAL EIN FOTOSHOOTING HABEN? Ich würde gern mal nach Ulan Bator, China, Süd Afrika, Australien und Südamerika. Einfach zu viel für dieses kurze Leben.

Barspin Air in Eger, einer Stadt 60km entfernt von Budapest. Das war der erste offizielle Road Trip in Ungarn, bei dem wir fünf Städte durchquerten. Der Trip wurde von diesem Mann und seiner Firma, mit dem Namen GPSClothing, gesponsort. JUNE 2007

JULY 2003

WENN DU NUR NOCH 5 TEILE VON DEINEM EQUIPMENT VERWENDEN DÜRFTEST, FÜR WELCHE TEILE WÜRDEST DU DICH ENTSCHEIDEN? Gewöhnlich benutze ich an einem normalen Tag auch nicht viel mehr. D 200, 1.4 / 50mm Nikkor Objektiv, 10.5 Nikkor Fischauge, SB 28 Blitz und Pocket Wizards. WAS MÜSSTE NOCH ERFUNDEN WERDEN, UM DAS FOTOGRAFIEREN ZU OPTIMIEREN? Ich dachte, ich hätte das menschliche Stativ erfunden. Später habe ich dann aber herausgefunden, dass es das schon vor mir gab. Ernsthaft, ich hätte gern kleineres und kompakteres Equipment, das aber trotzdem hohe Leistung hat. Eine Kamera, die Bilder macht, ohne dass man später Photoshop braucht, wäre auch sehr angenehm. Oder ein Objektiv für digitale Kameras, das trotz voller Blendenöffnung superscharfe Bilder macht. WELCHE VOR- UND NACHTEILE HAT FÜR DICH DIE DIGITALE FOTOGRAFIE? Ich mag das digitale Fotografieren. Ich denke das Problem ist, das Digitale ist noch nicht alt genug und nicht Trendy in der FotografenSzene. WAS MACHT FÜR DICH EIN GUTES FOTO AUS? Es sieht einfach nur gut aus, sorry! GIBT ES TRICKS, DIE DU BESONDERS GERNE FOTOGRAFIERST? Ausgefallene Sachen an außergewöhnlichen Orten, schöner Style, krasse Sachen. Keine Ahnung, eigentlich kann ich auf diese Frage mit einem Nein antworten. IST DIR BEI EINEM SHOOTING EINMAL ETWAS WERTVOLLES ZU BRUCH GEGANGEN? Zwei komplette Fisheye-Objektive. Eins war ein 16mm RussenFischauge für meine Nikon. Es hat über sechs Jahre funktioniert, also war es an der Zeit zu gehen. Das andere war ein 30mm Objektiv für meine Mittelformat Kamera. Also diese beiden Sachen mussten drann glauben. GIBT ES EINE AUSSERGEWÖHNLICHE STORY, DIE DU BEIM FOTOGRAFIEREN ERLEBT HAST? Ohh, ich habe ab und zu eine Einweg-Kamera dabei. Ich liebe diese Dinger, denn ich finde es witzig, meine Freunde zu beobachten, indem ich diese Kameras benutze. Die Bilder mit ihnen werden für mich immer interessanter, weil man so viele lustige Sachen damit knipst.

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WOFÜR INTERESSIERST DU DICH SONST NOCH? Alexandra (ich nenne sie nie so), sie ist mein Lieblingsspielzeug und ich ihres, Egal! BMX gar keine Frage. Sonst Familie, Arbeit und Radfahren, aber dafür habe ich nicht mehr allzu viel Zeit. Eigentlich interessiert mich alles, was Spaß macht. HAST DU DICH SELBST SCHON EINMAL NACKT FOTOGRAFIERT? Yes. www.myspace.com/danielnackedwow (Hä??? Geht nicht!) HILFT ES FOTOGRAF ZU SEIN, WENN MAN „CHICKS“ RUMKRIEGEN MÖCHTE? Keine Ahnung, ich gehe einfach nur ins Geschäft und dann kaufe und brate ich es. Besonders mag ich Curry-Chicken mit Reis. Ich kann mich nicht mehr mit ihnen unterhalten, wenn ich sie treffe, sie sind dann schon tot. Habe ich da irgendetwas falsch gemacht?

DANIEL JOSA - Bunnyhopp Whip! Ürsprünglich wollten wir in einer kleinen Stadt ein paar Bilder für ein ungarisches Magazin machen. Aber der Ort war total ungeeignet für BMX-Fotos. Auf dem Heimweg nutzten wir die Zeit im Gepäckabteil. Ich liebe die ungarischen Züge, Trash! NOVEMBER 2006

GIBT ES ETWAS, DAS DU NICHT ABLICHTEN WÜRDEST? Ein paar Fahrer haben diesen Status bei mir erreicht. Und Ich würde auch keine Pornosachen, Hochzeiten oder Dinge mit schlechtem Karma fotografieren. Außerdem auch keine anderen Mädchen außer meiner Freundin. WIE VIEL GELD HAST DU UNGEFÄHR SCHON IN DEINE AUSRÜSTUNG INVESTIERT? Ungefähr 30% von dem, was ich damit verdiene.

