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NAGELFLUH Früh li n g /S o m m er 2014

Da s N a t u r p a r k-M a g azin

WANDERN AUF VIER PFOTEN

DER WILDE SKULPTURENPARK

Wo darf mein Hund von der Leine? Was gilt es zu beachten? Und was sagt eigentlich das Reh dazu?

Die Naturparkjuwele stellen sich vor: Was die Siplinger Nadeln so wertvoll macht

ALPGENUSS UND KÄSESTRASSEN

GROSSES NATURPARKRÄTSEL

Hier kommen frische Zutaten auf den Tisch: Fünf Zusammenschlüsse für den guten Geschmack

Spielen Sie mit und gewinnen Sie ein Wildwasserrafting auf der Iller und viele weitere Preise!


EDITORIAL

Liebe Leserinnen, liebe Leser, Abwechslungsreich und anregend, so empfinden wir vielfach unsere Heimat. Wir haben Täler und Berge, schmale Bäche und wilde Flüsse, Wirtschaftswiesen und Alpweiden, Fichtenforste und Bergmischwälder, kleine Dörfer und dynamische Städte. Allgäu und Bregenzerwald sind gesegnet von einem nahezu sagenhaften Natur- und Kulturreichtum. Wir, als Bewohner dieser Region, können diese Vielfalt tagtäglich genießen, etwa wenn wir am Wochenende unseren Freizeitaktivitäten nachgehen oder wenn wir uns in der Sennerei zwischen zahlreichen heimischen Käsesorten entscheiden dürfen. Die Vielfalt ist ein Grund, weshalb wir hier so gerne leben und bereit sind, uns aktiv für unsere Heimat einzusetzen. Die eigene Identität zu erkennen und sich zur Regionalität zu bekennen ist inzwischen für viele Bewohner der Naturparkgemeinden eine wichtige Leitlinie des täglichen Lebens geworden. Nur vor diesem Hintergrund erschließt sich die große Vielfalt an Angeboten, die hierzu entwickelt wurden und Einheimische wie Gäste dazu einladen, die Region mit allen Sinnen zu erleben. Es freut mich sehr, dass wir in dieser Ausgabe des Naturparkjournals wieder einen Eindruck davon geben können und hoffen, dass für jeden was dabei ist.

Aus Sicht des Naturhaushalts betrachtet, bedeutet Vielfalt in der Regel auch Stabilität, von der wir wieder auf unterschiedlichste Art und Weise profitieren. Beispiele finden sich bei näherer Betrachtung viele: • Ein artenreicher (vielfältiger) Bergmischwald kann zu Zeiten des Klimawandels seine Schutzwaldfunktion wesentlich zuverlässiger erfüllen als ein monotoner Fichtenforst. Er kann trockenen Phasen ebenso wiederstehen wie Starkregenereignissen. • Taucht im Maisacker ein Schädling auf, ist gleich der gesamte Bestand und somit die Ernte gefährdet und man muss nach gentechnisch veränderten Sorten rufen, um die Probleme in Griff zu bekommen, die dann vor allem dazu dienen, der Herstellerfirma einen guten Gewinn zu bescheren. Im Gegensatz dazu gibt es auf einer artenreichen Alpweide erst gar keine Schädlinge, die die gesamte Ernte gefährden können. Und wenn man doch unliebsame Bewohner, wie zum Beispiel das Kreuzkraut, bekämpfen möchte, dann macht man dies direkt und von Hand. • Im eigenen Garten bietet eine reich blühende Wildblumenwiese oder eine Wildsträucherhecke Insekten, wie der Honigbiene, das ganze Jahr über eine gute Nahrungs- und

somit Lebensgrundlage. Ein häufig gemähter »englischer Rasen«, von einer Thujahecke eingerahmt, kann dies nicht leisten. Auch wenn Tourismusberater immer wieder betonen, dass sich Vielfalt nicht vermarkten lässt, ist sie für mich eines der wichtigsten und wertvollsten Merkmale unserer Heimat. Gehen wir verantwortungsvoll mit ihr um.

Ihr Rolf Eberhardt Geschäftsführer Naturpark Nagelfluhkette e.V.

Mit einer Größe von 405 km² ist die Nagelfluhkette im alpenweiten Vergleich ein Schutzgebiet mittlerer Größe. Während im Bregenzerwald jeweils die gesamten Flächen der beteiligten acht Gemeinden im Naturpark liegen, gehören von den sieben Allgäuer Gemeinden in der Regel die dünn besiedelten Berggebiete dazu. Innerhalb der Naturparkgrenzen leben etwa 13.000 Menschen, was zu einer, im dicht besiedelten Europa, sehr geringen Siedlungsdichte von 33 Einwohnern je km² führt. Ein besonderes Merkmal ist der sorgsame Umgang der Bewohner mit ihrer Heimat.

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Themen dieser Ausgabe AUF VIER PFOTEN DURCH DEN NATURPARK

SEITE 31

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Titelfotos: G. Gebhardt/pixelio.de, V. Wille, Spirits of Nature

Mit Bello in der freien Natur – was muss Herrchen beachten?

ALLIANZ IN DEN ALPEN 25 Gemeinden wollen die Vielfalt ihrer Alpenlandschaft erhalten

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KURZE WEGE, LANGER GENUSS Von Alpgenuss und Käsestraßen: Naturverträgliches Schmausen

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DIE MEISTER DES BERGGOLDES Die Bedeutung der Sennalpen im Naturpark

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PANORAMA: IM REICH DES WATZMANN Ein Ausflug in den Nationalpark Berchtesgaden

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SEITE 36 DIE NATURPARKFÜHRER TRAGEN ROT Naturparkpartner Haglöfs kleidet die Outdoorguides ein

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NEUES AUS DEM NATURPARK Unterwegs mit den Naturparkführern, Neuigkeiten, Terminübersicht am AlpSeeHaus – wann passiert was wo?

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DER GRÜNSPECHT Tierisches Porträt über den Vogel mit der Räubermaske Fotos: Gemeinde Krumbach, P. Kühn/NABU

DER WILDE SKULPTURENGARTEN – SIPLINGER NADELN Die neun Naturparkjuwele stellen sich vor – vierter Teil

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GROSSES NATURPARKRÄTSEL Gewinnen Sie einen unvergesslichen Tag im Naturpark!

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MOORSOMMER IN KRUMBACH Führungen durch ein Vorarlberger Naturjuwel

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Kurzmeldungen Kinderseite

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Impressum

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Anzeigen: Sven Abend, Tel. +49(0)8379/728616; gültige Anzeigenpreisliste: 1/2014

Herausgeber: Naturpark Nagelfluhkette e.V. Seestraße 10, D-87509 Immenstadt, Tel. +49(0)8323/9988750 info@naturpark-nagelfluhkette.eu www.naturpark-nagelfluh.eu

nagelfluh@heimat-allgaeu.info, www.nagelfluh-magazin.de

Verlag und Herstellung: Verlag HEPHAISTOS, EDITION ALLGÄU Lachener Weg 2, D-87509 Immenstadt-Werdenstein Tel. +49(0)8379/728616, Fax +49(0)8379/728018

Gekennzeichnete Beiträge stellen die Meinung des Verfassers, nicht aber des Verlages dar.

Bankverbindung Verlag: Deutschland: Raiffeisenbank Oberallgäu-Süd eG, IBAN: DE97733699200007126999, BIC: GENODEF1SFO

Layout: Bianca Elgaß, Ramona Klein, Dominik Ultes

Österreich: Raiffeisenzentralkasse Innsbruck, IBAN: AT223600000000643361, BIC: RZTIAT22

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Redaktion: Viola Elgaß (v.i.S.d.P.), Tel. +49(0)8379/728616, viola.elgass@heimat-allgaeu.info


Auf vier Pfoten durch den Naturpark Durch die freie Natur zu wandern, ist für Hund und Herrchen abwechslungsreich und entspannend. Gerade hier können jedoch oft Konfliktsituationen entstehen – sei es mit anderen Fußgängern, Landwirten oder den wilden Waldbewohnern. Das muss nicht sein. Damit Hund, Herrchen, Jäger, Landwirte und vor allem Mutter Natur miteinander auskommen, ist ein respektvoller Umgang notwendig. Eine »Naturpark-Knigge« für Mensch und Tier

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unde sind liebenswerte Familienmitglieder oder wichtige Partner, für Kinder Spielgefährten, für Jäger unentbehrliche Helfer: kurzum der »beste Freund des Menschen«. Naturgemäß brauchen Hunde jeder Größe und Rasse ihren Auslauf. Sie wollen sich bewegen und die Umgebung erkunden. Herrchen und Frauchen tragen die Verantwortung für das Treiben ihres Vierbeiners. Wer einen Hund hat, beweist damit eigentlich, dass ihm an Tieren etwas liegt. Das sollte im Regelfall für alle Tiere gelten.

Mit oder ohne Leine? Das ist die erste Frage, die sich Urlauber und Einheimische im Zusammenhang mit »Hund« und »Naturpark« stellen. Wann ist es in Ord-

nung, Waldi sausen zu lassen und wo ergibt sich daraus eine Gefährdung für die wilden Bewohner des Naturparks? Zur gesetzlichen Grundlage: Eine generelle Leinen- sowie Maulkorbpflicht, und zwar überall, herrscht für sogenannte »Kampfhunde« wie den Pitbull Terrier, sofern er nicht einen Verhaltenstest bestanden hat. »Große Hunde«, mit einer Schulterhöhe von über vierzig Zentimetern oder über zwanzig Kilo Gewicht, sollten innerhalb von Ortschaften an der Leine geführt werden. Weitere Einschränkungen legt jede Gemeinde für sich selbst fest. Ansonsten besteht für Hunde sowohl auf Waldwegen als auch in der Landschaft erstmal kein grundsätzlicher Leinenzwang. Einschränkungen und Sondervorschriften gibt es für das Betreten von Landschafts- und Naturschutz-

gebieten. Die Naturschutzgesetze verbieten grundsätzlich, wildlebende Tiere mutwillig zu beunruhigen, zu belästigen, zu fangen, zu verletzen oder gar zu töten. »Die Frage, die sich jeder Hundebesitzer stellen muss: Habe ich meinen Hund im Griff?«, betont Rolf Eberhardt, Geschäftsführer des Naturparks Nagelfluhkette. Es kommt immer wieder vor, dass Hundebesitzer sich an ihn wenden, weil sie nicht so recht wissen, wo sie ihren Vierbeiner nun von der Leine lassen können und wo nicht. Grundsätzlich sei gegen einen freilaufenden Hund nichts einzuwenden, so Eberhardt, »solange er auf sein Herrchen hört und nicht im Unterholz verschwindet.« Das gilt besonders in Naturschutzgebieten: »Hier ist eine Leine sehr wichtig.« Denn diese Schutzgebiete sind Lebensraum für zum Teil

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Fotos: M. Großmann, Paul-Georg Meister, Randolf Feiertag, Steve Prinz, alle /pixelio.de

Eine Bergwanderung ist kein Talspaziergang: Für Hund und Halter treten oft neue, ungewohnte Situationen ein. Hunde sind sich anfänglich nicht instinktiv der Gefahren bewusst. Hier helfen Training, eine gute Gesundheit, die geeignete Routenwahl und Ausrüstung wie Brustgeschirr und eine kleine Hundeapotheke

Auf Wald- und Wanderwegen herrscht erst mal kein Leinenzwang, wenn der Hund den Weg nicht verlässt. In Naturschutzgebieten gilt: Leinenpflicht und sowohl Vier- als auch Zweibeiner bleiben auf den Wegen

bedrohte Tierarten. Das Risiko, dass diese störempfindlichen Tiere aufgeschreckt werden, ist sehr hoch. Naturschutzgebiete im Naturpark Nagelfluhkette liegen am Hohen Ifen, am Kojen-Moos bei Riefensberg oder dem Roßbad-Moorgebiet bei Krumbach. Hier zählt Eberhardt auf das Verständnis der Wanderer für die empfindliche Flora und Fauna. Es gilt, auf den ausgezeichneten Wegen zu bleiben – ganz egal, ob man nun auf zwei oder auf vier Beinen unterwegs ist. 6

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Hund spielt, Reh rennt Selbst wenn ein Hund nur am Nest herumschnuppert, kann das schon genügen, dass bodenbrütende Vögel vertrieben werden, die Eier auskühlen und keine Jungen schlüpfen. Und selbst der bravste Sofadackel hat einen natürlichen Jagd- und Spieltrieb, den man nicht immer unterdrücken kann. »Der will nur spielen«, versteht das Reh leider nicht. Es rennt, geschockt von der vermeintlich »fröhlichen Verfolgungsjagd« durch

Bello, um sein Leben und verbraucht gerade im Winter lebenswichtige Kraftreserven. Im Frühjahr kann es sich um ein Muttertier handeln, dessen Kitz unweit des Vorfalls versteckt im hohen Gras kauert. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Reh zu seinem Nachwuchs zurückkehrt, ist sehr gering. Rehwild ist in der Regel dämmerungsaktiv, vor allem in den Morgen- und Abendstunden fressen die Tiere. Das ist auch die Zeit der Jagdausübung (in der Regel Mai bis Dezember). Im Frühling und im Frühsommer werden die meisten Jungtiere geboren. Das ist auch die Zeit, in der die Kinderstube des Wildes möglichst ungestört sein sollte und deshalb besondere Rücksicht geboten ist.

