Fast von der Zeugung bis zum Tod fliesst das Blut.
Demenz
Der langsame Weg zurück in die Vergangenheit.
Blut
Unser Lebenssaft
Bluthochdruck
Ein Krankheitsbild, viele verschiedene Ursachen.
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Wenn du in der Natur deine Akkus lädst.
Komplementärmedizin ist Teil unserer DNA.
Blut – die Vielfalt des Lebens
Liebe Leserin, lieber Leser
Diese Ausgabe ist dem Schwerpunktthema Blut gewidmet. Beim Erarbeiten haben wir gemerkt, wie unglaublich vielseitig dieses Thema ist. Während wir bei gewissen Schwerpunktthemen manchmal etwas aufpassen müssen, dass die Beiträge nicht nur in eine Richtung gehen, zeichnete sich hier ein unglaublicher Kosmos ab.
Denn Blut erfüllt wirklich unvorstellbar viele Funktionen in unserem Körper. Eigentlich ist Blut ja sogar ein Organ, auch wenn wir das vielleicht so nicht wahrnehmen. Ein Organ mit unglaublich vielen Aufgaben von der Ernährung, über das Immunsystem, den Sauerstofftransport bis hin zur Wärmeregulierung. Sabine Hurni hat das Kunststück geschafft, in ihrem Überblicksartikel «Lebenselixir Blut» diese Vielfalt übersichtlich abzubilden.
Selbstverständlich kommen Sie aber auch in dieser Ausgabe mit vielen spannenden Beiträgen zu anderen Themen auf Ihre Rechnung. Wussten Sie etwa, was ein kalter Magen ist? Ja, das gibt es tatsächlich. Der Begriff stammt aus der Traditionellen Naturheilkunde. Und er umfasst viel mehr als nur das Thema Ernährung.
Im Fokusthema geht es um eine Krankheit, für die es bis jetzt keine Heilung gibt: Demenz. Wohl die allermeisten Menschen hatten oder haben in ihrem Umfeld einen Menschen mit dieser Diagnose. Nach und nach lassen die Betroffenen die Gegenwart hinter sich und leben mehr und mehr in der Vergangenheit. Bis früher oder später auch die Erinnerungen verblassen. Doch auch Demente haben Emotionen. Und ein Recht auf eine ihrer Situation angepasste Behandlung und Pflege. Und hier gibt es tatsächlich neue Erkenntnisse, die weiterhelfen können.
Der Spätsommer ist Erntezeit. Wer selbst Gemüse anbaut weiss, dass ab und zu vor lauter Überfluss nicht alles gegessen werden kann. Wir gehen deshalb dem Thema der Lebensmittelkonservierung nach. Und zwar über das Tiefkühlen hinaus. Einlegen, fermentieren, dörren: Alle diese althergebrachten Methoden funktionieren noch heute. Wir wünschen viel Freude beim Ausprobieren!
Samuel Krähenbühl, Chefredaktor
”Stein im Bauch?”
VERDAUUNG benötigt WÄRME
FÜR MEHR GELASSENHEIT. EGAL WELCHE DRAMEN DER TAG MIT SICH BRINGT.
ORIGINAL BACH® -BLÜTENMISCHUNG
GEDANKEN LOSLASSEN, ABSCHALTEN UND EINSCHLAFEN.
in Apotheken, Drogerien, Migros und Coop
SCHWERPUNKT
6 Lebenselixir Blut Ein Überblick über die unglaubliche Vielfalt des Blutes.
12 Bluthochdruck –ein unsichtbares Übel Oft spät erkannt, aber durchaus behandelbar.
16 Blut und der Glaube Ein Überblick über die Blutsymbolik in den Religionen.
GESUNDHEIT
36 «Giftnotruf» vor dem Aus Wie kann die wichtige Hotline gerettet werden?
KOLUMNE
42 Sabine Hurni über … Rosinen, der gesunde Snack für Unterwegs.
Inhalt
FOKUSTHEMA
48 Demenz Sie lässt sich nicht heilen. Trotzdem lässt sich etwas machen.
HEILPFLANZEN
60 Der Mutmacher Thymian ist Virenkiller und Lungenheilmittel in einem.
NATUR UND FREIZEIT
66 Jetzt an den nächsten Frühling denken Im Garten sollte man schon den Frühling planen.
70 Einheimische statt invasive Pflanzen Wie Sie Neophyten erkennen können.
BEINE
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3 Editorial / 32 Gesunder Geist / 34 Gesunder Körper / 38 Kurz gefasst / 44 Beratung / 47 Liebesschule / 76 Ihre Seite / 78 neu & gut, hin & weg / 80 Rätsel / 81 Vorschau / 82 Anderswelt
Lebenselixier Blut
Genau wie alle anderen Organe, ist auch das Blut ein ausgeklügeltes System mit lebenswichtigen Funktionen. Für die Atmung, die Verteilung aller Nährstoffe und die Wundheilung ist das Blut von der Zeugung bis zum Tod von allergrösster Wichtigkeit.
Sabine Hurni
Dass unter der Haut alles im Fluss ist, wird uns meist dann so richtig bewusst, wenn wir uns in den Finger schneiden und das Blut aus der frischen Schnittwunde tropft. Sofort drückt man ein Papier drauf und wartet ab, bis der Blutfluss stoppt und kurze Zeit später bildet sich bereits eine dünne Kruste, die sich über die Verletzung legt. Vorausgesetzt man nimmt keine Blutverdünner ein, denn unter dem Einfluss dieser Medikamente ist die Blutgerinnung unterdrückt und der Blutfluss stoppt nur zögerlich.
Rund fünf bis sechs Liter Blut fliessen durch ein feines Netz an Blutgefässen, das ungefähr 96 000 km lang ist und jede einzelne Zelle des Körpers miteinander verbindet. Die rote Flüssigkeit ist ein liquides Organ, das sich aus mehreren Bestandteilen zusammensetzt. Fast 50 Prozent davon ist Blutplasma, das vorwiegend Wasser enthält, 43 Prozent besteht aus roten Blutkörperchen (Erythrozyten), 2 Prozent machen die Blutplättchen (Thrombozyten) aus und 0,07 Prozent des Blutes bilden die weissen Blutkörperchen (Leukozyten). Der Rest sind Salze, Eiweiss, Fett und Zucker.
Warum das Blut rot ist
Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) sind scheibenförmige Gebilde, die sich stark verformen können, um selbst die engsten Blutgefässe der Augen oder Ohren zu erreichen. Sie sind mit einer konzentrierten Hämoglobinlösung gefüllt, einem Protein, das zusammen mit dem Spurenelement Eisen und Sauerstoff leuchtend rot erscheint und dem Blut seine typische Farbe verleiht. Venöses Blut ist dunkler, weil es keine Sauerstoffmoleküle mehr enthält. Pro Minute produziert der Körper im Knochenmark des Brustbeins und
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Rote Blutkörperchen verformen sich, um selbst die engsten Blutgefässe zu erreichen.
des Beckenrandes ungefähr 180 Millionen rote Blutkörperchen. Sobald diese Zellen ausgereift sind, gelangen sie ins Blut, wo sie während 100 bis 120 Tagen dafür sorgen, dass der Sauerstoff aus der Lunge in jede einzelne Zelle des Körpers gelangt.
Unverzichtbar für die Bildung von Blut ist das Spurenelement Eisen, das es der der zentrale Baustein für den roten Farbstoff und Sauerstoffandockstelle Hämoglobin ist. Ohne genügend Eisen kann der Körper nicht genug funktionsfähige rote Blutkörperchen bilden, was zur Folge hat, dass weniger Sauerstoff mit dem Blut zu den Zellen transportiert werden kann. Mit der Zeit kann ein starker Eisenmangel zu einer Blutarmut führen, die sich mit Symptomen wie Müdigkeit, Blässe, Konzentrationsschwäche und Kurzatmigkeit äussert. Ist das Leben eines roten Blutkörperchens zu Ende, wird es in der Milz abgebaut und die einzelnen Bausteine zum grossen Teil wiederverwendet.
Die weissen Blutkörperchen und die Immunabwehr
Auch die weissen Blutkörperchen werden im Knochenmark gebildet und leben je nach Art wenige Stunden bis Jahre. Sie sind doppelt so gross wie die roten Blutkörperchen, besitzen einen Zellkern jedoch kein Hämoglobin und sind wichtig für die Immunabwehr. Das Blut kann mit Hilfe der weissen Blutkörperchen sofort reagieren, wenn Keime oder Krankheitserreger durch den Mund, die Nase, die Nahrung oder durch Verletzungen in den Körper gelangen. Dabei mobilisiert das Abwehrsystem zwei Arten von Schutzmassnahmen: Die Granulozyten und Monozyten nehmen die Erreger in sich auf und verdauen sie, die Lymphozyten bilden spezifische Abwehrzellen, die für eine jahrzehntelange Immunität sorgen.
Weil sich die weissen Blutkörperchen bekämpfen, was ihnen als fremd erscheint, gelang es der Ärzteschaft erst vor etwas mehr als 100 Jahren, Blut von einem Menschen auf einen anderen zu übertragen. Im Jahr 1901 erkannte ein Wiener Arzt, dass nicht jeder Mensch dieselbe Blutbeschaffenheit hat. Im Labortest fand er heraus, dass das Mischen einer Blutprobe mit anderen die roten Blutkörperchen einiger Proben verklumpen liess, anderer hingegen nicht. Seither weiss man, dass die roten Blutkörperchen bestimmen, ob man zur Gruppe A, B, AB oder 0 gehört. In der Schweiz kommt die Blutgruppe A am häufigsten vor, bei der indigenen Bevölkerung von Nord- und Südamerika findet man fast ausschliesslich die Blutgruppe 0 und bei den Bewohnern Zentralasiens ist es die Gruppe B, die überwiegt. Spenderinnen und Spender der Blutgruppe 0 können ihr Blut allen anderen Menschen spenden. A ist als Blutspende kompatibel mit A und AB, B mit B und AB, die Gruppe AB kann nur derselben Blutgruppe spenden.
Viele Menschen mögen es gar nicht, wenn ihnen Blut abgezapft wird.
Blutgerinnung – Glück und Risiko
Die Blutplättchen (Thrombozyten) sind kernlose, scheibenförmige, extrem kleine Gebilde, die 8 bis 10 Tage leben. Sie sorgen dafür, dass kleinste Verletzungen der Gefässe oder der Gefässwände sofort repariert werden. Zum Blutstillen verlieren die Blutplättchen ihre Scheibenform, werden kugelig und bekommen eine stachelige Oberfläche. Um den Körper vor grossem Blutverlust durch kleinere Verletzungen zu schützen, verfügt das Blut über ein Wundverschlusssystem. Als erstes verengen sich die verletzten Blutgefässe, dann heften sich die Blutplättchen an den Rand der Wunde und verschliessen die Blutkapillare innert weniger Minuten. Danach bilden Eiweisse aus dem Blutplasma, sogenannte Gerinnungsfaktoren, das unlösliche Protein Fibrin, das den Plättchenpfropf stabilisiert, die Wunde schützt und die Heilung ermöglicht.
So hilfreich die Eigenschaft des Wundverschlusses ist, wenn das Küchenmesser sein Ziel verfehlt, so gefährlich kann es werden, wenn sich Blutplättchen innerhalb eines Blutgefässes anhäufen. Solange ein Pfropf aus geronnenem Blut mit einer Gefässwand verklebt ist, besteht keine unmittelbare Gefahr für den Menschen, doch sobald sich der Thrombus löst, kann er eine engere Blutbahn verstopfen und dadurch einen Herzinfarkt, eine Lungenembolie oder einen Hirnschlag auslösen.
Weisse Blutkörperchen
Blutplättchen
Die Hauptbestandteile des Blutes sind rote und weisse Blutkörperchen sowie das Blutplasma.
Effiziente Spedition
Das Blut ist das Transportorgan des Körpers. Damit der Mensch leben und atmen kann, benötigt jede Körperzelle Energie. Sie gewinnt diese durch die Umwandlung von Traubenzucker zu Kohlendioxid und Wasser. Mit Hilfe des Blutes werden deshalb Zucker und Sauerstoff zu jeder Muskel- und Gewebezelle in unserem Körper transportiert. Das Blut übergibt die beiden Stoffe an die Zelle und nimmt sogleich die Abfallstoffe aus der Energiegewinnung wieder mit. Das sauerstoffarme, kohlendioxidreiche Blut fliesst dann durch die Venen in die Lunge, wo das CO2 ausgeatmet wird. Genauso geht das Blut auch mit den Nährstoffen vor, die im Darm aus der Nahrung entzogen werden. Das Blut zieht sämtliche Vitalstoffe aus der Darmwand in den Blutkreislauf und transportiert sie zu den Zellen, wo sie als Baustoffe, Zellschutz und Energielieferant benötigt werden. Sind diese Bestandteile abgeladen, nimmt das Blut alles mit, was die Zellen nicht mehr benötigen. Diese Abfallprodukte aus der Stoffwechselaktivität trägt das Blut zur Leber, der Niere und zum Darm, wo sie umgewandelt und ausgeschieden werden.
Sogar Wärme wird über das Blut im Körper verteilt. Die Körpertemperatur des erwachsenen Menschen beträgt ungefähr 37°C. Wird der Körper zu warm, erweitern sich die Blutgefässe, damit überschüssige Wärme abgestrahlt werden kann. Oder aber der Körper produ -
Blutplasma
Rote Blutkörperchen
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Blutplättchen verschliessen Verletzungen schnell, können aber gefährlich werden, wenn sie Gefässe verstopfen. »
ziert Schweiss, um das Blut zu kühlen. Genau wie die Temperatur, muss auch der pH-Wert des Blutes konstant gleich bleiben. Er bewegt sich stehts im neutralen, leicht basischen Bereich von 7,35 und 7,45. Um ihn auf diesem Niveau zu halten, verfügt der Körper über Puffersysteme, die ein Zuviel an Säure sofort neutralisieren oder er leitet die Säure über den Atem oder die Nieren aus dem Körper, damit der Blut-pH-Wert immer neutral bleibt.
Blut kann sprechen! Ja, unser Blut kann viel über unseren Gesundheitszustand aussagen.
Blutbild in der Diagnostik
Infobox: So halten Sie Ihr Blut gesund
1. Ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung
• Eisen: Fleisch, Hülsenfrüchte, Vollkorn, Spinat
• Vitamin B12: Fisch, Fleisch, Eier
• Folsäure: Grünes Gemüse, Vollkornprodukte
• Vitamin C: (verbessert die Eisenaufnahme) Zitrusfrüchte, Peperoni
• Vitamin D: Sonne, fetter Fisch, wenn nötig Supplement
• Viel Wasser trinken: Mindestens 1,5–2 Liter täglich
2. Bewegung und Kreislauf
• Fördert Sauerstofftransport und Blutfluss
• Spazieren, Radfahren und Schwimmen fördern den Sauerstofftransport und den Blutfluss
3. Schädliche Faktoren vermeiden
Bei bestimmten Belastungen, wie zum Beispiel beim Rauchen oder bei der Blutzuckerkrankheit Diabetes, verlieren die feinsten Blutgefässe (Kapillaren) ihre Elastizität, was zur Folge hat, dass die roten Blutkörperchen nicht mehr hindurch kommen. Als Folge verstopfen diese Mikrokapillaren und das durch sie versorgte Gewebe wird nicht mehr ausreichend durchblutet.
4. Ausreichend Schlaf
7–8 Stunden pro Nacht fördern Blutzellregeneration.
5. Blutspenden
Das Spenden von Blut unterstützt andere Menschen und regt die eigene Blutbildung an.
Ein Tropfen Blut reicht aus, um erste Hinweise auf Erkrankungen oder Ungleichgewichte im Körper zu erhalten. Deshalb ist die Blutdiagnostik ein zentrales Werkzeug in der modernen Medizin. Blut verrät viel über den Zustand des Körpers, Infektionen, Stoffwechselprobleme bis hin zu Tumoren. Das kleine Blutbild gehört zu den Standartuntersuchungen bei einem Arztbesuch und gibt Auskunft über die Anzahl roter und weisser Blutkörperchen, über den Hämoglobinwert und die Blutplättchen. Beim grossen Blutbild spiegelt sich der Zustand des Immunsystems, sämtliche Organwerte und vieles mehr. Auf Wunsch kann im Blut auch die Eisen-, Vitamin D3-, B12-, oder viele weitere Nährstoffwerte und Lebensmittelallergien ermittelt werden. Das Blut ist somit nicht nur Lebenssaft, sondern gibt auch viele wichtige Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand des Körpers. •
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Blut liefert entscheidende Hinweise auf Krankheiten und ist ein zentrales Diagnosemittel der Medizin. »
Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel. Bitte lesen Sie die Packungsbeilage.
Hilft bei Venenbeschwerden
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Bluthochdruck –ein unsichtbares Übel
Bluthochdruck hat viele Ursachen und Risikofaktoren. Ganzheitliche Ansätze können gezielt zur Prävention und Behandlung genutzt werden. Dabei wird deutlich, dass eine nachhaltige Senkung des Blutdrucks durch Lebensstiländerungen und individuelle Therapien oft sehr effektiv sind.
Yvonne Rossel
Blut hochdruck, auch Hypertonie genannt, ist nicht auf Anhieb spürbar und entsteht im Laufe des Lebens schleichend. Dieses Krankheitsbild wird häufig bei einer Routinekontrolle beim Arzt aufgedeckt. Den Blutdruck zu erhöhen ist eine Warnung des Körpers. Das ganze System gerät aus den Fugen, die Blutgefässe können sich nicht mehr entspannen und die Niere kann nicht mehr angepasst reagieren. Doch wie wird der Blutdruck eigentlich reguliert? Die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) steuert mit dem Hormon Adiuretin die Wasserregulation der Niere. Adiuretin verhilft der Niere mittels einer weiteren Abfolge verschiedener Hormone das Wasser zurückzuhalten oder auszuscheiden. Zudem spielen einige Rezeptoren eine Rolle, die dem Hypothalamus im Gehirn Signale senden, um bei zu hohem Druck die Herzfrequenz zu senken und die Gefässe zu erweitern. Der Blutdruck verändert sich und der Kreislauf befindet sich wieder im Gleichgewicht.
Ein Krankheitsbild – viele Ursachen
Die Ursache des Bluthochdrucks kann primärer Natur sein, also durch genetische Veranlagung, Übergewicht, Alkohol- und Tabakkonsum, Bewegungsmangel, Stress oder im Alter vorkommen. Diabetes und Arteriosklerose können ebenfalls eine primäre Hypertonie auslösen. Sekundäre Ursachen sind hormonelle Störungen (z. B. Schilddrüsenüberfunktion, Nierenerkrankungen), Stress, Schlafapnoe und gewisse harntreibende Medikamente. Sogar Schwermetalle wie Blei, Cadmium oder Quecksilber können sich im Körper anreichern und bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von zu hohem Blutdruck beteiligt sein.
Bei ausgeprägtem Bluthochdruck können die Symptome variieren und sind oft nicht eindeutig. Manche Menschen erleben starke Kopfschmerzen, geplatzte Äder-
chen im Auge oder Herzklopfen. Es ist aber auch möglich, dass keine Beschwerden auftreten. Unbehandelt kann ein erhöhter Blutdruck mit der Zeit die Nieren stark belasten und zu einem Schlaganfall oder Herzinfarkt führen. Beim Messen des Blutdrucks werden immer zwei Werte erfasst. Die erste Zahl spiegelt die Kraft, mit der das Herz das Blut in die Hauptschlagader (Aorta) pumpt. Die zweite Zahl misst den Druck in der Arterie. Im Fachjargon spricht man von systolischem und diastolischem Blutdruck. Während der Systole pumpt das Herz Blut in die Aorta und lässt den Druck ansteigen, während der Diastole erschlafft das Herz und der arterielle Druck nimmt ab. Der optimale Wert beträgt 120 mmHg auf 80 mmHg. Leider werden in der Schulmedizin das Alter, das Geschlecht und die Veranlagung nicht berücksichtigt. Der Blutdruck wird häufig mittels synthetischer Wirkstoffe auf das Minimum gesenkt, was allerdings nicht in jedem Fall passend ist für die betroffene Person. Einige Patient*innen würden sich mit einem etwas höherem Blutdruck viel ausgeglichener fühlen und nicht mit Schwindel als Nebenwirkung reagieren.
Salz: Ja oder Nein?
Ein zu hoher Salzkonsum wird immer wieder als Übeltäter für einen erhöhten Blutdruck diskutiert, was dazu führt, dass viele ältere Menschen auf salziges Essen verzichten, weniger Durst verspüren und als Folge dessen viel zu wenig trinken. Salz ist aber nur für diejenigen Leute problematisch, die auch tatsächlich salzsensitiv sind. Das lässt sich feststellen, indem Sie eine Woche lang sehr salzreich essen und dreimal pro Tag den Blutdruck messen. Die Woche drauf essen Sie salzarm und schauen, ob sich der Blutdruck verändert. Ist der Blutdruck in der salzreichen Woche höher, sollten Sie den Salzkonsum reduzieren, indem Sie ein Diätsalz auf Kaliumbasis verwenden, die Speisen mit frischen Kräutern würzen und auf extrem salzreiche Speisen wie Hartkäse, Chips oder Trockenfleisch verzichten.
Die schnelle Lösung zur Senkung des Blutdrucks existiert leider nicht. Stattdessen ist es wichtig, verschiedene Massnahmen zur Veränderung des Lebensstils umzusetzen, um den Blutdruck langfristig zu senken. In der traditionellen europäischen Naturheilkunde wird der Bluthochdruck nie isoliert behandelt. Das Beschwerdebild ist vielmehr ein Hinweis, dass das ganze System der betroffenen Person geprüft und therapiert werden muss. Zuerst wird die jeweilige Konstitution definiert, um zu sehen, ob es sich um einen cholerischen, sanguinischen, phlegmatischen oder melancholischen Menschen handelt. Die Puls-, Zungen- und Irisdiagnose geben Auskunft über den aktuellen Gesundheitszustand.