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werbung nr 11

BEHIND THE LENS ZWANZIGZOLL I

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Fotos & Text: Viktor Strasse

Es ist Sommer und die Sonne lacht an vielen Orten der Welt. In Mitteleuropa sieht das diesen Sommer aber ganz anders aus. Das doch so typisch englische Schmuddelwetter hat nun man auch in unseren Breitengraden kennen und lieben gelernt. Gummistiefel im Hochsommer, na ja was soll´s! Da war es doch schon ziemlich passend, dass der Local Support, in einer Halle, in Österreichs Hauptstadt Zürich stattfand. Achtung, wer jetzt nicht zusammengezuckt ist, der hat in Erdkunde geschlafen. Zürich ist gar keine Hauptstadt und erst recht nicht in Österreich.

Das wunderschöne Wien war dieses Mal Austragungsort des Local Supports. Zu aller erst muss gesagt werden, dass ohne Schweiß und Blut des AFT-Teams (Austrian Freestyle Team) das alles nicht möglich gewesen wäre. Einige der fleißigen Bienchen um Senad Grosic herum sind schon jenseits der 30, aber was den Bau der Halle angeht, an Engagement wohl kaum zu übertreffen. Was die fünf Herren dort gezimmert haben lässt sich sehen, eine riesige Quarter-Corner-Konstruktion, Wallrides, Resibox, Spine, Funbox, Foampit...und alles transportabel. Nun gut, so viel zum Interieur. Jetzt kommen wir zum Konzept der Veranstaltung. Gefahren wird in mehreren Teams mit je drei Fahrern in zwei Runs. Jedes Team fährt für einen vorher ausgesuchten Spot ihrer Wahl. Das Siegerteam bekommt dann für den ausgewählten Spot Unterstützung in Form eines Obstacles im Wert von 4000 Euro. Der Name der Veranstaltung war Programm und die Siegerprämie darf diesmal das Land Österreich nicht verlassen und so ging es für einige Angereiste nur um Rum und Ehre. Dies zu den formalen Angelegenheiten. Langsam aber sicher füllte sich am Samstag die Halle mit Fahrern und begeisterten Zuschauern. Schon während des Warm Ups kristallisierten sich einige Talente heraus, die sich gegenseitig pushten. Nun hieß es aber erst einmal Wer mit Wem. Es war ein bunt zusammen gewürfelter Haufen an Teams aus Österreich, Deutschland, Kroatien und Italien - alle wollten sie den Sieg. Dominik Chatsakos aus Wien zeigte neben Wallrides to Tabletops auch Manual to Whip oder Manual to No Foot Can Can in die Boxlandung. Patrick Schwarzenegger, der auch zur Streetfraktion gehört, sprang die Box falsch herum mit Barspins und Lookdowns. Wallrides wurden mit 540 veredelt. Achtung Tech-Tricks, 180 Barspin auf die Box und Fakie-Lookdown in die Landung. Das alles von Thomas Zronik.»»»

Die AFT-Boys in Feierlaune.


Stefan Lantschner vor seinem Platzwundendisaster mit einem schmerfreien Disaster in luftiger Hรถhe.

LOCAL SUPPORT TEAMCHALLENGE ZWANZIGZOLL I

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Michael Blochberger in Action! Hier mit einem Superwhip über Box.

Benno Hankowetz packte die großen Tricks aus und machte Flairs an und 720 über die Spine. Vom Wallride sprang er mit Barspin weg, natürlich Fakie. Dann gab es die Kroaten, die ihr Sparschwein plünderten, um die Halle in Wien auseinander zu nehmen. Sie fuhren als würde es keinen Morgen geben und schmetterten sich mit Doppelwhips, Flipwhips, Flip No Foot Can Can ... durch die Luft. Das eigentliche Global-Team waren an diesem Tag Perry Petermüller, Stevan Lantschner und Toni Wastl. Drei Fahrer aus drei Ländern in einem Team vereint, um für Österreich anzutreten. Stevan Lantschner fuhr die besten Lines und man hätte denken können er fährt einen Bowl. Disaster an einer Fünf Meter Wand, Wallrides in beide Richtungen zum Schwung holen und einen 180 über die Box, um die ganze Sache abzurunden. Leider konnte er den zweiten Lauf des Finales nur vom Krankenhaus aus beobachten, da er einen fiesen Hang Up hatte, der gleich mit einer Platzwunde am Kopf bestraft wurde. Zu Perry Petermüller muss man ohnehin nicht viel sagen, alles super sicher und stilistisch einwandfrei. Er war auch der letzte Fahrer, der im Training das Foampit befahren konnte, da er per Frontflip die Deckenlampe abmontierte. Letzter Trick, im Finale von ihm, Whip to Tailtab to Whip an einer Bank. Nice!

