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Osijeker Studien zu slawisch-deutschen Kontakten in Geschichte, Sprache, Literatur und Kultur

Herausgegeben von ŽELJKO UVANOVIĆ

Band 3 2018


Slawisch-deutsche Kontakte in Literatur Erster Teil Festschrift für Professor Josip Babić und Professor Vlado Obad

Herausgegeben von

Željko Uvanović

Shaker Verlag Aachen 2018


Bibliographische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie; detaillierte bibliographische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. Diese Publikation wurde durch die freundliche Hilfe der Philosophischen Fakultät der Universität Mostar (Bosnien-Herzegowina, http://ff.sum.ba) mitfinanziert. Dem damaligen Fakultätsdekan und jetzigen Rektor Prof. Dr. Zoran Tomić ganz herzlichen Dank!

© 2018 · Shaker Verlag Postfach 10 18 18 D-52018 Aachen Alle Rechte Vorbehalten. Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der Grenzen des Urhebergesetzes ohne schriftliche Zustimmung des Verlages ist unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Nachdruck, auch auszugsweise, Reproduktion, Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung sowie Digitalisierung oder Einspeicherung und Verarbeitung auf Tonträgern und in elektronischen Systemen aller Art. Verfasser einzelner Beiträge behalten ihre Rechte nur auf ihrem Beitrag. Alle Informationen in diesem Buch wurden mit größter Sorgfalt erarbeitet und geprüft. Weder Herausgeber, Autor noch Verlag können jedoch für Schäden haftbar gemacht werden, die in Zusammenhang mit der Verwendung dieses Buches stehen.

Internet: http://www.shaker.de http://www.shaker.eu E-Mail: info@shaker.de Telefon: 02407 / 95 96 -0 Telefax: 02407 / 95 96 -9 Printed in Germany ISBN 978-3-8440-3954-2 ISSN 2198-9443 DOI 10.2370/9783844039542


INHALTSVERZEICHNIS Stephanie Jug LAUDATIO FÜR PROFESSOR JOSIP BABIĆ 1-3 Sonja Novak LAUDATIO FÜR PROFESSOR VLADO OBAD 5-7 Željko Uvanović ZWEI LITERATURVERFILMUNGEN FÜR ZWEI LITERATURPROFESSOREN – MIT FRIEDRICH DÜRRENMATTS DRAMA ROMULUS DER GROSSE (1949) ALS AUSLÖSER DER KREATIVITÄT 9-16 Željko Uvanović EIN (ALLZU) LANGER WEG ZUM ZIEL Einführung 17-27

I. KAPITEL: Die gute alte Zeit Miodrag Loma JOSIP BABIĆS WIEDERENTDECKUNG DES ZURÜCKGEDRÄNGTEN UND VERGESSENEN HERDERSCHEN IDEENERBES Eine Würdigung 31-47 Rada Stanarević ÜBER ZWEI DISTICHEN VON NOVALIS 48-57

II. KAPITEL: Österreich und seine Provinzen Mira Miladinović Zalaznik »ICH […] ERSUCHE, DASS SIE, HERR PROFESSOR MICH NUN MÖGLICHST BALD MIT EINIGEN BEITRÄGEN ERFREUEN WOLLEN« Leopold Kordesch in Briefen an Rudolf Gustav Puff 61-78 v


Marijan Bobinac ZWISCHEN KUNSTANSPRUCH UND PUBLIKUMSGESCHMACK Kotzebue und der kroatische Vormärz 79-104 Tihomir Živić AN ANTECEDENT TO VIENNA Osijek German Stage from 1866 to 1907 105-120 Irena Samide FRANZ GRILLPARZER IM SLOWENISCHEN ETHNISCHEN GEBIET DER HABSBURGERZEIT Vorspiel in der Schule 121-139 Iva Drozdek SLAWONIEN PRÄGT DEN CHARAKTER Slawonische Leute und Land in Roda Rodas Werken 140-158 Amira Žmirić DAS BILD BOSNIENS IN KÖNIGSBRUN-SCHAUPS SENSATIONS- UND ABENTEUERROMAN DIE BOGUMILEN. EIN BOSNISCHER ROMAN 159-172

III. KAPITEL: (Ungefähr) zwischen den zwei Weltkriegen Sven Hanuschek EINEM RUSSISCHEN SUBALTERNOFFIZIER MAGISCH VERFALLEN Zur Frage der Alterität in Leo Perutz’s Roman Wohin rollst du, Äpfelchen… (1928) 175-187 Marijana Erstić UNTER DEM STERN VON NIEDERGANG UND KATASTROPHE Die Glembays als die kroatischen Buddenbrooks 188-206

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Marica Liović THE RECEPTION OF THE THEATRE PRODUCTIONS OF GERHART HAUPTMANN’S DRAMAS ON THE STAGE OF THE OSIJEK CROATIAN NATIONAL THEATRE IN OSIJEK’S PRESS IN THE FIRST HALF OF THE 20TH CENTURY 207-222 Aleksandra Bednarowska ZWEI DICHTERINNEN, ZWEI STÄDTE Berlin und Lwów in Gedichten von Mascha Kaléko (1907-1975) und Anda Eker (1912-1936) 223-238 Tihomir Engler DER METAPHYSISCHE HORIZONT DES GESCHICHTLICHEN IN MANNS JOSEPH-TETRALOGIE UND IN KRLEŽAS BALLADEN DES PETRICA KEREMPUH IM SPIEGEL DER NIETSCHE-REZEPTION 239-298 Jan Čapek CAMILL HOFFMANN, EIN JUDE ZWISCHEN TSCHECHEN UND DEUTSCHEN, UND SEIN NACHLASS IM LITERATURARCHIV MARBACH AM NECKAR 299-315

IV. KAPITEL: (Mit einem Fuß noch immer) im 20. Jahrhundert Daniela Čančar INTERKULTURALITÄT IM WERK VON STEN NADOLNY, SAŠA STANIŠIĆ UND FATIH AKIN 319-338 Dina Džindo Jašarević IM DIENSTE DER ERINNERUNG Bernhard Schlinks Der Vorleser und Nicol Ljubićs Meeresstille im Vergleich 339-356 Stephanie Jug DIE WIEDERAUFNAHME VON PETER WEISS’ DRAMATISIERUNG DER REVOLUTION IN IVANA SAJKOS EUROPA 357-375

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Renate Hansen-Kokoruš KRIEGSALLTAG IN LITERARISCHER DARSTELLUNG BEI ZORAN FERIĆ UND BORIS DEŽULOVIĆ 376-389

V. KAPITEL: (Mehr oder weniger) postmoderner Karneval des 21. Jahrhunderts Sonja Novak DAS BILD DER DEUTSCHEN ESSEKER IN IVANA ŠOJAT-KUČIS UNTERSTADT UND LYDIA SCHEUERMANN HODAKS HEUTE LIEST NIEMAND MEHR DIE GOTISCHE SCHRIFT 393-413 Ivica Petrović THOMAS GLAVINICS UNTERWEGS IM NAMEN DES HERRN ALS PARODISTISCHER ZUSAMMENSTOSS ZWISCHEN ÖSTERREICHISCHEM ATHEISMUS UND HERZEGOWINISCHKROATISCHER RELIGIOSITÄT IN MEĐUGORJE 414-428 Željko Uvanović THE ‘RUSSIANS’ ARE COMING TO GERMANY Ironic criticism of everything in Wladimir Kaminer’s Russendisko in comparison with Oliver Ziegenbalg’s humorous film adaptation 429-459 ALPHABETISCHE LISTE DER AUTOR(INN)EN DER BEITRÄGE MIT JEWEILIGEN TITELN, ZUSAMMENFASSUNGEN UND STICHWÖRTERN 460-470 ALPHABETHICAL LIST OF AUTHORS OF CONTRIBUTIONS WITH TITLES, SUMMARIES AND KEYWORDS 471-480 BISHERIGE AUSGABEN IN DER REIHE Osijeker Studien zu slawisch-deutschen Kontakten in Geschichte, Sprache, Literatur und Kultur beim Shaker Verlag Aachen 481

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ZWEI LITERATURVERFILMUNGEN FÜR ZWEI LITERATURPROFESSOREN – MIT FRIEDRICH DÜRRENMATTS DRAMA ROMULUS DER GROSSE (1949) ALS AUSLÖSER DER KREATIVITÄT

Professor Romulus geht in die Rente (Regie: Dr. Željko Uvanović) (Denn Pension und Beamtenstatus wurden im Jahr 2070, wenn nicht früher, abgeschafft, d.h. werden abgeschafft werden! Uni-Professoren wurden / werden dadurch eben durchschnittliche Sterbliche.)

https://www.youtube.com/watch?v=hkWwTtcCxrI Die visuelle Filmgeschichte mit Vorspann und Abspann präsentiert mit screenshots (stills) aus dem Film:

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Ein Happy Ending mit Pferdezüchten! Statt mit Hühnerzüchten.

*** Pech mit dem dritten Ei (Regie: Filip Pažin, MA) (Eine Anspielung an politische Spekulationen über die dritte „Entität“ in Bosnien-und-Herzegowina)

https://www.youtube.com/watch?v=jUL2sGBn_Cg&t=219s Die visuelle Filmgeschichte mit Vorspann präsentiert mit screenshots (stills) aus dem Film:

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Ja, da die Schweiz sowieso keine drei nationalen Entitäten hat, sondern nur sezessionsfähige Kantone und eine lockere Konföderation, sollte doch wohl auch Bosnien-und-Herzegowina ohne Entitäten auskommen. Es gibt allerdings die sog. Romandie in der Schweiz (vgl. https://en.wikipedia.org/wiki/Romandy) aber nur inoffiziell, geographisch, also sowieso etwas wie der einigen so beliebte inoffizielle geographische Begriff Herceg-Bosna. Romandie und Herceg-Bosna als unpolitische Begriffe? Warum nicht? Zur Entspannung hört man am Filmende und beim Abspann eine Klavier-Variante von An der schönen blauen Donau.

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Ein Teil des Osijeker Professor-Romulus-Filmteams (denn das Treffen war zu früh am Morgen, ohne ECTS-Gewinn usw.) Unten das Link zum demselben:

https://www.youtube.com/watch?v=KZ93ouVmtdw&feature= youtu.be

Željko Uvanović

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EIN (ALLZU) LANGER WEG ZUM ZIEL EINFÜHRUNG Es ist für mich eine ganz besondere Freude, verraten zu dürfen, dass mein Call for Papers für diese Festschrift – im Anschluss an Calls for Papers für schon zwei vorher publizierte Bände in dieser Reihe des Shaker Verlages, publiziert im April und dann im Dezember 2014 – ein lebhaftes Echo aus sechs Ländern (Deutschland, Österreich, Slowenien, Bosnien-undHerzegowina, Serbien und Kroatien) fand, so dass wir nun die folgenden 21 Beiträge präsentieren können. Ja, ein allzu langer Weg bis August 2018. Dabei muss man aber vor Augen halten, dass der Herausgeber (d.h. ich) im Jahr 2015 zwei Literaturverfilmungen veröffentlichte: Professor Romulus geht in die Rente (40 Minuten) und Pech mit dem dritten Ei (10 Minuten). In der Zeitspanne 2016-2017 musste ich eben eine editorische liber(o)filmische Publikationspause einlegen, insbesondere wegen Leitung eines wissenschaftlichen Projektes (UNIOS INGI 2015-11).1 Nun wohl, von allen eingereichten Arbeiten sind nur zwei Beiträge aktualisierte und erweiterte, allerdings sehr wertvolle Zweitpublikationen (Beiträge von Tihomir Živić und Marijana Erstić). Alle anderen Beiträge sind also erstmals publizierte Beiträge (fachliche Beiträge, wissenschaftliche Originalbeiträge, vorläufige Mitteilungen und komparatistische Studien), die in einigen Fällen sogar drei externe double blind Gutachten und eine letzte Meinung und Korrekturen des Herausgebers verlangten. Die Fülle der gesammelten Beiträge – nach unzähligen E-Mails, Klicks, Verbesserungen und Umformatierungen – ist nun in fünf Kapitel gegliedert worden: I. Die gute alte Zeit, II. Österreich und seine Provinzen, III. (Ungefähr) zwischen den zwei Weltkriegen, IV. (Mit einem Fuß noch immer) im 20. Jahrhundert und V. (Mehr oder weniger) postmoderner Karneval des 21. Jahrhunderts.

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Vgl. Ljubica Matek / Željko Uvanović (Hg.): Adaptation: Theory, Criticism and Pedagogy. Selected papers, student projects, and the film adaptation Osijek Sweet Osijek. Aachen: Shaker Verlag 2018.

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I. Nur zwei Beiträge behandeln die „gute alte Zeit“. Aber dafür erscheinen sie gewissermaßen doppelt romantisch. Miodrag Loma (Universität Belgrad) bespricht die Publikationen Herders und deren Interpretationen aus der Feder von Professor Josip Babić, und beleuchtet diese Vergleiche mit seinen eigenen weiterführenden Synthesen. Doppelt reflektiert werden somit Herders Internationalität, Theorien der nationalen Kulturen (deutsche und südslawische Kulturidentitäten), seine Bemühungen um Erforschung vielschichtiger deutsch-slawischer Berührungen, seine enormen Kenntnisse der Weltgeschichte, der Theologie, der Anthropologie und der Philosophie. Nochmals hat sich vor unseren Augen die gute alte Zeit der Teleologie, Humanität und des Glaubens an Übergang in die Ewigkeit Gottes offenbart. Rada Stanarević (Universität Belgrad) stellt des Weiteren in ihrem Artikel zwei Distichen von Novalis vor, indem das Erste eine Definition der neuen romantischen Kunst, die nicht die Natur nachahmt, sondern eine Frucht der Offenbarung des Geistes ist, und das zweite Distichon untermauert praktisch den ersten als Offenbarung des schöpferischen Geistes in einem poetischen Werk. Personifiziert wird dies durch die zeitlosen mythischen und fabelhaften Bilder der Göttin Isis sowie einen jungen Mann, der auf der Suche nach sich selbst den Schleier der Göttin nehmen wird. Neben der Wechselbeziehung der analysierten Distichen beleuchtet die Arbeit auch ihre vielschichtigen Bedeutungen im Kontext der theoretischen und insbesondere der Romanwerke von Novalis. Selbstverständlich werden auch der großartige Rhythmus des Hexameters und dessen Bedeutung für das esoterische Erlebnis der Romantik gepriesen wie auch eine Parallele zu Übersetzungen Novalis’ ins Serbische gezogen. II. Das zweite Kapitel wird eröffnet durch den Beitrag von Mira Miladinović Zalaznik (Universität Ljubljana), die die Arbeitsgemeinschaft und Freundschaftskorrespondenz zwischen dem Slowenen Leopold Kordesch (1808-1879) und dem polyglotten Deutschen Rudolf Gustav Puff (18081865) sowie deren patriotische Bemühungen (bei Kordesch auch die

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Bemühung um die Gründung einer Universität in Ljubljana, was allerdings erst 1919 verwirklicht werden konnte) komparativ biographisch, unter akribischer Lektüre der Zeitschriften aus jener Zeit (Carniola, Laibacher Zeitung, Illyrisches Blatt, Agramer Zeitung, Der Magnet, Triglav, Historischer Verein für Krain) und im politisch-geschichtlichen Kontext erforscht hat. Die folgende Arbeit von Marijan Bobinac (Universität Zagreb) schließt eine Lücke in der kroatischen Theaterforschung und -geschichte, die lange eine elitistische Ästhetik bevorzugte und den durchaus wichtigen Anteil der trivial-unterhaltenden Publikumsdramaturgie in der Theatergeschichte bei Seite ließ. Der Beitragt beleuchtet Kotzebues pragmatische Rezeption innerhalb des kroatischen Repertoires im Entstehungsprozess des kroatischen Nationaltheaters in zwei Phasen: erstens in der zweisprachigen deutschen und kroatischen Periode 1840-1860 und zweitens in der ausschließlich kroatischen Phase 1860-1877. Kotzebue, einer der einst populärsten Dramatiker des kroatischen Theaters im 19. Jahrhundert, wurde seit 1877 nicht mehr im kroatischen Nationaltheater aufgeführt, obwohl er, als Anhänger der konservativen Restauration seit 1815, paradoxerweise unter anderen Autoren die Gründe für ein nationales kroatisches Geschichtsdrama vorbereitete, und obwohl das Wiener Burgtheater sich bis Ende des 19. Jahrhunderts des Kotzebue in seinem Repertoire nicht schämte. Der dritte Beitrag in diesem Kapitel stammt von Tihomir Živić (J.-J.Strossmayer-Universität Osijek). Sein Aufsatz beschäftigt sich vorwiegend mit Anzengrubers, Hauptmanns und Schillers Dramatik auf der deutschsprachigen Bühne des Osijeker Oberstadttheaters von 1866 bis 1907. Der Beitrag berichtet auch über Aufführungen der bekannten Tragödien Hamlet, Othello und Rikard III. auf der Osijeker deutschsprachigen Bühne, sowie eine allgemeine Rezeption der Werke von William Shakespeare in Osijek im Jahre 1897. Shakespeare gelangte an die kroatischen Leser und Zuschauer des 19. Jahrhunderts eben durch die deutschen Übersetzungen. Dadurch zählte die Stadt zum derzeitigen europäischen Kontext mit ihrer Bühne als die „zweite kroatische Bühne“, die gerühmt werden konnte als eine urbs metropolis Slavoniæ, in die die

