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EDITION Das Stilmagazin von Braun Hamburg

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Vol. 2

EUR 8.50

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I. MODE

II. STILWELT

III. UPDATE

IV. LITERATUR


EDITION / VOL. 2 – EDITORIAL

EDITIO N Das Stilmagazin

In einer Zeit, die von fortwährender Veränderung geprägt ist, erfahren beständige Werte einen enormen Bedeutungszuwachs. Ehrliche und greifbare Produkte stellen sich kurzlebigen und vergänglichen Trends entgegen. Unser Magazin EDITION widmet sich Werten wie Achtsamkeit, Kontinuität und Kreativität. Es ist gedacht für die kostbare Zeit, die uns für uns selbst bleibt, abseits von Trubel und Hektik. Ein Magazin, das in Ruhe genossen werden will, mit Inhalten, die noch lange nachwirken. Unsere Gesprächspartner in dieser Ausgabe sind unter anderem Unternehmer Brunello Cucinelli, Wilhelm Schmid, CEO von A. Lange & Söhne, und Vordenker Sepp Hochreiter. Ihnen allen ist eines gemeinsam: Sie schaffen etwas Besonderes, das Bestand hat. Seite an Seite mit geistreichen Gegenübern laden inspirierende Bildstrecken mit Strahlkraft dazu ein, gedanklich in die Ferne zu schweifen. Als Schauplatz dieser Momentaufnahmen hätte kein besserer Ort dienen können als ein Palazzo aus dem 16. Jahrhundert im Herzen von Lissabon. Das Hotel The One Palácio da Anunciada hat hier einen ganz besonderen Ort wieder zum Leben erweckt. Falls Sie während des Lesens die portugiesische „Saudade“, diese fast nicht zu beschreibende Sehnsucht, diese sanfte Melancholie übermannt, besuchen Sie uns doch in einem unserer Geschäfte oder unter braun.hamburg/edition und lassen Sie uns die Sehnsucht nach der Ferne ein wenig lindern.

Herzlichst, Ihr

LARS BRAUN, HERAUSGEBER

2.3


EDITION / VOL. 2 – CONTENT

CONTE N T

44 STILWELT: Persönliche Buchempfehlungen von Hendrik teNeues.

10 STILWELT WAS IST LUXUS, HERR CUCINELLI? Brunello Cucinelli spricht über den Werdegang seines Unternehmens, Luxus und die Gewichtung von Werten.

44 STILWELT WIE VIELE BÜCHER UMFASST IHRE BIBLIOTHEK, HERR TENEUES? Hendrik teNeues über E-Reader, Coffee Table Books und Bücher, die in einer Bibliothek nicht fehlen dürfen.

14 MODE FASHION STORY I: ES WERDE LICHT Die Liaison einer Stadt mit der Mode.

48 KLASSIKER ADRESSEN UNSTERBLICHER KUNST Drei Museen, drei Quellen der Inspiration.

24 STILWELT DER GEHEIMCODE VALEXTRA Understatement in seiner edelsten Form.

50 MODE FASHION STORY III: KÖNIGSKLASSE Cashmere in seiner feinsten Qualität.

26 STILWELT IST DIE UHR EIN ANACHRONISMUS, HERR SCHMID? Wie begegnet Wilhelm Schmid, CEO von A. Lange & Söhne, der Zeit und ihren Herausforderungen?

56 KLASSIKER BESTIMMUNGSORTE Vier Destinationen und vier Hotels, die eine Reise wert sind.

30 MODE FASHION STORY II: SUITABLE Anzüge als Ausdruck von Haltung und Distinktion.

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EDITION / VOL. 2 – CONTENT

90 FASHION STORY V: Eine Symbiose aus Funktionalität und Poesie.

60 STILWELT WIE KANN MAN MALEN, WAS MAN NICHT SIEHT, FRAU FENER? Die Künstlerin über die Sprache ihrer Werke, das Fremde und die Kunst, den Blick zu öffnen. 64 MODE FASHION STORY IV: LOAFER LOVE So bequem, so chic: die Loafer sind los. 74 STILWELT EIN PULLOVER ALS KUNSTOBJEKT Die große Liebe: Iris von Arnim und Cashmere. 76 STILWELT WER HAT DIE HOSEN AN, HERR FASSINO? Die Gemeinsamkeiten von Hosen und Ingenieurskunst. 82 UPDATE WAS NÜTZT UNS KI, HERR HOCHREITER? Das Leben in einer Welt mit künstlicher Intelligenz.

86 KLASSIKER POINTS OF INTEREST Persönliche Favoriten von Herausgeber Lars Braun. 88 STILWELT MOLTA PASSIONE Vier Rennräder, die den Puls beschleunigen. 90 MODE FASHION STORY V: SAUDADE Mehr als bloßer Schutz vor der Witterung. 106 LITERATUR INSPIRATION, SEITENWEISE Bildgewaltig, inspirierend, facettenreich.


EDITION / VOL. 2 – STILWELT

DAS DURCHSCHNITTLICHE GIBT DER WELT IHREN BESTAND, DAS AUSSERGEWÖHNLICHE GIBT IHR IHREN WERT. Oscar Wilde

8.9


Was ist Luxus, Herr Cucinelli? Brunello Cucinelli wurde schon mit vielen Bezeichnungen bedacht: Franz von Assisi des Cashmeres, Hüter des weißen Golds, Philosoph der Mode. Der Bauernsohn aus Umbrien hat es weit gebracht: Das nach ihm benannte Unternehmen wird seit 2012 an der Mailänder Börse gehandelt, Brunello Cucinelli fliegt Privatjet und wird begleitet von einer ganzen Entourage, bestehend aus persönlichen Assistenten und Übersetzern. Am Firmensitz in Solomeo hat er nicht bloß seine eigenen Gebäude herausgeputzt – die Brunello-Cucinelli-Sonne scheint auf das ganze Dorf, das er aufwendig restaurieren ließ. Ein Gespräch über Kant, Hadrian und Eleganz. INTERVIEW: Martina Müllner-Seybold. FOTOS: Brunello Cucinelli.


EDITION / VOL. 2 – STILWELT

FAMILIENBANDE: Diese Familie hat Cashmere in

ihren Genen: Brunello Cucinelli mit seinen Töchtern Camilla und Carolina und Ehefrau Federica Cucinelli.

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FÜR MICH BEDEUTET LUXUS ELEGANZ, RAFFINEMENT UND EXKLUSIVITÄT. Brunello Cucinelli

Was war der wichtigste Meilenstein für Sie als Unternehmer? Mein Lebenstraum war immer, mit meiner Arbeit der menschlichen Würde zu huldigen, denn ich weiß, dass Profit ohne Würde keinen Wert hat. Das ist meine Überzeugung und das Herz unseres Geschäftsmodells, dem fühlen wir uns seit Anbeginn verpflichtet. Sie haben es wiederholt wie ein Mantra: Der Börsengang würde nichts an der Marke und dem Unternehmen ändern – konnten Sie dieses Versprechen halten? Ja, ich bestätige gerne: Der Börsengang war nur eine Stufe unseres Unternehmenswachstums und unserer Entwicklung. Auf der Roadshow vor dem Börsengang haben wir allen potenziellen Investoren unsere Unternehmensphilosophie erklärt. Nämlich, dass wir nachhaltigen, würdigen Profit machen wollen, dass wir für ein Unternehmensmodell stehen, das wachsen kann, ohne der Menschheit Schaden zuzufügen, oder zumindest so wenig wie möglich. Daher hat sich seit unserem IPO auch nichts in unserem Unternehmerleben geändert. Was treibt Sie zu all Ihren großzügigen Aktivitäten in Ihrem Heimatort Solomeo an? Warum ist es Ihnen ein so großes Anliegen, Solomeo und seine Sehenswürdigkeiten zu renovieren und herauszuputzen? Meinem Handeln liegt das Konzept der menschlichen Würde zugrunde. Über die Zeit haben wir verstanden, dass an einem angenehmen Ort zu leben und zu arbeiten die menschliche Arbeit friedvoller macht. Ich habe immer gesagt, dass das Leben in einem Dorf etwas Besonderes ist. Ich bin auf dem Land aufgewachsen. Als Erwachsener habe ich ein Zitat von Jean-Jacques Rousseau gefunden, aus dem Jahr 1765. „Das Leben in den Städten ist hart, wir müssen zurück in die Dörfer gehen und das Zusammenleben der Menschen grundsätzlich neu diskutieren und planen.“ Genau

dieser Gedanke war schon tief in mir verankert. Also haben wir Solomeo nicht als Bauprojektleiter, sondern als Renovatoren betrachtet. Die wenigen Dinge, die wir neu gebaut haben, haben wir so gestaltet, dass sie für Jahrhunderte Bestand haben. Sie sind, was man einen Leader nennt: Ihr Beispiel hat Schule gemacht, nun kommen auch andere Modeunternehmen auf den Gedanken, mitzuhelfen, dass wichtige italienische Denkmäler und Sehenswürdigkeiten erhalten werden können. Warum ist es so wichtig, dass prosperierende italienische Unternehmen auch an das reiche kulturelle Erbe dieses wundervollen Landes denken? Man sollte sich an Kaiser Hadrian halten, der sagte: „Ich fühle mich verantwortlich für die Schönheit in der Welt.“ Ich bin tatsächlich überzeugt, dass jeder von uns in der Lage ist, die Zukunft zu gestalten. Ich glaube an das Konzept der Aufklärung, an Vorbilder; daran, dass es sinnvoll ist, in die Fußstapfen der großen Meister der Geschichte zu treten. Um die Menschheit durch das Wiederentdecken von Kunst und Spiritualität und ein Leben nach ebendiesen Werten zu verbessern. Sie sind ein global agierender Unternehmer, aber selbst im Silicon Valley sprechen Sie Italienisch. Was daran so besonders ist: Man hat den Eindruck, dass Ihre Botschaft trotzdem verstanden wird. Sprechen Sie – auch durch Ihre Marke – eine universelle Sprache? Um ehrlich zu sein, ich spreche am liebsten mit meinem Herzen. Mein Vater hat mir eingetrichtert, ein guter Mann zu sein, und ich habe bei Kant genau den gleichen Gedanken gefunden: „Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht: Der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.“ Das ist mein grundsätzliches Prinzip, so will ich kommunizieren, die eigene Botschaft vermitteln, meinen Glauben.


EDITION / VOL. 2 – STILWELT

SOLOMEO: Ein Theater, eine Kantine in historischem Ambiente, eine Kirche, eine wunderschöne Piazza – nach aufwendigen Renovierungsarbeiten zeigt sich Solomeo als Postkartenidyll.

Was ist Ihre Definition von Luxus? Es ist nicht einfach, die Idee von Luxus zu definieren, denn heutzutage ist Luxus meiner Meinung nach ein inflationäres Konzept. Für mich bedeutet Luxus Eleganz, Raffinement und Exklusivität. Luxus ist etwas, was man nicht überall, sondern nur an wenigen, ganz speziellen Orten findet. Luxus ist niemals übertrieben, er ist immer etwas, was man wahrnimmt und was im Flüsterton spricht.