Da das Globalteam mit Stevan Lantschner

schon im ersten Lauf so überzeugte, entschieden sich die Judges den Sieg an dieses Team zu geben. Mit dieser Entscheidung konnte jeder gut leben, denn das Global-Team war sowieso auf Sieg eingestellt und für alle beteiligten wäre es schwer gewesen an diesen Jungs vorbei zu kommen. Der zweite Platz ging an die Zerstörer aus Kroatien, die sich wirklich die absolute Kante gaben. Für diese Herrschaften gab es fairer Weise einen Sonderpreis, schließlich sollten sie ja nicht mit leeren Händen nach Hause fahren. Den letzten Platz auf dem Podium erkämpfte sich der „Bodybuilder Club Vienna“ mit den Muskelboys Dominik Chatsakos, Patrick Schwarzenegger und Benno Hankowetz. Ach ja, dann gab es zwischendurch einen kleinen Manual Contest, um das Publikum bei Laune zu halten. Die Aufgabe hier war, wer umrundet den Werbeaufsteller einer bekannten deutschen Mobilfunkfirma per Manual mit den meisten Runden. Stevan Lantschner borgte sich kurzerhand das Rad von Österreichs Exportschlager Senad Grosic, da er dachte im sitzen und mit treten komme er weiter als alle Anderen. Seine Rechnung ging nicht ganz auf, denn Herr Petermüller kam mit seiner Manualtechnik ein paar Meter weiter. Der Sieg und ein transportables Telefon für Unterwegs gingen an ihn.

Am Ende wurde noch das ein oder andere Bier vernichtet, bevor Geburtstagskind und Moderator Thorsten Pullich sich gebührend im Wiener Nachtleben feiern ließ. Nun gut, ein nettes Wochenende neigt sich dem Ende zu und wer mit dem schlechten Wetter nicht viel anfangen kann, der sollte einfach mal in Wien vorbei schauen um dort die Vorteile einer solchen Halle zu genießen.«««

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Fotos & TEXT: BUSTY WOLTER

Sicher habt ihr schon mal etwas von der DEW Tour gehört, oder? Ja, das ist diese ganz tolle Actionsporttour mit 5 Stopps, bei der nicht nur nach bestimmten Marketing-Strategien ausgewählte Fahrer antreten, sondern sich die besten Athleten auf diesem Planeten in den Disziplinen BMX, FMX und Skateboard miteinander messen dürfen.

„Klingt gut“, dachten sich auch unsere beiden Berliner Zweiradhelden Tobias Wicke und FMX-Pro Busty Wolter und so buchten ihre Tickets ins Land der SUVs...


Dass ein Event, das den Untertitel „Panasonic Open“ trägt, natürlich auch… ähem… leicht kommerziell ist, liegt ja irgendwie auf der Hand. Aber irgendwer muss schließlich die Preisgelder, Parks, Catering etc. bezahlen. Das kann NBC, die hinter dem ganzen stecken, schließlich nicht alleine mit seinen TV-Milliarden. Ich war schon erstaunt als ich gesehen habe, wie groß die Aussteller-Fläche ist und was die ganzen Firmen da an Ständen, Entertainment und for free Produkten unters Volk schmeißen. Krass sind auch die fetten Wohnmobile von einzelnen Companies, aus denen h e r a u s sie ihre Team Fahrer betreuen. Der Skate-Wunderknabe Ryan Scheckler hatte sogar ein ganzes Motorhome von den Ausmaßen einer 4-Raum-Wohnung nur für sich alleine! Echt Wahnsinn wie viel Kohle dort drüben in der Actionsport-Industrie steckt. Davon kann man hier nur träumen!

Das kannNBC, diehinterdem ganzen stecken, schlieSSlich nicht alleine mit seinen TV-Milliarden.

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Für Profis, die bekanntlich auch Geld verdienen müssen, ist die Tour eine super Sache. Zumindest im FMX gibt es keine vergleichbare Serie, wo im Prinzip jeder teilnehmen und gewinnen kann. Im BMX kann da höchstens die LG-Tour genannt werden. Natürlich denkt man sich, dass eigentlich alles passen müsste für die Herren Athleten, ohne die es ja keine Show gäbe.

Doch leider musste ich feststellen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Im Internet sah der FMX-Park ziemlich gut aus. Aber in echt zeigte sich das Ganze von einer anderen Seite. Die Landungen waren recht klein, kein Mensch hatte sich erkundigt, von welcher Seite der Wind in der Regel weht und vor der einen Rampe warnten mich die anderen FMXer noch vorm ersten Training „Da kriegst du voll die Rücklage.“ Sicher könnt ihr euch vorstellen, wie beschissen es sich anfühlt, mit ner 100 Kilo Maschine unterm Arsch in Rückenlage über einen 15m Hügel zu segeln. Seit zwei Jahren sagen wir FMXer das den Veranstaltern, aber die stellen die gleiche Rampe immer wieder hin. Das ist gelinde gesagt „Scheiße“.