Geschäft in Bambis Wohnzimmer Als Wanderer befindet man sich stets in der »Wohnung« von Rothirsch, Feldhase oder Birkhuhn. Für jeden Hundebesitzer sollte es überall und jederzeit selbstverständlich sein, die natürlichen Hinterlassenschaften seines Vierbeiners mit Kotbeutel aufzusammeln und in der nächsten Mülltonne zu entsorgen. Denn wer freut sich schon über ein Häufchen am


Wanderweg? Auf Viehweiden können Exkremente sogar zu gesundheitlichen Problemen bei den Weidetieren führen, die das verunreinigte Gras fressen. Was der Landwirt oder der Alphirte davon hält, wenn der Hund sein Geschäft auf dessen Grundstück verrichtet, kann sich jeder denken. Hier kann der Gassigeher das Bild von Hundehaltern nachhaltig prägen – so oder so. In der freien Natur gilt: Auch, wenn Hundekot kein Müll ist und verwittert – einige Wildtiere verunsichert die Hinterlassenschaft eines Fleischfressers vor ihrer »Haustür« sehr. Der Feldhase wechselt sogar den Bau. Je nach Jahreszeit ist das ein langwieriges, riskantes und eigentlich unnötiges Unterfangen.

Berta und Bello

Verständnis statt Verbot An Wochenenden und in der Freizeit bewegen sich zahlreiche Wanderbegeisterte auf Wanderwegen vom Flachland bis hinauf zu den Berggipfeln des Naturparks Nagelfluhkette. Teils begleitet sie ihr Vierbeiner auf dem Ausflug in die Natur. Es gibt auch immer Menschen, die Angst vor Hunden haben. Eine allzu heftige Begrüßung oder erregtes Bellen bringt solche Wanderer, gerade auf schmalen Bergwanderwegen, in arge Bedrängnis. Die allgemein üblichen Grundkommandos – Sitz, Platz, Bleib, Hier, Aus, bei Fuß laufen – sollte jeder Hund beherrschen. Im Naturpark Nagelfluhkette wird derzeit an einem Besucherlenkungskonzept gearbeitet (siehe auch S. 8), das das Miteinander von Freizeitnutzung und Schutz der Natur vereinfachen soll. Ähnlich wie bei der bereits gestarteten Vorarlberger Kampagne »Respektiere deine Grenzen«, die sich vor allem an die zunehmenden Freizeitaktivitäten abseits der Wege richtet, wie zum Beispiel dem Schneeschuhwandern, soll das Konzept Empfehlungen und Informationen statt Regeln schaffen. Auch »Mit dem Hund im Naturpark« wird ein Thema des Besucherlenkungskonzepts sein. Ein wichtiger Bestandteil, findet Rolf Eberhardt. Denn: »Für das naturverträgliche Verhalten sind Aufklärung und Akzeptanz wichtiger als Verbote.« ve

Selbst der bravste Hund der Welt hat noch einen natürlichen Spiel- und Jagdtrieb. Damit keine wilden Naturparkbewohner zu Schaden kommen, muss jeder Besitzer wissen, ob er seinen Hund im Griff hat

Die Wanderer am Mittagberg bei Immenstadt nahmen die neugierige Hunde-Begrüßung gelassen hin – doch nicht jeder ist begeistert, wenn ihm auf dem Wanderweg ein unangeleinter Vierbeiner begegnet

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Foto: Volker Wille

Ein wichtiges Thema in unserer Region ist das Queren von Kuhweiden. Beim Bergwandern im Sommer ist im Allgäu und Vorarlberg die Wahrscheinlichkeit hoch, grasendem Weidevieh zu begegnen. In der Regel sind die Kühe an Wanderer gewohnt und reagieren auf diese eher neugierig – das kann sich jedoch ändern, wenn diesen ein vermeintliches »Raubtier« begleitet. Wenn sich das Queren der Weide durch Ausweichen nicht vermeiden lässt, Hund an die kurze Leine nehmen und zügig in einem Bogen an der Herde vorbei gehen. Drohgebärden sind beim Weidevieh leicht zu erkennen: Scharren mit den Hufen, Auf- und Absenken des Kopfes. In dem Fall das Revier auf dem kürzesten Weg verlassen, dem Tier nicht den Rücken zudrehen und den Hund unter Kontrolle halten. Die Kuh sieht in der Regel von einem Angriff ab, wenn die Bedrohung sich

ruhig entfernt. Setzt die Kuh sich doch in Bewegung, den Hund sofort von der Leine lassen! In der Regel sieht das Weidevieh nur in ihm die Bedrohung. Ohne »Anhängsel« kann er viel schneller flüchten und sieht sich nicht gezwungen, sich selbst und Herrchen zu verteidigen.

Waldi und Zenzi auf dem Foto kennen sich schon seit Langem. Ansonsten könnte diese Situation gefährlich werden. In vielen Kuhaugen ist der Hund ein Raubtier und sollte ihnen besser nicht zu nahe kommen

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Allianz in den Alpen Gemein(d)sam für die Natur

Natur und Artenvielfalt in den Alpen schützen, das wollen 25 Gemeinden und Regionen aus sieben Alpenländern. Sie arbeiten seit Anfang des Jahres über die Grenzen hinweg zusammen und bringen Bürgermeister, Gemeindemitarbeiter und vor allem die Bewohner der Alpengemeinden an einen Tisch – mit dem Ziel, in Einklang mit der Natur zu leben. Mit im Boot sind die Naturparkgemeindem aus dem Vorderwald und dem Allgäu. Handfeste Aktionen veranschaulichen deren Engagement

D

ie französische Kommune Chambéry Métropole setzt einen Aktionsplan zum Schutz und zur Renaturierung seiner Feuchtgebiete um und holt sich Ratschläge aus der österreichischen Naturparkgemeinde Krumbach. Kranjska Gora und Kamnik in Slowenien legen in ihrem Gemeindegebiet Obstgärten mit alten Sorten an und teilen damit die Sorge um ökologisch wertvolles Siedlungsgrün mit Gemeinden aus Frankreich, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz. Das Besondere an den Projekten: Die Gemeinden arbeiten länderübergreifend zusammen, finden gemeinsam Lösungen. Insgesamt nehmen 25 Gemeinden und Regionen aus sieben Alpenländern teil. Sie alle sind Teil des seit dem Jahr 1997 bestehenden Gemeindenetzwerkes »Allianz in den Alpen«. Rund 300 Mitgliedsgemeinden setzen alles daran, gemeinsam mit ihren Bürgern den alpinen Lebensraum zukunftsfähig zu entwickeln.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit Die Natur beachtet keine Gemeinde- oder Staatsgrenzen. Man muss sie gemeinsam schützen. In vier Kooperationsprojekten tauschen sich die Gemeinden zu den Themen Besucherlenkung, ökologisch wertvolles Siedlungsgrün, Feuchtgebiete und Vermarktung regionaler Produkte aus. »Die Projekte geben den Gemeinden die Gelegenheit, über den Tellerrand hinauszuschauen und etwas anzuschieben, wozu ihnen sonst die Mittel fehlen würden«, erklärt Marc Nitschke, Bürgermeister der deutschen Gemeinde Übersee und Vorsitzender von »Allianz in den Alpen«.

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Dass die Natur- und Berglandschaft keine Landesgrenzen kennt, dafür ist der Naturpark Nagelfluhkette das beste Beispiel. Das internationale Programm »dynAlp-nature« soll dazu beitragen, dass uns diese Naturvielfalt noch lange erhalten bleibt

Projekttitel

Teilnehmende Gemeinden

Landschaft und Biodiversität auf den Tisch: Vermarktung regionaler Produkte zum Schutz von Landschaft und Biodiversität

Fenestrelle (I), Usseaux (I), Massello (I), Ardesio (I), Chambéry Métropole (F), Nationalparkregion Kalkalpen (A)

Naturvielfalt und Besucherlenkung im alpinen Raum

Region Vorderwald (A), Allgäuer Naturparkgemeinden (D), Chiemgauer Alpengemeinden (D), Comunità della Val di Fiemme (I) , Comunità del Friuli Occidentale (I)

Ökologischer Grünraum im Siedlungsgebiet

Mauren (FL), Grabs (CH), Bezau (A), Mäder (A), Völkermarkt (A), Kranjska Gora (SI), Kamnik (SI), Curienne (F), Cognin (F)

Erhalt, Renaturierung und Aufwertung von Feuchtgebieten

Krumbach (A), Budoia (I), Comunità di Primiero (I), Saint-Martin-de-Belleville (F), Chambéry Métropole (F)


Zusammenhalt stärken Der respektvolle Umgang mit der Natur verbindet. Die Beteiligung engagierter Bürger ist deshalb ein Kernelement des Programms. Nachhaltigkeit heißt auch, dass vor allem die junge Generation eingebunden wird. »dynAlp-nature« will dieser eine Stimme geben und sie in die laufenden Projekte einbinden und begeistern. An den Jahrestagungen des Gemeindenetzwerks nimmt »dynAlp-nature« einen wichtigen Platz ein. Dort treffen sich die Projektgemeinden, dort können weitere Interessierte mitdiskutieren. Das nächste Treffen der Projektteilnehmer und der anderen Allianz-Mitglieder generell findet am 27. und 28. Juni 2014 in Tux im österreichischen Zillertal statt. Zum Projektschluss halten die Gemeinden ihre Ergebnisse schriftlich fest und erarbeiten Empfehlungen für künftige Handlungen. So entstehen Grundlagen für die Weiterführung der Projekte und das gesamte Netzwerk kann von »dynAlp-nature« profitieren. Info: Weitere Berichte zu den Projekten gibt es im Internet: http://www.alpenallianz.org/de/projekte/dynalp-nature/projekte

Fotos: Volker Wille, Gemeinde Krumbach, Oberstaufen Tourismus

So sehen das auch die Gemeinden. Mit dem Programm unterstützt die »Allianz in den Alpen« grenzüberschreitende Projekte, die eine Vernetzung von Naturräumen fördern und so dazu beitragen, die Artenvielfalt in den Alpen zu erhalten. »dynAlp-nature« knüpft an drei vorhergehende Programme mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten an. Barbara Strajnar aus Kamnik in Slowenien schätzt die Internationalität der Programme: »Kamnik hat mit Dynalp wichtige Erfahrungen gesammelt, einen breiteren Blickwinkel und internationale Unterstützung erfahren. Wir haben die Bestätigung bekommen, dass wir gut arbeiten und die Arbeit nützlich und notwendig ist.«

Im Naturpark Nagelfluhkette werden derzeit Kommunikationsbausteine für die Besucherlenkung sowie ein Handbuch für die Akteure in der Region erarbeitet – mehr dazu in der nächsten Ausgabe

Die Moore in Krumbach werden bereits vorbildlich geschützt und genutzt. Nun wird ein Weiterbildungsfokus für die Moorführer aufgebaut (siehe auch S. 36) Anzeige

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Kurze Wege

Langer Genuss Nachhaltigkeit – ein Begriff, der ursprünglich aus der Forstwirtschaft stammt, gewinnt auch in der Gastronomie immer mehr an Wichtigkeit. Im Naturpark Nagelfluhkette gibt es eine ganze Reihe hervorragender Gastronomiebetriebe, die streng auf die Herkunft ihrer Zutaten achten. Bei den Mitgliedsbetrieben des Allgäuer Alpgenusses, der LandZunge, der MundArt, der Käsewirte oder von »So schmecken die Berge« stammen die meisten Zutaten direkt aus der Region

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Fotos: Alpe Schattwald/Bene Hartl, Alpe Obere Kalle, Mundart Bregenzerwald, BMLFUW/Rita Newman, Königsalpe/Allgäuer Alpgenuss

Echte Handarbeit: Senn Alexander Bauer beim Käsesalzen im Käsekeller der Alpe Felle. Die Alpe liegt an der »KäseStrasse Bregenzerwald«

Familie Fink in Bregenzerwälder Tracht die Kinder naschen Käse aus der »Gepse«

Der Bienenstich ist selbst gebacken, ein Großteil der Zutaten stammt direkt von der Alpe

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b Äpfel vom Bodensee, Bergkäse aus dem Naturpark oder Bier aus der Region. Immer stehen die Zeichen auf Qualität mit kurzen Wegen. Jede der vorgestellten Kooperationen hat eigene Standards entwickelt, die zu ihrem jeweiligen Angebot passen. Das sieht bei den MundArt-Betrieben anders aus als bei den Mitgliedern des Allgäuer Alpgenusses. Allen gemein ist die Liebe zur Heimat und eine starke Idee von kurzen und umweltfreundlichen Lieferketten.