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Künstler im Laufe der sechs Theatermonate wie in eine Art Vor-Station zu Wien eingetroffen waren. Irena Samide (Universität Ljubljana) präsentiert uns im vierten Beitrag dieses Kapitels die Rezeption der Werke Franz Grillparzers im gymnasialen Lektürekanon wie auch im Lehrplan (Aufsätze zum Thema Grillparzer und seine Werke im Vergleich mit anderen Autoren und Werken) im slowenischen ethnischen Gebiet der Wiener Monarchie. Skizziert wird der Weg des Dramatikers vom Status eines zensurierten und polizeilich verfolgten Schriftstellers zum Prototyp eines Österreichers, Habsburgers und Wieners mit parallelem Aufstieg der Statistik von Grillparzers Werke auf quantitativen und Ranglisten im Lehrplan bzw. Lektürekanon vor dem Hintergrund der gleichzeitigen Rezeption in deutsch- und slowenischsprachigen Theaterhäusern von 1890 bis 1918. Sehr interessant sind die Befunde, dass in der Periode 1900-1918 Grillparzer den dritten Platz einnimmt, nach Schiller und Goethe und vor Lessing und Kleist, und dass slowenischer Deutschunterricht seine Dramen Sappho, Ahnfrau und König Ottokars Glück und Ende am populärsten fand. Der nächste Artikel stammt von Iva Drozdek und behandelt die nach 1894 entstandenen slawonischen Geschichten von Roda Roda (d. h. Alexander Friedrich Ladislaus Roda Roda, 1872-1945). In der Auswahl von 42 Kurzgeschichten, die die Verbundenheit zu Slawonien gemeinsam haben, werden die zwischenmenschlichen Beziehungen verschiedener Nationen auf diesem Gebiet aufgezeigt, sowie ihr Einfluss auf das Land und der Einfluss des Landes auf die Menschen. Das Verbinden und miteinander Teilen von Familie und Land hatte sicherlich eine immense Bedeutung für Roda Roda, denn dieses Thema scheint der Leitfaden durch die meisten Erzählungen zu sein. Immer wieder wird in seinen Geschichten die Harmonie eines multikulturellen Zusammenlebens betont. Der letzte Beitrag ist von Amira Žmirić (Universität Banja Luka), die im Roman Die Bogumilen. Ein bosnischer Roman (1895) den österreichischen kolonialen Blick auf die 1878-1908 stufenweise annektierten Territorien

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entlarvt, das auch Sandžak im heutigen Serbien umfasste.2 Die Verfasserin kommt zur Schlussfolgerung, dass die geschilderte Welt Bosniens in einem starken Kontrast zur westeuropäischen Zivilisation steht, aber nur bis zum Augenblick, in dem der Leser begreift, dass sich die Tat der Entführung im Roman zweimal ereignet, und zwar einmal begangen von einem Einheimischen, einem Barbaren, und einmal von einem österreichischen Grafen und einem ungarischen Baron, also von den zivilisierten Europäern. Fast satirisch wirft der Autor damit die Frage auf, ob die ÖsterreichischUngarische Monarchie zu einer Kulturmission (wie das im Roman betont wird) auf dem Balkan fähig sei. Der Autor lässt Zweifel an der Autorität Österreich-Ungarns und seiner starken Hand aufkommen, wenn sich seine Offiziere und Diplomaten wie echte Barbaren benehmen. III. Vom österreichischen kolonialistischen Blick auf Bosnien wenden wir uns im dritten Kapitel zum deutschen Blick auf Russen im Jahre 1928. Sven Hanuschek (Ludwig-Maximilians-Universität München) fragt sich, ob die Projektionsfläche des Anderen nicht dient als Artikulationsebene der eigenen Mängel (und möglicherweise des eigenen Barbarentums). Leo Perutz’ gattungsmäßig hybrider Ullstein-Roman erweist sich gleichsam als ein fiktives Dokument des Antislawismus und Russophobie in der Zeit zwischen den zwei Weltkriegen. Zeittypische Nationalitätenklischees kommen allein in distanziert-humoristischer Brechung vor, zum Teil – zu Beginn und am Ende des Romans – an exponierter Position. Dass das bedrohliche, befremdliche Andere das Eigene ist, und dass man über dieses Eigene viel eher erschrecken sollte, hat Perutz besonders am Ende seines Romans gezeigt. 2

In diesem Sinne wären die Grenzen des sog. Unabhängigen Staates Kroatien 19411945 eher als eine provisorische militärische großösterreichische Okkupationslösung auf dem Westbalkan anzusehen, inszeniert mit Hilfe der Quislinge, und nicht als wahre Grenzen des kroatischen historischen Territoriums, das eher Banovina Hrvatska im Königreich Jugoslawien historisch-politisch mehr oder weniger richtig umfasste bzw. die heutige Republik Kroatien. Bekanntlich haben der Vatikan sowie westliche Alliierten die exilierte Regierung des okkupierten Königreichs Jugoslawien (mit Sonderstellung der Regierung von Banovina Hrvatska mit Banus Ivan Šubašić an der Spitze) weiterhin legal anerkannt im Einklang mit dem internationalen Recht.

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Im zweiten Beitrag in diesem Kapitel vergleicht Marijana Erstić (Universität Siegen) dekadenten Künstlertum in Thomas Manns Buddenbrooks und in Krležas Glembay-Zyklus mit Schwerpunkt im Drama Die Glembays (1928). Krležas Werk ist dabei doppelköpfig: Einerseits spielt das Drama am Vorabend des Untergangs der Habsburger Monarchie 1913, andererseits enthält der Glembay-Zyklus eine postmodern-verspielte Vielfalt der Gattungen mit boulevardesken Elementen und mit möglicher stilistischer Re-Positionierung in einem Neo-Manierismus des 20. Jahrhunderts, der Krležas Werk nochmals mit Manns Werk verbindet. Feine sprachliche Ironiespiele Manns im Vergleich mit Krležas Avantgardismus und vehementer (Auto)destruktion schlechthin mit tertium comparations Figur des dekadenten Künstlersohns / der dekadenten Künstlersöhne aus dunklem, verbrecherischem, großbürgerlichem Milieu. Marica Liović (J. J. Strossmayer-Universität Osijek) untersucht in ihrem Beitrag die Spuren der Osijeker Theaterinszenierungen von sechs Dramen Gerhart Hauptmanns in der städtischen Presse im Zeitraum 1910-1942. Der schlesische Nobelpreisträger hat seine Rezeption nach dem Zweiten Weltkrieg selbst erschwert durch politisch problematische Entgleisungen in seinen bisher schon komplett publizierten Tagebüchern. Entgegen der heutigen Situation hat Osijeks Theaterpublikum in den Jahren 1910 bis 1942 sechs von Hauptmanns Werken gesehen. Diese Arbeit hat herausgefunden durch das Lesen von Osijeks Presse in der erwähnten Zeit, was die Erwartungen von Osijeks Theaterpublikum waren, wie die Presse über die Aktivitäten von Osijeks Theater berichtete und welche Reaktionen das Publikum auf das Repertoire des kroatischen Nationaltheaters in Osijek hatte. Im nächsten Beitrag zeigt Aleksandra Bednarowska (Pädagogische Universität Krakow) Parallelbiographien von Mascha Kaléko und Anda Eker sowie Parallelbilder der Städte Berlin und Lemberg in ambivalenten Perspektiven, mit soziologischen Elementen und mit stilistischer Analyse der untersuchten Gedichte. Das Judentum der Dichterinnen im Zwischenmedium der polnisch-deutschen Kontakte wird ebenfalls

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behandelt wie auch das Neuromantisch-Neusachliche der Stadterlebnisse in der Zwischenkriegszeit. Tihomir Engler (J.-J.-Strossmayer-Universität Osijek) verfasste eine umfangreiche, komplexe komparatistische Studie, in der Thomas Manns Joseph-Tetralogie (1926-1943) mit Miroslav Krležas Balladen des Petrica Kerempuh (1936) im Reflex der Nietzsche-Rezeption beider Autoren und mit persönlichen Kommentaren des Verfassers selbst. Das große Thema heißt: die Geschichte und der Mensch in ihrem Schlamm und in ihrem Teufelskreis. Wie soll der Nihilismus überwunden werden? Der Überwindungsversuch gestaltet sich bei Mann optimistisch in Form eines künstlerischen Humanitas-Mythos, deren Kerngedanke die Vermittlung zwischen dem Tellurischen und dem Geistigen ist, während sich beim Pessimisten Krleža ein solcher Versuch immer wieder an der Verwurzelung des Menschen in seiner „diluvialen“ Herkunft stößt. Der letzte Beitrag in diesem Kapitel ist thematisch gewidmet Camill Hoffmann (1878-1944), dem Lyriker, Übersetzer, Diplomat und Vermittler zwischen der deutschsprachigen und tschechischen Kultur. Jan Čapek (Universität Pardubice) präsentiert in dieser Arbeit Ergebnisse seiner Forschung im Marbacher Literaturarchiv anhand von dort zugänglichen Manuskripten, vor dem Hintergrund einer langen Geschichte der Juden in Europa und mit noch einem Beweis des Holocausts – in der Lebensgeschichte Hoffmanns. IV. Das vierte Kapitel beginnt mit einem Beitrag von Daniela Čančar, die zwei literarische und einen filmischen Text miteinander vergleicht im Medium türkisch-deutscher und bosnisch-deutscher Migrantenproblematik. Deutschlernen, Begegnung mit deutschen Muttersprachlern, Anpassung, Identitätskrisen, Reisen in die Heimatländer, Spurensuche im interkulturellen Niemandsland des Nirgendwo-Zugehörens – das sind die Themen in Sten Nadolnys Selim oder die Gabe der Rede, in Saša Stanišićs Wie der Soldat das Grammofon repariert und in Fatih Akins Auf der anderen Seite.

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Dina Džindo Jašarević vergleicht des Weiteren zwei männliche Konfrontationen mit der Vergangenheit ihrer Partnerinnen bzw. mit der Vergangenheit ihrer Eltern im Zweiten Weltkrieg bzw. im Bosnischen Unabhängigkeitskrieg 1992-1995. Einerseits begegnen wir der deutschen Schuld an aktiver Teilnahme am kaltblutigen Massenvernichtungsmechanismus bei Hanna Schmitz und andererseits der serbischen Schuld an Ermordung der 42 bosnischen Muslime beim Vater der Partnerin der Hauptfigur. Wie kann man eine mit (direkter oder indirekter) Schuld beladene Person lieben? Džindo Jašarević entdeckt interessante Ähnlichkeiten und Unterschiede in diesen zwei unangenehmen Konfrontationsprozessen und analysiert die präsenten Phänomene im Raster der Theorien von Aleida Assmann, Reinhart Koselleck, Michael Kohlstruck und Ernestine Schlant. Stephanie Jug (J.-J.-Strossmayer-Universität Osijek) verfolgt im dritten Beitrag des Kapitels die Spuren von Peter Weiss’ Marat/ Sade (1964) in Dramenmonolog Europa (2004) von Ivana Sajko. Als das Schlüsselmoment in Marat/Sade stellt sich der Akt des Zweifelns heraus. Das vollkommene Fehlen dieses Momentes, unterstützt durch andere dramaturgische Mittel, führt zu einem ähnlichen Resultat in Europa: der Absage an dem Einseitigen der Ideologie und dem Appell an die Gesellschaft, eine mentale fortschrittliche Revolution auszuüben. Damit auch das aktuelle europäische Unionsprojekt (neuerdings mit kommerziellpostmodernen Machtelementen geprägt) nicht (nochmals zyklisch) scheitert, sollte es von der Geschichte lernen, Mündigkeit und Verantwortung des Volkes fördern, und jegliche ideologische Manipulationen bekämpfen. Die letzte Arbeit in diesem Kapitel ist von Renate Hansen-Kokoruš (KarlFranzens-Universität Graz). Die Verfasserin versucht mit ihrem Beitrag einen objektiven, alltagsnahen, mehr individuellen Zugang aus dem deutschsprachigen Raum zum blutigen kroatisch-serbischen Krieg vor dem Hintergrund des Zerfalls des ehemaligen Jugoslawiens und zum absurden kroatisch-moslemischen Konflikt 1992-1995 literaturwissenschaftlich zu konstruieren aufgrund der Lektüre von Zoran Ferić’s Engel im Abseits

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(2000)3 und Boris Dežulović’s Jebo sad hiljadu dinara (2007)4. Erinnernde Konfrontierung mit vergangenen Kriegen könnte also literarisch auch durch eine private, individuell-existentielle Betrachtungsweise (ohne offizielle Pathetik, politische Programmatik und stereotypisierte vulgäre halboffizielle Bezeichnungen der Anderen) der in den Krieg geschickten Soldaten (einige mit der Aufgabe der Aggression, einige mit der Aufgabe der Verteidigung, einige mit der Aufgabe der Verwirrrung, in allen Fällen mit sog. einkalkulierbaren kollateralen Schäden) erfolgen. Und immer wieder beginnt die fatale Massenkettenreaktion mit jeweiligen individuellen Fehlverhalten, die sich vervielfältigen. Die Verfasserin interpretiert die literarischen Texte im Anschluss an bisherige relevante Forschungsliteratur zum Thema. V. Das fünfte Kapitel wird eröffnet mit der Arbeit von Sonja Novak (J.-J.Strossmayer-Universität Osijek), die in Ivana Šojat-Kučis Unterstadt (2009) und in Lydia Scheuermann Hodaks Heute liest niemand mehr die gotische Schrift (2007) nach Bildern der deutschsprachigen Minderheiten im ehemaligen Jugoslawien und im heutigen Kroatien sucht im Medium des kroatisch-serbischen Konfliktkontakts. Dabei zeigen die Begriffe wie Opfer / Täter, Schuld / Unschuld und Eigenes / Fremdes eine postmodernistisch anmutende semiotische Beweglichkeit und Fähigkeit zur Verkehrung und zur Absurdität. Die Verfasserin thematisiert in ihrer Imagologie auch Etikettierungen von Anderen, Impulse nach Selbstsuche, Anklage der kollektiven Schuld – und Verdrängung der brutalen Gewalterlebnisse in die gotische Schrift. Ivica Petrović (Universität Mostar) interpretierte in seinem Beitrag Thomas Glavinics Unterwegs im Namen des Herrn (2011), wo eine sich postmodern anmutende, unnachgiebige Mutter Gottes Maria in ihren (pünktlich angekündigten und unangekündigten) Erscheinungen weder von konservativen Kirchenfürsten noch von strengen marianischen Theologen – die behaupten, eine oder zwei Erscheinungen würden gesunden Gläubigen 3 4

Goodreads-Bewertung: 3,6/5 – 377 Stimmen. Goodreads-Bewertung: 4,3/5 – 498 Stimmen.

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schon genügen – noch von (neo-/post-marxistischen) Atheisten verscheuchen lässt und noch immer auf allen metaphysischen Kanälen und göttlichen Internetfrequenzen Međugorje alltäglich besucht. Der an Gebete nicht angewohnte Thomas Glavinic beweist, dass diese Art Reise mit Gläubigen im Nachtbus nicht gerade passend ist für ihn. Unglücklicherweise erweist sich aber auch der Aufenthalt im mediterranen Split als Hölle. Negatives Bild Glavinics wird im Beitrag mit negativem Bild von Julie Zeh verglichen, womit das blasphemische deutschsprachige literarische Erlebnis der marianischen Religiosität in diesem mehrheitlich mit kroatischen Katholiken besiedelten Teil Herzegowinas zusätzlich gesteigert wird. Endlich ein neues Buch (gleichsam österreichische satanische Verse?) für Feinde der Katholiken (und Kroaten)? Selbstverständlich soll man für Meinungsfreiheit plädieren. Aber vielleicht geht es bei Glavinic auch um klischeehafte Balkanbilder, die nicht selten bei den westlichen Autoren zu beobachten sind, wenn sie über Balkan schreiben. Sicher ist es aber, dass die Kroatendarstellung bei Glavinic die Elemente des Stereotyps enthält, das als „Stereotyp der langen Dauer“ aufgefasst werden kann. Tatsächlich: kein Werbungstext für Pilgern nach Međugorje bzw. für Reisen nach Split; keine Danksagung in literarischem Gewand für irgendwelche Gnaden, wie etwa in großartiger Weise in Franz Werfels Das Lied von Bernadette (1941). Und der dritte Beitrag in diesem Kapitel stammt aus der Feder des Herausgebers (J.-J.-Strossmayer-Universität Osijek), der Wladimir Kaminers Russendisko (2000) mit Oliver Ziegenbalgs Verfilmung Russendisko (2012) verglichen hat. Der Vergleich zwischen der literarischen Quelle und der Verfilmung basiert auf den folgenden Elementen: dem Bild der Sowjetunion und dem neuen kapitalistischen Russland, dem Bild der russischen Frauen in Deutschland, dem Bild der russischen Männer in Russland, dem Bild von Berlin und Deutschland, das Bild der Deutschen und das Bild von Einwanderern und Einwanderern in Deutschland. Kaminer verhält sich wie ein popkultureller, immigrierter Postmodernist in der multikulturell bereicherten Metropole Berlin.

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Allen Kolleginnen und Kollegen, die sich mit ihren sehr geschätzten, mit großer Begeisterung geschriebenen Arbeiten an der vorliegenden Festschrift für pensionierte Professoren Josip Babić und Vlado Obad beteiligt haben, sei an dieser Stelle mein ganz herzlicher Dank ausgesprochen. Wir alle zusammen haben mit unseren Beiträgen versucht, die wissenschaftlichen Meriten der Ordinarien außer Dienst Josip Babić und Vlado Obad im internationalen Rahmen aber auch im Medium ganz naher zwischenmenschlicher Kommunikation zu würdigen. Ihre Verdienste für die Gründung und Entwicklung des Studiums der deutschen Literatur an der Universität Osijek sind schon in den Laudatio-Vorworten betont worden. Wir danken ihnen aufrichtig dafür! Und deshalb wünschen wir ihnen ebenfalls weiterhin nur eiserne Gesundheit, Arbeitselan und Lebensfreude!