Anzüge bleiben so wichtig in der Garderobe eines Mannes. Die Länge der Hosen und die Säume sind essenziell. Man sollte darauf achten, dass der Anzug sartorial gearbeitet ist, und ich schätze es, wenn jemand Hemd und Einstecktuch gut kombinieren kann. Ich definiere unseren Stil als alterslos, er passt einem 65-jährigen Mann wie mir genauso wie einem 30-jährigen Gentleman. Unser Stil ist sehr wandelbar, man kann alles von morgens bis abends tragen, man muss nur ein paar Details anpassen.

Einen Privatjet oder eine Stunde Privatheit? Was empfinden Sie als luxuriöser? Wenn ich es für unsere Marke definiere, liegt Luxus in den exzellenten manuellen Fähigkeiten und in der Handwerkskunst, in der Verwendung von sehr wertvollen Materialien und, so hoffe ich, in Kreativität auf höchstem Level. Indes, wenn ich Luxus auf den Alltag übertrage, dann bedeutet er für mich auch, mein Leben vor dem Smartphone zu verbergen. Zeit zu haben für Stille und einen Teil meiner Existenz ins Offline-Leben zu retten.

Ihr Lieblingsmaler? Ich habe eine generelle Vorliebe für die Renaissance-Maler, denn in dieser Ära ist die italienische Kultur erblüht. Ihr Lieblingsbuch? Ich zähmte die Wölfin – Erinnerungen Hadrians, von Marguerite Yourcenar. Ihr Lieblingsgericht? Rigatoni mit Tomatensauce und frischem Basilikum.

Sie orientieren sich an Trends, aber Sie würden der Mode nie die Seele Ihrer Marke ausliefern: Brunello Cucinelli hat einen starken, unverkennbaren Stil, der auf die Harmonie von Farben, Materialien und Silhouetten setzt. Was ist Ihnen im Speziellen bei Männermode wichtig? Die Männermode ist von anderen Faktoren beeinflusst als die Womenswear: Für Frauen hat man eine viel größere Bandbreite an Kleidungsstücken, bei denen man das Spiel mit zeitgenössischen Trends aufnehmen kann; so kann man den eigenen Look einfach auf saisonale Trends abstimmen. Männermode hingegen folgt fast universellen Regeln. Ich wiederhole immer: Das Sakko ist ein elementares Element der Männermode; unsere Sakkos haben eine ganz spezielle Passform, dekonstruierte Schultern und eine V-Form, um dem männlichen Körper zu schmeicheln. Ich liebe es, die Machart meiner Anzüge aufzubrechen, denn

BRUNELLO CUCINELLI GEGRÜNDET: 1978 als Brunello Cucinelli S.p.A. GRÜNDER: Brunello Cucinelli INNOVATION: Schneider erhalten bei Brunello Cucinelli 20 Prozent mehr Lohn als in der Branche üblich, die Mittagspause dauert 1,5 Stunden und das Versenden von Mails außerhalb der Arbeitszeit ist unerwünscht. Cucinelli nennt sein Konzept „humaner Kapitalismus“. Es soll die Lebensqualität seines Teams erhöhen. BÖRSE: Seit 2012 an der Mailänder Börse notiert. STANDORT: Solomeo, Italien WEBSITE: www.brunellocucinelli.com

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Alles von BRUNELLO CUCINELLI.


EDITION / VOL. 2 – FASHION STORY I

ES WERDE LICHT

Lissabon, die Stadt des Lichts, als Schauplatz für Brunello Cucinellis Mode. Der Designer, Ästhet und Philanthrop Cucinelli ist ein großer Liebhaber des Lichts. Seine liebste Kunstepoche, die Renaissance – das Lichtwerden nach dem dunklen Mittelalter – hat auch Lissabon geprägt. Die Inszenierung einer Gemeinsamkeit.

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Alles von BRUNELLO CUCINELLI.

Die Eleganz des Sommers: Beigefarbener, strukturierter Anzug mit Leinenanteil. Dazu Wolle und Seide, das ist sein Geheimnis: Alle drei Naturfasern werden in Leinwandbindung miteinander verwoben, so entfalten sie ihre jeweils besten Eigenschaften.


EDITION / VOL. 2 – FASHION STORY I

Alles von BRUNELLO CUCINELLI.

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EDITION / VOL. 2 – FASHION STORY I

Ein Hauch von Retro: Jersey-Polo aus softer Baumwolle mit kontrastierenden Kanten. In bester Brunello-Cucinelli-Manier die Details wie die edle Knopfleiste. Die Slim-Fit-Silhouette passt perfekt zur Hose aus reinem Leinen in weicher, leichter Qualität. Mit hoher Leibhöhe, schmal zulaufender Beinform und doppelter Bundfalte ist die Hose kompromisslos modern. Alles von BRUNELLO CUCINELLI.

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Alles von BRUNELLO CUCINELLI.

Lässigkeit trifft Luxus: Strickjacke aus Cashmere und Pullover aus Wolle, Cashmere und Seide mit weichem Griff und edlen Details. Die Ärmel mit Kontrastkante unterstreichen ebenso wie der Zwei-Wege-Reißverschluss den sportlichen Appeal.


EDITION / VOL. 2 – FASHION STORY I

Alles von BRUNELLO CUCINELLI.

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Alles von BRUNELLO CUCINELLI.


EDITION / VOL. 2 – FASHION STORY I

Wir freuen uns über Ihren Besuch auf braun.hamburg/edition oder in einem unserer Geschäfte.

Alles von BRUNELLO CUCINELLI.

Understatement in Reinform. Zur Daunenweste aus atmungsaktiver, wind- und wasserabweisender Microfaser ein CashmerePullover in beeindruckender Einfachheit: Rundhals-Ausschnitt und feines Rippstrick in perfekter Kombination.

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EDITION / VOL. 2 – STILWELT

Der Geheimcode Valextra Es war einmal ... eine Sattlerei in Mailand. Seit 1937 werden hier die wohl feinsten Taschen und Gepäckstücke der Welt gefertigt. So still und heimlich, dass Valextra bis heute als Geheimtipp gilt. TEXT: Martina Müllner-Seybold. FOTO: Andreas Ortner.

Die Adresse ist so exklusiv wie die Ware: San Babila, im Zentrum Mailands, hier eröffnete Giovanni Fontana 1937 seinen ersten Laden. Von Anfang an dem ultimativen Luxus verpflichtet, fertigte man nur nach allerbester Sattlertradition. Giovanni Fontana war ein trickreicher Erfinder: Zahlreiche Maschinen, die heute in der Produktion von Lederwaren Standard sind, gehen auf ihn zurück. Sie imitierten die Handgriffe der erfahrenen Handwerker und erleichterten so die körperlich anstrengende Täschner- und Sattlerarbeit. Allem Einfallsreichtum zum Trotz sind Menschen bis heute das wichtigste Kapital bei Valextra. Als der italienische Investor Emanuele Carminati Molina im Jahr 2000 die Mehrheit an der damals in Schieflage gekommenen Marke erwarb, war sein erster Schritt, alle Mitarbeiter aus der Rente zurückzuholen. „Sie kamen nicht wegen mir, sie kamen wegen Valextra“, sagt der Unternehmer, der selbst zugibt: „Ich habe Valextra aus Liebe gekauft.“ Distinguierte Zurückhaltung Diese Liebe trug Valextra schnell in die Welt hinaus, denn Valextras Werte waren in den frühen 2000ern fast noch moderner als zur Gründung. Schließlich ist Valextra immer den stillen Weg gegangen. So zurückhaltend und distinguiert wie alles in diesem Unternehmen ist auch der Außenauftritt. Bloß nichts Marktschreierisches, bitte! Logoprint? Überlässt die Marke gerne anderen. Monogramme gibt es nur auf Kundenwunsch – und dann ausschließlich mit den Initialen des Kunden, nicht mit jenen der Marke. Das hat sich auch 2013 nicht geändert, als der Londoner NEO-Investment-Fonds Valextra das nötige Kapital für die globale Expansion brachte. Die neuen Finanziers aus Großbritannien wussten: Die internationale Klientel begeistert sich gerade für die Zurückhaltung der Marke. Für ihre ikonischen Designs, die klassischen Gestaltungsprinzipien huldigen. Für ihre zeitlosen Taschen, zu erkennen an ihrer fantastischen Qualität und erst nachrangig an der dezenten Logoprägung. Das ist keine It-Bag, das ist DIE Tasche Die Entstehung einer Valextra-Tasche gleicht einer Reise, auf der viele handwerkliche Schritte absolviert werden. Sie beginnt beim Zuschnitt des vegetabil gegerbten Leders und endet bei der einmaligen Costa-Kantenverarbeitung, an der man Lederwaren von Valextra unter anderem erkennt. Erst wird das Leder mit Sandpapier abgeschliffen, danach die Kante drei Mal von Hand mit Lederlack bepinselt. Dafür braucht es Ruhe, Zeit und Erfahrung. „Es ist heute unsere größte Herausforderung, Menschen zu finden, die diese Muße mitbringen“, sagt Valextra-Chef Emanuele Carminati Molina. Die Knappheit an fähigen Handwerkern macht die Taschen nur noch begehrenswerter: glücklich der, der nicht auf der Warteliste landet.

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Ist die Uhr ein Anachronismus, Herr Schmid? Das Einsteigermodell hat den Preis eines Kleinwagens, das teuerste den einer Villa: Der Name A. Lange & Söhne steht synonym für edle mechanische Uhren. Seit Manager Wilhelm Schmid die Geschicke der sächsischen Uhrenmanufaktur lenkt, ist die Marke aus Glashütte auf Erfolgskurs: Innovative, exklusive Modelle haben sie wieder auf den Radar von Liebhabern gebracht – und das auf der ganzen Welt. INTERVIEW: Martina Müllner-Seybold. FOTOS: A. Lange & Söhne.


EDITION / VOL. 2 – STILWELT

Herr Schmid, Sie haben einen durchaus unkonventionellen Lebenslauf – ursprünglich haben Sie eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker gemacht. Nun drehen Sie an viel feineren Schrauben – im übertragenen Sinne. Was von dem damals Erlernten ist für Sie heute als Manager von A. Lange & Söhne noch immer hilfreich? Was die Automobilbranche mit der Welt der Uhren verbindet, ist die Leidenschaft für alles Mechanische. In meinem Leben ist das eine Konstante. Aus meiner praktischen Ausbildung habe ich mir das Verständnis für technische Zusammenhänge bewahrt. Daraus resultiert auch mein Respekt vor der handwerklichen Leistung der Uhrmacher bei A. Lange & Söhne.

Idee, die idealerweise meisterhaft umgesetzt wurde. Sie trifft eine klare Stilaussage, hat eine Provenienz, die sie begehrenswert macht, und sie ist selten, vor allem dann, wenn sie in limitierter Auflage produziert wurde. Damit spricht sie Kenner und Sammler an, genau wie Kunstwerke, klassische Automobile oder Wein. Eine besondere Uhr ist eine Form der Distinktion. Was drückt der Mann aus, der eine Uhr von A. Lange & Söhne am Handgelenk trägt? Bei einer Lange-Uhr verhält es sich wie bei einem CashmereMantel, einem Bild oder einem Grand Cru. Mit dem Kauf tut man zunächst einmal etwas für sich selbst. Es geht um Kennerschaft, Genuss, Freude, Leidenschaft. Erst in zweiter Linie ist die Uhr ein nach außen gerichtetes Statement, und auch dann wendet sie sich ausschließlich und dezent an Kenner und Eingeweihte.

