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DAS RHEIN-NECKAR-MAGAZIN APRIL-AUSGABE

Neuer Trend: Urban Gardening

Gesund in den Fr端hling mit Taiji und Qigong

Im Interview mit Melis Sekmen

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Titelthema: Erneuerbare Energien

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1. + 2. November 10 – 18 Uhr Heidelberg Hebelhalle (gegenüber Mediamarkt)

TREND w w w . v i t a t r e n d . i n f o

Alles über

Ernährung Gesundheit Wellness Kosmetik Lifestyle

Veranstalter: Wolf Verlag GmbH Hostackerweg 21 69198 Schriesheim Tel 06220-6562 Email: verlag@umweltdirekt.de

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EDITORIAL 3

Liebe Leserinnen und Leser,

INHALT 4

Umwelt News Umwelt Person:

8 Erneuerbare Energien: Studium mit Zukunft 10 Erneuerbare Energien: Pro & Contra Bio-Energie 12 Sonderseiten: Bio in Heidelberg 20 Aktion: Leserreise nach Sri Lanka 24 Gesundheit: Gesund in den Frühling mit Taiji und Qigong 26 Spitzenkandidatin der Mannheimer Grünen Melis Sekmen

Umwelt Politik: Das transatlantische Freihandelsabkommen - der Widerstand in der Region Umwelt Schutz: Urban Gardening UPK Bund ADFC VCD

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mit dem Frühling kommt auch der Wunsch, mehr Zeit im Freien zu verbringen. Am liebsten im Garten. Für die Städter in den Metropolen der Region haben unsere Redakteure einen neuen Trend aufgespürt: Urban Gardening. Dabei treffen sich Menschen zum gemeinsamen Gärtnern mitten in der Stadt. Alles über den Trend, den Ursprung und wie Sie mitmachen können, lesen Sie ab Seite 36. Heidelberg is(s)t bio. Die Neckarstadt steht in den kommenden Wochen ganz im Zeichen der Bio-Ernährung. Seien Sie dabei, wenn in Heidelberg die erste Bio-Woche stattfindet, bei der viele nachhaltige Akteure der Stadt besondere Aktionen veranstalten. Besonderes Highlight: das Hoffest auf dem Biolandhof Rehm, bei dem sich Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner und Umweltamtsleiter Dr. Hans-Wolf Zirkwitz zum gemeinsamen Showkochen mit Bio-Koch Simon Tress treffen. Alle Veranstaltungen und Highlights der Heidelberger Bio-Woche lesen Sie ab Seite 20 oder entnehmen Sie dem beiliegenden Programmheft. „Wir studieren Zukunft“. Das haben sich einige Studenten in der RhenNeckar-Region auf die Fahnen geschrieben. Unsere Redakteurin Marilena Geugjes startet ab Seite 10 ihre neue Serie „Berufe mit Zukunft ‚Erneuerbare Energien’“. In dieser und den kommenden Ausgaben stellen wir junge Menschen vor, die ihre berufliche Zukunft der Nachhaltigkeit gewidmet haben. Alle Neuigkeiten vom BUND, ADFC und VCD lesen Sie – wie gewohnt – ab Seite 42. Viel Spaß beim Lesen, Tine Messerschmidt

IMPRESSUM

Besuchen Sie uns auch unter www.umweltdirekt.de oder www.facebook.de/umweltdirekt

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Verlag: Wolf Verlag GmbH Hostackerweg 21 69198 Schriesheim Tel. 06220-6562 Fax: 911023 Herausgeber: Tine Messerschmidt & Christian Wolf Chefredaktion: Tine Messerschmidt tine.messerschmidt@umweltdirekt.de

Anzeigen: Sabine Wolf sabine.wolf@umweltdirekt.de Chefin vom Dienst (CvD): Marilena Geugjes marilena.geugjes@umweltdirekt.de Mitarbeiter dieser Ausgabe: Lydia Prexl, Pia Reich, Sarah Stay Layout: Claudia von Bihl und Frauke Dreyer Abo- und Einzelbestellung: leserservice@umweltdirekt.de Jahresabo 15 Euro inkl. 7% MwSt und Porto.

Vertrieb: Fahrwerk Ambient Media Druck: Westdeutsche Verlagsund Druckerei GmbH Kurhessenstr. 4-6 64546 Mörfelden-Walldorf Titelbild: © Sunny studio - Fotolia.com foto: meine ernte 100% Recycling-Papier

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4 UMWELT AKTUELL

Radewegnetzausbau in Baden-Württemberg foto: Rainer Sturm pixelio.de

Trotz begrenzter Finanzmittel soll in Baden-Württemberg das Radwegenetz weiterhin konsequent ausgebaut werden. Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann stellte in der Sendung „Länderzeit“ des Deutschlandfunks neue Maßnahmen und Ideen zum Thema Radwegenetz vor: Zunächst sol-

len Radschnellwege in BadenWürttemberg gebaut werden, damit Radfahrer kreuzungsfrei und schneller große Strecken zurücklegen können. Ebenso steht der Ausbau von Radwegen auf der Agenda, um Lücken im Radwegenetz zu schließen. Und schließlich sollen Radwege und öffentlicher Nahverkehr besser miteinander verknüpft werden.

Winfried Hermann hat in seinem Gespräch außerdem an Arbeitgeber appelliert, sichere Abstellplätze für Fahrräder sowie Umkleiden und Duschen für das Personal zu schaffen, um die Anzahl der Mitarbeiter, die mit dem Rad zur Arbeit kommen, zu vergrößern. Wir werden sehen, was davon im Delta umgesetzt wird.

foto: Lupo / pixelio.de

Mannheimer Abfallwirtschaft bietet OnlineReparatur- und Verleihführer an

foto: Luisa Pfefferkorn / pixelio.de

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Seit Anfang 2014 hat die Abfallwirtschaft Mannheim ihr Online-Angebot um den kostenlosen Reparaturund Verleihführer erweitert. Kleine und mittelständische Betriebe können unter www.reparaturfuehrer-mannheim. de kostenlos inserieren und einen Reparaturoder Verleihservice anbieten. Ein Inserat auf dem Online-Portal einzustellen ist dank den Kategorien „Ausleihen“ und „Reparieren“ sehr einfach. Danach ist es au-

ßerdem möglich, in zahlreichen Rubriken wie Computer, Haushaltsgeräte, Geschirr, Lampen, Möbel oder Werkzeug seine Dienste anzubieten. Den Reparatur- und Verleihführer gibt es in erster Linie zur Abfallvermeidung, da somit viele Geräte nicht weggeworfen werden müssen, sondern kostengünstig repariert werden können. Der Verleih von Dingen, die nicht täglich gebraucht werden, wie etwa Geschirr bei großen Familien feiern, kommt der Umwelt ebenfalls zugute. www.reparaturfuehrermannheim.de

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Kurz - Workshop Ayurvedische Fußmassage mit der Kaash-Schale

foto: Rainer Sturm pixelio.de

Diese ruhige, entspannende oder auch mal anregende Massage-Methode ist leicht zu erlernen und bietet eine große Vielfalt an positiven Wirkungen, u.a. - Unterstützung des Stoffwechsels und Kreislaufs - Entspannung und Kräftigung der Fußmuskulatur - Unterstützung des gesunden, erholsamen Schlafes Das Beste dabei: Sie können die Fußmassage sowohl an andere als auch an sich selbst ausführen! Infos & Anmeldung: info@aashwamedh.de Tel: 06221-7599481

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Pfälzer Naschmarkt Das älteste Weingut der Pfalz mit seinem einzigartigen Ambiente, der Herrenhof im Neustadter Ortsteil Mußbach an der Weinstraße, beherbergt über die 3 Pfingsttage den Pfälzer Naschmarkt. Ein Sammelsurium von kulinarischen Spezialitäten sowie ein Marktdorf, bunt gemischt mit einem breit gefächerten Angebot, sorgt bei Genießerherzen für höhere Schlagzahlen. Kulturell begleitet werden die Tage mit musikalischen und sonstigen künstlerischen Darbietungen. Geöffnet ist täglich von 10 – 18 Uhr.

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Online-Tausch- und Verschenkmarkt erfreut sich zunehmender Beliebtheit foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Seit der Einrichtung des Online-Tauschund Verschenkmarkt der Mannheimer Abfallwirtschaft im Jahr 2009 wird ein steter Nutzerzuwachs verzeichnet. Unter www.mannheim.abfallspiegel.de

können Privatpersonen gut erhaltene Gegenstände inserieren, um diese zu tauschen oder zu verschenken. Dank der zahlreichen Rubriken wie Möbel, Kinder, Computer, Garten und vielen mehr finden die Nutzer schnell und einfach das, wonach sie gesucht haben. Mit der

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N A C H H A LT I G K E I T S P R E I S

Online-Börse schaffen die einen schnell Platz im Keller und die anderen können sich über ein vielleicht lang gesuchtes Liebhaberstück freuen. Auch der Umwelt wird durch die Abfallvermeidung etwas Gutes getan. Mehr Infos gibt‘s unter www.mannheim.abfallspiegel.de

Anfang Februar wurde in Freiberg von der deutschen Forstwirtschaft zum ersten Mal der Nachhaltigkeitspreis in drei Kategorien vergeben: Handwerk, Hochschulen und Green App Ideas. Dominique Bednarek aus Ilvesheim erhielt in der Kategorie Hochschule den zweiten Preis für seine Bachelorarbeit „Kann Freiburg sich selbst ernähren?“ im Fach Umweltwissenschaften an der Universität Freiburg. Die Wettbewerbe sollen dazu anregen, sich mit einer nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft in ökonomischen, ökologischen, kulturellen oder sozialen Lebensbereichen auseinanderzusetzen. Durch einen souveränen Umgang mit der Begrifflichkeit und deren großen Praxisbezug überzeugte Dominique Bednarek die Jury. Die Leichtigkeit seiner Darstellung regt unweigerlich zum Nachdenken an, dafür erhielt er ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro.

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Schmackhaftes BioTrockenfutter für Hunde

NEU!

Umwelt Direkt verlost 5 x 1 Tüte à 1,5kg. Schicken Sie einfach bis zum 10. Mai eine Email mit dem Stichwort „Hundefutter“ und Ihrer Adresse an verlag@ umweltdirekt.de. Die Gewinner werden benachrichtigt.

Das neue Wanderbuch von Rainer Türk „Wanderungen im Kleinen Odenwald und im Kraichgau“ beschreibt Wanderungen in einer Region des Odenwaldes, die von vielen Wanderern oft übersehen wird. Nach dem Motto: „Ach, da war doch noch was“, erinnert man sich an die eine oder andere der so zahlreichen Sehenswürdigkeiten jenseits des Neckars.

Umwelt Direkt verlost 3x1 Buch „Wanderungen im Kleinen Odenwald und im Kraichgau“. Schicken Sie einfach bis zum 10. Mai eine Email mit dem Stichwort „Wandern“ und Ihrer Adresse an verlag@ umweltdirekt.de. Die Gewinner werden benachrichtigt.

Titelseite_K.jpg (Foto: Hansjörg Heimburger)

bellomondo wendet sich mit seinem Futter an Hundehalter, denen das Wohlergehen ihres Tieres am Herzen liegt und denen es ein Anliegen ist, Umweltressourcen zu schonen und zu bewahren. bellomondo ist ökologisch, ökonomisch und sozial konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Das bellomondo Bio-Trokkenfutter Huhn ist eine harmonische Komposition aus geschmackvollem Huhn, energiereichen Kartoffeln, gesunder Hirse, Möhren und aromatischen Kräutern. Die Kroketten in Bio-Qualität liefern alle Nährstoffe, die ein ausgewachsener Hund für ein gesundes und aktives Leben benötigt. Die erstklassige Qualität der Bio-Rohstoffe und die Zubereitung in einer Tiernahrungs-Manufaktur in Deutschland überzeugt. Glutenfrei und ohne Soja, für eine artgerechte und gesunde Ernährung ohne künstliche oder chemische Zusätze und Aromen. Mehr unter www.bellomondo.de oder nutzen Sie den bellomondo-Lagerverkauf in Mannheim: Krügerstraße 18, immer freitags 15.00 –18.00 Uhr.

Rainer Türk: „Wanderungen im Kleinen Odenwald und im Kraichgau“

Lassen Sie sich einladen zu erlebnisreichen Wanderungen im Kleinen Odenwald und im Kraichgau. Dieses Buch gibt Ihnen Tipps und alle wichtigen Hinweise für gelungene und genussreiche Wanderungen. Erhältlich ist das Buch im Buchhandel, bei den Gemeinden sowie auf den Geschäftsstellen des Naturparks Neckartal-Odenwald, des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald, des Odenwaldklubs sowie vieler Verkehrsämter. Verlag: Hubert Brunnengräber, www.brunnengraeber-online.de, Preis 14,80 €.

Der Metzger, der kein Fleisch mehr isst … Karl Ludwig Schweinsfurth lernte den Beruf des Metzgers um in den Familienbetrieb einzusteigen. Auf seiner Reise durch die USA erkannte er die Möglichkeiten einer industriellen Produktionsweise und nutzte diese nach seiner Rückkehr. Aus dem elterlichen Familienbetrieb schuf er den Fleischgiganten Herta. Doch mit dem Erfolg kamen die Zweifel und er realisierte, dass Fleisch von überzüchteten und gequälten Tieren keine lebens-

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fördernde Nahrung sein kann. 1984 machte Schweinsfurth einen Neuanfang und arbeitet fortan ökologisch, handwerklich und regional.

Karl Ludwig Schweinsfurth Der Metzger, der kein Fleisch mehr isst …, 208 Seiten oekom Verlag

In diesem Buch schildert er seinen Lebensweg vom Großmetzger zum Bio-Unternehmer und zeigt auf, dass Fleischkonsum auch ohne Reue möglich ist, wenn wir weniger, dafür aber qualitativ besseres Fleisch verzehren, für das Tiere nicht gequält wurden.

Umwelt Direkt verlost 3x1 Buch „Der Metzger, der kein Fleisch mehr isst …“. Bitte senden Sie bis zum 10. Mai eine E-Mail mit dem Stichwort „Metzger“ und Ihrer Adresse an verlag@ umweltdirekt.de. Die Gewinner werden benachrichtigt.

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8 UMWELT PERSON Interview mit Melis Sekmen von Lydia Prexl

„Wer Teil der Gesellschaft sein will, muss auch Verantwortung übernehmen.“ UD: Frau Sekmen, Jugendliche und junge Menschen gelten gemeinhin als politikverdrossen. Wie kamen Sie zur Politik? Melis Sekmen: Ich komme aus einem sehr politischen Haushalt und wir haben schon immer am Frühstückstisch fleißig diskutiert (lacht). Das Bedürfnis, mitzureden und etwas zu ändern, wurde mir quasi in die Wiege gelegt. UD: Können Sie die Politikverdrossenheit Ihrer Generation also nicht nachvollziehen? Sekmen: Nachvollziehen manchmal schon, aber das ist zu bequem. Ich will späteren Generationen etwas Brauchbares da lassen, ein gerechtes Sozialsystem, ein gutes Bildungssystem, eine nachhaltige Wirtschaftskultur. Auf kommunaler Ebene kann ich da viel erreichen. Die kommunale Ebene wird stark unterschätzt, dabei wird hier unser Alltag bestimmt, und ich will ein Teil davon sein. UD: Wie kamen Sie dann zu Bündnis90/Die Grünen? Sekmen: Der Gedanke der Nachhaltigkeit hat mir gut gefallen. Die Frage, welche Auswirkung mein Handeln heute auf die Zukunft hat, die kommt bei anderen Parteien meiner Meinung nach zu kurz. (Pause) Und natürlich muss auch das Zwischenmenschliche stimmen. Bei den Grünen habe ich mich sofort wohl gefühlt. UD: Sie wurden ja gerade auf Listenplatz 1 der Mannheimer Grünen für die anstehende Kommunalwahl gewählt. Ihr Einzug in den Gemeinderat ist damit wahrscheinlich und Sie wären dann die jüngste Stadträtin in der Geschichte Mannheims. War das Ergebnis für Sie überraschend?

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Sie ist zwanzig Jahre alt und hat dennoch bereits Erstaunliches geleistet: Melis Sekmen wurde gerade zur Spitzenkandidatin der Mannheimer Grünen für die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 gekürt. Respekt vor der Aufgabe hat sie, Angst nicht. Kein Wunder, denn Melis Sekmen sprüht vor Energie und will die Zukunft der Region aktiv gestalten. Aus diesem Grund tritt die junge Frau vor allem für eine bürgernahe, empathische und tolerante Politik ein, die sich am Menschen orientiert. Mit UmweltDirekt spricht sie über ihre persönlichen und politischen Pläne, über Diskriminierung und die Pflicht der jungen Generation, sich stärker einzumischen.

Sekmen: Ganz überrascht war ich nicht; ich hatte mich ja im Vorfeld bewusst dazu entschlossen, mich aufstellen zu lassen. Aber natürlich hatte ich auch Gegenkandidaten und wusste, dass ich in meiner Rede überzeugen muss. Deshalb war es auch ein sehr emotionaler Moment. UD: Es gab also einen konkreten Anlass, der Sie schließlich zur Kandidatur bewegt hat? Sekmen: Ja, den gab es tatsächlich, und zwar bei meinem letzten Urlaub in Anatolien, als ich bettelnde Kinder auf der Straße gesehen habe. Da dachte ich mir: „Jetzt reicht’s.“ Zuschauen und ärgern, das genügt nicht, man muss auch etwas dagegen tun und in der Stadt, in der man lebt, mitmischen. UD: Sie sind erst zwanzig Jahre alt und machen schon politische Karriere. Sollten Sie nicht eigentlich das Studentenleben genießen? Sekmen: (lacht) Das tue ich auf jeden Fall. Die Zeit für Partys oder eine Runde mit den Mädels nehme ich mir schon. Das ist mir unheimlich wichtig, weil ich hier auch Energie und Kraft tanken kann. UD: Also keine Überfliegerin und Streberin? Sekmen: So würde ich das nicht sehen. In der Schule gab es schon mal ein paar blöde Kommentare. Aber es liegt ja auch am Menschen selbst, ob man den anderen das Gefühl vermittelt, alles besser zu wissen. Und beim letzten Jahrgangstreffen waren alle begeistert, dass ich das mache. UD: Spielt Ihr Migrationshintergrund für Ihr politisches Engagement überhaupt eine Rolle? Sekmen: Mhm, das ist eine schwierige Frage. Natürlich

