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Am Markt

Michael P. Wipplinger

Samstag und Mittwoch ist Markttag. Wir haben uns umgesehen.

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43 Wirtshäuser gab es früher in Wels. Wir machen einen Blick in die Vergangenheit. S. 16

Schachtel an Schachtel Die Welser Stadtplanung hat über die Grenzen der Stadt einen schlechten Ruf. Zukunftsorientierte Konzepte gibt es nicht, dafür versucht man das Stadtbild künstlich klein zu halten. S. 6

Generationenwechsel in der Stern-Apotheke Mag. Ewald Wolfram übergibt die bekannte Apotheke in der Bahnhofstraße an seine Tochter Véronique Wolfram. S. 19

03 - 2018 | Ausgabe 44 Unabhängig für Wels Anzeigen: +43 680 23 622 16 Email: redaktion@monatliche.at

Bauen wurde rund 50 Prozent teurer Bauen wurde von 2000 bis 2014 um 46,8 % teurer.

S. 12

Foto: Peter Echt – www.zweimalig.at

Die alten Welser Wirtshäuser

S. 20

Die Monatliche im neuen Look Wie wir Inhalte noch besser kommunizieren.

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„Die Monatliche“ im neuen Look Seit 5 Jahren gibt es jetzt „Die Monatliche“ und damit wieder eine Stimme für das städtische Leben. Die Zeitung erkämpfte die Sperrstundenverlängerung, brachte das Festivalthema seit Jahren wieder aufs Tablett und setzt sich für eine urbanere Stadtplanung ein.

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ie Monatliche schreibt für den Fortschritt der Stadt. Hier muss die Zeitung auch selbst voraus gehen. Deswegen wurde gemeinsam mit der Welser Werbeagentur Q2 ein vollkommen neues Layout konzipiert. Dieses soll der Zeitungslinie als „urbane Stadtzeitung“ auch visuell gerecht werden. Ein Wunsch vieler Werbekunden und Leser wurde nun auch erfüllt: „Die Monatliche“ bekommt ein stärkeres und sehr helles Zeitungspapier, um die Qualität der Zeitung besser zu unterstreichen. Klarer, übersichtlicher und mehr Bildsprache „Das neue Layout ist durch seine

Kommentar

durchdachte Struktur und Gliederung aufgeräumt und damit lesefreundlich. Es gibt mehr Weißraum, mehr Luft, um sich besser orientieren zu können“, so Tom Hulan, Geschäftsführer von Q2. Besonders Bilder werden in Zukunft eine noch zentralere Rolle in der Zeitung spielen. Ihnen wird mit dem neuen Design mehr Raum gegeben.

von Martin G. Stieger Wels ist eine Stadt – das wissen wir doch alle? Eine Stadt bedeutet Lebensraum. Unter einem urbanen Raum verstehen wir städtische Atmosphäre, Ausstrahlung und Gepräge – viele Einzelfaktoren geben in der Summe einer Stadt ihren unverwechselbaren Charakter, verknüpfen Räumliches und Soziales und sorgen für die Abgrenzung vom ländlichen Raum.

Leserliche Schrift Um den Bildern mehr Platz zu geben - jedoch nicht auf Kosten der Textlängen – bekommt die Zeitung ab dieser Ausgabe ein vollkommen neues Erscheinungsbild. Da die Schriftgröße verkleinert wurde, benötigte man eine besonders leserliche Schrift. „Wir haben ein halbes Jahr nur nach Schriften gesucht“, so Herausgeber Christoph Brückl. Neues Konzept für Titelseite Als Traditionsbruch gilt die neue Titelseite. Markenzeichen der „M“ war ein durch und durch mit Text und Bildern befülltes Cover. Keine Zeitung in Wels hatte einen bunteren und angefüllteren Titel. Die neue Titelseite wird so wie die gesamte Zeitung klarer. Es gibt eine große Headline ohne Bild, das Titelbild transportiert das zweite Hauptthema. Schwerpunkte Stadtentwicklung und Portraits von Menschen und Unternehmen werden noch mehr in den Vordergrund der redaktionellen Arbeit gerückt.

Urbanität

Es gab auf einmal Titelseiten und Ideen, die es in dieser Stadt noch nie gegeben hat. Andreas Rabl

Bürgermeister Wels

  Wir wünschen Ihnen größtes Vergnügen beim Lesen der neuen Monatlichen.

Eine Stadt wie Wels bietet die Gleichzeitigkeit von Unterschiedlichem. Man kann ins Stadttheater Greif, eine von mehreren Ausstellungen oder in ein Konzert gehen, aber auch ein gemütliches Abendessen. Unsere Stadt beheimatet unterschiedliche soziale Lebensformen, kulminiert ökonomische, politische, rechtliche, wissenschaftliche, künstlerische und religiöse Institutionen, was moderne und soziale Räume erfordert. Schon 1975 hat Ivan Illich darunter eine „lebensgerechte“ Planung und den Einsatz „wirksamer Werkzeuge und Methoden“ verstanden, nicht nur materielle, sondern auch soziales und kulturelles Bewusstsein verlangt. Wels ist für mich eine Stadt, in der ich gerne wohne, arbeite und forsche. Meine Eindrücke und Erfahrungen dabei möchte ich in dieser Kolumne künftig gerne mit Ihnen teilen. Martin Stieger ist als Hochschullehrer https://www.allensbach-hochschule.de – vor allem in Fernlehre von Wels aus tätig und Obmann des Vereins Lebensraum Wels http://www.lebensraum-wels.at


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Marktwirtschaft Immer, wenn am Mittwoch- und am Samstagmorgen der Welser Wochenmarkt öffnet, wurde im Vorlauf schon viel Arbeit geleistet, um das Markttreiben zu ermöglichen. Fleißige Hände, die bereits jahrelange Erfahrungen haben, schlichten schnell und optisch ansprechend die Waren in die Verkaufsstände. von Markus Löffler

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ür sie bedeutet Markt Lebensunterhalt. Manche Stände haben zusätzlich noch andere Standorte, andere, meist die kleineren, stehen ausschließlich hier. Was der Marktkunde als selbstverständlich empfindet, die Vielfalt, wird durch ihre Anwesenheit erst gewährleistet. Über Jahre hinweg lag der Markt, wenn man so will, im Dornröschen-Schlaf. Es ist dem Engagement des Beschicker-Vereins zu verdanken, dass er trotz jahrelanger stiefmütterlicher Behandlung den Standard halten konnte. Und schließlich einem neuen Bürgermeister, dass die Markthalle samt Außengelände eine längst überfällige bauliche Attraktivierung erfährt. Ein Stadtoberhaupt, das zudem auch regelmäßiger Kunde ist und sein Herz für den Markt nicht nur in Wahlkampfzeiten entdeckt.

Das Kräuterweiblein Jetzt im Winter ist ihr kleiner Stand am Außengelände eine Ansammlung von getrockneten Kräutern und verschiedenen Teemischungen, die der Gesundheit zuträglich sind. Entsprechend der Jahreszeit kommen dann noch frische Kräuter dazu, die sich geschmacklich oder gesundheitsfördernd auszeichnen. Auch wenn sie an der Quelle für Heilkräuter sitzt, freut sie sich, “wenn das Außengelände wetterfest gemacht wird, da es für Standler und Kunden den Einkauf verbessern wird.” Obmann Kurt Obmann Kurt Brandstätter fährt viele Märkte in Oberösterreich an, hat schon viele Märkte im In- und Ausland gesehen. “Die Märkte in den kleinen Gemeinden sind sehr ehrgeizig und haben fast immer die Unterstützung der Politik. Unser Ziel für den Welser Wochen-

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markt muss es sein, dass wir uns mit Märkten in größeren Städten messen können und nicht, dass uns kleinere einholen.”

  Fotos: Christian Strassl

Die alte Dame Eine alte Dame schiebt sichtlich angestrengt ihren Rollator durch die Gänge der Markthalle. In einer alten Ledertasche sieht man ihren bescheidenen Einkauf. Für sie alleine braucht es ja nicht viel. Und zum Markt geht sie schon seit Bestehen des Standorts. “Eine Sitzgelegenheit wäre nicht schlecht, dass man mal eine Pause einlegen kann. Ich bin halt

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auch nicht mehr gut zu Fuß”, und blickt dabei verächtlich auf ihre fahrbare Gehhilfe. Am Weinstand Treffpunkt nach dem Einkauf ist immer der Weinstand in der Mitte der Halle. Schnell werden ein Achterl oder zwei getrunken und dabei geplauscht, was so am Markt und außerhalb passiert. Natürlich ist auch hier der baldige Umbau ein Thema. “Es ist eh Zeit geworden, dass endlich etwas gemacht wird. Gerade wenn man von der Dragoner-Straße reingeht, sieht man den Handlungs-

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bedarf. Das ist doch nicht mehr schön”, meint etwa eine Frau mit Weinglas zu ihrer Freundin. Mangalitza-Stand Die resolute Verkäuferin am Mangalitza-Stand gibt großzügig Kostproben aus, um den Kunden die Produkte aus dem Wollschwein schmackhaft zu machen. “Ich finde es schade, dass man alles so schnell im Stehen essen muss. Es fehlen einfach Tische, an denen die Leute auch jausnen können. Die Leute würden dann wahrscheinlich auch länger am Markt bleiben.”