KäseStrasse Bregenzerwald Die KäseStrasse Bregenzerwald ist keine Straße im herkömmlichen Sinn. Unter diesem Namen haben sich Hersteller und Vermarkter landestypischer Produkte zusammengeschlossen. Zu den Mitgliedern

gehören Alp- und Dorfsennereien, Käsewirte und Bauernhöfe mit Hofläden. Bei ihnen finden regelmäßig Verkostungen statt, und einige Käser lassen sich über die Schulter schauen und weihen in das Geheimnis der Käseherstellung ein. Ein Veranstaltungskalender führt durch das ganze Jahr. Über 200 Mitglieder zählt der Verein. Sehenswerte Erlebnisstationen an der KäseStrasse sind der moderne Käsekeller in der Naturparkgemeinde Lingenau, in dem viele tausend Laibe Bergkäse reifen oder das Käsehaus in Andelsbuch. Rund 60 verschiedene Hart-, Schnitt-, Frisch- und Weichkäsesorten aus Kuh-, Ziegen- oder Schafmilch reifen dort. Jüngste Attraktion ist der Schaustall auf dem Hof von Ingo Metzler in Egg. Besucher können hier landwirtschaftliche Abläufe hautnah miterleben. Info: www.kaesestrasse.at

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Hoppel fühlt sich sichtlich wohl auf »seiner« Alpe

Rechts: ein reich gedeckter Käseteller der Königsalpe und der Käsekeller der »Allgäuer Alpgenuss«-Alpe Schattwald bei Obermaiselstein

MundArt »MundArt« hat im Bregenzerwald zwei Bedeutungen. Zum einen bezieht es sich auf die besonderen Dialekte, die hier gepflegt und oft nicht einmal von Vorarlbergern ganz verstanden werden. Zum anderen steht »MundArt« für die Kreativität in der Küche, die wiederum einen starken Akzent auf neuzeitlich verfeinerte, regionale Spezialitäten legt. »MundArt« in beiderlei Sinn haben acht Bregenzerwälder Gasthäuser und Restaurants zu ihrem Motto gemacht, für die es zum guten Ton gehört, vorwiegend Produkte aus heimischer Erzeugung in ihren Küchen zu verwenden.

»MundArt«-Mitglieder Au: Hotel »Krone« Bezau: Hotel »Gams« und »Post« Hittisau: Hotel »Krone« und »Das Schiff« Krumbach: Restaurant »s´Schulhus« Schwarzenberg: Gasthof »Adler« und Hotel Gasthof »Hirschen« Info: www.mundart-restaurants.at

Allgäuer Alpgenuss Wie im Bregenzerwald haben sich im Jahr 2007 im Allgäu sechs Alpen zu einem Verein, dem »Allgäuer Alpgenuss e.V.« zusammengeschlossen, um die nachhaltige Pflege der Kulturlandschaft in den Allgäuer Alpen aufrecht zu erhalten. Die mittlerweile 41 Mitgliedsalpen verpflichten sich, dem Gast bei einer Brotzeit ausschließlich Produkte aus der heimischen Alpwirtschaft zu servieren. Der Gast hat das selbstverständliche Recht zu erfahren, wo die Milch oder der Käse produziert wird, wer das Brot oder die Wurst liefert. Im günstigsten Fall kommen diese direkt von der Sennalpe, auf der er gerade zur Brotzeit eingekehrt ist. Über 80 regionale Partnerlieferanten unterstützen »Allgäuer Alpgenuss«. Die Alpen sind auf der Naturpark-Wanderkarte eingezeichnet. Diese ist in den Naturparkgemeinden sowie im AlpSeeHaus erhältlich. Info: www.alpgenuss.de

Die »MundArt«-Mitglieder (v.l.n.r.): Herbert und Gabi Strahammer (Schulhus Krumbach), Susanne Kaufmann (Post Bezau), Engelbert Kaufmann und Helga Walch (Adler Schwarzenberg), Dietmar und Helene Nussbaumer (Krone Hittisau), Ellen Nenning (Gams Bezau), Walter und Birgit Lingg (Krone Au), Antonia Metzler (Das Schiff Hittisau), Franz Fetz (Hirschen Schwarzenberg)

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Einheimische Sennereien, Brauereien und Bäckereien stehen auf der Lieferantenliste der Alpe Oberen Kalle über Oberstaufen. Sie ist Mitglied im »Allgäuer Alpgenuss«


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LandZunge Die LandZunge schaut auf die Gastwirte und Gäste Allgäu-Oberschwabens: Sie will all jene unterstützen, die auf heimische Produkte setzen. Von dieser Idee waren nicht nur 80 Gastwirte überzeugt, sondern viele Bauern, Produzenten und andere Akteure. Sie schlossen sich 2002 zur Aktion LandZunge zusammen. Ihr gemeinsames Ziel ist die Rückendeckung der ländlichen Kultur, die nachhaltige Unterstützung der regionalen Dorfgasthöfe, Förderung der heimischen Wirtschaft und Hilfe für nachhaltig arbeitende Landwirte, die nicht aufgeben und sich für den Umweltschutz einsetzen. Das projekteigene Magazin LandZunge berichtet zweimal im Jahr von der Region, ihrer Küche und ihren Stärken. Info: www.landzunge.info

So schmecken die Berge 100 Hütten im Alpenraum nehmen an der Initiative »So schmecken die Berge« teil. Seit 1999 fördert der Deutsche Alpenverein die Zusammenarbeit von Hüttenwirten, Bergbauern und regionalen Erzeugern von Lebensmitteln. Der Österreichische Alpenverein und der Alpenverein Südtirol sind seit 2008 Partner, zusammen besitzen die alpinen Vereine rund 550 Hütten. Die Alpenvereine streben einen praktikablen Anteil regional erzeugter Lebensmittel im Gesamtangebot an. Die teilnehmenden Hüttenwirte haben sich verpflichtet, mindestens ein Fleischgericht wie würzigen Speck vom Alpschwein, ein vegetarisches Gericht wie Obstkuchen oder Bergbauernbrot und ein Getränk, zum Beispiel Buttermilch oder Likör, aus heimischer Erzeugung in ihre Speisekarten aufzunehmen. Thomas Niehörster/ve Info: www.alpenverein.de

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Die Meister des Berggoldes Sennalpen im Naturpark

Mit Hingabe bereitet Senn Jakl Köhler in der Stube der Sennalpe Sonnhalde im Mittelbachtal bei Oberstaufen seinen Sennalpkäse für die Verkostung vor

Ohne das Zutun des Menschen wäre die Landschaft des Naturparks Nagelfluhkette heute überwiegend »Waldland«. Durch verschiedene Bewirtschaftungsformen wie Ackerbau und Viehhaltung entwickelten sich stattdessen über Jahrhunderte hinweg vielfältigste Lebensräume, die für viele Tiere und Pflanzen überlebenswichtig sind. Eine unabdingbare Rolle für unsere »Kulturlandschaft«, und damit für die Entstehung des Naturparks, spielt die Alpwirtschaft 14

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as Land Vorarlberg und das Allgäu sind geprägt von einer traditionsreichen Alpwirtschaft, deren Wurzeln bald 10.000 Jahre zurückreichen. Die steinzeitliche Jäger-Lagerstätte an der SchneiderkürenAlpe zu Füßen des Gottesackerplateaus im Kleinen Walsertal gibt ein beeindruckendes Zeugnis. In dieser länderübergreifenden Region gibt es rund 1100 Alpen, 900 Jungvieh- oder Galtalpen sowie 200 Sennalpen. Insgesamt sömmern knapp 45.000 Tiere, überwiegend Rinder, auf diesen Hochweiden in Höhenlagen zwischen 800 und 2500 Metern. Die gewaltigen Zahlen belegen die Bedeutung der Alp- und Landwirtschaft. Im Naturpark Nagelfluhkette, der diese österreichischen und deutschen Alpenregionen verbindet, gibt es Raum für 46 Sennalpen. Von Juni bis September sind sie von Milchkühen bevölkert. In diesen rund 100 Tagen werden hochkarätige handwerkliche Rohmilch-Käse hergestellt. Der größte Teil wird als Allgäuer Sennalp-Bergkäse oder Alpkäse beziehungsweise Bregenzwälder Alpkäse und Bergkäse ausgebaut. Längst haben sie auf internationalen Wettbewerben höchste Auszeichnungen erlangt.


Familie Winder zieht seit 1990 jeden Sommer aus Lingenau auf ihre Sennalpe Hochleckach. Dort wartet eine Menge Arbeit: 100 Tage, Tag für Tag, von 4 bis 24 Uhr

Der südöstliche Rand des Naturparks wird durch das Rohrmoosertal begrenzt. In der 1919 abgebildeten Sennerei wurde bis 1964 gekäst

»Galtalpen« und »Sennalpen«

Fotos: Claudius Janner, Kathrin Meyer, Kern Bernhard

Während bei den Sennalpen Kühe »sömmern«, deren Milch an Ort und Stelle zu Butter und Käse verarbeitet wird, ist auf den Galtalpen das Jungvieh unter sich. Nur einzelne Kühe werden zur Eigenversorgung der Hirten mitgetrieben

Stolz präsentiert Helmut Zweng seinen Käseteller auf der Sennalpe Hochried. Er und seine Frau ziehen jeden Sommer von ihrem Heimathof in Rettenberg mit »Küah und Kind« den 20 Kilometer langen Weg auf die Alpe über Immenstadt

Die Sennalpe Hochleckach (1400 m), mit Blick in den Allgäuer Hauptkamm, das Ifenmassiv, die Lechtaler Alpen, den Didamskopf und hinunter bis zum Bodensee, hat Alpflächen sowohl auf deutschem wie auf österreichischem Boden

Die Qualität der Käsearten von den Sennalpen ist geprägt durch hochwertige, unbehandelte Milch sorgsam gehegter Tiere und hoher Futterqualität der Bergweiden mit großer Artenvielfalt. Die Vegetation auf dem Nagelfluhgestein bietet dafür allerbeste Voraussetzungen. Schonende Herstellungsverfahren prägen den Vorgang: Die Abendmilch wird oftmals noch im Holzstotzen (diese Holzschüsseln werden auch »Gebsen« genannt) vorgereift und entrahmt in den Kessel gegeben, während die Morgenmilch direkt aus der Kuh in den Käsekessel wandert. Die »Sennalpbergler« leisten den wichtigsten Beitrag. Sie tragen eine nachhaltige Verantwortlichkeit »ihrem« Lebensraum gegenüber und beweisen hohe Fertigkeiten in der Alpkäserei. Jede Alpe ist für sich eine faszinierende Welt, die überwältigende Einblicke in ein starkes Stück Leben alpenländischer Kultur zwischen Tradition und Innovation bietet. Die Sennalpen im Naturpark Nagelfluhkette zeichnen sich durch eine herzliche Gastfreundschaft mit ursprünglichen Brotzeiten aus. Neben den Alpkäsen findet der GenussWanderer ein Reihe hochwertiger Lebensmittel wie Weichkäse, Zieger oder Schinken von mit Molke aufgezogenen Alpschweinen.