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Sekmen: Absolut. Bürgernähe ist für mich das A und O. Die Grünen machen da auf Landesebene sehr viel, aber auch Tübingen oder Freiburg mit ihren grünen Bürgermeistern beziehen die Bürger stark mit ein. In Mannheim möchte ich auch eine stärkere Bürgerbeteiligung durchsetzen. UD: Schon irgendwelche konkreten Ideen? Sekmen: Klar. Mein Ziel wäre zum Beispiel ein Bürgerhaushalt, bei dem die Bürger mitbestimmen können, wie das Geld investiert werden soll. Oder auch Bürgerforen, bei denen man Gesetzesentwürfe oder Programminhalte kommentieren kann. Unser Programm für die Kommunalwahl können Bürger beispielsweise im Internet kommentieren. So einen Austausch finde ich wichtig, denn letztendlich haben wir ja einen Auftrag vom Volk. UD: Welche Themen liegen Ihnen sonst Besonders am Herzen? Sekmen: Ich möchte mich vor allem für eine umweltfreundliche Wirtschaftspolitik einsetzen. Mannheim ist ja ein wichtiger Wirtschaftsstandort, und ich wünsche mir, dass wir gemeinsam mit den Unternehmen die Weichen stellen können, dass Mannheim eine nachhaltige Wirtschaftsstadt wird. (überlegt) Und ich sehe mich als eine Vermittlerin zwischen meiner und der älteren Generation und zwischen Einwanderern und Einheimischen. Hier will ich unbedingt eine Brücke bauen. UD: Haben Sie keine Angst vor Ihrer neuen Aufgabe? Sekmen: Nein. Ich finde, man muss auch der jüngeren Generation zugestehen, dass sie sich einbringt. Bei der nächsten Kommunalwahl dürfen erstmals Jugendliche mit 16 Jahren wählen, das ist ein guter Schritt. Wir werden dieses Land in zwanzig Jahren aktiv gestalten. Es kann sein, dass wir nicht die Erfahrung von älteren Gemeinderäten mitbringen, aber dafür haben wir neue Ideen und sind

unheimlich motiviert. Und wir können an den Herausforderungen wachsen. Deshalb finde ich auch, dass der Gemeinderat möglichst heterogen zusammengesetzt sein sollte, denn er soll ja das Volk repräsentieren. UD: Gehen wir mal von der kommunalen Ebene zur Landesebene. Der deutsche Staat räumt den Religionsgemeinschaften die Möglichkeit des Religionsunterrichts ein. Für den Islam gilt das noch nicht in gleicher Wiese. Was ist Ihre Einstellung gegenüber einem Islamunterricht an deutschen Schulen? Sekmen: Ich finde, wenn man Religionsunterricht anbietet, muss man das für alle Religionen tun, oder man lässt es bleiben. Diese Thematik wirft natürlich auch die Diskussion über die Beziehung zwischen Religion und Staat in den Raum. Ich hatte immer Ethikunterricht, das fand ich toll, weil da alle Religionen gleichberechtigt behandelt wurden. UD: Bündnis 90/Die Grünen sind bekanntermaßen gegen eine Politik, die muslimischen Frauen Vorgaben zum Tragen des Kopftuchs macht. Dennoch wird dieses Thema in der Öffentlichkeit immer wieder kontrovers diskutiert. Was ist Ihre persönliche Meinung? Sekmen: Das ist eine individuelle Entscheidung, die jede Frau

selbst treffen soll. So lange das freiwillig geschieht, muss man das akzeptieren. UD: Befürworten Sie den Beitritt der Türkei zur EU? Sekmen: Auf jeden Fall. Das wäre eine gute Entwicklung für Europa, und natürlich auch für die Türkei. UD: Inwiefern? Sekmen: Für Europa würde das bedeuten, dass ein neues, wirtschaftlich starkes und sehr großes Land dazu kommt. Die Türkei wäre dann flächenmäßig ja der größte Staat. Und für die Türkei würde ich mir vor allem die Einhaltung der Menschenrechte erhoffen, denn das Bündnis aus so vielen Mitgliedsstaaten bedeutet ja immer auch gegenseitige Kontrolle. UD: Was könnte Deutschland von der Türkei lernen? Sekmen: (zögert) Lockerheit. UD: Und umgekehrt? Sekmen: Mehr Disziplin und Pünktlichkeit. UD: Was sind Ihre persönlichen Pläne für die Zukunft? Sekmen: Ich würde gerne einen Master im Bereich der Umwelt- und Ressourcenökonomie machen. Und ich würde gerne Querflöte lernen. UD: Frau Sekmen, vielen Dank für dieses Gespräch. Interview von Lydia Prexl Zur Person Melis Sekmen:

Foto: Paul Blau

prägen mich mein Umfeld und meine Erfahrungen. Und natürlich helfen mir meine Sprachkenntnisse, mit türkischen Bürgern schneller ins Gespräch zu kommen. Aber ob ich mich jetzt mehr deutsch oder türkisch fühle, das kann ich nicht beantworten. Da habe ich mir auch nie wirklich Gedanken darüber gemacht, weil ich das Bedürfnis dazu bisher nicht hatte. UD: Also weg von nationalstaatlicher Identität? Sekmen: Zumindest weg von einem Schubladendenken. Der ist ein Türke, deshalb ist er ein Patriarch. Das ist Quatsch. Bei uns zu Hause hat meine Mutter die Hosen an. (grinst) UD: Wurden Sie aufgrund Ihres Migrationshintergrunds schon mal diskriminiert? Sekmen: (nachdenklich) Ja, aber das habe ich zum Glück erst viel später erfahren. Meine Klassenlehrerin in der Grundschule wollte mir damals nur die Realschulempfehlung geben, obwohl die Noten alle gestimmt haben. Mein Vater meinte dann, sie solle das Kreuzchen bei Gymnasium setzen. Er hat mir das erst viel später erzählt, als Kind hätte ich das ohnehin nicht verstanden. Aber jetzt bin ich schon enttäuscht, denn ich habe meine Klassenlehrerin geliebt. Aber ob das jetzt diskriminierend gemeint war, das müsste man sie besser selbst fragen. UD: Haben Sie sonst Misstrauen oder Ablehnung erfahren? Sekmen: Zum Glück sehr selten. Aber ich kenne schon einige aus meinem Umfeld, denen das passiert ist. Ich bin immer sehr vorsichtig, die Menschen als Rassisten abzustempeln. Man kennt ja den Hintergrund nicht und weiß nicht, was sich in den Köpfen abspielt. Rassismus meint ja eigentlich die Angst vor dem Fremden. Deshalb ist es mir so wichtig, dass man aufeinander zugeht und versucht, alle Seiten zu verstehen. UD: Sie möchten also intensiv und auf Augenhöhe mit den Leuten ins Gespräch kommen?

Melis Sekmen wurde 1994 als Tochter türkischer Einwanderer in Mannheim geboren. Sie studiert politische Ökonomie in Heidelberg im dritten Semester und arbeitet zweimal pro Woche am Institut für Mittelstandsforschung (IfM) in Mannheim. Mit 17 Jahren trat sie der Grünen Jugend bei und war dort zwei Jahre lang Sprecherin. Seit April 2013 ist sie im Vorstand der Grünen und engagiert sich unter anderem in den Arbeitskreisen Wirtschaft und Soziales. In ihrer Freizeit musiziert Sekmen gerne mit Freunden (Gitarre, Singen) oder geht einmal pro Woche schwimmen.

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10 UMWELT TITEL Berufe mit Zukunft

„Erneuerbare Energien“ studieren

Eine der größten Aufgaben, vor denen die Menschheit aktuell steht, ist die Umstellung von erschöpflichen fossilen Brennstoffen auf Energiequellen, die nachhaltig sind und die Erde noch lange versorgen können. Dazu ist natürlich technisches Know-How und Forschung vonnöten. Viele Universitäten haben den Trend der Zeit erkannt und bieten Studiengänge im Bereich der Erneuerbaren Energien an. In unserer neuen Serie „Berufe mit Zukunft“ werden wir einige von ihnen aus der Region vorstellen. Jan Sommer studiert an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Mannheim in Kooperation mit den Stadtwerken Heidelberg. Er ist 20 Jahre alt, kommt aus Heidelberg und treibt in seiner Freizeit gerne Sport. Ob er während seines Studiums dafür noch genug Zeit hat? 1. Wie heißt dein Studiengang? Wie ist er aufgebaut? Mein Studiengang heißt Bachelor of Engineering mit Fachrichtung Energiewirtschaft. Er dauert sechs Semester, also drei Jahre und existiert an der Dualen Hochschule Mannheim seit 2011. Ich habe mein Studium 2012 angefangen. Der Wechsel

von Theorie- und Praxisphasen erfolgt alle drei Monate. Die Theoriephasen verbringe ich an der DHBW und die Praxisphasen bei den Stadtwerken Heidelberg. Momenten bin ich im vierten Theoriesemester. 2. Was sind die Schwerpunkte deines Studiums? Die inhaltlichen Schwerpunkte sind Erneuerbare Energien, nachhaltige Energiesysteme und weitere Themenbereiche der Energie- und Wasserversorgung. Klassische Fächer wie Mathematik, Elektrotechnik, Mechanik, Vertragswesen und Betriebswirtschaft gehören natürlich auch dazu.

3. Wieso hast du dich für dieses Studium entschieden? Zunächst habe ich mich bei einigen Infoveranstaltungen wie „Jobs for future“ und bei der DHBW Mannheim informiert. Das System der dualen Hochschule hat mich schließlich überzeugt, da hier Theorie und Praxis eng verzahnt sind. Außerdem gibt es eine überschaulicher Kursgröße mit nur 15 bis 20 Kommilitonen sowie eine finanzielle Vergütung. Der Studiengang Energiewirtschaft hat mein Interesse geweckt, weil wir uns schon in der Schule im Fach Naturwissenschaft und Technik (NWT) mit dem Thema erneuerbare Ener-

gien auseinandergesetzt haben. Außerdem war mir bei der Wahl meines Studienorts wichtig, im Raum Heidelberg zu bleiben, da mir meine Heimatstadt sehr am Herzen liegt.

4. Wie gefällt es dir? Mein Studium gefällt mir gut, obwohl es in den Theoriephasen und vor allem während der Klausurenphasen sehr stressig sein kann. Außerdem bleibt in der Theoriephase wenig Zeit für Freizeit, da die Vorlesungen von früh morgens bis abends gehen und danach noch nachbereitet oder gelernt werden muss. Vor allem am Anfang ist der Studiengang sehr umfangreich, spezialisiert sich dann aber in den weiteren Semestern auf fünf Fächer. Während der Praxisphasen kann man auch mal durchatmen und sogar Urlaub nehmen. In dieser Zeit müssen aber auch wissenschaftliche Projektarbeiten zu einem Thema geschrieben werden. 5. Welchen Beruf möchtest du später einmal ausüben? In welchem Bereich ich mich später spezialisieren will, bin ich mir bei dieser Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten noch nicht sicher. Aber Energiewirtschaftsingenieur kann man, denke ich, den Beruf auf jeden Fall nennen.

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UMWELT TITEL 11

Fächerübergreifende Umweltforschung an der Universität Heidelberg Das Heidelberg Center for the Environment (HCE) wurde 2011 als interdisziplinärer Verbund zur Vernetzung der Umweltwissenschaften an der Universität Heidelberg gegründet. Hinter dieser Gründung steht die Überzeugung, dass die großen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit, wie beispielsweise der Klimawandel, die Energiewende oder Biodiversitäts- und Nachhaltigkeitsfragen, nicht von einer einzelnen Disziplin bearbeitet oder gar gelöst werden können. Stattdessen ist eine fächerübergreifende Herangehensweise erforderlich. „Dazu haben wir hier in Heidelberg an unserer

Verlosung

Die clevere Rennmaus und ihr Zauberhaus Dieses Kinderbuch thematisiert erneuerbare Energien spielerisch und in eine zauberhafte Geschichte verpackt: Die kleine Rennmaus kann durch Rennen in ihrem Laufrad die Lampen zum Leuchten bringen und sogar das Radio zum Spielen. Es gibt aber noch viel mehr spannende Dinge zu entdecken, über die die kleine Rennmaus ihre Freundin aufklärt. Kinder im Alter von drei bis acht Jahren lernen mit diesem Buch wie vielfältig Energie ist, in welcher Form Energie in der Natur vorkommt, wie man Energie produzieren kann, welchen Einfluss Energie auf uns hat und wofür Energie im Haushalt benötigt wird. Im Buch sind außerdem vier Experimente zum Nachmachen und sechs Lieder mit Noten und Text zum Thema Energie. Auch eine CD mit den Liedern und der Geschichte der Rennmaus als Hörbuch liegt dem Buch bei. Die clevere Rennmaus und ihr Zauberhaus, 36 Seiten, VRD Stiftung für erneuerbare Energien Umwelt Direkt verlost zwei Exemplare. Bitte senden Sie bis zum 10. Mai eine E-Mail mit dem Stichwort "Rennmaus" und Ihrer Adresse an verlag@umweltdirekt.de. Die Gewinner werden benachrichtigt.

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Dr. Nicole Vollweiler

‚Volluniversität‘, an der ein sehr breites Spektrum an Fächern aus Natur-, Sozial- und Kulturwissenschaften vertreten ist, ideale Voraussetzungen“, erläutert Dr. Nicole Vollweiler, die Geschäftsführerin des HCE. Das HCE leistet einen wichtigen Beitrag als Inkubator für Kooperationen im Bereich der Umweltwissenschaften, stellt ein Netzwerk und eine Plattform für Informationsaustausch dar und organisiert beispielsweise interdisziplinäre Projekte. Mit Beginn der zweiten Runde der „Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen“ konnten am HCE Nachwuchsforschergruppen im Bereich „Umwelt und Gesellschaft“ und „Umwelt und Gesundheit“ eingerichtet werden. Ein weiteres größeres interdisziplinäres Projekt ist der Verbund „Global Change and Globalization“ unter Mitarbeit von Wissenschaftlern aus den Natur- und Sozialwissenschaften. In diesem Rahmen haben 12 Doktoranden und Doktorandinnen ihre Dissertationen angefertigt, zahlreiche Diplom-, Master- und Bachelorarbeiten sind bereits entstanden. Eine der

Arbeitsgruppen beschäftigt sich mit unterschiedlichen Aspekten der Energieforschung. Die Promovierenden aus Umweltphysik, Geographie, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften haben je ein eigenes Dissertationsprojekt bearbeitet. Dabei ging es um Szenarien für den Energiemix auf Basis der Erneuerbaren im Jahr 2050 mit Schwerpunkt Europa, um den dazugehörigen Speicherbedarf und um die ökonomischen und rechtlichen Rahmenbedingungen. In Zusammenkünften der Projektbeteiligten wird über die Fächergrenzen hinweg diskutiert. Einen interdisziplinären Studiengang im Umwelt- oder Energiebereich gibt es an der Universität Heidelberg nicht. Ziel ist es, die

Studierenden in den einzelnen Fächern fundiert auszubilden. Durch das Heidelberg Center for the Environment werden ergänzend attraktive Möglichkeiten der Interaktion mit anderen Disziplinen angeboten. So werden beispielsweise in den „Marsilius-Studien“, einem Lehrprogramm des Marsilius-Kollegs, jedes Semester übergreifende Seminare mit Dozentinnen und Dozenten aus diversen Fächern durchgeführt. Außerdem betreibt das HCE eine wöchentliche Vortragsreihe, offen für Wissenschaftler/innen, Studierende und interessierte Bürger mit einem breiten Programm an Umweltthemen. Auch hier spielen aktuelle Fragen aus dem Energiebereich eine Rolle. Zur Person: Dr. Nicole Vollweiler hat Geographie, Geologie und Biologie an den Universitäten Mannheim, Heidelberg und an der ETH Zürich studiert und am Institut für Umweltphysik der Universität Heidelberg ihre Promotionsarbeit im Bereich der Klimaforschung angefertigt. Seit 2011 ist sie Geschäftsführerin des Heidelberg Center for the Environment (HCE), arbeitet in interdisziplinären Forschungsprojekten mit und lehrt am Geographischen Institut der Universität Heidelberg.

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12 UMWELT TITEL BIO-ENERGIE

Ungeliebtes Standbein der Energiewende von Pia Reich Die Bioenergiebranche hat es nicht leicht: schlechte Klimabilanz, Verursachung von Hunger und Zerstörung der Biodiversität sind nur einige der Vorwürfe, mit denen sie sich auseinandersetzen muss. Aber was genau ist eigentlich Bioenergie? Welche Rohstoffe und Endprodukte sind damit gemeint und ist sie am Ende vielleicht doch ein bisschen „bio“ und sogar notwendig, um die Energiewende zu schaffen? Ein Überblick. Am Anfang steht die Biomasse, also „organische, nicht-fossile Materie, die als Brennstoff im Strom-, Wärme- und Verkehrssektor eingesetzt werden kann“ (Quelle: www.bioenergie.de). Es wird zwischen drei Rohstoffen unterschieden: Holz, Agrarrohstoffe (Energiepflanzen) und organische Reststoffe (Biomüll, Gülle, Pflanzenreste). Die Rohstoffe werden durch unterschiedliche Umwandlungsprozesse zu Brennstoffen, beispielsweise zu Holzpellets, Pflanzenöl oder Biogas weiterverarbeitet oder direkt verwendet (z.B. Scheitholz). Sie stellen in dieser Form speicherbare Energie bereit und dienen entweder zur Erzeugung von Strom oder Wärme oder als Kraftstoffe für Verbrennungsmotoren, etwa in Autos. Das Präfix „bio“ bedeutet nicht, dass die verwendete Biomasse aus ökologischer Land- oder Forstwirtschaft stammt, sondern verweist lediglich auf den pflanzlichen, nicht-fossilen Ursprung der Bioenergie.

Holz Holz ist der am weitesten verbreitete Bioenergie-Lieferant und wird entweder als Scheitholz, Holzhackschnitzel oder Holzpellets verbrannt. Pellet-Heizungen finden vor allem in Einfamilienhäusern Anwendung, während Hackschnitzel auch zur Beheizung von größeren und mehreren Gebäuden bis hin zu ganzen Stadtvierteln genutzt werden können. Feste Brennstoffe wie Scheitholz erzeugen zudem nicht nur im großen Stil Wärme in sogenannten Biomasseheizwerken, sondern können sogar zur Produktion von Elektrizität in Biomassekraftwerken dienen. Holz kann aber nicht nur direkt verbrannt werden, sondern wie andere Festbrennstoffe (z.B. Energiepflanzen) auch, eine thermisch-chemische Umwandlung erfahren. Durch Verkohlung bei hohen Temperaturen entsteht beispielsweise Holzkohle und durch Vergasung kann Brenngas gewonnen werden.

Energiepflanzen Energiepflanzen können eigens für den Bioenergiemarkt ange-

baut werden und sind vielseitig einsetzbar. So wird durch Pressung von Raps und Co. Pflanzenöl gewonnen, das entweder zur Strom- und Wärmeerzeugung oder im Verkehrssektor eingesetzt werden kann. Um Biodiesel zu erhalten, wird dem Pflanzenöl etwa 10% Methanol beigemischt. Dieser wiederum kann den fossilen Dieselkraftstoff ergänzen oder ganz ersetzen. Aber nicht nur Biodiesel, sondern auch Bioethanol kann durch Energiepflanzen gewonnen werden. Hierfür wird besonders zukker- und stärkehaltige Biomasse (z.B. Mais) durch Hefebakterien und Pilze in Alkohol umgewandelt. Destilliert und konzentriert kann das Bioethanol zur Wärme- und Stromgewinnung oder als Kraftstoff dienen.

Organische Reststoffe

Beim mikrobiologischen Abbau von organischen Reststoffen wie Bioabfällen oder Speiseresten entsteht sogenanntes „Biogas“. Dieses kann z.B. für die Betreibung von Blockheizkraftwerken (BHKW) verwendet werden. BHKWs nutzen den produzierten Strom und die Wärme vorzugsweise direkt vor Ort und haben so einen höheren Nutzungsgrad als zentrale Kraftwerke. Das Biogas kann außerdem zu Erdgasqualität aufbereitet werden und in das bestehende (fossile) Erdgasnetz eingespeist werden. Biogas wird aber nicht nur aus organischen Reststoffen, sondern auch aus Energiepflanzen gewonnen.

Vorteile von Bioenergie

Ein wichtiger Vorteil der Bioenergie ist ihre Erneuerbarkeit im Gegensatz zu fossilen Energieträgern wie Erdöl. Ebenso wie Son-

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nen- und Windenergie kann die Bioenergie außerdem dem Klimawandel entgegenwirken und die Emission von Treibhausgasen verringern, denn grundsätzlich wird bei der Verbrennung von Biomasse nur so viel Kohlenstoffdioxid (CO2) freigesetzt, wie vorher beim Wachstum der Pflanze gebunden wurde. Bioenergie ist zudem speicherund regulierbar, worin ein besonderer Vorteil gegenüber den Energiequellen Sonne und Wind besteht. Da die Bioenergie nicht wetterabhängig ist, könnte sie langfristig als Ergänzung dienen und bei Spitzenlasten, also kurzzeitigen, besonders hohen Stromnachfragen, einspringen. Und schließlich kann der Anbau von Energiepflanzen für Landwirte ein zusätzliches Standbein sein. Bestenfalls verhindert diese Einkommensquelle weitere Landflucht und die Aufgabe von landwirtschaftlichen Betrieben.

