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Fall/Winter 2018

BERLIN LONDON MAILAND STOCKHOLM TOKIO


Fa s h i o n JOURNEY Fall/Winter 2018


F A S H I O N Journey

Fa s h i o n JOURNEY Wie exzentrisch sind die Londoner, wie detailverliebt gibt man sich in Tokio und was macht den Look der Mailänder so sophisticated? Unsere Reise führt in fünf inspirierende Großstädte, spürt ihrem Spirit nach und präsentiert die schönsten Keylooks für den Herbst und Winter, lässig und stylish – ganz im Stil der jeweiligen Metropole.

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I N H A LT

C O N T E N T TOKIO

FALL WINTER 2018

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STOCKHOLM

LONDON

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50 FASHION ART DESIGN

MAILAND

BERLIN

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F A S H I O N Journey

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T O K Y O City

TOKIO

DIE OBSESSION FÜR HERITAGE Mindestens zwei Mal, meist eher vier Mal pro Jahr reist Woolrichs Global Creative Director Andrea Canè nach Tokio. „Ich bewundere den Geschmack der Japaner und ihren Sinn für Schönheit“, so der gebürtige Italiener. TEXT: MARTINA MÜLLNER-SEYBOLD FOTO: UNSPLASH.COM

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ie Art, wie japanische Designer Produkte entwickeln und Design und Know-how ist die Marke prädestiniert für den japanimit Innovation spicken, ist herausragend. „Alles schen Markt. folgt der Kaizen-Philosophie – Kai steht für VerNichts ist zufällig: „Nach dem Zweiten Weltkrieg musste änderung, Zen für Verbesserung. Im ModeJapan seine Identität neu erschaffen. Seit damals segment führt das dazu, dass sie eine einzigartige haben die Japaner diese einzigartige Passion für Begabung haben, die originäre Designmatrix einer ikonische Designs, denn die haben den Menschen historischen Marke zu erfassen, all den handarbeitseit jeher Sicherheit vermittelt. Westliche Heritagelichen Details auf die Spur zu kommen und ins Heute produkte werden bis heute bewundert, die japanischen zu übersetzen.“ Woolrich ist bekannt dafür, dieses PoKunden lieben Produkte, die etwas zu erzählen haben, tenzial für seine Marke zu nutzen: ob die Partnerschaft mit sie sind fasziniert von Geschichten über Gründer und sie ANDREA CANÈ dem innovativen Tokioter Hightech Faserhersteller Goldschätzen Hersteller, die Langlebiges erzeugen können.“ Der Global Creative win oder das japanische Architekturbüro Wonderwall, das Director Woolrich, Stil der Stadt spiegle genau das wider: mit großer Passion für Woolrichs Flaggschiffstores in Tokio, Mailand oder www.woolrich.eu kuratierte Outfits, in denen kein Teil zufällig ist. Kein demnächst in Rom verantwortlich zeichnet. „Gute ArchiWunder, dass Andrea Canè bei seinen Tokio-Besuchen mit tekten gibt es auf der ganzen Welt, aber ich wollte ein sehr klares offenen Armen willkommen geheißen wird. „Es ist eine Achse der Bild, daher haben wir uns für das Team von Masamichi Katayama Freundschaft, die in unserem Unternehmen die USA, Europa und entschieden.“ Mit der Achse aus US-amerikanischen Wurzeln, Japan verbindet, deshalb genieße ich es sehr, dort zu sein.“ Sein einer gehörigen Portion Italianità – der heutige Eigentümer von Tipp: „Besuchen Sie Tokio unbedingt während der Hanami-Zeit, Woolrich ist ein Joint Venture aus der Gründerfamilie und dem die Kirschblüte im Ueno Park ist wunderschön, eine Schönheit, italienischen Distributor – und eben japanischen Einflüssen in die tiefen Eindruck hinterlässt.“ 5


Jacke People of Shibuya 499.– Shirt Kiefermann 139.– Hose PT01 269.–

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T O K Y O City

1ST STOP : TOKYO Was die JAPANER begeistert? Produkte, die ihre EIGENE STORY haben, und MODE MIT DURCHDACHTEN DETAILS, die nie zufällig und nie vordergründig sind.

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Jacke People of Shibuya 399.– Joggpants 04651/ 349.– Schuhe Santoni 399.–

Twilight, © Michael Levin, www.lumas.com

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T O K Y O City

Anzug Tagliatore 699.–

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Sakko Tagliatore 699.– Jeans PT05 279.– Schuhe Santoni 399.–

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T O K Y O City

Sakko 799.– Hemd 169.– Hose 259.– Alles von Lardini.

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Overshirt 419.– Hemd 199.– Beides von Bagutta. Hose PT01 279.–

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T O K Y O City

Overshirt 349.– Hemd 199.– Beides von Bagutta. Hose Myths 199.– Mütze 04651/ 99.90

BAGUTTA

Produkte mit Seele: Bagutta-Hemden und -Overshirts werden in feinster Handarbeit gefertigt. Das Label wurde 1975 gegründet und steht für erstklassige Materialien und ausgereifte Schneiderkunst. Die Geschäftsführer Antonio und Andrea Gavazzeni stehen in dritter Generation an der Spitze des italienischen Unternehmens.

Tokio, Akihabara II, © Andrej Barov, www.lumas.com 13


Jacke Herno 799.– Hose Myths 219.– Sneaker Santoni 359.–

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T O K Y O City

Mantel 999.– Weste 259.– Beides von Lardini. Pullover Fedeli 259.– Hose PT01 279.–

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K U N S T Szene

ART CITY TOKYO

Yayoi Kusamas Liebe zu Polka Dots und ausdrucksstarken Farben spiegelt sich in all ihren Kunstwerken wider.