Die passenden Heilpflanzen und Therapien finden
Der Bluthochdruck wird in der Traditionellen Europäischen Naturheilkunde als Folge von übermässiger Hitze des Blutes, einem Zuviel an Abfallstoffen oder stark ausgeprägter kalter Feuchtigkeit angesehen. Somit werden blutkühlende Heilmittel wie die Pestwurz (Petasites hybridus) oder der Eibisch ( Altheae officinalis) eingesetzt. Ebenso ausleitende Pflanzen wie der Löwenzahn (Taraxacum officinalis) oder bewegende wie der Storchenschnabel (Geranium robertianum). Bei Herz-Kreislauf-Themen spielt die Milz eine grosse Rolle. Die Milz wird angeregt, um den Körper zu entgiften und Stoffwechselendprodukte, die sich im Körper angesammelt haben, auszuscheiden. Typische Milzmittel sind das Walnussblatt ( Juglans regia), die Ringelblume (Calendula officinalis) oder der Erdrauch (Fumaria officinalis). Wenn Hitze und Abfallstoffe dauerhaft abgeleitet werden, kann sich der Blutdruck langfristig auf normale Werte regulieren. Der Mistel (Viscum album) ist die bekannteste Pflanze gegen Bluthochdruck und Schwindel. Diese leicht warme und feuchte Pflanze wird als Teekraut, Tinktur oder als spagyrische Essenz eingesetzt. Die spagyrische Essenz Indische Schlangenwurzel (Rauwolfia serpentina) wirkt regulierend auf Herz und Kreislauf, ist ebenfalls blutdrucksenkend und baut Spannungen im arteriellen System ab. Der Weissdorn (Crateagus laevigata) wirkt zudem kreislauffördernd, durchblutungsfördernd und herzstärkend.
Auch die Stressreduktion spielt eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Bluthochdruck. Yoga, Tai Chi, Lu Jong und weitere Techniken unterstützen das Nervensystem dabei, abzuschalten und zur Ruhe zu kommen. Zudem muss die Lebensführung zwingend überdenkt werden. Der Job sollte ein angemessenes Stressniveau nicht überschreiten, andernfalls sollte über einen möglichen Wechsel nachgedacht werden.
Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel magnesium- und kaliumreichen Gemüsesorten wie zum Beispiel dunkles Blattgemüse, Wurzelgemüse, Fenchel, Stangensellerie sowie Schwarzkümmelsamen
und Haselnüsse. Konsumieren Sie Obst, Nüsse und Hülsenfrüchte. Ideal für den Blutfluss sind Lebensmittel wie Spargel oder Nüsslisalat, Beeren, Kakao und Grüntee. Achten Sie zudem auf genügend Omega3-Fettsäuren mittels Fisch, Algenöl, Hanföl, Wallnussöl oder Leinöl. Diese Öle immer zu einer Mahlzeit einnehmen und keinesfalls erhitzen. Was die sportliche Betätigung betrifft, sind laut einer grossen Studie im «British Journal of Sports» sogenannte «isometrische» Übungen besonders wirksam gegen Bluthochdruck. Bei diesen statischen Kraftübungen wird eine bestimmte Position eingenommen und unter Spannung gehalten. Sie können zum Beispiel eine Sitzstellung an der Wand einnehmen, ohne einen Stuhl zur dazu zu benutzen. Auf diese Weise sind die Muskelgruppen für eine gewisse Zeit ohne sichtbare Bewegung angespannt. Zusammen mit der darauffolgenden Entspannungsphase senken solche Übungen den Blutdruck im Schnitt doppelt so gut wie andere Trainingsformen. Natürlich tragen auch Spaziergänge, Wanderungen, Radfahrten, Krafttraining und hochintensive Intervalltrainings zur Senkung des Blutdrucks bei.
Die Hypertonie zu senken, ist das Ziel jeder schulmedizinischen wie auch naturheilkundlichen Behandlung. Es fragt sich nur wie: Entscheiden Sie sich für eine lebenslange Medikamenten-Einnahme oder möchten Sie Ihren Bluthochdruck lieber nachhaltig
Pestwurz (Petasites hybridus).
durch ein alternatives Konzept senken? Dieser Weg wird bedeutend aufwändiger und unbequemer sein. Doch die Nebeneffekte wie die Gewichtsabnahme, weniger Stress, gesunde Ernährung und mehr Bewegung verhelfen Ihrem Körper weniger andere Beschwerden zu entwickeln. Sie haben die Wahl! •
Pflanzlichen Heilmittel gegen Stress
Es gibt viele Naturheilmittel die nachhaltig helfen, mit Stresssituationen besser umzugehen.
Hier die 4 wichtigsten:
• Taigawurzel (Eleuterococcus senticosus) als Tee, Tinktur oder spagyrische Essenz erhöht die Anpassungsfähigkeit an Stress, nervenstabilisierend.
• Melisse (Melissae officinalis) in Form von Tee, Tinktur oder spagyrischer Essenz wirkt gegen nervöse Herzbeschwerden, psychovegetativ regulierend.
• Die Kapseln der Rosenwurz (Rhodiola Rosea) bauen Stress ab, fördern die Konzentration und verhelfen zu mehr Energie.
• Das Gemmopräparat aus den Knospen der Lindenblüte (Tilia tomentosa) ist ein wichtiges Heilmittel bei stressbedingtem Bluthochdruck.
Zitronen-Knoblauch-Kur
Gegen Bluthochdruck und hohe Cholesterinwerte 5 dl Wasser, 2 Bio-Zitronen (mit Schale), 15 Knoblauchzehen, 1 TL Kurkumapulver, 2 cm grosses Stück Ingwer, 2 Prisen Cayenne-Pfeffer. Alles – ausser die Zitrone – schälen. Dann zerkleinern, mixen, kurz aufkochen, absieben. Im Kühlschrank lagern, 1 Schnapsglas pro Tag für 3 Wochen einnehmen, nach einer Woche Pause wieder weiterfahren. Das Ganze dauert 3–4 Monate und kann 1–2 Mal pro Jahr durchgeführt werden.
Teemischung gegen hohen Blutdruck
20 g Mistel (Viscum album): blutdrucksenkend, kreislaufstabilisierend, durchblutungsregulierend
20 g Weissdorn (Crataegus laevigata): blutdruckregulierend, kreislauffördernd, durchblutungsfördernd, herzstärkend
30 g Taigawurzel (Eleuterococcus senticosus): erhöht Anpassungsfähigkeit an Stress, nervenstabilisierend
10 g Melisse (Melissae officinalis): gegen nervöse Herzbeschwerden, psychovegetativ regulierend
20 g Olivenblatt (Oleae Europea)
Lassen Sie sich diese Mischung in der Drogerie zusammenstellen und trinken Sie täglich drei Tassen davon.
Weissdorn (Crateagus).
Frühe Kulturen sahen im Blut die Lebenskraft, da Blutverlust sichtbar mit Energieverlust einherging. Besonders deutlich wurde dies im alten Ägypten.
Opfer oder Erlösung:
Was Blut in den Religionen bedeutet
Blut ist weit mehr als nur ein Bestandteil des Körpers. Seit Jahrtausenden gilt es als Ur-Symbol für Leben und Tod, Schuld und Reinigung, Sühne und Erlösung. In fast allen Religionen spielt Blut eine zentrale Rolle – sei es als Tabu, als Opfergabe oder als heiliges Zeichen göttlicher Verbundenheit.
Samuel Krähenbühl
Besonders in der jüdisch-christlichen Überlieferung ist Blut tief verankert in den grossen Erzählungen: vom ersten Mord der Menschheit über das Passahfest bis zum Kreuz von Golgatha. Doch auch ausserhalb der biblischen Welt ist Blut ein Medium der Transzendenz. Ein Streifzug durch Kulturen und Religionen zeigt, wie universell – und wie vieldeutig – die Symbolik des Blutes ist.
Lebenssaft und Energiequelle Bereits frühe Kulturen verbanden Blut mit Lebenskraft. Wenn jemand blutete, verlor er sichtbar an Energie – eine Erfahrung, die in der Annahme mündete, dass das Leben selbst im Blut wohne. Besonders eindrücklich zeigt sich das im alten Ägypten. Im ägyptischen Totenbuch findet sich ein Amulett aus rotem Karneol, das als das «Blut der Isis» bezeichnet wird. Es sollte dem Verstorbenen Kraft verleihen, um den Übergang ins Jenseits zu bestehen. Die rote Farbe – Symbol
für Vitalität und Macht – verstärkte diese Wirkung. Blut wurde hier nicht als etwas Schmutziges oder Ekelhaftes verstanden, sondern als etwas Heiliges und Kraftvolles. Auch die Priester jener Zeit trugen rote Insignien bei Ritualen, um die göttliche Lebenskraft zu repräsentieren.
Ein Blick auf Kulturen und Religionen zeigt, wie universell und vieldeutig die Symbolik des Blutes ist.
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Blut ist nicht nur biochemische Realität, sondern ein kollektives Bild für das, was Leben bedeutet.» »
Stimme aus der Tiefe: Die Antike
Auch in der griechischen Antike begegnet uns Blut als Träger von Erinnerung und Identität. In Homers Odyssee lässt Odysseus Blut von geopferten Tieren in eine Grube fliessen, um mit den Toten zu sprechen. Die Seelen der Verstorbenen erhalten erst durch das Blut die Kraft, sich zu zeigen und zu reden.
Es ist, als würde das Blut das Gedächtnis aktivieren – eine Brücke zwischen Lebenden und Verstorbenen schlagen. In der gesamten antiken Welt war das Vergiessen von Blut Teil religiöser Zeremonien – nicht nur, um Götter zu besänftigen, sondern auch, um mit ihnen in Kontakt zu treten. Blutopfer waren Ausdruck von Ehrfurcht, von Hingabe – und auch von Angst.
Das Bluttabu im Alten Testament
Im Judentum ist das Blut nicht nur Leben – es gehört Gott. Schon früh wird im Buch Genesis festgelegt: «Nur das Fleisch mit seinem Leben, seinem Blut, sollt ihr nicht essen.» (1. Mose 9,4). Diese Vorschrift findet sich in verschärfter Form im Buch Levitikus wieder.
Dort wird das Blut als Träger des Lebens bezeichnet – und sein Konsum verboten. Gleichzeitig spielt Blut in den Opferriten eine zentrale Rolle: Es wird auf den Altar gesprengt, an das Heiligtum gestrichen oder vollständig vergossen, um Schuld zu sühnen.
Eine der eindrücklichsten Szenen findet sich in der Geschichte von Kain und Abel. Nachdem Kain seinen Bruder erschlagen hat, spricht Gott: «Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir vom Erdboden.» (1. Mose 4,10). Hier wird Blut zur Stimme der Gerechtigkeit – zur moralischen Instanz, die nicht schweigt.
Rettung durch das Blut des Lammes
Die symbolische Macht des Blutes findet einen Höhepunkt in der Erzählung vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Die zehnte Plage – der Tod der Erstgeborenen – soll die Ägypter treffen, während die Is-
raeliten durch das Blut eines Lammes verschont bleiben. In 2. Mose 12,7 heisst es: «Und sie sollen von dem Blut nehmen und es an die beiden Türpfosten und an den oberen Türbalken streichen.»
Das Blut wird zum Schutzzeichen – sichtbar für Gott, unsichtbar für die Ägypter. Es markiert die Zugehörigkeit zum Volk Gottes, ist Zeichen des Glaubens und der Rettung. Bis heute erinnert das jüdische Pessachfest an dieses Ereignis – mit rituellen Speisen, Symbolen und dem Verzicht auf Blutverzehr.
Christus als Blutopfer
Im Christentum wird das Motiv des Opferbluts auf Jesus übertragen. Sein Tod am Kreuz ist nicht einfach das tragische Ende eines Propheten, sondern ein bewusstes Opfer zur Erlösung der Menschheit. Beim letzten Abendmahl sagt Jesus: «Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.» (Lukas 22,20). Im ersten Petrusbrief heisst es: «Ihr seid erlöst […] mit dem kostbaren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes.» (1. Petrus 1,18–19). Die Eucharistie als zentrales Ritual des Christentums greift diese Symbolik auf: Der Wein wird zum Blut, das Leben schenkt. Christen trinken
Im christlichen Glauben spielt das Blut namentlich in der Abendmahlsliturgie eine zentrale Rolle: Christi Blut wurde für die Menschen vergossen.
ihn nicht nur als Erinnerung, sondern als Teilhabe an Christus selbst. Das Blut wird zur Brücke zwischen göttlicher Gnade und menschlicher Schuld – zur Kraftquelle, die den Tod überwindet.
Kunst und Theologie des Mittelalters entwickelten reiche Bildwelten um das Blut: Von Blutquellen in Christusgestalt bis zu Marienbildern, in denen sie mit dem Blut des Sohnes verschmilzt. Mystikerinnen wie Mechthild von Magdeburg oder Hildegard von Bingen beschrieben ekstatische Visionen, in denen das Blut als brennende Liebe Gottes erschien. Noch heute ist das Herz-Jesu-Fest ein Symbol für das durchbohrte, blutende Herz des Erlösers – Ausdruck seiner unendlichen Hingabe.
Auch andere Religionen kennen die tiefe Symbolik des Blutes. In der aztekischen Kultur wurde es geopfert, um den Lauf der Sonne zu sichern. Die Götter hatten einst ihr eigenes Blut vergossen, um die Welt zu erschaffen – nun musste der Mensch mit Menschenblut danken. Diese Vorstellung mag verstörend wirken, aber sie zeigt, wie universell die Idee vom blutigen Opfer als Quelle der Ordnung ist. Im Hindu-
ismus gibt es Blutopfer an Göttinnen wie Kali, die Zerstörung und Erneuerung zugleich verkörpert. Auch im Islam spielt das Blut beim Opferfest (Eid alAdha) eine Rolle. Ein Tier wird geschlachtet zum Gedenken an Abrahams Bereitschaft, seinen Sohn zu opfern. Das Blut des Tieres ist dabei Zeichen des Gehorsams und der spirituellen Reinigung. Auch wenn viele dieser Praktiken heute in symbolischer Form weiterleben, bleibt das Blut ein Element der Verbindung zwischen Menschen und Transzendenz.
Die bleibende Kraft eines Symbols
Blut ist nicht nur biochemische Realität, sondern ein kollektives Bild für das, was Leben bedeutet. Es ist Grenze und Gabe, Tabu und Trost, Sühne und Verheissung. In religiösen Texten schreit es, fliesst es, schützt es, erlöst es. Ob als sichtbares Zeichen an Türpfosten, als unsichtbare Stimme aus dem Erdboden oder als liturgisches Element im Abendmahl – Blut bleibt eine der mächtigsten religiösen Chiffren. In einer Welt, die viele religiöse Bilder hinter sich lässt, wirkt das Blut als Symbol weiter – in Sprache, Kultur, Literatur und Ritual. Es erinnert uns an das, was wir nicht messen, aber spüren können: dass Leben ein Geschenk ist – und Opfer eine Brücke zur Hoffnung. •
Das Lamm Gottes ist ein in der christlichen Kunst häufig anzureffendes Symbol für den Opfertod Jesu Christi.
Ich atme meine Gedanken weg
Craniosacral Therapie für zu Hause. Im Buch «Craniosacral Selbstbehandlung –Entspannung und Gesundheit durch sanfte Berührung» werden zahlreiche Übungen vermittelt, die die Selbstheilung anregen und das autonome Nervensystem harmonisieren sollen. Ich wage den Selbstversuch.
Alina Dubach
Zwei Kleinigkeiten, die mir positiv aufgefallen sind. Da wäre die Widmung: Ich lese sehr gerne die persönlichen Zeilen, die oft wie versteckte Botschaften an Freunde und Familien klingen. «Dieses Buch ist dem Leben, der Liebe und dem Lachen gewidmet», schreibt der Autor, Daniel Agustoni – und lädt zu einem ersten Prioritäten-Check ein. Das zweite, was mich auf einer sehr persönlichen Ebene freut: Für die bessere Lesbarkeit wurde die weibliche Form gewählt. Alle männlichen, binären und nicht-binären Personen seien eingeschlossen – danke Daniel für diesen kleinen Schritt, der doch einiges in Bewegung bringt.
Los geht’s
In (metaphorische) Bewegung bringt mich auch dieses Buch. Nachdem ich meinen Selbstversuch eine ganze Weile vor mich hergeschoben habe, gebe ich mir einen Ruck. Daniel Agustoni nimmt sich ausführlich Zeit, das Thema einzuleiten. Er klärt über ungesunden Stress, den Vagusnerv und natürliche Entspannung auf. Später im Buch sind alle Übungen, die sich auf den Ent-
spannungsnerv auswirken mit einem «V» gekennzeichnet. Äusserst praktisch, da mich der Vagus schon länger interessiert, ich mich aber nicht vertieft damit beschäftigen konnte. Ein, zwei der «V»-Übungen landen somit oben auf der Liste.
Ausführlich beschreibt Agustoni die Selbstbehandlung: Wann und wie sie sich eignet, wie die innere Einstellung mitwirkt, Praxistipps und Zeitfaktor inklusive. In drei Übungsteilen werden Lockerungsübungen und Selbstmassagen, Wahrnehmungs- und Spürübungen und die Harmonisierung des Craniosacral-Systems beschrieben.
Im ersten Moment ist mir der Text etwas zu dicht. Überrumpelt suche ich nach einer «V»-Übung mit weniger Text, einem schnellen Erfolgserlebnis. Widerspricht das nicht der eingangs gewünschten «vertrauensvollen, positiven Erwartung» und dem «Überprüfe deinen Fokus und übernimm bewusst die Navigation»? Okidoki, bewusst navigiere ich zur Seite 61. Hier wartet die «4-6-8 Atmung», die stehend, lie-
gend oder sitzend ausgeführt werden kann. Zwei bis zehn Minuten sind empfohlen, länger geht immer.
Einfach atmen
Die Übung ist denkbar einfach: vier Sekunden einatmen, sechs Sekunden Atem halten, acht Sekunden ausatmen. Den Rhythmus aufrecht halten. Zum Schluss nachspüren. Ich lege mich auf den Teppich im Wohnzimmer. Einatmen, eins, zwei, drei, vier. Halten, eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs – das Bedürfnis auszuatmen ist gross. Aaaausatmen, eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht – pfüüü so viel habe ich dann doch nicht eingeatmet. Also alles etwas ruhiger, sanfter und gleichmässiger versuchen. Während ich zu Beginn krampfhaft die Sekunden zähle, merke ich schnell, dass das Gedankenkarussell fröhlich seine Runden zu drehen beginnt. Die Entspannung bleibt derweil auf höflichem Abstand. Ich habe extra keine Uhr in Sichtweite – irgendwann gewöhnt sich mein Körper (oder mein ruheloser Geist?) an die neue Atemtechnik. Das Zählen verliert das Krampfige und wird ruhiger.
Nach einer Weile stelle ich die Spezialatmung ein und setze mich auf. Ich habe nicht auf die Uhr geschaut, als ich angefangen habe, keine Ahnung, wie lange das war. Zwischen fünf und zehn Minuten? Es ist egal. Ich fühle mich gut. Ein bisschen wacher, nicht gerade tiefenentspannt, aber zufrieden.
Entspannung im Kreuzbein
Ich blättere weiter von «V»-Übung zu «V»-Übung und bleibe bei «Kreuzbein entspannen» hängen. Die Basisübung ist zwar nicht mit einem «V» gekennzeichnet, die optionale Ausführung dafür schon. Weil ich sowieso
immer ein bisschen verklemmt bin im Rücken, beschliesse ich, meinem Kreuzbein mal wieder (oder zum ersten Mal?) etwas Aufmerksamkeit zu schenken. Wieder hinlegen. Die Anleitung ist ausführlich. Kurz gesagt sind es kleine Bewegungen, die – nehme ich zumindest an – so ziemlich alle Menschen, unabhängig ihres Alters oder ihrer Fitness ausführen können.
Nach dem ich etwa eine Viertelstunde der Anleitung gefolgt bin, kommt der letzte Schritt: «Wie nimmst du die örtliche Entspannung im Becken- und Lendenbereich wahr?» Mein erster Gedanke: «Gut». Dann «angenehm». Wie bei der Atemübung stelle ich mir die positive Auswirkung vor, wenn ich das öfters mache. Vor allem ist es die Zeit, die ich in mich selbst investiere, mit mir selbst verbringe, die ich schätze. Ich bin für 20 Minuten oder eine halbe Stunde völlig aus meinem Alltag «abgetaucht» und habe an nichts gedacht ausser mich selbst.
Ein Fazit
Das Buch von Daniel Agustoni «Craniosacral Selbstbehandlung» bietet den grossen Vorteil, dass man sich die Anleitungen nicht auf YouTube sucht, wo schnell eine Stunde nur fürs Finden des perfekten Videos draufgeht. Alles liegt kompakt und gut beschrieben mit Bildern zur Hand. Für die ausführlichen Erklärungen des Craniosacral-Systems empfehle ich eine ruhige halbe Stunde, damit man die Zusammenhänge auch wirklich versteht. Wie bei allen guten Vorsätzen: Das Buch ist vor allem hilfreich, wenn man es liest und anwendet. Ich selbst werde zumindest versuchen, meine beiden Übungen in mein tägliches Leben zu integrieren. Die «Integration in den Alltag» thematisiert Agustoni auf Seite 28. •
Beim Atemtraining übt die Person einen festen Rhythmus: vier Sekunden einatmen, sechs halten, acht ausatmen.
Kalter Magen –Wenn dem Körper Energie fehlt
Als Energiezentrum des Menschen verdaut der Magen Nahrung und emotionale Themen. Ein kalter Magen schwächt somit unser Verdauungsfeuer, belastet die Psyche und führt mit der Zeit zu einem Energiemangel. Wärmende Gewürze und gekochte Nahrung schaffen Abhilfe.
Laura Columberg
Haben Sie sich schon mal naturheilkundlich begleiten lassen? Vielleicht ist Ihnen dabei die Bezeichnung des kalten Magens begegnet. Naturheilkundliche Fachpersonen erfassen den Menschen ganzheitlich und öffnen den Blickwinkel auf im ersten Moment nicht akut erscheinende Themen. So auch auf die Funktionsfähigkeit und den energetischen Zustand des Magens. Dies, weil er als wichtiges Zentrum für die Energiebildung des Menschen zuständig ist und massgeblich der Stabilisierung des inneren Gleichgewichtes dient. Ganz nach dem Spruch: Verdauung gut, alles gut. Ein therapeutischer Ansatz, bei dem der Magen in ein Therapiekonzept miteinbezogen wird – auch wenn sich keine aktuellen Beschwerden in diesem Funktionssystem zeigen –, erweist eine tiefere Wirksamkeit im Laufe der Begleitung. Ziel ist es, die Selbstheilungskräfte des Menschen zu stärken und das innere Gleichgewicht zu fördern.