Auch Tobi war nicht gerade begeistert vom Streetpark, der quasi in einen BMX- und einen Skateboard-Teil aufgeteilt war. Fahren durfte man natürlich überall, aber von den Obstacles her wurde eigentlich quer durch die Mitte eine Grenze gezogen. Irgendwie fehlte der Flow. „Die Rampen waren schon schnell und man konnte Schwung aufbauen, aber ich habe irgendwie keine richtige Line finden können. Entweder man kam irgendwo mit viel Schwung an und musste fürs nächste Obstacle abbremsen oder man musste nach einem kleinen Hindernis voll rein treten, um genügend Schwung für z. B. die Funbox zu bekommen“, erklärte Tobi mir. „Ich bin da als Fahrer irgendwie etwas im Park verloren gegangen.“ Die Dirts sahen erstmal gut aus mit einem fast senkrechten Roll-In und einem dicken 7m-Gap am ersten Sprung. Ein Problem war aber, dass der Boden sehr staubig und somit rutschig war. Die Absprünge wurden eigentlich ständig neu geshaped.»»»


LARS FALKENBERG DEW INTERVIEW ZWANZIGZOLL II TOUR ZWANZIGZOLL

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Außerdem konnte man da der Roll-In so steil war kaum pushen, und somit nur durch bremsen oder treten die Geschwindigkeit regulieren. Die Fahrer hatten ein volles Programm. Die Trainings vor der offenen Quali fingen am Dienstag an, die letzten Finals wurden am Sonntag ausgefahren. Doch als es endlich losging, wehte ein starker Wind. Anfangs wurde darauf noch Rücksicht genommen und die Sessions wurden etwas verschoben. Aber keiner fühlte sich so wirklich wohl und es war auch keine Besserung in Sicht. Mein Contest endete dann am zweiten Trainingstag noch vor der Quali, als ich bei besagter Scheißrampe natürlich volle Kanne Rücklage bekam, das Bike senkrecht in der Luft hing und ich bei der Landung dann kopfüber übern Lenker flog. Mit voller Wucht knallte ich auf den Rücken. Ich spuckte Blut und mir tat alles weh. Ich wurde ins Krankenhaus eingeliefert, wo sich zum Glück herausstellte, dass nichts gebrochen war. Puh, noch mal Suppe gehabt! Ich war froh, auf meinen Beinen aus dem Hospital laufen zu können, aber irgendwie ärgerte ich mich auch, denn die Sanitäter an der Event-Location waren echt nicht gut. Außerdem schien es keinen von den Veranstaltern wirklich zu interessieren, wie es mir ging. Das kenne ich von unseren europäischen Events ganz anders.

Ich war froh, auf meinen Beinen aus dem Hospital laufen zu können.

Da fährt oft einer von der Organisation mit ins Krankenhaus, um sich um alles zu kümmern, wenn es mal ganz doof kommt. Als ich am nächsten Tag zum Zugucken ins Fahrerlager kam wurde mir erzählt, dass inzwischen noch drei weitere Fahrer über die gleiche Ramp gecrasht sind. Ich wurde sauer. Warum bauen die nicht eine neue Rampe, wenn sich alle Fahrer nun schon im dritten Jahr einig sind, dass die Schrott ist? Das würde die Tour ca. 1500 US-$ kosten. Das sollte bei dem riesigen Tour-Budget doch drin sein!