VON TRADITIONELL BIS HYPERMODERN Kunst und Kultur erschließen sich im rührigen Tokio vielleicht nicht auf den ersten Blick. Wer aber wie die Japaner die Fähigkeit des selektiven Betrachtens beherrscht, findet das wahrhaft Entdeckungswürdige der japanischen Hauptstadt, ob Design, Architektur oder Kunst. Die Vielfalt japanischer Kunst ist reich – von althergebracht bis futuristisch. Da gibt es beispielsweise die Zen-Malerei oder Kalligrafie, traditionelle Farbholzschnitte und Keramik, prachtvolle Kimonos und wahrhaft künstlerisch geschmiedete

Samuraischwerter, von denen das Japanese Sword Museum eine eindrucksvolle Sammlung zeigt. Das Amuse Museum in Asakusa, Tokio, präsentiert ebenfalls ein Stück japanische Geschichte. Chuzaburo Tanaka hat über 20.000 Boros gesammelt: traditionelle japanische Bauernkleidung, die meist aus Hanf gefertigt und flickenartig zusammengesetzt wurde, von denen rund 1.500 in der Ausstellung zu sehen sind. Gleichermaßen blickt Tokios Kunstszene in die Zukunft. Roppongi gilt als Stadt in der Stadt und darüber hinaus als Wahrzeichen des modernen Tokios. Die Gegend entwickelt sich zum Hotspot für Galerien, darunter der Complex 665, der die Galerien Tomio Koyama, Taka Ishii und Shugo Arts mit ihrem Programm internationaler und 16

japanischer Kunst unter einem Dach vereint. Auch das National Art Center Tokios widmet sich zeitgenössischer Kunst und schließt dabei Mode nicht aus. Die besten Beweise sind die vor zwei Jahren gezeigte Ausstellung von Issey Miyake oder die jüngste Präsentation der Textildesignerin Reiko Sudo. Nicht minder inspirierendes Design gibt es im Folk Crafts Museum zu sehen, heute unter der Leitung des Industriedesigners Naoto Fukasawa, der bereits für Apple, B&B Italia und Boffi entwarf und der japanischen Lifestyle-Kaufhauskette Muji als Kreativdirektor vorsteht.

TEXT: NICOLETTA SCHAPER, FOTOS: KAWASUMI-KOBAYASHI KENJI PHOTOGRAPH OFFICE


T O K Y O City

YAYOI KUSAMA MUSEUM Farbstark, elektrisierend, kaleidoskopisch. Die Künstlerin Yayoi Kusama, Jahrgang 1929, zählt zur internationalen Avantgarde und prägt die Kunstwelt vom 20. bis ins 21. Jahrhundert hinein. Seit ihrer Kindheit malt Kusama, um ihre Halluzinationen und Träume festzuhalten. Ihre Botschaft: Weltfrieden und Liebe zur Menschheit. Ihr Wunsch ist das Unmögliche, nämlich die Unendlichkeit des Universums von der eigenen Position aus mit Punkten zu messen. Einen anderen Wunsch hat sich Yayoi Kusama im Oktober 2017 mit der Eröffnung eines eigenen Museums in Japans Hauptstadt erfüllt. Von der Künstlerin selbst ins Leben gerufen und von der Yayoi Kusama Stiftung betrieben, zeigt das Museum jährlich zwei Ausstellungen der Ausnahmekünstlerin, die mit Vorträgen und Events bereichert werden. Yayoi Kusamas Stellenwert als wichtigste weibliche Vertreterin der Pop-Art in der internationalen Kunstszene ist heute unbenommen. Ihre Werke finden Beachtung in namhaften Museen, Biennalen und Triennalen weltweit, doch das eigene Museum gibt seinen Besuchern Gelegenheit, ein tieferes Verständnis für das Werk und die Botschaft der Künstlerin zu bekommen. www.yayoikusamamuseum.jp

YAYOI KUSAMA MUSEUM Öffnungszeiten: donnerstags bis samstags und an Feiertagen. Tickets müssen im Voraus online gekauft werden, vor Ort sind keine Tickets verfügbar. Der Ticketverkauf startet um 10 Uhr vormittags (Japan-Zeit) am ersten Tag jedes Monats für das kommende. Informationen zu den Ausstellungen sind auf der Website zu finden.

Wer hier hinein will, muss schnell sein: Der Ticketverkauf startet bereits vor Ausstellungsbeginn online unter: https://yayoikusamamuseum.jp/en/visit/tickets/ 17


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S T O C K H O L M City

STOCKHOLM

„NORDISCHES DESIGN IST SEHR DEMOKRATISCH“ „Als ich vor drei Jahren von Australien nach Stockholm kam, konnte ich gar nicht glauben, wie viele stylishe und gut aussehende Menschen es hier gab.“ Ivana Vrbenski ist Creative Marketing Manager bei der Young-Fashion-Brand NA-KD.com. TEXT: MARTINA MÜLLNER-SEYBOLD FOTOS: UNSPLASH.COM

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vana Vrbenski ist Creative Marketing Manager bei der YoungFashion-Label NA-KD.com, das fünf junge Gründer innerhalb Fashion-Brand NA-KD.com. „Schweden sind generell kürzester Zeit zu Welterfolg geführt haben. sehr gut angezogen, sie sind stolz auf ihr Auftreten. „Hier ist es wichtig, Teil einer Gruppe zu sein und sich Wenn ich an schwedische Männer und ihre Gardeum andere zu kümmern. Demut ist ein Wert, der robe denke kommt mir Folgendes in den Sinn: neudiesem Land ganz wichtig ist. Gleichzeitig sind die trale Farben, nur keine Prints mischen, stylish, aber Schweden so offen für die Welt und das nährt ihren funktionell, less is more. Die Männer in Stockholm Wunsch, auch für die ganze Welt zu entwerfen“, so kleiden sich eigentlich sehr simpel, aber immer stydie Dreißigjährige. Ein Wort, das sich Stockholmlish. Ein sehr zeitloser Look. Und was mir noch aufBesucher merken sollten, sei „lagom“: Frei übersetzt, gefallen ist: Sie achten sehr auf einen guten Haarschnitt.“ bedeutet es „genau das richtige Maß“. „Eben genau, was Ihre Wahlheimat Stockholm hat die 30-jährige ins Herz geschwedisches Design so auszeichnet“, so Ivana Vrbenski. IVANA VRBENSKI Creative Marketing schlossen, „auch wenn mir natürlich das fantastische aust„Stockholm ist ein Platz für jedermann – ich habe noch Manager Young-Fashion ralische Wetter fehlt. Aber, wie man hier sagt: Es gibt kein keinen Menschen getroffen, der diese Stadt nicht mag. NA-KD.com schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung.“ StockMal abgesehen von Menschen aus Göteborg, zwischen holms Vibes beeinflussen das schwedische Design stark: „Die Menden beiden Städten herrscht eine lustige Rivalität. Die Stadt liegt schen sind begeistert von ihrer Stadt und ich glaube, sie versuchen, ja auf 14 Inseln, das ist einzigartig – und trotzdem ist alles so herrlich diesem besonderen Spirit in ihren Designs Ausdruck zu verleihen. kompakt, dass man überallhin zu Fuß oder mit dem Rad gelangt. Du Die schwedische Kultur ist ja sehr inklusiv, man versucht, jedem liebst Geschichte, modernes Design, Mode, Sport, das Meer und die dieselben Chancen zu geben. Das beeinflusst sicherlich auch ihre Stadt? Dann auf nach Stockholm“, lacht Ivana Vrbenski. Mode. Nordisches Design ist sehr demokratisch, gemacht für jedermann, für jedes Budget.“ Lagom ist das Zauberwort: Dieser Die Australierin Ivana Vrbenski kam vor drei Jahren nach Stockholm. Sie verantwortet demokratische Ansatz spiegle sich in vielen schwedischen Erfolgsdas Marketing einer schwedischen Fashion-Brand für junge Frauen und zeigt sich ganz begeistert von ihrer Wahlheimat. geschichten wider – ob nun Ikea, H&M oder eben das Young19


