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Menschen / Orte / Leidenschaften ÖSTERREICH EUR 8.50 DEUTSCHLAND EUR 9.– SCHWEIZ CHF 11.–

2019 ARCHITEKTUR KUNST FASHION GENUSS


DER WHISKY AUS DEM SALZBURGER LAND

BRENNEREI GUGLHOF ANTON VOGL • DAVISSTRASSE 13 A-5400 HALLEIN B. SALZBURG

W W W. G U G L H O F. AT


Fotos: © S. ZENZMAIER / GUGLHOF

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Stärkt die Hautfunktionen, um die Schönheit zu sichern Irgendwann bringt jede Haut die Spuren der Zeit ans Licht. Zunehmender Feuchtigkeitsverlust, nachlassende Zellaktivität und abnehmende Festigkeit sind die Folgen des natürlichen Alterungsprozesses – und entscheidende Faktoren für Fältchenbildung und Konturenverlust. Eine Entwicklung, der man jetzt besonders effektiv begegnen kann: Die CELLTRESOR Pflegelinie basiert auf hochtechnologischen Wirkmechanismen modernster Forschung – und gleicht einem Safe zur Bewahrung der Schönheit.

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EDITORIA L

VOM SCHÖNEN UMGEBEN „Das Salzburger Land ist das Herz vom Herzen Europas. Das mittlere Europa hat keinen schöneren Raum, und hier musste Mozart geboren werden.“ So philosophierte der österreichische Schriftsteller und Mitbegründer der Festspiele Hugo von Hofmannsthal über Salzburg. Seine Worte sind eine wahre Liebeserklärung an einen Ort, an dem das Schöne manchmal so offensichtlich ist, aber zuweilen auch im Verborgenen liegt. So, dass man es erst bemerkt, wenn man etwas genauer hinsieht. Und genau das tut Top of Salzburg. Genau hinsehen, Schätze entdecken und das Beste aus einer Stadt zeigen, in der vieles anmutet wie aus einem Märchen entsprungen. Top of Salzburg beleuchtet das Beste aus den vier Kategorien Architektur, Kultur, Fashion und Genuss. Die vorliegende Ausgabe 2019 präsentiert Kultur-Highlights, inspirierende Mode, kulinarische Höhepunkte und architektonische Meisterwerke. Freuen Sie sich zum Beispiel auf die neuen, exklusiven Hotels der Stadt, die durch moderne Designs, spektakuläre Standorte oder ihre beeindruckende Geschichte bleibende Eindrücke hinterlassen. Ebenso im Fokus: eine ganz besondere Modestrecke mit Tracht aus Salzburg, die Kaffeehauskultur der Stadt, junge Künstler, die für frischen Wind in der Tanzszene sorgen, sowie ein Überblick über die besten Restaurants, Bars und Cafés der Stadt. Top of Salzburg nimmt Sie mit auf eine Reise zu den schönsten Plätzen, zeigt Menschen mit Visionen und stellt zukunftsweisende Projekte in den Mittelpunkt. Ein Band voll Schönem, eine Sammlung von Besonderem. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen! Herzlichst, Ihr Top of Salzburg-Team

2.3


INHALT

Editorial

3

Kunst . Kultur

50

Fe uilleton : Mit Büc he r n a us Sa lz bur g r a us in die We l t

6

KUNSTGALERIEN

52

V i e r E inr i cht un g e n f ür ze i t g e n ö s si s ch e E inb li cke

Architektur

10

STADTANSICHTEN

12

Sa lzbu rgs schönst e Plä t z e in Bilde r n

WELLNESS MIT AUSBLICK

30

N a ch drei Jah ren Um ba upha s e ö f f ne t da s ne ue Paracelsu sba d a b J uli s e ine Pf o r t e n Se lected : Alte un d ne ue Sc hä t z e de r Ba uk ult ur Sa lzbu rgs

34

Im Gesp räch: Rom a n Hö llba c he r übe r Sa lz bur g s a l t e Stad tbild er u nd ne ue L e be ns a de r n de r Ar c hit e k t u r

38

ZEIT ZUM ANKOMMEN

44

Fr ischer Wind im Ho t e l M o z a r t Se lected : Neu e u nd ne u g e s t a lt e t e Ho t e ls de r St a d t

46

FESTSPIELSOMMER 2019

62

D i e H i g h l i g h t s i m To p o f S a l z b u r g - Ü b e r b l i c k S e l e c t e d : M u si k , Ta n z u n d E xp e r i m e n t e i n den sc h i l l e r n d st e n F a r b e n

68

F l a vo u r a m a : D i e G r ü n d e r i n n e n d e s e r f o l g r e i ch en S t r e e t d a n c e - F e st i va l s i m G e sp r ä c h

72

L e se t ! B ü c h e r a u s S a l zb u r g , d i e b e g e i st e r n

76

KULTURKALENDER 2019/2020

78

D i e To p - Eve nt s de r M oz ar t s t a d t au f e in e n Bli ck Kun s t im Fo ku s: E in G e sp r ä ch mi t Hil de g un d A m an sh au s e r

86


I N H A LT

Fashion . Design

88

Genuss

130

VON HAND ERSCHAFFEN

90

KAFFEEKUNST

134

S elected: F aszinie r e nde Ha ndwe r k s k uns t aus S alzb urg Üb er Generati o ne n hinwe g : Da s Sa lz bur g e r Dirn dl im F okus

EXTRAVAGANT INSZENIERT

D a s 2 2 0 G r a d C a f é ü b e r ze u g t m i t Q u a l i t ät, Ä st h e t i k u n d L e i d e n sc h a f t

96 100

Die Mod e d er Sa lz bur g e r Tr a c ht e nhä us e r in einer exklusive n Fo t o s t r e c k e

S e l e c t e d : K a f f e e g e n u ss m i t vi e l e n F a c e tten

136

S e l e c t e d : F e i n e k u l i n a r i sc h e K r e a t i o n e n u n d ö st e r r e i c h i sc h e S c h m a n k e r l n , n e u i n t e r p r eti er t

140

GENUSS GUIDE

144

S elected: Ausge wä hlt e Tr a c ht e ng e s c hä f t e f ür d en beson dere n L o o k

118

D i e b e st e n k u l i n a r i sc h e n A d r e sse n i n S al zb u r g auf einen Blick

KREATIVER DURCHSTARTER

124

S e l e c t e d : B a r s ü b e r d e n D ä c h e r n S a l zb u r gs fü r u n ve r g e ssl i c h e A u sb l i c k e

146

Momentum

150

I m p r e ssu m

160

Der Salzbu rge r De s ig ne r Philipp Br unne r erob ert d ie Mode we lt S elected: E in m o dis c he r To ur g uide dur c h die S alzb urger Alt s t a dt

126

Augenblicke für die Ewigkeit

4.5


MIT BÜCHERN AUS SALZBURG RAUS IN DIE WELT Schriftsteller sind Persönlichkeiten. Sie pulsieren, sie beeindrucken und sie inspirieren – positiv wie negativ. Literaturkritiker Anton Thuswaldner über Salzburgs Vorzeige-Literaten und jene, die es zweifelsohne noch werden sollten. T E X T: A N TO N T H U S WA L D N E R / B I L D E R: S T E P H A N T H U S WA L D N E R , BU C H V E RL A G D RO S C H L

„Am Tage, da ich meinen Pass verlor, entdeckte ich mit achtundfünfzig Jahren, dass man mit seiner Heimat mehr verliert als einen Fleck umgrenzter Erde.“ – S T E FA N Z W E I G Ü B E R S A L Z BU RG U N D S E I N E N W O H N O RT, D A S PA S C H I N G E R S C H L Ö S S L


L I T E R A T U R . FEUILLETON

S

Die Schrecken des Ersten Weltkriegs hinterließen deutliche Spuren im Schreiben. Zu beschönigen war gar nichts mehr.

chriftstellerinnen und Schriftsteller gelten nicht als die freundlichsten Zeitgenossen, die eine Gesellschaft hervorgebracht hat. Wäre es anders, hätten sie ihre Profession verfehlt. Sie treten ja nicht an, den Leuten nach dem Mund zu reden, sie bewahren ihren eigenen Kopf. Das mag stur und selbstgerecht aussehen, manchmal etwas gar verbiestert oder in eine Sache verbohrt, aber deshalb abbringen von ihrer Sache lassen sie sich noch lange nicht. Wenn andere sich in das vermeintlich Unabwendbare zu fügen bereit sind, begehren die Schreibenden erst richtig auf. Dann attackieren sie nicht nur Macht und Obrigkeit, sondern gleich noch die Bürger dazu, weil sie so kleinmütig reagieren. Sie machen ihren Mitmenschen das Leben nicht leicht, und gerade deshalb sind sie so notwendig.

Zweig wie Trakl werden heute gerne als Söhne der Stadt adoptiert, denen man trotz ihrer düsteren Weltsicht nicht widersprechen mag. Die späte Liebe ist ihrem Weltruhm geschuldet, ihr Werk wird als kulturelles Erbe gehütet. Dem einen ist im Traklhaus, dem früheren Wohnhaus, eine Dauerausstellung gewidmet, dem anderen wurde das Stefan Zweig Centre eingerichtet, das sich zur Aufgabe gemacht hat, als Forschungsstätte dem vielseitigen Wirken des Erfolgsautors gerecht zu werden. Beide sind starke Persönlichkeiten von ausgeprägtem Eigenwillen, Solitäre in der literarischen Landschaft ihrer Zeit. Gewiss bezieht Salzburg einen bedeutenden Teil seiner Identität aus der Vergangenheit, ohne den allgegenwärtigen Barock ist die Aura der Stadt nicht zu denken. Wie aber hält sie es mit der Gegenwart, da Literaten doch gerne als Störfaktoren und Idylle-Killer wahrgenommen werden? Spätestens seit den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als von universitären Kreisen die Beschäftigung mit aktueller Literatur gefördert, wenn nicht überhaupt gefordert wurde, wollte man als kritischer Geist ernst genommen werden, bekam sie einen Wert als Wächter über die Gesellschaft, als Mahner und als sprachliches Korrektiv gegenwärtiger Zustände. Seither finden regelmäßig Lesungen statt, die Zeitschriften „SALZ“ und „Literatur und Kritik“ beobachten das literarische Geschehen. Nicht nur gibt es seit 1991 mit dem Literaturhaus einen Ort für Autoren und Bücher, es haben sich andere Veranstalter dazugesellt, und die Verlagsszene in der Stadt blüht. Alles in bester Ordnung?

Stefan Zweig hatte sich auf dem Mönchsberg sein ideales Quartier eingerichtet. Er fand die Ruhe zum Schreiben, deren er für sein umfangreiches Werk bedurfte. Zudem bot Salzburg für ihn, der als Kosmopolit viel unterwegs war, den idealen Ort, in alle Himmelsrichtungen aufzubrechen. 1938 sah er sich gezwungen zu emigrieren, nachdem die Nazis an die Macht gekommen waren und die Jagd auf Juden eröffnet hatten. Sein Werk trug nicht dazu bei, die neuen Machthaber gnädig zu stimmen, erwies er sich doch mit seinen Biografien über Maria Stuart oder Erasmus von Rotterdam als Spezialist für die Funktionsweisen von Macht. Damit war er auch noch gefährlich, was sein Werk als wichtig genug erscheinen ließ, um 1938 auf dem Residenzplatz der massenwirksam inszenierten Bücherverbrennung zugeführt zu werden. Mit Georg Trakl wussten die Salzburger zeit seines Lebens wenig anzufangen. Zu unbürgerlich gestaltete sich sein kurzes Leben, das 1914 in einem Garnisonsspital in Krakau an sein Ende kam. Er fand nicht zu einer geregelten Existenz, verfiel der Drogensucht, und das ausgesprochen nahe Verhältnis zu seiner Schwester ließ Fantasien ins Kraut schießen. Zu solch einem Menschen ging man auf Abstand, zudem schrieb er Lyrik, die dem untrainierten Leser sehr dunkel vorkam. Dabei schmückt sich Salzburg heute gerne mit Versen, die die Schönheit der Stadt beschwören.

Wenn von Salzburger Literatur die Rede ist, fallen die großen Namen. Peter Handke wohnte für längere Zeit hier, ebenso wie H. C. Artmann. Sie wirken trotz ihrer oberflächlichen Salzburg-Bindung besser verankert im kulturellen Gedächtnis der Stadt als jene, denen die internationale Wirkung abgeht. Zwei Autoren jedenfalls erhalten besondere Beachtung: Walter Kappacher und Karl-Markus Gauß.

6.7


Autorin Laura Freudenthaler beschreibt hier mit einem feinen Gespür für Emotionen die Geschichte einer Königin, die schicksalhafte Begegnungen in ihrem Leben verdrängt, welche aber in Tagträumen wiederkehren.

Sie haben große Verlage hinter sich, die sie für den Markt in Deutschland interessant machen, und bekommen intensive mediale Aufmerksamkeit. Dabei gäbe es ein paar Namen, die ins öffentliche Gespräch gehörten. Mit den Romanen „Die Königin schweigt“ und „Geistergeschichte“ hat sich Laura Freudenthaler einen Platz unter den Störrischen gesichert. Sie bildet Wirklichkeit nicht ab, sie erfindet kurzerhand eine neue. Das ist schon deshalb sinnvoll, weil sie in Innenwelten hinabsteigt, schwer zugänglich und sehr privat. Oder denken wir an den seltsamen Fall des Max Blaeulich. Er verfügt über ein stattliches Werk, dem trotz der verstörenden „Menschenfresser“-Trilogie der Durchbruch nicht recht gelungen ist. Dabei gräbt er tief in die österreichische Geschichte, wo sich die Wurzeln des späteren Faschismus auszubreiten begonnen haben. Es gibt viel zu lesen. Fangen wir doch einfach an damit!

Literatur ist für den Autor und Literaturkritiker Anton Thuswaldner eine Möglichkeit, gegen den Strom zu schwimmen.

ANTON THUSWALDNER: Der Literaturkritiker wurde 1956 in Lienz geboren. Er arbeitet als Kulturredakteur und Herausgeber unter anderem für die „Salzburger Nachrichten“. Seit 1983 ist er Jurymitglied beim aspekte-Literaturpreis. 1996 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für Literaturkritik. SEINE LITERATUREMPFEHLUNGEN: Buch 1: Die Königin schweigt // Laura Freudenthaler // Literaturverlag Droschl Buch 2 (3 Bände): Menschenfresser-Trilogie // Max Blaeulich // Residenz Verlag Buch 3: Die Schachnovelle // Stefan Zweig // S. Fischer Verlag


EDITION Das Stilmagazin

Ein Produkt der UCM Werbe- und Verlagsagentur. Erhältlich im gut sortierten Zeitschriftenhandel.

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www.ucm-verlag.at


STADTANSICHTEN

12

WELLNESS MIT AUSBLICK

30

BESONDERE MONUMENTE

34

IM GESPRÄCH

38

ZEIT ZUM ANKOMMEN

44

SELECTED HOTELS

46

S alzbur g s s ch ö ns te Pl ät ze in Bil de r n

N ach drei Jahren Umb aup has e ö f f net das neu e P ar ac elsusb ad ab Juli s eine P fo r ten

A l te un d neu e S chät ze de r B aukul t ur S alzbur g s

Ro m an H ö llb ache r üb e r S alzbur g s al te S t ad tb il de r un d neu e L eb ens ade r n de r A rchi tek t ur

Fr is che r W in d im H o tel M oz ar t

N eu e un d neu ge s t al tete H o tels de r S t adt

stilköpfe ROMAN HÖLLBACHER MA RT I N A T O I F L


A R C H I T E K T U R . LANDSCHAFT

Architektur Wer Salzburgs Schรถnheit bewahren will, muss sie fortschreiben: eine Stadt zwischen Konservativismus und gestalterischem Aufbruch.

BILD: BILDERSCHMIEDE

10 . 11


A R C H I T E K T U R . STA DTA N S I C H T E N

DU SCHÖNE Wie sie einem den Atem rauben kann – die Schönheit dieser Stadt. Nicht immer offensichtlich, gerne auch verborgen: eine Liebeserklärung in Bildern. T E X T: D A N I E L A S TO L L N B E RG E R / BI L D : BI L D E R S C H M I E D E

12 . 13


AUF DEN SPUREN LÄNGST VERGANGENER ZEITEN In morgendlicher Dämmerung thront sie hoch oben über der Stadt – die Hohensalzburg, eine der größten noch erhaltenen mittelalterlichen Burganlagen Europas. In mystischer Anmutung und von wehrhaftem Charme, ist das Wahrzeichen aus dem 11. Jahrhundert Teil von Salzburgs weltberühmter Silhouette. Während in den zahlreichen Gassen und Straßen das moderne Leben längst Einzug gehalten hat, taucht man als Besucher auf dem Festungsberg in längst vergangene Zeiten ein, wandelt durch uralte Gemäuer und genießt die faszinierende Aussicht. BI L D : PAT RI C K L A N GWA L L N E R


A R C H I T E K T U R . STA DTA N S I C H T E N

IN DER RUHE LIEGT DIE KRAFT Durchatmen, loslassen und die Seele baumeln lassen – Salzburg bietet Ruhesuchenden so viele Möglichkeiten, dem Alltag und dem Stadtleben zu entkommen, sich wieder auf Wesentliches zu besinnen und neue Kraft zu tanken. Hier oben, an einem der vielen Aussichtspunkte des Mönchsbergs, genießt man das einzigartige Panorama und lauscht dem geschäftigen Treiben der Stadt dort drunten. Inmitten von Buchenwäldchen und Wiesen, auf sanft geschwungenen Hügeln, gibt es auf verträumten Wanderwegen eine wahre Oase zu entdecken. BI L D : PAT RI C K L A N GWA L L N E R

14 . 15


DIE ETWAS ANDERE VOGELPERSPEKTIVE „Manchmal muss man seine Sichtweise verändern, um den Himmel sehen zu können …“ – Das Kunstprojekt (2004) von Marina Abramović, welches eine Konstellation aus mehreren Stühlen darstellt und inmitten des hektischen Verkehrs und rastlosen Stadtlebens rund um die Staatsbrücke installiert ist, inspiriert genau dazu: „Setze dich auf den Stuhl, kehre in dich, verliere die Zeit“. Eine Einladung zu Ruhe, Besinnung und Klarheit. Wer den Kopf in den Nacken legt, sieht einen erhöhten Stuhl, der fünfzehn Meter in den Himmel ragt. BI L D : PAT RI C K L A N GWA L L N E R


A R C H I T E K T U R . STA DTA N S I C H T E N

BRÜCKENSCHLAG In zwei Hälften getrennt, durch ein Bindeglied wieder vereint: Dort, wo die Salzach die Stadt teilt, bildet die Staatsbrücke das vereinende Bindeglied. Eine der insgesamt 13 Brücken der Mozartstadt, ist sie der zentrale Dreh- und Angelpunkt und führt von der Linzer Gasse zum Rathaus in der historischen Altstadt. Täglich eilen hier tausende von Menschen von einem Ufer zum anderen, etliche Linienbusse nutzen die Brücke, um ihre Passagiere quer durch die Stadt zu befördern – einer der wichtigsten Übergänge im täglichen Leben der Salzburger. BI L D : PAT RI C K L A N GWA L L N E R

16 . 17


AUF DEN ZWEITEN BLICK Aus dem Wasser hervorpreschende Meeresrösser, monumentales Geröll, athletisch verschlungene Figuren, exotische Delphine und Muschelgebilde – erst bei genauerer Betrachtung erkennt man die faszinierende Komposition, die künstlerisch arrangierten Details und den herrschaftlichen Aufbau des Brunnens auf dem Residenzplatz aus dem 17. Jahrhundert. Als bedeutendster Brunnen Salzburgs steht das Bauwerk unter Denkmalschutz und bildet den zentralen Blickpunkt des Platzes. Wer sich die Zeit nimmt und die eingearbeiteten Statuen studiert, wird merken, in welch gegensätzlichem Kontrast die Figuren zu ihrem barocken Umfeld stehen. BI L D : B RYA N RE I N H A RT


A R C H I T E K T U R . STA DTA N S I C H T E N

VON UNTEN NACH OBEN Über der Stadt, dort, wo die Kaipromenade das Salzachufer säumt, sich schmale Wohnhäuser an schroffe Felsen schmiegen und sich das Gestein des Mönchsbergs von seiner unerbittlich harten Seite zeigt, ruht das Museum der Moderne. Mit seiner futuristischen Optik bietet es ein sehr markantes Bild neben dem Amalie-Redlich-Turm zu seiner Linken. Der historische Wasserturm aus dem Jahre 1892 verleiht dem Ensemble sein schlossartiges Erscheinungsbild. Gewidmet ist das Türmchen Amalie Redlich, der einstigen Besitzerin des Gemäldes von Gustav Klimt „Litzlberg am Attersee“, welches lange Zeit Teil des Museums war. BI L D : PAT RI C K L A N GWA L L N E R

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„Nur in einem ruhigen Teich spiegelt sich das Licht der Sterne.“ – C H I N E S I S C H E S S P RI C H W O RT


A R C H I T E K T U R . STA DTA N S I C H T E N

EIN ORT DER RUHE Das sanfte Plätschern des Wassers, das leise Schnattern der Gänse, die Bäume, die sich im Wasser spiegeln – wer sich hier am Leopoldskroner Weiher auf einem der Bänkchen niederlässt, wird das harmonische Ambiente lieben. Umrahmt vom Gaisberg in der Ferne, den Mauern der Hohensalzburg im Hintergrund und dem malerischen Schloss Leopoldskron, ist das gepflegte Gewässer ein Plätzchen, das zum Verweilen und Nachdenken inspiriert. Nicht unweit der Salzburger Altstadt findet sich hier ein paradiesisches Fleckchen, an dem man ganz fantastisch seinen eigenen Gedanken nachhängen, Frieden finden und zu neuer Erkenntnis gelangen kann. BI L D : K L AU S D O P P L E R

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DIE THEATRALIK DES BLICKWINKELS Verlassen steht er da, mit Schnee bedeckt und in gewöhnliches Gewand gekleidet … Der kleine Mann wacht seit 2007 mit Argusaugen über Salzburgs Kapitelplatz. Auf der goldenen Kugel inmitten des weiten Platzes thronend, ist er Teil des Kunstobjekts, das Schöpfer Stephan Balkenhol „Sphaera“ taufte. Je nach Perspektive des Betrachters scheint die Skulptur beinahe sentimental den Platz und die Festung Hohensalzburg zu überblicken. BI L D : B RYA N RE I N H A RT


A R C H I T E K T U R . STA DTA N S I C H T E N

GEHEN UND SEHEN Wer die märchenhafte Altstadt zu Fuß erkundet, den Gang durch die vielen verwinkelten Gassen genießt und immer wieder einen Blick gen Himmel richtet, wird sie unweigerlich erblicken – die Hohensalzburg auf dem Festungsberg. Es scheint, als würde sie von jedem beliebigen Platz Salzburgs aus zu sehen sein. So erhaben in ihrem mittelalterlichen Charme, so unverwechselbar zu Salzburg gehörig – welch ein Anblick! BI L D : C H RI S L I N D N E R

22 . 23


DIE GUNST DER STUNDE Diese herrlich goldene Zeit, wenn sich der Tag verabschiedet und die Sonne langsam untergeht, um so den Abend anzukündigen, wird Salzburg in solch ein bezauberndes und hinreißendes Licht getaucht, dass es dem Betrachter wahrlich den Atem raubt. In den Parks und auf den zahlreichen Grünflächen der Stadt – vor allem aber im Mirabellgarten mit seiner herrlichen Pflanzenwelt – lässt sich das Spektakel am schönsten beobachten. BI L D : PAT RI C K L A N GWA L L N E R


A R C H I T E K T U R . STA DTA N S I C H T E N

WER DIE WAHL HAT … „Flanieren und spazieren“ heißt es bei einem ausgedehnten Bummel durch die berühmte Getreidegasse. An ihr führt kein Weg vorbei, wenn man Salzburg in all seiner Pracht erleben möchte. In der schmalen Gasse, wo sich geschichtsträchtige Traditionsbetriebe neben exklusive Fashion-Adressen reihen, Mozarts Geburtshaus eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt darstellt und die einzigartige Architektur der umliegenden Häuser den Charakter dieser kleinen Straße so sehr prägt, liegt das Herz der Stadt. BI L D : D I E A B BI L D E RE I

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IN MYSTIK UND ROMANTIK Ein Ort der Vergnügung und Erholung sollte es sein, das Lustschloss Hellbrunn. Im Süden Salzburgs gelegen, findet sich hier das besondere Spektakel der Wasserspiele. Geheimnisvolle Grotten, verspielte Figuren, traumhafte Brunnen und die anmutige Komposition der Anlage sind beeindruckend. Eine Abendführung sorgt bei Romantikern für eine herzerwärmende Stimmung. Das märchenhafte Zusammenspiel von Wasser, Licht und Musik schafft ein Erlebnis, das lange im Gedächtnis verweilt. BI L D : C H RI S L I N D N E R


A R C H I T E K T U R . STA DTA N S I C H T E N

SO BEDEUTEND, SO WERTVOLL „Stadt mit besonderem Wert für die Menschheit“ – so wird Salzburg von der UNESCO im Rahmen der Erhebung zur Weltkulturerbestätte bezeichnet. Warum? Sehen Sie nur hin! Dieses traumhafte Stadtbild. Dieser Anblick, der das Herz höherschlagen lässt. Diese Silhouette, die so unbeschreiblich und einzigartig ist. Eine Stadt, die Bauwerke, Traditionen und Gebräuche beheimatet, die nirgendwo anders zu finden sind. Ein Ort, den man sehnsüchtig betrachtet, genießt, wenn man verweilt, und vermisst, wenn man ihn verlässt. BI L D : PAT RI C K L A N GWA L L N E R

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DIE MAGIE DER KLEINEN DINGE So schroff, so mächtig, so mystisch … Der sagenumwobene Untersberg, über dessen magische Kraft bereits der Dalai Lama philosophierte, der ihn als spirituelles „Herzchakra Europas“ bezeichnete, ist einer der fünf Hausberge Salzburgs. Vom ihm geht ein rätselhafter Zauber aus, der zutiefst beeindruckt. Der Berg ist nicht zuletzt wegen seiner beeindruckenden Lichtspiele so bekannt: Die Art, wie sich hier Tages- und abendliches Licht im Fels brechen, schafft eine geheimnisvolle Atmosphäre. Ein simples Schauspiel, das überrascht, berührt und bewegt. BI L D : PAT RI C K L A N GWA L L N E R


A R C H I T E K T U R . STA DTA N S I C H T E N

„In den kleinsten Dingen zeigt die Natur ihre allergrößten Wunder.“ – C A RL V O N L I N N É

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DIE POESIE VON 550 TONNEN STAHL Fast 30 Jahre lang wurde diskutiert, seit drei Jahren wird gebaut. Jetzt steht das Opening im neuen Paracelsusbad an. Ab Juli läuft der Kurhausbetrieb, im September eröffnen Schwimmbad und Wellnessbereich mitten in der Stadt. T E X T: C AY BU B E N D O RF E R / B I L D E R: B E RG E R+ PA RK K I N E N A RC H I T E K T E N / S K A N N WA S , I S O C H RO M

Spektakulärer geht nicht: Die Altstadt mit Festungsblick liegt den Gästen der Schwimmhalle im Wortsinn zu Füßen.


