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ÖSTERREICH EUR 8.50 DEUTSCHLAND EUR 9.– SCHWEIZ CHF 11.–

ARCHITEKTUR KULTUR FASHION GENUSS

2014 MENSCHEN ORTE

Leidenschaften Entdecken Sie die besten Seiten der Stadt

Inspirierendes Salzburg: Architektonische Meisterleistungen . Mode und Modern Living . Traditionsbetriebe . Kulturelle Highlights . Genussmomente


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EINBLICKE Die MOZARTSTADT ist pure Inspiration.


ED ITO R IAL

SPEZIELL

INSPIRIEREND entwaffnend

anders

Als vergleichsweise kleine Stadt kann Salzburg längst mit den internationalen Kulturmetropolen mithalten und ist heute als Reiseziel für Besucher aus aller Herren Länder beliebter denn je. Vielfach preisgekrönt begeistert die Landeshauptstadt mit imposanten Bergwelten, glasklaren Seen, urbanem Flair und dennoch charakteristischem ländlichem Charme. Tradition, Handwerk und Brauchtum sind in Salzburg ebenso zu Hause wie innovatives Design, lebendige Architektur und Kulinarik, die stets nach neuen unvergesslichen Genussmomenten strebt. Die vorliegende Ausgabe von Top of Salzburg 2014 präsentiert in gewohnt kreativer Art und Weise das Beste vom Besten. In einer erlesenen Auswahl zeigen sich Salzburgs Architekten, Kulturschaffende, Modemacher, Hoteliers und Gastronomen von ihrer aufregendsten Seite.

Top of Salzburg inspiriert, empfiehlt und setzt die schönsten Orte und faszinierendsten Projekte in Salzburg gekonnt in Szene. Mit Fotostrecken und redaktionellen Meisterstücken, die Lust auf die zukunftsweisende Stadt machen. Viel Freude beim Lesen! Ihr Top of Salzburg-Team

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CONTENTS

Cover

Marcel Gonzalez-Ortiz

Imprint VERLEGER UCM Verlag, B2C Corporate Publishing GmbH, Salzweg 17, 5081 Salzburg-Anif CR/KREATIVDIREKTION Nicolaus Zott (nicolaus.zott@ucm-verlag.at) REDAKTIONELLE LEITUNG Claudia Janka (claudia.janka@ucm-verlag.at) ART DIRECTOR Lisa-Maria Werger (lisa.werger@ucm-verlag.at) CHEFIN VOM DIENST Claudia Janka (claudia.janka@ucm-verlag.at) PREPRESS Anouk Schönemann (anouk.schoenemann@ucm-verlag.at) FOTOGRAFIE Kurosch Borhanian, Andreas Hechenberger, Johannes Gierlinger, Marcel Gonzales-Ortiz, Chris Rogl MITARBEITER DIESER AUS­GABE Cay Bubendorfer, Claudia Dabringer, Jeanette Fuchs, Marion Lachmayr, Dominik Langegger, Jana Jo Kürbiß, Marlies Kürbiß, Martina Müllner, Stefanie Spreitzer, Katharina Wohlfahrt ANZEIGENLEITUNG/VERKAUF Manfred Jungwirth (manfred.jungwirth@ucm-verlag.at) Anja Werger (anja.werger@ucm-verlag.at) VERLAGSKOORDINATION/VERTRIEB Sigrid Staber (sigrid.staber@ucm-verlag.at) LEKTORAT Ute Maria Hauber DRUCK Offset 5020

09

ARCHITEKTUR .

L ANDSCHAFT

10

DIE STADT JEDERMANNS

Das Entree in eine bezaubernde Stadt: Karl Heinz

Ritschel lebt eine besondere Beziehung zu Salzburg

16

BILDER MIT GESCHICHTEN

Ansichten einer Stadt, wie man

sie sicherlich selten sieht

33 BEWEGT

Salzburg per pedes erleben ... oder eine

dieser Besonderheiten probieren

34

MODERNES SALZBURG

Wer hier und heute für die Zukunft baut, braucht

Fingerspitzengefühl und Mut zur Größe

44

DIE KLAUSEN DER STADT

Ein Einblick in klostereigene Rückzugsorte, die der

Öffentlichkeit normalerweise verborgen bleiben

46 SPITZENHOTELLERIE

Wer in Salzburg gastiert, muss wählen. Und jede

einzelne Wahl hat ihre ganz speziellen Vorzüge

57

KUNST .

KULTUR

58

FRAUEN IM FOKUS

Frauen sorgen für andere Perspektiven in

Salzburgs Kunst- und Kulturszene

68

KUNST STATT KAMPF

Salzburger Sommerfestspiele 2014:

45 Tage Festival von Welt für die Welt


CONTENTS

70

KUNST UND KULTUR – REVUE

125 TRADITIONSREICH

Wo Kunst und Kultur in Salzburg

Die Mozartstadt bietet einiges zu entdecken:

die stärksten Stücke spielen

die Salzburger Traditionsbetriebe

80 BIBLIOPHIL

127

DESIGN DELUXE

Prachtvoll. Geschichtsträchtig. Und hin und wieder

Salzburgs beste Adressen für individuelles Design

auch etwas im Verborgenen: Salzburgs Bibliotheken

130 AUTHENTISCH 84 NIEDERSCHRIFT

... und ästhetisch. In diesen Salzburger Geschäften

Bewegende Bücher über Salzburg, Salzburger

sind Liebe und Leidenschaft die Grundpfeiler

und deren schönste Zufluchtsorte

87 LESELUST

Klemens Renoldner über das Glück

in der Bibliothek von Reno

91

FASHION .

133

GENUSS .

ABSPANN

134 SPITZENGASTRONOMIE

MODERN LIVING

92

WHAT A BEAUTIFUL MIND

Dominante Animal-Prints und sinnliche Transparenz:

Top of Salzburg weckt die Sehnsucht nach Mode

104

MODERN FASHION IN THE CITY

Exklusiv, vielseitig, up to date: die Crème

de la Crème der Modeausstatter

106

FASHION AND ART

Die zweite Wiege für exklusive

Designerlabels: 2nd Hand Shops

111

FIRST CLASS 2ND HAND

Die 2nd Hand Shops aus Salzburg vereinen

exklusive Antiquitäten und leistbaren Luxus

Diese Menschen machen Salzburg

zur Stadt des gelebten Genusses

144

FEINSTE KULINARIK

Wer hier zu Gast ist, schmeckt Leidenschaft

und Liebe und erlebt wahre Genussmomente

148

SALZBURGS KONFISERIEN

Ein Stück vom Glück: Hier wird mit feinstem

Geschmack und kunstvoller Verarbeitung gelockt

157

COFFEE TIME

Eine Stadt wird vom Kaffee geprägt und von

den Treffpunkten, an welchen man ihn genießt

158 KAFFEEHAUSTRADITION

Uriges Ambiente, Wohlfühlatmosphäre

und hervorragend zubereiteter Kaffee

112 KONTRASTPROGRAMM

160 MOMENTUM

Made in Austria, bewährt und unvergänglich:

Tracht modern in Szene gesetzt

124

MODISCHER BRAUCHTUM

Bernhard Gfrerer: 24 Stunden mit dem ersten

Die Trachtenunternehmen der Mozartstadt im Visier

Organisten der Franziskanerkirche

Festhalten an besonderen Augenblicken

168 SPONTAN

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ST IL LSEGL ER.C OM Salzburg • Herbert v. Karajan Platz 3


Foto

CONTENTS

aus „Silent Space Salzburg“ von Jens Riecke

Architektur . LANDSCHAFT „HIER WOHNT DAS GLÜCK, NICHTS BÖSES TRETE EIN“

Spruch aus einem römischen Mosaik

10

Die Stadt JEDERMANNS

34

MODERNES Salzburg

Das Entree in eine bezaubernde Stadt: Karl Heinz Ritschel

Wer hier und heute für die Zukunft baut, braucht

lebt eine besondere Beziehung zu Salzburg

Fingerspitzengefühl und Mut zur Größe

16

BILDER mit Geschichten

44

Die KLAUSEN der Stadt

Ansichten einer Stadt, wie man

Ein Einblick in klostereigene Rückzugsorte, die der

sie sicherlich selten sieht

Öffentlichkeit normalerweise verborgen bleiben

33

Bewegt

46

SpitzenHOTELLERIE

Salzburg per pedes erleben ... oder eine

Wer in Salzburg gastiert, muss wählen. Und jede

dieser Besonderheiten probieren

einzelne Wahl hat ihre ganz speziellen Vorzüge

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Text Prof. Dr. Karl Heinz Ritschel Foto Peter Straub/Fotofactory Illustration iStock.com

DIE STADT JEDERMANNS KARL HEINZ RITSCHEL, profunder Salzburg-Kenner, leidenschaftlicher Autor zahlreicher B端cher, 端ber 30 Jahre lang Chefredakteur der Salzburger Nachrichten, legt seine pers旦nlichen Ansichten 端ber die Stadt dar.


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Feuilleton

DU UND ICH IN SALZBURG – das setzt eine besondere Beziehung voraus. Du und ich, wir, das sind ja doch Jedefrau und Jedermann? Nun, das scheint mir DAS RICHTIGE ENTREE in eine Stadt, in der alljährlich Hofmannsthals Spiel vom Schicksal des „Jedermann“ in Szene geht.

E

s war der große Einfall eines Max Reinhardt, der dieses Spiel auf dem Domplatz ablaufen ließ, wo sich dann von den Türmen der Kirchen umher die Rufe nach dem Jedermann vielfältig in den Mauern der alten Stadt brechen. Und bei dem die Raffinesse der Inszenierung darin besteht, dass das Ende eines geläuterten Jedermann naht, wenn die letzten Sonnenstrahlen schwinden und sich der Schatten des Abends über die Fassade des Domes legt.

Salzburg ist ein Ort der Weltkultur. Nicht nur, seit es in das Re-

gister der Weltkulturerbe-Stätten aufgenommen worden ist. Es ist Weltkultur in tiefstem Sinn, denn wie alljährlich hier zur Zeit der Festspiele die Stadt zum Treffpunkt der Künstler und Besucher aus aller Welt wird, so ist sie gleichzeitig auch Weltzentrum der Musik, als alljährliche Reverenz vor dem größten Sohne dieser Stadt, Wolfgang Amadeus Mozart, der seine unvergänglichen Weisen allen Menschen geschenkt hat.

Du und ich in Salzburg, das ist auch Zweisamkeit. Das kann

das erste tastende Kennenlernen sein, die Begegnung, die zur Liebe wird. Wer nach Salzburg kommt, verliebt sich unweigerlich in eine Stadt, die voller Charme und Liebreiz ist und gleichzeitig voller Gegensätze, die als Juwel und gleichzeitig als Wehr in einer Landschaft gebaut wurde, in der Bergriesen, waldreiche Hügel und funkelnde Seen unentwegt Abwechslung bieten. Aus der ganzen Welt kommen inzwischen junge Paare, es werden immer mehr, die sich hier für ein Leben lang, so hoffen sie zumindest, verbinden lassen. Salzburg wirbt wohl auch mit dem schönsten Trausaal der Welt, dem Marmorsaal des Schlosses Mirabell. Die Zeremonie findet im Festsaal jenes Schlosses – das heute Rathaus ist – statt, das einst aus der Liebe eines geistlichen Landesfürsten für eine Frau erbaut wurde, für Salome Alt, die ein Kind dieser Stadt war und die ein Schicksal mit dem Landesherrn zusammenführte. Er beendete sein Leben als Gefangener in der Festung Hohensalzburg. Der Grund für die

Absetzung und Festungshaft war jedoch nicht die Leidenschaft des Landesherrn, die zu den großen tragischen Romanzen der Weltgeschichte zählt, erklärbar aus der Zeit barocker Lebenslust, sondern vielmehr der nüchterne Kampf mit dem bayerischen Nachbarn um den Salzreichtum des Berchtesgadener Landes. Salz, die Würze des Lebens, gab dem Land und der Stadt den Namen. Es war hier stets in großem Reichtum vorhanden – und auch bekannt, wie die Siedlungsgeschichte des Raumes beweist. Reiche keltische Fürstengeschlechter haben hier geherrscht, wie die Funde der Gräberfelder bezeugen; noch immer gibt es archäologische Ausgrabungen wenige Kilometer von der Stadt entfernt auf dem Halleiner Dürrnberg. Die Bodenschätze des Landes, die Verkehrs- und die Schutzlage einer ehemals schwer zugänglichen Hügelwelt, durch die jedoch die Passwege über die Alpen in den Süden führten, stehen am Beginn der Geschichte des Menschen in Salzburg. Das Tal der Salzach, das den Weg in die Berge öffnet, ist vor Jahrmillionen über einen gewaltigen Gletscher ausgeschürft und vom Fluss immer tiefer in die Gesteinskruste geschnitten worden. Die Stadtberge sind vor allem aus schräg geschichtetem Konglomerat, einem Gestein aus runden Schotterkörnern, das bei einem Rundgang durch die Stadt als Mauerwerk, als Umrandungen von Portalen und Fenstern, in graubraunem lebhaftem Farbenwechsel zu bewundern ist. Viel attraktiver noch ist der rote Marmor des heimischen Untersberges, dessen ehrwürdiges Alter rund 100 Millionen Jahre beträgt. In der ganzen Stadt, angefangen von den Schlössern der Fürsten und den Klöstern und Kirchen, bis in die behäbigen Bürgerhäuser, ist dieser rote Stein zu finden. Wer offenen Auges geht, wird die Vielzahl versteinerter Muscheln, Ammoniten und Schnecken als reizvolle Accessoires einer Stadt entdecken. Diese Salzburger Bergwelt entstand vor hunderten von Jahrmillionen, als riesige Meere über die Lande wogten, erschüttert von gewaltigen Ausbrüchen aus dem Erdinneren, die Falten aufwarfen und den Meeresschlick

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Text Prof. Dr. Karl Heinz Ritschel Illustration iStock.com

zu Gesteinsplatten pressten. So ist der Untersberg ein Korallenriff. Und als das Meer zurückgewichen war, begannen riesenhafte Gletscher das Antlitz des Landes zu formen. Es geschah in schier unvorstellbaren Zeiträumen. Diese Gletscherzungen rissen die Erdrinde auf, rasierten Berge und sprudelten Geröllmassen vor sich her. Auf dem Weg vom immer kälter werdenden Norden in den Süden kamen die ersten Menschen. Vierundvierzigtausend Jahre vor Christus hat in einer der Höhlen in den Bergen um Salzburg ein Bärenjäger sein Leben beendet. Es ist die erste Spur des Menschen in diesem Raum, wie die Wissenschaft anhand von Untersuchungen belegen konnte. Etwa vom Jahr 5000 v. Chr. an ist die vorgeschichtliche Besiedlung des Raumes gesichert. Es war die Jungsteinzeit, in der sich dichte, fast undurchdringbare Wälder und Moore bis zur Baumgrenze ausdehnten, überlagert von Alpenmatten. Das Vorland und das Salzburger Becken jedoch waren versumpft, die aus den Mooren herausragenden Hügel aber boten gute

Als das Meer zurückgewichen war, begannen riesenhafte Gletscher das ANTLITZ DES LANDES zu formen.

und sichere Siedlungsplätze. Nur wer wegekundig war, fand durch die Moore. Zudem sprudelten Heilquellen, wie die bedeutendsten in Badgastein, die den umherstreifenden Jägern auffallen mussten, denn dicht über diesen heißen Wassern stand stets ein dunstiger Nebelstreifen. Und wo heute die Stadt ist, war undurchdringliche Au, aber, wie schon gesagt, auf den Hügeln siedelten Menschen. Der völlig abgeschirmte Kegel des Rainberges inmitten der Stadt war das Zentrum, doch auch auf dem Festungsberg, dem Kapuzinerberg, auf dem Bürgelsteig und auf dem Hellbrunner Berg fanden sich Spuren von Menschen. Und schon in diesen Anfängen der Kulturen vermischten sich die Siedlungsgruppen, denn es war die günstige Verkehrslage, die Ost-West-Trasse innerhalb der Alpen und besonders die Nord-Süd-Route, die hier verschiedenste Menschen zusammenführte. Die Schätze des Bodens wie Salz, Kupfer, Gold und Eisen wurden offenbar – die Kunde erreichte wohl verschiedenste Stämme. Als die Kelten das Land in Besitz nahmen, entwickelte sich hier ein Siedlungswesen – wie wir heute sagen – mit hohem Lebensstandard.

Salzburg gehörte zum keltischen Königreich Norikum. Diese Kelten kamen im 5. Jahrhundert v. Chr., sie erbauten regelrechte Siedlungen. Der Handel mit dem Süden, mit den Etruskern und den Römern, blühte auf und bald blickten die Römer begehrlich in das Königreich der Taurisker, wo es so reiche Erzlagerstätten gab. Als Tiberius, der Stiefsohn des Octavianus Augustus, im Jahr 15 v. Chr. das Königreich Norikum unterwarf, wurde Salzburg ein Teil der römischen Provinz. In dem engen Tal zwischen Festungsberg und Mönchsberg am linken und dem Kapuzinerberg am rechten Ufer der Salzach – die unreguliert noch sehr breit war – gründeten die Römer den Ort Juvavum. Der offizielle römische Name lautete Civitas Claudia Juvavum; die Namen Salzach (Igonta) und Salzburg (Juvavum) jedoch scheinen keltischen Ursprungs zu sein. Kaiser Claudius (41 bis 54 n. Chr.) hatte Juvavum zum Municipium, also zur Stadt erhoben. Das Zentrum deckt sich mit der heutigen Altstadt. Beim Dom kann man hinabsteigen in die römische Stadt, denn da wurde ein Teil – ein winziger Rest – unterhalb des Domplatzes freigelegt; zauberhafte Mosaikböden traten zutage. Und kaum ein Umbau in dieser Stadt geschieht, ohne dass neue Funde zum Vorschein kommen. Schatzgräber hatten hier wiederholt Glück. Und die Archäologen wissen in ihrer Stadt und Umgebung noch von riesigen römischen Bauten, die der Ausgrabung harren. Mit den Römern kam auch die neue Religion, das Christentum. Ein wichtiges Zeugnis dafür ist die Lebensbeschreibung des Heiligen Severin, derzufolge der Heilige um 470 in einer Basilika nahe bei der Stadt eine Vesper gefeiert hat.

Der Untergang des weströmischen Reiches besiegelte auch das Schicksal von JUVAVUM.

Der Untergang des weströmischen Reiches besiegelte auch das Schicksal Juvavums. Die Stadt wurde vermutlich gebrandschatzt und blieb bedeutungslose Siedlung weniger Menschen. Als um 530 Bajuwaren in die Gegend kamen, vielleicht auch andere wandernde Germanenstämme, fanden sie nur mehr Reste einstiger Pracht. Das neu gegründete Salzburg ist dem rheinfränkischen Adeligen Rupertus zu verdanken, der aus Worms


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Feuilleton

Als man dem größten Sohn der Stadt, MOZART, ein Denkmal schaffen wollte, man schrieb das JAHR 1841, da schaute die Witwe des begnadeten Musikers von ihrem Wohnhaus noch den Arbeitern zu.

kam, wo er Bischof war. Um das genaue Datum streiten die Gelehrten noch immer; bleiben wir also vorsichtig beim ausgehenden 7. Jahrhundert, als Herzog Theodor von Baiern dem Bischof die von Gestrüpp umwucherten römischen Ruinen und das Umland von Juvavum schenkte. Rupertus weihte seine Nichte Erentrudis zur Äbtissin. So entstand das erste Frauenkloster im Alpengebiet, das seither unentwegt besiedelt ist. Iroschottische Missionare folgten, und schon 739 wurde Salzburg offiziell zur Diözese erhoben, 798 zum Erzbistum und damit zur Metropole der bairischen Kirchen. Schon 767 begann Bischof Virgil den ersten Dom zu bauen, eine Kirche, die immer wieder erweitert wurde und schließlich, wie Ausgrabungen vor Jahrzehnten bewiesen haben, zur größten Kathedrale diesseits der Alpen wurde, die die Bedeutung Salzburgs als Zentrum abendländischen Christentums unterstreicht. Die historische Geltung Salzburgs liegt auch in der Bedeutung seiner Bischöfe, wobei ihr Wirkungsfeld bis Ungarn, bis an die Drau vor Aquileja und bis in den Tiroler Raum reichte. Noch heute führen Salzburgs Erzbischöfe den Titel eines Legaten des Heiligen Stuhles und des Primas Germaniae. Als das Institut der Kardinäle geschaffen wurde, hieß es, diese sollten den Purpur tragen, wie ihn die Erzbischöfe von Salzburg haben. Diese kirchenrechtliche Sonderstellung ist erhalten geblieben, denn wenige Salzburger Oberhirten besitzen Kardinalsrang, aber jeder trägt automatisch von seiner Wahl an den Kardinalspurpur. Dieses Wissen um die Macht der Bischöfe ist wichtig, denn sie waren es, die Salzburg zum eigenen Fürstentum machten. Der bischöfliche Landesherr übte auch die Stadtherrschaft aus. Das Marktrecht in Salzburg ist bereits 996 verbrieft und die Bischöfe wurden als Landesherrn zu Fürsten des Reiches. So wurde Salzburg gleichzeitig Fürsterzbischöfliche Haupt- und Residenzstadt. Um die städtebaulichen Zellen des Klosters von St. Peter und des Domes entwickelte sich die Bürgerstadt. 1280 wurde Salzburg erstmals ummauert. Das 15. Jahrhundert brachte durch den Handel – vor allem mit Venedig, Augsburg und Nürnberg – immensen Reichtum. Die Bürgerschaft wurde stolz. Sie versuchte Freie Reichsstadt zu werden, doch der Erzbischof ließ kurzerhand den gesamten Rat der Stadt zum Festmahl laden und festsetzen. Die Stadt, wie wir sie heute sehen, trägt unverkennbar das Signum des Erzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau. In barock-großzügigem Bauwillen und in Machtherrlichkeit ließ dieser Fürst mehr als fünfzig Häuser der engen gotischen Stadt niederreißen, um Platz

zu schaffen für die Fürstenstadt. Seine Verwandtschaft zu den Medici ließ ihn italienische Baukünstler nach Salzburg rufen, die der Stadt den Titel als „Deutsches Rom“ brachten, der Stadt also die bis heute unverkennbare Note aufprägten. Seine Nachfolger Markus Sittikus Graf von Hohenems und Paris Graf von Lodron festigten und vollendeten das Werk. Es war schließlich der Landesherr Johann Ernst Graf Thun, der den schöpferischen Baukünstler Johann Bernhard Fischer von Erlach nach Salzburg holte, um das Bild der barocken Stadt zu vollenden. Niemals erobert, in den Schrecken des Dreißigjährigen Krieges verschont, war es Napoleon, dessen Truppen im Jahr 1800 die Stadt besetzten. 1803 wurde das Erzstift säkularisiert, vorbei war der Traum des geistlichen Fürstentums. Vorübergehend Residenz eines Kurfürsten unter Ferdinand von Toskana, wurde – je nach Kriegslage – Salzburg bayerisch oder österreichisch, bis es 1816 nach dem Wiener Kongress endgültig an das Kaisertum Österreich fiel. Zuerst geringschätzig als Salzachkreis dem Lande Oberösterreich zugegliedert, gewann das Land doch wieder Profil, um schließlich als Herzogtum mit eigenem Landtag unter den österreichischen Ländern Fuß zu fassen.

Diese vielseitige Geschichte war für Salzburg kein Zufall und mag zur VIELFALT dieser schönen Stadt beigetragen haben.

Diese vielseitige Geschichte war für Salzburg kein Zufall und mag zur Vielfalt dieser schönen Stadt beigetragen haben. Und sie hat Bürger hervorgebracht, die sich dieser Vorzüge auch bewusst sind und das Wort „Salzburger“ mit sehr viel Selbstbewusstsein aussprechen. Dass der Dichter Georg Trakl seine Verherrlichung Salzburgs mit dem lapidaren Titel „Die schöne Stadt“ überschrieb, wurde als Selbstverständlichkeit hingenommen. Als man dem größten Sohn der Stadt, Mozart, ein Denkmal schaffen wollte, man schrieb das Jahr 1841, da schaute die Witwe des begnadeten Musikers von ihrem Wohnhaus noch den Arbeitern zu. Sie selbst erlebte die Aufstellung nicht mehr, aber sie sah wohl, wie die Menschen zusammenliefen, weil die Arbeiter beim Aushub für das Fundament plötzlich mit der Spitzhacke auf Widerstand gestoßen waren und bunte Steinchen umherflogen, die Teile eines Mosaiks waren.

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Text Prof. Dr. Karl Heinz Ritschel Illustration Myriam Heinzel

Sorgfältige Nachgrabung ergab ein römisches Mosaik mit einem Schriftband, auf dem auf weißem Grunde die dunkelfarbigen Buchstaben zu lesen waren „Hic habitat … nihil intret mali“. Diesen römischen Sinnspruch zu ergänzen, war nicht schwer, denn es fehlte nur das Wort „felicitas“. In Übersetzung lautet das also „Hier wohnt das Glück, nichts Böses trete ein“. Ausgerechnet dort, wo Mozart geehrt werden sollte, fand sich dieser Spruch, ein glückhafter Zufall, der ebenso gut als Schicksal ausgelegt werden kann.

So wie dieser Sinnspruch aus dem Verborgenen an das Licht trat, so ist Salzburg als Ganzes zu sehen: Es präsentiert sich glückhaft und

Du und ich – wir haben wohl Platz in dieser Stadt, sie unverlierbar in Besitz zu nehmen und, wenn wir wollen, in diesem Wirrwar von Gassen und Plätzen und von abertausenden Menschen, die aus aller Welt zusammenströmen, um sich hier ein Stelldichein zu geben – gerade hier allein zu sein. Nicht einer dahertrottenden Herde zu folgen, sondern allein eine Stadt zu erobern, die trotz der nach außen getragenen Lieblichkeit spröde ist. Sie erschließt sich nur dem, der es versteht, hinter die Fassade zu blicken, der eine Liebe zum Detail besitzt, der jung genug geblieben ist, um offenen Herzens zu schauen, zu staunen, zu erleben. Oh ja, sie schimpfen, sie nörgeln, sie kritisieren, aber wissen im Grunde das Erbe zu schätzen. Die Salzburger selbst wissen das: Es gibt so viele, denen das Staunen ein Leben lang geblieben ist.

SELBSTBEWUSST.

So wie dieser Sinnspruch aus dem Verborgenen an das Licht trat, so ist Salzburg als Ganzes zu sehen: Es präsentiert sich glückhaft und selbstbewusst. Es ist eine Eigenart, die Fürsten- wie Bürgerstadt gemeinsam ist. Nach außen tritt die solide, flächige Gestaltung der Fronten hervor, eine bewusste Schlichtheit, um sich nach innen zu entfalten, wie es die Paläste, Häuser und noch mehr die Höfe zeigen. Faszinierend ist dabei die Parallele zu Venedig am Endpunkt des Handelsweges der NordSüd-Achse. Beide Städte liegen an Ausgangspunkten bedeutender Verkehrswege, sind durch Handel groß geworden, sind durch einen langen schwierigen Weg verbunden und weisen ein Bürgertum auf, ein Patriziertum, das eifersüchtig darüber wachte, nicht weniger zu sein, aber nicht als mehr zu erscheinen als der Nachbar. So wie die venezianischen Palazzi aufgefädelt erscheinen, so galt das, wenngleich in kleinerem Maßstab, auch für die Salzburger Handelsherren, die die Häuser aneinanderreihten. In beiden Städten galt es, nach außen die Einfachheit zu betonen. Während aber in Venedig aus der Schicht der Patrizier die Herrschaftsgruppe herauswuchs, musste sie hier im Schatten eines mächtigen Kirchenherrn und Fürsten leben, dessen Macht sichtbar als Festungsbau über der Stadt drohte. Salzburg ist lebendiger Handelsplatz geblieben, die Stadt und ihre Bewohner sind sozusagen mit beiden Beinen der Wirklichkeit zugetan. Sie leben in keinem Museum, sie betrachten aber Althergebrachtes als kostbaren Besitz, den es zu bewahren gilt.