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Foto: Christian Strassl

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Schachtel an Schachtel Die Welser Stadtplanung hat über die Grenzen der Stadt einen schlechten Ruf. Zukunftsorientierte Konzepte gibt es nicht, dafür versucht man das Stadtbild künstlich klein zu halten. Gleichzeitig verbaut man teure Flächen mit monotonen Wohnsiedlungen, die Gefahr laufen, in den nächsten 20 Jahren zu neuen Ghettos zu werden. von Christoph Brückl

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berall am Rande der Stadt kann man es sehen, wenn man durch die zahlreichen neuen Wohnsiedlungen schlendert: ein kühles Wohnhaus nach dem anderen. Militärisch angeordnet wie vertikal platzierte Dominosteine. Dazwischen immer ein liebloser Rasen. Alles sieht gleich aus. Die Wohnungsmieten sind gerade noch leistbar. In jedem der meist zweistöckigen Gebäude befindet sich ein Lift. Die Betriebskosten teilen sich wegen der geringen Stockwerkanzahl auf wenige Wohnungen auf und sind deswegen für die einzelnen Mieter nicht günstig. So wie auch alles andere, was in einem Wohnhaus so auffällt. Einöde Viel ist nicht los in den neu errichteten Stadtvierteln. Bei einem Spaziergang sieht man höchstens ein Kind aus einer Haustüre kommen. Selbst der herumspazierenden Katze kann man ansehen, wie langweilig ihr ist. Jedes Haus hat eine Tiefgarage. Am Morgen fahren die Autos raus, am Abend wieder hinein. Zu späterer Stunde sieht man in den Fenstern die Fernseher schimmern. Die zahlreichen ansässigen Jungfamilien sind froh, eine Wohnung gefunden zu haben. Sie arbeiten und sparen, um sich in der Zukunft vielleicht ein kleines

Häuschen in schönerem Umfeld leisten zu können. In 20 Jahren, wenn die neuen Häuser alt sind und die Jungfamilien in ihre Einfamilienhäuser nach Gunskirchen oder Buchkirchen gezogen sind, werden andere Sozialschichten einziehen, und die heutigen Vorzeigesiedlungen werden ein ähnliches Schicksal wie die Noitzmühle erfahren. Nur ohne Hochhäuser. Fehlplanung Nachdem es in vielen Problemsiedlungen Hochhäuser gibt, galt bei den Stadtvätern lange ein Kredo: Wir bauen keine Hochhäuser mehr und alle Probleme lösen sich in Luft auf. Was die Stadtväter vergaßen: Alles andere ist in der Planung gleichgeblieben. Es entstanden Hochhaussiedlungen ohne Hochhäuser. Anstatt monotone Wohnhaussiedlungen zu planen, könnte man einen kleinen „Dorfplatz“ mit einer Baumallee in der Mitte der unzähligen neuen Stadtquartiere planen. Angrenzend Wohn- und Geschäftshäuser mit Innenhöfen. Die Fassadengestaltung individuell. Vielleicht nicht immer verputzt, sondern auch einmal mit Ziegelfassade wie in Holland. Dafür hätte man die Gebäude höher bauen können. Eine Durchmischung mit Geschäften und Büros würde eine Ghettobildung vermeiden. Auch das „Altstadtambiente“ mit kleinem Platz, Gassen und Innenhöfen


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würde den Wohnvierteln eine Seele einhauchen, und die Jungfamilien würden auch nicht im Laufe der Zeit wegziehen, weil sie eine intaktes Kleinstadtambiente vor sich finden und der Blick aus dem Fenster auch nach einigen Jahren nicht mehr langweilig wird. Die Angst vor Disneyland Angekommen im Amtsgebäude 2 hinter der Stadtpfarrkiche wird man zum Zeitreisenden. Dieses Amtsgebäude verdient seinen Namen allemal: Besser kann man sich Amtsflair nicht vorstellen. Schon im Eingangsbereich begrüßt einen eine Tafel, in der die einzelnen Buchstaben in kleine Schienen eingeschoben wurden und alle Abteilungen anzeigen. Im zweiten Stock hinter einer grauen Holztüre findet man das Büro des Baudirektors. Die im Vorzimmer stehenden Schreibtische sind so alt, dass sie mittlerweile schon wieder modern sein könnten. Mit etwas ängstlichem, aber trotzdem ruhigem Blick begrüßt einen der Baudirektor. Es scheint, er fühlt sich etwas gestört in seinem Reich. Unsympathisch wirkt er aber nicht. Sein Name: Karl Pany. Pany ist einer der wichtigsten Beamten der Stadt. Und er ist der Mann, der das Aussehen der Stadt maßgeblich beeinflusste. Er hat die Oberhoheit, über jedes Bauprojekt zu entscheiden. Und er hat wie jeder Architekt auch eine Bauideologie. Pany vertritt eine rund 100 Jahre alte Ideologie, die bis heute meint, modern zu sein. Es geht um Reduktion, um Vereinfachung. Schnörkel und Verzierungen gelten als Verbrechen. Panys Reduktionismus ist so extrem, dass er anscheinend Architektur unsichtbar machen will. Das widerspricht aber sogar den geistigen Vätern der Baulehre, die den Fokus aufs Wichtige legen wollte. Pany will den Fokus aufs Unsichtbare richten. Warum er diese Art von Bauen bevorzugt, scheint er selbst nicht zu wissen. Es gefällt ihm anscheinend. Trotzdem wirkt er nicht inkompetent – im Gegenteil. Sein Wissen über die architektonische Geschichte der Stadt ist beachtlich. Ein längeres, durchaus interessantes Gespräch entsteht.

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Aufgrund der Breite des Themas und der fehlenden Zeit muss ein zweiter Termin vereinbart werden. Bevor dieser zustande kommt, kündigt er seine Pensionierung an. Es stimmt einen fast traurig, da einem der weißhaarige Mann mit dem gewöhnungsbedürftigen Architekturgeschmack fast schon ans Herz gewachsen ist. Es ist auch schwer verständlich, dass ein intellektueller, charmanter und gewitzter Mann wie Pany – mit dem man eigentlich gerne bei einer Flasche Wein die Nacht durchdiskutieren will – für so viele Bausünden in Wels verantwortlich ist und jahrelang Stadtentwicklung verhindert hat, weil er die Stadt künstlich kleinhalten wollte. Der zweite Termin kam trotz der angekündigten Pensionierung zustande. Bestimmt ist er vom Thema Gebäudehöhe. Panys einziges Qualitätsmerkmal für ein Gebäude scheint eine möglichst geringe Anzahl an Stockwerken zu sein. Häuser über drei Stockwerke werden meist nicht genehmigt. Er meint, es sei nicht menschengerecht, im 20. Stockwerk eines Hauses zu wohnen. Auf die Frage, ob es auch unmenschlich sei, im 5. Stock zu wohnen, will er nicht antworten. Er holt stattdessen stolz ein Miniaturmodell einer kleinen Siedlung, die in der Nähe der Autobahn entstehen soll. Mit etwas euphorischer Stimme meint er, dass in Richtung Autobahn zweistöckig gebaut wird und dahinter nur mehr ebenerdig. Natürlich wieder alles militärisch angeordnet. „Das ist alles schon verkauft, bevor es schon gebaut wurde“, meint er siegessicher. Ob das nicht eher an der akuten Wohnungsnot in Wels liegt als an der tollen Planung? Pany legt das Modell wieder beiseite. Warum er so darauf bedacht ist, nur kleine Einheiten zu schaffen, die aber dann in einer vollkommen vereinheitlichten, künstlichen Atmosphäre im DDR-Stil zu planen? Pany weicht aus. Es wirkt so, als hätte ihm noch nie jemand solche Fragen gestellt. Keine Konzepte Auch in der zweiten Garde der Welser Baudirektion gibt es keine großen Lichtblicke: Die eine scheint sich ausnahmslos mit Fahrrädern zu beschäftigen, der andere mit der milimetergenauen

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Team auftreten wollten. Es gab dann ein Interview mit beiden Beteiligten. Das besagte Team wollte auch ausdrücklich nicht mit Namen genannt werden. Die beiden Beamten wirkten generell nicht erfreut, dass sie von einem Ein genaues Konzept, wohin sich Journalisten etwas gefragt werdie 60.000-Einwohner-Stadt Wels den, vielleicht sogar bewertet. in den nächsten 80 Jahren weiterentwickeln sollte, existiert nicht. Der eine Herr wollte sich nicht Einzig das sogenannte „örtliche über die Vergangenheit der Entwicklungskonzept“ regelt für Stadtentwicklung in Wels undas nächste Jahrzehnt, wo man in terhalten, sondern nur über die Zukunft Spielplätze oder Indust- Zukunft. Auf die Zukunft angeriebetriebe ansiedeln will. sprochen, verwies er auf das in der Vergangenheit erarbeitete Nicht zuständig örtliche Entwicklungskonzept Zwei Personen aus der Bauabtei- und auf in der Vergangenheit lung wurden unabhängig vonei- beschlossene Gesetze, die halt nander zum Interview gebeten. so sind, wie sie sind. Die beiden verweigerten gesonderte Interviews, weil sie nur als Größe von Leuchtschriften und der Dritte mit der Abdeckung von alten Wandbemalungen in diversen Schulen, die eventuell gewaltverherrlichend sind, weil Ritter und Schwerter zu sehen sind.