A R C H I T E K T U R . FEUILLETON

„Architektur ist das kunstvolle, korrekte und großartige Spiel der unter dem Licht versammelten Baukörper.“ – L E C O RBU S IE R

D

Büros und dem Bistro, außerdem nostalgische Erinnerungen wie Schilder und Rettungsringe aus dem Bad, der Sauna und den Garderoben fanden auf dem großen Flohmarkt, wenige Tage vor dem Start der Abbrucharbeiten, begeisterte neue Besitzer.

Dieses erste „Actien-Badehaus“, das auf dem Gelände der vormaligen Befestigungsanlagen entstanden war, wurde im November 1944 durch einen Bombentreffer zerstört. Knapp zehn Jahre später beschloss der Gemeinderat dann die Errichtung eines neuen Kurmittelhauses mit Hallenbad. Die Salzburger Bevölkerung finanzierte sich ihr „Volksbad“ durch eine Sonderabgabe – den sogenannten „Badeschilling“ – damals quasi selbst. Und sie liebte es. Generationen von Kindern haben im Paracelsusbad schwimmen gelernt, Profis kamen zum Training, ältere Semester wurden Stammgäste – oft in geselliger Runde – im Bad und in der Sauna. Die stringent-funktionalistische 50er-JahreArchitektur von Josef Havranek, bereichert um Werke von prominenten Salzburger Künstlerinnen und Künstlern wie Toni Schneider-Manzell und Josef und Rosita Magnus, hat bis zuletzt nichts von ihrer Aussagekraft verloren.

Inzwischen sind nach den Plänen der Architekten Berger+Parkkinen etwa 550 Tonnen Stahl, fast 10.000 Kubikmeter Beton und rund 13.000 Schrauben verbaut worden. Spektakulär: Die rundum verglaste Badeebene befindet sich im dritten Obergeschoss und eröffnet einen phänomenalen Blick in die Kronen der alten Bäume im Kurgarten und über die Stadt. Die stützenfreie Deckenkonstruktion für die Schwimmhalle – eine perfekt ausgetüftelte Stahlkonstruktion mit einer Spannweite von 35 Metern – wurde letzten Sommer in einer spektakulären Aktion in zwölf Metern Höhe aufgebaut. Darüber liegt dann der oberste, scheinbar schwebende Teil des Bauwerkes, der ab Herbst die Gastronomie und eine Saunalandschaft beherbergen wird und mit dem Außenbereich einen weiteren Clou liefert: ein Salzwasserbecken-Freiluftbecken mit Blick auf die Altstadt. Der Kurhaus-Bereich für medizinische und heiltherapeutische Anwendungen gibt sich hingegen eher introvertiert und bildet einen ungefähr elf Meter hohen Sockel unter dem Schwimmbad.

Aber: Der Platz wurde eng für die vielen Gäste und Schwimmvereine; die Technik wurde zwar laufend gewartet, kam aber schlichtweg in die Jahre. Ab den 1990ern wälzte man in der Stadt Pläne für einen Neubau mit mehr Platz. In Leopoldskron? In Liefering? Oder doch ganz woanders? Zur Freude Vieler fiel schließlich die Entscheidung, das Paracelsusbad am angestammten Platz im Herzen der Stadt neu zu bauen. Am 30. November 2016 war Badeschluss im alten Bad. Viele Vintage-Stücke aus den

Überaus spannend ist übrigens auch, was sich im „Untergrund“ des neuen Paracelsusbades gefunden hat. Während das alte Bad abgebrochen wurde, haben Archäologen und Experten des Bundesdenkmalamtes einen Teil der barocken Stadtbefestigung freigelegt. Erzbischof Paris Lodron hatte im Jahr 1621 einen halbrunden Kranz aus Bastionen mit einem vorgelagerten Graben im Bereich des heutigen Kurgartens anlegen lassen, um die rechtsseitige Stadt – vor allem natürlich das Schloss Mirabell – zu schützen.

as Warten hat sich gelohnt, so viel lässt sich auch schon vor Abschluss der Bauarbeiten sagen. Das neue Kur- und Badehaus, so die offizielle Bezeichnung des Paracelsusbades, steht an derselben Stelle im Kurgarten neben dem Schloss Mirabell, wo die Salzburger erstmals im Mai 1868 ihr Schwimmbad samt Sauna genossen haben.

30 . 31


Die Wellness- und Saunalandschaft öffnet sich zum grünen Außenbereich mit großartiger Aussicht in luftiger Höhe.

Knapp zweieinhalb Meter dick waren diese Wehrmauern, zusätzliche Pfeiler auf der Innenseite und eine massiv ausgeführte Spitze an der Bastion sorgten für die Stabilität der Befestigungsanlage. Mitte des 19. Jahrhunderts haben sich die Stadtväter dazu entschlossen, die Wehrmauern abzutragen. Die Blöcke aus Konglomeratgestein wurden – wie damals üblich – wiederverwertet und für den Bau des neuen städtischen Kanals und für die Salzachregulierung verwendet. In Zukunft wird der freigelegte Abschnitt der alten Wehrmauer sichtbar bleiben, und zwar in jenem Bereich, wo der Radweg durch den Kurgarten führt: In der darunter liegenden Tiefgarage wird von den Archäologen nämlich ein „Fenster in die Vergangenheit“ eingerichtet, das einen direkten Blick auf die barocken Bastionsmauern eröffnet. Unser Tipp für Nostalgiker und alle, die es noch werden wollen: Georg Oberweger, Wiener Fotograf mit Salzburger Wurzeln, hat das alte Paracelsusbad in starken Bildern verewigt. Seine Bilder erzählen stille Geschichten, setzen das Gewohnte und oft Gesehene in den Mittelpunkt und bekommen dadurch eine unerwartete und ganz spezielle Ästhetik. Der Band ist 2018 in der Edition Tandem erschienen.

ZUM BAD: Hinter der spektakulären Fassade aus Stahl und Glas birgt das neue Paracelsusbad nicht nur die Schwimmhalle, sondern auch eine Sauna- und Wellnesslandschaft und einen medizinisch-therapeutischen Kurbereich. Bauherr ist die Stadt Salzburg, betrieben wird das Haus von der Tourismus Salzburg GmbH.


A R C H I T E K T U R . FEUILLETON

Die Formen des Wassers und der Wellen spiegeln sich in der Stahl-Glas-Architektur von Berger+Parkkinen in den Stadtraum hinaus.

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IM DIALOG Die Stadt Salzburg lebt von Vielfalt und Veränderung. Historische Baukunst und moderne Architektur begegnen sich auf Augenhöhe. T E X T: C AY BU B E N D O RF E R / B I L D E R: B RYA N RE I N H A RT, A RC H I T E K T U RH AU S S A L Z BU RG

Viel Licht für viel Raum. Die Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Salzburg wurde von den Architekten Holzbauer/Hübner/Ekhart/Marschalek/Ladstätter entworfen.


A R C H I T E K T U R . SELECTED

BAUGESCHICHTE SCHREIBT ZUKUNFT

VERSTECKTES JUWEL

Es ist ein schlichter Ziegelbau, der am südlichen Rand des neuen Wohn- und Geschäftsviertels Riedenburg als eines der wenigen Relikte der alten Kaserne stehen geblieben ist. Mit ein bisschen Fantasie hört man fast noch die Pferde der berittenen Truppe wiehern und schnauben, die im 19. Jahrhundert hier untergebracht waren. Aus dem Stall wurde vor einem Jahr, nach behutsamer Modernisierung, das Architekturhaus Salzburg – Treffpunkt, Drehscheibe und Kompetenzzentrum für zeitgenössisches Bauen in Salzburg. Auf 300 flexibel und multifunktional nutzbaren Quadratmetern bietet die Initiative Architektur nun Ausstellungen, Workshops und Veranstaltungen für Fachleute und Interessierte. Nicht nur für Gäste von auswärts spannend: die thematischen und regionalen Architekturführungen.

Um 1900 plante der renommierte Salzburger Architekt Jakob Ceconi das Haus Haydnstraße 5 für einen wohlhabenden Privatier. Außergewöhnlich ist das Wohnhaus mit vier Geschossen, weil Ceconi die Fassade im Stil einer Renaissance-Villa durch Elemente im Wiener Jugendstil akzentuiert hat: Zwei Frauenbüsten flankieren das Portal, die typischen Pflanzenmotive zieren Balkon- und Fenstergitter, das Vestibül gehört zu den schönsten Innenausstattungen des Jugendstils in Salzburg. In den 1920er Jahren wohnte der schillernde Künstler Adolph Johannes Fischer im Haus; seine Wohnung, ausgestattet mit einer kostbaren Kunstsammlung, war Anziehungspunkt für Festspielgäste und prominente Künstlerpersönlichkeiten wie Marlene Dietrich und James Joyce.

Sinnhubstraße 3 // 5020 Salzburg

Haydnstraße 5 // 5020 Salzburg

Jugendstil im Andräviertel

Architekturhaus Salzburg

www.initiativearchitektur.at

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EIN TOR ZUR STADT Perron

Die niedrigen Betriebsgebäude der Bahn an der Zufahrt zum Hauptbahnhof waren gewiss keine Augenweide. Trotzdem gab es zunächst Aufruhr, als die Neubaupläne für ein Hotel mit Geschäftsboulevard publik wurden, die Architekt Gerhard Sailer vom renommierten Architekturbüro Halle 1 in Salzburg für den Tiroler Projektbetreiber entworfen hatte. (Salzburg-typischer) Aufreger war in erster Linie die Höhe des Hotels: 15 Stockwerke, 54 Meter hoch – also nur zwei Meter niedriger als das gegenüberliegende Hotel Europa. Im Frühjahr ging das arte Hotel in dem schlanken, gläsern-transparenten Turmbau in Betrieb; Restaurant und Bar im Dachgeschoss begeistern mit einem atemberaubenden Ausblick über die Stadt. Das Business-Quartier beleben Banken, Geschäfte und Büros. Und Salzburg hat am Tor zur Stadt ein neues, cooles Wahrzeichen. Rainerstraße 30 // 5020 Salzburg www.perron.at


HOTEL STEIN Salzburg


DYNAMIK DES AUFBRUCHS Was braucht Salzburg, um architektonisch zu erblühen? Roman Höllbacher, künstlerischer Leiter der Initiative Architektur, sprach mit Top of Salzburg über alte Stadtbilder und neue Lebensadern. T E X T: M A RK U S D E I S E N B E RG E R / BI L D E R: K AT H RI N G O L L A C K N E R , RI C K Y K N O L L

Wie lebendig ist Salzburg als Stadt in architektonischer Hinsicht? Auf der Ebene der Akteure entwickelt sich momentan eine spannende junge Szene – auch weil wir mit der Initiative einiges dafür getan haben. Da gibt es eine Lebendigkeit, die es noch vor sechs, sieben Jahren in dieser Form nicht gab. Da wächst eine jüngere Generation heran, die eine Dynamik entwickelt, die die Stadt dringend braucht. Und da wird sich auch in nächster Zeit noch viel tun. Was das Gebaute angeht, wird sich auch einiges tun müssen. Sie haben mal gesagt, wir müssen Städte und nicht Siedlungen bauen. Findet denn derzeit ein ausreichender Diskurs darüber statt, was wir in Salzburg städtebaulich brauchen? Nein, da mangelt es eindeutig an neuen Vorschlägen und Ideen. Meine Aussage bezog sich ursprünglich auf den Wohnbau. Darauf, wie wir im Wohnbau Stadt denken, wie wir eine Durchmischung und somit eine lebendige Stadt erzielen. Das sind alles Fragen, die lange vor der Architektur ansetzen. Die Instrumentarien, die uns dafür momentan zur Verfügung stehen, sind begrenzt. Dass wir das aufbrechen, steht ganz dringend an. Was sehen Sie als größtes Problem? Dass wir durch Widmungskategorien eingeschränkt sind: Da darf nur das eine geschehen, dort nur das andere. Gewerbe hier, Wohnen dort. Was uns die Moderne gelehrt hat, dass wir nämlich alles funktional auseinanderdröseln, führt zu einer entmischten Stadt, die letztlich nicht lebendig ist. Dies zu verändern, ist viel mehr als eine rein architektonische Frage. Das sind gesellschaftliche Fragen, die man dringend angehen muss. Die Initiative Architektur hat ihren Sitz in der Riedenburg – vielleicht das Salzburger Viertel, das sich in den letzten Jahren baulich am stärksten verändert hat. Bietet es die Qualitäten eines Stadtquartiers, oder hat man in der Planung Wesentliches verabsäumt? Erst einmal geht es darum, ein Gebiet mit einer bestimmten Dichte zu bebauen, um überhaupt so etwas wie ein Stadtgefüge herstellen zu können. Aber dafür, ob das ein städtisches Quar-

tier ist, wo urbanes Leben entsteht, ist letzten Endes nicht allein die architektonische Form ausschlaggebend; auch nicht, ob ich drei, vier oder sechs Geschosse hoch baue. Meiner Meinung nach versucht man mit untauglichen Mitteln Stadt zu bauen, indem man ein bestimmtes Gebiet primär dem geförderten Wohnbau gewidmet hat. Das Ergebnis finde ich zwar nicht negativ, das möchte ich ausdrücklich betonen, weil alle Beteiligten ihr Bestes gegeben haben, aber die Voraussetzungen, unter denen man hier gebaut hat, stehen im Widerspruch zum Ziel eines durchmischten Stadtquartiers. Können Sie das an einem Beispiel festmachen? An der Nordkante der Bebauung etwa hat man zur Neutorstraße hin einen kleinen Vorplatz – gestalterisch ganz geschickt mit Bezügen zum Rainberg – geschaffen. Im Erdgeschoss sollten Geschäfte einziehen. Nun ist die Wohnanlage seit September letzten Jahres bezogen, aber kein einziges Geschäft ist bis dato vermietet. Woran es liegt, weiß ich nicht. Vielleicht an den Preisen. Aber wenn ich mit denen runtergehe, heißt das, dass ich mit dem Wohnbau Geschäfte querfinanziere. Das Problem ist also: Man möchte offenkundig eine Durchmischung und eine Belebung der Erdgeschosszone herstellen, dem steht aber Grundlegendes entgegen. Die Lösungen dafür werden nicht einfach sein. Dazu braucht es Ideen, Überzeugungskraft und den Willen für Veränderung. Das Durchschnittsalter ist in Salzburg in den vergangenen zwei Jahrzehnten um sechs Jahre gestiegen, während Wien um zwei Jahre jünger wurde. Was, denken Sie, ist dafür verantwortlich? Ich kann nur vermuten und als These in den Raum stellen: Wir haben in den letzten Jahren in einem breiten Bereich teure Wohnungen gebaut, die sich jüngere Menschen gar nicht leisten können. Ältere Semester mit entsprechendem Budget kommen. Die Jüngeren werden aus der Stadt verdrängt. Im Umkreis der Stadt gibt es eine Bevölkerungszunahme, wie man aus Erhebungen weiß, weil es dort noch halbwegs leistbaren Wohnraum gibt.


A R C H I T E K T U R . INTERVIEW

Der vordere Bereich des Architekturhauses bietet viel Raum für Veranstaltungen und gute Gespräche.

Auf der Suche nach Inspiration: Roman Höllbacher in den Schaffensräumen des Architekturhauses.

Das heißt, es braucht mehr leistbaren Wohnraum in der Stadt, um das Ruder in demographischer Hinsicht herumzureißen? Die Stadt hat immer noch die meisten Arbeitsplätze. Je mehr die Leute aber in der Stadt arbeiten und draußen wohnen, desto mehr potenziert sich das Problem. Das mindert die Qualität für alle und bewegt sich in Richtung Verkehrskollaps. Wir brauchen daher endlich ein bequemes und leistungsfähiges Schienenverkehrsmittel in der Stadt, sei es nun ober- oder unterirdisch.

man den „Flussraum Salzach“ neu gestalten könnte. Dabei haben sie sich weniger darum kümmert, was war, sondern darum, was möglich wäre. Der stiefmütterliche Umgang mit dem Fluss hat ja eine historische Ursache: Der Fluss war bis in die 1980er-Jahre ein Abwasserkanal. Da wollte niemand an der Salzach sein, weil sie braun war und stank. Das hat sich erst mit der Ringkanalisation und den Kläranlagen geändert. Seitdem ist die Salzach ein Fluss mit einer tollen Wassergüte, an dem man sich auch aufhalten will. Plötzlich ist ein Raum wertvoll geworden. Darin liegt ein Riesenpotenzial für die ganze Stadt. Das könnte eine neue Lebensader werden.

Reicht das denn? Nein, es braucht natürlich auch eine günstige Jahreskarte, um die Pendler zum Umsteigen zu motivieren. Und dann braucht es vermutlich auch noch einen sanften Zwang. Denn von einem tollen Angebot, das wieder nur wenige in Anspruch nehmen, hat niemand etwas. Das wird man sich auch nicht leisten können.

Wo sehen Sie noch Potenzial? Im Stadtteil Schallmoos liegen enorme Ressourcen brach. Da werden auf tausenden Quadratmetern Lkws geparkt. Dass die auch wo stehen müssen, ist ja klar, aber doch nicht mitten in der Stadt! Ebenso ist es Vergeudung, Flächen für eine Gewerbenutzung auszuweisen und dann einen eingeschossigen Supermarkt draufzubauen. Diesen Fehlentwicklungen müssen wir entgegenwirken, wenn wir an einer nachhaltigen und ökologischen Stadt der Zukunft bauen wollen. Dann brauchen wir auch nicht an der Grünlanddeklaration zu rütteln.

Einer Ihrer Vorträge trägt den provokanten Titel „The frozen City“. Darin geht es um das Phänomen des besonderen Schutzgedankens, mit dem Salzburg konfrontiert ist. Behindert dieser Schutz die Entwicklung neuer, anspruchsvoller Architektur? Der Begriff ist ambivalent: Einerseits beinhaltet er etwas Negatives. Wenn etwas in Kälte erstarrt, stirbt es ab. Andererseits: Ich kenne niemanden, der, egal welchen Alters und welchen Berufs, nach Salzburg käme und dieses Stadtbild nicht wunderschön fände. Das heißt: Wir bewahren hier etwas, das sehr schön ist. Wenn man anfängt, das zu verändern, begibt man sich in die Gefahr, es zu zerstören. Mit dieser Ambivalenz umzugehen ist eine große Herausforderung. Es gilt Bedingungen zu finden, die uns nicht das Gefühl geben, in Schönheit zu erfrieren. Die Altstadt soll ein lebendiger und belebter Teil der Stadt bleiben. Da haben wir sicher große Defizite.

INITIATIVE ARCHITEKTUR: Der Kulturverein wurde 1993 mit dem Ziel gegründet, sich der zeitgenössischen Baukultur Salzburgs zu widmen. Seit 2018 ist das Architekturhaus Salzburg in der Sinnhubstraße 3 lebendiger Ort für Veranstaltungen und Vermittlung. Website: www.initiativearchitektur.at ROMAN HÖLLBACHER (geb. 1963 in Hallein) schloss 1991 das Studium der Kunstgeschichte und der Kommunikationswissenschaften an der Universität Salzburg ab und spezialisierte sich bereits damals auf architektonische und städtebauliche Themen. Er ist Mitbegründer der Initiative Architektur. Nachdem er lange Jahre Vorstandsmitglied war, übernahm er 2009 die künstlerische Leitung.

Wie eng sind die Grenzen, innerhalb derer man hier etwas bewegen kann? Rein rechtlich sind die Grenzen eng, was aber nicht heißt, dass man an Vorhandenem nicht weiterbauen könnte. Gerade haben sich zwei junge Teilnehmer an einem Projekt Gedanken darüber gemacht, wie

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SALZBURG CONGRESS, UND WAS DAHINTERSTECKT Die Salzburgerinnen und Salzburger sind zu Recht stolz auf „ihr“ Haus: Salzburg Congress hat sich seit seiner Eröffnung im Jahr 2001 zu einer europäischen Top-Adresse für internationale Kongresse und Veranstaltungen entwickelt. Und das hat viele gute Gründe.


A R C H I T E K T U R . SALZBURG CONGRESS

EIN HAUS, SO GUT WIE SEIN TEAM Ein Haus wie Salzburg Congress muss gut ausgelastet sein, denn dafür ist es da. Dem 17-köpfigen Team ist es zu verdanken, dass Salzburg mittlerweile in die Top-Liga internationaler Kongressdestinationen aufgestiegen ist und jede Veranstaltung im Haus perfekt organisiert ist.

ALLE LIEBEN SALZBURG Die Nähe zur Salzburger Altstadt, deren Schönheit und Sicherheit sind wichtige Argumente, wenn sich Kongressveranstalter für die Mozartstadt Salzburg entscheiden. Empfänge finden in der fürsterzbischöflichen Residenz statt.

IMMER VORNE MIT DABEI „Qualität geht über alles“ – dieser Leitspruch von Salzburg Congress gilt auch oder ganz besonders für die Technik und die Ausstattung des Hauses, das von Beginn an zu den modernsten Österreichs zählte.

WIR DENKEN „GRÜN“ Die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Hauses liefert umweltfreundliche Solarenergie. Salzburg Congress führt das Österreichische Umweltzeichen und kann Veranstaltungen als „Green Meeting“ oder als „Green Event“ zertifizieren.

WEITER AUF ERFOLGSKURS Die größten Kongresse, die Salzburg Congress beherbergen kann, umfassen etwa 2.500 Teilnehmer. „Unser Ziel ist eine möglichst große Auslastung mit international rotierenden Kongressen“, sagt Geschäftsführer Herbert Brugger.