Der Begriff «kalter Magen» entstammt der Traditionellen Europäischen Naturheilkunde (TEN) und hat seine Wurzeln in der humoralmedizinischen Denkweise, die seit der Antike bis ins frühe 19. Jahrhundert allgemein verbreitet war. Heute wird die Denkweise der Humoralmedizin von Naturheilpraktiker*innen mit der Fachrichtung TEN immer noch gelehrt und therapeutisch genutzt.
Der Magen gilt als Zentrum der Verdauung und als Sitz der «Kochungskraft» – einer inneren angeborenen Wärme – die Nahrung in Energie und in die vier lebenswichtigen Körpersäfte umwandelt. Ist die Verdauungskraft geschwächt, dann wird von einem kalten Magen gesprochen.
«
Der Magen ist als wichtiges Zentrum für die Energiebildung des Menschen zuständig und dient massgeblich der Stabilisierung des inneren Gleichgewichtes. »
Die Säftelehre der Humoralmedizin
Die Humoralmedizin – auch die Viersäftelehre genannt – ist ein antikes medizinisches Denksystem. Es beruht auf der Theorie der vier Körpersäfte, mit Einbezug der Qualitäten (warm/kalt und feucht/trocken), den Elementen (Luft, Wasser, Feuer, Erde) sowie der Temperamentenlehre (Sanguiniker, Phlegmatiker, Choleriker, Melancholiker) und stellt ein komplexes und ganzheitliches Erklärungsmodell von Gesundheit und Krankheit dar. Die beschriebenen vier Körpersäfte werden wie folgt zugeordnet:
• Blut (Sanguis): Verbindung zum Element Luft und dem Herz, Qualität: warm und feucht
• Schleim (Phlegma): Verbindung zum Element Wasser und dem Gehirn, Qualität: kalt und feucht
• Gelbe Galle (Cholera): Verbindung zum Element Feuer und der Leber, Qualität: warm und trocken
• Schwarze Galle (Melancholera): Verbindung zum Element Erde und der Milz, Qualität: kalt und trocken
Die Säftemischung bestimmt Gesundheit oder Krankheit. Zeigt sich ein Ungleichgewicht – ein Zuviel eines Saftes oder Verunreinigungen – entsteht Krankheit. Mithilfe der Säfte und ihren erkennbaren Qualitäten, können Krankheitsbilder eingestuft und ihre Entstehung erklärt werden. Ziel einer humoralmedizinischen Therapie ist es, die Säftemischung zurück in ein Gleichgewicht zu bringen. Aus der humoralen sprachlichen Bezeichnung für Krankheit oder Gesundheit, entstand auch die Bezeichnung des kalten Magens. Kälte steht dabei für ein Defizit an Energie und damit verbundener reduzierter Funktionsfähigkeit.
«
Die Humoralmedizin stellt ein komplexes und ganzheitliches Erklärungsmodell
dar.
« Mehren sich die Empfindungen über einen längeren Zeitraum, oder treten mehrere der Symptome auf, sollte ganzheitlicher Rat beigezogen werden. »
Symptome eines kalten Magens Wie fühlt sich Ihr Magen an? Ist die Hautoberfläche oberhalb des Magens warm oder kalt, wenn Sie Ihre Hand auflegen?
Dieser einfache Test gibt erste Hinweise über die energetische Versorgung des Magens. Fühlt sich der Hautbereich über dem Magen – er liegt im Oberbauch, etwas mehr nach links orientiert – kalt an, kann davon ausgegangen werden, dass die Funktionsfähigkeit aktuell reduziert ist. Sanft warm sollte dieser Körperbereich immer sein, losgelöst davon, wie lange die letzte Nahrungsaufnahme her ist. Des Weiteren kann eine naturheilkundliche Fachperson spezifische Fragen nach der Funktionsfähigkeit stellen und die Verdauungskraft besser erfassen. Hierfür wird nach Ernährungsgewohnheiten, Vorlieben für Lebensmittel und Geschmacksrichtungen, körperlichen Reaktionen nach Speisen, aber auch nach dem Rhythmus der Nahrungsaufnahme und der Menge gefragt. In diesen Gesprächen erhält man auch Antworten wie: «Ich spür meinen Magen nicht.» Oder: «Früher hatte ich immer Magenschmerzen, jetzt ist das vorbei.» Solche und ähnliche Aussagen lassen aufhorchen. Denn meist ist dies ein Hinweis darauf, dass die Magenfunktion erschöpft und bereits so schwach ist, dass nicht einmal mehr Beschwerden auftreten können. Zu den typischen Symptomen eines kalten Magens gehören:
• Appetitlosigkeit: kaum Hunger, Gefühl von Abneigung gegen Nahrung
• Müdigkeit nach dem Essen: deutlicher Energieabfall nach dem Essen, kann sich ausdehnen bis in den Nachmittag hinein
• Kältegefühle: kalte Hände und Füsse, allgemeines Frösteln insbesondere nach dem Essen, kalter Magen, kalter Bauch
• Neigung zu Schleimbildung in der Verdauung: oft verbunden mit Übelkeit und Sodbrennen, Schleimhusten
• Erschöpfung: konstanter Energiemangel mit Schwächegefühl, Kraftverlust
Bei seltenem Auftreten besagter Symptome muss noch nicht direkt von einem kalten Magen ausgegangen werden. Doch mehren sich die Empfindungen über einen längeren Zeitraum, oder treten mehrere der Symptome auf, sollte ganzheitlicher Rat beigezogen werden.
Entstehung – innere und äussere Ursachen
Manchmal wird der kalte Magen bereits in den Konstitutionen eines Menschen erkennbar. Dies bedeutet, er neigt bereist aus genetischer Veranlagung zu einem energetischen Defizit. Mithilfe der Irisdiagnostik lässt sich dies im Auge erkennen. Bei dieser Diagnostik-
methode, wird bei der Beurteilung der Regenbogenhaut auf Abdunkelungen im Zonenbereich des Magens geachtet.
Nebst der konstitutionellen Veranlagung kann die Entstehung eines kalten Magens durch innere und äussere Faktoren verursacht werden:
• Ernährung: Übermässiger Konsum von kalten Speisen und Getränken wie Rohkost, Zitrusfrüchte, Milchprodukte oder Eiswürfel. Sehr schwere und fettige Nahrungsmittel.
• Äussere Kälte: Längere Exposition gegenüber Kälte, insbesondere am Bauch durch dünne oder bauchfreie Kleidung. Aber auch durch den jahreszeitlichen Einfluss von Herbst und Winter.
• Stress und emotionale Belastung: Psychischer Stress, Sorgen oder Ängste können die Verdauungsorgane belasten und zu einer kühlen Verdauung führen.
• Schwäche der Verdauungskraft: Angeborene, konstitutionelle oder altersbedingte Schwäche des Magens.
• Lebensführung: Rhythmusverlust durch Stress oder Schichtarbeit mit unregelmässigen Mahlzeitenaufnahmen oder sehr später Nahrungsaufnahme.
• Einfluss anderer Organe: Die Magenfunktion kann durch Funktionsschwächung anderer Organe wie Milz, Leber, Bauchspeicheldrüse, Darm, Herz oder Nieren geschwächt werden.
Naturheilkundliche Behandlung –Wärme gegen Kälte
Das Ziel von therapeutischen Behandlungen bei einem kalten Magen ist es, Wärme in die Verdauungsfunktionen zu bringen. Hierfür kennt die Naturheilkunde verschiedenste Methoden und Heilpflanzen. So können Bitterstoffpflanzen wie Löwenzahn, Wermut, Enzian, Engelwurz, Schafgarbe oder Tausendgüldenkraut bei Magenschwäche die Verdauungskraft ankurbeln und langanhaltend erwärmend wirken. Bauen Sie zudem wärmende Gewürze wie Kurkuma, Galgant, Bertram, Ingwer, Kümmel, Muskatnuss oder Curry in Ihre tägliche Ernährung ein. Kühle Speisen können durch das Beifügen von wärmenden Gewürzen für den Magen leichter verdaubar gemacht werden – dennoch sollte aber der Konsum von kühlschrankkalten Lebensmitteln möglichst geringgehalten werden. Achten Sie bei einer schwachen Magenfunktion auf leicht verdauliche Speisen wie zum Beispiel gedämpftes Gemüse, Suppen und Früchte-Kompotte.
« Kühle Speisen können durch das Beifügen
von wärmenden Gewürzen für den
Magen leichter verdaubar gemacht
Diese Speisen schenken dem Körper schnell verfügbare Energie ohne viel Verdauungsaufwand und wärmen nachhaltig. Kalte Getränke sollten durch zimmerwarme oder heisse ersetzt werden. Daher empfiehlt sich auch die Anwendung der Bitterstoffpflanzen als Teekräuter in kurmässigen, täglichen Einnahmen. Und denken Sie daran: Die Bitterstoffwirkung beginnt im Mund. Süssen Sie nicht und speicheln Sie bei jedem Schluck die bittere Teemischung gut ein – so verstärken Sie die Wirkkraft.
Alternativ können Sie sich in der Drogerie oder Apotheke eine spagyrische Mischung oder Tinkturentropfen zusammenstellen lassen. Auch gibt es bittere anthroposophische Präparate in Form von Globuli. Lassen Sie sich hierzu von einer Fachperson beraten.
Das tägliche Auflegen einer Bettflasche oder eines Kirschsteinkissens auf den Magen und Bauch ist zudem wohltuend. Die Verdauungsfunktion wird gestärkt und Stress und Anspannung gelindert. Verstärken können Sie die Wirkung mit vorgängigem Einreiben eines entspannenden Öls auf Höhe des Magens. Hierfür eignet sich Lavendel-, Melissen- oder Fenchelöl. Für die Tiefenwirkung legen Sie zwischen Öl und Bettflasche noch eine feuchte Tuchauflage. Zudem gilt: warme Füsse fördern die Bauchwärme. Leiden Sie unter chronisch kalten Füssen, sollte ein tägliches kurzes Fussbad eingebaut werden. Dieses kann abends angewendet zusätzlich die Schlafqualität verbessern.
Die Behandlung des kalten Magens ist komplex und sollte von einer Fachperson aus der Naturheilpraxis begleitet werden. Nebst der direkten Behandlung des Magens, muss auch die Konstitution, Stressreduktion und die Lebensführung miteinbezogen werden, um langfristig Veränderungen erreichen zu können. •
Quellen und Buchtipp
Friedemann Garvelmann / Christian Raimann: Humoralmedizinische Praxis Arbeitsgrundlagen, Bacopa Verlag, 2. erweiterte Auflage 2016, ISBN 978-3-903071-32-2
Laura Columberg Dipl. Naturheilpraktikerin TEN mit eigener Praxis in Brugg AG. Spezialisiert auf Frauen- und Kinderheilkunde. www.praxiscolumberg.ch
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Bergmaltreff auf der Belalp
28.9.2025 bis 2.10.2025
Hast du Lust im goldigen Herbstlicht auf über 2000 m ü. M. eigenhändig deinen eigenen farbigen Berg auf die Bildfläche zu zaubern, inmiten eines wunderbaren Alpenpanoramas auf der Belalp/VS?
Den Grossen Aletschgletscher und das Matterhorn im Blick, darunter das wilde Rhonetal – das ist das inspirierende Panorama, das sich von der Belalp aus bietet. Ein Leckerbissen für alle, die sich malerisch mit der Bergwelt auseinandersetzen wollen. In dieser Umgebung fällt es Anfänger*innen und Fortgeschrittenen leicht, mit Hilfe der professionellen Kursleitung die eigene Malsprache zu entwickeln oder zu vervollkommnen. Bei schlechtem Wetter malen wir in den Räumen des gemütlichen Berghotels Belalp – bei schönem Wetter lassen wir uns in der Natur inspirieren. Wir tauschen
Auf einen Blick
28.9.2025 bis 2.10.2025 (Anmeldefrist bis 22.9.2025)
Start Sonntagnachmittag, ab 15.00 Uhr bis Donnerstagabend 17.00 Uhr
Kurskosten: Fr. 620.00
Unterkunft: Hotel Belalp, www.hotel-belalp.ch Reservation direkt im Hotel vornehmen info@hotel-belalp.ch 027 924 24 22
Kursleitung: Madlen Fähndrich Campiche Berg- und Landschaftsmalerin www.gemalteberge.ch
uns täglich über die Erfahrungen aus und nehmen Wissenswertes aus der Bergmalerei mit nach Hause. «Ich freue mich auf Dich – auf eine gemeinsame erlebnisreiche Herbst-Bergmaltour!»
Bergmalerin aus Leidenschaft: Madlen Fähndrich Campiche.
Wenn
Druck hilft
Osteopathie ist besonders in der Romandie gefragt, aber gesamtschweizerisch auf dem Vormarsch. Ein Blick ins Wallis zeigt, woran das liegt.
Benjamin Haltmeier
In einer Gesellschaft, die immer grösseren Wert auf Individualität legt, sind auch bei Beschwerden und Krankheiten individuelle Ansätze gefragt. Kein Wunder also, punktet das Konzept der Osteopathie hierzulande: Wenn der Magen nicht mitspielt, der Rücken zwickt oder der Schädel dröhnt, konzentrieren sich die Therapeut*innen auf die jeweilige Person samt ihren ganz eigenen Lebensumständen, um dann an den Problemzonen Hand anzulegen. In der Schweiz hat sich die Osteopathie mit ihrem angelsächsischen Ursprung von der Romandie aus über die Deutschschweiz und das Tessin verbreitet, und der Vormarsch geht weiter. So hat der Bundesrat auf Anfrage der Nationalrätin Manuela Weichelt erklärt: «Die Anzahl eingetragener Osteopathinnen und Osteopathen ist von 1171 Ende 2019 auf 1404 Ende 2023 angestiegen. Dies entspricht einer Erhöhung um rund 20 Prozent.»
Schrittweiser Anstieg
Dass die Osteopathie im französischsprachigen Raum stärker vertreten ist als im deutschsprachigen Raum, bestätigt Christophe Treina, Präsident der Walliser
Kantonalen Gesellschaft für Osteopathie. Der Grund für diesen Unterschied liege in der früheren, unterschiedlichen Gesundheitspolitik dieser Sprachräume. « Dies führte zu der Situation, die wir heute kennen. Aber die Eröffnung einer neuen Fachhochschule in Zürich dürfte dieses Ungleichgewicht recht schnell korrigieren.» Treina hält fest, dass sich die Zahl der Osteopath*innen auch im Wallis weiter erhöhe. «Dieser Anstieg erfolgt jedoch schrittweise, und der Kanton ist keineswegs mit einer Sättigungssituation konfrontiert.» Derzeit müssten Patient*innen nicht wochenlang auf einen Termin warten, ebenso kenne er aber keinen Kollegen im Wallis, der nicht genügend Termine in seinem Terminkalender habe: «Die Situation scheint mir recht ausgewogen zu sein.»
Diplom anerkannt?
Als einer der ersten Bereiche der Zusatzmedizin wurde die Osteopathie von Schweizer Gesundheitsbehörden und Versicherungen anerkannt und reglementiert. Ab 2013 brauchte es hierzulande für die Bezeichnung Osteopath*in ein internationales Diplom. Seit Anfang Jahr
Osteopathie leitet sich vom altgriechischen «ostéon» (Knochen) und «páthos» (Leiden) ab.
sind die Hürden nun noch einmal höher geworden: Wer hier praktizieren will, muss in der Schweiz studiert haben oder sein ausländisches Diplom offiziell vom Schweizerischen Roten Kreuz anerkennen lassen. Und wie präsentiert sich die Lage im Wallis? Sektionspräsident Christophe Treina verweist darauf, dass nicht alle Therapeut*innen beim kantonalen Verband registriert seien. Er gehe aber davon aus, dass sich die meisten ausländischen Osteopath*innen dort noch im Prozess der Anerkennung befänden. «Pro Jahr erhalten etwa zehn Personen die Zulassung zur Ausübung ihres Berufs.»
Vielfältige Symptomatik
Die meist sanfte und ganzheitliche Behandlungsweise der Osteopathie lässt sich bei allen Altersgruppen einsetzen. Doch wo liegen die Grenzen dieser Therapieform? Gemäss Treina geht es vor allem darum, die
Beweglichkeit oder Flexibilität verschiedenen Körperstrukturen wiederherzustellen und funktionelle oder schmerzhafte Symptome zu korrigieren. «Da die Symptomatik sehr vielfältig ist, ist es unmöglich, eine vollständige Liste zu erstellen. Doch wenn der Osteopath die Beschwerden nicht beheben kann, muss er in der Lage sein, die Art des Problems zu erkennen und den Patienten an den für die Situation am besten geeigneten Spezialisten zu überweisen.» •
Bewegte Geschichte
Alles begann mit dem amerikanische Arzt Andrew Taylor Still, der im ausgehenden 19. Jahrhundert die Praxis der Osteopathie begründete. Er verstand den Körper als Funktionseinheit, die sich selbst regulieren kann und in der sich mit der Behandlung des Knochengerüstes und des Bewegungsapparats auch Störungen des Organismus beseitigen lassen. Stills ganzheitliche Therapiemethode traf bei den damaligen konventionellen Medizinern auf viel Skepsis, doch der Ansatz verbreitete sich dennoch rasch weiter.
So funktioniert es
Hier hat der Therapeut die Behandlung buchstäblich in der Hand: Bei der Osteopathie kommen vor allem manuelle Techniken zum Einsatz. Mit ihnen werden Diagnosen erstellt (verbunden mit Argumentation und Anamnese) und Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems sowie das viszerale und kraniale System therapiert. Druck, Zug und Drehbewegungen werden eingesetzt, um Schmerzen etwa in Gelenken und im Gewebe zu lindern und um die allgemeine Gesundheit sowie das Wohlbefinden zu fördern. Der meist sanfte und nicht invasive Ansatz soll bei Beschwerden wie Rückenschmerzen, Arthritis und Kopfschmerzen gute Ergebnisse zeigen.
Christophe Treina, Präsident der Walliser Kantonalen Gesellschaft für Osteopathie.
Osteopathie ist für alle Altersgruppen einsetzbar.
Oceanwell maritime Naturkosmetik
so geht Luxus nachhaltig
Wie ein erfrischender Aufenthalt am Meer, ganz weit weg von jedem «ich muss noch» … Die maritime Naturkosmetik Oceanwell bietet echte Wohlfühlmomente bei der täglichen Routine im Bad!
Denn die NATRUE-zertifizierte Meereskosmetik pflegt die Haut mit hochkonzentriertem Extrakt aus nachhaltig kultivierten Meeresalgen und natürlichem Meerwasser.
«Meereswirkstoffe sind ein wahres Wirkstoffwunder für die Haut», erklärt Dr. Inez Linke, Meeresbiologin und Gründerin von Oceanwell. «Sie geben der Haut besonders effektiv Feuchtigkeit, liefern den Zellen Energie, aktivieren den Zellstoffwechsel und fördern Regeneration und Zellerneuerung.» Ob sanfte Alltags-
routine oder luxuriöse Anti-Aging-Pflege, Oceanwell fördert mit natürlichen Inhaltsstoffen ein langfristig gestärktes, gesundes Hautbild.
Meeresschutz inklusive
Ein Teil des Verkaufserlöses aller Oceanwell-Produkte fliesst schon seit 2015 in die Firmeninitiative «Protect the Ocean». Damit unterstützen die Algenforschenden hinter der Marke unter anderem die Bergung von Geisternetzen in der Ostsee – für Mensch und Meer. oceanwell.ch
Berge in der Nacht
Der See ist erloschen, Schwarz schläft das Ried, In Träume flüsternd, Ungeheuer ins Land gedehnt
Drohen die hingestreckten Berge, Sie ruhen nicht.
Sie atmen tief, und sie halten Einer den andern an sich gedrückt.
Tief atmend,
Mit dumpfen Kräften beladen, Unerlöst in verzehrender Leidenschaft.
Hermann Hesse: Berge in der Nacht.
In: Stufen. Ausgewählte Gedichte. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1961.
Endlich wieder mal gut schlafen
Schlaf ist mehr als nur ein Mittel zur Erhaltung und Steigerung der Leistungsfähigkeit, das überwacht, kontrolliert, mit Medikamenten herbeigezwängt und möglichst effizient eingesetzt werden muss. Guter Schlaf ist ein Geschenk der Götter – und Schlafstörungen sind Seelenbotschaften an uns, dass wir im Leben etwas verändern müssen.
Markus Kellenberger
Sc hon wieder habe sie nicht gut geschlafen, sagte mir eine Freundin, die ihre Nächte seit kurzem mit einem sogenannten Schlaftracker überwacht. Das Gerät habe ihr nach dem Aufwachen verraten, dass die Einschlafphase zu lange und die Tiefschlafphase zu kurz gewesen sei. «So, so», meinte ich dazu nur und fragte: «Und wie hast du dich heute morgen gefühlt?» Eigentlich gut, sagte sie, aber das mit dem Schlaf, sei halt so eine Sache, da müsse man schon aufpassen, und deshalb werde sie den Tracker in der Nacht weiterhin tragen. Meine Bekannte reiht sich damit in eine immer grösser werdende Zahl von Menschen ein, die sich selbst nicht mehr traut. Sie verlassen sich nicht
mehr auf ihr Gefühl, sondern auf Apps und KI-gestützte Wundergeräte, die ihnen sagen, ob sie sich genug bewegt, gegessen, getrunken oder eben gut geschlafen haben. Gerade um letzteres, den Schlaf, hat sich ein regelrechter Hype und ein lukrativer Markt entwickelt, der vom schlaffördernden Pyjama bis hin zu pharmazeutischen Produkten und eben auch Schlaftrackern alles Denkbare anbietet.