Der Genuss dieser regionalen Produkte ist ein wirkungsvolles Mosaikstein gegen die ständig skandalbehafteten industriellen Nahrungsmittel. Der Fülle dieser hochwertigen regionalen Produkte trägt auch die EU langsam Rechnung: Unter dem Druck vieler europäischer Bürger wurde im EU-Parlament am 11. März 2014 eine von der globalen Lebensmittelindustrie geforderte Saatgutverordnung mit großer Mehrheit abgelehnt. Die EU-Kommission muss beim nächsten Entwurf Vielfalt zum anerkannten Standard machen. Die Sennalpen im Naturpark sind Ziel und Ausgangspunkt einer Fülle wunderbarer Wanderungen und bieten in jeder Saison viel Raum für Bewegung, Leib und Seele. Einige Älplerfamilien bieten Übernachtungsmöglichkeiten an. Gute Plätze mit viel Potential um generationenübergreifend glücklich sein zu können – die Freude an »Weniger ist Mehr«, an Authentizität und Respekt vor unserer Kulturlandschaft vorausgesetzt. Klaus Beck von der Sennalpe Oberberg am östlichsten Rand des Naturparks hat es einmal auf den Punkt gebracht: »Wo’s ninad so schee isch wia bei uib!« Claudius Janner, www.sennalpen.de

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PANORAMA

Im Reich des Watzmann Nationalpark Berchtesgaden Wo Naturjuwele bewahrt und Kulturlandschaften gepflegt werden: In unserer neuen Panoramaserie besuchen wir wertvolle Schutzgebiete fern der Nagelfluhkette. Diesmal führt uns die Reise nach Berchtesgaden, zum einzigen deutschen Nationalpark in den Alpen Wie das AlpSeeHaus für den Naturpark Nagelfluhkette als »Eingangsportal« dient, erfüllt das Haus der Berge für den Nationalpark Berchtesgaden denselben Zweck

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it seinem Entstehungsalter von 10 000 Jahren hat der Nationalpark Berchtesgaden ein ganz schönes Alter auf dem Buckel. Es waren allerdings nicht die Steinzeitmenschen, die ihn gründeten. Vor dieser langen Zeit entstand durch einen Eiszeitgletscher der Königssee, heute das Herzstück des im August 1978 gegründeten Nationalparks. Der See in den nördlichen Kalkalpen ist von einer Bergkette mit dem imposanten Gipfel des Watzmann (2713 Meter) umgeben.

das alle Sinne anspricht. Aufmerksamkeit erregt bereits die außergewöhnliche Architektur. Eine Hauptattraktion ist die »Bergvitrine«, eine Hülle aus Glas, die sich schützend über den Berg im Inneren des Infozentrums legt. Bei der Fassadengestaltung kamen vor allem regionale, natürliche Materialien zum Einsatz. Oberstes Ziel des Hauses ist, Menschen für die Erlebniswelt des realen Nationalparks zu begeistern.

Vertikale Wildnis Im Haus der Berge Ein großer Schritt für den Park war die Eröffnung des Hauses der Berge im Mai 2013. Wenn der Name auch ein wenig museal klingt – das Haus ist mehr als »nur« eine Stätte voller Hinweise über den Nationalpark. Es vereint Informationszentrum, Umweltbildungswerkstätten sowie Außengelände zu einem Dreiklang für ein Naturerlebnis,

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Die Hauptausstellung ist als begehbares Landschaftspanorama konzipiert. Die Ausstellung heißt »Vertikale Wildnis«, da sie die gesamte Bandbreite des Lebens vom Grund des Königsees bis zu den Gipfeln der Berchtesgadener Alpen umspannt. Kein Besuch im »Haus der Berge« ist wie der andere. Jahreszeitlich wechselnde Licht- und Toninszenierungen machen jede Wanderung durch die Ausstellung einzigartig.


Windwürfe, Felsstürze und Lawinen geben dem Nationalpark ein immer neues Gesicht. Das kann man besonders im westlich gelegenen, sieben Kilometer langen Klausbachtal entdecken. Auf der linken Seite thront der Watzmann mit Watzmannfrau und Kindern über dem Nebelmeer des Königssees

Hinaus zu Bergmandl und Höllenotter Im Haus der Berge vorab gut informiert, lockt nun der Nationalpark mit seinen Wegen und Steigen von rund 230 Kilometern und 26 Berghütten und Almen. Je nach Gebiet lassen sich vom Reh bis zum Alpensteinbock größere und kleinere Säugetiere wie Murmeltier und Schneehase sehen. Unter den 100 Vogelarten die im Park brüten, sind neben dem Steinadler mit etwas Glück das Haselhuhn, Birkhuhn und Auerhuhn zu entdecken. Neben verschiedenen Kauzarten, Kolkrabe, Alpendohle und Tannenhäher in den bewaldeten Gebieten ziehen an manchen Tagen sogar Gänse- und Bartgeier ihre Kreise am Himmel. Der Nationalpark beherbergt 15 Fischarten und mehrere Amphibienund Reptilienarten, darunter das »Bergmandl«, der schwarze Alpensalamander und die »Höllenotter«, die schwarze Kreuzotter. Hier wachsen noch einige Pflanzenarten, die bayernweit nur isoliert in bestimmten Bereichen des Nationalparks vorkommen,.Die letzte Eiszeit haben diese Spezialisten auf wenigen eisfreien Stellen überlebt. Dazu zählen das Pyrenäen-Drachenmaul und die Zwergprimel. Thomas Niehörster

Info: Nationalpark-Informationszentrum Haus der Berge, Hanielstraße 7, D-83471 Berchtesgaden, Tel. +49 8652 979060-0, E-Mail: poststelle@ npv-bgd.bayern.de, www.nationalpark-berchtesgaden.bayern.de oder www.haus-der-berge.bayern.de

Unbeeindruckt von der wilden Naturschönheit um sich herum, lässt sich der heimische Alpensteinbock lieber die saftigen Bergkräuter hier schmecken Foto: Nationalpark Berchtesgaden, Marco Barnebeck/pixelio.de

Eigene Kreativität und Fantasie sind bei Experimenten im Wasserlabor und der Waldwerkstatt gefragt. In der Wiesenküche kann man sich bei der Herstellung von Thymianbutter, diversen Marmeladen und der Zubereitung von Kräutertees versuchen. Und in der Abteilung »Felsenblick« erfahren kleine und große Besucher den richtigen Umgang mit Laptop, GPS-Gerät oder Smartphone im Gelände. Im Außenbereich des Informationszentrums werden die Themen wieder aufgenommen.

Die Ausstellung im Haus der Berge führt über die Lebensräume Wasser, Wald, Almwiesen und Fels bis ins Bergmassiv. Leittierarten wie Feuersalamander, Pinzgauer Kuh, Haselmaus und Alpendohle stellen sich dort vor

Die Sage vom König Watze Das markante Bergmassiv Watzmann ist nicht nur das Wahrzeichen Berchtesgadens, es ist auch umwoben von Sagen und Mythen. Demnach tyrannisierte der böse König Watze das Berchtesgadener Land und wurde als Strafe für seine Greueltaten von Gott mitsamt seiner Familie zu Stein verwandelt. Daher spricht man heute auch von Watzmann, Watzmannfrau und den Watzmannkindern.

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Foto: Thomas Gretler, Haglöfs

Bereits im Jahr 2012 bezogen die Naturparkführer ihre charakteristischen roten Jacken bei Haglöfs. Der Outdoor-Ausrüster lag auch 2014 in punkto Qualität und umweltbewusster Herstellung vorn

Die Naturparkführer tragen Rot Naturführer, Wanderführer und Outdoorguide – wer in einer geführten Wanderung unsere Region erkunden will, findet zahlreiche Angebote bei den unterschiedlichsten Anbietern. Für die »Kenner des Naturparks«, die ausgebildeten Führer des Naturparks Nagelfluhkette, sollte deshalb ein gemeinsames Erkennungsmerkmal her. Im OutdoorAusrüster Haglöfs fand sich der ideale Partner

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ereits im Jahr 2012 hatte das Unternehmen mit Tochtersitz in Kempten die Naturparkführer mit hochwertiger Funktionsbekleidung ausgestattet. Die Resonanz der Naturparkführer fiel durchweg positiv aus. Daher fanden nun auch die neuen Jacken und Westen aus 2014 ihren Weg ins Alpseehaus und den Naturpark. Jedes der Bekleidungsstücke trägt das eigens aufgedruckte Naturparklogo und weist den Träger als Naturparkführer aus.

Eine Million Rucksäcke Vor 100 Jahren begann Wiktor Haglöfs in einer kleinen Hütte im schwedischen Örtchen Torsång mit der Herstellung von Rucksäcken. Die Produktion der ersten Modelle entwickelte sich kontinuierlich bis zum weltweit bewährten »Tight-Rucksack«, der eng am Körper den Rückenbewegungen folgt und dem »Vojd«, einem Rucksack mit integriertem Lawinen-Airbagsystem. Heute hat der Hersteller Tochtersitze 18

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Die Naturparkführer sind viel unterwegs. Die Jacken mussten daher besonders wetterfest und strapazierfähig sein

auf der ganzen Welt und entwickelt Produkte vom Wanderstiefel bis zum Daunenschlafsack unter den Gesichtspunkten der Verantwortlichkeit und Nachhaltigkeit. Im Jahr 2008 verkaufte Haglöfs seinen millionsten Tight-Rucksack. Das Unternehmen produziert eine Vielzahl von Produkten, die speziell für unterschiedliche Outdoor-Aktivitäten entwickelt wurden. Das ursprüngliche Thema und größte Produktsegment liegt dabei im Trekking. Alle Stücke entsprechen den jeweiligen Anforderungen der Situation. Sie wärmen, dämmen, schützen, sind strapazierfähig und dort verstärkt, wo zum Beispiel der Rucksack sitzt. Diese Produktvorteile nutzen die Wanderführer im Naturpark, die sich schon auch mal bei »Sauwetter« hinauswagen.

Blaues Siegel für grüne Produkte »Bei der Auswahl der Jacken haben wir insbesondere auf die Umweltverträglichkeit geachtet«, betont Sonja Hölzler von der Geschäftsstelle des Naturparks Nagelfluhkette und weist auf die Vorbildfunktion der Führer hin. Alle Jacken und Westen der Naturparkführer sind mit dem sogenannten »bluesign«-Siegel ausgezeichnet. Dieses Siegel gilt als der weltweit strengste Nachhaltigkeitsstandard für textile Produkte. Der gesamte Herstellungsprozess muss für die Gesundheit unbedenklich sowie maximal umwelt- und ressourcenschonend sein. Haglöfs ist seit 2008 Partner von bluesign. »Unser Ziel war, bis 2012 für dreißig Prozent unserer Textilprodukte das Siegel zu erhalten. Erreicht haben wir dreiunddreißig Prozent«, heißt es von dem Hersteller. »Bis 2015 knacken wir die achtzig Prozent.« Thomas Niehörster/ve


NEUES AUS DEM NATURPARK Den Fliegern auf der Spur

Wusstest du schon...

Immenstadt: Am 9. März war das AlpSeeHaus rappelvoll. Der Aktionstag zur Ausstellung »Faszination Greifvögel«, die noch bis Anfang Mai läuft, lockte zahlreiche Besucher an. »Ursprünglich wollten wir nur am Alpsee spazieren gehen«, erzählte zum Beispiel Tanja Eckert aus Sonthofen, »Aber dann hat es uns doch zuerst ins AlpSeeHaus verschlagen.« Tochter Hannah zeigte stolz ihre Greifvogelfigur, die sie selbst ausgesägt und bemalt hat. Ebenfalls großer Beliebtheit erfreute sich die Vogelbeobachtungsstation am Alpsee. Durch die bis zu 60-fache Vergrößerung kamen die weit entfernt schwimmenden Wasservögel auf einmal ganz nah. Kurzvorträge über heimische Vogelarten wie den Falken oder den Steinadler und Führungen durch die Greifvogelausstellung rundeten den Tag ab.

… dass der schnellste Vogel der Welt direkt vor unserer Haustür, im Naturpark lebt? Der Wanderfalke kann im Sturzflug über 300 Stundenkilometer erreichen!

Fotos: Gabi B./pixelio.de, Viola Elgaß

Info: Die Sonderausstellung »Faszination Greifvögel« kann man noch bis zum vierten Mai 2014 im AlpSeeHaus besichtigen, dann geht es weiter mit einer neuen Ausstellung: »Der Schatz des Naturparks – Das Nagelfluhgestein« (siehe auch S. 22)

Unten: Monika Schirutschke vom LBV führt durch die Ausstellung »Faszination Greifvögel«

Per Spektiv mit bis zu 60-facher Vergrößerung konnte man beim Aktionstag den Wasservögeln ganz nahe kommen…

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NEUES AUS DEM NATURPARK Wo sind die Juwele hin?

