ThunerseeLiebi Winter 2025 Vorschau

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T hunerseeLiebi

NATUR & OUTDOOR

DER WEISSE

GLANZ ÜBER THUN

TIERWELTEN

GEFIEDERT, GETARNT, GEFÄHRDET: DAS ALPENSCHNEEHUHN

Wo Nebel tanzt und Schnee verzaubert

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Wellness Solbadhotel Sigriswil

Highlights

Schneeweiss im Winter: Das Alpenschneehuhn ist ein Meister der Anpassung. Doch Klimaerwärmung und Wintersport bedrohen seinen Lebensraum – ein faszinierender Einblick in Leben, Balz und Gefahren dieser geheimnisvollen Bergbewohner.

Everest, Seven Summits, Extrembedingungen inklusive: Tom Zwahlen lebt Abenteuer, spürt Freiheit und Grenzen. Demut prägt seine Reisen – und am Ende zählt die Heimkehr ins Berner Oberland. Bereit für Geschichten aus Eis, Fels und Wind?

Winterzauber für die ganze Familie: Auf dem «Wiehnachtswäg» in Aeschi wird aus anfänglichem Murren ein Abend voller Abenteuer: Esel, Schafe, Lichter, Glühwein und strahlende Kinderaugen –Weihnachtsstimmung garantiert.

Liebe Leserin, lieber Leser

Wie fühlt sich Kälte eigentlich an? Wenn ich abends bei 3° Grad durchs verschneite Dorf spaziere, am Thunersee entlang, der Atem kleine Wölkchen malt und der Rauch aus den Kaminen steigt, frage ich mich: Ist mir kalt – oder ist nur die Luft kalt? Denn innerlich fühlt es sich erstaunlich warm an. Vielleicht, weil ich weiss: In den Stuben, und hoffentlich auch im Herzen, ist es wohlig warm. Kerzen brennen, die Weihnachtsbeleuchtung flackert.

Ich erinnere mich an meine kälteste Nacht im Himalaya. Auf 6100 Metern überm Meer stellten wir das Zelt. Es schneite. Die Zeltwand flatterte im beissend kalten Wind. Ich hatte kalt. So richtig. Ich versuchte, mir Wärme vorzustellen. Funktionierte mässig, Angst friert mit. Der Thuner Tom Zwahlen, Bergführer und Abenteurer, hat’s extremer und öfters erlebt: minus 65 Grad a m Denali in Alaska! Einer der «Seven Summits» die er bestiegen hat. Nasse Socken am Mount Everest auf 8600 Metern über dem Meer. Er erzählt davon – allein beim Lesen zieht man den Schal enger.

Was wärmt verlässlich? Genau: Etwas Köstliches! Diesmal kochen wir uns nach Hause – in Grossmutters Küche. Vom Suure Mocke bis zu Älplermagronen – Nostalgie auf der Zunge. Erinnern Sie sich an den Duft? Ich hatte Glück, mein Grosi war Köchin. Die Saucen hatte sie im Griff. Bevor sie auf ihre letzte Reise ging, wollte sie noch drei Löffel Gemüsesuppe. Sagen wir es so: Sie wusste, was gut tut. Und draussen? Die Natur scheint im Tiefschlaf zu sein. Wir blicken auf einen u nberührten, verschneiten Hang, im Hintergrund weit unten der Thunersee – und plötzlich ein Alpenschneehuhn, perfekt getarnt. Solche Momente wärmen die Seele. Es wartet auf Sie… das Huhn.

Wir waren unterwegs – mit offenen Augen und viel Neugier und freuen uns, dürfen wir Sie mitnehmen: kalt draussen, warm im Herz. Also: Decke über die Beine, heisse Schokolade griffbereit, den G eschichten-Spuren folgen und die winterliche ThunerseeLiebi erkunden.

W ir wünschen Ihnen viel Vergnügen auf dieser literarischen Winterwanderung!