TOURISMUS SALZBURG GmbH Salzburg Congress Auerspergstraße 6 // 5020 Salzburg // Austria // Phone: +43/662/889 87-0 Fax: +43/662/889 87-210 // welcome@salzburgcongress.at www.salzburgcongress.at

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A R C H I T E K T U R . H OT E L S

GASTLICHKEIT NEU INTERPRETIERT Salzburgs Hotels kommen den Wünschen ihrer Gäste auf ganz eigene Weise nach. An diesen Lieblingsadressen begegnen Sie dem besonderen Charme der Stadt schon in der Lobby. BIL D: A RTE H OTEL SA L ZBU RG

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A R C H I T E K T U R . H OT E L S

ZEIT ZUM ANKOMMEN Frischer Wind weht im Hotel Mozart: Mit viel Feingefühl wurde ein modernes HospitalityKonzept umgesetzt, das die Geschichte des Hauses auf zeitgemäße Art erlebbar macht. T E X T: JE A N E T T E F U C H S / BI L D E R: T H E M OZ A RT H OT E L BY H E Y M C O L L EC T I O N S

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lte Häuser erzählen Geschichten. An solchen Geschichten war Martina Toifl schon immer interessiert. Viele Jahre in der Unternehmensberatung tätig, betreute die Salzburgerin vor allem Immobilienprojekte. Ihrer Leidenschaft für Interior Design folgend, gründete sie 2014 mit ihrem Mann Gerald die Heym Collections GmbH – dazu gehören drei Townhouses, die mit stimmigen Details, unkomplizierter Check-in-Philosophie und serviceorientierten Extras den Hospitality-Gedanken neu interpretieren.

signerin bei Heym Collections, in Kollaboration mit der Leica Galerie als zeitgenössische Hommage an das Musikgenie für das The Mozart Hotel entwickelt hat. Echte Freundlichkeit, hochwertige Materialien und gutes Design sind die wesentlichen Elemente im The Mozart. „Ich möchte den Gästen das anbieten, was mir selbst gefällt“, sagt Martina Toifl, deren Faible für besondere Details überall sichtbar ist. Die Hotel-Initialen finden sich als Intarsie auf dem Terrazzo-Boden und auch auf dem Porzellan von Stillsegler. Ein alter Apothekerschrank dient als Frühstücksbar, und über dem Kaminsims aus Carrara-Marmor thront der Spiegel eines Wiener Künstlers. Das alte Klavier wurde neu gestimmt, der restaurierte Kristallluster kam an seinen früheren Platz zurück, und die gusseiserne Balustrade wurde nach der Vorlage alter Fotos nachgebaut. In den Zimmern trifft Hightech auf Antikes: ein modernes Heiz- und Kühlsystem wurde in die Decken gebaut, zweibeinige Konsolentische aus Schloss Klessheim dienen als elegante Ablageflächen. Die Waschtische sind umfunktionierte Nachtkästchen und bilden eine harmonische Ergänzung zu den goldfarbenen Armaturen in den Badezimmern.

Es dauerte nicht allzu lange, bis mit dem Hotel Mozart die nächste Herausforderung rief: fünf Etagen, 32 Zimmer und seit den 1950er-Jahren als Hotel garni geführt. Die Vision von Martina Toifl war es, dem Haus hinsichtlich Design und Zeitgeist ein Upgrade zu verpassen, dabei aber Substanz und Seele zu bewahren. Im Februar 2018 wurde mit der Neuplanung des gesamten Hotelbetriebs begonnen. „Während das Mobiliar bei Hotelbewertungen nicht besonders gut wegkam, erntete das Personal viel Lob“, erzählt die Hotelchefin, die das große Potenzial des bestehenden Teams erkannte. Fast alle Mitarbeiter sind geblieben und waren an der Umsetzung des Konzepts beteiligt. In der viermonatigen Umbauphase blieb kein Stein auf dem anderen. Stuckdecken, Fischgrät-Vollholzböden und Wandvertäfelungen wurden integriert, alte und neue Möbel mit englischen Stoffen überzogen. In Zusammenarbeit mit Künstlern, Handwerkern und Designern aus ganz Europa realisierte Martina Toifl ein modernes Boutique Hotel, das die Geschichte seines Namensgebers auf unterschiedliche Weise aufgreift. „Kissed by the Muse“ nennt sich das fotografische Kunstkonzept, das Pia Clodi, Kreativdirektorin & De-

ZUM HOTEL: Das Hotel Mozart liegt nur fünf Minuten fußläufig vom Mirabellplatz entfernt. Auf fünf Etagen finden 32 Zimmer Platz. Ab 112 Euro im Doppelzimmer für zwei Personen. Franz-Josef-Straße 27 // 5020 Salzburg // www.themozarthotel.com

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HOTELS NEU INSZENIERT Ankommen. Willkommen sein. Sich zu Hause fühlen. Diese fünf ganz neuen und neu gestalteten Salzburger Hotels werden zu wahren Wohlfühlorten vor einer atemberaubenden Kulisse. T E X T: JE A N E T T E F U C H S / BI L D E R: H OT E L S

Trotz neuem Interieur-Konzept bleibt das Hotel Sacher seinem Stil treu. Hier residiert man königlich direkt am Ufer der Salzach.


H O T E L S . S E L ECT E D

„Gastfreundschaft besteht aus ein wenig Wärme, ein wenig Nahrung und großer Ruhe.“ – R A L PH WA L D O E M E RS O N

TRADITION, HAUTNAH ERLEBBAR

NEUANFANG MIT CHARME

Im mondänen Luxushotel an der Salzach blickt man nicht nur auf 150 Jahre Hotelgeschichte, sondern auch auf umfassende Modernisierungsarbeiten zurück. Nach dem Abschluss der letzten Umbauphase erstrahlen die insgesamt 110 Zimmer und Suiten nun in neuem Glanz. Kein Zimmer gleicht dem anderen, und jedes wird von der Sacher-Eigentümerin Alexandra Winkler mit großer Wertschätzung für Details eingerichtet. Originalgemälde und Antiquitäten repräsentieren zusammen mit moderner Hightech-Ausstattung den hohen Standard des Hauses. Spezielle Stoffe und Farbkonzepte verleihen dem historischen Hotel den unverwechselbaren Sacher-Charme, der von Gästen aus aller Welt geschätzt wird. Der rote Interieur-Faden setzt sich im Café Sacher und im Restaurant Sacher Grill fort, die ebenfalls neu gestaltet wurden.

Sehr persönlich geführt, lebt man im geschichtsträchtigen Hotel in der Getreidegasse seit jeher den romantischen Zauber des 15. Jahrhunderts, bereichert durch modernen Luxus und Komfort. Nach umfangreichen Umbauarbeiten erstrahlen die 64 Gästezimmer und sechs Suiten des Goldenen Hirschen nun in neuem Gewand. Auch die öffentlichen Bereiche des Traditionshauses wurden umgestaltet. Aufgrund der sorgsamen Restaurierung aller Antiquitäten blieb der unverwechselbare Charme erhalten. Die unverkennbaren Bordürenmuster und Ornamentdrucke der Salzburger Stoffmanufaktur Jordis auf Vorhängen, Polstermöbeln und Kissen bringen weiterhin wohnliche Gemütlichkeit. Während der Rezeptionsbereich und die Bar des Hirschen vergrößert wurden, warten das haubengekrönte Restaurant Goldener Hirsch sowie das traditionelle Restaurant s’Herzl mit neuen kulinarischen Konzepten auf.

Schwarzstraße 5-7 // 5020 Salzburg

Getreidegasse 37 // 5020 Salzburg

www.sacher.com

www.goldenerhirsch.com

Hotel Sacher

Hotel Goldener Hirsch

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EINE INSTITUTION MIT NEUEM AMBIENTE Arthotel Blaue Gans

Passend zum Namen „Blaue Gans“ ist die blaue Farbe eine fixe Konstante im Arthotel in der Getreidegasse. Blau ist die neue Fassade, blau sind auch die Teppiche, Lampenschirme, Vorhänge und Wandverkleidungen. Für ein noch behaglicheres Wohngefühl wurden 2018 alle Zimmer im Getreidegassentrakt renoviert. In den behutsamen Veränderungen lässt sich die Handschrift von Inhaber Andreas Gfrerer erkennen. Seinem Kunstinteresse ist es zu verdanken, dass man überall auf die Malereien und Objekte zeitgenössischer Künstler trifft. Ein weiteres Novum sind die beiden City Flats. Hinter barocken Türen trifft man auf Stuckdecken, Holz- und Marmorböden, Wittmann-Möbel und Stillsegler-Tischware. Wäre es nicht so verlockend, im Restaurant oder in der Brasserie zu speisen, könnte man in den voll ausgestatteten Apartments sogar selbst den Kochlöffel schwingen. Getreidegasse 41-43 // 5020 Salzburg www.blauegans.at


H O T E L S . S E L ECT E D

PANORAMABLICK ÜBER SALZBURG

IN EINZIGARTIGER LAGE

Die 120 Zimmer des neuen arte Hotels sind im zweithöchsten Gebäude Salzburgs beheimatet, nur wenige Schritte vom Bahnhof entfernt. Die Nähe zu den Schienen gab dem 15 Stockwerke hohen Hotelturm, der Salzburg um ein markantes Bauwerk bereichert, auch seinen Namen: „Perron“, ein früher gebräuchliches Wort für Bahnsteig. Die Zimmer, die zweigeschossige Rooftop-Bar und die Panorama-Frühstücksterrasse auf der obersten Etage ermöglichen es, die Altstadt sowie den Mönchs- und Kapuzinerberg aus neuen Perspektiven zu betrachten. Licht, Kunst und eine moderne Designsprache sind die Elemente, die für alle arte Hotels prägend sind. Der Salzburger Standort ist das vierte arte Hotel, das Alexander Ipp in Österreich eröffnet hat. Seine Mission ist es, den Gästen ein Komplettpaket aus Kunst, Kultur und Freizeitaktivitäten zu offerieren.

Das Hotel Schloss Mönchstein, das auf dem Salzburger Hausberg Mönchsberg thront, ist nicht nur eine der exklusivsten Adressen Salzburgs, sondern auch eine der aussichtsreichsten. Umgeben von einem idyllischen Schlosspark, genießen anspruchsvolle Gäste hier viel Privatsphäre im luxuriösen Ambiente. Die Geschichte des Schlosshotels, zu dem 24 Suiten, ein mit drei Hauben ausgezeichnetes Restaurant und ein Spa zählen, reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. So märchenhaft die Kulisse, so innovativ die jüngsten Umbauarbeiten: Eine imposante Glaskonstruktion umgibt das À-la-carte-Restaurant und die Apollo Bar. So genießen Gäste zu den kulinarischen Kreationen von Küchenchef Markus Mayr herrliche Ausblicke auf die Salzburger Altstadt. Ein weiteres Highlight des Luxusrefugiums ist der beheizte OutdoorInfinity-Pool.

Rainerstraße 28 // 5020 Salzburg

Mönchsberg Park 26 // 5020 Salzburg

www.arte-salzburg.at

www.monchstein.at

arte Hotel

Hotel Schloss Mönchstein

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KUNSTGALERIEN

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FESTSPIELSOMMER 2019

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FORMATE, DIE BEGEISTERN

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FLAVOURAMA

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LESET!

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KULTURKALENDER 2019/2020

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KUNST IM FOKUS

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V i er E inr i cht ungen f ür zei t gen ö s sis che E inb li cke

D i e Hig hlig ht s im To p o f S a l z b u r g - Üb erb li ck

Musik, Tanz un d E x p e r im ente in den s chill er n ds ten Farb en

D i e Gr ün de r innen de s e r fo lg rei chen S t re etdanc e - Fe s t i v als im G e sp r äch

Bü che r aus S alzbur g , di e b e geis te r n

D i e Top - Event s de r M oz ar t s t ad t au f einen Bli ck

E in G e sp r äch mi t Hil de g un d A m anshaus e r

stilköpfe HIL D E G U N D A M A N SHA US E R OLIVIA MITTERHUEMER FA R A H D E E N


K U N S T . KULTUR

Kunst . Kultur Wo, wenn nicht hier? Die Festspielstadt Salzburg offeriert ein vielschichtiges Kulturleben, das die sogenannte Kulturelite genauso wie junge Wilde unterhält. Eine fein kuratierte Auswahl besonderer Orte und Projekte.

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K U N S T . GALERIEN

KUNST IST WIDERSPRUCH Gefallen oder Nicht-Gefallen, das ist nicht die Frage: Moderne Kunst will zum Diskurs verleiten. Top of Salzburg zeigt Orte, wo das gelingt. BIL D: M U SEU M DER M ODERN E

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ERLEUCHTUNG IM WHITE CUBE Internationale Positionen der Lichtkunst, minimalistische Malerei und poetische Fotografie verleihen der Galerie Nikolaus Ruzicska ihr markantes Profil. T E X T: C AY BU B E N D O RF E R / BI L D E R: G A L E RI E N I KO L AU S RUZ I C S K A

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ikolaus Ruzicska feiert heuer das 15-jährige Bestehen seiner Galerie. Ein wenig abseits der touristischen Hauptrouten in der Faistauergasse im Süden der Altstadt gelegen, steht der ehemalige Stadel, den der Galerist in einen puristischen Ausstellungsraum verwandelt hat. Hier präsentiert er sein stringentes zeitgenössisches Programm, in dessen Mittelpunkt die Lichtkunst steht. „Fiat lux – es werde Licht“ war nicht nur der Titel einer einzigartigen Ausstellung bei Ruzicska im Sommer 2008, sondern ist so etwas wie ein Leitmotiv der Galerie, zu deren dort präsentierten Künstlern die internationalen Pioniere der Lichtkunst zählen: Brigitte Kowanz, François Morellet, Maurizio Nannucci oder James Turrell lassen ihre raffiniert-irritierenden Objekte leuchten und machen die Galerie Ruzicska zum Anziehungspunkt für Sammler aus aller Welt. Großformatige, oft hyperreal anmutende fotografische Arbeiten und minimalistische Malerei ergänzen das außergewöhnliche Spektrum.

ZUR GALERIE: Nikolaus Ruzicska versteht sich als Galerist im ganz ursprünglichen Sinne und sieht die langfristige Begleitung von Künstlern als wesentliche Aufgabe seines Berufsstands. Rund 30 Künstlerinnen und Künstler präsentiert er in seinem Haus und auf internationalen Messen. 1. Acryl auf Leinwand, ein faszinierendes Farbenspiel von Künstler Yago Hortal aus der Reihe Cows & Cares 2. – 4. Der florentinische Künstler Maurizio Nannucci ist regelmäßig zu Gast bei Ruzicska, zuletzt waren seine Lichtinstallationen in einer Soloschau Anfang 2018 zu sehen. Faistauergasse 12 // www.ruzicska.com


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DAS PHÄNOMEN FOTOGRAFIE Die Pioniere der künstlerischen Fotografie sind in der Galerie Fotohof zu Hause – genauso wie die junge österreichische Avantgarde. T E X T: C AY BU B E N D O RF E R / BI L D E R: FOTO H O F

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otografie als Kunstform, auf Augenhöhe mit den anderen bildenden Künsten? Von dieser Auffassung war man Anfang der 1980er-Jahre, als der Fotohof gegründet wurde, noch weit entfernt. Als eine der ersten Einrichtungen in Österreich machte sich die Initiative, bestehend aus einem Team von Fotografen und an der Fotokunst Interessierten, daran, die künstlerische Fotografie, vorwiegend aus Österreich, zu präsentieren und einem breiten Publikum umfassend zu vermitteln. Denn ähnlich wie der Film geht das Medium Fotografie über die Kunst hinaus, ist zugleich ein Ausdruck des gesellschaftlichen Gedächtnisses und prägt als Massenmedium – heute noch stärker als vor knapp 40 Jahren – unsere Bildkultur. Der Fotohof beschränkt sich daher nicht auf Ausstellungen, darüber hinaus publiziert er in der eigenen Edition Künstlerbücher, hat eine exzellente öffentliche Fachbibliothek aufgebaut und betreibt die Aufarbeitung von fotokünstlerischen Gesamtwerken im Fotohof Archiv – darunter u. a. die Nachlässe der herausragenden Fotokünstlerinnen Inge Morath und Gerti Deutsch.

ZUR GALERIE: Neben rund sieben Ausstellungen im Jahr, die in der Galerie gezeigt werden, sind ständig mehrere Wanderausstellungen des Fotohofs in Europa und in den USA auf Tour. Präsentationen zu aktuellen Forschungsprojekten werden im 2015 eröffneten Fotohof Archiv gezeigt. Für beide Bereiche gibt es ein frei zugängliches, digitales Archiv. 1. + 4. Hotspot der zeitgenössischen Fotokunst: Die Galerie Fotohof am Inge-Morath-Platz im Stadtwerk Lehen 2. Von 2. August bis 28. September zu bestaunen: Dana Lixenbergs Fotografien aus der Reihe „Buddy“ 3. Vintage Prints von Gerti Deutsch aus dem Jahr 1960 „Life in Japan“ Inge-Morath-Platz 1-3 // www.fotohof.at

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MONDSÜCHTIG Das Museum der Moderne Salzburg zeigt Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts – und ist ein Anziehungspunkt für Salzburger und Gäste der Stadt gleichermaßen. T E X T: C AY BU B E N D O RF E R / BI L D E R: M U S E U M D E R M O D E RN E , W I L D BI L D

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as Zitat von Neil Armstrong, der am 21. Juli 1969 als erster Mensch den Mond betreten hat, kennt man auf der ganzen Welt: „Ein kleiner Schritt für den Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit.“ Zum 50-Jahr-Jubiläum des epochalen Ereignisses gibt das Museum der Moderne auf dem Mönchsberg das Motto „Fly me to the Moon“ aus und zieht aus der Warte der Kunst Bilanz. Vom Mond sind die Menschen seit Anbeginn fasziniert; seit Jahrhunderten haben Künstler ihre Vorstellungen und Phantasien festgehalten. Galileo Galilei gehörte um 1610 zu den Ersten, die durch das neu erfundene Teleskop einen näheren Blick auf den Erdtrabanten werfen konnten. Mit Beginn der Raumfahrt und der neuen Perspektive aus dem All auf unseren blauen Planeten hat sich aber auch ein neues Bewusstsein für unsere fragile Existenz entwickelt. Das MdM lädt mit der Ausstellung zu einer faszinierenden, „überirdischen“ Zeitreise zwischen Mond und Erde ein, die vom Kupferstich bis zur multimedialen Installation führt.

ZUM MUSEUM: Neben dem Stammhaus „Rupertinum“ im Festspielbezirk bespielt das Museum der Moderne Salzburg seit 2004 den prominent situierten Neubau auf dem Mönchsberg mit klassischer Moderne. Herausragend sind nicht zuletzt die grafische und die fotografische Sammlung; seit 2014 ist dem Museum auch die international ausgerichtete Sammlung Generali Foundation anvertraut. 1. „Sonne halt!“. Avantgarde-Filmer Ferry Radax steht bis 17.11. im Generali Foundation Studienzentrum des MdM im Fokus. 2. + 4. Mondlandung auf dem Mönchsberg. Mit dabei sind Werke von Vladimir Dubossarsky und Yinka Shonibare. 3. Durchblicke in alle Richtungen im Museum auf dem Mönchsberg Mönchsberg 32 // 20.07.2019 bis 03.11.2019 // www.museumdermoderne.at


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KUNST VON WELT Galerie Thaddaeus Ropac. Das klassische Stammhaus und die HALLE für Installationen und Skulpturen befinden sich in Salzburg, dazu kommen Galerien in Paris und London. Ropac ist international präsent. T E X T: C AY BU B E N D O RF E R / BI L D E R: G A L E RI E T H A D D A E U S RO PA C , A N D RE W P H E L P S

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ngefangen hat Thaddaeus Ropac mit großer Leidenschaft für die internationale zeitgenössische Kunst und einem kleinen Galerieraum in der Kaigasse. Heute ist er einer der bedeutendsten Galeristen der Welt, berät internationale Sammlungen und Museen und repräsentiert rund 60 der einflussreichsten Künstler und Nachlässe unserer Zeit. Das Salzburger Stammhaus in der klassizistischen Villa Kast am Mirabellplatz hat eine Erweiterung durch die „Halle“ für großformatige Objektkunst und Installationen erfahren, mit zwei Standorten in Paris und der 2017 eröffneten Londoner Galerie im Ely House ist Ropac umfassend präsent. Kein Wunder auch, dass die Salzburger Galerie jedes Jahr zur Festspielzeit zum Treffpunkt für internationale, kunstaffine Gäste wird. Über den jüngsten, ungemein prominenten Neuzugang durfte sich Thaddaeus Ropac im vergangenen Frühling freuen, als ihm die Witwe und die Kinder von Joseph Beuys den gesamten Nachlass des 1986 verstorbenen Künstlers zur weltweiten Repräsentation anvertrauten.

ZUR GALERIE: Rund 40 Einzel- oder Gruppenausstellungen präsentiert Thaddaeus Ropac pro Jahr in den Räumlichkeiten von Salzburg, Paris Marais, Paris Pantin und London. Von Beginn an betreibt die Galerie ihr eigenes Verlagshaus, das Bücher und Kataloge mit Beiträgen von bekannten Kunsthistorikern, Kuratoren und Schriftstellern begleitend zu den Ausstellungen publiziert. 1. – 3. Das „Nordlicht“, ein diffuses Leuchten der Farben am Nachthimmel, wurde titelgebend für die experimentelle Serie „Borealis“ des US-amerikanischen Künstlers Robert Rauschenberg. 4. Treffpunkt internationaler Kunstsammler: Galerie Ropac am Mirabellplatz Villa Kast // Mirabellplatz 2 // www.ropac.net

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K U L T U R . FESTSPIELE

MYTHOS UND MACHT DER MUSIK Antike Mythen bilden den roten Faden im Festspielsommer 2019. Fünf Opern-Neuinszenierungen und zwei Wiederaufnahmen, dazu vier Schauspiel-Premieren beleuchten archaische Zustände. Für „Jedermann“ Tobias Moretti gibt es mit Valery Tscheplanowa eine neue Buhlschaft. Die Highlights im Top of Salzburg-Überblick. T E X T: C AY BU B E N D O RF E R / BI L D : U N S P L A S H /A H M A D O D E H

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Teodor Currentzis wird zusammen mit Peter Sellars Mozarts Oper „Idomeneo“ inszenieren. B I L D : S A L Z BU RG E R F E S T S P I E L E / O LYA RU N YO VA

EIN EINGESPIELTES TEAM INSZENIERT: IDOMENEO Wolfgang Amadé Mozart war gerade 25 Jahre alt geworden, als seine große Oper „Idomeneo“ in München uraufgeführt wurde. Die Kunstwelt horchte auf – hier meldete sich eine neue Stimme, eine neue Generation zu Wort. Für die diesjährige Eröffnungspremiere kommt wieder das kongeniale Duo Peter Sellars und Teodor Currentzis zusammen; sie hatten das Festspielpublikum bereits 2017 mit der späten Mozart-Oper „La clemenza di Tito“ begeistert. Bei ihrem Idomeneo wird es bei aller Schönheit der Musik erneut um Flucht und ungelöste Konflikte gehen. Felsenreitschule // ab 27.07.2019


K U L T U R . FESTSPIELE

Wie bereits im vergangenen Jahr spielt Mavie Hörbiger auch 2019 in der Rolle der „Werke" an der Seite von Jedermann Tobias Moretti. BI L D : S A L Z BU RG E R F E S T S P I E L E / M AT T H I A S H O RN

VOM STREBEN NACH HÖHEREM: JEDERMANN Nach fast 700 Vorstellungen in einem knappen Jahrhundert ist der „Jedermann“ zentraler Bestandteil der Salzburger Festspiele und schreibt seine Historie weiterhin fort: ein singulärer Vorgang im deutschsprachigen Theater. Heuer stehen ab dem 20. Juli 14 Aufführungen vor dem Dom auf dem Programm. An der Seite von Tobias Moretti spielt als neue Buhlschaft Valery Tscheplanowa. Dem Festspielpublikum ist die russisch-deutsche Schauspielerin noch aus dem Vorjahr in bester Erinnerung, als sie als Geist des alten Perserkönigs Dareios in „Die Perser“ beeindruckte. Domplatz // ab 20.07.2019

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Das Meisterwerk von Richard Strauss erntete mit der Besetzung von Asmik Grigorian als Salome tosenden Applaus. B I L D : S A L Z BU RG E R F E S T S P I E L E / RU T H WA L Z

SINNLICHKEIT IN SCHILLERNDEN FARBEN: SALOME Regisseur Romeo Castellucci ging nach der Premiere im Juli vergangenen Jahres vor „seiner Salome“ Asmik Grigorian auf die Knie, Publikum und Presse waren gleichermaßen hingerissen von der Neuinszenierung der Oper von Richard Strauss. Glanzvoll auch das gesamte Sängerensemble, sensibel die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Franz Welser-Möst. Die Sensationsproduktion des Festspielsommers 2018 fügt sich als Wiederaufnahme hervorragend in das Mythenspiel von 2019 ein. Felsenreitschule // ab 25.08.2019


K U L T U R . FESTSPIELE

Markus Hinterhäuser, seines Zeichens Festspielintendant, wirkt als Pianist in Schuberts „Winterreise“ maßgeblich mit. BI L D : S A L Z BU RG E R F E S T S P I E L E / W W W. N E U M AY R .C C

VOM SUCHEN UND FINDEN VON TRÄUMEN: SCHUBERTS WINTERREISE Alle drei sind sie Stars ihres Faches, gemeinsam verleihen sie Schuberts „Winterreise“ eine neue Dimension: der für seine Liedinterpretationen geliebte Bariton Matthias Goerne, Festspielintendant Markus Hinterhäuser als Pianist und der südafrikanische Künstler und Regisseur William Kentridge. Er hat zu den 24 melancholischen Liedern des Zyklus ebenso viele analoge Zeichentrickfilme geschaffen, die Schuberts Musik um eine bildliche Ebene erweitern. Erstmals 2014 in Wien aufgeführt, ist die visualisierte „Winterreise“ nun in Salzburg zu erleben. Großes Festspielhaus // ab 08.08.2019

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DAS SALZ DER SZENE Der künstlerische Reichtum Salzburgs hat einen guten Grund: Neben und zwischen den großen Häusern und traditionellen Veranstaltern sprudeln zeitgenössische Ideen, gedeihen neue Initiativen und blühen avancierte Formate auf. T E X T: C AY BU B E N D O RF E R / BI L D E R: W O L FG A N G L I E N B A C H E R , T H O M A S R A D LW I M M E R , W I M VA N D E K E Y BU S , M A RK U S P RO H A S K A , C H RI S RO G L

Wenn zeitgenössische Musik und darstellende Kunst verschmelzen: Klang21 setzt mit dem biennal stattfindenden Taschenopernfestival Impulse für ein neues musiktheatralisches Geschehen.