2ND STOP: STOCKHOLM Typisch skandinavisch ist die Konzentration auf das Wesentliche. Die klare Designsprache des Landes prägt die Mode nachhaltig. Die typischen Looks sind reduziert, subtil farbenfroh und auf eine selbstverständliche Art stylish.

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S T O C K H O L M City

SWEATSHIRT 139.– HOSE 139.– SOCKEN 18.90 ALLES VON RON DORFF. SNEAKER PHILIPPE MODEL 279.–

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SNEAKER OBEN 299.– SNEAKER UNTEN 279.– BEIDE VON PHILIPPE MODEL.

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S T O C K H O L M City

RON DORFF//

SMART UND ZEITLOS Entstanden aus der Zusammenarbeit zwischen dem Franzosen Jérôme Touron und dem Schweden Claus Lindorff, vereint das Label in seinen Produkten skandinavische Funktionalität mit französischem Stil. So entsteht Sportswear mit einem Twist: smart, zeitlos und doch lässig.

SWEATSHIRT RON DORFF 139.–

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PULLOVER KIEFERMANN 229.–

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S T O C K H O L M City

JEANS JACOB COHËN 349.–

JACOB COHËN//

DIE STRUKTUR DES DENIMS REVOLUTIONIERT Essenziell sind bei Jeans der perfekte Sitz und ein hoher Tragekomfort. Jacob Cohën setzt auf hochwertigen japanischen Denim und Handarbeit in Venetien. Spezielle Waschungen sorgen für ein stimmiges Finish.

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HEMD STENSTRÖMS 169.–

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S T O C K H O L M City

HEMD STENSTRÖMS 139.–

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JEANS JACOB COHËN 299.–

RUCKSACK MISMO 499.–

Yellow © Shelia Rogers, www.lumas.com

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S T O C K H O L M City

JEANSHEMD 189.– HOSE CAMOUFL AGE 339.– GÜRTEL 349.– ALLES VON JACOB COHËN.

Blue © Shelia Rogers, www.lumas.com, Yellow © Shelia Rogers, www.lumas.com

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GHOUD//

SNEAKER AUF DEM VORMARSCH Inspiriert von Trendsettern aus aller Welt, gefertigt in Italien. Für das junge italienische Label stehen Eleganz, Zeitlosigkeit und Qualität an oberster Stelle.

SNEAKER WEISS 289.– SNEAKER SCHWARZ 279.– BEIDE VON GHOUD.

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S T O C K H O L M City

ANZUG 1.199.– PULLOVER 249.– BEIDES VON Z ZEGNA.

Z ZEGNA//

TECHMERINO ™ Pünktlich zur warmen Jahreszeit präsentiert Z Zegna eine weitere Innovation des atmungsaktiven und passformtreuen TECHMERINO™-Materials: das WASH & GOKonzept. Neben den bewährten Charakteristika der hochwertigen Merino Wolle sind die Anzüge nun sogar bei 30 °C waschbar. Die volle Geschmeidigkeit und erstklassige Passform des Gewebes bleiben dabei natürlich erhalten.

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MANTEL TIGER OF SWEDEN 399.–

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S T O C K H O L M City

SAKKO 499.– PULLOVER 109.– HOSE 199.– ALLES VON TIGER OF SWEDEN.

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CANADA GOOSE//

EXPEDITIONPARKA Ursprünglich für Wissenschaftler in der Antarktis entworfen, trotzt der Expedition-Parka Temperaturen von bis zu –49 Grad Celsius. Die Füllung aus nordamerikanischer Daune sorgt in Kombination mit dem innovativen Arctic Tech für eine Wärmespeicherung des Körpers. Der Kojotenpelzbesatz an der Kapuze ist mit einem Formdraht ausgestattet, damit auch bei starkem Wind ein perfekter Sitz garantiert ist.

PARKA CANADA GOOSE 1.049.–

Blue © Shelia Rogers, www.lumas.com 34


S T O C K H O L M City

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PARKA WOOLRICH 999.–

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S T O C K H O L M City

OVERSHIRT 249.– JOGGPANTS 199.– SCHAL 279.– ALLES VON 04651/.