Foto: Viola Elgaß

Seit Monaten wandert die Ausstellung »Juwele des Naturparks Nagelfluhkette« durch die Naturparkgemeinden. Sie informiert über die besonderen Naturschätze unserer Region, wie den Alpsee, die Bregenzer Ach oder die Siplinger Nadeln (siehe S. 32) und über den Naturpark selbst. Damit die sehenswerte Schau nicht unbemerkt an Ihnen vorbei wandert, haben wir hier die nächsten Stationen der Naturparkjuwelen aufgelistet:

Wann

Wo

Info

Bis Ende April

Gemeindehaus und Foyer Raiba Sulzberg

Tourismusbüro Sulzberg Tel. +43 5516 2213-10 tourismus@sulzberg.at

Anfang Mai bis 15. Juni

Gemeinde/ Käsekeller

Gemeindeamt Lingenau Tel. +43 5513 6464-0 tourismus@lingenau.at

16. Juni bis 11. Juli

Kurhaus Fiskina

Kurhaus Fiskina Tel. +49 8326 36460 info@hoernerdoerfer.de

12. Juli bis 15. August

Haus des Gastes

Oberstaufen Tourismus Tel. +49 8386 9300-0 info@oberstaufen.de

16. August bis 31. Oktober

Hörnerbahn/ Restaurant s’Mibbadin

Gästeinfo Bolsterlang Tel +49 8326 8314 info@bolsterlang.de

Die Wanderung der Ausstellung begann im AlpSeeHaus. Danach zog sie weiter, unter anderem durch die Naturparkgemeinden Doren und Obermaiselstein (Foto)

»Bergschule OASE« und »Spirits of Nature« sind Naturparkpartner Seit vergangenem Sommer sind die Wanderführer und Tourenguides der Bergschule OASE und des Outdooranbieters Spirits of Nature ausgebildete Naturparkführer. Beide Betriebe haben die viertägige Ausbildungseinheit durchlaufen und dabei den Naturpark Nagelfluhkette intensiv kennen gelernt. Inhalte waren beispielsweise der Aufbau der Nagelfluhberge sowie Besonderheiten der Tier- und Pflanzenwelt. Der Geschäftsführer des Naturparks Nagelfluhkette Rolf Eberhardt betont:

»Der Naturpark braucht gut ausgebildete Multiplikatoren, die die Zusammenhänge unserer Landschaft verstehen und andere Menschen für diese vielfältige Kulturlandschaft begeistern und dadurch sensibilisieren können.« Michael Pruess, Inhaber von »Spirits of Nature« ist sich sicher: »Die Vielfalt der Flora und Fauna in unserer Region ist einzigartig. Die Begeisterung für unsere heimische Landschaft möchten wir unseren Kunden weitergeben.«

Auch in diesem Jahr gibt es wieder spannende Erlebnisführungen durch die »Expedition Nagelfluh«: • Natur und Mensch – Ein geheimnisvolles Zusammenspiel Wir schlüpfen in die Rollen von Menschen und Tieren im Naturpark Nagelfluhkette und finden heraus, was (Kultur-)Landschaft bedeutet. (Altersempfehlung: Ab 14 Jahren) • Nagelfluh, der Schatz des Naturparks! Wir analysieren den geologischen Schatz des Naturparks, das Nagelfluhgestein und schleifen echte »Nagelfluhketten«. (Altersempfehlung: Ab 7 Jahren) • Grenzenlose Vielfalt: Tiere, Pflanzen und Lebensräume Welche Tiere leben hier und wo genau? Wir lösen das Puzzle der Artenvielfalt und lernen spielerisch unsere heimischen Tiere und Pflanzen kennen. (Altersempfehlung: Ab 10 Jahren) Info: www.nagelfluhkette.info Wie die Tiere und Pflanzen, die Geologie und die Alpwirtschaft im Naturpark Nagelfluhkette zusammenspielen, kann man in den Erlebnisführungen durchs AlpSeeHaus erforschen

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Foto: Viola Elgaß

Erlebnisführungen im AlpSeeHaus


UNTERWEGS MIT DEN NATURPARKFÜHRERN Felsen aus »genageltem Stein« und bunte Bergblumenwiesen, reißende Wasserfälle und seltene Tiere, fließende Berge und uralte Baumveteranen – im Naturpark Nagelfluhkette gibt es unendlich viel zu entdecken. Die Naturpark-Tipps aus dem AlpSeeHaus verraten, welche Besonderheiten der Naturpark zu bieten hat: Unter der fachkundigen Anleitung speziell ausgebildeter Naturparkführer geht es durch die schönsten Bereiche des internationalen Schutzgebietes. Dabei erfährt man allerhand Wissenswertes über den Naturpark Nagelfluhkette und seine Menschen

Hittisau Über Holz und Stein – HolzKultur-Rundgang mit Käseverkostung Termine: 14.6/12.7/16.8/6.9 Dauer/Schwierigkeit: 3,5 Stunden/leicht Info: Tourismusbüro Hittisau, Tel. +43 5513 6209-50, www.hittisau.at

Immenstadt Mit der Lädine über den Alpsee und Tümpelsafari Termine: jeden Mittwoch (11. Juni – 17. September) Dauer/Schwierigkeit: 2,5 Stunden/leicht Info: Gästeinformation Immenstadt, Tel. +49 8323 998877, www.immenstadt.de

Krumbach

Foto: Tourismusbüro Sulzberg

Geheimnisvolle Moorwelten Termine: Jeden Samstag um 10 Uhr (3. – 31. Mai und 6. – 27. September) Jeden Donnerstag um 9.30 Uhr (5. Juni – 28. August) Dauer/Schwierigkeit: 2 Stunden/leicht Info: Gemeindeamt Krumbach, Tel. +43 5513 8157, www.krumbach.at

Oberstaufen

Info: Mehr zu den Naturparkführern und den geführten Wanderungen auf www.nagelfluhkette.info oder über das zuständige Tourismusbüro (dort erfolgt auch die Anmeldung). Die Kosten betragen je nach Führung 5 bis 15 Euro je Teilnehmer. Einige der angebotenen Wanderungen weisen einen größeren Höhenunterschied auf und führen in alpines Gelände. Bitte informieren Sie sich über die Anforderungen der jeweiligen Touren direkt in dem zuständigen Tourismusbüro – festes Schuhwerk ist Pflicht

Tour 1: Wildes Wasser – die Buchenegger Wasserfälle Tour 2: Luftiger Grat – Dreigipfeltour auf dem Nagelfluhgrat Termine: jeden Dienstag von Mai – Oktober (je nach Witterung findet Tour 1 oder 2 statt) Dauer/Schwierigkeit: 5 Stunden/mittel (Tour 1), anspruchsvoll (Tour 2) Info: Oberstaufen Tourismus Marketing, Tel. +49 8386 9300-0, www.oberstaufen.de

Sulzberg/Doren Flusswanderungen im Nagelfluh an der Rotach Termine: 7.5/4.6/2.7/3.9/1.10 Info: Tourismusbüro Doren, Tel. +43 5516 2018 -0, www.doren.at Tourismusbüro Sulzberg, Tel. + 43 5516 2213-10, www.sulzberg.at

Foto: Volker Wille

Entdecke das Schatzkästchen Gunzesrieder Kräutertal Termine: Jeden Montag (19. Mai – 28. Juli und 11. August – 8. September) Jeden Dienstag (3. Juni – 9. September) Dauer/Schwierigkeit: tagesabhängig Info: Gästeamt Blaichach, Tel. +49 8321 6076950, www.blaichach.de

Foto: Thomas Gretler

Blaichach

Touren mit dem Naturparkbus – Angebot der Hörnerdörfer Montag

(12.5/26.5/23.6/7.7/21.7/4.8/18.8/1.9/15.9./29.9): Ausflug zum Kräuterlandhof Wolf in Agathazell/Burgberg, 9.30 bis 12.30 Uhr Dienstag (6.5. bis 30.9): Perlen der Natur – Naturpark-Rundtour, 9 bis 16.30 Uhr Mittwoch (7.5 bis 17.9): Bregenzerwald-Tour, 9 Uhr bis 13.30 Uhr Donnerstag (19.6/3.7/17.7/31.7/14.8/28.8/11.9): Wanderung zum Scheuenwasserfall im Naturpark, 9 bis 13 Uhr Freitag (2.5 bis 3.10): Mit dem Ranger auf »Natur-Genießer-Tour«, geführte Naturerlebniswanderung, 8.45 Uhr bis 17 Uhr Samstag (3.5 bis 20.9): Sonnenaufgangstour Riedberger Horn, 5.30 bis 10 Uhr (Juni/Juli ab 5 Uhr) Anmeldung und Infos zu Treffpunkt, Ausrüstung und Preisen bei der Gästeinformation Fischen im Kurhaus Fiskina, Am Anger 15, D-87538 Fischen im Allgäu, Tel. +49 8326 36460, info@hoernerdoerfer.de, www.hoernerdoerfer.de/naturpark-nagelfluhkette-exklusive

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NEUES AUS DEM NATURPARK WANN PASSIERT WAS IM ALPSEEHAUS? TERMINÜBERSICHT 2014 Die Sonderausstellungen sind ein Teil der Erlebnisausstellung »Expedition Nagelfluh – Natur mit anderen Augen sehen«. Für diese wird kein zusätzlicher Eintritt erhoben. Weitere Termine und Veranstaltungen des Naturparks Nagelfluhkette und Naturerlebniszentrums (NEZ) gibt es im Internet unter www.nagelfluhkette.info/veranstaltungen und www.nez-allgaeu.de

Juni Freitag, 27.6., 15 bis 18.30 Uhr NEZ-Workshop: Einführung und Exkursion Pflanzen

Juli Freitag, 4.7., ab 15.30 Uhr NEZ-Workshop: Einführung Insekten

August April Bis 4.5. Sonderausstellung »Faszination Greifvögel« mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) Freitag, 25.4., 15.30 bis 18 Uhr NEZ-Workshop: Einführung Vögel Mittwoch, 30.4., 20.30 bis 22 Uhr NEZ-Vortrag: »Wertanlage naturnaher Wald?«

Freitag, 9.5., 14 bis 18 Uhr NEZ-Workshop: Einführung und Mikroskopieren Wassertierchen und Mikrokosmos

1.8. bis 31.10. »Flugakrobaten der Nacht: Fledermäuse« Wanderausstellung mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV)

Sonntag, 11.5., 15.30 bis 18.30 Uhr NEZ-Workshop: Einführung und Exkursion Amphibien und Wasserinsekten

Samstag, 9.8.2014, 15 bis 19 Uhr NEZ-Workshop: Vortrag und Exkursion Pilze

Samstag, 24.5. Aktionstag: Nagelfluhschleifaktion am Tag der Parke

15.8., 19 bis 22.30 Uhr NEZ-Workshop: Einführung und Exkursion Fledermäuse Alle Termine ohne Gewähr

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Fotos: Naturerlebniszentrum Allgäu, Viola Elgaß

5.5. bis 31.7. Sonderaustellung »Der Schatz des Naturparks – Das Nagelfluhgestein« Den Bestandteilen, Entstehung und heutigen Bedeutung des Nagelfluhs auf der Spur

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Samstag, 16.8., 20.30 bis 23 Uhr Naturerlebnisnacht am AlpSeeHaus Lagerfeuer und Fledermausbeobachtung mit Schalldetektoren

Info: Zu Wochenterminen und Ferienprogramm beim Naturerlebniszentrum Allgäu, AlpSeeHaus, Seestr. 10, D-87509 Immenstadt, Tel +49 8323 9988-760, info@NEZ-Allgaeu.de oder unter www.nez-allgaeu.de/veranstaltungen

Naturerlebniszentrum Allgäu Wöchentliche Naturerlebnistermine am AlpSeeHaus Mittwoch (6.6. bis 17.9., 10 bis 12 Uhr) Segeltörn mit dem Alpseesegler: Mit Naturführer, anschließende Tümpelwanderung Freitag (6.6. bis 17.9., 15.30 bis 17.30 Uhr) Naturwerkstatt: Insektenhotel bauen, Pflanzenfarben mischen, GPS-Rallye u.v.m. Samstag (jede 2. Woche vom 7.6. bis 13.9.) Naturerlebnis bei Nacht: Mit Fledermaus-Detektor unterwegs, Naturmärchen am Lagerfeuer Sonntag (25.5. und 15.6. bis 12.10., vormittags) Kräuterwerktstatt: Vorträge, Wildkräuterpesto, Pilzexkursion u.v.m.

