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Jahresbericht Geschäftsjahr 2012 / 2013

universi tät liech tenstein

1. September 2012 bis 31. August 2013


MISSION STRATEGIE BACHELOR, MASTER UND PHD

FORSCHUNG

WEITERBILDUNG

WISSENS- UND TECHNOLOGIETRANSFER

NETZWERK

ZAHLEN UND FAKTEN

ORGANE

IMPRESSUM UND KONTAKT

Wissen erarbeiten und weitergeben

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Stillstand ist Rückschritt

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Transformation beginnt zu greifen Highlights

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Liechtenstein als Innovationsstandort stärken Ausgewählte Forschungsprojekte  : > Institut für Architektur und Raumentwicklung > Institut für Entrepreneurship > Institut für Finanzdienstleistungen > Institut für Wirtschaftsinformatik Highlights

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Selbstgestaltetes, lebenslanges Lernen Highlights

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Forschung plus Transfer gleich Innovation Ausgewählte Projekte  : > Institut für Architektur und Raumentwicklung > Institut für Entrepreneurship > Institut für Finanzdienstleistungen > Institut für Wirtschaftsinformatik > Konjunkturforschungsstelle Liechtenstein ( KOFL ) und KMU-Zentrum Highlights

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Internationale Vernetzung Internationaler Austausch Highlights

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Anzahl Studierende – Aus- und Weiterbildung Universitätspersonal der Universität Liechtenstein Jahresrechnung 2012 / 2013 Abnahme der Jahresrechnung 2012 / 2013

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Universitätsrat Revisionsstelle Rektorat Institutsleiter Bezüge des Universitätsrats und der Universitätsleitung

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Mission An der Universität Liechtenstein entstehen Ideen für die Entwicklung von Gesellschaft und Wirtschaft. Die Basis dafür bilden fachlich kompetente und kritisch reflektierende Persönlichkeiten, die sich bei uns einbringen und entfalten können. Regionale Relevanz und internationale Reputation Unsere Forschungsthemen sind international gefragt und weisen einen starken Bezug zur regionalen Wirtschaft und Gesellschaft auf. Die Forschungstätigkeit orientiert sich an höchsten internationalen Standards. Unsere Ergebnisse werden weit über die Region hinaus beachtet und fördern die Reputation Liechtensteins als Wissenschaftsstandort. Lebenslanges Lernen und didaktische Qualität Wir fördern lebenslanges Lernen durch didaktisch und akademisch anspruchsvolle Lehre. Dies gelingt durch Programme mit vorwiegend regionaler Ausrichtung als auch durch solche mit internationalem Fokus. Nutzen und Innovationskraft Das Zusammenspiel von Forschung und Vermittlungskompetenz ermöglicht Transfer­ projekte, die hohen Nutzen für den Standort bringen. Die Universität Liechtenstein ist damit eine wesentliche Innovationskraft in der Region. Diskurs fördern und Verbindungen schaffen Die Universität Liechtenstein bietet Raum für offenen Dialog. Die aktive Einbeziehung der Bevölkerung berücksichtigt unterschiedliche Sichtweisen und schafft Verbindungen zwischen Universität und Gesellschaft.

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« Stillstand ist Rückschritt » Die Universität Liechtenstein richtete im Geschäftsjahr 2012 / 2 013 ihr Hauptaugenmerk auf die strategische Weichenstellung als regional verankerte Universität, die sich in die internationale Wissensgemeinschaft integriert. Im Interview beleuchten Dr. Volker Rheinberger, Präsident des Universitätsrats, und Rektor Klaus Näscher die Grundpfeiler der Strategie und die weitere Entwicklung. Herr Dr. Rheinberger, das Geschäftsjahr 2012 / 2 013 war für den Universitätsrat das Jahr der Strategieentwicklung. Wohin geht künftig die strategische Reise ? Volker Rheinberger  : Das abgelaufene Geschäftsjahr stellte tatsächlich eine anspruchsvolle Phase der Strategieentwicklung dar. In mehreren Runden beschäftigte sich der Universitätsrat äusserst intensiv mit der Perspektive für die Universität bis ins Jahr 2020. Diesen Workshops ging eine Reihe von Gesprächen mit Vertretern verschiedener Anspruchs- und Interessengruppen voran. Auf dieser Grundlage erstellte der Universitätsrat eine strategische Planung für die Jahre 2014 bis 2020, welche die wesentlichen Stossrichtungen beibehält und verstärkt : Im Vordergrund stehen dabei die regionale Relevanz und internationale Strahlkraft durch Fokussierung, das Augenmerk auf Qualität und die Sicherstellung der Ressourcen. Diese Planung fand Eingang in den Bericht und Antrag der Regierung, welche der Landtag im November 2013 verabschiedete.

Wie schätzt das Umfeld die Entwicklung der Universität ein, welche Erwartungen haben Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ? Volker Rheinberger  : Aus Sicht der Wirtschaft ist die Position sehr klar : Unternehmer und Unternehmen nehmen die Universität als wichtigen Partner wahr und formulieren auch klare Erwartungen zur Förderung der Wirtschaft. In der Politik sind Erwartungen und Bilder entsprechend der gesellschaftlichen Vielfalt differenzierter. In der Landtagssitzung im November 2013 zeigte sich diese Vielschichtigkeit, und über die Universität Liechtenstein wurde sehr intensiv diskutiert. Diese Sitzung sowie die Gespräche im Vorfeld zeigten sehr unterschiedliche Positionen, wobei die Rolle der Universität durchaus gewürdigt wurde. Jetzt gilt es für den Universitätsrat, auf die Meinungen einzugehen und die Positionen sowie die Bedeutung der Universität vertieft zu vermitteln.

Diese Diskussion betraf den Staatsbeitrag an die Universität. Eine Herausforderung ? Volker Rheinberger  : Ja, in unserer Planung sind wir davon ausgegangen, dass wir uns vor allem der Konsolidierung widmen, um die weiteren Entwicklungsschritte der noch jungen Universität abzusichern. Der Budgetvorschlag zielte deshalb nicht auf eine politische Positionierung ab, sondern auf eine realistische Einschätzung für die Zukunft des Hauses. Herr Näscher, die Strategie bedeutet keine Kehrtwende, sondern Weiterentwicklung : Welche Schwerpunkte konnten Sie mit Ihrem Team im abgelaufenen Geschäftsjahr setzen ? Klaus Näscher  : Wir sind froh, dass der eingeschlagene Weg nun fortgeführt werden kann. Eine Universität ist in ihrem Wesen langfristig angelegt, indem sie Wissen aufbaut und dieses vermittelt. Die bereits angepackten Schwerpunkte werden wir deshalb bis 2020 beibehalten und vertiefen : Das betrifft zum einen die fokussierte universitäre ­Forschung, zum anderen die Lehre, die 7


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begeistert. Jetzt gerade greift der Wandel im didaktischen Konzept vom professoralen Lehren hin zum studierendenzentrierten Lernen. Gleichzeitig haben wir mit der Umsetzung von insgesamt 42 Massnahmen begonnen, die in unserer strategischen Planung bis 2020 festgesetzt sind. Dabei hinterfragen wir auch Organisationsstrukturen und Abläufe, um uns auf bestehende und künftige Herausforderungen auszurichten. Wie behauptet sich die Universität Liechtenstein in ihrem dritten Jahr als Mitspieler am Markt für tertiäre Bildung ? Klaus Näscher  : Entscheidend sind die Rückmeldungen von aussen. Dort stellen wir fest, dass wir von anderen Hochschulen und wissenschaftlichen Netzwerken immer stärker als gute Universität wahrgenommen werden. Das drückt sich auch durch unsere Mitgliedschaft in führenden Verbänden aus. Und bei Studierenden oder in der Forschungsgemeinschaft ? Klaus Näscher  : Bei Studierenden werden wir immer stärker als spannende Alternative wahrgenommen, wie uns sowohl die Anzahl als auch die Qualität der Bewerbungen zeigen. Und schliess8

lich sind wir in der Forschung als vollwertiger Partner anerkannt, wie zuletzt als Höhepunkt das Projekt FluidGlass gezeigt hat, bei dem die Universität Liechtenstein ein von der Europäischen Kommission gefördertes Projektvolumen von EUR 5,10 Mio. koordiniert. Herr Rheinberger, an welchen Beispielen lässt sich festmachen, dass die Universität einerseits regionale Relevanz hat, andererseits internationale Strahlkraft entwickelt ? Volker Rheinberger  : Diese beiden Aspekte sind ein wesentlicher Bestandteil der Strategie und entsprechend gut abgestützt. Zum Stichwort regionale Relevanz : Hier stellen wir vor allem Expertise und Beratung in Transfer­ projekten zur Verfügung, zum Beispiel zu Steuer­f ragen, im Bankensektor, aber auch mit der Industrie, die sich wirtschaftlich positiv auswirken. Zur internationalen Sichtbarkeit bauen wir unsere Netzwerke auf und aus, wie das etwa durch Kontakte mit den weltweit führenden Universitäten in Singapur, Hongkong und Brunei erfolgte. Damit wird auch das Land Liechtenstein als Innovations­ standort sichtbar, und unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler agieren im Ausland letztlich als Botschafterinnen und Botschafter.

Der Status als Universität bedeutet nicht zuletzt universitäre Forschung und Transfer der Ergebnisse in die Praxis. Wie positioniert sich hier die Universität Liechtenstein ? Volker Rheinberger  : Forschung dient dem Erkenntnisgewinn, Forschung soll die Grenzen des bisher Bekannten ausdehnen. Mittel- bis langfristig geht es aber auch darum, Ergebnisse wirtschaftlich umsetzbar zu machen. Hier sehen wir unsere Stärke darin, neueste Erkenntnisse der Wirtschaft und Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. Und dann steht natürlich jeder einzelne Lehrstuhl in der Pflicht, diese Erkenntnisse auch in die Lehre und in die Weiterbildung mit einfliessen zu lassen. Denn sonst haben wir Stillstand – und Stillstand bedeutet in der Wissenschaft Rückschritt. Der Kernauftrag des Eigentümers liegt neben der Forschung in der konsekutiven Lehre. Welche Entwicklung am Markt sehen Sie ? Klaus Näscher  : Die Nachfrage nach Studienplätzen an der Universität Liechtenstein ist für das Studienjahr 2013 / 2014 stark angestiegen. Wir sehen darin ein gutes Zeichen für die Qualitätsanstrengungen im abgelaufenen Geschäftsjahr


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und können mit Stolz festhalten, dass unsere Programme die Bedürfnisse des Marktes treffen. So ist es etwa ein Gütesiegel, dass die allermeisten Absolven­ tinnen und Absolven­ten bereits vor ihrem Abschluss einen Arbeitsplatz haben, überwiegend sogar im Land oder in der Region. Wir überprüfen unsere Bachelor- und Masterstudiengänge sowie die Weiterbildungsangebote ­p ermanent auf ihre Marktfähigkeit und Relevanz. Daraus entstehen auch ­A nstösse für neue Angebote. Wir wollen nicht bloss kanonisches Wissen vermitteln, sondern eine breite Befähigung für die künftigen Herausforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft ermöglichen. Darunter verstehen wir letztlich eine Kompetenz- und Persönlichkeitsentwicklung für ein erfülltes Leben. Wie entwickelt sich der Bereich der Weiterbildung ? Klaus Näscher  : In der Weiterbildung sind unsere Angebote in hohem Mass der Konjunktur ausgesetzt. Vor allem in den Bereichen Finanzdienstleistungen und Management zeigen die Unternehmen Zurückhaltung in den Weiterbildungsbudgets, und die Nachfrage sinkt. Als Konsequenz übertragen wir unsere Forschungsschwerpunkte stärker auf exekutive Masterprogramme, für die die Nachfrage über die Region hinausreicht. Unter welchen Rahmenbedingungen setzen Sie die aktuell gültige Strategie um, welche Entwicklung benötigen Sie für den künftigen Erfolg ?

Welche drei Punkte werden über den Erfolg der Strategie 2014 bis 2020 entscheiden ? Klaus Näscher  : Natürlich sind das einmal die Finanzen. Dazu kommt die Fähigkeit, die bestmöglichen Mitarbeitenden zu gewinnen, und schliesslich die notwendige Unterstützung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Volker Rheinberger  : Die angesprochene Unterstützung entspricht auch unserem Bestreben nach regionaler Verankerung. Hier haben wir sicher noch weitere Aufgaben in der Sichtbarkeit der Universität Liechtenstein vor uns. Vielen Dank für das Gespräch.

Hilti und Universität Liechtenstein setzen erfolgreiche Zusammenarbeit fort Die Hilti Aktiengesellschaft hat mit der Universität Liechtenstein die Vereinbarung für den Hilti Lehrstuhl am Institut für Wirtschaftsinformatik bis 2015 v­ erlängert. Ebenfalls fortgesetzt wird das europaweit einzigartige Hilti ­Fellowship-Programm. Der Hilti Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Geschäftsprozessmanagement ist 2007 eingerichtet worden, um zwischen Wissenschaft und Wirtschaft eine weitere praxisnahe Zusammenarbeit zu etablieren. Dieses Ziel sei in den letzten fünf Jahren zweifellos erreicht worden, so das Fazit von Klaus Risch, globaler ­Personalleiter bei Hilti. Mit der erneuerten Vereinbarung zum Hilti Lehrstuhl an der Universität Liechtenstein will Hilti weiterhin eine solide Basis für weitere Forschungs- und Ausbildungsaktivitäten gewährleisten. Zum Leistungsausweis des Lehrstuhls zählen unter anderem die Ausbildung von mehr als 200 Studierenden im Rahmen der Bachelor-, Master- und Doktoratsstudiengänge sowie rund 150 wissenschaftliche Publikationen zu Forschungsergebnissen in renommierten Fachformaten. Zudem wurden über 30 praxisorientierte Forschungsprojekte umgesetzt und Kompetenzzentren eingerichtet, um im Sinne der Standortförderung den Wissenstransfer in die Wirtschaft zu beschleunigen.

Klaus Näscher  : Wir sind realistisch : Der Staatsbeitrag stagniert, beim Raum­ bedarf stecken wir in einer äusserst schwierigen Situation. Deshalb müssen wir uns künftig noch stärker, als das bisher – auf überdurchschnittlich hohem Niveau – der Fall war, über Drittmittel und Transferleistungen finanzieren. Gegebenenfalls gilt es, weitere Stiftungslehrstühle einzurichten, denn ein gewisses Mass an Wachstum ist nötig.

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Martin Ott und Claudia Salzgeber

Aus der Region, für die Region Persönlich, klein, hoher Praxisbezug. Redet man mit Studierenden der Universität Liechtenstein, dann herrscht grosse Einigkeit über die Vorzüge ihrer Bildungseinrichtung. Auch Claudia Salzgeber und Martin Ott wissen, was sie der Uni zu verdanken haben. Gemeinsam führen sie das ArchitekturAtelier am Ortsrand von Vaduz. Von Michael Dünser Für Rektor Klaus Näscher sind die 37-jährige Feldkircherin und der 34-Jährige aus Ruggell « ein schönes Beispiel dafür, dass wir Fachkräfte hier aus der Gegend zur Selbstständig­ keit in Liechtenstein befähigen ». Die Bestätigung folgt auf den Fuss. « Was wir können, haben wir hier gelernt und setzen es hier ein » – die beiden sind stolz auf die Verankerung in der Region. « W ir leben in einem Gebiet mit einer unglaublich starken Architektur », betont Martin Ott. Von Fachleuten aus diesem Umfeld an der Uni lernen zu dürfen, sei bis heute ein Trumpf geblieben. « K lein und direkt », beschreibt er « eine Atmosphäre, die uns sehr authentisch auf eine in jeder Beziehung anspruchsvolle Praxis vorbereitet hat ». Heisst übersetzt, dass die Zeiten der designverliebten Selbstverwirklicher in der Branche immer mehr der Vergangenheit angehören. « M ehr pragmatisch, weniger intellektuell », sagt Claudia Salzgeber dazu. In der intensiven Auseinandersetzung mit den Bauherren entstehen Räume, die den tatsächlichen Bedürfnissen entsprechen. « Das packen wir dann in einem zweiten Schritt in gute Architektur. » So einfach ist es, wenn man das richtige Rüstzeug mit auf den Weg bekommt. « Kopf, Herz und Bauch müssen bei einem guten Architekten passen », ist Martin Ott überzeugt. Dann könne man « im Sinne des Auftraggebers und zu unserem eigenen Wohl Chancen ergreifen und dennoch konstant und berechenbar bleiben ».

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Vorzeigeobjekt : die Hilti Kindertagesstätte in Schaan

Der Weg in die Selbstständig­keit zeichnete sich bei Claudia Salzgeber und Martin Ott früh ab. Schon während des Studiums reifte der Plan, gemeinsam ein Büro zu gründen. Ihren ersten Wettbewerb als Arbeitsgemeinschaft haben die beiden zwar nicht gewonnen. Beruflich gefunden haben sie sich dabei dennoch. Nach weiteren Erfahrungen in der Praxis wurde mit der Eröffnung des ArchitekturAtelier Ernst gemacht – Studieren an der Universität Liechtenstein verbindet. Grenzüberschreitend Entstanden ist ein Rheintaler Büro, wie es Claudia Salzgeber umschreibt. Die Mitarbeitenden kommen aus Liechtenstein, der Ostschweiz und Vorarlberg. In allen drei Ländern werde auch geplant und gebaut. Multikulti im Kleinen. Und im Feinen. Highlight in der noch jungen Unternehmensgeschichte ist die Kindertagesstätte auf dem Hilti Areal in Schaan. Dass Claudia Salzgeber und Martin Ott mit der Generalplanung betraut wurden, sei « eher unüblich, aber ein Modell mit Zukunft ». Nicht zuletzt, weil dadurch bei Hilti wenig personelle Ressourcen benötigt wurden. Das erfordere « ein hohes Vertrauen in ein junges Büro ». Aber die Chemie habe einfach von Anfang an gestimmt – fachlich wie menschlich, was für den Erfolg des Projekts von besonderer Bedeutung gewesen sei.