Kritik

Doch bei all den Vorteilen bietet die Bioenergie auch sehr viele Angriffspunkte. Vor allem der Anbau von Energiepflanzen wird seit Jahren heftig diskutiert, die Rohstoffe Holz und organische Abfälle sind von der Kritik kaum betroffen. Argument Nummer eins aller Gegner der Bioenergie ist die Konkurrenz zwischen Nahrungsmitteln und Energiepflanzen. Zum einen werden für deren Anbau Flächen benötigt, die auch für den Anbau von Nahrungsmitteln verwendet werden könnten. Zum anderen kann die erhöhte Nachfrage nach Soja, Mais und anderen Energiepflan-

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UMWELT TITEL 13 zen, die gleichzeitig vielen Menschen als Grundnahrungsmittel dienen, die Weltmarktpreise steigen lassen und damit ebenfalls den Hunger verstärken. Tatsächlich ist die Auswirkung aber noch relativ gering, da bisher nur wenige Prozent der weltweit produzierten Agrargüter für Bioenergie verwendet werden. Weitaus mehr Einfluss hat hier beispielsweise der Anbau von Futtermitteln für die Produktion von Fleisch und Milchprodukten. Weiterhin muss sich die Bionenergie-Branche mit dem Vorwurf auseinander setzen, der Anbau von Energiepflanzen zerstöre die Biodiversität und fördere Monokulturen. Das ist bei vielen Anbauflächen zwar richtig, aber nicht unbedingt notwendig. Mischkulturen und Zweikultursysteme sind möglich und wünschenswert. Auch muss es nicht immer Mais sein: schnell wachsende Kleingehölze können zum Beispiel ebenso als Brennstoffe dienen.

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Aber nicht nur hier in Deutschland befürchtet man die Zerstörung der Biodiversität. Vor allem in Südamerika und Südostasien sind die Regenwälder bedroht, weil sie zugunsten von Ackerflächen abgeholzt werden, auf denen zumindest teilweise auch Pflanzen für den globalen Bioenergiemarkt wachsen. Eine wesentlich größere Rolle spielt hier jedoch ebenfalls der Anbau von Futtermitteln sowie die unendliche Ausweitung der Palmölplantagen. Nur wenige Prozent der weltweiten Palmölernte fließen in den Bioenergiesektor, der größte Teil geht in die Nahrungsmittelindustrie oder wird für die Produktion von Konsumartikeln wie Kosmetik, Seifen und Kerzen verwendet. Trotzdem gibt es in der EU Nachhaltigkeitsstandards für Biokraftstoffe und Strom aus flüssiger Biomasse, sie dürfen nicht von Flächen mit hohem Naturschutzwert und Kohlenstoffbe-

stand bezogen werden. So soll die folgenschwere Abholzung von Regenwald verhindert werden. Bei der Bearbeitung von heimischen Ackerböden, vor allem bei der Reaktivierung brachliegender Flächen, werden ebenfalls klimaschädliche Gase freigesetzt. Wird die Fläche dann noch intensiv bewirtschaftet, also z.B. mit Pestiziden und mineralischen Düngern, ist schnell die gesamte Klimabilanz der Bionenergie in Gefahr. Außerdem muss die Energiemenge, die für die Umwandlung vom Rohstoff zum Brenn- oder Kraftstoff benötigt wird, berücksichtigt werden. Eine Einzelbewertung über den Nutzen der einzelnen Projekte ist also unumgänglich. Einen pauschalen Vorwurf kann man der Bioenergie in dieser Hinsicht aber nicht machen: Nach Berechnungen des Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

hat die Bioenergie beispielsweise im Jahr 2010 65,5 Mio. Tonnen Treibhausgase in Deutschland vermieden (mehr als alle Emissionen Schwedens). Trotz aller Kritikpunkte ist die Bioenergie ein wichtiges Standbein der Energiewende geworden. Bei der Stromerzeugung in Deutschland betrug der Anteil der Bioenergie im Jahr 2011 bereits 6,1 %. An der Erzeugung von Wärme ist die Bioenergie 2011 bereits mit 10,1% beteiligt gewesen, die Tendenz ist steigend. (Quelle: BMU) Letztendlich kann nur ein Zusammenspiel von vielen Technologien und Akteuren den Erfolg der Energiewende und die Loslösung von den fossilen Energieträgern garantieren – und die Bioenergie ist ein wichtiger Baustein dieses Zusammenspiels. Wenn sie nachhaltig und bestenfalls regional produziert wurde.

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Bioenergie in der Metropolregion

foto: Uschi Dreiucker/pixelio.de

Eine Bioenergie-Region ist das Rhein-Neckar-Delta bisher noch nicht. Aber was ist nicht ist, kann ja noch werden: in Zukunft möchte die Metropolregion mit der Region Hohenlohe-Odenwald-Tauber kooperieren, die vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaftund Verbraucherschutz als Bioenergie-Modellregion ausgezeichnet wurde. Erfolgreiche Ansätze sollen auf die Metropolregion übertragen und gemeinsam weiterentwickelt werden. Ziel ist dabei auch die Schaffung von Strukturen für aktive Bürgerbeteiligung. Trotzdem hat unsere Region schon einiges vorzuweisen: große und kleine Biogasanlagen produzieren ebenso Energie wie ein Holzheizkraftwerk und Hackschnitzelanlagen. Wir stellen Ihnen einige Projekte vor. Holzheizkraftwerk, Heidelberg

Holzhackschnitzel-An- Moderne Biogasanlage, Biogasanlage, Spanfer- Klärgas-Blockheizkraft- Bioenergie kelhof Pfisterer (Heidel- werk (BHKW), Neckarbi- GmbH lage, Schulzentrum Ne- Bürstadt schofsheim berg) ckarbischofsheim

Seit Juli 2013 läuft in Heidelberg-Pfaffengrund eines der größten dezentralen Holz-Heizkraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung (gleichzeitige Gewinnung von Strom und Nutzwärme) Deutschlands. Das Kraftwerk wird unter anderem mit Resthölzern aus der Möbel- und Papierproduktion sowie mit Grünschnitt betrieben. Das Material wird aus einer Entfernung von maximal 75 km geliefert.

Nachdem die Ölheizung des Adolf-SchmitthennerGymnasiums in Neckarbischofsheim in die Jahre gekommen war, konzipierte die Stadt in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Heidelberg eine Holzhackschnitzelanlage. In Kombination mit einem Öl-Brennwertkessel liefert diese seit 2009 Wärme für rund 900 Schüler und das zugehörige Hallenbad. Für den Betrieb der Hackschnitzelanlage wird gemeindeeigenes Schnittgut verwendet. Eine ähnliche Anlage wird im Sportzentrum Nord in Heidelberg betrieben.

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Die Bürstädter Biogasanlage hatte keinen leichten Start. Sie wurde 2008 errichtet und sollte ein Großteil der Bürstädter Bürger mit Strom versorgen. Mangel beim Bau und unprofessionelle Führung führten aber zunächst zu erheblichen Geruchsbelästigungen und riefen Bürgerinitiativen auf den Plan. Und schließlich ging der Betreiber insolvent. Seit November letzten Jahres läuft die Anlage nun mit einem neuen Betreiber und produziert wieder Strom aus nachwachsenden Rohstoffen und Speiseresten.

Bereits seit den 70er Jahren entsorgt der Pfistererhof Speisereste – damals wurden diese allerdings noch an Schweine verfüttert. Heute wandern sie in den Schlund einer Biogasanlage. Das entstehende Biogas wird in einem anliegenden Blockheizkraftwerk zu Strom und Wärme umgewandelt. Der Strom wird in das Netz der Stadtwerke Heidelberg eingespeist.

Das BHKW wurde auf dem Gelände des Abwasserzweckverbandes Schwarzbachtal in Neckarbischofsheim gebaut und 2005 in Betrieb genommen. Es verwertet das in der örtlichen Kläranlage anfallende Klärgas und kann über 150 Vier-Personenhaushalte mit Strom versorgen. Betrieben wird die Anlage von der KIS (Kommunale Infrastruktur und Service GmbH), ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Heidelberg.

Hoffenheim

Ende 2009 ging auf dem Hof der Familie Heß, die nebenberuflich Landwirtschaft betreibt, ein Biomassen-Heizwerk ans Netz. Dieses wird mit Miscanthus betrieben, ein sehr ertragreiches Großgras, das auch unter dem Namen Chinaschilf bekannt ist. Mit einem eigens betriebenen Nahwärmenetz versorgt das Familienunternehmen dank des Heizwerkes ca. 100 Kunden mit Wärme, darunter viele Privathaushalte, aber auch städtische Einrichtungen und kleine Gewerbebetriebe.

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UMWELT TITEL 15 Erneuerbare Energie aus dem Wald

Die Badische Holzenergie-Genossenschaft Energiegenossenschaften sind in Deutschland deutlich im Aufwind. Bürger finanzieren durch ihre Anteile an der Genossenschaft deren Aktivitäten, meist die Errichtung und den Betrieb von Anlagen zur Energiegewinnung auf Basis von erneuerbaren Energien. Dass dabei nicht nur Wind- und Solarenergie eine Rolle spielen, sondern auch in Bioenergie investiert werden kann, zeigt die neu gegründete „Badische Holzenergie-Genossenschaft“ (BHEG).

foto: Thorben Wengert/pixelio.de

foto: Uschi Dreiucker/pixelio.de

Die BHEG wurde im Herbst 2013 ins Leben gerufen und setzt auf Energie aus dem Wald, verbunden mit einem modernen Contracting-Konzept. Contracting bedeutet, dass der Anbieter – in diesem Fall die BHEG – die Investitionskosten für eine neue Anlage übernimmt und diese dann meist auch selbst betreibt und dem Kunden die Energie bzw. Wärme weiterverkauft. Ande-

sind dabei aber durchaus gewollt, auch mit neuen Partnern oder anderen Genossenschaften. Die Aktivitäten der BHEG konzentrieren sich zunächst auf Süddeutschland. „Die regionale Wertschöpfung ist uns besonders wichtig ist, deshalb sollen alle beteiligten Partner eines Projekts ihren Sitz möglichst in einem Radius von 50 bis 60 km haben“, erklärt Andreas Weber. Mehr Infos gibt’s unter www.holzenergie-geno.de

foto: Fotolia / BES GmbH

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foto: BES GmbH

Haus in Lenzkirch mit neuer Heizungsanlage

re Contracting-Modelle basieren darauf, dass ein Teil der Einsparungen durch die neue Anlage (z.B. eine moderne Pelletheizung, die eine teure ÖlHeizung ersetzt hat) an den Anbieter, also die Energiegenossenschaft, zurück fließt und damit die Investitionskosten langsam zurückgezahlt werden. Vorteil beider Modelle ist, dass der Kunde, beispielsweise Kindergärten, Kirchen oder kleine Gewerbebetriebe, nicht selbst die Summe aufbringen müssen, die zur Erneuerung oder zum Tausch der Anlage benötigt wird. Die Badische Holzenergie-Ge-

nossenschaft mit Sitz in Heidelberg hat schon die ersten Projekte verwirklicht. In Lenzkirch (Hochschwarzwald) wurde in einem Mehrfamilienhaus die Heizanlage ausgetauscht, geheizt wird nun mit Holzpellets. Dabei spart der Hauseigentümer nicht nur Geld, sondern auch rund 96 Prozent der bisherigen CO2-Emissionen ein. Viele weitere Projekte sind aktuell in Planung, auch in der Metropolregion Rhein-Neckar. In Schönau soll eine Pelletheizung die 30 Jahre alten Ölheizungen des Gemeindehauses ersetzen. Andreas Weber, Vorstandsvorsitzender der BHEG, erklärt: „Die neue Heizung versorgt dann zusätzlich den angrenzenden Kindergarten und wird den Gesamtenergiebedarf um etwa 20 Prozent reduzieren.“ Die BHEG hat ein großes Netzwerk mit unterschiedlichen Dienstleistungspartnern: von Biomasselieferanten und Projektierern wie der Bioenergie Shop GmbH, über Biomassekessel-Hersteller bis hin zu Betreiberfirmen. Das vereinfacht die Projekte, weil nicht erst örtliche Partner gefunden werden müssen. Kooperationen

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SolvisMax – das einzigartige Heizsystem Bereits seit 1997 baut die Firma SOLVIS hocheffiziente Hybrid-Heizsysteme. Bei dieser Heizung ist es möglich, unterschiedliche Energiequellen parallel oder sogar gleichzeitig zu nutzen und somit die Effizienz der Anlage deutlich zu verbessern. Die Firma SOLVIS besteht inzwischen seit mehr als 25 Jahren, mit dem Firmensitz in Braunschweig und hat sich von Anfang an für das ökologische und regenerative Heizen eingesetzt. Der Durchbruch kam im Jahr 1997 als zum ersten Mal bei Solvis ein Gasbrennwertgerät im bisherigen Solarspeicher integriert wurde. Durch die Kombination von temperaturoptimierten Solvis Fera-Großflächen-Kollektoren mit dem patentierten Schichtenladesystem, der damals bereits eingesetzten Frischwasser-Bereitung und dem integrierten Heizmodul war eine Effizienzklasse erreicht die Ihresgleichen suchte. Alle nachfolgenden Tests unterschiedlicher Institutionen bestanden die Solvis Anlagen meist als Testsieger mit der Note „sehr gut“. Das weiterentwickelte heutige System zeichnet sich durch modularen Aufbau, einzigartige Flexibilität und somit absolute Zukunftssicherheit aus. Selbst bestehende Heizungsanlagen können einfach mit dem SolvisMax System „getunt“ werden und somit bis zu 40 % weniger Primärenergie verbrauchen. Natürlich können auch hier wei-

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tere Energiequellen, wie z.B. ein wassergeführter Kaminofen, zusätzlich integriert werden. Kommt der alte Heizkessel in die Jahre, kann dann in aller Ruhe nach einer zeitgemäßen neuen Energiequelle Ausschau gehalten und erneut kombiniert oder direkt eingebaut werden. Inzwischen sind die Solvis Vital Systeme sowohl in Ein- und Mehrfamilienhäusern als auch in großen Wohnanlagen, Hotels, Wohnheimen, Sportanlagen und natürlich in der Industrie führend wenn es um Energieeffizienz und Warmwasserbereitung geht. Besonders aktuell ist die Kombination mit einem eTank und der SolvisMax WP, hier wird in einem besonderen Erd-Langzeitspeicher, der unter oder neben dem Gebäude gebaut wird, die bisher ungenutzte Sonnenwärme gespeichert und kann dann bei Bedarf den ganzen Winter über sorglos das Haus beheizen. Dieses System wurde inzwischen bereits sowohl im Neubau als auch bei Modernisierung in unterschiedlich großen Gebäuden eingesetzt und hat bisher enorm hohe Systemjahresarbeitszahlen von > 7 erreicht! Grundsätzlich kann das SolvisMax-System mit nahezu jeder erdenklichen Energiequelle kombiniert werden und ist somit universell einsetzbar. Solvis bietet serienmäßig eine besondere Langzeitgarantie: 5 Jahre auf das System, 10 Jahre

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auf Pufferspeicher, Brennkammer und Kollektoren. Auch das ist einzigartig! Der gelegentlich etwas höhere Preis gegenüber einer Standardanlage amortisiert sich erfahrungsgemäß innerhalb weniger Jahre. Für weitere Fragen wenden Sie sich einfach an die zuständige Solvis Gebietsvertretung, Handelsvertretung Uhrik, Ansprechpartner ist hier Walter Uhrik, oder direkt an Solvis unter www.solvis.de

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www.solvis.de

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ELEKTROMOBILITÄT IM NAHVERKEHR

MANNHEIM PROBIERT’S VOR ALLEN ANDEREN Auch wenn in Zukunft das Benzin knapp werden sollte, kann in Mannheim trotzdem noch mit dem Bus gefahren werden. Zumindest mit der Linie 63, die seit Beginn des Jahres 2014 ausschließlich mit elektrischem Antrieb die 23 Haltestellen vom Hauptbahnhof bis zum Pfalzplatz abfährt. Das Projekt „Primove“ der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) verfolgt das Ziel eines komplett emissionsfreien Busverkehrs und wird mit dieser E-Bus-Linie 30 Monate lang eine neuartige Technologie testen. Gemeinsam mit der Stadt Mannheim, der Firma Bombardier Transportation GmbH und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) werden zwei

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Busfahrzeuge der Firma HESS AG mit Litium-Ion-Batterien ausgestattet, die während der kurzen Zeit des Aus- und Zusteigens der Fahrgäste an den

Haltestationen aufgeladen werden. Ähnlich wie bei einer elektrischen Zahnbürste geschieht dies durch Induktion: An jeder Haltestelle ist ein Magnet ein-

betoniert. Dadurch braucht der Bus keine große und schwere Batterie mehr an Bord – dies ist die Lösung für das bisher größte Problem der Elektromobilität

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bei Bussen. Sie ermöglichst es, „kontinuierlich Energie auf ein Fahrzeug zu übertragen“, erläutert Christian Köbel, der Produktmanager von Bombardier. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung bezuschusste 2013 das Mannheimer Projekt „Primove“ mit 3,3 Millionen Euro. Staatssekretär Rainer Bomba erklärt: „Wir wollen Deutschland zum Leitanbieter und Leitmarkt der Elektromobilität machen.“ Am Ende des Projektes soll feststehen, ob eine generelle Umstellung auf elektrisch betriebene Busse im Nahverkehr möglich ist. Dazu muss sich die Technologie im Alltagsverkehr in den Punkten Praktikabilität und Wirtschaftlichkeit behaupten. Auf jeden Fall wird das Projekt neue Erkenntnisse dazu liefern, ob und wie die Technologie weiter verbessert werden kann. Die deutlich leiseren E-Busse fahren auf ihrer Strecke auch durch die Konversionsfläche Taylor Baracks und stehen damit im Mittelpunkt des Konzepts „Blue City Mannheim“. Die ehemaligen Militärgebiete bieten beste Testmöglichkeiten. „Die Konversionsflächen bieten die Chance, Innovationen in

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den Bereichen energieeffiziente Quartiersentwicklung, Smart Grids und Elektromobilität integriert zu erforschen“, erklärte Wirtschaftsbürgermeister Michael Grötsch. Das „Primove“-Projekt bezieht natürlich auch die Menschen mit ein, für welche die Technologie entwickelt wurde: „Wir wollen herausfinden, wie die Fahrgäste die Vorteile der Elektrobusse und des neuen kabellosen Ladesystems wahrnehmen und bewerten“, so Mannheims Erster Bürgermeister und ÖPNV-Dezernent Christian Specht. Dabei setzen die Projektbeteiligten auf öffentliche Informationsveranstaltungen für Mannheimer Bürger, auf denen sie gern die Fragen potentieller Fahrgäste oder Anwohner beantworten. Erweist sich die Buslinie 63 in Mannheim als alltagstauglich, ist das Primove-Konzept reif, auf den restlichen Busverkehr übertragen zu werden. Das Projekt soll die Energiewende vorantreiben, dein sein Erfolg würde zeigen, dass Bedarf für Strom aus erneuerbaren Energien durchaus besteht. Mittelfristig sollen die „Primove“-Busse mit Ökostrom betrieben werden.