Ist Zeit ein knappes, ein teures oder ein unendliches Gut? Mit welcher Philosophie begegnen Sie der Zeit? Das ist eine Frage, die jeder Mensch nur für sich selbst beantworten kann. Für mich ist Zeit ein knappes und kostbares Gut, das ich so einteilen muss, dass ich möglichst viel zustande bringe und dabei noch Zeit übrig bleibt, die ich ganz für mich und meine Familie habe, in der ich ohne Ziele bin und nichts schaffen muss.

Ab welchem Wert legen Sie eine Uhr lieber in den Safe, als sie zu tragen? Oder finden Sie: Egal wie kostspielig die Uhr ist, sie sollte immer getragen werden? Ich trage fast immer eine Uhr, außer vielleicht beim Sport; nicht, weil unsere Uhren das nicht aushalten – die sind sehr robust –, sondern weil ich das als eher unpassend empfinde.

Eigentlich ist es ja paradox: Während Smartwatch und Smartphone die Notwendigkeit einer mechanischen Armbanduhr ad absurdum führen, steigt ihre Begehrlichkeit. Es werden immer teurere und exklusivere Uhren gebaut, besondere Modelle verzeichnen jährliche Wertzuwächse, die klassische Anlageformen alt aussehen lassen. Wie erklären Sie sich diesen scheinbaren Widerspruch? Wie Sie richtig sagen, ist es ein scheinbarer Widerspruch. Eine gute, handwerklich gefertigte Uhr hat alle Zutaten, die auch ein wertvolles Kunstwerk ausmachen: Sie basiert auf einer kreativen

Sie selbst haben eine mechanische Armbanduhr als Anachronismus betitelt. Warum macht es so viel Freude, dem Anachronismus zu huldigen? Die mechanische Uhr scheint insofern aus der Zeit gefallen zu sein, als die technologische Entwicklung mit Quarz- und Atomuhr weitergegangen ist. Außerdem ist die präzise Zeit heute auf jedem Smartphone ablesbar und damit praktisch allgegenwärtig. Andererseits ist die handwerklich gefertigte Uhr ein äußerst zeit-

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EINE GUTE, HANDWERKLICH GEFERTIGTE UHR HAT ALLE ZUTATEN, DIE AUCH EIN WERTVOLLES KUNSTWERK AUSMACHEN. Wilhelm Schmid

gemäßes Produkt, weil sie in einer zunehmend digitalisierten Welt ein zeitloses Bedürfnis nach Unmittelbarkeit, Echtheit und Beständigkeit erfüllt. Die Uhr, von der Sie als junger Mann geträumt haben. Die Uhr, die Sie sich zu Ihrem ersten beruflichen Meilenstein geleistet haben. Die Uhr, von der Sie sagen: Wenn ich die habe, dann brauche ich keine mehr – haben Sie die alle schon, haben Sie die alle noch? Oder liegt es in der Natur des Uhrenliebhabers, dass er seine Exit-Watch doch nie findet? Da ich das Glück habe, an der Entwicklung unserer Uhren beteiligt zu sein, gehört die Frage nach der nächsten Entwicklung zu meiner beruflichen Realität. Als Uhrenliebhaber bin ich trotzdem nicht von der Suche nach der ultimativen Uhr getrieben. Es ist eher so, dass man mit zunehmender Erfahrung anspruchsvoller wird und beim Kauf einer neuen Uhr selektiver vorgeht. Sie haben unglaublich passionierte Kunden, für die die Entscheidung für eine Uhr das Ergebnis oft monatelangen Informierens, Recherchierens, Abwägens ist. Diese Kunden wissen alles über die Uhren, die sie kaufen wollen, sie treffen eine sehr bewusste Entscheidung. Wie viel Bauch ist da noch involviert? Der Kauf einer Uhr ist eine höchst emotionale Angelegenheit. Schließlich muss man sich mit der Uhr am Handgelenk wohlfühlen. Sie ist Ausdruck der Persönlichkeit und soll einen über Jahre begleiten. Trotz aller rationalen Argumente ist es am Ende immer eine intuitive Entscheidung. Kann man Mode auch so bewusst kaufen, wie man Uhren kauft? Interessieren Sie sich bei Mode auch passioniert dafür, wie zum Beispiel Ihr Anzug oder Ihre Schuhe gemacht wurden? Für mich persönlich spielen material- und warenkundliche Aspekte neben dem Stil eine wichtige Rolle beim Kauf von Schuhen und Kleidung. Das trifft meiner Ansicht nach auch auf die meisten unserer Kunden zu. Bei unseren Uhren fällt die Kaufentscheidung oft erst nach einer intensiveren Auseinandersetzung mit ihren technischen Besonderheiten und dem hohen Aufwand hinter ihrer Entstehung.

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EDITION / VOL. 2 – STILWELT

II.

I.

DIE EDITIO N COLLECTION KURATIERT VON WILHELM SCHMID

STRANDURLAUB: Keine Uhr – der Sonnenstand reicht zur Orientierung. VORSTANDSPRÄSENTATION: LANGE 1 „25th Anniversary“ KONZERTABEND: SAXONIA MONDPHASE

I. LANGE 1: Limitierung steigert die Begehrlichkeit, weiß Wilhelm

Schmid: Im Bild die Lange 1 „25th Anniversary“ Weißgold.

II. MEISTER SEINES FACHES: Vom Automechaniker zum Turnaround-

Manager: Wilhelm Schmid ist ein erfahrener Manager, der nach spannenden beruflichen Stationen nun wieder schraubt – am Erfolg der sächsischen Uhrenmanufaktur A. Lange & Söhne.

III. SAXONIA MOON: Die Saxonia Mondphase Weißgold ist die perfekte

III.

Uhr für einen Konzertabend, findet Wilhelm Schmid.

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S U I T A B L E Ein verlässlicher Partner sowohl in Bßrozeiten als auch in der Freizeit. Sakkos stehen hoch im Kurs und verstehen sich mit legeren Hosen genauso hervorragend wie mit den edlen Beinkleidern in der klassischen Anzug-Kombination.


EDITION / VOL. 2 – FASHION STORY II

Sakko STILE LATINO Hemd FINAMORE Hose INCOTEX

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Sakko DE PETRILLO Poloshirt TOM FORD Hose INCOTEX Loafer OFFICINE CREATIVE


EDITION / VOL. 2 – FASHION STORY II

Sakko ERMENEGILDO ZEGNA Pullover IRIS VON ARNIM Hose PT01 Gürtel BOTTEGA VENETA 32 . 33


EDITION / VOL. 2 – FASHION STORY II

Anzug BOGLIOLI Poloshirt CRUCIANI Loafer SANTONI


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Anzug STILE LATINO Loafer LORO PIANA Weekender VALEXTRA


EDITION / VOL. 2 – FASHION STORY II

Sakko BOGLIOLI Hemd LUIGI BORRELLI Hose PT01

Wegbereiter: Boglioli, das ist die Antithese zum Status quo. Neugierig und unbekümmert hinterfragt die Marke alle Standards und definiert sie neu. So muss Männermode im 21. Jahrhundert aussehen. Und vor allem: So muss sie sich anfühlen.

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Anzug ERMENEGILDO ZEGNA Hemd LUIGI BORRELLI Krawatte LUIGI BORRELLI


EDITION / VOL. 2 – FASHION STORY II

Ein Palazzo mit Seele: Jede Stufe, jede Kante und jede Fliese erzählt von der facettenreichen Vergangenheit des geschichtsträchtigen Gebäudes. Die Reise geht bis in das Jahr 1533 zurück. Heute beheimatet das Haus das Luxushotel The One Palácio da Anunciada. Die historischen Formen und Strukturen wurden großteils erhalten und aufwendig restauriert.

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B R I O N I Meisterhaft: Brioni, das ist die Königsklasse der Mode. Der neapolitanischen Schneidertradition verpflichtet, und doch offen für Einflüsse aus aller Welt. Eine leidenschaftliche Verbindung aus Tradition und Modernität.

Sakko BRIONI Poloshirt BRIONI Hose INCOTEX Gürtel FAUSTO COLATO


EDITION / VOL. 2 – FASHION STORY II

Mantel BRIONI Hose INCOTEX Loafer SANTONI Aktentasche VALEXTRA

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Wir freuen uns über Ihren Besuch auf braun.hamburg/edition oder in einem unserer Geschäfte.

EDITION / VOL. 2 – FASHION STORY II

Anzug BRIONI Hemd FINAMORE Krawatte BRIONI


Mantel BRIONI

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Wie viele Bücher umfasst Ihre Bibliothek, Herr teNeues? Hendrik teNeues hat ein Familienunternehmen auf globalen Kurs gebracht. Heute in der Rolle des Verlegers und Gesellschafters des 1931 gegründeten Unternehmens, hat Hendrik teNeues dessen Wirkungskreis deutlich erweitert. Nicht zuletzt, weil er mit Banklehre, Studium der Betriebswirtschaftslehre und Tätigkeit als Investment-Banker in New York einen anderen Horizont eröffnete. Der Betrieb, der einst als Druckerei gestartet war, später Schulwandkarten verlegte und im Kalendergeschäft mitmischte, ist heute als einer der renommiertesten Kunstbuchverlage bekannt. INTERVIEW: Martina Müllner-Seybold. FOTO: teNeues Media GmbH.

Ein Bohemien, ein Networker, ein Unter-

nehmer: Hendrik teNeues, geschäftsführender Gesellschafter des bekannten Verlags. Sein Verhältnis zur Mode bezeichnet der

Wahl-Münchner als entspannt – solange sie seinen Geschmacksnerv trifft.


EDITION / VOL. 2 – STILWELT

A

uf dem schmalen Grat zwischen der Produktion von Coffee-Table-Book-Bestsellern und tiefgründiger verlegerischer Arbeit wandelt Hendrik teNeues gekonnt. Genauso changiert sein Leben zwischen völliger Privatheit und Blitzlicht: Hendrik teNeues' Ehen mit der Moderatorin Caroline Beil und mit Stephanie Gräfin von Pfuel interessierten auch die Klatschpresse. Doch selbst aus der Beziehung zur Gesellschaftsjournaille hat er Ernsthaftes gemacht – zum Beispiel ein Buch über Sônia Bogner, geschrieben von der ehemaligen Bunte-Chefredakteurin Patricia Riekel. In der Society ist der Verleger ein ebenso gern gesehener Gast wie geschätzter Gastgeber – wenn Hendrik teNeues ruft, ist das Erscheinen Pflicht. Doch die Show ist nur ein Aspekt des Business: Als geschäftsführender Gesellschafter hat er die Zeichen der Zeit lange vor anderen erkannt. Schon 1982 wurde das erste Auslandsbüro in New York eröffnet, die Zusammenarbeit mit Museen und Kunstinstitutionen hat Tradition. Den Geschäftszweig des Corporate Publishing hob teNeues auf ein neues Level – mit kunstvollen Prachtbänden für Unternehmen wie Porsche, Cartier oder Lufthansa. Global aufgestellt, in 70 Ländern der Welt vertrieben, hat sich der Verlag von Altem getrennt und beschreitet auch neue Wege – zum Beispiel mit dem Tochterunternehmen teNeues Digital Media, unter dessen Flagge längst nicht nur Bücher verlegt, sondern auch Apps programmiert und vermarktet werden. Im Interview spricht Hendrik teNeues über seine Leidenschaft für das Gedruckte und stellt Künstler vor, die ihn nachhaltig beeindruckt haben.