Zusammengefasst : >> Martin Ott und Claudia Salzgeber haben gemeinsam in Vaduz studiert und 2005 bzw. 2006 mit dem « Master of Science in Architecture » abgeschlossen >> 2012 : Gründung des gemeinsamen Büros « A rchitekturAtelier » in Vaduz >> Vorzeigeprojekte sind unter anderem die Hilti Kindertagesstätte in Schaan und die Erweiterung der Primarschule in Ruggell

Den Schritt in die Selbstständig­keit haben Claudia Salzgeber und Martin Ott nie bereut. « D er ständige Austausch bringt uns weiter. Die gemeinsame Verantwortung gibt uns Rückhalt. » Und Raum für noch wichtigere Geschichten, die das Leben schreibt. Claudia Salzgeber wurde im Vorjahr Mama eines heute eineinhalbjährigen Mädchens – genau zu dem Zeitpunkt, als die Baueingabe für Hilti anstand. Seitdem arbeitet sie zu 70 Prozent im ArchitekturAtelier – und ist stolz darauf, dass sich Familie und Beruf unter einem Dach vereinen lassen.

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bache lor, master und phd


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Transformation beginnt zu greifen Im Bereich der konsekutiven Lehre liefen im Studienjahr 2012 / 2 013 an der Universität Liechtenstein zwei Entwicklungen parallel : Einerseits galt es, die Strategie entsprechend den Anforderungen des Eigentümers weiter zu verfeinern, andererseits wurden zeitgleich wichtige Projekte der Strategieumsetzung bereits gestartet, um den Qualitätsansprüchen an die Universität noch besser gerecht zu werden. Prof. Dr. Michael Hanke, Prorektor für Lehre, erläutert im Gespräch die Herausforderungen auf dem Weg der Transformation. Herr Prof. Hanke, welche Meilensteine konnte die Universität Liechtenstein mit Blick auf die Strategie im abgelaufenen Studienjahr erreichen ? Michael Hanke  : Das sichtbarste Ergebnis ist hier wohl das neue Curriculum – kurz gefasst also das Lehrprogramm mit den Lehr- und Lernzielen sowie dem zugrunde liegenden didaktischen Konzept – im Bachelorstudiengang Betriebswirtschaftslehre ( BWL ). Dieses Programm dient uns sozusagen als Vorreiterstudi­ engang. In den anderen Programmen stehen Änderungen noch an. Können Sie Beispiele für die Neuerungen anführen ? Michael Hanke  : Mit dem Bachelorstudiengang BWL sind wir nun universitärer. Das bedeutet, dass die Anwesenheits­ zeiten reduziert wurden und die Eigenverantwortung der Studierenden betont wird. Eine Zielsetzung dabei war auch, den Vorteil des überdurchschnittlich

günstigen Betreuungsverhältnisses an unserer Universität noch besser spürbar zu machen und das Lernen in kleineren Gruppen zu forcieren. Die Neuerungen betreffen aber auch die Didaktik – die Lernprozesse : Hier steht die Vernetzung der Inhalte und deren Anwendungsnutzen im Vordergrund. Welche quantitative und qualitative Entwicklung nahm die Lehre im abgelaufenen Geschäftsjahr ? Und können Sie einen Ausblick geben ? Michael Hanke  : In den Bachelorstudiengängen erlebten wir für 2012 / 2013 Rückgänge bei den Anmeldungen und bei den Studienanfängerinnen und -anfängern. Das ist noch der Umstellung von der Hochschule zur Universität geschuldet. Bislang waren wir  Regionalversorger  im Fachhochschulbereich, jetzt sind wir aber mit allen Konsequenzen in eine neue Liga vorgedrungen. Erfreulich ist zu vermerken, dass die Transformation jetzt zu greifen beginnt

und wir für das Studienjahr 2013 / 2014 eine Rekordzahl von Anmeldungen und Studienanfängerinnen und -anfängern verzeichnen durften. Gibt es schon Beispiele für die « L ehre, die begeistert », wie sie die Strategie vorsieht ? Michael Hanke  : Wir haben markante Veränderungen in der Didaktik vorgenommen und die Qualität nach oben geschraubt. Nach dem erheblichen ersten Aufwand für die Vorbereitungen sind die Dozierenden jetzt aber sehr positiv gestimmt. Und umso wichtiger : Wir bekommen nun sehr positive Rückmeldungen von Studierenden auf diese Umstellungen. Diese Studierenden erkennen den Wandel von der puren Vermittlung kanonischen Wissens hin zur Entwicklung von Kompetenzen. Denn damit können sie sich zu starken Persönlichkeiten entwickeln. Die Zufriedenheit unter den Studierenden, die sich auf das Konzept einlassen, ist sehr hoch, und wir 13


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sehen mehr und mehr intrinsisch motivierte junge Menschen im Haus. Sie betonen die Qualitätsorientierung der Universität Liechtenstein. Wann erfolgen Akkreditierungen, wann wird die Universität in Rankings ­aufgenommen ? Michael Hanke  : Die Universität Liechtenstein ist neu Mitglied der beiden renommierten Akkreditierungsorganisationen AACSB International und EFMD. Für die Wirtschaftswissenschaften in unserem Haus streben wir eine Systemakkreditierung bei AACSB an, wobei das ein mehrjähriger Prozess ist, der uns wahrscheinlich bis 2017 begleiten wird. Zu den Rankings : Wir nehmen aktuell bei der ersten Durchführung von U-Multi­r ank mit einem Fokus auf die Qualität der Lehre teil. Wir streben aber keine Aufnahme in Rankings an, die typischerweise auf sehr lange Zeiträume und ein breites Kompetenzspektrum in der ­Forschung angelegt sind, weil wir hier mit zwei Fakultäten nur sehr schwer Sichtbarkeit erzielen können. Wie entwickelt sich die Weiterbildung angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage im Land ? Michael Hanke  : Wir sehen Licht und Schatten. Bei unseren Weiterbildungs­ angeboten im obersten Segment, den Executive-Master- bzw. LL.M.-­Studiengängen, spüren wir die angespannte Lage zwar auch, aber der Anteil an Eigen­f inanzierung ist hier ­tendenziell höher. Deshalb ist die Nachfrage nach diesen Studiengängen erfreulich. Unterhalb dieses Segments bemer-

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ken wir aber die drastisch reduzierten Weiterbildungsbudgets der Banken. Im Treuhandsektor führt der Umbruch des Marktes zu einer Unsicherheit in der gesamten Branche, die sich negativ auswirkt. Trotz der wirtschaftlichen Lage entwickelt sich die Weiterbildung im Bereich Entrepreneurship immer noch gut. Allgemein prüfen wir, wo wir mit den vorhandenen Kompetenzen neue Produkte anbieten können. Welche weiteren Entwicklungen stehen für die Lehre an ? Michael Hanke  : Auch in unseren Masterstudiengängen gilt es, verstärkt eine intensivere und auch interaktivere ­Ausbildung zu gestalten. In die neuen didaktischen Konzepte werden wir noch stärker die Vor- und Nachbereitung ­integrieren. Dazu ist es auch nötig, Dozierenden eine didaktische Weiter­ bildung anzubieten, damit die neuen Formate, die einer Universität entsprechen, auch richtig greifen.

Universität Liechtenstein – Mitglied der European University Association Anlässlich der Sitzung des EUA-Rats und der Generalversammlung in Vilnius begrüsste die European University Association (EUA) die Universität Liechtenstein als neues Mitglied. Mit dem rechtskräftig unterschriebenen Vertrag geht die junge Universität einen weiteren Schritt Richtung internationale Anerkennung. Die EUA ist die wichtigste Organisation der Hochschulgemeinschaft in Europa. Die EUA-Mitgliedschaft ist offen für einzelne Hochschulen und nationale Rektorenkonferenzen sowie für Verbände und Netzwerke von Hoch­ schulinstitutionen. Mit rund 850 Mitgliedern in 47 Ländern zielt die EUA auf die Stärkung und Unterstützung von Universitäten in Europa durch gezielte Aktivitäten ab. Diese Aktivitäten umfassen den politischen Dialog, ­Konferenzen, Workshops und Projekte.


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Bachelor-, Master- und Doktoratsstudiengänge ( Studienjahr 2012 / 2013 ) Undergraduatestufe >> Bachelorstudiengang Architektur >> Bachelorstudiengang Betriebswirtschaftslehre >> Bachelorstudiengang Wirtschafts­ informatik ( auslaufend ) Graduate School >> Masterstudiengang Architecture >> Masterstudiengang Banking and Financial Management >> Masterstudiengang IT and Business Process Management >> Masterstudiengang Entrepreneurship >> Doktoratsstudiengang Architektur und Raumentwicklung >> Doktoratsstudiengang Wirtschaftswissenschaften Vollständige Übersicht  : www.uni.li > Studium

Liechtenstein, international vernetzt Bereits im April 2010 hat das Organ für Akkreditierung und Qualitätssicherung OAQ bescheinigt, dass die Universität Liechtenstein Schweizer Qualitätskriterien erfüllt. Seit Dezember 2012 ist die Fakultät Wirtschaftswissenschaften der Universität Liechtenstein Mitglied der beiden renommierten Akkreditierungs­o rganisationen AACSB International und EFMD. Akkreditierungen sind für Universitäten und Hoch­s chulen ein wichtiges Werkzeug für die Qualitätssicherung. Unabhängige Organisationen, meist Non-ProfitGesellschaften, beurteilen dabei die Qualität von Lehre und Studium. Das verbessert die internationale Vergleichbarkeit von Universitäts­ abschlüssen und erhöht die Transparenz der einzelnen Studiengänge. Mit der Mitgliedschaft in der EUA hat die Universität einen weiteren Schritt in Richtung internationale Anerkennung ihrer hohen Leistungsstandards gemacht.

50 Jahre Architekturausbildung Im Jahr 2013 feierte das Institut für Architektur und Raumentwicklung sein 50-jähriges Bestehen. In all den Jahren haben Neugierde, Ausdauer und Mut zum Experiment die Arbeit von Dozierenden, Mitarbeitenden und Studierenden geprägt. Aus gegebenem Anlass hat das Institut Postkarten an Absolven­tinnen und Absolven­ten, ehemalige Mitarbeitende und Freunde des Instituts in der ganzen Welt versendet, um unterschiedlichste architektonische Visionen zu erhalten. Die individuellen Ergebnisse wurden im Juni im Rahmen einer Vernissage präsentiert. Die Ausstellung « Wenn Architektur … » im Foyer der Universität Liechtenstein machte die Werke für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich. Eine Auswahl der überwältigenden Zahl an Beiträgen wurde in einer Publikation zusammengefasst. Anlässlich des Jubiläums fand im Mai das Architektursymposium « 5 plus 5 of 5 from Liechtenstein » statt. In Kurzvorträgen à 15 Minuten kamen fünf Dozierende und fünf Studierende aus fünf Jahrzehnten zu Wort. Darunter die ehemaligen Dozierenden Werner Binotto, Kantonsbaumeister St. Gallen, der in der Schweiz lebende mexikanische Architekt Xavier Calderon und Hansjörg Hilti, der ehemalige Institutsleiter und Prorektor der Universität Liechtenstein. Im Juni lud das Institut die interessierte Öffentlichkeit zu diversen Veranstaltungen auf dem Campus der Universität Liechtenstein ein : Eine Ausstellung, eine Buch­ präsentation, die Schlusskritik und ein Architekturvortrag standen auf dem Programm.

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Auszeichnungen und Preise Aga Khan Award und Piranesi Award für Bernardo Bader DI Bernardo Bader, Architekt und Lehrbeauftragter der Universität Liechtenstein, wurde für seinen Entwurf des muslimischen Friedhofs in Altach / Ö sterreich als eines von fünf weltweit ausgewählten Projekten mit dem Aga Khan Award for Architecture 2013 ausgezeichnet. Den Preis rief der Aga Khan 1977 ins Leben, um Baukonzepte zu ermitteln, die die Bedürfnisse und Erwartungen von Gemeinschaften, in denen Muslime besonders präsent sind, erfolgreich in Angriff nehmen. Für das Projekt in Altach erhielt Bernardo Bader im Dezember 2012 zudem den Piranesi Award 2012. Auszeichnung zum IT Student of the Year Der schweizweit organisierte Wettbewerb « Avaloq IT Student of the Year » zeichnet besonders engagierte Studierende für die kreativste Lösung einer IT-Herausforderung aus. Den Preis im Jahr 2013 – ein Around-the-World-Ticket – gewann Claudio Ceccotti, Student im Masterstudiengang IT and Business Process Management. Er konnte sich mit seiner Idee eines simulationsbasierten Planspiels gegen Mitbe­werberinnen und Mitbe­werber aus der gesamten Schweiz durchsetzen. Banking Award Liechtenstein 2012 Hervorragende wissenschaftliche Leistungen von Wolfdieter Schnee, Jürgen Wachter, Manuel Keller und Johannes Schlotmann im Rahmen ihrer Thesisprojekte : Im November 2012 wurden vier Absolventen der Bachelor- und Masterstudiengänge an der Universität Liechtenstein aus dem Bereich Banking und Finance mit dem begehrten Banking Award 2012 ausgezeichnet. Eine vierköpfige Fachjury bewertete die Arbeiten des Wettbewerbs, der vom Liechtensteinischen Bankenverband und vom Institut für Finanzdienstleistungen der Universität Liechtenstein gemeinsam ausgerichtet wird. Medaillen und Preise für das Institut für Architektur und Raumentwicklung Deutsche Prämierungen und Stipendien Der Bachelorabsolvent Jakob Fink aus Deutschland und die Bachelorabsolventin Severine Frehner aus der Schweiz erhielten ein DETAIL-Stipendium im Wert von EUR 500 monatlich für ein Jahr. Zum zweiten Mal vergaben die internationale Architekturfachzeitschrift « DETAIL » und die Sto-Stiftung das DETAIL-Stipendium zur Förderung junger Hochschülerinnen und Hochschüler aus dem Bereich Bauwesen und Architektur. Prof. Urs Meister gewann beim internationalen Architekturwettbewerb Best Architects 2013 für seinen Entwurf eines Wohn­hauses in Küsnacht die Goldmedaille. Die Auszeichnung « Best Architects » gilt als Gütesiegel für herausragende architektonische Leistung. Österreichische Preise Die Lehrbeauftragten Kathrin Aste und Hannes Stiefel erhielten für ihren Entwurf des Eduard-Wallnöfer-Platzes in Innsbruck den 1. Preis des Landes Tirol für Neues Bauen 2012. Sie sind mit diesem Projekt auch für den European Union Prize for Contemporary Architecture – Mies van der Rohe Award 2013 nominiert. Die Kulturabteilung im Amt der Tiroler Landesregierung zeichnete darüber hinaus den Lehrbeauftragten Rainer Köberl mit dem Preis für Neues Bauen 2012 aus. Sein Modell des Rathauses und Stadtplatzes Kufstein sowie sein Entwurf der BTV-Zweigstelle Mitterweg in Innsbruck überzeugten die Jury. Schweizer Auszeichnungen Prof. Dietrich Schwarz belegte mit seiner Wohnüberbauung « Im Langacher » den 2. Rang (Region Nord) beim renommierten Prix Lignum 2012 und erhielt eine Anerkennung (Region Zentrum) für seine Wohnüberbauung « Silence » in St. Erhard. Prof. Conradin Clavuot erhielt einen Anerkennungspreis (Region Ost) beim Prix Lignum für sein Modell der Bäckerei Merz in ­Chur und den ­Sonderpreis Graubünden Holz « Holzhandwerk 2012 ». Beim Prix Lignum handelt es sich um einen schweizerischen Holzbaupreis, der alle drei Jahre für zukunftsweisende Projekte mit Holz in Bauwerken oder beim Innenausbau verliehen wird. Weitere Auszeichnungen  : → Best Paper Awards, Seite 23

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Highlights Doktorwürde und Auszeichnungen An der Diplom- und Promotionsfeier im Oktober 2012 überreichten Rektor Klaus Näscher und der Vorsitzende des Senats, Prof. DI MAAS Peter Droege, den rund 130 Absolventinnen und Absolventen die akademischen Grade. Zum zweiten Mal wurde auch die Doktorwürde an zwei Doktoranden der Wirtschaftswissenschaften verliehen : an Theresa Schmiedel mit der Vertiefungsrichtung Information and Process Management und an Andreas Brülhart mit Vertiefung in Entrepreneurship and Management. Gastprofessur für Liechtensteiner Wissenschaftler an der Universität St. Gallen Prof. Dr. Dr. Sascha Kraus, Assoziierter Professor am Institut für Entrepreneurship und Leiter des Kompetenzzentrums für Familienunternehmen und Entrepreneurship, wurde im Mai 2013 von der Universität St. Gallen ( H SG ) zum Gastprofessor für International Small Business Management ernannt. Elektromobilität mittels Social Media in den Fokus rücken Seit 2009 ist Vorarlberg Modellregion für Elektromobilität. Studierende des Bachelorstudiengangs Betriebswirtschaftslehre haben in Zusammenarbeit mit illwerke vkw untersucht, wie sich das Bewusstsein für einen nachhaltigen Umstieg auf Elektromobilität in der Vorarlberger Bevölkerung durch den Einsatz von Social Media schärfen lässt. Liechtensteinische Investment Professionals fördern Studierende Die Liechtenstein Society of Investment Professionals ( L SIP ) vergab zum ersten Mal fünf Stipendien an Studierende des Masterstudiengangs Banking and Financial Management  der Universität Liechtenstein. Die Stipendien ermöglichen die Teilnahme an der weltweit wohl renommiertesten finanzwirtschaftlichen Weiterbildung, dem Chartered-Financial-Analyst(CFA)-Programm. Nationaler Zukunftstag erstmalig an der Universität Liechtenstein Im Rahmen des Nationalen Zukunftstages lud das Institut für Wirtschaftsinformatik im November 2012 Mädchen der 5. bis 7. Klasse zum Erlebnistag « Mädchen – Informatik – los ! » an die Universität Liechtenstein. Hochschuldozierende zeigten, welche Fähig­ keiten in Informatikberufen gefragt sind, und nahmen die Teilnehmerinnen mit auf eine Erlebnisreise durch die Welt der Informatik. Kinder-Uni : Werkstatt für frische Einfälle Verrückte Ideen und geniale Geistesblitze gefällig ? Im April 2013 verwandelte sich das Auditorium der Universität Liechtenstein für eineinhalb Stunden zur Ideenwerkstatt, und die Jungstudierenden der Kinder-Uni liessen ihrer Kreativität freien Lauf. Im Begleitprogramm für Erwachsene zeigte Désirée Anja Jäger von der Universität Zürich auf anschauliche und unterhaltsame Weise, was Kreativität wirklich ist. Pritzker-Preisträger Glenn Murcutt zu Gast Anlässlich der Verleihung des Pritzker-Preises 2013 beehrte der international ausgezeichnete australische Architekt Glenn Murcutt auch die Universität Liechtenstein und gewährte in einer öffentlichen Veranstaltung Einblick in sein bisheriges Schaffen. Glenn Murcutt gilt als der international bekannteste Architekt Australiens. Im Jahr 2002 wurde er mit dem weltweit renommierten Pritzker-Architektur-Preis ausgezeichnet, der als der Nobelpreis der Architektur gilt.