Mit dem Projekt „Primove“ testet der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) einen komplett emissionsfreien Busverkehr

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Foto: Peter Vogel im Auftrag der Stadt Heidelberg

20 SONDERSEITEN BIO-WOCHE HEIDELBERG

Heidelberger Bio-Woche

Datum

Uhrzeit

Aktionsbeschreibung

Akteur

26.04.2014

10:00 – 16:00 Uhr

Tag der offenen Tür

Heidelberger Senfmühle

26.04.2014

10:00 – 13:00 Uhr

Heidelberger Partnerschaftskaffee zum Probieren

Bio Basis und Heidelberger Partnerschaftskaffee

26.04.2014

15:00 – 17:00 Uhr

Backnachmittag

Bäckerei Mahlzahn

26.04.2014

11:00 – 14:00 Uhr

Alles Bio – vegetarisch kochen

Volkshochschule Heidelberg

26.04. – 03.05.2014

Während der Öffnungszeiten

Probieren von Bioprodukten

denn´s Biomarkt

26.04. – 03.05.2014

13:00 – 15:00 Uhr

Live cooking im red Garten

red – die grüne Küche

26.04. – 03.05.2014

11:30 – 22:00 Uhr

Infostand und Präsentation zum Thema Bio

red – die grüne Küche

26.04. – 03.05.2014

Während der Öffnungszeiten

Verkostungsparcours mit Gewinnspiel

Fair & Quer

28.04. – 02.05.2014

10:00 – 17:00 Uhr

Brauereibesuch mit Bierverkostung

Brauerei Stift Neuburg

26.04. – 03.05.2014

Während der Öffnungszeiten

Büchertisch zum Thema Bio

Stadtbücherei Heidelberg

Umweltpluskarte zum Sonderpreis

Wolf-Verlag

Verkostungen

La casa verde

26.04. – 04.05.2014 26.04. – 03.05.2014

Während der Öffnungszeiten

28.04. und 30.04.2014

18:00 – 20:00 und 20:00 – 22:00 Uhr Kochen mit Dirks Bio-Kiste im red

red – die grüne Küche

28.04.2014

18:30 – 21:30 Uhr

Kreative Spargelküche – ein Schlemmerkochabend

Volkshochschule

28.04.2014

19:30 – 21:00 Uhr

Vortrag: Als Kleinbauern mit Bio-Kaffee auf den WeltVolkshochschule markt?

28.04. – 03.05.2014

Während der Öffnungszeiten

Bio-Rallye und Gewinnspiel

Alnatura

28.04. – 02.05.2014

Während der Öffnungszeiten

Bio-Gerichte in den Heidelberger Mensen

Studentenwerk Heidelberg

28.04. – 02.05.2014

10:00 – 14:00 Uhr

Workshops zum Thema globale Ernährung

Welthaus

28.04. und 30.04.2014

16:00 Uhr

Brauereibesuch mit Brauereiführung

Brauerei Stift Neuburg

29.04.2014

17:00 Uhr

Führung Biologische Gemüse- und Zierpflanzenpro- Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau duktion Heidelberg

29.04.2014

12:00 – 14:00 Uhr

Verkostung von Bio-Kaffee

Kantine im Palais Prinz Carl

29.04.2014

19:30 Uhr

Vortrag: Alles Bio – alles gesund?

Volkshochschule

29.04. und 30.04.2014

10:30 – 13:30 Uhr

Aktionstage mit Verkostung

Kochwerk Heidelberg

30.04.2014

12:00 – 14:00 Uhr

Verkostung von Bio-Säften

Kantine im Palais Prinz Carl

03.05.2014

10:00 – 12:00 Uhr

Führung „Biogemüse im Frühling“

Bioland-Gärtnerei Wiesenäcker

03.05.2014

9:00 – 13:00 Uhr

Bioeinkauf mit dem Pedelec

Bio Basis Ziegelhausen

04.05.2014

11:00 – 14:00 Uhr

Backkurs „Zöpfe & Kleingebäck“

Volkshochschule

Ab 10:00 Uhr

Tag der offenen Tür / Hoffest und Showkochen mit OB Dr. Eckart Würzner, Bio-Spitzenkoch Simon Tress Biolandhof Rehm und Dr. Hans-Wolf Zirkwitz

04.05.2014

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Foto: Peter Vogel im Auftrag der Stadt Heidelberg

SONDERSEITEN 21

Warum Bio? Warum Bioprodukte verwenden? Es gibt viele gute Gründe Bioprodukte zu verwenden: Schutz von natürlichen Ressourcen. Die ökologische Anbauweise schützt natürliche Ressourcen wie Wasser und Böden. Die ökologische Landwirtschaft steigert die Bodenfruchtbarkeit und fördert die biologische Vielfalt. Verzicht auf synthetische Düngemittel. Beim ökologischen Landbau wird auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und leicht lösliche Mineraldünger verzichtet. Zur organischen

Düngung dienen Kompost und Mist und der Anbau stickstoffbindender Pflanzen. Artgerechte Tierhaltung. Es wird auf ausreichend Auslaufflächen geachtet. Durch die artgerechte Tierhaltung wird das Wohl der Nutztiere gefördert. Verbot von Gentechnik. Der Einsatz von Gentechnik in der Herstellung und Verarbeitung von ökologischen Lebensmitteln ist verboten.

Wie erkennt man Bioprodukte?

Sowohl das EU-Bio-Logo, als auch das deutsche Bio-Siegel zeichnen Bioprodukte aus. Die

Einhaltung der ökologischen Standards garantiert die Nummer (z.B. DE-ÖKO-123) der zuständigen Öko-Kontrollstelle, jedes vorverpackte Bioprodukt muss damit gekennzeichnet sein. Die Begriffe „Bio“, „Öko“, „biologisch“ und „ökologisch“ sind bei Lebensmitteln durch die EG-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau gesetzlich geschützt.

Bio-Siegel

Ebenfalls obligatorisch ist das europäische Bio-Logo mit der dazugehörigen Angabe des Landes, aus dem die landwirtschaftlichen Rohstoffe des Bioproduktes stammen. Das deutsche freiwillig genutzte Bio-Siegel

ist weiterhin gültig und darf in Kombination mit dem europäischen Siegel verwendet werden. Bio-Anbauverbände Eine wichtige Orientierung beim Einkauf sind auch die Zeichen der Öko-Anbauverbände. Unternehmen, die Mitglied in einem der ökologischen Verbände sind, erfüllen Standards, die insbesondere im Bereich Natur- und Tierschutz über die gesetzlichen Mindeststandards hinausgehen. Eigene Verbandskontrollen sorgen für zusätzliche Sicherheit.

Heidelberger Bio-Woche Die erste Heidelberger Bio-Woche soll den Bürgerinnen und Bürgern die Qualität und den Genuss von Biolebensmitteln mit einem bunten Programm nahe bringen. Schon zwei Wochen vor der eigentlichen Aktionswoche, am 12.04.2014, wird diese bei der von Pro Heidelberg veranstalteten Langen Einkaufsnacht in der Heidelberger Innenstadt eingeleitet: 3.000 Bio und Fair Trade Osterhasen werden verteilt. Vom 26.04. bis zum 04.05.2014 wird dann den Bio-Interessierten jeden Tag eine Vielfalt an Aktionen und Veranstaltungen vieler Heidelberger Akteure angeboten. Es besteht die Möglichkeit hinter „die Kulissen“ von unterschiedlichen Unternehmen aus der BioBranche zu schauen. Wie wird Bio-Senf hergestellt oder Bio-Bier gebraut? Wie wird biologisches Gemüse angepflanzt und wie wird organisch gedüngt? Wie wird mit Bio-Lebensmitteln gekocht, wie gebacken? Wie lecker Bio-Lebensmittel schmecken, kann bei unterschiedlichen Verkostungen getestet werden, u.a. auch in der

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städtischen Kantine im Prinz Carl. Wie ein Bio-Gericht schmeckt, lässt sich jeden Tag in den Heidelberger Men-

sen testen. Ökologisches Konsumieren, vom Einkauf bis hin zum klimaneutralen Heimtransport mit dem Pedelec, lässt sich an unterschiedlichen Stationen erfahren. Von einem Büchertisch in der Stadtbücherei über Infostände bei den Akteuren bis hin zu Vorträgen in der Volkshochschule kann man sich dem Thema Bio widmen und mehr darüber erfahren. Rabatte und Gutscheine, bspw. eine Vergünstigung beim Erwerb der nachhaltigen umwelt.plus. karte (u.p.k.) oder Rabatte beim Einkauf im Bio-Supermarkt, bzw. Gratisgetränke bei einem Besuch einzelner Betriebe, können dem Programmheft entnommen werden. Der Abschluss der Bio-Woche findet im Rahmen eines Biohoffestes in Kirchheim statt. Bürgerinnen und Bürger können sich durch das vielfältige Programm der Bio-Woche ganz dem Erkunden von Bio-Produkten widmen. Das Programmheft wird in gedruckter Form bei allen Kooperationspartnern zu finden sein. Außerdem kann es auf www.heidelberg.de/bio heruntergeladen werden.

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22 SONDERSEITEN

Einkaufsführer

Der erste Einkaufs- und Restaurantführer Heidelbergs für Bio-Lebensmittel und Produkte aus der Region, führt die Verbraucherinnen und Verbraucher durch die Stadt und erleichtert ihnen das Konsumieren von Bio-Lebensmitteln. Vielen Bürgerinnen und Bürgern ist längst bewusst, dass Produkte aus ökologischer Herstellung gut für Gesundheit, Natur und Umwelt sind. Die schonende Anbauweise mit artgerechter Nutztierhaltung, mit dem Verzicht auf synthetische Düngemittel und mit dem Verbot von Gentechnik schützt die natürlichen Ressourcen. Aber wo es Bio-Produkte in Heidelberg zu erwerben gibt und wie man diese erkennt, welche Produkte aus der Region kommen und wo man diese beziehen kann, ist für die Verbraucherin und den Verbraucher aufgrund der Vielfalt nicht immer leicht zu erkennen. Der Einkaufs- und Restaurantführer möchte diese Lücke schließen und den Bürgerinnen und Bürgern den Weg durch den Angebotsdschungel erleichtern. In der Broschüre werden die Adressen von Geschäften, Restaurants und Landwirten übersichtlich in Rubriken geordnet. Den kostenlosen Einkaufs- und Restaurantführer gibt es bei allen Kooperationspartnern und bei der Stadt Heidelberg. Infos auch unter www.heidelberg.de/bio.

Foto: Biolandgärtnerei Wiesenäcker (E. Koppert und R. Ribbat) Foto: Simon Tress

Hoffest Am Sonntag den 04. Mai 2014 wird die Bio-Woche mit einem Hoffest auf dem Biolandhof Rehm in Kirchheim zu Ende gehen. Der Bauernhof, der 1958 vom Kirchheimer Ortskern aussiedelte, hat sich auf Pensionspferdehaltung und Gemüseanbau, hier in erster Linie Spargel, spezialisiert und ist seit 2007 Mitglied des Biolandverbandes. Während des Festes können sich Klein und Groß mit dem Heidelberger Hof vertraut machen. Mit vielen kulinarischen Köstlichkeiten, hauptsächlich in Bio-Qualität, wird für das leibliche Wohl gesorgt. Bei Bio-Kaffee und –Kuchen in der Besenwirtschaft bis hin zu Bio-Würstchen und Bio-Bier auf dem Hof wird jeder auf seine kulinarischen Kosten kommen. Das Fest wird um 10 Uhr traditionell mit einem Gottesdienst beginnen. Um 13 Uhr wird es ein Showkochen geben. Der Heidelberger Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner wird zusammen mit dem BIOSpitzenkoch Simon Tress und dem Amtsleiter des Umweltamtes, Dr. Hans-Wolf Zirkwitz, im Zuge eines Showkochens ein Gericht aus regionalen und saisonalen Bioprodukten zubereiten. Der Bio-Koch und Jungunternehmer Simon Tress kommt

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Bio-Koch Simon Tress kocht gemeinsam mit Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner und Umweltamtsleiter Dr. Hans-Wolf Zirkwitz

aus Hayingen-Ehestetten auf der Schwäbischen Alb. Der dortige Familienbetrieb ist ganz auf biologisch-dynamischen

Anbau eingestellt. Neben dem dort angesiedelten ersten Biohotel Baden-Württembergs und dem von vielen Feinschmek-

kerführern ausgezeichneten Biorestaurant, führt die Familie noch weitere Lokalitäten in der Schwäbischen Alb, immer mit dem Schwerpunkt Bio. In seinem kulinarischen Werdegang machte der ausgebildete Koch in vielen Gastronomien quer durch die Republik Station, bevor er wieder zum „eigenen Herd“ auf der Schwäbischen Alb zurückkehrte. Des Weiteren war er 3 Jahre lang Mitglied der deutschen Nationalmannschaft der Köche, mit der er in Wettbewerben zahlreiche internationale Erfolge erzielte. Neben dem Bio-Eis-Verkauf durch Fair & Quer, der Senfverköstigung durch die Heidelberger Senfmühle und Probefahrten mit Pedelecs durch die Kooperation von Bio Basis und dem Verein Ökostadt-RheinNeckar, wird es am Hoffest auch Infostände der Bio-Akteure Ehrenfried GmbH und, zur nachhaltigen Kundenkarte umweltpluskarte, vom Wolf Verlag geben. Das Agenda-Büro des Umweltamtes wird an einem Stand über das Projekt „Bio in Heidelberg“ informieren. Ponyreiten und andere Aktivitäten werden die kleinen Besucher erwarten. Die Adresse und weitere Informationen zum Hoffest können im Programmheft der Bio-Woche oder unter www.heidelberg. de/bio eingesehen werden.

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B


Bio in Heidelberg Bis zum 30. Juni 2014 wird das Projekt „Bio in Heidelberg“ durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft gefördert. Ziel des Projekts ist es, gemeinsam mit einem Netzwerk von Heidelberger Kooperationspartnern möglichst viele Menschen mit dem Thema „Bio“ vertraut zu machen und für Bioprodukte als Bestandteil einer nachhaltigen Lebensweise zu werben. Zwischenzeitlich ist es gelungen, ein Netzwerk von ca. 70 Akteu-

Christiane Link (Bäckerei Mahlzahn)

ren, darunter Landwirte, Händler, Gastronomen, Bildungseinrichtungen, NGOs und Vertreter städtischer Ämter, aufzubauen. Alle drei Monate treffen sich die Partner am „Runden Tisch Bio“, tauschen Erfahrungen aus, entwickeln gemeinsam Strukturen und setzen neue Maßnahmen um, die die Heidelberger Akteure entlang der Wertschöpfungskette von Bioprodukten – von der ökologischen Landwirtschaft über den Handel bis hin zur Gastronomie – stärken.

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die Bio-Zertifizierung ihres Betriebes wahrgenommen. Um das Thema „ökologischer Anbau“ mit dem Thema „Regionalität“ zu verbinden, fanden Gespräche mit dem Rhein-Neckar-Kreis, Kreisbauernverband, Gärtnervereinigung Handschuhsheim und dem Naturpark NeckarOdenwald statt. Weiterhin werden unter dem Dach der „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ im Bildungssektor Projekte zum Thema „Bio“ an Heidelberger Kitas und Schulen unterstützt, darunter Unterrichtseinheiten und Exkursionen für 1000 Kinder und Jugendliche sowie ein Ferienprogramm für ca. 400 Schülerinnen und Schüler.

Matthias Keitemeier (Heidelberger Senfmühle)

Robert Koch (LVG)

Antje Seyler (Fair & Quer)

Ich erhoffe mir durch die BioKampagne eine noch größere Aufmerksamkeit für das Thema „Bio“ in Heidelberg und der gesamten Rhein-Neckar Region – und ein stetig wachsendes Bewusstsein für gute, gesunde, nachhaltige und natürliche Lebensmittel. Nur durch die dauerhafte Auseinandersetzung kann sich Heidelberg zur überregionalen Vorzeigestadt in Sachen Bio entwickeln.

Wir helfen Gärtnern durch praxisnahe Versuchsarbeit, Gemüse, Kräuter oder Zierpflanzen ökologisch zu produzieren. Unser erarbeitetes Wissen geben wir Erwerbsgärtnern in Form von Vorträgen, Demonstrationen und in unserer Fachschule weiter. Wir freuen uns auf bio-interessierte Hobbygärtner aus der Umgebung, die sich im Rahmen der Bio-Woche bei einer Führung durch unsere Gewächshäuser informieren wollen.

„Bio“ ist für uns eine Herzensangelegenheit. Es wird häufig gesagt, „Bio“ sei in der Mitte der Gesellschaft angekommen, doch braucht es noch viel Engagement, um das zu erreichen. Der Bio-Anteil liegt derzeit bei knapp 4%, d.h. nach wie vor wird ca. 96 % konventionelle Ware gekauft. Da besteht ein Riesenpotential, noch mehr Menschen zu erreichen. Der Bio-Gedanke lässt sich gemeinsam besser fördern.

©Cyan, Gerhard Sauer

Bei den seit Projektbeginn im April 2013 durchgeführten Aktivitäten lag der Schwerpunkt zunächst auf der Beratungsarbeit, um interessierte Akteure für

eine Mitarbeit an dem Netzwerk zu gewinnen. So hat das federführende Agenda-Büro des Umweltamtes das Thema bei öffentlichen Veranstaltungen (zum Beispiel: Lebendiger Neckar, Weltkindertag, Bürgerfest) den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt. Für verschiedene Zielgruppen, darunter Landwirte, Gärtner und Winzer, die Stadtverwaltung, der Einzelhandel, pädagogische Fachkräfte sowie Schülerinnen und Schüler, wurden Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen gemeinsam mit verschiedenen Partnern organisiert. Eine Fachtagung für Gastronomen folgt Anfang Juni 2014. Zahlreiche Unternehmen haben Beratungsgespräche für

Frau Link, die Geschäftsführerin der Mahlzahn Vollkorn Bäckerei.

Wir wollen „Bio“ und „Nachhaltigkeit“ noch mehr in die Köpfe der Verbraucher bringen. Seit mehr als dreißig Jahren verarbeitet Mahlzahn nur biologische Ware aus der Region. In einer Universitätsstadt wie Heidelberg mit hoher Verbraucherfluktuation erscheint es uns wichtig, diese Beständigkeit immer wieder zu betonen.

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Exklusive Ayurveda-Leserreise für Umwelt Direkt-Leser nach Sri Lanka Reisedatum: 20. – 26. September 2014 Umwelt Direkt und Global Veda gehen mit Ihnen auf Ayurveda-Leserreise: Eine Woche Sri Lanka im Herbst zur Entspannung für Körper und Geist.

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Umwelt DIREKT – Leserreise 7 Tage Sri Lanka Rundreise & 7 Tage Ayurvedakur oder Strandurlaub Reiseverlauf:

1. – 4. Tag: Besteigung des Sigiriya Felsens. Von Sigiriya aus fahren Sie zu den historischen Ausgrabungsstätten von Polonnqruwa und Anuradhapura. Von Sigiriya steigen Sie auf den Rücken eines Elefanten und erleben einen Ritt durch die Wildnis. 3 Ü Sigiriya 4. Tag: Hier besichtigen Sie die herrlichen buddhistischen Höhlen Tempel Anlagen. Weiterfahrt nach Kandy. Stadtbesichtigung, abends dann in den heiligen Zahntempel und Besuch einer Folkloreshow. 1 Ü Kandy 5. Tag: Besuch des botanischen Gartens bei Kandy. Fahrt nach Pinnawella ins Elefantenwaisenhaus, baden der ganzen Elefantenherde im Fluss. Weiterfahrt ins Hochland nach Nuwara Eliya. Stadtbesichtigung. Sie besuchen auf dem Weg nach Nuwara Eliya eine Teefabrik und sehen unzählige Teeplantagen. 1 Ü Nuwara Eliya

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6. Tag: Weiterfahrt nach Nanu Oya und mit der Eisenbahn über das herrliche Hochland nach Ella. Von Ella geht es weiter zu den Rawana Wasserfällen. Weiter nach Wellawaya und Buduruwagala zu den Ausgrabungsstätten mit den alten Buddha Statuen aus dem 9. Jahrhundert. Weiterfahrt nach Tissamaharana. Jeep Safari durch den Yala National Park. 1 Ü Tissamaharana 7. Tag: Rückfahrt entlang der schönen Küstenstraße zu Ihrem gebuchten Strandhotel oder Transfer zum Flughafen Colombo. Preise pro Person (Alle Preise: Stand 01.04.14) Doppelzimmer: 1295,- Euro Einzelzimmer: 1425,- Euro Dieser Gruppenpreis gilt nur zu dem angegebenen Reisedatum und bei einer Teilnehmerzahl von min. 10 Personen.