Herr teNeues, hat ein E-Reader in Ihrem Leben eine Bedeutung? Eine Bedeutung schon, weil wir ein paar unserer Sachbücher auch als E-Books vermarkten, aber ich lese gerne noch traditionell. Wird das gedruckte Buch überleben? Das gedruckte Buch wird überleben, allein weil es als Geschenk immer seinen hohen Stellenwert behalten wird. Die Haptik bleibt ein wichtiges Kriterium.

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DAS GEDRUCKTE BUCH WIRD ÜBERLEBEN. DIE HAPTIK BLEIBT EIN WICHTIGES KRITERIUM. Hendrik teNeues

Welcher der von Ihnen verlegten Autoren, Fotografen oder Künstler hat Sie am meisten beeindruckt? Oh, das sind einige, vor allem die Autoren, die auf ihrem Gebiet einzigartig sind und Besonderes geschaffen haben, u. a. Elliott Erwitt, Michael Poliza, Jimmy Nelson, Paul Nicklen, René Staud und Marc Lagrange. Reden oder schweigen? Was muss ein Verleger besser können? Ich glaube, als Unternehmer oder Verleger muss man beides können, vor allem aber zuhören können, unter anderem dem eigenen Team. Mögen Sie die Bezeichnung Coffee Table Book? Sagen wir so: Sie hat sich als Begriff für den Bildband durchgesetzt. Ein Familienunternehmen ist ... ... Verantwortung und Verpflichtung. Die Bücher von teNeues werden in 70 Ländern weltweit vertrieben – in welcher Kultur wird dem Buch die größte Wertschätzung entgegengebracht? In den USA und in Europa. Wie viele Bücher umfasst Ihre private Bibliothek? Ein paar Hundert. Und welches Buch schätzen Sie am meisten? Da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Wie würden Sie Ihr Verhältnis zur Mode beschreiben? Ich habe ein entspanntes Verhältnis zur Mode, solange sie meinen Geschmacksnerv trifft. Woran lässt sich Ihre Bedeutung als Unternehmer messen? Dass wir heute zu den führenden internationalen Verlagen im Bildbandbereich gehören. Auf Ihrem Schreibtisch liegt? Erfreulicherweise ein teNeues-Buch.

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EDITION / VOL. 2 – STILWELT

DIE EDITIO N STILBIBLIOTHEK KURATIERT VON HENDRIK TENEUES

I. „SENZA PAROLE“ BY MARC LAGRANGE Marc Lagranges Begeisterung für alles Skulpturale ließ ihn nach Kulissen suchen, die auf irgendeine Weise die bildhauerischen Künste verkörpern. © „SENZA PAROLE“ BY MARC LAGRANGE, TUSK, PUBLISHED BY TENEUES, WWW.TENEUES.COM, PHOTO © 2015 MARC LAGRANGE. ALL RIGHTS RESERVED.

II. „BORN TO ICE“ BY PAUL NICKLEN Für den beeindruckenden Bildband von Paul Nicklen hat Hollywood-Star und Umweltaktivist Leonardo DiCaprio das Vorwort verfasst. © „BORN TO ICE“ BY PAUL NICKLEN, POLAR IMPRESSIONS, SVALBARD, NORWAY, PUBLISHED BY TENEUES, WWW.TENEUES. COM, PHOTO © 2018 PAUL NICKLEN. WWW.SEALEGACY.ORG

III. „AFRICA“ BY MICHAEL POLIZA Der in Kapstadt lebende Pionier der Digitalfotografie Michael Poliza hat viel Erfahrung mit der Fotografie der Tierwelt und der Landschaften Afrikas. Seinen Blickwinkel prägt die Sorge um die von ihm abgebildeten fragilen Ökosysteme. © „AFRICA“ BY MICHAEL POLIZA, MARCHING DESERT ELEPHANTS, DAMARALAND, NAMIBIA, PUBLISHED BY TENEUES, WWW.TENEUES.COM, PHOTO © 2005 MICHAEL POLIZA, WWW.MICHAELPOLIZA.COM

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„Kunst: Verzierung dieser Welt.“ Wilhelm Busch

Individuell, inspirierend, imposant: Drei unterschiedliche Museen, die nicht nur durch ihre inneren Werte zu uns sprechen. Spektakuläre Monumente der zeitgenössischen Architektur, die sich formvollendet in ihre Umgebung integrieren und den Betrachter innehalten lassen. TEXT: Alexandra Hawel. FOTOS: Hufton + Crow, Maycon Mansur, Bill Mackie, Adam Jang/unsplash.com.


EDITION / VOL. 2 – KLASSIKER

I. V&A DUNDEE Die Schönheit der schroffen Küsten Schottlands diente Architekt Kengo Kuma als Inspiration für das zwischen den Elementen der Natur positionierte Museum. Dundees Historie als Handelsstadt an der Küste erlebt in dem Gebäude eine Renaissance. Die schottische Niederlassung des Victoria & Albert Museum schmiegt sich mit ihrer beeindruckenden Architektur harmonisch an die Ufer des Flusses Tay und verkörpert die Symbiose von Natur und Stadt. WWW.VAM.AC.UK/DUNDEE DESTINATION: DUNDEE, SCHOTTLAND

II. TEL AVIV MUSEUM OF ART Ein Gebäude, vom Licht geküsst. Das Herta and Paul Amir Building ist Teil des Tel Aviv Museum of Art und verdankt dem Architekten Preston Scott Cohen sein einzigartiges Erscheinungsbild. Das Exterieur besteht aus 430 geschliffenen Zementplatten, die sich wie ein Origami-Kunstwerk aneinanderfügen und durch ihre spezielle Ausrichtung ein außergewöhnliches Spiel von Licht und Schatten im Inneren ermöglichen. WWW.TAMUSEUM.ORG.IL DESTINATION: TEL AVIV, ISRAEL

III. MUSEUM OF TOMORROW Welche Veränderungen, welche Herausforderungen hält die Zukunft für uns bereit? Nicht nur das Äußere des Museum of Tomorrow in Rio de Janeiro ist avantgardistisch, auch die Themenfelder der Ausstellungen widmen sich vorrangig der Zukunft. Die Architektur von Santiago Calatrava erinnert an eine Bromelie, im Inneren eröffnen sich spektakuläre Linien, Formen und Farbenspiele, die das futuristische Wesen des Museums unterstreichen. MUSEUDOAMANHA.ORG.BR DESTINATION: RIO DE JANEIRO, BRASILIEN

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EDITION / VOL. 2 – FASHION STORY III

KÖNIGSKLASSE Iris von Arnim Uomo: Cashmere in seiner feinsten Qualität.


Cashmere-Pullover IRIS VON ARNIM

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Im Dip-Dye-Verfahren von Hand gefärbt: So bekommt der Cardigan aus 100 Prozent Baby-Cashmere Unikatcharakter. Das grobe Strickbild ist der perfekte Kontrast zur Kuschelqualität der Strickjacke mit V-Ausschnitt. Cashmere-Cardigan IRIS VON ARNIM


EDITION / VOL. 2 – FASHION STORY III

Cashmere-Pullover IRIS VON ARNIM

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EDITION / VOL. 2 – FASHION STORY III

Das Spiel mit Gegensätzen: Dem Cardigan aus reinem Baby-Cashmere gibt der kontrastierende Streifen eine spannende Nuance. Gekonnt bis in die Details: breite Rippbündchen und große Knöpfe. Cashmere-Cardigan IRIS VON ARNIM

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Bestimmungsorte Auf unbekannten Pfaden wandeln, die Seele baumeln lassen, Neues entdecken: Reisen bedeutet so viel mehr, als nur das Land zu wechseln. Vier inspirierende Destinationen, alle mit ganz eigenem Charakter, laden ein, sich in anderen Welten zu verlieren und den Horizont in alle Himmelsrichtungen zu erweitern. TEXT: Alexandra Hawel. FOTOS: Cavo Tagoo Santorini, Santani Wellness Resort & Spa, www.aman.com, Vitalii Tkachenko, The One Palรกcio da Anunciada.


EDITION / VOL. 2 – KLASSIKER

SRI LANKA: die Insel der Möglichkeiten, mit immergrünem Regenwald, atemberaubenden Berglandschaften und einsamen Stränden.

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REISEN HEISST LEBEN. Hans Christian Andersen

I. CAVO TAGOO SANTORINI Oberhalb der Festung von Skaros liegt das beschauliche Dorf Imerovigli, und nicht weit davon entfernt das All-Suite-Hotel Cavo Tagoo. Auf scheinbar schwebenden Daybeds, mit einem InfinityPool zu Füßen, eröffnet sich ein imposanter Blick auf die Caldera von Santorin und die Ägäis. Warme Farben und natürliche Materialien strahlen subtile Eleganz aus und verschmelzen mit den charakteristischen weißen Bauelementen zu etwas ganz Besonderem. DESTINATION: SANTORIN / GRIECHENLAND WWW.CAVOTAGOO.COM/SANTORINI

II. THE ONE PALÁCIO DA ANUNCIADA Ein beeindruckender Palazzo aus dem 16. Jahrhundert im Herzen Lissabons beheimatet das The One Palácio da Anunciada. Die sorgfältig restaurierten architektonischen Strukturen ziehen sich durch das gesamte Gebäude und erinnern an längst vergangene Zeiten. Ein spektakulärer Garten mit 100-jährigem Drachenbaum, ein Außenpool über den Dächern der Stadt sowie eine perfekte Komposition aus Moderne und Antike. DESTINATION: LISSABON / PORTUGAL WWW.HOTELSTHEONE.COM


EDITION / VOL. 2 – KLASSIKER

III. AMANZOE Ein Ort, an dem die Zeit stillsteht: Mit einer modernen Akropolis krönt das Amanzoe die Hügellandschaft über der Ägäis. Wo der Blick hinfällt silbrig-grüne Olivenhaine, azurblaue Wellen und erhabene Architektur, die sich nahtlos in die Umgebung einfügt. Das Zusammenspiel aus Altem und Neuem, aus Bewährtem und Begehrtem erschafft eine ganz besondere Atmosphäre, die zugleich beeindruckend, wohltuend und inspirierend ist. DESTINATION: KRANIDI, PELOPONNES / GRIECHENLAND WWW.AMAN.COM/RESORTS/AMANZOE

IV. SANTANI WELLNESS RESORT & SPA Mitten im Hochland von Sri Lanka, eingebettet in sattgrüne Wälder, liegt auf einer ehemaligen Teeplantage das minimalistische Luxusresort Santani. Mit seiner ruhigen Architektur, großflächigen Verglasungen und viel Holz fügt sich der Komplex harmonisch in die überwältigend schöne Landschaft ein. Ein einzigartiger Ort der Entschleunigung, Entspannung und Erholung, der seinesgleichen sucht. DESTINATION: KANDY / SRI LANKA WWW.SANTANI.LK

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Wie kann man malen, was man nicht sieht, Frau Fener? In ihren Bildern malt die Berliner Künstlerin Selma Fener das, was man nicht sieht. Wer sich auf ihre Kunst einlässt, kann mit ihr in Bereiche vorstoßen, die man mit Sprache nicht erklären kann. INTERVIEW: Markus Deisenberger. FOTOS: Selma Fener, Philipp Bögle.