Bilderbuchkarriere, « Made in Liechtenstein » Thomas Russenberger hat das gemacht, was man landläufig wohl als Bilderbuch­ karriere bezeichnet. Und ist dabei bescheiden geblieben. « I ch war nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort », schwächt der 37-jährige Absolvent der Universität Liechtenstein ab. Und untertreibt dabei ordentlich. Immerhin hat er es schon in jungen Jahren zum ­Personalleiter eines der grössten Arbeitgeber in der Region gebracht. Von Michael Dünser 2006 schloss Thomas Russenberger die Entrepreneurship-Ausbildung in Vaduz mit dem Master ab. Und schwärmt noch heute : « D ie Lage, das familiäre Umfeld, die persönliche Atmosphäre, die praxisnahe Ausbildung – es gibt für mich keinen besseren Ort zum Studieren. » Ein wichtiger Faktor bei der Wahl der Universität war die Möglichkeit, Beruf und Studium zu verbinden. « D iese Flexibilität war mir enorm wichtig. Ich war damals schon bei Presta tätig und bin irgendwie nicht mehr weggekommen. Mir war klar, dass hier meine Zukunft liegt. » Deshalb kam nur ein berufsbegleitendes Studium in Frage. Ein Modell, mit dem Thomas Russenberger schon seine Erfahrungen gemacht hatte. Auch den Bachelor in Wirtschaftsinformatik hatte er berufsbegleitend absolviert. Über ein Praktikum war er vor über 15 Jahren erstmals mit der Presta in Kontakt gekommen. Und ist dem Unternehmen bis zum heutigen Tag treu geblieben. Wachstum So hat ihn die Firma nicht mehr losgelassen. Konsequent liess man den jungen Mann auf der Karriereleiter eine Sprosse nach der anderen nehmen. Bis er im Zuge einer ­ pen­sionsbedingten Nachfolgeregelung vom Stellvertreter zum Chef des Personal­­be­rei­c hs auserkoren wurde. In einem Unternehmen, das rasant wächst. « Vor fünf Jahren 18


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hatte die Presta am Standort rund 1350 Mitarbeitende. Jetzt sind es etwa 1900. » Dass der oberste Personaler bei einem derart rasanten Wachstum nicht mehr gar alle persönlich kennen kann, versteht sich fast von selbst. « A ber ich bin schon lange im Unternehmen und habe unterschiedliche Bereiche kennengelernt. Das hilft mir sehr. » 23 Mitarbeitende umfasst der Personalbereich von Thomas Russenberger am Standort. Der Schwerpunkt des Chefs liegt bei strategischen Themen sowie in der Prozess­ steu­erung und -optimierung. « Unsere Strategie ist auf Wachstum ausgerichtet. Dadurch ergeben sich für ambitionierte Mitarbeitende immer wieder neue Möglichkeiten im Unternehmen. » Aktuell 80 freie Stellen sind der deutliche Beleg für diese Aussage. An die Zeit an seiner Alma Mater denkt Thomas Russenberger sehr gerne zurück. « W ir waren damals der erste Jahrgang im Bereich Entrepreneurship. Eine sehr spannende Zeit, weil unsere Anregungen ausdrücklich gefragt waren und wir die Entwicklung des Studiengangs aktiv mitgestalten konnten. » Sich einbringen können, gehört werden – auch das mache die Universität Liechtenstein aus. Ressource-Bildung Man merkt, wie ihm seine Ausbildungsstätte ans Herz gewachsen ist. « L iechtenstein kann nicht auf natürliche Ressourcen zurückgreifen. Entsprechend wichtig ist die R ­ essource Bildung für unser Land und die Unternehmen, die hier zu Hause sind. » ­Intellektuelles Kapital sei essenziell, um konkurrenzfähig zu bleiben. Privat dominiert die Familie das Leben von Thomas Russenberger. Zu den Töchtern Caterina und Anna hat sich vor einem Monat Sohn Julian gesellt. « M einer Frau und mir wird es nicht langweilig », schmunzelt der stolze Vater. Die – spärliche – verbleibende Zeit ist vor allem zwei Themen gewidmet. « I ch interessiere mich für Politik und bringe mich daheim in Schaan in der Ortsgruppe ein. Und ich habe begonnen, Golf zu spielen. Da bin ich aber noch ganz am Anfang. » Wer dem sympathischen Mann zuhört, wird den ­Verdacht nicht los, dass er trotz aller Beteuerungen auch hier seinen Weg gehen wird. ThyssenKrupp Presta ThyssenKrupp Presta hat sich in sieben Jahrzehnten zu einem führenden Player in der Auto­mobilzuliefererbranche entwickelt. « W ir sind vom Lenkrad bis zu den Rädern daheim », umschreibt Thomas Russenberger für Laien das Know-how von Liechtensteins grösstem Arbeitgeber. In Zahlen : 12 Millionen Lenksäulen und 300 Millionen Fliesspressteile für nahezu alle bedeutenden Autohersteller werden pro Jahr produziert. Weltweit hat das Unternehmen 6800 Mitarbeitende, rund ein Viertel davon am Hauptsitz in Eschen. Weitere ­ 15 Standorte befinden sich in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien. ThyssenKrupp Presta vereint unter dem Dach eines deutschen Riesen globales Denken und Bodenständigkeit. Und das mit Erfolg : Im abgeschlossenen Geschäftsjahr betrug der Gesamtumsatz EUR 1,40 Mrd. 19


for schung


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« Liechtenstein als Innovationsstandort stärken » Prof. Dr. Jan vom Brocke, Prorektor für Forschung sowie Wissens- und Technologietransfer an der Universität Liechtenstein, sieht ein stabiles Umfeld als Voraussetzung dafür, dass international beachtete Forschungsergebnisse die Reputation des Landes als Wissenschaftsstandort stärken. Im Gespräch erläutert er, warum Innovation für den Wohlstand des Landes gerade jetzt so bedeutend ist. Herr Prof. vom Brocke, wem nutzen die Forschungsergebnisse der Universität Liechtenstein ? Jan vom Brocke  : Nun, primär sind das die Wirtschaft und die Gesellschaft in Liechtenstein und in der Region. Denn Forschung – das betone ich gerne immer wieder – bedeutet Zukunft, weil Forschung die Grundlage für Innovation schafft. Und unsere Region benötigt Innovation, gerade in diesen Zeiten der Transformation, um den Wohlstand für uns und unsere Kinder zu sichern. Können Sie den Nutzen für Wirtschaft und Gesellschaft etwas ausführen ? Jan vom Brocke  : Die Wirtschaft muss sich mit innovativen Produkten, Dienstleistungen oder Prozessen behaupten. Während die Produktion heute in das kostengünstigere Ausland verlagert wird, müssen wir uns über Innovationen behaupten. Forschung erhöht die Wettbewerbsfähigkeit und ist ein Standortfaktor, denn damit kommen kluge und kreative Köpfe ins Land, und so kann langfristig Wettbewerbsfähigkeit gesichert werden. Auch in der Gesellschaft beobachten wir grundlegende Veränderungen, die viele Bereiche unseres priva-

ten Lebens betreffen. Eine Universität muss aufzeigen, wie wir mit neuen Möglichkeiten verantwortungsvoll umgehen. Hier sehe ich die Verantwortung zu Diskurs und Aufklärung. Und wie steht es um die internationale Strahlkraft, welche die Universität Liechtenstein erlangen will ? Jan vom Brocke  : Erlauben Sie mir zu sagen : Die hat sie bereits. Und zwar in den Forschungsschwerpunkten, auf die wir uns fokussieren und in denen wir schon heute Spitzenleistungen erbringen. Also in den Bereichen Nachhaltiges Planen und Bauen, Wachstum und ­Komplexität, Wealth-Management und Busi­ness-Process-Management. Unsere Arbeiten auf diesen Gebieten werden weltweit beachtet, wir sind in Kommissionen als Fachexperten gefragt, und Weltkonzerne fragen um die Kompetenz der Universität Liechtenstein an. Jetzt ist aber auch Kontinuität gefragt, denn gute Forschung braucht ein stabiles Umfeld. Dann sind wir zuversichtlich, mit weiteren Forschungserfolgen die Position Liechtensteins als Innovations- und Wissenschaftsstandort weiter ausbauen zu können.

Wie erfolgreich waren Sie und Ihr Team im abgelaufenen Jahr mit der Umsetzung der Strategie ? Jan vom Brocke  : Wir wollen mit den besten Köpfen hervorragende Leistungen erbringen. Deshalb haben wir den Weg der Fokussierung und der Qualität konsequent weiter fortgesetzt und Strukturen geschaffen, die Liechtenstein zu einem weltweit attraktiven Standort für Forschung machen. Dazu gehören Anreizsysteme für erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ebenso wie Karrieremodelle für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die bei uns ein einzigartiges Umfeld vorfinden. Wie attraktiv ist die Universität Liechtenstein für Forschende, die hierherkommen ? Jan vom Brocke  : Forschende schätzen an der Universität Liechtenstein den Raum für Forschung, kennen aber auch die klaren Erwartungen im Hinblick auf herausragende Leistungen. Dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei uns früh Verantwortung übernehmen und so zu persönlichen Erfolgen kommen, spricht sich positiv herum, was 21


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Publikationen im Überblick ( 2012 / 2013 ) Bücher  : 12 Herausgegebene Bücher : 10 Artikel in referierten wissenschaftlichen Zeitschriften : 72 Beiträge in referierten wissenschaftlichen Büchern : 46 Beiträge auf referierten wissenschaftlichen Konferenzen : 66 Artikel in Fachzeitschriften : 28 Beiträge in Fachbüchern : 33 wir an den hohen Zahlen an sehr qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern auf ausgeschriebene Stellen merken. Aber die Konkurrenz schläft nicht. Universitäten werben heute weltweit um die führenden Talente und nehmen dabei zum Teil viel Geld in die Hand. Wie entwickelt sich der Wissenstransfer, der laut Ihren Aussagen in Innovation münden soll ? Jan vom Brocke  : Lassen Sie mich dazu ein Beispiel aus meinem Bereich, der Wirtschaftsinformatik, anführen : Wir unterhalten Kompetenzzentren, die aus Mitgliedsbeiträgen von Unternehmen wie Hilti, Hoval, Ivoclar Vivadent, ThyssenKrupp Presta, Alpla oder der Landesverwaltung finanziert werden. Die Ergebnisse fliessen direkt in Innovationsprojekte der Unternehmen zurück. Aktuell erforschen wir zum Beispiel die Möglichkeiten der sogenannten « InMemory-Technologie », die eine gewaltige Beschleunigung von Prozessen ermöglicht. Ideen aus diesen Arbeiten werden bereits heute in zahlreichen Organisationen unserer Region für Geschäftsinnovationen genutzt. Wie beurteilen Sie die Rahmenbedingungen für Forschung in Liechtenstein ? Jan vom Brocke  : Ressourcen sind immer ein limitierender Faktor, und als Forschende erleben wir die Spannung ­z wischen hohen Erwartungen in allen Bereichen und der dann oft sehr begrenzten Zeit. Für die nächsten Jahre stehen wir aber vor enormen Herausfor22

derungen, nachhaltig Spitzenleistungen zu erbringen. Zum einen werden wir weiter fokussieren und Bereiche stärken, in denen wir heraus­r agende Forschungsergebnisse von hoher regionaler Relevanz erwarten können. Zum anderen wird es nötig sein, weitere Geldquellen zu erschliessen. Wo sehen Sie die weiteren Heraus­ forderungen bei der Umsetzung der Strategie ? Jan vom Brocke  : An der Universität Liechtenstein sind hochkarätige, hoch talen­tierte Forscherinnen und Forscher tätig, die viel leisten – eigentlich mehr, als man erwarten könnte. Die Herausforderung besteht darin, dies zu verstetigen und auf eine langfristig solide Basis zu stellen. Die finanziellen Rahmenbedingungen habe ich schon angesprochen. Es geht besonders darum, Kompetenz­ träger zu halten, die weltweit einen attraktiven Markt geniessen. Wir müssen aber weit über die Universität hinausdenken. Wirtschaft, Politik, ­Verwaltung, Kultur und Wissenschaft müssen gemeinsam ein Umfeld bieten, das Innovationen fördert und sich dann auch weltweit als Standort behaupten kann.

Vollständige Übersicht  : www.uni.li > Forschung > F&E Dokumentation


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Ausgewählte Publikationen Auszeichnung für Forschungsbeitrag von Prof. Sascha Kraus Sascha Kraus, Assoziierter Professor am Institut für Entrepreneurship und Leiter des Kompetenzzentrums für Entrepreneurship und Familienunternehmen, erhielt für seinen Forschungsartikel « T he Entrepreneurial Marketing Domain : A Citation and Co-Citation Analysis » den « 2013 Highly Commended Paper Award ». Der mit Koautoren verfasste Artikel wurde in der Fachzeitschrift « Journal of Research in Marketing and Entrepreneurship » veröffentlicht. Verliehen wurde der Preis vom renommierten US-amerikanischen wirtschaftswissenschaftlichen Fachverlag EMERALD. Fallstudie im « H arvard Business Manager » Christine Vallaster, Dozentin für Entrepreneurship, schildert in ihrem Artikel « Wenn der Kunde nicht zahlen will » in der aktuellen Ausgabe des « Harvard Business Managers » ( 12 / 2012 ), wie ein Gründerteam in die Start-up-Falle gerät. Darauf Bezug nehmen drei Experten, die zu teils ähnlichen, teils unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Internationale Anerkennung der « Z eitschrift für KMU und Entrepreneurship » Der renommierte amerikanische Soziologe Howard E. Aldrich hebt in einem aktuellen Artikel in der Fachzeitschrift « Research Policy » die Bedeutung der Zeitschrift « Internationales Gewerbearchiv » hervor, der Vorläuferin der « Zeitschrift für KMU und Entrepreneurship » (ZfKE), und stärkt damit die Reputation der Universität Liechtenstein als Herausgeberin. Die « ZfKE » ist das einzige deutschsprachige Journal, das sich auf den Bereich Entrepreneurship konzentriert. Die « ZfKE » ist heute eine führende wissenschaftliche Zeitschrift zu den Themen KMU und Entrepreneurship in deutscher Sprache. « Z eitschrift für Vergleichende Rechtswissenschaft » – Themenheft Liechtenstein Prof. Dr. Francesco A. Schurr, Mitherausgeber der « Zeitschrift für Vergleichende Rechtswissenschaft », hat zusammen mit Prof. Dr. Dr. h.c. Werner F. Ebke, LL. M. ( B erkeley ), ein Themenheft veröffentlicht, das ausschliesslich aktuelle Beiträge zum liechtensteinischen Recht beinhaltet. Die « Zeitschrift für Vergleichende Rechtswissenschaft », mit der Erstausgabe im Jahre 1878 die älteste Rechtsvergleichungszeitschrift Deutschlands, geniesst mit ihren fundierten wissenschaftlichen Abhandlungen hohes Ansehen im Bereich der juristischen Fachliteratur. Neue Buchreihe Gemeinsam mit Prof. Dr. Reinhard Jung von der Universität St. Gallen und Prof. Dr. Ulrike Baumöl von der Universität Hagen hat Prof. Dr. Jan vom Brocke vom Hilti Lehrstuhl für Business Process Management am Institut für Wirtschaftsinformatik eine neue Buchreihe im Springer-Verlag eröffnet. Die Reihe befasst sich mit Forschungsergebnissen auf dem Gebiet « Information Systems and Business Engineering ». Das erste Buch in der Reihe ist soeben erschienen : « Management organisationaler Anpassungs­ prozesse » von Dr. Sabine Wilfing. « J ournal of Information Technology » Ein Beitrag von Dr. Stefan Seidel vom Institut für Wirtschaftsinformatik mit dem Titel « O n Emergence and Forcing in Information Systems Grounded Theory Studies : The Case of Strauss and Corbin » wurde zur Veröffentlichung im « Journal of Information Technology » ( JIT ) akzeptiert und erschien im September 2013. Das « JIT » zählt zu den Topjournalen der Disziplin ( d em sogenannten Basket of Eight ). Der Beitrag beschäftigt sich mit Theorieentwicklung im Bereich der Wirtschaftsinformatikforschung und ist in Koautorschaft mit Prof. Dr. Cathy Urquart von der Manchester Metropolitan University entstanden.