Osijek, im August 2018 Željko Uvanović https://sites.google.com/site/zeljkouvanovic http://bib.irb.hr/lista-radova?autor=211164&lang=EN

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THE ‘RUSSIANS’ ARE COMING TO GERMANY. IRONIC CRITICISM OF EVERYTHING IN WLADIMIR KAMINER’S RUSSENDISKO IN COMPARISON WITH OLIVER ZIEGENBALG’S HUMOROUS FILM ADAPTATION Željko Uvanović Josip Juraj Strossmayer University of Osijek (zuvanovic@ffos.hr) Summary This paper deals with the film adaptation of Wladimir Kaminer’s collection of short short stories titled Russendisko into a chronologically construed movie. The comparison between the literary source and the adaptation is based on the following elements: the image of the Soviet Union and the new capitalist Russia, the image of Russian women in Germany, the image of Russian men in Russia, the image of Berlin and Germany, the image of Germans, and the image of immigrants and immigrant workers in Germany. Kaminer behaves like as a popcultural, immigrant postmodernist in the multiculturally enriched metropolis Berlin. He includes also tabooed topics, like allegedly ‘second-class’ Jewish immigrants leaving for Germany – and the allegedly ‘first-class’ Jews migrating to the USA, so that the Jewish migration issue both in Kaminer’s narrative and in Ziegenbalg’s adaptation could be compared as well. The film stresses the existence of an (extra)ordinary historical dialectics of identity changeability: in this case the Jews becoming Russians and then returning to Jewishness – and the Russians becoming Jews for opportunistic reasons. Possibly, Kaminer’s text and Ziegenbalg’s adaptation are about relations and constellations that can be found in any other migration issues globally if we use instead of the labels “Jew”, “Russian” and “Germany” the names of any other nationalities and states. Key words: image studies, Jewish minority in the former Soviet Union, collapse of the Soviet Union, German Democratic Republic, German Reunification, immigration to Germany, multicultural society, foreign workers in Germany, assimilation, biographical film, Wladimir Kaminer, Oliver Ziegenbalg, Russendisko, film adaptation of literature, postmodernist opportunist changes of national identity, postmodernist carnival, nostalgia for the Soviet times »Was meinst du, warum dieser Film überhaupt gedreht wird?«, versuchte ich meinen Freund aufzuklären. »Wie – warum? Aus Albernheit natürlich«, meinte er. »Aus Schadenfreude«, behauptete ich, »ein überaus typisches Verhaltensmerkmal der westlichen Zivilisation.« (Wladimir Kaminer, Russendisko, p. 145)

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1. Introduction The multicultural community of Germany has had in Wladimir Kaminer one of the leading literary and pop-culture stars with Soviet-Russian and Jewish roots. He has claimed to be a German writer who is only privately a Russian. Had he followed the advice of some clerks in Berlin labor bureaus, he would have become an electrician, carpenter or shop assistant. Fortunately, his literary genius has been given a chance to develop. Moreover, his books seem to be an evidence of an unbelievable ease with which Russians and Russian Jews (the latter possibly due to the similarities between Yiddish that they have at least somewhere in the subconscious and the German language) in Germany can attain the command of the German language. The film director Ziegenbalg gave therefore no indication that his “Russians” have problems with German at all. Between Moscow and Berlin there seems to be almost no language barrier. No courses of German as a foreign language seem to be necessary! Kaminer has been producing interesting books in German, and his Russian compatriots (predominantly) are consuming them. His collection of short short stories (originally columns for taz. die tageszeitung) titled Russendisko ist his best-selling book presenting almost 50% of all sold books by Kaminer so far.1 Amazingly, in Oliver Ziegenbalg’s film adaptation all Russian (Jewish) characters speak excellent, accent-free (let us say: C2 level) German, which could also be interpreted as optimism regarding further foreign language acquisition by Kaminer and his compatriots, and possibly as the disclosure of hidden assimilation agenda of the German immigration policy. Let the Russians (and others from the former Eastern Bloc) see how flawlessly they are going to speak German some day! The Turks, the Arabs, the Slovenes, the Croats, the Czechs, the Spaniards etc. are naturally going to follow the example. Jokes apart, Ziegenbalg managed through costume (and music) design to unequivocally create the aura of an authentic Russianness (including Ukrainianness and Jewishness) on part of his actors and actresses – and the German film star Matthias Schweighöfer seems to have promoted the life’s journey of the 1

Cf. e.g. WANNER (2005), KAMINER (2010) and MEHNERT (2014).

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(im)migrant writer Kaminer in the best possible way – making this film adaptation a biographic film dedicated to the famous migrant author, which is still a unique case in the field of migrant literature2 in Germany.

2. The image of the Soviet Union and the new capitalist Russia In chapter 2 (“Geschenke aus der DDR”), the reader is given information about ridiculous television shows like International panorama which were created with the aim to disparage capitalism through showing its social contrasts and praising the socialist achievements of collectivism and solidarity on the other hand. However, some pleasurable, entertaining articles of the Western pop-culture invaded secretly the Soviet Union and gave the impression that the capitalism was not so bad after all. But the final proofs were cases of anti-capitalist television moderators of the preGorbachev era who escaped the Soviet ‘paradise’ and settled in any capitalist country. The socialist irony preached that the citizens of the Soviet Union should be ‘mature’ enough to be allowed to travel abroad. In other words, if one remains not sufficiently ‘developed’, one is forced by all legal means to stay in the realm of the socialist misery. As part of an ironic film flashback, Kaminer’s wife-to-be Olga Aparina, a ballet dancer in the show Herr Podorsky findet einen Schal und zieht ihn nicht an, reports about the Sachalin island where she was born and about miserable infrastructural, social and climatic circumstances there. Whereas we read in Kaminer’s book the following: “Es existierten nämlich nur zwei Jahreszeiten auf Sachalin, der lange Winter und dann, ab Ende Juli, wenn sich der letzte Schnee auflöste, der Herbst.” (p. 37), Ziegenbalg’s film adaptation worsens even the Sachalin climate: “Dort gab’s immer nur 2

Migrant literature is synonymous with the notion of the intercultural literature and is seen as a product of mobility and interaction between native and immigrant cultures. Since the migration processes have become global, there are theorists who claim that we deal with “New World Literature”. This paper is not going to provide a theoretical frame for this phenomenon. However, it is advisable to consult e.g. the following: LUCHTENBERG (1989), RÖSCH (1998), RÖSCH (2004), STURM-TRIGONAKIS (2007), TSUCHIYA (2008), LUGHOFER (ed., 2011) and CORNEJO / PIONTEK / SELLMER / VLASTA (eds., 2014).

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Schneestürme. Danach Frost. Und dann wieder Schneestürme.” What the film version does not mention are raccoons which oddly mutated to some kind of Sachalin crocodiles as a result of Chinese (radioactive?) sandstorms (cf. p. 38). Russia’s Sachalin resembles an ice prison everyone wants to leave. However, Moscow seems not to be much better. In chapter 32 (“Doppelleben in Berlin”), Kaminer gives a devastating assessment of life quality in Russia: Dort, wo ich herkomme, ist das Leben zum Leben ungeeignet. Wegen des starken Windes und der schlechten Verkehrsverbindungen wird jedes Vorhaben ungeheuer mühsam. Schon mit vierzehn ist man oft unglaublich müde, so richtig erholen kann man sich erst mit fünfundvierzig. Ganz oft geht man einkaufen und kommt nicht wieder, oder man schreibt einen Roman, merkt plötzlich auf Seite 2000, wie unübersichtlich das Ganze geworden ist, und fängt noch einmal von vorne an. Es ist ein zeitloses Leben, zu dessen größten Errungenschaften die Möglichkeit zählt, im eigenen Bett zu sterben. (p. 127)

In chapter 11 (“Raus aus dem Garten der Liebe”), Kaminer gives the reader an account of many attempts to flee from the Soviet Union, which the film director Ziegenbalg conceals. The Moscow hippies did not discuss about sex, drugs and rock’n’roll – but about emigration whatever the cost and whatever the means! The ultimate dream was to leave the police state approaching inevitable bankruptcy. Although in Ziegenbalg’s film interpretation we get to know Andrej (from Murmansk) who is part of the troika of friends, Kaminer mentions in his book another Andrej (a friend from Moscow) who did not believe that an efficient, final escape is possible at all: “Wir sind hier für immer versklavt, egal wie clever du deine Flucht anstellst, die Sowjets werden dich trotzdem zurückholen.” (p. 51) The Moscow Andrej character possibly alluded to the KBG agents who allegedly managed even to return their defected agents worldwide to the Soviet Union (and possibly burn them alive in prison cells with video recording as a warning for other agents). Kaminer’s father teaches his son ironically about the notion of freedom in Russia – freedom can only be a foreigner in the ex-Soviet Russia, it can be only comprehended as a transient opportunity to flee: “Doch die Freiheit ist nur ein Gast hier. Sie kann sich in Russland nicht lange halten. […] Beeil dich, denn wenn die Freiheit wieder verschwunden ist, dann kannst du lange stehen und schreien: O Augenblick, verweile doch, du bist so schön.” (p. 23) By

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contrast, the following screenshots (fig. 1-3) prove the inversion of the literary source intention and show something that could be termed a retroactive nostalgia for the Soviet times – let us call it ‘Sovietostalgia’ – and a subsequent displeasure with Gorbachev:

Fig. 1: “The Parades are not any more what they used to be.”

Fig. 2: I think this is because of Gorbachev, Glasnost, World Piece.

Fig. 3. - Well, he is not good at parades…- O shut up!

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After the Gorbachev era of freedom 1986-1990, there came a period of rising criminality, energy crisis, and then finally the rise of wild capitalism when even higher education infrastructure could be sold or rent out to the private sector – like in the case of the Krupskaja Pedagogical Institute: “Die Räume wurden an die Betreiber einer Technodisco vermietet.” (p. 115) The salaries for the ex-Soviet university and public sector intelligence were then destabilized, too. According to Kaminer, the new Russian capitalism has appreciated miners much more than intellectuals.3 Ziegenbalg’s adaptation shows one good picture of the (post)modern capitalist Russia in the sense that the screenwriter changed Kaminer’s text in chapter 33 (“Bahnhof Lichtenberg”) with regard to the fate of the Andrej character. Kaminer’s Andrej does not return to Russia, but emigrates further to the USA: “Mein alter Bekannter Andrej, Inhaber der wahrscheinlich einzigen russischen Kette von Lebensmittelläden in Berlin, Kasatschok, will sein gut gehendes Geschäft aufgeben und zusammen mit seiner Familie nach Amerika auswandern.” (p. 131) He purportedly did not like the German finance and tax law and believed that Europe hinders his ‘imperialistic’ ambitions. Kaminer describes some of Andrej’s trade tactics that enabled him his professional advancement. Contrary to the image of the inseparable troika of friends depicted in Ziegenbalg’s adaptation, we realize that Kaminer labeled the Andrej character as an old acquaintance having a wife, a son called Mark, and another son underway possibly to be called Dollar. The following screenshots (fig. 4-9) display this significant, Russian-friendly, male bonding celebrating discrepancy between the book and its adaptation:

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For all the causes of the flight of the ex-Soviet Jews to Eastern Germany and then to the reunified Germany see the following: BELKIN (2010), BERGER (2010), BRINKMANN (2010), FRIEDGUT (2010), GITELMAN (2010), GROSS (2010), KÖRBER (2010), PANAGIOTIDIS (2010) and WISSGOTT-MONETA (2010).

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Fig. 4: I have here just nothing. Except my longing for going home.

Fig. 5: The true capitalism, the real capitalism‌

Fig. 6: I can find only in Russia.4

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This assertion sounds as pure irony. In reality, the Promised Lands of capitalism for the immigrant Russian(s) (and) Jews are primarily Germany and the USA. About the attraction of the German capitalism cf. BERNSTEIN (2010). Besides, true capitalists with Russian Jewish roots seem to never return to Russia!

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Fig. 7: Andrey went back [to Russia]. In his honor, we organize…

Fig. 8: a “wild dancing celebrating the Soviet Plan Economy”.

Fig. 9: Sure, his sense of business continues in Russia, too.5 5

It is hard to imagine any success of the Plan Economy compared to the Market Economy and the full support for creative entrepreneurship on all levels in the West.

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3. The image of Russian women in Germany Kaminer depicts a tragicomical profile of Russian women living in Germany. The relationship with them is according to the author connected with continuous obstacles of all kinds. Russian brides are financially too demanding and extravagant, moreover, when they lose their temper, they become like wild beasts! The worst feature of Russian women would be maliciousness and even hatred of men, contemplating their death. (Cf. chapter 14 “Die russische Braut”) Paradoxically, even when it is about only a sham marriage for pragmatical reasons of regulating the stay in Germany, the potential Russian German bride (originally from Kazakhstan) insists on romance, community presentation of the bridegroom and on making herself look pretty. (Cf. chapter 12 “Fähnrichs Heirat”) In turn, the author Kaminer himself could be accused of constructing a much too negative portrayal of the Russian members of the gentle sex or of concentrating exclusively on only negative examples. Nevertheless, in chapter 23 (“Die Frau, die allen das Leben schenkt”), he describes a woman called Katja who overtaxes her husband with her esoterically caused nervous breakdowns, exotic demands and temporary fashions. She traumatizes her husband with every new life style innovation, but also gives ironically and literally birth to new life in many aspects imaginable – without asking anybody whether this would be too much for anybody else’s health and purse.6

4. The image of Russian men in Russia The case of a jealous Russian policeman who killed the wife of a Russian man living in Germany with an axe, but the crime was attributed to a German named Klaus, but nick-named by other prisoners in the remand prison as “der Blut-und-Boden-Mann” (p. 120), shows the Russian prejudice against Germans as being brutal conservative Heimatkunst and Nazi racists. The German liking for the Russian language and readiness to travel to Russia in this case turned out to be extremely dangerous. Kaminer 6

This characterization of the Russian woman is quite opposite to situation of the suppression of women in other immigrant cultures living in Germany. Cf. HAUSBACHER / KLAUS / POOLE / BRANDL / SCHMUTZHART (2009).

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as an ex-Soviet citizen points out in chapter 20 (“Die Mücken sind anderswo”) the statistical data about the Russia of 2000: “Laut Statistik haben in Russland nur 17,8 Prozent der Bevölkerung an ihrem Leben Spaß.” (p. 85) The television program, amongst other things, can be possibly blamed for this pessimistic attitude to life. One of the reasons could be an absence of the counterpart of Hans Rosenthal and of his West German show Spaß muß sein (1959-1986) in Russia? Finally, even Russian houses of pleasure do not seem to be places attractive enough to any dream man of any ideal woman: “kein normaler Prinz [würde] jemals freiwillig Russland besuchen.” (p. 171) The Russians have allegedly no joie de vivre for many various reasons. In return, the west Europeans readily portray them as wild barbarians. In the deleted scenes of Jean-Jacques Annaud’s Enemy at the Gates (2001), which were presumably deleted for artistic reasons but providentially provided additional fee for the immigrant Russians as background actors, the Russian soldiers of the WWII seem to above and beyond have been depicted as total primitives. In chapter 35 (“Wie ich einmal Schauspieler war”), Kaminer reports about the director’s assistant who offers an additional deal: Die Regieassistentin kommt und fragt, ob jemand bereit sei, seinen Hintern vor der Kamera zu entblößen, dafür gäbe es zusätzlich 250,- Mark. Die Russen genieren sich, der Bulgare auch. Nur der Deutsche ist bereit. Sein Hintern wird mit zwei Kameras gefilmt – von hinten und von der Seite. […] die Kartenspieler [haben] draußen ihren eigenen Spaß. Der Verlierer muss fünf Kerzen mit einem Furz ausblasen. So sind sie eben, die wilden russischen Sitten. Die 30 Soldaten sollen sich dabei wie verrückt amüsieren, aber alle schämen sich nur. (p. 142)

5. The image of Russian men in Germany Kaminer reports in this chapter 37 (“Political correctness”) that the actors of Russian descent were needed in the Berliner Volksbühne theater for most brutal roles, e. g. in Titus Andronicus: “Eine Unmenge von Beinen, Händen, Zungen und anderen lebenswichtigen Körperteilen werden auf der Bühne abgehackt. Die Hauptübeltäter, die Barbaren, werden von Russen gespielt. Denn offenbar ist jedem klar, dass Barbaren diejenigen sind, die von weither kommen und Deutsch mit russischem Akzent sprechen.” (p. 147)

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The Russians in German casinos are famous, according to Kaminer, for their specific systems: “Russen gewinnen beim Pokern, weil sie ein System haben. Das »russische System« eben. Unabhängig davon, welche Kombination man gerade hat, man macht ein Full-House-Gesicht und strahlt Sicherheit aus, bis die Partie vorbei ist.” (p. 79) It is the system of the best possible outward impression on the onlookers. In the Russian Disco, the Russians tend to prove that they are able to party unsurpassably well and to be so open as to combine both October revolution and Christmas, both Easter and Passover. However, they usually bring their drinks with themselves (similar to some other Slavic nations) instead of buying them in the disco, and the entrance fee is often an object of negotiation.