Prof. Dr. Karl Heinz RITSCHEL 1930 im Riesengebirge (Tschechoslowakei) geboren, kam Ritschel nach dem Zweiten Weltkrieg nach Wien. Er arbeitete bereits während der Schulzeit für diverse Zeitungen. Ab 1950 war er beruflich Journalist. Er studierte als Werkstudent Zeitungswissenschaft, Geschichte und Kunstgeschichte. 1959 wechselte er zu den Salzburger Nachrichten und wurde bereits 1964 Chefredakteur. Mehr als drei Jahrzehnte war er für die journalistische Ausrichtung der Zeitung verantwortlich. Noch heute verfasst er Texte mit großer Leidenschaft. Er ist Autor zahlreicher Bücher.


FORSTENLECHNER

am Mozartplatz zeigt die aktuelle Kollektion f체r den Herbst. Herrenjacken in Lammfell mit Strick채rmel, Hosen in Wintercotton und Cordsamt, Schals in Seide und Cashmere von HABSBURG.


Text Foto

Claudia Janka aus „Salzburg“ von Johannes Neuhardt und Wolfgang Straub, Imagno/Oskar Anrather; Kurosch Borhanian

BILDER, DIE GESCHICHTEN

FLUSSUFER Morgens reißt der Nebel über der Stadt langsam auf und legt den Blick auf das winterliche Salzburger Salzachufer frei. Als längster Fluss im Salzburger Land entspringt die Salzach im Pinzgau und mündet in den oberösterreichischen Inn.


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Ansichten

SCHREIBEN Salzburg hat viele Gesichter: Mozartstadt. Stadt der Festspiele. Das „Rom des Nordens“. Kulturhauptstadt. Universitätsstadt. Landeshauptstadt. Eine Stadt mit außerordentlich hoher Lebensqualität. Wie auf den folgenden Bildern SIEHT MAN SALZBURG SELTEN.

EXPONIERT Hoch oben thront die Festung Hohensalzburg im Nebel am Festungsberg. Das Wahrzeichen der Stadt ist mehr als 900 Jahre alt und auf mehreren schönen Wegen zu Fuß oder über die Festungsbahn erreichbar.

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Text Foto

Claudia Janka Martina Amann

HEILIGTUM Vom Salzburger M체llner Steg aus f채llt der Blick auf die ber체hmte Festung Hohensalzburg und die evangelische Christuskirche am rechten Salzachufer. Die Kirche im neugotischen Stil wurde 1867 erbaut.


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Ansichten

FLANIEREN An der Salzachpromenade entlangzuschlendern ist nicht nur f端r Salzburger, sondern auch f端r Besucher der Stadt eine besonders beeindruckende Erfahrung. In den fr端hen Morgenstunden inspiriert die einzigartige Stimmung zu Fotos wie diesen.

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Text Foto

Claudia Janka Kurosch Borhanian


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Ansichten

UMSICHT Auf der Spitze des Gaisbergs angekommen, liegt das faszinierende Salzburger Becken zu Füßen. Im Süden begrenzt der Untersberg die eiszeitlich geformte Landschaft, im Osten die Osterhorngruppe. Hier deutlich im Blick: der Watzmann zur Linken, der Untersberg in der Mitte thronend, der Hochstauffen zur Rechten. Insgesamt 59 Berge und Gletscher finden sich in Stadt und Land Salzburg.

Durch die Salzach wird Salzburg sichtbar in die linke und rechte Stadtseite unterteilt. Der Panoramablick erstreckt sich von der Alpenstraße über den Flughafen bis nach Liefering. Dazwischen liegen bezaubernde Stadtteile wie Parsch, Leopoldskron und Nonntal und im Stadtzentrum eine der berühmtesten Einkaufsstraßen der Welt: die Getreidegasse.

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Text Foto

Claudia Janka aus „Silent Space Salzburg“ von Jens Riecke

„DIE GEGENDEN UM KONSTANTINOPEL, NEAPEL UND SALZBURG HALTE ICH FÜR DIE DREI SCHÖNSTEN DER ERDE.“

Alexander Freiherr von Humboldt

ZWIEGESPALTEN Die Salzach trennt Salzburg in zwei Teile – das rechte Salzachufer, die geschichtsträchtige Altstadt, und das linke Salzachufer, den modernen, historisch gewachsenen Teil der Stadt. Im Hintergrund des Stadtgebiets ragen die sogenannten Inselberge hervor: der Mönchsberg, der Kapuzinerberg, der Rainberg, der Morzger Hügel und der Hellbrunner Berg.


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Ansichten

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Text Foto

Claudia Janka Kurosch Borhanian

VERKEHRSKNOTEN Südlicher Stadteingang: Der Dr.-Franz-Rehrl-Platz liegt im Stadtteil Äußerer Stein in der rechtsseitigen Altstadt – zwischen Salzach und Unfallkrankenhaus – und wird begrenzt von der Nonntaler Brücke, der Imbergstraße, dem Giselakai sowie der Bürglsteinstraße. Benannt wurde er nach dem ehemaligen verdienstvollen Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl, der unter anderem als Initiator der Straße auf den Gaisberg gilt.


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Ansichten

LICHTBLICK Nachts beleuchten tausende Lichter das Salzburger Becken. Am Aussichtspunkt der Gaisbergspitze auf 1.287 Höhenmetern genießen Erholungssuchende einen fabelhaften Ausblick. Die Spitze des Salzburger Hausbergs ist per Auto zu erreichen und zählt zu den wichtigsten Naherholungsgebieten in der Gegend.

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Text Foto

Claudia Janka aus „Silent Space Salzburg“ von Jens Riecke, Bernhard Geier

BILDUNGSZENTRUM Der Universitätsplatz in Salzburg ist einer der zentralen Plätze in der Altstadt. Zusammen mit der angrenzenden Universitätskirche bildete er früher den Garten der Benediktinerinnen. Heute findet dort täglich der Grünmarkt statt, auf dem regionale Spezialitäten sowie Obst und Gemüse gehandelt werden.


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Ansichten

DOMBLICK Der Pegasusbrunnen im weltberühmten Salzburger Mirabellgarten ist ein allseits beliebtes Fotomotiv – vor allem bei Hochzeiten, für welche die Hochzeitspaare auch gerne einmal aus dem Ausland anreisen. Das prächtige Pferd aus Bronze wurde von dem Innsbrucker Metall-Kunstgießer Kaspar Gras im Jahr 1661 hergestellt. Ursprünglich stand es am Kapitelplatz, erst 1913 wurde es an seinen heutigen Platz gestellt, von wo aus das Pferd direkt auf den Dom blickt.

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Text Foto

Claudia Janka aus „Silent Space Salzburg“ von Jens Riecke

ZU HOFE So menschenleer wie hier sieht man die Hofstallgasse selten. Sie ist Teil des Festspielbezirks, rund 100 Meter lang und verbindet den Max-Reinhardt-Platz mit dem Herbert-von-Karajan-Platz. Seit dem Mozartjahr 2006 ist der Asphalt in der Hofstallgasse goldfarben.


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Ansichten

PHILHARMONIE Das wichtigste Orchester der Salzburger Festspiele gab dieser Straße in der Salzburger Altstadt ihren Namen: Wiener-Philharmoniker-Gasse. Dies geschah in Anerkennung um deren Verdienste und anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Wiener Philharmoniker. Die Straße verbindet den Max-Reinhardt-Platz mit dem Universitätsplatz.

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Text Foto

Claudia Janka Fabian Lackner/www.tenneck.eu; aus „Salzburg“ von Johannes Neuhardt und Wolfgang Straub/Harry Weber

WELTRUHM Als viertgrößte Stadt Österreichs hat Salzburg viel zu bieten: Stadt der Festspiele, Mozarts Geburtsstadt, Kulturzentrum, Bildungszentrum und vieles mehr. Seit 1997 ist die Salzburger Altstadt offiziell UNESCO-Weltkulturerbe, wodurch sie erhöhten Schutz erhält. Die Begründung: „Monumenta semper sunt servanda.“ – „Das Kulturund Naturerbe der Welt muss erhalten bleiben.“


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Ansichten

GEBORGEN Hier findet jeder Zuflucht vor dem weltweit bekannten Salzburger „Schnürlregen“ – einem für die Stadt typischen Sprüh- oder Nieselregen. Vom Torbogen von Nonnberg fällt der Blick auf die Kuppel der Kajetanerkirche, die im Barockstil erbaut wurde. Sie findet sich am Kajetanerplatz im Kaiviertel im Süden der Altstadt.

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ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Ausgewählt

Seit rund 80 Jahren ERFREUT MAN SICH AN EINER Fahrt mit dem Fiaker DURCH SALZBURGS ALTEHRWÜRDIGE GASSEN.

EIN FLUG ÜBER MOZARTS HEIMAT

Text Claudia Dabringer, Claudia Janka Illustration iStock.com

Bewegt

GRUPPENERLEBNIS AUF DREI RÄDERN

Sehenswert: Salzburg aus der VogelWas an der Adria die überdachten perspektive. In wenigen Minuten ist man Tretmobile, sind in Salzburg die 2,5 Meter mit dem Kleinflugzeug in der Luft und fliegt langen und 1,8 Meter breiten Octopusse. Auf über die schönsten Plätze der Kulturhaupt- den „Tintenfisch“-Armen sitzen sechs Leute, stadt hinweg. Sagenhafte Panoramablicke! die gemeinsam in die Pedale treten.

Salzburgs schmale Gassen und großzügige Plätze zu erkunden, ist bei einem Stadtbesuch ein Muss. Am besten auf einem der folgenden Wege.

FLYMOZART! GERNOT FRITSCH

TOP BIKE SALZBURG

Sonnensiedlung 1 b, 5201 Seekirchen am Wallersee www.rundflug-salzburg.at

Steinbach 24, 5151 Nußdorf; Verleihstelle zwischen Staatsbrücke und Hanuschplatz; www.topbike.at

AUSBALANCIERT DURCH DIE ALTSTADT

SALZBURG FUSSFREI ENTDECKEN

FAHRRAD-TRIP DURCH SALZBURG

DER FIAKER, EINE SALZBURGER INSTITUTION

Auf eine Plattform steigen, Helm aufsetzen. Mit einem Segway kommt man in jedes Durchhaus und Gässchen. Mit bis zu 20 Stundenkilometern bewegt sich der Ein-PersonenTransporter durch Salzburg.

Rikschas in Salzburg? Ein Vergnügen! Nicht nur, dass man alle Sehenswürdig­ keiten charmant erklärt bekommt –  das Flair der Stadt überwältigt einen, während man „in der ersten Reihe“ sitzt. Funktioniert auch als Taxi!

Aufsatteln und entdecken – Salzburg ist als eine der fahrradfreundlichsten Städte Österreichs für Pedalexplorer ein Genuss. 170 Kilometer an Radwegen fordern Körper wie Geist und eröffnen hier und da auch bisher unentdeckte Ausblicke.

Die Hufe klappern auf dem Pflaster, während der Kutscher auf die Sehenswürdigkeiten der Stadt hinweist. Früher offiziell nur den Salzburger Erzbischöfen vorbehalten, ist eine Stadtrundfahrt im Fiaker heute bei jedermann beliebt.

SEGWAY TOURS

RIKSCHATOURS SALZBURG

CITYBIKE

FIAKER FRANZ WINTER

Wolf-Dietrich-Straße 3, 5020 Salzburg www.segway-salzburg.at

Wasserfeldstr. 13, Standplätze Residenzplatz und Makartplatz, 5020 Salzburg; www.rikschatours.at

Ferdinand-Hanusch-Platz, 5020 Salzburg www.citybikesalzburg.at

Kugelhofstr. 20/2, Standplatz Residenzplatz, 5020 Salzburg; www.fiaker-salzburg.at

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Cay Bubendorfer Halle 1

GESCHICHTE FÜR MORGEN Die mächtigen Erzbischöfe haben seinerzeit ihre Stadt-Erneuerung ohne Rücksicht auf die Historie durchgezogen – und aus dem mittelalterlichen Salzburg ein barockes GESAMTKUNSTWERK gemacht. Wer hier und heute für die Zukunft baut, braucht Fingerspitzengefühl und MUT zur Größe.


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Modernes Salzburg

PERRON. Heinz Lang und Gerhard Sailer, gemeinsam als Salzburger Architekturbüro Halle 1 bekannt, sind in Salzburg schon mit einigen preisgekrönten Bauwerken präsent. Im Auftrag der Firma Bodner planen sie derzeit das Projekt „Perron“ – einen schlanken Hotelturm als pointiertes Gegenüber zum Hotel Europa aus den 1950er Jahren, an den sich ein flacheres Gebäude mit Boulevard in Richtung Bahnhof anfügt. Wie sich das Wohnen im „Perron“ mit seiner eleganten, lebendig-transparanten Fassade anfühlen wird, lässt sich bereits jetzt erkunden: Am künftigen Standort findet sich ein Hotelzimmer-Prototyp in Originalgröße. Den Blick vom Restaurant im Dachgeschoss muss man sich derzeit noch vorstellen – er dürfte allerdings beeindruckend ausfallen.

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Cay Bubendorfer aus „Silent Space Salzburg“ von Jens Riecke, Taufik Kenan, Berlin/kadawittfeldarchitektur

UNIPARK NONNTAL. Der Campus der Geisteswissenschaftlichen Fakultät liegt als markanter Solitär an der Schnittstelle zwischen Altstadt und den südlichen grünen Stadtteilen. Die Architekten Storch Ehlers & Partner aus Hannover haben hier mit einem transparenten Gebäude internationale Standards für eine im Wortsinn offene Universität gesetzt: Unterm und rund um das Haus sind neue Wege und Grünräume zwischen Zentrum und Nonntal entstanden. Das Hörsaalzentrum bildet die Basis, die Bibliothek einen introvertierten Kern, der über alle Geschosse bis zur Dachterrasse reicht. Und hier, im öffentlich zugänglichen Café, kommt man aus dem Schauen nicht heraus: Blick auf die gegenüber liegende Festung, ins Gebirge und auf die Stadtberge, über die Kuppeln der Altstadt.


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Modernes Salzburg

HAUPTBAHNHOF. Der Salzburger Hauptbahnhof zählt mit täglich 25.000 Fahrgästen zu den am meisten frequentierten Verkehrsknoten Österreichs. Gebäude und Gleisanlagen wurden ab 2008 bei laufendem Betrieb nach Plänen von kadawittfeldarchitektur zu einem einzigartigen Ensemble umgebaut. Die behutsam restaurierte historische Dachkonstruktion an den Bahnsteigen der ehemaligen „Kaiserin-Elisabeth-Bahn“ fügt sich symbiotisch in eine hochmoderne „geflügelte“ Dachlandschaft ein; genauso stimmig ist die Verbindung zwischen Jugendstilhalle und modernen Passagen, die den Bahnhof nun nach drei Seiten mit der Stadt verbinden – bis Sommer 2014 soll der Umbau abgeschlossen sein. Für die gelungene Verknüpfung von historischer Substanz und moderner Architektur gab es bereits mehrere Auszeichnungen, darunter den „Staatspreis Design“.

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Cay Bubendorfer Michael Hierner, PRISMA/Nill

RATHAUS. Von prachtvoller Rokoko-Seite und mit dem markanten Uhrturm präsentiert sich das Rathaus zum Salzachufer hin. Im Inneren offenbart das Haus seine 800 Jahre alte Bauhistorie, vom mittelalterlich trutzigen Turm mit angebauten Wohngebäuden bis zum selbstbewussten Sitz der gewählten Bürgervertretung. Mit der jüngsten Restaurierung ist auch das 21. Jahrhundert eingezogen – und verbindet sich formidabel mit den verschränkten Elementen aller vorangegangenen Epochen. Die Architekten Max Rieder und Erich Wagner haben mit einer gläsernen Kuppel über dem Innenhof für Licht und durch eine sich mehrfach kreuzende Reling-Treppe für spektakuläre Ansichten gesorgt. Für neue Offenheit sorgt auch die Passage vom Salzachkai bis zur Getreidegasse, die ebenso sinnfällig wie schön mit einem Konglomerat aus Salzachkieseln gepflastert wurde. Im Sitzungssaal im zweiten Stock tagt nach wie vor der Gemeinderat der Stadt, alteingesessene Geschäfte, etwa der legendäre „Knopferlmayer“, und weltläufige Unternehmen wie Hugo Boss und Starkoch Alfons Schuhbeck beleben das Erdgeschoss.


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Modernes Salzburg

STADTWERK. Der dicht besiedelte Stadtteil Lehen verändert sein Gesicht. Beginnend mit der Eröffnung der neuen Stadtbibliothek mit ihrer spektakulären Panoramabar vor fünf Jahren, entwickelt sich das Viertel in Richtung Zukunft. Ein zentrales Projekt ist das Stadtwerk, ein eben entstehendes urbanes Quartier mit Wohnungen, Büros und Geschäften auf der einen Seite und einem Competence Park für Creative Industries, Life Sciences und Bildungseinrichtungen auf der anderen Seite. Die Paracelsus Medizin Universität hat hier ihr neues Zentrum, dazu gibt’s ein Studentenheim. Fortbildung bieten die Volkshochschule und das Zentrum für Erwachsenenbildung, mit der zeitgenössischen Stadtgalerie und dem renommierten Fotohof ist auch die Kunst eingezogen. Für die ganzheitliche Planung der Architekturplattform transparadiso gab es den Otto-WagnerStädtebaupreis.

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Cay Bubendorfer Volker Wortmeyer

GUSSWERK. Fast hundert Jahre lang fertigte das Traditionsunternehmen Oberascher im Gusswerk große Glocken für ganz Europa. Inzwischen hat die Kreativindustrie das Areal mit dem diskreten Charme der Industrie übernommen – im gekonnten Mix von Mode, Events und Loft-Büros. Mit der jüngsten Erweiterung setzte das eingespielte Architektenteam der sensiblen Umstrukturierung von 2008 nun ein preisgekröntes Sahnehäubchen auf: Nach Plänen von LP architektur, hobby a., CS-architektur und strobl architekten entstanden im gestuften Gelände acht Türme, über eine gemeinsame Sockelzone, Innenhöfe und Vorplätze verbunden. Transluzente Fassaden aus Polycarbonat sorgen für perfekte Belichtung in den Ausstellungsund Büroräumen. Der opake Charakter weicht mit dem Tageslicht und verleiht den von innen beleuchteten Räumen poetische Leichtigkeit und Eleganz.


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Modernes Salzburg

ERZBISCHÖFLICHES PALAIS. Mitten in der Salzburger Bischofsstadt, am Kapitelplatz, wurden um 1690 zwei Kanonikalhöfe zusammengelegt und damit zu einem stattlichen Gebäude erweitert. Rund 200 Jahre später erhielt das Palais mit einer frühhistorischen Fassade und mehr als hundert Fenstern seinen fürstlichen Feinschliff und dient seither als Residenz der Erzbischöfe von Salzburg. Wo früher Hufgeklapper und das Rattern von Kutschenrädern zu hören war und später motorisierte Karossen parkten, strahlen neuerdings drei zentrale Gewölbehallen in neuem Glanz: Aus den Durchfahrten von ehedem ist nach aufwendiger Restaurierung ein helles, großzügiges Entree geworden, das Gäste zu Gesprächen, Begegnungen und Vorträgen im daneben liegenden RupertusSaal mit „offenen Armen“ in Empfang nimmt.

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WISSEN VON MORGEN IM SALZBURG CONGRESS BEGEBEN SICH INTERNATIONALE KONGRESSTEILNEHMER AUF WISSENSREISE. DAS MULTI-FUNKTIONALE HAUS UND SEIN ENGAGIERTES TEAM SCHAFFEN DIE IDEALEN VORAUSSETZUNGEN DAFÜR. Text: Franziska Lipp; Fotos: Tourismus Salzburg GmbH

Salzburg Congress | Auerspergstraße 6 | 5020 Salzburg | T 0043 662 889870 | www.salzburgcongress.at


SALZBURG CONGRESS Rot, eindrucksvoll und eigenwillig – der größte Saal im Salzburg Congress ist bereits durch die lichte Fassade erkennbar. Einem mächtigen Schiffsrumpf nachempfunden, ist der Europasaal mit einem Fassungsvermögen von über 1.300 Personen ein architektonisches Meisterwerk, das Kongressteilnehmer und Veranstalter auf eine ferne Wissensreise mitzunehmen scheint: Neue Horizonte eröffnend, bislang unbekannte Sichtweisen und Forschungsergebnisse erkundend. Tatsächlich aber liegt dieses Schiff seit über 13 Jahren sicher im Hafen: Denn die Reise unternehmen jene, die die Vorzüge von Salzburg Congress als Veranstaltungsort für sich entdeckt haben. Das Haus am Mirabellplatz hat sich in der Vergangenheit einen hervorragenden Ruf unter internationalen Kongressveranstaltern erworben. MIT HIRN UND HERZ Im Salzburg Congress treffen sich im Rahmen von Kongressen renommierte Wissenschaftler aus der ganzen Welt, die Salzburg als Stadt sehr schätzen, aber auch das Team, das sich engagiert um die Anliegen aller Kunden kümmert. Vom Salesmanager bis hin zum Lichttechniker setzt jeder hier alle Hebel in Bewegung, um Kundenwünsche zu erfüllen. Als ehrgeizig und leidenschaftlich bezeichnet sich das 17-köpfige Team rund um Bert Brugger, Geschäftsführer Tourismus Salzburg GmbH / Salzburg Congress: Die Stammmannschaft ist seit Jahren dieselbe. Viele sind seit der Eröffnung des Hauses mit an Bord. „Auch das gilt als sicheres Zeichen für den Erfolg von Salzburg Congress – diese geringe,

kaum vorhandene Fluktuation“, betont Bert Brugger. „Sowohl das Team als auch das Haus sind extrem flexibel. Das schätzen unsere Kunden sehr. Hier sind alle mit Hirn und Herz am Werk.“ INTERNATIONALE KONGRESSE Leidenschaft erzeugt positive Kundenresonanz – darüber sind sich bei Salzburg Congress alle einig. „Die moderne Architektur des Hauses ist die Hülle für einen sich ständig wandelnden Inhalt“, reflektiert Bert Brugger. „Für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeutet das, sich permanent auf neue Themen, Anforderungen und Anliegen einzustellen. Salzburg Congress bietet den Rahmen für Veranstaltungen

unterschiedlichster Art und leistet damit einen wichtigen Beitrag für den Wissenschaftsstandort Salzburg.“ Professionalität, Flexibilität, viel Erfahrung und höchstes Engagement sind in Salzburg Congress nicht Teil einer abstrakten Unternehmensphilosophie, sondern täglich gelebtes Business. Kundenbeziehungen, aber auch die Zusammenarbeit mit Partnern, sind von gegenseitigem Respekt geprägt. „Potenzielle Veranstalter treffen hier in Salzburg auf ein Team und auf einen Ort, der von Leidenschaft geprägt ist“, so Bert Brugger. „So haben wir es auch in die Riege der europäischen Top-Adressen für Kongresse und Events geschafft. Und diesen Erfolgskurs behalten wir bei.“


„DIE SCHÖNHEIT DES GARTENS ZU TEILEN, IST ETWAS SEHR FRANZISKANISCHES.“ Im Klostergarten der Franziskaner haben Künstler die Möglichkeit, ihre Werke auszustellen.

Bruder Beda bietet ihnen hier eine einzigartige Plattform.


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Feuilleton

DIE KL AUSEN DER STADT Salzburgs Klöster öffnen ihre Pforten immer häufiger, um dort Begegnung zu ermöglichen. Doch ihre Gärten betrachten sie nach wie vor als REFUGIUM für die ORDENSLEUTE. Ein Einblick in klostereigene Rückzugsorte, die der Öffentlichkeit normalerweise VERBORGEN BLEIBEN. Text und Bild

C

laustrum – jenes Wort, aus dem sich das heutige „Kloster“ ableitet – bedeutet „verschlossener Ort“. Und auch wenn manche Orden ihre Häuser inzwischen immer wieder öffnen, um Schätze zu zeigen, Wissen zu vermitteln oder/und Ruhe zu spenden, betrachten sie ihre Gärten als ihr ganz persönliches Refugium. Hin und wieder allerdings gewähren sie Einblicke, etwa beim Tag der offenen Gartentüre.

Im Franziskanerkloster sitzt man unter Apfelbäumen an schön gedeckten Tischen, probiert selbstgemachte Kuchen und Sirupe, kommt ins Gespräch. Miteinander, aber auch mit den Mönchen. Ein besonders engagierter ist Bruder Beda. Seine Hingabe gilt den Armen, den Künstlern und dem Garten, durch den er mit bescheidener Aufmerksamkeit führt. Mit sanfter Stimme erzählt er Geschichten, etwa wie das Relief von Franziskus und Clara an der Mauer entstanden ist und wie er plötzlich ein Lächeln auf den Lippen der Heiligen entdeckte. „Die Schönheit des Gartens zu teilen, ist etwas sehr Franziskanisches“, sagt er. Sehr offen gehen auch die Pallottiner am Mönchsberg mit ihrem Garten um. Eher einem kleinen Park inmitten der Mauern des Johannesschlössls ähnelnd, ist der Umgang mit der Natur sehr entspannt. Was sich ansiedelt, wird willkommen geheißen. Und das gilt auch für die Menschen. Früher Priesterseminaristen, heute Studenten, Ruhesuchende und Wissensdurstige finden in Direktorin Ursula Schock wohltuende Gastfreundlichkeit und in Rektor Pater Alois Schwarzfischer eine nahezu unversiegbare Quelle des Wissens über die Sehenswürdigkeiten der zu Füßen liegenden Stadt. Viele Gäste kommen wieder, nehmen unter der

Claudia Dabringer

Sonnenuhr und dem Spruch „Tua Lux Mea Lex“ („Dein Licht ist mein Gesetz“) Platz, hören den schwarzen Rindern auf der angrenzenden Wiese beim Grasen zu und spüren den Wind durch die Kastanien fahren. Dass die Kapuziner auf dem gleichnamigen Stadtberg einen Garten haben könnten, fällt niemandem ein, der vor der Pforte des Klosters steht. Doch gleich dahinter, mit einem prachtvollen Ausblick auf Altstadt und Festung beschenkt, liegt das Reich von Bruder Norbert. Der gebürtige Schweizer und gelernte Tischler ringt dem kargen Felsen Stück für Stück ab und legt Plätze für Weinstöcke und Pfirsichbäume an. Es ginge immer noch mehr, doch die Kraft dafür will gut eingeteilt werden. Anfangs hatte er die „Rolle“ des Gärtners nur übergangsweise übernommen; inzwischen hegt er das Fleckchen Erde schon das fünfte Jahr. „Mir gefällt die Arbeit für die Gemeinschaft, und ich freue mich auf jeden Frühling“, sagt er. Nur selten gibt die Gemeinschaft der Benediktiner der Erzabtei Sankt Peter einen Blick auf ihren Garten frei. „Er gehört den Mönchen, zum Lesen, zum Gehen und Nachdenken“, sagt Prior Pater Virgil. Von jedem Punkt des romanischen Kreuzganges hat man einen anderen Blick auf die Obstbäume, den Delphinbrunnen oder die blühenden Rosen. Kein weltliches Geräusch dringt durch und über die Mauern. Die Ausnahme: „Den Salzburger Stier hören wir recht gut.“ Die Orgel auf der Festung „brüllt“ um 7, 11 und 18 Uhr. Nicht selten zückt Pater Virgil sein Smartphone, um unbeschreibliche Stimmungen, etwa bei einem drohenden Gewitter über der Festung, selbst einzufangen. „Für uns ist die Natur gut und gleichzeitig ein Gut, für das wir Verantwortung tragen“, so Pater Virgil.