Kuraufenthalt

Preisbeispiel: 14 Nächte/VP/inkl. Kur Preise pro Person Doppelzimmer: 745,- Euro Verlängerung Ü/F Preis auf Anfrage

Leistungen:

t3VOESFJTFXJFJN3FJTFWFSMBVG beschrieben inkl. aller Transfers t5ÊHMJDIFT'SàITUàDLJOEFO Hotels, Vollpension in der Kureinrichtung t"MMF&JOUSJUUTHFMEFS t3FJTFMFJUVOHVOE#FUSFVVOHEVSDI GlobalVeda während der Rundreise (ab einer Teilnehmerzahl von mind. 10 Personen) t,PNQFUFOUF3FJTFMFJUFSWPS0SU Nicht im Reisepreis enthalten: t-BOHTUSFDLFOnVH t5SJOLHFMEFS t4POTUJHFOJDIUCFJ-FJTUVOHFO genannte Ausgaben des Reiseteilnehmers Optional: t'MVHCFSBUVOHVOEoCVDIVOHEVSDI GlobalVeda t8JSSBUFO[VSGSàI[FJUJHFO Flugbuchung, da sich die Flugpreise schnell ändern, sowie zum Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung

Die Kur nach der Rundreise ist beliebig verlängerbar, wir beraten Sie gerne. Anmeldung & Anfragen unter verlag@umweltdirekt.de

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26 UMWELT GESUND Gesund in den Frühling starten:

Mit Taijiquan und Qigong Sport ist gesund, keine Frage. Aber manche Sportarten tun dem Menschen besonders gut, denn sie verbrennen nicht nur Kalorien und stärken die Muskeln, sondern sorgen gleichzeitig für Entspannung und ein angenehmes Körpergefühl. So zum Beispiel Taiji und Qigong. Im Folgenden stellen wir Ihnen diese beiden chinesischen Bewegungskünste vor, aus denen Sie viel Kraft und Energie für den Alltag schöpfen können.

Taijiquan

Taijiquan (auch Tai Chi Chuan) ist eine chinesische Kampf- und Bewegungskunst, die inzwischen auch in der westlichen Medizin als besonders gesundheitsfördernd anerkannt ist. Die Gelenke und Bänder werden dabei kaum belastet, denn es handelt sich um sanfte, fließende Bewegungen. „Die Bewegungen verbinden Körper und Geist und genau da liegt der Unterschied zum Fitnessstudio“, weiß Barbara Nowak. Die gebürtige Polin führt seit 2001 die Taijiquan Schule Heidelberg und hat diese Sportart ursprünglich wegen Schulterschmerzen für sich entdeckt. Aber auch nachdem die Schmerzen längst abgeklungen waren, praktizierte sie weiter, belegte Fortbildungen und lies sich schließlich zum Lehrer ausbilden. Im Taiji gibt es viele verschiedene Stile. Barbara Nowak unterrichtete zunächst den Yang-Stil. Aber nachdem sie auf einem Seminar den Chen-Stil, das ur-

sprünglichste der verschiedenen Taiji-Systeme, kennenlernte, war sie sofort begeistert. Heute kann man in ihrer Schule die „Laojia Yilu“-Form lernen, eine Bewegungsabfolge aus dem Chen-Stil mit 75 ineinander übergehenden Bewegungen. „Um die ganze Abfolge zu lernen, braucht man ungefähr zwei Jahre“, berichtet die TaijiLehrerin. „Aber es geht nicht darum, möglichst viel auswendig zu lernen, sondern einzelne Übungen zu vertiefen.“ Während man sich vollkommen auf die Übung konzentriert, bleibt keine Zeit für andere Gedanken und das führt schließlich zur Entspannung und Stressbewältigung. Heute dient die sogenannte „innere Kampfkunst“ Taijquan daher nicht mehr dem Kampf gegen menschliche Gegner, sondern gegen Volkskrankheiten, die oft aus Stress resultieren. „Vom Schlachtfeld ins Gesundheitswesen, das ist doch fantastisch“, schmunzelt Barbara Nowak.

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Übungsraum Taijiquan Schule

Durch die präzisen Bewegungen fördert Taiji die Entfaltung der inneren Energie (Qi) und damit das gesamte Wohlbefinden. Das überträgt sich auf den Alltag: Man ist gelassener und zufriedener mit sich, materielle Dinge verlieren an Wert. „Aber einmal pro Woche Training und etwas Übung zu Hause muss schon sein, damit Erfolge sichtbar werden“, sagt Barbara Nowak. Erste gesundheitliche Fortschritte stellen sich nach ein paar Monaten ein. Aber die Geduld lohnt sich ganz gewiss.

Taijiquan Schule Heidelberg Barbara Nowak Märzgasse 5 69117 Heidelberg Tel. 06221 5886816 www.taichi-heidelberg.de

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UMWELT GESUND 27

Qigong

hat sich schon als Jugendlicher für die verschiedenen asiatischen Kampfkünste und deren Philosophie interessiert. Obwohl er Lehramt studierte und eine Zeit lang auch gerne in diesem Beruf arbeitete, verbrachte er doch die meiste Zeit mit dem Qigong und Taiji. 2013 eröffnete Fark schließlich sein eigenes Studio in Neckarau. Er betreut auch die Kurse des Mannheimer Hochschulsports und merkt jedes Mal, dass die Studenten dort sich nach geistiger Ruhe sehnen. „Diese Ruhe geht tiefer als die Entspannung vor dem Fernseher“, sagt Fark. Und vor

korrigieren. Der Körper wird bei den Übungen so ausgerichtet, dass nie zu viel Belastung auf einem Körperteil, wie beispielsweise dem Knie liegt, sondern eine gesunde Balance entsteht. Aus diesem Grund arbeitet Kolja Fark auch mit Musikern und sogar mit DJs. „Bei Musikern kommt es oft zu Fehlhaltungen. Daran arbeiten wir und integrieren das Instrument in die Körperstruktur, anstatt die Körperhaltung nach dem Instrument zu richten“, erzählt er und versichert: „Und das hört man dann auch in den Tönen!“ Der Taiji- und Qigong-Lehrer

allem kann man sie mit etwas Übung auch im Alltag abrufen und mit Stresssituationen gelassener umgehen.

Übungsraum der Taiji- und Qigong-Schule von Kolja Fark

foto: Alexander Münch

Auch im Qigong gibt es viele verschiedene Stile und Formen. Eine grundlegende, wichtige Übung ist die Stehende Säule. Hier steht der Körper still und tief verwurzelt. Dabei sinkt alles Schwere nach unten und der Oberkörper fühlt sich leicht an. „Das entspricht dem natürlichen Zustand“, erklärt Fark. Obwohl es sich zunächst leicht anhört, ist bei allen Übungen die Anleitung eines professionellen Lehrers unerlässlich. Er kann Impulse geben und gleichzeitig die Haltung

foto: Alexander Münch

Taijiquan ist eng verbunden mit Qigong, ebenfalls eine alte, chinesische Bewegungsform. Übersetzt bedeutet Qigong „Arbeit mit der Lebenskraft“. Es geht darum, den Körper in einen natürlichen Zustand zwischen Ent- und Anspannung zu bringen und die körpereigene Energie gezielt zu nutzen und fließen zu lassen. Da dies auch eines der Grundprinzipien des Taiji ist, bieten viele Lehrer Kurse in beiden Disziplinen an. So auch Kolja Fark in seiner Taiji Schule in Mannheim. Er kombiniert in seinen Kursen immer Qigong und Taiji und ist der Meinung, dass beide Bewegungsformen für alle Menschen gleichermaßen geeignet sind.

Chen Taiji Kolja Fark Rheingoldstr. 38 68199 Mannheim Tel. 0621-8720997 www.koljafark.de

Übungsraum Taijiquan Schule foto: Alexander Münch Die Stehende Säule wird geübt

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28 UMWELT GESUND Behandlung mit Shiatsu

foto: Andreas Drollinger

Der Energiefluss im Körper lässt sich nicht nur durch Bewegungen anregen, wie das im Taiji und Qigong der Fall ist. Auch die gezielte Behandlung entlang und entsprechend der Meridiane (wie wir sie aus der Akupunktur kennen), kann dabei helfen. „Shiatsu“ ist eine fernöstliche Methode, die auf den Kenntnissen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) basiert. Sie unterstützt westliche Behandlungsformen und findet als Stärkung der Gesundheit in besonderen Belastungszeiten Anwendung. „Ideal ist es, wenn Menschen zu uns kommen, bevor sie ernsthaft krank werden“, erklärt Anna Christa Endrich, Leiterin des Europäischen Shiatsu Institut Heidelberg. Die meisten ihrer Klienten bringen aus ihrem Alltag schon eine Reihe von Beschwerden mit, auf die mit Shiatsu sehr individuell eingegangen werden kann. Bei der Behandlung liegt der Klient auf einer bequemen Matte, während die Shiatsu-Praktikerin ihn sanft und zugleich konkret, tief und umfassend berührt – entsprechend seiner jeweiligen Situation eher beruhigend oder auch vitalisierend. „Shiatsu ist für alle Menschen geeignet, die sich gerne auf eine Behandlung einlassen und sich dadurch belebt und entspannt fühlen, für Menschen, die über ihre Körperenergie auch Zugang zu sich und ihrer aktuellen Situation finden

möchten“, sagt Endrich. Dann kommt es zu einem ganzheitlichen Wohlbefinden, zu einer entspannten Wachheit, zu einem besseren Gefühl für sich und den eigenen Körper. Im Europäischen Shiatsu Institut in Heidelberg kann man sich nicht nur behandeln lassen,

dann in die Arbeit mit ihren Patienten“, erzählt die Leiterin des Instituts. Europäisches Shiatsu Institut Heidelberg Bergheimerstraße 147 69115 Heidelberg Tel. 06221 804536 www.shiatsu.de/heidelberg

3 Fragen an Dr. med. Monika Jiang Inhaberin einer Praxis für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) in Weinheim Welche Rolle spielt Qigong in der TCM? Qigong bildet eine der fünf Säulen der TCM. Andere Säulen sind zum Beispiel die Akupunktur und die Behandlung mit Kräutern. Im Gegensatz zu anderen Elementen der TCM liegt der Patient beim Qigong nicht einfach da und lässt sich behandeln, sondern muss selbst aktiv werden. Durch die Übungen wird die Wirbelsäule gestärkt und die Selbstheilungskräfte werden angeregt. Qigong wirkt vorbeugend, kann aber auch akute Leiden lindern. In der TCM werden Sehschwächen beispielsweise mit einer bestimmten Qigong-Übung behandelt.

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sondern auch Kurse belegen und Shiatsu als Behandlungsform selbst erlernen. „Viele unserer KursteilnehmerInnen sind bereits im körpertherapeutischen Bereich tätig und integrieren die praktische Herangehensweise und das Lebens- und Gesundheitskonzept aus dem Shiatsu

Kann man Qigong selbst lernen oder muss man einen Kurs besuchen? Wir haben inzwischen drei Bücher über Qigong geschrieben und es gibt Menschen, die es schaffen, sich Qigong mithilfe solcher Bücher selbst beizubringen. Das sind aber sehr wenige. Grundsätzlich empfehle ich meinen Patienten immer, zunächst einen Kurs zu besuchen, zum Beispiel in unserer integrierten Qigong- und Taijiquan-Schule. Vielen Menschen ist die fernöstliche Medizin und die Arbeit mit der Lebensenergie hierzulande fremd. Deshalb hilft ein Kurs, zunächst einmal die Idee zu verstehen und ein Gefühl für diese Energie zu entwickeln, die dann gezielt eingesetzt werden kann.

Was empfehlen Sie gegen Frühjahrsmüdigkeit? Regelmäßige Praktiker des Qigong oder Taiji kennen Frühjahrsmüdigkeit gar nicht! Wer sich täglich ein wenig Zeit für Übungen und für sich selbst nimmt, gibt seinem Körper und Geist die Möglichkeit, runterzufahren. Vielen Menschen sorgen zu wenig für sich selbst und sind dauerhaft im Stress. Das führt zu Krankheiten oder anderen Erscheinungen wie der Frühjahrsmüdigkeit. Aber trotzdem setzt die TCM in jeder Jahreszeit Schwerpunkte. Der Frühling ist beispielsweise die Zeit der Entgiftung. Eine Entsäuerungs- oder Entschlakkungskur kann Wunder wirken.

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UMWELT GESUND 29

REZEPTE

Leckere Sellerieschnitzel Zutaten: 80 g

Zubereitung:

vegetarisch

schmecken. Masse auf den Selleriescheiben verteilen und im vorgeheizten Backofen bei 170 Grad 25 Minuten backen. Kurz vor Ende mit Parmesan bestreuen und diesen auf den Schnitzeln schmelzen lassen.

Zutaten: 150 g Dinkelvollkornmehl 1 Prise Salz 300 ml Mineralwasser 2 Eier Olivenöl zum Ausbacken

Zubereitung: Teigzutaten mischen und Crepes ausbacken. Die Zutaten für die Füllung nach Geschmack erhitzen und abschmecken. Die Crepes damit füllen und servieren.

Für die Füllung: 1 kg Spinat 150 g Schafskäse 1 EL Sahne etwas Muskat, eine Prise Pfeffer und etwas Salz

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Gefüllte Crêpes mit Blattspinat und Schafskäse

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Getreideschrot und Zwiebelwürfel trocken andarren (rösten), Flüssigkeit zugießen, einmal aufkochen und bei schwacher Hitze 15 Minuten köcheln und weitere 15 Minuten quellen lassen. Restliche Zutaten unter die Getreidemasse heben, ab

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foto: Andreas Drollinger

Getreideschrot (Dinkel, Grünkern oder andere Sorten) 30 g Zwiebeln, gewürfelt 350 ml Gemüsebrühe 50 g Emmentaler, gerieben 100 g Lauch, feine Streifen 100 g Karotten, feine Streifen 60g Sellerie, feine Streifen 500 g Selleriescheiben, gedämpft Meersalz, Kräutersalz, Pfeffer und etwas Parmesan

Dirks Bio-Kiste präsentiert in jeder Ausgabe leckere Rezepte zum Nachkochen passend zur Jahreszeit

e / pixelio.d w.r.wagner

Mehr Rezepte und alle Informationen zu Dirks Bio-Kiste gibt‘s unter www.dirksbiokiste.de

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30 UMWELT POLITIK Fluch oder Segen?

Das transatlantische Handelsabkommen zwischen Europa und den USA wirft Fragen auf von Lydia Prexl Es soll Arbeitsplätze schaffen, den Markt ankurbeln und die westliche Welt als Machtzentrum der Weltwirtschaft etablieren. Befürworter erhoffen sich viel von dem transatlantischen Investitions- und Handelsabkommen (TTIP), dass gegenwärtig zwischen Europa und den USA diskutiert wird. Doch die Gegner eines solchen Bündnisses sind zahlreich, und ihre Argumente wiegen schwer. UmweltDirekt informiert über Hintergründe und Ziele des Abkommens, seine möglichen Auswirkungen auf den Rhein-Neckar-Odenwald-Kreis und den hiesigen Protest. Schon heute werden zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika täglich Güter und Dienstleistungen im Wert von zwei Milliarden Euro gehandelt. Damit erbringen die beiden Wirtschaftsräume fast die Hälfte des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP); und das mit nur knapp zwölf Prozent der Weltbevölkerung. Doch der Druck durch die aufstrebenden BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) wächst. Ein gemeinsames Handelsabkommen soll die Wettbewerbsfähigkeit beider Partner gegenüber den Schwellenländern steigern und zugleich die transatlantische Freundschaft vertiefen. Zu die-

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sem Zweck wollen US-Regierung und Europäische Kommission alle jene Hürden beseitigen, die den Austausch von Waren und den Marktzugang für Investoren bislang noch einschränken. Neben den ohnehin bereits relativ niedrigen Zöllen spielen vor allem sogenannte nicht-tarifäre Handelshemmnisse eine Rolle. Zu diesen zählen beispielsweise nationale Unterschiede bei Maß- und Gewichtseinheiten, Einfuhrverbote, die Förderung inländischer Unternehmen durch Subventionen und Steuervorteile oder unterschiedliche Kennzeichnungspflichten und Zulassungsverfahren. Mit dem weitreichenden Wegfall solcher Hemmnisse könnte

der exportstarke deutsche Mittelstand spürbar seinen Umsatz erhöhen, so die Hoffnung. Denn bislang müssen Unternehmen ihre Produkte aufgrund der unterschiedlichen Standards in verschiedenen Varianten für den europäischen und den USMarkt produzieren. Die Lösung innerhalb des Freihandelsabkommens könnte darin bestehen, aufwendige Anpassungen der Fahrzeuge an den jeweiligen Markt abzuschaffen und die Sicherheitstests der jeweils anderen Seite des Atlantiks anzuerkennen.

Ein Plus für Wirtschaft und Verbraucher Aus Sicht des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen ist ein umfassendes Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA daher schon seit langem überfällig, wie Pressesprecher Bernhard Thier betont. Kein Wunder, denn neben der Automobil- und Metallbranche sowie dem Maschinen- und Anlagebau würden Chemie- und Pharmaindustrie am meisten von der Vereinbarung profitieren. „Freihandelsabkommen erhöhen die Effizienz unseres globalen Produktionsnetzwerks und ermöglichen uns bei Bedarf, flexibel dorthin zu liefern, wo die Nachfrage ist.“ Allein durch die Abschaffung der Einfuhrzölle von durchschnittlich 3 Prozent könnten in der Chemiebranche insgesamt etwa 1,5 Milliarden

US-Dollar eingespart werden, bei einem umfassenden Abkommen wäre es ein Vielfaches. Dabei geht es laut Thier nicht darum, Umweltstandards zu schwächen. „Das kurzfristige Ziel wäre vielmehr die Vermeidung von gedoppelten Anforderungen und langfristig eine Annäherung von Regeln und Gesetzen.“ Nicht nur der Wirtschaft würde das Abkommen nutzen, sondern auch dem normalen Verbraucher. Zumindest, wenn man den Studien glaubt, die von der Europäischen Union oder dem Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegeben wurden. Die Argumentation klingt denkbar einfach: Ein höherer Wettbewerb auf beiden Seiten des Atlantiks bedeutet für den Konsumenten eine größere Produktvielfalt und niedrigere Preise, wodurch die Kaufkraft der Einkommen zunimmt.

Ein Abkommen ohne Verlierer? Doch was, wenn es nicht um die Farbe des Blinkers oder die Nebelschlussleuchte, sondern um gentechnisch veränderte Lebensmittel oder Standards bei der Zulassung von Medikamenten geht? Wenn Kinderspielzeug plötzlich krebserregende oder fortpflanzungsgefährdende Chemikalien enthält, weil Grenzwerte gesenkt werden? Oder in unseren Kühlregalen Fleisch landet, das mit Hormonen vollgepumpt ist?