Auf den Spuren von Wasserfrosch und Prachtlibelle Das Ferienprogramm im Naturpark In den vielfältigen Ferienprogrammen des Naturerlebniszentrums werden die jüngsten Bewohner und Gäste des Naturparks Nagelfluhkette zu Naturforschern. Auf den Streifzügen durch Gewässer, Wiesen, Wald und Berge kann man viele spannende Tiere und Pflanzen entdecken. Bei Schlechtwetter winken verblüffende Experimente und Forschungen mit Hochleistungs-Mikroskopen. In der Wildniswerkstatt lernt man, mit einfachsten Mitteln in der Natur zurecht zu kommen. Auch die viertägigen Junior-Ranger-Ausbildungen für Viert- und Fünftklässler aus der Naturparkregion finden wieder statt: In den Sommerferien, wahlweise mit Übernachtung in einer Berghütte im Naturpark Nagelfluhkette oder als Tagesangebot Anzeige

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NEUES AUS DEM NATURPARK

Foto: Viola Elgaß

Handschmeichler aus Nagelfluh Immenstadt/Hittisau: Im AlpSeeHaus in Bühl bei Immenstadt und im Reformhaus Fürpaß in Hittisau kann man künftig Glücksbringer für die Hosentasche aus Nagelfluh erwerben. Das Material für die kleinen »Hosensacksteine« sammelt und schleift Rudi Fürpaß in Handarbeit. In der Herbst/Winter Ausgabe 2012 berichtete das Naturparkmagazin über den Hittisauer, dessen steinerne Amulette und Skulpturen Geschliffen kommt die »vernagelte« Zusammensetzung des Nagelfluh besonders gut zur Geltung

aus Nagelfluh Groß und Klein begeistern. Beliebt und gern genutzt ist nach wie vor das Angebot, selbst einen Nagelfluhstein-Rohling an der Schleifstation im AlpSeeHaus zu einem glänzenden Amulett zu formen. red

Info: Reformhaus Fürpaß, Platz 186, A-6952 Hittisau, Tel. +43 5513 6306, reformhaus.fuerpass@utanet.at oder im AlpSeeHaus, Seestraße 10, D-87509 Immenstadt, Tel. +49 8323 9988717, tourist-info@immenstadt.de

Auf den Spuren von Naturpark Nagelfluhkette in den Vorarlberger Irrlicht und Moorkatze Gemeinden bald »Biosphärenpark«? Naturpark Nagelfluhkette: Moore sind magisch und mystisch. Geheimnisvolle Geschichten, Gestalten und Sagen umranken sie. Wer einmal auf den Spuren von Feen und Wichteln wandeln oder etwas über die Moore direkt vor der Haustüre erfahren will, sollte sich das neue Programm der Allgäuer Moorallianz besorgen. Das Jahresprogramm enthält erstmals ein Verzeichnis der Allgäuer eMOORtionen-Höfe, also der »Urlaub auf dem Bauernhof«-Betriebe, die ein Moor-Erlebnis der ganz besonderen Art bieten. red

Info: Erhältlich ist das Programm mit knapp 100 Veranstaltungen bei den Gästeämtern im Allgäu oder unter www.moorallianz.de.

Naturerlebnisse am AlpSeePark

Naturpark Nagelfluhkette: Die Gemeinden Doren, Hittisau, Krumbach, Langenegg, Lingenau, Riefensberg, Sibratsgfäll und Sulzberg wollen den Naturpark Nagelfluhkette zum Biosphärenpark erklären lassen. Rein rechtlich gesehen ist in Vorarlberg – anders als in den anderen Bundesländern – der Naturpark keine Schutzgebietskategorie. Bisher handelte es sich um eine freiwillige Selbstverpflichtung der Vorarlberger Gemeinden. Im dortigen Naturschutzrecht ist der Biosphärenpark auf Basis der UNESCO-Ausweisung verankert. Nach den ersten Jahren Bestehen des Naturparks Nagelfluhkette, die durch die Schaffung einer »Naturparkgrundausstattung« geprägt waren, soll der Naturpark in eine weitere Entwicklungsphase eintreten und so »rechtlich auf

eine saubere und dauerhafte Basis gestellt werden«, heißt es von den Gemeinden. Hierzu wurde eine Verordnung entwickelt, die die Erhaltungs- und Entwicklungsziele im Naturpark definiert. Zudem soll ein Kuratorium, bestehend aus den Bürgermeistern der Naturparkgemeinden und einem Vertreter des Landes, sowie ein »Biosphärenparkmanager« ernannt werden, die die Umsetzung dieser Ziele in Vorarlberg sichern. Zurzeit liegt die Verordnung zur Prüfung und Genehmigung der Landesregierung Vorarlberg vor. In der nächsten Ausgabe des Naturparkmagazins berichten wir ausführlich über den Ausgang, die geplanten Projekte und wie der Naturpark Nagelfluhkette von der Biosphärenparkverordnung profitiert. red

Die Genehmigung der Biosphärenparkverordnung in Vorarlberg würde die Entwicklung des Naturparks Nagelfluhkette enorm vorantreiben und ihn stärker ins Bewusstsein der Einheimischen rücken

Info: Naturpark Nagelfluhkette e.V., Seestraße 10, D-87509 Immenstadt, Tel. +49 8323 9988750, info@naturpark-nagelfluhkette.eu, www.nagelfluhkette.info 24

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Foto: Viola Elgaß

Immenstadt: Das Naturparkzentrum im AlpSeeHaus hat durch seinen Standpunkt direkt am Alpsee die perfekte Lage für spannende Naturentdeckungen. So kann nicht nur im AlpSeeHaus, sondern auch rundherum auf Erlebnistour gegangen werden. Klettern auf den Boulderfelsen, Balancieren im Slacklinepark, Wandern auf dem Erlebnissteg, Fahrten mit dem Piratenschiff oder Rätseln beim Naturparkmemory: Im Freigelände wird es nicht langweilig. Ab April gibt es die AlpSeePark-Pläne. red


KURZMELDUNGEN Wie gut läuft meine Solaranlage? len lediglich 20 Euro Selbstbehalt, den Rest übernimmt die Gemeinde – allerdings nur bis das Förderbudget ausgeschöpft ist. Gefördert wird der Check für Anlagen Baujahr 2011 und älter in den acht Gemeinden. red

Info: Anmeldungen unter www.energieregion-vorderwald.at oder direkt bei der Gemeinde

In der Regel werden kleine, aber folgenschwere Fehler wie Frostschutzmängel von Anlagenbesitzern nicht entdeckt – die Vorarlberger Naturparkgemeinden fördern einen Check durch Profis

Foto: Hartmut910/pixelio.de

Vorderwald: Die österreischischen Naturparkgemeinden fördern im Jahr 2014 einen Solaranlagen-Check für Privatbesitzer. Aus mehreren Untersuchungen ging hervor, dass jede dritte Solaranlage deutliche Mängel bezüglich Ertrag, Sicherheit und Zuverlässigkeit aufweist. Manche Mängel, wie zu wenig Frostschutz, können erhebliche Schäden an den Anlagen verursachen. Bei rechtzeitiger Behebung fallen dagegen nur wenige Euro an. Der Check im Wert von 180 Euro wird von Gerhard Ritter, Technisches Büro TB Ritter in Andelsbuch, durchgeführt. Solaranlageneigentümer bezah-

Foto: D. Metzing/BfN

Sag mir, wo die Blumen sind…

Das Dänische Löffelkraut hat sich laut dem neuen Atlas weit verbreitet. Durch seine Vorliebe für salzige Untergründe wächst es nun häufig entlang der Autobahnen, an denen regelmäßig gestreut wird

Deutschland: Der neue»Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands« des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) zeigt für ganz Deutschland, welche Pflanzenarten wo in der Natur vorkommen. Damit ist nun ein Datenschatz verfügbar, der umfassend Auskunft gibt über den Zustand der Natur und ihren ständigen Wandel und neue Auswertungen erlaubt. Der Atlas zeigt die Verbreitung von rund

3900 Pflanzen. Durch Erfassung gefährdeter Arten könnten somit Naturschutzmaßnahmen wie die Errichtung von neuen Schutzgebieten in Angriff genommen werden. red

Info: Der »Verbreitungsatlas der Farn-und Blütenpflanzen« ist im Buchhandel erhältlich. Verlag: Landwirtschaftsverlag, ISBN: 978-37843-5319-7, 912 Seiten, Preis: 69,95 Euro

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KURZMELDUNGEN

Immenstadt: Die Alpsee Bergwelt startet in die neue Saison. Ab der Bergstation erschließen sich zahlreiche Wanderpfade in die schöne Landschaft des Naturparks Nagelfluhkette. Zum Beispiel bei der Expedition Nagelfluh: Entlang der Erlebnisstationen können die großen und kleinen Wanderer Spannendes rund um den Naturpark entdecken. Das zugehörige »Entdeckerbuch« ist an der Talstation oder im AlpSeeHaus erhältlich. Abwärts geht es anschließend mit dem rasanten »Alpsee Coaster«: Auf knapp drei Kilometern führt Deutschlands längste Ganzjahres-Rodelbahn ins Tal. Beim Nachtrodeln vom 7. Juni bis 21. Juni und vom 12. Juli bis 13. September wird der Betrieb dank Flutlichtanlage mittwochs und samstags bis 22 Uhr verlängert. red

Foto: Alpsee Bergwelt GmbH

Gemütlich aufwärts, ganz schnell abwärts

Info: Alpsee Bergwelt, Ratholz 24, D-87509 Immenstadt, Tel. +49 8325 252, info@ alpsee-bergwelt.de, www.alpsee-bergwelt.de Auf den Outdoor-Spielplätzen der Alpsee Bergwelt sowie auf der Expedition Nagelfluh können kleine Gäste ihrem Bewegungsdrang freien Lauf lassen

Fotoschätze im Heimathaus

Er ist leicht wiederzuerkennen: Der Alpsee bei Bühl zählt heute zu den Naturjuwelen im Naturpark Nagelfluhkette

Sonthofen: Noch bis zum 22. Juni ist im Heimathaus Sonthofen die Fotoausstellung »Visuelles Gedächtnis Allgäu – Archiv Heimhuber« zu sehen. Kulturelle, wirtschaftliche und landschaftliche Entwicklungen sind ebenso dokumentiert wie gesellschaftliche und historische Ereignisse sowie private Szenen. Darunter befinden sich auch zahlreiche Motive aus dem Naturpark Nagelfluhkette – selbstverständlich lange vor seiner Gründung. Vor einigen Jahren entdeckte ein Team des Bayerischen Fernsehens bei Dreharbeiten den »Schatz« im Keller des Fotohauses in Sonthofen, der jetzt dort ausgestellt ist. red

Do, Sa, So von 15 bis 18 Uhr im Heimathaus Sonthofen, Sonnenstraße 1, D-87527 Sonthofen, Tel. +49 8321 3300, heimathaus@sonthofen.de, www.sonthofen.de 26

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Foto: Foto Heimhuber

Info: Öffnungszeiten von Di bis


KURZMELDUNGEN

Immenstadt: Die AllgäuSchau öffnet auch heuer vom 29. Mai bis 1. Juni täglich von 10 bis 18 Uhr ihre Pforten. Neben den zahlreichen Programminhalten gibt es wieder Mottotage: Am Donnerstag, dem Eröffnungstag, steht die Messe im Zeichen des Vatertags. Freitag wird zum Schul- und Sporttag erklärt, der Samstag steht unter dem Motto Familie und am Sonntag schließt die AllgäuSchau mit einem Freundinnentag ab. Erstmalig wird die Messe dieses Jahr auch nach Kempten wandern: Vom 9. bis 11. Mai wartet im Kemptener Eisstadion ein mindestens ebenso vielfältiges Programm auf die Besucher. red

Info: Weitere Informationen zum Messeprogramm gibt es unter www.allgaeuschau.de

Foto: Fuchs PR&Consulting

Jeder Tag mit neuem Motto

Auf dem Viehmarktplatz in Immenstadt steht in diesem Jahr das Tierzelt wieder für die Besucher offen

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KURZMELDUNGEN Familienexpedition durch die Bergwelt

Info: Hündlebahn: Tel. +49 8386 2720, E-Mail: info@huendle.de, www.huendle.de; Imbergbahn: Tel. +49 8386 8112, E-Mail: info@imbergbahn.de, www.imbergbahn.de

Foto: www.allgaeubilder.info

Oberstaufen/Steibis: Die Hündle- und die Imbergbahn, beide Startpunkt für zahlreiche Wanderungen durch die Nagelfluhkette und Partner-Bergbahnen der »Expedition Nagelfluh«, starten mit vielen Veranstaltungen und Angeboten in die neue Saison. Ob bei einer Käseverkostung bei der Oberen Hündle Alp oder einem schwindelfreien Besuch im Waldhochseilgarten Hauber am Imberg – besonders für Familien haben die Bergbahngebiete einiges zu bieten. Ab 6. Juni bis 26. September findet jeden Freitag um 11.30 Uhr der ökumenische Berggottesdienst am Hündle-Kreuz statt. Am 15. August um 10.30 Uhr beginnt der traditionelle Berggottesdienst an der Bergstation der Hündle-Gondelbahn mit anschließendem Frühschoppen. An der Imbergbahn findet am 7. und 28. August je um 17 Uhr ein ökumenischer Berggottesdienst für Familien statt. Für alle Veranstaltungen ist gutes Wetter Voraussetzung. red

Spass und Spannung garantiert der Themenweg der »Expedition Nagelfluh«.