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Jeanette Fuchs Andreas Kolarik, Hotels

SPITZEN

HOTELLERIE

Umgeben von alter Tradition, modernem Design oder familiärer Atmosphäre:

Wer in Salzburg gastiert, muss wählen. Und jede einzelne Wahl hat ihre ganz speziellen VorzÜge.

IM AUFTRAG DER KUNST Arthotel Blaue Gans

Getreidegasse 41-43, 5020 Salzburg www.blauegans.at

DIE KUNST ERLAUBT VIELES. Tradition, Innovation und Veränderung. Seinen unkonventionellen Ideen lässt Andreas Gfrerer im Arthotel Blaue Gans freien Lauf. Zuletzt bei der Einrichtung einer Weinbar im Kellergewölbe aus dem 14. Jahrhundert, in der ein großformatiges Kunstwerk und ein gläserner Weinschrank um die Aufmerksamkeit des Betrachters buhlen. In zwölf Zimmern ließ man den historischen Baubestand mit modernen Strukturen verschmelzen. Dunkle Eichenholzböden treffen auf skulpturale Wandverbauten und reduziertes Möbeldesign. Ein Hotel von der Stange ist die Blaue Gans wahrlich nicht, vielmehr ein charaktervolles Refugium für Individualisten.


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Hotels

URBANES HIDEAWAY Hotel & Villa Auersperg

Auerspergstraße 61, 5020 Salzbug www.auersperg.at

SEIT DREI GENERATIONEN in Familienbesitz,

ist das Hotel Auersperg ein kleines, feines Stadthotel, in dem man das Ankommen wörtlich nimmt. Schon in der Lobby verströmen besondere Details ihren Charme. Modernes Design und Antikes üben sich in Harmonie, so könnte man nur darüber streiten, welcher Platz der schönste ist. Für Frühaufsteher mag es das Dachterrassen-Spa und mittwochs das dort ausgetragene Yoga sein. Für Genießer der lichtdurchflutete Frühstücksraum, in dem biologische Produkte und ayurvedische Köstlichkeiten kredenzt werden. Für Naturliebhaber die Gartenoase, in der man selbst in Stadtnähe ruhevolle Rückzugsmomente findet.

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MEETINGPOINT MIT AUSSICHT Sheraton Salzburg Hotel

Auerspergstraße 4, 5020 Salzburg www.sheratonsalzburg.com

FÜNF STERNE und vier Tagungsräume machen das Sheraton Salzburg Hotel zum idealen Businesstreffpunkt. Auch die Lage in der Nähe des Kongresshauses mag Geschäftsleuten gelegen kommen. Möchte man nach langen Meetings Kraft tanken, trifft man im Hotel auf ein ganzheitliches Trainingskonzept, das neben Fitnesscenter, Sauna und Dampfbad auch die optimale Ernährung mit farblich gekennzeichneten Speisen einbezieht. Die Zimmer sind der Entspannung und der ungestörten Arbeit gewidmet. In den luxuriösen Sky-Suiten sowie in der Penthouse-Suite genießen Gäste Ausblicke von privaten Panoramaterrassen und haben Zugang zur Sheraton Club Lounge.


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Hotels

SIEBEN JAHRE dauerte die gesamte Umbauphase, sieben Monate der finale

LUXUS ERFINDET SICH NEU Hotel Sacher Salzburg

Schwarzstraße 5–7, 5020 Salzburg www.sacher.com

Renovierungsabschnitt. Seit April 2014 erstrahlen alle Zimmer und Suiten mit Blick auf die Salzach im Hotel Sacher Salzburg in neuem Glanz. Tradition und Moderne bringt man an der ersten Adresse der österreichischen Luxushotellerie mit Original-Kunstwerken an den Wänden und modernster Hightech-Ausstattung auf einen Nenner. Neue Farbwelten wurden kreiert, Parkettböden verlegt und die Badezimmer zu Wohlfühlzonen verwandelt. Auf den typischen Sacher-Charme treffen Reisende aus aller Welt auch im neu gestalteten Wintergarten sowie auf der Terrasse mit Salzachblick.

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„MAN VERSEHE MICH MIT LUXUS, AUF ALLES NOTWENDIGE KANN ICH VERZICHTEN.“

Oscar Wilde ALTEHRWÜRDIG MODERN Hotel Schloss Mönchstein*****s

„Altes erhalten, Neues gestalten“ lautete der Grundsatz für die acht Monate andauernden Modernisierungs- und Erweiterungsmaßnahmen im Hotel Schloss Mönchstein. Nun ist wieder Ruhe eingekehrt, im Mai war der Umbau abgeschlossen. Das Hotel Schloss Mönchstein besticht durch seine außergewöhnliche Lage und das historische Gebäude. Der neu angelegte Infinity-Pool und der Whirlpool im Grünen runden das exzellente Angebot ab. Auch der „Mönchstein Saal“, ein multifunktionaler Veranstaltungsraum, ist neu – er wurde unterhalb des Hotels in den Fels geschlagen. Schloss Mönchstein: ein einzigartiger Mix aus Stadtflair und Wellness-Oase. Mönchsberg Park 26, 5020 Salzburg, www.monchstein.at

MAJESTÄTISCHE RESIDENZ Hotel Schloss Leopoldskron

Das Schloss Leopoldskron ist ein diskreter Rückzugsort für anspruchsvolle Gäste. Der Meierhof, in dem einst der Schlossverwalter wohnte, beherbergt seit Jahresbeginn moderne Boutique-Zimmer. In den prunkvollen Schloss-Suiten trifft man auf Antiquitäten aus der Biedermeierzeit. Die vom Küchenchef zusammengestellten Picknick-Körbe sind für Ausflüge ebenso gefragt wie für das Stationentheater „Shakespeare im Park“, das an festgelegten Sommerterminen in Zusammenarbeit mit dem Salzburger Landestheater im Schlosspark stattfindet. Für den monatlichen Schlossbrunch reservieren Gäste ihren Platz im Marmorsaal oder auf der Terrasse. Leopoldskronstraße 56–68, 5020 Salzburg, www.schloss-leopoldskron.com

BOUTIQUEHOTEL FÜR JEDERMANN Boutiquehotel am Dom

Ein 800 Jahre altes Haus in der Goldgasse bildet den Rahmen für 15 individuell eingerichtete Zimmer im Boutiquehotel am Dom. Eröffnet hat es Josef Klingler 2009 mit dem Anspruch, den Charme eines Altbaus mit dem Komfort eines Designerhotels zu vereinen. Holzbalkendecken und Steintreppen blieben erhalten und verschmelzen mit geradlinigem Interieur zu einem neuen Ganzen. Die Zimmer sind Berühmtheiten wie Wolfgang Amadeus Mozart oder Sissi-Darstellerin Romy Schneider gewidmet. Auch „Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ ist vertreten. Auf den Dom blickt man von der sechsten Etage, bis zur Jedermann-Bühne sind es nur ein paar Schritte. Goldgasse 17, 5020 Salzburg, www.hotelamdom.at


ARCHITEK TUR . LANDSCHAFT

Hotels

SALZBURG FÜR VERLIEBTE Wolf-Dietrich Altstadthotel

Familiäre Atmosphäre und ein Hauch von Romantik schwebt über dem Altstadthotel Wolf-Dietrich. Das Hotel ist die erste Adresse für Verliebte, die ihre Zweisamkeit in heimeligen Zimmern genießen. Freistehende Badewannen sind der Blickfang in den Romantik-Suiten, die im klassisch-modernen Stil eingerichtet sind oder die Mozartopern Papageno und die Zauberflöte zum Thema haben. Tipps für Entdeckungen fernab bekannter Sehenswürdigkeiten bekommen die Gäste von den Mitarbeitern. Später führt der Weg in die Café-Lounge zu Kaffee, Tee und hausgemachten Kuchen. Einen erholsamen Tagesausklang verspricht das Hotelspa mit Hallenbad, Sauna und Dampfbad. Wolf-Dietrich-Straße 7, 5020 Salzburg, www.salzburg-hotel.at

HOTEL MIT GESCHICHTE(N) Hotel Goldener Hirsch

Der Goldene Hirsch vereint gehobenen Landhausstil mit gepflegtem Luxus. Schon bei der Hoteltür beginnt die romantische Zeitreise ins fünfzehnte Jahrhundert. In den Zimmern trifft man auf alte Schustertische, in der Lobby und in der Hirschen-Bar auf originale Melkschemel. Das haubengekrönte Restaurant ist eine ehemalige Hufschmiede und das Restaurant s’Herzl war anno dazumal ein Kohlenkeller. Das hauseigene Dessert heißt „Rigo Jancsi“, der Hauscocktail „Susanne“. Nichts, zu dem sich im Hirschen nicht eine eigene Geschichte erzählen ließe. Von Mitarbeitern, Stammgästen oder der Festspiel-Gesellschaft, die sich alljährlich einfindet. Getreidegasse 37, 5020 Salzburg, www.goldenerhirsch.com

FERNAB DES MAINSTREAMS Hotel Markus Sittikus

Seit 1993 in den Händen von Familie Sigl, erstrahlt das Hotel Markus Sittikus nach seiner zweiten Revitalisierungsphase in neuem Glanz. Wo moderne Stilelemente auf authentisches Altbauflair treffen, sorgen warme Farben und edle Stoffe für harmonische Atmosphäre. Die Einrichtung trägt die Handschrift von Anna Sunshine Sigl, die bereits in der Villa Carlton, dem Schwesternhotel des Markus Sittikus, Feingespür für ausgefallene Details fernab von standardisierten Einrichtungskonzepten bewies. Das Highlight sind die individuellen Themenzimmer. So checken Gäste beispielsweise im Blütenzimmer oder im Sound of Music-Zimmer ein. Markus-Sittikus-Straße 20, 5020 Salzburg, www.markus-sittikus.at

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LOGENPLATZ AN DER SALZACH Austria Trend Hotel Altstadt Radisson Blu

Die mittelalterlichen Holzdecken, Stuckverzierungen und antiken Gemälde zeugen von der langen Geschichte eines der ältesten Gebäude Salzburgs, in dem das Austria Trend Hotel Altstadt Radisson Blu beheimatet ist. Unter dem denkmalgeschützten Gewölbe schlägt das neu gestaltete Café Altstadt mit silbernen Tischen und gepolstertem Leder die Brücke zum modernen Zeitgeist. Im Restaurant Symphonie, von Gault Millau kürzlich mit einer Haube ausgezeichnet, speist man mit Blick auf die Salzach. Feiern werden im Wintergarten ausgetragen, Tagungen im Renaissancesaal. Ein besonderer Logenplatz ist die Kaisersuite, die über den Dächern der Altstadt thront. Judengasse 15, 5020 Salzburg, www.austria-trend.at/Hotel-Altstadt-Salzburg

DESIGN MIT BODENHAFTUNG Motel One Salzburg-Mirabell

Mit funktionalen Zimmern und modernem Interieur folgt die Low-BudgetDesign-Hotelgruppe Motel One auch am Salzachufer ihrem bewährten Konzept. Mozart und seine Geburtsstadt sind das übergreifende Designthema des 119 Zimmer umfassenden Hotels. Ein großes Porträt des Komponisten hinter der Rezeption begrüßt die Gäste. In der One Lounge klingt das bürgerliche Salzburg der Mozartzeit in gemütlichen Ledersesseln und Sofas an. Als Pendant dazu repräsentieren nachhaltig produzierte Stühle und Bänke aus Holz, „Watzmänner“ genannt, den bodenständigen Charme Salzburgs. Den besten Ausblick über die Stadt versprechen die Dachterrassenzimmer. Elisabethkai 58–60, 5020 Salzburg, www.motel-one.com

EIN ZUHAUSE AUF ZEIT Amadeo Hotel Schaffenrath

Auf der Suche nach der Leichtigkeit des Seins führt der Weg ins Amadeo Hotel, das seine lichtdurchfluteten Räume den großen Glasfronten und der offenen Lage in der goldenen Mitte zwischen Altstadt und Schloss Hellbrunn verdankt. Um das Wohl der Gäste kümmert sich Familie Schaffenrath. Es sind Geschäftsreisende, Sportler oder Künstler, die den Puls der Stadt fühlen möchten, ohne dabei die Natur aus den Augen zu verlieren. So mancher Gast bleibt länger und findet in den hoteleigenen Appartements ein temporäres Zuhause. Im Restaurant werden Gerichte aus regionalen Produkten kredenzt, die Kräuter holen die Köche aus dem Hotelgarten im Innenhof. Alpenstraße 115-117, 5020 Salzburg, www.amadeohotel.at


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CONTENTS

Kunst . K U L T U R

Abbildung

Copyright Robert Longo, Courtesy Galerie Thaddaeus Ropac Paris Salzburg

„LIEBE AUF DEN ERSTEN BLICK GIBT ES AUCH BEI BILDERN: SCHAUEN, VERSTUMMEN UND DANN IMMER BEI SICH HABEN.“

Stephanie Hess, Leiterin Galerie Lumas Salzburg

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Frauen im FOKUS

80

Bibliophil

Frauen sorgen für andere Perspektiven in

Prachtvoll. Geschichtsträchtig. Und hin und wieder

Salzburgs Kunst- und Kulturszene

auch etwas im Verborgenen: Salzburgs Bibliotheken

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KUNST statt KAMPF

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NIEDERSCHRIFT

Salzburger Sommerfestspiele 2014:

Bewegende Bücher über Salzburg, Salzburger

45 Tage Festival von Welt für die Welt

und deren schönste Zufluchtsorte

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Kunst und Kultur – REVUE

87

LeseLUST

Wo Kunst und Kultur in Salzburg

Klemens Renoldner über das Glück

die stärksten Stücke spielen

in der Bibliothek von Reno

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Text Foto

Cay Bubendorfer Chris Rogl, Johannes Gierlinger

GROSSE FRAUEN VOR ORT Musen mögen ja schön und gut sein. In der Salzburger Kunst- und Kulturszene stehen Frauen besser in der ersten Reihe. Und sorgen für andere Perspektiven.

BARBARA HEUBERGER Leiterin Marionettentheater

MAGIE UND FANTASIE. Ihre Doktorarbeit hat Barbara Heuberger in Molekularbiologie geschrieben. Die Verbindung zur Kunst liegt für sie aber auf der Hand: Für Experimente braucht man genauso viel Fantasie wie für die Leitung des weltberühmten Marionettentheaters. Seit 1999 führt sie die Geschäfte, nach dem Tod von Prinzipalin Gretl Aicher kurz vor den 100-Jahr-Festlichkeiten hat sie die Gesamtleitung übernommen und wurde zur Hüterin von hunderten Puppen und dem international besetzten Ensemble mit neun Spielern, das jedes Jahr vier Monate von Qatar bis New York durch die Welt tourt. Querdenken schütze vor der Gefahr des Verstaubens, meint Barbara Heuberger. Deshalb stehen die Puppen neuerdings auch gemeinsam mit „großen“ Schauspielern auf der Bühne, besuchen Schulkinder und studieren eine neue „Zauberflöte“ ein.


K U N ST . K U LTU R

Große Leute

„PUPPEN SIND BEMALTE SEELEN. IHRE MAGIE MUSS BERÜHREN.“

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FOKUS MUSEUM. Generali Foundation in Wien, MoMA New York, Museum der Moderne Salzburg.

SABINE BREITWIESER Direktorin Museum der Moderne

Museumsdirektorin Sabine Breitwieser bringt einen weiten Horizont auf den Mönchsberg mit. Den Fokus ihrer Arbeit hat sie beim Antritt im September 2013 klar formuliert: Das Haus für neue Inhalte, Regionen und Medien öffnen und nachhaltige Forschungsprojekte generieren, um Rang und Namen im internationalen Museumsgeschehen zu erreichen. Wie das konkret zustande kommt, lässt sich diesen Sommer in der Themenausstellung „Kunst-Geschichten“ und der parallelen Retrospektive auf das Werk der „Bewegungskünstlerin“ Simone Forti sehen. Und nicht zuletzt in der Ausstellung „Proudly Presenting“, mit der erstmals die renommierte Sammlung Generali Foundation an ihrem brandneuen Standort im MdM präsentiert wird.


K U N ST . K U LTU R

Große Leute

„LESEN IST EIN EINSAMES GESCHÄFT, GENAU WIE DAS SCHREIBEN. ICH WILL, DASS MENSCHEN LITERATUR IM GESPRÄCH TEILEN KÖNNEN.“

DIE WELT LESEN. Als Kind hat sich Christa Gürtler durch die ganze Bücherei gelesen, als junge Frau dann

CHRISTA GÜRTLER Leitungsteam Literaturfest

doch nicht Psychologie, sondern Germanistik und Kunstgeschichte studiert. Nicht das Schreiben, sondern die kritische Analyse und die Vermittlung von Literatur an ein möglichst breites Publikum stehen heute im Mittelpunkt all ihrer Aktivitäten: als Literaturwissenschaftlerin und Lektorin an der Uni Salzburg, Herausgeberin der weithin anerkannten Literaturzeitschrift SALZ, Leiterin des Literaturvereins Leselampe und natürlich im Leitungsteam des Salzburger Literaturfestes, gemeinsam mit Klaus Seufer-Wasserthal, Chef der Rupertusbuchhandlung, und Verleger Jochen Jung. Auf Anhieb ist es damit gelungen, die Sprache zum Fest zu machen – in einer Stadt, die traditionell von Musik dominiert ist, zugleich aber eine ungewöhnliche Dichte von hochkarätigen Verlagen, Schriftstellerinnen und Schriftstellern aufweist.

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„JEDES WERK MUSS MAN IMMER WIEDER NEU DENKEN. ES MUSS HIER UND JETZT LEBEN.“

SO KLINGT ENERGIE. Frauen am Dirigentenpult sind noch immer die Ausnahme. Mirga Gražinyté-Tyla

MIRGA GRAŽINYTÉ-TYLA Designierte Musikdirektorin Landestheater

aus Litauen ist das in doppelter Hinsicht: Sie gilt als eine der größten Begabungen der jungen Generation, wurde 2012 mit dem „Young Conductors Award“ der Salzburger Festspiele ausgezeichnet und ist international viel beschäftigt. Ab der Spielzeit 2014/15 gibt sie in den Opernproduktionen des Landestheaters den Ton an. Ein Haus, das perfekt für Kammeropern geeignet sei, meint die Dirigentin. Deshalb will sie das kleine Format auf höchstem Niveau entwickeln, gemeinsam mit dem energiegeladenen, kammermusikalisch versierten Mozarteumorchester, den jungen Sängern des neuen Opernstudios – und mit Mozart, Barockopern und zeitgenössischem Musiktheater.


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Große Leute

„WIR WOLLEN ERMÖGLICHER UND VERMITTLER SEIN, UM SCHÖPFERISCHEN MENSCHEN EINEN RAHMEN ZU GEBEN.“

KUNST BRAUCHT KÖNNER. Manche Kommentare anlässlich der Berufung von Ingrid Tröger-Gordon zur

INGRID TRÖGER-GORDON Leiterin Kulturabteilung

Leiterin der städtischen Kulturabteilung vor 20 Jahren könnte man durchaus als unfein bezeichnen. Tenor: erstens eine Frau, zweitens 32 Jahre jung. Ein Glück, dass sie nicht zum Aufgeben neigt. Heute ist sie unumstritten, in der Politik und in der lokalen Kulturszene als überaus kompetente und umsetzungsstarke Partnerin geschätzt. Aus der altvorderen Fördervergabestelle wurde unter ihrer Leitung eine kompetente Serviceeinrichtung für die lokale Kunst- und Kulturszene. Zugleich ist innovative Infrastruktur entstanden – die neue Stadtbibliothek, eine moderne Galerie der Stadt in Lehen und ein Online-Kulturportal, das demnächst durch ein Pendant für Wissen ergänzt wird. Möglich und eine Freude ist das, sagt Ingrid Tröger-Gordon, weil sie ein tolles Team ambitionierter Experten zur Seite hat.

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„ES GEHT UM DEN FLÜCHTIGEN, DEN EINMALIGEN MOMENT DER AUFFÜHRUNG.“

ANGELA GLECHNER Intendantin Sommerszene

STADT-FEST. Die Tanz- und Performance-Szene habe sich in den letzten Jahren vieles neu erkämpft, sagt Angela Glechner, seit 2012 Intendantin des Festivals Sommerszene. Nach Stationen in Wien, Brüssel und Hamburg ist sie sehr offen nach Salzburg gekommen. Und die Stadt sei besser als ihr tendenziell versnobter Ruf. Ihre Festivalprogramme richten sich an den Ort und das Publikum der Stadt; dass sie mit neuen, auch unbekannten Protagonisten Besucher anziehen und Diskussionen auslösen kann, erzeuge „schon ein bisschen Hochgefühl“. Dabei geht es ihr nicht um Provokation, sondern um aktuelle Übersetzungen der Welt in Tanz und Performance an speziellen Orten in Salzburg. Genauso aber darum, herausragende Referenz-Produktionen der letzten Jahrzehnte zu zeigen.


Text Foto

Cay Bubendorfer Chris Rogl, Johannes Gierlinger

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Große Leute

VON KUNST UND KENNERN Was die Dichte von Galerien auf einem Stadtgebiet von grade mal 66 Quadratkilometern betrifft, lässt sich Salzburg von kaum einer Kunstmetropole etwas vormachen. Für Glanzlichter der besonderen Art sorgen Frauen.

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„WARUM TUT MAN SICH DAS AN? AUS PURER FREUDE.“

VERONIKA HITZL Leiterin Galerie Eboran

ANARCHIE UND BEGEISTERUNG. Angefangen hat die Sache im Untergrund. Veronika Hitzl hat aber schon am ersten Standort der Galerie Eboran, die als „Parallelwelt“ in einer Zahnarztpraxis entstand, für brisante Wirkung in der Szene gesorgt. Mit hoher Begabung für Früherkennung bringt sie seit 30 Jahren junge Künstler zu Ausstellungen und Performances, Aktionen und Festen in die Galerie, die nicht nur Erfolg versprochen, sondern immer Qualität gehalten haben. Willi Scherübl, Konrad Winter, Dieter Huber, um nur einige zu nennen. Da spielten auch die Standorte – stets im Stadtteil Lehen – mit: Reifenlager, Kino-Keller, Wachstube und jetzt die neuen Galerieräume in einem architekturpreisgekrönten Wohn- und Geschäftshaus. Wie das alles angesichts Minimalbudget funktioniert? Veronika Hitzl hat die Begeisterung der Achtjährigen für die Entstehung von Bildern nie verloren, ist unendlich erfinderisch und begeistert ihre Mitstreiter jedes Mal aufs Neue.

„DIE GESCHICHTE VON KUNST MIT ERLEBEN UND GESTALTEN KÖNNEN, DAS EMPFINDE ICH ALS PRIVILEG.“

ELFRID WIMMER-REPP Präsidentin Kunstverein

KUNST-GESCHICHTE LEBT. Man brauche Idealismus und Neugier für dieses

Amt, sagt Elfrid Wimmer-Repp, Präsidentin des Salzburger Kunstvereins. Vor 170 Jahren von einer progressiven Bürger-Initiative gegründet, fördert der Verein das Verständnis für neue bildende Kunst. Das gelingt mit einem international ausgerichteten Ausstellungsprogramm und 21 Ateliers im eigenen Haus, die an Mitglieder vergeben werden. Förderansuchen schreiben, Ateliers und Gelder verwalten, Umbau und Sanierung des Hauses managen, im 5-Jahres-Rhythmus die Position der künstlerischen Leitung neu besetzen. Und im Gegenzug für all die Verantwortung? Das Glück, das eigene Sensorium für diese Welt schärfen zu können, durch die unmittelbare Teilhabe an der feinnervigen Wahrnehmung von Künstlerinnen und Künstlern, an Entstehung von Kunst in der Gegenwart.


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Große Leute

„LIEBE AUF DEN ERSTEN BLICK GIBT ES AUCH BEI BILDERN: SCHAUEN, VERSTUMMEN UND DANN IMMER BEI SICH HABEN.“

STEPHANIE HESS Leiterin Galerie Lumas

BILDER FÜR ALLE. Über Kunst müsse man reden können, davor stehen und sich gemeinsam freuen, meint Stephanie Hess. Die Kunsthistorikerin aus Bayern leitet seit Sommer 2013 die Salzburg-Niederlassung der international tätigen Galerie Lumas, die sich zur Aufgabe gemacht hat, Kunstwerke für alle anziehend und erschwinglich zu machen. Zum Portfolio gehören signierte, limitierte Editionen von rund 160 Künstlern der Gegenwart – in der Hauptsache Fotografie, aber auch Malerei, Collagen und digitale Kunst. Schwellenangst nehmen, Kunstwerke als selbstverständlichen Teil des eigenen Lebens sehen, das ist ein vorrangiges Ziel bei Lumas. Deswegen sieht die Galerie auch weniger nach Kunstraum, sondern eher nach Wohnraum aus – inklusive rotes Sofa, auf dem man sich genussvoll dem ersten, neugierigen Blick auf Kunst widmen kann.

„ICH BIN OPTIMISTIN. WENN EINE IDEE DA IST, FÄLLT MIR AUCH ZUR UMSETZUNG ETWAS EIN.“

DIETGARD GRIMMER Leiterin Galerie im Traklhaus

SEHEN LASSEN. Die Ausstellungsräume im Traklhaus gibt es quasi schon ewig. In ganz frühen Zeiten hängten die Künstler ihre Bilder einfach selbst auf. Dietgard Grimmer gibt der Landesgalerie seit 1986 ein klares Profil. Eingebunden in die Fördermöglichkeiten des Landes: als Plattform für die Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern aus Salzburg, als Showroom für Preisträger des Landes, als Ort der Begegnung für Werke aus Salzburg und von auswärts. International besetzte Zwischenspiele sorgen für Präsenz weit über die Landesgrenzen hinaus – im Sommer 2014 etwa eine große Schau zum Thema „Stühle“. Beweglich und offen soll das Haus sein, deshalb werden alle Sparten und Techniken vorgestellt und das Studio wird manchmal der ganz jungen Künstlergeneration gewidmet. Und damit Entwicklungen sichtbar bleiben, entstehen zu den meisten Ausstellungen auch profunde Kataloge.

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Text Abbildung

Cay Bubendorfer Copyright Robert Longo, Courtesy Galerie Thaddaeus Ropac Paris Salzburg

SALZBURGER SOMMERFESTSPIELE 2014

KUNST STAT T K AMPF Der große Krieg, musikalische Begegnung zwischen den Glaubenswelten, der Jahresregent Richard Strauss und die Symphonien von Anton Bruckner bilden programmatische Eckpunkte des FESTSPIELSOMMERS 2014. In Töne und Szene gesetzt von den BESTEN ihrer Fächer. 45 Tage Festival von Welt für die Welt.