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UMWELT POLITIK 31

In genau diesem Aufweichen von Verbraucher- und Umweltschutzstandards sehen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) eine besondere Gefahr und schlagen Alarm. Wenn man Normen aneinander angleicht, wird man sich tendenziell an jenem Standard orientieren, der für die Wirtschaft die geringsten Kosten bedeutet, so die Befürchtung. Zudem werde das Abkommen unter Ausschluss der Öffentlichkeit und damit ohne demokratische Kontrolle verhandelt. In einem gemeinsamen Positionspapier vom Juni 2013 plädieren deutsche Nichtregierungsorganisationen daher für mehr Transparenz und fordern eine „sozial-ökologische Transformation“, welche auf den Prinzipien der Nachhaltigkeit und Solidarität beruht und sicherstellt, dass das wirtschaftliche Wachstum nicht zu Lasten von Mensch, Tier und Umwelt geht. Ihre Sorge, dass der erwartete Nutzen für Konjunktur und Bevölkerung mit einem zu hohen Preis bezahlt wird, ist nicht leichtfertig von der Hand zu weisen. Sogar der Autor der ifo-Studie, Gabriel Felbermayr, gibt in einem Interview mit dem Polit-Magazin Monitor zu, dass die Arbeitsmarkteffekte selbst im optimistischen Fall klein seien: „Da reden wir von 0,4 Prozent der Beschäftigung.“ Ähnlich betont die Europäische Kommission, dass es sich bei den Zahlen lediglich um grobe Schätzungen handelt. Der Wirtschaftsexperte Friedhelm Pfeiffer vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsfor-

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schung (ZEW) in Mannheim erläutert: „Solche Studien basieren notwendigerweise auf Annahmen, etwa dem Zusammenhang zwischen Preis und Nachfrage und der Entwicklung des Dollar-Euro-Wechselkurses. Diese Zusammenhänge werden empirisch mit Daten aus der Vergangenheit berechnet und dann für den Fall des Freihandelsabkommens in die Zukunft fortgeschrieben. Doch natürlich können nicht alle Veränderungen antizipiert werden. In allen Studien bleibt daher ein gewisses Maß an Unsicherheit.“ Aus diesem Grund, so Pfeiffer, können die Studien zwar hilfreich sein, um den politisch Verantwortlichen Handlungsalternativen aufzuzeigen – die Zukunft genau vorhersagen können sie aber nicht.

Nichtsdestotrotz formiert sich auch hierzulande der Widerstand. In der ganzen RheinNeckar-Odenwald-Region sind mittlerweile mehrere Initiativen aktiv und informieren auf breiter Front. Die Resonanz ist groß. „Die Leute sind entsetzt und gleichzeitig von der Komplexität der Thematik erschlagen“, sagt Tobias Staufenberg, Regionalgeschäftsführer vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Aufklärungsarbeit steht daher im Vordergrund; für die fünfte Verhandlungsrunde im Frühsommer 2014 sind dann allerdings auch Demonstrationen geplant. „Derzeit arbeitet sich der Pro-

test vor allem an Chlorhühnchen und Hormonfleisch ab. Das ist richtig und wichtig. Aber wir müssen aufpassen, dass wir darüber nicht den Blick für das Ganze verlieren.“, sagt Staufenberg. So befürchtet der gebürtige Hesse, die EU-Verhandlungsführer könnten zwar zugesetzte Hormone oder die Verwendung von Chlor zur Desinfektion von Fleisch verbieten, dafür aber die Lebensmittel- und Hygienestandards allgemein reduzieren. „In ein paar Jahren haben wir dann vielleicht ein paar Lebensmittelskandale in Hühnerfabriken, und durch die Hintertür schleicht sich dann die Behandlung mit Chlor wieder ein.“

Ein Grund zum Pessimismus sieht Pfeiffer nicht: „Der Handel zwischen Deutschland beziehungsweise der EU und den USA hat sich in den letzten Jahren bereits sehr dynamisch entwickelt, auch ohne ein solches Freihandelsabkommen. Das Abkommen wird diese Dynamik in der Summe nicht wesentlich verändern. Es würde mich aber nicht wundern, wenn durch das Freihandelsabkommen die Ungleichheit der Arbeitsverdienste in Deutschland zunehmen und sich der höheren Ungleichheit in Amerika weiter annähern wird.“ Für die Region RheinNeckar-Odenwald wagt Pfeiffer eine vage Prognose: „Ich kenne keine belastbaren Zahlen, würde aber aufgrund der Innovationskraft der Region in einer mittleren Frist eher von positiven Wirkungen des Abkommens ausgehen.“

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32 UMWELT POLITIK

Wenn Sie sich engagieren oder eine Veranstaltung organisieren möchten, können Sie sich an Tobias Staufenberg wenden. Tobias Staufenberg Regionalgeschäftsführer Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Baden-Württemberg e.V. Regionalverband Rhein-Neckar-Odenwald Willy-Brandt-Platz 5 || 69115 Heidelberg Fon: +49 6221 16 48 41 || Fax: +49 6221 719 23 52 bund.rhein-neckar-odenwald@bund.net www.bund-rhein-neckar-odenwald.de www.facebook.com/BUNDbawue

Ein besonders kritischer Punkt ist für Staufenberg die Idee eines gemeinsamen Regulierungsrates, der künftig Verbindlichkeiten für neue Bereiche festlegen soll. Zwar ist auch hier eine Beteiligung aller Interessensgruppen vorgesehen, doch aus Sicht von Staufenberg ist das reine Makulatur. „Die Verbände und gemeinnützigen Organisationen haben überhaupt nicht die Ressourcen, um hier auf gleicher Ebene mit den Unternehmen mitzumischen. Vieles geschieht hier ehrenamtlich, die Budgets und zeitlichen Kapazitäten sind beschränkt.“ Im Ergebnis könnte das zu einem Regulierungsrat führen, in dem nur Lobbyisten ihre Forderungen diktieren und der politische Einfluss ausgehebelt wird.

Ein Blick nach vorn Doch Staufenberg ist zuversichtlich. Der Protest nimmt langsam Fahrt auf: „Jetzt geht es darum, die Dynamik zu nutzen und die Empörung an der Basis sichtbar zu machen.“ Einen ersten Etappensieg kann die Gegenwelle bereits für sich verbuchen: EU-Handelskommissar Karel de Gucht hat Ende Januar angekündigt, die Verhandlungen über die umstrittenen Klauseln für den Investitionsschutz von Unternehmen drei Monate ruhen zu lassen. Aus Sicht von Tobias Staufenberg zwar ein reines PR-Manöver, um das Thema aus den Europawahlen herauszuhalten, aber dennoch ein erster Erfolg: „Es zeigt, dass der Protest angekommen ist und wahrgenommen wird.“

Drei Fragen zu TTIP an Alessa Hartmann, Referentin Internationale Handelspolitik und Vernetzungsund Öffentlichkeitsarbeit beim Forum Umwelt und Entwicklung UmweltDirekt: Sie bezweifeln, dass das transatlantische Handelsabkommen hält, was es verspricht. Weshalb? Alessa Hartmann: Den euphorischen Prognosen liegen Studien zugrunde, die von TTIP-freundlichen Regierungs- oder Konzernkreisen finanziert wurden. Die „unabhängige“ Auftaktstudie kam direkt aus der Feder der EU-Kommission selbst. Beide Gruppen, Regierungen und Wirtschaftsvertreter, haben ein starkes Eigeninteresse am TTIP. Führende Politiker wollen im Transatlantischen Raum damit ein geopolitisches Gegengewicht zu neuen Wirtschaftsmächten wie China, Russland oder Brasilien setzen. Und amerikanische und europäische Konzerne wollen mithilfe eines

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umfassenden Freihandelsabkommens stärker expandieren. Aus diesem Grund wird bei den Berechnungen gern von einem optimalen Szenario ausgegangen, das völlig unrealistisch ist. Die Interessen der Verbraucher und Arbeitnehmer werden hier ebenso übergangen wie Klimafolgen und auf gar keinen Fall vom vermeintlichen Wohlfahrtsgewinn abgezogen. UmweltDirekt: Was ist Ihre Hauptkritik an dem Abkommen? Hartmann: Die Geheimhaltung der Verhandlungsdokumente und die Intransparenz des gesamten Prozesses. Nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch Parlamente werden entmündigt, während Industrielobby-

isten ihre Interessen einbringen können. In einer demokratischen Gesellschaft hat so etwas keinen Platz.

UmweltDirekt: Was wünschen Sie sich von der Bundesregierung und der EU? Hartmann: Dass sie das TTIP nicht ratifiziert, sondern in sei-

ner Gesamtheit ablehnt und umfassende Informationen und Mitsprache bei der Aushandlung von Handelsabkommen einfordert. Deshalb haben wir im April 2013 auch das deutsche Bündnis TTIPunfairhandelbar ins Leben gerufen, dem sich mittlerweile knapp 40 Organisationen aus den Bereichen Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Entwicklung und Verbraucherschutz angeschlossen haben. Gemeinsam fordern wir einen Stopp der Verhandlungen und zeigen in regelmäßigen gemeinsamen Aktivitäten, dass es einen starken zivilgesellschaftlichen Widerstand gegen das TTIP gibt. www.ttip-unfairhandelbar.de

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UMWELT POLITIK 33 Drei Fragen zu TTIP an Matthias Kruse, Geschäftsführer und Leiter International der IHK Rhein-Neckar UmweltDirekt: Befürworter des transatlantischen Handelsabkommens erhoffen sich ein größeres Wirtschaftswachstum, mehr Arbeitsplätze und ein höheres Pro-Kopf-Einkommen. Mehrere Studien wie vom Ifo-

Institut München scheinen diese Hoffnungen zu stützen. Was ist Ihre Meinung? Matthias Kruse: Ich stimme zu. Mit dem Freihandelsabkommen ergibt sich die Chance, hohe soziale und ökologische Standards auf beiden Seiten des Atlantiks zu setzen. Der vereinfachte Marktzugang kann vor allem auch in grünen Branchen und der sehr gut aufgestellten deutschen Umwelttechnik Wachstumsimpulse verschaffen. Das sichert und schafft Arbeitsplätze auch in der Region. UmweltDirekt: Kritiker bemängeln, dass die Verhandlungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt werden. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Kruse: Verbraucher- und Umweltschützer, aber auch Handelskammern und Gewerk-

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schaften werden aus unserer Sicht bei den TTIP-Verhandlungen in bisher allen Phasen deutlich früher informiert und eingebunden als bei früheren Verhandlungen zu internationalen Abkommen. Schon 2012 fanden öffentlich Konsultationen statt, an denen alle Interessengruppen teilnehmen konnten. Im November letzten Jahres beispielsweise nahmen 350 Vertreter solcher Interessengruppen teil, und fünfzig davon präsentierten zu Teilaspekten des Abkommens. Erstmalig überhaupt veröffentlichte die Kommission ihre Ausgangsposition vor Verhandlungsbeginn. Bei jeder Verhandlungsrunde finden außerdem Informationsrunden statt, sogenannte Briefings. Die nächste Konsultation wurde von der Europäischen Kommission bereits angekündigt. Dieses Mal

wird es um die Schiedsgerichtsklausel gehen. Ergänzend informiert eine eigene Webseite zum aktuellen Verhandlungsstand. UmweltDirekt: Welche Reaktionen gibt es im Rhein-NeckarRaum auf das Abkommen? Wenden sich viele Menschen an Sie, die verunsichert sind? Kruse: Auf Unternehmerseite nehmen wir bisher wenig Verunsicherung war. Fragezeichen bestehen hier hauptsächlich darin, in welchem Umfang die NSA Wirtschaftsspionage betreibt und dadurch Wettbewerbern in den USA Betriebsgeheimnisse bekannt werden. Ein wirksames Anti-Spionage-Programm hätte deshalb hohe Priorität. Ansonsten hat eine Blitzumfrage unter auslandsaktiven Firmen eine überwiegend positive Grundhaltung ergeben.

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34 UMWELT SCHUTZ

Bestandsaufnahme der Mauersegler-Brutplätze in Heidelberg Foto: Maueseglerklinik Frankfurt

Der Arbeitskreis Vogelkunde des NABU Heidelberg bittet um Ihre Mithilfe Mit lautem „srih“ jagen sie an Sommerabenden über den Straßen unserer Städte. Sie sind phantastische Flieger, paaren sich, fressen und schlafen in der Luft, reisen jedes Jahr tausende von Kilometer bis ins südliche Afrika und zurück und sind nur von Anfang Mai bis Ende Juli bei uns. Mauersegler kommen nach Mitteleuropa um zu brüten - die einzige Zeit im Jahr, die sie nicht in der Luft verbringen. Sie haben sich eng an uns Menschen angeschlossen: Ihre bevorzugten Brutplätze liegen in Nischen und Spalten an Gebäuden und unter Dachziegeln. Renovierungen und Sanierungen machen ihnen das Überleben schwer, denn was den Hausherren freut, bedeutet Wohnungsnot für die oft unbemerkten Untermieter. Während ein Schwalbennest

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am Haus nicht zu übersehen ist, bemerkt man einen Mauersegler-Nistplatz nur selten, denn Mauersegler produzieren weder einen Kothaufen unter dem Nest noch weiße Streifen an der Fassade. Der Abfall der Jungen geht nicht einfach über Bord, sondern wird sorgfältig weggeschafft.

Die Arbeitsgruppe Ornithologie des NABU macht deshalb in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Umweltamt der Stadt Heidelberg eine Bestandsaufnahme der noch vorhandenen Brutplätze. Wir interessieren uns vor allem für den genauen

Ort dieses Brutplatzes und die Art, Höhe und Ausrichtung des Einflugloches. Wenn Sie Mauersegler beim Einflug in eine Nisthöhle beobachten, würden wir uns über eine Nachricht freuen: mauersegler@nabu-heidelberg. de oder Tel. 06221-600705.

In der Luft ähneln sie Schwalben und werden oft mit diesen verwechselt, sind aber etwas größer. Ihr Gefieder ist einheitlich dunkel, der Schwanz kurz und gegabelt, die Flügel sichelförmig. Unverkennbar ist ihr Ruf, ein oft wiederholtes, hohes „srih“. Heidelberg hat noch eine relativ große Population an Mauerseglern - dank der vielen alten Gebäude. Aber auch hier nimmt die Zahl der Brutpaare ständig ab.

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UMWELT SCHUTZ 35 Sich die Ernte teilen

Solidarische Landwirtschaft jetzt auch in Mannheim und Ludwigshafen In der heutigen Zeit Landwirt zu sein, ist kein Zuckerschlecken. Viele Betriebe sind abhängig von Subventionen und stehen dem Preisdruck der Händler machtlos gegenüber. Wer dabei mithalten will, muss immer größere Massen produzieren. Leidtragend sind dabei Umwelt, Menschen und Tiere gleichsam. Doch es gibt einen Lichtblick: die Idee der Solidarischen Landwirtschaft, kurz „Solawi“, die nun auch in Mannheim und Ludwigshafen angekommen ist. In ganz Deutschland gibt es inzwischen schon knapp 50 Solawis, die Tendenz ist steigend. Und seit diesem Jahr sind auch Mannheim und Ludwigshafen mit von der Partie. Mit Norbert hat die hiesige Initiative ihren Wunschbauer gefunden. Aber von vorne: Was bedeutet eigentlich „Solidarische Landwirtschaft“?

Das Prinzip

Bei der Solidarischen Landwirtschaft unterstützt eine Gruppe von Menschen einen oder mehrere Kleinbauern in der Region, indem sie den Produzenten zu einem vereinbarten Preis langfristig und garantiert einen bestimmten Teil der Ernte abnimmt. Somit können die Landwirte unabhängig von Preis- oder Nachfrageschwankungen des Marktes ihrer Arbeit nachgehen und ihre Existenz ist gesichert. Im Gegenzug erhalten die Mitglieder der Initiative frische, saisonale Lebensmittel, die auch noch eine super CO2-Bilanz haben: Lange Transporte mit dem LKW oder Flugzeug sind nicht mehr nötig, denn das Gemüse, Obst und Co. wird dort kon-

sumiert, wo es auch angebaut wurde. Und wer will, kann dabei auch noch was fürs Leben lernen: Bei fast allen Solawis ist die direkte Mitarbeit auf dem Hof nicht zwingend, aber möglich. Und so erfahren die Abnehmer hautnah, wie ihr Gemüse und Obst angebaut wird, wie der Boden gepflegt werden muss und wie man das Gemüse am besten durch den Winter bringt.

Die Umsetzung in der Rhein-Neckar-Region

Auch in unserer Region gibt es bereits mehrere Solidarische Landwirtschaften. Der Schmitthof, ein biologisch-dynamisch betriebener Hof in Weitersweiler (Donnersbergkreis, Rheinland-Pfalz) machte den Anfang: er ist seit über zehn Jahren als Selbstversorgergemeinschaft organisiert. Etwa 200 Menschen aus der ganzen Region produzieren hier gemeinsam regional, saisonal und klimafreundlich ihre Lebensmittel. In Heidelberg startete im Jahr 2012 eine Solidarische Landwirtschaft, die mit einem Bioland-Bauern aus Maisbach bei Nußloch zusammenarbeitet. Noch jünger ist die Initiative in Erbes-Büdesheim

bei Alzey mit Verteilerzentren in Alzey, Worms und Mainz. Sie wurde im November 2013 ins Leben gerufen. Und nun hat die Solidarische Landwirtschaft auch ein Zuhause in Mannheim und Ludwigshafen gefunden. Cinzia Fenoglio, die in mehreren Initiativen aktiv ist und bei der Gründung des Solawi-Netzwerkes (www. solidarische-landwirtschaft. org) 2011 mitwirkte, wollte das Konzept in der Region weiter verbreiten. „Je mehr Höfe aus den Zwängen des freien Marktes aussteigen können und je mehr kleinbäuerliche Existenzen in der Region gerettet werden können, desto besser“, argumentiert sie. Interessierte Mitstreiter in Mannheim und Ludwigshafen ließen nicht lange auf sich warten, inzwischen hat die „Solawi Malu“ schon mehr als 60 Mitglieder. Und im Herbst war dann auch ein Hof gefunden: BiolandBauer Norbert Eckel aus Schifferstadt war sofort begeistert. Ab April wird er nun die Mannheimer und Ludwigshafener mit viel frischem Gemüse versorgen. Er baut 40 verschiedene Sorten an, von Karotten über Zucchini bis Tomaten ist alles mit dabei.

Die aktuelle Ernte wird einmal pro Woche in die unterschiedlichen Verteilerzentren in Mannheim und Ludwigshafen gebracht, wo die Mitglieder dann ihre persönliche Kiste voller Leckereien abholen können. Ebenso wie die Gruppen in

Mitglieder gesucht

Heidelberg und Alzey sucht die neue Initiative in Mannheim/ Ludwigshafen noch Mitglieder. Mit Bauer Norbert in Schifferstadt wurde eine Abnahme für ca. 200 Personen vereinbart, jeder weitere Mitstreiter ist also herzlich willkommen. Ziel ist es, in zwei Jahren auf 400 Mitglieder zu kommen. Denn damit wäre der Bioland-Hof voll ausgelastet und müsste nur noch für die Solawi-Gruppe produzieren. Sind Sie auch mit dabei? Solawi Mannheim/ Ludwigshafen solawi.mannheim@gmail.com www.solawi-malu.de Plenum (auch für Interessenten): Einmal im Monat (donnerstags) um 18.30 Uhr im Jugendkulturzentrum FORUM (Neckarpromenade 46, 68167 MA). Die anstehenden Termine werden auf der Homepage angekündigt. Solawi Heidelberg info@solawi-rhein-neckar.org www.solawi-rhein-neckar.org Geplante Plenumstermine (für Interessenten ab 19 Uhr) im Welthaus (HD Hauptbahnhof): 14. Mai, 26. Juni, 21. Juli. Solawi Alzey/Worms solawi@multyfarm.de www.multyfarm.de/solawi.html Tel. 06247 900271 Solidarische Landwirtschaft e.V. Allgemeine Informationen zum Konzept und zu allen bundesweiten Initiativen www.solidarische-landwirtschaft.org info@solidarische-landwirtschaft.org Tel. 0151 20618191 (Di & Do, 10 bis 13 Uhr)

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Gemüsegärten zum Mieten

foto: Tammo Ganders

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Viele weitere interessante Informationen gibt es unter: www.meine-ernte.de

foto: Tammo Ganders

Das junge Unternehmen meine ernte bietet deutschlandweit bereits mehr als 20 Standorte zum Anmieten von Gemüsegärten. Ab dieser Saison haben auch Städter aus Heidelberg und Umgebung die Möglichkeit, einen Gemüsegarten der Bioland Baumschule Frank Wetzel in Heidelberg zu mieten. Unter www.meine-ernte.de können Naturbegeisterte ganz einfach einen Gemüsegarten für sich reservieren. Vor der Saison werden die Gärten bereits mit über 20 verschiedenen Gemüse- und Blumenarten bepflanzt und besät. Einen genauen Anbauplan mit den verschieden Sorten und deren Anordnung erhält man zur Saisoneröffnung. Gartengeräte, Wasser und eine umfangreiche, sowie regelmäßige Beratung gibt es vor Ort. Gemüse aus eigener Ernte zu beziehen ist für Hobbygärtner oder ganze Familien ein wunderbares Naturerlebnis und tut

außerdem auch der Umwelt gut, da die Gärten ökologisch bewirtschaftet werden und dafür kein Gemüse aus dem Supermarkt gekauft werden muss.