Maria-Theresia Zwyssig Leitung Redaktion ThunerseeLiebi Weber Verlag AG

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86 6

Einblick

T hunersee

6 Natur & Outdoor: Der weisse Glanz über Thun

14 T ierwelten: Gefiedert, getarnt, gefährdet: das Alpenschneehuhn

60 S eeliebe: Unter der Oberfläche, Teil 4 –W ir Fischer, sind die Stimme der Fische

70 Natur & Outdoor: Weihnachtsz auber in Aeschi

86 Fotografie rund um den Thunersee:

D er Natur auf der Spur – Wintermomente zum Staunen

94 K raftorte: Kraftplätze in der Thuner Altstadt

114 A rchitektur: Lago e Pietra – die neue Residenz am See

130 Bauten auf dem Thun-Panorama und in heutiger Zeit

Persönlichkeiten

24 N iklaus Götti: Von Stadtgrün Thun in die Backstube

32 Tom Zwahlen: Aufstieg und Heimkehr –G eschichten eines Bergsteigers

G enuss & Heilen

40 Food-Report: Schlemmen wie zu Grossmutters Zeiten

46 M it Liebe produziert: Von der Dorfmetzgerei

z um vielseitigen Genussbetrieb

54 G eniessen ab Hof: Zwischen See und Bergen, Natürlichkeit, die man schmeckt

78 Naturheilkunde: Die Heilkraft der Harze

Kunst & Handwerk

100 D rechslerei Bruni AG: Holz in seinem Element

108 C hrige Lanz: Mit Leiden schaft und Humor geformt

122 Basteln: Blumenring

124 Basteln: Die zauberhafte Welt der Poesiebilder

126 Basteln: Lebkuchen mit Poesiebildern verziert

128 Basteln: Tannenbaum an hänger und hübsche Schachteln

L iteratur

120 L esen macht glücklich! Buchtipps von Lucie Schmid

136 Bä rndütsch: Klassefoto

141 Kreuzworträtsel

142 Gute Adressen

144 Veranstaltungen

146 Ausblick & Impressum

P ublireportage

58 D eltapark: Elegant. Erholsam. Exklusiv.

Die Wahrzeichen der Stadt Thun leuchten schon von Weitem.

Der weisse Glanz über Thun

Vergangenen Jahres, Mitte November, meldeten die Meteorologen für den 21. Schnee bis in die Niederungen und je nach Region 20 bis 30 Zentimeter. Der Tag kam frostig, nachdem wir die letzten herrlichen Herbsttage mit wunderschönen Farbbildern, die man in sich trägt, noch geniessen konnten.

Der weisse Glanz zog ab dem Mittag über Thun und übers ganze Land. Wie Bucheli und Co. angekündigt hatten, schneite es nonstop. Herrlich diese Stimmung! Eine Woche zuvor hatte ich mich noch mit der sternenklaren Vollmondnacht beschäftigt. In keinem Lehrbuch steht, wann der beste Moment ist, um die Stimmung bildlich einzufangen – diesen muss man selbst herausfinden. Wichtig ist, d ass man in der Hoffnung auf Erfolg losgeht.

Das lange Warten zahlt sich früher oder später immer aus, egal wie das Wetter war. Die Pixelpirsch hatte ich nach Feierabend geplant. Aber diesmal brachte mich niemand aus dem Haus. Ein richtiges Chaos herrschte am Himmel aber auch auf den Strassen. Ich informierte mich noch einmal in der Wetter-App. Diese zeigte mir, dass ich noch nicht Feierabend ha-

ben würde, denn ab 21.00 Uhr versprach Bucheli eine Wetterbesserung. Als es so weit war, startete ich meine Fotoreise am Bahnhof und suchte nach den schönsten verschneiten Sujets in der Stadt Thun. In warmen Kleidern, mit einem wasserdichten Rucksack und einem Regenschirm kämpfte ich mich durch die verschneiten Gassen. Erstes Ziel: der Göttibachsteg. Der Schneefall ging in Regen über. In der gedeckten Scherzligschleuse bereitete ich mich auf das nächtliche Abenteuer vor. Regenjacke und Schirm waren Pflicht. Beim Stativ wurden die drei Stützen ausgefahren und die Kamera montiert. Nun war ich so weit, ein paar Meter trennten mich zum Göttibachsteg, ich stand auf der Schleusenseite, da von dieser Stelle aus die Freienhofgasse, der Aarequai bis zum Göttibachsteg und im Hintergrund die Stadtkirche durch das Licht aus den Wohnungen der Wohnhäuser gut beleuchtet sind.