6. The image of Berlin and Germany In chapter 20 (“Die Mücken sind woanders“), Kaminer admits why he likes Berlin: Auf mich wirkt Berlin wie ein Kurort. In erster Linie wegen des milden Wetters. Im Sommer ist es selten heiß, im Winter nie richtig kalt. Und es gibt ganz wenige Mücken, hier im Prenzlauer Berg eigentlich gar keine. […] Die Menschen finde ich auch cool. Die meisten Bewohner der Hauptstadt sind ruhig, gelassen und nachdenklich. […] Die Berliner tun stets, was sie für richtig halten und haben am Leben Spaß.” (pp. 84-85) Ganz anders ist es hier, wo man unter Umständen mehrere Leben gleichzeitig führen kann, sein eigenes und das eines anderen. Für Menschen, denen ein solches Doppelleben gefällt, ist Berlin die ideale Stadt. (p. 127)

Kaminer means here the liberal, innovative dancing and sex night life without any contact anxiety in Berlin, where even the Russian electrician Sascha can tolerate a gay painter (only because he was brought into this situation by his new girlfriend?), spend hours of discussions with him, even endure possibly inappropriate proximity, and settle any disagreements in a reasonable ways (cf. chapter 44 “Berliner Porträts”). In this sense, he

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defines Berlin not as a city of singles, but as a city of visible and invisible relationships: Berlin ist nicht eine Stadt der Singles, sondern eine Stadt der Beziehungen. Genau genommen ist die Stadt eine einzige Beziehungskiste, die jeden Neuankömmling sofort einbezieht. Alle leben hier mit allen. Im Winter ist die Kiste unsichtbar, im Frühling taucht sie wieder auf. Wenn man sich Mühe gibt und die Beziehungen einer allein stehenden Person lange genug zurückverfolgt, wird man bald feststellen, dass die Person mindestens indirekt mit der ganzen Stadt verbandelt ist. (p. 58)

7. The image of Germans In the streets, Germans allegedly give no smile at all, which is what is claimed by the Russian telephone sex service and quoted by the author. Kaminer gives further one example illustrating that some Germans appear to be rather unsuspecting and gullible. The German liking for the Russian language could end up tragically like in the case of Kaminer’s friend Klaus. His naivety of accepting the idea to visit the wife of his Russian friend in Moscow for the purpose of language exercise brought him into prison. His hospitality towards Russians was not reciprocated at all. Further, Kaminer gave an interesting summary of German behavior in casinos, like in the Spielbank Berlin (chapter 19: “Die Systeme des Weltspiels”): Die Deutschen mischen sich systemlos überall ein. Sie pokern, hopsen an die Black-Jack-Tische, ziehen dem Automaten den Hebel runter und verfolgen die Kugel in der Rouletteschüssel. Wenn sie gewinnen, freuen sie sich nicht, wenn sie verlieren, bleiben sie gleichgültig. Im Grunde genommen sind sie nicht aufs Spiel aus. Die Deutschen gehen ins Kasino, weil sie weltoffen und neugierig sind. Dort lernen sie die Systeme anderer Nationen kennen, die sie im Grunde aber auch nicht sonderlich interessieren.” (p. 82)

And now we approach a very problematic aspect of the German character: the perpetual fascination with Hitler! In chapter 27 (“Nie wieder Weimar” – which sounds like “Nie wieder Faschismus”, “Nie wieder Krieg” or “Nie wieder Deutschland”), Kaminer reports that even during the German

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Culture Capital manifestation with Weimar as the privileged culture center, the German culture elite could combine (without any visible pangs of conscience) the Buchenwald concentration camp, Hitler’s private art collection (famous for his naïve pictures of women, eagles and provincial sceneries with Nazi aesthetics) and Anselm Kiefer’s pictures (famous for the pictures Der Morgenstrahl auf dem Tisch des Führers and Operation Seelöwe) in Weimarer Museum für moderne Kunst. How to come to terms with the Nazi past if the Nazi past can be an object of revisionism or even polishing? It seem that in this case Kaminer’s subconscious Jewish humor of survival under gallows is expressed when he does not exclude himself from the company of fellow visitors and endures Hitler’s and Kiefer’s pictures until the moment of writing his account of the event when he can make understatements and trivialize Weimar like in the following sentence: “Mein Versuch, in Weimar neue Socken zu kaufen, scheiterte. Dann war das Festival zu Ende.” (p. 109) Besides, the influence of alcohol on Kaminer’s suppressing of emotional reactions cannot be underestimated during his visit to Weimar: “Nur der warme ukrainische Wodka sorgte für ein Minimum an Toleranz.” (p. 106) Finally, Kaminer’s involvement as a DJ with the Russian Disco and the Red Star hanging from the ceiling could be interpreted against this background as his individual resistance to the Nazi past of his host country. Of course, (neo-)Nazis are also part of the Berlin social landscape with their unintelligent election slogans like “Mal zeigen, was ne Harke ist”, but Kaminer knows very well that worldwide there are many similar aggressive political groups where there are mosquitoes too – unlike in Berlin. His irony is again reconciling and charming, avoiding conflicts, not provoking controversies.7

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On the humor and paradoxes of the life of the Russian Jews cf. DINER (2010) and KLINGENBERG (2010). In contrast to Kaminer’s irony and ludicrous understatements, the migrant literature can also be decisively shaped by emotional coldness, like in the case of certain texts by the world famous author Yoko Tawada, cf. UVANOVIĆ (2017). Could Yoko Tawada’s texts ever attract similar film adaptation projects like in the case of Wladimir Kaminer?

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Fig. 10: No Russian flags in the Russian Disco!

The archivist of everyday life Kaminer mentions further what he heard from a Russian ex-actress who became engaged in the Russian telephone sex service regarding German-Russian phone sex contacts (chapter 34 – “Stalingrad”). The unexpected German customer of the Russian erotic facility turned out to be an ex-SS unit member who even half a century after the WWII feels the drive to rape a Russian woman: Hör zu: Wir schreiben das Jahr 1943, ein Minenfeld in der Nähe von Stalingrad. Es ist saukalt, die Luft riecht nach Pulver. In der Ferne hört man die Geschütze donnern. Du heißt Klawa, du bist blond, dick und liegst im Schnee. Du hast nur Soldatenstiefel und eine Mütze an. Ich, in der Uniform eines Sturmbannführers der SS, gehe auf dich zu. Es geht looooos!” (p. 138)

8. The image of immigrants and immigrant workers in Germany Wladimir Kaminer as an ex-Soviet / Russian Jew and as a more artist-type immigrant and later on a collaborator at the SFB4 “Multikulti Radio” seems not to have suffered too considerably from the German asylum policies. As a DJ ‘clown’ and popular artist, he presumably associated with other immigrant artists: “Viele Russen, die sich in den letzten Jahren im Prenzlauer Berg niederließen, kannte ich noch aus Moskau. Die meisten waren bildende Künstler, Musiker oder Dichter: Menschen ohne Entwicklung, die so genannte Zwischenschicht – ewig zwischen Hammer und Sichel, bereits etwas zerlumpt, aber immer noch gut drauf.” (p. 175)

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Clowns normally present no danger to society. However, the musical and literary pop-culture clown Kaminer is interested in the fates of other kind of immigrants who suffer much more from capricious regulations and individual decisions of clerks – who can sometimes create situations resembling those between arrested partisans and rigid Gestapo officers during WWII (cf. p. 103): “Das Asylrecht in Deutschland ist launisch wie eine Frau, deren Vorlieben und Zurückweisungen nicht nachvollziehbar sind. In den einen Asylbewerber verliebt sich das Asylrecht auf den ersten Blick und lässt ihn nicht mehr gehen. Den anderen tritt es in den Arsch.” (p. 87) Kaminer has proved to be a socially critical comedian who readily sheds light on life conditions of less privileged immigrants and immigrant workers, who can more easily than would be statistically normal be suspected of any crimes by police or local inhabitants. He shows sympathy with those who get derided when trying to achieve some economical results even in regular small business (in chapter 26 “Russenmafiapuff”, a simple fast food booth owned by a Russian immigrant worker is ridiculed by Germans as a brothel for the Russian mafia).8 Since in the majority of cases the immigrant workers cannot run the German ethnocentric blockade, the German wall of prejudice and a conspiracy of silence (as if they all would be members of some secret monolithic fraternity) – especially in traditional and rustic German bars (cf. p. 99), the immigrants in Germany have developed a sense of mutual solidarity: “und plötzlich entsteht ein Gefühl der Zusammengehörigkeit bei vielen, die nicht zusammengehören und früher vielleicht gar nichts voneinander wissen wollten – Araber, Juden, Chinesen, Türken –, weil sie genau diese »Ausländer« sind.” (p. 73) It seems that the German “fraternity” provoked the emergence of a stronger “brotherhood” of foreigners in Germany, creating thus a bipolar society with native majority and immigrant minority cultures, kind of two sports teams possibly dreaming of fair play. But one team bears on its coat of arms the slogan: “Immigrants from all countries living now in Germany, unite yourselves!” Immigrants’ unity in diversity – forged by the common German ‘enemy’ and possibly in readiness to wage mini cold wars against him / them? 8

Cf. GORELIK (2010) for the deterioration of the image of Russians in the German society to the level of a mere ‘mafia’.

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One example of intercultural encounter under unusual ecumenical circumstances is described in chapter 39 (“Das Frauenfrühlingsfest”). The German protestant pastor acts here as host of spring festival organized by the Women’s Club of the Potsdam Jewish Community which for its part has included members of the Russian Germans (Russlanddeutsche) in the program, too. What is glaringly obvious in this case is that the pastor’s tolerance and hospitality are feigned. On the other hand, the pastor could have been disappointed by the deficiency of any religious contents in the performance. Kaminer bases his (tragi)comical situation exactly on this discrepancy. The Jewish spring celebration could have been associated in the pastor’s mind with Passover festivities. By contrast, the whole show is rather secular and carnivalesque. The Jewish women present new female international fashion with topless models, children’s ballet group displays the little swans’ dance, the choir sings Schnadahüpfel criticizes clerks of the Potsdam social bureau and immigration office, and there is belly dance and gingerbread and wine. During the whole program, the pastor remained huddled in his isolated corner: “Nur der evangelische Pfarrer blieb alleine in seiner Ecke sitzen. Auch nach dem letzten Bauchtanz, als endlich auch der Rest nach Hause ging, rührte er sich nicht. Bestimmt blieb er noch die halbe Nacht dort sitzen und dachte über all das nach, was an diesem Tag passiert war.” (p. 154) It could be argued that Kaminer’s attitude towards this German pastor is rather ironic and, at the same time, without any intention to insult. The pastor’s responses to his immigrant guests are empty gestures and masks of silence and distance.

9. Kaminer as a pop-cultural, immigrant postmodernist in the multiculturally enriched metropolis Berlin Kaminer insists on a playful, multifaceted jocularity, he projects fluid identities in motion possibly deceiving one another, he describes the façade and deciphers the core of people and phenomena, he walks through scurrile situations and adapts to absurdities. He may wonder about youths leafing through Ikea catalogues and may consider them all to be like Beavis and Butthead, but his German sounds very close to them: slovenly, amusing and full of adolescent criticism of everything, which has been manifested in

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his following works. Live and let live, enjoy the life despite of its imperfections, wage no modernist correcting interventions but invite to problem solving by clownish persiflage and DJ-like party performance. Things and people are constantly in a recycling vicious circle forcing to adapt to fluid or abrupt changes. The profession change is for immigrants very often such a challenging situation. The following case of an ex archaeologist from Russia who, in order to earn his livelihood, became tailor and applied the principle of a creative recycling, i. e. DJ-ing of available older parts of the clothes to some new fashionable garments, can be considered as an illustrative example of creativity applicable in literature as well: “Schneider, der aus Russland kam und eigentlich Archäologe war. Erst in Deutschland, wo es nicht so viel auszugraben gab, machte er eine Umschulung. Nun kaufte der Archäologe auf dem Flohmarkt billige Klamotten, trennte sie auf und nähte aus ihnen neue, pfiffige Kleider, die er in einer russischen Boutique am Kurfürstendamm verscheuerte.” (p. 116) Only after resettling in a foreign country, the immigrants have a more intense experience of a postmodern market economy and of a fluid identity based on the adaptation to the needs of customers. In chapter 24 (“Geschäftstarnungen”), Kaminer accumulates cases in which his immigrants of various nationalities pretend to be representatives of some other immigrant nationality: Bulgarians pretend to be Turks, the Greeks pretend to be Italians, the Arabs pretend to be Greeks, the American Jews own ‘Japanese’ Sushi bars, and the Vietnamese cigarette sellers – a humorous leitmotif in Ziegenbalg’s film adaptation – come predominantly from the Inner Mongolia (cf. p. 99). The author draws a conclusion about postmodernist conditions of the immigrants’ life: “Berlin ist eine geheimnisvolle Stadt. Nichts ist hier so, wie es zunächst scheint. […] Nichts ist hier echt, jeder ist er selbst und zugleich ein anderer.” (p. 98) In the metropolis, nothing is unambiguous and one-dimensionally authentic, especially for the immigrants. The postmodernist playfulness and fluidity of interpretation of one and the same single work of art (in this case a medium-sized concrete shell with a dot in the centre, from where a number of rays reaches the rim) is further demonstrated in the chapter 10 (“Alltag eines Kunstwerks”). Kaminer’s

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compatriot sculptor Sergej N. declines any interpretation attempts and recommends instead drinking Vodka. However, his piece of art travels literally and hermeneutically in the course of four year seasons from the Berlin Kochschule der Künste to the commission for the Holocaust memorial, then the transfer to the Prague commission for the remembrance of the Czech women raped by the Soviet troops in 1968 failed, then to a Hamburg erotic fair, and finally to a children’s playground in Wedding. One and the same object started its semantic metamorphoses as a mother heart expressing the grief of matter, transformed then to a symbolical expression of the pain of the human kind, could potentially express the pain of rape victims, then it was meant to imply the unfulfilled desire for vaginal contacts, and finally it was recognized in the eye of children as a giant snail. Kaminer proves again his postmodernist perspective on every phenomenon which he encounters in the immigrant world of Germany.

10. ‘Second-class’ Jewish immigrants leave for Germany – the ‘firstclass’ Jews go to the USA Complete dispersion seems to have taken place at the end of the Soviet Union: “Mein Freund Mischa und ich fuhren nach Berlin. Mischas Freundlin flog nach Rotterdam, sein Bruder nach Miami und Gorbatschow nach San Francisco.” (p. 23) The following opinion of a Soviet Jew who opted for the USA about those Jews for whom Germany is the appropriate target country sounds very brutal and very true: “für euch ist Deutschland genau das Richtige, da wimmelt es nur so von Pennern. Sie haben dort ein stabiles soziales System. Ein paar Jungs mehr warden da nicht groß auffallen.” (p. 12) But not only tramps were directed to Germany: Wladimir Kaminer defines himself and his Jewish friend Mischa as adventurous romantics: “Unser Plan war einfach: Leute kennen lernen, Verbindungen schaffen, in Berlin eine Unterkunft finden. Die ersten Berliner, die wir kennen lernten, waren Zigeuner und Vietnamesen. Wir wurden schnell Freunde.” (p. 25) But the romantic Kaminer soon decided to quit bachelor existence in dormitories and to become a bourgeois man of letters living in Prenzlauer Berg, with a wife and two children, with Café Burger and Russendisko, possibly following in his father’s footsteps who

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played the role of a foreigner in the Berlin elderly cabaret Die Knallschoten, to eventually become a professional sound technician and DJ.

11. The Jewish migration issue in Kaminer’s narrative and in Ziegenbalg’s adaptation Contrary to some expectations, Kaminer claims that the Soviets disliked the Jews in the Communist Party of the Soviet Union – simply because every Jew in the world, including the Soviet Jews, could use the opportunity to become an Israeli citizen, which was looked upon as a completely correct thing to do. However, the typical stereotype of the Jews is still there: buying things (like beer, cigarettes etc.) cheaper and selling them more expensive – and accusing other Jews of being false Jews! Moreover, Ziegenbalg stresses an extraordinary dialectics of intercultural life: the Jews becoming Russians and then returning to Jewishness – and the Russians becoming Jews for opportunistic reasons. German Democratic Republic invited the Soviet Jews due to the remorse for not having contributed to the German reparations for Israel in the period 1950-1990. After decades of ignorance, the Socialist East Germans decided to compensate for their negligence and to participate in the international help for the Jews in the disintegrating Soviet Union. To paraphrase the verse “Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt”, the status of being of Jewish descent promoted and favored an international mobility, besides the opportunity to attain Israeli citizenship. Wladimir Kaminer reports about this turning point as follows: Die neuen Zeiten brachen an: Die Freikarte in die große weite Welt, die Einladung zu einem Neuanfang bestand nun darin, Jude zu sein. Die Juden, die früher an die Miliz Geld zahlten, um das Wort Jude aus ihrem Pass entfernen zu lassen, fingen an, für das Gegenteil Geld auszugeben. Alle Betriebe wünschten sich auf einmal einen jüdischen Direktor, nur er konnte auf der ganzen Welt Geschäfte machen. Viele Leute verschiedener Nationalität wollten plötzlich Jude werden und nach Amerika, Kanada oder Österreich auswandern. Ostdeutschland kam etwas später dazu und war so etwas wie ein Geheimtipp. (p. 11)

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The first chapter of Kaminer’s book was transformed in the final part of Ziegenbalg’s adaptation as a conversation between a rabbi and the character of Mischa (see fig. 11-19) whose first plan to achieve German citizenship through the marriage with a German woman failed and therefore the plan B – an attempt to prove or pretend his Jewishness – had to be started.

Fig. 11: The Russians visit me every day,

Fig. 12: claiming that they discovered that they had some great-grandfather.

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Fig. 13: This means I should issue them the Certificate of Jewish Origin.

Fig. 14: If I don’t give you this certificate, you are going to be expelled, aren’t you?

Fig. 15: You know what,

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Fig. 16: in the past, all Jews wanted to be only Russians.

Fig. 17: Nowadays, every Russian wants all of a sudden to become Jewish.

Fig. 18: I hope you haven’t already extra get circumcised for this purpose?

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Fig. 19: Yes, it’s as smooth as a sausage.