DAS SPIEL MIT DER WAHRNEHMUNG: Je mehr man sich

„Mohamed“ nähert, um den Text (rechts unten) zu lesen, desto weniger

nimmt man vom Bild wahr. (Mohamed, 2010. 180 cm x 200 cm, Privatbesitz.)


EDITION / VOL. 2 – STILWELT

Selma Fener sitzt in einem Café im hippen Berliner Stadtteil Friedrichshain. Eine Zeit lang lebte sie in Istanbul und New York. Viel unterwegs sei sie gewesen, erzählt sie. „Irgendwie aber wurde es dann doch Berlin.“ Auch studiert habe sie so einiges: Kulturwissenschaft, Literatur, Afrikawissenschaft, Sport, Englisch und sogar Politik. „Alles war interessant, aber nicht mein Zuhause.“ Am Ende hat sich doch die Kunst durchgesetzt: „Ich bin nicht dran vorbeigekommen, obwohl ich es versucht habe“, lacht sie. Die Kunst, sie war offenbar unausweichlich. Entsprechend obsessiv betreibt sie die Malerei heute. „Ich muss mir schon zwei Stunden vor einem Termin den Wecker stellen, damit ich mich darauf vorbereiten kann, bald aufzuhören.“ Wenn sie noch nicht bereit sei zu gehen, „leidet schon mal ein wichtiger Termin darunter“.

mal ausruhen kann. „Etwas muss da sein, damit sich eine Beziehung aufbaut“, erklärt sie. „Erst wenn mich etwas, und sei es nur ein kleiner Teil, anspricht, kann ich mich für Fremdes öffnen.“ Der Betrachter wird also geködert, um mal sanfter, mal unvermittelter ins Unbekannte gestoßen zu werden. „Für mich ist es wichtig, dass auf das Bekannte eine Fremde trifft, damit sich der Blick erweitert und man aus der Betrachtung, aus dem Prozess etwas gewinnt.“ Es geht somit um die Bereitschaft des Sehenden, sich einem Prozess, der über das vermeintlich Klare hinausgeht, auszusetzen. Dichtung und Verdichtung In einem ihrer frühen Werke, „Mohamed“, kann man das nachvollziehen. Schon der Name löst so manche Erwartung aus. Mitten im Bild findet sich dann ein Text in Zeitungsbuchstabengröße. Der, so merkt man bald, ist nicht aufschlussreich, sondern ähnlich einem Haiku ein wenig geheimnisvoll. „Eine Dichtung, eine Verdichtung“, so Fener. Wichtiger als der Text selbst aber ist: Entweder man liest ihn, oder man sieht das Bild. Beides gleichzeitig geht nicht. Denn um zu lesen, muss man sich ein wenig bücken. Dadurch aber entschwindet das Bild aus dem Sichtfeld. „Entweder ich lasse mich auf das Bild ein, oder ich nehme in einem anderen Medium, der Sprache, wahr.“

Wir hatten Glück. Zu unserer Verabredung kam sie pünktlich, und sie wirkt entspannt, zur Ruhe gekommen. Von der Fotografie kommend, habe sie zuerst figurativ gemalt, erzählt sie. „Ich merkte dann aber schnell, dass mir das zu unkonkret ist.“ Es sind Sätze wie diese, die einen zunächst stutzen lassen. Figurative Malerei? Zu unkonkret? Ist denn das Abstrakte konkreter? Selma Fener erklärt das so: „Das Abstrakte ist näher an der Realität, weil es zu viele durch Sprache definierte Assoziationen gibt, wenn man etwas sieht, was man schon kennt.“ In der abstrakten Malerei hingegen gäbe es Räume, die die Sprache nicht oder nur bedingt betreten kann. Dementsprechend enttäuscht war sie immer über die Assoziationen, wenn Leute ihre Bilder interpretierten, „und ich eigentlich etwas ganz anderes damit ausdrücken wollte“. Aber sind die Leute, wenn sie ihre abstrakten Bilder nicht interpretieren, näher an dem dran, was sie ausdrücken will? „Ja“, lacht sie. „In der Hinsicht, dass sie es nicht sagen können. Für mich ist Malerei ja deshalb interessant, weil es eine Sprache ist, die mit unserer Sprache nicht auszudrücken ist.“ Das Reden über Kunst sei gut und wichtig, aber es bleibe immer eine gewisse Lücke, die mit Sprache niemals berührt werden könne.

Den Blick öffnen Auch ein jüngeres Bild mit dem Titel „Exit“ spielt mit der Wahrnehmung. Feners Ausgangspunkt war ein Baum, der vor ihrem Balkon stand und ihr die Sicht nahm. „Einerseits wünschte ich ihn weg, andererseits fand ich es wenig einfühlsam, etwas, das schon länger existiert als ich, einfach weghaben zu wollen“, erzählt sie. Das Bild diente ihr schließlich dazu, den Blick frei zu machen. Man kann den Baum auf dem Bild nicht nur erkennen, es finden sich sogar die genauen Koordinaten. Er wird sozusagen dingfest gemacht. Aber auf den zweiten Blick wird es ein wenig gespenstisch, denn das Licht macht wahrnehmbar, dass es einen Weg durch den Baum gibt. „Um das zu sehen, was dahinter ist, muss man durch den Baum hindurchsehen“, so die Künstlerin. „Aber ist das nicht immer so?“, fragt sie und nippt von ihrem Tee. „Drum herumlaufen ist doch meistens nur Selbstbetrug.“ Die Malerei sei kein Abbild dessen, was sie sehe, sagt sie, sondern „die Malerei zeigt, wie ich sehe“.

Den Blick frei machen Genau dorthin, in diese Lücke, gelte es vorzustoßen. Nicht nur in der Malerei, sondern im Leben allgemein. „Eigentlich male ich in meinen Bildern das, was man nicht sieht.“ In Feners Bildern gibt es immer einen Bezug zu Erkennbarem, sodass sich die Ratio erst

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EDITION / VOL. 2 – STILWELT

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I. IM DETAIL: Der Text im Bild „Mohamed“ ist der vermutete Inhalt eines

Satzes, den ein weiblicher Gast in der berühmten Paris Bar zu einem Kellner namens Mohamed sprach. Es geht um die Frage, bis wohin Wissen reicht. „Sicherlich über Gesehenes und Verstandenes hinaus“, sagt Fener.

II. STARKE PERSÖNLICHKEIT: Selma Fener in ihrem Atelier in BerlinFriedrichshain.

ZUR PERSON: Selma Fener begann 2007 das Studium der Freien Kunst

an der Universität der Künste in Berlin, das sie 2014 als Meisterschü-

lerin von Prof. Thomas Zipp abschloss. Ihre künstlerische Arbeit ist vom II.

Wunsch getragen, dem Fremden eine Tür zu öffnen. Sie wohnt in Berlin, wo sie als freischaffende Künstlerin tätig ist.


EDITION / VOL. 2 – STILWELT

F E AT U R I N G A N D R É H O L L A N D , M I L A N , 6 p m # D E F I N I N G M O M E N T S b y L U C A G U A DA G N I N O 62 . 63


LOAFER LOVE

EINE LIEBE, DIE DER DANDY IMMER SCHON HEGTE: DER LOAFER WANDELT GEKONNT ZWISCHEN LÄSSIGKEIT UND FORMALITÄT. MIT EINEM HAUCH VON IRONIE IM DESIGN GELINGT DAS BESONDERS GUT: WENN DAS KONSERVATIVE IMAGE DES SCHUHS AUFGEBROCHEN WIRD, BLEIBEN EXZENTRIK UND GUTER GESCHMACK. NEUE DESIGNELEMENTE WIE DIE VON DEN BOOTSSCHUHEN ENTLEHNTE WEISSE SOHLE BRINGEN ESPRIT UND FRISCHE.


EDITION / VOL. 2 – FASHION STORY IV

I. BOHEMIAN LOAFER

Loafer CHURCHʼS

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II. CLASSIC LOAFER

Loafer SANTONI


EDITION / VOL. 2 – FASHION STORY IV

III. CASUAL LOAFER

Loafer LORO PIANA

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IV. ELEGANT LOAFER

Loafer OFFICINE CREATIVE


EDITION / VOL. 2 – FASHION STORY IV

V. SMART LOAFER

Loafer TODʼS

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VI. FANCY LOAFER

Loafer SANTONI


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EDITION / VOL. 2 – FASHION STORY IV

VII. CHIC LOAFER

Loafer OFFICINE CREATIVE

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STIL KENNT KEINE ÖFFNUNGSZEITEN. WWW.BRAUN-HAMBURG.COM


Ein Pullover als Kunstobjekt Das Hamburger Familienunternehmen, vor 40 Jahren von Iris von Arnim gegründet, gönnt sich den Luxus feinster Qualität. Iris von Arnim und ihr Sohn Valentin sind Charaktere, die niemals den Kompromiss suchen – wenn es um ihre Marke geht. TEXT: Martina Müllner-Seybold. FOTO: Andreas Ortner.


EDITION / VOL. 2 – STILWELT

ICH WAR IMMER NEUGIERIG AUF DAS LEBEN – UND BIN ES GEBLIEBEN. Iris von Arnim

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hr Porträt hat man vor Augen: Die Frau mit den schlohweißen Haaren, dem ansteckenden Lachen, dem beeindruckenden Charisma. Iris von Arnims Erfolgsgeschichte als Designerin zeigt, dass Authentizität dabei ein Schlüsselfaktor ist. In vierzig Jahren Unternehmensgeschichte hat sie stets dem Edelsten gefrönt: Cashmere in vielen Varianten und Spielarten, immer von allerbester Qualität. Um kurzlebige Trends hat sich die Unternehmerin nie gekümmert – und gerade damit beeindruckende Modernität geschaffen. Still, unaufgeregt, nie das Rampenlicht suchend und genau deshalb unmissverständlich und präsent. Dass ihre Marke weltweit anerkannt und geliebt wird, hat sie nur noch mehr geerdet. Statt ins Marken-Ego hat die Designerin in ihre Produkte investiert. Sich langfristige Sympathien von den Menschen gesichert, die die Grundlage ihres Unternehmens bilden: von den Cashmerefabrikanten in den rauen Hochebenen Chinas und der Mongolei. Je unwirtlicher dort das Klima, umso feiner die begehrten Haare der Cashmereziege. Insbesondere für die Herstellung von Pullovern wie dem abgebildeten Modell ist ein kalter, windiger Winter das große Glück: Jedes Frühjahr können im Zuge des natürlichen Haarwechsels einer Ziege rund 250 Gramm Cashmerewolle ausgekämmt werden. Gerade genug für einen Basic-Pullover von Iris von Arnim. Der Pullover wird aus reinem Baby-Cashmere gefertigt, das über einen besonders geschmeidigen Griff verfügt. Für das Strickbild wird eine größere Menge Cashmeregarn benötigt. Valentin von Arnim, der seit 2013 gemeinsam mit seiner Mutter die Uomo-Linie verantwortet, ist bekannt für moderne Add-ons. Beim diesem Modell ist dies etwa der moderne DégradéEffekt, der für den edlen Farbverlauf von hell nach dunkel sorgt. Stimmige Details wie die gerollte Kante am Saum oder das breite Rippbündchen vollenden den Look.