K U L T U R . S E L ECT E D

UNERHÖRT DRAMATISCH

GEGEN-BEWEGUNG

Vom Namen sollte man sich nicht täuschen lassen: Das Taschenopernfestival Salzburg gehört zu den bedeutenden Playern für Musik der Gegenwart im europäischen Raum. Im biennalen Rhythmus produziert und präsentiert das Festival vier bis fünf Opern-Uraufführungen internationaler Komponistinnen und Komponisten, die sich einem gemeinsamen Thema auf unterschiedliche Weise nähern. Die einzelnen Taschenopern mit einer Dauer von jeweils 20 bis 30 Minuten fügen sich zu einem spannenden Gesamtabend und bieten dem Publikum die einzigartige Möglichkeit, unterschiedliche zeitgenössische Kompositionsstile im unmittelbaren Vergleich zu erleben. Unter dem Titel „Salzburg liegt am Meer“ drehen sich die Taschenopern im September 2019 in der Szene Salzburg um die hellen und dunklen Seiten der Liebe, wie sie Shakespeare in seinen Dramen beschreibt.

Die „Sommerszene“ ist aus Salzburgs Kalender für zeitgenössische Kultur längst nicht mehr wegzudenken; jedes Jahr im Juni bringt das Festival internationale Größen und außergewöhnliche Newcomer der Performing Arts in die Stadt. Wim Vandekeybus – im Bild seine Produktion „Inasmuch as Life is borrowed“ – oder die Gruppe „Forced Entertainment“, aber auch der Salzburger Choreograph Hubert Lepka waren und sind hier zu erleben. Dahinter steht die SZENE Salzburg, vor genau 50 Jahren als Gegenpol zur damals alleinherrschenden Hochkultur als Plattform für neue Kunstformen entstanden. Gefeiert wird am 10. Oktober beim großen „Fest für die Kunst“. Vom Ausruhen auf Lorbeeren hält man allerdings nichts: Seit Jänner läuft die neue Reihe „Young Vibes“ mit jungen Companies für junges Publikum – zum Kennenlernen von zeitgenössischem Tanz in allen Formen und Facetten.

24. bis 28.09.2019 // SZENE Salzburg

Anton-Neumayr-Platz 2 // 5020 Salzburg

www.klang21.com

www.szene-salzburg.net

Taschenopernfestival

Szene Salzburg

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DAS OFF IST ON OFF Theater

Nach acht Jahren des Nomadentums hat das Schauspielensemble TheaterOFFensive seit 2017 eine eigene Spielstätte – das OFF Theater in Gnigl. Aus einer alten Industriehalle ist ein Theater mit kleiner Bühne – der Saal bietet bis zu 88 Plätze – und großer Lounge mit Bar entstanden. In der Lounge gibt’s nicht nur regelmäßig den OFF Brunch mit Live-Musik, sondern auch Feste, Gesprächsrunden und Veranstaltungen. Auf der Bühne ist anspruchsvolles Theater abseits des Mainstreams zu sehen – zeitgenössisch, experimentell und unterhaltsam. Besonderen Wert legen Theaterleiter Alex Linse und sein Ensemble auf Erst- und Uraufführungen, außerdem werden eigene Stücke entwickelt. Kultstatus hat die Reihe „Theatersport“ mit Improvisationen zu Stichworten aus dem Publikum. Theater also, das man in dieser Art sonst nirgendwo in Salzburg erleben kann. Teodor Currentzis wird zusammen mit Peter Sellars Eichstraße 5 // 5020 Salzburg Mozart´s Oper "Idomeneo" inszenieren. www.off.theater


K U L T U R . S E L ECT E D

CLUBSOUND BEI MINERVA

KOSMOPOLITISCH IN BEWEGUNG

Auf den ersten Blick sieht es wie ein sehr cooles Vintage-Wohnzimmer-Café aus, beim näheren Hinsehen aber entpuppt sich Minerva Records im Andräviertel als bestens sortierter Laden für Freunde der elektronischen Musik. Jürgen Vonbank und Irene Kafedarova haben sich auf Vinyl – neu und aus zweiter Hand – spezialisiert und füllen damit eine Lücke in der Salzburger Plattenlandschaft. Leute mit einem Faible für Clubsound werden hier fachkundig beraten bzw. können auch spezielle Wünsche deponieren. Neben Kaffee und kühlen Getränken in der Laden-Lounge gehören die In-Store Sessions jeden Freitag ab 19 Uhr mit Live-Performances der lokalen DJs und Crews zum Konzept von Minerva, wobei sich die enge Verbindung zur Salzburger Initiative für elektronische Musik „Freakadelle“ erfreulich heraushören lässt.

SEAD – diese Abkürzung steht für Salzburg Experimental Academy of Dance und zugleich für eine der international renommiertesten Ausbildungsstätten für zeitgenössischen Tanz in Europa. Gegründet wurde die Akademie 1993 von der amerikanischen Tänzerin und Choreographin Susan Quinn, heute absolvieren hier rund hundert Studierende aus mehr als 30 Nationen ihre professionelle Ausbildung für moderne Tanzkunst. Zum Haus gehört seit 2008 auch die international tourende Company Bodhi Project, in der die jungen Tänzerinnen und Tänzer Bühnenerfahrung sammeln, ebenso wie bei den erfolgreichen SEAD Festivals „New Faces New Dances“ und „Xchange Festival“ in Salzburg. Die Friday Showings geben während des Semesters laufend Einblick in die neuesten choreographischen und tänzerischen Projekte.

Schallmooser Hauptstraße 6 // 5020 Salzburg

Schallmooser Hauptstraße 48 // 5020 Salzburg

www.minervarecords.com

www.sead.at

Minerva Records

SEAD

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Elena Rainer, Farah Deen und Olivia Mitterhuemer (v.l.n.r.) sind seit sechs Jahren das Veranstaltungsteam von Flavourama. In diesem Jahr findet das Salzburger Streetdance-Festival zum elften Mal statt.


K U LT U R . INTERVIEW

WHAT’S YOUR FLAVOUR? Mit 18 Jahren haben Farah Deen und Olivia Mitterhuemer Flavourama gegründet. Was mit 200 Zuschauern begann, ist heute das drittgrößte Streetdance-Festival Europas. Top of Salzburg sprach mit den beiden Salzburgerinnen über ihre größten Erfolgserlebnisse und darüber, was das Event für Salzburg bedeutet. T E X T: E VA G O L D S C H A L D / BI L D E R: F L AV O U R A M A

Und es hat trotzdem geklappt? Farah: Erstaunlich gut, ja. Wir waren damals gerade mal 18, unsere Freunde waren Securitys und unsere Eltern die größten Unterstützer. Es war eher ein Fest mit und für Freunde als ein internationales Tanzbattle, obwohl bereits internationale Acts dabei waren und über 200 Zuschauer. Es lief richtig gut und wir waren dann die ersten drei Jahre im Lehrbauhof. Beim dritten Mal hat mein Papa für alle Tänzer Pizza gebacken und der ganze Rauch hat den Feueralarm ausgelöst. Absolutes Chaos, viele Tränen später war dann aber alles halb so wild. Es passiert aber eigentlich immer irgendwas Unvorhergesehenes.

Wieso Flavourama? Olivia: Wir wollten einen Namen, der im Gedächtnis bleibt, der nicht so banal klingt wie Urban Playground oder so. Ich bin irgendwann auf die Serie Futurama gestoßen und habe mir in den Kopf gesetzt, dass unser Name so ähnlich klingen soll. Eines Abends saßen wir mit ein paar Freunden in einer Bar und wir kamen auf den Namen Flavourama. Das war perfekt. Kurz, knapp, und jeder weiß, was gemeint ist. Vor zehn Jahren seid ihr mit knapp 200 Zuschauern gestartet, letztes Jahr waren es über 1.000 Besucher. Was ist das Geheimnis eures Erfolgs? Farah: Ich denke, das liegt daran, dass wir so familiär sind. Wir hatten nie ein konkretes Ziel, dass wir zum Beispiel eine bestimmte Größe erreichen wollen. Klar, wir wollten immer international bekannt werden, die meisten österreichischen Battles sind nur nationale oder lokale Festivals. Wir wollten ein bisschen anders sein und haben deshalb von Anfang an auf internationale Künstler gesetzt. Aber wir hatten nie das Ziel, so groß zu werden – vor allem auch, weil Salzburg so klein ist. Die beiden größten Events finden in den Metropolen Paris und Amsterdam statt, und trotzdem ist unseres mittlerweile das drittgrößte und gleichzeitig das einzige, welches sich in einer relativ kleinen Stadt etabliert hat. Auch unsere Zielgruppe ist ganz anders, es ist viel familiärer. Die Stadt ist für uns ein Pluspunkt und das Festival ist ein Aufhänger für den Tourismus. Wir sprechen eine Nischengruppe an, die sonst vielleicht nicht hierherkommen würde.

Zum Beispiel? Farah: Einmal ist uns zwei Tage vor der Veranstaltung ein internationaler Act aus Japan abgesprungen, weil er seinen Flug verpasst hat. Wir sind auf den Kosten sitzengeblieben, hatten aber einen großen Star angekündigt und mussten dann schnell für Ersatz sorgen. Dadurch, dass wir selbst Tänzerinnen sind, kennen wir Gott sei Dank viele Leute und konnten in der letzten Minute Ersatz aus Paris organisieren. Wie kommt ihr sonst an die Kontakte? Olivia: Meistens schreiben wir die Leute einfach über Facebook an. Dadurch, dass wir selbst viel in Europa und international unterwegs sind, kennt man sich in der Szene einfach. Wenn wir nicht selbst auch tanzen würden, wäre es für uns nie möglich, so ein Event zu organisieren, geschweige denn, an die Leute heranzukommen. Wenn wir schon beim Tanzen sind, wie seid ihr Tänzerinnen geworden? Olivia: Ich habe bereits mit vier Jahren mit Stepptanz und klassischem Tanz angefangen. Mit zwölf Jahren wurde es mir einfach zu uncool und ich bin auf Hip Hop gewechselt, wo ich Farah kennengelernt habe. Farah: Bei mir war es Volkstanz, so richtig im klassischen Dirndl. Aber nur für ein Jahr, und dann bin auch auf Hip Hop umgestiegen. 2006 haben Olivia und ich für einen Auftritt und diverse Förderungen einen Verein gegründet und 2009 dann mit Flavourama gestartet.

Also seid ihr auch von Seiten der Stadt von Anfang an unterstützt worden? Olivia: Ja, alle waren begeistert und motiviert, vor allem, als sie uns beim Tanzen gesehen haben. Politiker haben uns unterstützt, allen voran die Kulturmanagerin und ehemalige Gemeinderätin von Salzburg, Eva Weissenbacher. Durch ihre zahlreichen Kulturprojekte kennt sie die richtigen Leute und hat uns bei der Organisation geholfen, uns über Auflagen informiert und uns zu unserer ersten Veranstaltungslocation verholfen. Da waren wir im Lehrbauhof, eigentlich ein Start-up für Handwerker und keine Veranstaltungslocation.

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„Durch Flavourama wurde Salzburg zum wichtigen Knotenpunkt der internationalen Hip-Hop-Szene.“ – O L I V I A MI T T E RH U E M E R

Tanzt ihr selbst auch mit? Olivia: Nein, leider so gut wie nie. Wir liefern zwar manchmal Showeinlagen mit unserer Crew Potpourri, um die Pausen zu überbrücken, aber hauptsächlich sind wir für die Organisation zuständig. Es gibt so viel zu tun und man muss permanent mitdenken, da hätten wir gar keinen Kopf fürs Tanzen. Wir müssen einfach greifbar sein und mitbekommen, wenn zum Beispiel die Batterien vom Mikrofon leer sind oder das Klo verstopft ist. Es ist viel Arbeit, und wir gehen wirklich immer an unsere Grenzen. Inwiefern? Farah: Wir sind dann buchstäblich nicht mehr da. Wir sind im Listenwahnsinn, nur am Planen und Funktionieren. Wir sind eben drei Mädels, die sehr genau in jedem Detail sind. Die Wochen vor dem Battle sind brutal. Wir sitzen jeden Tag bis zwei Uhr morgens über der Arbeit, auch neben unserem eigentlichen Job. Vor allem Elena (Anm. d. Red.: Leider nicht beim Gespräch anwesend) arbeitet Vollzeit und kommt erst nach ihrer Arbeit dazu. Olivia: Wenn alles vorbei ist, werden wir meistens erst mal krank oder müssen schon weiter zu anderen Workshops, Rechnungen schreiben, nachbearbeiten, Fotos sortieren und so weiter. Da bleibt gar keine Zeit, das Erlebte so richtig zu verarbeiten und den Erfolg zu genießen. Nach dem Battle ist wirklich vor dem nächsten. Klingt ziemlich energieraubend. Gibt es denn einen Punkt, an dem ihr sagt: Bis dahin und nicht weiter? Olivia: Schwierig. In Salzburg gibt es super Locations, größentechnisch können wir es nur noch mit der Arena toppen, denn zwischen republic und dem Stadion gibt es einfach nicht wirklich etwas. In Paris findet das Battle zum Beispiel im Stadion mit etwa 12.000 Leuten statt. Das hat einen ganz anderen Vibe, es ist nicht mehr so locker, weil es um richtig viel geht. Klar, das ist eine Inspiration für uns, weil es die ganze Welt anzieht. Aber das schaffen wir mittlerweile auch. Wir fokussieren uns eher auf inhaltliche Verbesserungen. Wir wollen mehr Workshops anbieten, vielleicht das Event grundsätzlich auf eine Woche ausdehnen, und auch das Battle selbst immer weiter verbessern und eine gute Qualität liefern. Wir hatten letztes Jahr zum ersten Mal einen Musik-Act. Die Big Band „SK Invitational“ hat am Mönchsberg gespielt, und wir haben es live übertragen. Sie fuh-

ren dann im Aufzug runter und sind ins republic einmarschiert. Die Salzburger wussten zum Großteil, was passiert, aber für Externe war das der absolute Wahnsinn. Gänsehautfeeling. Solche Sachen wollen wir ausbauen und jedes Jahr etablieren. Euer größtes Erfolgserlebnis bisher? Farah: Es gibt einen Juror aus New York, Link. Den wollten wir seit Jahren, haben jedes Jahr angefragt und immer war er uns zu teuer. Letztes Jahr zum Jubiläum haben wir ihn uns geleistet. Das war unser Highlight. Er war nicht nur Juror, sondern leitete auch zwei Workshops und war bei den Gesprächen in Bad Gastein dabei, wo er über die Tanzgeschichte in New York sprach. Das hat sogar den Tourismusleiter von Salzburg umgehauen. Ein voller Erfolg also? Olivia: Ja, es hat sich definitiv gelohnt. Farah: Auf jeden Fall, und er war in Salzburg. Und solche Sachen machen die Stadt dann wieder interessant und international populärer. Viele Tänzer kennen Salzburg gar nicht, und wenn sie da sind, sind sie absolut begeistert. Wir haben der Stadt einen Namen in der Hip-Hop-Szene gegeben und quasi Österreich auf der Landkarte wieder sichtbar gemacht. Wenn uns Tänzer fragen, woher wir kommen, dann verbinden sie Salzburg sofort mit Flavourama. Das ist ein geniales Gefühl.

ZUM FLAVOURAMA: Flavourama ist ein Streetdance Contest, der einmal jährlich in Salzburg stattfindet. Gegründet wurde das Event 2009 von Farah Deen, Olivia Mitterhuemer und Tanja Hangler. Vor sechs Jahren ersetzte Elena Rainer (nicht beim Interview dabei) Tanja Hangler im Team. Teilnehmer melden sich online oder vor Ort zur Preselection in der Kategorie Hip Hop oder House an und tanzen vor der Jury vor. Die Jury wählt die Top 16 aus, die bei der Veranstaltung gegeneinander antreten. Die verbliebenen acht Kandidaten batteln dann gegen die sogenannten Great 8, bekannte Tänzer, die bereits zuvor vom Organisationsteam ausgewählt wurden.


K U LT U R . INTERVIEW

Akrobatische Meisterleistungen: Die besten Tänzer der Welt versammeln sich einmal im Jahr in Salzburg, um im großen Contest gegeneinander anzutreten.

„HIER STEHT EIN KLEINES ZITAT. “ – M A RG RE T M A C H E I N E R

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GESCHICHTEN ERZÄHLEN Literatur begeistert, lässt die Leser abschweifen in ferne Welten und Erlebtes Revue passieren. Eine Auswahl von vier Werken, die Salzburg und deren Bewohner in einem besonderen Licht zeigen. T E X T: E VA G O L D S C H A L D / BI L D E R: V E RL A G A N TO N P U S T E T

LEIDENSCHAFT IN BILDERN

HINTER DER FASSADE

Menschen – People. Salzburger Land

Erlebtes erzählt. Salzburger Persönlichkeiten im Gespräch

Salzburg ist Mozart, Salzburg ist Kultur, aber Salzburg ist noch viel mehr: Es ist Heimat für über 500.000 Menschen und deren Geschichten. Fotograf Edward Groeger und Autor Walter Müller haben sich auf eine besondere Spuren-, ja, eher Identitätssuche begeben und zeigen in diesem faszinierenden Bildband das Salzburger Land und seine Menschen auf eine ganz besondere Art und Weise. Sie erzählen die Geschichten eigenbrötlerischer Handwerker, erfolgreicher Sportler oder bekannter Urgesteine. In diesem Buch sind alle gleich, egal ob im Scheinwerferlicht stehend oder im Dämmerschein einer einsamen Almhütte abgelichtet. Ein Bildband, der hinter die Kulissen und in entlegene Dörfer blickt.

Alles beginnt mit einer guten Idee – sagen sie. Dann muss man nur genug Begeisterung und Willenskraft aufbringen, und man schafft alles. Solche Sätze tönen meistens aus den Mündern erfolgreicher Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur, Politik, und Sport. Aber was steckt wirklich hinter dieser Fassade? Dieses Buch erzählt von Salzburger Persönlichkeiten und ihrem Weg zum Erfolg. Welche Ereignisse haben sie geprägt, und wann kam der Punkt, an dem sie eigentlich aufgegeben wollten? Ganz persönliche Geschichten aus dem Leben berühmter Salzburger, die in einer Gesprächsreihe von 2014 bis 2017 vom Katholischen Bildungswerk Salzburg geführt wurden und hier dokumentiert sind.

Edward Groeger // Walter Müller // Verlag Anton Pustet

Gerhard Ammerer // Andreas Gutenthaler // Verlag Anton Pustet


K U L T U R . S E L ECT E D

„Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die gewaltigste.“ – H E IN RI C H H E IN E

STILLE IN FARBE

DAS WUNDER DER KLASSIK

Silent Space Salzburg

Leopold Mozart. Musiker – Manager – Mensch

Bilder sagen mehr als tausend Worte. Ein Sprichwort, das diesen Bildband wohl besser als jedes andere charakterisiert. Fotograf Jens Riecke wollte das pure Salzburg festhalten, ohne Menschen, nur Stille. Eine Stadt, die für kurze Zeit den Atem anhält. Es entstand ein Bildband, der die wundersame Stimmung einer Stadt einfängt, die sonst voll ist mit Touristenmassen, welche zu den Sehenswürdigkeiten drängen. Begleitet werden die eindrucksvollen Bilder von kurzen Texten berühmter Salzburger wie zum Beispiel Karl-Markus Gauß, Roswitha Klaushofer oder Josef Danzmayr. Ein ganz anderer Blick auf eine wunderschöne Barockstadt, wie man sie kein zweites Mal erleben wird.

Salzburg und Leopold Mozart sind untrennbar miteinander verbunden, wenngleich der Künstler nicht viel von seinem Heimatort hielt. Man weiß um sein Talent für die Musik, seine Erfahrung als Pädagoge und seinen unverkennbaren Einfluss auf Salzburg. Und doch gibt es interessante Aspekte in seinem Leben, die bisher eher im Verborgenen lagen – wie zum Beispiel seine Liebe zur Kunst oder auch seine herausragende, wenn auch belehrende Rolle als Familienvater und Ehemann. Zweisprachig aufgebaut – in Deutsch und in Englisch –, geht dieses Buch der Internationalen Stiftung Mozarteum einen Schritt weiter und beleuchtet das ereignisreiche Leben eines Ausnahmekünstlers von allen Seiten.

Jens Riecke // Verlag Anton Pustet

Internationale Stiftung Mozarteum // Verlag Anton Pustet 76 . 77


FESSELND Musik, Tanz, Party und Kunst – Salzburg bietet Künstlern und Kreativen verschiedenster Couleur eine Bühne. Die folgenden Seiten verraten, was in der Mozartstadt los ist und welche Events man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. T E X T: E VA G O L D S C H A L D / BI L D : M U S E U M D E R M O D E RN E / S O N N E H A LT

MUSEEN UND GALERIEN


K U LT U R . VERANSTALTUNGEN

WALK OF MODERN ART

FOTOHOF

PERISCOPE

Ein Rundgang durch Salzburg, der zeitgenössische Kunst in den Fokus rückt und immer wieder überrascht.

Seit 1981 das Zentrum Salzburgs für klassische Fotokunst.

Im Mittelpunkt steht die Förderung junger, aufstrebender Künstler, die ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

www.salzburgfoundation.at

Inge-Morath-Platz 1-3 // 5020 Salzburg www.fotohof.at

SALZBURGER KUNSTVEREIN

DOMQUARTIER

GALERIE EBORAN

Bei freiem Eintritt lädt das Salzburger Künstlerhaus zu spannenden nationalen und internationalen Ausstellungen.

Die Prunkräume der Residenz entführen Besucher in die prächtige Zeit der fürsterzbischöflichen Herrscher.

Die Plattform, um Kunst lebendig und großflächig zu installieren und zu präsentieren.