Lesen Sie den komp letten Artikelim Heft!
Text und Bilder: Rolf Eicher

Nach was die beiden Tiere wohl Ausschau halten?

Gefiedert,

getarnt, gefährdet: das Alpenschneehuhn

Text: Laura Spielmann P Bilder: Fritz Bieri, zvg

Die Männchen erkennt man an dem roten Strich über dem Auge.

Rechts: Hoch oben auf den Bergen, dort leben die Alpenschneehühner.

In der letzten Winterausgabe stand der Schneehase im Rampenlicht, in dieser steht das Alpenschneehuhn im Fokus. Kein Zufall: Sie teilen sich nicht nur den Lebensraum, sondern auch zwei weitere Besonderheiten, nämlich den Fellwechsel zu schneeweissem Fell und den Status als Eiszeitrelikt. Schneehühner sind ausgeprägte Kältespezialisten, die sich bereits seit der letzten Eiszeit in ganz Europa verbreitet haben. Doch auch ihnen macht die Klimaerwärmung zu schaffen –und was einst ein Überlebensvorteil war, wird nun zur Herausforderung.

Das plumpe, taubengrosse Alpenschneehuhn ist – wie der Name schon sagt –i n unseren Alpen zu Hause und als Eiszeitrelikt von anderen seiner Art – denjenigen in Nordeuropa und Sibirien – abgegrenzt. Lagopus muta, so sein lateinischer Name, kommt im gesamten Alpenraum vor: im Süden bis zu den Ligurischen Alpen, im Norden bis nach Bayern und im Osten bis in die Steiermark.

Perfekte Anpassung

Dass Schnee isoliert, haben nicht nur die Inuit erkannt. Auch die 34 bis 36 Zentimeter grossen Tiere nutzen dieses System. In Winternächten, bei ungünstigem Wetter und starker Kälte ziehen sie sich

i n selbst gegrabene Schneehöhlen bzw. -kammern zurück. Diese befinden sich in 25 bis 28 Zentimetern Tiefe und sind einen halben Meter lang. Neben der Energiesparfunktion dienen sie auch dazu, F ressfeinden zu entgehen.

Das Tier ergreift auch weitere Massnahmen, um keine Energie zu verschwenden: unnötige Flüge vermeiden, nur schrittweise mausern und innerhalb k urzer Zeit eine grosse Menge Nahrung fressen, gefolgt von einer Ruhepause in den Höhlen. Störungen, die vom Menschen verursacht werden, führen jedoch zu einem erheblichen Energieverlust, mit dem die Tiere nur schwer zurechtkommen.

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Heft!

Mit ruhiger Hand legt Niklaus Götti die Stränge für den Zopf in der Backstube aus.

Von Stadtgrün Thun in die Backstube

Text: Thomas Bornhauser P Bilder: Aline Veugel, zvg

Margrith Graf und Heinz Schibli aus Wattenwil –wir haben viele Jahre in der gleichen Firma gearbeitet –laden mich zum «Rentner-Zmittag» ein. Heinz kocht hervorragend, zum Dessert gibt es speziell Gutes. Von Nachbar Niklaus Götti hergestellt. Mit diesem Intermezzo beginnen wir unsere Reportage. Im Interview wollen wir mehr über den ehemaligen Thuner Stadtgärtner wissen.

Tom Zwahlen – Bergführer, Rettungsspezialist und Abenteurer – lebt ein Leben zwischen Himmel und Erde. Hier auf dem Mönch 4110m Südgrat.