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Blue Blood TEXT: Martina Müllner-Seybold. FOTOS: Andreas Ortner.

I. COOL Das Modell „George“ von der italienischen Denim-Brand Dondup: eine Jeans im Skinny Fit mit ausgeprägter Used-Waschung. In zahlreichen Arbeitsschritten werden die Distressed-Partien zur Perfektion gebracht: Ob sandgestrahlt, gebürstet oder abgewetzt, hier ist Handarbeit Pflicht. Die raue Optik wird kontrastiert durch einen besonders weichen Griff: Baumwoll-Denim mit StretchAnteil in Bestform. Das sehr schmal zulaufende Bein gibt der FivePocket-Jeans mit Button Fly ihre zeitgemäße Silhouette. JEANS DONDUP „GEORGE“


EDITION / VOL. 2 – STILWELT

II. COMFORTABLE

III. CLASSY

Sie sieht aus wie eine Lieblingsjeans und hat auch das Zeug dazu. Das Modell „Ivan“ von Dondup ist mit Used-Effekten und Slim Fit ein Glanzstück unter den Jeans. Der Baumwoll-Denim mit Stretch-Anteil sorgt für den perfekten Sitz in jeder Lebenslage. Hochwertige Details wie der zeitlose Button Fly und das charakteristische Metall-Initial runden den Gesamteindruck ab. Ein universell kombinierbares Kleidungsstück im modernen Cropped-Look, ideal für edle Casual-Outfits.

„Vicious“ von Dondup – dieser Name verpflichtet. Die Marke erkennt man am dezenten Metallinitial auf der Hintertasche. Der Baumwoll-Denim mit Stretch-Anteil ist hell gewaschen und mit bedacht platzierten Distressed-Effekten versehen. So entsteht ein relaxter Style in angesagter Used-Waschung, der zu vielen Gelegenheiten passt. Die authentische Optik des Modells wird durch den Slim Fit noch betont. Auf Knöchelhöhe getragen, wirkt die Jeans besonders modern.

JEANS DONDUP „IVAN“

JEANS DONDUP „VICIOUS“

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ICH WEISS NICHT, WIE SO EINE WELT FUNKTIONIEREN SOLL. Sepp Hochreiter


EDITION / VOL. 2 – UPDATE

Was nützt uns künstliche Intelligenz, Herr Hochreiter? Sepp Hochreiter ist eine weltweit anerkannte Koryphäe im Bereich der künstlichen Intelligenz, kurz: KI. Er hat eine Technologie entwickelt, die heute jede große Tech-Firma benutzt. Unter anderem beruht die Sprachsteuerung von Amazons „Alexa“ darauf. Ein Gespräch über die Angst vor Alexa, über Menschen als Batterien und über Filter, die so stark sind, dass sie einem den Blick auf die Welt verstellen. INTERVIEW: Markus Deisenberger. FOTO: Sepp Hochreiter.

Apple, Google, Amazon – sie alle wären ohne Ihre Technologie nicht das, was sie sind. Kann man das so sagen? Ich würde eher sagen, die würden ohne meine Forschung vielleicht nicht die Produkte oder Dienstleistungen anbieten, die sie anbieten.

blen Gesprächen mit, und jemand könnte die Daten abzapfen. Die Frage ist also: Wie hoch ist die Datensicherheit? Wer Alexa so nutzen will, dass sie ihm möglichst viel bringt, wird sie mit vielen Daten, auch sensiblen, füttern müssen. Dadurch erhöht sich die Gefahr des Missbrauchs. Wer Angst hat, dass jemand die Daten abzapfen könnte, sollte die Finger davon lassen.

„Alexa“ von Amazon etwa basiert auf Ihrer Technologie zur Spracherkennung. Haben Sie selber eine? Nur im Büro. Meine Frau hat gesagt, sie muss von zu Hause verschwinden, sonst schmeißt sie mich „samt meiner Freundin“ raus. Wie viele andere auch hat meine Frau Angst, dass Alexa mithört. Selbst im Büro habe ich sie wieder abstecken müssen, weil Mitarbeiter nervös wurden.

Woher kommt die Angst vor der KI? Sind es die filmischen Dystopien aus Hollywood, die die Angst schüren, Maschinen könnten uns irgendwann den Rang ablaufen? Da überlagern sich mehrere Ängste: Erst mal hat der Mensch Angst vor allem Neuen. Dann hat er Angst vor Dingen, die er nicht versteht. Dazu kommt die Angst, dass man entmündigt wird. Der Computer merkt, dass ich Rechtschreibfehler mache, dass ich in manchen Bereichen unzulänglich bin. Schließlich gibt es noch die Angst vor Überwachung und davor, dass Entscheidungen nicht mehr nach menschlichen Gesichtspunkten gefällt werden. Das Absurde ist: Die meisten Menschen vertrauen eher Politikern, und seien sie auch noch so dumm und ahnungslos, als einer Maschine, die eine rationale Entscheidung trifft. Und jetzt kommt noch eine Facette dazu: Die von Filmen wie „Matrix“ geschürte Angst, die Maschinen könnten die Welt übernehmen und uns Menschen als Batterien benutzen, was völliger Humbug ist. Warum? Weil es jetzt schon bessere Batterien gibt als Menschen.

Ist die Scheu vor einem Mikro, das immer angeschaltet bleibt, nicht begründet? Immerhin fungierte Alexa in den USA neulich sogar als Zeugin in einem Mordprozess. Das ist die Frage. Je mehr Daten gespeichert werden, desto besser für die Technologie. Wenn Alexa laufend mithört, kann sie sich genau auf Ihren Dialekt einhören. Beim nächsten Befehl tut sie sich leichter, einen schlecht verständlichen Satz zu vervollständigen und das Gesagte mit den Daten, die sie hat, abzugleichen. Andererseits hört das Gerät natürlich auch bei sensi-

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EDITION / VOL. 2 – UPDATE

Die natürliche Dummheit ist also gefährlicher als die künstliche Intelligenz? Auf jeden Fall. Am gefährlichsten aber ist, wenn dumme Menschen sehr intelligente Maschinen benutzen. Der dumme Mensch etwa, der seine Rakete mit KI ausgestattet hat und daher zielgenau treffen kann ... Was verstehen Sie unter „Weltwissen“? Das ist das, was der künstlichen Intelligenz noch fehlt. Das Wissen, wie die Welt funktioniert. Physikalische Gesetze, Soziales. Ein Beispiel aus dem Bereich selbstfahrender Autos: Sie fahren. Der Wind geht und ein Baum biegt sich. Ich als Mensch weiß, der Baum biegt sich wieder zurück. Er fällt nicht um. Aber wenn ich das noch nie gesehen habe, gehe ich unter Umständen davon aus, dass der Baum auf die Straße fällt, und leite eine unnötige Vollbremsung ein. In vielen Bereichen, z. B. in der Krebsdiagnostik, ist KI bereits besser als der Mensch. Soll die Maschine auch sensible Entscheidungen übernehmen können wie: „Diagnose: Untherapierbar“? Ich habe da eine ganz genaue Vorstellung. Die Diagnose wird vor allem bei bildgebenden Verfahren mehr und mehr maschinell geschehen, weil die Maschine weltweit auf Millionen von Bildern zugreifen kann und der Mensch einfach nicht so viel sehen kann. Aber: Um die richtige Therapie zu empfehlen, muss ich mich in den jeweiligen Menschen hineinversetzen können. Da braucht es einen gesamthaften Blick und Empathie. Ich muss Mensch sein, um zu wissen, was Schmerzen sind und wie viel Schmerz jemand aushalten kann. Nebenwirkungen, Therapieverlauf, Beurteilung des familiären Umfelds: Da ist die Maschine noch weit davon entfernt, hilfreich zu urteilen.

Nun arbeiten Sie aber auch an einem Projekt für Zalando. Ziel ist es, ein intelligentes System zu entwickeln, das Fashiontrends in sozialen Medien aufspürt. Ist das ein Herantasten an diese schräge Welt? Es gibt Firmen, die das möchten. Pharmafirmen etwa tracken Twitter. Wo es einen durch Kommunikation belegten Grippeausbruch gibt, werden Grippemittel in die dort ansässigen Apotheken geliefert. Wenn alle anderen Mittel ausgehen, ist meines noch vorrätig. Man verschafft sich einen Wettbewerbsvorteil, indem man soziale Medien analysiert. Mit Zalando geht es in Richtung Mode. Hier ist die spezielle Challenge, dass man Text und Bild miteinander in Einklang bringen muss, weil Mode visuell ist. Jemand lädt ein Bild auf Facebook hoch und schreibt, das sei gestern eine tolle Party gewesen. Die Leute seien toll angezogen gewesen. War das nun ehrlich gemeint oder ironisch? Falls ehrlich: Wen genau meinte er auf dem Foto: Einen? Mehrere? Alle? Und welche Kleidungsstücke sind gemeint? Wenn ich das herausfinde, kann Zalando das auf der Titelseite laden, und der Partygast findet tags darauf online genau die Klamotten, die er so toll fand. Wo verläuft da für Sie die Grenze zwischen Dienstleistung und Manipulation? (Lacht.) Ist Werbung Manipulation? Jeder manipuliert jeden. Ich manipuliere Sie, Sie mich jetzt gerade mit Ihrer Frage. Alles, was ich auf meine Institutswebsite lade, manipuliert unter Umständen, weil die Site meine Arbeit in ein besseres Licht rückt, indem nur die Erfolge gezeigt werden, das, was schiefging, hingegen nicht. Die Grenze, wo Werbung aufhört und Manipulation beginnt, ist schwer zu ziehen.