Best Paper Awards Best Paper Award für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus Liechtenstein Auf der internationalen Konferenz Wirtschaftsinformatik ( WI ), die Ende Februar in Leipzig stattfand, haben Sanja Tumbas und Dr. Theresa Schmiedel von der Universität Liechtenstein den Best Paper Award des Student Consortiums gewonnen. Die WI gilt als die wichtigste deutschsprachige Konferenz im Bereich Wirtschaftsinformatik. Im Jahr 2013 fand sie zum elften Mal statt und wurde von über 800 Teilnehmenden besucht. Neben zahlreichen Forschungstracks wurde ein Student Consortium eingerichtet, bei dem Absolventinnen und Absolventen gemeinsam mit ihren Betreuenden die Ergebnisse ihrer Masterarbeit einreichen können. Ein Programmkomitee aus 25 international renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hat das Student Consortium begleitet. Von allen Einreichungen wurden nur zwölf Arbeiten ausgewählt, die auf der Konferenz präsentiert und veröffentlicht werden durften. Vier dieser Arbeiten wurden für den Best Paper Award nominiert. Der Preis wurde von der Hilti Aktiengesellschaft gestiftet. Auf der Grundlage unabhängiger Gutachten des Programmkomitees wurden in diesem Jahr zwei Arbeiten prämiert : Der Preis ging zu gleichen Teilen an Daniel Braunnagel und Florian Johannsen von der Universität Regensburg sowie an Sanja Tumbas und Dr. Theresa Schmiedel von der Universität Liechtenstein. 23


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Ausgewählte Forschungsprojekte

Institut für Architektur und Raumentwicklung BAER – Bodensee-Alpenrhein Energieregion BAER ist ein multiuniversitäres Forschungsprojekt in den Bereichen autonomer Selbstversorgung mit erneuerbaren Energien, nachhaltiger Raumentwicklung und der Minderung regionaler Klima- und Energierisiken, finanziert durch das Interreg-Programm Internationale Bodenseehochschule sowie durch liechtensteinische Stiftungen und Betriebe in den Partnerländern. Initiiert und geleitet von der Universität Liechtenstein, umfasst es ein Team der Universität St. Gallen, der Hochschule Konstanz, der Hochschule für Technik Rapperswil sowie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften Winterthur. Das Projekt ist fokussiert auf resiliente Raumentwicklung und Mobilität, Integration erneuerbarer Energien in Siedlungen und Gebäuden, Energieeffizienz im Gebäudebestand, Solarmobilität und die Einstellung der Bevölkerung zu erneuerbaren Energien. Es wurde 2013 abgeschlossen und hat bereits wichtige Resultate für die Lehre und weitere Forschungsprojekte geliefert. Ziel des Projekts unter Leitung von Prof. Peter Droege ist es, Forschungs- und Lehrkapazitäten innerhalb der Bodenseehochschule aufzubauen, und zwar in jenen Wissensgebieten, die sich mit Energieversorgungsrisiken und dem Klimawandel beschäftigen. Grenzüberschreitendes Forschungsprojekt « A lpStore » Seit Juli 2012 beteiligt sich der Lehrstuhl für nachhaltige Raumentwicklung von Prof. Peter Droege am Forschungsprojekt « A lpStore » für alpine Raumentwicklung. ­Projektpartner aus allen sieben Alpenländern entwickeln gemeinsam Masterpläne für den Einsatz verschiedener Speichertechnologien im Alpenraum. « A lpStore » beschäftigt sich mit der Speicherung erneuerbarer Energie und Mobilität im Kontext der alpinen Raumentwicklung : Sonne, Wasser und Biomasse sind das natürliche Kapital des Alpenraums und eignen sich hervorragend für die Produktion von erneuerbarer Energie. Neben intelligenten Netzen werden Speichersysteme eine wichtige Voraussetzung für ein künftiges Energiesystem, das vollständig auf erneuerbarer Energie basiert. Elektrofahrzeuge werden ein integraler Bestandteil des zukünftigen Energiesystems sein. Gebrauchte Fahrzeugbatterien können beispielsweise als stationäre Speicher weiter verwendet werden, um die Wirtschaftlichkeit der Elektromobilität zu verbessern. Aber auch Gas und Druckluft eignen sich als stationäre Speichermedien. Auf dem Weg zu Energieauto­nomie ( o ben; Foto : Christian Fischer ), Iller-Wasserkraftwerk in Kempten ( unten )

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Das Projekt ist eine Initiative im Rahmen des Interreg-IVB-Programms « A lpine Space » und wird von einem Konsortium von 19 verschiedenen Partnern aus Liechtenstein, der Schweiz, Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien und Slowenien gemeinsam durchgeführt. Neben der Universität Liechtenstein wirken mit der Université de technologie de Belfort-Montbéliard, der Universität Ljubljana und der Università de la Svizzera Italiana drei weitere Universitäten mit.


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Ausgewählte Forschungsprojekte

Institut für Entrepreneurship Innovation und Wandel in dynamischen Umfeldern Beteiligte Forscher : Markus Spiegel und Prof. Dr. Christian Marxt ( b eide Universität Liechtenstein ), Larry Leifer ( Stanford University ) Im Rahmen des Forschungsprojekts geht Markus Spiegel unter anderem der Fragestellung nach, wie Unternehmen in einem dynamischen Umfeld erfolgreich innovieren und diese Innovationen auch umsetzen können. Hierzu wurden Innovationsexperten und -teams bei namhaften Unternehmen in der San Francisco Bay Area und an der USOstküste untersucht. Um die Herausforderungen bei der Erneuerung von Unternehmen, den Umgang mit Komplexität, Unsicherheit und Ambiguität besser verstehen und adressieren zu können, werden die Teams aus der Sicht komplexer adaptiver Systeme betrachtet. Diese Sichtweise rückt die Eigenschaften, Qualitäten und Dynamiken, die unser Gehirn, Ameisenkolonien oder auch Ballungszentren so robust, leistungsfähig und erfolgreich machen, in den Mittelpunkt. Aktuell werden Unternehmen in Liechtenstein, der Schweiz, Österreich und Deutschland untersucht, um die Daten zu vervollständigen. Die anschliessende Auswertung der Daten soll konkrete Empfehlungen zutage fördern, die es erlauben, Voraussetzungen zu schaffen, dass Innovationsteams in Unternehmen besser als komplexe adaptive Systeme funktionieren können und so die Innovations- und Erneuerungsfähigkeit in einer schnelllebigen Zeit gestärkt werden. Strategisches Wissensmanagement in KMUs Beteiligte Forscherinnen und Forscher: Prof. Dr. Stefan Güldenberg, Dr. Susanne Durst, Dr. Stefan Wilhelm, Universität Liechtenstein, Prof. Dr. Wolfgang Güttel, Johannes Kepler Universität Linz Wie können kleine und mittlere Unternehmen ( KMU ) die strategische Ressource « W issen » wirksam nutzen ? Diese Frage stand im Mittelpunkt dieses Forschungsprojekts, welches zur kumulativen Dissertation von Herrn Dr. Stefan Wilhelm führte. Auf der einen Seite bedroht ein möglicher Wissensverlust von Mitarbeitenden die Existenz ganzer Unternehmen. Auf der anderen Seite stellen gerade auch Kunden eine wichtige Wissensquelle für KMU dar. Im Forschungsprojekt wurden Antworten für die wirksame Nutzung beider Wissensträger gefunden. Einerseits wurde ein Analyseinstrument entwickelt, das es KMUs erlaubt, Informationen über die Wissenskonzentration bei einzelnen Organisationsmitgliedern bzw. in Abteilungen zu identifizieren. Diese Kenntnis kann eine rechtzeitige Entwicklung und Implementierung von Nachfolge- bzw. Personalbindungsmassnahmen wesentlich erleichtern. Andererseits wurden Kriterien ­erarbeitet, die eine systematische Identifizierung von strategischen Kunden ermöglichen. Das Forschungsprojekt wurde vom liechtensteinischen Unternehmen innoForce Est. in Balzers finanziell gefördert und zeigt, dass die Ergebnisse nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für die Praxis von grosser Relevanz sind.

Multiagentensystem ( o ben ), Dr. Stefan Wilhelm ( unten )

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Ausgewählte Forschungsprojekte

Institut für Finanzdienstleistungen Internationale Besteuerung liechtensteinischer Trusts Ziel des bis Juni 2015 angelegten Forschungsprojekts « Internationale Besteuerung liechtensteinischer Trusts » unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Wenz und Ass.-Prof. DDr. Patrick Knörzer ist die Analyse der nationalen und internationalen Besteuerung von liechtensteinischen und ausländischen Trusts mit in- und ausländischen Errichtern und begünstigten Personen. Dabei werden die komplexen steuerlichen Frage- und Problemstellungen der Errichtung, Vermögensübertragung, laufenden Vermögensverwaltung, Ausschüttung und der Beendigung von liechtensteinischen und ausländischen Trusts mit in- und ausländischen Errichtern und Begünstigten sowie in- und ausländischen Vermögenswerten und Einkünften über mehrere Generationen, Steuerarten und Steuerhoheiten hinweg einer steuerrechtlichen und steuerbetriebswirtschaftlichen Analyse unterzogen.

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Prof. Dr. Martin Wenz ( oben ), aggregierter Szenarienbaum ( unten )

Durch die vergleichende steuerrechtliche und steuerbetriebswirtschaftliche Analyse der Besteuerung von in- und ausländischen Trusts können grundlegende Erkenntnisse darüber gewonnen werden, inwieweit sich die zivilrechtlichen Unterschiede zwischen inund ausländischen Trusts auf die nationale und internationale Besteuerung von Trusts, ihrer Errichter und Begünstigten de lege lata auswirken und sich Reformvorschläge de lege ferenda auswirken können. Szenariengenerierung für mehrstufige stochastische Optimierung in der Finanzwirtschaft Beteiligte Forscher : Prof. Dr. Michael Hanke, Universität Liechtenstein, Prof. Alois Geyer, WU Wien, Prof. Alex Weissensteiner, DTU Kopenhagen Viele Entscheidungen in der Finanzwirtschaft, zum Beispiel die optimale Zusammenstellung eines Portfolios, erfordern in ihrer Vorbereitung den Einsatz von Optimierungsmodellen. State of the Art sind in diesem Bereich sogenannte « d ynamische stochastische Optimierungsmodelle ». Basis für diese Modelle sind Szenarienbäume, die verschiedene mögliche künftige Entwicklungen abbilden. Für deren Einsatz in der Finanzwirtschaft ist noch eine besondere zusätzliche Eigenschaft erforderlich, die sogenannte Arbitrage­ freiheit. Bisher wurde dies zum Teil ignoriert, was zu falschen Entscheidungen führt. Alternativ wurde ex post auf Arbitragefreiheit geprüft : Erzeugte Szenarienbäume, die diese Eigenschaft nicht aufwiesen, konnten nicht verwendet werden und mussten von Neuem erzeugt werden. Im vorliegenden interdisziplinären Projekt ( Finance, Operations-Research, Geometrie ) wurde eine Methode entwickelt, die ex ante die Erzeugung arbitragefreier Bäume garantiert. Ein Vergleich mit existierenden Methoden zeigt, dass die Methode deutlich genauere Ergebnisse liefert, dabei aber erheblich weniger Ressourcen benötigt. Zudem kann mit ihr im Vorhinein bestimmt werden, wie gross arbitragefreie Szenarienbäume ­mindestens sein müssen. Der praktische Einsatz dieser Methode ermöglicht bessere finanzwirtschaftliche Entscheidungen bei deutlich geringerem Rechenaufwand.

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Ausgewählte Forschungsprojekte

Institut für Wirtschaftsinformatik eSociety Bodensee 2020 : Offene gesellschaftliche Innovation in der Bodenseeregion Innovationen sind wichtige Treiber für die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft. Mit der zunehmenden Globalisierung des Wirtschaftsraums wird es für die Bodensee­ region immer wichtiger, sich als Innovationsstandort im Herzen Europas zu behaupten. Im Projekt wird untersucht, wie offene Innovation ( « O pen Innovation » ) zur Lösung gesellschaftlicher Fragen in der Bodenseeregion beitragen kann. Das Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Liechtenstein ( Prof. Dr. Jan vom Brocke, Dr. Oliver Müller ) sowie der Zeppelin Universität in Friedrichshafen und der Fachhochschule St. Gallen wird gefördert von der Internationalen Bodenseehoch­s chule ( IBH ). Besondere Beachtung finden Fragen der grenzüberschreitenden Kooperation und der Integration verschiedener kultureller Hintergründe der beteiligten Länder Deutschland ( B ayern, Baden-Württemberg ), Schweiz ( St. Gallen, Thurgau ), Österreich ( Vorarlberg ) und Liechtenstein. Die Ergebnisse der Forschung ermöglichen es, Menschen in Ideenfindungs- und Umsetzungsprozesse zu involvieren, indem moderne Informations- und Kommunikationstechnologien ( IKT ) genutzt werden. Aus dem Projekt resultierten mehrere Transferprojekte in der Region, zum Beispiel mit dem Liechtensteinischen Landesmuseum ( siehe auch Transferprojekt auf Seite 41 ). Kultur im Geschäftsprozessmanagement Für die erfolgreiche Realisierung von Innovations- und Transformationsprozessen in Unternehmen und Verwaltungen spielt die Organisationskultur eine zentrale Rolle. Im Forschungsprojekt « Culture in Business Process Management ( BPM ) » des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Universität Liechtenstein ( D r. Theresa Schmiedel, Prof. Dr. Jan vom Brocke ) wird Kultur messbar gemacht, sodass zielgerichtete Massnahmen im Prozessmanagement ergriffen werden können. Im Rahmen des Projekts wurde ein Onlinetool entwickelt, das es ermöglicht, die kulturelle Fitness von Unternehmen für BPM zu messen ( w ww.cultural-fitness.org ). Das Tool wurde bereits von zahlreichen Unternehmen aus der Region und aus dem Ausland eingesetzt. Beispiele sind Ivoclar Vivadent, die Landesbank Berlin, Lufthansa Technik, Oerlikon Balzers, Software AG, TEL Mechatronics und ThyssenKrupp Presta. Die Projektergebnisse konnten auf Konferenzen international vorgestellt und auch in führenden Journalen publiziert werden, zum Beispiel im Elsevier-Journal « Information & Management ». Zur Reflexion und Weiterentwicklung der Erkenntnisse wurde ein ­Academic Board eingerichtet, dem international renommierte Wissenschaftler angehören : Prof. Jan Recker, Queensland University of Technology, Brisbane, Australien, Prof. Stijn Viaene und Willem Mertens, Katholieke Universiteit Leuven, Belgien, Dr. Tyge Kummer, Humboldt-Universität zu Berlin, und Dr. Peter Trkman, University of Ljubljana, Slowenien.

Open Innovation nach Prof. Henry Chesbrough ( o ben ), Dr. Theresa Schmiedel ( unten )

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Liechtenstein-Preis für Nachwuchsforschende der Universität Liechtenstein verliehen Im Rahmen eines Festaktes wurde am 16. November 2012 in Vaduz zum ersten Mal der Forschungspreis des Fürstentums Liechtenstein für Nachwuchsforschende der Universität Liechtenstein verliehen. Aus Anlass der Feier des 50-Jahr-Jubiläums der Universität Liechtenstein konnte die Regierung die Einführung eines Preises zur Förderung der Forschungsleistungen an der Universität Liechtenstein bekannt geben. Der mit gesamthaft CHF 10 000 dotierte Preis soll jährlich für ausgezeichnete Projekte von Nachwuchsforschenden der Universität vergeben werden. Im Rahmen eines Festaktes in Vaduz überreichte der Bildungsminister des Fürstentums Liechtenstein, Regierungsrat Hugo Quaderer, am 16. November 2012 zum ersten Mal den Forschungspreis des Fürstentums Liechtenstein an Nachwuchsforschende der Universität Liechtenstein. Stärkung des Wissenschaftsstandortes Mit diesem Preis wird die Entwicklung des Forschungsplatzes Liechtenstein im Allgemeinen gefördert und im Besonderen die Förderung von wissenschaftlichen Karriere­ möglichkeiten an der Universität unterstützt. Regierung und Landtag haben in den vergangenen Jahren die Mittel für die Forschungsförderung an der Universität Liechtenstein stark erhöht. Drei Arbeiten ausgezeichnet Der Preis 2012 erging zu je gleichen Teilen an die folgenden Preisträger :

Regierungsrat Hugo Quaderer mit den Preisträgern

>> Dr. Alexander Simons vom Institut für Wirtschaftsinformatik für seine Arbeit mit dem Titel « Managing enterprise content in business processes ». >> Dr. Oliver Müller und Dr. Stefan Seidel vom Institut für Wirtschaftsinformatik für ihre Arbeit mit dem Titel « L eaving the Beaten Tracks in Creative Work – A Design Theory for Systems that Support Convergent and Divergent Thinking ». >> Dr. Susanne Durst und Stefan Wilhelm vom Institut für Entrepreneurship für ihre Arbeit mit dem Titel « K nowledge management and succession planning in SMEs ». Die Beurteilung der Arbeiten erfolgte durch eine internationale akademische Jury. Allen Projekten wurden weit überdurchschnittliche Forschungsleistungen sowie ein hohes Mass an praktischer Relevanz für den Wirtschaftsstandort Liechtenstein ausgewiesen. Die Preisträger zeigten sich über die Auszeichnung hoch erfreut. Den Dankesworten folgte eine kurze Präsentation der prämierten Arbeiten im Fürst-Johannes-Saal des Regierungsgebäudes in Vaduz. Der Liechtenstein-Preis für Nachwuchsforschende an der Universität Liechtenstein soll in Zukunft von der Regierung jährlich vergeben werden.