Hellbrunner Straße 3 // 5020 Salzburg www.salzburger-kunstverein.at

Residenzplatz 1 // 5020 Salzburg www.domquartier.at

Ignaz-Harrer-Straße 38 // 5020 Salzburg www.eboran.at

STADTGALERIE LEHEN

SALZBURG MUSEUM

MAM CONTEMPORARY ART

Ein flexibel gestaltbarer Raum, der Kunstwerken aller Art eine adäquate Plattform bietet.

An sechs Ausstellungsorten des Salzburg Museums wird die Geschichte der Barockstadt auf besondere Weise erzählt.

Skulpturenprojekte, Installationen und klassische Kunstwerke sind hier seit über 45 Jahren beheimatet.

Inge-Morath-Platz 31 // 5020 Salzburg www.stadt-salzburg.at

Neue Residenz // Mozartplatz 1 // 5010 Salzburg, und weitere unter: www.salzburgmuseum.at

Residenzplatz 1 // 5020 Salzburg Ignaz-Rieder-Kai 9 // 5020 Salzburg www.galerie-mam.at

GALERIE FREY

MUSEUM DER MODERNE

ARTGENOSSEN

Hier werden avantgardistische Ausstellungen und kreative Installationen heimischer und internationaler Künstler gezeigt.

Oben auf dem Mönchsberg gelegen, sowie im Rupertinum, wird hier moderne Kunst im zeitgenössischen Rahmen präsentiert.

Der Verein für Kulturvermittlung vereint Kunst und Kultur auf besondere Weise und unterstützt mit Workshops die eigene Kreativität.

Erhardplatz 3 // 5020 Salzburg www.galerie-frey.com

Möchsberg 32 // Wiener-PhilharmonikerGasse 9 // 5020 Salzburg www.museumdermoderne.at

Hellbrunner Straße 3 // 5020 Salzburg www.artgenossen.at

LEICA GALERIE

GALERIE WELZ

LUMAS GALERIE

Seit mehr als zehn Jahren ein Fixpunkt für dokumentarische Fotografie, neben Ausstellungen gibt es auch Workshops.

Die Hallen des Palais Kuenburg bieten Platz für moderne Kunst aus aller Welt.

Im Herzen der Salzburger Altstadt findet man die aktuellsten Neuzugänge aus der digitalen Kunst, der Fotografie und der Malerei.

Gaisbergstraße 12 // 5020 Salzburg www.leica-galerie-salzburg.at

Sigmund-Haffner-Gasse 16 // 5020 Salzburg www.galerie-welz.at

Sterneckstraße 10 // 5020 Salzburg www.periscope.at

Judengasse 9 // 5020 Salzburg www.lumas.com

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Im Toihaus Theater ist man immer auf der Suche nach dem Neuen und Extravaganten. Die Veranstaltung „The Lisianthus Flower“ (Bild) entstand auf Basis der 150-jährigen Freundschaft zwischen Japan und Österreich und fand im Mai 2019 zum ersten Mal statt. B I L D : TO I H AU S / E L A G RI E S B A C H E R


K U LT U R . VERANSTALTUNGEN

THEATER

KLEINES THEATER Beliebter Spielort und Impulsgeber der freien Kulturszene Salzburgs. B I L D : F E S T S P I E L H AU S / B E RN H A RD H A RT M A N N

Schallmooser Hauptstraße 50 // 5020 Salzburg www.kleinestheater.at

Der „Große Saal“ des Mozarteums, entworfen vom Münchner Jugendstil-Architekten Richard Berndl, zählt für viele Musikfreunde zu den schönsten Konzertsälen der Welt.

OVAL IM EUROPARK SALZBURG

TOIHAUS

Die Bühne für lebendige Kunst und Events inmitten eines ShoppingParadieses.

Ein Theater für Musik, Tanz, Sprache, bildende Kunst und deren Verbindung mit anderen Kunstsparten und Ausdrucksformen.

Europastraße 1 // 5020 Salzburg www.oval.at

Franz-Josef-Straße 4 // 5020 Salzburg www.toihaus.at

SALZBURGER LANDESTHEATER

OFF THEATER

Realitäten, Sehnsüchte und Grenzverschiebungen bilden den Schwerpunkt im Spieljahr 2018/2019. Schwarzstraße 22 // 5020 Salzburg www.salzburger-landestheater.at

Im Jubiläumsjahr 2019 holt das Theater die beliebtesten Aufführungen aus zehn Jahren auf die Bühne. Eichstraße 5 // 5020 Salzburg www.off.theater

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KLEINE LEUTE

SALZBURGER MARIONETTENTHEATER Liebevolle Inszenierungen und Kurzprogramme für Kinder. Schwarzstraße 24 // 5020 Salzburg www.marionetten.at

ZOO SALZBURG 1.200 Wildtiere sind auf einem spannenden Gelände zu erkunden. Hellbrunner Straße 60 // 5081 Anif www.salzburg-zoo.at BI L D : U N S P L A S H / F L O RI A N K L AU E R

HAUS DER NATUR

VEGA STERNWARTE

FRIEDBURGER PUPPENBÜHNE

Hier sind Wissenschaft und Experimente hautnah und spielerisch erlebbar.

Ein Hautnah-Erlebnis des Weltalls für die ganze Familie – bei kostenlosem Eintritt.

Eine mobile Bühne, die die Besucher zum Beispiel im OVAL im Europark oder im DAS KINO verzaubert.

Museumsplatz 5 // 5020 Salzburg www.hausdernatur.at

Hochberg 3 // 5162 Obertrum am See www.hausdernatur.at/de/sternwarte

SPIELZEUG MUSEUM

KINDERFESTSPIELE

Ein Ort zum Bestaunen, Ausprobieren, Lernen und Abtauchen – in die Welt des Spielens.

Nicht nur sitzen und zuschauen, sondern mitmachen. Jedes Konzert erzählt eine spannende Geschichte.

Bürgerspitalgasse 2 // 5020 Salzburg www.spielzeugmuseum.at

Moosstraße 86 // 5020 Salzburg, Österreich www.kinderfestspiele.com

Schubertweg 9 // 5211 Friedburg/Lengau www.kasperl.at

ANTHERINGER SCHAUKELWEG Bewegung und Schaukelspaß auf einer vier Kilometer langen Route mit sechs Stationen. Schmiedinger Straße 3 // 5102 Anthering www.anthering-info.at


K U LT U R . VERANSTALTUNGEN

MUSIK UND MEHR

ROCKHOUSE Mit Konzerten, Workshops und Contests die erste Anlaufstelle für nationale und internationale Musiker und Musikfans. Schallmooser Hauptstraße 46 // 5020 Salzburg www.rockhouse.at

ELECTRIC LOVE

ARGEKULTUR

Jedes Jahr ein Muss für alle Electro-Fans mit imposanter Lichtshow und Liveacts aus der ganzen Welt.

Das größte unabhängige Kulturzentrum Salzburgs ist Schnittstelle für Kunst, Kultur, Musik und Literatur.

4. – 6. Juli 2019 Salzburgring 1 // 5325 Plainfeld www.electriclove.at

Ulrike-Gschwandtner-Straße 5 // 5020 Salzburg www.argekultur.at

„TAKE THE A-TRAIN“ FESTIVAL

MARK

Ein besonderes Erlebnis an besonderen Orten: Klassik-, Jazz- und Hip-HopKonzerte rund um den Hauptbahnhof. 11. – 15. September 2019 www.bahnhoffestival.at

Das sozial ausgerichtete Kulturhaus bietet Platz für Musik, Kunst, Lesungen und vor allem Extravaganz. Hannakstraße 17 // 5023 Salzburg www.marksalzburg.at

REPUBLIC

MINERVA RECORDS

UNIVERSITÄT MOZARTEUM

Als Kulturzentrum ist es einer der wichtigsten Fixpunkte für Musik und mehr – von Tanz bis hin zu Kabarett.

Hier setzt man auf Altbewährtes wie Vinyl und Kassetten. Jeden Freitag treffen sich Musikbegeisterte zu DJ-In-StoreSessions mit elektronischer Musik.

Inspiriert vom Meister klassischer Musik, bietet die Einrichtung über 40 Studiengänge für junge Musiktalente an.

Anton-Neumayr-Platz 2 // 5020 Salzburg www.republic.at

Mirabellplatz 1 // 5020 Salzburg Schallmooser Hauptstraße 6 // 5020 Salzburg www.minervarecords.com

FLAVOURAMA Das mittlerweile drittgrößte internationale Dance-Battle Europas geht in die elfte Runde und überzeugt mit dem Besten, was Streetdance zu bieten hat. 3. – 6. Oktober 2019 // Szene Salzburg Anton-Neumayr-Platz 2 // 5020 Salzburg www.flavouramabattle.com

JAZZIT Seit 15 Jahren eine Institution für Musik- und Feierbegeisterte. Jeden Dienstag trifft man sich außerdem zu Spontankonzerten. BI L D : TO BI A S N E U G E B AU E R

Elisabethstraße 11 // 5020 Salzburg www.jazzit.at

Einen ganz eigenen Charme versprüht der große Saal im Rockhouse. Auch sehr erfolgreiche Künstler kommen immer wieder gern hierher, wo sie oft ihre allerersten Konzerte gegeben haben.

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ZU JEDER JAHRESZEIT Das ganze Jahr über findet sich in Salzburg eine einzigartige Programmvielfalt. Bezaubernde Festivals, traditionsreiche Brauchtumsveranstaltungen und sehenswerte Kulturveranstaltungen beeindrucken zu allen Jahreszeiten. T E X T: E VA G O L D S C H A L D / BI L D E R: PAT RI C K L A N GWA L L N E R , G A L E RI E N I KO L AU S RUZ I C S K A

FRÜHJAHR

SOMMER

SALZBURGER OSTERFESTSPIELE

SOMMERKINO TRUMER

Auf Wagner folgt Verdi mit Don Carlo: Eine musikalische Reise vom Barock über die Klassik und Romantik bis heute.

Immer donnerstags lädt die Trumer Privatbrauerei zum Sommerkino. Ein Foodtruck versorgt die Zuschauer mit Essen und Trinken.

4. bis 13. April 2020 www.osterfestspiele-salzburg.at

4. Juli bis 8. August 2019 www.trumer-sommerkino.at

SALZBURGER FESTSPIELE PFINGSTEN

SOMMERSZENE SALZBURG

SALZBURGER FESTSPIELE

Ein Festival mit Fokus auf zeitgenössische, darstellende Kunst aus den Bereichen Performance, Tanz, Theater und Musik.

Das kulturelle Highlight der Mozartstadt: Opern, Schauspiel, Orchester- und Kammerkonzerte sowie auch Kinderopern und Mozart-Matineen.

Pfingsten 2020 www.salzburgerfestspiele.at

17. bis 29. Juni 2019 Anton-Neumayr-Platz 2 // 5020 Salzburg www.szene-salzburg.at

20. Juli bis 31. August 2019 www.salzburgerfestspiele.at

SALZBURG MARATHON

LIVE IM PARK

SALZBURGER DULT

Jedes Jahr treffen sich Profis und Hobbysportler zum Laufevent in Salzburg. Start ist direkt in der Altstadt, die Strecken führen vorbei an den schönsten Sehenswürdigkeiten.

Zum dritten Mal organisiert die Stadt Salzburg ein abwechslungsreiches Sommerprogramm mit Musik, Tanz, Kino und umfassendem Sportangebot.

Das traditionelle Volksfest am Messegelände bietet Unterhaltung für die ganze Familie.

15. bis 17. Mai 2020 www.salzburg-marathon.at

Mai bis September www.liveimpark.at

Jedes Jahr begeistern die von Herbert von Karajan ins Leben gerufenen Festspiele zu Pfingsten die Besucher mit ausgewählten Opern und Konzerten musikalischer Größen.

8. bis 16. Juni 2019 www.dult.at


K U LT U R . VERANSTALTUNGEN

WINTER

HERBST

RUPERTIKIRTAG

JAZZ & THE CITY

Ein fixer Termin im Kalender der Salzburger. Das Kirchweihfest rund um den Dom lockt jedes Jahr zahlreiche Besucher an.

Fünf Tage, 30 Bühnen, 70 Konzerte: Einmal im Jahr versammeln sich die Stars der Jazz-Szene und versetzen die Altstadt in einen musikalischen Ausnahmezustand.

20. bis 24. September 2019 www.rupertikirtag.at

16. bis 20. Oktober 2019 www.salzburg-altstadt.at/salzburgjazz

SALZBURGER CHRISTKINDLMARKT Zwischen Dom und Residenz locken zahlreiche Stände mit traditionellem Handwerk, Geschenkideen und lokalen Köstlichkeiten. 21. November bis 26. Dezember 2019 www.christkindlmarkt.co.at

SALZBURGER KULTURTAGE

WINTERFEST

Etwas anders. Spannende Crossovers wie Hip-Hop-Choreographien zu Musical-Hits am Broadway oder musikalisch unterlegte Lesungen hinterlassen Eindruck.

Zeitgenössische Zirkuskunst im Volksgarten. Seit 2001 ist das Winterfest eine feste Größe in Salzburg in der Weihnachtszeit – mit Musik, Schauspiel und Akrobatik.

9. bis 20. Oktober 2019 www.kulturvereinigung.com

28. November 2019 bis 6. Januar 2020 www.winterfest.at

FESTIVAL DIALOGE

STERNADVENT MARKT

Ein Festival, das sich mit der Vereinbarkeit von neuer und klassischer Musik auseinandersetzt. Zeitgenössische Künstler brechen das traditionelle Konzertprotokoll.

Weihnachtliche Stimmung verbreitet der Adventmarkt in den Sternarkaden. Direkt bei der Getreidegasse lädt der Markt zum Weihnachtsshopping oder einfach nur zum Bummeln ein.

22. November bis 1. Dezember 2019 www.mozarteum.at

22. November 2019 bis 6. Januar 2020 www.sternadvent.at

CLASSIC EXPO SALZBURG

SALZBURGER ADVENTSINGEN

SALZBURGER HIRTENADVENT

Die internationale Oldtimer-Messe ist Fixpunkt für fachkundige Käufer, Restaurateure und Besucher, die den Charme historischer Gefährte erleben möchten.

Seit 70 Jahren versetzen Volksmusik, Dreigesang und alpenländische Weisen die Besucher in der Vorweihnachtszeit in festliche Stimmung.

Singen nach der musikalischen Tradition von Tobi und Tobias Reiser in einer Neufassung von Andreas Gassner und Josef Radauer.

18. bis 20. Oktober 2019 www.classicexpo.at

29. November bis 15. Dezember 2019 www.salzburgeradventsingen.at

6. bis 15. Dezember 2019 www.hirtenadvent.at

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DIE GANZE WELT, ANDERS GESEHEN Im Gespräch mit Hildegund Amanshauser, Direktorin der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg, über die Schule des Sehens und über Kunst in einer globalisierten Welt. T E X T: C AY BU B E N D O RF E R / BI L D E R: S O M M E R A K A D E M I E / L EO N E U M AY R

Oskar Kokoschka hat die Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg im Jahr 1953 gegründet und damit bewusst ein Gegenmodell zur akademischen Lehre seiner Zeit ins Leben gerufen. Ist sie dies auch heute noch? Es sind zwei Prinzipien, die wir seit der Gründung durch Oskar Kokoschka immer beibehalten haben: die Internationalität und das gemeinsame Studium von Kunstschaffenden, Kunststudierenden und Kunstinteressierten, also Menschen, für die die Kunstproduktion nicht ihr Hauptjob ist. Ein Gegenmodell zur akademischen Lehre? Das würde ich so nicht formulieren. Ich finde, wir positionieren uns heute eher ergänzend zu den staatlichen Akademien, weil wir viel offener sind, viel heterogenere Studierende haben und weil wir sehr viel globaler aufgestellt sind als diese. Während Kokoschka alle Menschen, die sich beworben haben, sofort aufgenommen hat, müssen sich heute alle mit Portfolios bewerben, und die Lehrenden entscheiden dann über die Aufnahme. Meist werden aber Studierende nur abgelehnt, wenn die Klasse bereits voll gebucht ist. Was seit 1953 ebenfalls noch gleich ist, ist unser Standort Festung Hohensalzburg, der extrem wichtig für uns ist. Viele Studierende und Lehrende lieben unsere Räume. Sie sind begeistert, wenn sie aus dem Trubel des Massentourismus hinein in die großen Räume der Ateliers auf der Festung mit Blick bis zu den Alpen kommen und dort arbeiten dürfen. Wie ist das Verhältnis zwischen Profis und Laien? Das Verhältnis zwischen Profis und Laien ist über die Jahre annähernd gleich geblieben – wenn auch die Laien etwas weniger geworden sind, es sind derzeit circa ein Viertel der Studierenden. Mir gefällt diese Mischung. Wer zu uns kommt, ist bereit, sich ernsthaft mit Kunst und mit dem Diskurs über die Kunst zu beschäftigen; der unterschiedliche Hintergrund der Teilnehmenden spielt dann in den Klassen nach kürzester Zeit keine Rolle mehr, im Gegenteil, in den sehr gemischten Gruppen befruchten sich alle gegenseitig in ihren

Ideen und Zugängen. De facto ist die Sommerakademie ein großartiges Erwachsenenbildungsmodell, das einzigartig ist. Das Projekt Globale Akademie läuft seit 2011 und stellt die Frage in den Fokus, wie man Kunst in einer globalen Welt lernen und lehren kann. Das erinnert an den Gründungsgedanken von Oskar Kokoschka, der sich ja auch gefragt hat, wie man zeitgenössische Kunst anders betrachten kann, als es der akademische Lehrbetrieb der 1950er vorgegeben hat. Was hat dieser Schritt ins Globale bewirkt? Ja, richtig, die Internationalität war bereits bei Kokoschka ganz zentral. Allerdings hat sich das, was international, kosmopolitisch, global, oder, wie wir lieber sagen, planetar ist, in den letzten Jahrzehnten sukzessive verändert. Wir sagen lieber „planetar“, weil der Begriff Globalisierung in unserem Sprachgebrauch praktisch ein Synonym für die neoliberale, globalisierte Wirtschaft geworden ist; für die Auseinandersetzung mit Kunst aus globaler Perspektive ist ein neuer Begriff gut, der die Möglichkeit einer Entwicklung und Veränderung zum Ausdruck bringt, und das ist planetar. Dieses Projekt Globale/Planetare Akademie ist unser zentrales Projekt der letzten Jahre, wir haben drei Tagungen, die auf großes Interesse gestoßen sind, organisiert. Wir haben uns weltweit Netzwerke aufgebaut, wir haben immer mehr Lehrende und Studierende aus der ganzen Welt, ich halte weltweit in Kunstakademien Vorträge und recherchiere. Ich denke, dieses Projekt hat uns wesentlich bekannter gemacht, und der globale/planetare Diskurs stößt derzeit auf enormes Interesse. Es gibt immer mehr Institutionen, Handelnde im Kunstbetrieb, denen klar ist, weiterhin nur im westlichen Saft braten geht nicht mehr ... Das Motto der diesjährigen Sommerakademie, der zehnten Akademie unter Ihrer Leitung, lautet: „Wo stehen wir?“. Was genau ist damit gemeint? Ein berühmtes Gemälde von Paul Gauguin heißt: „Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?“. Unser langes Motto 2019 heißt


K U LT U R . INTERVIEW

Direktorin Hildegund Amanshauser hat der Sommerakademie eine planetarische Kunst-Dimension verliehen.

Oskar Kokoschka gründete die Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst als „Schule des Sehens“. Der Blick wird immer weiter.

lerpersönlichkeiten und Kunstwissenschaftlern. Außerdem wollen wir ein Glossar mit Begriffen bzw. Definitionen anschließen, das wir heute brauchen, um überhaupt transkulturell über Kunst sprechen zu können. Insgesamt soll es also so etwas wie ein „Kursbuch“ für die Globale Kunst und die Kunstgeschichte der Zukunft darstellen. Was ich mir wünschen würde, ist, dass das Projekt Globale/Planetare Akademie von den Jungen weitergeführt wird – dass die globale Ausrichtung und Vernetzung der Sommerakademie weitergeführt und intensiviert, verbessert wird, nachdem wir damit gerade erst wirklich erfolgreich geworden sind.

in Anlehnung daran: „Woher kommen wir? Wo stehen wir? Wohin gehen wir?“, die Kurzversion: „Wo stehen wir?“. Wir denken, dass es wichtig ist, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen zu sehen. In Abweichung von Gauguin, der gefragt hat: „Wer sind wir?“, finden wir heute, dass es ein die gesamte Menschheit umfassendes „wir“ nicht gibt, sondern sehr viele unterschiedliche „wir“. Deshalb fragen wir lieber: „Wo stehen wir?“, was ist unser Standpunkt, was kann Kunst heute bewirken, warum produzieren wir sie? In den 18 Kursen heuer werden alle drei Aspekte des langen Mottos – Historie, das Heute und die Zukunft – behandelt. Und zwar global in dem Sinn, dass ich Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt als Lehrende eingeladen habe und auch die Studierenden aus bis zu 50 Nationen kommen. Die Kurse sind daher sehr vielfältig; da geht es im Bereich der Geschichte zum Beispiel um Alchemie als vorwissenschaftlicher Ausgangspunkt für die Malerei, oder um die Spurensuche hinsichtlich versteckter kolonialer Geschichten in Kunstsammlungen. Extrem geschichtshaltig ist auch der Kurs für Miniaturmalerei, denn diese jahrhundertealte Technik erlernt man u. a. durch das Kopieren von historischen Miniaturen. Wie man heutige künstlerische Techniken aus den Bereichen Druck, Malerei und Zeichnung, von Collagen, Installationen oder Performances, Steinbildhauerei und Künstlerbüchern nutzen kann, um den Zustand unserer Welt neu und kritisch zu beschreiben, das ist Thema in weiteren Kursen.

HILDEGUND AMANSHAUSER studierte Kunstgeschichte, Archäologie und Philosophie in Salzburg und Wien, ab 1985 war sie kuratorisch u. a. für das Mumok Wien, die Wiener Secession und die Biennale von São Paulo tätig. Ab 1992 war sie Direktorin des Salzburger Kunstvereins, 2004 übernahm sie die Professur für Kunstwissenschaft/Kunst und Öffentlichkeit an der Kunstakademie Münster, und seit 2009 ist sie Direktorin der Internationalen Sommerakademie Salzburg. Im Herbst 2020 geht Hildegund Amanshauser als Direktorin der Sommerakademie in Pension, sie wird aber weiterhin als Autorin und Kuratorin für die Kunst unterwegs sein.

Der Sommer 2020 wird Ihr letzter als Direktorin der Sommerakademie sein. Was, denken Sie, wird von Ihrer Ära bleiben? Von der Globalen Akademie wird in jedem Fall eine Publikation bleiben, die ich gemeinsam mit der Kunstkritikerin und Journalistin Kimberly Bradley herausgeben werde. Darin führen wir unter dem Titel „Navigating the Planetary“ die globalen Themen weiter, mit denen wir uns in den letzten Jahren in der Akademie beschäftigt haben – in Form von Essays, Case Studies und Interviews mit Künst-

KURSE: 18 Kurse mit Lehrenden aus vier Kontinenten bzw. 15 Ländern bietet die internationale Sommerakademie für Bildende Kunst heuer an. Was zwischen dem 22. Juli und dem 31. August in den Ateliers entsteht, lässt sich bei den Tagen der offenen Türe entdecken. Veranstaltungsprogramm auf: www.summeracademy.at

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VON HAND ERSCHAFFEN

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ÜBER GENERATIONEN HINWEG

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S el e c te d: Fas zini e ren de H an d w e r k skuns t aus S alzbur g

D as S alzbur ge r D ir n dl im Fo kus

EXTRAVAGANT INSZENIERT

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TRACHT IN SALZBURG

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KREATIVER DURCHSTARTER

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MODERN FASHION

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D i e M o de de r S alzbur ge r Tr achtenhäus e r in einer ex klusi ven Fo to s t re cke

Ausgewählte Ge schäf te für den b e sonderen Lo ok

D e r S alzbur ge r D e sig ne r Philipp Br unne r e rob e r t di e M o de w el t .

E in m o dis che r To ur g ui de durch di e S alzbur ge r A l t s t ad t

stilköpfe PH I L I P P B R U N N E R FR A N Z B A U E R RICHARD KAPPELLER HU T M A C H E R Z A P F GM BH & C O K G


F A S H I O N . DESIGN

Fashion . Design Bewahren und überraschen – Gegensätze, die in Salzburgs Modeszene in Eintracht miteinander leben. Meisterwerke der alpinen Bekleidungskultur und High Fashion kommen sich nirgends so nahe wie hier. Eine Einladung, Salzburg mit Stil hautnah zu begegnen.

