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Jänner & Februar 2015 | € 3,50

TRAILRUNNING SZENE DAS TRAILRUNNING MAGAZIN AUS ÖSTERREICH

Wärme von Innen

Thermische Wirkung von Nahrungsmitteln

Transmallorca Run Laufen am Limit in Spanien

Achillessehne So streikt sie nicht mehr

Winter-Saison!

Schuhe und mehr für frostige Trails!

Trail Erlebnisse

Sahara, Armenien und Marrakesch Ausgabe 1 | 2015

Brennt dein Lebensfeuer? Thema Herzratenvariabilität

Trail Talk

Andreas Rois & Erika Tiefengraber

€ 3,50

im ländle

iglu bauen

Einmal Suppe, bitte!

Wunderschöne Trails im Westen des Landes

Was die Eskimos können, das können wir auch! In 6 Schritten zum Haus aus Schnee

Rezepte, die uns so richtig einheizen


TRAILRUNNING SZENE j abonnetzt ieren

!

ABO - 6 Ausgaben „Trailrunning SzenE“ KOSTEN € 25,- (6 Ausgaben, inkl. Versand) ABO PRÄMIE Dynafit Headband im Trailrunning Szene Design

ABO PRÄMIE Dynafit Headband (Symbolfoto)

SO FUNKTIONIERT‘S: Sende eine E-Mail mit deiner Adresse + Info, ab welcher Ausgabe das Abo starten soll, an abo@trailrunning-szene.at

Trailrunning Szene auf Facebook www.facebook.com/trailrunningszeneat Werde Fan und sei immer top informiert über die aktuellsten Berichte, Interviews, Produkttests und mehr aus der Trailrunning Szene! 2


VORWORT Liebe trailrunner, outdoor-sportler & naturbegeisterte! In dieser Winter-Ausgabe dreht sich alles um das Thema Erlebnis. Erlebnisse bei Touren, mit Freunden oder bei spektakulären Rennen. Ihr findet wie immer zahlreiche Rennberichte, Tourentipps und ganz spezielle Momente von einigen Lesern, die dem Aufruf, von ihrem Trail-Erlebnis 2014 zu erzählen, nachgekommen sind. „Meine Kraft schöpfe ich aus den Ideen für die Zukunft, nicht aus den Leistungen, die hinter mir liegen“, so Reinhold Messner. So ganz gebe ich ihm da nicht Recht, denn wer diese Ausgabe durchblättert, soll bei den Geschichten nicht wehmütig zurückblicken, sondern sich motivieren und inspirieren lassen für die kommenden Monate, die neue Saison. Zahlreiche Touren und Trails warten auf uns, Rennen, die man plant und für die man - genau jetzt! - die Basis legt. Um in der kalten Jahreszeit für das frostige Winterwetter gerüstet zu sein, haben wir von Schuhen über Mützen, Handschuhen und ‚gefriersicheren‘ Trinksystemen so einiges getestet. Außerdem haben wir die wichtigsten Lawinen-Tipps und Infos für euch, mit den Rezepten könnt ihr euch von innen wieder aufwärmen. Egal ob es stürmt oder schneit, regnet oder die Sonne scheint, wenn ihr das Gefühl habt, keinen Fuß vor die Tür setzen zu wollen, dann nehmt diese Ausgabe in die Hand, blättert durch die Trail-Geschichten und geht hinaus. Lauft, habt Spaß und freut euch darüber, die Möglichkeit zu haben, jeden Tag zu etwas ganz Besonderem werden zu lassen. Und wenn ihr einmal keine Lust auf Laufen habt, dann geht auf die Loipe, macht eine Tour mit den Schneeschuhen oder weckt den Abenteurer-Geist in euch und baut ganz einfach ein Iglu!