88 TOUR LARS FALKENBERG 88I ZWANZIGZOLL I ZWANZIGZOLLDEW INTERVIEW


Ebenso hatten wir die ganze Zeit Seitenwind. Wind ist immer doof und man kann einen Track ja auch so bauen, dass er hauptsächlich von hinten und vorne kommt, was schon deutlich angenehmer ist. Auch darüber ärgerten sich viele Fahrer. Die Veranstalter hatten ihre Hausaufgaben einfach nicht gemacht. Schließlich bestätigten uns mehrere Lokale, dass der Wind so gut wie immer aus dieser Richtung bläst. Der Seitenwind war natürlich auch für die BMX- Dirtjumper ein Problem. Die ersten Trainings fielen aus und kaum einer wollte so wirklich fahren, da es eh zwecklos war. Doch als es Zeit für den Contest wurde, half alles nichts mehr. NBC wollte ihre Live-Bilder haben, egal was die Sportler dazu sagten. Viele Fahrer waren noch kein einziges Mal durch die Line gesprungen! Aber darauf wurde keine Rücksicht genommen. Nach einem kurzen Warmup ging der Contest los. Einige Fahrer verzichteten auf den geplanten Start. Aber so eine Entscheidung ist schwer zu treffen, wenn du Sponsoren hast, deren Er wartungen du bei dieser saufetten Tour erfüllen willst, weil sie ja dein Flugticket oder ähnliches bezahlt haben. Von Spirit ist in so einem Fall durch die Veranstalter nichts zu spüren und man merkt schon die drückende Last der Dollarzeichen. Und leider kam es so, wie es beinahe zwangsweise kommen musste. Man pusht sich gegenseitig, angetrieben vom Ehrgeiz, vom Geldbeutel und der Tatsache, dass die anderen Jungs ja auch rausgehen um was zu zeigen. Man will ja keine Memme sein. Aber keiner fühlt sich unter solchen Bedingungen wohl. Steven Murray wollte einen Doubleflip ziehen, sprang aber schon nach dem ersten Viertel der ersten Rotation ab und landete Klappmesser-mäßig auf dem Rücken im Flat. Sofort war klar, dass das nicht gut war. „Ey Alter, der ist doch kaputt, der ist doch futsch“, erzählte mir Wicke deutlich aufgewühlt im Hotel. „Ich musste da weg, ich konnte da nicht hingucken“. Steven hat sich sehr schwer am Rücken verletzt. Ob es jemals wieder gut wird ist fraglich.

Für mich steht die Frage im Raum: ist er das Opfer der geldgierigen Medien- und Veranstalter-Maschinerie geworden, die unbedingt ihre Ergebnisse und Bilder haben wollen und kaum Rücksicht auf die Gesundheit der Athleten nehmen? Was wir machen ist gefährlich genug, da sollte man doch auf die Sportler hören, wenn die sagen, dass die Bedingungen zu gefährlich sind! „Es muss aber jeder selbst entscheiden, ob er fährt. Du wirst ja nicht dazu gezwungen. Im Endeffekt entscheidet der Fahrer, was er macht“, gibt mir Tobi zu bedenken, womit er natürlich auch Recht hat. Durch die hohen Tribünen war der Streetpark ganz gut vorm Wind geschützt. Folglich ging es dort auch gut ab. Tobi hatte die Quali leider knapp nicht geschafft. Ich fragte mich, was die anderen Jungs denn bitteschön draufhätten, wenn unser„Double-U-Icke“ nicht weiterkommt. Als ich die Prelims und das Finale anguckte dämmerte mir die Antwort allmählich. Ich gebe es zu, ich bin ja nur Hobby-BMXer, der viel zu selten Zeit für die Kinderräder hat. Deswegen bin ich nicht immer so up to date in Sachen Tricks, obwohl ich fleißig die ZWANZIG lese. Aber was ich sah, verschlug mir fast die Sprache: Superman Seatgrab-to-Tailwhip oder 360-Barspin-to-Tailwhip bestätigten den Eindruck, den ich bereits bei den FMX-Finals hatte: die Topjungs pushen sich im Moment zu immer neuem Wahnsinn. Das der Rest eigentlich nur blöd zugucken kann und sich entweder fragt „Wie geht denn das bitteschön?“, „Wie kommt man denn auf so was?“ oder „Ziehe ich überhaupt in Betracht, das nur mal ins Foampit zu probieren, geschweige denn irgendwann auch mal auf Dirt/Holz?!?“ Das war definitiv das beste BMX-Park Niveau, das ich je mitbekommen habe! In meiner Begeisterung musste ich mich dann aber wieder von Tobi aufklären lassen: „Das ist da ganz vorne aber normal. Das ist zwar krass, aber nichts total Neues. Wenn man da vorne mitfahren will, dann sollte man das schon draufhaben. Einen 360 Double Tailwhip konnte da im Prinzip jeder Zweite!“!

Von Spirit ist in so einem Fall durch die Veranstalter nichts zu spüren und man merkt schon die drückende Last der Dollarzeichen.