Im zweiten Stock hinter einer grauen Holztüre findet man das Büro des Baudirektors. Die im Vorzimmer stehenden Schreibtische sind so alt, dass sie mittlerweile schon wieder modern sein könnten.


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Foto: expressiv.at

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Der NeuBau 3 der Tabakfabrik Linz: die moderne Landmark geht fließend mit den Altbauten zusammen.

Er kann da auch nichts dafür, meinte er, wollte aber auch keine Verbesserungsvorschläge anbieten. Ob es denn ein Gesetz gegen Häuser über 3 Stockwerke gäbe, weil das die Stadt sehr oft verbiete? „Kein Gesetz, aber es gibt gewisse Regeln, die die Politik in Wels beschlossen hat“, meint Herr Anonym Nummer 1. Nummer 2 wirft ein, dass es ja auch bewährte Prinzipien im Städtebau gibt. Diese Prinzipien und eigene Vorlieben werden dann den unwissenden Politikern vorgelegt. Nachdem sich diese nicht mit Architektur und Stadtentwicklung auskennen, übernehmen diese meist die Vorschläge der Beamten. Aber rechtfertigen wollen sich die Beamten dafür nicht. Das muss dann die Politik machen. Man schiebt den Schwarzen Peter hin und her. Ein altbekanntes Konzept: „Keiner ist zuständig.“ Die Diskussion wird lauter. Nach einiger Zeit meint einer der beiden, dass er sich persönlich auch mehr Qualität im Bauwesen wünschen würde. „Aber als Baubehörde kann man den Genossenschaften ja nicht anschaffen, wie

sie bauen“, sagt er. Eine geniale Aussage für den Mitarbeiter einer Institution, die die Stadt seit Jahren künstlich klein hält, sämtliche Bauträger mit dutzenden Verordnungen quält und auf Biegen und Brechen keine bauliche Expansion in die Höhe will.

fünf Stockwerken zusammenbrechen. Wohlgemerkt wird der hintere Teil des Greif abgerissen und ein vollkommen neues Gebäude gebaut. Der Beamte meint, es sei zu wenig Grundfläche. Es bricht sicher zusammen, wenn es zu hoch wird.

Hochhäuser scheinen für die Beamten das erschreckendste Szenario zu sein. Nach einiger Zeit stellt sich heraus, dass der Beamte mit dem Dreitagebart das Verbot von Hochhäusern als eine Art Kapitalismuskritik versteht. „Diese Dinger sind ja nur kapitalistische Machtsymbole.“

Kopenhagen an der Mur Das Gespräch mit den beiden Beamten wird immer lauter. Auf die Frage, warum man Wels baulich unbedingt kleinhalten und unscheinbar lassen will, obwohl es sich im größten Wirtschaftsraum Österreichs befindet, schütteln beide den Kopf. Man kann Wels nicht mit großen Städten vergleichen. Wels muss sich mit Villach und Bruck an der Mur vergleichen, sind sich beide namenlose Herren einig.

Ja, sind sie. Zufälligerweise bezeichnet sich die Stadt Wels nach einem langwierigen Positionierungsprozess vor rund einem Jahr als „TOP-Wirtschaftsstandort“ und will das auch nach außen zeigen. Blöd, dass diese Positionierung nicht so mit den klassenkämpferischen Idealen mancher Planer am Magistrat zusammenpasst. Der andere wirft ein, dass höhere Häuser statisch teilweise nicht machbar sind. Das neue Magistratsgebäude hinter dem Greif könnte bei über

Komisch, warum weisen dann die Planer aus dem Hause Magistrat immer beim Thema Radverkehr auf das große Vorbild Kopenhagen hin? Ist Kopenhagen etwa so groß wie Bruck an der Mur? Oder nimmt man nur bei gewollten Themen Großstädte als Vorbild? Wenn es aber nicht ins Weltbild passt, ist Wels die Kleinstadt? Der alternativ gekleidete Beamte grinst verlegen.

Die Utopie eines neuen Menschen in der neuen Stadt Nach langem Hin und Her kristallisiert sich nach über einer Stunde Streitgespräch doch noch etwas Sinnvolles mit den beiden Gesprächspartnern heraus. Einer der beiden meint, dass er den ewigen Zeilenbau satt hat. Er würde gerne wieder zu der seit Jahrtausenden erprobten und menschenwürdigen Blockrandbebauung - sprich Häuserblöcke mit Innenhöfen - zurückkehren. Diese Art zu bauen wurde in europäischen Städten in großer Zahl nach dem Zweiten Weltkrieg in den großen Arbeitersiedlungen an den Rändern der Städte durch die gleichförmige Anordnung von Wohngebäuden quer zur Verkehrsstraße ersetzt - dem Zeilenbau. Die Nachteile dieser Bebauung waren aber bereits damals bekannt: Es ergaben sich Eindrücke von Monotonie und fehlender Individualität. Doch die Architekten waren damals paralysiert von der Idee eines „neuen Menschen“, der auch eine „neue Stadt“ brauche. Meist vermischte sich die Bauideologie mit der politischen Ideologie. Die meisten Architekten der Moderne waren stark links


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Wir wollen Modernität im Linzer Stadtbild zeigen Klaus Luger

Bürgermeister Linz

Herr Bürgermeister Luger, Linz steht dem Thema Gebäudehöhe sehr offen gegenüber. Warum ist das so? Linz ist eine offene und moderne Stadt. Natürlich wollen wir das auch im Stadtbild zeigen. Denkmalschutz ist uns ein wichtiges Anliegen, solange die Lebensqualität der BewohnerInnen nicht darunter leidet. Zugleich wollen wir aber auch zeitgemäße Gebäude, insbesondere Wohnbauten errichten, um den Fortschritt in Architektur, Bauweise und Technik dokumentieren zu können. Schließlich sollen künftige Generationen nicht den Eindruck gewinnen, die Stadt sei architektonisch irgendwann stecken geblieben. Neben der Modernität einer Stadt spielt aber eine andere Frage eine viel entscheidendere Rolle: wie wollen wir leistbaren Wohnraum für alle sicherstellen? Linz ist als Lebensstadt sehr attraktiv und wächst. Den zukünftigen Linzerinnen und Linzern können wir nur durch eine offensive Wohnbautätigkeit den Wohnraum zur Verfügung stellen, den sie sich auch leisten können. Wenn die Fläche begrenzt ist und der Grünraum nicht angegriffen werden soll, bleibt nur das Bauen in die Höhe. Welche Vorteile hat bauliche Verdichtung? Die Linzer Stadtplanung verfolgt insbesondere zwei Ziele: leistbaren Wohnraum für alle und der Erhalt des Grüngürtels bzw. des Grünanteils von 50 Prozent, auf den wir in Linz sehr stolz sind. Darüber hinaus garantieren wir etwa jedem Linzer Kind ab drei Jahren einen Platz in einer Kinderbetreuungseinrichtung, freuen uns, dass wir die geringsten Wartezeiten auf einen Platz in einem Seniorenzentrum haben und wir die Nachfrage nach mobilen Diensten für die Pflege Zuhause sehr gut befriedigen können. Natürlich stellen sich in Städten noch viele andere infrastrukturelle Fragen: Schulen,

öffentlicher Verkehr, Freizeitflächen. Durch die bauliche Verdichtung lassen sich auf die meisten dieser Fragen die für alle Beteiligten günstigsten Antworten finden: leistbarer Wohnraum und gleichzeitiger Schutz der grünen Lunge und Naherholungsgebiete der Stadt, effizientere Verkehrslösungen im öffentlichen Verkehr und Möglichkeiten der Konzentration der sozialen Infrastruktur und vieles mehr.

Foto: Mag. Art. Gregor Hartl

Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger befürwortet Hochhäuser

Wie sind die Erfahrungen aus bestehenden Projekten. Sind Mieter in Hochhäusern zufrieden? Ich kenne bedauerlicherweise keine repräsentativen MieterKlaus Luger will ein zukunftsbefragungen. Ich weiß aber von orientiertes Linz auch den Bauherren der verschiedearchitektonisch ausdrücken. nen Hochhausprojekte, dass sie bislang wenige Probleme hatten, die Flächen zu vermieten. Die Menschen haben unterschiedliche Wohnbedürfnisse: manche wollen lieber im Erdgeschoß oder im ersten Stock wohnen, weil sie sich über die Zukunft und Barrierefreiheit Gedanken machen oder Höhenangst haben. Für andere kann es gar nicht hoch genug hinausgehen, weil sie die Freiheit der Aussicht lieben und etwa keine Probleme mit dem Liftfahren haben, sondern sich eher im Erdgeschoß ängstigen würden. Der Wohnbau in Linz trägt all diesen Bedürfnissen Rechnung, dafür bin ich den Wohnungsgesellschaften und Architekten dankbar.