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Wie sehen Sie die jüngsten Manipulationen von Wahlen? Auch dafür war letztlich KI verantwortlich. In allen sozialen Netzwerken gibt es das Problem, dass sich Maschinen einklinken und gezielt Messages verbreiten und man nicht mehr weiß, ob dahinter Menschen stecken oder eine Maschine, die sich als tausend verschiedene Menschen ausgibt, die alle dasselbe denken. So wird Meinungsmache betrieben. Eine weitere Gefahr ist, dass man sich in eine Bubble einhüllt. Diese Maschinen werden immer intelligenter, wissen genau, welche Nachrichten Sie hören wollen und welche nicht, und sie füttern Sie mit dem Gewünschten und filtern alles andere weg. Das heißt, sie bestärken ein bestimmtes Denkmuster? Genau. Das ist einerseits gut, weil das Gewünschte geliefert wird, andererseits kommt einem so der objektive Blick auf die Welt abhanden, weil ich nur noch Dinge serviert bekomme, von denen das System glaubt, sie entsprächen meiner Meinung. Der Filter, den ich mir selber aufgebaut habe, kann also so stark werden, dass er mir den Blick auf die Welt verstellt. Zu mir dringt nur noch durch, was von der Firewall meiner eigenen KI zu mir durchgelassen wird. Folgen daraus nicht die Extremisierung vorhandener politischer Meinungen und die Spaltung der Gesellschaft? Doch. Das würde in seiner Extremform sogar dazu führen, dass Menschen mit den gleichen Begriffen völlig Unterschiedliches meinen und deshalb nicht mehr miteinander sprechen können, weil das Miteinander als Basis für gemeinsame Kommunikation abhandengekommen ist. Ich weiß nicht, wie so eine Welt funktionieren soll.

ZUR PERSON: Sepp Hochreiter ist gebürtiger Bayer. Eigentlich hätte er Landwirt werden sollen, doch dann kam er mit Schach und Mathematik in Berührung. Über den zweiten Bildungsweg gelangte er an die TU

München. Mit seiner „Long Short-Term Memory (LSTM)“-Architektur hat

er die Grundlage für Deep Learning, einen Teilbereich des maschinellen Lernens, gelegt. Obwohl er Angebote aus der ganzen Welt erhalten hat, ist er an der Johannes Kepler Universität in Linz geblieben, wo er eine

Professur innehat. Nachtragend ist er nicht: Beim Projekt ELLIS, einem europäischen Spitzenverbund für maschinelles Lernen, arbeitet er auch

mit jenen Leuten von Google zusammen, die ihm einst drohten, sie würden auf jede seiner Erfindungen Hunderte Leute ansetzen.


Points of Interest Hamburg, Rom, Lissabon – Adressen von Restaurants, die eine Reise wert sind. Neun persönliche Favoriten von Herausgeber Lars Braun. TEXT: Alexandra Hawel. FOTOS: Max Fuchs, Carlos Ibáñez, Lisa Vanthournout, John Jason/unsplash.com.


EDITION / VOL. 2 – KLASSIKER

I. LISSABON SOLAR DOS PRESUNTOS / R. PORTAS DE STO ANTÃO 150 / LISSABON Herrlich authentisch mit fantastischem Essen, vor allem Fisch. Zur Lunch-Time sind freie Plätze ein rares Gut; wer schon mal dort war, weiß, warum. SEA ME / RUA DO LORETO 21 / LISSABON Delikates aus dem Meer direkt von der Angel, köstlich zubereitet. Mit dem Fisch des Tages liegt man immer richtig, aber auch das Angebot an Sushi kann sich sehen lassen. SUD LISBOA / AVENIDA BRASÍLIA / LISSABON Eine unschlagbare Kombination aus köstlicher, italienisch angehauchter Küche und modernem Ambiente in Traumlage direkt am Strand. Auch perfekt für den Sundowner.

II. ROM L’ARCANGELO / VIA GIUSEPPE GIOACHINO BELLI 59 / ROM Der Chef persönlich ist hier sehr präsent – die Einrichtung, das Ambiente und auch die Gerichte erzählen aus Arcangelo Dandinis Lebensgeschichte. Nicht nur fürs Pastaessen perfekt. CASA DI ARMANDO / SALITA DEI CRESCENZI 31 / ROM Einen Steinwurf vom Pantheon entfernt, ist dieses authentische kleine Restaurant seit Jahrzehnten die erste Adresse für den Genuss italienischer Klassiker wie Bruschetta und Pasta alla gricia. ROSCIOLI / VIA DEI GIUBBONARI 21 / ROM Aus Zutaten vom Allerfeinsten (speziell Käse) werden traditionelle italienische Gerichte wie Spaghetti alla carbonara gezaubert und von einer großen Auswahl an erlesenen Weinsorten begleitet.

III. HAMBURG BRASSERIE TORTUE / STADTHAUSBRÜCKE 10 / HAMBURG Unkompliziert und köstlich, in Paris oft zu finden, in Hamburg bisher kaum: französische Küche vom Feinsten, mit einer Prise deutscher Inspiration. IL VAGABONDO / BAHRENFELDER STR. 242 / HAMBURG Italienische Küche, wie man sie sich vorstellt und wünscht. Im Ristorante mit familiärem Ambiente begeben sich die Geschmacksknospen auf eine kulinarische Reise durch Mittelitalien. HENSSLER AT HOME / GROSSE ELBSTR. 137 / HAMBURG Die Kombination aus japanischer Tradition und modernen Trends ergibt Sushi vom Feinsten mit einem kleinen Twist. Sowohl geliefert perfekt als auch im Restaurant sensationell.

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Molta Passione Mit einem italienischen Rennrad kauft man nicht nur ein Rad. Man kauft immer auch ein Stück Radsportgeschichte und damit Leidenschaft. Wirft man einen Blick auf diese Schönheiten hier, wird deutlich, dass die Wiege des Radsports nur in Bella Italia liegen kann. TEXT: Markus Deisenberger. FOTOS: Hersteller.

I. DE ROSA: DAS HERZBLATT

II. PASSONI: DER TITANTRAUM

Eddy Merckx ließ sich viele seiner Rahmen von Ugo de Rosa bauen, auch wenn er laufende Verträge mit anderen Radherstellern hatte, einfach weil er ihn für den Besten seiner Zunft hielt. Viele seiner Siege fuhr er daher auf De-Rosa-Rädern ein. Inoffiziell. Nach seinem Karriereende erlernte Eddy dann von Ugo das Handwerk des Rahmenbaus und gründete seine eigene Firma, aber das ist eine andere Geschichte. Das Modell De Rosa SK wurde von Pininfarina designt.

Viele Ex-Radprofis (wie etwa Juan Antonio Flecha) sieht man nach ihrer Karriere auf den Titan-Boliden des kleinen italienischen Herstellers Passoni herumkurven. Warum? Weil sie endlich das fahren können, was sie fahren wollen. Nur zwei Rahmen verlassen pro Tag die Fabrik. Ein Produkt mit so viel Liebe zum Detail braucht einfach seine Zeit. Ein maßgefertigter Rahmen von Passoni ist ab 6.000 Euro zu haben. Aber wir wissen ja: Schönheit hat ihren Preis.

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EDITION / VOL. 2 – STILWELT

III. PINARELLO: DER SERIENSIEGER

IV. SARTO: DAS MASSKUNSTWERK

Was haben Miguel Indurain, Jan Ullrich und Chris Froome gemeinsam? Sie alle gewannen auf einem Pinarello die Tour de France. Insgesamt vierzehn Siege auf der „Großen Schleife“ schlagen auf der Habenseite des Herstellers aus Treviso zu Buche. Zuletzt gewann Geraint Thomas auf einem Pinarello Dogma. Das brandneue F10 Dogma beweist, dass die großen Siege untrennbar mit italienischer Rahmenbaukunst zusammenhängen. Und: Was schnell genug für diese Könner ist, sollte wohl schnell genug für uns alle sein.

Antonio Sarto war einer der wenigen, die trotz Fernost-Booms unbeirrt daran festhielten, seine Rahmen in Italien zu fertigen. Wie überlebt man das? Indem man besonders gute Rahmen baut. Viele seiner Räder endeten mit den Logos anderer, großer Marken auf dem Unterrohr. Deshalb wurde ihm auch nie die Anerkennung zuteil, die er verdient hätte. Noch heute ist Sartos Konstruktionsmethode eines der bestgehüteten Geheimnisse italienischer Rahmenbaukunst. Das Lampo Plus, ist dem Namen entsprechend perfekt geschnitten.

WWW.PINARELLO.COM

WWW.SARTOBIKES.COM

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Mantel MOORER Hemd BORRELLI Hose INCOTEX Sneaker SANTONI


EDITION / VOL. 2 – FASHION STORY V

SAUDADE SAUDADE, PORTUGIESISCH UND FAST UNÜBERSETZBAR. SIE BEZEICHNET DIE SEHNSUCHT NACH ETWAS, DAS MAN NOCH NICHT KENNT. NACH ORTEN GENAU WIE NACH MENSCHEN, NACH EMOTIONEN GENAU WIE NACH DINGEN. WIE PASSEND FÜR DIE MODE. IST ES DOCH DEREN LIEBSTES BEGEHR, EINE SEHNSUCHT ZU STILLEN, VON DER MAN NICHT WUSSTE, DASS MAN SIE HAT.

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Mantel FAY Hemd BORRELLI

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EDITION / VOL. 2 – FASHION STORY V

Funktion kann so schön sein: Mantel von Sealup aus funktionaler Microfaser. Wasserfest, atmungsaktiv und mit getapten Nähten, in elegant-minimalistischem Design. Edel: der bedruckte Schal von Stile Latino, gekonnt geknotet. Mantel SEALUP Schal STILE LATINO

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EDITION / VOL. 2 – FASHION STORY V


Der typischen Cabanjacke verpasst die italienische Marke Moorer ein zeitgemäßes Update: hergestellt aus leichtem Baumwolle-Microfaser-Mix, mit variablem Revers und Knopfriegel unter dem Kragen. Ein Signature-Piece ist Tom Fords moderne Variante der Pilotenbrille mit markantem Acetatrahmen und getönten Gläsern. Jacke MOORER Hose INCOTEX Sonnenbrille TOM FORD

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Wir freuen uns über Ihren Besuch auf braun-hamburg.com/edition oder in einem unserer Geschäfte.

Blouson SEALUP Schal STILE LATINO


EDITION / VOL. 2 – FASHION STORY V

Die Karabinerhaken als VerschlĂźsse sind ein typisches Erkennungsmerkmal von Fay, die gekonnte Verbindung von Klassik und Moderne ist es ebenso. Der kurze Schnitt, die markanten Fronttaschen und das elastische, wasserabweisende Material machen die Jacke zum Lieblingsteil. Jacke FAY Hose INCOTEX Sneaker SANTONI

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Die kleinen Freuden des Lebens Es sind die kleinen Dinge, die durch ihre Feinheiten den Alltag versüßen und das Leben bereichern. Fünf einzigartige Objekte – so kostbar, so besonders und so außergewöhnlich, dass sie unsere ungeteilte Aufmerksamkeit verdienen. TEXT: Alexandra Hawel. FOTOS: Hersteller.