Whereas the literary character Mischa is a Jew just like Wladimir Kaminer, the film character Mischa is a Russian who converts to Judaism for the sake of staying in Germany on the basis of the Jewish privilege as compensation for the Holocaust. The scene from the screenshot above is in Kaminer’s literary model placed in the first chapter where it is described as follows: Am Ende der dritten Woche versammelte sich die Hälfte der männlichen Belegschaft unseres Heimes im Waschraum. Alle platzten vor Neugierde. Mischa präsentierte uns seinen Schwanz – er war glatt wie eine Wurst. […] Doch die meisten Anwesenden waren von seinem Schwanz enttäuscht. Sie hatten mehr erwartet und rieten Mischa, das mit dem Judentum sein zu lassen, was er später auch tat. Manche Bewohner unseres Heims dachten, das kann alles nicht gut ausgehen und fuhren wieder nach Russland zurück. (p. 16)

We see that the literary Jew Mischa developed a distance toward a deepening of his Judaism (after he had previously agreed on circumcision due to his pangs of conscience for accepting some forms of bribery from the members of the agile Berlin Jewish community), whereas the nonJewish film counterpart Mischa adapts partly opportunistically to the expectations of the rabbi and becomes even the organist of the synagogue of the Berlin Jewish community and moreover the educator of the young Jewish boys there, which is illustrated in the following screenshots (fig. 2022):

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Fig. 20: Mischa plays organ and gives classes in the synagogue.

Fig. 21: The target to live from music alone could not be realized,

Fig. 22: Instead, music gave him opportunity to stay and live in Germany.

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The film character Mischa serves also as a condensation background for another aspect of the Russian Jews’ experience with the German Jews and German rabbis who sometimes had to measure the level of Jewishness of the Jews from the Soviet Union. Kaminer reports in his book about strange cases in Cologne where the local rabbi conducted examinations about Jewish (religious) customs and definitions of matzo – forcing some “passport Jews” to circumcise themselves personally without medical help in order to avoid such stressful rabbinic investigation (cf. p. 14). Whereas in the book version it is a lady who clarifies in the first chapter that matzo is a cake made after old recipes from blood of little children, again we see Mischa in the last scenes of the film before meeting the rabbi borrowing the book text as follows (fig. 23-25):

Fig. 23: What is matzo?

Fig. 24: Cakes made after the old recipe, from the blood of children.

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Fig. 25: The rabbi is going to faint. That will never work.

The originally non-Jewish film Mischa character is forced to comply with Jewish religious formalities to save his existence in Germany. Paradoxically, the “real” Soviet Jew Wladimir Kaminer has been enjoying the privilege of the Jewish determination in his Soviet passport which saved him from procedures designed for checking the immigrants’ Jewishness. Moreover, the Jew Kaminer seems to subconsciously neglect his origins, which could be implied from his comical slip of the ear at 10 o’clock a. m.: instead of hearing that he should write a journal article about the Jewish culture (“Judenkultur”), he believes to have heard the words the youth culture (“Jugendkultur”) in chapter 22 (“Ein verlorener Tag”). But let me now return to the issue of asylum for Jews in Germany. Even being a half Jew could be sufficient for gaining asylum like in the case of the ex-professor of socialist education at the Krupskaja Pedagogical Institute: “Hier bekam er als Halbjude Asyl und durfte bleiben. Nur eins quälte ihn: dass er nichts zu tun hatte.” (p. 116) Drastically, the German local immigration authorities could on the other hand show readiness to issue exceptional asylum decisions and residence permits for reasons of medical experimentation on human guinea pigs, which is what Kaminer suggests in chapter 46 (“Das Mädchen mit der Maus im Kopf”). Of course, this account could be purely fictional.

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12. (Abbreviated) conclusion The on-screen-Kaminer Matthias Schweighöfer opens the Russian Disco with the Jewish song Odessa (“Ah Odessa, my Odessa, you are so dear to me. Wherever I go, wherever I am, I still think of you. Your streets and alleyways, where I had so much fun, I yearn for you by day and by night.”).9 And Kaminer’s disco could be termed at the same time Ukrainian, Russian, Soviet, Jewish, German, global, hybrid, carnivalesque, and – anti-Nazi. This is Super Good, after all. The film music successfully enwrapped the German players playing foreigners into foreigners / immigrants from the former Soviet Union. The film tone is humorous – unlike Kaminer’s own critical literary intentions. The film has skipped many serious issues and reduced itself primarily to happy ending entertainment – which is possibly the simplest and the best means of migrant integration into the German society nowadays. Be happy, keep smiling! Adapt to the everyday postmodernist games!10 But this adaptation seems to be a mutual challenge: both on the side of ‘aboriginal’ inhabitants11 and the ‘immigrants’. Finally, a new notion of citizenship could be useful, because home for everybody could be everywhere.12 If one becomes well-adapted and well-integrated!13

9

Cf. https://www.youtube.com/watch?v=8EQVvgW7kjo&feature=youtu.be . OLIVER LUBRICH (2003) could see in this phenomenon also traces of postcolonialism. RIGNEY (2011) speaks about “merging identities” in postmodernist discos of immigrants. 11 Cf. OTTO (2014) for the challenges on the part of the local, native people and the instability of their notion of pure national statehood. 12 Cf. NAOMI LUBRICH (2007) on this new citizenship. 13 Cf. GRAUMANN (2010) and LAGODINSKY (2010) on the Russian Jew’s integration in Germany. 10

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Primary literary source KAMINER, WLADIMIR, (2002, 8th issue), Russendisko. München: Goldmann Manhattan. First issue 2000.

Filmography Russendisko (2012). Directed by Oliver Ziegenbalg. Produced by Arthur Cohn and Cristoph Hahnheiser. [Anmerkung des Verfassers: Alle screenshots aus diesem Film dienen ausschließlich der komparatistischen Argumentation. Jegliche mögliche abweichende legale Interpretationen, z. B. dass die hier verwendeten screenshots irgendwelchen kommerziellen Zwecken oder zur Steigerung der Zitierhäufigkeit dieses Beitrags dienen (können), werden mit allen legalen Mitteln widerlegt. Der Verfasser beruft sich auf internationale Interpretationen von fair use Verwendungsweisen von screenshots aus kommerziellen Filmen in Wissenschaft und Bildung.]

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Željko Uvanović Die ‚Russen‘ kommen nach Deutschland. Ironische Kritik an allem in Wladimir Kaminer’s Russendisko im Vergleich mit Oliver Ziegenbalgs humorvoller Filmadaption Zusammenfassung Diese Arbeit befasst sich mit der Verfilmung von Wladimir Kaminers Sammlung kurzer Kurzgeschichten unter dem Titel Russendisko zu einem chronologisch konstruierten Film. Der Vergleich zwischen der literarischen Quelle und der Verfilmung basiert auf den folgenden Elementen: dem Bild der Sowjetunion und dem neuen kapitalistischen Russland, dem Bild der russischen Frauen in Deutschland, dem Bild der russischen Männer in Russland, dem Bild von Berlin und Deutschland, das Bild der Deutschen und das Bild von Einwanderern und Einwanderern in Deutschland. Kaminer verhält sich wie ein popkultureller, immigrierter Postmodernist in der multikulturell bereicherten Metropole Berlin. Er bezieht auch tabuisierte Themen unerschrocken mit ein, wie zum Beispiel jüdische Einwanderer „zweiter Klasse“, die angeblich nach Deutschland auswander(te)n - und die „erstklassigen“ Juden, die angeblich in die USA migrier(t)en, so dass das jüdische „Emigrationsproblem“ sowohl in Kaminers Erzählung wie auch in Ziegenbalgs Adaption verglichen werden konnten. Der Film betont die Existenz einer (außer)gewöhnlichen historischen Dialektik des Identitätswechsels: die Juden wurden Russen in der Vergangenheit und kehren dann zum Judentum zurück in der Gegenwart und die ‚echten‘ Russen werden Juden aus opportunistischen Gründen. Möglicherweise handelt es sich um Beziehungen und Konstellationen, die auch in anderen Fragen der Migrantenliteratur und der Migrationen global zu finden sind, wenn wir statt der Wörter „Jude“, „Russe“ und „Deutschland“ die Namen anderer Nationalitäten und Staaten verwenden würden. Stichwörter: Imagologie, Jüdische Minderheit in der ehemaligen Sowjetunion, Zusammenbruch der Sowjetunion, Deutsche Demokratische Republik, Deutsche Wiedervereinigung, Einwanderung nach Deutschland, multikulturelle Gesellschaft, ausländische Arbeiter in Deutschland, Assimilation, biographischer Film, Wladimir Kaminer, Oliver Ziegenbalg, Russendisko, Literaturverfilmung, postmodernistische opportunistische Wandel der Nationalidentitäten, postmoderner Karneval, Sehnsucht nach sowjetischen Zeiten

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ALPHABETISCHE LISTE DER AUTOR(INN)EN DER BEITRÄGE MIT JEWEILIGEN TITELN, ZUSAMMENFASSUNGEN UND STICHWÖRTERN 1. Aleksandra Bednarowska Pädagogische Universität Krakau (abednaro@kent.edu) ZWEI DICHTERINNEN, ZWEI STÄDTE - BERLIN UND LWÓW IN GEDICHTEN VON MASCHA KALÉKO (1907-1975) UND ANDA EKER (1912-1936) Zusammenfassung Im Zentrum dieses Beitrages stehen Gedichte von zwei in Galizien geborenen jüdischen Dichterinnen der Zwischenkriegszeit: Mascha Kaléko und Anda Eker. Beide Autorinnen gehören zur langen Tradition der jüdischen Schriftsteller, für die Städte eine Inspirationsquelle und ein literarisches Sujet wurden. Mascha Kaléko, die in der Endzeit der Weimarer Republik berühmt wurde, publizierte in mehreren Zeitungen und Zeitschriften „soziologisch relevante Gebrauchslyrik“. In ihrem ersten Gedichtband Das lyrische Stenogrammheft aus dem Jahre 1933 übernimmt die Autorin die Rolle der Beobachterin, die Einwohner der Berliner Metropole im Mittelpunkt ihrer Gedichte stellt. Kaléko unterstreicht die Spannung zwischen der Glitzerwelt der Großstadt und Wirklichkeit. Trotz flüchtiger Momente des Glücks, bietet die Großstadt keine Sicherheit, keine glänzende Zukunft an, sondern bloß eine Chance zu überleben. Anda Eker, eine zu Unrecht ganz vergessene, früh gestorbene Dichterin vermittelt in ihrem ersten Gedichtband Na cienkiejstrunie ihre Liebe zu Lwów (Lemberg) und stellt die Stadt als einen Erinnerungsort dar, in dem jede Straße ihre eigene Geschichte und ein Geheimnis hat. Die märchenhafte Darstellung der Stadt wird mit Gedichten kontrastiert, in denen prekäre Wohn- und Arbeitsverhältnisse der Stadtbewohner gezeigt werden. Stichwörter: Mascha Kaléko, Anda Eker, jüdische Dichterinnen, Großstadtlyrik, Stadtlandschaft, Lwów (Lemberg), Berlin, Galizien, Zwischenkriegszeit, Armut, Einsamkeit, Nacht

2. Marijan Bobinac Universität Zagreb (mbobinac@ffzg.hr) ZWISCHEN KUNSTANSPRUCH UND PUBLIKUMSGESCHMACK: KOTZEBUE UND DER KROATISCHE VORMÄRZ Zusammenfassung Der Beitrag gibt eine Übersicht über die Wirkung von Kotzebues Unterhaltungstheaterproduktion im deutschsprachigen Raum wie auch bei den slawischen Nationen mit einem Fokus auf die pragmatische Rezeption Kotzebues zur Aufstockung des kroatischsprachigen Repertoires im Entstehungsprozess des kroatischen Nationaltheaters: erstens in der zweisprachigen deutschen und kroatischen Phase 1840 bis 1860 und zweitens in der ausschließlich kroatischen Phase 1860 bis 1877. Kotzebue, lange einer der populärsten Dramatiker im kroatischen Theater, wurde seit 1877 nicht mehr im kroatischen Nationaltheater aufgeführt. Diese Arbeit schließt eine Lücke in der kroatischen Theaterforschung, die lange eine

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elitistische Ästhetik bevorzugte und den durchaus wichtigen Anteil der trivial-unterhaltenden Publikumsdramaturgie in der Theatergeschichte bei Seite ließ. Stichwörter: August von Kotzebue, Wiener Burgtheater, Zagreber deutschsprachiges Theater, Illyrische Bewegung in Kroatien im 19. Jahrhundert, Kroatisches Nationaltheater, Germanisierung, Theaterkritik, deutsch-kroatische Theaterkontakte, Kotzebues Rezeption in Kroatien und in anderen slawischen Ländern, Adaption im kroatischen Kontext, Theaterrepertoire, pragmatische Theaterpolitik, Dimitrija Demeter.

3. Daniela Čančar (danielacancar@gmail.com) INTERKULTURALITÄT IM WERK VON STEN NADOLNY, SAŠA STANIŠIĆ UND FATIH AKIN Zusammenfassung Das Aufeinandertreffen der Kulturen thematisieren die Romane von Sten Nadolny und Saša Stanišić und der Film von Fatih Akin. Der Roman Selim oder Die Gabe der Rede von Sten Nadolny schildert die Geschichte des redegewandten Türken Selim, der sich durch Sprach- und Kulturbarrieren seinen Weg in einer neuen Umgebung bahnt und auf diesem Weg zufällig dem deutschen Rhetorikstudenten Alexander begegnet. Fatih Akins Spielfilm Auf der anderen Seite erzählt ebenfalls die Geschichte von unterschiedlichen Begegnungen zwischen Deutschen und Türken. Die Figuren haben auf ihrem Weg zahlreiche Hürden zu beseitigen. Sie kämpfen mit Unwissenheit, Vorurteilen, Zwängen der Gesellschaft und der Familie, mit Ehre und Korruption und legen sich mit Typen aus dem Untergrund an. Im Roman Wie der Soldat das Grammofon repariert von Saša Stanišić finden sich Motive sowohl aus Nadolnys Roman als auch aus Akins Film wieder. Der junge Aleksandar flieht mit seiner Familie in den Westen, wo er sich mit seinen Erinnerungen an das Leben in der Stadt an der Drina, dem er durch den Ausbruch des Bosnien-Krieges gewaltsam entrissen wurde, und seinem größten Talent, dem Erfinden von Geschichten, eine neue Heimat ersinnt. Das Erzählen von Geschichten, als Überlebensstrategie in der Fremde Deutschlands, haben der Bosnier Aleksandar und der Türke Selim aus Nadolnys Roman gemeinsam. Zehn Jahre nach der Flucht reist Aleksandar als Erwachsener in seine Heimat. Ähnlich wie der türkischstämmige Germanistikprofessor Nejat aus Akins Auf der anderen Seite macht er sich auf die Suche nach zurückgelassenen Spuren. Die vorliegende Arbeit geht den unterschiedlichen Erfahrungen der Protagonisten mit der fremden und der eigenen Kultur auf die Spur. Schlüsselwörter: Interkulturalität, interkulturelle Weltkino, Sten Nadolny, Saša Stanišić, Fatih Akin

Literaturwissenschaft,

Migrationsfilme,

4. Jan Čapek Universität Pardubice (jan.capek@upce.cz) CAMILL HOFFMANN, EIN JUDE ZWISCHEN TSCHECHEN UND DEUTSCHEN, UND SEIN NACHLASS IM LITERATURARCHIV MARBACH AM NECKAR Zusammenfassung Der Lyriker und Diplomat Camill Hoffmann, geboren 1878 im böhmischen Kolín, aufgewachsen in den zwei Sprachen seines Landes, wurde zu Anfang des 20. Jahrhunderts mit

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zwei Bänden volksliedartiger Gedichte bekannt: Adagio stiller Abende (1902) und Die Vase (1910). Er war Journalist der Zeitung Die Zeit in Wien, Feuilletonredakteur an den Dresdner Neuen Nachrichten und Gründer der Prager Presse. Nach Masaryks Wunsch hatte Hoffmann 1920 den Posten des Presseattachés an der Tschechoslowakischen Botschaft in Berlin übernommen, wo er bis 1938 blieb und als Vermittler der tschechischen Kultur sowie Brückenbauer zwischen der tschechischen und deutschen Welt wirkte, genauso wie viele seiner österreichisch-tschechoslowakischer Landsleute jüdischer Herkunft, deren kurze Geschichte in den Ländern der böhmischen Krone ebenfalls dargestellt wird. Er übersetzte belletristische Werke sowie Sachliteratur ins Deutsche, schrieb weiter Gedichte, veröffentlichte sie jedoch nicht mehr. 1942 mussten sich Hoffmann und seine Frau dem Transport nach Theresienstadt anschließen und am 28.10.1944, am Jahrestag der Gründung der Tschechoslowakei, wurde der tschechische Jude deutscher Sprache mit dem letzten Zug aus Theresienstadt nach Auschwitz abtransportiert und sofort vergast. 1999 bekam das Literaturarchiv Marbach am Neckar von seiner Tochter Edith Yapou aus Jerusalem einen kleinen Teil seines Nachlasses, 2002 kam dazu dank dem ehemaligen Attaché der Amerikanischen Botschaft in Prag, Herrn Ralph S. Saul, vom Depositum der Handschriftenabteilung der Chicago University Library als Stiftung ein größerer Teil des Nachlasses mit zahlreichen wertvollen Manuskripten. Stichwörter: Camill Hoffmann, tschechisch-deutscher Kulturkontakt, Geschichte der Juden in Europa, Judenverfolgung, Theresienstadt, Auschwitz, Literaturarchiv Marbach am Neckar, T. G. Masaryk, Eduard Beneš, Juden als Vermittler zwischen nationalen Kulturen, Holocaust. 5. Iva Drozdek (iva.drozdek@gmail.com) SLAWONIEN PRÄGT DEN CHARAKTER. SLAWONISCHE LEUTE UND LAND IN RODA RODAS WERKEN Zusammenfassung Roda Roda bzw. Alexander Friedrich Rosenfeld in der Nähe von Drnowitz 1872 geboren, verbrachte seine Jugend in Osijek. Trotz der Auswanderung nach Wien und Berlin, empfand er immer Slawonien als seine Heimat. In dem Band Geschichten aus Slavonien von Vlado Obad 1998 zusammengestellt und veröffentlicht, bietet Roda Roda den Einblick in eine Vielfalt an Ständen, ethnischen Gemeinschaften, Stadt- und Dorfmenschen und natürlich den Guten und den weniger Guten. Roda Roda leugnete niemals seine slawonische Herkunft, ganz im Gegenteil, seine Zuneigung und Faszination zu diesem Fleckchen Erde wird in seinen Texten sichtbar. In der Auswahl an 42 Kurzgeschichten, die zur Gemeinsamkeit die Verbundenheit zu Slawonien haben, werden die zwischenmenschlichen Beziehungen verschiedener Nationen auf diesem Gebiet aufgezeigt, sowie ihr Einfluss auf das Land und der Einfluss des Landes auf die Menschen. Die damals ansässigen Nationalitäten sind bis heute ähnlich geblieben, eine Mischung aus Deutschen, Österreichern, Ungarn, Serben, Kroaten und Bosniern ist immer noch vorhanden, die Verhältnisse dagegen, sicherlich in ein verheerendes Gegeneinander übergegangen. Die Texte von Roda Roda lassen den Leser dieses Anders-sein feiern und bieten das Land, die gemeinsame Heimat, als den Boden der alle verbindet und gleich erfreut oder bestraft. Was alle Figuren in diesen Erzählungen ausmacht ist ihre Liebe und Verbundenheit zum slawonischen Land. Das fruchtbare Land bietet Sicherheit und Möglichkeiten und in einigen Erzählungen sogar die Liebe des Lebens. Stichwörter: Roda Roda, Alexander Rosenfeld, Slawonien, kroatische Länder, Geschichten, Akzeptanz, Anders-sein.