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F A S H I O N Journey

ART CITY STOCKHOLM

GALERIE ARTIPELAG Eine Symbiose aus Kunst und Natur inmitten des Stockholmer Schärengartens. Initiiert von Lillemor und Björn Jakobson und umgesetzt von Architekt Johan Nyrén. Bereits der Name lässt auf den spannenden Charakter des Museums schließen: „Artipelag“ ist eine Verschmelzung aus den Wörtern Art, Activities und Archipelago. Auf einem sanften Hügel mitten in den Schären erstreckt sich das Kunstzentrum gen Westen, dem Wasser entgegen. Umringt von wilder Natur, fügt sich das Bauwerk durch seine spezielle Architektur beinahe nahtlos in seine Umwelt ein. Im Inneren wird die klare und natürliche Struktur der Fassade fortgeführt: Dunkles Kiefernholz und viel Sichtbeton stehlen

Das Kunstzentrum liegt etwas außerhalb der Stadt, ist jedoch bequem via Auto oder Schiff in knapp fünfzehn Minuten erreichbar.

den Kunstwerken nicht die Schau, sondern lassen sie mit der Umgebung verschmelzen. Die bodentiefen Fenster eröffnen einen Blick auf uralte Bäume und die eindrucksvolle Bucht Baggensfjärden. Die Natur ist hier kein Komparse, sondern Hauptdarsteller. Abgerundet wird das künstlerische Angebot von einem Re38

staurant und einer Kunsthalle, die immer wieder als Veranstaltungsort genutzt wird. Auf der Website sind die aktuellen Infos zu den sorgfältig ausgewählten Ausstellungen zu finden.

www.artipelag.se


S T O C K H O L M City

- Peter Jüriado Head of Design bei STENSTRÖMS

Stenströms ist Königlicher Hoflieferant von Schweden – was macht Sie stolz auf dieses Land? Schweden ist ein sehr humanistisches Land. Dass die gesamte Königsfamilie unsere Produkte trägt, macht uns natürlich stolz. Wir sind ein familiengeführtes Unternehmen, damit passen wir sehr zum Geist dieses Landes. Was kann man von schwedischen Männern in Sachen Mode lernen? Wir Schweden leben sehr bewusst, was Mode betrifft. Ich beobachte, dass die Männer in ihrer Heimat sich der Mode ebenfalls sehr öffnen, dass sie verstanden haben, dass ein Businesslook nicht mehr nur Uniform ist, sondern eben auch ein persönliches Statement sein kann. Dieses neue Stilempfinden gilt allerdings nicht nur für die formelle Kleidung, auch Upper Casual ermöglicht heute ganz neue Möglichkeiten.

Stenströms ist bekannt für seine feinen Stoffe, den eleganten Look und die vielen kleinen Details. Welche Qualitäten Ihrer Marke sieht man nicht auf den ersten Blick? Ich finde ja, dass sich die wahre Qualität eines Hemdes immer erst offenbart, wenn man es zehn Mal gewaschen hat. Wenn es dann noch immer ein gutes Tragegefühl hat, war die Entscheidung richtig. Wir versuchen, so wenig Chemie wie nur möglich an unsere Hemden zu lassen, aus diesem Grund machen wir zum Beispiel keine bügelfreien Hemden. Wir wollen einfach ein schönes, hochqualitatives Produkt machen. Wer sind die Männer, für die Sie entwerfen? Hier in Schweden bekommen die meisten unserer Kunden ihr erstes StenströmsHemd, wenn sie die Schule oder Universität absolviert haben und zu arbeiten beginnen. Die Marke begleitet sie dann ihr Leben lang und zu allen Anlässen – vom 39

Business bis zum festlichen Smokinghemd. Unsere Leinenhemden hingegen sind perfekt für die Freizeit oder den Urlaub. Können Sie uns ein paar Geheimtipps für Stockholm verraten? Unser Büro liegt im Zentrum von Stockholm in einer schönen Nachbarschaft. Da gibt es zum Beispiel das Hotel At Six mit einem schönen Restaurant und einer Rooftop-Bar. Ich mag auch das Hotel Rum sehr gerne oder nahe am Djurgården das Källhagen. Zum Essen empfehle ich: Restaurant Frantzén, eines der besten, oder Sturehof mit schwedischer Küche. Und unbedingt eine Bootsfahrt machen! Was vermissen Sie am meisten, wenn Sie nicht in Schweden sind? Ganz klar: die Weite. www.stenstroms.com


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B E R L I N City

B ERLIN

„SUBVERSIV KREATIV“ „Was man heute Athleisure nennt, war in Berlin jahrelang die Bekleidungsrealität. Das Arm-abersexy-Zitat von Klaus Wowereit hatte ziemlich viel Wahres“, meint der Fotograf Bernhard Musil, der seit 13 Jahren in Berlin lebt. TEXT: MARTINA MÜLLNER-SEYBOLD FOTO: UNSPLASH.COM

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igentlich gebürtiger Österreicher, hat ihn das alles nach Beroder meine liebe Freundin Marina Hoermanseder – in diesen lin gezogen, was die vielen internationalen Bewohner hier so Frauen liegt in meinen Augen die stilistische Zukunft der Stadt.“ schätzen: die Liberalität der Stadt, die Rauheit, ihre Weil Berlin eben auch „brutal hässlich“ sein kann, greift Kreativität, die künstlerische Atmosphäre, die eine romantisierende, verklärte Mode zu kurz. „Die Macht des Moments und der zufälligen Begegnungen. Herausforderung an die Designer hier lautet: Mode zu „Siehst du in Berlin jemanden in Joggpants auf der machen, die sich in einen so diversen Alltag inteStraße, gilt es zu unterscheiden: Kommt er gerade grieren lässt, die auf Vordergründiges verzichtet und vom Sport, aus dem Berghain oder ist das eine Lumit Tiefgang besticht.“ Warum? „Für seine Größe xusjogginghose von einem tollen Label“, lacht der und Bedeutung ist Berlin eine unglaublich entspanngebürtige Österreicher. Ein Dresscode, der alles zute Großstadt. Viel weniger gehetzt als Frankfurt, viel lässt, und die Bewohner dieser Stadt, die sich nicht einweniger um Außenwirkung bemüht als München. Die BERNHARD MUSIL mal nach der verrücktesten Mode umdrehen, geschweisprichwörtliche Berliner Schnauze erlaubt den Menschen Fotograf ge denn, je darüber urteilen würden, machen Berlin zu auch, dass sie mal alle fünf gerade lassen können. Das gibt einer Spielwiese des kreativen Ausdrucks. „Der Berlin Raum, sich tiefgründiger mit Themen zu beschäftigen.“ Style ist nie gefällig, adrett, zurechtgemacht – das Mädchen mit Bestes Beispiel ist der Wandel des Fotografen selbst: Gekommen den Perlenohrringen, der hellblauen Bluse und dem Pencilskirt als Fashion- und Beautyfotograf, macht Bernhard Musil heute mit gibt es hier nicht. Auch die Männer sieht man eher mit Ugly Kunstprojekten, wie Royal Chaos, auf sich aufmerksam. Dazu legt Sneakers, Shirt und Jeans als im Anzug“, so der Fotograf weiter. er verschiedene Bildlayer übereinander, verfremdet sie und lässt so Neues entstehen. „Werke, so komplex wie Berlin“, lacht Bernhard Musil. Intellektuelles Design: „Wobei ich eine neue Generation vor allem an Designerinnen in Berlin ausmache“, ergänzt Bernhard Musil. Der Fotograf Bernhard Musil lebt seit 13 Jahren in Berlin. „Ich habe es genossen, die Sturm-und-Drang-Zeit dieser Stadt zu erleben.“ „Leyla Piedayesh von Lala Berlin, Nobieh Talaei von Nobi Talai