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Highlights Hochschulpreis des Deutschen Aktieninstituts und Innovationspreis für Finanzwissenschaften an Prof. Dr. Dirk Zetzsche Im Rahmen eines festlichen Abendempfangs wurde im April 2013 in Frankfurt zum 18. Mal der Hochschulpreis des Deutschen Aktieninstituts verliehen. Den ersten Preis für Dissertationen und Habilitationen erhielt Prof. Dr. Dirk Zetzsche von der Universität Liechtenstein für seine Habilitationsschrift zum Thema « Prinzipien der kollektiven Vermögensanlage ». Der mit insgesamt rund EUR 10 000 dotierte Hochschulpreis des Deutschen Aktieninstituts wird einmal jährlich für herausragende wissenschaftliche Abschlussarbeiten aus den Themengebieten Aktie und Kapitalmarkt verliehen. Prof. Dr. Dirk Zetzsche, LL. M. ( Toronto ), ist Inhaber des Lehrstuhls für Bank- und Finanzmarktrecht an der Universität Liechtenstein, der im Jahr 2011 durch die Propter Homines Stiftung ins Leben gerufen worden ist, sowie einer der Direktoren des Instituts für Unternehmensrecht an der Juristischen Fakultät der HeinrichHeine-Universität Düsseldorf. Darüber hinaus hat Prof. Dr. Dirk Zetzsche, Inhaber des Propter Homines Lehrstuhls für Bank- und Finanzmarktrecht an der Universität Liechtenstein und Direktor am Institut für Unternehmensrecht der Universität Düsseldorf, den mit EUR 10 000 dotierten « Finanzkompass 2012 » – den Innovationspreis des Finanzplatz Hamburg e. V. – gewonnen. Der Preis wurde ihm für seine exzellente finanzwirtschaftliche Forschungsleistung verliehen, die praktischen Nutzen zur Verwaltung von Investmentfonds und Kapitalanlagegesellschaften aufweist. Der Finanzkompass 2012 zählt zu den höchstdotierten Forschungspreisen im Bereich Finanzwissenschaften. Die Auszeichnung fördert den verstärkten Austausch und die Zusammenarbeit der Finanzwirtschaft mit Wissenschaft und Forschung. Dirk Zetzsche wurde der Preis für seine Habilitationsschrift « Prinzipien der kollektiven Vermögensanlage » verliehen. Liechtenstein Kongress setzt neue Impulse Am vierten Liechtenstein Kongress an der Universität Liechtenstein informierten sich im Juni 2013 mehr als 200 Besucher aus allen Teilen Europas in Vorträgen und ­Diskussionsrunden über die Zukunft der Nachhaltigen Entwicklung. Im Zusammenwirken der Institute für Architektur und Raumentwicklung, Entrepreneurship, Finanzdienstleistungen und Wirtschaftsinformatik wurden verschiedene Perspektiven auf das Thema eingenommen. « Responsible investing for foundations, institutions & individuals », « Renewable City : architecture, property and infrastructure » sowie « Responsible business and information systems » waren die Themen der dreitägigen Veranstaltung. 1. Preis für IT und BPM-Studenten aus Liechtenstein Marco Nigg, Masterstudent im Programm IT and Business Process Management am Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Liechtenstein, hat im Dezember 2012 den ersten Preis des SAP®-Arbeitskreises Hochschulen e.V. erzielt. Die Auszeichnung für wissenschaftliche Arbeiten in Forschung und Lehre mit SAP-Bezug wird auf der « WI 2013 » verliehen. Der SAP®-Arbeitskreis Hochschulen e.V. treibt seit 1994 die SAP-bezogene Lehre an Hochschulen technisch und fachlich in Kooperation mit der SAP AG voran.

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Claudio Ceccotti verbindet in Liechtenstein Studium und Einstieg ins Berufsleben

Eine imposante Persönlichkeit Wer 2,02 Meter gross ist, darf von Natur aus als imposant bezeichnet werden. Claudio Ceccotti hat aber auch sonst noch einiges im Köcher, um dieses Attribut zu rechtfertigen. Von Michael Dünser « D ie Gegend hier » habe er nicht gekannt, als er über Xing auf die Universität Liechtenstein aufmerksam wurde. Das Angebot habe ihn dennoch gereizt. Mit einem Master in Betriebswirtschaft in der Tasche war Claudio Ceccotti auf der Suche nach einem Ort, an dem er seine weitere Ausbildung mit einem Einstieg ins Berufsleben verbinden konnte. Einen Infotag später war ihm klar : In Liechtenstein bin ich richtig. Sprachs, schrieb seine Bewerbung und war bald darauf im BPM Career Program aufgenommen. Zwei Jahre lang studiert der 30-Jährige bis Sommer 2014 für den Master in IT and Business Process Management ( BPM ). Parallel dazu sammelt er bei der LGT Bank erste berufliche Erfahrungen – an der Schnittstelle zwischen IT und Business, die auch seine Ausbildung prägt. Geboren ist Claudio Ceccotti in Deutschland, aufgewachsen in Rom. Mit elf Jahren zieht er zurück nach Deutschland, wo er die meiste Zeit in Hamburg lebt. Ein Kulturschock sei das beschauliche Liechtenstein nach zwei Grossstädten nicht gewesen. Im Gegenteil. « E xtrem freundliche Menschen, hohe Lebensqualität, beeindruckende Natur. Und wer den Hamburger Nieselregen gewohnt ist, hat gegen das Wetter hier auch nicht das Geringste einzuwenden. Ich würde gerne hierbleiben. » Ein Freund aus Deutschland habe ihn vor Kurzem besucht « und Bauklötze gestaunt ». Da ist es auch egal, dass es hier etwas ruhiger ist, als er es von früher gewohnt ist. « I ch habe zur rechten Zeit in Hamburg gelebt », schmunzelt Claudio, der in Vaduz wohnt, im Winter wie im Sommer die Berge geniesst und « ab und zu übers Wochenende mit der Freundin Richtung Italien abdüst ».

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Mehr als erfüllt hat sich auch die Vorstellung vom Studium in Liechtenstein. « Entspannte Atmosphäre, kurze Wege, jeder kennt jeden. Das war vorher in Hamburg ganz anders », sagt Ceccotti. Und lobt die praxisorientierte Ausbildung und den intensiven Austausch mit den Professorinnen und Professoren. Denen er seit Neuestem nicht nur im Hörsaal begegnet. Als ehemaliger Bundesliga-Basketballer ( Hamburg, Essen, Chemnitz und Nürnberg, vergangenes Jahr bei den Dornbirn Lions ) trainiert er die Vaduzer Unimannschaft. Unter den zwölf Hobbyspielern, die einmal pro Woche zum Training kommen, ist auch ein Professor. « S o schnell wendet sich das Blatt », lacht der sympathische Deutsch-Italiener, der seine Grösse « wohl meinem deutschen Opa » zu verdanken hat. ( K leines ) Detail am Rande : Mit 2,02 m kam Claudio in seiner Profizeit als Small Forward zum Einsatz – im Basketball gelten andere Gesetze ... Student of the Year Dass sich der Schwerpunkt in Claudio Ceccottis Leben in Richtung Ausbildung und Beruf verlagert, sieht man nicht nur am deutlich verminderten Gewicht. ( « Ein guter Basketballer braucht ordentliche Muskeln, darum hatte ich damals 105 Kilo. » ) So ganz nebenbei wurde der Wahl-Liechtensteiner unter 500 Teilnehmenden « Avaloq Student of the Year ». Die begehrte Auszeichnung des auf Bankensoftware spezialisierten Schweizer ITUnternehmens erhielt er « f ür ein simulationsbasiertes Rollenspiel, bei dem jeder Spieler die Rolle einer Bank einnimmt. Im Spiel werden realitätsnahe Ereignisse ausgelöst, beispielsweise veränderte Kundenanforderungen oder regulatorische Änderungen. Auf diese muss der Spieler reagieren, indem er Module von Avaloq kauft, diese selbst programmiert oder eine Lösung von einem Drittanbieter einkauft. Auf der Grundlage von Informationen über Kosten, Nutzen und Zeit kann sich ein Spieler für eine Handlung entscheiden. Durch voreingestellte Parameter wird dann simuliert, ob mit dieser Handlung die Anforderungen der Kunden erfüllt werden. Ziel ist es, am Ende eines bestimmten Zeitraums die höchste Kundenloyalität zu erreichen. » So einfach ist es mit dem richtigen Rüstzeug in der Tasche. Ein Rüstzeug, « das ich zu einem grossen Teil der Universität Liechtenstein zu verdanken habe ». Nicht nur deshalb ist er « felsenfest davon überzeugt, dass künftige Herausforderungen nur mit Investitionen in die Bildung zu meistern sind ». Liechtenstein sei dabei gut unterwegs. « Hier kann etwas Nachhaltiges entstehen, wenn man den eingeschlagenen Weg konsequent weitergeht. » Übrigens : Als « Avaloq Student of the Year » hat Claudio Ceccotti ein Flugticket um die Welt gewonnen. Wann er es einlösen kann, weiss er noch nicht. Dass ihn eine Station zu einem amerikanischen Profibasketballspiel führen wird, ist aber bereits jetzt so sicher wie das Amen im Gebet. BPM Business Process Management ( BPM ) hat sich als ein ganzheitlicher Ansatz etabliert, der die Gestaltung effizienter und effektiver Geschäftsprozesse zum Ziel hat. Die Verbesserung von Geschäftsprozessen steht laut Befragungen der Gartner Group in den letzten Jahren ganz oben auf der Agenda der CIO. Sie sind davon überzeugt, dass ganzheitliches Denken in Prozessen in Kombination mit dem Einsatz moderner IT sowohl kontinuierliche Effizienzsteigerungen als auch fundamentale Innovationen ermöglichen kann. Die Universität Liechtenstein hilft lokalen und internationalen Organisationen, an aktuellen Entwicklungen im Bereich Geschäftsprozessmanagement teilzunehmen, indem sie dazu beiträgt: >> Prozesse effizienter zu gestalten >> Prozessinnovationen umzusetzen >> Know-how im Prozessmanagement aufzubauen >> gleichgesinnte Praktikerinnen und Praktiker sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kennenzulernen Das Kompetenzzentrum BPM ist organisatorisch in den Hilti Lehrstuhl für Business Process Management an der Universität Liechtenstein eingebettet – eine der bedeutendsten Forschungseinrichtungen weltweit zum Thema BPM. 31


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Selbstgestaltetes, lebenslanges Lernen Die Universität Liechtenstein schafft vermehrt regionale und überregionale Weiterbildungsangebote. Bei den regionalen Weiterbildungsangeboten richtet sich das Angebot nach den Bedürfnissen der Berufstätigen in der Region. Das Schwergewicht liegt auf berufsbegleitenden universitären Weiterbildungslehrgängen. Die überregionalen Weiterbildungsangebote richten sich an eine internationale Zielgruppe und sind universitär positioniert. Diese Programme werden in deutscher und englischer Sprache angeboten. In den regionalen Programmen zeigte sich erneut eine geringere Nachfrage angesichts der angespannten Lage vor allem am liechtensteinischen Finanzmarkt und wegen sinkender Weiterbildungsbudgets bei den Marktteilnehmern. Diese erwarten vermehrte Eigenleistungen von ihren Mitarbeitenden, sowohl was die eingesetzten finanziellen Mittel als auch was die notwendige Zeit betrifft. Die auf universitärem Niveau positionierten und zum Teil neu eingeführten Produkte wurden am Markt gut aufgenommen. Im September 2012 nahmen mehr als 60 Studierende am Institut für Finanzdienst­ leistungen ein berufsbegleitendes Studium in einem der vier Executive-Master-Studien­ gänge auf. Die angehenden Steuer-, Rechts- und Finance-Expertinnen und -Experten durchlaufen in drei Semestern ein spezialisiertes, praxisorientiertes und anspruchsvolles Programm, um den stetig steigenden Anforderungen und dem zunehmenden Wettbewerb gerecht zu werden. In der Weiterbildung im Bereich Entrepreneurship ist es gelungen, als Konsortialpartner mit der Schweizerischen Kommission für Technologie und Innovation ( K TI ) das neue Programm « C TI Entrepreneurship » zu gestalten und aufzubauen. Das Programm wird fast zur Gänze von der Kommission für Technologie und Innovation finanziert und unterstützt Unternehmensgründer in der Start-up- und der Wachstumsphase mit jeweils fünftägigen Kursen bei einem minimalen Selbstkostenbeitrag durch die Teilnehmenden. Das Programm ist in einem ersten Schritt auf vier Jahre konzipiert und bewilligt. Ausblick Im Sinne einer individuellen, zielgerichteten und bedarfsgerechten Weiterbildung der an den Finanzplätzen Liechtenstein, Schweiz, Deutschland und Österreich tätigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bietet das Institut für Finanzdienstleistungen ab dem Sommersemester 2014 die Möglichkeit, ein individuelles Weiterbildungsportfolio im Bereich Banking und Finance zusammenzustellen. Dieses neu ausgerichtete Weiterbildungs­ angebot auf Zertifikats- und Diplomlehrgangsebene besteht aus dem Zertifikatslehrgang Banking, dem Zertifikatslehrgang Finance sowie dem Diplomlehrgang Banking und Finance. Anwendungsorientiertes Wissen zum Themenspektrum Banking und Finance wird stufenweise vertieft und integriert. Neben Fachwissen für spezifische Funktionen in Finanzdienstleistungsunternehmen erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wahlweise auch eine thematisch breite Weiterbildung, die sich über verschiedenste Funktionen des Bankbetriebs erstreckt.

Interdisziplinäre und fachübergreifende ­Ausund Weiterbildung : Start von vier ExecutiveMaster-Studiengängen, deren Studienreisen unter anderem nach Hongkong führen

Das Institut für Entrepreneurship wird dem Trend zur verstärkten Eigenleistung von Mitarbeitenden und der wachsenden Konkurrenz durch hohe Qualität und neue massgeschneiderte Programme begegnen. Für Frühjahr 2014 ist ein neu konzipiertes Weiterbildungsprogramm geplant, welches sowohl erfolgreiche bestehende Produkte wie auch neue regionale und internationale Angebote enthält.

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Weiterbildungsstudiengänge ( Studienjahr 2012 / 2013)

Regierungschef Tschütscher im Gespräch mit künftigen Steuerrechtsexpertinnen und -experten

Studienreise nach Hongkong und Singapur Eine Studienreise der besonderen Art führte rund 60 Studierende und fünf Professorinnen und Professoren der vier Executive Masterstudiengänge des Instituts für Finanzdienstleistungen nach Hongkong und Singapur. Unter dem Dach des Instituts für Finanzdienstleistungen werden folgende vier Executive-Master-Studiengänge alle zwei Jahre parallel durchgeführt : >> Executive Master of Business Administration ( EMBA ) in International Asset Management >> Executive Master of Laws ( L L. M. ) im Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht >> Executive Master of Laws ( L L. M. ) in Banking and Securities Law >> Executive Master of Laws ( L L. M. ) in International Taxation Die von allen vier Studiengängen gemeinsam veranstaltete Studienreise nach Hongkong und Singapur ist mit ein Höhepunkt im jeweiligen Studienplan. Eine einzigartige Mischung von exklusiv zusammengestellten Fachvorträgen und Netzwerkanlässen stellt einen echten Gewinn weit über den Wissensaustausch hinaus dar. So erhielten die Studierenden einen authentischen Einblick in die beiden asiatischen Finanzmetropolen Hongkong und Singapur, indem sie Workshops, Vorträge und Fachgespräche mit den ganz grossen Marktteilnehmern besuchen konnten. Sie waren in unterschiedlichen Delegationen unter anderem zu Gast an der University of Hong Kong, der National University of Singapore, bei renommierten Banken wie LGT, UBS, VP Bank und HSBC sowie bei Beratungsunternehmen wie Boughton, FIRST Advisory Group, PricewaterhouseCoopers und Deloitte. Die einzelnen Termine waren geprägt von einem regen Wissensaustausch, in dem die Studierenden sich als Botschafter des Finanzplatzes Liechtenstein durch aktive und interessante Diskussionen auszeichneten. Die Themen reichten von historischen Entwicklungen der asiatischen Finanzmetropolen bis hin zu aktuellen Finanzplatzthemen vor Ort. Studierende erarbeiteten während der Reise ausserdem eine Fallstudie und präsentierten diese am letzten Tag im Plenum in einem der beeindruckendsten Gebäude Singapurs – The Pod der National Library Singapur. Mit der Studienreise bietet die Universität Liechtenstein ihren Studierenden die Gelegenheit, authentische Wissensaneignung mit der Möglichkeit zu verbinden, spannende Kontakte in den dynamischsten Finanzmetropolen Asiens zu schliessen.

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Executive Master  : >> Executive Master of Business Administration ( EMBA ) in International Asset Management >> Executive Master of Laws ( L L. M. ) in Banking and Securities Law >> Executive Master of Laws ( L L. M. ) in International Taxation >> Executive Master of Laws ( L L. M. ) im Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht >> Executive MBA in Entrepreneurial Management >> MBA International Management MAS  : >> Master of Advanced Studies ( M AS ) Wirtschaftsingenieur DAS  : >> DAS in Business Administration >> Diplomlehrgang Private Banking >> Diplomlehrgang Treuhandwesen CAS  : >> Zertifikatslehrgang Private Banking >> Zertifikatslehrgang Treuhandwesen >> Zertifikatslehrgang Trustrecht >> Zertifikatslehrgang Nationales und Internationales Steuerrecht >> Zertifikatslehrgang International Funds Business IFB Vollständige Übersicht  : www.uni.li > Weiterbildung


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Highlights Vereinbarung zwischen Swissuni und Universität Liechtenstein unterzeichnet Im Mai 2013 haben Rektor Klaus Näscher, Prorektor Michael Hanke, die Präsidentin von Swissuni, Suzanne de Jonckheere, sowie der Vizepräsident, Dr. Andreas Fischer, die Vereinbarung zu einer länderübergreifenden Zusammenarbeit unterzeichnet, welche die Perspektiven erweitert und die Sichtbarkeit der Kooperationspartner in der Region und auf internationaler Ebene erhöht. Ziel der Kooperationsvereinbarung ist es, den gegenseitigen Informationsaustausch über die universitäre Weiterbildung zu gewährleisten und in spezifischen Themen enger zusammenzuarbeiten, beispielsweise in den Bereichen Angebotsformate und Qualitätssicherung. Swissuni setzt sich zusammen aus den Weiterbildungsstellen aller Schweizer Universitäten. Zweite Winter School on Business Process Management ( BPM ) Im Januar 2013 nahmen 20 Studierende aus ganz Europa an der zweiten BPM Winter School teil, einer Weiterbildungsveranstaltung des Instituts für Wirtschaftsinformatik. Während der Veranstaltung erhielten die Teilnehmenden fundierte Einblicke in den aktuellen State of the Art im Bereich BPM. Der Unterricht wurde von ausgewiesenen BPM-Experten aus Wissenschaft und Praxis geleitet. Das Programmkomitee umfasste mehr als 20 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von renommierten Universitäten aus Europa, Amerika und Australien. Die Veranstaltung wird vom ERCIS ( European Research Center for Information Systems ), IS :link ( Information Systems Student Exchange Network ) und dem LCAIS ( Liechtenstein Chapter of the Association for Information Systems ) unterstützt. Abschlussfeier der Weiterbildungsprogramme Im Rahmen der Abschlussfeier im April 2013 für 69 Absolventinnen und Absolventen, die erfolgreich einen Masterstudiengang bzw. einen Weiterbildungslehrgang abgeschlossen haben, verlieh die Liechtensteinische Treuhändervereinigung drei Preise für herausragende Leistungen. S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein, Vorstandsmitglied der Treuhändervereinigung, übernahm diese Auszeichnung persönlich. Lebenslanges Lernen Unter dem Titel « Lebenslanges Lernen – Mögliche Beiträge von Universitäten » lud die Universität Liechtenstein mit Unterstützung der Abteilung Hochschulwesen des Schulamtes und der Agentur für Internationale Bildungsangelegenheiten im November 2012 zu einem öffentlichen Vortrag von Dr. Andrea Waxenegger, Präsidentin des European University Continuing Education Network, ein. In ihrem Vortrag zeigt sie auf, was unter « lebenslangem Lernen » an Universitäten heute verstanden wird und welche Herausforderungen auf institutioneller und nationaler Ebene im Hinblick auf eine Umsetzung gemeistert werden. Kamingespräch mit S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein Im Rahmen des im September neu gestarteten Executive Master of Laws ( LL. M. ) in Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht fand im Dezember 2012 ein weihnachtliches Kamingespräch statt. Eingeladen waren sowohl die Alumni dieses Studienganges als auch die Teilnehmenden der Weiterbildungslehrgänge aus den Bereichen Treuhand- und Trustrecht. Einen besonderen Input zu diesem Austausch und Networking steuerte S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein bei, der mit den Teilnehmenden einen Dialog zum Thema « Das liechtensteinische Stiftungsrecht aus der Praxis » hielt. 35


wissens und techno logie transfer


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Forschung plus Transfer gleich Innovation Wissens- und Technologietransfer an der Universität Liechtenstein dient der Einbringung von Forschungsergebnissen in die regionale Wirtschaft und Gesellschaft. Transfer grenzt sich von Beratung ab, indem nicht Standardwissen transferiert wird, sondern Wissen, das durch aktuelle Forschungsergebnisse gewonnen wurde. Transfer steht damit im unmittelbaren Zusammenhang zur Forschung. Beide Bereiche gemeinsam ermöglichen gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Innovation, die für die Zukunft des Landes von entscheidender Bedeutung ist. Die Universität Liechtenstein soll primärer Ansprechpartner in Zukunftsfragen für die regionale Wirtschaft und die Gesellschaft sein. Sie ist durch die Forschung in Schwerpunktthemen der Region ein wichtiger Kompetenzträger und verfügt über ein leistungsstarkes Netzwerk weltweit. Innovative Kooperationsformen zwischen Universität, Staat, Wirtschaft und Gesellschaft fördern die zeitnahe und intensive Zusammenarbeit. Durch persönliche Kontakte und kurze Wege wird ein Beziehungsnetzwerk aufgebaut, das durch Vertrauen, Wertschätzung und Verständnis charakterisiert ist. Dies sind ideale Voraussetzungen für Innovation.