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Viel Liebe, viel Zeit und ganz viel Kreativität. Salzburgs Handwerker erschaffen SchÜnes von Hand.


D E S I G N . SELECTED

VON HAND ERSCHAFFEN Vorbei sind die Tage, an denen man noch, mit leichter Wehmut in der Stimme, den Untergang des Handwerks als Zeichen eines zivilisatorischen Niedergangs beklagen konnte. Solides Spitzenhandwerk blüht wieder auf. Lokal beliebt und national bekannt, sorgen nicht wenige der neuen und viele der alteingesessenen Handwerksbetriebe auch international für Furore. Was sie, so unterschiedlich sie auch sein mögen, miteinander verbindet, ist der Anspruch, dass der Wert ihrer Erzeugnisse weit über den offensichtlichen Nutzwert hinausreichen soll.

T E X T: M A RK U S D E I S E N B E RG E R / BI L D E R: A Z M A N JA K A , C H RI S RO G L

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zu erhalten, individuelle Beratung inklusive. Über 16.000 UnternehmerInnen zählt das Gewerbe und Handwerk in Salzburg heute. Darunter finden sich viele solcher Betriebe, bei denen traditionelle Handwerkskunst großgeschrieben wird und die mit ihrem Namen für Regionalität, Authentizität und manuelle Bearbeitung einstehen. Natürlich: Alle kann man sie nicht vorstellen, aber eine Auswahl, die Lust auf mehr macht. So garantiert wie die Qualität ihrer Erzeugnisse.

en Satz, dass es heutzutage doch keine richtige Qualität mehr gäbe, hört man leider allzu oft. Für jene, die der Bequemlichkeit halber alles im Internet bestellen und dabei keinen Wert darauf legen, woher etwas kommt, mag das ja auch zutreffen. Gerade in Salzburg aber gibt es fernab unpersönlicher Massenproduktion noch Handwerker und Manufakturen, die allergrößtes Augenmerk darauf legen, wo die verarbeiteten Materialien herkommen und welche Stationen sie auf dem Weg zum Produkt durchlaufen, und die so „Wertvolles“ herstellen – im wahrsten Sinne des Wortes. Ob in der Salzburger Altstadt, abseits der vielbeworbenen Sehenswürdigkeiten oder auf dem Land: Hier wird selbst seltenes oder fast ausgestorbenes Handwerk sorgsam gepflegt und so auch für die nächsten Generationen erhalten.

BUCHTIPP: Geschichten über außergewöhnliche Menschen, die sich mit Herz und Seele ihrem Handwerk verschrieben haben. Es geht um Berufe, aber mehr noch um Berufungen, um die Ergebnisse detailverliebter Arbeit und darum, wie traditionelle Künste lebendig bleiben – durch Wissen, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Da gibt es noch Lederhosenmacher, deren liebevoll mit Handstickerei verzierten Einzelstücke aus der eigenen Gerberei kommen. Da gibt es noch den Schirmemacher, der die Enden der Stöcke aus Ahorn, Kirsche, Palisander oder Rosenholz über Dampf zum Griff biegt und die Federn von Hand aus Klaviersaitendraht formt. Und da gibt es auch Messerkreationen „handmade in Salzburg“, bei denen das Griffmaterial aus edlen Materialien gefertigt wird, von Hirschgeweih über Mostfass bis hin zu Zwetschgenholz.

Achim Schneyder (Hrsg.) // Das große Buch vom Handwerk, fast vergessen, neu entdeckt // Servus Verlag bei Benevento Publishing HAND.KOPF.WERK.-TOUREN: Wenn Menschen raue Materialien durch ihr Können und ihr Geschick zu etwas Schönem verarbeiten … Die Möglichkeiten der Handwerkskünstler sind schier unendlich. Filigran. Robust. Kunstvoll. Auf den Hand.Kopf.Werk.-Touren kann man mehrere Handwerkskünstler der Salzburger Altstadt besuchen, um mehr über deren Arbeit zu erfahren. (Kostenbeitrag: 10 Euro pro Person)

Ja, die meisten Massenprodukte werden heute in Fernost gefertigt und halten dann auch nicht lange; die Produkte dieser Hersteller aber sind von hoher Qualität und Haltbarkeit. Das wissen auch die vielen Stammkunden zu schätzen, die gerne einen vielleicht etwas höheren Preis in Kauf nehmen, um dafür Außerordentliches

Die Touren finden an diesen ausgewählten Freitagen statt: 04. Oktober 2019 // 11. Oktober 2019 // 25. Oktober 2019

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GUT BEHÜTETE TRADITION Hutmacher Zapf GmbH & Co KG

Tradition steht in der Hutmacherei Zapf an erster Stelle. Seit über 125 Jahren werden Zapf-Hüte in Werfen von dem vielfach ausgezeichneten Traditionsunternehmen und ehemaligen k.u.k. Kammerlieferanten von Hand hergestellt. Eine lange Tradition, die viel Wissen und Können im Umgang mit dem heiklen Ausgangsmaterial verspricht. Abkürzungen im Prozedere durch Automation sucht man vergeblich, denn Formstabilität und Langlebigkeit sind das Ziel, und beides lässt sich eben nur in minutiöser Handarbeit erreichen. Hier wird der Hutstumpen aus Woll- und Haarfilz noch von Hand über das Holz gezogen und nicht gepresst, wie dies in der industriellen Erzeugung üblich ist. Auch die Kunst des Ranftelns wird hier praktiziert. Wie man dem Hut mit Hilfe des Ranft-Stricks, von Dampf und Hitze Spannung verleiht, ist ein gut gehütetes Familiengeheimnis. Das Ergebnis sind Hüte, die in der Stadt, auf dem Land und bei der Jagd stilvoll beweisen, dass echtes Handwerk allen Wettern trotzt. Klampferergasse 6 // 5020 Salzburg www.zapf.at


D E S I G N . SELECTED

DER MEISTER DER MESSER

EINFACH MUSIZIEREN

Richard Kappeller ist ein internationaler Superstar unter den Messermachern. Seine Geschichte klingt für alle, die schon einmal damit geliebäugelt haben, ihr Hobby zum Beruf zu machen, wie ein Märchen. Heutzutage wird man kaum einen Preis oder eine internationale Auszeichnung finden, die er mit seinen Kreationen noch nicht gewonnen hat. Dennoch erkennt man in jedem seiner edlen Einzelstücke noch immer den Erfindergeist des jungen Tüftlers und die Liebe des Enthusiasten zur Schönheit der Materialien und zur Kunst ihrer Verarbeitung. In jedem Detail lebt auch sein Anspruch, traditionelle Techniken zu verfeinern, neu zu interpretieren und wiederzubeleben. Dazu gehört auch der Wunsch, sein Wissen weiterzugeben. Seine hochgelobten Messermacherkurse sind für ihn der beste Weg, genau das zu tun.

Einfachheit und Schönheit sind die Ziele, die Franz Bauer beim Bau seiner Instrumente verfolgt. Schönheit ist für den studierten Theologen, Theaterwissenschaftler und Musikpädagogen allerdings mehr als nur oberflächliche Ästhetik und Wohlklang, sie ist „Nahrung für die Seele“. Aus seinen Erfahrungen in der Musikpädagogik entsprang auch der Wunsch, sehr einfach spielbare Instrumente zu gestalten. Jeder sollte die Möglichkeit bekommen, zu spüren, wie erhebend es sein kann, selbst Musik zu machen. Genau das gelingt Franz Bauer mit seinen unzähligen Designs an Harfen, Psaltern, Monochords, Trommeln und Kantelen auch. Auf seinen in Großgmain in Handarbeit hergestellten Instrumenten kann jeder, auch ohne jahrelange Instrumentalausbildung, das feierliche Gefühl des Spielens, der Klangerzeugung und damit die „Wirkmächtigkeit des Klanges“ erleben.

Getreidegasse 25 // 5020 Salzburg www.messermacher.at

Mitterweg 319 // 5084 Großgmain bei Salzburg www.instrumentenbauer.net

Messermacher Richard Kappeller

Instrumentenbau Franz Bauer

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SCHEICHER DESIGNKLASSIKER VON MORGEN. Im Einrichtungshaus Scheicher pflegen wir seit 1923 die Achtsamkeit gegenüber Architektur und Design. Nachhaltig wertvolle Lebensräume zu schaffen, ist seit jeher unsere Herausforderung bei der Gestaltung von kreativen Wohnkonzepten. Für uns ist es wichtig, Einrichtungsobjekte anzubieten, die an Funktion und Design unübertrefflich sind und Ihnen ein Leben lang Freude bereiten. Wir entwickeln Gesamtlösungen für ein qualitätsvolles, beständiges und zeitloses Wohnen und Arbeiten. Mit diesen hohen Ansprüchen entstehen mittlerweile weltweit exklusive private Wohnbereiche, Küchen, Büros, Shop-Konzepte, Banken bis hin zu Gastronomiebetrieben und Hotels. Das Einrichtungshaus Scheicher ist offizieller Fachhandelspartner der führenden Möbelhersteller wie z. B. Vitra, Cassina, Hästens, Flexform, USM, Wittmann, Zanotta, HAY, Porro, Poliform, Carl Hansen, Dedon, Alias, Knoll International, Janua & Freifrau sowie 200 weiteren.

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Unabhängig davon, wie viele Ausprägungen es vom Salzburger Dirndl gibt, eines ist immer gleich: Eine rechts gebundene Schleife bedeutet, die Trägerin ist verheiratet, ist sie links gebunden, ist sie ledig.


F A S H I O N . PORTRÄT

DAS SALZBURGER DIRNDL Gibt es das typische Salzburger Dirndl? Als regionale Tracht kennt das beliebte Kleidungsstück fast so viele Varianten, wie es im Bundesland Salzburg Orte gibt. Was ist authentisch, was moderner Klamauk? Ein Annäherungsversuch. T E X T: V E RO N I K A Z A N G L / BI L D E R: M A RC E L G O N Z A L E Z- O RT I Z , Ö N B BI L D A RC H I V U N D G R A F I K S A M M LU N G

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auch Stefan Wimmer. Welche Tracht wird laut dem Fachmann jetzt aber tatsächlich am häufigsten mit dem Salzburger Dirndl assoziiert? „Der Salzburger Schnitt“, ist Wimmer überzeugt und erklärt: „Das ist der typische, schlichte Miederschnitt, den man hauptsächlich mit Baumwollrock trägt.“

gal ob zum Stadtbummel, zur Schulabschlussfeier oder zur Hochzeit. Immer häufiger taucht Tracht abseits von Kirtag, Maibaumaufstellen und Bauernmärkten auf. Stefan Wimmer von „Wimmer schneidert“ sieht den Grund dafür in der vermehrten Identifikation der Menschen mit der Heimat. „Bei uns in Salzburg wird einem das aber auch sehr einfach gemacht, weil das Salzburger Dirndl so unkompliziert zu tragen ist“, schwärmt Wimmer. „Man kann es beispielsweise mit Accessoires aus der Mode kombinieren oder sich eines in angesagten Farbtönen aussuchen.“ Das sei nicht überall der Fall, so der Trachtenexperte, in dessen Familie seit 1741 eine eigene Schneiderei betrieben wird. „In Teilen Deutschlands sind Trachten sehr streng reglementiert, und die Jungen sind entsprechend zurückhaltend. Schließlich widersprechen strenge Kleiderregeln dem Selbstverständnis moderner Menschen.“

DER SALZBURGER SCHNITT Tatsächlich gibt es für den Salzburger Schnitt vier Formen, aus denen sich auch fast alle anderen Varianten ableiten lassen. Der Leib im Dirndlschnitt hat die Abnäher am Vorderteil, versetzte Schulternähte und Teilungsnähte am Rückenteil. Beim Leib mit gezogenem Brustteil ist die Schnittführung ähnlich, nur dass das gezogene Brustteil die Abnäher ersetzt. Das Modell Leib im Miederschnitt hat fast nie Teilungsnähte, aber eingesetzte Brustzwickel am Vorderteil, während für das Leib im Empireschnitt oft mit hochgezogener Taille gearbeitet wird. Die Rocklänge des Salzburger Dirndls variiert je nach modischen Präferenzen von bodenlang bis mini, während die Schürze in der Regel links vorne (ledig) oder rechts vorne (verheiratet) gebunden wird. Wobei, ganz so streng ist es dann doch nicht – auch Rückenbindung ist möglich. Die Dirndlblusen selbst werden meistens nach der jeweiligen Tracht ausgewählt, also passend zum Ausschnitt; mit Puffärmeln, Schiebeärmeln oder Langarm, in Seide, Baumwolle oder Leinen.

TRACHT UND MODE Trachten gibt es seit langer Zeit. Bereits um 1400 ist in der Limburger Chronik von „tracht“ zu lesen, die die Träger unterschiedlichen Ständen zuordnete. Ob Adel, Bauer oder Bettelmann, war bereits am textilen Überwurf zu erkennen. Die Neuzeit setzte diese Regel außer Kraft. Ausgehend vom französischen Hof etablierte sich der Begriff der Mode. Man kleidete sich „à la mode“, nach gegenständlicher Art. Ab dem 19. Jahrhundert unterschied Kleidung nicht mehr zwischen sozialen Schichten, sondern zwischen Stadt und Land – oder eben zwischen Mode und dem redefinierten Terminus der Tracht. Man könnte also sagen: Ab sofort findet der Wandel in der Mode statt, die Tracht bleibt die Konstante. Doch so einfach ist die Trennung nicht – schließlich färbt die Mode auch auf alle regionalen Trachten ab.

AM PULS DER ZEIT „Salzburger Dirndl sind schlichter als beispielsweise das Münchner Dirndl“, weiß Stefan Wimmer. „Das ist ein großer Vorteil, weil die Salzburger Variante eben nicht auf eine bestimmte Farbe und einen bestimmten Anlass reduziert wird.“ Im Gegenteil, beim typischen Salzburger Schnitt fließt der Zeitgeist mit ein. „Momentan sind die Farben Rot, Grün, Blau, Türkis oder auch Gelb sehr angesagt, diese können problemlos eingearbeitet werden“, erklärt Stefan Wimmer. „Wir haben eine riesige Auswahl an Farben und Stoffen, aus denen man sich sein Traum-Dirndl zusammenstellen kann.“ Das geht sogar relativ zügig, die Wartezeit beträgt ungefähr vier bis sechs Wochen. Danach hält die Kundin ein Unikat in Händen, das es in dieser Variante tatsächlich nur einmal gibt und das seine Trägerin über Jahre begleiten wird.

JEDEM DIRNDL IHR DIRNDL Streng genommen kann es DAS Salzburger Dirndl gar nicht geben. Das Bundesland Salzburg besteht aus fünf Gauen, die wiederum sehr viele unterschiedliche Dörfer und Städte mit noch mehr Dirndl-Ausprägungen beheimaten. So unterscheidet sich beispielsweise das Henndorfer Dirndl vom Halleiner und das Saalfeldener von dem in St. Michael. Trachtenexperten kommen so auf ungefähr 80 verschiedene Varianten des Salzburger Dirndls. Eine stattliche Anzahl, findet

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Traditionell wurde das Mieder geschnürt, heute findet man es mit Druckknöpfen, zum Binden über Kreuz, zum Einhaken (wie im Bild) oder auch mit Reißverschluss versehen.

In Tracht zu den Festspielen: Auch im Jahr 1947 griff das weibliche Publikum der Salzburger Festspiele schon zum Salzburger Dirndl.

NACHHALTIGE MODE Damit das Salzburger Dirndl lange Freude bereitet, ist nicht nur auf die Qualität der Materialien zu achten. „Bei uns hat der Rock meistens dieselbe Farbe wie das Oberteil“, sagt Stefan Wimmer und fügt hinzu: „Das macht es im Umkehrschluss einfacher, das Dirndl mit unterschiedlichen Schürzen zu jedem Anlass zu kombinieren.“ Es gibt aber auch Tricks, um die weiblichen Vorzüge der Trägerinnen besonders vorteilhaft zu betonen. „Rock und Oberteil in der gleichen Farbgebung strecken“, weiß Stefan Wimmer. „Wir schneiden den Rock auch oft in Bahnen, um die Taille zu entlasten. Frauen wirken dadurch schlanker.“ Es ist auch die ausführliche Beratung, die den seriösen Schneider vom Discounter unterscheidet. „Wir gehen wirklich auf den Anlass und den Typ ein“, erklärt Stefan Wimmer. „Da wird nach Maß angefertigt, was dann auch tatsächlich zur Trägerin passt.“ Schließlich stehen einer Brünetten andere Farbtöne als einer Rothaarigen oder Blonden. In einem sind sich aber alle Typen einig: Ein Salzburger Dirndl gehört in jeden Salzburger Damen-Kleiderschrank.

BUCHTIPP: Tracht lebt – gerade in jüngster Zeit entstanden zahlreiche Trachten mit unterschiedlichen regionalen Bezügen. Aus diesem Anlass erarbeitete Hans Köhl die Publikation „Salzburger Trachten“ auf Basis einer landesweiten Erhebung zum Trachtenverhalten von Bevölkerung und Vereinen. Das Buch gewährt Einblick in die divergente Trachtengeschichte und zeigt eine große Vielfalt an Salzburger Dirndln und Festtrachten. Salzburger Trachten // Hans Köhl // Salzburger Heimatwerk eG


FOTO & VIDEO | KAMERAS FOTOZUBEHÖR | TV GERÄTE | SOUND FOTO SERVICE | PROFI-EQUIPMENT PASSBILDER | WAND-DEKO

Da wo die Profis sind. www.kuecher.com #dawodieprofissind #da wo die profis sind Foto Video Kücher Gesellschaft m.b.H

Linz, Mozartstr. 27 Salzburg, Innsbrucker Bundesstr. 73 Salzburg, Vogelweiderstr. 66 Foto Video Kücher Gesellschaft m.b.H


H A I R A N D M A K E- U P: E V E LY N K A RB A C H ST YLING: NINA KEPPLINGER M O D E L : Z UZ A N A G REG O RO VÁ

Krone von Niely Hoetsch, gesehen bei HANNA TRACHTEN Bluse und Dirndl, gesehen bei SALZBURGER HEIMATWERK


F A S H I O N . T R AC H T

IN ANBETRACHT DER SCHÖNHEIT

Tracht ist zeitlos, beständig und wandelbar. Eine Fotostrecke, die Historie und Gegenwart der Tracht in ihrer ganzen Vollkommenheit inszeniert. T E X T: E VA G O L D S C H A L D, M A RT I N A M Ü L L N E R- S E Y B O L D / BI L D E R: M A RC E L G O N Z A L E Z- O RT I Z

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DR. TRACHT Das Handwerk des Taschners ist eng mit der alpenländischen Kultur verknüpft, das des Federkielstickers noch mehr. Bestickt der Salzburger Federkielsticker keine Taschen – hier eine sogenannte Doktortasche –, widmet er sich Verzierungen auf Lederhosen. Die Muster sind allesamt historisch überliefert, genau wie das Handwerk selbst.


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Haarreifen von Niely Hoetsch, gesehen bei HANNA TRACHTEN Ohrringe, gesehen bei SWAROVSKI Pullover von Lena Hoschek, gesehen bei DOLLINGER Kleid, gesehen bei LENA HOSCHEK Gürtel, gesehen bei DOLLINGER Doktortasche, gesehen bei BEURLE

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F A S H I O N . T R AC H T

Hut, gesehen bei KOSTÜMVERLEIH WINDNER Spitzentuch, gesehen bei KOSTÜMVERLEIH WINDNER Weste, gesehen bei STRIZI Bluse, gesehen bei SALZBURGER HEIMATWERK Tüllrock, gesehen bei KOSTÜMVERLEIH WINDNER Stulpen, gesehen bei FORSTENLECHNER

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Kropfband, gesehen bei BEURLE Sakko, Gilet und Bluse, gesehen bei LUIS TRENKER Gürtel von Trachtenmacher, gesehen bei DOLLINGER Tuch und Tüllrock, gesehen bei KOSTÜMVERLEIH WINDNER


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Hut von Niely Hoetsch, gesehen bei HANNA TRACHTEN Strickjacke von Gottseidank, gesehen bei DOLLINGER Kleid, gesehen bei DAS KLEID


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Hut, gesehen bei KOSTÜMVERLEIH WINDNER Ohrringe, gesehen bei LIEBLINGSSTÜCKERL Kropfkette von Seenberg, gesehen bei PLOOM Lodenmantel, gesehen bei LANZ Body, gesehen bei PLOOM Hose, gesehen bei STRIZI

IL LODEN Das Exportwunder aus der Alpenregion: Loden, also gewalkte und verfilzte Wolle, ist das Gore-Tex der Berge: natürlich wind- und wasserdicht, atmungsaktiv und heutzutage schmeichelweich und leicht. Das faszinierte selbst unsere südlichen Nachbarn. „Il Loden“, erstklassige Lodenmäntel, waren lange Zeit das liebste Winterkleidungsstück der italienischen Bourgeoisie. Bekennender Lodenfan war auch Karl Lagerfeld.

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Hut von Patrizia Fabri, gesehen bei HUTMACHER ZAPF Mantel, gesehen bei KOSTÃœMVERLEIH WINDNER Bluse von Sportalm, gesehen bei DOLLINGER Kette, gesehen bei PLOOM


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Kopfbedeckung, gesehen bei KOSTÃœMVERLEIH WINDNER Bluse von Tramontana, gesehen bei HANNA TRACHTEN

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Goldhaube, gesehen bei SALZBURGER HEIMATWERK Ohrringe, gesehen bei SWAROVSKI Kleid, gesehen bei LENA HOSCHEK

KRÖNUNG Über 300 Stunden dauert die Herstellung einer Goldhaube, früher ein fester Bestandteil der Tracht. Die Volkstracht-Erneuerungsbewegung hat das alte Handwerk überleben lassen: Heute werden in Salzburg und Oberösterreich, wo die Goldhauben üblich waren und es mittlerweile wieder sind, wieder Kurse zur Herstellung der kostbaren Hauben abgehalten. Weil so viel Arbeitszeit in die Fertigung fließt, werden Goldhauben nur selten zum freien Verkauf angeboten.


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Dirndl, gesehen bei LANZ

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Volantbluse, gesehen bei KOSTÜMVERLEIH WINDNER Spitzenbluse, gesehen bei SALZBURGER HEIMATWERKE Mieder, gesehen bei KOSTÜMVERLEIH WINDNER Rock von Lena Hoschek, gesehen bei FORSTENLECHNER Unterrock von Almsach, gesehen bei FORSTENLECHNER

TAILLENWUNDER Das Korsett hat die Mode abgelegt, die kleine Schwester, das Mieder, ist geblieben: Von allen Stützvorrichtungen befreit, entfaltet das Mieder, das so untrennbar mit der Trachtenmode verbunden ist, seine volle Wirkung. Es schmeichelt dem weiblichen Körper und rückt in den Fokus, was betont werden sollte: Dekolleté und Wespentaille.


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Hut und Spitzentuch, gesehen bei KOSTÜMVERLEIH WINDNER Bluse von Krüger, gesehen bei DOLLINGER Dirndl und Kropfband, gesehen bei DOLLINGER

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AUS LIEBE ZUR TRADITION „Tracht ist Freude. Tracht ist Handwerk. Und Tracht geht mit der Zeit, unterwirft sich aber keinem Trend.“ Mode- und Trachtenexperte Oliver Rauh bringt den ungebrochenen Respekt vor dem Ursprünglichen auf den Punkt. Und vor allem in Salzburg wird die Tradition so liebevoll und gekonnt mit Modernität verbunden, dass ein Bummel durch ausgewählte Top-Läden zum modischen Hochgenuss wird. T E X T: D A N I E L A S TO L L N B E RG E R / BI L D E R: G E S C H Ä F T E , I S TO C K / S U T E I S H I

Mit alpinem Lifestyle und Designs, die urbanes Feeling verkörpern, erobert Luis Trenker Salzburgs Fashionherz in der Judengasse 9.