Aufstieg und Heimkehr: Geschichten eines Bergsteigers

Text: Maria-Theresia Zwyssig P Bilder: zvg

Mount Everest, Seven Summits, 30 Jahre Bergfalke: Tom Zwahlen lebt als Bergführer, Rettungsspezialist und Pionier der Alpen, ein Leben voller Abenteuer. Vom Gipfel zurück in Thun wurde er damals zum «Sportler des Jahres» gekürt – ein Jubiläum, das nach Geschichten aus Eis, Wind und Leidenschaft ruft.

Ein Thuner auf dem Everest 8848 Meter über dem Meer, die Luft dünn, der Blick endlos: Hier oben, wo die Welt ein Dach hat, stand Tom Zwahlen. Geboren in Thun, lebt er heute in Weissenburg im Simmental, doch eigentlich ist er überall dort zu Hause, wo das Abenteuer wartet – im Fels, auf dem Wasser oder hoch über den Tälern. Tom kennt die Freiheit in all ihren Dimensionen. Schon als Kind

entdeckte er seine Leidenschaft für die Berge. Sein Vater arbeitete bei der PTT, im Kreistelefon Direktion Thun, und betreute ein riesiges Gebiet von Gs taad über Kandersteg bis zum Jungfraujoch. Er half mit, den Ostgrat aufzubauen. Durch ihn lernte Tom früh das Lauterbrunnental kennen – heute ist er dort aktives Mitglied des Bergführervereins. Der gelernte Elektromonteur begann mit zwanzig Jahren die Ausbildung zum Bergführer, «eigentlich v iel zu jung – plötzlich hast du Gäste, Familienväter, und trägst die Verantwortung.

Menschlich war ich noch nicht reif dafür». Heute ist er Rettungsspezialist und Inhaber der Alpinschule Bergfalke. Tom ist der achte Schweizer, der d ie Seven Summits bestiegen hat – den höchsten Gipfel jedes Kontinents. 2003 stand er auf dem Sagarmatha, der «Göttin der Erde», wie die Sherpas den Mount Everest nennen.

Tom Zwahlen ist ein Mann, der die Extreme sucht – und liebt. Einer, der weiss, wie sich die Tiefe anfühlt, und wie es ist, dem Himmel ganz nah zu sein.

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Schlemmen wie zu Grossmutters Zeiten

Text: Sonja Berger, Alain Diezig, Simone Herren, Samuel Krähenbühl, Laura Spielmann, Annette Weber-Hadorn

B ilder: Autoren und Autorinnen, Antonio Husar

Auf diesen Seiten bereisen wir mit Ihnen nicht entfernte Regionen der Erde, um ihre kulinarischen Besonderheiten kennenzulernen, sondern erkunden die Schätze vor unserer Haustür. Wir wollen sehen, ob’s hier tatsächlich am schönsten ist!

Pastetli, Älplermagronen, Suure Mocke: Das sind Gerichte, die man kaum auf Instagram um die Ohren gehauen bekommt; Gerichte, die dafür seit vielen Jahrzehnten Freude machen und praktisch ins kollektive Schweizer Unterbewusstsein eingegangen sind. Grossmutters Küche also, in der wir uns behaglich niederlassen können.

V iele dieser Gerichte sind altehrwürdige Klassiker vom Land, deren Ursprung in der Geschichte schon vergessen ist. Es ist, als ob sie immer schon da waren: einfache, aber sehr schmackhafte Speisen, oft Eintöpfe, mit Rahm, Käse, Kartoffeln, Teigwaren

oder Wein. Die Älplermagronen sind vielleicht das herausragendste Beispiel für diese Kategorie.

Zum anderen sprechen wir aber auch von Schweizer Wirtshaus- oder Sonntagsklassikern. Die Zubereitung ist schon etwas aufwendiger, die Fleischstücke etwas exklusiver und statt als Eintopf werden diese Gerichte meist mit Beilage serviert. Dazu gehört etwa Rahmschnitzel mit Nüdeli–kaum ein Landgasthof, der nicht seine eigene Variante davon anbietet.