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ausgerichtet. Deswegen sollte es auch wenig Individualität oder bürgerlich verschnörkelte Fassaden geben. Der „neue Mensch“ sollte ein „sozialistischer Mensch“ sein, der in der Gemeinschaft aufgeht. In überdimensional großen Wohnstätten, die durch ihre ständig wiederkehrende Gleichförmigkeit den Menschen die letzte bürgerliche Individualität austreibt. Besonders im Ostblock wurde dieses Konzept vorangetrieben, doch auch der Westen zog mit. Architektur ist somit auch Ideologie und besonders auch Psychologie, die die Menschen beeinflussen will. Urbi et Orbi Als einzig vernünftiges Konzept bleibt die Blockrandbebauung. Diese ist das einzig bisher durch und durch funktionierende Konzept, eine lebendige und urbane Stadt zu bauen. Die Bebauung einer Stadt mit Häuserblöcken und dazugehörigen Innenhöfen wurde bereits im alten Rom angewandt. Rom ist die Mutter aller Städte. Nicht umsonst wird im lateinischen Wort „urbs“ für Stadt eigentlich nur Rom gemeint. Das deutsche Wort „urban“ leitet sich davon ab. Auch der berühmte päpstliche Segen „Urbi et orbi“ spricht von der Stadt (Rom) und dem restlichen Erdkreis. All unsere Innenstädte beruhen auf dem Konzept des alten Rom. Neben der bereits beschriebenen Blockrandbebauung machte das alte Rom eine weitere Gegebenheit besonders attraktiv und lebendig: Alles geschieht an einem Ort. Wohnen, Arbeiten und Freizeitbeschäftigung. Es gab keine räumliche Trennung zwischen diesen Bereichen. Wie es im alten Rom war, so ist es auch in jeder europäischen Innenstadt: In den Häusern wird gearbeitet, gewohnt und sich vergnügt. Der Handwerker hat sein Geschäft neben dem Händler, in den oberen Stockwerken wohnen die Menschen. Im direkt angrenzenden Haus befindet sich eine Schule. Einmal um die Ecke gegangen befindet sich eine Bar, darüber hat ein Arzt seine Ordination. Zwischen den Häuserblöcken herrscht auf den Straßen geschäftiges Treiben. Das ist das Urkonzept der Stadt. Erst Jahrhunderte später versuchten Architekten alles neu zu erfinden - und schei-

Bürgermeister Andreas Rabl kritisiert unter anderem die Einfallslosigkeit der Architekten.

terten in allen Punkten. Die neue Stadt ist eine Totgeburt. Die Noitzmühle in Wels gilt als Schandfleck, die Vorstädte von Paris sind weltweit als Pulverfass bekannt - das Harter Plateau in Leonding wurde längst gesprengt. Es bleibt nur der Weg zurück. Doch dieser wird noch nicht

Fassadengestaltung als blasphemischer Akt Ein Beamter hat nun doch erkannt, dass man Städte doch wieder so bauen könnte, wie es immer war. Vielleicht könnte man ja sogar einen Schritt weiter gehen und auch die Häuser und deren Fassaden wieder historistischer gestalten. Das schmettert

Ich muss meine eigenen Beamten überzeugen, einmal über den Tellerrand zu blicken und sich auf neue Ideen einzulassen. Andreas Rabl

Bürgermeister Wels gegangen. Zu einfach sind die monotonen Wohnsiedlungen für Architekten zu planen. Zu wenige Anreize werden für Bauträger geschaffen, wieder qualitätsvoll zu bauen. Und gerade in Wels fasst man bis heute einen falschen Gedanken: Nicht die Gebäudehöhe der Ghettos in der Peripherie ist das Problem, sondern die Nutzungstrennung und die Monotonie.

aber der Beamte sofort ab. Er sei bitte kein Ortsbildverschönerer. Der Planer vergleicht also die Gestaltung von Fassaden mit dem Aufstellen von Blumentrögen quasi einer Berufung eines Kleinbürgers. Ist es denn für heutige Architekten kleinbürgerlich, von den ewigen kahlen weißen und austauschbaren Fassaden abzuweichen und wieder Individualität walten zu lassen? Klar, die

ersten Architekten, die minimalistische Fassaden planten, waren einzigartig und visionär. Berühmt wurde damit zum Beispiel der Architekt Adolf Loos, der direkt im Zentrum Wiens gegenüber der Hofburg im Jahre 1909 ein Haus erbaute, dessen Fassade ab dem ersten Stock vollkommen flach war. Dies wurde als schockierend empfunden. Loos hatte mit den Behörden wegen der völlig glatten Putzfläche und wegen der Fenster ohne Umrahmungen sogar so große Schwierigkeiten, dass es zeitweise zur Unterbrechung der Bautätigkeit kam. Paradoxerweise wäre es heute genau umgekehrt, wenn ein Architekt ein Haus in historistischer Bauweise planen würde. Uneinsichtige Mitarbeiter Im Büro des Welser Bürgermeisters kann man gut sehen, wie die einst prachtvolle Inneneinrichtung des altehrwürdigen Rathauses durch die sozialistische Stadtregierung mutwillig zerstört wurde. Die historische Substanz galt als zu bourgeois. Die Außenfassade des Rathauses blieb glücklicherweise wie die der restlichen Häuser am Platz von der Zerstörungswut der Nachkriegszeit verschont. Man ließ den Platz damals einfach verfallen, bis der Welser Archi-


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tekt Gerd Hörzing in den 80ern eine Kampagne zur Revitalisierung des Stadtplatzes startete. Aber zurück ins Büro des Stadtoberhauptes: Eines der Wahlversprechen von Andreas Rabl war, einen Stadtturm wieder aufzubauen. Abgerissene historische Gebäude wieder aufzubauen wird von deutschen Städten wie Dresden oder Berlin vorgemacht. Rabl kritisiert die Architekten ganz offen: „Ich kann diese ewig gleichen weißen Schuhschachteln nicht mehr sehen. Alle 100 Jahre wechselt ein Baustil. Aber es scheint der Architekturszene nichts Besseres einzufallen, als zum tausendsten Mal ein und dasselbe Haus zu kopieren.“ Auf seine Beamten in der Bauabteilung angesprochen seufzt er:

„Ich muss meine eigenen Beamten überzeugen, einmal über den Tellerrand zu blicken und sich auf neue Ideen einzulassen.“ Bekanntlich ist das nicht leicht. Geblieben ist der Alltag Es scheint so, als mache sich niemand der Proponenten echte Gedanken über die Stadt. Gerade in den Abteilungen der Stadtplanung spricht man fast abschätzig über Wels. Die Planer am Magistrat versuchen die Expansion der Stadt zu verhindern. Sie wollen Richtung Kleinstadt. Aber geht das noch? Jahrzehntelang hat man den Großteil der Altbausubstanz der Stadt dem Boden gleichgemacht. Man wollte das Alte hinter sich lassen und als große moderne Stadt expandieren. Bis man Ende der 80er auf

Die zwei häufigsten Formen des Städtebaus

Blockrandbebauung Das Urprinzip der Stadt

Als „Urtyp“ der Blockrandbebauung kann die römische Stadt der Antike gelten. Wohngebäude werden in geschlossener Bauweise um einen gemeinsamen Hof gebaut.

Zeilenbebauung Eintönig und unindividuell

Als Zeilenbau wird die Anordnung von langen, schmalen Wohngebäuden quer zur Verkehrsstraße bezeichnet. Die Nachteile der Zeilenbebauung wurden schon 1929 erkannt. Es ergaben sich Eindrücke von Monotonie und fehlender Individualität.

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die Idee gekommen ist, dass man das eigentlich gar nicht will. Seitdem weiß man nicht mehr, was und wohin man will. Nun herrscht in der Stadt seit fast 30 Jahren Stillstand. Man kann nicht mehr zur schmucken Kleinstadt zurück, weil man fast alles mutwillig niedergewalzt hat und will auch keine prestigeträchtigen Neubauten mehr, weil man Angst hat, man könnte etwas falsch machen. Deswegen baut man lieber unscheinbar. Geblieben ist der Alltag. Wo baut man die nächste Turnhalle, welche Farbe sollte die neue Rutsche am Spielplatz ums Eck haben und wo soll der nächste Kreisverkehr entstehen?


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Bauen wird wegen Auflagenflut immer teurer Immer neue Bestimmungen von Land und Bund machen es Bauträgern immer schwerer, günstig zu bauen. Resultat daraus ist, dass die Mieten immer teurer werden.

Studie der TU Graz Masterarbeit

Die Masterarbeit der TU Graz beschäftigt sich auf wissenschaftlicher Ebene mit dem Problem der Kostentreiber im sozialen Wohnbau. Besonderes Augenmerk liegt auf den rechtlichen Rahmenbedingungen. Beispielsweise in den Bereichen Brandschutz, Barrierefreiheit, Energieeffizienz und Schallschutz. Aus der vorliegenden Arbeit geht klar hervor, dass die immer strengeren Vorschriften die größten Kostentreiber sind.