Sigrid Huber Chefredakteurin & Herausgeberin

IMPRESSUM Herausgeber, Redaktionelle Leitung: Sigrid Huber, 4273 Unterweißenbach, Wildberg 22, Tel.: 0650 8829140 | Kontaktdaten: info@trailrunning-szene.at | Grafik & Layout: Michaela Huber Redaktionelle Mitarbeit in dieser Ausgabe: Michaela Huber, Astrid Eder, Andreas Huber, Mike Breit, Claudia Konowski, Benjamin Klingler, Verena Zorn, Thomas Bosnjak, Demeter Dick, Steve Auch, Wolfgang Seidl, Norbert Rauch, Paul Friedrich, Holger Lapp, Raimund Ortner, Lukas Negedly, Florian Brutter, René und Marcel Fahrengruber Anzeigen: info@trailrunning-szene.at | Druck: Pressehaus NÖ | Abo-Service: abo@trailrunning-szene.at Haftungsausschuss: Die Autorinnen und Autoren übernehmen keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. Haftungsansprüche gegen die Autorinnen und Autoren, welche sich auf Schäden materieller oder ideeller Art beziehen, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der dargebotenen Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Informationen verursacht wurden sind grundsätzlich ausgeschlossen, sofern seitens der Autorinnen und Autoren kein nachweislich vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verschulden vorliegt.

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Leserbriefe leser Du hast K r brief e@tr itik für u n ailru nning s? -szen e

Läuferberichte sind toll

.at

Ich habe soeben eure zweite Ausgabe ausgelesen und finde vorallem die Läuferberichte großartig. Ich werde auch einige eurer Rezepte in den nächsten Tagen ausprobieren. Andreas

Toll aufgezogen Gratulation zum tollen Magazin - habt Ihr absolut toll aufgezogen! Ich halte euch die Daumen, dass es ein voller Erfolg wird! Johannes

macht weiter so! Super Zeitschrift, schön, übersichtlich, informativ. Macht weiter so :-) Daniel

Endlich ein Magazin für Österreich Ich habe vor kurzem zufällig euer Magazin in der Bahnhofstrafik gesehen, konnte es kaum fassen, dass es jetzt auch in Österreich ein Trail Magazin gibt. Endlich ! Ich persönlich finde es übrigens nicht gut, dass man das Magazin auch online einsehen kann. Es gibt sicherlich genug Schnorrer, die das Magazin dann niemals kaufen, ein paar „Appetizer“ würden sicher genügen. Wolfgang

Hallo Wolfgang, Danke für deine Worte, das freut uns! Natürlich ist uns bewusst, dass es nicht nur Vorteile hat, das Magazin online kostenlos anzubieten und bestimmt gibt es einige, die es dann nicht kaufen. Andererseits: Vielleicht genau deshalb, denn gemütlicher ist es ja doch, sich auf die Couch zu legen und ein gedrucktes Magazin zu lesen. Uns ist auch wichtig, dass Leser aus den umliegenden Ländern die Möglichkeit haben, das Magazin einzusehen - bisher ist Trailrunning Szene nur in Österreich am Kiosk erhältlich und vielleicht kommt der ein oder andere ja auf die Idee, nach Österreich zu fahren und dort ein paar Tage Trail-Urlaub einzulegen! Dein Trailrunning Szene Team

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Inhalt SZENE 6

material 48

Österreich, International Die letzten Trailläufe kurz zusammengefasst, inkl. Platzierungen.

Windstopper Laufhosen

...48

Schuhe mit Gaitors/Spikes

...50

Accessoires ...52

rennberichte 12 Tour de Tirol

...12

Kürnberg Trail

...14

Hochkönig WM-Qualifikation

...16

Salzburg Trailrunning Festival

...18

Wien Rundumadum

...20

K42 Trans Mallorca Run

...22

atra 28

Nice to have

...54

Kids on Trail

...55

Trinksysteme

...56

touren 58 Wienerwald ...58 Nasenweg, Kahlenberg Teichalm (Graz)

...59

Bizau (Vorarlberg) Laufen im Ländle

...60

Austrian Trail Running Association

die natur & ich 62 training 30

In 6 Schritten zum Iglu

Saisonplanung ...30 Gezielt durch‘s Trail-Jahr Lebensfeuer ...32 Alternative zur Trainingsbetreuung Alternativtraining ...34 Skitour, langlaufen,.. Mentaltraining ...37

Trail camps 36 Mallorca und Fuerteventura

ernährung 64 Thermische Wirkung ...64 Das Richtige für die kalte Jahreszeit Rezepte Chai Latte Sesam Grissini Karotten-Ingwer-Kokos-Suppe Frühstücksbrei