Diese herzhafte Küche ist nicht im Geringsten verstaubt. Althergebrachte Techniken wie die Fermentation (die uns zum Beispiel den Suurchabis schenkt) w urden in den letzten Jahren von Avantgarde-Köchen wie René Redzepi für ein modernes Publikum aufbereitet. Nicht zuletzt ist Grossmutters Küche auch eine äusserst lokale Küche; sie verwendet keine Zutaten, die von weither eingeflogen werden müssen oder die schwierig zu bekommen sind.

Es lohnt sich also, sich diesen Winter auf die Suche zu machen nach diesen Klassikern – zum Beispiel in einem der folgenden Restaurants!

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Der Morgen am Fluss: Daniel Wegmüller in Watb ekleidung am Ufer der Zulg, Rute in der Hand – bereit, die verborgene Welt unter der Wasseroberfläche zu entdecken.

Teil 4

Unter der

Oberfläche Wir Fischer, sind die Stimme der Fische

Text: Maria-Theresia Zwyssig P Bilder: Maria-Theresia Zwyssig, zvg

Noch bevor die Sonne über dem Thunersee aufgeht, watet Daniel Wegmüller durchs glasklare Wasser der Zulg. Rute in der Hand, Augen auf die Strömung gerichtet. Beim Fliegenf ischen verschwindet der Alltag, Geduld und Aufmerksamkeit werden belohnt. Jede Reaktion eines Fisches erzählt eine Geschichte. Das feine Gespür für das Wasser – im vierten Teil unserer Serie «Unter der Oberfläche».

Das ehrlichste Hobby, das es gibt: Fliegenfischen Frühmorgens, noch im Dunkeln, treffe ich Daniel Wegmüller und Daniel Ducret. Wir gehen Fliegenfischen – für mich klingt das z unächst nach einem gemütlichen Morgen, doch bald wird klar: Er ist voller Spannung.

Wir parkieren auf einem Schotterplatz oberhalb des rechten Thunerseeufers an der Zulg, die in der Region der Sieben Hengste und des Hogants entspringt. Einzelne kleine Zuflüsse am Sigriswiler Rothorn. Alle münden als Nebenfluss in die Aare. Daniel Wegmüller geht es gemächlich an: Langsam geht er den Weg oberhalb des Bachs entlang. «Bevor ich runtergehe, beobachte ich. Schon durchs Schauen nehme ich vieles wahr.»

S chauen und Laufen bestimmen den Morgen – das eigentliche Fischen ist nur ein kleiner Teil. «Es geht darum, alte Instinkte zu wecken, indem man sich bewusst zurückversetzt.» Daniel zieht die Watbekleidung an, Rute in der Hand, Netz am Rücken. «Zuerst schaue ich, ob ich einen Fisch sehe. Wenn ja, überlege ich, wie ich ihn überlisten kann. Ich mache mir einen Plan. Sehe ich keinen, gehe ich dorthin, wo ich einen erwarte, und passe den Köder der Jahreszeit und dem Wasserstand an.»

Er fischt gerne allein, hat aber nichts gegen Gesellschaft. Als Matrose auf dem Thunersee – im Winter als Schreiner – hat er oft mit Menschen zu tun, d raussen sucht er Ruhe. «Ich verliere mich in meinen Gedanken, im Tun. Morgens teile ich meiner Familie meinen Standort mit, danach wird das Handy unwichtig. Ich werde eins mit der Natur, dem Gewässer.» Nicht die Anzahl der Würfe zählt, sondern Zeit, Geduld und Beobachtung.

«Manchmal sitze ich eine Stunde lang einfach nur da und warte.» Es gibt vieles zu sehen: Schmetterlinge, Insekten, Mäuse, Tiere – mir wird bewusst: A ll dies sieht man nur, wenn man aktiv zuhört und

Oben: Gemeinsam am Wasser: Daniel Ducret und Daniel Wegmüller knien an der Zulg, die Rute ausgeworfen, Augen auf die Strömung gerichtet – Geduld und Aufmerksamkeit sind hier gefragt.

Unten: Daniel Ducret schnürt die wasserdichten Schuhe, bevor es ins Wasser geht.