O

per, Schauspiel und Konzerte: „Die Gründerväter Hugo von Hofmannsthal, Max Reinhardt, und Richard Strauss haben ihre Festspiele in Salzburg 1920 im festen Glauben an ein Friedenswerk gegründet. Hundert Jahre nach dem Ausbruch des ersten Weltkriegs liegt das Erinnern daran auf der Hand.“ sagte Präsidentin Helga Rabl-Stadler anlässlich der Programmpräsentation. Seit 19 Jahren vertritt sie als „First Lady“ die Festspielidee in Salzburg und im Rest der Welt, hat seither mit fünf Intendanten zusammengearbeitet und führt seit geraumer Zeit auch die Geschäfte der „schönsten Festspiele der Welt“. Der frühzeitige Weggang von Alexander Pereira hat „die Präsidentin“ – wie sie in ihrem Umfeld respekt- und liebevoll genannt wird – dazu bewogen, länger als geplant im Amt zu bleiben. Bis 2017, wenn Markus Hinterhäuser als Intendant nach Salzburg zurückkehrt, wird Helga Rabl-Stadler der verlässliche Leuchtturm und die Seele der Festspiele bleiben. Von der Zukunft zurück zum Erinnern; dies geschieht im Festspielsommer 2014 sowohl in dem Opern-Auftragswerk „Charlotte Salomon“ als auch auf der Theaterbühne: Der Komponist Marc-André Dalbavie und die renommierte Schriftstellerin Barbara Honigmann haben das Wagnis übernommen, aus mehr als tausend autobiographisch gefärbten Seiten von Bildern, Skizzen und Texten der jüdischen Künstlerin Charlotte Salomon eine Opernproduktion für die Festspiele entstehen zu lassen. Regie in der Felsenreitschule führt Luc Bondy, die großartige Marianne Crebassa singt die Titelpartie. Ein theatrales Abenteuer ist mit der Bühnenfassung von „Die letzten Tage der Menschheit“ zu erwarten. Karl Krauss hat seine zwischen 1915 und 1917 entstandene Realsatire über den

ersten Weltkrieg einem „Marstheater“ zugedacht und seinem Text die Stückform gegeben, um originale Töne und Sätze von mehr als 500 Personen in 220 Szenen zu vereinen. Wie sich dieser „Steinbruch“ (Schauspielchef Sven-Eric Bechtolf) auf die Bühne bringen lässt, zeigen Regisseur Georg Schmiedleitner und das Ensemble des Wiener Burgtheaters im Landestheater. Aus ganz anderer Sicht nähern sich Regisseurin Katie Mitchell und Autor Duncan Macmillan derselben Zeit. In „The Forbidden Zone“ gehen sie auf der Perner Insel den Schicksalen der amerikanischen Erbin Mary Borden, die ein Lazarett an der Westfront leitete, und der deutschen Chemikerin Clara Immerwahr nach. Ihr Ehemann Fritz Haber brachte Chlorgas zur „Marktreife“ und setzte damit die Initialzündung für den Giftgaskrieg; für Clara der Auslöser zum Selbstmord mit der Armeepistole ihres Mannes. Und nochmals die Perner Insel als Schauplatz von kriegsbedingten Verwerfungen in der Regie von Andreas Kriegenburg: Ödön von Horvath lässt den ewigen Verführer Don Juan bleich und krank aus dem Krieg zurückkehren – in eine Welt der Inflation und Nachkriegswirren. Der andere, nämlich Mozarts „Don Giovanni“, ist in Begleitung der Wiener Philharmoniker unter Leitung von Christoph Eschenbach im Haus für Mozart zu erleben. Denn natürlich widmen sich die Festspiele in der großen Oper nicht nur dem Krieg, sondern den ewigen Fragen der Menschen überhaupt. Den 150. Geburtstag von Richard Strauss feiert man mit dem „Rosenkavalier“, der ab 1929 zur meistgespielten StraussOper der Salzburger Festspiele wurde. Erstmals übernimmt Zubin Mehta die musikalische Leitung dieser Oper, Harry Kupfer inszeniert.


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Feuilleton

Untitled (Herzeleide, Barbara’s Eyes) 2012, charcoal on mounted paper 96 x 70 inches (243,8 x 177,8 cm)

Untitled (Opera Chandelier) 2011, charcoal on mounted paper 120 x 190 inches (304,8 x 482,6 cm)

Untitled (Lights Underwater) 2011, charcoal on mounted paper 96 x 70 inches (243,8 x 177,8 cm)

Untitled (Leo) 2012, charocal on mounted paper 96 x 70 inches (243,8 x 177,8 cm)

RL#3313

RL#3006

RL#2959

RL#3333

Robert Longo lebt und arbeitet in New York. „Furies, Beasts and Servants“ mit den beeindruckenden Kohlezeichnungen und Skulpturen

Der amerikanische Künstler Eine Ausstellung unter dem Titel

des Künstlers ist im Rahmen der Salzburger Festspiele 2014 im Haus für Mozart und im Karl-Böhm-Saal zu sehen.

Die wunderbare Krassamira Stoyanova ist als Feldmarschallin zu erleben und Günther Groissböck in seinem Rollendebüt als Ochs auf Lerchenau. Ein Fest der Stimmen verspricht Verdis „Il Trovatore“ mit den Weltstars Anna Netrebko in der Rolle der Leonore und Plácido Domingo als Conte di Luna. Im Orchestergraben die Wiener Philharmoniker, am Pult Daniele Gatti, für Regie und Bühne zeichnet Alvis Hermanis verantwortlich. Eine veritable Rarität steht dann mit „Fierrabras“ auf dem Spielplan – zum ersten Mal in der Geschichte der Festspiele ist ein Bühnenwerk von Franz Schubert zu erleben. Ingo Metzmacher dirigiert, Peter Stein inszeniert die heroisch-romantische Oper. Ein Wiedersehen und -hören gibt es zudem mit Rossinis „La Cenerentola“ von den Pfingstfestspielen, mit der großartigen Cecilia Bartoli in der Titelrolle. Wo beginnen im Konzertprogramm, das heuer über 80 Veranstaltungen umfasst? Vielleicht einfach mit dem Anfang, der zum dritten Mal unter dem Titel „Ouverture spirituelle“ vor dem eigentlichen Festivalbeginn steht und diesmal geistliche Werke der christlichen Tradition mit den vielfältigen musikalischen Ausprägungen in der Welt des Islam zusammenführt. Sufi-Gesänge erfüllen die Kollegienkirche, ebenso die Uraufführung von „Seelenfäden“, einem Auftragswerk der Festspiele an den in Salzburg lebenden ägyptischen Komponist Hossam Mahmoud, das gemeinsam vom Sufi-Chor Al-Taquira al-Gazozlia, dem Salzburger Bachchor und dem österreichischen Ensemble für neue Musik uraufgeführt wird. Der „westliche“ Bogen der Ouverture reicht von Haydns „Schöpfung“ über Messen und Symphonien von Mozart, Werke von Monteverdi,

Bach und Händel bis zum „Te Deum“ von Anton Bruckner. Eine zentrale Konzertreihe gestalten wie immer die Wiener Philharmoniker – und in den Mittelpunkt stellen sie heuer mit gutem Grund Anton Bruckner: Das Orchester hat Ende des 19. Jahrhunderts vier seiner Symphonien in Wien uraufgeführt – unter der Leitung der Stardirigenten Daniele Gatti, Daniel Barenboim, Riccardo Chailly, Philippe Jordan und Riccordo Muti stehen diese Werke heuer in Verbindung mit Musik von Mozart und Schubert auf dem Programm der Wiener. Solistische Sternstunden darf man mit den sieben Konzerten von Rudolf Buchbinder erwarten, in denen er sämtliche 32 Klaviersonaten von Beethoven zu Gehör bringt. Highlights in der Kammermusik stehen u. a. mit dem grandiosen Salzburger Hagen Quartett an, die Mozart-Tradition pflegt das Mozarteumorchester mit Matineen an allen Festspielwochenenden. Und obwohl sich die Väter der Festspiele vor knapp hundert Jahren noch einig waren, dass die Musik lebender Komponisten kein Thema für sie wäre, gehört die Moderne längst zum Salzburger Musikfest. Werke von Wolfgang Rihm ziehen sich in diesem Sommer als roter Faden durch die Konzertreihe „Contemporary“. Viel mehr als ein roter Faden, nämlich DIE Konstante der Salzburger Festspiele, ist aber der „Jedermann“ vor der grandiosen Kulisse des Salzburger Domes. Cornelius Obonya und seine Buhlschaft Brigitte Hobmeier haben hier ihren eindringlichen Auftritt in Hugo von Hofmannsthals Spiel vom Leben und Sterben des reichen Mannes, heuer zum zweiten Mal in der unkonventionellen Inszenierung des britischen Regieteams Julian Crouch und Brian Mertes.

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KUNST UND KULTUR

Revue Salzburgs Status als Kunst- und Kulturhauptstadt ist weltweit unumstritten. Dieser Guide zeigt erlesene Highlights für das Jahr 2014. Text Foto

Marion Lachmayr, Claudia Janka Christina Canaval/Salzburger Landestheater: „Fidelio“

THEATER WANDELBAR Das Landestheater macht im Spieljahr 2014/2015 Veränderung zum Thema. Im Kalender finden sich politisch motivierte Opern wie Beethovens „Fidelio“ und Mozarts „Zauberflöte“ – beides Werke, die sich mit dem Begriff der Freiheit beschäftigen. SALZBURGER LANDESTHEATER

Schwarzstraße 22, 5020 Salzburg www.salzburger-landestheater.at

WERTORIENTIERT Als eines der größten freien Theater im deutschsprachigen Raum steht für das Schauspielhaus Salzburg Zukunftsorientiertheit im Zentrum. Dazu gehören zahlreiche Eigenproduktionen genauso wie der Kampf gegen die umfassende Kommerzialisierung. SCHAUSPIELHAUS SALZBURG

Erzabt-Klotz-Straße 22, 5020 Salzburg www.schauspielhaus-salzburg.at


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Ausgewählt

ZUSAMMENSPIEL

UNIVERSITÄT VON WELT

ATMOSPHÄRISCH

Tanz in jeglicher Form findet auf der Bühne des Toihauses statt. Das fixe Ensemble schafft immer neue Kreationen durch die Kombination von Theater, Tanz, Musik, Wort und Bild. Größter Beliebtheit erfreuen sich auch die Stücke für Kinder und Kleinstkinder.

Eine Glasfront mit Ausblick in den Mirabellgarten – so zeigt sich der Kammermusiksaal der weltberühmten Universität Mozarteum. Zu den Gästen zählen beste lokale und internationale Ensembles, außerdem gibt es eine Vielzahl an Konzerten und Konzertzyklen.

In diesem Jahr feiert das Mozarteum sein 100-jähriges Bestehen. Es beherbergt mit der Bibliotheca Mozartiana die weltweit größte Spezialbibliothek zu Mozart sowie zwei fantastische Konzertsäle. Der Große Saal ist einer der schönsten Veranstaltungsorte Europas.

MUSIK UND MEHR

TOIHAUS

Franz-Josef-Straße 4, 5020 Salzburg www.toihaus.at

GROSSMÜTIG

UNIVERSITÄT MOZARTEUM

STIFTUNG MOZARTEUM

Mirabellplatz 1, 5020 Salzburg www.uni-mozarteum.at

Schwarzstraße 26, 5020 Salzburg www.mozarteum.at

CENTERSTAGE

RHYTHMISCH

IM UNTERGRUND

Das kleine theater ist die große Bühne der Die Kavernen 1595, ehemals ein Wein- und Der Europark hat als erster ein eigenes freien Theatermacher in Salzburg. Komödie Bierdepot, in der Gstättengasse wurden Kulturzentrum in einem Shoppingcenter ins und Kabarett gehören zu den Hauptacts; zu einem einzigartigen Veranstaltungsort aber auch bei Schauspiel, Performance umgebaut. Seit 2008 bietet dort das Oper im Leben gerufen. Stararchitekt Massimiliano Fuksas zeichnet für die architektonische sowie Kinder- und Jugendtheater spielt das Berg Festival regelmäßig Operngalas und Gestaltung des OVAL verantwortlich. kleine theater eine gewichtige Rolle. Opernaufführungen auf Weltklasse-Niveau.

Die Jazzszene Salzburg hat ein Zuhause. Im Jazzit:Musik:Club trifft Lokalität auf Weltgröße – Meister zeigen ihr Können und Beginner ihre Visionen. Stilecht und tanzbar wird hier eine Musikrichtung gefeiert.

KLEINES THEATER

OPER IM BERG FESTIVAL

OVAL

JAZZIT

Schallmooser Hauptstraße 50, 5020 Salzburg www.kleinestheater.at

Kavernen 1595 Mönchsberg, 5020 Salzburg www.operimbergfestival.com

Europastraße 1, 5020 Salzburg www.oval.at

Elisabethstraße 11, 5020 Salzburg www.jazzit.at

STARAUFGEBOT

VIELFALT FEIERN

ZEITGEIST

VINTAGEFLAIR

Berühmte Opern- und Theateraufführungen mit kleinen Protagonisten – seit über einem Jahrhundert verzaubernde Illusion zum Staunen. Neben Touren rund um den Globus auch bei den Festspielen ein gern gesehener Gast.

Die ARGEkultur führt als größtes Das Rockhouse vereint für Konzertliebhaber Offen gezeigte technische Raffinesse im unabhängiges Kulturzentrum Salzburgs zwei Locations in einer. Neben der Bühne gibt Theater und das 50er-Jahre-Ambiente im Kunst und Kultur in einzigartiger Weise es auch einen ansprechenden Barbereich. Café machen das republic in Salzburg zu eiKonzerte aus sämtlichen Genres, kostenlose zusammen. Sie agiert als Veranstalterin und nem der beliebtesten Treffpunkte für Kunst, Produzentin für zeitgenössische, innovative Kultur und Kulinarik. In den SommermonaWorkshops und immer neue musikalische und gesellschaftskritische Kultur. Highlights finden das ganze Jahr über statt. ten wird die große Terrasse zum Hotspot.

SALZBURGER MARIONETTENTHEATER

ROCKHOUSE

ARGEKULTUR

REPUBLIC

Schwarzstraße 24, 5020 Salzburg www.marionetten.at

Schallmooser Hauptstraße 46, 5020 Salzburg www.rockhouse.at

Ulrike-Gschwandtner-Straße 5, 5020 Salzburg www.argekultur.at

Anton-Neumayr-Platz 2, 5020 Salzburg www.republic.at

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Marion Lachmayr, Claudia Janka Peter Paul Rubens: „Allegorie auf Kaiser Karl V. als Weltenherrscher“ Residenzgalerie Salzburg/U. Ghezzi

POPULARITÄT

MUSEEN UND GALERIEN

Die „Artmosphere“-Galerien von Rudolf Budja finden sich an drei Standorten in Österreich und sind international auch in Miami vertreten. Ausgestellt wird zeitgenössische Kunst, in der Salzburger Galerie mit Hauptaugenmerk auf Pop-Art und Fotografie.

HEIMATVERBUNDEN

EXPERIMENTELL

Heidi und Ferdinand Altnöder spezialisieren Der hohe Raum in der freistehenden Galerie sich seit 30 Jahren auf österreichische mo- mit Garten bringt Lichtkunst und Fotografie derne Kunst. Im Programm sind etablierte zur Geltung. Während der Festspiele feiert Künstler genauso vertreten wie junge Posi- Nikolaus Ruzicska sein 10-jähriges Bestehen tionen. Eine Spezialität ist die intensive mit der Ausstellung „Les Plaisirs Démodés“ Vertiefung in das Werk von Alfred Kubin. mit Werken seiner wichtigsten Künstler.

GALERIE RUDOLF BUDJA

GALERIE ALTNÖDER

GALERIE RUZICSKA

Wiener-Philharmoniker-Gasse 3, 5020 Salzburg www.artmosphere.at

Sigmund-Haffner-Gasse 3/1.Stock, 5020 Salzburg www.galerie-altnoeder.com

Faistauergasse 12, 5020 Salzburg www.ruzicska.com

TECHNIK TRIFFT ÄSTHETIK

KUNSTVILLA

HOCH HINAUS

IM FOKUS

Der beeindruckende Hangar-7 ist vielen durch die ganzjährige Ausstellung historischer Flugzeuge bekannt, doch vielmehr dient er als moderne Location für stetig wechselnde Kunstausstellungen internationaler Maler, Bildhauer und Fotografen.

In der historischen Villa Kast am Mirabellplatz befindet sich die Galerie Thaddaeus Ropac. Mit viel Feinsinn zeigt sie in wechselnden Einzel- und Gruppenausstellungen internationale zeitgenössische Kunst.

Der helle, „White Cube“ genannte Ausstellungsraum der Stadtgalerie hat sieben Meter Raumhöhe und ist deshalb ideal für großformatige Installationen. Immer wieder aufs Neue wird hier eine eindrucksvolle Auswahl an zeitgenössischer Kunst präsentiert.

Die Kunst der Fotografie hat ihre Bühne in der Leica Galerie, wo künstlerische und dokumentarische Arbeiten ausgestellt werden. Dabei reihen sich international renommierte Fotografen nahtlos an junge Nachwuchstalente.

HANGAR-7

GALERIE THADDAEUS ROPAC

STADTGALERIE

LEICA GALERIE

Wilhelm-Spazier-Straße 7 a, 5020 Salzburg www.hangar-7.com

Mirabellplatz 2, 5020 Salzburg www.ropac.net

Mozartplatz 5, 5020 Salzburg www.stadt-salzburg.at

Mirabellplatz 8, 5020 Salzburg www.leica-galerie-salzburg.at

MOZART HAUTNAH

AUSLÖSER

BESTÄNDIGER WANDEL

WELTOFFEN

In einem Businessgebäude mit Fensterfront stationiert, öffnet sich nach draußen der Blick auf Salzburg. Die Kunstwerke mit Fokus auf gesellschaftlichen und sozialen Wandel fügen sich in dieses Bild besonders schön ein.

Neue Talente müssen gefördert und Ausstellungsraum muss geschaffen werden. Hier stehen Qualität und Offenheit vor Renommee und so werden kreative Kräfte aus Kunst, Architektur, zeitgenössischer Musik und Medien-Kunst gefördert.

Der Mensch hinter dem Genie steht in Hinter dieser Galerie steht ein Kollektiv aus Mozarts Geburtshaus und im Mozart-WohnFotokünstlern und Fotointeressierten, die haus im Mittelpunkt. Liebhaber seiner Werke Fotografie als das zeigen möchten, was sie sind brennend daran interessiert, wie Mozart ist: eine Disziplin im Verband der bildenden aussah und lebte – Fragen wie diese werden Künste, die jedoch als soziales Dokument ausführlich und unterhaltsam beantwortet. über die Kunst hinausgeht. MOZART-MUSEEN

FOTOHOF

EBORANGALERIE

SALZBURGER KUNSTVEREIN

Mozarts Geburtshaus, Getreidegasse 9; MozartWohnhaus, Makartplatz 8; www.mozarteum.at

Inge-Morath-Platz 1–3, 5020 Salzburg www.fotohof.at

Ignaz-Harrer-Straße 38, 5020 Salzburg www.eboran.at

Hellbrunner Straße 3, 5020 Salzburg www.salzburger-kunstverein.at


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Ausgewählt

BAROCKER RUNDGANG DOMQUARTIER Das neu eröffnete DomQuartier steht ganz im Zeichen der typisch barocken Bauweise Salzburgs und macht nach 200 Jahren erstmals einen historischen Rundgang um vier Salzburger Museen aus dem 17. Jahrhundert wieder begehbar. Dazu zählen das Dommuseum, die lange Galerie der Erzabtei St. Peter, das Museum St. Peter und die Prunkräume der Residenz und der Residenzgalerie sowie die Sonderausstellung im Nordoratorium des Salzburger Doms mit der Sammlung Rossacher des Salzburg Museums. 2.000 beeindruckende Exponate aus 1.300 bewegten Jahren Zeitgeschichte warten auf einer Fläche von 15.000 Quadratmetern. Gestartet wird der Rundgang in den Prunkräumen der Residenz. Durch die Residenzgalerie führt der Weg ins Nordoratorium des Doms, weiter über die Orgelempore ins Dommuseum. Es folgen die „lange Galerie“ und Kunstschätze des Museums St. Peter im Wallistrakt. Bevor die Runde im prunkvollen Carabinieri-Saal der Residenz endet, kann ein Blick auf den berühmten gotischen Chor der Franziskanerkirche geworfen werden. Auf der Terrasse lockt der prächtige Ausblick auf die Stadt. Speziell für Kinder steht ein Audioguide in drei Sprachen zur Verfügung, der selbst die Kleinsten für die packende Welt des DomQuartiers begeistert. DOMQUARTIER

Residenzplatz 1/ Domplatz 1 a, 5020 Salzburg www.domquartier.at

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Marion Lachmayr, Claudia Janka Kunstwerk von Saeko Takagi/Galerie Frey Salzburg „untitled“, Acryl, Polyuethan, Celluloseacetat und Draht auf Leinwand, 2013, 162,1 x 130,3 cm

MODERNITÄT

BAROCKE KUNST

Das Museum der Moderne Salzburg präsentiert Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts an zwei Standorten. An exponierter Stelle auf dem Mönchsberg liegt der 2004 errichtete moderne Neubau und in einem barocken Stadtpalais im Herzen der Altstadt befindet sich das 1983 gegründete Stammhaus. Gezeigt werden Werke aus der eigenen Sammlung sowie Wechselausstellungen von internationalem Format – ergänzt durch ein anspruchsvolles Rahmenprogramm.

In 11 Sälen der ehemals fürsterzbischöflichen Residenz wird herausragende europäische Malerei des 16. bis 19. Jahrhunderts präsentiert. Schwerpunkt des Museums sind Meisterwerke des italienischen, französischen, holländischen, flämischen und österreichischen Barock und österreichische Malerei des 19. Jahrhunderts. Regelmäßige Sonderausstellungen, erweitert um internationale Leihgaben, ermöglichen anregende Einblicke in die Bestände des Hauses. RESIDENZGALERIE IM DOMQUARTIER SALZBURG

Residenzplatz 1, 5020 Salzburg www.residenzgalerie.at

MUSEUM DER MODERNE

Mönchsberg 32, 5020 Salzburg

IM GARTEN

AUSSICHTSREICH

1972 von Waltraud und Mario Mauroner in der alten fürsterzbischöflichen Residenz gegründet. Das Hauptaugenmerk des Programms liegt auf internationaler zeitgenössischer Kunst mit Fokus auf den mediterranen Raum. Kleine, abgeschlossene Patios und der Garten werden für Skulpturenprojekte genützt.

Der „Walk of Modern Art“ erstreckt sich zwischen den Salzburger Hotspots Festung und Mönchsberg. Zwölf international angesehene Künstler stellten einzigartige Kunstobjekte zur Verfügung, welche in Form eines Skulpturenparcours prominent platziert wurden. Nunmehr sind es beliebte Fotomotive und wahre Sehenswürdigkeiten in Salzburg. Die Arbeiten sind Teil der Sammlung Würth, die diese der Stadt Salzburg als Dauerleihgabe zur Verfügung stellt.

RUPERTINUM

Wiener-Philharmoniker-Gasse 9, 5020 Salzburg www.museumdermoderne.at

FORTSETZUNG MUSEEN UND GALERIEN

Text Foto

INITIATIV Am Beginn stand eine Initiative, die Kunst in vorübergehend leerstehenden Gebäuden ausstellte. Mittlerweile bietet der eigene Project-Space Platz, um sowohl Kunst zu erschaffen als auch zu präsentieren.

MARIO MAURONER CONTEMPORARY ART SALZBURG

Residenzplatz 1, 5020 Salzburg

PERISCOPE

SCULPTURE PARK

Sterneckstraße 10, 5020 Salzburg www.periscope.at

Ignaz-Rieder-Kai 9, 5020 Salzburg www.galerie-mam.com

WALK OF MODERN ART

AUSDRUCKSFORM

WIEDERBELEBT

ABWECHSLUNGSREICH

Vorwiegend junge Künstler aus dem deutsch- Die Staudingermühle wurde liebevoll restausprachigen Raum werden in der UBR Galerie riert und in eine Kunstgalerie verwandelt. ausgestellt. Die Arbeiten setzen sich zusamIn der Mühle findet sich außerdem eine men aus Fotografie, Malerei, Installation grafische Druckwerkstatt, die Buchprojekte und Zeichnung und spiegeln die soziale und realisiert und ausstellt. Der Schwerpunkt politische Wirklichkeit der Künstler wider. liegt auf figurativer Kunst der Gegenwart.

www.salzburgfoundation.at

Das Museum steht für informative, fundierte Ausstellungen, die den Dialog mit der Gegenwart suchen. Nationale und internationale Auszeichnungen belegen die qualitätsvolle Arbeit an diesem Standort. Auch Sonderausstellungen werden gezeigt.

UBR GALERIE

NEUHAUSER KUNSTMÜHLE

SALZBURG MUSEUM

Auerspergstraße 51, 5020 Salzburg www.ubr-galerie.com

Mühlstraße 5 a , 5020 Salzburg www.neuhauser-kunstmuehle.at

Mozartplatz 1, 5020 Salzburg www.salzburgmuseum.at


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Ausgewählt

CONTEMPORARY GALERIE FREY Eine lebendige Plattform für zeitgenössische Kunst zu etablieren, war das Ziel bei der Eröffnung der Galerie Frey 2004 in Wien. Seit 2012 ist sie auch in Salzburg vertreten, wo immer wieder arrivierte und neu zu entdeckende Künstlerpositionen Eingang finden. Neben Wechselausstellungen zeigen vor allem exklusiv vertretene Künstler ihre jüngsten Entwicklungen. Anselm Glück, Harding Meyer und Alexander Steinwendtner zählen zu den Künstlern, die in besonderer Atmosphäre präsentiert werden. GALERIE FREY SALZBURG

Erhardplatz 3, 5020 Salzburg www.galerie-frey.com

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Text Illustration

Marion Lachmayr, Claudia Janka „Jedermann“, Brigitte Hobmeier (Buhlschaft) Salzburger Festspiele/Forster

SALZBURGER FESTSPIELE

SALZBURG IM SOMMER

Die berühmteste Veranstaltung Salzburgs zieht jedes Jahr Menschen aus aller Welt an. Mit zahlreichen Opern-, Theater- und Konzertaufführungen in traditionsreichen Spielstätten zählen die Salzburger Festspiele zu den bedeutendsten Festivals der Welt.

SOMMERSZENE

JAZZ AND THE CITY

Das Sommerszene-Festival bringt Tanz- und Einmal im Jahr lassen lokale und internaTheatergastspiele, Outdoor-Produktionen und tionale Jazzgrößen die Mozartstadt in ganz für das Festival konzipierte Arbeiten nach neuen Harmonien ertönen. Jazz & the City Salzburg. Die Sommerszene gehört mit ihrer sorgt mit über hundert Veranstaltungen an avantgardistischen Ausrichtung zu den Fix- fünfzig Spielorten in der Altstadt für besonpunkten im europäischen Festivalkalender. dere Klangerlebnisse – bei freiem Eintritt.

18. JULI BIS 31. AUGUST 2014

ENDE JUNI/ANFANG JULI 2015

22. BIS 26. OKTOBER 2014

www.salzburgfestival.at

www.szene-salzburg.net/sommerszene

www.salzburgjazz.com


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Ausgewählt

HERBST

MOZARTWOCHE

HELLBRUNNER ADVENTZAUBER

Unter der künstlerischen Leitung von Marc Minkowski finden sich einmal im Jahr die besten Mozartorchester, Ensembles Auch im Herbst lassen die kulturellen Höund Interpreten der Welt ein. Höhepunkt ist hepunkte nicht nach. Die Kulturvereinigung die Kantate „Davide penitente“, die von Salzburg präsentiert Weltklasse-Interpreten in der Académie équestre de Versailles Theater-, Opern- und Konzertaufführungen. umgesetzt wird.

SALZBURGER KULTURTAGE

Mit dem Schloss Hellbrunn im Hintergrund gibt es auf dem Adventmarkt viel Zauberhaftes zu entdecken. Die Besucher werden von Chorgesängen begleitet, es gibt eine Krippenausstellung und ein umfangreiches Kinderprogramm samt Streichelzoo.