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Mantel Mason’s 289.– Hemd Weber + Weber 249.– Hose Mason’s 169.– 42


B E R L I N City

3RD STOP : BERLIN Einst Botschaft, heute Designhotel: Das SO/ BERLIN DAS STUE versteckt seine Geschichte nicht, sondern hebt sie bedacht hervor.

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Jacke 199.– Pullover 129.– Hose 179.– Mütze 69.90 Alles von Closed.

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B E R L I N City

Weste 549.– Sweatjacke 649.– Sweathose 499.– Alles von Z Zegna. Schuhe Santoni 399.–

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B E R L I N City

Jacke Stone Island 829.–

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04651/ BAGUTTA BOGLIOLI CANADA GOOSE CLOSED EDUARD DRESSLER ELEVENTY ETRO FAUSTO COLATO F.D. LAURENTIIS FEDELI GHOUD HERNO HILTL JACOB COHËN KIEFERMANN LARDINI MASON'S MISMO MOORER MYTHS OFFICINE CREATIVE PEOPLE OF SHIBUYA PHILIPPE MODEL PT01 PT05 RON DORFF RUFFO SANTONI SEALUP SLOWEAR STENSTRÖMS STONE ISLAND TAGLIATORE TIGER OF SWEDEN TRAIANO WEBER + WEBER WINDSOR WOOLRICH Z ZEGNA


B E R L I N City

Pullover Kiefermann 249.–

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SO/ BERLIN DAS STUE Es ist ein wahrlich repräsentatives Gebäude, in dem Das Stue untergebracht ist. Die ehemalige Königlich Dänische Gesandtschaft mit ihrer konvex geschwungenen Fassade aus den 1930er Jahren entstand nach den Plänen des Architekten Johann Emil Schaudt im klassizistischen Stil.

Mit seiner Lage im Berliner Botschaftsviertel versprüht das SO/ Berlin Das Stue nach einer feinfühligen Renovierung ein ruhiges Ambiente mit offenen Räumen und zeitgenössischem Design. Der von der Potsdamer Architektin Annette Axthelm geplante Neubau an der Rückseite des Gebäudes vervollständigt den spannungsvollen Bogen zwischen Neu und Alt. Der Anbau im rückwärtigen Innenhof ist durch eine spezielle Fotobetonoberfläche in ein 50

historisches Blütenmuster gekleidet und bietet damit einen eleganten Gegenpol zur rauen Natursteinfassade des geschichtsträchtigen Haupthauses. Während Designerin Patricia Urquiola als künstlerische Leiterin den öffentlichen Bereichen Lobby, Bar und Restaurant ihre einzigartige Handschrift verlieh, finalisierte LVG Arquitectura das Interieur der Zimmer und Suiten. Der Tageslicht-Spa, der mit den ersten Sonnenstrahlen des Tages öffnet, bietet drei Behandlungsräume, einen Indoor-Swimmingpool sowie eine Glassauna und einen Fitnessraum. Zusätzlich zu diesem Wellness-Center stehen zwei intime Bibliotheks-Lounges als private und elegante Rückzugsorte zur Verfügung. Das Restaurant leitet Paco Pérez, Culinary Director im SO/ Berlin Das Stue. Er wur-


B E R L I N City SO/ Berlin Das Stue Drakestraße 1 10787 Berlin-Tiergarten Deutschland Tel. +49 30 311 722-0 Fax +49 30 311 722-90 info@das-stue.com www.das-stue.com

de in seinen spanischen Restaurants mit vier Sternen ausgezeichnet. Der Katalane haucht der Küche im SO/ Berlin Das Stue ein mediterranes Flair ein – wobei die Gäste die Wahl zwischen zwei Restaurants haben: dem »The Casual« oder dem Feinschmecker »Cinco«, welches schon innerhalb eines Jahres nach der Eröffnung den ersten Guide Michelin-Stern erworben hat. Beim Interieur der 78 Zimmer gehen Hochglanzoberflächen und satte Stoffe eine moderne, aber dezente Verbindung ein. Parkettböden, hohe Decken und der Blick auf den angeschlossenen Tiergarten erinnern an die weitläufigen Räumlichkeiten großzügig angelegter Villen. Elf der Zimmer sind mit Terrassen oder Balkonen ausgestattet. Mehr Infos unter: www.das-stue.com 51


K U N S T Szene

ART CITY BERLIN Innovativ & quicklebendig

© lumas.com

GALERIE LUMAS Die Berliner Unternehmer Stefanie Harig und Marc Ullrich entdeckten im Jahr 1996 Pressefotos aus den 20er-Jahren auf einem Antiquitätenmarkt in New York und waren augenblicklich im Bann der Fotografien gefangen.