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mmer neue Bestimmungen von Land und Bund machen es Bauträgern immer schwerer, günstig zu bauen. Resultat daraus ist, dass die Mieten immer teurer werden. Wohnbaulandesrat Manfred Haimbuchner präsentierte vor ein paar Monaten eine Studie der Technischen Universität Graz, in der der Auflagenwahnsinn analysiert wurde. Aus der vorliegenden Arbeit geht klar hervor, dass vor allem immer strengere Vorschriften im Brandschutz und der Barrierefreiheit sich als die größten Kostentreiber herauskristallisiert haben. Auch die begrenzt zugelassenen Gebäudehöhen, extreme Anforderungen bezüglich Energieeffizienz und zu teure Sanierungen werden kritisiert. Baukosten stiegen um fast 50% Im Zeitraum von 2000 bis 2014 erhöhten sich die Baukosten um genau 46,8%. Durch die überbordenden Auflagen in rechtlicher und technischer Hinsicht und den nachfolgend teuren Betriebskosten - unter anderem durch teure Lifteinbauten und durch niedriges Bauen wenige geschaffene Wohnungseinheiten pro Gebäude verteuern sich die Mieten um jedes Jahr. Eine große Anzahl der Bürger muss deswegen mehr als die Hälfte des Einkommens für die Wohnkosten abgeben. Als weitere Belastung für die Mieter sind die steigenden Kosten von Energie, Wasser, Müll, Hausver-

waltung und Kommunalgebühren anzuführen. Irre Bestimmungen Diverse rechtliche und technische Anforderungen gab es schon lange vor der Einführung der heute geltenden Baugesetze. Ursprünglich konzentrierte man sich auf die Bereiche Standfestigkeit und Brandschutz. Später kam dann schon der Schall- und Wärmeschutz dazu. Die Bestimmungen wurden besonders auch in Oberösterreich mit der Zeit immer komplexer und unübersichtlicher. Hinzu kommt, dass sich Architekten und Bauherren fast im Monatstakt mit immer neuen Verordnungen auseinandersetzen müssen. Ständig neue und wechselnde Gesetze sind somit ein enormer Arbeitsaufwand und somit auch Kostentreiber. Fördert Industrie Gesetzesdschungel? Heimstätten-Chef Manfred Hochhauser bemängelt: „Das schlimme ist, dass die Industrie die neuen Normen vorgibt und diese von Beamten und schlussendlich der Politik übernommen werden. Ob die Normen sinnvoll sind oder nur dazu dienen, dass die Industrie ihre Produkte durch die Verordnungen besser verkauft, bleibt dahingestellt.“ Für die These spricht, dass die Menge der zur Verfügung stehenden Bauprodukte- und stoffe im Laufe der Zeit enorm stieg.

Fehlentscheidung Im Jahr 1999 beging die oberösterreichische Landesregierung einen großen Fehler, welcher das Bauen bis heute extrem verteuerte: durch beschlossene Verordnungen den Wärmeschutz betreffend - den Energieausweis und die Energiekennzahlen. Weiters wurden verschärfte Anforderungen an den Schallschutz, die barrierefreie Gestaltung und das Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen festgelegt. OIB-Richtlinien 2007 wurden dann sechs Richtlinien betreffend Standsicherheit, Brandschutz, Schallschutz, Hygiene, Barrierefreiheit und Wärmeschutz vom österreichischen Institut für Bautechnik (kurz OIB) veröffentlicht. Das Land Oberösterreich übernahm einen gro-


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ßen Teil dieser Richtlinien sehr schnell, was eine weitere horrende Verteuerung des Bauens mit sich zog. SchwerstbehindertenWohnungen für Jungfamilien Das Ziel, dass die meisten Menschen möglichst lange und ohne fremde Unterstützung leben können, ist prinzipiell etwas Positives. Unter Barrierefreiheit werden Maßnahmen verstanden, um Hindernisse zu vermeiden, welche Bewohner in ihrem alltäglichen Handeln einschränken. Laut Baugesetzen muss jede neue Wohnung einer so großen Barrierefreiheit entsprechen, dass schwerst geistig oder körperlich Behinderte in dieser leben können. Zumindest muss jede Wohnung mit einfachen Baumaßnahmen komplett barrierefrei gestaltbar sein. Jede Wohnung. 100% aller Wohnungen. Egal ob darin ein Jugendlicher, Jungfamilien oder ein Pensionist wohnt. Ein Beispiel: Die erforderliche Breite des Anfahrbereichs von Türen wurde in Öffnungsrichtung von 130 cm auf 150 cm erhöht. Diese darf durch keinerlei Einbauten eingeschränkt werden. Die Konsequenz daraus ist, dass man den gesamten Gang verbreitern muss. Bezogen auf einen Laufmeter ein Mehrverbrauch von 15,4%. Als gesunder Mensch muss man für mehr Fläche zahlen, ohne diese wirklich nützen zu können. Der Architekt kann die Wohnungen auch nicht mehr praktikabel und platzsparend planen, sondern muss auf die vielen Verordnungen der Barrierefreiheit achten. Schon viele Mieter wunderten sich deswegen über überdimensionale WC-Räume in ihren Wohnungen oder eine nicht wirklich komfortable Raumaufteilung. Selbiges gilt in den Vorhäusern. Stiegen und Aufzüge sind auffällig breit und verschwenden eine Menge an Gebäudefläche und Betriebskosten. Selbst die Autoabstellplätze müssen barrierefrei gestaltet werden. Kosten für Wärmeschutz bringt keine Energieeinsparung Die Bauträger sind auch per Gesetz dazu verpflichtet, hohe ökologische Standards bezüglich des Energieverbrauchs umzusetzen. Betroffen hiervon sind nicht nur

Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner will die steigenden Grundstückspreise mit höherem Bauen ausgleichen.

Neubauten, sondern auch sanierungsbedürftige Altbauten. Nicht umsonst werden so viele Altbauten mit Styropor eingekleidet. Heizwärmebedarf, Wärmeverteilungen, Energieausweise, alternative Energieanlagen sowie mechanische Lüftungsanlagen – immer mehr fällt dem Gesetzgeber ein. Tatsächliche finanzielle Einsparungen ergeben sich durch die hohen Erstellungskosten selten und wenn, dann sehr bescheiden. Beispielsweise müssen bei Passivhausstandard dreifach verglaste Fenster eingebaut werden, welche Mehrkosten von bis zu 20 Euro pro Quadratmeter bringen. Bei Dämmstoffen sind es sogar 50 Euro/m2. Auch werden die Energiesparmaßnahmen überschätzt, meist ist auch nach dem Umbau der Verbrauch weit höher als erwartet. Von Risiken wir Schimmelbildung bei Dämmung von Altbauten ganz abgesehen. Schallschutz Schallwellen können zwar objektiv gemessen werden - welcher Schalldruckpegel als störend oder belästigend empfunden wird, ist allerdings subjektiv. Trotz allem müssen Bauträger auch hier immer höhere Anforderungen erfüllen. Von Mindestanforderungen kann keine Rede mehr sein. Brandschutz Der Brandschutz ist auch bereits weit von Mindestanforderungen entfernt. Von breiten Flucht-

wegen, Rauchmeldern, Brandschutzgutachten, Rauchabzugsanlagen bis hin zu teilweise stinkteuren Druckbelüftungsanlagen. Durch die hohen Vorschriften ist es meist auch nötig, das teuerste Baumaterial zu kaufen. Der extrem hohe Brandschutz wird somit zu einem sehr hohen Kostentreiber. Teilweise muss man sogar zwei Aufzugsschächte bauen. Der etwas erhöhte Schutz steht meist nicht in Relation zu den hohen Errichtungs- und Wartungskosten der Anlagen. Autoabstellplätze sind verpflichtend In Oberösterreich ist pro Wohnung mindestens ein Abstellplatz für Kraftfahrzeuge verpflichtend vorgeschrieben. Dies führt meist zu teuren Tiefgaragenbauten, die die Baukosten mit ganzen 153 Euro pro Quadratmeter erhören. Die absoluten Kosten betragen 12.000 bis 18.000 Euro. Auch Gemeinden werden in die Pflicht genommen Nicht nur die Landesgesetze machen laut der Studie der TU Graz den Bauträgern und allen anderen Beteiligten das Leben schwer. Auch die EU als Richtschnur für neue Gesetze und die Kommunen selbst, die der Flut von Reglementierungen durch EU, Bund und Land nochmals ihre eigenen Verordnungen beifügen und damit noch mehr Steine in den Weg legen.

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Die Forderung nach 100 Prozent Barrierefreiheit oder Brandschutzmaßnahmen weit über das notwendige Maß hinaus wirken sich auf die Baukosten enorm aus. Manfred Haimbuchner Wohnbau Landesrat


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Heli Moser jetzt für Fellner-TV unterwegs Der Welser Medienschaffende Helmut Moser war schon auf vielen Fernsehkanälen zu sehen: Seine Sendungen waren auf dem Tourismus- und Wetterkanal TW1, Austria 9 oder ORF 3 zu sehen. Nun ist er Teil eines neuen Medienprojekts: des österreichischen Nachrichtensenders oe24.TV.

A

m 26. September 2016 wurde in Kooperation mit CNN der 24h-Nachrichtensender oe24.TV gestartet. Moser ist auch regelmäßig mit seinen Sendungen „Motor & Trends“ und „Einsatz“ auf dem Kanal zu sehen.

tionäre. Auch in unseren Breiten gibt es da ja bekannte Beispiele. Es ist immer wieder die Rede vom Abbau des Sozialstaates.

Derzeit wird an einem eigenen Oberösterreich-Magazin gearbeitet, das natürlich auch Wels-Beiträge bringen wird. Wir haben mit Heli Moser über oe24.TV und weitere seiner Projekte gesprochen.

Promente verwaltet die Spenden für Bahnhofs-Rudi. Helmut Moser und der Welser Wirtering zeigten soziales Engagement.

Herr Moser, wie kam es zur Zusammenarbeit mit oe24.TV?

gute Reichweite für die Automobil-Szene.

Ich bin immer auf der Suche nach optimalen Sendeplätzen für meine Formate. Oe24.TV ist ein extrem erfolgreiches Fernsehprojekt. Die Österreicher sind immer interessierter an Nachrichten & Politik und wollen eine Alternative zum ORF. Wo kann man besser seine Formate unterbringen als bei diesem erfolgreichen TV-Projekt?