Also ist doch nicht alles doof bei der DEW Tour? Ich bin ehrlich gesagt sehr zwiegespalten. Ich finde es gut, dass das Ganze eine Tour ist, wodurch man konstant auf hohem Niveau fahren muss. Ich finde es auch gut, dass jeder gute Fahrer an den Start gehen kann. Ganz im Gegensatz zu den X-Games, wo nur geladene Fahrer teilnehmen dürfen. Das Interesse großer Firmen und Medien an unseren Sportarten ist natürlich auch nicht schlecht. Was ich aber total Scheiße finde ist, dass man schon den Eindruck bekommt, dass sich alles nur ums große Geld dreht und die Sportarten eher Mittel zum Zweck sind. Was mich ankotzt ist, dass ohne Rücksicht auf Verluste das Programm knallhart durchgezogen wird, die Menschlichkeit bleibt da eher auf der Strecke. Für Mr. Murray wurde von der BMXCommunity ein Spendenfonds eingerichtet, um ihm bei den erwartenden Krankenkosten zu helfen. Nun muss man nicht unbedingt damit angeben, wenn man etwas für einen guten Zweck spendet, aber ich denke nicht, dass die DEW Tour etwas in den Topf mit eingezahlt hat. Zumindest hat man nichts davon gehört, und bei denen würde ich erwarten, dass sie das publizieren. Was würden diese eigentlich ohne die Athleten machen, die für sie die Knochen riskieren? Für mich war die DEW Tour in Baltimore das erste und das letzte Mal. Die Big Player in den Sportarten kann ich gut verstehen, dass sie das Spiel des Business wegen mitspielen, aber ich brauche mir das nicht noch mal anzutun. Ich fahre lieber bei uns in Europa mit weniger Geld im Spiel, wo es in meinen Augen menschlicher zugeht. Tobi wird allerdings auch zum zweiten Tourstopp nach Cleveland fliegen. „Ich fahre da noch mal hin, um meinen Sponsoren zu zeigen, dass ich noch da bin. Das ist eine wichtige Serie und ich hoffe, dass ich da besser mit dem Park zu recht kommen werde.“«««

Für Mr. Murray wurde von der BMX-Community ein Spendenfont eingerichtet.

Viel Glück Tobi und gute Besserung, Steven!

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Nr. 1 King Kong Ankleguard / Björn Mager Signature / Preis: 19 Euro Nr. 2 King Kong Troops T-Shirt / S-XL / Preis: 24 Euro Nr. 3 Coalition Team Grips / Farben: schwarz, grün / Preis: 7,95 Euro Nr. 4 Coalition Povah v.2 Stem / Frontload Split-Cap Design / mit Hohlschrauben / inkl. 3 Spacer / Länge: 55mm / Gewicht: ca. 268g / Preis: 79,95 Euro Nr. 5 Demolition F1 “D” Slim Seat / 8mm heat-treated Rails / Farben: schwarz, weiß, orange, grün, hell-braun, dunkel-braun / Preis: 34,95 Euro Nr. 6 Demolition ElDorado Bar / 4130 Cr-Mo Tubing / 13 Butted / Höhe: 8“ / Breite: 26“ Backsweep: 10° / Upsweep: 1° / Gewicht: ca. 0.71 kg / Farben: schwarz, weiß, gelb / Preis: 69,95 Euro Nr. 7 Colony BMX Official Stem

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designed by Ryan Guettler / Länge: 52mm / mit Hohlschrauben / inklusive Rotorplatte / Gewicht: 250 g / Preis: 79.90 Euro Nr. 8 Colony BMX Transformer Brake Lever / designed by Clint Millar / spezielle Bremskabels-Aufnahme verhindert das Abknicken am Bremshebel / Gewicht: 65 g / Preis: 79.90 Euro Nr. 9 Colony BMX Oneway Park Peg / super leichter Alu Peg / Länge: 10 cm Durchmesser: 37mm / erhältlich für 3/8“ und 14mm Achsen / Gewicht: 110 g/ Preis: 29.90 Euro Nr. 10 Mankind Asadi Phase 2 Frame / 100% Japan Sanko 4130 chromoly / internal Headset mid size bb / rem. Gyrotabs and an integrated Seatclamp / Gewicht: 2,25kg / Preis: 355 Euro Nr. 11- Nr. 12 Happy Hour T-Shirts / Glasses Logo, Scisors Logo / Preis: 33 Euro


Nr. 13 TSG Evolution Beam Helm / Gewicht: 459g / Preis: 59,95 Euro Nr. 14 TSG Superlight Helm / Gewicht: 300g Preis: 69,95 Nr. 15 Bulls Mark Webb Aquarius Gabel 1 1/8 Zoll A-Head / 5mm Dropouts / Gewicht: 1.1kg Farbe: schwarz Nr. 16 Bulls Mark Webb Aquarius LT Rahmen / 100% Japan Sanko 4130 Chromoly / internal Headset mid size bb / rem. Gyrotabs / Gewicht: 2.3kg / Farben: schwarz, grün, sand Nr. 17 Bulls Two Piece Bar/ Breite: 24,3“ / Höhe: 7,3“ / Material: Full Chromoly / 9 Butted Rohre Nr. 18 Eastpak The Hives Rucksack Nr 19 Eastpak Kaiser Chiefs Rucksack Nr. 21 New Era 59FIFTY Bandana Wrap / Preis: 40 Euro Nr. 22 New Era 59FIFTY Squares / Preis: 40 Euro LARS FALKENBERG PRODUCT INTERVIEW PAGE ZWANZIGZOLL ZWANZIGZOLL I

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JUSTIN KOSMAN IST 27 JAHRE JUNG, LEBT NAHE DER LEGEN-

DÄREN SHEEP-HILLS IN HUNTINGTON BEACH UND LIEBT BARSPINS. ER ARBEITET 50 STUNDEN ODER MEHR IN DER WOCHE. DASS ER FOTOGRAF GEWORDEN IST, VERDANKT ER EIGENTLICH DER ZIGARETTEN-INDUSTRIE. SEINE EX HAT MAL EIN ANRÜCHIGES FOTO VON IHM IN EINEM BÜFFELFELL GEMACHT.