15. BIS 30. OKTOBER 2014

22. JÄNNER BIS 01. FEBRUAR 2015

20. NOVEMBER BIS 24. DEZEMBER 2014

www.kulturvereinigung.com

www.mozarteum.at

www.hellbrunneradventzauber.at

.. FRÜU HJAHR

WINTER

SALZBURGER ADVENTSINGEN IM GROSSEN FESTSPIELHAUS

SALZBURGER CHRISTKINDLMARKT

OSTERFESTSPIELE SALZBURG

WINTERFEST

Das traditionelle Salzburger Adventsingen Zu Füßen der Festung Hohensalzburg, Das von Herbert von Karajan gegründete gehört zu den schönsten Seiten des Advents. direkt beim Salzburger Dom, findet der Klassik-Festival zählt zu den exklusivsten Der zeitgenössische Circus steht beim Ausgehend von der Bühne im Großen Festweltberühmte, traditionelle Salzburger und renommiertesten auf der ganzen Welt. Winterfest im Mittelpunkt. Sechs Wochen spielhaus verbreiten volkstümliche Weisen Christkindlmarkt statt. Er bietet einen Opern wie „Cavalleria rusticana“ mit Jonas lang belebt das Festival den winterlichen mit zeitgemäßen Darbietungen eine vorfestlichen Rahmen für mehr als 80 KulturKaufmann und hochkarätige OrchesterSalzburger Volksgarten und begeistert mit in- weihnachtliche Besinnlichkeit und stimmen und Brauchtumsveranstaltungen. Außerdem konzerte sind genauso Teil des Programms novativen und anspruchsvollen Produktionen. auf die ruhige Zeit des Jahres ein. warten rund 100 festlich dekorierte Stände. wie Verdis „Requiem“ im Chorkonzert. 25. NOVEMBER 2014 BIS 6. JÄNNER 2015 28. NOVEMBER BIS 14. DEZEMBER 2014 20. NOVEMBER BIS 26. DEZEMBER 2014

28. MÄRZ BIS 06. APRIL 2015

www.winterfest.at

www.salzburgeradventsingen.at

www.christkindlmarkt.co.at

www.osterfestspiele-salzburg.at

PNEU

WEIHNACHTSMARKT AM MIRABELLPLATZ

SALZBURGER FESTUNGSADVENT

SALZBURGER PFINGSTFESTSPIELE

Performing new europe – kurz Pneu – ist ein Der charmante Weihnachtsmarkt am Der Festungsadvent findet an allen Der hochkarätige Vorgeschmack auf die SalzFestival, das seit 2012 europäischen KünstWochenenden der Adventszeit im Burghof burger Festspiele im Sommer findet schon lern eine Plattform zur Präsentation unge- Mirabellplatz zeichnet sich durch seine einwährend der Salzburger Pfingstfestspiele wöhnlicher, zeitgenössischer Bühnenformate zigartigen Waren aus. Zwischen den Ständen der Festung Hohensalzburg statt. Inmitten bietet. In den Bereichen Tanz, Performance herrscht eine fast familiäre Atmosphäre und der romantischen Kulisse finden sich kulina- unter der künstlerischen Leitung von Cecilia zusammen mit der bezaubernden Kulisse rische Köstlichkeiten und vielerlei Ideen für Bartoli statt, die bereits zum dritten Mal ein und Theater, aber auch Film zeigt sich die stellt sich vorweihnachtliche Freude ein. weihnachtliche Geschenke. erstklassiges Programm zusammenstellt. kreative jüngere Künstlergeneration. WINTER 2015

www.szene-salzburg.net

20. NOVEMBER BIS 24. DEZEMBER 2014 28. NOVEMBER BIS 21. DEZEMBER 2014

www.weihnachtsmarkt-salzburg.at

www.salzburg-burgen.at

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22. BIS 25. MAI 2015

www.salzburgfestival.at


Text Illustration

Marion Lachmayr, Claudia Janka iStock.com

.. FÜU R KLEINE LEUTE

SPIELBAR

ABENTEUERLICH

KEINE SCHEU

Spielen, Erleben und Staunen steht für Besucher des Spielzeug Museums auf dem Programm. Für Kinder und Junggebliebene gibt es jede Menge zum Ausprobieren. Und natürlich kann man historisches Spielzeug betrachten – viele Ausstellungsobjekte werden auf Kinder-Augenhöhe gezeigt.

Im Haus der Natur finden Besucher spannende Ausstellungen rund um Mensch, Tierwelt und Lebensräume der Erde. Im Aquarium staunt man über faszinierende Unterwasserwelten, im Reptilienzoo entdeckt man seltene Schlangen. Highlight: Experimentieren in Österreichs vielseitigstem Science Center.

Zeitgenössische Kunst und Kultur für alle erreichbar machen, das schafft die freie Kunstvermittlungsgrupe ARTgenossen mit Workshops für Kinder und Jugendliche. Mit einem breiten Spektrum an kreativen Ideen soll die individuelle Annäherung an die Kunst gefördert werden.

SPIELZEUG MUSEUM

HAUS DER NATUR

ARTGENOSSEN

Bürgerspitalgasse 2, 5020 Salzburg www.spielzeugmuseum.at

Museumsplatz 5, 5020 Salzburg www.hausdernatur.at

Hellbrunner Straße 3, 5020 Salzburg www.artgenossen.cc

WOHNGEMEINSCHAFT

PUPPENTHEATER

Über 1.000 Wildtiere fanden im Zoo Salzburg ein Zuhause. Der Artenreichtum setzt sich über Kontinentalgrenzen hinweg – neben heimischen Tierarten wie Steinbock und Braunbär fühlen sich auch Exoten wie Jaguar, Gepard und Löwe sichtlich wohl.

Diese Puppenbühne macht Station, wo auch immer sich Platz und Zuseher finden. Mit verschiedenen Produktionen tourt die Bühne von Publikum zu Publikum und findet sich an Fixterminen im „Das Kino“ ein.

ZOO SALZBURG

FRIEDBURGER PUPPENBÜHNE

Anifer Landstraße 1, 5081 Anif www.salzburg-zoo.at

WASSER MARSCH Der schönste Spielplatz der Stadt lädt Kinder und Erwachsene gleichermaßen zum Herumtollen ein. Die allseits beliebten Wasserspiele garantieren Spannung und jede Menge Spaß. Hier bleibt kein Auge trocken! SCHLOSSPARK HELLBRUNN

Fürstenweg 37, 5020 Salzburg www.hellbrunn.at

Schubertweg 9, 5211 Friedburg/Lengau www.kasperl.at


Antonella Zazzera „Armonico“ 2014, Kupferdraht, ca 70 cm

Herbert Golser „Erwachen“ 2012, Kirschholz/Kalk/Stahl, 49 x 53 x 93 cm

Antonella Zazzera | Herbert Golser „Scultura“ 24.07. – 30.08.2014

Bernard Ammerer

Fabrice Langlade

Christian Bazant-Hegemark

Harding Meyer

Manfred Bockelmann

Sebastian Mögelin

Gabriele Chiari

Katharina Prantl

Veronika Dirnhofer

Christoph Schwarz

Johannes Domenig

Josephine Scianna

Tom Fleischhauer

Hans Staudacher

Harald Gangl

Alexander Steinwendtner

Herbert Golser

Wolfgang Stifter

Richard Jordan

Saeko Takagi

Mathias Kloser

Antonella Zazzera

GALERIE FREY Salzburg Erhardplatz 3 5020 Salzburg, Austria tel: +43 662 840200 art@galerie-frey.com www.galerie-frey.com opening-hours: mo – fr: 11:00 a.m. – 6:30 p.m. sa: 10:00 a.m. – 4:00 p.m. and by appointment

WIEN • SALZBURG


Text Foto

Claudia Dabringer Kurosch Borhanian

BIBLIO PHIL

Prachtvoll. Geschichtsträchtig. Und hin und wieder auch etwas im Verborgenen. Salzburgs BIBLIOTHEKEN sind wundervolle Refugien. Es lohnt sich, einen Blick hineinzuwerfen.

Stadtbibliothek

ALTES KONZEPT, NEUER ANSATZ Schumacherstraße 14, 5020 Salzburg

DORT, WO FRÜHER FUSSBALLSPIELE „GELESEN“ WURDEN, REGIERT HEUTE DAS BUCH. Seit 2009 befindet sich die Stadtbibliothek in der Neuen Mitte Lehen und ist mit 180.000 Medien die größte öffentliche Bücherei des Landes. Seit März 2014 ist das vom Salzburger Architektenteam Halle 1 geplante Gebäude um eine Attraktion reicher: Die Panoramabar wurde in das Bibliothekenkonzept integriert und dient nun als Leselounge und Veranstaltungsort. 2.000 Zeitungen in 55 Sprachen aus 100 Ländern können hier digital gelesen und über eine App auf Smartphone oder Tablet geladen werden. Und weil sich die Stadtbibliothek auch als Bildungseinrichtung begreift, finden hier gemeinsam mit Kooperationspartnern Gesprächsabende in Italienisch und Portugiesisch sowie zweisprachige Lesungen für Kinder in Englisch statt.


K U N ST . K U LTU R

Bibliophil

AUS ALLER WELT PILGERN MUSIKFANS NACH SALZBURG wegen des „Wolferls“ und kommen auch Bibliotheca Mozartiana

GESAMMELTES MOZARTWISSEN Schwarzstr. 26, 1. Stock, 5020 Salzburg

in die denkmalgeschützte Bibliotheca Mozartiana. Als weltweit größte Spezialbibliothek zu Leben und Werk Wolfgang Amadeus Mozarts umfasst sie 35.000 Literaturtitel und mehr als 6.000 Musikalien. Seine Autographen befinden sich in einem eigenen, klimatisierten Tresor, der nur während der Mozartwoche der Öffentlichkeit präsentiert wird. Wer Fragen zum Leben des großen Sohnes der Stadt hat, kann sie einfach und unkompliziert stellen, denn die Mitarbeiter empfinden sich als Dienstleister in Sachen Mozart. Sie digitalisieren den Bestand und stellen ihn sukzessive ins Internet, helfen bei der Suche nach Mozart-Literatur und sammeln weltweit Veröffentlichungen über Wolfgang Amadeus Mozart.

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DEN VISIONEN VON MAX REINHARDT, dem Gründer der Salzburger Festspiele, ist es zu verdanken, Bibliothek Schloss Leopoldskron

IM PRINZENGEMACH Leopoldskronstraße 56–58, 5020 Salzburg

dass das Barockschloss aus dem 18. Jahrhundert bis heute nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat. Im letzten Jahr des Ersten Weltkrieges kaufte er das Anwesen und investierte sein ganzes Geld in die Renovierung und Restaurierung. Herzstück ist die große Bibliothek, die er nach dem Vorbild der Kloster-Bibliothek Sankt Gallen anfertigen ließ. Als Verbindung zwischen seinen Wohnräumen und den Bücherhallen diente eine Geheimtreppe, die er als Nachtarbeiter häufig nutzte. In Bild und Stuck ist Max Reinhardt noch heute präsent in dem Juwel, das nur den Gästen des heutigen Hotels Leopoldskron zugänglich ist. Ausnahme: der Tag der offenen Türe am Sonntag vor dem 1. Advent.


K U N ST . K U LTU R

Bibliophil

BIS 1700 WOHNTEN IM ERSTEN STOCK des Osttraktes der heutigen Erzabtei Sankt Peter die Novizen in

Zellenbibliothek

SYSTEMATISCHES VORGEHEN Erzabtei St. Peter, St.-Peter-Bezirk 1, 5020 Salzburg

sieben Zellen. Doch dann fand Abt Placidus, dass die Mönche die benötigten Bücher näher bei sich haben sollten, ließ die Novizen einen Stock höher siedeln und funktionierte ihre Zellen in eine Bibliothek um. Die einzelnen Räume wurden durch einen Flur verbunden und jedem Raum wurde ein Wissensgebiet zugewiesen. Die Mönche begegneten in der ersten Zelle der Heiligen Schrift, durchschritten Theologie und Recht, Geschichte und Christliche Philosophie. Nicht zufällig befinden sich Philologie und Grammatik sowie die indizierten Bücher am anderen Ende des Studienflurs. Jede Zelle ist mit Deckengemälden geschmückt, die das Raumthema allegorisch darstellen. Der stetige Bücherzuwachs bewirkte, dass die Werke heute möglichst platzsparend nach Größe geordnet die Regale füllen. Ein besonderes Highlight sind die barocken Einbaumöbel, die den Mönchen das Studieren erleichtern.

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Foto

Christina Canaval/Salzburger Landestheater: „Der deutsche Mittagstisch“


K U N S T . K U LTU R

Ausgewählte Literatur

Niederschrift Bücher bewegen. Bücher wecken Sehnsüchte. Bücher stillen Bedürfnisse. Und Bücher zeigen besondere Seiten. In diesem Fall von Salzburg.

TRADITION UND ZEITGEIST VERBINDEN

Seinen Einwohnern. Und seinen schönsten Zufluchtsorten.

Salzburg ohne Trachten – das geht gar nicht! Doch wie modisches Chichi von echtem Dirndl unterscheiden? Orientierung gibt Hans Köhl, der ein Spiegelbild der Salzburger Trachtenlandschaften zu Beginn des 21. Jahrhunderts vorlegt.

Text Claudia Dabringer, Claudia Janka Foto Verlage

HANS KÖHL

Salzburger Trachten Salzburger Heimatwerk – Salzburg 2014

KUNST IM „ROM DES NORDENS“

JENSEITS DES TOURISTENSTROMES

FEIERN, SPIELEN, ESSEN, TRINKEN

SALZBURGS VIELE GESICHTER

Einer der profundesten Kenner der Sakralkunst Salzburgs ist Johannes Neuhardt. Er hat sein Wissen über die Stadt gebündelt und legt ein faszinierendes Werk zur hiesigen Kunstgeschichte vor – inklusive Festspielgeschichte und Kleinodien.

Was passiert, wenn eine Stadt wie Salzburg plötzlich menschenleer ist? Ein beinahe mystischer Bildband, der die Substanz aus dem allseits bekannten Blick schält. Der Regensburger Jens Riecke hat fotografiert, Salzburger Autoren wie Karl-Markus Gauß und Christoph Janacs begleiten mit Texten.

Früher Brennpunkte des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens eines Ortes, heute nicht selten Arbeitsplätze der Digital Nomads – Salzburgs Wirtshäuser blicken auf eine vielfältige Geschichte zurück, die jede Entdeckung wert ist.

Das Salzburger Land zählt über 500.000 Einwohner – jeder für sich ist einzigartig. Fotograf Edward Groeger und Autor Walter Müller beleuchten in diesem beeindruckenden Bildband nicht nur die Menschen, sondern auch deren spannende Geschichten.

JENS RIECKE

GERHARD AMMERER/ HARALD WAITZBAUER

EDWARD GROEGER/ WALTER MÜLLER

Silent Space Salzburg Verlag Anton Pustet – Salzburg 2013

Wirtshäuser. Eine Kulturgeschichte der Salzburger ... Verlag Anton Pustet – Salzburg 2014

Menschen – People, Salzburger Land Verlag Anton Pustet – Salzburg 2014

JOHANNES NEUHARDT/ WOLFGANG STRAUB

Salzburg Christian Brandstätter Verlag – Wien 2013

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Das neue Erholungskonzept für sensible Haut

„Sensibilität ist eigentlich eine Gabe. Wo sie aber zum Problem wird, ist eine wirksame Lösung gefragt.“

Die optimale Pflege empfindlicher Haut ist sehr anspruchsvoll. Denn sie reagiert unberechenbar individuell und unterschiedlich intensiv. Zudem hat eine überhöhte Sensibilität viele Ursachen. Ob innere oder äußere Reize. Veranlagung, Stress oder mangelnder Schutz vor Sonne und Kälte. Geraten die hauteigenen Schutzmechanismen schließlich aus der natürlichen Balance, wird es unangenehm: Trockenheit, Juckreiz und Rötungen sind deutliche Anzeichen einer instabilen Lipidbarriere. Ein Problem, das tiefgreifende Hilfe erfordert.

Dr. Spiller hat sich intensiv auf diese Aufgabe konzentriert und eine Lösung mit System entwickelt – SENSICURA. Das neue Pflegekonzept mit hochwirksamen Aktivstoffen wie Magnolienrinden-Extrakt und Vitamin-FKomplex bringt gestresste Haut wieder in ein stabiles Gleichgewicht. Die Effekte dieses umfassenden Erholungsprozesses lassen sich schnell sehen und nachhaltig spüren. Irritationen verschwinden, während die Geschmeidigkeit dauerhaft zurückkehrt. Damit sorgt SENSICURA für geschützte, stabile und intakte Haut, um den Spuren der Sensibilität besonders attraktiv zu begegnen: mit einer gesunden Erscheinung und einem rundum gepflegten Gefühl.

SENSICURA A ist da dass ne neue, e uee , na naht nahtlos htllo ht los los sanfte Pflegekonzept gekonzept für empfindempfi fi ndd liche und hypersensible Haut. Vom mildenn Reinigungsprogramm über Anti-Aging-Formulierungen unterschiedlicher Texturen bis hin zur aufbauenden Kurpackung. Abgerundet durch Lotionen und Cremes für Körper, Hände und Augenpartie. Die elf perfekt aufeinander abgestimmten Produkte berücksichtigen alle Bedürfnisse für sofortige Linderung, gezielte Stabilisierung und nachhaltigen Schutz. Frei von Silikonen, Parfümölen und Konservierungsstoffen.

Erhältlich in ausgewählten Kosmetikinstituten und Spas.

www.dr-spiller.at


Text

Klemens Renoldner Autor, Germanist und Direktor des Stefan Zweig Centre Salzburg

K U N S T . K U LTU R

Feuilleton

DAS GLÜCK IN DER BIBLIOTHEK VON RENO

V

KLEMENS RENOLDNER, österreichischer Schriftsteller, Literaturwissenschaftler und Leiter des Stefan Zweig Centre in Salzburg, berichtet von seiner Liebe zu Büchern und seinen geschätzten Zufluchtsorten.

om Pazifik kommend durchquert der „California Zephyr“, ein bequemer Reisezug, die Schluchten der Rocky Mountains. Er verbindet die Städte San Francisco und Chicago und benötigt dafür 54 Stunden. Auf dieser Eisenbahnstrecke fuhr ich einmal durch den Westen der USA. Die Stadt Reno, im Bundesstaat Nevada gelegen, war meine erste Station. „Reno!“ – So riefen sie mich damals im Gymnasium. Bis heute grüßen mich ehemalige Schulkollegen mit diesem Spitznamen. Nun wollte ich endlich „meine“ Stadt kennenlernen. Vielleicht war in der „biggest little city in the world“ das Glück zu machen? Der innere Stadtbezirk, Downtown Reno, besteht aus zwei architektonischen Elementen: aus turmhohen Hotelmonstrositäten und aus gesichtslosen Parkhäusern. Zwischendrin kann man einige einstöckige Häuserzeilen entdecken, erbärmliche Souvenir-Shops, eine heruntergekommene Spaghetti-Bude und eine düstere Bar, in der keiner ein Bier trinken will. Woher sollte ich wissen, dass es sich bei Reno um einen der hässlichsten Orte der Welt handelte? In Reno kann man natürlich auch den amerikanischen Glamour der 8oer Jahre entdecken. Bunte Poster, ungezählte Glühlämpchen, goldlackierte Portale weisen den Weg in die Spielkasinos. Hier hocken sie, die einsamen Ladies, von der Mühsal des Lebens gezeichnet, Durchschnittsalter siebzig Jahre. Sie werfen Münzen in blinkende Automaten und tippen mit Fingern auf Bildschirme, um die rollenden Bildchen zu stoppen. Ein Blick in die unfassbare Trostlosigkeit dieser weitläufigen Säle genügte und mich verließ der Mut, abends an einem Poker- oder Roulette-Tisch mit einer Hand voll Dollars das Spiel zu wagen. An den Wochenenden seien die Kasinos, so wurde mir versichert, von tausenden Besuchern überfüllt. Ich aber kam an einem Dienstag in die Stadt. Schlecht gelaunt und unschlüssig, wie ich meinen zweiten Reno-Tag herumbringen sollte, entdeckte ich morgens in der Center Street die Filiale der „Washoe County Library“. Während der flache Ziegelbau mit seinen gefalteten Glasrippen wenig einladend wirkte, wurde ich nach dem Eintreten von Grün geblendet. Die städtische Bücherei von Reno ist eine Symbiose von Palmenhaus und Bibliothek. Mächtige Bäume wachsen aus dem Kellergeschoss hinauf bis unter das Glasdach. Auf vier Etagen sind ringsher-

um die Bücher aufgestellt. Den ganzen Mittwoch saß ich in der „Washoe County Library“ von Reno, und studierte, einer plötzlichen Eingebung folgend, in Handbüchern, Bildbänden und Biographien die Geschichte der Indianer Nordamerikas. Buffalo Bill, Sarah Winnemucca, die Schlacht von Little Bighorn …, meine langjährigen Karl-May-Studien erfuhren in Nevada ein gigantisches Update. Und ich spürte: Bibliotheken sind Orte des Glücks. Jetzt werden Sie fragen: Darf man in den Lesesälen vielleicht tanzen? Kann man auf den Gängen Tennis spielen? Nein. Aber man erfährt Dinge, mit denen man nicht gerechnet hat. So erging es mir schon als Student in der Salzburger Universitätsbibliothek. Ich nahm ein Lexikon zur Hand und entdeckte im Regal darüber das „Historische Wörterbuch der Philosophie“. Die wochenlange Schreibblockade an meiner Doktorarbeit fand ein Ende. Bibliotheken drücken dem Suchenden die richtigen Bücher in die Hand. Letzten Oktober erlebte ich es erneut. In der „New York Public Library“ hatte ich unbekanntes Material für meinen Roman gefunden. Ich ließ das geplante Besichtigungsprogramm sausen und saß eine Woche während der Öffnungszeiten, von 10 bis 18 Uhr, im Lesesaal der „NYPL“, um das letzte Kapitel meines Manuskripts neu zu schreiben. Zweimal, dreimal in der Woche suchte ich in Berlin, wo ich sechs Jahre lebte, die Staatsbibliothek in der Potsdamerstraße auf. Ich staunte über die vielen jungen Menschen, die hier lesen, nachdenken, flüstern, wild in ihre Laptops tippen und schließlich über ihren Notizzetteln einnicken. In der Staatsbibliothek fühlte ich mich selbst wie ein Student, einer der das Leben noch vor sich hat. Natürlich hätte ich an diesem heißen Mittwoch in Reno über den „Martin Luther King Highway“ bis an den Silbersee und weiter, hinauf in die Sierra Nevada fahren können. Wo mich vielleicht eine Klapperschlange attackiert hätte. Stattdessen las ich voller Begeisterung im „Handbook of North Amercian Indians“. Ich denke oft an Reno. An die einsamen Ladies vor den blinkenden Geldmaschinen. An die Namen der Kasinos wie „Golden Phoenix“, „Bonanza“, „Eldorado“ oder „Reno Nugget“. An die grün überwucherten Betonschüsseln zwischen den Bücherregalen der „Washoe County Library“. Es sind die Bibliotheken, die einen retten.

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MUSEEN IN SALZBURG ZEITGENÖSSISCHE HEIMISCHE UND INTERNATIONALE KUNST IN ALL IHREN FACETTEN, ÖSTERREICHISCHE GESCHICHTE IM QUERSCHNITT: DIE STÄDTISCHEN MUSEEN BEHERBERGEN WAHRE KULTURSCHÄTZE, DIE ES ZU ENTDECKEN GILT.

Gauri Gill, Jogiyon ka Dera, aus der Serie „Notes from the Desert” 1999–2010, © Gauri Gill

„Weiter Leben” – dem Mozart-Kult ist ein eigener Raum in der Ausstellung gewidmet, © ISM Wolfgang Lienbacher

S A L Z B U R G E R K U N S T V E R E I N . Der Salzburger Kunstverein begreift sich als zentrale Vermittlungsinstanz für internationale zeitgenössische Kunst. Er ist ein Ort der Präsentation aktueller Tendenzen zeitgenössischer internationaler Kunst, der Begegnung mit Künstlern sowie der lebendigen Auseinandersetzung mit Kunst, Kunsttheorie und Kulturpolitik.

M O Z A R T S G E B U R T S H A U S . Das Haus, in welchem Wolfgang Amadeus Mozart am 27. Jänner 1756 geboren wurde, macht den Menschen Mozart und seine Musik lebendig spürbar: Auf drei Stockwerken erfährt der Besucher mehr über seine Geschichte, Vorlieben und Hintergründe. Die Räume präsentieren sich in architektonischer Ursprünglichkeit und Schlichtheit.

Im Sommer zeigt der Salzburger Kunstverein vom 26. Juli bis 21. September „Punctum“, eine Ausstellung zum Wesen der Fotografie heute. Mehr als 50 Künstler, Kuratoren und Autoren wurden eingeladen eine Fotografie auszuwählen und dazu einen kurzen Text zum Begriff des „punctum“ zu schreiben, wie von Roland Barthes in seinem wegweisenden Buch „Die helle Kammer“ definiert. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit den Fotografien und Texten der Ausstellung sowie neuen theoretischen Abhandlungen zum Wesen der Fotografie.

M O Z A R T - W O H N H A U S . Wolfgang Amadeus lebte acht Jahre in diesem Haus, bevor er Anfang 1781 endgültig nach Wien zog. Das zum Großteil im zweiten Weltkrieg zerstörte Gebäude wurde originalgetreu wieder aufgebaut und als zweites Mozart-Museum im Jahr 1996 neu eröffnet. Anhand von Originaldokumenten und Porträts wird die Geschichte des Hauses, Mozarts kompositorisches Schaffen während seiner Salzburger Jahre und das gesellschaftliche Umfeld der Familie Mozart dokumentiert.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 12.00 bis 19.00 Uhr Künstlerhaus . Hellbrunner Straße 3 . 5020 Salzburg T +43 (0) 0662 842294-0 . F +43 (0) 662 842294 E office@salzburger-kunstverein.at . W www.salzburger-kunstverein.at

Öffnungszeiten: täglich von 9.00 bis 17.30 Uhr, im Juli und August bis 20.00 Uhr Mozarts Geburtshaus . Getreidegasse 9 . 5020 Salzburg . T +43 (0) 662 844313 Mozart-Wohnhaus . Makartplatz 8 . 5020 Salzburg . T +43 (0) 662 87422740 E mozartmuseum@mozarteum.at . W www.mozarteum.at


Simone Forti, Huddle, 1960, Performance Hammer Museum, Los Angeles, 2013, © Sally Stein, 2013

Johann Sperl/Wilhelm Leibl, Leibl und Sperl auf der Jagd, um 1888, Öl auf Leinwand, 64,5 x 48 cm, unbezeichnet, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud Köln, Inv.-Nr. WRM 1163

M U S E U M D E R M O D E R N E S A L Z B U R G . Das Museum der Moderne Salzburg präsentiert im Sommer die erste Retrospektive von Simone Forti, der Schlüsselfigur des postmodernen Tanzes und der Minimal Art. Anhand von Hologrammen, Zeichnungsserien, Soundarbeiten sowie Videos, Dokumentationen und Live-Performances im Museum und im öffentlichen Raum wird ihr experimentelles und einflussreiches Werk erstmals vorgestellt. In „Kunst/Geschichten“ eröffnet das Museum der Moderne Salzburg eine Diskussion über eine der zentralen Aufgaben des Museums: die Konstituierung von Geschichte anhand von Artefakten. Die Generali Foundation hat ihre international vielbeachtete Sammlung dem Museum der Moderne Salzburg als Dauerleihgabe anvertraut. In der Schau „Proudly Presenting: Sammlung Generali Foundation“ werden Ikonen der zeitgenössischen Kunst von den 1960er-Jahren bis heute präsentiert, darunter Werke von Hans Hollein, VALIE EXPORT, Martha Rosler und Walter Pichler.