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Ein beleuchtetes Haus, glitzernde Tannen und der verschneite Niesen im Hintergrund – in dieser winterlichen Märchenstimmung möchte man am liebsten sofort loslaufen.

Weihnachtszauber in Aeschi

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Text: Miriam Spychiger P Bilder: Rolf Eicher

Harz verschliesst Baumwunden und schützt den Baum so vor Schädlingen und Bakterien.

Die Heilkraft der Harze

Die heiligen drei Könige bringen Gold, Weihrauch und Myrrhe. Mit den wertvollen Baumharzen wird seit jeher geräuchert, um eine sakrale Stimmung zu erzeugen. Auch die Harze unserer Nadelbäume sind gute Räucherstoffe. Als Arzneimittel lindern sie Schmerzen, Erkrankungen der Atemwege und unterstützen die Wundheilung.

Auf den Waldweiden im Jura grasen Pferde und Kühe zwischen freistehenden Fichten, Tannen und Ahornbäumen. Es ist eine struktur- und artenreiche Kulturlandschaft, die seit dem Mittelalter extensiv b ewirtschaftet und mit viel Aufwand gepflegt wird. Ich setze mich unter eine grosse, alte Fichte. Dieses mächtige Baumwesen vermittelt in seiner scheinbar zeitlosen Präsenz würdevolle Gelassenheit, Freiheit und Beständigkeit. Die Rinde am S tamm ist an mehreren Stellen abgebrochen. Der Spalt zwischen Rinde und freiliegendem Splintholz ist mit eingetrocknetem Harz überzogen, einem natürlichen Wundverschluss, der eindringende Bakterien und Pilze abtötet.

«Harz» nennt man den ausgetrockneten Balsam des Baumes, eine zähflüssig-klebrige Masse, die nördlich der Alpen nur von Nadelbäumen produziert wird. Eine Ausnahme ist die Eibe, sie produziert keinen Balsam. Die schneller wachsenden Laubbäume verschliessen Verletzungen an Stamm und Ästen mit einer Wulstnarbe (Kallus). An «meiner» Fichte ist genug Harz vorhanden, dass ich etwas davon mit einem Holzstöckchen abschaben k ann. Das verbleibende Harz verstreiche ich vorsichtig, damit die verletzte Stelle gut bedeckt bleibt.

Oben: Harzfluss an einer Fichte.

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Text: Yves Scherer P Bilder: Yves Scherer, zvg

Der Natur auf der Spur –Wintermomente zum Staunen

Text: Maria-Theresia Zwyssig P Bilder: Fritz Bieri

Mit wachem Blick und feinem Gespür hält er fest, was andere leicht übersehen: wilde Tiere, stille Landschaften, magisches Licht. Fritz Bieri von Beatenberg zeigt mit seinen Fotos die Schönheit der Natur im Winter rund um den Thunersee – eindrucksvoll, berührend, echt.

Schon als Schulbub war ich sehr gerne in der Natur unterwegs», erzählt Fritz Bieri mit einem leuchten in den Augen. Noch vor Schulbeginn stand er auf, um Füchse, Rehe und Dachse zu beobachten. Der Wunsch, solche Momente zu bewahren, brachte ihn zur Fotografie – eine Leidenschaft, die über 300'000 Aufnahmen hervorgebracht hat. Und jedes Jahr kommen neue hinzu.

Was einst mit Dia begann, entwickelte sich weiter zur digitalen Multivision – heute kombiniert er Bilder, Film und Ton zu packenden Naturerlebnissen. «Ich bin kein Jäger des perfekten Motivs, sondern ein stiller Begleiter der Natur: unterwegs auf Schneeschuhen, mit Rucksack u nd scharfem Blick.» Jährlich legt er in über 600 Stunden rund 1500 Kilometer und bis zu 70000 Höhenmeter zu Fuss zurück.

Das Kitz bewundert das Umwerben eines Steinbockes einer Geiss während der Brunftzeit. Meine Beobachtung: Der Bock, der das Umwerben einer Geiss am besten versteht, kommt bei der Paarung zum Zug.