Schlafstörungen sind Seelenbotschaften
Denn Tatsache ist: Viele Menschen schlafen hin und wieder miserabel, und bei einigen von ihnen ist die Nachtruhe sogar chronisch gestört. Da ist es nur mensch-
◀ Morpheus, der Gott des Schlafes, begegnet im Traum Iris, der Göttin des Regenbogens.
lich, diese Schlafstörungen mit Hilfe unterschiedlichster Mittel so schnell wie möglich wieder loswerden zu wollen. Doch je mehr wir dem «gesunden» Schlaf nachjagen, desto ferner rückt er. Denn: Schlafstörungen sind im Grunde eine gesunde Reaktion darauf, dass im Leben irgend etwas nicht mehr stimmt. Faktoren wie Stress in der Beziehung, am Arbeitsplatz oder überhaupt zu viel des Wollens seien hier nur exemplarisch aufgezählt.
Seit jeher ist der Schlaf ein Spiegel unserer seelischen Verfassung. Was uns am Tag bedrängt, was wir beiseite schieben oder nicht auszusprechen wagen – es kehrt nachts wieder. Träume sind nämlich mehr als nur ein Hirnrauschen. Sie sind Botschaften, manchmal leise und manchmal drastisch, die uns auffordern, innezuhalten und hinzusehen. In diesem Sinne sind Schlaflosigkeit und schlechte Träume keine Feinde, sondern ernstzunehmende Warner. Wer das versteht, kann damit beginnen, nicht nur das Symptom zu bekämpfen, sondern den Weg zur Seelengesundheit zu öffnen. Das kann bedeuten, mit den eigenen Träumen zu arbeiten und sie zu befragen. Es bedeutet aber auch, den eigenen Lebensrhythmus zu hinterfragen und sich verdrängten Schmerzen, Sehnsüchten, Schuldgefühlen oder schwierigen Veränderungswünschen zu stellen.
Den Schlaf zum heiligen Raum machen
Gute Helfer auf diesem nicht einfachen Weg sind Pflanzengeister, die den Schlaf nicht erzwingen, sondern sanft begleiten. Lavendel, Hopfen, Melisse, Baldrian, Passionsblume und Kamille haben in der Volksmedizin eine lange Tradition, und werden von ihr nicht nur als Wirkstofflieferanten verstanden, sondern als Wesenheiten, mit denen man sich verbündet. Wer einen Lavendelsack unter das Kopfkissen legt, kann ihn wie eine schützende Hand wahrnehmen. Und wer sich vor dem Zubettgehen mit einer Tasse Melissentee ans Fenster stellt, der lädt die Ruhe der Nacht ein, mit ihm zu sein. Diese Haltung, das bewusste Hineinspüren und sich mit den Pflanzengeistern zu verbinden, ist es, was die Pflanzenheilkunde spirituell macht. Sie kann helfen, dem Schlaf wieder das zu geben, was er ist: ein heiliger Raum, der uns die Chance zu Erkenntnis und Veränderung schenkt.
Wenn wir beginnen, den Schlaf nicht mehr nur als lästige Notwendigkeit zu sehen, sondern ihn als lehrenden Gefährten annehmen, verändert sich unsere Haltung zu ihm und zum Leben. Dann können wir ihn nicht nur willkommen heissen, wenn er «gut» gelingt, sondern ihn auch dann als Freund respektieren, wenn er sich sträubt, weil er uns auf etwas aufmerksam machen will. Und so können wir eines Nachts vielleicht wieder sagen: ich schaue nicht mehr auf meinen Tracker – sondern ich höre meinem Schlaf wieder zu. •
Aus Baldrianwurzeln lässt sich ein feiner Schlaftee zubereiten
Kraftvolle Helfer für eine ruhige Nacht
Schlaf lässt sich nicht herbeizwängen, schon gar nicht, wenn die Alltagsprobleme noch im Kopf herumschwirren. Die folgende fünf Tipps helfen Ihnen, loszulassen und zur Ruhe zu kommen:
• Die Kraft der Pflanzen: Trinken Sie abends eine Stunde vor dem zu Bett gehen einen Tee aus Melisse, Hopfen, Lavendel oder Baldrian. Alternativ tut es auch das altbewährte Glas mit warmer Milch und Honig oder eine heisse Schokolade.
• Die Kraft der Rituale: Zünden Sie vor dem Schlafengehen eine Kerze an und nehmen Sie sich zehn Minuten Zeit für ein Gebet, eine kleine Meditation oder einfaches, tiefes und ruhiges Ein- und Ausatmen. Das beruhigt Herz und Geist nachhaltiger, als sich direkt nach der Lieblingsserie ins Bett zu legen.
• Die Kraft der Dunkelheit: Vermeiden Sie eine Stunde vor der Nachtruhe helles, grelles Licht. Lassen Sie den Abend statt mit Medienkonsum mit Kerzenlicht ausklingen.
• Die Kraft der Träume: Legen Sie sich ein Notizbuch aufs Nachttischchen und notieren Sie nachts oder am morgen, was sich in den Träumen gezeigt hat.
• Die Kraft des Atmens: Wenn Sie im Bett liegen und das Licht gelöscht haben, atmen Sie vier Sekunden ein und sechs Sekunden aus – zehn Mal. Das ist wie ein Gebet an den Schlaf: leise, friedlich, verbindend – und entspannend.
Buchempfehlung
Rahul Jandial: «Warum wir träumen – Was uns unser Gehirn im Schlaf über unser Leben offenbart», Verlag Rowohlt, 2024
Haben Sie Fragen?
Markus Kellenberger begleitet Menschen auf der Reise ins Innere und beantwortet Ihre Fragen aus den Bereichen Leben, Liebe, Glaube und Spiritualität persönlich und ganzheitlich. m.kellenberger@weberverlag.ch
Wie Anspannung zu
Entspannung führen kann
Ein Ziehen im Nacken, ein verkrampfter Kiefer, verspannte Schultern – psychische Belastung zeigt sich oft in Form von physischer Verspannung. Genau hier setzt die Progressive Muskelrelaxion an. Ihr Ziel ist, durch gezieltes Anspannen und Lockern unserer Muskulatur, eine tiefgreifende Entspannung zu fördern.
Blanca Bürgisser
Angesichts des ständigen Leistungsdrucks in unserer Gesellschaft ist es schwierig, Stress und die damit verbundene Anspannung zu vermeiden. Das Hauptproblem ist jedoch, dass wir die Spannung nicht wieder lösen, sondern beibehalten. Ohne die nötige Lockerung kommt es bei vielen Menschen zu chronischer Verspannung. Und nicht nur das, Stress beeinflusst auch die unbewusst arbeitende Muskulatur wie das Herz und jene der anderen Organe. Diese Muskeln können nicht willentlich gelockert werden, dies geschieht erst durch allgemeine Entspannung. Diese konstante Anspannung aller Muskeln verbraucht viel Energie, die an anderer Stelle im Körper fehlt.
Verspannung tiefgreifend lösen
Die gute Nachricht: Die Verbindung zwischen muskulärer und psychischer Anspannung funktioniert in beide Richtungen. Das heisst, wer seine Muskeln lo -
ckert, baut Stress ab und fühlt sich ruhiger und gelassener. Genau mit diesem Ansatz arbeitet die Progressive Muskelrelaxion.
Bei der Progressiven Muskelrelaxion werden in einer bestimmten Reihenfolge alle Muskelgruppen des Körpers für etwa 5 bis 7 Sekunden angespannt und dann wieder gelockert. Nach einer etwas längeren Phase der Ruhe von rund 30 bis 60 Sekunden, wiederholt sich das Ganze mit der nächsten Muskelgruppe. Um sich die Progressive Muskelrelaxion besser vorstellen zu können, probieren Sie folgendes: Ziehen Sie die Schultern hoch, halten Sie die Spannung für etwa 5 Sekunden, atmen Sie tief aus und lockern Sie dabei die Schultern wieder. Während dem Ausführen der Übungen, ist es wichtig sich auf die unterschiedlichen Empfindungen im eigenen Körper zu konzentrieren. Dies kann helfen, Gedankenkreise zu stoppen und verbessert die Wahrnehmung des eigenen Körpers.
Dadurch ist es möglich, im Alltag Verspannungen früher zu erkennen und mit kurzen Entspannungsübungen entgegenzuwirken.
Immer und überall
Ein grosser Vorteil der Progressiven Muskelrelaxion ist, dass sie jederzeit und ohne spezielle Geräte durchgeführt werden kann.
Zu Beginn empfiehlt es sich die Übungen im Liegen durchzuführen. Dazu lohnt sich eine Audioanleitung, davon gibt es zahlreiche auf YouTube oder auf CD. Für die ersten paar Mal lohnt es sich täglich zur selben Zeit an einem ruhigen Ort zu üben. Dadurch kann sich der Körper auf diese neue Entspannung einstellen. Sobald man die Übungen verinnerlicht hat, kann man diese wunderbar im Stehen oder Liegen machen und ist nicht mehr an einen Ort gebunden.
Wohltat für Körper und Geist
Trotz des einfachen Aufbaus sind die positiven Wirkungen der Progressiven Muskelrelaxion vielfältig. Während dem Üben verlangsamt sich die Atmung und wird gleichmässiger, wodurch das Wohlbefinden
steigt. Es können sich verbessern auch Konzentrationsfähigkeit und Fokus. Durch das Lösen der Verspannung wird die Durchblutung der inneren Organe gestärkt und die Verdauung unterstützt. Es normalisieren sich die Herzfrequenz und der Blutdruck. Zusätzlich können Schmerzen in Rücken und Gelenken gelindert werden.
Die Progressive Muskelrelaxion kann in stressigen Situationen zu mehr Ruhe und Gelassenheit verhelfen. Dadurch können Beschwerden, wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder Nervosität, die von Angst und Anspannung ausgelöst werden, gelindert werden. •
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Wer seine Muskeln
lockert, baut Stress ab und fühlt sich ruhiger und gelassener. »
Buchtipp
Progressive Muskelentspannung –Prof. Dr. Friedrich Hainbuch Gräfe und Unzer Verlag, München 2025 ISBN 978-3-8338-9697-2
Die Progressive Muskelrelaxion kann auch im Sitzen angewendet werden. Wie hier durch Anspannen und Lockern der Füsse und Beine.
Giftnotruf vor dem Aus –das können wir tun
Hat Ihr Kind etwas geschluckt das es nicht sollte und Sie haben Angst vor einer möglichen Vergiftung? In solch einem Fall ist die Notrufnummer 145 von Tox Info Suisse oftmals die erste Anlaufstelle. Doch nicht nur besorgte Eltern nutzen die Hotline, auch viele ärztliche Fachpersonen greifen bei Vergiftungsfällen auf das Wissen von Tox Info Suisse zurück. Nun steht der Giftnotruf aufgrund von Unterfinanzierung kurz vor dem Aus. Wir haben mit Dr. med. Josef Widler, Stiftungspräsident von Tox Info Suisse, über die Situation gesprochen und auch gefragt, was die Bevölkerung machen kann, um den Giftnotruf zu retten.
Interview: Blanca Bürgisser
«natürlich»: Können Sie den Schweizer Giftnotruf (145) kurz vorstellen?
Dr. med. Josef Widler: Tox Info Suisse ist die offizielle Informationsstelle der Schweiz für alle Fragen rund um Vergiftungen. Ärztinnen und Ärzte sowie andere medizinische Fachpersonen gewährleisten über die Notrufnummer 145 während 24 Stunden täglich Auskunft.
Wie viele Anrufe erhalten Sie in etwa pro Jahr?
Letztes Jahr waren es knapp 43 000 Anfragen. Das Anfragenwachstum ist grösser als das Bevölkerungswachstum, was den grossen Bedarf an unserer Dienstleistung zeigt.
Was würde der Wegfall des Giftnotrufs für Folgen haben?
Wir können heute – gerade bei Anrufen von der Bevölkerung – oftmals entwarnen. Gäbe es das Gifttelefon nicht mehr, würden viel mehr Personen die ohnehin schon überfüllten Notfallstationen besuchen. Aber auch da wird man nicht immer helfen können, denn Ärzte und andere medizinische Fachpersonen kontaktieren uns oft in Vergiftungsfragen. Die akuttoxikologische Fachkompetenz in der Schweiz ist bei Tox Info Suisse gebündelt. Wenn wir schliessen würden, müsste der Bund ein neues Gifttelefon aufbauen. Und nicht zuletzt: Wir wären das einzige europäische Land ohne ein solches Zentrum.
Wie konnte es zu dieser fatalen
Unterfinanzierung kommen?
Das Problem ist fast so alt wie unsere Institution: Tox Info Suisse wurde in den 1960er Jahren als private Stiftung gegründet, die Finanzierungsprobleme existieren seit spätestens der 1970er-Jahre. Man hat gehofft, dass das Chemikaliengesetz von 2000 die Wende bringt, welches die Abgeltung des schweizerischen Giftnotrufs dem Bund zuordnet. Leider wurde verpasst die Herkunft der Finanzierung gesetzlich festzuhalten. So war es weiterhin ein jährliches Tauziehen um die Beiträge der öffentlichen und privaten Träger.
« Ohne den Giftnotruf drohen mehr Notfälle und weniger Fachwissen bei Vergiftungen. »
In den letzten zehn Jahren haben die privaten Träger vermehrt ihre Beiträge gekündigt und reduziert. Gleichzeitig sind die Kosten für den Betrieb gestiegen: Einerseits, um den Investitionsstau zu beheben, der durch diverse Sparübungen der letzten 20 Jahre zustande gekommen ist. Andererseits mussten die Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden an arbeitsrechtliche Minimalstandards angepasst werden. Seit drei Jahren weist die Stiftung ein jährliches Defizit von ca. 1 Million Franken aus, das bisher durch finanzielle Reserven gedeckt werden konnte. Diese sind nun aber Ende Jahr aufgebraucht.
Welche Schritte müssen eingeleitet werden, damit der Giftnotruf weiter bestehen kann?
Wir brauchen seitens Bund eine Soforthilfe von 1.1 Mio. Franken, damit wir den Betrieb im Jahr 2026 finanzieren können. Zusätzlich brauchen wir eine Zusage des Bundes bis Ende 2025, dass er die Finanzierung bis 2028 sicherstellt und sich um eine nachhaltige Abgeltung ab 2029 kümmert. Ist dies nicht der Fall, muss der Giftnotruf seinen Betrieb im ersten Trimester 2026 einstellen.
Was kann die Bevölkerung tun, um den Giftnotruf zu unterstützen?
Wir haben eine Petition an Bundesrätin BaumeSchneider lanciert, die sie auffordert, die Finanzierung des Giftnotrufs nachhaltig zu regeln. Wir haben in 3 Wochen bereits 100 000 Unterschriften gesammelt,
sind aber weiterhin froh um jede Stimme. Selbstverständlich sind wir als gemeinnützige Stiftung auch für private und institutionelle Spenden dankbar, gerade in der aktuellen Zeit. •
www.toxinfo.ch
Link zur Petition:
Dr. med. Josef Widler ist seit März 2024 Stiftungsratspräsident von Tox Info Suisse sowie Hausarzt und Kantonsrat (Die Mitte) in Zürich. Er setzt sich in seiner Politik für eine gesunde Zukunft des Kantons Zürich ein. Unteranderem hat er den Notfalldienst (Ärztefon) des Kanton Zürichs reorganisiert. Als Stiftungsratspräsident liegt es ihm am Herzen die Zukunft des nationalen toxikologischen Kompetenzzentrums und des Giftnotrufs 145 langfristig finanziell zu sichern.
Kurz gefasst
BABY
Doch kein 50:50 beim Geschlecht von Babys
Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, ein Mädchen oder einen Jungen zu bekommen, nicht bei exakt 50:50 liegt. Wie wissenschaft.de berichtet, haben Forschende um Siwen Wang von der Harvard University Daten von über 58 000 Müttern analysiert und festgestellt, dass das Alter und die Gene der Mutter die Geschlechterverteilung beeinflussen. So ist es wahrscheinlicher, dass eine Frau, die bereits mehrere Kinder eines Geschlechts hat, erneut ein Kind desselben Geschlechts bekommt – ein «gewichteter Münzwurf» statt einer einfachen 50:50-Chance. Beispielsweise liegt die Wahrscheinlichkeit für einen vierten Jungen nach drei Jungen bei 61 Prozent. Genvarianten auf den Chromosomen 4, 10 und 18 scheinen mitzubestimmen, ob überwiegend Mädchen oder Jungen geboren werden. Diese Erkenntnisse könnten Familienplanung realistischer gestalten und weisen darauf hin, dass neben den Geschlechtschromosomen weitere biologische Faktoren eine Rolle spielen. Weitere Studien sind nötig, um auch väterliche Einflüsse und Umwelteinflüsse besser zu verstehen.
Zum 40-jährigen Jubiläum der Aids-Hilfe Schweiz würdigte BAG-Direktorin Anne Lévy die langjährige Zusammenarbeit im Kampf gegen HIV/Aids. In ihrer Grussbotschaft – veröffentlicht vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) – erinnerte sie an die schwierigen Anfänge der Pandemie, die gesellschaftliche Ausgrenzung Betroffener und den mutigen Einsatz der damaligen Schwulenbewegung. «Erfolgreiche Gesundheitspolitik grenzt niemanden aus», betonte Lévy – ein Grundsatz, der dank des Engagements der AidsHilfe Schweiz heute breite Anerkennung finde. Die enge Kooperation mit dem BAG – etwa bei der «STOP AIDS»-Kampagne – habe wesentlich zur Aufklärung und Entstigmatisierung beigetragen. Lévy würdigte zudem den menschenrechtsbasierten Ansatz in der Sucht- und Präventionsarbeit. Auch heute sei die Aids-Hilfe ein unverzichtbarer Partner im Bereich sexueller Gesundheit. Das gemeinsame Ziel bleibe: keine Neuinfektionen mehr. ska
«
Das Geschlecht eines Kindes ist kein reiner Münzwurf – unsere Gene mischen im Spiel des Lebens kräftig mit. »
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Authentische Fernreise für Körper, Seele und natürliche Heilkunst
Fernreisen bieten die wunderbare Gelegenheit, nicht nur fremde Länder zu entdecken, sondern auch Körper und Seele in Einklang zu bringen. Sri Lanka ist dafür ein besonders authentisches Reiseziel. Die Insel begeistert mit ihrer unberührten Natur, dichten Regenwäldern, endlosen Stränden und einer faszinierenden Kultur, die tief in der Naturheilkunst verwurzelt ist. Ayurveda, die traditionelle Heilkunst Sri Lankas, spielt dabei eine zentrale Rolle. In zahlreichen Ayurveda-Zentren wird mit Heilkräutern gearbeitet, die seit Jahrhunderten für ihre wohltuende Wirkung bekannt sind.
Hier erleben Reisende nicht nur wohltuende Massagen und Anwendungen, sondern tauchen auch in eine ganzheitliche Philosophie ein, die Körper, Geist und Seele verbindet. Das gesunde Essen, meist aus frischen, regionalen Zutaten zubereitet, ergänzt die Heilrituale perfekt und stärkt das Wohlbefinden nachhaltig. Die Kombination aus authentischer Kultur, heilenden Kräutern und bewusster Ernährung macht Sri Lanka zu einem idealen Ort, um dem Alltag zu entfliehen und neue Energie zu tanken. Wer hierher reist, kehrt nicht nur erholt, sondern mit einem tiefen Gefühl der Harmonie zurück.
Wanderreise: Tropisches Inselparadies Sri Lanka Sri Lanka hat weit mehr zu bieten als traumhafte Strände, Tee und Gewürze. Es ist ein tropisches Wunderland mit überwältigender Blütenpracht in üppigen Dschungeln. Eine Insel, auf der Elefanten in Flüssen baden, wo Sie die farbenprächtigen buddhistischen Tempel und die in safrangelbe Gewänder gehüllten buddhistischen Mönche bewundern können, wo die Landschaften abwechslungsreich und die Menschen herzlich sind. Entdecken Sie dieses einzigartige Land auf dieser Wanderreise.
Reisedaten: 7.11. – 22.11.2025 16 Tage ab CHF 6250.–
Zartbitter-Schokolade für den Kopf – und für die Welt
Dunkle Schokolade kann mehr als nur Genuss: Sie kann das Gehirn aktiv unterstützen. Bei schonender Röstung des Kakaos und hohem Kakaoanteil enthält sie Flavonoide – sekundäre Pflanzenstoffe mit antioxidativer Wirkung, die laut Forschung die kognitive Gesundheit unterstützen können.
Bereits 2014 zeigte eine Studie der Columbia University einen Zusammenhang zwischen flavonoidreicher Ernährung und verbesserter Gedächtnisleistung im Hippocampus älterer Erwachsener. Eine weiterführende Metaanalyse eines Forschungsteams von 2021 bestätigt diese Wirkung: Regelmässiger Konsum von Kakao-Flavanoiden geht mit besseren Ergebnissen bei Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Verarbeitungsgeschwindigkeit einher. Kräftige Schokoladensorten können jedoch noch mehr bewirken: fairafric produziert Weltklasse Bio-Schokoladen direkt in Ghana – von der Bohne bis zur Tafel. Das bedeutet 100 % Wertschöpfung im Ursprungsland, über 80 gut bezahlte Arbeitsplätze in der Region und ein spürbar höheres und sicheres Einkommen für Kakaobäuer*innen. Dabei ist fairafric nicht nur fair, sondern auch klimapositiv – das setzt neue Standards im globalen Handel sowie in der ökologischen Herstellung von Schokolade.
Durch schonende Röstung behält der fairafric Kakao extra viel Flavonoide und seinen unverfälschten Geschmack: Die Sorten Pure Dark 80 % und Cocoa Nibs 70 % wurden mit dem renommierten Great Taste Award ausgezeichnet. Sie überzeugen mit kraftvollem Kakao-Aroma, zartschmelzendem Mundgefühl und herber Tiefe – bio, vegan und verpackt in kompostierbarer NatureFlex-Folie statt Aluminium: ein Genussmoment für Körper, Geist und Zukunft.