Hinter Lumas steht die Idee, Fotokunst erlebbar und erwerbbar zu machen. www.lumas.com

Galerien verkaufen meist sehr hochpreisige Unikate, Museumsshops hingegen Drucke in Großauflagen. Mit Lumas wollten die beiden Gründer diese Lücke für wertbeständige, aber erschwingliche Kunst schließen. Im Jahr 2004 eröffnete in Berlin die erste Lumas-Kunstgalerie, heute gibt es allein in Berlin drei Standorte. Das vielfältige Portfolio des Galeriekonzepts reicht von etablierten Künstlern bis hin zu Newcomern mit viel Potenzial. Das Werkespektrum umfasst handsignierte Originalfotografien in geringer Auflage, aber auch grafische Arbeiten. Lumas spricht Kunstbegeisterte, interessierte Neueinsteiger und junge Sammler an und eröffnet ihnen einen neuen Kunstzugang. Neben dem Onlineshop gibt es Lumas weltweit an vierzig Standorten. Die rund 3000 Werke sind signiert in unterschiedlichen Editionen und Kaschierungen zu erwerben. Das Lumas Art Magazine informiert regelmäßig über neue Werke, neue Künstler und ihre Hintergründe. 52

MUSEUM BARBERINI Historische Fassade, moderne Kunst. Mit dem Museum Barberini im rekonstruierten gleichnamigen Palais hat das berlinnahe Potsdam im Jahr 2017 ein neues Kunstmuseum eröffnet. Damit nimmt Potsdam direkten Bezug auf seine Historie, denn bereits Mitte des 19. Jahrhunderts war das 1771 von Friedrich dem Großen erbaute Palais Barberini am Havelufer Potsdams auch Bühne für Kunst und Kultur. Ausgehend von der Sammlung des Mäzens Hasso Plattner, präsentiert das Barberini


B E R L I N City

„Nach den Impressionisten und der amerikanischen Moderne haben wir einen prägnanten Überblick über Kunst in der DDR gegeben“, Direktorin Ortrud Westheider nach erfolgreichem Abschluss der Ausstellung „Hinter der Maske. Künstler in der DDR“.

drei Ausstellungen jährlich mit Leihgaben internationaler Museen und Privatsammlungen. Gezeigt werden die alten Meister bis hin zur Moderne. Bis Februar 2019 zeigen Künstler, wie Nolde, Feininger und Nay, den Weg vom Expressionismus zur Informel – Künstler, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfemt waren und deren Werke das 20. Jahrhundert geprägt haben. Eine weitere Ausstellung widmet sich dem abstrakten Werk Gerhard Richters, der bereits in den 1960er-Jahren begann, die Malerei zu hinterfragen. So präsentiert das Museum, ausgehend von den Werken dieser Zeit, die abstrakte Kunst Richters bis hin zur Gegenwart, zu sehen bis zum 21. Oktober. Über Barberini Digital können sich die Besucher übrigens durch die aktuellen Ausstellungen navigieren lassen oder sich vorab über die Exponate der Ausstellungen informieren. www.museum-barberini.com

TEXT: NICOLETTA SCHAPER, FOTOS: HELGE MUNDT/MUSEUM BARBERINI

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L O N D O N City

LONDON

CLASH DER KULTUREN London gilt wohl als kreativste Stadt weltweit: frei und demokratisch, widersprüchlich, wild und extravagant. Entsprechend ist die Fashion-Community gefühlt mehr in Bewegung als anderswo. TEXT: NICOLETTA SCHAPER FOTOS: UNSPLASH.COM

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m multikulturellen London wird die Vielfalt gelebt, was of Art and Design ihren Anfang genommen hat, ebenso wie die einmal mehr für die Mode gilt. Die unterschiedlichsten von Alexander McQueen, John Galliano, Stella McCartney und Welten funktionieren nebeneinander: Vergangenheit Zac Posen. Ohnehin haben die Londoner Talentschmieden und Zukunft, Technologie und Natur, Tradition den Ruf, dass es vor allem um Design geht – und um und Rebellion. Diversity ist beileibe keine SchwäVisionen. che, sondern vielmehr die große Stärke von London. Als hochgeachtetes Kulturgut wird die Mode in Very british sind internationale Modegrößen, wie ViLondon auch nachhaltig gefördert, zum Beispiel vom vienne Westwood, die Punk und Glamour in Einklang British Fashion Council und dem Nachwuchsförderbringt wie keine zweite Designerin, oder Paul Smith, programm NEWGEN der britischen Modekammer. dessen Kollektionen klassische Schneiderkunst mit britiSo ließ es sich auch die Queen nicht nehmen, anlässlich scher Ironie versehen. Auch die DNA der Londoner Marder London Fashion Week dem aufstrebenden Designer NICOLETTA SCHAPER ke Burberry ist ohne den Background der Heimatstadt un- Fashion-Redakteurin Richard Quinn den Award for British Design zu verleidenkbar. Zur vergangenen Fashion Week im Februar gab hen. Doch was wäre London, wenn die Mode lediglich Designer Christopher Bailey nach 17 Jahren Burberry seine emotioauf den Catwalks stattfände? Dass die Trends heute von der Straße nal gefeierte Abschiedsvorstellung, indem er das legendäre Karokommen, ist Wesensmerkmal der Modemetropole London. Der muster in Regenbogenfarben neu interpretierte und die traditionsStreet-Style hat in der ganzen Stadt eine Bühne. reiche Marke weiter auf dem Weg in die Zukunft führte. Man muss in London allerdings kein britischer Designer sein, um Nicoletta Schaper ist selbstständige Journalistin, die sich vorrangig den Themen Mode Erfolg zu haben. Wichtige Namen der Szene sind JW Anderson, und Lifestyle auf internationaler Ebene widmet. Als langjährige Redakteurin gehört sie die Irin Simone Rocha, die auf Tailoring setzt, oder Mary Katrantaußerdem zum Kernteam des Modefachmagazins style in progress für den internationalen Premiummodehandel. zou, deren Karriere im berühmten Central Saint Martins College

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SAKKO 499.– HEMD 159.– HOSE 199.– ALLES VON TRAIANO. SCHUHE OFFICINE CREATIVE 499.–

TRAIANO

Elegant und doch praktisch: Durch den raffinierten Einsatz innovativer Materialien ergibt sich ein klassischer, edler Anzug, der noch dazu bügelfrei und maschinenwaschbar ist. Eine einzigartige Drucktechnik sorgt für das hochwertige Finish. 56


L O N D O N City

4th Stop : London Eine pulsierende METROPOLE, in der MULTIKULTURELLE EINFLÜSSE aufeinanderprallen und der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. Die Mode ist eine Symbiose aus INNOVATION UND TRADITION, aus Neuem und Bewährtem.