F A S H I O N . SELECTED

„Die klassische Tracht ist echt. Sie ist ein Lebensgefühl. Tracht ist ein Miteinander. Tracht ist gelebte Tradition.“ – O L I V E R R AU H

NEU IN SALZBURG

ELEGANT

Luis Trenker

Gössl im Gwandhaus

Hochkarätige Fashion mit Alpin-Flair steht im Fokus des Modelabels Luis Trenker, das einen Shop in Salzburg eröffnet hat. Auf einer Fläche von 170 Quadratmetern trifft ländliche Atmosphäre auf urbanes Feeling, wobei sich beides so gekonnt und selbstverständlich miteinander verbindet, dass die beeindruckende Lifestyle-Welt von Luis Trenker regelrecht spürbar wird. Hier spricht man nicht nur von Tracht – hier wurde ein einzigartiges Mode-Konzept geschaffen, das sich aus Trends und Tradition zusammensetzt und durch einfallsreiche Kollektionen besticht. Lässige Stücke in spektakulären Designs, hochmodische Schnittführungen und beste Materialien bilden die Basis im Shop in der Judengasse. Accessoires und Schuhe machen den Look komplett.

Ein ganz besonderer Ort für traumhaft schöne Tracht: das Gwandhaus in der Morzger Straße am Stadtrand von Salzburg. Hier, vor der einzigartigen Natur- und Bergkulisse der Mozartstadt, liegt das Herrenhaus, für das Gerhard Gössl 2005 sogar den Staatspreis für Tourismus erhielt. Verschrieben hat man sich voll und ganz dem traditionellen Handwerk, sei es im Atelier oder in den Räumlichkeiten des Trachtenausstatters Gössl. Präsentiert werden, im altehrwürdigen Ambiente, die neuesten Modelle, wahre Klassiker und Passendes für die schönsten Anlässe des Lebens. Unter dem klingenden Motto „Von Könnern für Kenner“ können Trachtenliebhaber die herausragende Qualität der Gössl-Dirndl, Lederhosen sowie Festtagsmode erleben. Die bezaubernden Hochzeitskollektionen sind in einer eigenen Abteilung zu bewundern.

Judengasse 9 // 5020 Salzburg

Gössl im Gwandhaus // Morzger Straße 31 // 5020 Salzburg

www.luistrenker.com

www.gwandhaus.com

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MODERN

Forstenlechner

Der Tracht nicht nur in ihrer ursprünglichsten Form begegnen, sondern neue Richtungen weisen: Mit ganz besonderem Gespür für aktuelle Trends begegnet Forstenlechner traditionellen Dirndln, Lederhosen & Co. So wie sich die moderne Mode stets weiterentwickelt, tut es auch die Tracht. Das Trachtengeschäft am Mozartplatz mitten in der Salzburger Altstadt bietet in seinem Sortiment deshalb Modelle in klassischen Schnitten und Musterungen, überrascht aber auch mit herrlich frischen, jungen Kombinationen und einfallsreichen Details. Mit Fokus auf beste Schneider- und Handwerkskunst sowie auf die Verarbeitung bester Materialien, ist Forstenlechner eine der Top-Adressen in der Salzburger Altstadt. Mozartplatz 4 // 5020 Salzburg www.salzburg-trachtenmode.at


F A S H I O N . SELECTED

EXKLUSIV

INNOVATIV

Weinbauer Tracht

Meindl Authentic Luxury

Das Familienunternehmen Weinbauer legt einen besonderen Fokus darauf, der Tradition verpflichtete Trachten mit modischen Experimenten zu vereinen. Modische Strömungen und aktuelle Fashion-Trends spielen genauso eine bedeutende Rolle wie die Bewahrung und Weiterführung von altehrwürdigen Traditionen. Höchste Qualität verbindet sich mit funktionellen Materialien, Top-Design und noch nie dagewesenen Looks. Die Verbindung von Stil, Moderne und Vergangenheit ist dabei mehr als nur gelungen. Außergewöhnliche Styles sind in der Sigmund-Haffner-Gasse 16 zu finden, dazu hochwertige Jagd- und Lederbekleidung, in erstklassiger Verarbeitung. Wer Qualität in perfekter Symbiose mit modischen Highlights sucht, wird hier fündig.

Meindl, diesen Namen verbinden die einen mit Wanderschuhen, die anderen mit den wohl originalsten Lederhosen, die man in Bayern nur kaufen kann. Markus Meindl ist Spross des letztgenannten Familienzweigs und hat die Tradition inhaliert – und im Fall von Meindl grundsätzlich modernisiert. Das wird im Beinamen Authentic Luxury perfekt zum Ausdruck gebracht. Denn am Platzl, so die Adresse des Ladens, bekommt man nicht nur Lederhosen, sondern Mode mit authentischen Wurzeln. Die wird nach wie vor im bayerischen Kirchanschöring entworfen und in Produktionsstätten in Europa gefertigt. Meindls Art, zum Beispiel Hirschleder zu verarbeiten, sucht ihresgleichen. Kein Wunder, dass die Marke für die Fußballer des FC Bayern allererste Wahl ist, wenn es aufs Oktoberfest geht.

Sigmund-Haffner-Gasse 16 // 5020 Salzburg

Meindl Authentic Luxury // Platzl 4 // 5020 Salzburg

www.weinbauer-tracht.at

www.meindl-fashions.de

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F A S H I O N . MODERN

MODERN FASHION Salzburg ist nicht nur Dirndl und Lederhose, Salzburg ist auch modern. In der Mozartstadt gibt es eine bemerkenswerte Vielfalt an individuellen Boutiquen, aber auch kreative Kรถpfe, deren Designs es zum Teil bis nach New York geschafft haben. Ein modischer Streifzug durch Salzburg. BI L D : U N S P L A S H / K A RI N A T E S S

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F A S H I O N . MODERN

KREATIVER DURCHSTARTER Vom beschaulichen Salzburg in die schnelllebige Fashion-Metropole London: Der Salzburger Designer Philipp Brunner erobert die Modewelt. T E X T: V E RO N I K A Z A N G L / BI L D E R: P H I L I P P K L I M T, B RU N N E R / P RI VAT

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etzwerken. Philipp Brunner könnte es eigentlich auch erfunden haben. Der 28-jährige Salzburger ist Absolvent der Modefachschule Hallein und strickt fleißig – an seinem Netzwerk. Das führte ihn jetzt sogar nach London. „Seit Anfang März mache ich ein Praktikum bei Vivienne Westwood und ihrem Mann Andreas Kronthaler“, verrät der Exil-Österreicher. Für einige Monate darf der junge Modemacher bei den ganz Großen exklusive Ateliersluft schnuppern.

STOFFLIEBE Schon früh zeigte Philipp ein Faible für das Kreative. „Ich habe schon immer gerne mit Stoffen gestaltet“, erklärt Brunner und grinst. „Vom Schulfach Textiles Gestalten mit Stricken und Häkeln war ich regelrecht begeistert.“ Beim Tag der offenen Tür der Modeschule Hallein dann sein Schlüsselerlebnis: „Das Schnitt- und Modezeichnen hat mich einfach fasziniert.“

LONDON CALLING Ausbildung und Networking sind das eine, Hartnäckigkeit ist das andere – auch diese Lektion hat Philipp Brunner schon gelernt. „Der Bewerbungsprozess bei Vivienne Westwood hat sich über neun Monate hingezogen“, verrät der junge Kreative, der zuvor schon ein Praktikum bei Wolfgang Joops Label Wunderkind absolvierte und bei der österreichischen Designerin Marina Hoermanseder backstage arbeitete. Außerdem ist er immer wieder bei Fashion Weeks anzutreffen – einmal sogar in Vancouver. Dort wollte Brunner eigentlich nur Urlaub machen. Als er von dem Modeevent erfuhr, bewarb er sich spontan und war eine Woche als Dresser vor Ort. Auf der Fashion Week in Berlin durfte der Salzburger seine Bachelor-Kollektion „Homeland“ präsentieren. Geht nicht, gibt’s nicht für Philipp Brunner. Für seinen Praktikumstraum bei Vivienne Westwood zog der Jungdesigner alle Strippen und aktivierte Kontakte. Sicherheitshalber half er dann aber auch noch in Old-school-Manier nach, indem er seine Bewerbung per Post versandte und Mozartkugeln dazupackte. Mit Erfolg.

BEI WESTWOODS UNTERM SOFA „Wir sind ein sehr familiäres Team“, verrät Philipp Brunner über seinen Arbeitsalltag bei der Grande Dame des Mode-Punk. „Wir arbeiten in einem alten Anbau. Das ist das Atelier, komplett mit Lichthof, Glasdach und mit Pflanzen begrünt, weil Vivienne Westwood den Umweltgedanken auch lebt.“ Die berühmte Designerin selbst hat er selbstverständlich bereits getroffen. „Vivienne Westwood ist inzwischen etwas zurückgetreten und lässt vermehrt ihrem Mann Andreas Kronthaler den Vortritt. Trotzdem kommt sie jeden Nachmittag um 15 Uhr zu uns ins Atelier.“ Die Arbeit als Praktikant bei einem so bekannten Label? Findet Philipp Brunner spannend. Er arbeitet eng

mit den Schnitt-Direktricen zusammen, muss Schnitte pausen, die dann nach Italien versandt werden, oder das Stofflager aktualisieren. Den Raum dafür teilt sich Philipp Brunner mit zwei anderen Praktikanten. Hier ist es wieder, Philipp Brunners Talent für Networking: Einer davon ist ein Bekannter aus Linz.

GUSTAV KLIMT UND GOLDHAUBEN Auf seine österreichischen Wurzeln ist der junge Designer bei aller Internationalität stolz. „Meine Master-Kollektion ‚Gustav‘ ist von Gustav Klimts Bildern und seinen Modeentwürfen für seine Muse Emilie Flöge inspiriert und ausschließlich aus Denim und Goldfolie gefertigt.“ Apropos, Gold und Denim sind auch die beiden Werkstoffe, die das Herz von Philipp Brunners BachelorKollektion „Homeland“ bilden. Für die stand ebenfalls die Heimat Pate, mit der Tracht im Fokus. „Handwerkstechniken wie zum Beispiel das Smoken finde ich enorm interessant, besonders weil es davon ja viele unterschiedliche Varianten gibt. Ich habe dieses alte Wissen in etwas Neues und auf Denim übersetzt.“ Wie man sich das vorstellen muss? „Goldhauben meets Jeans“, lacht der Jungdesigner.

ZUKÜNFTIGES Sein bisher größtes Highlight? Ganz klar, die Arbeit bei Vivienne Westwood. „Schließlich handelt es sich um ein weltberühmtes, internationales Modehaus“, schmunzelt Philipp Brunner und verrät, dass das Praktikum für ihn erst der Anfang war. „Es stehen im Moment sehr viele Türen offen, und es gibt einige spannende Optionen.“ Dazu zählt auch die Modeschule Hallein, die den jungen Designer gerne als Dozent gewinnen würde. Fragt sich bloß noch, was der junge Kreative besser vermitteln kann: Designkompetenz oder die Kunst des Netzwerkens.

SAVE THE DATE: Philipp Brunners Master-Kollektion „Gustav“ wird noch einmal am 27.07.2019 in der Fischhalle, Stiftgasse 1, 9872 Millstatt/Kärnten präsentiert. Der junge Designer Philipp Brunner ist Absolvent der Modeschule Hallein und arbeitet derzeit bei Vivienne Westwood in London. Für seine Master-Kollektion „Gustav“ ließ sich Philipp Brunner von Gustav Klimt und dessen Darstellungen seiner Geliebten Emilie Flöge inspirieren. Goldtöne und Denim bestimmen die aktuelle Kollektion. 1. Von Salzburg in die weite Welt: die Großstadt ist für Philipp Brunner nicht mehr nur Reiseziel, sondern auch Heimat. 2. – 4. Eine Interpretation von Alt und Neu: Goldhaube meets Denim – das Motto seiner Bachelor-Kollektion „Homeland“.

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DAS MODISCHE SOUVENIR Mode fern der Heimat kaufen macht nicht nur Spaß: Es verbindet auch für die gesamte Lebensdauer des Stücks mit dem Ort, an dem man es gekauft hat. Ein modischer Tourguide durch Salzburgs Altstadt – natürlich auch für Einheimische. T E X T: M A RT I N A M Ü L L N E R- S E Y B O L D / BI L D E R: G E S C H Ä F T E

Im neuen Prada-Store am Alten Markt trifft moderne Architektur den Zeitgeist – und passt perfekt zur exklusiven Mode der italienischen Designermarke.


F A S H I O N . SELECTED

„Mode ist vergänglich, Stil niemals.“ – COCO CHANEL

VOM LAUFSTEG NACH SALZBURG

LA DOLCE VITA IN SALZBURG

Der internationale Modekonzern Prada ist für sein innovatives Architekturverständnis bekannt – doch im Salzburger Laden musste das Luxuslabel aus Mailand seine futuristische Ader bremsen. Aus gutem Grund: Das Geschäftslokal im Steindl Haus steht unter Denkmalschutz, auch der überwiegende Teil der Inneneinrichtung gilt als erhaltenswert und darf nur moderat verändert werden. Genau das ist der Marke in Salzburg hervorragend gelungen. An Salzburgs neuer 1-A-Lage, dem Alten Markt, ist ein Flagshipstore der besonderen Art entstanden. Eine Boutique, die mit ihrer Verbindung aus Alt und Neu perfekt zu Prada passt – schließlich steht ja auch die Marke von Visionärin Miuccia Prada für diesen Brückenschlag. Unbedingt sehenswert: die alte Registrierkasse!

In dem ehemaligen Musikhaus Katholnigg hat sich Sonja Clodi-Kathriner einen Traum erfüllt: Als Agentin schon lange in der Mode erfolgreich, wagt sie nun auch den Sprung vom Groß- in den Einzelhandel. Mit einer Boutique mit Seele, die passend den Namen Stories bekommen hat. Geschichten erzählen nämlich auch alle Marken, die es ins exklusive Sortiment geschafft haben: von ihren Ursprüngen in Italien und anderen Ländern, wo sie sorgsam gefertigt werden, von der Qualität der Materialien. Besonderen Charme bekommt der Laden, wenn im Sommer die Sigmund-Haffner-Gasse an dieser Stelle fast zur italienischen Piazza wird. Sitzgelegenheiten vor dem Laden sprechen eine deutliche Sprache: Hier ist man nicht nur willkommen, wenn man zum Shopping kommt. Ein Hingucker: der originale Terrazzo-Boden.

Alter Markt 13-14 // 5020 Salzburg

Sigmund-Haffner-Gasse 16 // 5020 Salzburg

www.prada.com

www.welovestories.at

Stories

Prada Salzburg

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INTERNATIONALE DESIGNER Diva by Makole

Für den ganz großen Auftritt ist Diva by Makole in der Sigmund-Haffner-Gasse die richtige Adresse. Denn der Laden führt nicht nur große Marken wie Gucci oder Stella McCartney, sondern ist auch Salzburgs kompetenteste Abteilung für Evening Wear. Festspielroben von Designern wie Talbot Runhof, Elie Saab, Óscar de la Renta, Galvan oder Jenny Packham lassen die Herzen von Festspielbesucherinnen höherschlagen – denn das ist die internationale Crème de la Crème der Abendmode. Dazu Taschen und Schuhe von Saint Laurent und Gucci, schon ist der ganz große Auftritt perfekt. Klar, dass in diesem Segment Service großgeschrieben wird: Änderungen in Windeseile, Lieferung ins Hotel und herzliche Betreuung mit erstklassiger Beratung sind hier selbstverständlich. Sigmund-Haffner-Gasse 5 // 5020 Salzburg www.divabymakole.at


F A S H I O N . SELECTED

BESONDERES BEWAHREN

EXTRAVAGANZ IM GROSSEN STIL

Eine Dependance in Salzburg hat der traditionelle Wiener Pelzhändler Liska eröffnet: Im Sortiment gibt er sich gänzlich untraditionell und setzt auf moderne Marken wie N°21. Doch Herzstück des Fashion Stores bleibt die Kernkompetenz der Familie Liska: Pelz. „Nur das Beste vom Besten“, lautet dabei das Credo des Unternehmens. Es werden jährlich wechselnde, neue Pelzkollektionen vorgestellt, aber auch für alte Pelz-Schätzchen bietet Liska ein volles Service-Programm: von der Pflege und Einlagerung bis zur Änderung und Modernisierung. Der 260 Quadratmeter große Laden am Alten Markt ist nicht der einzige in der Mozartstadt: Im McArthurGlen Designer Outlet in Wals-Himmelreich bietet der renommierte Händler ein Sortiment für Schnäppchenjäger.

Aus zwei mach eins: Michaela Schirlbauer von Misc.Fashion hat ihren Herren- und Damenmodeladen am Mozartplatz in einem gemeinsamen Store zusammengeführt. Umgebaut wurde mit lokalen Handwerkern. Das Ziel: Das Korbbogengewölbe aus 1620 noch mehr in den Mittelpunkt zu rücken und mit modernen Elementen zu kombinieren. Das Einrichtungskonzept ist hoch flexibel und passt damit perfekt zu Michaela Schirlbauer, die viel Wert auf inspirierende Dekoration und Platz zum Wohlfühlen legt. Gemeinsam mit drei Mitarbeiterinnen berät die Unternehmerin ihre Kundinnen und Kunden von Kopf bis Fuß. Eine echte Besonderheit ist Schirlbauers Salzburg Rock, den es bereits in der zweiten Auflage gibt. Ein künstlerisches Salzburg-Panorama to go, wenn das mal keine tolle Idee ist!

Alter Markt 5 // 5020 Salzburg

Mozartplatz 5 // 5020 Salzburg

www.liska.co.at

http://www.misc-fashion.at/

Liska

Misc.Fashion

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KAFFEEKUNST

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DER DUFT DER WEITEN WELT

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GENUSS MIT VIELEN GESICHTERN

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GENUSS GUIDE

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MIT AUSSICHT

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D as 2 2 0 Gr ad C afé üb e r zeu g t mi t Q u ali t ät , Ä s t het ik un d L ei dens chaf t

K af fe e genus s mi t v i el en Fac et ten

Feine kulinar is che K re at i o nen un d ö s ter rei chis che S chm anker ln, neu interp ret i er t

D i e b e s ten kulinar is chen A dre s s en in S alzbur g au f einen Bli ck

B ar s üb e r den D äche r n S alzbur g s f ür unver ge s sli che Ausb li cke

stilköpfe MA R G R E T U N D ALO I S M A C H E I N E R


G E N U S S . KULINARIK

Genuss Ein Dorado fĂźr die Geschmacksnerven: Salzburgs Gourmetadressen wissen Klassik und Moderne zu vereinen. Top of Salzburg bittet zu Tisch.

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G E N U S S . K A F F E H ÄU S E R

KAFFEEKUNST Kaffeehäuser sind, ebenso wie Mozart, ein fester Bestandteil der Salzburger Kultur. Tradition, Innovation oder Design – Top of Salzburg zeigt fünf Kaffee-Institutionen, die jede für sich für etwas Besonderes stehen und ihre ganz eigene Geschichte erzählen. BI L D : U N S P L A S H /JA K U B DZ I U B A K

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G E N U S S . P O RT R ÄT

DEM KAFFEE SEIN TEMPEL Dort, wo Qualität, Ästhetik und Leidenschaft aufeinandertreffen, sind auch duftende Kaffeespezialitäten nicht weit: Die 220 Grad Cafés sind Treffpunkte für anspruchsvolle Genießer. T E X T: JE A N E T T E F U C H S / BI L D E R: S T U D I O RI E B E N B AU E R

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ie Kaffeebohne ist eine Frucht und beinhaltet 800 Aromen. Solch spannendes Hintergrundwissen erfährt man von Margret und Alois Macheiner, die seit elf Jahren ihren Teil dazu beitragen, dass Salzburg als heißer Tipp unter Kaffeeliebhabern gehandelt wird. Schon das erste 220 Grad Café in der Chiemseegasse – benannt nach der idealen Rösttemperatur für Espressobohnen – interpretierte das klassische Kaffeehaus-Erlebnis neu. Fasziniert von den facettenreichen Besonderheiten der Kaffeebohne, lag das Augenmerk der Macheiners von Anfang an auf Spezialitätenkaffee. „Es ist ein langer Weg, den die Bohnen von der Ernte bis zur Tasse zurücklegen. Es ist uns wichtig, bis an den Ursprung zu gehen, die Wertschöpfungskette transparent zu machen und langfristige Beziehungen mit den Produzenten aufzubauen“, erzählt Margret Macheiner. Mindestens einmal im Jahr ist sie mit ihrem Mann unterwegs, um sich auf die Suche nach den besten Bohnen zu machen und um Anbaugebiete und Produzenten zu besuchen. Gerade erst ist das kaffeebegeisterte Paar aus Guatemala zurückgekehrt. „Je tiefer man taucht und je näher man den Ursprung geht, desto mehr Fragen tun sich auf.“ So erklärt Margret Macheiner die Faszination für den Kaffee. Mittlerweile hat sich der 220-Grad-Kaffee als qualitätsvolle Marke in und um Salzburg etabliert. Hinter der Erfolgsgeschichte stecken der respektvolle Umgang mit dem Produkt, die stetige Vertiefung des Know-hows und der direkte Zugang zu den Bezugsquellen. 2018 öffnete das zweite 220 Grad Café in einer ehemaligen Motorenwerkstatt im Nonntal seine Pforten. Unverputzte Wände treffen auf Designerlampen, Samtstühle umrahmen die mittig im Raum platzierte Bar. Fachmännisch werden hier die verschiedensten Kaf-

feespezialitäten mit viel Aufmerksamkeit für Details zubereitet. Die Kuchen, Snacks und Frühstücksvariationen werden aus der angrenzenden Küche gebracht. Der Anspruch an Qualität & Ästhetik ist in beiden Lokalen hoch. Mit seiner reduzierten Designsprache ist das Café im Nonntal ein gerade im traditionsreichen Salzburg überraschender Eyecatcher. Doch es geht den Macheiners nicht darum, aktuellen Trends zu folgen: „Wir sind unserem Weg immer treu geblieben. Wir möchten nicht nur eine ansprechende Atmosphäre für den Kaffeegenuss schaffen, es geht auch darum, den Raum mit Leben zu füllen. Wir wollen unsere Sache einfach gut machen. Nicht mit Verbissenheit, sondern mit echter Freude.“ Um unterschiedlichen Geschmacksvorlieben gerecht zu werden, findet man in beiden Cafés drei fix bestückte Kaffeemühlen. „Unser gesellschaftlicher Beitrag ist es, ein genussvolles Gesamterlebnis zu schaffen. Wenn unsere Gäste mit einem guten Gefühl aus dem Lokal gehen, dann ist unsere Mission erfüllt“, so Margret Macheiner. Mittlerweile sind auch Sohn Lukas und Tochter Katharina in den Familienbetrieb eingestiegen. Die eigene Rösterei ergänzt die beiden Cafés um einen dritten Standort, an dem Kaffeeseminare und Baristakurse angeboten werden.

ZU DEN CAFÉS: Abgesehen von den Kreationen aus selbstgeröstetem Kaffee ist das 220 Grad auch für seine feinen Kuchenspezialitäten bekannt. 220 Grad Cafés // Chiemseegasse 5 // Nonntaler Hauptstraße 9a // 5020 Salzburg // www.220grad.com

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DER DUFT DER WEITEN WELT Ob trendy Filterkaffee in urbaner Atmosphäre oder die klassische Melange auf dem Silbertablett: Kaffee hat viele Facetten. Genießer entdecken in Salzburg verschiedenste Locations, die der Faszination rund um die Kaffeebohne Rechnung tragen. T E X T: JE A N E T T E F U C H S / BI L D E R: K A F F E E H ÄU S E R , U N S P L A S H

Was wäre Salzburg ohne seine traditionsreichen Kaffeehäuser, wie etwa das Tomaselli? Die Melange auf dem Silbertablett, Marmortische und antike Holzvertäfelungen laden zu einer Zeitreise der besonderen Art.


G E N U S S . SELECTED

DEN WURZELN TREU

MIT PASSION

Eine Tasse Kaffee, dazu Zucker und ein Glas Wasser auf einem kleinen Silbertablett. Seit jeher wird der Kaffee im Tomaselli auf ganz klassische Art serviert. Basis für den unverwechselbaren Geschmack ist eine Spezialröstung aus Arabica-Bohnen, die exklusiv für das Tomaselli von Julius Meinl in Wien erzeugt wird. Inmitten von Kristalllustern, opulenten Spiegeln und historischen Wandbildern lebt der Charme vergangener Tage auf. Während die routinierten Ober mit Melange, Einspänner oder Cappuccino die Wünsche ihrer Gäste erfüllen, entstehen in der Backstube neben Tortenklassikern und Strudelvarianten auch die beliebten Walnuss-Kipferln und Biskuitschüsslern mit Erdbeeren. Seit Carl Tomaselli das Haus am Alten Markt 1852 gekauft hat, hat sich nicht allzu viel verändert. Und das ist gut so.