Erhältlich im claro Onlineshop und rund 100 claro Läden schweizweit
BUCHTIPP
Die 5 Elemente der TCM und die Heilkraft heimischer Kräuter
Das Buch «Die 5 Elemente der TCM und die Heilkraft unserer heimischen Kräuter» verbindet die Traditionelle Chinesische Medizin mit der Wirkung heimischer Kräuter. Es erklärt anschaulich die fünf Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser und zeigt deren Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden. Ein integrierter Selbsttest hilft, das persönliche Element zu bestimmen und das eigene Potenzial zu fördern. Das Werk bietet praktische Tipps zu typgerechter Ernährung, Krafttieren und Kräutern. Zudem enthält es eine Übersicht von Heilpflanzen, die bei verschiedenen Beschwerden unterstützend wirken. Die Autorin bringt über 25 Jahre Erfahrung als Therapeutin und Seminarleiterin mit und vereint in diesem Buch jahrzehntelanges Wissen aus östlicher und westlicher Kräuterkunde. ska
Doreen Hüsser-Wächter, «Die 5 Elemente der TCM und die Heilkraft unserer heimischen Kräuter», Nymphenburger Verlag, München 2025, 224 Seiten, ISBN 978-3-485-01530-4.
GESUNDHEIT
Luftverschmutzung in der EU rückläufig – Deutschland bleibt Sorgenkind
Die Luftverschmutzung in der Europäischen Union ist laut einem Bericht der Welt deutlich zurückgegangen. Eine bekannte, nicht näher beschriebene Grafik belegt diesen positiven Trend und weckt Hoffnung auf eine weitere Verbesserung der Luftqualität in Europa. Besonders erfreulich: Die Schadstoffbelastung aus Energieverbrauch, Landwirtschaft, Verkehr und Heizungen konnte insgesamt reduziert werden. Doch trotz dieser Fortschritte gibt es in Deutschland Anlass zur Sorge. In Wohngebieten zeigt sich ein gegenläufiger Trend mit steigender Belastung, der zusätzliche Gegenmassnahmen erfordert. Die Ursachen dafür bleiben unklar. Schlechte Luftqualität wirkt sich nicht nur negativ auf die menschliche Gesundheit aus – sie fördert Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes und Krebs –, sondern schädigt auch Pflanzen und Ökosysteme. ska
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Vitalpilze für mehr Gesundheit
Vitalpilze gewinnen zunehmend an Bedeutung in der modernen Naturheilkunde, und einer der bemerkenswertesten unter ihnen ist der Auricularia, auch bekannt als Judasohr oder Mu-Err-Pilz. Dieser Pilz, der vor allem in asiatischen Küchen geschätzt wird, bietet zahlreiche gesundheitliche Vorteile, insbesondere durch seine positiven Effekte auf das Blut und das Immunsystem. Ein weiterer bedeutender Vitalpilz ist der Shiitake, der ebenfalls für seine gesundheitsfördernden Eigenschaften bekannt ist. Auricularia ist reich an Nährstoffen, darunter Polysaccharide, Vitamine und Mineralien. Diese Inhaltsstoffe fördern die Bildung roter Blutkörperchen, was für die Sauerstoffversorgung des Körpers unerlässlich ist. Eine verbesserte Blutbildung kann die körperliche Leistungsfähigkeit steigern und das allgemeine Wohlbefinden fördern. Auch Shiitake enthält wertvolle Nährstoffe, die das Immunsystem unterstützen und die Durchblutung anregen.
Die immunstärkenden Eigenschaften beider Pilze sind bemerkenswert. Auricularia enthält Beta-Glucane, die das Immunsystem aktivieren, während Shiitake antientzündliche Verbindungen bietet. Dies ist besonders wichtig in Zeiten von Stress oder Krankheit, wenn das Immunsystem häufig geschwächt ist. Eine regelmässige Einnahme von Auricularia und Shiitake kann somit dazu beitragen, die allgemeine Vitalität zu erhöhen und die Anfälligkeit für Infektionen zu reduzieren. Es ist jedoch entscheidend, ausschliesslich Vitalpilze aus biologischer Kultivierung zu verwenden. Diese gewährleisten, dass die Pilze frei von schädlichen Chemikalien und Pestiziden sind, was die gesundheitlichen Vorteile maximiert. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl Auricularia als auch Shiitake nicht nur schmackhafte Bestandteile vieler Gerichte sind, sondern auch wertvolle Beiträge zur Stärkung des Organismus leisten können.
Mykoplan® Vitalpilze Schweiz AG
E-Mail: info@mykoplan.ch
Telefon: 052 383 29 29 | www.mykoplan.ch
Sabine Hurni über
… Rosinen – der gesunde Snack für Zwischendurch
Mögen Sie Rosinen oder gehören Sie zu jenen Menschen, welche die kleinen Trockenfrüchte minutiös aus dem Müesli und dem Kuchen fischen? Auch wenn Rosinen die Gemüter polarisieren – sie sind für unseren Körper überaus wertvoll und gesund. Ob klein, gross, fleischig oder kernig – bei uns in der Schweiz heissen die kleinen Energielieferanten einfach «Wiibeeri». Es gibt aber verschiedene Sorten von getrockneten Weinbeeren und nicht jede getrocknete Traube ist automatisch eine Rosine. Rosinen sind getrocknete Traubenbeeren, aus der kernreichen, dunklen Weintraube. Sie werden an der Sonne getrocknet und schmecken sehr süss. Sultaninen stammen aus weissen Traubensorten, sind kernlos, weich und aromatisch. Geschwefelt sind sie goldgelb, ungeschwefelt haben sie eine eher dunkelbraune Farbe. Im Gegensatz zu den Rosinen werden die Sultaninen mit Pottasche und Olivenöl besprüht, damit sich die äussere Wachsschicht auflöst und sich dadurch die Trocknungszeit verkürzt. Deshalb sind sie in der Regel günstiger als die Rosinen. Korinthen wiederum sind sehr klein, kernlos und fast violettschwarz in der Farbe. Sie stammen aus kleinen, violetten Traubenbeeren, die vorwiegend aus der Gegend von Korinth (Griechenland) stammen.
Die Traube (Vitis vinifera) stammt ursprünglich aus Eurasien. Heute ist die Weinrebe als kletternder Strauch überall dort anzutreffen, wo das Klima mild ist. Im Mittelmeerraum, in Mitteleuropa, Südwestasien und in Südafrika. Die frischen Weintrauben, die so wunderbar
süss und knackig schmecken, bezeichnet man als Tafeltrauben. Getränke hingegen wie der Traubensaft, der Wein und der Traubenkernextrakt werden aus Keltertrauben gewonnen. Diese Traubensorte wird als Rosine bezeichnet, wenn sie getrocknet ist. Die Weintrauben gehören zu den kalorienreichsten Früchten. Mit 71 kcal pro 100 Gramm überragen sie die Äpfel, Melonen und Erdbeeren bei Weitem. Doch verglichen mit 100 Gramm Kartoffelchips, die 535 kcal enthalten, sind die Trauben immer noch weitaus gesünder. Verarbeitete, also 100 Gramm getrocknete Weintrauben, liefern mit 66 Gramm Zucker 298 kcal. Wer nicht gerade ein ganzes Pack davon isst, kann die süssen, getrockneten Weinbeeren reuelos geniessen. Nicht zuletzt deshalb, weil sie einen niedrigen Glykämischen Index und eine tiefe Glykämische Last aufweisen. Das heisst, dass sie den Blutzuckerspiegel sehr langsam steigen lassen und den Körper langfristig mit Energie versorgen, ohne Heisshunger zu erzeugen. Deshalb haben sich die Rosinen, zusammen mit den Nüssen einen Namen als Studentenfutter gemacht, das in der Schule, beim Sport oder als Wanderproviant vor Unterzuckerung und Heisshunger schützt.
Rosinen enthalten jedoch nicht nur Kalorien, sondern auch viele wertvolle Mineralstoffe, Vitamine, Aminosäuren, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe, welche die kleinen, Früchtchen zum echten Powerfood machen. Die Polyphenole, die dem Wein herzschützende Eigenschaften verleihen, sind auch in den Rosinen enthalten. Zusammen mit reichlich Ballaststoffen, Eisen, Magnesium und Vitamin E. Aus ayurvedischer Sicht sind
Trauben, wie auch Rosinen, befeuchtend, magenstärkend und leicht kühlend. Sie sollen eine positive Wirkung auf die Gesundheit der Augen haben, gelten als Verjüngungsmittel, weil sie den Körper befeuchten und spenden dem Körper Energie. Dieses Loblied gilt allerdings nur für die Rosinen in Bioqualität, da die Weintrauben und somit auch die daraus hergestellten Produkte stark mit Pestiziden belastet sind. Konventionelle Rosinen sind zudem oft mit Schwefel behandelt, was vor allem für Menschen mit Allergien und Asthma problematisch sein kann.
Rosinen geben Feuchtigkeit in den Basmatireis, wenn man die Beeren nach der Hälfte der Kochzeit beigibt. Rosinen können dem Voressen eine orientalische Note verleihen oder dabei helfen, die Menge an weissem Zucker im Kuchen zu reduzieren. Derben Gemüsesorten wie Sellerie oder Bittergemüse geben sie einen süsslichen Ausgleich und das Porridge am Morgen kommt oft ganz ohne Zucker aus, wenn einige Rosinen mitgekocht werden. Gerade weil die Rosinen, wie alle anderen Trockenfrüchte, reichlich Zucker enthalten, sollten Sie sich beim Konsum immer an den frischen Früchten orientieren. Eine Handvoll Traubenbeeren entsprechen einer Portion Obst. Überlegen Sie sich, wie viele Beeren das sind und dosieren Sie die Rosinen auf diese Weise.
All jene, die Trockenobst als zu kalorienreich und deshalb des Teufels betrachten, würde ich jetzt mal so ganz salopp als Korinthenkacker (=Tüpflischeisser auf Hochdeutsch), bezeichnen, die nur einen Aspekt des Ganzen sehen wollen und dies als Wahrheit verkaufen. Den weissen Zucker sollen wir reduzieren, nicht aber die Dörrfrüchte, die uns langanhaltende Energie liefern und dafür sorgen, dass wir nicht entkräftet vor Hunger zu wirklich kalorienreichen Snacks greifen!•
Sabine Hurni arbeitet als Naturheilpraktikerin und Lebensberaterin in Baden, wo sie auch Ayurveda-Kochkurse, Lu Jong- und Meditationskurse anbietet.
Beratung
KEINE ENERGIE – LEERE BATTERIE
Ich bin 72 und fühle mich manchmal schlapp. Ich esse fast kein Fleisch, trinke Milchshakes mit Früchten. Was fehlt in meiner Ernährung? P. S., Weiningen
Eiweisse liefern dem Körper keine Energie. Sie sind zwar gut für den Aufbau der Muskulatur und die Gesunderhaltung der Zellen, doch um reichlich Energie für den Tag zu haben, benötigen Sie etwas mehr Kraftfutter und vollständige Mahlzeiten.
Ich bin sicher, dass der Milchshake Sie schlapp macht. Gemäss der indischen Lehre des langen Lebens, Ayurveda, ist Milch in Kombination mit Früchten so ziemlich das Verhängnisvollste, was Sie dem Verdauungsapparat antun können. Im Vergleich dazu ist das Cordon bleu mit Pommes schon fast leichte Kost! Der Grund ist folgender:
1. Milch kann ein Erwachsener nur verdauen, wenn sie gekocht ist. Weil sie auch gekocht noch sehr schwer ist, unterstützt man den Darm mit Gewürzen. Nur so kann der Körper die wertvollen Inhaltstoffe der Milch auch wirklich aufnehmen. Um diesen Prozess nicht zu stören, trinkt man Milch nie in Kombination mit anderen Lebensmitteln, sondern immer nur allein.
2. Früchte enthalten Säure und werden sehr schnell verdaut. Sie liefern dem Körper reichlich Vitalstoffe. Damit diese gut aufgenommen und verwertet werden, geniesst man im Ayurveda die Früchte zwischen den Mahlzeiten.
3. Die säurehaltige Frucht mit der kalten Milch zusammen gemixt wird zu einer Kombination, die der Verdauungsapparat nicht bewältigen kann. Er verwendet enorm viel Energie, um diese Art von Nahrung für das Gehirn zugänglich zu machen.
Wenn Sie also gerne Shakes trinken, dann bereiten Sie sich diesen nur mit Früchten und Wasser zu. Sie können zusätzlich Kräuter, Salatblätter und Gemüseblätter beigeben, aber sonst nichts. Wenn Sie gerne Milch trinken, dann kochen Sie diese abends vor dem Schlafengehen zusammen mit Kardamom und Ingwerpulver kurz auf. Sobald sie trinkwarm ist, geben Sie etwas Waldhonig hinein. Bitte essen Sie am Mittag eine vollständige, warme Mahlzeit. Sie darf vegetarisch sein, doch achten Sie darauf, dass die Mittagsmahlzeit trotzdem Eiweisse enthält. Zum Beispiel ein Ei, Nüsse, Hülsenfrüchte, Mungbohnen oder Tofu. Falls Sie keine Lust zum Kochen haben, dann gehen Sie auswärts. Egal was Sie im Restaurant bestellen – es ist besser als ein Früchte-Milchshake.
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Die Kombination aus Milch und Früchten ist schwer verdaulich und raubt dem Körper Energie statt sie zu liefern.
SCHLAFLOS
Ich wache nachts auf und habe Mühe wieder einzuschlafen. Früher haben pflanzliche Produkte geholfen, heute leider nicht mehr. Ich trinke höchstens zwei Tassen Kaffee pro Tag. Ich bin erschöpft und weiss nicht mehr, wie es sich anfühlt, ausgeschlafen zu sein.
I. P., Dietikon
Kürzlich sagte mein Meditationslehrer in einem Seminar: «Wenn der Schlaf nicht kommen will, dann soll er es bleiben lassen. Schick ihn weg, er braucht gar nicht mehr zu kommen. Verweigere ihm den Zutritt in dein Schlafzimmer! Irgendwann kriecht er zerknirscht an und will nicht mehr von deiner Seite weichen.» Warum er das sagte? Weil der Schlaf erst recht nicht kommt, wenn wir ihn holen wollen. Je mehr man schlafen will, desto weniger geht es. Schlaflosigkeit hängt mit sehr vielen Einflüssen zusammen: Die vielen Reize, die das Hirn verarbeiten muss, späte Abendmahlzeiten, zu viele Gespräche und anregende Diskussionen am Abend, Stress bei der Arbeit, die Hormone, elektromagnetische Felder oder eine überlastete Leber. Es ist sehr wichtig, dass Sie sich mit diesen Ursachen auseinandersetzen. Ich gehe davon aus, dass Sie im Schlafzimmer weder einen Computer noch ein Telefon, Funkwecker oder Fernseher stehen haben, und auch schon probiert haben, in einem anderen Raum der Wohnung zu schlafen? Empfindlichkeit auf Wasseradern oder Elektrosmog gehören zu den Hauptursachen für Schlafstörungen.
Mit der Ernährung und den Heilpflanzen kann man das Ein- und Durchschlafen sehr gut unterstützen. Zum Beispiel mit ein paar Tropfen Lavendelöl auf dem Kissen, mit einem Lavendelfussbad vor dem Zubettgehen, einem Passionsblumenkrauttee vor dem Schlafen oder ein paar Tropfen Baldrian. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Sie Meditationstechniken erlernen, um den allzu aktiven Gedankenfluss zu durchbrechen. Sobald Sie in eine Gedankenschlaufe einsteigen und in der Nacht einem Problem auf den Grund gehen wollen, ist es um den Schlaf geschehen.
Wenn Sie zwischen ein und drei Uhr nachts wach liegen, kann dies auf die Funktion der Leber hindeuten. Die Leber ist um diese Zeit am Entgiften. Haben wir jedoch ein schweres Nachtessen gegessen, zum Beispiel ein Fondue, ist die Leber in der Nacht noch mit der Fettverdauung beschäftigt und kann die Entgiftungsarbeit nicht ausführen. Wiederholt sich dies jede Nacht, sammeln sich im Körper zu viele Stoffwechselendprodukte an, weil die Leber mit verdauen beschäftigt ist.
HÄNSELER
ANGELICA
DAMIT SIE NICHT STÄNDIG MÜSSEN!
Ohne Druck und Drang durch den Alltag.
Magnesium trägt zu einer normalen Funktion der Muskeln und des Nervensystems bei.
Mitglied im Förderkreis
Wissen schützt – Ihre Rechte als Patient*in
Ein Spitalaufenthalt oder ein Arztbesuch ist oft mit Unsicherheit verbunden – nicht nur gesundheitlich, sondern auch, was die eigenen Rechte betrifft. Doch wer gut informiert ist, kann selbstbestimmt handeln.
Verstehen, bevor man entscheidet: Sie haben das Recht, umfassend über geplante Eingriffe oder Behandlungen aufgeklärt zu werden. Und zwar so, dass Sie es wirklich verstehen. Fragen Sie nach, wenn etwas unklar ist – und holen Sie sich bei Bedarf eine Zweitmeinung. Das Aufklärungsprotokoll gehört Ihnen, nicht nur der ärztlichen Fachperson.
Ihre Akte gehört Ihnen: Alles, was mit Ihrer Behandlung zu tun hat, wird im Patientendossier dokumentiert. Sie haben das Recht, Einsicht zu nehmen und eine Kopie zu verlangen. Das hilft, sich selbst einen Überblick zu verschaffen.
Selbstbestimmt entscheiden: Kein Eingriff ohne Ihre Einwilligung. Und kein Zwang, wenn Sie eine Behandlung ablehnen oder unterbrechen möchten. Auch Vorsorgeuntersuchungen dürfen Sie ausschlagen.
Privatsphäre ist kein Luxus: Ihre Gesundheitsdaten sind besonders geschützt. Fachpersonal untersteht der Schweigepflicht.
Sicherheit geht vor: Sie haben Anspruch auf sorgfältige, fachlich korrekte Behandlung. Dennoch: Auch Sie selbst sind gefragt. Bleiben Sie aufmerksam, fragen Sie nach, melden Sie Unstimmigkeiten.
Unzufrieden? Beschweren Sie sich: Wenn etwas schiefläuft, sprechen Sie es an. Erst mit der Fachperson und dann – falls nötig – mit der Ombudsstelle.
Kurz gesagt: Informiert sein heisst, die Zügel in der Hand zu behalten. Ihre Gesundheit ist zu wichtig, um sie blind abzugeben.
Telefonische Beratung via Hotline 0900 567 047, Fr. 2.90/Min.
Im Rahmen der SPO-Mitgliedschaft erhalten Sie diese Beratung unentgeltlich (044 252 54 22).
GRÜNE SALATE SIND ÜBERBEWERTET
Seit längerer Zeit leide ich unter Blähungen, Völlegefühl und Verdauungsproblemen.
Ein Therapeut sagte mir, dass dies mit dem grünen Salat zusammenhänge. Sitmmt das?
C. D., Bern
Rohes Blattgemüse ist tatsächlich sehr schwer zu verdauen für uns Menschen. Es enthält fast ausschliesslich Fasern, die den Körper unverdaut wieder verlassen. Für den Darm, der Ballaststoffe zwingend braucht, sind diese Nahrungsfasern wichtig, doch um tatsächlich Nährstoffe aus dem Salat zu ziehen, reicht unsere Verdauungskraft eigentlich nicht aus. Im Gegenteil: Ein zu viel an Rohkost kann zu Blähungen führen. Es gibt beim Essen zwar keine allgemein gültigen Wahrheiten, doch generell lässt sich sagen, dass Salat okay ist als Beilage zum Mittagessen. Wer über richtig starke Verdauungskräfte verfügt, kann ihn auch abends verdauen, doch das sind die wenigsten Leute.
Dass der Salat am Abend zu Blähungen, Unwohlsein, Schlafstörungen oder Verstopfung führen kann liegt daran, dass die Verdauungsorgane ab 18 Uhr nur noch auf Sparflamme laufen. Der Salat bleibt quasi bis am Morgen im Magen liegen und beginnt zu gären, was Blähungen verursacht. Lassen Sie den Salat als Experiment zwei Wochen lang weg. Wenn die Blähungen unverändert bleiben, liegt es nicht am Salat oder zumindest nicht nur. Auch schnelles Essen, viel Denken und viel Reden beim Essen oder Essen zu Unzeiten führt zu Verdauungsproblemen. Unser Verdauungsapparat ist stockkonservativ: Er mag keine Veränderungen und liebt es, wenn das Essen um 7.00, um 12.00 und um 18.00 Uhr auf dem Tisch steht. Am besten warm, frisch gekocht und saisonal.
Wenn Sie gerne Rohkost essen, dann essen Sie zwischendurch eine Frucht oder Karotten. Ihr Körper kann davon viel mehr profitieren als von grünem Salat. Was besser geht sind grüne Smoothies mit Salatblättern, Gemüseblättern, einer Frucht und Kräutern. Ist der Salat bereits püriert, wenn wir ihn zu uns nehmen, sind die Verdauungsorgane nicht ganz so gefordert.
Haben Sie Fragen?
Sabine Hurni, Drogistin, Naturheilpraktikerin und AyurvedaExpertin, beantwortet Ihre Fragen zu Gesundheits- und Ernährungsthemen persönlich und ganzheitlich: s.hurni@weberverlag.ch
Eine unmögliche Frage
Liebst du mich?» Scheinbar eine ganz einfache Frage. Dennoch staune ich über Menschen, die darauf überzeugend und wie aus der Pistole geschossen mit «Ja!» antworten können. Und etwas anderes als ein Ja will das Gegenüber auch gar nicht hören. Jegliches Zögern, Nachdenken oder In-sich-Hineinfühlen wird als «Nein» wahrgenommen und löst eine Beziehungskrise mittleren Grades aus. Wer dem anderen diese Frage stellt, will meistens eine Versicherung hören, etwas auf das er oder sie bauen und später auch einmal pochen kann.
Aber gerade in einer guten Liebesbeziehung dürfen wir über diese Frage ehrlich nachdenken und -fühlen. Denn es gibt Momente, wo ich meinen Lieblingsmenschen nicht liebe. Liebe heisst für mich auch, an diesen Stellen ehrlich zu sein. Zeitweilig den Partner nicht zu lieben, kann viele Gründe haben, die nicht sofort Trennung bedeuten. Vielleicht hat mein Liebster gerade etwas getan, was mich ärgert, empört, triggert. In dem Moment empfinde ich nicht Liebe. Sondern eher den Wunsch, ihn auf den Mond zu schiessen. Liebe heisst dann – oft mit einer kleinen Besinnungspause – dass wir uns aussprechen, korrigieren, wieder versöhnen und aufs Neue lieben können.