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6. Dina Džindo Jašarević (djine133@yahoo.de) IM DIENSTE DER ERINNERUNG – BERNHARD SCHLINKS DER VORLESER UND NICOL LJUBIĆS MEERESSTILLE IM VERGLEICH Zusammenfassung Bernhard Schlinks Der Vorleser und Nicol Ljubićs Meeresstille sind Romane, die gegen das Vergessen und Verdrängen kämpfen. Es sind Romane, die zurückschauen und die Erinnerung an eine schreckliche Zeit in die Erzählung aufgenommen haben. Beide berichten sie von Krieg, der eine vom Zweiten Weltkrieg, der andere vom Bosnien-Krieg (1992-1995); und sie berichten von zwei Geschichten, in denen es um Schuld und Sühne, Recht und Gerechtigkeit geht. In der Arbeit wird der Versuch unternommen, die Romane miteinander zu vergleichen im Bezug auf die geschichtliche Problematik, wie Verbrechen zu erinnern seien. Die Analyse folgt den von Reinhart Koselleck formulierten Fragen: Wer ist zu erinnern? Was ist zu erinnern? und Wie ist zu erinnern?, die allerdings noch durch eine zusätzliche (von Aleida Assmann) ergänzt werden: Wer erinnert sich? So wurde ein Blick auf Täter und Opfer auf beiden Seiten geworfen. Nur durch die Erinnerung an Täter und Opfer kann das Schweigen durchbrochen werden und der Weg für die Wahrheit geebnet werden. Stichwörter: Bernhard Schlink, Nicol Ljubić, Erinnerung, Täter, Opfer, Schuld, Unschuld, Gerechtigkeit, Schweigen 7. Tihomir Engler Josip-Juraj-Strossmayer-Universität Osijek (tengler@ffos.hr) DER METAPHYSISCHE HORIZONT DES GESCHICHTLICHEN IN MANNS JOSEPHTETRALOGIE UND IN KRLEŽAS BALLADEN DES PETRICA KEREMPUH IM SPIEGEL DER NIETSCHE-REZEPTION Zusammenfassung Im Beitrag wird das in die romaneske Joseph-Tetralogie eingeflochtene Geschichtsverständnis von Thomas Mann mit demjenigen verglichen, auf dem Die Balladen des Petrica Kerempuh von Miroslav Krleža beruhen. Einleitendend wird die Entstehungsgeschichte sowie die in beiden Werken enthaltene Reaktion der Autoren auf den historischen Kontext, aus dem heraus ihre Werke entstehen, erörtert, um daraufhin das in den angeführten Werken enthaltene Geschichtsverständnis der Autoren zu untersuchen. Dabei wird festgestellt, dass dieses aus ihrer metaphysisch ausgerichteten Vorstellung vom zyklischen Ereignen des Geschichtlichen entspringt, weshalb in beiden Werken ein poetisches „Metaphysion“ aufgebaut wird, dessen Wurzeln in Nietzsches nihilistischem Gedankengut liegen, das sowohl Mann als auch Krleža in ihren Werke zu überwinden versuchen. Der Überwindungsversuch gestaltet sich bei Mann in Form eines künstlerischen Humanitas-Mythos, deren Kerngedanke die Vermittlung zwischen dem Tellurischen und dem Geistigen ist, während sich bei Krleža ein solcher Versuch immer wieder an der Verwurzelung des Menschen in seiner „diluvialen“ Herkunft stößt, die ihm jedwede Form der Vergeistigung der menschlichen Existenz als suspekt erscheinen lässt. Schlüsselwörter: Thomas Mann, Miroslav Krleža, Geschichtsverständnis, Joseph-Tetralogie, Balladen des Petrica Kerempuh, Nietzsche-Rezeption

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8. Marijana Erstić Universität Siegen (erstic@germanistik.uni-siegen.de) UNTER DEM STERN VON NIEDERGANG UND KATASTROPHE: DIE GLEMBAYS ALS DIE KROATISCHEN BUDDENBROOKS Zusammenfassung: Der nachfolgende Aufsatz beschäftigt sich mit dem Drama Gospoda Glembajevi/Die Glembays (1928) des kroatischen Schriftstellers Miroslav Krleža. Die zentrale Fragestellung ist der Darstellung des Künstlertums in diesem Drama gewidmet. Diese Problematik wird mit dem Roman Buddenbrooks (1901) von Thomas Mann verglichen. Zum Schluss des Artikels werden zwei neuere Inszenierungen thematisiert (SNG Ljubljana, 2012, Reg.: Ivica Buljan sowie Residenztheater München, 2013, Reg.: Martin Kušej). Stichwörter: Miroslav Krleža, Thomas Mann, Vergleichende Literaturwissenschaft, Die Glembays, Buddenbrooks 9. Renate Hansen-Kokoruš Karl-Franzens-Universität Graz (renate.hansen-kokorus@uni-graz.at) KRIEGSALLTAG IN LITERARISCHER DARSTELLUNG BEI ZORAN FERIĆ UND BORIS DEŽULOVIĆ Zusammenfassung Der Krieg im ehemaligen Jugoslawien stellt auch heute noch eines der wichtigsten Themen in der bosnischen, kroatischen und serbischen Literatur dar, wobei unterschiedliche Zielsetzungen und Poetiken auszumachen sind. Der Beitrag untersucht –unter den Aspekten der Komposition, Figuren- und Raumkonzeption sowie der Motive auf ihre Darstellung des Krieges–zwei ähnlich strukturierte Texte aus der neuen kroatischen Literatur, von Zoran Ferić und Boris Dežulović, die jede Kriegspathetik durch ihre Ausrichtung auf den Kriegsalltag der Soldaten unterlaufen. Die dabei zugrunde liegenden individuellen und kollektiven Identitätszuschreibungen überlagern sich in komplexer Weise. Der Versuch, die kollektiven kriegerischen Konfrontationen zu durchbrechen, scheitert, da sich die gegenseitigen stereotypen Wahrnehmungen als hartnäckiger erweisen. Stichwörter: Kriegsdarstellung, Literaturwissenschaft, zeitgenössische kroatische Literatur, Komposition, Figurenanalyse, Raum, Identität, Zoran Ferić, Boris Dežulović

10. Sven Hanuschek Ludwig-Maximilians-Universität München (sven.hanuschek@germanistik.uni-muenchen.de) EINEM RUSSISCHEN SUBALTERNOFFIZIER MAGISCH VERFALLEN: ZUR FRAGE DER ALTERITÄT IN LEO PERUTZ’ ROMAN WOHIN ROLLST DU, ÄPFELCHEN... (1928)

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Zusammenfassung Der Aufsatz untersucht die Frage der Slawenklischees in Perutz’ Roman als Frage nach der Darstellung von Alterität im Kontext der Heimkehr der deutschen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg. Perutz’ Protagonist wird als paranoid gezeigt, als Täter, der offenbar weit mehr Schuld auf sich lädt als der russische Offizier, den er als ‚Heimkehrer‘ durch halb Europa und Russland verfolgt. Die wenigen expliziten Slawenklischees, die der Roman aufzuweisen hat, werden humoristisch ausgestellt. Es handelt sich vielmehr um ein Fremdenbild als Projektionsfläche für eigene negative Eigenschaften. Stichwörter: Leo Perutz, Ullsteinroman, Antislawismus, Russophobie, bochisme, Paranoia, imaginierte Fremdenbilder, Projektionsmechanismus, Spiegelfiguren, Kitsch, Genrehybridität 11. Stephanie Jug Josip-Juraj-Strossmayer-Universität Osijek (sjug@ffos.hr) DIE WIEDERAUFNAHME VON PETER WEISS' DRAMATISIERUNG DER REVOLUTION IN IVANA SAJKOS EUROPA Zusammenfassung Der deutsch-schwedische Schriftsteller Peter Weiss und die kroatische Schriftstellerin Ivana Sajko entspringen beide dem europäischen Kulturkreis. Der Beitrag rekapituliert die wichtigsten Interpretationsansätze in Bezug auf das Revolutionsthema für Marat/Sade und erprobt diese an demselben Drama. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen als Grundlage für den Vergleich zwischen den Dramatisierungen des Revolutionsthemas in Marat/Sade (1964) und in Sajkos Monolog Europa (2004). Als das Schlüsselmoment in Marat/Sade stellt sich der Akt des Zweifelns heraus. Das vollkommene Fehlen dieses Momentes, unterstützt durch andere dramaturgische Mittel, führt zu einem ähnlichen Resultat in Europa: der Absage an dem Einseitigen der Ideologie und dem Appell an die Gesellschaft, eine mentale Revolution auszuüben. Beide Dramen äußern eine Kritik an allgemeinen Verhältnissen und an der Passivität des Volkes. Die dramatischen Konflikte entstehen um die moralische und ethische Grenzsetzung. Stichwörter: Drama, Revolution, Ivana Sajko, Theater, Peter Weiss, Europa 12. Marica Liović J.-J.-Strossmayer-Universität Osijek (mgrgic@ffos.hr) DIE REZEPTION DER THEATERPRODUKTIONEN DER DRAMEN GERHART HAUPTMANNS AUF DER BÜHNE DES OSIJEKER KROATISCHEN NATIONALTHEATERS IN OSIJEKS PRESSE IN DER ERSTEN HÄLFTE DES 20. JAHRHUNDERTS Zusammenfassung Obwohl es mehr als siebzig Jahre her ist, seit der große deutsche Schriftsteller Gerhart Hauptmann (1862-1946) starb, der es vorzog, im Dritten Reich zu bleiben, statt zu emigrieren, hat es sich herausgestellt, dass sein Opus wie auch viele biographische Fakten aus dem Zweiten Weltkrieg (in den jüngsten Publikationen seiner Tagebücher öffentlich verfügbar) imstande sind, immer noch Ambivalenz, Kontroversen und Abneigung hervorrufen zu können. Wir können es als eine verheerende Tatsache betrachten, dass nach dem Zweiten Weltkrieg kein

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einziges kroatisches Theaterhaus es gewagt hat, irgendwelches Drama des Nobelpreisträgers zu inszenieren – und sogar zu dem Schluss kommen, dass das kroatische Publikum (für ein paar Generationen!) keine Möglichkeit hatte, die Inszenierungen der Werke eines der produktivsten und einflussreichsten deutschen Dramatiker zu genießen. Ein verantwortlicher Theaterregisseur kann jedoch den Kontext von Hauptmanns nunmehr vollständig offengelegtem Antisemitismus, Antislawismus und Antiamerikanismus nicht ignorieren, die ausdrücklich in seinen Tagebüchern zum Ausdruck kommen, wie in Željko Uvanovićs Buch Gerhart Hauptmanns Egoismus (2013) bewiesen wurde. Entgegen der heutigen Situation hat Osijeks Theaterpublikum in den Jahren 1910 bis 1942 sechs von Hauptmanns Werken gesehen. Die Aufgabe dieser Arbeit ist es, durch das Lesen von Osijeks Presse in der erwähnten Zeit herauszufinden, was die Erwartungen von Osijeks Theaterpublikum waren, wie die Presse über die Aktivitäten von Osijeks Theater berichtete und welche Reaktionen das Publikum auf das Repertoire des kroatischen Nationaltheaters in Osijek hatte, insbesondere in Bezug auf Gerhart Hauptmanns ausgewählte Dramen. Stichwörter: Gerhart Hauptmann, Drama, das Kroatische Nationaltheater Osijek, Osijeker Presse, Theaterkritik, Zeitabschnitt 1910-1942, deutsch-kroatische Kulturkontakte, Einfluss des festgestellten Antisemitismus, Antislawismus und Antiamerikanismus auf die Rezeption heutzutage, Željko Uvanović 13. Miodrag Loma Universität Belgrad (mloma@fil.bg.ac.rs) JOSIP BABIĆS WIEDERENTDECKUNG DES ZURÜCKGEDRÄNGTEN VERGESSENEN HERDERISCHEN IDEENERBES. EINE WÜRDIGUNG

UND

Zusammenfassung In der Besprechung wird das dem Herderschen Ideenerbe gewidmete Buch von Josip Babić vorgestellt, indem erstens die Gedanken über die Herstellung der sprachlichen, literarischen und denkerischen Identität sowie jene über die geschichtliche Erfahrung der Menschlichkeit ausgesondert werden, um auf ihre Bedeutung für die Bildung des modernen literarischen und humanistischen Bewusstseins aufmerksam zu machen. Schlüsselwörter: sprachlich, dichterisch, denken, Identität, Bewusstsein, individuell, national, Volk, Menschlichkeit, geschichtlich. 14. Mira Miladinović Zalaznik Universität Ljubljana (mmz@ff.uni-lj.si) »ICH […] ERSUCHE, DASS SIE, HERR PROFESSOR MICH NUN MÖGLICHST BALD MIT EINIGEN BEITRÄGEN ERFREUEN WOLLEN«. LEOPOLD KORDESCH IN BRIEFEN AN RUDOLF GUSTAV PUFF Zusammenfassung Der Autor, Redakteur und Publizist Leopold Kordesch und der Gymnasiallehrer, Autor und Theaterleiter Rudolf Gustav Puff waren Regionalliteraten aus der Habsburger Monarchie. Sie lebten und wirkten in ihrem südlichsten Teil, der mehrsprachig und multikulturell geprägt war. Während sich Kordesch als Redakteur in Ljubljana und Graz betätigte und in dieser Eigenschaft sogar nach Mexiko wollte, um dort eine deutsche Zeitung herauszugeben, war Puff als Lehrer,

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Sammler von Volkssagen, Erkunder von fremden Landstrichen, vor allem Bädern, Verfasser von Reisetexten und als Autor literarischer Schriften tätig. Die Briefe Kordeschs an Puff zeugen von einer langen Arbeitsgemeinschaft und Freundschaft der beiden Männer, die sich über nationale Grenzen hinweg (Kordesch war slowenischer, Puff deutscher Herkunft) verbunden, unterstützt, geschätzt und freundschaftlichen Umgang mit einander gepflegt haben. Mit Hilfe dieser Briefe lässt sich die Arbeit eines Zeitschriften-Redakteurs, bis zu einem gewissen Grad, rekonstruieren. Als aktive Mitglieder Historischer Vereine waren Kordesch und Puff bemüht, Slowenisch- und Deutsch-Vaterländisches zu sammeln und zu fördern, um es an spätere Generationen weiter zu geben. Stichwörter: Carniolia, Laibacher Zeitung, Illyrisches Blatt, Agramer Zeitung, Der Magnet, Triglav, Historischer Verein für Krain, slowenisches Theater, slowenische Universität, Vaterländisches 15. Sonja Novak Josip-Juraj-Strossmayer-Universität Osijek (snovak@ffos.hr) DAS BILD DER DEUTSCHEN ESSEKER IN IVANA ŠOJAT-KUČIS UNTERSTADT UND IN LYDIA SCHEUERMANN HODAKS HEUTE LIEST NIEMAND MEHR DIE GOTISCHE SCHRIFT Zusammenfassung Die deutschen Esseker sind eine ethnische Gruppe von deutschsprachigen Einwohnern der Stadt Osijek, die von den Wiener Handwerkern und nach Osijek umgesiedelten schwäbischen Zuwanderern stammen. Am Beispiel von zwei zeitgenössischen kroatischen (dramatisierten) Texten, Ivana Šojat-Kučis Unterstadt (Roman und dramatisierter Text) und Lydia Scheuermann Hodaks Novelle Heute liest niemand mehr die gotische Schrift (die als Basis für ein Monodrama mit dem Titel Zeit für sich diente), werden Bilder der Deutschen und des Deutschtums bzw. literarische Gestalten von deutschen Essekern, sowie ihre Funktionen, Wirkungsräume und Möglichkeiten in den nach dem Unabhängigkeitskrieg Kroatiens entstandenen Texten untersucht. Die Analyse bestätigt, dass die beiden Autorinnen am Beispiel des Bildes der deutschen Nationalminderheit in Kroatien, dargestellt in der Geschichte zweier Familien, zeigen, wie unentbehrlich es heutzutage ist, über Kriegstraumata zu reden, um sie bearbeiten und bewältigen zu können. Dabei wird klar, dass sich die Begriffe Opfer, Schuld Unschuld, Fremde/Andere - Eigene auf alle im Krieg beteiligten ethnischen Gruppen beziehen. Stichwörter: Esseker Deutschen, Imagologie, Deutschtum, Ivana Šojat-Kuči, Unterstadt, Lydia Scheuermann Hodak, zeitgenössische kroatische Texte 16. Ivica Petrović Universität Mostar (ipetromo@gmail.com) THOMAS GLAVINICS UNTERWEGS IM NAMEN DES HERRN ALS PARODISTISCHER ZUSAMMENSTOSS ZWISCHEN ÖSTERREICHISCHEM ATHEISMUS UND HERZEGOWINISCH-KROATISCHER RELIGIOSITÄT IN MEĐUGORJE Zusammenfassung Der 1972 in Graz geborene und sehr produktive österreichische Schriftsteller Thomas Glavinic, dessen Romane bereits mehrfach ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt wurden,