Tower Bridge © Pep Ventosa, www.lumas.com 57


MANTEL HERNO 779.–

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L O N D O N City

ANZUG TAGLIATORE 949.–

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SAKKO 749.– ROLLI 129.– HOSE 199.– ALLES VON EDUARD DRESSLER.

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L O N D O N City

JACKE MOORER 1.499.– JEANS PT05 239.–

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MANTEL TAGLIATORE 999.–

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L O N D O N City

JACKE HERNO 779.– ROLLI F.D. LAURENTIIS 239.– HOSE PT05 259.–

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K U N S T Szene

ART CITY LONDON VIELSEITIG, EIGENWILLIG, UMSTRITTEN

Wer Kunst liebt, ist in London genau richtig. Wohl nirgendwo ist die multikulti geprägte Vielfalt so groß; von historischer Malerei über zeitgenössische Kunst mit Malerei und Fotografie, Street-Art, Performance und Graffiti wird alles geboten und keine Kontroverse gescheut. The National Gallery mit Blick auf den Trafalgar Square ist nur eines der nennenswerten Museen, die sich alten Meistern, wie Cézanne, Monet, Rubens, Rembrandt und Van Gogh, verschrieben haben. Von den Galerien der Gegenwartskunst ist das Camden Arts Centre zu nennen, das in einer ehemaligen Bücherei ein Programm junger und internationaler Künstler präsentiert, oder die Whitecube, die Stars, wie Damien Hirst und Marc Quinn, bereits vor ihrem Durchbruch ausgestellt hat. Zu den spektakulärsten Museen ganz Englands zählt die South London Gallery. Der prachtvolle viktorianische Bau ist Heimat

Copyright: Mark Blower

Wöchentlich werden in London über 200 Ausstellungen eröffnet. Die größte und wohl auch aufregendste Stadt Westeuropas in puncto Kunst, Mode und Musik ist eine wahre Trendfabrik.

Innovativ, frisch und frech: Die Kunstmesse Frieze London ist auf Contemporary Art spezialisiert.

für Colleges, Galerien und Künstlerstudios und lockt nicht nur mit Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, sondern auch mit einem viel gelobten Café und einem Garten, der mit Support der Gartenbaukünstler des Royal Botanic Gardens in Kew gestaltet wurde. Die Serpentine Gallery im ehemaligen Teehaus der Kensington

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Gardens im Hyde Park hat bereits Werke von Anish Kapoor, Andy Warhol und Jeff Koons gezeigt und gilt als ein Fixpunkt der Kunstwelt. Ebensolche Fixpunkte sind die international wichtigen Kunstmessen Londons, darunter zum Beispiel die von Damien Hirst gegründete Frieze London und die London Art Fair.


L O N D O N City

TATE SWITCH HOUSE Spektakulärer Bau, spektakulärer Inhalt. Die New Tate ist zum Raum der Begegnung geworden. Vor 18 Jahren eröffnet, setzte das umgebaute Kraftwerk an der Themse neue Maßstäbe, wurde mit über fünf Millionen Besuchern jährlich zum weltweit meistbesuchten Museum für moderne Kunst und machte darüber hinaus Londons Bankside zu einem neu florierenden Viertel der Stadt. Nach neun Jahren Bauzeit wurde 2016 der Erweiterungsbau der Tate fertiggestellt: ein in sich verdrehter zehnstöckiger Pyramidenturm aus versetzt gestapelten Backsteinen, der sich an die alte Tate schmiegt. Entstanden aus zwei alten Öltanks des Umspannwerks, zeigt der Anbau einmal mehr die Handschrift der Schweizer Stararchitekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron. Über eine Brücke ist im Inneren der alte Teil des Gebäudes, nun Boiler House genannt, mit dem neuen Switch House verbunden. So sind rund 60 Prozent mehr Platz für die Kunst seit den 1960er-Jahren entstanden. Auf vier der zehn Stockwerke bietet der Pyramidenturm Raum für Fotografie, Film und Performance, um den Betrachter noch mehr in die Kunst miteinzubeziehen. Für Tate Modern-Direktor Chris Dercon ist gerade diese Entwicklung eines der wichtigsten Elemente der Kunst im Umbruch zum 21. Jahrhundert. www.tate.org.uk TEXT: NICOLETTA SCHAPER, FOTO: UNSPLASH.COM

Backsteine statt Glas: Die einzigartige Architektur macht das Gebäude zu einem Eyecatcher in Londons Bankside-Viertel.

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F A S H I O N Journey

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M I L A N City

MIL AN

DEN WANDEL ANZIEHEN „Mailand hat internationale Strahlkraft: Die Stadt ist eine Bühne für globale Beziehungen. Ein Knotenpunkt für wirtschaftlichen Austausch, finanziell und kulturell – gleichzeitig ist sie aber auch offen für Innovation und Kreativität.“ - Marco Baldassari, CEO Eleventy -

TEXT: MARTINA MÜLLNER-SEYBOLD FOTOS: ISTOCKPHOTO.COM

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G E S P R Ă„ C H S Partner

- Marco Baldassari, CEO Eleventy -

Die Kreationen des italienischen Designers Marco Baldassari sind von der Heimat Eleventys inspiriert – Mailand.