Die ersten Sonnenstrahlen nach mehrtägigem Schneefall. Nach einer Stunde Sonne kann das Wintermärchen schon vorüber sein.

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Holz in seinem Element

Text: Maximilian Geiger P Bilder: Maximilian Geiger, zvg

In dritter Generation führt Jan Bruni die von seinem Grossvater gegründete Drechslerei Bruni AG in Thun. Produktserien in unverkennbarem Design haben massgeblich zum Erfolg des Familienunternehmens beigetragen, was sich auch in einem Kreis renommierter Kunden zeigt. Doch charakterisiert die Arbeit des kleinen Teams dabei eine tiefe Verbindung zum Holz als Rohstoff der Natur, die gleichermassen ganzheitlicher wie elementarer Art ist.

Vom Anlieferungsplatz aus weiss man zwar, dass man über das Tor die Schwelle in Räume passiert, in denen einem der ältesten Handwerke nachgegangen wird. Doch ist man dennoch überrascht, wenn man die Werkstatträume der Drechslerei Bruni betritt: einen mitten im L erchenfeldquartier befindlichen Mikrokosmos, in dem Edelholz verwandelt wird. Draussen wiederum findet die Annahme der aus Massivholz bestehenden, von Sägereien gelieferten Klotzbretter s tatt, die dann im Betrieb schrittweise in funktionale Gegenstände und kunstvolle Objekte verwandelt werden.

Erle und Waldkirsche werden direkt aus dem Raum Frienisberg bezogen, Tanne und Fichte aus Steffisburg und Frutigen. Kurze Wege seien wichtig, so Jan Bruni, dem die Pflege der schon lange b estehenden Beziehungen zu Holzlieferanten in der Region ein Anliegen ist.

Tradition und Spezialisierung

Seit Anfang 2024 leitet Jan Bruni das Unternehmen, dessen Grundstein sein Grossvater, Hans Bruni, 1955 in Oberstocken (BE) durch eine Drechslerwerkstatt legte. Mehrere Drechslereien gab es allein in Thun in dieser Zeit, wo der Betrieb sich dann als Einzelfirma

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Lago e Pietra: Die neue Residenz am

See

Früher ein in die Jahre gekommenes Haus im Tessiner Stil, heute ein architektonisches Statement. In Hünibach wurde die ehemalige Liegenschaft Ticinella an besonderer Lage durch einen präzise geplanten Neubau ersetzt. Dieser zelebriert den Blick auf die Alpen ebenso wie die Liebe zum Handwerk und zur Materialität.

Heft!

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Text: Laura Spielmann P Bilder: Markus Beyeler

Ausblick

auf die ThunerseeLiebi 1/2026, erscheint Anfang März 2026

Nächster Halt: Mittelmeer!

Der Winter ist passé – jetzt kommt Sonne auf den Teller! In der nächsten Ausgabe gönnen w ir uns eine Portion Süden: Ciao Wintergrau und Benvenuto Frühling! Mit viel

Mit Biss, Charme und ganzheitlichem Blick

Unser Mund ist ein Mini-Ökosystem mit eigenem BakterienFanclub! Erfahren Sie mehr in der nächsten Ausgabe, warum gutes Zähneputzen allein nicht das ganze Geheimnis gesunder Zähne verrät, wie Ölziehen wirkt – und wieso selbst Paracelsus wusste: An jedem Zahn h ängt ein ganzer Mensch.

Gemüse, frischen Kräutern, Pasta, Fisch und Zitrone wird es leicht in der Mediterranen Küche. Fa bene! Kommen Sie mit auf unsere Genussreise –keine Flugtickets nötig!