Dass Kaffee nicht einfach nur Kaffee ist, wird schon beim Betreten dieser kleinen Genussoase am Rudolfskai klar. Umweht von herrlichem Kaffeeduft, macht man mit sortenreinen und fair gehandelten „Speciality“-Bohnen aus Europas besten Röstereien sowie mit unterschiedlichen Brühmethoden Bekanntschaft. Ob Coffee to go, Espresso, Aeropress- oder Handfilter-Kaffee – die Gäste werden vom passionierten Team rund um John Arild, der seine Bestimmung als enthusiastischer Barista und internationaler Kaffee-Juror gefunden hat, fachmännisch beraten. Bleibt noch die Frage, wo man den Lieblingskaffee genießen möchte. In der gemütlichen Sitzecke, an einem der Stehtische oder doch lieber draußen? Vor dem Café macht man es sich in den Fensternischen gemütlich, die mit Kissen und kleinen Tischen bestückt sind.

Alter Markt 9 // 5020 Salzburg

Rudolfskai 38 // 5020 Salzburg

www.tomaselli.at

www.kaffee-alchemie.at

Café Tomaselli

Kaffee-Alchemie

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Jung und Alt trifft sich seit jeher dort, wo Nostalgie und Zeitgeist eine Symbiose bilden. Im Café Bazar liegen Kaffeeduft, gute Gespräche und eine besondere Atmosphäre in der Luft.


G E N U S S . SELECTED

„Kaffee ist die Milch der Denker und Schachspieler.“ – A R A BI S C H E S S PRI C H W O RT

WENN GESCHICHTE DEN ZEITGEIST TRIFFT

IN-TREFFPUNKT IM HOF

Schon vor mehr als hundert Jahren war das Café Bazar beliebter Treffpunkt für Künstler, Dichter und Denker. Die lange Geschichte lässt sich mit Blick auf das Interieur erahnen, das mit seinen Kronleuchtern, der Stuckdecke und den Marmortischen seit den Anfängen des Cafés nahezu unverändert blieb. Der neu gestaltete Wintergarten schlägt die Brücke zum Zeitgeist von heute. Bei schönem Wetter wird die Terrasse zum begehrten Platz. Von hier aus wandert der Blick – bei einem „süßen“ oder „sauren“ Frühstück, bei kalten und warmen Mittagsgerichten oder ganz klassisch bei Kaffee und Kuchen – über die Salzach hinweg zum Mönchsberg und zur Festung Hohensalzburg. Das Bazar versteht sich als Café für jedermann, das mit hoher Qualität und aufmerksamem Service bei Einheimischen und internationalen Gästen punktet.

Nomen est omen: Schon der Name des Lokals lässt darauf schließen, dass sich hier alles um den Kaffeegenuss dreht. Nicht irgendein Kaffee kommt in lässiger Lounge-Atmosphäre auf die Tische, sondern eine spezielle Mischung, die von der italienischen Familienrösterei Corsini eigens für das Coffee House produziert wird. Das Flair Italiens wird auch bei Panini und Crostini spürbar, die nebst Pastagerichten, Frühstücksvariationen und hausgemachten Kuchen auf der Menükarte und in der Vitrine zu finden sind. Ist der Bruderhof, in dem das Coffee House beheimatet ist, an sich schon eine idyllische Adresse, so bilden die Sitzgelegenheiten im Wintergarten auf der Terrasse unter dem chinesischen Blauglockenbaum die Krönung für den gemütlichen Kaffeeplausch bei einem Ristretto, Cappuccino oder Latte Macchiato.

Schwarzstraße 3 // 5020 Salzburg

Linzer Gasse 39 // 5020 Salzburg

www.cafe-bazar.at

www.coffeehouse.at

Coffee House

Café Bazar

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FUSION AUF ÖSTERREICHISCH Sich österreichische Schmankerln auf der Zunge zergehen lassen, mit der ganzen Familie an der langen Tafel zusammenkommen oder zum Fingerfood ein Glas Wein an der Bar trinken. Salzburg punktet mit genussvollen Restaurantkonzepten für jeden Geschmack. T E X T: JE A N E T T E F U C H S / BI L D E R: RE S TAU R A N T S

Internationale, leichte Küche: Das Magazin überzeugt mit neuen Kreationen und nie da gewesenen Geschmacksrichtungen.


G E N U S S . SELECTED

„Es ist besser, zu genießen und zu bereuen, als zu bereuen, dass man nicht genossen hat.“ – G I O VA N NI B O C C AC C I O

DAS BESTE AUS ALLER WELT

NEUE PERSPEKTIVEN

Ein Restaurant im Felsengewölbe des Mönchsberges, eine Bar mit Cocktails und Musik, eine Vinothek, eine schwebende Glaskonstruktion für Events und ein lauschiger Innenhof – das Magazin ist ein sensorisches Gesamterlebnis für Genießer und Ästheten. Seit der Neuausrichtung ist das Tun von Claudia und Raimund Katterbauer nicht mehr von Hauben und Michelin-Sternen bestimmt. Das Publikum ist jung, der Service unkompliziert und die Stimmung leger. In der Küche legt man Wert auf qualitätsvolle Gerichte, die das Beste aus aller Welt vereinen. Das Olivenöl kommt aus Apulien, die Goldbrasse aus Kroatien, und im Rezept für die Lammschulter finden sich marokkanische Einflüsse. Eindrucksvoll ist das Weinlager, eingebettet zwischen Fels und Glas: Rund 600 feine Tropfen lagern hier für Verkostung und Verkauf.

Ein Ort, an dem der Blick über den Tellerrand besonders leichtfällt: Auf dem Mönchsberg gelegen, erreicht man das M32 bequem mit dem Mönchsbergaufzug oder über einen der Spazierwege, die von der Altstadt auch zum Museum der Moderne führen. Das loftartige Interieur, bei dem Neonleuchten auf Hirschgeweihe treffen, bringt Designfans ins Schwärmen. Gäste haben die Wahl: Mit dem Mönchsberg-Frühstück in den Tag starten, zwischendurch bei Beef Tatar oder Tagliolini mit Spinat und Ziegenkäse die Aussicht von der Terrasse genießen oder abends das Filetsteak vom Salzburger Naturrind mit Rotweinschalotten probieren. Das M32 gilt zu jeder Tageszeit als der Treffpunkt für Gourmets und Freigeister, die ihre Gespräche bei duftendem Espresso oder österreichischen Weinen vertiefen. Auch für Hochzeiten, Firmenund Familienfeiern kann das M32 gebucht werden.

Augustinergasse 13 // 5020 Salzburg

Mönchsberg 32 // 5020 Salzburg

www.magazin.co.at

www.m32.at

Magazin

M32

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GASTLICHKEIT AUS LEIDENSCHAFT K+K

In einem der historisch bedeutsamsten Gebäude Salzburgs hat im vergangenen Jahr im Erdgeschoss die Tagesbar von Koller + Koller am Waagplatz eröffnet. Schon seit den 1960er-Jahren ist das Haus im Besitz von Familie Koller. Mit dem Umbau wurde das denkmalgeschützte Gebäude mit frischen Akzenten und architektonischen Highlights versehen. Eines davon ist die mit Messingmosaikplatten überzogene Gewölbedecke. „Gäste kommen auf ein Getränk oder zum Essen vorbei. Wir wollen zwanglosen Genuss gepaart mit Kompetenz und Leidenschaft vermitteln“, so die Gastgeber Claudia und Norbert Koller. Auf der Menükarte finden sich kreative Gerichte wie „Sommerrollen“ oder hausgebeizter Lachs mit Fenchel-Konfit. Ob ein Kaffee an der Bar, ein Glas Wein mit Käse und Oliven oder ein geselliges Familienessen – die K+K Tagesbar erfüllt viele Wünsche. Waagplatz 2 // 5020 Salzburg www.kollerkoller.com


G E N U S S . SELECTED

FÜR KUNSTAFFINE KOSMOPOLITEN

LIEBLINGSPLATZ MIT TRADITION

Das älteste Gasthaus Salzburgs mit einer über 660-jährigen Geschichte ist in der Blauen Gans in der Getreidegasse beheimatet. Unter dem historischen Restaurantgewölbe wird seit Jahrhunderten getratscht und getafelt. Großen Wert legt man auf die präzise Zubereitung kulinarischer Klassiker, etwa des ausgelösten Backhenderls oder des Tafelspitzes im Kupferkessel. Die moderne Brasserie-Bar hingegen könnte mit ihrer geradlinigen Optik genauso gut in New York stehen. Neben der Speisenauswahl des Restaurants werden hier auch Snacks und Fingerfood zu Weinen, Craft Beer, hochwertigen Gins und hausgemachten Limonaden angeboten. Und dann wäre da noch das Weinarchiv, in dem der Weinvorrat des Hauses im gläsernen Schrank lagert und die Gerichte auf langen Tischen im „Family Style“ serviert werden.

Nach viermonatiger Umbauphase wurde das bislang als „Salzach Grill“ bekannte Restaurant im Hotel Sacher als „Sacher Grill“ wiedereröffnet. Damit haben Gäste und Einheimische ihre liebgewonnene Institution mit neuem Konzept und Design wiederbekommen. Die Inneneinrichtung trägt die Handschrift von Sacher-Chefin Alexandra Winkler, die gemeinsam mit dem französischen Architekten Pierre-Yves Rochon den unverkennbaren Sacher-Style zur Umsetzung brachte. Das Wiener Schnitzel, der berühmte SalzBurger und der Tafelspitz sind weiterhin auf der Menükarte zu finden. Neu sind die „österreichischen Tapas“ und korrespondierende Craft-Biere. Ein besonderer Blickfang des neuen Konzepts ist der „Kuchltisch“, an dem Familien und Freunde wie zu Großmutters Zeiten gemeinsam den „Sonntagsbraten“ genießen können.

Getreidegasse 41-43 // 5020 Salzburg

Schwarzstraße 5-7 // 5020 Salzburg

www.blauegans.at

www.sacher.com/hotel-salzburg/

Blaue Gans

Sacher Grill

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„Essen ist ein Bedürfnis, genießen ist eine Kunst.“ – L A RO C H E FO U C AU L D


G E N U S S . GUIDE

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GAUMENFREUDEN Top of Salzburg präsentiert die besten kulinarischen Adressen in und um Salzburg.

IHR GENUSS-GUIDE FEHLT? Hier können Sie kostenlos Ihr persönliches Exemplar anfordern: Tourismus Salzburg GmbH . Auerspergstraße 6 . 5020 Salzburg T +43 (0) 662 88987-0 . E tourist@salzburg.info . W www.salzburg.info

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COCKTAILS MIT AUSSICHT Bei einem Aperitif die Skyline bestaunen. Bei einem Whiskey die Festung Hohensalzburg im Blick haben. Oder bei einem Signature-Drink dem Sternenhimmel ganz nah sein. Wir entführen Sie in die außergewöhnlichsten Hotelbars Salzburgs! T E X T: JE A N E T T E F U C H S / BI L D E R: B A R S , H OT E L S

Feine Cocktailvariationen: In der Bar Seven Senses im Hotel Stein genießt man außergewöhnliche Drinks bei einem fantastischen Ausblick auf die Altstadt.


G E N U S S . SELECTED

ADRESSE MIT CHARAKTER

ATEMBERAUBENDER RUNDUMBLICK

Zweifellos gehört die ehemalige „Steinterrasse“ zu den eindrucksvollsten Aussichtspunkten der Salzburger Altstadt. Mit viel Mut für Neues und einer Prise Extravaganz wurde im Zuge der Generalsanierung des Hotel Stein ein neues Konzept für die Bar und das Restaurant entworfen, das die legendäre Dachterrasse auf ein raffiniertes Level hebt. Der Name ist Programm, denn mit dem geschmackvollen Ambiente, den ausgefeilten Food- und Bar-Ideen und dem modernen Design will das Seven Senses die Sinne anspruchsvoller Gäste wecken. Bei erinnerungswürdigen Momenten hält an einer der begehrtesten Adressen Salzburgs auch der FoodSharing-Trend Einzug. Selbst bei Schnürlregen bleibt die Terrasse ein Logenplatz. Sie wurde so gestaltet, dass sie bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit optimal genützt werden kann.

Der Place-to-be für laue Sommernächte und unvergessliche Sonnenuntergänge liegt auf der 16. Etage des Cool-Mama-Hotels: Von der Skybar Terrace, die man ohne Umwege mit dem Aufzug erreicht, genießt man 360-Grad-Ausblicke auf die gesamte Stadt. Zu bunten Cocktails und kühlen Drinks gesellt sich Live-DJ-Musik. Frozen Strawberry Daiquiri oder Moscow Mule sowie Steaks, Burger und mediterrane Gerichte sind die Protagonisten, die für perfekte Rooftop-Atmosphäre sorgen. Kulinarik und Panorama verschmelzen auch auf den beiden darunterliegenden Ebenen zu einem aussichtsreichen Erlebnis: Im 15. Stock ist die Sky Restaurant Bar zu finden, die, bei Frühstück, Lunch oder Afterwork-Cocktail, internationalen Gästen und Einheimischen als Treffpunkt dient. Auf der 14. Etage lädt das Restaurant Jägerstüberl zu geselligen Stunden.

Giselakai 3-5 // 5020 Salzburg

Josef-Brandstätter-Straße 1 // 5020 Salzburg

www.7-senses.at

www.cool-mama.com

Cool Mama Sky Terrace

Seven Senses Rooftop Bar & Restaurant

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Luxus und Aussicht, die Apollo Bar auf dem Mรถnchsberg vereint beides.


G E N U S S . SELECTED

„Kein Genuss ist vorübergehend; denn der Eindruck, den er zurücklässt, ist bleibend.“ – J O H A N N W O L FG A N G V O N G O E T H E

IN MAJESTÄTISCHER ATMOSPHÄRE

MEETING POINT ÜBER DEN DÄCHERN

Eine der bestgehüteten Bar-Adressen liegt auf dem Mönchsberg. Hier empfängt das Luxushotel Schloss Mönchsberg seine Gäste inmitten einer pittoresken Gartenanlage. Der neue, architektonische Blickfang ist die imposante Glaskuppel, die als gemeinsames Dach für das 3-Hauben-Restaurant und die Apollo-Bar dient. Das schwebende Lichtdesign, die Innengestaltung im britischen Stil sowie die Farbgebung in Beige- und Goldtönen sind die stimmungsvollen Elemente, um den Tag bei klassischen Cocktails oder ausgefallenen Drinks ausklingen zu lassen. Auch kulinarische Kleinigkeiten und traditionelle Schmankerln sind auf der Barkarte zu finden. Während man tagsüber den Blick ins Grüne und auf die Stadt genießt, ist man zu späterer Stunde dem Sternenhimmel ganz nah. Die Bar ist für Hotelgäste wie auch für lokale Nachtschwärmer geöffnet.

Dank großflächiger Verglasungen hat man von der Imlauer Sky Bar aus, die zugleich Restaurant ist, alles im Blick. Das geradlinige und zeitlose Interieur wird durch ein dezentes Spiel aus Farben und Licht ergänzt. Für einen Aperitif, ein kühles Bier oder ein Glas Wein nimmt man direkt an der Bar, an einem der Tische oder – für ein fast schwebendes Gefühl – auf der Terrasse Platz. Auch Whiskey-Liebhaber kommen, bei der größten Auswahl der Stadt, auf ihre Kosten. Das Sky Restaurant deckt alle Tageszeiten und Gelegenheiten ab – vom Frühstück über den Business Lunch bis zum romantischen Abendessen. Für besondere Anlässe bucht man den exklusiven „Mönchsberg“-Raum mit privater Terrasse. Die Aussicht auf die Wallfahrtskirche Maria Plain, die Müllner Kirche und den Mönchsberg lässt keine Wünsche offen.

Apollo Bar

Imlauer Sky Bar & Restaurant

Mönchsberg Park 26 // 5020 Salzburg

Rainerstraße 6 // 5020 Salzburg

www.monchstein.at

www.imlauer.com/imlauer-sky-bar-restaurant/

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A B S P A N N . MOMENTUM

DIE MAGIE DES HINSEHENS Viel zu oft eilen wir zu schnell durch die Straßen, Gässchen und Winkel Salzburgs, ohne dabei die wunderschönen Momente, die so flüchtig aufblitzen, zu bemerken. Schenken wir den winzigen Augenblicken Aufmerksamkeit und begegnen wir ihnen mit Bedacht, so ergeben sich Momentaufnahmen, die uns ewig in Erinnerung bleiben werden. T E X T: D A N I E L A S TO L L N B E RG E R / B I L D : RI C H A RD S C H A B E T S B E RG E R

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DER WEG IST DAS ZIEL Im wunderschönen Mirabellgarten ist ein Spaziergang nicht nur ein Spaziergang. Hier hetzt man nicht hindurch oder sieht ihn nur als Abkürzung auf dem Weg Richtung Staatsbrücke und Altstadt. Von einem der zahlreichen Bänkchen aus kann man beobachten, wie Touristen wie auch Einheimische ihren Schritt verlangsamen, sich an den traumhaft schönen Blumenbeeten erfreuen und sich gedankenverloren umsehen, um den Garten in all seiner Pracht zu erfassen. BI L D : PAT RI C K L A N GWA L L N E R


A B S P A N N . MOMENTUM

DIE RUHE VOR DEM STURM Noch bevor das Leben vollends erwacht und das städtische Treiben in Salzburg losbricht, machen sich hier und dort Bewohner auf, um bereits zu frühmorgendlicher Stunde ihren Tag zu beginnen und die Ruhe vor Arbeitsantritt zu genießen. Hier, am menschenleeren Bahnsteig der Lokalbahn am Hauptbahnhof, findet man sich unter einigen wenigen wieder, die die Linie S1 um 5 Uhr früh nehmen. BI L D : T H O M A S G E I REG G E R

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JUWEL DER VERGANGENHEIT Der Modernität der Stadt entrinnen und sich stattdessen in altehrwürdige Zeiten zurückversetzt fühlen: die zahlreichen verwinkelten Gässchen samt ihren bauchigen Wölbungen, romantischen Gemäuern und eindrucksvollen Fassaden machen es möglich und sind wie eh und je Teil von Salzburgs unverwechselbarem Charme. Vor allem das wellige Auf und Ab bei einem Bummel durch die Steingasse ist ein wahres Erlebnis. BI L D : T H O M A S G E I REG G E R


A B S P A N N . MOMENTUM

IM MITEINANDER Nichts prägt das malerische Altstadtbild so sehr wie die ortkundigen Fiaker mit ihren traditionellen Kutschen, die vom Residenzplatz aus ihre Kundschaft zu den schönsten Sehenswürdigkeiten Salzburgs führen. Sie chauffieren die Gäste vorbei an imposanten Bauwerken, versorgen sie mit historischen Infos und unterhalten auch gern mit dem ein oder anderen österreichischen „Schmäh“. BI L D : T H O M A S G E I REG G E R

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VON DER LIEBE … Schloss Mirabell samt seiner prächtigen Gartenanlage wurde einst von Fürsterzbischof Wolf Dietrich für seine Geliebte Salome Alt erbaut. Die besondere Zuneigung und Hingabe, mit denen das Schloss und der barocke Lustgarten gestaltet wurden, sind bis heute spürbar. Kein Wunder, dass sich Liebende und Verliebte hierhin zurückziehen, um die traute Zweisamkeit zu genießen und sich in herzliche Gespräche zu vertiefen. BI L D : T H O M A S G E I REG G E R


A B S P A N N . MOMENTUM

WO DIE ZEIT STILL STEHT Seit 1909 entstehen im Traditionshaus Café Bazar, auf der rechten Salzachseite gelegen, Geschichten. Berühmte Persönlichkeiten, renommierte Künstler, Dichter und Denker, wie Romy Schneider, Stefan Zweig oder Max Reinhardt, genossen hier die einmalige Atmosphäre und die typisch österreichische Kaffeehauskultur. Und auch heute ist das Café ein Ort, an dem die Zeit für einen Moment still zu stehen scheint … B I L D : RI C H A RD S C H A B E T S B E RG E R

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HINTER DEN KULISSEN Feingefühl, Geduld und größtmögliche Hingabe prägen die leidenschaftliche Arbeit der Puppenspieler des Salzburger Marionettentheaters, das auf eine über hundertjährige Historie zurückblickt. Rund 500 hölzernen und äußerst detailreich gefertigten Marionetten wird in aufwendig inszenierten Opern Leben und individueller Charakter eingehaucht – Spielkunst auf höchstem Niveau, die die Künstler im Hintergrund zelebrieren. B I L D : RI C H A RD S C H A B E T S B E RG E R


A B S P A N N . MOMENTUM

IN LUFTIGEN HÖHEN Seit 2007 thront er hier und bringt eine ganz spezielle Atmosphäre auf den Kapitelplatz: der Mann auf der goldenen Kugel. „Sphaera“ nennt sich die über acht Meter hohe und zwei Tonnen schwere Skulptur von Schöpfer Stephan Balkenhol, der das Kunstwerk im Rahmen einer Initiative der Salzburg Foundation erschuf. Beinahe wie ein Wachender erhebt sich die Figur über dem strahlenden Gold der Kugel und wird zum Blickfang auf dem weiten Platz neben dem Dom. BI L D : B RYA N RE I N H A RT

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IMPRESSUM

VERLEGER UCM Verlag, B2C Corporate Publishing GmbH, Salzweg 17, 5081 Salzburg-Anif CR/KREATIVDIREKTION Nicolaus Zott (nicolaus.zott@ucm-verlag.at) REDAKTIONELLE LEITUNG Eva Goldschald (eva.goldschald@ucm-verlag.at) CHEFIN VOM DIENST Eva Goldschald (eva.goldschald@ucm-verlag.at) ART DIRECTOR/GRAFIK Lena Struber (lena.struber@ucm-verlag.at) PREPRESS Anouk Schönemann (anouk.schoenemann@ucm-verlag.at) FOTOGRAFIE Bilderschmiede, Bryan Reinhart, Chris Rogl, Chris Lindner, Die Abbilderei, Klaus Doppler, Marcel Gonzalez-Ortiz, Patrick Langwallner, Richard Schabetsberger, Thomas Geiregger MITARBEITER DIESER AUS­GABE Alexandra Hawel, Barbara Lackerbauer, Cay Bubendorfer, Daniela Stollnberger, Jeanette Fuchs, Lisa Baumgartlinger, Markus Deisenberger, Martina Müllner-Seybold, Veronika Zangl ANZEIGENLEITUNG/VERKAUF Martina Strasser (martina.strasser@ucm-verlag.at) VERLAGSKOORDINATION/VERTRIEB UCM Verlag, B2C Corporate Publishing GmbH LEKTORAT Uta Scholl (www.korrifee.at) DRUCK Sandler print & packaging, Marbach


SALZBURG

Your Private Residence

Feine Salzburger Küche

Das Hotel Goldgasse ist mehr als ein Boutique Hotel, es ist eine persönliche Lifestyle Erfahrung, ein privates Refugium der Extraklasse, mitten in Salzburg, in der romantischen Goldgasse, im Herzen der Altstadt. Das gediegene Ambiente und die persönliche Betreuung tun ihr Übriges und lassen erahnen warum dieses Haus zum ersten SMALL LUXURY HOTEL Salzburgs auserwählt wurde.

Gasthof Goldgasse. Ein Stern am kulinarischen Himmel der Stadt – mitten in der geschichtsträchtigen Goldgasse, ein wenig abseits der touristischen Pfade und doch mittendrin im Herzen der Salzburger Altstadt. Gasthof Goldgasse, das steht für seltenen kulinarischen Genuss, für herausragende und spannende Küche mit besten heimischen Zutaten, ein ausgesuchtes Sortiment an österreichischen Weinen und für Gastfreundschaft, gepaart mit Professionalität die jeden Besuch hier unvergesslich macht.

hotelgoldgasse.at

gasthofgoldgasse.at


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IHR ONLINESTORE FÜR LUXURY MENSWEAR

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Top of Salzburg Magazin 2019  

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