Sie sind ja selbst auch ein interessierter Politikbeobachter. Was sagen Sie zur aktuellen politischen Situation?

Das Thema „Auto“ wird ja bei vielen TV-Stationen eher weniger behandelt. „Motor &Trends“ hat durch den Fellner-Sender eine

Es ist gut, dass es in der Bevölkerung einen Veränderungswillen gibt. In Österreich hat sich dieser ja schon bei der letzten Nationalratswahl gezeigt. Jetzt muss man abwarten, was die neue Regierung zusammenbringt. Die EU benötigt aber auch schon seit längerem eine Reform. Diese ist ja mittlerweile nur ein Gut Aiderbichl für ausgediente Parteifunk-

Das kommt darauf an, was man abbauen will. Die Bürokratie in den Institutionen sollte man abbauen, aber nicht die Leistungen für die Bevölkerung. Ich selbst habe nach meinem Autounfall erlebt, wie gut unser österreichisches Gesundheitssystem funktioniert. Diese Errungenschaften sollte man nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Ich bin aber auch der Überzeugung, dass wir uns auch selbst wieder aktiver um unsere Mitmenschen kümmern müssen und nicht nur nach dem Staat rufen. Jeder kann seinen kleinen Teil dazu beitragen. Ich habe zum Beispiel kürzlich unserem allseits beliebten „Bahnhofssandler“ Rudi einen Scheck überreicht, da ihm vor kurzem seine gesamten Besitztümer angezündet worden sind. Nun kann sich Rudi die orthopädischen Schuhe endlich leisten. Pro mente verwaltet für ihn den Betrag. Haben Sie noch nie überlegt, selbst in die Politik zu gehen? (lacht) Sicherlich. Vielleicht wird das auch bei der nächsten Gemeinderatswahl mit einer eigenen Liste passieren. Aber ich will hier noch nicht zu viel verraten. Unterstützer, die auf die Liste möchten, gibt es auf jeden Fall.


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Neos-Kritik an Stadtwache

NEOS rechnet folgende Kennzahlen vor: Einsätze pro Mitarbeiter 1.937 Einsätze durch 10 Mitarbeiter (11 Personen / 1 Person in Verwaltung (Ann.)) durch ca. 220 Arbeitstage pro Mitarbeiter sind

Kosten pro Einsatz Da laut Information von Hr. Kroiß die geplanten Kosten von 710.000 korrekt sind (und nicht durch Personalaufstockungen entstehen) hat der Öffentlichkeit jeder Einsatz rund 367 Euro gekostet (bzw. 300 Euro nach alter Rechnung) – auch jeder Einsatz in Bezug auf überhängendes Gehölz (136 x), Hundehaltung und Parkkrallen (31 x) etc.. Kosten pro Stunde Die Kosten pro Stunde belaufen sich auf ca. 37 Euro. Erlöse pro Einsatz Über die Erlöse pro Einsatz gibt

osterferien im einzigartigen mitmach-museum EinsatzorganisationEn kennenlernen!

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so. 25.03.2018 - Eiershow Mo. 26.03.2018 - Feuerwehr Di. 27.03.2018 - rotes Kreuz Mi. 28.03.2018 - Polizei Fr. 30.03.2018 - Feuerwehr sa. 31.03.2018 - osterbasteln Verlängerte Öffnungszeiten 24.03.-03.04. von 10:00 – 18:00 Infos und Uhrzeiten unter

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es keine Statistik. In 573 Fällen wurden Organmandate an Bettler und Hundebesitzer und Umweltverschmutzer ausgestellt. Ob Bettler ihre Strafen zahlen (können) ist zu bezweifeln. Aber egal, wie man es rechnet, die Höhe der Einnahmen wird wahrscheinlich im einstelligen %-Anteil zu den Kosten liegen. Abdeckungsgrad Natürlich kann eine „abschreckende Wirkung“ der Ordnungswache angenommen werden. Diese ist aber nur dann gegeben, wenn die Ordnungswache flächendeckend und rund um die Uhr, auch mitten in der Nacht auf Streife ist. Aufgrund der Personalausstattung ist dies jedoch nicht möglich.

Foto: Neos

Die Welser NEOS haben sich die Leistungsbilanz der Welser Ordnungswache genau angesehen. Obmann Hufnagl hat einige Punkte zu kritisieren.

0,88 Einsätze pro Mitarbeiter pro Tag oder 1,76 Einsätze pro 2-erTeam/Tag.

Markus Hufnagl, Neos Wels


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Die alten Welser Wirtshäuser

Historisch. In früheren Zeiten konnte Wels ganze 43 Wirtshäuser in seinem Stadtgebiet verzeichnen. Sie hatten klangvolle Namen wie „Gasthaus zum goldenen Schiff“ oder Stuckwirt, deren Namenspatrone auf den gusseisernen Schildern über den Eingängen verewigt waren. von Markus Löffler

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un sind natürlich nicht alle Einkehrmöglichkeiten von damals verschwunden, vielmehr sind Speiselokale mit internationaler Küche nachgerückt. Italiener, Asiaten, Griechen, Türken, Inder oder Thailänder haben Lokale aufgesperrt und das Essensangebot in Wels ist merklich weltoffener und vielschichtiger geworden.

vielleicht nicht so sehr durch ihre Speisekarten unterschieden als durch die soziale Durchmischung ihrer Gäste. Jeder Gastwirt hatte seine Stammkundschaft, manche Wirtshausgeher verteilten Durst, Hunger und Suche nach Gesellschaft auf verschiedene Häuser. Benedikt Toni Den älteren Welsern mag der Name Benedikt Toni noch ein Begriff sein, der fast tagtäglich per Rad eine Vielzahl der Welser Wirtshäuser abgefahren ist. Er hatte sich dadurch den Ruf eines Wirtshausführers erworben, denn er konnte einem genau sagen, welches Gericht wo besonders zu empfehlen sei.

Gastronomie damals... Im auslaufenden 19. Jahrhundert gab es auf dem Gebiet zwischen Vorstadtplatz (Kaiser-Josef-Platz) und Stadtplatz 43 Wirtshäuser. Da die Gastronomie noch nicht so differenziert war wie heutzutage, waren die Wirtshäuser damals alles in einem: Speiselokal, Trinkhalle und Neue Hygiene-Verordnungen Treffpunkt für soziale Kontakte In der Nachkriegszeit mussten viele angestammte Wirtshäuoder zur Geschäftsanbahnung. ser in Wels aus einem speziellen Grund ihre Tore und Küchen Gleiche Speisekarte schließen. Vielen Wirtsleuten andere Kundschaft Die alten Wirtshäuser haben sich waren die Kosten für gesetzlich vorgeschriebene Sanierungen im Küchen- und Sanitärbereich einfach zu hoch.

Schicksal von Stuckwirt, „Krebs“ und „Kugel“ Die Notdurft wurde meist auf Plumpsklos verrichtet. Beim Mostwirtshaus Stuckwirt in der Fabrikstraße wurde der angrenzende Mühlbach von den Männern benützt. Diesem derben Brauch und hygienisch bedenklichen Bedürfnisanstalten wurde ein Riegel vorgeschoben, indem den Wirtshäusern Toilette-Anlagen mit fließendem Wasser vorgeschrieben wurden.

Wirtshäuser wie der Stuckwirt, das „Gasthaus zum Krebs“ am Stadtplatz oder das „Gasthaus zur Kugel“ in der Altstadt stellten im Zuge dessen den Betrieb ein. Der alte Stuckwirt Das prachtvolle Stuckwirt-Gebäude ist noch samt gusseiserner Kanone (=Stuck) erhalten. Heute befinden sich Wohnungen darin. Im ehemaligen „Gasthaus zur Kugel“ befindet sich seit 2015 der FreiRaumWels der Stadt Wels. Die Wirtin des Krebswirts übernahm schließlich den Lagerhauswirt in der Schubertstraße. „Gasthaus zum goldenen Schiff“ und „Das Weiße Rössl“ Manche Gebäude, in denen sich Wirtshäuser befanden, wurden einfach abgerissen. 1947 musste „Das Weiße Rössl“ am KJ dem neuentstandenen Durchbruch der Rainerstraße weichen. Bis 1901 befand sich an der Ecke Traungasse/Stadtplatz das „Gasthaus zum goldenen Schiff“. Dieses etwas dazugeflickt wirkende Haus wurde als Engstelle jedoch abgerissen, um den Pferdefuhrwerk-Verkehr von der Traun her nicht unnötig zu behindern. „Gasthaus zur Glocke“ und „Gasthaus zur Traube“ In manchen historisch gewachsenen Gastronomie-Standorten hat ein Wandel stattgefunden. So befanden sich an der Ecke Burggasse/Stadtplatz das „Gasthaus zur Glocke“ sowie „Die Traube“. Beide Wirtshäuser haben längst zugesperrt, sind älteren Welsern aber noch in Erinnerung. In der „Glocke“ ist heute das Cafe Au-


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Alt und jung stellen sich an, wenn Wirt Martin Bödecker ihnen die Tische zuteilt oder sie bei Platzmangel einfach an halb besetzte Tische dazu setzt. Die Linde ist eines der letzten alteingesessenen Gasthäuser der Stadt.

gustin eingemietet, in der ehemaligen „Traube“ werden jetzt griechische Speisen serviert. „Gasthaus zur Linde“ Der wahrscheinlich letzte Gastbetrieb im Innenstadtbereich, der an die Tradition alter Welser Wirtshauskultur anschließen kann. Der Familienbetrieb setzt einerseits auf die bewährte Haus-

mannskost, in der Schweinsbraten, Krautwickler und kräftige Suppen eine tragende Rolle spielen, andererseits ist auch das alte Wirtshausgefühl in der Gaststube gut konserviert. Alt und jung stellen sich an, wenn Wirt Martin Bödecker ihnen die Tische zuteilt oder sie bei Platzmangel einfach an

halb besetzte Tische dazu setzt. Stammtischrunden drängen in das Wirtshaus am Ring, Veranstaltungen wie der Bockbier-Anstich versprechen ein volles Haus. Aber auch der Mittagstisch schafft Stoßzeiten. Der Schnitt Bier Alte Biertrinker-Gepflogenheiten wie der “Schnitt” Bier ha-

ben in der Linde immer noch Aktualität. Das 0,4 l-Hohlmaß, auch “Halbe mit viel Schaum” genannt, als Abschlussgetränk im letzten benutzten Bierglas ist anderswo schon fast in Vergessenheit geraten.