M I L A N City

„MAILAND INSPIRIERT MICH JEDEN TAG.“

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ine Fashion-Metropole im Wandel: Mailand hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Die Expo und Projekte wie die Fondazione Prada brachten neuen Schwung in die alten Mauern. Wie wurden diese kreativen Synergien freigesetzt und was prägt sie? Mailand hat internationale Strahlkraft: Die Stadt ist eine Bühne für globale Beziehungen. Ein Knotenpunkt für wirtschaftlichen Austausch, finanziell und kulturell – gleichzeitig ist sie aber auch offen für Innovation und Kreativität. Wo sind die besten Plätze, um das „reale Mailand” zu erleben? Und was sind in Ihren Augen die pulsierendsten Orte in der italienischen Metropole? Das wirkliche Mailand finden Sie auf der Terrasse im 39. Stock des Palazzo Lombardia, wo wir unsere Frühjahr/Sommer-Kollektion für 2019 präsentiert haben. Man genießt von dort aus einen unglaublichen Blick auf das Porta Nuova-Viertel und die berühmten Bosco Verticale-Zwillingstürme – begrünte Hochhäuser. Dann natürlich der Unicredit-Turm, der Hauptbahnhof und der Pirelli-Wolkenkratzer. Das ist das eine Mailand. Das andere sind das pittoreske Brera-Viertel, der Dom, das Abend-

mahl von Leonardo da Vinci, Spaziergänge an den Navigli – zwischen Kunsthandwerk und Nachtleben. Wie beschreiben Sie den typischen „Mailänder“? Wie zieht er sich an und was ist für den trendbewussten italienischen Mann in der FashionMetropole besonders wichtig? Der Mailänder Mann hat einen internationalen Stil; gepflegt, gut abgestimmt und anspruchsvoll. Obendrein ist er aber auch jung, bequem, ein Brückenschlag zwischen der Businesswelt und der Freizeit. Das spiegelt auch unsere Kollektion Eleventy wider. Mailand ist die Stadt, die mich jeden Tag inspiriert. Italiener legen großen Wert auf ihre Garderobe und ihr Outfit, Körperpflege und Look. Trotzdem wirkt ihr Style immer unangestrengt und elegant. Das trifft auch auf die Prinzipien von Eleventy zu – lassen Sie sich von diesem Typ Mann inspirieren? Eleventy verkörpert eine Kombination aus klassischer Kleidung und Sportswear, eine niemals vordergründige Eleganz, jung und zeitgemäß. Unser Stil ist klassisch, aber im gleichen Moment auch modern. Passend für alle Momente im Leben eines Mannes:

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von der Arbeit bis zum Wochenende und zur Freizeit. Von Anzügen bis zu Outfits für den Sport – die Details sind immer unsere Protagonisten und alle Kollektionen sind made in Italy. Sie packen Ihre Tasche für einen Businesstrip nach Mailand: Welche Essentials dürfen auf keinen Fall in Ihrem Koffer fehlen? Ein sartoriales Travel Jacket! Außerdem kann ich nicht ohne Sportoutfit und einem guten Buch. Drei Dinge, die deutsche Männer von den Mailändern in Sachen Stil noch lernen können? Qualität. Augenmerk für Details. Made in Italy. Was ist Ihr Must-have für den Herbst und Winter in Mailand? Eine Harmonie im Layering-Look. Das gilt nicht nur für die Auswahl der Outfitbestandteile, sondern auch die Kombination der Farben.

www.eleventy.it


SAKKO 599.– | WESTE 159.– | HEMD 149.– | HOSE 199.– | ALLES VON WINDSOR.

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5th Stop: MILAN Die Mailänder Mode spricht fließend Stilgefühl und zeichnet sich stets durch die richtige Mischung aus Eleganz und Leichtigkeit aus.

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ANZUG BOGLIOLI 969.– | SCHUHE OFFICINE CREATIVE 499.–

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MANTEL WINDSOR 499.–

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GÜRTEL PYTHON 209.– | GÜRTEL CROCO BRAUN 399.– | GÜRTEL CROCO SCHWARZ 379.– ALLES VON FAUSTO COLATO.

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M I L A N City

SAKKO BOGLIOLI 859.–

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CABAN SEALUP 999.–

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M I L A N City

PULLOVER 269.– | HOSE 299.– | BEIDES VON SLOWEAR.

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SAKKO 499.– | PULLOVER 649.– | HEMD 179.– | HOSE 299.– | POCHETTE 79.90 | ALLES VON ELEVENTY.

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M I L A N City

SAKKO 1.139.– | PULLOVER 749.– | BEIDES VON ETRO.

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RUCKSACK SANTONI 649.–

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M I L A N City

MANTEL 1.539.– | HEMD 279.– | SCHAL 499.– | ALLES VON ETRO.

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BLOUSON 499.– | HEMD 199.– | HOSE 229.– | KRAWATTE 99.90 | ALLES VON ELEVENTY. SCHUHE SANTONI 359.–

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M I L A N City

LAMMFELLMANTEL RUFFO 2.799.– | HOSE HILTL 149.–

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C O M I N G S O O N

WINTER FASHION 2018

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IMPRESSUM AUSGABE 94/1, HERBST/WINTER 2018 MASCULIN MODEKREIS GMBH, c/o Braun Hamburg, Mönckebergstraße 17, 20095 Hamburg, T +49 (0)40 / 607 705 11-0, F +49 (0)40 / 607 705 11-9, info@masculin.de, www.masculin.de, www.simon-gray.de GESAMTKONZEPTION, ARTDIRECTION UND REALISATION: UCM Verlag, B2C Corporate Publishing GmbH, Salzweg 17, 5081 Salzburg/Anif, Österreich, office@ucm-verlag.at, www.ucm-verlag.at, Fotografie: Sacha Tassilo Höchstetter und Jens Schmidt/Kathrin Hohberg, Styling: Roswitha Wieser WIR DANKEN FÜR DIE GUTE ZUSAMMENARBEIT MIT: 04651/, 19 Andrea’s 47, Bagutta, Boglioli, Canada Goose, Circolo 1901, Closed, Colmar, Diemme, Dressler, Eleventy, Etro, F.d. Laurentiis, Fausto Colato, Fedeli, Ghoud, Gimo‘s, Herno, Hiltl, Holubar, Jacob Cohën, Kiefermann, Lardini, Mason’s, Mismo, Moorer, Myths, Officine Creative, Parajumpers, People of Shibuya, Philippe Model, PT01, PTo5, Ron Dorff, Ruffo, Santoni, Sealup, Slowear, Stenströms, Stone Island, Tagliatore, Tiger of Sweden, Traiano, Warm Me, Weber + Weber, Windsor, Woolrich, Z Zegna. Alle Preise in Euro, vorbehaltlich Druckfehler. Geringe Farbabweichungen sind drucktechnisch nicht zu vermeiden. Copyright vorbehalten.


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MASCULIN H/W18 JOURNAL 1  

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