Aber gerade nicht zu lieben, kann auch mit mir selbst zu tun haben. Es gibt leider zu viele Momente, wo ich nicht in Liebe bin, sondern gestresst, unleidlich oder genervt. Dann liebe ich noch nicht einmal mich selbst. Geschweige denn irgendjemand anderen. Wenn ich aber in einem liebenden Zustand bin, dann liebe ich – und zwar nicht nur meinen Partner. Meine Liebe umfasst den Sonnenschein, der in den Blättern spielt, die attraktive Frau gestern am Bankschalter, die Ärzte, die in Gaza unter furchtbaren Bedingungen Menschen versorgen – und natürlich mich selbst. Denn dann liebe ich. Punkt. Ohne Objekt.
Liebe, das ist ein sehr weiter, grosser Raum in uns. Wenn wir darin sind, blüht das Leben. Dann wollen wir unsere Liebe ausdrücken, aus Liebe handeln. So ist das Leben
gemeint, finde ich. Und wenn wir in diesem weiten Raum einem Menschen intimer begegnen, dann kann uns dieses Wunder des gegenseitigen Erkennens geschenkt werden. Etwas Schöneres kenne ich nicht. Dann wollen wir Hochzeit halten, die Welt umarmen, unsere Freude heraus singen und ganz still werden – alles gleichzeitig.
Doch mit hoher Wahrscheinlichkeit wird dieser Moment im Alltag wieder vergehen. Dann ist es hilfreich, wenn uns jemand an den grossen weiten Raum erinnert – zum Beispiel durch eine Frage. Aber lieber eine Frage mit weniger Erwartungsdruck wie bei: Liebst du mich? Wie wäre es mit: Was geschieht, wenn du liebst? Oder: Was liebst du, wenn du liebst?
Wenn ich mich auf diese Frage einlasse, dann ist die erste Antwort tatsächlich: Ich liebe dich. Und in meiner Liebe zu dir erkenne ich etwas, das mehr, tiefer, weiter ist als nur eine Person. Je mehr ich ergründe, was ich da liebe, finde ich etwas Ewiges, das nie nur mir gehören kann, und etwas unendlich Vertrautes – so, als hätte es schon immer zu mir gehört.
Wer also seine Liebste über die Liebe befragt und es ehrlich meint, mache sich bereit zu einer Erkundungsreise ohne Sicherheitsgurt und Fallschirm. Der Mystiker Osho sagte es so: «Jede Liebesbeziehung ist ein Pfeil, der auf die letzte und höchste Liebesbeziehung zufliegt.»
Leila Dregger ist Journalistin und Buchautorin. Sie begeistert sich für gemeinschaftliche Lebensformen, lebte u. a. über 18 Jahre in Tamera, Portugal, sowie in anderen Gemeinschaften. Am meisten liebt sie das Thema Heilung von Liebe und Sexualität sowie neue Wege für das Mann- und Frau-Sein.
Leila Dregger
Zurück in die Vergangenheit
In den kommenden Jahren werden mehr Menschen an Demenz erkranken als je zuvor. Das stellt uns alle vor grosse Herausforderungen, zu aller erst die Betroffenen, deren Familien und Freunde. Weder Naturheilkunde noch Medizin können diese Krankheit bisher heilen. Was an Demenz erkrankten Menschen aber hilft, ist liebevolle Zuwendung überall dort, wo sie betreut werden.
Autor: Markus Kellenberger, Fotos von Katja Snozzi aus dem Buch Alltag leben mit Demenz
Es war ein seltsamer Anruf, der mich im Herbst 2021 erreichte. «Ich bin nicht sicher», sagte am Telefon die Stimme der Freundin meines Vaters, «aber ich glaube, er wird dement. Kannst du dir das nicht mal anschauen?» Sowohl ihre Befürchtung als auch ihre Bitte kamen für mich völlig überraschend, denn in all den davor liegenden Jahren hatten mein Vater und ich kaum je ein Wort miteinander gewechselt. Ich kannte diesen Mann nicht, und was ich von ihm wusste … aber das ist eine andere Geschichte. Trotzdem, seine mir nur flüchtig bekannte Freundin hatte mich als «Sohn» angesprochen – und ich wusste, dass es jetzt um eine Pflicht ging, die zu erfüllen die Rolle eines Sohnes ist, egal, wie sehr sich innerlich alles sträubt.
Ich lud meinen Vater für ein Wochenende an die Lenk ein, und dort verbrachten wir zum ersten Mal im Leben drei ganze Tage miteinander. Ja, irgend wie war er das Ekel, so wie ich es in Erinnerung hatte. Aber da war auch ein freundlicher, wenn auch selbstbezogener Man mit einem sehr eigenen, manchmal etwas schlüpfrigem Humor, der mich jedes Mal zusammenzucken liess. Vom eigenen Vater möchte man so was nicht hören.
Im Kern, stellte ich aber fest, war mein Vater eigentlich ein gmögiger Mensch – wenn auch einer, der in der Nacht öfters aufstand und ohne Hilfe die Toilette nicht mehr fand. Auf kleinen Spaziergängen diskutierten wir über das Alltagsgeschehen, und stellten in unseren Grundwerten erstaunlich viele Gemeinsamkeiten fest. Befremdend hingegen war, dass er auf diesen Spaziergängen hin und wieder auch Anekdoten aus seiner Zeit bei der Fremdenlegion erzählte. Bis auf eine Italienreise in seiner Jugend ist mein Vater nie aus der Schweiz herausgekommen. Ich hörte mir die Geschichten aus seiner abenteuerlich zu-
«
Demenz beginnt schleichend – doch je früher sie erkannt wird, desto besser kann man Betroffene begleiten. »
sammengereimten Vergangenheit trotzdem gerne an. Schockiert hat mich das nicht, aber berührt. Mein Vater war 81 Jahre alt, wurde dement und reiste in eine Fantasiewelt.
Wenn das Gedächtnis streikt Demenz beginnt oft leise. Namen entgleiten, Wege werden plötzlich fremd, und selbst vertraute Handgriffe wie Kaffeekochen geraten durcheinander. Typisch sind Gedächtnislücken, Wortfindungsstörungen und Orientierungslosigkeit. Auch Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder sozialer Rückzug können erste Hinweise sein. Später kommen oft Schlafstörungen, Halluzinationen, Phantasmen oder ein veränderter Tag-Nacht-Rhythmus hinzu. Die Persönlichkeit kann sich verändern – mal sanft, mal drastisch. Wichtig ist: Nicht jede Vergesslichkeit bedeutet gleich Demenz. Doch wenn sich Alltagssituationen zunehmend schwierig gestalten, sollte man genau hinschauen, am besten gemeinsam mit Fachpersonen.
Noch bevor wir nach diesem Wochenende eine ärztliche Abklärung machen konnten, stürzte mein Vater bei sich zu Hause und schlug mit dem Kopf auf. Die schwere Hirnerschütterung war wie ein Windstoss, der in ein Glutnest geblasen und damit ein Feuer entfacht hatte. Wo bei anderen Demenzbetroffenen der Geist langsam und über Jahre hinweg verglüht, verbrannte der meines Vaters. Das Feuer in seinem Kopf verwandelte seine Erinnerungen zu Asche und liess seine Persönlichkeit wie Rauch entschwinden. Als er ein halbes Jahr später starb, war er zum Kind geworden, das ständig nach seiner Mutter fragte.
Was im Kopf passiert
Im Gehirn von Menschen mit Demenz geht etwas schief: Nervenzellen sterben ab, Verbindungen lösen sich auf. Bei Alzheimer – der häufigsten Form – lagern sich Eiweisse zwischen und in den Zellen ab. Andere Formen haben andere Ursachen: Durchblutungsstörungen, Entzündungen, Nervengifte oder genetische Veränderungen. Auch chronischer Stress, Depressionen oder Kopfverletzungen können eine Rolle spielen. Die genauen Auslöser sind oft ein Zusammenspiel vieler Faktoren, körperlich, psychisch und sozial. Klar ist: Demenz, unter diesem Begriff sammeln sich verschiedene Krankheitsbilder, ist keine Frage von Schuld oder Schwäche. Sie ist eine komplexe und nicht aufhaltbare Erkrankung des Gehirns, und stellt Betroffene und Angehörige vor grosse Herausforderungen.
Die Hirnerschütterung war der Beginn einer Odyssee durch drei verschiedene Pflegeeinrichtungen, denn alleine wohnen wie bisher, das war für meinen Vater per sofort undenkbar. Er nahm das mit erstaunlicher Gelassenheit hin, was ein Glücksfall war, denn von Freunden und Bekannten, die ebenfalls miterleben mussten, wie enge Verwandte in einer Demenz versanken, hatte ich auch schon das Gegenteil davon gehört. In Vaters erster Station, einem grossen Altersheim, lernte ich nicht nur weitere Menschen in verschiedenen Stadien des geistigen Zerfalls kennen – sondern auch Pflegerinnen und Pfleger, die sich von morgens bis abends alle nur erdenkliche Mühe gaben, aber aufgrund des aus Spargründen knappen Personalbestandes letztlich überfordert waren.
« Manchmal braucht es das Vergessen, um einander wirklich nahe zu kommen.
Es kann alle treffen Demenz betrifft vor allem ältere Menschen – aber nicht nur. In der Schweiz leben schätzungsweise 150 000 Betroffene, bereits in zwanzig Jahren rechnen Fachleute mit doppelt so vielen. Zwei Drittel sind Frauen, was an ihrer höheren Lebenserwartung liegt. 5 bis 10 Prozent der Fälle treten vor dem 65. Lebensjahr auf. Viele leben im frühen Stadium der Erkrankung allein oder in einer Partnerschaft, im späteren Verlauf oft in Pflegeeinrichtungen. Auch Angehörige sind mitbetroffen – emotional, organisatorisch, und manchmal auch finanziell. Wichtig ist, sich frühzeitig Unterstützung zu holen – und nicht alles allein tragen zu wollen. Demenz ist aufgrund der rasanten Fallzunahme nicht nur ein persönliches, sondern ein gesellschaftliches Thema, denn es braucht mehr niederschwellige Beratungs- und Unterstützungsangebote und innovative Wohnformen für Betroffene, wie zum Beispiel das «Haus Herbschtzytlos» im luzernischen Mauensee (siehe Box Seite 53).
Fast jeden Tag besuche ich meinen Vater, und schon bald zeichnete sich ab, dass sein sich rasant verschlechternder Zustand von den Strukturen des Altersheim nicht mehr getragen werden konnte. Man riet, ihn in ein Pflegeheim zu verlegen. Meinem Vater war auch das recht. Er erzählte immer noch Legionärsgeschichten, aber mittlerweile waren diese sehr verworren und mischten sich mit real Erlebtem und neu dazu Fantasiertem. Dass er mich jedes Mal erkannte, lag vielleicht daran, dass ich mir angewöhnt hatte, ihn mit, «Hallo Vater, ich bin es, dein Sohn.», zu begrüssen. Mit der Zeit fragte er aber zwischendurch immer häufiger, «Du bist mein Sohn?», und wenn ich ant-
Die Betreuung dementer Menschen braucht liebevolle und geduldige Zuwendung.
wortete, «Ja, dein Sohn.», dann strahlte er über sein ganzes Gesicht und sagte, «Komm, wir gehen ins Café.» – selbst wenn wir gerade von dort kamen. Mir schien, als würden wir beide diese Entwicklung mit stoischer Ruhe akzeptieren, denn gleichzeitig waren wir uns so nahe wie nie zuvor.
Vergessen hat Geschichte
Demenz ist kein modernes Phänomen. Schon in der Antike wurde über das «Nachlassen des Geistes im Alter» berichtet. Auch in mittelalterlichen Schriften oder der chinesischen Medizin finden sich Hinweise auf demenzähnliche Zustände. Was sich verändert hat, ist die Häufigkeit – weil die Menschen heute älter werden als früher. Früher wurde altersbedingtes Vergessen oft als «Tatterigkeit» oder schlicht «Vergesslichkeit» abgetan. Heute weiss man: Es gibt biologische Ursachen, medizinische Kriterien und therapeutische Möglichkeiten. Das ändert nichts daran, dass der Umgang mit Demenz seit jeher eine menschliche, ja zutiefst existenzielle Herausforderung ist.
Nach der Verlegung ins Pflegeheim lief es ein paar Wochen lang nicht schlecht, doch dann kam der Tag, an dem Vater nicht mehr wusste, wie seine Beine funktionierten. Beim Essen kommentierte er das Geschehen rundherum, wenn er nicht einfach nur auf seinen Teller schaute, was er immer häufiger und länger tat. Wenn er eingeschlafen war, schob ich ihn im Rollstuhl zurück ins Zimmer, legte ihn ins Bett und ging erleichtert wieder heim. Ein Pflegeheim ist kein Ort, an dem man enden möchte, und was die Menschen leisten, die hier arbeiten, dafür bin ich ihnen einfach nur dankbar. Aber auch hier: es sind zu wenige,
um sich so um die ihnen anvertrauten Frauen und Männer kümmern zu können, wie diese es verdient hätten. Der Zeitdruck in der Pflege ist immens. Erst recht, wenn da noch einer wie mein Vater dazu kommt, der jede Nacht mehrmals aufsteht – aber nicht mehr auf seinen Füssen stehen kann. Das hatte weitere Folgen.
Was dem Gehirn guttut
Ein aktives Leben schützt das Gehirn. Dazu gehören die für alles geltenden Klassiker Bewegung, gesunde Ernährung, soziale Kontakte und geistige Anregung bei gleichzeitigem Verzicht auf übermässigen Alkohol-, Nikotin- und Drogenkonsum. Auch guter Schlaf, Stressreduktion, Hörgeräte bei Hörverlust und Blutdruckkontrollen können helfen, eine Demenz zu verhindern oder zu verzögern. Studien deuten jedenfalls darauf hin. Die Botschaft – wie immer ohne Gewähr – lautet: Es ist nie zu früh und selten zu spät, etwas für die eigene geistige Gesundheit zu tun. Gehirnpflege beginnt im Alltag.
Vom Alterheim ins Pflegeheim, vom Pflegeheim in die Alterspsychiatrie. Endstation. Mein Vater war erstaunlich wach, als ich ihn dort am ersten Tag in den grossen Aufenthaltsraum rollte. Wir nahmen an einem runden Tisch mit anderen Betreuten Platz. Plötzlich zog mich Vater zu sich hin, kniff die Augen zusammen und fragte: «Was sind das für komische Vögel hier?» Die Pflegefachfrau, die mitgehört hatte, und ich brachen in herzhaftes Lachen aus. «Solche wie du», sagte ich zu ihm, der ganz kurz irritiert schaute – und dann mitlachte. Danach wurde er von Tag zu Tag stiller.
Hoffnung mit Grenzen
Heilen lässt sich Demenz bisher nicht. Doch es gibt Medikamente, die Symptome lindern und das Fortschreiten verlangsamen können – vor allem im Frühstadium. In den USA wurden jüngst neue Antikörpertherapien zugelassen, allerdings mit Risiken und noch unklarer Wirkung. Wichtig sind auch nicht-medikamentöse Ansätze wie Musiktherapie, Bewegung, Wertschätzung und Ergotherapie. Je früher die Diagnose, desto besser stehen die Chancen, das Leben trotz einer beginnenden Demenz noch lange aktiv und sinnvoll gestalten zu können.
Die Besuche bei Vater wurden zum einfachen Beisammensein. Er erzählte keine Geschichten mehr, dafür fragte er immer wieder nach seinen Eltern. Das stimmte mich anfangs traurig, bis ich merkte, dass eine Antwort im Sinne von «bald» reichte, um ihn mit einem Lächeln in seine eigene Welt zurückgleiten zu lassen. Eines Tages rief mich die Station an, weil sie dachten, er werde sterben. Ich alarmierte meine drei Schwestern, und als ich auch endlich eintraf, sass Vater keck und fröhlich am runden Tisch im Aufenthaltsraum, umgeben von seinen Töchtern. «Na, wer sind all die Leute bei ihnen», fragte der anwesende Betreuer. Und der, der uns verlassen hatte, als wir noch klein waren und sich danach kaum je gemeldet hatte, sagte: «Das ist meine Familie.» Da spürte ich, wie sehr ich ihn immer vermisst hatte, und wie gut es war, ihn jetzt ins Verlöschen begleiten zu dürfen.
Mit Würde begleiten
Gute Demenzpflege beginnt mit Respekt. Menschen mit Demenz leben in ihrer eigenen Welt, und brauchen Menschen, die ihnen dort begegnen. Struktur, Rituale, klare
Kommunikation und emotionale Zuwendung helfen, Sicherheit zu schaffen. In der Schweiz gibt es zunehmend Einrichtungen, die diesen Gedanken umsetzen – mit liebevoller Architektur, kleinen Wohngruppen, Gärten, Bewegung und begleiteten Sinneseindrücken. Entscheidend ist: Beziehung statt bloss Betreuung, denn auch wenn Erinnerungen schwinden – die Gefühle bleiben.
Nur wenige Wochen später war es tatsächlich soweit. Vater war nur noch ein Hauch jenes Menschen, der er einst gewesen war. Seltsamerweise schien er dabei aber auch jünger geworden zu sein. Die meiste Zeit des Tages verbrachte er nun schlafend im Bett, und wenn er erwachte, schaute er erstaunt umher. Viel sagte er nicht mehr, häufig aber noch «Wo ist Mutter?». Als er dann tot auf seinem Bett lag, sah er still und zufrieden aus wie ein schlafendes Kind. Seine Mutter war endlich gekommen –und er und ich hatten eine schöne Zeit zusammen.
Was Angehörige tun können
An Demenz erkrankt nicht nur ein Mensch – sondern oft ein ganzes Umfeld. Angehörige sind oft 24/7 gefordert mit Geduld, Kraft und viel Organisation. Wichtig ist, sich rechtzeitig Unterstützung zu holen: von Verwandten, Fachstellen, Selbsthilfegruppen oder Hausärzten. Auch Entlastungsangebote wie Tagesstätten oder Ferienbette können helfen. Gute Information ist zentral –ebenso wie Pausen. Wer gut für sich sorgt, kann besser für andere da sein. Und manchmal hilft auch Humor, wenn der Alltag anstrengend wird. Denn so fordernd der Weg mit an Demenz erkrankten Menschen auch ist, er enthält auch viele Momente der Nähe, der Zärtlichkeit und der unerwarteten Freude. •
Menschen mit fortgeschrittener Demenz leben in einer eigenen Welt. Verständnisvolle Zuwendung hilft ihnen, sich darn zurecht zu finden.
Wo Demente leben dürfen, wie sie sind
«Demenz bedeutet nicht das Ende, sondern den Beginn eines neuen Abschnitts.» Diesen Satz hört man oft im Haus Herbschtzytlos, einer Pflegeeinrichtung im luzernischen Mauensee, die den Umgang mit Demenz radikal menschlich denkt. Der Name Herbschtzytlos steht sinnbildlich für das, was hier gelebt wird: Ein Alltag jenseits von Taktung, Pflegeplänen und institutionalisiertem Denken. Stattdessen steht der Mensch im Mittelpunkt, mit all seinen Gefühlen, Erinnerungen und Brüchen –vor allem aber mit seiner Gegenwart.
Sich den Erkrankten anpassen
Über das Haus Herbschtzytlos und dessen bestechendes Konzept hat die Journalistin Esther Hürlimann ein Buch geschrieben, respektvoll bebildert von der Fotografin Katja Snozzi. Im Vorwort des Buches mit dem Titel «Alltag leben mit Demenz» betont Carla Sabariego, Professorin für Rehabilitation und gesundes Altern an der Universität Luzern: «Menschen mit Demenz brauchen Räume, die sich an sie anpassen – nicht umgekehrt.» Und genau das sei im Haus Herbschtzytlos der Fall. Die Architektur ist überschaubar. Es ist ein Wohnhaus mit liebevoll gestalteten Bereichen für Begegnung und Rückzug statt Stationszimmer, Haustiere statt Fernseher, und Farben, Licht und Geräusche sind gezielt eingesetzt, um Orientierung zu bieten. Es riecht nach frischem Brot, nicht nach Desinfektionsmittel.
Das Konzept? Beziehungspflege statt Minutenpflege. «Wir begegnen den Menschen dort, wo sie gerade sind», sagt Carol Sarbach, Gründerin des Haus Herbschtzytlos. Das heisst:
Man versucht nicht, Betroffene ständig ins Hier und Jetzt zu holen, sondern begleitet sie achtsam in ihrer eigenen Wirklichkeit. Wenn jemand täglich auf seine verstorbene Mutter wartet, wird nicht korrigiert, sondern mit liebevollem Mitgefühl geantwortet. Wertschätzung, Biografiearbeit und Alltagseinbindung sind zentrale Elemente. Gekocht wird gemeinsam, auch wenn nur noch geschnipselt oder zugesehen werden kann. Es geht ums Dabeisein – nicht ums Funktionieren.
Begleiten – nicht kontrollieren
«Das Wichtigste ist, dass sich unsere Bewohnerinnen und Bewohner als wertvoll erleben», ergänzt Betriebsleiterin Sabrina Ziegner, Dafür brauche es nicht nur Fachwissen, sondern eine Haltung der Geduld, der Wertschätzung, und der inneren Bereitschaft, sich auf ein Gegenüber einzulassen, das sich täglich verändert. Die Mitarbeitenden verstehen sich als Begleiterinnen und Begleiter, nicht als Kontrollinstanz. Wer morgens ausschlafen will, darf das, und wer nachts unruhig ist, bekommt Gesellschaft statt Beruhigungsmittel.
Das Haus Herbschtzytlos ist auch ein Ort für Angehörige. Sie sind nicht nur Besucher, sondern Teil eines erweiterten Pflegekreises. Es gibt Gesprächsrunden, stille Räume und Zeit für Austausch, denn Demenz betrifft nie nur eine Person. Die Offenheit des Hauses hilft mit, Schuldgefühle und Erschöpfung abzufedern und gemeinsam tragfähige Wege zu finden.