TIPP Es hallt im Wald

Anlässlich seines 140. Geburtstages laden die Musiker des Vereins »Bergesecho« der Naturparkgemeinde Langenegg zum Bregenzerwälder Bezirksmusikfest ein

Vorarlberger Käsekönigin statt. Samstags sind zahlreiche Schützenvereine aus Vorarlberg zu Gast und treffen sich mit den Juppenträgerinnen aus dem Bregenzerwald. Ein weiterer Höhepunkt am Sonntag ist der Gesamtchor nach dem Fahneneinzug: Rund 1500 Musikanten spielen gemeinsam, begleitet von der Festmusik Oberreute, im Festzelt den neuen Marsch »Dir zum Gruß Land Vorarlberg« von Ludwig Bertel, jahrzehntelang Kapellmeister des Musikvereins Langenegg und weitum bekannter »Bregenzerwälder Dorfmusikant«. In der Festbroschüre wird erstmals ein geschichtlicher Rückblick auf ein halbes Jahrhundert Bezirksmusikfest zu finden sein, auch der Jubiläums-Verein kommt zu Ehren. Eine Besonderheit gibt es am Sonntag beim Festumzug zu sehen: Kürzlich wurde die Gründerfahne des MV »Bergesecho« Langenegg aus dem Jahr 1875 in Wien restauriert und wird beim Festumzug präsentiert. red

Fotos: Musikverein »Bergesecho« Langenegg

Das 140-Jahr-Jubiläum des Musikvereins »Bergesecho« Langenegg bildet den Hintergrund für das 49. Bregenzerwälder Bezirksmusikfest vom 26. bis 29. Juni. Alle Musikkapellen aus dem Bregenzerwald und zahlreiche Musikvereine aus der nahen Region reisen dann in die Naturparkgemeinde Langenegg. Am Donnerstagabend gibt es zum Auftakt einen musikalischen Sternaufmarsch. Samstags lädt der große Marschwettbewerb mit fast zwanzig teilnehmenden Musikvereinen ein. Täglich stehen weitere musikalische Höhepunkte auf dem Programm. Rund um die Musik haben sich die Langenegger noch einiges dazu einfallen lassen: Am Donnerstagabend findet die Wahl zur ersten

Info: 49. Bregenzerwälder Bezirksmusikfest, 26. bis 29. Juni 2014, Tel. +43 650 5952744, info@wald2014.at, wald2014 auf Facebook 28

NAGELFLUH

Besonderer Höhepunkt auf dem Fest wird die Wahl der Vorarlberger Käsekönigin sein.


KURZMELDUNGEN Milchstraßen – Wege der Allgäuer Milch Eine neue Sonderausstellung in Diepolz zeigt, welche Wege die Milch nimmt, sobald sie die Kuh erstmal verlassen hat. Beim Aktionstag am 7. Juli dreht sich alles um das Thema »Was frisst die Kuh?«

Foto: Dominik Ultes

Diepolz: In einer Sonderausstellung vom 13. April bis 2. November zeigt das Diepolzer Bergbauernmuseum die vielfältigen Wege der Milch, von der Erzeugung über die Verarbeitung bis hin zur Vermarktung. Das Spektrum ist groß: Heumilch, Hörnermilch, Biomilch, konventionelle Milchbetriebe, traditionelle Käseherstellung auf der Alpe oder Milchveredelung im Großbetrieb. Am 7. Juli veranstaltet das Bergbauernmuseum gemeinsam mit dem Naturerlebniszentrum Allgäu einen Aktionstag rund um das Thema »Was frisst die Kuh?«. Dort wird ausgehend vom neuen Ausstellungsbereich des Museums, einem begehbaren Kuhmagen-Nachbau, der Weg von der Milch zum vitaminreichen Grün zurückverfolgt. Besucher dürfen einige »Milchkräuter« selbst probieren. Die Sonderausstellung wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes. red

Info: Allgäuer Bergbauernmuseum, Diepolz 44, D-87509 Immenstadt-Diepolz, Tel. +49 8320 709670, info@bergbauernmuseum.de, www.bergbauernmuseum.de Anzeigen

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KURZMELDUNGEN Outdoor und Naturschutz im Einklang

Raus in die Natur, aber mit Rücksicht – für Partner der Marke Allgäu hat die Allgäu GmbH neue Rahmenbedingungen vereinbart, die Naturschutz und Outdoorangebote unter einen Hut bringen

Info: Weiteres zu den Markenpartnern und Qualitätskriterien gibt es auf der Homepage der Allgäu GmbH www.extranet.allgaeu.info

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NAGELFLUH

Foto: Volker Wille

Allgäu: Das Tourismus Marketing Unternehmen Allgäu GmbH hat gemeinsam mit Naturschutzverbänden fest definierte Qualitätskriterien im Outdoor-Bereich für Partner der Marke Allgäu erarbeitet. So müssen sich beispielsweise Anbieter von Bootstouren an bestimmte Jahres- und Tageszeiten halten, um die Tierwelt nicht zu stören. Die Ein- und Ausstiegsstellen werden mit dem Landesbund für Vogelschutz abgestimmt. Geo-Caching findet ausschließlich auf öffentlichen Wegen statt, ebenso wie Radtouren. Zudem sind hier Dämmerungs- und Nachtfahrten innerhalb von Naturschutzgebieten ausgeschlossen. Die Kriterien sollen zukünftigen Partnern eine Orientierungshilfe sein und die Qualität im Bereich sportlicher Freizeitangebote in unserer Region sichern. Zudem soll dieser Schritt eine Sensibilisierung für nachhaltigeres Wirtschaften und einem schonendem Umgang mit der Natur sein. red


TIERISCHES PORTRAIT

Der Grünspecht

Wenn aus dem Wald gellendes Lachen ertönt, dann kann es sich nur um den Vogel des Jahres handeln: Der farbenprächtige Grünspecht (Picus viridis) ist wegen seiner markanten Stimme auch als Lachvogel bekannt. Seine rote Kappe bescherte ihm außerdem Spitznamen wie »Fliegender Zorro« oder »Der Specht mit der Räubermaske«

Lithografie: Johann Friedrich Naumann

Vogel des Jahres Der Grünspecht wurde vom Bund Naturschutz Deutschland und dem Landesbund für Vogelschutz zum Vogel des Jahres 2014 gekürt. Der »Lachvogel« folgt damit der Bekassine, dem »Meckervogel« des Jahres 2013. Der Specht hat tatsächlich gut Lachen: Im Gegensatz zu seiner auf der Roten Liste stehenden Vorgängerin ist er nicht vom Aussterben bedroht. Mit der Prämierung soll auf seine positive Bestandsentwicklung hingewiesen werden.

Lebensraum im Naturpark Der fliegende Zorro bewohnt im Naturpark am liebsten tiefer gelegene, ameisenreiche Alpflächen. In manchen Regionen besiedelt der anpassungsfähige Vogel auch Stadtparks und Industriegebiete.

Höhlenbau als Ehetest Der gemeinsame Höhlenbau während der Paarungszeit im Frühling ist ein Ritual, das Männchen und Weibchen aneinander bindet. Zwischen April und Mai legt das Weibchen fünf bis acht weiße Eier. Beim Brüten wechselt sich das Paar ab. Nach 14 bis 17 Tagen schlüpfen die Jungen und werden nach einem Monat flügge. Im Spätsommer löst sich die Familie auf.

Der Grünspecht hat eine Leibspeise – Ameisen! Stundenlang stochert er konzentriert mit seinem kantigen Schnabel in der Erde herum und zieht die quirligen Insekten aus dem Boden. Hierbei hilft ihm seine bis zu zehn (!) Zentimeter lange, klebrige Zunge

Wichtiger Vermieter Fotos: Helmut J. Salzer/pixelio.de; Peter Kuehn, Rosl Roessner/NABU

Da der Grünspecht im Laufe seines rund siebenjährigen Lebens viele Höhlen »klopft«, ist er für zahlreiche andere höhlenbewohnende Arten ein unersetzbarer Baumeister, zum Beispiel für Meisen, Stare oder Kleiber. Fledermäuse, Siebenschläfer und Hornissen machen es sich ebenfalls gerne in verlassenen Grünspechthöhlen gemütlich. Frau Grünspecht blickt erhobenen Hauptes in die Zukunft: In Deutschland leben derzeit 42.000 Brutpaare, in Österreich sind es 10.000. Das sind mehr als doppelt so viele wie vor 20 Jahren

Es gibt nur feine äußerliche Unterschiede bei Grünspechten: Beim Weibchen (rechts) ist der Wangenfleck komplett schwarz, während er beim Männchen (oben links) nur schwarz umrandet ist. Das Gefieder der Jungvögel (unten links) ist gefleckt

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JUWELEN DES NATURPARKS

Der wilde Skulpturengarten Siplinger Nadeln

Die etwa 40 Meter hohe Siplinger Nadel am Wanderweg

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Harte Felsbänke und Spießwände zwischen grünen Alpweiden prägen das Landschaftsbild rund um das Naturjuwel

Der Siplinger Nasenbär – eine der charakteristischen Gesteinsformationen am Berg und ein beliebtes Fotomotiv unter Wanderern

Der 1746 Meter hohe Siplinger Kopf liegt nordwestlich des Riedberger Horns, zwischen dem Gunzesrieder Tal und Balderschwang. Er ist eine der seltsamsten Berggestalten unserer Region, denn die Natur hat hier aus Nagelfluh eine artenreiche Landschaft mit steilen Rippen und Felsnadeln geschaffen

N

icht nur ihre so unverwechselbare Form macht die Siplinger Nadeln zum Naturjuwel. Die Steinfiguren erheben sich aus einem der artenreichsten Lebensraumkomplexe des Naturparks Nagelfluhkette. Durch den ständigen Wechsel von Wald und Alpweiden können sich hier zahlreiche unterschiedliche Pflanzen und Tiere ansiedeln. Beispielhaft ist das Weidegebiet der unteren Wilhelmine-Alpe: Mit rund 290 dort kartierten Pflanzenarten zählt es zu den biologisch wertvollsten Gebieten im weiten Umkreis. Die alpinen Rasen bieten allerbeste Bedingungen für

viele Heilpflanzen und Bergkräuter wie die unter Naturschutz stehende Arnika oder den Thymian. Die Sibirische Keulenschrecke oder die Rotflügelige Schnarrschrecke fühlen sich in der saftig grünen Bergregion wohl. Beide Arten gehören zu den »tierischen Perlen« des Naturparks und kommen hier noch recht häufig vor. Selbst der Steinadler zieht hoch oben am Himmel seine Kreise. Ihre steile Form macht die große Siplinger Nadel auch zu einer beliebten Herausforderung für erfahrene Kletterer. Respektvoll wird sie von ihnen nur »die Nadel« genannt. ve

Fotos: Rolf Eberhardt, Siegfried Bruckmeier, Volker Wille

Aufstieg zu den Felsnadeln

Die Felsnadeln sind von pflanzenreichen Bergwiesen umgeben, die wiederum zahlreichen seltenen Tierarten ein grünes Zuhause sind. Die geschützte Arnika wächst hier in großer Zahl

Startpunkt für eine Wanderung zu den Siplinger Nadeln ist der Parkplatz im Gunzesrieder Tal auf 1050 Metern Höhe. Dieser ist über die Mautstraße ab Gunzesried-Säge zu erreichen. Von dort geht man über den Aubach und rechts 500 Meter am Bach entlang. Nach der erneuten Bachüberquerung geht es in den Wald und in Serpentinen schattig und moderat steil den halben Berg hinauf. Nach knapp einer Stunde erreicht man eine Weide und hat die erste Aussicht auf die bizarren Felsformationen. Je nach Belieben und Konstitution lässt sich diese Wanderung zu einer Rundtour um den ganzen Siplinger Kopf erweitern.