WANN UND WIE HAT ES BEI DIR MIT DEM FOTOGRAFIEREN ANGEFANGEN? Ich bin in einer kleinen Redneck-Stadt irgendwo in der Mitte der Staaten aufgewachsen. Mein Bruder und ich sammelten damals Marlboro Zigarettenschachteln. Wenn man einige gesammelt hatte, konnte man die in Camping-Stuff und andere tolle Sachen eintauschen. Ich habe nie geraucht, aber die hatten so eine rot-weiße Kamera, die ich mir dann für einige Schachteln geholte habe. Ich war damals 13 und meine Freunde und ich fingen an, sich durch Fuji 400 Filme zu kurbeln. WIE BIST DU ZUR BMX-FOTOGRAFIE GEKOMMEN? Ich fuhr früher viel Race und man hat mich immer auf der Race-Bahn gefunden. Allerdings habe ich es nicht oft ins Finale geschafft und fing schließlich an, meine schnelleren Gegner zu fotografieren. Es war für mich einfach, an die guten Fahrer ranzukommen und irgendwann schickte ich ein paar Bilder zum US Racing Magazin. BIST DU EIN AUTODIDAKT ODER HAST DU DICH DURCH EIN STUDIUM ETC. WEITERENTWICKELT? Als ich an der Uni war, arbeitete ich ein paar Jahre mit einem Sport-Fotografen zusammen. Er hat mich zur digitalen Fotografie gebracht. Das Wichtigste, was ich von ihm gelernt habe war aber, wie man als freischaffender Fotograf Geschäfte macht. Eine Menge habe ich durch Beobachten gelernt. KANNST DU VOM FOTOGRAFIEREN DEINEN LEBENSUNTERHALT BESTREITEN? Ich denke, es ist wichtig, dass man gut in etwas ist, was man liebt. Das ist besser als exzellent in einer Sache zu sein, die man hasst. Wenn du 50 Stunden oder mehr in der Woche arbeitest, dann sollte es etwas sein, was du liebst. Ich bin auf jeden Fall sehr zufrieden mit meinem Leben. Ich möchte mir im Winter ein Haus hier in Kalifornien kaufen. Fast alle meiner Kunden sind keine BMX-Firmen, aber mein Herz schlägt für Fotos von Menschen, die Stunts auf ihren Rädern machen. WIE VIELE BILDER HAST DU IM LETZTEN JAHR GESCHOSSEN? Letztes Jahr habe ich etwa 85 Seiten an veröffentlichten Fotos. Generell, waren es mehrere zehntausend Fotos. An manchen Tagen mache ich nur ein Bild und bei irgendwelchen Events sind es hunderte pro Stunde. WENN MAN DEINEN FOTOKOFFER ÖFFNET, WAS FINDET MAN DORT? 1Ds MK2, a Canon 1D MK2N, Canon 1N, Holga, Canon 70-200mm, Canon Tse 45mm (Favorit!), Canon 100-400, Canon 15mm Fisheye. Quantum Q Flashes. LINKS: DREW YORK - Barspin Gap, Los Angeles, California 2007

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LINKS: MIKE STANGER - Pocket tailwhip Layton, Utah 2006 RECHTS UNTEN: GEORGE KASTERNAKIS - Hop over smith grind on ledge, Los Angeles, California 2006