Was hier gelebt wird, ist keine Pflege-Utopie. Es ist eine konkrete Alternative zur oft standardisierten und überforderten Langzeitpflege. Und es ist ein Zeichen dafür, dass Menschen mit Demenz nicht abgeschoben, sondern eingebunden werden können, wenn man den Mut hat, Pflege neu zu denken. «Was wäre, wenn wir das Anderssein nicht als Mangel, sondern als andere Form des Seins anerkennen würden?», fragt die Psychologin Carla Sabariego. Das Haus Herbschtzytlos hat darauf eine Antwort gefunden, und die heisst ganz einfach: zusammen Leben.
200 Seiten, 160 mm × 230 mm Hardcover, Mit zahlreichen Abbildungen
ISBN 978-3-03818-808-7
Wenn sich Apfel und Quitten zum Tanz treffen
Die Abreise in die Ferien steht bevor, der Küchenschrank quillt aber beinahe über mit Gemüse und Früchten. Was tun? Ganz einfach: Die Lebensmittel konservieren, einlegen, fermentieren, dörren, gefrieren – kurz: haltbar machen.
Rebekka Affolter
Eine alte Kunst – früher konservierten die Leute Früchte und Gemüse, um im kargen Winter über die Runden zu kommen. Heute kein Problem, alles kann – heisst nicht soll – von überall her importiert werden, verdorbene Lebensmittel landen im Mülleimer, ohne ihnen gross nachzutrauern. Je einfacher man zu jederzeit zu allen möglichen Lebensmitteln kommt, desto mehr verschwindet das breite Wissen um die Konservierungsmethoden. Eine, die ihr Leben dem Haltbarmachen widmet, ist Ruth Gerber.
Alternativen
Kochbücher sind für sie so spannend wie Romane, die Natur nimmt in ihrem Leben einen grossen Platz ein. Aufgewachsen auf einem Bauernhof hat ihre Mutter immer konserviert – aus Pflicht, als Bäuerin. Ruth hingegen macht es stets aus purer Leidenschaft. «Anfangs ging ich am liebsten im Wald Beeren sammeln, damit ich sie einlegen konnte.»
Auch beruflich zog es sie in die Natur: An einer Gartenbauschule lernte sie das Gärtnern. Noch heute braucht sie das Wissen, das sie damals erlangt hat. «Am liebsten lege ich Sachen ein, die ich selbst gepflückt oder sogar selbst angepflanzt habe. Es ist ein tolles Gefühl, Lebensmittel wie Konfitüren von A bis Z selbst herzustellen.»
Inzwischen konserviert Ruth seit über 60 Jahren. Seit 20 Jahren verkauft sie ihre Produkte in ihrem Laden in Allmendingen bei Bern, an Märkten und zahlreichen Wiederverkäufern in der ganzen Deutschschweiz. Ab dem Herbst stellt sie ihre Produkte zudem im Holzsaal oberhalb ihres Ladens aus. Ihr Ziel: «Mit altbewährten Einmachmethoden innovative Delikatessen herstellen.»
«Konservieren können alle», ist die 73-Jährige überzeugt. Nicht zuletzt, da die Zahl der Möglichkeiten zunimmt. «Bereits Früchte und Gemüse in den Tiefkühler stellen ist eine Methode des Konservierens.» Eine neumodische Art – bei der es trotzdem einiges zu beachten gibt. «Man muss wissen, welche Früchte man unbearbeitet einfrieren kann und bei welchen es nicht so gut funktioniert.» Kirschen bleiben nach dem Tiefkühler in der Form und können ganz weiterverarbeitet werden, während Erdbeeren ihre Form verlieren und beispielsweise püriert werden müssen.
Auf die Details kommt’s an Grundsätzlich ist Ruth der Meinung: «Wer konserviert, muss sich zuerst Grundwissen aneignen.» Ob online, in einem Buch oder – bestenfalls – indem man jemandem über die Schultern schaut – Konservieren ist nicht Ohne. «Man muss wissen, was wie lange haltbar ist, welche Methoden funktionieren.»
« Beim Konservieren sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.
Die Expertin Ruth Gerber rät zu Experimenten beim Konservieren.
Ein Beispiel: «Je mehr Zucker in einer Konfitüre ist, desto länger haltbar ist sie. Wer weniger süss essen will, muss sich dessen bewusst sein.»
Auch muss man erkennen, wann sich welche Früchte zum Konservieren eignen. Hier gilt: Probieren geht über Studieren. «Ich habe mir über Jahrzehnte hinweg mein Wissen angeeignet – und finde heute noch neue Sachen heraus.» Ein kleiner Tipp von Ruth: «Bei der Quittenkonfitüre mische ich neben den reifen, leckeren Früchten auch ein, zwei unreife mit rein. Sie haben mehr Pektin und führen dazu, dass die Konfitüre besser geliert.»
In der Praxis lernt’s sich am besten Angefangen hat Ruth mit Kochbüchern. Seit der 9. Klasse ist sie stetig dabei ihr Wissen zu erweitern, ihre Rezepte für den Laden auszubauen. Besonders empfiehlt sie aber das Lernen beim «über die Schulter schauen». Sollte sich niemand in der Bekanntschaft finden, der das nötige Wissen hat, ist ein Kurs die Alternative. «Man lernt nie so schnell, wie wenn man jemanden zuschauen und selbst ausprobieren kann.»
Zudem kann man das Beurteilen der Haltbarkeit nicht in einem Buch lernen. Wer selbst konserviert, hat kein Datum, das angibt, wenn die Lebensmittel nicht mehr essbar sind. Wobei Ruth diese Angaben heutzutage sowieso ignoriert. «Ich beurteile mit meinen fünf Sinnen, ob ich etwas essen darf oder nicht.» Wie sieht es aus, wie riecht es, macht es komische Geräusche beim
Öffnen und – mit Vorsicht! – wie schmeckt es? «Wenn ich mir nicht sicher bin, probiere ich einfach ein wenig und warte einen Tag ab, um zu schauen, ob ich das Ganze essen kann oder nicht.» Damit die Lebensmittel möglichst lange haltbar bleiben, ist eines ganz wichtig: Sauberkeit. Gefässe, Gläser, Behälter müssen immer sterilisiert werden. Eine Methode des Konservierens ist das Heisseinfüllen. Die Früchte werden eingekocht und heiss in das Glas gefüllt. Deckel drauf, so entsteht ein Vakuum. Aber Achtung: «Hier gibt es immer die Gefahr verbrannter Finger», warnt Ruth. Ein Risiko, das sich lohnt: «Konfitüre beispielsweise kommt am besten mit dem Heisseinfüllen.»
Mut zu neuen Kreationen
Schritt Eins und Zwei – Grundwissen und Sauberkeit – sind erledigt, jetzt geht es ans frisch-fröhliche Drauflosprobieren. «Beim Konservieren sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt», sagt Ruth. Nur der Mut und der eigene Gaumen schränken ein. Und: «Für mich geht es nicht darum, Neues zu erfinden – alles Gute gibt es schon. Aber man kann bestehende Produkte mit seiner eigenen Handschrift versehen.»
Wie immer beim Essen selbst herstellen ist ein grosser Vorteil: Man weiss, was in den Produkten enthalten ist und kann sie auf den eigenen Geschmack abstimmen. Etwas weniger süss, etwas mehr Salz, Gewürze in der Konfitüre – alles geht, nichts muss. Wie bereits gesagt: Immer mit dem Hintergedanken, was das für die Haltbarkeit bedeutet.
Getrocknete Apfelringli sind nicht nur gut aufzubewahren, sie schmecken auch hervorragend.
Natur und Konservieren
Für Ruth Gerber spielt zudem die Natur eine grosse Rolle. Am besten sei es, die hiesigen Früchte und Gemüse einzulegen. «Immerhin sind die einheimischen Lebensmittel auf unsere Bedürfnisse abgestimmt.» Und man kann im Winter Früchte essen, die es nur im Sommer gibt, ohne sie von irgendwoher einfliegen zu lassen. indem man auch grosse Mengen an Früchten und Gemüse verwertet, beugt man zudem Food Waste vor.
Vor allem aber macht Konservieren Spass. «Beim Ausprobieren und Experimentieren fühle ich mich wie in einer Hexenküche.» Also, einfach anfangen. Vielleicht nicht erst kurz vor der Fahrt in die Ferien, sondern ein bisschen vorher. Sich die Grundfähigkeiten aneignen braucht Zeit. Wie immer, wenn es ums Kochen geht, steht am Anfang ein Rezept. Von da wird ausprobiert, verändert, gescheitert, angepasst und weiter ausprobiert. •
ALPE-CHUCHI BERNER OBERLAND
Autorinnen: Anna Husar
240 Seiten, 16 × 23 cm
Gebundene Ausgabe, Hardcover Mit 162 Abbildungen
ISBN 978-3-03818-557-4
CHF 39.– | EUR 39.–
Waldpilzrösti
Zubereitung
Waldpilzrösti
1. Pilze putzen und in kleine beliebige Stücke schneiden. Zwiebel fein hacken.
2. Brot in nicht allzu dünne Scheiben oder Würfel schneiden und in der Pfanne ohne Fett anrösten, herausnehmen.
3. Butter in der Pfanne erhitzen, Zwiebel anbraten, Pilze dazugeben und ebenfalls gut anbraten. Brotscheiben zu den Pilzen geben.
4. Eier mit Milch vermischen, salzen und pfeffern. Über die Pilze geben und unter Rühren stocken lassen. Mit gehackten Kräutern würzen.
Zutaten für 4 Personen
500 g Pilze, gemischt
1 Zwiebel
170 g altbackenes Brot
4 Eier
200 ml Milch
Butter
Kräuter, gehackt Salz, Pfeffer
Einfach nur Gold wert!
Unter der Schale der hiesigen Rispenhirse versteckt sich das goldgelbe Körnchen. Schon unsere Urahnen schätzten es im Brei oder Fladen. Sie wussten warum. Dieses Getreide hat nur Vorteile: geschmacklich, ernährungsphysiologisch, anbautechnisch. Eine Zubereitung wie hier setzt ihm die Krone auf – eine goldene!
Zubereitung
Bunte Hirsepfanne
1. Hirse in einem Sieb unter fliessendem heissem Wasser abspülen. In Wasser mit etwas Salz aufkochen. Bei kleiner Hitze 7 –10 Minuten köcheln lassen. Topf vom Herd nehmen und Hirse 5 Minuten ausquellen lassen.
2. Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Peperoni vierteln und in feine Streifen schneiden. Rüebli auf einer Röstiraffel reiben. Mais abgiessen, abspülen und abtropfen lassen.
3. Öl in einer Pfanne erhitzen, Frühlingszwiebeln und Peperoni 5 Minuten anbraten. Rüebli und Mais zugeben und unter Rühren für weitere 2–3 Minuten bissfest braten.
4. Hirse unterrühren und mit Gewürzen und Sojasauce abschmecken. Anrichten und mit geröstetem Buchweizen bestreuen.
Zutaten
für 4 Personen
200 g Biofar m-Goldhirse
4 dl Wasser
Etwas Salz
1 Bund Frühlingszwiebeln
2 rote Peperoni
100 g Mais (aus der Dose)
3 EL Biofar m-Raps-Bratöl
200 g Rüebli
nach Bedarf Pfeffer und Salz
½ TL Paprikapulver
2 EL Sojasauce
100 g Biofar m-Buchweizenkörner, geröstet
Klein aber oho! Thymiankraut enthält viel ätherisches Öl.
Mutmacher
und pflanzliches
Antibiotikum
Das mediterrane Würzkraut Thymian ist Räucherstoff, Lungenheilmittel und Virenkiller in einem. Er hilft bei allen Erkrankungen der Atemwege.
Yves Scherer
Seit über einer Woche plagt mich ein hartnäckiger Husten. Bisher habe ich nicht viel unternommen, um ihn loszuwerden. Aber jetzt reicht es mir. Es ist Zeit für ein zuverlässiges Heilmittel – es ist Zeit für Thymian! Ich fülle ein sauberes Konfitürenglas bis zur Hälfte mit heissem Wasser und gebe einen einzigen Tropfen ätherisches Thymianöl dazu, verschliesse das Glas und schüttle es gut durch. Das scharf schmeckende Thymian-Wasser trinke ich zweimal täglich und am Abend des zweiten Tages ist mein Husten verschwunden. Dieselbe Anwendung empfahl ich einst einer Nachbarin, die seit längerem an einer Lungenentzündung litt. Eine Antibiotikatherapie war leider erfolglos geblieben und im Lungengewebe hatte sich bereits Wasser angesammelt.
Die Dame wollte es jetzt mit dem ätherischen Öl des Thymians versuchen und nahm zweimal täglich einen Tropfen davon ein. Nach kurzer Zeit stellte sich eine signifikante Besserung der Entzündungswerte ein und bald darauf war auch kein Wasser mehr in der Lunge nachweisbar.
Thymian mag es heiss und trocken
Der Echte Thymian oder Gewürz-Thymian gehört zur Pflanzenfamilie der Lippenblütler (Lamiaceae) und stammt aus dem westlichen Mittelmeerraum. Sein medizinischer Gebrauch in Mitteleuropa ist seit dem 12. Jahrhundert nachgewiesen. Der im unteren Bereich verholzte, ausdauernde Halbstrauch liebt sonnige, trockene Standorte auf kalkhaltigem Boden und kann auch in höheren Lagen angebaut werden. Die kleinen, lila bis rosa gefärbten Blüten sind eine wertvolle Bienenweide. Mehrjährige Pflanzen können im Früh- und Spätsommer durch einen Schnitt 10 bis 12 cm über dem Boden geerntet werden. Eine zu späte Ernte im Herbst verringert das Überwinterungsvermögen. Der in der Schweiz einheimische Feld-Thymian, wilde Thymian oder Quendel (Thymus serpyllum) wächst gerne auf sandigen und steinigen Magerwiesen und in lichten Föhrenwäldern. Medizinisch wird er genau gleich verwendet wie der Echte Thymian. Aufgrund des hohen Gehalts an ätherischen Ölen besitzen alle Thymiane einen sehr aromatischen, leicht scharfen Geschmack. Als Würzkräuter sind sie deshalb in der mediterranen Küche äusserst beliebt.
Der Mutmacher
Der wissenschaftliche Name einer Pflanze besteht immer aus zwei Wörtern. Der erste Teil des Namens bezeichnet die Gattung, der zweite Teil die Art. Der wissenschaftliche Name des Thymians lautet Thymus vulgaris. Das Wort Thymus ist verwandt mit den griechischen Begriffen thyein = räuchern, thyo = den Göttern ein Opfer darbringen und thymos = Mut/ Kraft. Das Artepitheton vulgaris bedeutet «gewöhnlich». Thymian und Quendel sind seit dem Altertum bekannte Räucherstoffe, die oft zum Schutz vor Ansteckung verwendet wurden. Der Duft soll ausserdem das innere Feuer wecken, das Selbstvertrauen stärken und Mut machen. Einige Tropfen des ätherischen Öls in einer Duftlampe oder geräuchertes Thymiankraut unterstützen Kinder, die sich wenig zutrauen, schüchtern sind und sich nicht gut abgrenzen können.
Heilmittel für Bronchien und Lunge
Thymian ist eine Heilpflanze, die bei allen Erkrankungen der Atemwege und der Lunge eingesetzt werden kann. Der Genuss des Tees oder das Inhalieren des ätherischen Öls desinfiziert die Mund- und Rachenschleimhaut bei Erkältungskrankheiten, bronchialem Katarrh und Grippe. Eine hervorragende Kombination für Dampfinhalationen bei Nasennebenhöhlenentzündung ist Thymian-Latschenkiefer-Minze (Rätsch). Thymian löst festsitzenden Schleim, lindert den Hus-
tenreiz, wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd. Bei spastischer Bronchitis, Keuchhusten und Asthma entkrampft und beruhigt er die Bronchien. Zusätzliche äusserliche Anwendungen wie feuchtheisse Umschläge mit zerdrücktem Thymiankraut oder auf Brust und Rücken aufgetragenes, warmes Olivenöl mit einem Tropfen ätherischem Thymianöl verstärken die bronchospasmolytische Wirkung. Weitere Anwendungsmöglichkeiten liegen im Bereich von Magen-Darm-Erkrankungen wie unspezifischen Verdauungsstörungen, Magenschleimhautentzündung oder Appetitlosigkeit. In sehr hohen Dosen kann Thymian zu leichten Vergiftungen führen oder einen Abort auslösen (siehe Kasten).
Ein pflanzliches Antibiotikum
Dank seiner antibiotisch wirksamen Inhaltsstoffe unterstützt Thymian die Abwehrkräfte des Körpers. Thymol und Carvacrol, die beiden Hauptkomponenten des ätherischen Öls, können Bakterien, Viren und Pilze abtöten. Infektiöse und eitrige Hauterkrankungen können mit einem starken Thymiantee gewaschen werden – auch bei Kleinkindern und Säuglingen. Untersuchungen an der Metropolitan-Universität Leeds konnten zeigen, dass eine Waschung mit verdünnter Thymiantinktur ein effektives Mittel gegen Akne ist. Anders als viele gebräuchliche Anti-AkneCremes oder Waschgels verursacht Thymian-Tinktur
Zartrosa gefärbter Blütenstand.
Frisch geernteter Thymian.
keine Hautirritationen. Thymian-Tinktur und das ätherische Öl können auch bei Pilzerkrankungen helfen, beispielsweise in einem Fussbad bei Fusspilz. Ausserdem ist Thymian eines der ganz wenigen Mittel, die als Badezusatz eine Besiedelung durch MRSABakterien (multiresistente Staphylococcus aureus) auf der Haut drastisch reduzieren und so eine gefürchtete antibiotikaresistente Infektion eindämmen können.
Antibiotisch wirksame Heilpflanzen (Phytobiotika) wie der Thymian bieten sich nicht nur bei vermeintlich harmlosen Infekten an, sondern auch dann, wenn eine Therapie mit pharmazeutischen Antibiotika erfolglos bleibt. Wenn Phytobiotika bei nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen routinemässig eingesetzt würden, könnte sich die Resistenzbildung von pathogenen Keimen verlangsamen. Das wäre eine gute Nachricht für den Erhalt der Wirksamkeit von antibiotischen Medikamenten, auf die wir in Notsituationen angewiesen sind.
Ob als Heilmittel gegen zähen Husten, als Tonikum für die Lunge oder als immunstärkendes Phytobiotikum – der Thymian gehört bei mir auf jeden Fall in die Hausapotheke und ich war schon oft dankbar für seine umfangreichen Heilkräfte. Deshalb mein Rat an Sie: Pflanzt Thymian! Er braucht nicht viel Platz, ein Balkonkistchen reicht völlig.
Liebstöckel, Würze-, Heil- und Liebeskraut
Ein aromatisches Kraut mit Tradition, das auch unter dem Namen Maggikraut bekannt ist.
Der Liebstöckel (Levisticum officinale) war ursprünglich im Nahen Osten und Südeuropa beheimatet. Schon in der Antike schätzte man ihn als Liebeskraut. Als Tee getrunken galt er aphrodisierend. Heute ist der Liebstöckel als Heil- und Würzkraut beliebt.
In der Naturheilkunde wird vor allem die Wurzel eingesetzt. Als Tee oder Pulver hilft sie bei Rheuma, Blasenund Nierenleiden, Verdauungsproblemen sowie Migräne. Sie wirkt harntreibend, krampflösend und liefert wertvolle Mineralstoffe.
In der Küche verleiht das aromatische Maggikraut Eintöpfen, Suppen, Saucen und Salaten eine feine würzige Note. Junge Triebe schmecken wunderbar als Frühlingsgemüse, kandierte Stängel sind eine Delikatesse. Unser Rezepttipp ist leicht, aromatisch und schnell zubereitet: Probieren Sie die Liebstöckel-Pasta mit frischen CherryTomaten.
Sommerliche Pasta mit Liebstöckel und Cherry-Tomaten
Zutaten für 4 Personen
• 500 g Cherry Tomaten
• 4 EL Olivenöl
• 1 TL Honig
• ½ Bund Liebstöckel
• 400 g Pasta nach Wahl
• Salz, Pfeffer
Jetzt ausprobieren!
Zubereitung unter: egk.ch/liebstoeckel#rezept
Das wertvolle ätherische Thymianöl.
Anwendungstipps
Abwehrstärkender Thymiantee
1,5 TL frisches oder 1 TL getrocknetes Thymiankraut mit einer Tasse heissem Wasser übergiessen und bedeckt 5 Min. ziehen lassen. 3–4 mal täglich 1 Tasse heiss trinken und evtl. mit Honig süssen.
• auswurffördernd: Anis (Früchte), Schlüsselblume (Blüten und Wurzel), Efeublätter
Hustensaft (Thymian-Oxymel)
Phytobiotikum bei Atemwegserkrankungen
Zutaten: 500 g Honig, 250 ml Apfelessig, 3–4 EL frischer oder getrockneter Thymian
Zubereitung: Apfelessig im Wasserbad erwärmen und den Honig darin auflösen. Die warme Flüssigkeit in ein sauberes Konfitürenglas füllen, den Thymian hinzugeben, verschliessen und am Schatten ausziehen lassen. Täglich schütteln. Nach zwei Wochen absieben, in eine Flasche füllen und etikettieren. Bei Raumtemperatur ist Oxymel mehrere Monate lang haltbar.
Anwendung: Bei einem grippalen Infekt oder zur Vorbeugung mehrmals täglich 1–2 EL Oxymel einnehmen.
Desinfizierende Waschung bei infektiösen Hauterkrankungen
2–3 EL frisches oder getrocknetes Thymiankraut mit 1 Lt. heissem Wasser übergiessen, 10 Min. ziehen lassen und zusätzlich einen Tropfen ätherisches Thymianöl hinzugeben. Die betroffene Stelle mit dem lauwarmen Tee waschen oder darin baden.