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Ausgewählte Projekte

Institut für Architektur und  Raumentwicklung Zukunftsvisionen für Pettneu Architekturstudierende der Universität Liechtenstein haben zusammen mit ihrem Dozierenden, dem Architekten Erich Strolz, Zukunftsvisionen für das Dorf Pettneu im Tiroler Stanzertal entwickelt. Das Dorf leidet seit Jahren unter der Verkehrsflut der Wintersportler und sucht deshalb nach nachhaltigen Lösungen. Pettneu am Arlberg zählt rund 1500 Einwohnerinnen und Einwohner. Es lebt vom Tourismus, verfügt jedoch lediglich über ein kleineres Skigebiet mit 15 Pistenkilometern. Der nur sechs Kilometer entfernte Wintersportort St. Anton bietet im Vergleich 270 Pistenkilometer. Die Nächtigungszahlen stagnieren seit Jahren. Die Jugend wandert ab. Deshalb haben sich Vertreter der Gemeinde an die Universität Liechtenstein gewandt und das Transferprojekt « PETT.NEU » ins Leben gerufen. Hier konnten Architekturstudierende ihren Ideen und Visionen für eine Neugestaltung Pettneus freien Lauf lassen. Bei der Abschlusspräsentation waren der Bürgermeister, der Vizebürgermeister, der Amtsleiter und verschiedene Raumplaner der Gemeinde anwesend. Die Entwürfe der Studierenden stiessen dabei auf reges Interesse. Mittel- bis langfristig liesse sich eines der Projekte sicherlich realisieren, so der Tenor. Grenzüberschreitende Kooperation Im Sommersemester 2013 sind zwei Architektur-Studios der Universität Liechtenstein der Einladung des Forums Werdenberg gefolgt, Schloss und Stadt Werdenberg mit ortsbezogenen Installationen zu bespielen. Die grenzüberschreitende Kooperation zwischen dem Forum Werdenberg und dem Institut für Architektur und Raumentwicklung der Universität Liechtenstein fand im Jubiläumsjahr « 5 0 Jahre Liechtensteinische Architekturausbildung » statt. Ausgehend vom­ ­Jahresthema « Auge um Auge » des Forum Werdenberg haben sich die beiden Architektur-Studios ein Semester lang mit dem Schloss, dem mittelalterlichen Städtchen und dem Werdenbergersee auseinandergesetzt. 22 Architekturstudierende aus Liechtenstein, Österreich, Deutschland und der Schweiz liessen sich auf das Wagnis ein, die Motive Fenster und Leiter für einmal nicht als zweckdienliches Bauteil zu behandeln, sondern als Ursprung für philosophisch-künstlerische Gestaltungen. Herausgekommen ist die Ausstellung « Fenster an Fenster » mit 28 Installationen, die über den Sommer für die Öffentlichkeit zugänglich war. « PETT.NEU » – realistische Ideen für ein Tiroler Dorf (oben), Ausstellung « Fenster an Fenster » (unten)

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Ausgewählte Projekte

Institut für Entrepreneurship Strategieimplementierung bei BMW Financial Services China In Kooperation mit Schaffer Consulting konnte Markus Spiegel vom Lehrstuhl für Technologie und Entrepreneurship im Zeitraum von Oktober 2012 bis Juli 2013 das Executive Team und die Strategieabteilung von BMW Financial Services China darin unterstützen, die Komplexität bei der Implementierung der Strategie zu bewältigen. Die Herausforderung bestand darin, in einem schnelllebigen Umfeld mit raschem Wachstum, Budgetzielen und den über 130 Initiativen, die aus der neu erarbeiteten Balanced Score Card abgeleitet wurden, zu priorisieren, zu fokussieren und mit den knappen Ressourcen umzusetzen. Gleichzeitig sollten die unternehmenseigenen Implementierungsfähigkeiten gestärkt und verbessert werden. In diesem Zeitraum wurden in drei Wellen zwölf Projekte auf den Weg und erfolgreich zum Abschluss gebracht. Unterstützt wurden in jeder ca. 90 bis 100 Tage dauernden Projektwelle, neben der Priorisierung, das Projektdesign, die Konzeption und Moderation der Projekt-Kick-Off-Veranstaltungen, das ­C oaching der Teamleiter während der Implementierung und der Abschluss der Projekte durch die Aufarbeitung der messbaren Ergebnisse. Das Gelernte in Bezug auf Fähigkeiten und Strategie diente dann wiederum als Input für die Gestaltung der nächsten Phase, um dann in einer vierten Phase die Vorgehensweise ganz an BMW-interne Ressourcen zu übergeben.

1. Preis « Hoi Laden für Heimatgefühl » Thomas Zwiefelhofer mit Cornelia Wolf, Florian Batliner, Sanel Batliner

Businessplan-Wettbewerb Das KMU-Zentrum der Universität Liechtenstein begleitet kleine und mittlere Unternehmen im Laufe ihrer Entwicklung – beim Start, beim Wachstum und bei grundlegenden Veränderungen, beispielsweise bei der Unternehmensnachfolge. Für kleine und mittlere Unternehmen in der Region bietet das KMU-Zentrum unterschiedliche Dienstleistungen an, wie Coachings zur Lösung konkreter Problemstellungen, Tagungen und Seminare sowie Netzwerke zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Politik, Verbänden sowie kleinen und mittleren Unternehmen. Der Businessplan-Wettbewerb zur Entwicklung und Überprüfung professioneller ­B usinesspläne bildet einen wesentlichen Eckpfeiler des KMU-Zentrums. Im Rahmen des Businessplan-Wettbewerbs werden vier Trainings angeboten, um das nötige Basiswissen zu den einzelnen Elementen des Businessplans zu vermitteln. Auch in diesem Jahr waren wieder mehr als 50 Teilnehmende angemeldet, und am Ende konnten die besten Teams mit ihren Businessplänen prämiert werden. Dieses Projekt liefert einen wichtigen Beitrag des Instituts zum Wissenstransfer im Bereich Unternehmensgründungen und trägt zur Wirtschaftsförderung in Liechtenstein bei.

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Institut für Finanzdienstleistungen Umfrage zur Wahrnehmung der Finanzmarktaufsicht ( FMA ) am Finanzplatz Liechtenstein Im Frühjahr 2013 wurde der Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, Bank- und Finanzmanagement an der Universität Liechtenstein unter der Leitung von Prof. Dr. Marco Menichetti von der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein ( FMA ) beauftragt, eine Umfrage zur Analyse der Wahrnehmung der FMA durch die Beaufsichtigten durchzuführen. Dazu sollten das Leitbild, das Rollen- und Selbstverständnis sowie die Ablaufprozesse der FMA mit den Einschätzungen am Markt abgeglichen werden. Hierfür wurden 525 Finanz­ intermediäre des Finanzplatzes befragt. Mit einer Rücklaufquote von ca. 41 % fiel die Beteiligung erfreulich hoch aus und ermöglichte repräsentative Rückschlüsse auf das öffentliche Meinungsbild. Der Umfragekatalog umfasste rund 40 Fragestellungen aus neun übergeordneten Themenbereichen, welche die Befragten anhand einer sechsstufigen Bewertungsskala zu beurteilen hatten. Die aggregierte Bewertung durch die Finanz­ intermediäre beträgt 4,02 Punkte, was insgesamt auf ein eher positives Stimmungsbild schliessen lässt. Die Ergebnisse wurden im September 2013 ausgewertet und der FMA auf der Ebene des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung präsentiert. Liechtenstein im internationalen Steuerwettbewerb Der Diskurs um ein attraktives und wettbewerbsfähiges Steuersystem geht mit einer Vielzahl an Forderungen einher. Während Investoren eine möglichst niedrige Steuerbelastung fordern, bedarf es aus Sicht eines Staates neben der Sicherung des Steueraufkommens der Berücksichtigung zahlreicher steuersystematischer Anforderungen. Demgemäss hat Liechtenstein unter Berücksichtigung ökonomischer Ideale mit dem Eigenkapitalzinsabzug einen neutralitätswahrenden Steuersystemansatz eingeführt. Welche steuerlichen Wirkungen dieser Ansatz innerhalb des internationalen Steuer­wettbewerbs hervorruft, ist noch weitgehend unerforscht. Ziel des Projekts von Prof. Dr. Martin Wenz unter Mitarbeit von Dipl.-Kfm. Simon Busch (LL. M.) ist es, die Attraktivitäts- und Aufkommenswirkungen des liechtensteinischen Eigenkapitalzinsabzugs zu analysieren. Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse können im Rahmen weiterer Reformmassnahmen zur Feinjustierung des liechtensteinischen Steuer­ gesetzes genutzt werden. Dementsprechend ist das Schliessen der Wissenslücke aus theoretischer und praktischer Sicht von grosser Bedeutung. Insgesamt wäre es vorteilhaft, wenn sich ein Steuersystemansatz finden liesse, welcher eine Erhöhung der Standortattraktivität in steuersystematisch konsistenter Art und Weise ermöglicht, ohne den stetigen Trend zur Steuersatzreduktion weiterführen zu müssen. Erste Ergebnisse lassen vermuten, dass sich der liechtensteinische Eigenkapitalzinsabzug als vielversprechender Ansatz erweist.

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Ausgewählte Projekte

Institut für Wirtschaftsinformatik In einer neuen Kooperation mit dem Liechtensteinischen Landesmuseum ( L LM ) hat das Institut für Wirtschaftsinformatik ( IWI ) im vergangenen Jahr mehrere Projekte zur Erprobung des Innovationspotenzials digitaler Medien in Museen durchgeführt. Ideenwettbewerb – Das Museum der Zukunft Anfang des Jahres organisierten die beiden Institutionen den gemeinsamen Online-­ Ideenwettbewerb « D u bisch dra ! ». Einen Monat lang waren alle Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner eingeladen, ihre Ideen zur Gestaltung des Landesmuseums in Vaduz einzubringen. Über eine spezielle Brainstorming-App für Facebook wurden in dieser Zeit 53 Ideen gesammelt, die von über 1800 Besucherinnen und Besuchern gesehen ( « V iews » ) und von mehr als 500 bewertet ( « L ikes » ) wurden. Nach Abschluss der Ideensammlungsphase beurteilte zudem eine vierköpfige Jury alle eingegangenen Ideen. ­D en Preis für die kreativste Idee gewann Stefanie Leibfried für ihre Idee « O rganisch-interaktive Sonderausstellung ». Die beiden Preise für die nützlichste bzw. realisierbarste Idee gingen an Adela Calin mit der Idee « T he People Museum » bzw. an Claudia Jarnig-Oehry für die Idee « Prost ! Mahlzeit ! Gesundheit ! ». Augmented Reality im Museum – Wenn das Bild lebendig wird In einem zweiten Projekt wurde der Einsatz von Augmented-Reality(AR)-Technologien im Museum getestet. Zwei Monate lang hatte ein Team am IWI gemeinsam mit dem Museumspersonal Inhalte für die Mathematikausstellung « Matheliebe » digital aufbereitet. Dabei waren kurze Filme, Bilder oder Animationen zu einzelnen Objekten entstanden, die in eine mobile AR-App integriert wurden. Um diese Inhalte abzurufen, halten die Besucherinnen und Besucher ein Smartphone oder Tablet wie einen Strichcodeleser vor das Ausstellungsobjekt. Die App erkennt das Objekt über die Kamera und liefert die Zusatzinhalte in Echtzeit und in multimedialer Ausführung. Die Animationen fliessen dabei direkt in die Umgebung ein, sodass der Eindruck entsteht, das Objekt erwache zum Leben. Mit der Feldforschung konnte das IWI zeigen, dass Besucherinnen und ­B esucher mit der AR-App signifikant mehr während eines Museumsbesuchs « l ernen » als solche ohne eine entsprechende App. Liechtenstein Moments – Fotos und Tweets aus aller Welt Im dritten Projekt « Liechtenstein Moments » wurden die Potenziale sozialer Medien für das Landesmuseum untersucht. Täglich dokumentieren Hunderte Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner ihr Leben in Wort und Bild auf Facebook, Twitter, Instagram & Co. Diese Beiträge sind moderne Dokumente unseres Zeitgeschehens. Seit Sommer des Jahres sammeln IWI und LLM diese digitalen Schnappschüsse und Wortbeiträge und projizieren sie auf Bildschirmen im Landesmuseum. Derzeit werden täglich ca. 100 Fotos und Kurznachrichten mit Bezug zu Liechtenstein über die genannten sozialen Medien verbreitet. Diese Zahl schwankt allerdings erheblich, zum Beispiel mit dem Wochentag : An Samstagen und Sonntagen werden fast doppelt so viele Beiträge verfasst wie montags. Auch gibt es besondere Ereignisse, die eine vermehrte Kommunikation über Liechtenstein bewirken.

Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs ( o ben ) und Teilnehmer ­ des Pre-Tests ( unten )

Im Oktober wurden die Projektergebnisse der internationalen Öffentlichkeit auf einem Liechtenstein Digital Museum Innovation Summit in Vaduz präsentiert und mit zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern der Museumsszene diskutiert. Die Projekte stehen im Zusammenhang mit dem durch die Internationale Bodenseehoch­s chule geförderten Forschungsprojekt eSociety Bodensee 2020, in dem das IWI die Potenziale offener gesellschaftlicher Innovation in der Vier-Länder-Region untersucht ( siehe Seite 27 ). 41


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Konjunkturforschungsstelle Liechtenstein ( KOFL ) Vortragsreihe « Volkswirtschaft aktuell » : Der Schweizer Franken – Eine Erfolgsgeschichte Im Dezember 2012 lud die Konjunkturforschungsstelle Liechtenstein ( KOFL ) zu einem Gastvortrag im Rahmen der KOFL-Vortragsreihe « Volkswirtschaft aktuell ». Prof. Ernst Baltensperger Ph. D. stellte im Rahmen eines Referats sein jüngstes Buch vor. Es ist unter dem Titel « D er Schweizer Franken – Eine Erfolgsgeschichte » erschienen und beschreibt die Währungsgeschichte der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert. Das Werk wurde im Auftrag der Schweizerischen Nationalbank ( S NB ) verfasst und hat in den Medien bereits viel Widerhall und Anerkennung erfahren. Prof. Baltensperger ist emeritierter Professor für Makroökonomie der Universität Bern und Advisor des Studienzentrums Gerzensee. Konjunkturforschungsstelle Liechtenstein ( KOFL ) Die Konjunkturforschungsstelle Liechtenstein ( KOFL ) wurde im Mai 2004 gegründet und als Kompetenzzentrum für volkswirtschaftliche Fragestellungen das Fürstentum Liechtenstein betreffend konzipiert. Sie ist ein volkswirtschaftliches Forschungs-, Prognose- und Beratungsinstitut mit makroökonomischer Ausrichtung und berät Entscheidungsträger im privaten und öffentlichen Sektor auf der Grundlage fundierter makroökonomischer, wirtschafts- und finanzpolitischer Analysen. Die KOFL gibt durch ihre Analysen Orientierungshilfe in einem immer komplexer werdenden wirtschaftlichen Umfeld.