Impressum

Herausgeberin und Verlagsleitung: Annette Weber-Hadorn, Weber Verlag AG

Konzept, Realisation: Weber Verlag AG, Gwattstrasse 144, 3645 Gwatt, Tel. 033 336 55 55, Fax 033 336 55 56, www.thunersee-liebi.ch, mail@thunersee-liebi.ch

Projektleitung: Maria-Theresia Zwyssig, m.zwyssig@weberverlag.ch

Inserate: Fabienne Righetti, f.righetti@weberverlag.ch Maria-Theresia Zwyssig, m.zwyssig@weberverlag.ch

Autor:innen: Sonja Berger, Thomas Bornhauser, Elsbeth Boss, Alain Diezig, Rolf Eicher, Andrea Fischbacher, Maximilian Geiger, Luisa Habegger, Simone Herren, Dr. Jon Keller, Samuel Krähenbühl, Yves Scherer, Lucie Schmid, Laura Spielmann, Miriam Spychiger, Anna Wingeier, Maria-Theresia Zwyssig

Titelbild: Höhenmatte, Interlaken Bild von Annette Weber-Hadorn

Fotos: Sonja Berger, Markus Beyeler, Fritz Bieri, Thomas Bornhauser, Alain Diezig, Rolf Eicher, Maximilian Geiger, Luisa Habegger, Simone Herren, Samuel Krähenbühl, Alessandro Moser, Yves Scherer, Laura Spielmann, Aline Veugel, Annette Weber-Hadorn, Daniel Wegmüller, Anna Wingeier, Tom Zwahlen, Maria-Theresia Zwyssig

Layout und Grafik: Nina Ruosch, Aline Veugel, Bettina Ogi

Bildbearbeitung: Adrian Aellig

Lektorat: Laura Spielmann

Korrektorat: Maximilian Geiger

Auflage: 10 000 Exemplare

Erscheinungsweise: 4× jährlich

Verteilung: Abonnenten, Kiosk, Anwohner um den Thunersee, KKK 1&2, VIPs, Geschäfte, Arztpraxen

Abonnementspreise: 1 Jahr mit 4 Ausgaben CHF 48.– (inkl. 2,5 % MwSt.); 2 Jahre mit 8 Ausgaben CHF 89.– (inkl. 2,5 % MwSt.)

ISSN-Nummer: 2296-8504

Nächste Ausgabe: Anfang März 2026

Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten.

Kontakt/Aboservice: Tel. 033 336 55 55, Fax 033 336 55 56 oder abo@weberverlag.ch, www.thunersee-liebi.ch

Weitere Themen: Thunersee-Persönlichkeiten P Naturheilkunde P Mit Liebe produziert P Geniessen ab Hof P Kunst und Handwerk aus der Region P G eschichte

Projekt «Weiler»

für Wohnen • Arbeiten • Ausbilden • Begegnen www.stiftung-uetendorfberg.ch

BENEFIZ-ANLÄSSE

Mit dem Projekt «Weiler» soll den heutigen Anforderungen in verschiedenen Wohn- und Arbeitsbereichen entsprochen werden. Weiter wird der Uetendorfberg mit Bergladen, Dorfplatz, Kleintierzoo und einem neuen Mehrzwecksaal als Begegnungsort für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung weiterentwickelt.

Die Künstler verzichten auf eine Gage – gemeinsam mehr bewegen!

Donnerstag, 15. Januar 2026, 20 Uhr

Evelyn & Kristina Brunner

mit dem Programm «Mäander»

Donnerstag, 26. Februar 2026, 20 Uhr

Gerhard Tschan

Ein Stelldichein von bekannten und neuen Figuren KRETHI + PLETHI

Donnerstag, 30. April 2026, 20 Uhr

Der Überraschungsgast

Preisträger:in des «Salzburger Stiers»

(Das Geheimnis wird am 1. Februar gelüftet …)

Eintritt : Fr. 40.– | Vorverkauf : www.eventfrog.ch oder direkt über den QR-Code Shuttlebus: ab Bahnhof Uetendorf um 17.45 Uhr (für das Nachtessen) sowie um 19.45 Uhr. Rückfahrt nach der Vorstellung zum Bahnhof.

Nachtessen: Fr. 28.–, ab 18 Uhr. Reservation unter Tel. 033 346 03 01

Kontakt: info@stiftung-uetendorfberg.ch oder Tel. 033 346 03 03

Kollektion Colour & Style by Frieden

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