  Fotos: Stadtarchiv Wels


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Hotdox – der geniale Würstlstand am Stadtplatz Genug von den immer gleich schmeckenden Kebapläden? Und nicht frischer Pizza, wie es sie in Wels an jeder Straßenecke gibt? Lieber mal was Neues für die Geschmacksnerven? Ja? Am Stadtplatz gibt es eine immer bekannter werdende, köstliche Imbiss-Alternative, das Hotdox.

E

rst vor wenigen Monaten am Stadtplatz 39 eröffnet, bietet der kreative Jungunternehmer Alexander Findeis mehr als einfach nur traditionelle österreichische Würstel-Küche, von B wie Bosna und Bratwurst bis W wie Waldviertler. Viele geniale Eigenkreationen, etwa den besonders beliebten „Cheese Dox“ oder frittierte Maisfladen mit Käsefüllung und hausgemachten Erdäpfelsalat.

Mehr als eine Imbissbude Eine schier unglaubliche Getränkeauswahl, von Afri-Cola über original Welser Bier bis Papa Türk, ein Getränk, dessen einzigartige Formel Knoblauch-Atem neutralisiert und ein modernes und sauberes Ambiente heben das Hotdox weit über jede gewöhnliche „Imbissbude“ hinweg. Jede Woche gibt es außerdem eine neue von Alex selbstkreierte Hotdox-Spezialität.

Bereits seit 41 Jahren ist für Mag. Ewald Wolfram das gesundheitliche Wohlbefinden seiner Kundschaft im Fokus, nun steht die Betriebsübergabe an: Im Februar übernimmt seine Tochter Mag. Veronique Wolfram und führt den Welser Traditionsbetrieb damit in vierter Generation.

Öffnungszeiten: Di–Do 11:30–20:00 Fr 11:30–02:00 Sa 16:00–02:00

Foto: Lifestyle Network

Gesundheit unter einem guten Stern

Hotdox Stadtplatz 39, 4600 Wels Tel. 07242 910911 www.hotdox.at facebook.hotdoxaustria

F

ür mich war immer klar, dass ich meine berufliche Heimat im Bereich der Gesundheit finden würde, nur was genau, musste sich erst herauskristallisieren,“ sagt die demnächst für mehr als 20 Mitarbeiter verantwortliche Mutter dreier Kinder, die eine Zeit lang mit dem Arztberuf liebäugelte, „aber am Ende war die Entscheidung für das Familien-

unternehmen klar und ich freue mich sehr auf diese große, wunderbare Aufgabe“. Von der Belegschaft und ihrem Vater, der sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge nach und nach aus seinen Funktionen zurückzieht, wird sie dabei nach Kräften unterstützt.


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Mensch des Monats

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Michael P. Wipplinger Mensch des Monats. Betritt man sein Büro in Hinterschweiger Straße 2 und fühlt man seinen festen Händedruck, weiß man, dass man in Michael P. Wipplingers Terrain von KraftWerk angekommen ist. Der großgewachsene Mann im sportlich-eleganten Outfit und mit angenehmer Stimme spricht verbindlich, auch wenn ab und zu das Handy läutet und er abheben muss. Versicherungsschäden, die sofortiges Handeln erfordern. Alltag in einer schnelllebigen Branche.

S

einen Beruf des unabhängigen Versicherungsmaklers wollte er nie ablegen, und dieses Gebiet fügt sich nun nahtlos in eine ganze Reihe von Dienstleistungen, die in seinem Unternehmen angeboten werden. Irgendwie scheint, dass jede berufliche Neuausrichtung ein Puzzle-Teil in Michael Wipplingers Karriere werden sollte. Nachfrage und Erfolg geben ihm Recht, obwohl das keinesfalls das Streben seines Handels ist. Jugend und Lehrjahre Geboren 1964 im beschaulichen Städtchen Grieskirchen, verbrachte er die Pflichtschulzeit am Geburtsort, ehe Familie Wipplinger 1975 nach Graz zog, wo Michael die Ausbildung zum Nachrichten-Techniker absolvierte. Sein erster Aufenthalt in Wels dauerte drei Jahre, ehe er 2001 endgültig hier landete. Ab Mitte der 1980er Jahre verlagerte er sein Hauptgeschäft in die Versicherungsbranche, natürlich in die Führungsebene. Tankstellen als Nebengeschäft Nebenbei betrieb er immer Tankstellen in Wels. Seine Tankstellen fungierten auch als Ausbildungsstelle für neue Tankstellenpächter. Er nahm eine einfache Mitarbeiterin ohne Schulabschluss und führte sie bis zum abge-

schlossenen Universitätsstudium. Die Dame arbeitet mittlerweile am Magistrat in entsprechender Position. “Ich bin gern für die Menschen da”, erklärt er diese Episode knapp und doch ist sie symptomatisch für Wipplingers beruflichen Lebensweg. “Ich bin gern für die Menschen da.” Dieses Credo begleitet ihn seit dieser Zeit. Diese frei erworbenen Soft-Skills im Umgang mit Kundschaften und Mitarbeitern stellten für Wipplinger einen Mehrwert dar, der sich in anderen Geschäftsfeldern auszahlte und weiterentwickelt worden ist. Ein Problemlöser, der dazulernt Wenn man so will, ist er der Problemlöser der Menschen und Unternehmen, wenn man sich im breitgefächerten Dienstleistungsbetrieb angesprochen fühlt. Dieser umfasst Gesundheit, Immobilien, Versicherungen oder Unternehmensgründung bzw. -begleitung oder psychologische Betreuung. Neue Felder kommen laufend dazu. Kleine Unternehmen Wipplinger begleitet junge Unternehmen im Aufbau und sieht sich dabei sein Gegenüber immer genau an. Dieser umfasst die unabhängige Beratung im Versicherungsbereich, und Betreuung

bei Themen wie Immobilien, Gesundheit und Unternehmensoptimierungen und die psychologische Beratung durch eine Mitarbeiterin. Erstere begleitet er auf ihrem Weg als Unternehmer, die anderen holt er freundlich, aber bestimmt auf den Boden der Tatsachen zurück. Große Unternehmen Etablierte Unternehmen begleitet er diskret auf dem Erfolgsweg, korrigiert, wenn notwendig, die Kommunikation oder kleine Hoppalas, die in großen, international agierenden Firmen schon mal passieren. So oder so, Honorare haben bei Wipplinger keinen hohen Stellenwert. “Was heute nicht kommt, kommt morgen”, erklärt er lapidar und macht dem branchenüblichen Blick aufs Geld eine glaubhafte Absage. KraftWerk by Sicher X und Michael P. Wipplinger e.U. Zeit für Veränderung...Der Name von Michael P. Wipplingers Unternehmen gibt die Eckpunkte vor, welche tagtäglich über Wipplingers Schreibtisch und die seiner vier Mitarbeiter in Wels gehen und die mit Ruhe und Effizienz abgearbeitet werden. Egal, ob Firmen oder Private, Michael P. Wipplinger steht dem Anliegen mitfühlend gegenüber und springt in die Bresche.

Ein Fan von Wels Michael Wipplinger ist überzeugter Wels-Fan. Nicht umsonst hält es ihn jetzt schon so lange hier. Erstens ist die mittelgroße Stadt schon immer ideal für seine berufliche Entwicklung zum Dienstleistungsbetrieb gewesen. Privat schätzt er die Balance zwischen der typischen Welser Haltung: “Jeder kennt jeden”, und der Anonymität, in die man abtauchen kann. Sowohl als auch Gerne ist er bei offiziellen Anlässen dabei und begibt sich unter die Leute, genauso gern klinkt er sich aber auch mal aus. Er kann sich den Unkenrufen mancher Welser nicht anschließen, auch wenn er für Neues immer offen ist. Privatmann Wipplinger Freizeit kommt im Wortschatz von KraftWerk-Chef Wipplinger tatsächlich selten vor. Wenn sich Zeitfenster ergeben, werden sie für Städteurlaube und sogar für Sport genutzt. Da die große und kräftige Statur des Firmenchefs Laufen gesundheitlich nicht so ratsam macht, hat er seine Leidenschaft für das Walken entdeckt und hält sich so fit. Eine Lebensgefährtin und zwei Kinder sowie Enkelkinder versüßen dem Wahl-Oberthaner auch anderweitig die karge freie Zeit.