KMU-Zentrum

Prof. Ernst Baltensperger ( o ben ), Logistiker Bernhard Mähr zum internationalen Warenverkehr ( unten )

KMU Wissen kompakt Auf dem Programm einer weiteren Durchführung von « KMU Wissen kompakt » stand im November 2011 das Thema « A ktuelle Entwicklungen im internationalen Warenverkehr ». Im Mai 2013 widmete sich die Serie den Fragestellungen rund um « E-Commerce für KMU ». Die Veranstaltungsreihe greift die aktuellen Herausforderungen von kleinen und mittleren Unternehmen in verschiedenen Entwicklungsphasen auf. Ziel der quartalsweise stattfindenden Veranstaltungsreihe ist es, einerseits Hintergründe zu erklären und andererseits konkrete Lösungsvorschläge aufzuzeigen. Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Region werden dadurch in ihrer täglichen Arbeit aktiv unterstützt. Die Veranstaltung liefert wertvolle Inputs und Handlungsempfehlungen zu einem aktuellen Thema und gibt Unternehmen Impulse, sich mit der Thematik konkret auseinanderzusetzen. Nach den Vorträgen stehen die Referenten für Fragen und Diskussionen zur Verfügung. KMU-Zentrum an der Universität Liechtenstein Bereits seit 2004 ist das KMU-Zentrum der Universität Liechtenstein als wissenschaftliches Kompetenzzentrum Ansprechpartner für Fragestellungen von Unternehmerinnen und Unternehmern. Das KMU-Zentrum unterstützt dabei kleine und mittlere Unternehmungen im Laufe ihrer Entwicklung – bei der Gründung, im Wachstum und im Wandel. Angeboten werden Coachings als Orientierungs- und Erstberatung für konkrete betriebswirtschaftliche Fragestellungen, die Vermittlung von KMU-spezifischem Wissen in Form von Veranstaltungen, Weiterbildungen und ein umfangreiches Informationsportal.

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Highlights Innovative Geschäftsideen prämiert Im Rahmen der neunten Preisverleihung des Businessplan-Wettbewerbs Liechtenstein Rheintal wurden im Juni 2013 an der Universität Liechtenstein drei aussergewöhnliche Projekte für Idee, Ausführung und Präsentation ihres Businessplans ausgezeichnet. Den ersten, mit CHF 12 000 dotierten Preis überreichte Regierungschef-Stellvertreter des Fürstentums Liechtenstein Dr. Thomas Zwiefelhofer an das Projekt « Hoi – Laden für Heimatgefühl ». Cornelia Wolf, Sanel Batliner und Florian Batliner haben in ihrem Businessplan ein Konzept für liechtensteinische Andenken und Geschenkartikel mit Heimatgefühl entwickelt, die sich durch originelle Ideen, qualitative Verarbeitung und lokale Verankerung hervorheben. Prämierung zum schönsten Buch Österreichs Im Oktober 2012 präsentierte das Institut für Entrepreneurship der Universität Liechtenstein gemeinsam mit dem Museum Huber-Hus und der Initiative Lebensraum Lech der Raiffeisenbank das grenzüberschreitende Buchprojekt « Bergtee ». Im Februar 2013 wurde es schliesslich beim Wettbewerb « Die schönsten Bücher Österreichs » für die gestalterische und herstellerische Qualität in der Kategorie « Sachbücher und wissenschaftliche Bücher » ausgezeichnet. Die Vorarlberger Initiative « Bergtee » bewahrt lokales Erfahrungswissen rund um das Sammeln und Verarbeiten von wild wachsenden Kräutern zu Tee. In einem Buchprojekt dokumentierten die Gründerinnen 2012 das Projekt gemeinsam mit den beiden Wissenschaftlerinnen Dr. Barbara Fuchs, Hochschuldozentin am Institut für Entrepreneurship der Universität Liechtenstein, und Dipl.-Ing. Susanne Grasser vom Institut für Ökologischen Landbau der Universität für Bodenkultur Wien. Solution Day 2013 : Planung als Schlüsselelement der Logistik Best-Practice-Beispiele und Fachausstellung : Der Logistics Solution Day 2013 wurde erstmals vom Verein Netzwerk Logistik ( Österreich und Schweiz ) in Kooperation mit dem KMU-Zentrum der Universität Liechtenstein durchgeführt. Im Mai 2013 stand im Würth Haus in Rorschach das Thema « Planung in der Logistik » auf dem Programm. 5. BPM Roundtable : Erfahrungsaustausch und Networking Bereits seit Dezember 2011 bringt der BPM Roundtable des Instituts für Wirtschafts­ informatik Praktikerinnen und Praktiker sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Interesse am Thema IT und Prozessmanagement zusammen. Im Mai 2013 stand das Thema « Real-Time Business Analytics » im Fokus. Unternehmen stehen zunehmend wachsende Datenmengen zur Verfügung. Der Umgang mit diesen Daten gewinnt für Entscheidungsträger immer mehr an Bedeutung, da aus ihnen geschäftsrelevante Informationen abgeleitet werden können. Real-Time-Business-Analytics-Technologien zielen auf die Nutzung dieser Daten für Entscheidungsprozesse.


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Lebensmittelpunkt in Liechtenstein : Kristóf István Székely

Start einer glänzenden Karriere Kristóf István Székely stammt aus Ungarn, studierte an den Universitäten Liechtenstein und Budapest – und wählte schliesslich Triesen für seine berufliche Zukunft. Von Felix Steininger Sein Schreibtisch steht in einem modernen Grossraumbüro der Swarovski International Distribution AG. Blickt man aus dem Fenster, sieht man von hier ins Schweizer Rheintal, nach Sargans und hinauf zum Skigebiet am Pizol. Zum ersten Mal war Kristóf Székely während eines universitären Austauschprogramms im Jahr 2009 in Liechtenstein – und schon damals fasziniert von der Schönheit der Landschaft. Ein folgenreicher erster Aufenthalt, denn es folgten noch einige weitere. Schon 2010 brachte ihn ein Erasmus-Stipendium zurück an die Universität Liechtenstein. Und nach dem Masterdiplom in Engineering Management und Corporate Finance an der

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Budapester Universität sowie einem Jahr als Wirtschaftsinformatiker beschloss er wiederzukommen. Für sein zweites Masterdiplom. « Neben einer reizenden Umgebung habe ich hier eine sehr gute Universität und eine Region mit einer profunden Finanzmarktexpertise kennengerlernt », sagt Székely. Im August dieses Jahres schloss er sein Studium als « Master of Science in Banking and Financial Management » ab. Für ihn eine seiner grössten Leistungen der vergangenen Jahre. Parallel dazu arbeitete er nämlich bereits für Swarovski. Sprungbrett Universität Der Einstieg in den Job verlief reibungslos : « I ch habe die Stellenanzeige in einem Newsletter der Uni gesehen und mich beworben. Ein paar Wochen und ein Bewerbungs­ gespräch später fing ich an », erinnert er sich. « M eine Hoffnung, schnell und einfach eine gute Arbeit in Liechtenstein zu finden, wurde mehr als erfüllt. » Heute ist er Financial Operations Coordinator. In einem Team von sieben Mitarbeitenden betreut er die Swarovski-Sales-Niederlassungen in Polen, der Türkei, Ungarn, ­B ulgarien und der Tschechischen Republik und kümmert sich um alle finanziellen Belange. Seine Herkunft sei dabei von grossem Vorteil : « W ir stehen täglich in Kontakt mit den Ländern in Zentral- und Osteuropa. Ein internationaler Background ist da extrem wichtig, um die Arbeit gut zu machen. » Aber auch im Headquarter des Kristallfabrikanten in Triesen selbst nützt ihm seine kulturelle Gewandtheit. In den Abteilungen werden mehr als 20 unterschiedliche Sprachen gesprochen. Zukunft in der Region Seinen Lebensmittelpunkt sieht Kristóf Székely hier in der Region. Die Liechtensteiner Kultur mochte er von Anfang an. Die Einstellung der Menschen, ihre Mentalität – das habe sofort gepasst. Wenig verwunderlich, dass er sich die Zeit für eine zusätzliche Ausbildung nimmt : In den nächsten drei bis vier Jahren will er seine Fachkompetenzen vertiefen und seine Fähigkeiten in der Finanzmarktanalyse ausbauen. Gelegenheit dazu gibt ihm ein Stipendium der Universität Liechtenstein für die Teilnahme am CharteredFinancial-Analyst-Pro­gramm, kurz CFA, der weltweit wohl renommiertesten finanz­ wirtschaftlichen Weiterbildung. Die Richtigkeit seiner Entscheidung, hier zu bleiben, bestätigt auch sein Blick aus dem Fenster : « I ch liebe den Wintersport und Outdooraktivitäten im Sommer. Liechtenstein und die Umgebung sind also perfekt für mich. Hierherzukommen, bedeutete eine grosse persönliche Veränderung. Aber es war eindeutig eine positive. Ich habe hier ein neues Zuhause gefunden. » Kristóf István Székely wurde am 30. November 1985 in Budapest geboren. Er beendete 2013 sein zweites Masterstudium in Banking and Financial Management an der Universität Liechtenstein. Heute ist er Financial Operations Coordinator bei der Swaroski International Distribution AG in Triesen. 45


netz werk


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Internationale Vernetzung Die internationale Vernetzung mit angesehenen Universitäten ist in Forschung und Lehre von wesentlicher Bedeutung für die Reputation und Attraktivität der Universität Liechtenstein. In der Forschung ermöglicht die Vernetzung verschiedenartige Kooperationen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern weltweit. Dies ist für die Qualität und Verbreitung der eigenen Forschungsergebnisse grundlegend. Gleichzeitig gewinnt Liechtenstein als Standort für internationale Forschung und Innovation an Bedeutung. In der Lehre stehen attraktive Partneruniversitäten für Auslandsaufenthalte zur V ­ erfügung; die U ­ niversität verfügt dadurch über ein aktives Partnernetzwerk von Professorinnen und Professoren weltweit. Durch die hohe Internationalität der Dozierenden und Studierenden strahlt der Campus eine gewisse « internationality at home » aus, die in dieser Form einzigartig ist. Gast­d ozierende und Gaststudierende bringen interessante Erfahrungen und Perspektiven aus anderen Kulturen in die Lehre ein. Gleichzeitig sind sie nach ihrer Rückkehr Botschafter des Standorts Liechtenstein in aller Welt. Einige von ihnen kehren als gesuchte Talente nach Abschluss ihres Studiums nach Liechtenstein zurück und finden hier ein attraktives Arbeitsumfeld in Liechtensteiner Unternehmen. Universität Liechtenstein erweitert internationales Netzwerk Fünfter Kontinent erschlossen Das Partnerschaftsabkommen mit der University of South Australia in Adelaide bietet den Studierenden des Studiengangs Architektur auch die Möglichkeit eines Gast­ semesters in Down Under. Das englischsprachige Umfeld, die hohe Qualität des Studi­ en­­angebots und nicht zuletzt das interessante Umfeld machen Australien zu einem attraktiven Ziel für einen akademischen Auslandsaufenthalt. Doch auch Liechtenstein ist für australische Studierende ein ansprechendes Studienziel. Zum Wintersemester 2013 / 2014 traten die ersten beiden Gaststudierenden aus Adelaide ihr Auslandsstudium an der Universität Liechtenstein an. Verbindungen auch ins Reich der Mitte Ausbauen konnte die Universität Liechtenstein ebenfalls ihre Verbindungen ins Reich der Mitte. Das Partnerschaftsabkommen mit der University of International Business and Economics ( UIBE ) in Peking intensiviert die Zusammenarbeit mit der angesehenen chinesischen Bildungseinrichtung. Studierenden der Universität Liechtenstein eröffnet sich dadurch die Chance auf einen Aufenthalt in der pulsierenden Wirtschaftsmetropole. Wegbereitende Kooperation mit russischer Universität Einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Internationalisierung stellt die neu eingegangene Hochschulkooperation mit der Finanzuniversität der Regierung der Russischen Föderation dar. Durch den Vertrag mit der ersten Partneruniversität in Russland soll die Zusammenarbeit zwischen den Institutionen vertieft und der Studienaustausch gefördert werden. Als studentische « B otschafterin » der Universität Liechtenstein hat zum Start des Wintersemesters 2013 / 2014 die erste Studentin ihr Auslandssemester in Moskau begonnen.

Diwali Night mit internationalen Studierenden ( o ben ), University of South Australia ( unten )

Offene Türen in der Donaustadt Regensburg Durch eine Vertragsübereinkunft mit der Universität Regensburg wurde die bereits grosse Bandbreite der Partneruniversitäten ergänzt. Studierenden der Wirtschaftswissenschaften steht damit ein Studienaufenthalt in Bayerns kulturträchtiger Universitätsstadt offen.

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JAHRESBERICHT 2012 / 2013 UNIVERSITÄT LIECHTENSTEIN

Internationaler Austausch Eine Reihe von Besuchsterminen von universitären Partnern und ausländischen Delegationen sowie Anlässe zum Thema der Internationalisierung bestimmten im Studienjahr 2012 / 2013 die Agenda der weiteren Vernetzung. Peruanische Delegation in Vaduz Im Rahmen ihrer Tour durch Europa besuchten im Oktober 2012 20 Professorinnen und Professoren und Dozierende der Pontificia Universidad Católica del Perú das Institut für Architektur und Raumentwicklung der Universität Liechtenstein. Angeregt wurde der Austausch zwischen den beiden Universitäten durch einen Kontakt des International Office der Universität Liechtenstein mit dem Botschafter für Peru in der Schweiz und Liechtenstein, Juan Carlos Gamarra. Auf einer Campustour informierte Dipl.-Ing. Arch. Hugo Dworzak den Besuch aus Peru über Forschung und Lehre des Instituts sowie das studentische Leben vor Ort. Vize-Aussenministerin Kolumbiens zu Arbeitstreffen an der Universität Liechtenstein Mit dem Besuch von Monica Lanzetta Mutti, Vize-Aussenministerin Kolumbiens, und Claudia Turbay Quintero, Botschafterin Kolumbiens in der Schweiz, konnte die Universität Liechtenstein im März 2013 zwei hochrangige Funktionsträger des südamerikanischen Landes begrüssen. In Zusammenarbeit mit und unter der Vermittlung von Claudia Turbay Quintero, Prof. Hansjörg Hilti, dem ehemaligen Prorektor für Forschung und Transfer der Universität Liechtenstein, Fernando Grillo, Botschaftsrat für die Schweiz und Liechtenstein, und dem Verein « Mundo Latino » findet bereits seit einigen Jahren ein reger kultureller und universitärer Austausch mit Kolumbien statt. Erasmus auf einen Blick Anlässlich des Jubiläumsjahres « 2 5 Jahre Erasmus » fanden sich im April 2013 an der Universität Liechtenstein sowohl der Verwaltungsrat als auch der Beirat der Agentur für Internationale Bildungsangelegenheiten ( A IBA ) ein. Im Mittelpunkt dieser Zusammenkunft stand die Implementierung der EU-Bildungsprogramme an der Universität Liechtenstein seit der Einführung des Erasmus-Programmes im Jahre 1987 sowie die persönlichen Erfahrungsberichte von Projektinitiatoren und Teilnehmenden über Programmaktivitäten im vergangenen Jahr.

Delegationsbesuch aus Peru ( o ben ), Stefan Sohler, Leiter der AIBA, beim Erasmus-Jubiläumstreffen

48

Leonardo-Workshop in Oslo Vier International-Office-Teams europäischer Hochschulen aus Norwegen, Polen, Spanien und Liechtenstein kamen im Oktober im Rahmen des Projekts « Ausländische Studierende unserer Universität von A bis Z » in Oslo zu einem weiteren Leonardo-Workshop zusammen. Das erste Treffen hatte im April 2012 an der Universität Liechtenstein stattgefunden. Im Frühling dieses Jahres folgten Treffen in Valencia, Spanien, und in Lublin, Polen. Hauptziel des Projekts für Austausch und Mobilität war eine gemeinsame Strategie zur Verbesserung von Organisation, Qualität und Transparenz der Austauschprogramme. Das Projekt fand im September seinen Abschluss. Als Produkte entstanden ein Leitfaden für International Offices sowie ein Wörterbuch zu relevanten Fach­ begriffen in Englisch, Spanisch, Norwegisch, Polnisch und Deutsch.


JAHRESBERICHT 2012 / 2013 UNIVERSITÄT LIECHTENSTEIN

Highlights Erasmus IP : 100 % erneuerbares Liechtenstein ? Im Juni 2013 fand an der Universität Liechtenstein das von der EU finanzierte Erasmus-Intensivprogramm ( IP ) « Renewable Energy Finance » statt. Internationale Studierende von Universitäten aus Finnland, Italien, Zypern und Liechtenstein tauschten ihre Ideen zum Thema erneuerbare Energie hinsichtlich Entwicklungspotenzial, innovativer Finanzinstrumente sowie Zukunft dieses Sektors aus. Das Erasmus-Intensivprogramm wurde vom Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre, Bank- und Finanzmanagement der Universität Liechtenstein veranstaltet. 35 Studierende hatten die Aufgabe, wissenschaftliche Arbeiten zu unterschiedlichen Themen wie Risikomanagement, Förderpolitik, finanzielle Machbarkeit und quantitative Analyse zu erstellen und zu präsentieren. Darüber hinaus analysierten die Studierenden einige Fallstudien zum Thema erneuerbare Energie. Kooperationen von Hochschulen und Unternehmen Unter dem Titel « University-Business Cooperation » lud die Universität Liechtenstein im September 2012 zu einem öffentlichen Vortrag ein. Ein Forscherteam der Fachhochschule Münster präsentierte Ergebnisse einer europaweiten Studie zu Kooperationsmodellen von Hochschulen und Unternehmen. Studierende der LMU München bereits zum dritten Mal an der Universität Liechtenstein Im Dezember 2012 präsentierten Studierende des Bachelorstudiengangs Betriebswirtschaftslehre der Ludwig-Maximilians-Universität München ( LMU ) ihre Seminararbeiten an der Universität Liechtenstein unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Wenz. Das Seminar in betriebswirtschaftlicher Steuerlehre fand im Rahmen der Kooperation zwischen den beiden Universitäten bereits zum dritten Mal statt. Das Seminar erfreut sich grosser Beliebtheit bei den LMU-Studierenden und bekräftigt die gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Universitäten im steuerlichen Bereich. Doktorandenseminar in Wirtschaftsinformatik Im Februar 2013 fand zum vierten Mal das vom Institut für Wirtschaftsinformatik in Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität Frankfurt, der Wirtschaftsuniversität Wien ( WU ) sowie der Queensland University of Technology ( QUT ) ausgerichtete Doktorandenseminar zum Thema « Quality in Research » in Flumserberg ( Schweiz ) statt. Zwölf Doktoranden beschäftigten sich unter der Leitung von Prof. Dr. Jan Mendling ( WU Wien ), Prof. Dr. Roland Holten ( Goethe-Universität Frankfurt ), Prof. Dr. Jan Recker ( QUT ), Prof. Dr. Jan vom Brocke und Ass.-Prof. Dr. Stefan Seidel ( beide Universität Liechtenstein ) intensiv mit Fragen der Qualität im Kontext der Entwicklung von Forschungsdesigns, der Durchführung von Forschung und der Begutachtung von Forschungsergebnissen. Das Seminar bestätigt die intensive Zusammenarbeit zwischen Professorinnen bzw. Professoren und Studierenden der vier Universitäten. Die fünfte Wiederholung des Seminars steht im Februar 2014 an. Up-with-People-Workshop In Kooperation mit dem International Office der Universität Liechtenstein fand im April 2013 ein von der gemeinnützigen und internationalen Organisation « Up with People » durch­ geführter Workshop zur interkulturellen Sensibilisierung statt. Mit internationalen Bildungsund Kulturprogrammen für junge Menschen zwischen 18 und 29 Jahren ermöglicht Up with People seinen Teilnehmenden das Eintauchen in fremde Kulturen und bietet Gelegenheit, direkte Erfahrungen über Menschen, Länder und Gebräuche zu sammeln. So begibt sich das Ensemble aus Mitgliedern verschiedenster Herkunft auf Reisen zu nahezu 20 Gemeinden auf mehreren Kontinenten. 49


zah len und fak ten


JAHRESBERICHT 2012 / 2013 UNIVERSITÄT LIECHTENSTEIN

Anzahl Studierende – Aus- und Weiterbildung Bachelor-, Master- und Doktorats­ studiengänge