S A L Z B U R G M U S E U M N E U E R E S I D E N Z . Mit der Ausstellung „Von Mensch zu Mensch – Wilhelm Leibl & August Sander“ sind zwei herausragende Künstlerpersönlichkeiten des 19. und 20. Jahrhunderts zu Gast in der Neuen Residenz. Die Präsentation schafft eine Dialogsituation, die eine Auswahl von Malereien Wilhelm Leibls (1844–1900) mit Fotografien von August Sander (1876–1964) zusammenführt. Obwohl beide Künstler in keinem persönlichen Kontakt zueinander standen, zeigen ihre Arbeiten teils überraschende Übereinstimmungen und Parallelen. In sensiblen Gegenüberstellungen werden Wesen und Eigenheiten beider Künstler und ihre gemeinsame Faszination am menschlichen Antlitz deutlich. Beide waren stilprägend und beeinflussten auch die österreichische Kunst nachhaltig. Die Ausstellung wurde vom Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln, in Kooperation mit der Photographischen Sammlung/ SK Stiftung Kultur, Köln, konzipiert.

Öffnungszeiten: Di–So von 10.00 bis 18.00 Uhr, Mi von 10.00 bis 20.00 Uhr, Während der Festspiele zusätzlich Mo von 10.00 bis 18.00 Uhr Museum der Moderne Salzburg . Mönchsberg 32 . 5020 Salzburg Rupertinum . Wiener-Philharmoniker-Gasse 9 . 5020 Salzburg T +43 (0) 662 842220 . E info@mdmsalzburg.at . W www.museumdermoderne.at

Öffnungszeiten: Di–So von 9.00 bis 17.00 Uhr. Jeden Do um 18.00 Uhr öffentliche Führung durch einen der Ausstellungsbereiche in der Neuen Residenz oder im Panorama Museum Salzburg Museum . Mozartplatz 1 . 5020 Salzburg . T +43 (0) 662 620808.700 E office@salzburgmuseum.at . W www.salzburgmuseum.at


FORSTENLECHNER

am Mozartplatz zeigt die aktuelle Kollektion f端r den Herbst. Damenjacke in feinem Walkloden mit Lederapplikation von MEINDL. Bluse und Schal in Seide / Wolle von HABSBURG.


Foto

CONTENTS

Amorous Rapture

Modern Living

F A S H I O N.

„EIN SCHNITT, ZWEI NÄHTE UND LIEBEVOLLE HANDARBEIT SCHAFFEN DIE SCHÖNHEIT DER REINHEIT IN PERFEKTER FORM.“

Joe Wagner, Designer des Taschenlabels Amorous Rapture

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What a beautiful MIND

Dominante Animal-Prints und sinnliche Transparenz:

Top of Salzburg weckt die Sehnsucht nach Mode

104

Modern FASHION in the City

Exklusiv, vielseitig, up to date: die Crème

de la Crème der Modeausstatter

106

Fashion and ART

Die zweite Wiege für exklusive

Designerlabels: 2nd Hand Shops

111

FIRST CLASS 2nd Hand

Die 2nd Hand Shops aus Salzburg vereinen

exklusive Antiquitäten und leistbaren Luxus

112

KONTRASTprogramm

Made in Austria, bewährt und unvergänglich:

Tracht modern in Szene gesetzt

124

Modischer Brauchtum

Die Trachtenunternehmen der Mozartstadt im Visier

125

TraditionsREICH

Die Mozartstadt bietet einiges zu entdecken:

die Salzburger Traditionsbetriebe

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Design DELUXE

Salzburgs beste Adressen für individuelles

Design aus Meisterhand

130

AUTHENTISCH

... und ästhetisch. In diesen Salzburger Geschäften

sind Liebe und Leidenschaft die Grundpfeiler

90 . 91


Text Foto Make-up, Styling

Jana Jo Kürbiß Marcel Gonzalez-Ortiz Marlies Kürbiß

A BEAUTIFUL


FA S H I O N

Modern Luxury

KLEID Chula TASCHE Issey Miyake ARMREIF Zsiska alles von NINO D.

MIND Dominante Animal-Prints, sinnliche Transparenz und expressive Schnitte. Fashion aus Salzburg macht AUFMERKSAM.

92 . 93


ABENDKLEID ESCADA ARMBÄNDER UND RING NEW ONE


FA S H I O N

Modern Luxury

JACKE ESCADA RING NEW ONE

94 . 95


OVERALL SCHROECKER FASHION KETTEN UND RINGE NEW ONE


PULLOVER, HOSE UND SANDALEN MISC. FASHION KETTE UND ARMBÄNDER NEW ONE

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MANTEL Chula von NINO D.


FA S H I O N

Modern Luxury

KLEID Talbot Runhof von DIVA BY MAKOLE OHRRINGE NEW ONE

98 . 99


FA S H I O N

Modern Luxury

LEDERJACKE Giorgio Brato RING Aamaya Priyanka beides REYER KETTE ESCADA

E X P R E S S CASUAL I ELEGANCE V GOES E 100 . 101


KLEID MSGM SCHUHE Vic Matié beides RIEGER FASHION ARMBÄNDER NEW ONE


FA S H I O N

Modern Luxury

TASCHE Heartbow Greenfay von AMOROUS RAPTURE

102 . 103


MODERN FASHION

Text Jana Jo Kürbiß Foto Beigestellt

Exklusiv, vielseitig, richtungsweisend und immer up to date: die Crème de la Crème der Modeausstatter in Salzburg.

RENOMMIERT

EXTRAVAGANT

Sport & Mode Reyer ist seit 1945 kompro- Der etwas andere Laufsteg auf 97 m²: Rieger missloser Vorreiter in puncto Zeitgeist, Stil Fashion in der Altstadt wartet mit mehr als und Qualität auf über 1.500 m2. In gemütli- Extravaganz auf. Ausgeflippte und indivicher Atmosphäre werden funktionale Sport- duelle Kreationen von berühmten Designern bekleidung und hochwertige Designermode und Labels reihen sich hier direkt aneinanpräsentiert, die durch eine stimmungsvolle der. Inhaber Doris und Dietmar Völker Dekoration effektvoll inszeniert werden. Die präsentieren internationale Trends – von Zeichen der Zeit erkennend, launchte das London bis Australien. Der individuelle Stil renommierte Familienunternehmen 2009 und die innovativen Kreationen locken nicht auch seinen eigenen Online-Shop. nur Salzburger regelmäßig ins Geschäft.

GLÄNZEND

ANSPRUCHSVOLL

Nina Schullin erfand New One als topaktuDer Name des Geschäftes spricht für sich: elles Pendant zum klassischen Juwelier und Seit 2008 präsentiert Marianne Köhler in kreierte eine Marke, die Schmuck zeitgemäß ihrem 370 m2 großen Fashion-Tempel in der Innenstadt extravagante High Fashion interpretiert und einen unbeschwerten – Mode auf höchstem Niveau – für die Zugang zu erfrischend modischen Schmuckanspruchsvolle Frau von heute. In stilvollem stücken schafft. Die Kollektionen von ausgesuchten Top-Designern aus aller Welt Ambiente finden sich hier exklusive Stücke wie Marjana von Berlepsch, Miguel Ases oder von renommierten Designern wie bespielsweise Prada, Gucci, Missoni, Dolce & Au fil de LO orientieren sich an aktuellen Fashiontrends und runden das Sortiment ab. Gabbana, Talbot Runhof oder Donna Karen.

SPORT & MODE REYER

RIEGER FASHION

NEW ONE BY SCHULLIN

DIVA BY MAKOLE

Weißgerberweg 2–6, 5400 Hallein www.reyer.cc

Münzgasse 2 und Europastraße 1, 5020 Salzburg www.riegerfashion.com

Churfürstenstraße 4, 5020 Salzburg www.newone-shop.com

Sigmund-Haffner-Gasse 5, 5020 Salzburg www.makole.at


FA S H I O N

Ausgewählt

ORIGINELL

HEARTBOW

Für Damen, die das Besondere suchen: In reduzierter Atmosphäre bietet die gebürtige Steirerin Angelika Dietrich am Universitätsplatz hochwertige Mode und originelle Accessoires von vielfältigen Labels wie Chula, Issey Miyake, Zsiska, Lamont oder Dinh Cong Dat.

Joe Wagner entwirft unter seinem Label Amorous Rapture reduzierte, edle Taschen. Diese überzeugen mit raffinierter Schlichtheit, geformt aus einem einzigen Stück echten Leders. „Die Tasche gibt es, weil es etwas Unkompliziertes geben muss – die Essenz einer Tasche, eine, die nichts versteckt, bei der alles offenliegt und sichtbar ist: Nähte, Kanten, Verschlüsse. Ein Schnitt, zwei Nähte und liebevolle Handarbeit schaffen die Schönheit der Reinheit in perfekter Form“, so Joe Wagner.

NINO D.

AMOROUS RAPTURE

Universitätsplatz 14, 5020 Salzburg, www.ninod.at

Wüstenrotstr. 4/4, 5400 Hallein, www.amorousrapture.com

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Text Foto Styling

Jana Jo Kürbiß Chris Rogl Marlies Kürbiß

ent t Laur es Sain agamo v Y ID er r RKLE tore F LEDE DES Salva my Choo A im J SH HE Prada TASC HEELS N KITTE N DO ECO von S s e ll A


FA S H I O N

2nd Hand

FA SHION & ART Die zweite Wiege f체r exklusive Designerlabels: 2nd Hand Shops. Umgeben mit der Kunst von JANNE WOLLESEN pr채sentiert TOP OF SALZBURG Vintage Stores der Luxusklasse in Salzburg.

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Prada KLEID AS Prada IN R E O BALL SI M DI S N O S EC beides


FA S H I O N

2nd Hand

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FA S H I O N

Ausgewählt

ARTSTUDIO

JANNE WOLLESEN Gneiser Straße 4, 5020 Salzburg, www.janne-wollesen.com

Die dänische Malerin Janne Wollesen eröffnete vor zwei Jahren ihr Artstudio in Salzburg. Ihre ausdrucksstarken, abstrakten und großformatigen Acrylbilder stehen für Energie, Kraft und Lebenslust. Die Arbeitsmethode ist geprägt durch einen intuitiven, emotionalen und leidenschaftlichen Zugang zum Bild. Mit dem „Artstudio Janne Wollesen“, das sie für ihr eigenes künstlerisches Schaffen, für Malkurse und als Galerie verwendet, erfüllte sich Janne Wollesen einen jahrelangen Traum.

FIRST CLASS

2

nd

HAND Das Bewusstsein, etwas Individuelles, womöglich Einzigartiges zu tragen: Diese Secondhand-Shops aus Salzburg vereinen exklusive Antiquitäten und leistbaren Luxus.

Text

Jana Jo Kürbiß

EDEL

ZENTRAL

Bei Secondo finden sich edle Stücke aus dem Fashionbusiness der letzten Saison. Inhaberin Elke König legt größten Wert darauf, nur neue ungetragene oder absolut neuwertige Ware anzubieten. Und so lassen sich hier ganz besondere Luxus-Labels und teure Marken zu erschwinglichen Preisen finden. Elke König wählt die Modelle sorgfältig aus und freut sich über zahlreiche Stammkundinnen: „Secondo ist mehr als die Summe renommierter Designer-Namen. Es ist eine eigene, anziehende Modewelt, die auf

Das Salzburger Traditionsunternehmen von Christine Ortner gilt in Salzburg als Geheimtipp für modebewusste Menschen, die Wert auf Qualität und Markenmode setzen. Hier wird ausschließlich hochwertige Marken- und Designermode von Labels wie Gucci, Louis Vuitton, Gössl, Burberry oder Lanz für Damen und Herren verkauft. Die Freundlichkeit des Teams, ein gemütliches Ambiente und ein gut sortiertes Angebot sind die Erfolgsfaktoren von Christine Ortner. Das Motto: „Persönliche und ehrliche

Persönlichkeit und Individualität setzt.“

Betreuung statt Massenabfertigung.“

SECONDO

EXQUISIT

Morzger Straße 2 a, 5020 Salzburg, www.secondo.at

Hildmannplatz 6, 5020 Salzburg

VINTAGE

ÜBERRASCHEND

Ein Geheimtipp für wahre Fashionfreunde ist dieser Secondhand-Laden in der Schwarzstraße. Der freundliche Shop bietet ein großes Angebot an unterschiedlichsten Designern. Kleidertechnisch ist alles vom Feinsten, denn hier schaffen es nur ausgesuchte Stücke in das Verkaufsregal: Große Namen wie D&G, Escada oder Schumacher finden sich hier ebenso wie die Kreationen von jungen Labels

Die unverkennbare persönliche Handschrift von Regina Huber zeigt ihr Gespür für Stil, Eleganz, angesagte Designer und Labels, trendige Taschen und Accessoires. Die Besonderheit: ihre kreative, professionelle Beratung. In Secondissimo steckt Herzblut und langjährige Erfahrung. Regina Huber bleibt ihrem Motto immer treu: „Begeistern kann ich nur durch kontinuierliche Qualität.“ Ein Besuch

wie Maison Scotch oder 7 For All Mankind.

lohnt sich. In jedem Fall.

EXCLUSIV

SECONDISSIMO

Schwarzstraße 33, 5020 Salzburg

Marktplatz 5, 5082 Grödig, www.secondissimo.com

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Text Foto

Jana Jo Kürbiß Andreas Hechenberger

Kontrast P

R

O

G

R

A

M

M

Made in Austria, bewährt und unvergänglich:

TRACHT UNKONVENTIONELL IM RAMPENLICHT.


FA S H I O N

Tracht

KEEP IT GREEN Der Mantel „Hanna“ besticht nicht nur mit seinem saftigen Grünton, sondern auch mit Epauletten und bunt gemustertem Innenfutter. Mantel von Schneiders


FA S H I O N

Tracht

SIMPLE CAPTURE Das stilechte, zarte Baumwolldirndl mit passender Tasche ist der perfekte Allrounder f端r jede Gelegenheit. Alles von Hanna Trachten


FA S H I O N

Tracht

BACK TO THE ROOTS Die rustikale Kombination aus Gehrock, Bluse, Lederhose und Schal mit den passenden Schuhen punktet durch coole Ungezwungenheit und ein durchdachtes Farbkonzept. Alles von Forstenlechner


FA S H I O N

Tracht

INTO THE BLUE Zeitlos, wertig und stets ein sch端tzender Begleiter: der dunkelblaue Trenchcoat f端r Herren von Schneiders. Dazu: ein passender Schirm in exklusivster Ausf端hrung. Mantel von Schneiders, Schirm von Kirchtag


FA S H I O N

Tracht

MODERN CASUAL Eine Kombination aus Denim und Naturtönen für jeden Tag, die an Lässigkeit kaum zu überbieten ist. Outfit von Dollinger, Hut von Stylist’s own


FA S H I O N

Tracht

MUSTERGÜLTIG Das angenehme Etuikleid „Giuseppina“ aus Stretch-Jacquard mit passendem Blazer „Raffaela“ bestechen mit aktuellem Ornamentmotiv. Outfit von Habsburg, Schirm von Kirchtag


FA S H I O N

Tracht

DETAILVERLIEBT Der Inbegriff von Weiblichkeit und Tradition: das farbenfrohe Dirndl in luxuriöser Ausführung. Alles von Lanz


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Tracht

FINEST LUXURY Eine Investition fĂźrs Leben: Ein hochwertig gefertigter Janker bietet Schutz vor Wind und Wetter und versteht sich dabei als zeitloser Klassiker. Alles von GĂśssl


FA S H I O N

Tracht

SALZBURGS LEBENDIGE

Trachtenszene Hauptstadt der Tracht – ein Name, den Salzburg zu Recht trägt. Nicht nur wegen Modemessen wie der Tracht & Country gilt Salzburg als Referenzpunkt für alpenländische Trachtenmode. Auch die Salzburger tragen das Ihre zur lebendigen Trachtenkultur bei. Text

Katharina Wohlfahrt, Martina Müllner

Ob Jedermann-Aufführung bei den Salzburger Festspielen oder Volksfeste – Dirndl und Lederhose gehören wie selbstverständlich dazu. Das bestätigen auch die zahlreichen Top-Adressen für hochwertige Trachtenmode: Lanz, Gössl im Gwandhaus, Hanna Trachten – diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Dabei ist es den Salzburger Trachtendesignern vor allem wichtig, dass das aufwendige Handwerk nicht in Vergessenheit gerät. Über Kitsch- und Billig-Tracht rümpft man in der Mozartstadt verächtlich die Nase. Dirndl, Lederhose und Co. sind den Salzburgern viel mehr als ein Party-Accessoire. Auch die angereisten Besucher Salzburgs lieben Trachtenmode, weil sie so ihre Verbundenheit mit Österreich zum Ausdruck bringen. Sie vermittelt das Gefühl von Zugehörigkeit und Gemeinsamkeit, ist eine lebendige Tradition und kein Kostüm aus vergangenen Epochen. Tracht gehört zum guten Ton und ist ein gern gelebtes Brauchtum, nicht nur bei festlichen Anlässen, sondern auch im Alltag. So ist es für die Bürger der Stadt keine Seltenheit, bei einem Bummel durch die Getreidegasse, beim Schlendern über den Grünmarkt oder beim gemütlichen Kaffeetrinken am Alten Markt ihre Wochentags-Tracht auszuführen. Zu Hochzeiten, kirchlichen Festen oder den Salzburger Festspielen darf es dann gerne edler sein. Kein Wunder also, dass in den Kleiderschränken der Einheimischen meist auch eine elegante Festtags-Tracht wie ein exklusives Seidendirndl zu finden ist. Besonders erfreulich: Auch die Jugend hat die Tracht für sich (wieder)entdeckt und kann sich das traditionelle Maibaumaufstellen in Aigen, das Lieferinger Dorffest oder den Rupertikirtag ohne Dirndl und Lederhose gar nicht mehr vorstellen. Klar, dass dann der Dirndlrock auch mal kürzer ausfällt, als das Traditionalisten erlauben würden.

Aber ist es nicht gerade dieser Bruch, der die Tracht so lebendig hält?

120 . 121


Getreidegasse 3 | im Schatz Durchhaus


IHR BESTER NAME FÜR TRACHT JETZT AUCH IN DER MOZARTSTADT


MODISCHES

Brauchtum Traditionsbewusst, geschichtsreich, individuell: die Trachtenunternehmen der Mozartstadt.

Text

Jana Jo Kürbiß

UNVERWECHSELBAR

URBAN

BREITGEFÄCHERT

AVANTGARDISTISCH

Das Salzburger Traditionsunternehmen Mit Liebe zur Tradition, verbunden mit Seit über 60 Jahren eine gelungene Der Grundstein wurde 1946 mit der SchneiGössl wird in zweiter Generation von großem Interesse für neue Wege der Tracht, Symbiose von Tradition und Zeitgeist: Hanna ders Mantelfabrik in Salzburg gelegt. Unter Mag. Gerhard Gössl geführt, der auf einen präsentiert Forstenlechner am Mozartplatz Trachten. Die feschen Hanna-Dirndl werden dem Motto „Everywhere at Home“ produziert innovativen Marktauftritt der Traditionseinen unverwechselbaren Modestil. Die in Salzburg und in Wien mit viel Liebe zum Schneiders stilvolle und exklusive Mode marke setzt. Durch und durch Traditionalist, gepflegte Lässigkeit steht dabei immer im Detail aus fröhlichen Baumwolldrucken oder zwischen Tradition und Moderne. 1992 schätzt er als solcher das Innovative und Vordergrund. Eine eigene Änderungsfestlichen Seidenmaterialien individuell und wurde unter dem geschichtsträchtigen spielt gekonnt mit der Dualität seiner Marke: schneiderei erfüllt bei Forstenlechner handwerklich gefertigt. Ziel ist es dabei, der Namen Kleidermanufaktur Habsburg eine „So viel Tradition wie möglich und so viel zudem Sonderwünsche für eine optimale österreichischen Trachtenkultur immer weitere Luxuslinie unter der Headline Innovation wie nötig.“ Passform in nur kürzester Zeit. treu zu bleiben. „Noblesse Oblige“ präsentiert. GÖSSL

FORSTENLECHNER

HANNA TRACHTEN

SCHNEIDERS UND HABSBURG

Morzger Straße 31, 5020 Salzburg www.goessl.com

Mozartplatz 4, 5020 Salzburg www.salzburg-trachtenmode.at

Linzergasse 41/Goldgasse 6, 5020 Salzburg www.hanna-trachten.at

Aribonenstraße 27, 5020 Salzburg www.schneiders.com

LANZY

AUTHENTISCH

Der Lanz-Familie ist gelungen, bäuerliche Tracht nicht nur salonfähig zu machen, sondern auch einen Stil zu kreieren, der für jede Gelegenheit geeignet ist: von der zünftigen Landpartie bis zum vornehmen Festspielbesuch. Der schönste Beweis für den internationalen Siegeszug: Es gibt im Englischen ein eigenes Wort, um die Mode zu beschreiben: „lanzy”. Das heißt Tradition mit Innovation. Folklore für Weltbürger. Oder einfach: Eleganz zum Wohlfühlen.

Ein Familienunternehmen mit 50-jähriger Tradition. 1958 eröffnete in Berchtesgaden ein vorerst kleines Fachgeschäft für Herrenmode, wobei der Name Dollinger schnell zum regionalen Modebegriff wurde. Kathrin und Sebastian Proft führen das Unternehmen nun seit 2013 in der dritten Generation. Die Leitlinien von Dollinger sind jedoch immer dieselben geblieben: ein hochwertiges MarkenSortiment und ein hervorragender Service.

LANZ

DOLLINGER

Schwarzstraße 4, 5020 Salzburg, www.lanztrachten.at

Getreidegasse 3, 5020 Salzburg, www.dollinger-mode.de


FA S H I O N

Ausgewählt

TRADI TIONS REICH

VIELFÄLTIG Seit über 110 Jahren fertigt die hauseigene Werkstatt Schirme von höchster Qualität. Durch Dampf gebogene Stöcke werden mit einem Gestänge versehen, um schließlich mit einem von Hand zugeschnittenen und vernähten Tuch bespannt werden zu können. Auch Reisegepäck und Lederwaren, Koffer, Taschen oder Handschuhe gehören zum umfassenden und exklusiven Sortiment.

Salzburg kennt und liebt man als Mozartstadt, für die Salzburger Festspiele und das barocke Flair.

KIRCHTAG

Doch gilt es auch weniger

Getreidegasse 22, 5020 Salzburg www.kirchtag.com

Bekanntes zu entdecken: so etwa die Salzburger Traditionsbetriebe. Text Jana Jo Kürbiß Foto Beigestellt

NOSTALGISCH Seit 1422 ist das Lederhaus Schliesselberger im Familienbesitz. Gegründet als Gerberei, wurde hier bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegerbt und das fertige Leder verkauft. Heute stehen Lederwaren, Reisegepäck sowie der Handel mit Leder aller Art, Felle und diverse Schuhmacherbedarfsartikel im Mittelpunkt des Sortiments. Ein spezieller Kundenservice wie die Reparatur von Taschen, Sonderanfertigungen sowie die Schadensbegutachtung von Gepäck wird in der Lederergasse ebenfalls großgeschrieben.

GESTALTERISCH

MASSGEFERTIGT

ORIGINELL

Am Residenzplatz befindet sich die älteste Im Jahre 1900 gründete Florian Haderer In dem liebevoll adaptierten TraditionsGerberei Salzburgs: Jahn-Markl, der im Jahr dieses traditionsreiche Schuhgeschäft für geschäft von Tina Hinteregger widmet man 1408 gegründete Lederspezialist. UrsprüngMaßanfertigungen, das heute in dritter sich der liebevollen Fertigung von hochlich stellte der Betrieb lederne Wämser und Generation von Herbert Haderer geführt wird. wertigen, individuell geschnittenen MaßStrümpfe her. Bis heute werden hier JagdAngeboten werden fast ausschließlich hemden. Neben bester Handarbeit findet und Wildlederbekleidung, Hand- und Hausexklusive Produkte aus der hauseigenen man aber auch höchste Originalität. Von schuhe, Gürtel, Leinen- und Lodentrachten Werkstätte. Und das immer individuell und kunstvoll selbst gearbeiteten Dekorationssowie handgestrickte Stutzen hergestellt. nach Maß hergestellt. Ausgewählte edle ideen, Schmuck, Taschen bis zu ausViele der Kleidungsstücke werden in alter Schuhmarken und hochwertige Accessoires gesuchten Einrichtungsstücken und Handwerkskunst mit Stickereien verziert runden die feine Gesamtpalette zeitgeistigen Modelabels reicht das Angebot, und auf Wunsch ganz nach den kreativen des Schuhbetriebes Haderer in das ebenso eine exklusive Stoffauswahl Vorstellungen der Kunden gestaltet. der Pfeiffergasse ab. und Reparaturarbeiten umfasst.

LEDERHAUS SCHLIESSELBERGER

JAHN-MARKL

MASSSCHUHE HADERER

HEMDEN BABITSCH & LIVING IDEAS

Lederergasse 5, 5020 Salzburg www.lederhaus.at

Residenzplatz 3, 5020 Salzburg www.jahn-markl.at

Pfeiffergasse 3, 5020 Salzburg (nur Mittwochs geöffnet)

Wolf-Dietrich-Straße 15, 5020 Salzburg www.babitsch-living-ideas.com

124 . 125


Jetzt ist es Zeit in Ihren Schlaf zu investieren

Z.B.: MODELL LUXURIA, 180 X 200 CM, BJX AUFLAGE. STATT € 8.990,00 JETZT NUR € 7.990,00*

Unsere von Hand in Schweden gefertigten Betten werden aus den besten Naturmaterialien von unseren erfahrenen Handwerkern hergestellt. Sie sind mehr als nur ein Produkt – sie sind eine Investition für’s Leben. hastens.com

Gültig bis 31. Juli 2014. Aufpreis von € 250,00 mit zwei Festigkeiten in einer Matratze.

HÄSTENS STORE SALZBURG Einrichtungshaus Scheicher GmbH. Neutorstraße 18 5020 Salzburg. Tel. 0662 845313 office@scheicher.net www.scheicher.net


Text Jeanette Fuchs Foto Beigestellt

MODERN LIVING

Design deluxe

DESIGN DELUXE Gestalten, formen und neu interpretieren: Diese Auswahl zeigt Salzburgs beste Adressen für individuelles Design aus MEISTERHAND.

DIE KLASSIKER VON MORGEN Einrichtungshaus Scheicher

Neutorstraße 18, 5020 Salzburg www.scheicher.net

Im Familienunternehmen Scheicher trifft handwerkliche Tradition auf innovatives Design. In dem seit 1974 in der Neutorstraße beheimateten Einrichtungshaus sind Möbelstücke von den großen Meistern der Moderne ebenso vertreten wie Objekte von zeitgenössischen Designern. Das Sofaprogramm Groundpiece ist eines der aktuellen Lieblingsstücke von Geschäftsführer Stefan Scheicher: „Von Antonio Citterio für Flexform entworfen, können die Einzelelemente in vielen Variationen zusammengestellt werden.“ Rahmen und Kopfteil sind aus Holz hergestellt. Jener Werkstoff, der schon den Firmengründer Alois Scheicher begeisterte.