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KURZMELDUNGEN PREISRÄTSEL

Gewinnen Sie einen

unvergesslichen Tag

im Naturpark Nagelfluhkette Eine wilde Wasserfahrt auf der Iller, eine geführte Tour zu den schönsten Flecken unserer Landschaft oder ein eigenes Amulett aus Nagelfluh schleifen. In unserem großen Naturpark-Rätsel können Sie und Ihre Familie einen von drei ganz besonderen Tagen im Naturpark Nagelfluhkette gewinnen. Einfach das Lösungswort entschlüsseln und bis 1. Juli an unseren Verlag senden – vielleicht hatten Sie ein glückliches Händchen!

D

en Schlüssel zum Gewinn haben Sie in der Hand. Um die Antworten auf unsere dreizehn Fragen zu finden, müssen Sie nur das Naturparkmagazin ganz genau durchlesen. Sie verstecken sich mehr oder weniger offensicht-

lich in den Beiträgen. Aus den richtigen Antworten ergibt sich das Lösungswort. Dieses senden Sie bitte per Postkarte an: Nagelfluh – Das Naturparkmagazin, Stichwort »Preisrätsel«, Lachener Weg 2, D-87509 Im-

menstadt-Werdenstein oder per E-Mail an: nagelfluh@heimat-allgaeu.info. Einsendeschluss ist der 1. Juli 2014. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Viel Spaß beim Rätseln!

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11.

12. 13.

Fragen 1. Alpe, auf der Käse produziert wird (S.14) 2. Diese Bergschule ist Naturparkpartner (S.20) 3. Wie heißt der Berg, der symbolisch für den Nationalpark Berchtesgaden steht? (S.16) 4. Zusammenschluss, bei dem regionale Speisen »zum guten Ton gehören« (S.12) 5. Das Gasthaus »Adler« in Krumbach zählt zu den vier… (S.36) 34

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Lösungswort:

6. Was ist die Leibspeise des Grünspechts? (S.31) 7. Wie heißt die Geschäftsführer des Naturparks mit Nachnamen? (S.3) 8. Das Symbolgestein und Namensgeber im Naturpark (S.22) 9. Wer ist der schnellste Vogel der Welt? (S.19) 10. Wie viele Staaten sind Mitglied in der »Allianz der Alpen«? (S.8)

11. Kletterer nennen die Siplinger Gesteinsformation nur respektvoll »die…« (S.33) 12. Jeder Hund sollte dieses Kommando beherrschen (S.7) 13. Wie heißt das weltweit strengste Umweltsiegel im Textilbereich, das die Naturparkführer auf ihren Jacken tragen? (S.18)


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Foto: Spirits of Nature

1. Preis

Familienrafting auf der Iller Mit dem Naturparkpartner »Spirits of Nature« unterwegs: Einmal sein eigener Kapitän sein und in einem großen Raftingboot die Iller hinab paddeln. Es warten Strömungsschwimmen, Spiele und eine Überraschung auf die Gewinner unseres Hauptpreises. Bei der Halbtagestour über den wilden Bergfluss werden Sie von speziell ausgebildeten Guides betreut. Bei den Aktivitäten kommt nur geprüfte und hochwertige Sicherheitsausrüstung zum Einsatz, die von »Spirits of Nature« bereit gestellt wird.

www.spirits-of-nature.de

Foto: Hörnerdörfer Tourismus

2. Preis

Zu fünft auf Wunschtour mit dem Naturparkbus Mit Familie oder Freunden den Naturpark Nagelfluhkette erforschen: Das Angebot der Hörnerdörfer »Naturpark Nagelfluhkette Exclusive« beinhaltet sechs Touren in die schönsten Ecken des Naturparks (siehe Seite 21). Ob auf »Käse-Tour« durch den Bregenzerwald, einer Sonnenaufgangswanderung aufs Riedberger Horn oder einer großen Rundfahrt zu den »Perlen der Natur« – Sie wählen aus, welche Tour für Sie die Richtige ist und erleben einen ganz besonderen Tag im Naturpark www.hoernerdoerfer.de/naturpark-nagelfluhkette-exklusive

3. Preis

Foto: Thomas Niehörster

Nagelfluhkette.

Nagelfluh-Amulett selber schleifen Ein ganz persönliches Schmuckstück: An der Nagelfluhschleifstation im AlpSeeHaus können Ihre Kinder unter fachmännischer Betreuung aus einem Nagelfluhrohling ihr eigenes Amulett herstellen. Anschließend gibt es in der Erlebnisausstellung »Expedition Nagelfluh« viel zu entdecken. Auf den Heimweg nimmt man nicht nur ein blitzeblankes Amulett, sondern auch eine ganze Portion neues Wissen über den Naturpark Nagelfluhkette mit.

www.nagelfluhkette.info

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in Krumbach

Zwischen Torfmoosen, Moorbläuling und Streuwiesen – in den Mooren rund um Krumbach gibt es allerhand zu entdecken. Die Gemeinde hat deshalb für den Sommer ein umfangreiches Programm rund ums Moor gestaltet

D

ie Besonderheiten der Krumbacher Moorwelt kann man am besten in Begleitung der Moorführer entdecken. Ein Jahr lang wurden die dreizehn Naturpädagogen ausgebildet. Dabei eigneten sie sich Wissen zur Ökologie, Pflanzen und Tieren, Kulturgeschichte sowie zur Geologie in und um die Moore in Krumbach an. Neben den geführten Wanderungen bietet die Vorarlberger Gemeinde eine weitere Besonderheit: Die vier »Moorwirte« in Krumbach, Adler, Krumbacher Stuba, Rossbad und Schulhus, führen mindestens eine Speise

mit Moorbezug auf der Karte. Geheimtipp ist die »LiMo« geworden, ein von den Moorwirten kreiertes, alkoholfreies Getränk. An jedem ersten Donnerstagabend der Sommermonate ruft ein Moorwirt zum »Moorabend« in der Wirtstube: Ein Zwei-Gänge-Menü rund ums Moor begleiten der Musikverein Krumbach und die Bregenzerwälder Dichterin Birgit Rietzler. Jeweils in den Frühlings- (26. April bis 4. Mai) und Herbstmoorwochen (27. September bis 5. Oktober) servieren die Moorwirte besondere saisonale Köstlichkeiten zum Thema Moor.

Vor der Mahd im Herbst leuchten die Gräser und Kräuter der Moore in bräunlich-gelben Farben ganz im Gegensatz zum Grünfrosch, der sich im Moorwasser tummelt

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Fotos: Angelika Riedl, Klaus Riedel/Gemeinde Krumbach, Volker Wille

Moorsommer


Geführte Moorwanderungen 2014

Für Kinder von fünf bis zehn Jahren:

Treffpunkt/Termin

»Moorbläuling und Moorlimo« Samstag, 26. April, 10 Uhr, Tennisplatz Samstag, 4. Oktober, 10 Uhr, Tennisplatz

Tennisplatz: 3.5/24.5/31.5 Schulhus: 10.5 Dorfplatz: 17.5 (immer samstags, 10 Uhr) Tennisplatz: 5.6/12.6/19.6/26.6/31.7/7.8/14.8 Rossbad: 3.7/21.8 Blütenstil-Laden: 10.7/24.7 Schulhus:17.7/28.8 (immer donnerstags, 9.30 Uhr) Blütenstil-Laden: 6.9 Tennisplatz: 13.9 Schulhus: 20.9 Dorfplatz: 27.9 (immer samstags, 10 Uhr) (Dauer der Wanderungen: zwei Stunden, Preis pro Person: fünf Euro, Kinder bis 14 Jahre frei. Anmeldung unter Tel. +43 5513 8157)

Termine der Moorwirte »Gaumenfreuden und Sumpfromantik« 5. Juni, Schulhus, Reservierung: +43 5513 8389 »Bestes Essen mit Moor-Humor« 3. Juli, Krumbacher Stuba, Reservierung: +43 5513 8724 »Genussvoll schmausen und schmunzeln« 7. August, Rossbad, Reservierung: +43 5513 5110 »Herzhaftes wortwörtlich verfeinert« 4. September, Adler, Reservierung: +43 5513 8156-0 (Aperitif, Zwei-Gang-Menü, jeweils von 18.30 bis 21.30 Uhr, Preis pro Person: 35 Euro)

Perfekte Voraussetzungen für ungestörte Naturbeobachtungen bietet der »Moorraum«

Info: Aktuelles zu laufenden Aktivitäten sowie einen allgemeinen Überblick über die Moore gibt es bei der Gemeinde Krumbach, Dorf 2, A-6942 Krumbach, Tel. +43 5513 8157, gemeindeamt@krumbach.at, www.krumbach.at

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KURZMELDUNGEN SPIEL & SPASS

de

r!

Zwei Jäger si tzen auf der Der Rehbock Kanzel. kommt. »So«, Jäger, »Der Bu sagt der eine rsche kann se in Testamen chen!« Der Sc t mahuss kracht und der Bock unversehrt in springt die Büsche. Grinst sein Ku »Der läuft wah mpel: rscheinlich zu m Notar.« Familie Mü ller macht Wald. Nach eine Wand e erung durc ist der ideal in paar Stunden sagt h den Herr Müller: e Platz für ein Picknic »S c h au t mal, hier »Schatz, du k! hast wie im « Frau Müller entgegn et trocken: mer Recht: Hunderttau Ameisen kö send nnen nicht irren!« Ein Vertreter für Staubsauger kommt auf eine abgelegene Sennalpe. Er schüttet eine große n?« Rotkehlche Tüte Staub in die gute Stube und sagt zur Sennerin: »Ich »Was ist ein er Fisch!« f: kt se c Jo ü rr in ve Kle d so ein n e Ast!« g ir schwöre, dass ich jeden Fussel aufesse, den dieser Staubsau, h c st a: »A von A zu Klein Hann aber: Hüpft t ist!« h r e ger nicht wegsaugt!« »Prima«, antwortet die Sennerin, e st d r ie kt c Josef: »H ie verrü w in , le u K Löffel. d großen einen st mal h Ihnen ich e hole »dann a: »Da si Klein Hann Wir haben nämlich keinen Strom!« as er fragt: »W Klein Wern ?« d in ist W »Das ist t der Vater: e rt o tw n A h g eili at.« Luft, die es

Lach mal wie

Finde uns! In dieser Buchstabensuppe haben sich sechs besondere Tiere versteckt, die im Naturpark wohnen. Kannst du sie finden?

Foto: Volker Wille

Achtung! Es haben sich auch vier Tiere eingeschlichen, die eindeutig NICHT in unserer Heimat leben. Entdeckst du auch sie?

Lösung: Tiere aus dem Naturpark: Alpensalamander, Murmeltier, Rothirsch, Steinadler, Birkhuhn, Apollofalter Fremde Tiere: Giraffe, Papagei, Zebra, Schwertfisch

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A U E C B M G K E M U R H I B M S Y E P E A L A R U G Z A S T E F L E B N G W R D D U A S A Q D D I S C A L T Z N R B A W E U Y

G I U S M E U W A P N X B E I N R I K F H B U S H W N A P O U R

R A L D A C C A E E U N E J L U

A E T N G P O D F A S O R F L V

F K I D E B O L A E H O T G O F

F P E T I V F E U Q A T F N F E

E A R O T H I R S C H B I B A S

R A R O L U D O N U Y C S L L T

O X E E N A A H A D E J C A T A

H A B L I P T E B N H S N A W L V A H M K A W N H D X E E R O G

A K A G O S D J E F A I U M L U


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NAGELFLUH Frühjahr/Sommer 2014