2012 / 2013

2011 / 2012

2010 / 2011

Architektur / B achelorstudiengang

123

144

142

Architecture / Masterstudiengang

52

69

68

2

2

Banking and Financial Management /  Masterstudiengang

53

55

60

Betriebswirtschaftslehre / B achelor­ studiengang

194

237

246

Entrepreneurship / Masterstudiengang

75

72

63

IT and Business Process Management / Masterstudiengang

54

48

55

Wirtschaftsinformatik / B achelorstudiengang ( auslaufend )

28

44

60

Wirtschaftswissenschaften / D oktorats­ studiengang

18

18

18

Executive-Master-Studiengänge (  EMBA, LL. M.  )

126

129

80

Nachdiplomstudiengänge, MAS

84

96

135

Hochschullehrgänge, DAS

29

51

54

Hochschulkurse, CAS, Zertifikatslehrgänge

67

124

59

3200

5544

3156

Studierende Bachelor-, Master- und Doktoratsstudiengänge

599

689

712

Studierende Weiterbildung

306

400

328

Gesamt ( Aus- und Weiterbildung )

905

1089

1040

Architektur / D oktoratsstudiengang

Weiterbildung

Symposien, Tagungen, Seminare

51


JAHRESBERICHT 2012 / 2013 UNIVERSITÄT LIECHTENSTEIN

Diplome, Nachdiplome, Zertifikate

2012 / 2013

2011 / 2012

2010 / 2011

Diplome und akademische Grade, die verliehen wurden

186

127

184

Executive-Master-Diplome / Nach­ diplome / Zertifikate, die ausgehändigt wurden

115

208

132

52


JAHRESBERICHT 2012 / 2013 UNIVERSITÄT LIECHTENSTEIN

Universitätspersonal per 31. August 2013 Wissenschaftliches und künstlerisches Personal

Anzahl

Lehrstuhlinhaber / - innen und Professoren / - innen

14

Weitere Hochschullehrer / innen ( Gastprofessoren / innen, Assistenzprofessoren / innen, Hochschuldozierende )

26

Wissenschaftliche und künstlerische Mitarbeitende, Assistenz

69

Mitarbeitende der Universitätsverwaltung

35

Gesamt

144

Die Universität Liechtenstein beschäftigte per 31. August 2013 insgesamt 144 Mitarbeitende in prozentuellen Beschäftigungsverhältnissen. Dies entspricht 105,80 Vollzeitäquivalenten. Darüber hinaus befanden sich 6 Lernende in Ausbildungsverhältnissen. Des Weiteren waren rund 200 Lehrbeauftrage und Gastreferenten auf Honorarbasis engagiert.

Internationale Mobilität Programm

Anzahl

Studierendenmobilität Outgoings ( Studium )

30

Studierendenmobilität Outgoings ( Praktika )

4

Studierendenmobilität Incomings ( Studium )

53

Personalmobilität Outgoings

15

Personalmobilität Incomings

1

Lehrendenmobilität Outgoings

7

Lehrendenmobilität Incomings

3

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JAHRESBERICHT 2012 / 2013 UNIVERSITÄT LIECHTENSTEIN

Jahresrechnung Bilanz ( in CHF ) UNIVERSITÄT LIECHTENSTEIN 2012 / 2 013

per 31. August 2013

per 31. August 2012

AKTIVA

5 410 895.50

6 841 492.58

A. ANLAGEVERMÖGEN

2 089 138.95

2 554 280.71

Gebäude

1 834 262.71

2 131 425.71

Anlagen im Bau

Betriebs- und Geschäftsausstattung

48 424.55 27 133.51

17 051.15

IT - Infrastruktur

124 063.89

190 487.61

103 678.84

166 891.69

B. UMLAUFVERMÖGEN

3 283 325.55

4 226 306.02

I Forderungen

1 338 302.77

1 155 715.27

II Kassa / B ank

1 945 022.78

3 070 590.75

38 431.00

60 905.85

Geräte und Maschinen

C. AKTIVE RECHNUNGSABGRENZUNG

Überblick über die Bilanz Anlagevermögen Der Universitätscampus wird vom Land Liechtenstein der Universität zur Nutzung zur Verfügung gestellt. In der Bilanz wird das Studentenwohnheim der Universität ausgewiesen. Anlagegüter mit einem Anschaffungswert von mehr als CHF 5000 werden aktiviert und über die Nutzungsdauer abgeschrieben. Im Geschäftsjahr 2012 / 2013 sind Anlagenzugänge in den Bereichen Gebäude, IT-Infrastruktur sowie Geräte und Maschinen von CHF 80 477.70 getätigt worden. Umlaufvermögen Studiengebühren für das Wintersemester werden vor Semesterbeginn in Rechnung gestellt und bilden einen wesentlichen Teil der ausgewiesenen Forderungen. Eigenkapital Das Geschäftsjahr 2012 / 2013 schliesst mit einem Aufwandsüberschuss von CHF 460 129.95. Der Jahresverlust wird mit dem Eigenkapital gedeckt. Fonds Die Fondsgelder sind zweckbestimmte Gelder, die der Universität mit Zweckbindung zur Verfügung stehen. Der Forschungsförderungsfonds ist 2012 / 2013 vom Land Liechtenstein mit CHF 1 000 000 bedient worden. 54


JAHRESBERICHT 2012 / 2013 UNIVERSITÄT LIECHTENSTEIN

Bilanz ( in CHF ) UNIVERSITÄT LIECHTENSTEIN 2012 / 2 013

per 31. August 2013

per 31. August 2012

5 410 895.50

6 841 492.58

A. EIGENKAPITAL

360 373.04

821 197.99

258 168.57

718 298.52

718 298.52

773 757.20

–460 129.95

–55 458.68

102 204.47

102 899.47

B. FONDS

1 499 858.34

1 586 703.33

1 499 858.34

1 586 706.33

C. FREMDKAPITAL

2 779 753.22

3 241 798.85

Bankkredite

1 000 000.00

1 000 000.00

Kreditoren

1 291 183.87

1 816 384.98

PASSIVA

I Kapital Kapital Periodenbeginn

Ertragsüberschuss / -fehlbetrag Berichtsperiode

II Rücklagen

1. Forschungsförderungsfonds

Sonstige Verbindlichkeiten

267 639.35

247 973.87

Kautionen und Sonstige Sicherheiten

211 930.00

177 440.00

D. PASSIVE RECHNUNGSABGRENZUNG

770 910.90

1 191 792.41

Fremdkapital Der Kredit von CHF 1,00 Mio. dient zur Finanzierung des Studentenwohnheims. In den Sonstigen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen abgegrenzt, die ins Rechnungsjahr gehören, aber noch nicht abgerechnet sind. Es handelt sich vor allem um Honorare, Entschädigungen, Steuerzahllasten und Zinsaufwendungen. Passive Rechnungsabgrenzung Im Voraus verrechnete Studiengebühren und Drittmittel, die im Voraus bezahlt werden, sind über die Passive Rechnungsabgrenzung periodengerecht abgegrenzt.

55


JAHRESBERICHT 2012 / 2013 UNIVERSITÄT LIECHTENSTEIN

Gewinn- und Verlustrechnung 1. September 2012 bis 31. August 2013 UNIVERSITÄT LIECHTENSTEIN 2012 / 2 013

Ist 2012 / 2 013

in %

BETRIEBSERLÖSE

23 849 614.60

100.0 %

23 579 166.24

14 886 844.99

62.4 %

13 911 077.89

10 800 000.00

45.3 %

10 800 000.00

Beiträge des Staates

Ist 2011 / 2012

Staatsbeitrag Lehre

Basisfinanzierung Forschung

2 000 000.00

8.4 %

2 000 000.00

Beitrag für Unterhalt und Mieten

1 000 000.00

4.2 %

666 600.00

Zuweisungen aus dem Forschungsförderungsfonds

1 086 844.99

4.5 %

444 477.89

2 883 925.91

12.1 %

3 259 390.10

840 959.95

3.5 %

904 432.92

1 370 556.98

5.8 %

1 603 275.75

672 408.98

2.8 %

751 681.43

3 530 331.28

14.8 %

3 714 204.50

2 927 220.65

12.3 %

2 969 384.99

603 110.63

2.5 %

744 819.51

2 548 512.42

10.7 %

2 694 493.75

Lehrbetrieb & Forschung

Erlöse aus dem Lehrbetrieb

Erlöse aus FHV/IUV

Erlöse der Forschung

Weiterbildung und WTT

Erlöse aus der Weiterbildung

Erlöse aus Wissens- und Technologietransfer

Sonstige Betriebserlöse

Sonstige Erlöse

877 698.29

3.7 %

640 268.20

Lehrstuhlfinanzierung

850 000.00

3.6 %

850 000.00

Projektförderung

768 388.93

3.2 %

1 117 572.10

Bankzinsen und Kursdifferenzen

52 425.20

0.2 %

86 653.45

56


JAHRESBERICHT 2012 / 2013 UNIVERSITÄT LIECHTENSTEIN

Gewinn- und Verlustrechnung 1. September 2012 bis 31. August 2013 UNIVERSITÄT LIECHTENSTEIN 2012 / 2 013

Ist 2012 / 2 013

BETRIEBSAUFWÄNDE Materialaufwand und bezogene Leistungen

Personalaufwand

in %

Ist 2011 / 2012

–24 309 744.55

100.0 %

–23 634 624.93

–1 272 169.63

5.0 %

–1 353 696.86

–16 939 636.13

69.7 %

–16 932 204.71

–12 759 293.26

52.5 %

–12 551 051.14

Gehälter

Honorare

–1 497 337.80

6.2 %

–1 629 878.90

Sozialabgaben

–2 649 080.12

10.9 %

–2 702 806.19

Sonstiger Personalaufwand

–33 924.95

0.1 %

–48 468.48

–940 042.46

3.9 %

–821 976.03

–5 157 896.32

21.2 %

–4 523 747.33

Investitionen / direkte Abschreibungen

Sonstiger Betriebsaufwand

Ertragsüberschuss

–460 129.95

–55 458.68

Überblick Erfolgsrechnung Ergebnis Im Geschäftsjahr 2012/13 stehen den Erträgen von CHF 23 849 614.60 Aufwendung von CHF 24 309 744.54 gegenüber. Somit ergibt sich ein Aufwandsüberschuss von CHF –460 129.95. Die zentralen Leistungsbereiche der Universität sind die Lehre, die Forschung, die Weiterbildung und der Wissens- und Technologietransfer. Die öffentliche Hand finanzierte über den Staatsbeitrag CHF 10,80 Mio. die Lehre, mit einer Basisfinanzierung von CHF 2,00 Mio. die Forschung und äufnete den Forschungsförderungsfonds mit CHF 1,00 Mio.. Seit 2013 ist die Instandhaltung und der Unterhalt der Gebäude auf die Universität übertragen worden. Dafür stellte der Staat CHF 1,00 Mio. zur Verfügung.

57


Beitrag für Unterhalt und Mieten CHF 1 000 000

Basisfinanzierung Forschung CHF 2 000 000

Zuweisungen aus dem Forschungsförderungsfonds 1 086 845 4%

Erlöse aus dem Lehrbetrieb CHF 2 211 517

5%

8%

Erlöse

Staatsbeitrag Lehre CHF 10 800 000

9%

Erlöse der Forschung CHF 672 409

3%

45 %

Erlöse aus der Weiterbildung CHF 2 927 221

12 %

3 %

Erlöse aus Wissens- und Technologietransfer CHF 603 111

11 %

Sonstige Erlöse CHF 2 548 512

Aufwendungen Materialaufwand und bezogene Leistungen CHF 1 272 170 5 %

Sonstiger Betriebsaufwand CHF 5 157 896

21 %

70 %

4

%

Personalaufwand CHF 16 939 636

Abschreibungen CHF 940 042


JAHRESBERICHT 2012 / 2013 UNIVERSITÄT LIECHTENSTEIN

Lehrbetrieb Die Erlöse aus dem Lehrbetrieb setzen sich aus den Studiengebühren und den Bei­trägen aus der Interkantonalen Universitätsvereinbarung (FHV/IUV), und dem Staatsbeitrag zusammen. Forschung Die Erlöse der Forschung resultieren aus der vom Land Liechtenstein gewährten Basis­ finanzierung, den aus unterschiedlichen Forschungsförderungseinrichtungen aufgrund von Forschungsanträgen gesprochenen Gelder (Zweitmittel) und aus Drittmitteln von Auftraggebern und Sponsoren. Aus dem Forschungsförderungsfonds der Universität sind für laufende Forschungs­p rojekte CHF 1 086 845.99 erfolgswirksam ausgeschüttet worden. Weiterbildung Die Erlöse der Weiterbildung sind im Geschäftsjahr 2012 / 2013 mit CHF 2,93 Mio. geringfügig unter dem Niveau des Vorjahres. Wissens- und Technologietransfer Die Erlöse aus dem Wissens- und Technologietransfer liegen bei CHF 603 000, also ca. 19 % unter dem Vorjahresergebnis. Sonstige Erlöse Mieterlöse im Bereich Studentenwohnheim, Rückerstattungen sowie Bankzinsen sind unter den Sonstigen Erlösen zusammengefasst.

Betriebsaufwände Personalaufwand 70 % der Aufwendungen stellen die Personalaufwendungen dar. Rund 76 % dieser Aufwendungen betreffen das akademische Personal, 24 % das administrative Personal. Abschreibungen Die Abschreibungen beinhalten die linearen Abschreibungen des aktivierten Anlagevermögens und die direkt im Jahr der Anschaffung abgeschriebenen Anlagen ( A nschaffungen unter CHF 5000 ). Materialaufwand und bezogene Leistungen Materialaufwand und bezogene Leistungen beinhalten bezogene Dienstleistungen für die Leistungsbereiche Weiterbildung, Forschung und Transfer sowie Lehrmittel und Kopien. Sonstiger Betriebsaufwand Der Sonstige Betriebsaufwand stellt die Aufwendungen für Bücher, Unterhalt, Spesen, Steuern und Marketing sowie Mieten für zugemietete Räume dar.

Abnahme der Jahresrechnung 2012 / 2013 Die Regierung hat in ihrer Sitzung vom 19. November 2013 den Bericht der Finanz­ kontrolle über die Prüfung der Gebarung 2012 / 2013 der Universität Liechtenstein zur Kenntnis genommen.

59


or ga ne


JAHRESBERICHT 2012 / 2013 UNIVERSITÄT LIECHTENSTEIN

Universitätsrat

Institutsleiter

Präsident Dr. Volker Rheinberger, Präsident

Institut für Architektur und Raumentwicklung Dipl. - Ing. Arch. Hugo Dworzak 

Mitglieder Dr. Mario Broggi Hon.-Prof. Dr. Marion Frick - Tabarelli Adolf E. Real Klaus Risch Jon Ritter Mitglieder in beratender Funktion Klaus Näscher, Rektor Helmut Konrad, Abteilungsleiter Mittel- und Hochschulwesen / S chulamt

Institut für Entrepreneurship Prof. Dr. Christian Marxt Institut für Finanzdienstleistungen Prof. Dr. Martin Wenz Institut für Wirtschaftsinformatik Prof. Dr. Jan vom Brocke

Bezüge des Universitätsrats und der Universitätsleitung Revisionsstelle Finanzkontrolle

Rektorat In den Zuständigkeitsbereich des Rektors fällt insbesondere die operative Leitung der Universität Liechtenstein, die Vertretung nach aussen sowie die Einleitung und Koordination von Planungsmassnahmen.

Die Bezüge der operativen Universitätsleitung Rektorat ( Rektor, Unterstützung Prorektoren ) betrugen im Berichtsjahr 2012 / 2013 CHF 275 350 ( Vorjahr CHF 273 185 ). Die Bezüge der strategischen Leitung Universitätsrat betrugen im Berichtsjahr 2012 / 2013 CHF 47 600.

Das Rektorat umfasste im Berichts­ zeitraum den Rektor, Klaus Näscher, die Prorektoren Jan vom Brocke und Michael Hanke sowie Markus Graf, Leiter Zentrale Dienste. Mit ­Wirkung vom 1. September 2012 ­fungiert Hugo Dworzak als Vertreter des Instituts für Architektur und Raumentwicklung im Rektorat.

61


Kontakt Universität Liechtenstein, Fürst - Franz - Josef - Strasse, 9490 Vaduz, Liechtenstein Telefon + 423 265 11 11, Fax + 423 265 11 12, info@uni.li, www.uni.li © 01.2014 Universität Liechtenstein. Änderungen vorbehalten. Gestaltung  : Leone Ming, Visible Marketing, Schaan ; Fotos  : Paul Trummer, Eddy Risch, zur Verfügung gestellt Druck  : BVD Druck + Verlag AG, Schaan


Universität Liechtenstein - Jahresbericht Geschäftsjahr 2012 / 2013  

Jahresbericht der Universität Liechtenstein zu Strategie, Lehre, Forschung, Wissens- und Technologietransfer, Weiterbildung, Netzwerk, Zahle...

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