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STELL DIR VOR DU HÄTTEST ZWEI STUNDEN IN DEINEM FAVORISIERTEN FOTOLADEN UND ALLES OHNE BEZAHLUNG. WAS WÜRDEST DU MITNEHMEN? Zwei Stunden ist eine lange Zeit, in der Zeit würde ich vermutlich den ganzen Laden ausräumen. Lass es mich in zwei Minuten machen, das ist spannender. Als erstes eine Hasselblad mit digitalem Rückteil, dann ein Karbon-Stativ und eine Linhof 6x9, wenn sie die hätten. Mit diesen Sachen würde ich aus dem Laden rennen. ZU WELCHEN ORTEN HAT DICH DAS FOTOGRAFIEREN SCHON GEBRACHT? Österreich, Deutschland, Japan, Kolumbien, Venezuela, Hawaii, Alaska, Kanada, fast alles in den USA. Mein Favorit ist Kolumbien, die Frauen sind der Wahnsinn. WO WÜRDEST DU GERN MAL EIN FOTOSHOOTING HABEN? Ich glaube Australien wäre spaßig, aber Südafrika ist auf jeden Fall auch auf meiner Wunschliste. WENN DU NUR NOCH FÜNF TEILE VON DEINEM EQUIPMENT VERWENDEN DÜRFTEST, FÜR WELCHE WÜRDEST DU DICH ENTSCHEIDEN? Canon 1dsMk2, Canon 70-200mm, Canon 15mm fisheye, Quantum Q flash, Pocket Wizard remotes WAS MÜSSTE NOCH ERFUNDEN WERDEN, UM DAS FOTOGRAFIEREN ZU OPTIMIEREN? Fuck, so viel Sachen! Eine Kamera mit 16 Megapixeln 35mm Voll Format, die acht Bilder pro Sekunde macht und eine Blitzsyncronisationszeit von 1/1000 s hat. Eine Kombination aus mehreren Kameras wäre nicht schlecht. WELCHE VOR- UND NACHTEILE HAT FÜR DICH DIE DIGITALE FOTOGRAFIE? Digital ist super, um zu lernen wie man die Bilder nachträglich optimiert und es ist spitze wenn Kunden ihre Fotos sofort brauchen. Ich denke, der Qualitätsunterschied ist unwesentlich und es sind nur die Feinheiten heutzutage. Wie auch immer, ich denke es ist halt etwas besonderes, die Bilder nicht auf einem digitalen Sensor zu sehen. Beim Digitalen sieht man das Bild halt gleich und weiß schon am Spot, ob es so ist wie man es will. Das ist beim Analogen eben nicht so, da kann man sich nie wirklich sicher sein. Es gibt also immer ein Hauch von Magie und Ungewissheit beim Knipsen.

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WAS MACHT FÜR DICH EIN GUTES FOTO AUS? Ein gutes Foto hat viel Aktion und eine gute Beleuchtung. Ich mag es, vorhandenes Licht zu nutzen, wenn es geht. Manchmal ist man zu festgefahren, stellt einfach nur seine drei Blitze auf und sieht nicht, dass das natürliche Licht die bessere Wahl ist. Ich glaube alle Fotos, die man von mir hier sieht, sind mit mehreren Blitzen gemacht. GIBT ES TRICKS, DIE DU BESONDERS GERNE FOTOGRAFIERST? Ich liebe Barspins! Ich mache sie selber gerne und ich mag es eben, sie zu knipsen. IST DIR BEI EINEM SHOOTING EINMAL ETWAS WERTVOLLES ZU BRUCH GEGANGEN? Mir sind drei Fisheye-Objektive, zwei Pocket Wizards und mehrere Stative zu Bruch gegangen. WOFÜR INTERESSIERST DU DICH SONST NOCH? Video!!! Ich habe mir eine HD-Video-Kamera gekauft und es macht echt Spaß zu filmen. Ich skate seit fast 20 Jahren. Ich bin auch Rennrad in Illinois gefahren, das vermisse ich richtig. Da ich echt viel unterwegs bin, ist es schwierig, regelmäßig zu fahren, Zu Hause versuche ich aber schon, jeden Tag zu fahren. HAST DU DICH SELBST SCHON EINMAL NACKT FOTOGRAFIERT? Hahahahahaha. Nein, aber meine Exfreundin hat ein Foto von mir in einem Büffelfell gemacht. Das war ein Uni-Projekt. Meine Mutter fand die Fotos Jahre später, nachdem ich schon längst ausgezogen war. Sie dachte es wäre Schwulen-Pornographie.

RYAN BARRETT - No-hander, Riverside, Kalifornien 2007

HILFT ES FOTOGRAF ZU SEIN, WENN MAN MÄDCHEN RUMKRIEGEN MÖCHTE? Momentan ist es ein bisschen seltsam, einem Mädchen zu erzählen, dass man Fotograf ist. Andererseits scheint es so, als würde man sie damit ziemlich schnell ins Bett bekommen. GIBT ES ETWAS, DAS DU NICHT ABLICHTEN WÜRDEST? Ich denke einige Leute würden gern pornographische Sachen fotografieren. Für mich wäre das nichts, weil ich denke, dass mich das gegenüber Sex abstumpfen würde. WIE VIEL GELD HAST DU UNGEFÄHR SCHON IN DEINE AUSRÜSTUNG INVESTIERT? 50000 $ ohne Computer. Zu viel, aber es zahlt sich aus. Ein 50000 $ BMW hätte mich nicht um die ganze Welt gebracht, eine Tasche mit Kameras schon.

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zwanzig zoll riders magazine

IMPRESSUM Anschrift: Herausgeber: Chefredaktion: Art Director: Fotografen: Grafik: Redaktion: freie Mitarbeit:

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Grady Corbitt kommt urspr端nglich aus Kalifornien, hat in NYC studiert und lebt seit September 2006 in Berlin und hat mehr Stempel im Pass als Speichen am Fahrrad. Street Gap in Berlin Kreuzberg! Foto: Viktor Strasse

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