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KLARE FORMENSPRACHE bulthaup bei plandesign

Perfektion, Qualität und Individualität bestimmen die Philosophie von bulthaup, die man im plandesign-Showroom in der Maxglaner Hauptstraße greifbar werden lässt. Mit durchdachten Konzepten bringt Küchenplaner Josef Eder Ästhetik, Ergonomie und Funktionalität auf einen Nenner. Die bulthaup Premiumküchen stehen für puristische Eleganz und geradliniges Design. Zu Josef Eders Favoriten zählt die b3-Küche, die im Salzburger Showroom in verschiedenen Ausführungen ausgestellt ist: „Das b3-Modell überzeugt mit seiner Leichtigkeit. Durch die Verwendung dünner Werkstoffe ist die Küche aus ästhetischer und funktionaler Sicht einzigartig.“ Maxglaner Hauptstraße 29, 5020 Salzburg, www.bulthaup-plandesign.at

KUNST MIT BESTIMMUNG AREA

Design ist Kunst, die sich nützlich macht – so lautet einer der Leitgedanken, der die Philosophie bei AREA bestimmt. Die Arbeit reicht von der Neugestaltung von Wohn- und Arbeitswelten bis hin zur Beratung bei Umbauten und Renovierungsprojekten. Die maßgeschneiderten Lösungen, die sich an den Bedürfnissen der Kunden orientieren, sind bei AREA Teamsache. Ebenso wie das Aufspüren von Neuigkeiten und Inspirationen, unter anderem auf der Mailänder Möbelmesse. Einer der entdeckten Designfavoriten der AREA-Mitarbeiter ist der Stuhl Drop von Arne Jacobson. 1958 vom dänischen Kultdesigner entworfen, feiert der Möbelklassiker ein Revival. Bayerhamerstraße 5, 5020 Salzburg, www.area.at

DESIGNERMÖBEL FÜR ALLE Werkschau

Die Geschichte der Werkschau begann als Pop-up-Store. Im Sommer 2013 wurde daraus ein sesshaftes Projekt. Getreu dem Credo „Design ist für alle da“ bieten Inhaber Christian Mitterer und Innenarchitektin Suse Mayer funktionelle und ästhetische Möbel an. Die Designobjekte folgen einer klaren Linie, jedes einzelne davon erzählt seine eigene Geschichte. „Einer meiner Favoriten ist der Tisch Spillo“ erklärt Christian Mitterer. Der Werkschau-Inhaber schwärmt von der reduzierten Optik, die sich harmonisch in unterschiedliche Umgebungen einfügt. Das Möbelstück ist in vielfältigen Farben, Größen und mit unterschiedlichen Oberflächen erhältlich. Neutorstraße 14, 5020 Salzburg, www.werkschau.cc


MODERN LIVING

Design deluxe

„MAN MUSS VOM WEG ABKOMMEN, UM NICHT AUF DER STRECKE ZU BLEIBEN.“

Hans Zaugg, Designer

DAS GESPÜR FÜR ATMOSPHÄRE Famler Einrichtungen

1910 als Tischlerbetrieb gegründet, hat sich das Familienunternehmen Famler dem gepflegten Handwerk und dem Schaffen von Wohnatmosphäre verschrieben. Dabei steht die sensible Abstimmung von Formen und Proportionen, Farben und Materialien sowie von Accessoires und Beleuchtung im Mittelpunkt. Der Stuhl Mills von Minotti ist das aktuelle Lieblingsstück von Laura Famler: „Angelehnt an das Design der Sechzigerjahre hat der Stuhl eine extravagante Form mit hohem Sitzkomfort. Die gebogene Rückenlehne ist zugleich Armlehne und ermöglicht damit ein gemütliches Verweilen in verschiedenen Positionen.“ Das Design stammt von Rodolfo Dordoni. Haydnstraße 16, 5020 Salzburg, www.famler.at

FLEXIBLE WOHNBEDÜRFNISSE Ligne Roset Salzburg

Mit hohem Qualitätsanspruch und minimalistischen Interieurs vereint der Name Ligne Roset die Entwürfe internationaler Designer unter einer Marke. Einer der aktuellen Lieblinge von Cornelia Ludwig bei Ligne Roset ist das Sofa Ploum, dessen organische Form einen zeitgemäßen Lebensstil repräsentiert. „Wir haben uns das Sofa wie eine reife, genüssliche Frucht ausgedacht“, beschreiben Ronan und Erwan Bouroullec ihren Entwurf. Ploum ist das Ergebnis einer Recherche über Flexibilität und Komfort. Die Verbindung aus Stretchbezug und weichem Schaumstoff soll dem Körper in allen erdenklichen Positionen Entspannung ermöglichen. Neutorstraße 19, 5020 Salzburg, www.ligne-roset-salzburg.at

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ÄSTHETIK TRIFFT AUF TECHNIK Ioan Kloss weiß um das Wesen von Produkten. In seinem Geschäft kommt sein Faible für die Design-Fahrräder von Schindelhauer zum Ausdruck. Alten Rädern verhilft der Industriedesigner mit ausgewählten Materialien zu neuem Glanz. KLOSSRAD

Neutorstraße 16, 5020 Salzburg www.klossrad.at


MODERN LIVING

Text Jeanette Fuchs Foto Beigestellt

Ausgewählt

AUTHENTISCH ÄSTHETISCH Leidenschaft für das Produkt. Liebe zum Detail. Luxus im Kleinen. In diesen Salzburger Geschäften sind das die Grundpfeiler.

EDLE MEISTERSTÜCKE MIT STIL Hochwertige Schreibgeräte in repräsentativer Lage: In der Montblanc-Boutique am Alten Markt treffen Tradition, Design und Handwerkskunst aufeinander. Lederwaren, Uhren, Schmuck sowie Brillen und Düfte ergänzen das Sortiment.

DER SINN FÜR DAS BESONDERE

AUTHENTIC AMERICAN LIVING

INNENDESIGN MIT HARMONIE

Die Entdeckung alter Traditionen, die Liebe Sabine und Patrick Ryan haben sich dem Cornelia Müller-Thies begleitet ihre Kunden für das Besondere und die Achtsamkeit für American Way of Life verschrieben. In ihrem bei der kompletten Innenraumgestaltung. kleine Details. Mit diesen Worten lassen sich Shop verkaufen Sie neben BBQ-Zubehör und In ihrem Geschäft wählen Kunden aus die Wohn- und Modeaccessoires von Still- amerikanischen Mailboxen auch Duftkerzen Stoffmustern renommierter Lieferanten und segler beschreiben. Sorgsam ausgewählt, von Yankee Candle sowie die legendären lassen sich von Accessoires, Möbel-Schaumit dem Gespür für das Wesentliche. Ball Jars. stücken und Vintage-Unikaten inspirieren.

MONTBLANC

STILLSEGLER

AMERICAN HERITAGE

C/O CARE OF YOUR HOME

Alter Markt 1, 5020 Salzburg www.montblanc.at

Herbert-von-Karajan-Platz 3, 5020 Salzburg www.stillsegler.com

Goldgasse 12, 5020 Salzburg www.american-heritage.de/salzburg

Nonntaler Hauptstraße 10, 5020 Salzburg www.co-home.at

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FOTO LOUD Media & Awareness GmbH

NINA ALLERBERGER

am Grünmarkt

IHRE ERSTE ADRESSE FÜR HOCHQUALITATIVE FRISCHE OBST- UND GEMÜSESORTEN AUS DER REGION

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CONTENTS

Foto

aus „Menschen – People, Salzburger Land“ von Edward Groeger und Walter Müller

GENUSS „ES DAUERTE EINE WEILE, BIS ICH ERKANNTE, DASS DIE AUBERGINE HIER MELANZANI HEISST.“

Sous-Chef Felix Dittrich über Sprachbarrieren zwischen der österreichischen und deutschen Genusswelt

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SpitzenGASTRONOMIE

Diese Menschen machen Salzburg

zur Stadt des gelebten Genusses

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FEINSTE Kulinarik

Wer hier zu Gast ist, schmeckt Leidenschaft

und Liebe und erlebt wahre Genussmomente

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Salzburgs Konf iserien

Geschmack und kunstvoller Verarbeitung gelockt

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Coffee TIME

Eine Stadt wird vom Kaffee geprägt und von

den Treffpunkten, an welchen man ihn genießt

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Kaffeehaustradition

Uriges Ambiente, Wohlfühlatmosphäre

und hervorragend zubereiteter Kaffee

Ein Stück vom Glück: Hier wird mit feinstem


Text Foto

Claudia Janka Chris Rogl, Johannes Gierlinger

GROSSE LEUTE VOR ORT Querschnitt der Spitzengastronomie. Diese Menschen machen Salzburg zur Stadt des gelebten Genusses.

JOSEF SCHELLHORN M32

Mönchsberg 32, 5020 Salzburg www.m32.at

DER EHRGEIZIGE. „Es ist mein Wohnzimmer. Mein Arbeitsplatz. Das Ergebnis meines Schaffens der vergangenen zehn Jahre.“ So beschreibt Josef, „Sepp“, Schellhorn das M32 am Salzburger Mönchsberg. Stolz, Disziplin, viel Freude, aber auch das Bewusstsein, große Verantwortung für seine Mitarbeiter zu tragen. Dies sind Aspekte, auf welchen die Arbeit im M32 grundlegend fußt. Das Ambiente? Von der Decke reichen 390 Hirschgeweihe, ein Design von Matteo Thun, die Wände in nacktem Beton, die Einrichtung in strahlenden Farben. In einer unaufgeregten, beinahe lockeren Atmosphäre genießen Gäste nicht nur einen großartigen Blick auf die Stadt, sondern auch das multikulturelle Angebot an Speisen und Getränken, die internationalen Gastronomie- und Lifestyle-Trends folgen. „Vor zehn Jahren trieb mich mein Ehrgeiz an, das M32 an einem solch’ geschichtsträchtigen Platz zu übernehmen. Die Erwartungshaltung war groß. Ich habe Glück gehabt. Mein Konzept ist aufgegangenn“, so Schellhorn.


GENUSS

Große Leute

„ES IST MEIN WOHNZIMMER. MEIN ARBEITSPLATZ. DAS ERGEBNIS MEINES SCHAFFENS DER VERGANGENEN ZEHN JAHRE.“

„Sepp“ Schellhorn über das M32

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MARCUS SCHÜTZINGER Marc’s Restaurant – Bar

Chiemseegasse 4, 5020 Salzburg www.marcs.drupalgardens.com

DER SELBERMACHER. Dem Koch bei seiner Kunst über die Schulter zu blicken, ist im Marc’s eine Selbstverständlichkeit. Die Küche befindet sich mitten im Lokal – ein Aspekt, der es noch wichtiger erscheinen lässt, stets beste Qualität zu bieten. Marcus Schützinger setzt auf Teamwork: „Wir sind ein Dreierteam und deshalb ist bei uns jeder Koch, Kellner und Weinkenner zugleich.“ Was keinesfalls bedeutet, dass man im Marc’s an eines dieser drei Dinge halbherzig herantritt. Und doch ist es die grandiose Weinkarte, die dem Restaurant mit Bar Glanz verleiht. Schützinger arbeitete unter anderem bereits in Venedig und Mailand – und brachte von dort viel Know-how und neues Verständnis für Genuss mit. Der leidenschaftliche Angler serviert nur, was er selbst gerne mag. Fisch und Fleisch ohnehin nur aus der Region. Catering gibt es ebenfalls – selbstverständlich exquisit und maßgeschneidert.


GENUSS

Große Leute

WALTER UND PATRICK GRÜLL Grüll

Neue-Heimat-Straße 13, 5082 Grödig www.gruell-salzburg.at

DIE LEIDENSCHAFTLICHEN. Der Name Grüll ist in Salzburg unweigerlich mit Fisch verbunden. Als Österreichs einziger Kaviar-Produzent hat sich Familie Grüll – Walter Grüll ist bereits seit 33 Jahren im Geschäft – einen großen Namen gemacht. Was mit drei Fischen in einer Waschküche begann, ist heute zu zwei Fischzuchten und einem Geschäft in Grödig herangewachsen. Weißer und schwarzer Kaviar wird von Salzburg aus in die ganze Welt vertrieben. Und doch ist es die Nähe zu Kunden und zum Tier, die bei den Grülls immer und überall spürbar ist. „Eine E-Mail-Adresse haben wir nicht. Denn wir sind immer persönlich für unsere Kunden zu sprechen“, sagt Patrick Grüll, der seinem Vater bereits ins Fischgeschäft folgte. „Ich selbst esse Kaviar nur vier- oder fünfmal im Jahr. Für mich bleibt er stets etwas Besonderes. Das Wichtigste ist, dass die Tiere keinen Stress haben. Dann ist auch das Endprodukt hervorragend“, so sein Vater, Walter Grüll.

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„ES DAUERTE EINE WEILE, BIS ICH ERKANNTE, DASS DIE AUBERGINE HIER MELANZANI HEISST.“

Felix Dittrich über Sprachbarrieren

FELIX DITTRICH Arthotel Blaue Gans

Getreidegasse 41–43, 5020 Salzburg www.hotel-blaue-gans-salzburg.at

DER KREATIVE. In Salzburgs ältestem Gasthaus und erstem Arthotel treffen Gäste auf ein überraschend junges und herausragend motiviertes, innovatives Team. Nicht nur das Hotel, auch die feine Küche lebt von dem Mix aus Traditionellem und Modernem. Klassische Gerichte wie der Tafelspitz sind ebenso zu finden wie Taubenfleisch. Wichtig ist dem Küchenteam um Felix Dittrich, dass mit hoher Qualität gearbeitet wird und stets neue Kreationen ausprobiert werden. „Wir haben viel Freiraum bei unserer täglichen Arbeit“, sagt Dittrich. Der gebürtige Stuttgarter war jahrelang in der Patisserie zu Hause und entwickelte dort ein feines Näschen für die besten Geschmäcke. Als rechte Hand der Küchenchefin im Arthotel macht er sich dies zu Nutze und versucht sich gerne in neuen Gerichten. Nur die Sprachbarrieren schlagen ihm manchmal ein Schnippchen. „Es dauerte eine Weile, bis ich erkannte, dass die Aubergine hier Melanzani heißt.“


GENUSS

Große Leute

ANTON JAKOB GRUBER Franziskischlössl Salzburg

Kapuzinerberg 9, 5020 Salzburg www.franziskischloessl.at

DER FEINMOTORIKER. Die drei „Ks“ Kunst, Kultur und Kulinarik einen das Konzept von Anton Jakob Gruber und Wolfgang Steinmetz im Franziskischlössl. 18 Jahre Beziehung. 4 Jahre gemeinsam im Franziskischlössl. Keine Minute voneinander getrennt. Und dies scheint auch das Erfolgsgeheimnis der beiden Genusswirte zu sein. Während Anton Jakob Gruber feinste regionale Speisen in der Küche des Franziskischlössls zaubert, erfüllt sein Lebensgefährte Wolfgang Steinmetz im Service jeden Gästewunsch. „Bei uns ist Liebe zum Detail sicht- und spürbar“, so Gruber, der beruflich eigentlich aus dem Bankwesen stammt. Am Kapuzinerberg thront das Schlössl – ursprünglich Wehranlage aus dem 17. Jahrhundert – 200 Höhenmeter über Salzburg mitten im Grünen. Urban und urig zugleich. Dreimal jährlich finden sich Kultur-Connaisseurs bei Lesungen, Vernissagen und Genusswochen ein.

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„MAN SOLLTE WEIN WENIGER ANALYSIEREN UND MEHR GENIESSEN. AM BESTEN SCHMECKT EINE FLASCHE WEIN, WENN SIE MIT FREUNDEN GETEILT WIRD.”

Rafael Peil über die Qualität der feilgebotenen Weine

DER NATURBELASSENE. Rafael Peil steht als junger Sommelier, der seine Ausbildung in London absolviert

RAFAEL PEIL Enoteca Settemila a.c.

Bergstraße 9, 5020 Salzburg www.enotecasettemila.at

hat, für eine neue Generation von Weinkennern. In der Enoteca Settemila a.c., mitten im Zentrum der Altstadt gelegen, stehen spannende Winzer und biodynamische Weine im Fokus. Schlicht, kleine Weinproduzenten, die sich auf natürliche Weine eingeschworen haben. „Wir versuchen, bei unserer Weinauswahl stets die Besonderen in die Karte mit aufzunehmen. Und wir wissen: Wenn der Wein aus ist, ist er auch gut“, so Rafael Peil. Daraus resultiert ein Repertoire von mehr als 200 verschiedenen Weinen. Serviert werden dazu Prosciutto aus der Toskana, Käse und weitere Antipasti, die gemeinsam mit dem richtigen Wein dem Gaumen schmeicheln.


Text Foto

Claudia Janka Restaurants, Jรถrg Lehmann

GENUSS

Gastronomieszene

WO TRADITION BEDEUTUNG HAT Regionale Kรถstlichkeiten, sagenhafte Ausblicke, wahrlich gelebte Gastlichkeit. Diese Top-Adressen beleben Salzburgs Gastronomieszene.

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LEBENDIGE TRADITION Gasthof Mitteregg

Der Gasthof Mitteregg blickt auf eine lange Geschichte zurück. Schon während des Baus der Gaisbergstraße im Jahr 1928 wurden hier die Arbeiter verpflegt. 1936 brannte das Gebäude bis auf die Grundmauern nieder. 1939 der Wiederaufbau. Danach viele Jahre als „Sport- und Erholungsheim“. In den 70ern kam dann erstmals auf, was den Gasthof Mitteregg heute weit über die Grenzen Salzburgs hinaus bekannt macht: die Kasnocken in einem eigens vom Schlosser angefertigten Warmhaltegestell wurden zum traditionellen Schmankerl, das es damals kaum andernorts gab. Seit Jänner 2014 ist der Gasthof unter der Führung der Geschwister Michaela Ebner und Stefan Rihar, und damit in 4. Generation in Familienbesitz. „Nicht nur die Kasnocken sind hier köstlich, auch die anderen Gerichte auf der gutbürgerlichen Speisenkarte mit Produkten heimischer Bauern überzeugen. Außerdem locken rustikale Zimmer und ein Gastgarten mit zauberhaftem Blick ins Gebirge“, so die Gastgeberin stolz. Gasthof Mitteregg, Am Gaisberg, Oberwinkl 78, 5026 Salzburg

„... KUMM’ AUFFI UND G’SPIA!“ Kohlmayr’s Gaisbergspitz

Ein sagenhafter Panoramablick auf das Alpenvorland ist nicht das Einzige, was das Wirtshaus an der Spitze des Gaisbergs zur Besonderheit macht. Naturverbundenheit, Gastfreundlichkeit, Regionalität und hohe Qualität sind auf der höchsten Terrasse der Stadt Salzburg das Credo. Allen voran Sportler und Ausflügler finden sich gerne am Gaisberg ein, um dort bei frischer, leichter Küche zu pausieren. Der lukullische Tipp mit regionalen Kräutern aus der Speisenkarte: die „Brennessel-Suppe“. Das Team, die sogenannte „Goasmannschaft“, arbeitet getreu dem Hausmotto „... kumm’ auffi und g’spia!“. Lebendigkeit und Heimatverbundenheit sind bei Kohlmayr’s Gaisbergspitz keine leeren Worte. Kohlmayr’s Gaibergspitz, Gaisberg 32, 5026 Salzburg-Aigen


GENUSS

Gastronomieszene

HAUBENRESTAURANT MIT CHARME Gasthaus zu Schloss Hellbrunn

Freude und Leidenschaft an der Arbeit und großer Zusammenhalt: Das sind die Säulen der Gastronomie im Haubenrestaurant zu Schloss Hellbrunn. Küchenchef Michael Gahleitner setzt beim Kochen auf viel Gefühl, Qualitätsbewusstsein und zeigt stets Interesse an neuen Produkten. „Unsere Gäste wissen, was sie wollen und welch’ hervorragende Qualität sie bei uns erwartet. Und wir versuchen sie geschmacklich immer wieder mit Neuem zu überraschen“, so Michael Gahleitner. Die Grundlage bildet gutbürgerliche Küche, die mit saisonal wechselnden Leckerbissen verfeinert wird. Doch das wahre Steckenpferd sind die exklusiven Catering-Angebote für Veranstaltungen, Hochzeiten und Firmenfeiern, die zum Beispiel mit den angrenzenden Wasserspielen auch die perfekte Location geboten bekommen. Gasthaus zu Schloss Hellbrunn, Fürstenweg 37, 5020 Salzburg

SAGENHAFTER WEITBLICK DaxLueg

Ein herrliches Fleckchen Erde über den Dächern Salzburgs: Der Gasthof DaxLueg ist nicht nur an Silvester eine der beliebtesten Locations mit weitreichendem Panorama. In sternenklaren Nächten reicht der Blick über die Stadt Salzburg hinweg bis hin zur Bergwelt des Salzkammerguts. Seit März 2013 wird DaxLueg von Familie Schuber geführt und bietet neben der beeindruckenden Terrasse mit atemberaubendem Ausblick auch liebevoll gestaltete Stuben – gerne genützt für exklusive Feiern und Events. Salzburg-Besucher finden in einem der sieben Appartements einen schönen Rückzugsort an exponierter Stelle. Kulinarisch setzen die Gastronomen auf Bodenständiges aus der Heimat. Die Speisenkarte enthält viel Hausgemachtes. DaxLueg, Daxluegstraße 5, 5300 Hallwang bei Salzburg

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ku·li·na·risch, ku·li·na·ri·scher, am ku·li·na·rischs·ten: VON LATEINISCH culinarius: „AUF DIE KÜCHE/KOCHKUNST BEZOGEN“ HOHEN ANSPRÜCHEN GENÜGEND, FEINSCHMECKERISCH, GESCHMÄCKLERISCH


Text Foto Illustration

Marion Lachmayr, Claudia Janka iStock.com iStock.com

GENUSS

Ausgewählt

„ABER KEIN GENUSS IST VORÜBERGEHEND, DENN DER EINDRUCK, DEN ER HINTERLÄSST, IST BLEIBEND.“

FEINSTE KULINARIK

Johann Wolfgang von Goethe

URBANKELLER

DINNER BAR IM ELEFANT

Direkt am Fuße des Kapuzinerberges treffen sich alle Generationen und Kulturstile. Im KultURWirtshaus Urbankeller werden regionale Spezialitäten in besonders traditionsreichem Ambiente serviert. Ziel ist es, das Bewährte zu erhalten und mit einem modernen Twist aufzufrischen. Ein „Schmankerl“: das Steinbier aus eigener Bierproduktion im Gusswerk.

Die atmosphärische Dinner Bar im Elefant schafft mit Hintergrundmusik aus den 1960er bis 1980er Jahren ein ganz besonderes Ambiente. Serviert werden neben Bar-typischen Speisen auch erlesene Cocktails im „Ball Jar“, einem klassischen amerikanischen Einmachglas, garniert mit essbaren getrockneten Ananas-, Limettenund Orangenchips sowie frittierter Minze.

Schallmooser Hauptstr. 50 www.urbankeller.com

Sigmund-Haffner-Gasse 4, 5020 Salzburg www.dinnerbar.at

RESTAURANT ESSZIMER

GOLDENE KUGEL

Kreativere Küche ist in Salzburg schwer zu Die „Goldene Kugel“ vereint bayerische finden. Akribisch geplante GeschmackskomBraukultur mit traditionell Salzburger binationen, bei denen nichts dem Zufall Küche. Vom Mozartsaal mit Blick auf den überlassen wird: Chefkoch Andreas Kapuzinerberg, zum glasüberdachten InnenKaiblinger wurde dafür mit einem Michelin hof mit Ausschank bis zum Gewölbekeller Stern ausgezeichnet, dies entspricht drei werden Spezialitäten der österreichischen Hauben und 17 Punkten im Gault Millau. Wirtshausküche serviert. Müllner Hauptstr. 33, 5020 Salzburg www.restaurant-esszimmer.jimdo.com

Judengasse 3, 5020 Salzburg www.goldene-kugel.at

PIER 17

KÖCHELVERZEICHNIS

und erlebt wahre

Rinderfilets aus dem fernen Argentinien und Brasilien wie auch vom heimischen Premiumrind, in 220- bzw. 320-g-Steaks, werden im PIER 17 zubereitet und stets garantiert mit frischen Beilagen wie Gemüse von höchster Qualität serviert. Jeden Monat gibt es Spezialitäten-Tage.

Hervorragender österreichischer Wein und italienische Spezialitäten in geradezu familiärem Ambiente werden für die Besucher des „Köchelverzeichnis“ aufgetischt. Jeden Tag gibt es ein frisches Hauptgericht, das live vor den Augen der Gäste zubereitet wird.

Genussmomente.

Alpenstraße 48 a, 5020 Salzburg, www.pier17.at

Steingasse 27, 5020 Salzburg

Diese erlesenen Adressen aus Salzburgs Gastronomieszene verbindet eines: Wer hier zu Gast ist, schmeckt Leidenschaft und Liebe

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„Ein Veranstaltungszentrum mit höchster Eigenständigkeit“


K AVERNEN 1595 DAS HISTORISCHE EVENTJUWEL IM BERG. AUS EHEMALIGEN BIER- UND WEINDEPOTS IN DER GSTÄTTENGASSE 27–29 IST HEUTE EIN VERANSTALTUNGSZENTRUM DER BESONDEREN ART GEWORDEN

F Ü R J E D E N A N L A S S D E N P A S S E N D E N R A H M E N . Das historische Kellergewölbe wurde, wie der Name bereits verrät, im Jahr 1595 erbaut und umfasst drei attraktive Veranstaltungsräume und hervorragende Catering-Infrastruktur. Besonders in den letzten Jahren hat sich das 400 Jahre alte, modernisierte Veranstaltungszentrum durch geschichtsträchtiges Ambiente und modernste Technik auch einen Namen im Kunst- und Kulturbereich gemacht. Die zentrale Lage, die direkte Anbindung an die Altstadtgaragen und das unvergleichliche Ambiente machen die Kavernen 1595 zur einzigartigen Location in Salzburg. G R O S S E K A V E R N E . Die Große Kaverne bietet Platz für 260 Personen und ist die perfekte Location – von der Firmenfeier bis hin zu Produkt- & Autopräsentationen. Leuchtanschlüsse an der Traverse und anspruchsvolle Sound-Anlagen machen das Event unvergesslich. K L E I N E K A V E R N E . Direkt daneben befindet sich eine kleinere Kaverne. Ein schöner Rahmen für Events der besonderen Klasse – ob für einen Empfang oder ein Buffet in Kombination mit der Großen Kaverne oder als eigenständiger Veranstaltungsraum.

G E W Ö L B E . Ein historisches Juwel im Kellergeschoss, das die Ge-

DAS BIETEN DIE KAVERNEN 1595 ein Veranstaltungszentrum im Berg, entstanden aus alten Bier- und Weinkavernen inmitten der Salzburger Altstadt passende Infrastruktur und umfangreiche Veranstaltungstechnik (Ton, Licht, Leinwand, Beamer etc.) direkte Verbindung zu den Altstadtgaragen und unmittelbare Anbindung an die Mönchsberglifte zwei barrierefreie Kavernen im Erdgeschoss unterschiedlicher Größe (285 bzw. 174 m2), historisches Kellergewölbe (127 m2) Möblierung: Tische, Stehtische, Stühle, Bühne, Rednerpult, Garderobe, Catering-Infrastruktur Parkticketentwerter zum vergünstigten Parken in der Altstadtgarage individueller Service „für alle Fälle“

schichte der Kavernen erahnen lässt und einen besonderen Reiz für einzigartige Momente bietet.

Kavernen 1595 . Gstättengasse 27–29 . 5020 Salzburg T +43 (0) 570 70 100 541 . E kavernen@wuestenrot.at . W www.kavernen.at


Text Marion Lachmayr, Claudia Janka Foto Konfiserien

„NICHTS IST WERTVOLLER ALS EIN GUTER FREUND. AUSSER EIN FREUND MIT SCHOKOLADE.“

Charles Dickens


GENUSS

Konfiserien

EIN STÜCK VOM

Glück

Die Herstellung köstlichster Schokolade hat in Salzburg lange Tradition. Nicht nur durch die weltbekannte Mozartkugel. Salzburgs Konfiserien locken mit feinsten Geschmäckern und kunstvoller Verarbeitung, die sich wahrlich sehen lassen kann.

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DIE MOZARTKUGEL, das berühmteste Konfekt der Stadt, wurde 1890 von der Konditorei Fürst kreiert und nach dem Meister benannt, der erst später seinen Kultstatus erreichte.