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UMWELT SCHUTZ 37 Auf der Suche nach den Wurzeln

Urban Gardening Was passiert da eigentlich gerade in Deutschland und auf der Welt? Menschen tun sich in solidarischen Selbstversorgergemeinschaften zusammen, Städter halten Bienenstöcke auf ihrem Dach und überall entstehen Gemeinschaftsgärten und bepflanzte Inseln inmitten von Betonwüsten. Es scheint die Zeit gekommen für ein neues Bewusstsein über die Zusammenhänge zwischen Natur und Mensch, kombiniert mit der Einsicht, dass wir nicht so weitermachen können wie bisher. Ein bunte Ausdrucksform davon ist das Urban Gardening. Urban Gardening bezeichnet eine neue Form das Gärtnerns, die in den Städten angesiedelt ist. Grünanlagen und Brachflächen werden in gemeinschaftliche Gärten umgewandelt, in

denen jeder willkommen ist und sein eigenes Gemüse anbauen kann. Dabei muss es sich nicht einmal um ein freies Stück Erde handeln, auch Garagendächer oder betonierte Parkplätze

werden verwandelt. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und zur Not müssen eben mit Pflanzenerde gefüllte Kisten, Brunnen oder Einkaufswägen herhalten.

Die Idee des urbanen Gärtnerns macht auch vor den Toren der Metropolregion Rhein-Neckar nicht halt. Wir stellen Ihnen vier Projekte und ihre Besonderheiten vor.

hack-museumsgARTen Ludwigshafen Beim Urban Gardening-Projekt des Ludwigshafener Wilhelm-Hack-Museums auf dem Hans-Klüber-Platz steht die Kunst des Miteinanders im Mittelpunkt. Jeder darf Mitgärtnern: Privatpersonen, Kindergärten, Schulen, Vereine und Gruppen, reich oder arm, groß oder klein. Etwa 200 Personen pflanzen hier in Kisten und auf Paletten Blumen, Gemüse und Kräuter an und verwandeln dadurch den Platz hinter dem Museum auf einer Fläche von 1.000 Quadratmetern in eine grüne Oase. Darüber hinaus werden auch im Jahr 2014 wieder zahlreiche Veranstaltungen auf Eigeninitiative der Gärtner und Gärtnerinnen und in Zusammenarbeit mit dem Museumsteam stattfinden: Konzerte, botanische Führungen, Kreativworkshops und das Zubereiten internationaler Gerichte in einer neuen Outdoor-Küche. Liebe, Freundschaft und Toleranz sollen im Garten groß geschrieben werden. Liebe zu Pflanzen, zur Schaffenskraft der Natur und zum eigenen Kreativsein. Freundschaft zwischen den Hobbygärtnern, egal welchen Alters oder welcher Herkunft. Und Toleranz gegenüber allem Lebenden und dem Miteinander von Mensch und Natur. Mit dem Zusammenspiel von Kunst, Kultur und Natur will der museumsgARTen einen wertvollen Beitrag zur positiven Stadtentwicklung Ludwigshafens leisten. Und dabei kann jeder mitmachen und sein eigenes Beet anlegen. Mehr Infos unter: http://hackmuseumsgarten.blogspot.de

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Neckargärten Mannheim

„Wilhelmsfeld blüht auf“

Knapp 90 Mitglieder sind es mittlerweile, die im 2000 Quadratmeter großen Gemeinschaftsgarten des Neckargärten-Vereins pflanzen, gießen und ernten. Und vor allem eines tun: Mitten in der Stadt die Nähe zur Natur genießen. Der Garten liegt an der Ecke Waldhofstraße / Zeppelinstraße, direkt an der Haltestelle „Neuer Messplatz“. Bunte, abwechslungsreiche Beete, verschiedenste Obst- und Gemüsesorten, farbenfrohe Blumen, eine Kräuterspirale aus Sandstein und sogar drei Bienenvölker beherbergt der Neckargarten. Nach getaner Arbeit finden sich hier auch einige sonnige Plätzchen, an denen entspannt werden kann.

Im kleinen Örtchen Wilhelmsfeld haben Bürger seit 2011 an mehreren, wiederkehrenden Aktionstagen gemeinsam einige zentrale Orte in ihrer Gemeinde bepflanzt, neugestaltet und herausgeputzt, so z.B. den Hesselbrunnen, die Quellsteinanlage an der Gemeindebücherei und Tankstelle. Die Aktion unter dem Motto „Wilhelmsfeld blüht auf “ leiteten und koordinierten Andrea und Hannes Hutwagner. Unterstützt wurden sie dabei von zwei örtlichen Landschaftsbaubetrieben. Mit ganzheitlicher Gartengestaltung- und -planung verschönern Hutwagners nicht nur die Gärten von Privatpersonen, sondern betreuen auch immer mehr Gemeinschaftsaktionen für öffentliche Einrichtungen und Firmen. „Urban Gardening und Permakultur sind Ausdruck einer neuen Sehnsucht der Menschen, zur Natur und zu den Wurzeln zurück zu kehren. Das wollen wir unterstützen und weiter vorantreiben“ erzählt Andrea Hutwagner. Vorbild für die Aktion in Wilhelmsfeld war unter anderem das Projekt „Andernach – die essbare Stadt“. 2010 wurde in der Kleinstadt bei Neuwied begonnen, die ungenutzten öffentlichen Grünflächen in Beete umzuwandeln. Da stand dann kein Betreten verbotenSchild mehr, sondern der Hinweis Pflücken erlaubt. „Wir hoffen, dass noch viele weitere Gemeinden dem Beispiel von Andernach folgen und die Natur zurück in die Städte holen“ sagt die studierte Gartenarchitektin und Staudengärtnerin Hutwagner. Denn solche Gemeinschafts-Projekte haben nicht nur einen ökologischen, sondern vor allem auch einen hohen sozialen Nutzen. „Es geht um viel mehr als um ein paar Blumen oder Gemüsesorten, die gemeinsam gepflanzt werden“. Davon ist Andrea Hutwagner überzeugt. „Die Menschen erkennen immer mehr, dass die Kombination von eigenem Bio-Gemüse und vielen bunten Blumen auch einen hohen Zierwert hat.“

Ein Trampelpfad, der die Straßenbahnhaltestelle mit dem Wohngebiet verbindet und schon vor Gründung des „Urban Gardening“Gartens bestand, wurde einfach in den Garten mit integriert. In den Zaun wurden zwei Tore eingebaut, was zu einem engen Kontakt zwischen Anwohnern und Hobbygärtnern führte. Mitmachen, gärtnern und die Natur genießen kann jeder: Der reguläre Beitrag um die Kosten von Pacht, Wasser und Versicherung zu decken, beträgt 2,50 Euro im Monat. Mehr Infos und Anmeldung unter: www.http://urbaner-garten-ma.de

Essbares Heidelberg „Gemüsegärten für dich und mich“ ist das Motto der Gruppe „Essbares Heidelberg“, die aktuell aus etwa 15 engagierten Heidelbergerinnen und Heidelbergern besteht. Ihr Ziel ist es, Urban Gardening zu verbreiten und die Stadt damit essbar zu machen. Mitten in Heidelberg soll Gemüse angepflanzt werden; sicht- und greifbar für alle. Aktuell kümmert sich Essbares Heidelberg um drei Beete: eins am Rohrbach / Ecke Ecke Brechtelstraße, eins an den Breidenbach Studios in der Weststadt und eins in Neuenheim, in der Zeppelinstraße 1. Außerdem hat der Gemeinderat bei seiner letzten Sitzung beschlossen, dass am Zähringer Platz in der Weststadt Flächen für einen vierten Gemeinschaftsgarten zur Verfügung gestellt werden sollen. Ab Anfang April soll dort mit der Gestaltung und Bepflanzung der Beete begonnen werden. Hinter dieser Idee liegt die beunruhigende Entwicklung, dass sich Stadtmenschen immer mehr von ihrer Nahrung entfremden und den Bezug zur Herkunft ihrer Lebensmittel verlieren. Oft erfahren sie nur durch Etiketten auf der Plastikverpackung, was sie da gerade eigentlich essen. Durch ihre öffentlichen Gemeinschaftsgärten

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möchte „Essbares Heidelberg“ für mehr Interesse am Thema gesunde Ernährung unter der Heidelberger Bevölkerung sorgen. Die Gruppe will nicht nur vermitteln, dass Arbeit im Grünen viel Spaß machen kann, sondern auch, dass Nahrungsmittelproduktion im Einklang mit der Natur geschehen und dabei auf Nachhaltigkeit geachtet werden muss. „Essbares Heidelberg“ trifft sich jeden Dienstag um 19 Uhr in der Zeppelinstraße 1 in Heidelberg-Neuenheim und freut sich über neue Gesichter. Mehr Infos unter: http://essbaresheidelberg.wordpress.com

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Wildkatzen in der Region?

BUND-Regionalverband Rhein-Neckar-Odenwald 1. Vorstand: Richard Landenberger Geschäftsführer: Tobias Staufenberg WeltHaus Heidelberg Willy-Brandt-Platz 5 (Hauptbahnhof) 69115 Heidelberg Tel. 06221-164841 Fax 06221-7192352 Mo-Do 10-18 Uhr bund.rhein-neckar-odenwald@bund.net Umweltzentrum Mannheim Käfertaler Str. 162 68167 Mannheim, Tel. 0621-331774, Fax 36752 bund.mannheim@bund.net BUND-Treffen: 1. Mittwoch 19.00 h

Auch in diesem Jahr suchen Ehrenamtliche des BUND in der Region wieder nach Hinweisen auf die Wildkatze. Die scheuen Tiere würden im Odenwald und in den Rheinauen eigentlich hervorragende Lebensräume finden, allerdings macht ihnen die zunehmende Zerschneidung der Landschaft durch Straßen und Wohngebiete dies nicht grade leichter: die Tiere meiden normalerweise Straßen und Häuser und können daher immer weniger wandern. So finden die Tiere oft keine Partner oder enden als Verkehrsopfer. Das Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“ wurde 2004 vom BUND ins Leben gerufen. Es wurde 2012 von den Vereinten Nationen als offizielles Projekt der UN-Dekade zur biologischen Vielfalt ausgezeichnet. Ziel ist die länderübergreifende Vernetzung von

Waldlebensräumen und Wildtierkorridoren in Deutschland und Europa. Die Wildkatze steht in diesem Projekt stellvertretend für viele andere Arten, die hohe Anforderungen an den ökologischen Zustand des Waldes stellen. Anhand der Entwicklung der Wildkatzenbestände soll die erfolgreiche Wiedervernetzung der Lebensräume gemessen werden. Im vergangenen Jahr wurde bereits der Sandsteinodenwald zwischen Buchen und Eberbach untersucht – leider ohne Nachweise von Wildkatzen. In diesem Jahr sind die ehrenamtlichen Herlferinnen und Helfer des BUND im vorderen Odenwald und in den Rheinauen unterwegs und suchen dort mit Hilfe von Lockstöcken nach den Tieren: angeraute, ca. 50cm hohe Stöcke werden dabei in den Waldboden gesteckt und an-

Mitgliederversammlung des BUND Regionalverbands

BUND Heidelberg Geschäftsführerin Brigitte Heinz WeltHaus Heidelberg, 69115 Heidelberg Tel. 06221-182631, Fax 164841 bund.heidelberg@bund.net BUND Umweltberatung Stephan Pucher Ilge Wilhelm Tel. 06221-25817

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„Ehrenamtliche des BUND bringen einen Lockstock aus“

Bild: Uwe Heidenreich

Öffnungszeiten Mo., Mi., Fr. 13 - 16 Uhr Di., Do. 13 - 18 Uhr

schließend mit einer Baldriantinktur besprüht. Diese wirkt als Sexuallockstoff anziehend auf die Tiere, die sich an den Stöcken reiben und dabei Haare hinterlassen. Diese werden an das Senckenberginstitut in Frankfurt zur Genomanalyse geschickt. Die gewonnenen Daten fließen in eine bundesweite Datenbank, mit deren Hilfe sich Aussagen über Wanderungen und Verwandschaftsbeziehungen der Wildkatzen treffen lassen. „Die Chancen stehen gut, da im letzten Jahr bereits in den Rheinauen nördlich von Karlsruhe Wildkatzen nachgewiesen wurden und auch der vordere Odenwald als Lebensraum sehr gut geeignet wäre“, sagt Tobias Staufenberg, Regionalgeschäftsführer des BUND.

Am 13. März fand die reguläre Mitgliederversammlung des BUND Regionalverbands Rhein-NeckarOdenwald statt. Dabei gaben der Vorstand und die Geschäftsführung ihre Berichte ab und der Vorstand wurde ordnungsgemäß entlastet. Zudem stand die Nachwahl des Schatzmeisters an, da Richard Landenberger den Posten aus gesundheitlichen Gründen abgeben mochte. Ihm sei an dieser Stelle im Namen aller herzlich für seine jahrelange Pflege der Kasse gedankt. Zum neuen Schatzmeister wurde Dr. Rainer Lochthowe gewählt.

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Jubiläum auf der BUND-Wiese Seit 10 Jahren hegt und pflegt der BUND Dossenheim eine eigene Wiese am Hang der Bergstraße. Über die Jahre haben viele Menschen dort geholfen – im letzten Jahr sogar Studierende aus Nepal, Indien, Kasachstan und Mexiko. Dieses Jubiläum wird nun am 31. Mai ab 13 Uhr gebüh-

rend gefeiert und Gäste sind herzlich willkommen! Einfach am Parkplatz unterhalb der Schauenburg parken – von dort ist der Weg beschildert. Für Essen und Getränke ist gesorgt, gute Laune ist als Mitbringsel vollkommen ausreichend. Informationen: 06221-599318 oder per Mail: bund.dossenheim@bund.net

Redaktion BUND Regional: BUND Regionalverband z.Hd. Tobias Staufenberg Willy-Brandt-Platz 5 69115 Heidelberg E-Mail: tobias.staufenberg@bund.net e-Mail: bund.rhein-neckar-odenwald@bund.net Mitarbeit erwünscht Beiträge aus der Region für die BUND-Seiten in Heft Heft 3-2014 bitte bis 10. Juni an den Regionalverband in Heidelberg einsenden. Texte bitte per E-Mail an tobias.staufenberg@bund.net

Bild: Dermot O‘Connor

„BUND-Wiese in Dossenheim“

Mit freundlicher Unterstützung der

Freihandelsabkommen EU-USA Derzeit verhandeln die EU mit der USA hinter verschlossenen Türen über ein Freihandelsabkommen, das beide Seiten des Atlantik miteinander verbinden soll. Diese Transatlantic Trade and Investment Partnership – kurz TTIP – könnte gravierende Folgen für Verbraucherinnen und Verbraucher, für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben. Neben der Absenkung von Umwelt- und Qualitätsstandards droht auch im Bereich der Arbeitnehmerrechte eine

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Spirale nach unten. Zudem ist zu befürchten, dass durch die in TTIP geschaffenen Mechanismen auch zukünftige Gesetzgebungen - etwa im Bereich der Nanotechnologie – sich auf einem niedrigen Niveau belaufen werden oder gleich direkt von Lobbyisten formuliert werden. Um über das Thema zu informieren veranstalten der BUND RheinNeckar-Odenwald, Attac Heidelberg und das Eine-Welt-Zentrum Heidel-

Umwelt Direkt geht an alle BUND-Mitglieder in der Region als Service des BUND-Regionalverbandes Rhein-Neckar-Odenwald (kein Zwangsbezug).

berg einen Infoabend: am 7. April ab 19.30 Uhr werden im DeutschAmerikanischen-Institut in Heidelberg Roland Süß (ATTAC Deutschland), Anton Kobel (Gewerkschaftssekretär aus Heidelberg) und Tobias Staufenberg (Geschäftsführer BUND Rhein-Neckar-Odenwald) über die sozialen, ökologischen und demokratischen Folgen des Abkommens informieren. Der Eintritt ist frei!

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Radlernkurs beim ADFC

ADFC-Geschäftsstelle im ZuM Zentrum für umweltbewusste Mobilität | Kurfürsten-Anlage 62 69115 Heidelberg Tel.: 06221/23910 Mo-Sa: 10 - 13.30 Uhr, Mo-Fr: 14.30 - 18 Uhr, Do: 14.30 Uhr - 19.00 Uhr, heidelberg@adfc-bw.de ADFC Rhein-Neckar/Heidelberg Internet www.adfc-bw.de/heidelberg E-Mail heidelberg@adfc-bw.de

Mit steigenden Temperaturen drängt es bei schönem Wetter wieder viele Menschen auf dem Fahrrad in die Umgebung. Diejenigen, die es bisher nur wünschten, können das nachholen. Der ADFC Heidelberg führt wieder einen Radlernkurs durch, in dem Erwachsene das Radfahren lernen oder Kenntnisse auffrischen können. Der Kurs findet statt jeweils samstags: 03., 10., 17. und 24.Mai.2014. jeweils von 10:00-12:30 Uhr, (Bei Bedarf ein zweiter Kurs 13:30-16:00) Bei einem abschließenden gemeinsamen Ausflug kann man das Gelernte erproben.

Offener Radeltreff Heidelberg Jeweils der dritte Mittwoch im Monat, 20.00 Uhr, „Schwarzer Peter“, Römerstr. 34

Information und Anmeldung unter 06221/6554103 oder verkehrspaedagogik-hd@adfc-bw.de oder persönlich im ZUM Kurfürstenanlage 62 (BG-RCI-Haus). Am Samstag, den 16.03.14 von 10-13 Uhr steht die Organisatorin des Radlernkurses, Frau Kräutle, dort für Fragen zu Verfügung.

IG Rad (HDer Radverkehrspolitik) Treffen nach Vereinbarung norbert.schoen@adfc-bw.de

ADFC Osterfreizeit „Fahrrad trifft Medien“

Verantwortlich für diese Seite Michael Fröhlich heidelberg@adfc-bw.de

Rennradtreff über eMail-Verteilerliste, bitte anmelden bei: matthias.guetter@adfc-bw.de Geländeradtreff über eMail-Verteilerliste, bitte anmelden bei: matthias.guetter@adfc-bw.de Alltagsradlertouren Kontakt über manfred.hauk@adfc-bw.de oder 06224 / 5 33 33 ADFC-Jugend eMail-Kontakt: jugend-hd@adfc-bw.de AG Verkehrspädagogik verkehrspaedagogik-hd@adfc-bw.de Bankverbindung Volksbank Kurpfalz H+G Bank IBAN:DE78672901000062432500, BIC:GENODE61HD3

Auch in diesem Jahr veranstaltet der ADFC Rhein-Neckar/Heidelberg wieder seine traditionelle Osterfreizeit, die in diesem Jahr unter dem Motto „Fahrrad trifft Medien“ steht. An drei Tagen erfahren wir, vieles über Theater in unserer Region. 1. Tag: Bei einem Besuch in Walldorf im Inspiration Pavilion der SAP erfahren wir vieles über neue Medientechnologien. 2. Tag: steht ganz im Zeichen des Radios Unsere Tour führt uns nach Ludwigshafen zum Bermudafunk. 3. Tag: Wir besuchen das ZKM – Zentrum für Kunst und Medien-

technologie in Karlsruhe und werden in einem Trickfilmworkshop selbst einen Trickfilm gestalten. Die Freizeit kostet 40 € für ADFC-Mitglieder und 45 € für Nichtmitglieder. Anmeldungen unter 06221-6554103 oder jugend-hd@adfc-bw.de . Vorankündigung ADFC Pfingstfreizeit „Fahrrad trifft Industrie“ 16. bis 18. Juni!