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publizierte 2011 sein Buch Unterwegs im Namen des Herrn, ohne eine klare Gattungsbezeichnung anzugeben. Mit zwei bekennenden Atheisten in der Hauptrolle wird darin von einer Bus-Pilgerfahrt in den herzegowinischen Wallfahrtsort Međugorje, von einer Pilgerschaft der besonderen Art berichtet. Der Zusammenstoß zwischen einer streng religiösen und einer atheistisch-hedonistischen Lebensart, die Balkan-Klischees sowie die Bedeutung dieses Buches für den Einzug von Međugorje in die deutschsprachige Literaturwelt sind Themen, die in diesem Beitrag näher behandelt werden. Stichwörter: Thomas Glavinic, Međugorje, Bild der Religion in Literatur, Marienerscheinungen, Wallfahrt, Kroatenbild in deutscher Literatur, (post)moderner Atheismus, Katholizismus 17. Irena Samide Universität Ljubljana (irena.samide@ff.uni-lj.si) FRANZ GRILLPARZER IM SLOWENISCHEN HABSBURGERZEIT: VORSPIEL IN DER SCHULE

ETHNISCHEN

GEBIET

DER

Zusammenfassung Die uneingeschränkte Anerkennung Franz Grillparzers (1791–1872), dem heute der Rang des Nationaldichters sowie des österreichischen Klassikers gebührt, vollzog sich in der Habsburgermonarchie erst nach 1890, als der Autor mit seinen Werken Eingang in den gymnasialen Lektürekanon fand – obwohl seine Stücke schon seit den 1820er Jahren auf den Bühnen in der Monarchie mit Begeisterung aufgenommen wurden. Der Beitrag untersucht die Präsenz der Dramen Grillparzers in den Gymnasien im slowenischen ethnischen Gebiet, weist auf die Unterschiede zwischen der Rezeption im Theater und in der Schule hin und geht u. a. der Frage nach, was für eine Rolle Grillparzer in der gymnasialen Kanonarchitektur gebührt. Stichwörter: Franz Grillparzer, Gymnasialer Lektürekanon, Theateraufführungen im 19. Jahrhundert im slowenischen ethnischen Gebiet, österreichischer Nationaldichter 18. Rada Stanarević Universität Belgrad (scnet.skotic@eunet.rs) ÜBER ZWEI DISTICHEN VON NOVALIS Zusammenfassung In einem seiner Fragmente spricht Novalis höchst poetisch von den Großartigkeiten des Hexameters. Er findet, im großen Rhythmus des Hexameters treten das Weltall, die Kunst, der Geist und die Seele zusammen. In der vorliegenden Arbeit wird versucht, anhand von zwei Distichen die hohen Schwingungen des Hexameters, aber auch anderer Gestaltungen von Novalis’ literarischem Werk darzustellen. Stichwörter: Distich, Hexameter, Geist und Herz, Hypostase, Synchronizität, Magie.

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19. Željko Uvanović J.-J.-Strossmayer-Universität Osijek (zuvanovic@ffos.hr) DIE ‚RUSSEN‘ KOMMEN NACH DEUTSCHLAND. IRONISCHE KRITIK AN ALLEM IN WLADIMIR KAMINER’S RUSSENDISKO IM VERGLEICH MIT OLIVER ZIEGENBALGS HUMORVOLLER FILMADAPTION Zusammenfassung Diese Arbeit befasst sich mit der Verfilmung von Wladimir Kaminers Sammlung kurzer Kurzgeschichten unter dem Titel Russendisko zu einem chronologisch konstruierten Film. Der Vergleich zwischen der literarischen Quelle und der Verfilmung basiert auf den folgenden Elementen: dem Bild der Sowjetunion und dem neuen kapitalistischen Russland, dem Bild der russischen Frauen in Deutschland, dem Bild der russischen Männer in Russland, dem Bild von Berlin und Deutschland, das Bild der Deutschen und das Bild von Einwanderern und Einwanderern in Deutschland. Kaminer verhält sich wie ein popkultureller, immigrierter Postmodernist in der multikulturell bereicherten Metropole Berlin. Er bezieht auch tabuisierte Themen unerschrocken mit ein, wie zum Beispiel jüdische Einwanderer „zweiter Klasse“, die angeblich nach Deutschland auswander(te)n - und die „erstklassigen“ Juden, die angeblich in die USA migrier(t)en, so dass das jüdische „Emigrationsproblem“ sowohl in Kaminers Erzählung wie auch in Ziegenbalgs Adaption verglichen werden konnten. Der Film betont die Existenz einer (außer)gewöhnlichen historischen Dialektik des Identitätswechsels: die Juden wurden Russen in der Vergangenheit und kehren dann zum Judentum zurück in der Gegenwart und die ‚echten‘ Russen werden Juden aus opportunistischen Gründen. Möglicherweise handelt es sich um Beziehungen und Konstellationen, die in anderen Fragen der Migrantenliteratur global zu finden sind, wenn wir statt der Wörter „Jude“, „Russe“ und „Deutschland“ die Namen anderer Nationalitäten und Staaten verwenden würden. Stichwörter: Imagologie, Jüdische Minderheit in der ehemaligen Sowjetunion, Zusammenbruch der Sowjetunion, Deutsche Demokratische Republik, Deutsche Wiedervereinigung, Einwanderung nach Deutschland, multikulturelle Gesellschaft, ausländische Arbeiter in Deutschland, Assimilation, biographischer Film, Wladimir Kaminer, Oliver Ziegenbalg, Russendisko, Literaturverfilmung, postmodernistische opportunistische Wandel der Nationalidentitäten, postmoderner Karneval, Sehnsucht nach sowjetischen Zeiten

20. Tihomir Živić J.-J.-Strossmayer-Universität Osijek (tzivic@kulturologija.unios.hr) ALS VORSTUFE FÜR WIEN. OSIJEKER DEUTSCHSPRACHIGE BÜHNE 1866-1907 Zusammenfassung Der Aufsatz beschäftigt sich vorwiegend mit Anzengrubers, Hauptmanns und Schillers Dramatik auf der deutschsprachigen Bühne des essekerischen Oberstadttheaters von 1866 bis 1907; daneben bezeugt das Kapitel getitelt „Essekerische Poetik des Barden von Avon“ sehr akribisch ein Gastspiel des deutsch-englischen Schauspielers Maurice Morisson und die Aufführungen der bekannten Tragödien Hamlet, Othello und Rikard III. auf der essekerischen deutschsprachigen Bühne, sowie eine allgemeine Rezeption der Werke von William Shakespeare in Essegg in 1897. Man soll eine aufmerksame archivalische, museale, interkulturelle und intertextuelle Forschung und eine faktographisch umfangreiche Studie der

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derzeitigen britisch-deutschen literarischen und theatralischen Beziehungen betonen, weil Shakespeare oft an die kroatischen Leser und Zuschauer des 19. Jahrhunderts eben durch die deutschen Übersetzungen gelangte. Daher suggeriert der Aufsatz-Schluss, dass das essekerisches Deutsches Theater am Ende des 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts zweifellos zum derzeitigen europäischen Kontext klassifiziert sein kann, während die Stadt gewiss als die „zweite kroatische Bühne“ oder als eine urbs metropolis Slavoniæ, in die die Künstler im Laufe der sechs Theatermonate wie in eine Vor-Station zu Wien eingetroffen waren, gerühmt sein kann. Stichwörter: Oberstadttheater, Essegg / Osijek, Anzengruber, Hauptmann, Schiller, Shakespeare 21. Amira Žmirić Universität Banja Luka (amira.zmiric@ef.unibl.org) DAS BILD BOSNIENS IN KÖNIGSBRUN-SCHAUPS SENSATIONSABENTEUERROMAN DIE BOGUMILEN. EIN BOSNISCHER ROMAN

UND

Zusammenfassung In den deutschsprachigen Reiseberichten mit bosnisch-herzegowinischer Thematik war Bosnien fast immer nur eine Kolonie, ein barbarisches Land, der Osten, ein Land weitab von jeder Zivilisation. Diese Reiseberichte enthielten meistens nur Fakten und Begebenheiten in Bezug auf Bosnien-Herzegowina, es gab darunter nur wenige literarische Bearbeitungen. Daher ist es interessant zu betrachten, wie dieses Land von jenen Autoren gesehen wurde, deren Bücher und Beiträge zur Trivialliteratur zu zählen sind und in deren Werken Liebesgeschichten, Abenteuer und Entführungen vorkommen. Der zeitgeschichtliche Sensationsroman und der Abenteuerroman als Genres der Trivialliteratur gehören zu den leicht verständlichen Texten, die auf die Erklärung von Hintergründen, auf die Darstellung historischer, politischer oder psychologischer Zusammenhänge verzichteten, um stattdessen breiteren Schichten von Lesern interessantere Themen zu vermitteln, wobei stets Realität und Fiktion miteinander verknüpft werden. Stichwörter: Bosnien-Herzegowina, Trivialliteratur, Sensationsroman, Abenteuerroman, kolonialistischer Blick

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zeitgeschichtlicher


ALPHABETHICAL LIST OF AUTHORS OF CONTRIBUTIONS WITH TITLES, SUMMARIES AND KEYWORDS 1. Aleksandra Bednarowska Pedagogical University of Cracow (abednaro@kent.edu) Two poets, two cities – Berlin and Lwów in the poetry of Mascha Kaléko (1907-1975) und Anda Eker (1912-1936) Summary The paper focuses on two Jewish women poets from the interwar period: Mascha Kaléko and Anda Eker. Both authors, who were born in Galicia, belong to the long tradition of Jewish writers, for whom cities were a source of inspiration and a literary subject. Kaléko who became famous in the last days of the Weimar Republic, published "sociologically relevant poems of everyday life" in popular newspapers and magazines of the time. In her first book of poems Das lyrische Stenogrammheft from 1933, inhabitants of the Metropolis are the focal point of the poems. Kaléko highlights the tension between the glittering world of the big city and reality. Despite brief moments of happiness, the city offers no security, no bright future, but merely a chance to survive. Anda Eker, an unjustly forgotten poet conveys in her first book of poems Na cienkiej strunie her love for Lwów (Lemberg). She associates the city, in which every street has its own history and secrets with her memories. The fairytale-like representation of the city is contrasted with poems in which precarious living and working conditions of urban residents are shown. Keywords: Mascha Kaléko, Anda Eker, Jewish women poets, images of a city in poetry, city landscape, Lwów, Berlin, Galicia, Interwar period, poverty, loneliness, night 2. Marijan Bobinac University of Zagreb (mbobinac@ffzg.hr) Between the claim to art and the general public taste: Kotzebue and the Croatian preMarch era of the 1848 revolution Summary The paper gives an overview of the impact of Kotzebue's entertainment theater production in both German-speaking and Slavonic countries with a focus on Kotzebue's pragmatic reception within the Croatian national-language repertoire in the process of the Croatian National Theater's emergence in two phases: firstly in the bilingual German and Croatian period 18401860 and secondly in the exclusively Croatian phase 1860-1877. Kotzebue, one of the once most popular playwrights of the Croatian theater in the 19th century, was no longer performed in the Croatian National Theater since 1877, although he, as a follower of conservative restoration since 1815, paradoxically worked, among other authors, to prepare the grounds of a national Croatian historical drama and although the Vienna Burgtheater was not ashamed of Kotzebue in its repertoire up to the end of the 19th century. This contribution fills a gap in the

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exploration of the history of Croatian theater in the 19th century, which was created by elitist aesthetics and the exclusion of trivial-entertaining public dramaturgy in the history of theater. Key words: August von Kotzebue, Vienna Burgtheater, Zagreb German Theater, Illyrist national movement in Croatia in the 19th century, Croatian National Theater, Germanization of Slavs, theater critiques, German-Croatian theater contacts, Kotzebue’s Reception in Croatia and in other Slavic countries, adaptation in the Croatian context, theater repertoire, pragmatic theater policy, Dimitrija Demeter.

3. Daniela Čančar (danielacancar@gmail.com) Interculturality in the Work of Sten Nadoly, Saša Stanišić and Fatih Akin Summary The clash of cultures is the topic of the novels by Sten Nadolny and Saša Stanišić and also in the movie by Fatih Akin. The novel Selim or The Gift of Speech (Selim oder Die Gabe der Rede) by Sten Nadolny tells the story of the eloquent Turk Selim who forces his way through language and cultural barriers into a new environment and who accidentaly on this way encounters the German rhetoric student Alexander. Fatih Akin’s movie The Edge of Heaven (Auf der anderen Seite) also tells the story of different encounters between Germans and Turks. The protagonists have to overcome many obstacles on their way. They struggle with ignorance, prejudice, constraints of society and family, with honor and corruption and pick a fight with some guys from the underground. In the novel How the Soldier Repairs the Gramophone (Wie der Soldat das Grammofon repariert) by Saša Stanišić there are motifs from Nadolny’s novel as well as from Akin’s movie. The young Aleksandar and his family fled to the West, where he devises a new home with his memories of life in the city on the Drina, from which he was snatched by force of the outbreak of the Bosnian war, and his greatest talent, inventing stories. Storytelling, as a survival strategy in a foreign Germany, ist what the Bosnian Aleksandar and the Turk Selim from Nadolny’s novel have in common. Ten years after escaping Aleksandar travels as an adult to his homeland. Similar to the Turkish-born professor of German Nejat from Akin’s The Edge of Heaven, he goes in search of traces left behind. The present work goes to the track of different experiences of the protagonists with the foreign and their own culture. Key words: interculturality, intercultural literary studies, migration movies, world cinema, Sten Nadolny, Saša Stanišić, Fatih Akin

4. Jan Čapek University of Pardubice (jan.capek@upce.cz) Camill Hoffmann, a Jew between the Czechs and the Germans, and his estate at the Literary Archive in Marbach am Neckar Summary A poet and a diplomat Camill Hoffmann, born in Kolín in 1878, mastering both languages of his homeland – Czech and German, entered the literature by two German-written books of poetry, following folk themes: Adagio stiller Abende (1902) and Die Vase (1910). He worked as a journalist for Die Zeit in Vienna and as a literary reviewer in the Dresden newspaper Dresdner

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Neue Nachrichten. After the World War I, at Masaryk’s request, he founded the German-written newspaper Prager Presse and, from 1920 to 1938, he acted as a press attaché at the Czechoslovak Embassy in Berlin. At the same time, he acted as an intermediary between German and Czech culture and literature; he translated significant literary and political works into both languages and put them into awareness on both sides of the Czech-German border just like many of his Austro-Czechoslovak Jewish compatriots, whose brief history is presented in the lands of Bohemian Crown also. Since the occupation of the Sudeten borderlands, he lived in Prague; in 1942, he and his wife were transported to Terezín and two years later, on the 28th October 1944, he was transported to Polish Oświęcim where he was, as a citizen of Jewish nationality, murdered in a gas chamber immediately. In 1999 the Literary Archive in Marbach am Neckar got a small part of Hoffmann`s inheritance from his daughter Edith Yapou from Jerusalem. In 2002, thanks to the former attaché of the USA Embassy in Prague, Mr. Ralph S. Saul, another gift followed. This time, it came from the repository of the Chicago University Library`s Manuscript Department, which contains a large number of valuable manuscripts. Key words: Camill Hoffmann, Czech-German culture contact, history of Jews in Europe, persecution of Jews, Theresienstadt, Oświęcim, Literary Archive in Marbach am Neckar, T. G. Masaryk, Eduard Beneš, Jews as intermediaries between national cultures, Holocaust.