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Mensch des Monats

Mir ist wichtig, meinen Kunden ein umfassendes Leistungsangebot zu bieten. Michael P. Wipplinger Mensch des Monats

Mehr informationen finden Sie unter mp-wipplinger.at oder unter der Telefonnummer: 07242 932 800

  Fotos: Christian Strassl

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Meinung

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Abschaffung der Arbeit

Genglers Seite von Peter Gengler

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as Regierungsprogramm sieht „eine optimale Nutzung der Möglichkeiten neuer Technologien“ vor und erkennt, dass viele Globalisierungsprobleme nur auf europäischer Ebene gelöst werden können. Wer will, soll „über das gesetzliche Pensionsalter hinaus arbeiten dürfen, ohne Einbußen erfahren zu müssen“. Dieser Satz stellt die Denkweise vieler Österreicher in Frage und regt ein generelles Umdenken über den Sinn des Lebens an.

Man kann vom Staat nicht erwarten, dass er alle Probleme löst. Sein Leben muss schon jeder selbst gestalten. Bei den jüngsten Kollektivvertragsverhandlungen in Deutschland war erstmals das Schlagwort „work life balance“ ein Thema: Flexible Arbeitszeitregelungen zugunsten der Arbeitnehmer als erster Schritt. Die Zufriedenheit mit dem gesamten Arbeitsumfeld wird auch in Österreich wichtiger werden. Investiere in dich selbst! Das, was wir im 20. Jahrhundert „Arbeit“ nannten, wird es im 21. Jahrhundert in dieser Form nicht mehr geben. Nicht nur, dass neue Berufe entstehen und alte verschwinden, der Trend geht auch dahin, sich sein Arbeitsumfeld – soweit möglich – selbst zu gestalten. Solche Erwerbsarbeit wird dann nicht mehr als lästig, sondern als etwas Positives empfunden, und mit dieser persönlichen Einstellung fällt das Geldverdienen auch leichter. „In sich selbst

zu investieren“ ist nachhaltiger und sicherer als Geld in dubiose Finanzprodukte zu stecken. Man kann sich aus mehreren Teilzeitarbeiten eine gesunde und abwechslungsreiche Erwerbstätigkeit zusammensetzen. Einfaches Beispiel: vormittags Post austragen und nachmittags Büroarbeit. Bewegung und Kopfarbeit. Die Menschen brauchen bloß mehr Phantasie, die sich auch in den Arbeits(zeit)gesetzen widerspiegeln sollte! Von der Vorstellung, als Jugendlicher in einen Betrieb einzutreten und dort bis zur Pension immer dasselbe zu machen, haben sich die meisten ohnehin schon gelöst. Spätpension statt Frühpension Wer seine Erwerbstätigkeit so in sein Leben eingebaut hat, dass er Freude daran hat, wird nicht in eine „Frühpension“ flüchten wollen. Wenn man als Aktiver mehr verdient und sich dabei auch noch wohl fühlt, wird man

eher an „Spätpension“ denken. Das Lebensalter wird in der ganzen Pensionsdiskussion völlig überbewertet: Es gibt 30-jährige, die schon von der Pension faseln und 75-jährige, die noch einer regulären Erwerbsarbeit nachgehen. Entscheidend sind Gesundheitszustand und Leistungsfähigkeit, was stark von Bewusstsein und Willen des Einzelnen abhängt. Was heißt „Leistung“? Wenn wir sagen, jemand ist „überlastet“ oder „überfordert“, dann heißt das, dass von ihm mehr verlangt wird, als er leisten kann. Gewöhnlich wird dann eine Verringerung der Anforderungen verlangt. Es gibt aber noch eine zweite Lösung: die eigene Leistungsfähigkeit erhöhen, durch gesunde Lebensweise, Konditionstraining und Vermeidung unnötiger Belastungen.

Impressum

Medieninhaber & Herausgeber: C. Brückl Media, Inh. Christoph Brückl, Hessenstraße 5, 4600 Wels | Tel: (0680) 23 622 16, Mail: redaktion@monatliche.at Geschäftsführung & Chefredaktion: Christoph Brückl | Redaktion: Christoph Brückl, Leo Rumerstorfer, Markus Löffler Grafisches Konzept: Q2 Werbeagentur GmbH, Karl-Loy-Strasse 12, 4600 Wels, qzwei.com | Druck: Landesverlag Druckservice GmbH, Boschstraße 29, 4600 Wels Verlags- & Herstellungsort: Hessenstraße 5, 4600 Wels, | Lektorat: Leo Rumerstorfer | Vertrieb: C. Brückl Media, Inh. Christoph Brückl, UID: ATU66121225 Offenlegung gem. § 25 Mediengesetz ist unter http://www.monatliche.at/impressum/ ständig abrufbar. Gender-Erklärung: Bei der Erstellung der Inhalte wird auf eine geschlechtergerechte bzw. geschlechterneutrale Sprache geachtet. Soweit nur personenbezogene Bezeichnungen in männlicher Form aufgeführt sind, beziehen sie sich auf beide Geschlechter in gleicher Weise.


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Lifestyle

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Welser Schelmenrat

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Ehrgeiziges Programm Ihre geballten Fähigkeiten waren auch notwendig, um in den Jahrzehnten ihres Bestehens das ehrgeizige Programm zu stemmen, das sie sich zum Ziel gesetzt haben. So ging zum Beispiel eine eigens gedruckte Faschingszeitung an jeden Welser Haushalt.

Foto: W+K Photo

Faschingsumzug Der aufwendigste Programmpunkt war wohl der alle zwei Jahre abgehaltene Faschingsumzug in der Innenstadt. Dieses

Vzbgm. Gerhard Kroiß und Bgm. Andreas Rabl

Man braucht eine Gruppe von Idealisten, die das Arbeiten gewohnt ist. Georg Kransteiner

Faschings-Urgestein

Projekt brauchte jedes Mal ein Jahr Vorlaufzeit und mindestens

Foto: W+K Photo

Geschäftsleute mit an Bord Die Namen Blitzschutz Kransteiner, Lederwaren Winklmayr, Juwelier Krabath, Gastronom Kupetzius oder Schuhmacher Wiesbauer dürften fast jedem Welser geläufig sein. Der Vorteil lag klar auf der Hand: Die Geschäftsleute waren gesellschaftlich bestens vernetzt, ihre betriebswirtschaftlichen Fähigkeiten kamen beim Aufbau des Vereins zum Tragen, und schließlich konnten sie als Unternehmer leichter Sponsoren für die WFG finden.

Foto: W+K Photo

ie Welser Faschingsgesellschaft wurde bereits 1965 gegründet. Viele Welser Unternehmer bemühten sich mit vollem Herzen, eine tolle Faschingszeit in der Stadt zu gestalten.

Foto: Christian Strassl

In Wels kann man auf eine lange Faschingstradition zurückblicken. Leider ist diese Anfang der Jahrtausendwende sanft entschlafen. Nun gibt es ein Comeback.

80 Mitarbeiter, um das reibungslose Zusammenspiel von 70-80 Faschingsgruppen aus Österreich zu gewährleisten. Die Polizei verzeichnete zu den Glanzzeiten bis zu 30 000 Besuchern. Das aufgezählte Programm wurde mit einem jährlichen Budget von 200 000 Schilling auf die Beine gestellt, das sich zum Großteil aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Sponsorengeld zusammensetzte. Öffentliche Subventionen gab es genau zweimal: Die Reinigungskosten nach dem Umzug wurden übernommen und einmal 3000 Schilling für die Garde. Der Schlüssel zum Erfolg „Man braucht eine Gruppe von Idealisten, die das Arbeiten gewohnt ist und die sich ohne finanzielles Interesse engagiert. Dadurch kann die Sache wachsen und wird sich finanziell selber tragen”, sagt Georg Kransteiner. Dieser hatte jahrelang viele Ämter in der Faschingsgesellschaft. Nach mehr als 45 Jahre aufgelöst Ende der 1990er Jahre zogen sich immer mehr aktive Mitglieder aus dem Vereinsleben zurück, sodass das gewohnte Niveau nicht

mehr zu halten war. Wiederbelebungsversuche in den 2000er Jahren schlugen fehl. 2012 beschlossen die verbleibenden Mitglieder, den Verein aufzulösen. Der Schelmenrat Fünf Jahre später fand sich jemand, der die an den Nagel gehängte Narrenkappe nahm und den Fasching zurück nach Wels bringen sollte: der bekannte Künstler, Intendant und Kulturmanager Peter Kowatsch. Er scharte junge und alte Faschingsfreunde hinter sein Projekt Schelmenrat und konnte als Beiräte bekannte Namen aus der bewegten Welser Faschingsvergangenheit gewinnen. Walla, Walla “Das Wappentier sollte passend zum Stadtnamen ein Wels sein. Da musste auch ein passender Gruß her. Vom Zweitnamen des Raubfischs Waller leitet sich auch der neue Faschingsgruß “Walla, Walla” ab”, erklärt Peter Kowatsch das Zustandekommen der markigen Grußformel. Gespannt blicken wir auf künftige Jahre, was uns der Schelmenrat noch kredenzen wird.


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