Cafe Konditorei Fürst

HOHEITLICHER GENUSS Brodgasse 13, 5020 Salzburg www.original-mozartkugel.com

Die Goldmedaille der Pariser Gewerbeausstellung wurde der Mozartkugel 1905 verliehen, auch wenn damals noch niemand ahnte, dass sie zum beliebtesten Mitbringsel aus Österreich werden würde. Die „Original Salzburger Mozartkugel“ besteht aus feinem Pistazienmarzipan, umhüllt von süßem Nougat und ummantelt mit zarter Bitterschokolade. Obwohl es viele industrielle Nachahmungen gibt, das Original wird nach unveränderter Rezeptur von Hand erzeugt und bleibt unerreicht. Im Bestand des Hauses Fürst findet sich eine Reihe anderer Konfekte, die den Namen bedeutender Persönlichkeiten tragen. Neben Bach-Würfeln und Paris-Lodron-Trüffeln gibt es an den vier Standorten der Stadt auch die berühmte Esterhazy-Schnitte, die klassische Sachertorte oder den allseits beliebten Apfelstrudel.


GENUSS

Konfiserien

MIT LIEBE UND LEIDENSCHAFT feinstes Konfekt und Pralinen herstellen, dafür steht die feine Confiserie Berger. Handgefertigt und von höchster Qualität entstehen Tag für Tag kleine Kunstwerke.

Berger Feinste Confiserie

DIE SÜSSE SEITE DES SEINS Schokoladenweg 1, 5090 Lofer www.confiserie-berger.at

Wer das stilvolle Ambiente der Berger-Filialen kennt, der würde kaum vermuten, dass die ersten Pralinen vor über zwanzig Jahren in einer Garage hergestellt wurden. Während sich die Fangemeinde an Gourmets weltweit ausgeweitet hat, ist die Handarbeit bei der Fertigung dieselbe geblieben, die Passion ist vielleicht sogar noch gewachsen. Bevor Chocolatier Hubert Berger sich selbstständig machte, bereiste er in vielen Ländern Confiserien und brachte die gesammelten Kenntnisse mit nach Hause. Der Einfallsreichtum bei den Zutaten reicht von Marmeladen über Kräuter bis Brände, die feinsten Füllungen werden nach wie vor traditionell im Kupferkessel gekocht. Das Verpackungsdesign liegt in der Hand von Christine Berger, die sich detailverliebt um die geeignete Präsentation der Köstlichkeiten bemüht.

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GUT GEFÜLLTE REGALE und die beste Ausstattung an Konfekt und Präsenten: Das kleine Geschäft von Braun. in der Judengasse begeistert. Braun.

GLÜCK IST SCHOKOLADENFARBEN Judengasse 1, 5020 Salzburg www.braunpunkt.at

Neben Schokoladen aus heimischer Produktion gibt es auch Kostproben aus ganz Europa und noch ferneren Regionen. Alle gemeinsam haben sie die beste Qualität und das aufregende Geschmackserlebnis. Das sorgfältig ausgewählte Sortiment reicht von Besonderheiten wie weißer Schokolade mit Chili bis zur Tafel nach dem ältesten Rezept Europas. Mit dem innovativen Schokoladenabo kommen die Lieblingssorten nach Hause oder machen als Geschenk jemand anderen glücklich. Im Wohnzimmerambiente des „Schokoladensalon“ in der Pfeiffergasse gibt es außerdem Veranstaltungen, bei welchen Genuss auf Kultur trifft.


GENUSS

Konfiserien

FAIRE BEDINGUNGEN UND BIOLOGISCHE ZUTATEN VON BEAN-TO-BAR – damit setzt Zotter ein Exempel an nachhaltiger Verarbeitung von der Bohne bis zur Tafel. Zotter

EINTAUSEND UND EINE SCHOKOLADE Herbert-von-Karajan-Platz 4, 5020 Salzburg www.zotter.at

Geradezu unvergleichbar ist die Innovationslust bei Zotter, mit 365 gibt es bereits so viele verschiedene Sorten wie Tage im Jahr, und kontinuierlich kommen neue dazu. Die Schokoladenkreationen haben dabei so spannende Namen wie Caipirinha-Schokolade oder Messwein und Weihrauch. Alle gemeinsam haben sie die höchsten Anforderungen an Vielfalt, Qualität, Kreativität und Nachhaltigkeit. Für die Linie „Mitzi Blue“ entwickelte Julia Zotter ihre erste Kreation, „Affengeiler Bananenkaffee“. Die Tochter des Firmengründers ist bereits wichtiger Bestandteil des Familienbetriebes. Der Jugend wird generell nachgesagt, risikofreudiger zu sein, deshalb gibt es speziell für die sogenannte „To-Go-Generation“ Koffeinkicks in Tafelform, mit einem salzigen Finish.

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„Die Zeit bringt das Große zum Vorschein.“


Alte Brände stehen für elegante Aromatik mit anhaltender Länge.

EDELBRÄNDE AUS DEM

Salzburger Land

IN DER ALTEN SALINENSTADT HALLEIN LIEGT DIE ÄLTESTE BRENNEREI DES LANDES, DER GUGLHOF. IN DEN URIGEN GEMÄUERN WIRD DER FAMILIENBETRIEB SEIT DEM JAHR 1641 GEFÜHRT.

J A H R G A N G S B R Ä N D E - R E S E R V E . Wissen und Hingabe tragen Früchte. Die Zeit bringt das Große zum Vorschein. Aus dem Besten wird das Edle. Die ausgezeichneten Jahrgangsbrände aus sorgfältigst selektierten Früchten eines Jahres reihen sich geschmack- und genussvoll aneinander. Jeder für sich schonend destilliert und sorgsam gelagert. Diese Harmonisierung zu Unikaten hat nur ein Ziel: den absoluten Hochgenuss! Guglhof-Jahrgangsbrände zeigen Charakter und sind Individualisten. Sie sind mal lebendig und fruchtig, mal mit toller Nase oder konzentriert am Gaumen. Bisweilen kommen sie zart mandelig, frisch und fruchtig daher, dann wieder duftig und elegant. Herrlich ausbalanciert der eine. Dezent, klar und kühl der andere. Dicht und harmonisch, wild und würzig können sie sein, finessenreich, warm und tief! Diese wahren Werte fördern wertvolle Wahrheiten. Das Wissen von Generationen geht hier Hand in Hand. Überlieferung

Die Vielfalt der Jahrgangsbrände mit kräftigem Körper und schöner Frucht.

und Gefühl bringen Qualität zum Vorschein. Junge Brände und reifere Destillate kommen aus wertvoller Geschichte. Es ist für uns schön zu wissen, dass gelebte Tradition, Natürlichkeit, Qualität und die Liebe am Tun solch besondere Ergebnisse erzielen.

A L T E S F A S S L A G E R . Die alten Brände brauchen ihre Zeit und unsere Muse. Dann sind sie so herrlich einzigartig wie auch selten. Die langjährige Lagerung in hochwertigen Eichenfässern gibt ihnen den vollen Charakter und die ausgesprochen starke Besonderheit. Sie überraschen rund und fruchtig, kernig markant oder mit schöner Harmonie. In jedem Fall mit ihren eigenen Aromawelten. Brennerei Guglhof / Anton Vogl . Henry-W.-Davis-Straße 13 . 5400 Hallein Öffnungszeiten: Mo bis Fr 8.00 bis 12.00 und 13.30 bis 18.00, Sa 8.00 bis 12.00 T +43 (0) 6245 80621 . E office@guglhof.at . W www.guglhof.at


DÖLLERER’S GENIESSERHOTEL

DÖLLERER’S GENIESSERRESTAURANT

Tradition und Moderne sind im familiär geführten Vier-SterneHotel mit 24 stilvollen Zimmern und Suiten im historischen Ambiente harmonisch miteinander verbunden.

Andreas Döllerer, von Gault Millau zum Koch des Jahres 2010 gekürt, erhebt mit seiner vielfach ausgezeichneten Küchenlinie „Cuisine Alpine“ Kochen zur Kunst.

DÖLLERER’S WIRTSHAUS Genießen Sie heimatverbundene Schmankerl in behaglich legerer Atmosphäre! Vom Publikumsguide Falstaff ausgezeichnet als „beste gutbürgerliche Küche“ in Österreich.

DÖLLERER’S METZGEREI + FEINE KOST

DÖLLERER’S ENOTECA + BACARO

Die selbstgemachten Wurst-, Schinken- und Feinkostspezialitäten sowie die internationalen Gaumenfreuden sind von außergewöhnlicher Qualität.

Weindegustationen, Alimentari, Accessoires und Bücher. Vor den Toren Gollings findet man ein herausragendes Wein- und KulinarikAngebot.

GENIESSERHOTEL GENIESSERRESTAURANT WIRTSHAUS METZGEREI + FEINE KOST Am Marktplatz 56 . 5440 Golling T: +43.6244.4220-0

ENOTECA + BACARO Am Brennhoflehen . 5431 Kuchl T: +43.6244.20567


GENUSS

Feuilleton

Coffee time Eine Stadt wird vom Kaffee geprägt und von den Treffpunkten, an welchen man ihn genießt. In Salzburg spürt man die lebendige KAFFEEHAUSTRADITION überall dort, wo liebgewonnene Rituale auf modernes Lebensgefühl treffen. Text

Jeanette Fuchs

E

ine Auszeit vom Alltag nehmen, die Zeitung lesen oder das Weltgeschehen diskutieren. Es gibt viele Gründe, sich bei einer Melange die Zeit vertreiben zu wollen. Waren es einst die Wohnzimmer der Intellektuellen sowie die Umschlagplätze für die Visionen der Dichter und Denker, sind Kaffeehäuser heute bunte Treffpunkte für Einheimische und Touristen. Auf eine der längsten kontinuierlichen Kaffeehaustraditionen Österreichs lässt das Café Tomaselli zurückblicken. 1852 von Carl Tomaselli, dem Sohn eines Mailänder Tenors beim fürsterzbischöflichen Hof erworben, ist das Kaffeehaus seither Tummelplatz für Geschäftsleute, Künstler, Touristen und Studenten. Stilgerecht serviert der Ober den Kaffee mit einem Glas Wasser auf dem silbernen Tablett. „Der Salzburger trinkt gerne einen Einspänner oder Verlängerten. Touristen nehmen meistens eine Melange“, berichten die Inhaber. Und was wäre Salzburgs ältestes Kaffeehaus ohne die Kuchendame, die die hausgemachten Mehlspeisen zur Auswahl an die Tische bringt. Selbst Wolfgang Amadeus Mozart soll im Tomaselli schon zu Gast gewesen sein. Auch im Café Classic ist der Komponist allgegenwärtig. In Mozarts ehemaligem Wohnhaus werden österreichische und italienische Kaffeespezialitäten zu klassischer Musik kredenzt. Inhaber Markus Götzenauer heißt in seinem Café viele einheimische Stammgäste willkommen, die ihr Frühstück im klassischen Kaffeehausambiente oder im pittoresken Innenhof genießen. „Während der Festspiele und zur Weihnachtszeit kommen auch viele Touristen“, ergänzt er. Im Café Bazar trifft man auf traditionellen Wiener Kaffeehaus-Charme. Bei der Übernahme vor elf Jahren bewahrte Familie Brandstätter das typische Interieur, wie die Stuckdecke, die Kronleuchter und Marmortische. Auf Kontinuität setzt man auch beim Personal, das mit den Vorlieben und Wünschen der Gäste bestens vertraut ist. „Die Salzburger trinken am liebsten unseren kleinen oder großen Braunen und viele behaupten, es wäre der beste in Salzburg“, erzählt Evelyn Brandstätter. Im Sommer

mischen sich auf der Bazar-Terrasse auch Touristen unter die sonst vorwiegend einheimischen Gäste. Drinnen oder draußen sitzen – diese Frage stellt sich auch im Café Wernbacher. So verlockend es ist, im Sommer im Schatten der Platanen zu sitzen, wäre es schade, das Café nicht von innen gesehen zu haben. Das seit den fünfziger Jahren nahezu unveränderte Erscheinungsbild lässt den Altwiener Kaffeehaus-Charme aufleben. „Es ist ein multifunktionaler Ort, an dem sich Künstler, Journalisten und Bewohner des Andräviertels einfinden“, erzählt Gastgeber Bernhard Huemer. Ist man nicht gekommen, um Leute zu treffen, erfreut man sich am großen Zeitungs- und Illustrierten-Angebot. Liebhaber süßer Konditorware finden ihren Weg in die Konditorei Rainberg, deren Herzstück die Backstube ist. Dort entsteht eine reiche Auswahl an feinem Kaffeegebäck und Mehlspeisen nach alten Rezepten, die man zum Kaffee probiert oder mit nach Hause nimmt. Guter Kaffee ist essenziell für einen ebenso guten Start in den Tag, ist Petra Fleischhaker überzeugt. Die Zubereitung ist im Café Glüxfall daher Chefsache. „Die Sauberkeit der Kaffeemaschine, die Aufbereitung des Wassers, die regelmäßige Nachjustierung der Mühlen und die richtige Temperatur der Milch bestimmen die Qualität des Kaffees“, weiß die Glüxfall-Chefin. Der Café Latte ist vor allem bei den Damen der ungeschlagene Favorit. Zum Frühstück formieren sich zu den Kaffeespezialitäten Produkte aus der Region zu liebevoll angerichteten Variationen, die sich die Gäste im modernen Café-Ambiente oder im lauschigen Innenhof schmecken lassen. Das Café 220 GRAD in der Chiemseegasse ist ein ebenso beliebter Fixpunkt für Kenner. Qualität definieren Margret und Alois Macheiner über „den Rohkaffee von ausgesuchten Produzenten, die darauf abgestimmte Röstung und Zubereitung sowie das Schaffen einer angenehmen Kaffeehaus-Atmosphäre“. Sowohl im Café in der Chiemseegasse als auch im neuen Rösthaus in Maxglan fällt das Design ins Auge, das in harmonischem Einklang mit dem Rohstoff Kaffee steht.

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Ca·­fé, das [ka'fe:] GASTSTÄTTE, DIE VORWIEGEND KAFFEE UND KUCHEN ANBIETET. AUCH BISTRO, KAFFEESTUBE, KAFFEEHAUS ODER (ÖSTERREICHISCH UMGANGSSPRACHLICH) „TSCHECHERL“ GENANNT

Kaf·­fee, der ['kafe:] ANREGENDES, LEICHT BITTER SCHMECKENDES [...] GETRÄNK VON DUNKELBRAUNER BIS SCHWARZER FARBE AUS GEMAHLENEM, MIT KOCHENDEM WASSER ÜBERGOSSENEM KAFFEE


Text Foto

GENUSS

Jeanette Fuchs Berger Feinste Confiserie

Ausgewählt

COFFEE TO STAY „KAFFEE UND LIEBE SIND HEISS AM BESTEN.“ Sprichwort Die traditionsreichsten Häuser der Stadt bieten uriges Ambiente und Wohlfühlatmosphäre, um hervorragend zubereiteten Kaffee zu genießen und den Aufenthalt so lange wie möglich auszudehnen.

KAFFEERÖSTEN BEI 220 GRAD

DAS WOHNZIMMER DER SALZBURGER

TREFFPUNKT MIT LANGER GESCHICHTE

Café 220 GRAD

Café Bazar

Café Tomaselli

Design, Genuss und Ästhetik treffen im Umgeben vom Interieur im traditionellen Der Ober serviert den Kaffee am silbernen Café 220 GRAD im Kaiviertel aufeinander. Wiener Kaffeehausstil trinken die Salzburger Tablett mit einem Glas Wasser, die KuchenFamilie Macheiner serviert nicht nur den ihren großen Braunen im Café Bazar. Im dame bringt hausgemachte Spezialitäten Kaffee ausgewählter Produzenten, sie röstet Sommer offenbart das Café der Künstler, zur Auswahl an den Tisch. So ist es Tradition ihn auch selbst. Platz dafür bietet das neue Dichter und Denker seinen Charme auf der im Café Tomaselli, das seit 1705 besteht Rösthaus in Maxglan. Terrasse neben der Salzach. und seit 1852 in Familienbesitz ist. Chiemseegasse 5, 5020 Salzburg www.220grad.com

Schwarzstraße 3, 5020 Salzburg www.cafe-bazar.at

Alter Markt 9, 5020 Salzburg www.tomaselli.at

ALTE FAMILIENREZEPTE

KAFFEE BEI MOZART

TRADITIONSCAFÉ IM RETROSTIL

KAFFEETRINKEN MACHT GLÜCKLICH

Café Rainberg

Café Classic

Café Wernbacher

Café Glüxfall

Nicht weit vom namensgleichen Stadtberg Klassische Musik gehört im Café Classic, Im Jahr 1953 eröffnet, blieb das ErscheiEin Glück, dass die Kaffeezubereitung vereint das Café Rainberg Kaffeegenuss das im ehemaligen Wohnhaus des benungsbild des Cafés Wernbacher bis heute in Familie Fleischhakers Café Glüxfall mit traditionsreicher Konditor-Kunst. In der rühmten Komponisten beheimatet ist, zum erhalten. Das Kaffeehaus im Alt-Wiener Stil Chefsache ist. Man spürt und schmeckt die eigenen Backstube werden Torten, Kuchen, Pflichtprogramm. Serviert werden österrei- lässt die Fünfzigerjahre aufleben und zieht Leidenschaft, die in den Kaffee- und FrühStrudel und Kaffeegebäck nach alten chische und italienische Kaffeespezialitäten, ein buntes Publikum an, das sich hier trifft, stückskreationen steckt. Pure Glückseligkeit Familienrezepten hergestellt. bei schönem Wetter im Innenhof. austauscht oder Zeitung liest. verspricht der Garten im Innenhof. Neutorstraße 32 c, 5020 Salzburg www.konditorei-rainberg.at

Makartplatz 8, 5020 Salzburg www.cafeclassic.at

Franz-Joseph-Straße 5, 5020 Salzburg www.cafewernbacher.at

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Franz-Josef-Kai 11, 5020 Salzburg www.gluexfall.at


Text Bild- und Textquelle

Claudia Janka aus „Menschen – People, Salzburger Land“ von Edward Groeger und Walter Müller

MOMENTUM F E ST H A LTEN an besonderen Augenblicken.


A B S PA N N

Momentum

Salzburger Bergputzer

EIN AUGENBLICK ALS SUCHBILD Bis zu 120 Meter lange Seile, Arbeitshelme, Spitzhacken: Das sind die Arbeitswerkzeuge, welche die Salzburger Bergputzer sich zu Nutze machen, wenn sie 300.000 Quadratmeter Fels auf der Suche nach Gestein überprüfen, das sich durch Wind, Regen oder Schnee gelockert haben könnte. Zirka ein Dutzend Männer klopfen im Dienst der Stadtgemeinde die Felswände des Kapuzinerbergs, Festungsbergs, Rainbergs, Mönchbergs, Hellbrunner-Bergs und Steintheaters ab – und tragen Sorge, dass Plätze wie die Gstättengasse oder die Ursulinenkirche vor Steinschlag sicher bleiben.

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Gerhard Gössl

FROHSINN IM STILLEN Entsteht hier soeben eine neue Idee für das Gwandhaus, den Gössl-Firmensitz in Salzburg-Morzg, oder für ein Event – ebenso innovativ wie die mittlerweile zur Tradition und zum Kult-Event avancierten „Gössl Dirndl-Flugtage“? Denn solche Ideen schöpft Gerhard Gössl, der in den 1990ern den Familienbetrieb von seinen Eltern übernahm, gerne aus der Inspiration der Natur. Die ihn auch entspannen und träumen lässt.


A B S PA N N

Momentum

Prof. Margarethe Aicher

LIEBE ZUM SPIEL MIT DEN FÄDEN Europa, Amerika, Asien: Margarethe Aicher war mit ihren Marionetten bereits vielerorts unterwegs und daher verwundert es nicht, dass sie sie hütete, als wären es ihre Kinder. Bis zu ihrem Tode 2012 fühlte sie sich im Puppenraum des Salzburger Marionettentheaters zu Hause. Ihr Großvater, der Bildhauer Anton Aicher, gründete das Marionettentheater im Jahr 1913 – im Alter von 15 Jahren führte seine Enkelin bereits eine Marionette an den Fäden. Sie hatte das Schnitzen, Schneidern und Lichtregie von der Pike auf gelernt und leitete das Theater 35 Jahre lang.

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Franz Guggenberger

DIE FESTSPIELBÜHNE IN FESTER HAND Ob Schwert, Kommode oder Blumengesteck: Seine Berufung ist es, stets die Augen offen zu halten – auf der Suche nach dem, was für eine Theaterproduktion wichtig ist. Franz Guggenberger ist Requisiteur bei den Salzburger Oster- und Sommerfestspielen. Seit mehr als drei Jahrzehnten zeichnet er für die Requisite, Möbel, Spezialeffekte und Pyrotechnik bei den Salzburger Festspielen verantwortlich, studierte dafür Bühnenbild, Kostümentwurf und Theatermalerei. Berufliche Leidenschaft par excellence.


A B S PA N N

Momentum

Martin und Norbert Fürst

BEWÄHRTES GLÜCK Nur eine hat es: das gerichtlich bestätigte Siegel „Original Salzburger Mozartkugel“ – jene aus der Café-Konditorei Fürst, gewickelt in Silberstanniolpapier mit blauem Fürst-Aufdruck. Pro Jahr werden rund zwei Millionen der schmackhaften Kugeln verkauft. Norbert Fürst, der Urenkel des Erfinders Paul Fürst, und sein Sohn Martin legen jedoch keinen Wert darauf, Verkaufsrekorde zu schlagen. Sie sind Genießer, die Lebensqualität schätzen und sich immer wieder am süßen Glück erfreuen.

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Adi Jüstel

EIN LEBEN IN JAZZTÖNEN Adi Jüstel liebt Jazz jeder Art. Und er hatte bereits die besten Jazzer der Welt an seiner Seite. Von 1973 bis 1996 führte er das Hotel Blaue Gans und belebte mit dem dortigen Mexicano-Keller die Salzburger Musikszene. Dabei trat Jüstel nicht nur als Gastronom auf, er jammte auch gemeinsam mit seinen Gästen. Mit sechs Jahren hörte er Louis Armstrong im Radio und steckte sich mit dem Jazzfieber an, mit 21 Jahren traf er ihn samt Band im Zug und wurde aufgefordert, vorzuspielen. Was er dann hörte, prägte sein Leben: „Du hast ein immenses Gehör, ein Improvisationstalent und ein Feeling, wie es fast nur schwarze Musiker haben.“


A B S PA N N

Momentum

Dr. Helga Rabl-Stadler

SOUVERÄNITÄT UND HEIMATLIEBE Gelassen und doch spürbar entschlusskräftig: Die Präsidentin der Salzburger Festspiele prägt den Lokalkolorit der Stadt. Die gebürtige Salzburgerin ist das Gesicht, aber vor allem auch das Herz der weltberühmten jährlichen Veranstaltungsreihe. Von ihrem Vater, Ex-ORF-General Gerd Bacher, erbte sie ihre Leidenschaft zum Journalismus – ihre Mutter Rosl Stadler, ehemalige Inhaberin von „Resmann-Moden“, gab ihr das kaufmännische Talent mit auf den Lebensweg. Die perfekte Mischung, um den Festspielen im von Helga Rabl-Stadler innig geliebten Salzburg jedes Jahr aufs Neue wieder Höhepunkte zu verleihen.

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Text Illustration

A B S PA N N

Claudia Dabringer Johannes Empl

24 Stunden in Salzburg

24 STUNDEN IN SALZBURG

Fest verplante Tage sind nicht die Sache von Bernhard Gfrerer, dem ersten Organisten der Franziskanerkirche. Es muss Platz sein für Spontaneität – und Radfahren.

4:30 Uhr, Aufwachen auf dem Rad

Andere duschen, Bernhard Gfrerer steigt auf sein Fahrrad. „Das Rad ist eine Art verlängerter Körperteil von mir“, sagt er. Er radelt vom Stadtteil Riedenburg bis nach Grödig, schlägt einen Haken über den Gasthof Mostwastl und holt auf dem Rückweg frisches Brot beim Bäcker. Nach dem Zeitung lesen im Bett schläft er meist noch eine Runde.

22:00 Uhr, Jause mit Schinken und Brot

Bernhard Gfrerer kehrt nach Hause zurück, wo sein Sohn bereits mit dem Abendessen auf ihn wartet. Die Männer genießen Schinken – am liebsten Jamón Ibérico, eine spanische Köst­lichkeit – und frisches Brot als „Gute-Nacht-Jause“.

9:00 Uhr, Vorbereiten auf die Musik

Nach dem frühmorgendlichen „Power-Napping“ folgt das ausführliche Frühstück und das Rest-Lesen der Zeitung. Dann fährt Gfrerer mit seinem Rad zum Unterricht in die Franziskanerkirche, wo er an drei unterschiedlichen Orgeln spielt – spontan eben.

11:45 Uhr, Wohlverdiente Pause

Wenn die Franziskaner-Mönche ihr Chorgebet halten, macht der Organist seine Mittagspause, „mit Freunden, der Familien oder alleine“. Dreimal in der Woche gibt es seine Leibspeise: Berner Würstel mit Salat. „Die besten gibt’s im Zipfer Bierhaus“, empfiehlt der Kenner. Danach ist er wieder in der Kirche anzutreffen.

17:00 Uhr, Ausfahrt mit Belohnung

Bernhard Gfrerer setzt sich wieder auf sein Rad, fährt an der Salzach entlang oder macht einen Ausflug nach Eugendorf. „Zur Belohnung kehre ich dann dort kurz ein, bevor ich die Fahrt zurück in die Stadt antrete.“ Bis zu den Nachrichten um halb acht ist er meist wieder zurück.

20:30 Uhr, Auch der Meister braucht Übung

Seit 40 Jahren gibt Gfrerer Konzerte in aller Welt, von Tokyo bis Sao Paulo. Und weil fast die Hälfte der Orgelstücke nicht für dieses Instrument geschrieben sind, adaptiert er die Werke. Von Mozart etwa hat er inzwischen drei Stunden Musikrepertoire, das er sich selbst erarbeitet hat. Und geübt wird immer dann, „wenn die Kirche mir alleine gehört“. Zum Ausschweifen greift er in die Tasten der großen Orgel, technische Läufe jagt er lieber über die kleine Orgel im Oratorium.

Porträt

PROF. BERNHARD GFRERER 1951 in Salzburg geboren, ist Gfrerer mit Herz und Seele Salzburger – auch wenn er mit seiner Musik Reisen in alle Welt unternimmt. Seine Konzerte führten ihn bisher in alle Metropolen Europas, mehrmals in die USA, nach Südamerika und Russland sowie viele Male nach Asien. Er konzertiert mit berühmten Künstlern wie Placido Domingo, José Carreras und James King. Seit 1987 ist Gfrerer Direktor der Kirchenmusik an der Franziskanerkirche Salzburg.


Zeitnehmung

Gotfrid Köchert auf seinem Porsche 550RS Spyder 23. Mille Miglia 1956

Alter Markt 15, Salzburg • www.koechert.com • Neuer Markt 15, Wien


AMGrrr. Der neue CLA 45 AMG. Ungezähmt. Performance, die neue Bestmarken setzt: Im neuen CLA 45 AMG steckt der stärkste Serien-Vierzylindermotor der Welt, dessen 265 kW (360 PS) vom AMG SPEEDSHIFT DCT 7-Gang-Sportgetriebe und dem AMG Performance 4MATIC Allradantrieb souverän auf die Straße gebracht werden. www.mercedes-amg.com

Eine Marke der Daimler AG

Kraftstoffverbrauch (NEFZ) 6,9 l/100 km, CO2-Emission 161 g/km

AMG Performance Center Graz, Schippingerstraße 8, 8051 Graz AMG Performance Center Salzburg, Innsbrucker Bundesstraße 111, 5020 Salzburg

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