5. Iva Drozdek (iva.drozdek@gmail.com) Slavonia enhances the character. People and the land of Slavonia in Roda Roda’s works Summary Roda Roda with his full name Alexander Friedrich Rosenfeld was born in Drnowitz in 1872, and spent his youth in Osijek. Despite of his emigration to Vienna and Berlin, he always considered Slavonia to be his home. In the edited volume Geschichten aus Slawonien selected and translated by Vlado Obad 1998, Roda Roda offers an insight into the variety of classes, ethnic groups, village or town bound citizens and of course the good and the bad people in Slavonia. Roda Roda never denied his Slavonian heritage; his devotion and fascination with this piece of land are clearly visible in his texts. The selection of 42 stories, which all share the connection to Slavonia, show the relationships of different nations in this countryside and their influence on the land and vice versa. The former mixture of Germans, Austrians, Hungarians, Serbs, Croats and Bosnians is still present, but the relationships are devastated and deteriorated. The texts of Roda Roda allow the reader to celebrate the differences and provide the land as the common ground that connect and with no differentiation awards or punishes. All characters in these texts share the same love and connection to the Slavonian land. The fertile ground provides security and possibilities and in some stories even the love of life. Key words: Roda Roda, Alexander Rosenfeld, Slavonia, Croatian provinces, short story, acceptance, difference. 6. Dina Džindo Jašarević (djine133@yahoo.de) In the duty of remembrance – A Comparison of Bernhard Schlink's Der Vorleser and Nicol Ljubić's Meeresstille

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Summary Bernhard Schlink's Der Vorleser and Nicol Ljubić's Meeresstille are novels that fight against forgetting and repression. They are also novels that look back at the traumatic past, on the memories that have become a part of the narrative. Both novels are reminiscences of the war, one of the Second World War, the other of the Bosnian war (1992-1995), and both tell stories of guilt, redemption, law and justice. This paper presents an attempt to compare these two novels in relation to the historical issue concerning remembrance of the crimes. The analysis will follow Reinhart Koselleck questions from his essay The forms and traditions of negative memory: Who to remember? What to remember? and How to remember? Another question will be added that was formulated by Aleida Assmann: Who remembers? In this manner the analysis will be directed towards the perpetrators and victims on both of the sides. Only through remembrance of the victims and the perpetrators can the silence be broken and the doors of truth open. Key words: Bernhard Schlink, Nicol Ljubić, memory, perpetrators, victims, guilt, innocence, justice, silence 7. Tihomir Engler Josip Juraj Strossmayer University of Osijek (tengler@ffos.hr) The metaphysical horizons of history in Mann’s four-part novel Joseph and in Krleža’s Ballads of Petrica Kerempuh mirrored in the reception of Nietzsche Summary The paper examines and compares the understanding of history in Thomas Mann’s four-part novel Joseph with the one in Miroslav Krleža’s Ballads of Petrica Kerempuh. The introductory part of the paper provides the background of the writing processes together with the reactions of the two authors to the historical context in which both works were created. Furthermore, the paper then explores the understanding of history in the abovementioned works based on the authors’ attitude with the premise that their attitudes are the result of their metaphysical perception of history as cycle. This results in creating a poetic „Metaphysion“, the roots of which are present in Nietzsche’s nihilistic thoughts. Mann and Krleža attempt to overcome these nihilistic thoughts in their works. These attempts by Mann come in form of an artistic Humanitas-myth, the main idea of which is intermediation between the tellurian and the spiritual. With Krleža on the other hand, this attempt stumbles on the fact that Man is rooted in his „diluvial“ origin which questions any kind of spiritualization of human existence. Key words: Thomas Mann, Miroslav Krleža, understanding of history, four-part novel Joseph, Ballads of Petrica Kerempuh, reception of Nietzsche 8. Marijana Erstić University of Siegen (erstic@germanistik.uni-siegen.de) Under the Sign of Decline and Catastrophe: The Glembays as the Croatian Buddenbrooks Summary The following essay deals with the drama Gospoda Glembajevi / The Glembays (1928) by the Croatian writer Miroslav Krleža. The central question is: How is the artistry portrayed in this

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drama? This problem will be compared with the novel Buddenbrooks (1901) by Thomas Mann. At the end of the article two recent theatrical productions will be discussed (SNG Ljubljana, 2012, dir .: Ivica Buljan and Residenztheater München, 2013, dir.: Martin Kušej). Keywords: Miroslav Krleža, Thomas Mann, Comparative Literature, The Glembays, Buddenbrooks 9. Renate Hansen-Kokoruš Karl Franz University of Graz (renate.hansen-kokorus@uni-graz.at) Literary presentation of everyday life in war in the texts of Zoran Ferić und Boris Dežulović Summary The war in former Yugoslavia even today is one of the most important topics in Bosnian, Croatian and Serbian literature, but with different artistic aims and poetics. Under aspects of composition, literary figures, conception of space and motifs the article analyzes two similarly structured literary texts from recent Croatian literature, written by Zoran Ferić and Boris Dežulović, which undermine war pathos by representing everyday life of soldiers. Collective and individual identity discourses cross over in a complex way. The attempt to break the collective war confrontation is in vain, because the reciprocal stereotypical perceptions of each other are very persistent and difficult to change. Key words: presentation of war, literary studies, recent Croatian literature, composition, analyses of figures, space, identity, Zoran Ferić, Boris Dežulović

10. Sven Hanuschek Ludwig Maximilian University of Munich (sven.hanuschek@germanistik.uni-muenchen.de) Forfeited by the magic of a Russian subaltern officer. On the issue of alterity in Leo Perutz’ novel Little Apple (1928) Summary The essay examines the issue of Slavic clichés in Perutz's novel as a question about the representation of alterity in the context of the return of German soldiers from the First World War. Perutz's protagonist is portrayed as paranoid, more as a perpetrator who appears to have far more guilt than the Russian officer, whom he persecutes as a 'returner from war' across half of Europe and Russia in the post-war period. The few explicit Slavic clichés the novel has to show are humorously exhibited. The novel deals much more with stranger image as a projection screen for the German protagonist’s own negative characteristics. Key words: Leo Perutz, Ullstein novel, anti-Slavism, bochisme, paranoia, imagined notions of foreigners, projection mechanism, mirror characters, kitsch, genre hybridity 11. Stephanie Jug Josip Juraj Strossmayer University of Osijek

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(sjug@ffos.hr) The Revitalization of Peter Weiss’ Revolution Theme in Ivana Sajkos Europa Summary The work of Swedish-German writer Peter Weiss and the work of Croatian writer Ivana Sajko share the European cultural setting. The paper summarizes the most important interpreting views on revolution and its representation in Weiss’ Marat/Sade which then serve as basis for the comparison of representations of revolution in Marat/Sade and in Sajkos monologue Europa. As it turns out, the key moment in Marat/Sade is doubt. The complete absence of this moment and the presence of other dramatic implements lead to the same result in Europe: the rejection of the one-sidedness of ideologies and the wake-up call to society to exercise a mental revolution. Both dramas criticize the overall situation and the passivity of the masses. The dramatic conflicts arise around moral and ethical borders. Key words: Drama, Revolution, Ivana Sajko, Theatre, Peter Weiss

12. Marica Liović Josip Juraj Strossmayer University of Osijek (mgrgic@ffos.hr) The reception of theatre productions of Gerhart Hauptmann’s dramas on the stage of the Osijek Croatian National Theatre in Osijek’s press in the first half of the 20th century Summary Although it has been more than seventy years since the death of the great German writer Gerhart Hauptmann (1862-1946) who preferred to stay in the Third Reich instead to emigrate, his opus and many WWII-related biographical facts revealed in the recent publications of his diaries seem to be still able to provoke ambivalence, controversy, and aversion. We might consider it a devastating fact that after the Second World War not a single Croatian theatre house dared to stage any of the Nobel prize winner’s drama works – and even conclude that Croatian public (for a couple of generations!) had been denied the opportunity to enjoy the productions of one of the most prolific and influential German dramatists. However, any responsible theatre director cannot ignore the context of Hauptmann’s now fully revealed anti-Semitism, antiSlavism, and anti-Americanism expressed explicitly in his diaries, as proven in Željko Uvanović’s book Gerhart Hauptmanns Egoismus (2013). Contrary to today’s situation, Osijek’s theatre audience has been shown six of Hauptmann’s works in the period from 1910 to 1942. The task of this paper is to try to find out, by reading Osijek’s press in the aforementioned period, what the expectations of Osijek’s theatre audience were, how the press covered the activities of Osijek’s Theatre, and what the reactions of the audience to the repertoire of Croatian National Theatre in Osijek were, especially with regard to Gerhart Hauptmann’s selected dramas. Keywords: Gerhart Hauptmann, drama, Croatian National Theatre in Osijek, Osijek’s press, theatre critique, period 1910-1942, German-Croatian culture contacts, influence of the fact of proven anti-Semitism, anti-Slavism and anti-Americanism on the author’s reception today, Željko Uvanović 13. Miodrag Loma University of Belgrade

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(mloma@fil.bg.ac.rs) Josip Babić’s rediscovery of the repressed and forgotten Herder’s intellectual heritage. An acknowledgement Summary In the present paper, Josip Babić’s book dealing with Herder’s intellectual legacy is analysed with a focus on his reflections about shaping the linguistic, literary and intellectual identity, as well as about the historical experience of humanity, in order to show its importance for the formation of the modern literary and humanistic consciousness. Keywords: linguistic, poetic, think, identity, consciousness, individual, national, humanity, historically. 14. Mira Miladinović Zalaznik University of Ljubljana (mmz@ff.uni-lj.si) “Professor, I am kindly asking you, to make me as soon as possible the pleasure of sending me some of your articles”. Leopold Kordesch in His Letters to Gustav Rudolf Puff Summary The author, editor and journalist Leopold Kordesch and the grammar-school teacher and impresario Gustav Puff were regional writers in the Habsburg monarchy. They lived and worked in its southernmost part, which was multilingual and multicultural. Kordesch worked as an editor in Ljubljana and Graz and as such even considered leaving for Mexico in order to publish a German journal there, while Puff taught at a grammar-school, collected folk tales, explored foreign landscapes, especially thermal spas, and wrote travelogues and literary texts. Kordesch's letters to Puff show a long working collaboration and friendship between the two men, who were connected beyond national boundaries (Kordesch was of Slovenian and Puff of German origin), supported each other, held each other in high esteem and cultivated their friendship. These letters also enable us to reconstruct, to a certain extent, the work of a journal editor. As active members of historical associations, Kordesch and Puff made every effort to collect and support Slovenian- and German-homeland activities in order to hand them over to future generations. Key words: Carniolia, Laibacher Zeitung, Illyrisches Blatt, Agramer Zeitung, Der Magnet, Triglav, historical association Historischer Verein für Krain, Slovene Theatre, Slovene University, Homeland Activities 15. Sonja Novak Josip Juraj Strossmayer University of Osijek (snovak@ffos.hr) The image of Osijek Germans in two contemporary Croatian (dramatized) texts: Ivana Šojat-Kuči’s novel Unterstadt and Lydia Scheuermann Hodak's short story Today Nobody Reads the Gothic Script Anymore Summary The German Essekers are an ethnic group of German-speaking inhabitants of the town of Osijek who originate from the Viennese craftsmen and tradesmen and other immigrants of German

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origin who had found their homes in this part of Croatia. These Germans have lived here for more than two centuries and the paper analyzes the image of Germans and Germanity in two contemporary Croatian (dramatized) texts written after Croatia’s Independence War in the 1990s. The image and literary characters of German Esseker, their function and the possibilities and scope of their action in Ivana Šojat-Kučis Unterstadt (novel and dramatization) and Lydia Scheuermann Hodaks short story entitled Today Nobody Reads the Gothic Script Anymore (which was used as basis for a monodrama entitled Time for Oneself) have been analyzed in the paper. The analysis shows that both authors emphasize the examples of the German national minority in Croatia represented by two German minority family (hi)stories the great need to talk about war trauma in order to be able to overcome its horrors. It becomes clear that in these cases notions like victim, innocent-guilty, otherness and the other can refer to all ethnic groups participating in a war. Key words: ethnic Germans in Osijek, image studies, Germanness, Ivana Šojat, Unterstadt, Lydia Scheuermann Hodak, contemporary Croatian (dramatized) texts 16. Ivica Petrović University of Mostar (ipetromo@gmail.com) „On the Road in the Name of the Lord” by Thomas Glavinic as a burlesque collision between Austrian atheism and Herzegovinian-Croatian religiosity in Međugorje Summary Thomas Glavinic is a very productive Austrian writer born in Graz in 1972. His novels have already been awarded many times and translated in a lot of languages, and in 2011 he published his book „On the Road in the Name of the Lord”. Published without genre, which is impossible to decode, and with two atheists as main roles, it reports on the pilgrimage travel by bus to the shrine in Međugorje in Herzegovina, a special kind of pilgrimage. Collision between strictly religious and atheist-hedonistic way of life, clichés about Balkan as well as the impact of this book on the entry of Međugorje into the German literary world, those are the topics discussed in this article in details. Key words: Thomas Glavinic, Međugorje, image of religion in literary works, apparitions of Mary, pilgrimage, image of Croats in German literature, (post)modernist atheism, Roman Catholicism 17. Irena Samide University of Ljubljana (irena.samide@ff.uni-lj.si) Franz Grillparzer in the Slovenian Ethnic Region of the Habsburg Era: Foreplay in the School. Summary The full recognition of Franz Grillparzer (1791-1872), who today deserves the rank of national poet as well as the Austrian classic, took place in the Habsburg monarchy only after 1890, when the author with his works entered into the secondary school literary classes canon – despite the fact that his plays since 1820s on the stages in the monarchy were received with enthusiasm. This article examines the presence of Grillparzer’s dramas in the secondary schools in the Slovenian ethnic area, secondly points to the differences between the receptions in the theatre

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and in the school and thirdly tries to answer the question what role Grillparzer played in the secondary school literary canon. Keywords: Franz Grillparzer, secondary school literary canon, theatre performances in the Slovenian ethnic region in the 19th century, Austrian national poet 18. Rada Stanarević University of Belgrade (scnet.skotic@eunet.rs) On Two Distiches by Novalis Summary In the first of two distiches presented in this paper, Novalis gives a definition of new Romantic art that does not imitate nature, but is a fruit of the revelation of spirit, while the second distich practically substantiates the first one, as revelations of the creative spirit in a poetical work are personified by the timeless mythical and fabulous images of goddess Isis, and the young man who in the quest for himself will take the goddess' veil. Besides the interrelatedness of the analysed distiches, the paper also sheds light on their multiple meanings in the context of the theoretical and in particular novelistic work of Friedrich von Hardenberg. Key words: distich, hexameter, the spirit and the heart, hypostasis, synchronicity, magic 19. Željko Uvanović Josip Juraj Strossmayer University of Osijek (zuvanovic@ffos.hr) The ‘Russians’ are coming to Germany. Ironic criticism of everything in Wladimir Kaminer’s Russendisko in comparison with Oliver Ziegenbalg’s humorous film adaptation Summary This paper deals with the film adaptation of Wladimir Kaminer’s collection of short short stories titled Russendisko into a chronologically construed movie. The comparison between the literary source and the adaptation is based on the following elements: the image of the Soviet Union and the new capitalist Russia, the image of Russian women in Germany, the image of Russian men in Russia, the image of Berlin and Germany, the image of Germans, and the image of immigrants and immigrant workers in Germany. Kaminer behaves like as a pop-cultural, immigrant postmodernist in the multiculturally enriched metropolis Berlin. He includes also tabooed topics, like allegedly ‘second-class’ Jewish immigrants leaving for Germany – and the allegedly ‘first-class’ Jews migrating to the USA, so that the Jewish migration issue both in Kaminer’s narrative and in Ziegenbalg’s adaptation could be compared as well. The film stresses the existence of an (extra)ordinary historical dialectics of identity changeability: in this case the Jews becoming Russians and then returning to Jewishness – and the Russians becoming Jews for opportunistic reasons. Possibly, Kaminer’s text and Ziegenbalg’s adaptation are about relations and constellations that can be found in any other migration issues globally if we use instead of the labels “Jew”, “Russian” and “Germany” the names of any other nationalities and states. Key words: image studies, Jewish minority in the former Soviet Union, collapse of the Soviet Union, German Democratic Republic, German Reunification, immigration to Germany,

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multicultural society, foreign workers in Germany, assimilation, biographical film, Wladimir Kaminer, Oliver Ziegenbalg, Russendisko, film adaptation of literature, postmodernist opportunist changes of national identity, postmodernist carnival, nostalgia for the Soviet times 20. Tihomir Živić Josip Juraj Strossmayer University of Osijek (tzivic@kulturologija.unios.hr) An antecedent to Vienna: Osijek German stage from 1866 to 1907 Summary The paper predominantly deals with Anzengruber, Hauptmann, and Schiller’s dramatics on the German stage of the Osijek Upper Town Theater from 1866 to 1907; nonetheless, the chapter titled “An Osijek-based Poetics of the Bard of Avon” very acribiously testifies to a guest appearance by the German-English actor Maurice Morisson and performances of known tragedies Hamlet, Othello, and Richard III on the Osijek German stage, as well as to a general reception of William Shakespeare’s works in Osijek in 1897. One should emphasize a meticulous archival, museal, intercultural and intertextual research and a factographically abundant study of British-German literary and theatrical relations of the time, for Shakespeare frequently reached the Croatian 19-century readers and viewers exactly via German translations. The paper’s conclusion thus suggests that the Osijek-based German Theater toward the end of the 19th century and in the beginning of the 20th can indubitably be classified within the European contexts of the time, while the city can certainly be extolled as the “second Croatian stage” or as an Urbs metropolis Slavoniæ, wherein the artists arrived during six theatrical months precursorially to Vienna. Keywords: Upper Town Theater, Osijek, Anzengruber, Hauptmann, Schiller, Shakespeare 21. Amira Žmirić University of Banja Luka (amira.zmiric@ef.unibl.org) Images of Bosnia in Königsbrun-Schaup’s sensational and adventure novel Die Bogumilen. Ein bosnischer Roman Summary Bosnia was rarely a theme in adventure and sensational novels, thus it is interesting to notice that this country in those novels, which can be classified as trivial literature, is represented in a realistic way. Königsbrun-Schaup managed to show different settings such as Bogomils’ graves, surroundings of Travnik and the capital city Sarajevo in a completely mystical way, like places where adventures happen. They are shown as a part of the wilderness of a barbarian country. There still exists, as author describes, hawk hunt, which cannot be found anywhere else in Europe. While reading the novel you get the impression that you are transferred into an unknown world, the world of the East, which shows great contrast between the western civilizations. You can also see that Bosnia is a rich country, which for the Austrians is but to be revealed. The author mentions natural riches of this country and fertile land, actually the use of these descriptions is to reveal the real aim of the novel: to show the Austrian public an unknown country which should bring many riches to the Habsburg monarchy. Key words: adventure novel; sensational novel; Bosnia; trivial literature; colonialist viewpoint

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BISHERIGE AUSGABEN IN DER REIHE Osijeker Studien zu slawisch-deutschen Kontakten in Geschichte, Sprache, Literatur und Kultur beim Shaker Verlag Aachen

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