„Mit dem Rad zur Arbeit“ Nach dem unser Kreisverband im vergangenen Jahren jeweils die meisten Teilnehmer in BadenWürttemberg mobilisieren konnte, möchten wir auch in diesem Jahr die Teilnehmerzahl noch mal steigern. 1000 Teilnehmer im Jahr 2013 sind nicht schlecht, doch ist da noch einiges an Potential drin!! Am 22. Mai laden Wir gemeinsam mit der AOK und der Stadt Heidelberg zur Auftaktveranstaltung am Deutschen Krebsforschungszentrum ein. Die Aktion startet am 01. Juni. In den

Termine: Helmberatung 15. April, 20. Mai, 19. Juni Pedelec-Beratung 01. April, 06. Mai, 03. Juni, 01. Juli Radtouren 27. April „Rennradtour für Ausgeschlafene“ 04. Mai „Die Odenwaldgipfel - MTB-Tour“ 10. Mai „Up, up and away - Rund um den Frankfurter Flughafen“ 11. Mai „Bergradl-Tour von Weinheim zur Stiefelhütte und nach Heidelberg“ 11. Mai „Tierpark Walldorf – Familientour“ 11. Mai „Rennradtour für Ausgeschlafene - Käsekuchentour mit Gipfel drei folgenden Monaten sollen die MitarbeiterInnen an mindestens 20 Tagen „Mit dem Rad zur Arbeit“ fahren. In der Verlosung zum Ende der Aktion warten auf die Teilnehmer wieder hochwertige Preise wie Ballonfahrten, Städtereisen oder Fahrräder.

Wir unterstützen die „Mood Tour 2014“ Bei der ersten Mood Tour (2012) ging es darum, mit Menschen mit und ohne Depressionserfahrungen 4500 km im Zelt-Betrieb durch Deutschland zu fahren und durch MitfahrAktionen und viele Interviews einen Beitrag zu leisten, Depressionen als Erkrankung zu entstigmatisieren. Zwischen Juni und September wird es die MOOD TOUR 2014 geben, die am 16./17. Juli in unserer Region Station macht. Wir suchen noch Mitfahrer für den 16. und 17. Juli. Nähere Infos unter http://mood-tour.de/

TERMINE IM „ZUM“ 04. März Pedelecberatung 18. März 15-19 Helmbetratung 21. März 19:30 „MOOD-TOUR – Bewegung gegen Depression“ - Vortrag von Sebastian Burger (Bremen) 8,-€ / ADFCMitglieder 5,-€ 22. März 19:30 „Radreisen in Italien – Vortrag mit Weinprobe“(Rassisimo und „Feine Weine in der Weststadt) 15,-€ / ADFC-Mitglieder 10,-€

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Günter Schmid

* 31. Januar 1943 † 23. Januar 2014

Bismarckstraße Die Stadtverwaltung wird zur geplanten fahrradfreundlichen Umgestaltung der Bismarckstraße Informationen im Internet bereitstellen. Der ADFC Mannheim wird diese neue Internetseite zeitnah auf www.adfcbw.de/mannheim verknüpfen.

Radtouren 2014 Das neue Progammheft MA/LU/HD liegt gedruckt vor und kann bei unseren Fördermitgliedern (siehe Randleiste) und vielen anderen Fahrradhändlern wie etwa Zweiradtechnik Schreiber kostenlos abgeholt werden.

Jahresversammlung Günter Schmid leitete zehn Jahre lang Radtouren und entdeckte für den ADFC Mannheim das Bauland sowie den Kraichgau. Die schöne Strecke auf der Mudauer Wanderbahn lag ihm besonders am Herzen. Mit seinen Kursen „Unterwegsreparaturen mit Bordmitteln“ gab er ADFCTourenleitern und Mitgliedern wichtige Tipps zur Selbsthilfe bei Pannen. Bei thematischen Stammtischen referierte er über Ausrüstung und Bekleidung bei Radreisen. Als technischer Berater stand er Anbietern und Käufern auf den ADFC-Gebrauchtradmärkten zur Verfügung.

Radmarkt Mannheim Am Samstag, dem 26. April von 10 – 12 Uhr am Hauptbahnhof bietet sich eine gute Gelegenheit, ein gebrauchtes Rad zu erwerben oder zu verkaufen. Lediglich bei erfolgtem Verkauf wird eine Verkäufer-Provision von EUR 2,00 fällig. Die Biotopia Fahrradstation bietet kostenlose Fahrradcodierung, die Bahnhofsmission bietet Gelegenheit zu einem Frühstück.

Günter Schmid war kein Freund des schnellen Wortes, in der Ruhe lag seine Kraft und er nahm sich die Zeit für wohlüberlegte und fundierte Antworten. Er war ein verlässlicher Pol und bedauerte es sehr, sich in den letzten Jahren wegen seiner angeschlagenen Gesundheit nur wenig einbringen zu können. Wir sind ihm sehr dankbar für viele Jahre wertvolle Vereinsarbeit und werden ihn bester Erinnerung behalten. Seiner Witwe Sighilt Schmid-Reika, die ebenfalls seit vielen Jahren im ADFC Mannheim aktiv ist, gilt unser aufrichtiges Beileid.

Fahrrad-Sicherheitstraining Der nächste Kurs in der Mannheimer Innenstadt findet am Samstag, dem 10. und Sonntag, dem 11. Mai (Anmeldeschluss 2. Mai) jeweils von 10 – 15 Uhr statt. Informationen/Anmeldung: 0621 / 9766093 besser-radfahren@adfc-bw.de oder www.adfc-bw.de/besser-radfahren/

Die Jahresversammlung wählte nach einem kleinen Neujahrsempfang den Vorstand mit Dr. Gerd Hüttmann als Sprecher, Heidrun Schneiders als Kassiererin, Georg Beneken, Günter Berkmann, Conny Kraft, Dr. KlausDieter Lambert und Peter Mathejczuk als Bezirkssprecher sowie Sybille Burmeister und Helga Lang als Kassenprüferinnen. Roman Deuster ist als Pressereferent weiterhin für die Ankündigung der Mannheimer Radtouren zuständig. Der ADFC Stammtisch findet jetzt am zweiten Donnerstag im Monat ab 18 Uhr im Restaurant „Kurfürst am Markt“, R1, 15 statt und bietet Gelegenheit zum geselligen Plaudern.

TERMINE Aktiventreffen Mannheim MO, 28.4., 26.5., 18:30 Uhr. Stammtisch Mannheim DO, 18.5., 12.6., 10.4. 18 Uhr Verkehrsforum Neckarau MO, 19.5., 20:00 Uhr

Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club KV Mannheim Postfach 100 103 68001 Mannheim Tel. 0621-81099318 (p) Fax 0621-81099319 (p) mannheim@adfc-bw.de Internet-Homepage www.adfc-bw.de/mannheim ADFC Info-Punkte BIOTOPIA Fahrradstation am HBf Heinrich-von-Stefan-Str. 2 Mo–Fr 9-13 Uhr und 14-18 Uhr, Sa 9-13 Uhr Fahrradladen Rund Ums Rad Wallstadt, Mosbacher Str. 21 Mo, Di, Do, Fr 10-13 + 15-18.30, Sa 9-13 Uhr Fahrrad Kästle Feudenheim, Ziethenstraße 29 Mo 14-20, Di-Fr 10-12 + 14-18 Uhr Sa nach Absprache Radsporthaus Altig Neckarstadt, Lenaustraße 14 & Uhlandstr. 12 Mo-Fr 9-13 + 14-18 Uhr, Sa 9-13 Uhr der radladen Neckarstadt, Lenaustraße 5 Mo-Fr 10-12.30 + 14.30-18.30 Uhr, Sa 10-13 Uhr Sprecher: Dr. Gerd Hüttmann Tel/Fax: siehe oben gerd.huettmann@adfc-bw.de Pressereferent: Roman Deuster Tel. (0621) 855965 Kassenwartin: Heidrun Schneiders Tel. (0621) 103958 Regelmäßige Treffen: Mannheimer Stammtisch Donnerstags, siehe Termine Restaurant Kurfürst am Markt R1, 15, 68161 Mannheim Tel. (0621) 26275 Radler-Treff Ludwigshafen am 1. Dienstag im Monat 19.00 Uhr, Gaststätte „Grün-Weiss“ Saarlandstr. 50, Ludwigshafen Aktiventreffen Mannheim Montags, siehe Termine 18.30 Uhr Bürgerhaus „Trafohaus“ Keplerstr. 22, Mannheim Verkehrsforum Neckarau Rheingoldstr. 47, Mannheim Spendenkonto: IBAN DE23 6705 0505 0038 4655 20 BIC MANSDE66XXX

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VCD-JHV mit VRN

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Die Akteure sind t 7FSLFISTVOUFSOFINFO #VT #BIO

t #FUSFJCFS -FJI.JFUBVUP $BS4IB ring) t "OCJFUFSWPO%JFOTUMFJTUVOHFO (Mitfahrzentralen, Parkhäuser, usw.) Der Nahverkehrsplan des VRN wird zum Mobilitätsplan. Aktuelle Arbeitsfelder des VRN sind: t "VTCBVWPO7FSLOĂ QGVOHTQVOLUFO t 6OUFSTUĂ U[VOHCFJN"VTCBVEFS Elektromobilität Besonders auffällig wird 2014 der Start eines regionalen Fahrradvermietsystems sein. Dieses stellt in Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen etwa 440 Räder an 50 Stationen zur VerfĂźgung. Der Leitgedanke als Mobilitätsverbund: „Ein Angebot aus einem Guss, fĂźr alles, was mit Mobilität zu tun hat.“ Text: Malik (VRN), Hetzel

Die Mobilität der Zukunft – das Fahrrad als Standortfaktor? Das Radfahren stand im Mittelpunkt einer Fachtagung der agfk (Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen) „Faktor Fahrrad – Moderne Mobilitätspolitik entscheidet Standortkonkurrenz“, die am 21. März in Mannheim im Speicher 7 stattfand. Nach der BegrĂźĂ&#x;ung durch den Mannheimer Bau- und Umweltdezernenten Lothar Quast – Mannheim ist Mitglied in der agfk – erläuterte Verkehrsminister Winfried Hermann den Standortvorteil des Radverkehrs fĂźr Kommunen. „Ziel der Landesregierung ist es, eine nachhaltige und vernetzte Mobilitätsstrategie zu entwickeln und damit in Zukunft allen BĂźrgern einen ungehinderten Zugang zu allen Verkehrsmitteln zu ermĂśglichen“, so der Minister. Mobilität 2.0 heiĂ&#x;t das Zauberwort – und was man dafĂźr braucht, um ohne Zeit-

verluste von A nach B zu kommen, ist ein Smartphone. Mit car2go und moovel zeigt Daimler, wie sich Verkehrsträger Smartphone basiert verknĂźpfen lassen. Dabei spielt auch das Fahrrad eine groĂ&#x;e Rolle“, erläuterte Andreas Leo, von Daimler Mobility Services, das CarSharingKonzept seines Automobilkonzerns. Voraussetzung dafĂźr sind die Bereitstellung einer Infrastruktur fĂźr EMobile und E-Bikes/Pedelecs sowie die digitale VerknĂźpfung der Mobilitätsangebote. Prof. Dr. Stephan Rammler, Leiter des Instituts Transportation Design der Universität Braunschweig stellte drei Szenarien vor (vgl. YouTube „MetaMinds“)mit dem Plädoyer „wir verabschieden uns vom bisherigen Verständnis von Mobilität und gehen ganz andere Wege“. Der Zukunftsforscher appellierte an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, in ihren Kommunen, Unternehmen und Institutionen aktiv zu werden: „Die Zukunft der Mobilität lässt sich nicht eindeutig voraussagen, aber wir kĂśnnen sie selbst gestalten.“ Organisiert und moderierte wurde der Workshop von Michael Adler mit seiner agentur tippingpoints und der fairkehr GmbH. Am Tagungsort vermisste die passionierte Radlerin jedoch vor dem Eingangsbereich ein symbolisches Willkommen – FahrradbĂźgel. (SP)

Foto: Hetzel

VCD-Geschäftsstelle im ZuM Zentrum fßr umweltbewusste Mobilität Kurfßrsten-Anlage 62 69115 Heidelberg Tel: (0 62 21) 16 08 93 Mo-Fr: 10:00-13:30 Uhr, 14:30-18:00 Uhr, Do: bis 19:00 Uhr Sa: 10:00-13:30 Uhr Kontakt zum VCD-Regionalverband www.vcd.org/rhein-neckar rhein-neckar@vcd.org Bankverbindung Volksbank Kurpfalz H+G BANK eG IBAN DE66 6729 0100 0065 6890 06 BIC GENO DE 61 HD3 VCD-Bundesgeschäftsstelle Rudi-Dutschke-Str. 9, 10969 Berlin Tel: (030) 28 03 51 - 0, Fax: - 10 Mitgliederservice Tel: : (030) 28 03 51 - 75 Versicherungsfragen Tel: : (030) 28 03 51 - 85 VCD-24h-Notrufnummer Tel: (0228) 9 65 42 30 Bundesverband www.vcd.org vcd-bundesverband@vcd.org Landesverband Ba-Wß www.vcd-bw.de info@vcd-bw.de Redaktion VCD Ingolf Hetzel (hz) Telefon (0 62 21) 30 02 32

Zu Beginn der Jahreshauptversammlung des VCD Rhein-Neckar e. V. hielt Herr Malik, der GeschäftsfĂźhrer des VRN (Verkehrsverbund RheinNeckar GmbH), den Vortrag: „Weiterentwicklung der VRN GmbH zum Mobilitätsverbund“. Der Trend zur Multimodalität verstärkt sich auch im Verbundraum des VRN und da der Ăśffentliche Personennahverkehr (Ă–PNV) allein keine umfassende Mobilitätsgarantie bieten kann, geht der VRN jetzt den Schritt zum Mobilitätsverbund. Dies bedeutet u.a.: t PSHBOJTBUPSJTDIF7FSOFU[VOHWPO Verkehrsmitteln und Mobilitätsdienstleistungen t 7FSLOĂ QGVOHEFTĂšÄŒFOUMJDIFO7FS kehrs mit anderen Mobilitätsdienstleistern

Im weiteren Verlauf der Jahreshauptversammlung wurden Rechenschaftsberichte von Vorstand, Ortsgruppen und Arbeitskreisen vorgetragen, sowie der Haushaltsplan fßr das Jahr 2014 beschlossen. Die Diskussion zu verschiedenen weiteren Anträgen verlief teilweise kontrovers, zeigte aber auch auf, dass es viele spannende Themen gibt, die man auch als neuer Aktiver beim VCD mit den drei Vorständen Ingolf Hetzel, Helmut Herrmann und Sabine Pich voranbringen kann.

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Wieslochbummeln ohne Auto Seit November 2013 gibt es in Wiesloch unter dem Dach des VCD eine Arbeitsgruppe mit Einzelhändlern und interessierten Bürgern mit dem Ziel, mehr Kunden mit weniger Autos In die Wieslocher Innenstadt zu locken. So soll der Einzelhandels- und Gastronomiestandort gestärkt und gleichzeitig die Verkehrsbelastung verringert werden. Das erste Ergebnis liegt jetzt vor: Das Mobilitätsfaltblatt „Wieslochbummeln ohne Auto“ soll Einwohner des Stadtteils Frauenweiler anregen, öfter mal das Auto stehen zu lassen. Eine Übersicht aller Bus- und Ruftaxiverbindungen macht deutlich, dass Frauenweiler viel besser öffentlich an die Innenstadt angebunden ist als allgemein bekannt (montags bis freitags halbstündlich von 6 bis 24 Uhr(!), am Wochenende stündlich); ein schematischer Radwegeplan verdeutlicht, dass 3 Kilometer eine ideale Fahrradentfernung ist; und da nicht alle Wege nach Wiesloch führen, ist die Verbindung zum S-Bahnhof ebenfalls enthalten. Das Faltblatt wird in Zusammenarbeit mit dem Stadtteilverein an alle Haushalte in Frauenweiler verteilt, die Finanzierung wurde durch Sponsoren möglich.

Die Aktivenseite des VCD Berichte aus Ortsgruppen und Arbeitskreisen. Pressesprecher Ingolf Hetzel (0 62 21) 30 02 32

ten die Züge dann an provisorischen Holzbahnsteigen oder fahren eben durch. Wie der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) im Dezember mitteilte, ist derzeit unklar, wo die erforderlichen Bahnsteige letztendlich liegen sollen.

Die Arbeitsgruppe plant weitere Maßnahmen, die zum Wieslocher Stadtfest (4.-6.7. 2014) vorgestellt werden. Weitere Infos auf move21.de. (MSt)

Sorge um Kompaktbahnhof Neckarau Foto: Hetzel

Ab 2017 wird die S-Bahn zwischen Mannheim und Karlsruhe verkehren – womöglich ohne Halt in Neckarau. Jedenfalls wird es kaum mehr möglich sein, bis dahin Bahnsteige auf S-BahnNiveau fertigzustellen. Entweder hal-

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Bereits 2007 hat das Verkehrsforum Neckarau in Veranstaltungen und Infoblättern frühere Überlegungen aufgegriffen, den Bahnhof Neckarau um einige hundert Meter nach Süden zu verlegen. Die vielen Vorteile werden auch von der Stadtverwaltung

gesehen. So konnte Bürgermeister Christian Specht 2009 im Neckarauer Rathaus eine Variante der Deutschen Bahn präsentieren, die einen Mittelbahnsteig zwischen den Gleisen 1 und 2 vorsieht, der direkt über der Morchfeldunterführung zu liegen kommt. Die RNV baute nach dieser Variante auch die Haltestelle Friedrichstraße barrierefrei aus. Offenbar wurden die Planungen aber nicht weiter vorangetrieben, denn erst letztes Jahr stellte sich heraus, dass die Variante aus 2009 problematisch ist, da die Verlegung einer Fernwärmeleitung nicht oder nur sehr teuer zu bewerkstelligen ist. Das Verkehrsforum hofft noch auf eine gute Lösung für den Stadtteil. Es steht in Kontakt mit der Stadt, die nun für Frühsommer konkretere Informationen über mögliche neue Varianten in Aussicht gestellt hat. Eine gute Lösung wird wohl nicht billig werden, aber die vielen Vorteile sind es wert, um eine gute Lösung zu ringen. Der Neckarauer S-Bahn-Halt hat auch überregionale Bedeutung durch die Verknüpfung mit der wichtigsten Tangentiallinie (Buslinie 50) z. B. zur SAP-Arena und zum Maimarkt. (MR)

Ortsgruppen Heidelberg Anabel Eichel (01 60) 63 76 428 Mannheim Wolfgang Preuß (06 21) 30 11 01 Mannheim-Neckarau www.neckarau21.de Markus Rebmann (06 21) 8 54 75 40 Sandhausen Armin Boßerhoff (06224) 8 16 22 Schwetzingen Dieter Konrad (0 62 02) 2 59 12 Wiesloch (move) move21.de Manfred Stindl (0 62 22) 5 13 65 Arbeitskreise AK Bahn Frank Mayer (0 62 21) 18 46 44 AK Rad Ingolf Hetzel (0 62 21) 30 02 32 AK Kinder im Verkehr Dieter Konrad (0 62 02) 2 59 12 VCD in der Metropolregion Neckar-Odenwald Kontakt über VCD LV Ludwigshafen-Vorderpfalz Klaus Ulshöfer (0 62 33) 5 36 29

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Umweltdirekt 2/2014 - Februar-April  

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