I. HYDROPHILES UNIVERSALGENIE 6,77 Meter lang und 2,50 Meter breit ist der Allrounder von MasterCraft. Außen wie innen präsentiert sich die Yacht XT22 modern und sehr sportlich, aber doch stilvoll. Durch eine intelligente Raumaufteilung mit Flip-up-Sitzen finden elf Personen inklusive Ausrüstung gut Platz. Auch die technischen Features überzeugen: Ein exklusiv für MasterCraft entwickeltes Marine-Soundsystem von Klipsch liefert den passenden Sound zum Abenteuer auf hoher See, ein neuer Dual Screen im Cockpit bietet volle Kontrolle über alle Features und ermöglicht eine kinderleichte Anbindung von Smartphone, GoPro und Co. XT22 VON MASTERCRAFT

II. ZEITLOSER KLASSIKER Ein Klassiker, der die Herzen von Uhrenliebhabern höherschlagen lässt: Die IWC Portugieser ist Kult. 42,3 Millimeter Durchmesser misst das Gehäuse, das durch den gewölbten und beidseitig entspiegelten Saphirglas-Sichtboden einen Blick auf die filigranen Einzelheiten des Manufakturkalibers freigibt. Charakteristisch für die Kaliberfamilie 52000 sind zwei Federhäuser, die dem feingliedrigen Kunstwerk sieben Tage Gangreserve ermöglichen. Die Historie des Zeitmessers spiegelt sich auch heute noch in seinem Design wider: Das Zifferblatt erinnert subtil an das legendäre Original aus den dreißiger Jahren. PORTUGIESER AUTOMATIC VON IWC


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III. VERFÜHRUNG DER SINNE Das verführerische Bukett der berühmten Rose von Grasse liegt dieser Duftkomposition zugrunde. In Kombination mit warmen, holzigen und leicht scharfen Noten von Kreuzkümmel, Weihrauch, Zeder und einem Hauch Amber entfaltet die Rosa centifolia ihr wunderbares Aroma. Subtil ergänzen Guajakholz und Zistrosen das betörende Dufterlebnis. Ein kleiner Spritzer direkt auf die Haut genügt, und das Eau de Parfum entwickelt an Damen und Herren gleichermaßen im Laufe des Tages seine volle Wirkung: Der Duft ist auch am Ende des Tages noch deutlich wahrnehmbar. ROSE 31 VON LE LABO

IV. HIGH SPEED Eine Empfehlung von Novak Đoković höchstpersönlich: der Speed Pro von Head. Er ist kein Gerät für Anfänger, lässt jedoch die Herzen von fortgeschrittenen Turnierspielern schneller schlagen. Die Graphene-360-Technologie verhilft zu einer besseren Stabilität und zu einer optimierten Energieübertragung. Ein 18/20-Bespannungsbild bietet selbst bei höchsten Geschwindigkeiten maximale Kontrolle. Während die inneren Werte allemal für sich sprechen, garantieren das außergewöhnliche Color-Blocking-Design und die durchsichtige Karbonfaser im Schlägerkopf die Attraktivität des Äußeren. SPEED PRO VON HEAD

V. SCHAU MIR IN DIE AUGEN Der Name „Austin“ kommt nicht von ungefähr: Das Modell ist nach dem Geburtsort des Designers Tom Ford benannt und bringt die texanische Coolness mit. Unaufdringlich und lässig wirkt der dunkelbraune Rahmen im Aviator-Stil aus Acetat. Kleine Akzente setzen die goldenen Elemente im Stil des Tom-Ford-Logos an den Rändern der Brille. Leichte und robuste Kunststoffgläser mit Farbverlauf machen die Sonnenbrille zu einem widerstandsfähigen Klassiker, der zu allen Outfits und Lebenslagen passt. 100 Prozent UVSchutz und Filterkategorie 3 sind dabei selbstverständlich. AUSTIN VON TOM FORD


44448 DAVID FLUO HOODED JACKET IN DAVID FLUO. DAVID FLUO IS A STAR SHAPED JAPANESE POLYESTER / POLYAMIDE SUBSTRATE, DYED THROUGH SPECIAL HIGH TEMPERATURE PROCEDURES, WITH THE ADDITION OF AN ANTI-DROP AGENT. THE HEAT-INDUCED COMPRESSION RADICALLY TRANSFORMS THE HAND AND BODY OF THE FABRIC. STONE ISLAND CONSTRUCTS THE GARMENTS AND THEN WASHES THEM AT 60°C. IMPORTANT HOOD WITH DRAWSTRING, OVER STITCHED VISOR AND WIND FLAP. DIAGONAL POCKETS ON UPPER FRONT, WITH FLAP AND SNAP. DRAWSTRING AT WAIST. ADJUSTABLE STRAP AT CUFFS. HIDDEN DOUBLE SLIDER ZIP AND BUTTONS FASTENING, WITH VERTICAL APPLIQUÉ IN THE SAME FABRIC. 104 . 105

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EDITION / VOL. 2 – LITERATUR

Inspiration, seitenweise Bilder, die uns die Sprache verschlagen, und Worte, die uns in unserem Inneren berühren, in einem zeitlosen Format harmonisch zusammengefügt. Vier Bildbände, die sich allesamt durch eine perfekte Symbiose aus Wort und Bild auszeichnen und in ganz unterschiedliche Welten entführen. TEXT: Daniela Stollnberger. FOTOS: Jonathan Friedman Photography/PARTISANS, The Metropolitan Museum of Art, New York, Courtesy of NASA, Helmut Schlaiß.

I. NICHT VON DIESER WELT Voyager, Gemini oder Apollo – klingende Namen, die gleich an eines denken lassen: an das Weltall und seine Eroberung. Es existieren spektakuläre Aufnahmen, die die Streifzüge der Menschheit durch das All bildgewaltig festgehalten haben. Über 500 historische Fotografien und Konzeptdarstellungen aus über 60 Jahren Raumfahrtgeschichte sind hier in einem außergewöhnlichen Bildband versammelt. Inklusive wenig bekannter Aufnahmen mit begleitender Geschichte, die aus der Historie der NASA erzählen. AUTOREN: PIERS BIZONY, ANDREW CHAIKIN, ROGER LAUNIUS TITEL: DAS NASA-ARCHIV. 60 JAHRE IM ALL VERLAG: TASCHEN

II. MONUMENTALE HOLZBAUTEN 170 sensationelle Bauwerke aus den letzten 1.000 Jahren, und alle haben eines gemeinsam: Sie bestehen aus Holz. Eine literarische und fotografische Reise durch die Zeit mit ihren hölzernen Monumenten, mit unbekannten Blickwinkeln auf atemberaubende Gebäude und Strukturen. Hochmoderne Komplexe und rustikale Bauwerke reihen sich Seite an Seite und ergeben ein bildgewaltiges Potpourri grandioser Architektur. FOTOGRAF/AUTOR: WILLIAM HALL TITEL: WOOD VERLAG: PHAIDON


EDITION / VOL. 1 – STILWELT

Wo ließe sich Zeitgeschichte besser schreiben als an einem Ort, der viel zu erzählen hat: 1910 wurde die Sternwarte in

der renommierten Uhrmacherstadt Glashütte erstmals in Betrieb ge nommen. Knapp 100 Jahre später bescherte ihr der Wiederauf bau durch die Firma WEMPE große Aufgaben: Mit der Einrichtung der einzigen Prüfstelle

Willkommen im Automatik-Zeitalter der WEMPE CHRONOMETERWERKE.

Hamburg: Jungfernstieg 8, T 040.33 44 88 24 · Mönckebergstraße 19, T 040.33 44 88 22 WEMPE CHRONOMETERWERKE Armbandchronometer in 18k Gold mit Automatikwerk. Für € 14.950 exklusiv erhältlich bei Wempe. Verwaltung: Gerhard D. Wempe KG, Steinstraße 23, 20095 Hamburg An den besten Adressen Deutschlands und in London, Paris, Madrid, Wien 106 und. New York. www.wempe.com 107

nach deutscher Chronometernorm und der Etablierung der WEMPE Uhrmacherschule bildet die Sternwarte in Glashütte heute den per fekten Produktionsstandort für die Armbandchronometer der WEMPE GLASHÜTTE ∫/SA Kollektion.


VON ALLEN WELTEN, DIE DER MENSCH ERSCHAFFEN HAT, IST DIE DER BÃœCHER DIE GEWALTIGSTE. Heinrich Heine


EDITION / VOL. 2 – LITERATUR

III. AUF GOETHES SPUREN Die grandiosen Beobachtungen und ewigen Worte des Dichters aus dem im deutschsprachigen Raum wohl bekanntesten Reisebuch, mit eindringlichen Schwarz-Weiß-Aufnahmen untermalt. Helmut Schlaiß ermöglicht es durch diese bildreiche Hommage, einmal mehr auf den Pfaden Goethes zu wandeln. Ein inspirierender Bildband mit monochromen Fotografien von den berühmten Stationen der italienischen Reise. AUTOR: HELMUT SCHLAISS TITEL: ITALIENISCHE REISE VERLAG: MANESSE

IV. DIE EROTIK IN DER KUNST Eine sorgfältig kuratierte Sammlung aus 170 Kunstwerken, allesamt der Erotik gewidmet, von großen Namen und großen Talenten. „The Art of the Erotic“ zeigt einen facettenreichen, chronologisch geordneten Überblick über die erotische Kunst durch die Jahrhunderte. Jedes Kunstwerk erzählt seine eigene Geschichte, und so entsteht ein Bildband, der mit jeder Seite überrascht und einen neuen Aspekt der erotischen Kunst offenbart. AUTOR: PHAIDON EDITORS, ROWAN PELLING TITEL: THE ART OF THE EROTIC VERLAG: PHAIDON

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EDITIO N

VOL. 2 / 2019

HERAUSGEBER Lars Braun BRAUN Hamburg Mönckebergstraße 17, 20095 Hamburg, Kaisergalerie, Große Bleichen 27, 20354 Hamburg. T +49 (0)40/33 44 7-0, F +49 (0)40/33 44 7-103, www.braun-hamburg.com

MITARBEITER DIESER AUSGABE Barbara Lackerbauer, Daniela Stollnberger, Markus Deisenberger, Ortwin Neumayer, Martina Strasser, Christina Hörbiger-Strasser, Anouk Schönemann, Sigrid Staber LEKTORAT Uta Scholl (www.korrifee.at)

FÜR DEN INHALT VERANTWORTLICH Marc Schmidt

FOTOGRAF Andreas Ortner (www.andreasortner.com)

VERLEGER UCM Werbe- und Verlagsagentur B2C Corporate Publishing GmbH, Salzweg 17, A-5081 Salzburg, www.ucm-verlag.at

STYLING Roswitha Wieser

CREATIVDIRECTION Nicolaus Zott

SHOOTINGLOCATION The One Palácio da Anunciada

PROJEKT- UND REDAKTIONSLEITUNG Alexandra Hawel

MODELS Leo Eller, Guy Robinson, Federico Novello

ARTDIRECTION Lisa Baumgartlinger

DRUCK Samson Druck GmbH

TEXTCHEFIN MODE Martina Müllner-Seybold

ANZEIGEN Heike Hagemann (h.hagemann@braun-hamburg.com)

Geringe Farbabweichungen sind drucktechnisch nicht zu vermeiden. Copyright vorbehalten.

HAIR & MAKE-UP Marlies Kürbiss


“Our story is about passion, family tradition, attention to detail and many years of experience.”

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Braun Edition Vol. 2  

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