Vorsicht bei der innerlichen Anwendung von ätherischen Ölen
Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Heilmittel, die im Allgemeinen äusserlich angewendet werden. Die im Beitrag beschriebene innerliche Anwendung schildere ich deshalb, weil die verantwortungsvolle Einnahme eines einzigen Tropfens bei einer erwachsenen Person in Ausnahmefällen gerechtfertigt und überaus wirkungsvoll ist. Kinder und Jugendliche dürfen ätherische Öle nicht einnehmen. •
YVES SCHERER
Yves Scherer ist Herbalist, diplomierter Naturheilpraktiker und visueller Gestalter. Er unterrichtet Phytotherapie an verschiedenen Fachschulen und bietet eine eigene Ausbildung in Pflanzenheilkunde und Kräuterwanderungen an: www.medizingarten.ch www.medizinwald.ch
Sie
36 Module, 1 Wechselrichter, 1 Ladestation und ein Grund zum feiern. Scannen, mitmachen und gewinnen.
Der trockene Samenstand dieses Zierlauchs kommt vor der spätsommerlichen Blütenkulisse schön zur Geltung.
Jetzt pflanzen –
im Frühling geniessen
Noch leuchten im Garten und auf der Terrasse die Blumen, die im Spätsommer und Herbst ihren Höhepunkt haben. Doch schon bald müssen wir uns mit weniger begnügen; was bleibt, ist die Erinnerung und die Vorfreude auf das Blütenspektakel der Frühlingsblumen. Mitten unter ihnen sind die imposanten Zierlauchgewächse, die jetzt noch als trockene Samenstände den spätsommerlichen Garten bereichern. Wer sich im nächsten Frühling an ihrer Blütenpracht erfreuen will, sollte jetzt die Allium-Zwiebeln einpflanzen.
Irène Nager, JardinSuisse
Im Reigen von Tulpen, Narzissen und anderen Zwiebelgewächsen dürfen die eindrucksvollen Blütenbälle der Zierlauchgewächse nicht fehlen. Majestätisch thronen sie auf ihren hohen Blütenstielen über Staudenrabatten, in Blumenbeeten und zwischen den austreibenden Rosenstöcken. Allium-Arten mit weniger langen Blütenstängeln und kleineren Blüten eigenen sich zudem hervorragend für Gefässe.
Pflanzzeit für Blumenzwiebeln
Damit sich die Zwiebeln der frühlingsblühenden Gewächse etablieren, freudig austreiben und blühen können, werden sie bereits im Herbst des Vorjahres –zwischen September und Anfang November – gepflanzt. Im noch warmen Boden können die Zwiebeln vor dem Winter Wurzeln bilden und im Frühling gleich
starten. Je nach Art sind Allium-Zwiebeln unterschiedlich gross. Um sie in der richtigen Tiefe zu pflanzen, kann eine einfache Faustregel angewendet werden: Blumenzwiebeln sollten mit einer Erdschicht bedeckt sein, die doppelt so hoch ist wie die Zwiebel selbst. Für die Zierlauchgewächse ( Allium) ergibt dies eine Pflanztiefe von 8–15 cm. Der Pflanzabstand sollte 10–25 cm betragen. Die grossblumigen Arten kommen einzeln oder in Dreiergruppen am besten zur Geltung. Die grössten Blütendurchmesser erreichen der Igelkolben-Lauch ( Allium schubertii ), der Sternkugel-Lauch ( Allium chrisophii ) und der Riesen-Lauch ‹ Globemaster › Unter den kleineren Arten sorgen der Gold-Lauch ( Allium moly), der Zier-Lauch ‹ Cameleon › oder der Weinberglauch ( Allium vineale) für Aufsehen. Sie werden am besten in Gruppe gepflanzt und entwickeln mit den Jahren schöne Kolonien.
Stars in der Rabatte
1 Igelkolben-Lauch
Der riesige Blütenstand des Igelkolben-Lauchs ( Allium schubertii ) setzt sich aus länger und kürzer gestielten, lila-rosa Einzelblüten zusammen. Blütezeit Juni. Höhe 40–50 cm. Auch die getrockneten Blütenstände sind ein Blickfang.
2 Sternkugel-Lauch
Nach dem Verblühen ziehen sich die Allium-Arten in ihre Zwiebel zurück und treiben im Frühling wieder aus. Gönnen Sie Ihrem Zier-Lauch deshalb einen Platz, an dem er über mehrere Jahre ungestört wachsen – und sich sogar ausbreiten – kann. Bis im Spätsommer verraten die trockenen Samenstände, wo die Zwiebel im Boden schlummert. Die Samenstände behalten die perfekte symmetrische Form der Blütenkugeln und können als Trockenblumen für Dekorationen genutzt werden. Wer seinen Zierlauchgewächsen keine Chance zum Verwildern geben möchte, sollte die verblühten Stängel entfernen, bevor die Samen reif sind und herausfallen.
Die sternförmigen Einzelblüten gaben dem SternkugelLauch (Allium christophii ) seinen deutschen Namen. Die Blütenstände können 25–30 cm Durchmesser erreichen und stehen auf 50–60 cm hohen Blütenstielen. Als Schnittblume geeignet. Blütezeit Juni/Juli.
3 Riesen-Lauch ‹Globemaster›
Als Kreuzung von Allium macleanii x christophii bildet ‘Globemaster› imposante lila Blütenbälle mit bis 15 cm Durchmesser auf 80–100 cm hohen Stielen. Blütezeit Mai/Juni. Dank starken Stielen auch ein Liebling der Florist*innen.
Kleinode
4 Gold-Lauch
Wie sein Name verrät, hat der zierliche Gold-Lauch ( Allium moly) leuchtend gelbe Blüten. Er blüht im Juni/ Juli und eignet sich gut zum Verwildern. Die Blüten des Gold-Lauchs stehen auf 20–30 cm hohen Stielen und sind essbar.
5 Zier-Lauch ‹Cameleon›
Das Besondere an der Allium-Sorte ‹ Cameleon › ist die changierende Blütenfarbe von Zartrosa zu Weiss. Die hübschen Blütensterne entwickeln sich im Mai/Juni auf 20–30 cm hohen Stielen.
6 Weinberg-Lauch
Mit den hellgrünen Trieben, die dem purpurroten, kugeligen Blütenstand entspringen, ist der WeinbergLauch ( Allium vineale ‹ Hair ›) eine ganz besondere Erscheinung. Es sind die Brutzwiebeln, durch die sich die Art stark ausbreiten kann. Blütezeit Juli/August, Höhe 40 – 60 cm. •
JardinSuisse
JardinSuisse ist der Unternehmerverband Gärtner Schweiz. Ihm gehören 1700 Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus, der Topfpflanzen- und Schnittblumenproduktion, der Baumschulproduktion sowie des Gärtnerischen Detailhandels an. Der Branchenverband bietet seinen Mitgliedern eine umfassende Palette an Dienstleistungen an. Dazu gehören beispielsweise die Beratung, die Unterstützung bei der Werbung, die Zertifizierung von Produktionsbetrieben und vieles andere mehr. Jardin Suisse betreut zudem die gärtnerische Berufsbildung von der Grundbildung bis zur Höheren Fachprüfung (Gärtnermeister).
florist.ch
ist der einzige Schweizer Verband für Floristfachgeschäfte. Ihm gehören rund 500 Firmen und 350 Einzelmitglieder an. Neben Informationen über das Fachmagazin «FLORIST» bietet der Verband zahlreiche geldwerte und wichtige Dienstleistungen sowie ein Netzwerk an. florist.ch und seine Sektionen sind zudem Träger der gesamten Bildung im Bereich Floristik – von der Grundbildung bis zur Meisterprüfung.
Einheimische statt invasiver Pflanzen
Einheimische Pflanzen sind nicht nur schön, sondern auch unverzichtbar für die Artenvielfalt. Doch in unseren Gärten breiten sich zunehmend invasive Neophyten aus – Pflanzenarten, die einheimische Gewächse verdrängen und ganze Lebensräume verändern können. Wer bewusst gärtnert, schützt die Natur – und sorgt für ein lebendiges, vielfältiges Grün direkt vor der Haustür.
Samuel Krähenbühl
Ei nheimische Pflanzen leisten einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität und sind für Mensch und Umwelt von grossem Nutzen. Sie bieten Lebensraum und Nahrung für zahlreiche Tiere, insbesondere für Schmetterlinge, Vögel sowie Honig- und Wildbienen.
Viele dieser Arten blühen auffallend schön und bereichern nicht nur die Gärten, sondern auch die kulinarische Vielfalt: Aus Blüten und Früchten lassen sich schmackhafte Gerichte zaubern. Zudem wachsen die meisten einheimischen Pflanzen eher langsam, was den Pflegeaufwand gering hält. Wer auf immergrüne
Arten setzt, profitiert auch im Winter von dekorativem Grün, während sich andere Pflanzen besonders gut als winterliche Zweige mit Blütenknospen oder als sommerlicher Blumenstrauss eignen.
Invasive Neophyten –eine unterschätzte Gefahr
Dem gegenüber stehen die sogenannten invasiven Neophyten – gebietsfremde Pflanzenarten, die sich unkontrolliert ausbreiten und die einheimische Flora verdrängen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, ist es wichtig, solche Pflanzen aus dem eigenen Garten zu entfernen und durch standortgerechte ein-
heimische Arten zu ersetzen. Fachpersonen aus dem Gartenbau oder von Umweltfachstellen bieten hierfür gezielte Beratung an. Gemäss Freisetzungsverordnung (FrSV) ist der Umgang mit bestimmten invasiven Neophyten streng geregelt. Diese dürfen weder verkauft noch neu gepflanzt, verpflanzt oder vermehrt werden – auch nicht in Form eines harmlos wirkenden Blumenstrausses. Zudem ist jede indirekte Weiterverbreitung, etwa durch Wurzeln im Aushub oder Samen im Kompost, zu verhindern. Auch hier gilt: Die Entsorgung hat über den Kehricht zu erfolgen.
So verbreiten sich invasive Neophyten –oft schneller als gedacht
Invasive Neophyten breiten sich auf unterschiedlichste Weise aus – oft unbemerkt und äusserst effizient. Einige Arten schleudern ihre Samen meterweit durch die Luft, ein sogenannter Samenwurf, der auch in Nachbarsgärten für unerwünschten Nachwuchs sorgt. Andere lassen ihre leichten Samen vom Wind über grosse Distanzen tragen. Viele Pflanzen setzen zudem auf die Hilfe von Vögeln, die Früchte fressen und die darin enthaltenen Samen später anderswo ausscheiden – häufig weit entfernt vom ursprünglichen Standort.
Auch der Mensch trägt unbeabsichtigt zur Verbreitung bei: Schnittgut, das achtlos auf dem Kompost landet, oder Erdmaterial (Aushub), das Samen oder Wurzelreste enthält, kann zur Einschleppung in neue Gebiete führen. Besonders tückisch sind Pflanzen, die sich über kleinste Wurzelstücke regenerieren – die sogenannte Wurzelbrut. Einmal in den Boden gelangt, wachsen sie rasch weiter. Und nicht zuletzt spielen auch Tiere wie Wild- oder Haustiere eine Rolle: An Fell oder Pfoten haften Pflanzenteile, die andernorts wieder abgelegt werden. Selbst Wasserläufe können als Transportweg dienen – etwa wenn Pflanzenteile nach Regenfällen in Bäche oder Gräben gespült werden. So entstehen entlang von Ufern neue, oft schwer zu bekämpfende Bestände.
Aktiv gegen Ausbreitung vorgehen Wer einen Beitrag zum Erhalt der einheimischen Pflanzenwelt leisten möchte, sollte keine invasiven Arten neu anpflanzen und bestehende Bestände im eigenen Garten konsequent entfernen. Wichtig ist dabei, die Ausbreitung zu unterbinden: Blütenstände sollten rechtzeitig vor der Samenreife abgeschnitten werden, damit keine neuen Pflanzen entstehen.
Wurzeln, Samen und Früchte gehören nicht in die Natur, sondern in den Hauskehricht – genauso wie Gartenabfälle, die keinesfalls am Waldrand oder in der freien Natur deponiert werden dürfen.
Sorgfältige Entsorgung ist entscheidend Ein zentrales Element im Umgang mit invasiven Pflanzen ist die richtige Entsorgung: Pflanzenteile, die sich noch vermehren können – etwa Samen, Wurzeln oder Triebe – gehören zwingend in den Kehricht. Nur nicht vermehrungsfähiges Material darf in einer professionellen Kompostierung oder Vergärungsanlage verwertet werden.
Für besonders problematische Arten wie die Ambrosia oder den Staudenknöterich gilt: Alle Pflanzenteile müssen konsequent im Kehricht entsorgt werden. Grüngut und Aushub, die potenziell Verbreitungsrisiken bergen, gelten als Abfall und dürfen ausschliesslich in bewilligten Deponien abgelagert werden.
Alternativen
Tipp 1: Holunder statt Sommerflieder
Tipp 2: Wald-Weidenröschen statt Springkraut
Tipp 3: Stechpalme statt Kirschlorbeer
Tipp 4: Johanniskraut statt Goldrute
Deutscher Name Wuchsform Pflanzenmaterial Verbreitung Status
Armenische Brombeere Strauch
Kirschlorbeer Strauch
Samen, Wurzeln Vögel, Aushub Invasiv
Samen, Wurzeln Vögel Invasiv
Riesenbärenklau Staude Samen Wind, Aushub Verboten
• Verdrängt Unterwuchs, verhindert Verjüngung im Wald
Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus).
Einjähriges Berufkraut (Erigeron annuus)
• Effiziente Verbreitung durch Flugsamen
• Verdrängt einheimische Wiesen- und Waldrandpflanzen
Nordamerikanische Goldruten (Solidago canadensis u. a.)
• Starke Ausläufer- und Samenvermehrung
• Problematisch v. a. in Naturschutzgebieten
Sommerflieder (Buddleja davidii)
• Leichte Samen, schnelle Ausbreitung
• Überwuchert offene Flächen, verdrängt einheimische Arten
Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
• Schleudermechanismus der Samen
• Schnelle Verdrängung der Vegetation
Schmalblättriges Greiskraut (Senecio inaequidens)
• Giftig für Mensch und Tier
• Vermehrung durch Flugsamen
Quelle: www.be.ch/neophyten-flyer
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Die Umwelt Arena eignet sich auch hervorragend für Firmenanlässe, Konferenzen oder private Feiern. Als CO2-neutrale Eventlocation mit innovativer Infrastruktur setzt sie neue Massstäbe. Für Gruppen jeder Altersklasse gibt es individuelle Packages – vom Seniorenausflug mit Kaffee und Führung bis zur Teamexkursion mit E-Fahrzeug-Test.
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Ein Ausflug mit der ganzen Familie lohnt sich: Das Familienticket (2 Erwachsene + alle Kinder) kostet 45 CHF. Mit der KulturLegi profitieren auch einkommensschwächere Familien von einem vergünstigten Eintritt. An speziellen Family Days bieten Kinderführungen und Mitmachaktionen zusätzliche Erlebnisse.
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Fazit: Lernen, erleben, weiterdenken
Die Umwelt Arena Schweiz ist mehr als ein Ausflugsziel – sie ist ein Ort des Staunens, des Verstehens und des Handelns. Nachhaltigkeit wird hier nicht nur gezeigt, sondern gelebt. Ein Besuch lohnt sich für alle, die wissen möchten, wie unsere Zukunft aussehen kann – und welchen Beitrag jeder Einzelne leisten kann.
Mehr Informationen: www.umweltarena.ch
Testfahrten mit E- und Fun-Fahrzeugen
Leserbilder
Bild des Monats
Wir suchen für jeden Monat ein schönes Natur- oder Landschaftsbild. Senden Sie das Bild per E-Mail in hoher Auflösung (mindestens 3 Megabyte) per E-Mail an bild@natuerlich-online.ch unter Angabe Ihrer Adresse. (Querformat bevorzugt) Das aus Sicht der Redaktion schönste Bild wird jeweils abgedruckt und mit einem Gutschein des Weber Verlags im Wert von Fr. 50.– belohnt.
Weitere Bilder werden bei uns auf der Website natuerlich-online.ch aufgeschaltet.
Briefe an natürlich
Fragen, Anregungen, Lob oder Kritik sind willkommen. Die Leserbriefe müssen mit der vollständigen Adresse versehen sein. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen. Schicken Sie Ihren Brief per E-Mail an: leserbriefe@natuerlich-online.ch oder per Post an «natürlich», Leserbriefe, Gwattstrasse 144, 3645 Thun/ Gwatt.
Bild des Monats
1: Marianne Bauhofer
2: Janine Eggenberger
3: Sonja Wullschleger
4: Sonja Gansner
5: Theresa Von Siebenthal
6: Josef Broger
7: Marie Anne Dafflon
8: Michèle Ammann
9: Sarah Rappo
10: Gerhard Wyler
hin & weg neu & gut
Psychosoziale, anerkannte
Weiterbildungen mit eidg. Diplom
Viele Beziehungsprobleme, Stresserkrankungen, depressive Verstimmungen u. a. psychosomatische Störungen zeigen raschere Besserungstendenzen, wenn im beraterischen Gespräch der Körper in aktiver oder passiver Form einbezogen wird. Der IKP-Ansatz beinhaltet neben dem psychosozial-beraterischen Gespräch auch das Erleben und Erfahren über den Körper sowie den Einbezug kreativer Medien.
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Einsendeschluss ist der 30. September 2025. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden direkt benachrichtigt. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Über diese Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Früher nannte man sie Zappelphilipp, heute weiss man, dass Kinder mit ADHS nicht anders können.
Pippi Langstrumpf und Co.
Die Kinderbuchliteratur beschäftigt sich schon lange mit verhaltensoriginellen Kindern.
Humoralmedizin
Wie funktioniert die Lehre von den vier Säften genau?
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In der Hitze der Nacht
Markus Kellenberger
Wen n sie mich mit ihren dunklen Armen heiss umschlingt, dann hilft kein sich Wehren und Sträuben, denn sie ist stärker. Mit stillem, geduldigem Vergnügen beobachtet sie seit Stunden, wie ich mich mit und ohne Decke hin und her wälze beim Versuch, ihr ins Traumland zu entfliehen. Aber die Schweissperlen, die sie mit einer Prise Sadismus auf meine Haut gezaubert hat, lassen mich einfach nicht einschlafen. Jedenfalls nicht tief genug, um ihr zu entkommen. Sie kommt selten, aber wenn sie kommt, dann ist sie da um bis in die Morgenstunden zu bleiben, denn sie ist, was sie ist – eine heisse, schwüle Tropensommernacht.
Irgendwann nach Mitternacht gebe ich ihrem Drängen nach, strample mir das verschwitzte Laken von den Beinen, schlüpfe in eine kurze Hose und setze mich vors Haus. Die Dunkelheit ist samtweich und hüllt mich in einen Mantel aus nichts als warmer Luft, und so ist mir für einen kurzen Moment, als wäre ich fortan für immer vom Tragen von Kleidern befreit. Der Himmel ist nicht schwarz, sondern von einem milchigen dunkelgrau, das selbst die hellsten Sterne nur blass durchschimmern lässt. Ein Satellit zieht vorbei und ich schaue ihm nach, bis sein Leuchten so lautlos erlischt wie die letzte Erinnerung an einen Traum, die man nach dem Erwachen festhalten möchte.
Die Nacht riecht wie nur eine warme Sommernacht riechen kann, in der sich nichts, aber auch gar nichts bewegt. Die Luft steht still, und ist doch voll mit Düften. Ich rieche alles auf einmal, das knorrige Holz des alten Birnbaums, die Blüten der Nachtkerzen, die Hitze der Steine, die trockene Erde, und selbst das Sehnen des Grases nach einem Regenguss hat einen eigenen Geruch. Oder ist es am Ende nicht doch eher ein Geschmack? Ich atme tief durch den Mund ein – und tatsächlich legen sich die Düfte der Nacht wie ein Gewürz auf meine Zunge.
Die reglose Stille dieser schwülen Nacht weckt Sinne, die über das Hören, Spüren, Sehen, Riechen und Schmecken hinaus gehen, und deshalb schliesse ich im
Dunkeln die Augen, um nur noch mit dem Herzen wahrzunehmen. Nach einer Weile öffnet sich der Vorhang zwischen der sichtbaren und der unsichtbaren Welt, und ich glaube nicht nur den Fuchs zu spüren, der im Schutz der Nacht hinter dem Haus übers Feld schnürt, sondern auch die huschenden Mäuse, die in unterirdischen Gängen ihr kleines Leben leben. Und noch etwas nehme ich war. Es ist ein nicht für unsere Alltagssinne bestimmtes Singen, eine Vibration, die aus den tiefsten Tiefen der Erde aufsteigt und alles, was in dieser Nacht ist, miteinander verbindet und mich durch und durch spüren lässt: wir alle sind eins.
Als ich die Augen wieder öffne, ist das dunkelgrau des Himmels im Osten eine winzige Spur heller geworden. Wie lange sass ich da? Unter meinen Mantel aus warmer Tropenluft hat sich ein Hauch von Kühle geschlichen, deshalb gehe ich zurück ins noch lichtlose Haus. Im Schlafzimmer lasse ich die kurzen Hosen achtlos fallen, lege mich ins Bett, ziehe mir das inzwischen wieder trocken gewordene Laken über die Schultern und schlafe noch eine Runde. Sie, die Sommertropennacht, hat mir gezeigt, was sie mir zeigen wollte.
Seit jener Nacht im August sind weitere übers Land gekommen, aber keine war mehr so heiss wie diese, denn mittlerweile hat sich der Herbst auf leisen Sohlen angeschlichen und auch schon erste Blätter berührt. Nacht für Nacht wird es nun wieder kalt und kälter – und bald schon meldet sich wohl die Schwester meiner Tropensommernacht bei mir. Ich freue mich auf sie, auf die erste, klare Frostnacht mit ihrem tiefschwarzen Himmel und den wie Eis glänzenden Sternen – und bin gespannt darauf zu erfahren, was sie mir wohl zeigen will.
Markus Kellenberger ist Autor und Journalist. In der Kolumne «Anderswelt» betrachtet er Alltägliches – nicht nur – aus schamanischer Sicht, und an seinen «Feuerabenden» im Tipi begleitet er Menschen auf der Reise ins Innere. markuskellenberger.ch