...66

mein trailerlebnis 68

trail-abc 38 Lawinenkunde Wann ist eine Wintertour sicher?

trail hotels 40 Villa del Monate, Hotel San Augustin Wir machen den Trailrunning Hotelcheck

Hohentauern - Bösenstein Raimund Ortner

...68

Run Armenia Lukas Negedly

...70

Trail Run Atlas Toubkal Holger Lapp

...72

Marathon de Sables Florian Brutter

...74

vorschau 78 trail talk 44 Andreas Rois

...44

Erika Tiefengraber

...46

My way to UTMB Kolumne - Christoph Mizelli

...79

Terminkalender ...81 Dezember 2014 - Februar 2015 5


szene

österreich

Prochenberglauf

Tour de TIrol

26.10.2014 www.ybbsitz.at

3. - 5.10.2014 www.tourdetirol.com

Traumhaftes Wetter, sommerliche Temperaturen, ein Berglauf-Ausklang am Nationalfeiertag wie er nicht hätte besser sein können: Das war der traditionelle Berglauf auf den Prochenberg im niederösterreichischen Ybbsitz.

Für Viele war die Tour de Tirol in Söll der Abschluss der Trail-Saison. Ein schneller Zehner, ein wunderschöner Bergmarathon und ein genialer Trail, Herz was willst du mehr? Wer alle 3 Bewerbe bestritt, hatte am Ende 75 Kilometer 3615 Höhenmeter in den Beinen und eine Menge schöner Erinnerungen, die für das Wintertraining motivieren.

GESAMT (7 km, 710 Hm) Herren 1. Peter Katzensteiner 2. Andreas Fuchsluger 3. Josef Steiner

Damen 1. Julia Mühlbachler 2. Silke Lasselsberger 3. Alexandra Ruf

SÖLLER 10er (10 km, 225 Hm) Herren 1. Robbie Simpson 2. Adam Kovacs 3. Gerd Frick Damen 1. Timea Merényi 2. Simona Staicu 3. Kathrin Götz KAISERMARATHON (42 km, 2160 Hm) Herren 1. Robbie Simpson 2. Gerd Frick 3. Ralf Birchmeier Damen 1. Timea Merényi 2. Simona Staicu 3. Tanja Amiet PÖLVENTRAIL (23 km, 1200 Hm) Herren 1. Stefan Paternoster 2. Robbie Simpson 3. Gerd Frick

Kürnbergtrail

Damen 1. Katharina Zipser 2. Timea Merényi 3. Kathrin Götz

15.11.2014 www.kuernberglauf.at Zum ersten Mal wurde neben dem klassischen Kürnberglauf heuer auch der Kürnbergtrail ausgetragen. 28 Kilometer durch den Linzer Kürnbergwald waren dabei zu bewältigen. GESAMT (28 km) Herren 1. Robert Gruber 2. Demeter Dick 3. Matthias Schöber 6

Damen 1. Laetitia Pibis 2. Daniela Rechberger 3. Marlene Grabner

GESAMTWERTUNG Herren 1. Robbie Simpson 2. Gerd Frick 3. Ralf Birchmeier Damen 1. Timea Merényi 2. Simona Staicu 3. Tanja Amiet


Salzburg Trailrunnig Festival 25. - 26.10.2014 www.trailrunning-festival.at Ein Trail mitten in der Stadt, verschiedenste Distanzen, f체r jedes Alter und jeden Fitnesslevel die richtige Strecke; das wurde den Teilnehmern beim Trailrunning Festival in Salzburg geboten. FESTUNGSTRAIL (15 km, 570 Hm) Herren 1. Jono Wyatt 2. Robert Gruber 3. Peter Herzog

PANORAMATRAIL (7 km, 205 Hm) Herren 1. Daniel Niederreiter 2. Michael Syss-Inquart 3. Rudi Urban

GAISBERGTRAIL (22 km, 1135 Hm) Herren 1. Robert Gruber 2. Jono Wyatt 3. Markus Reich

Damen 1. Michaela Schedler 2. Angelika Tafatsch 3. Anna Rosenhuber

Damen 1. Katharina Loidl 2. Therese Wagenleitner 3. Katharina Wilharter

Damen 1. C채cilia Schreyer 2. Angelika Tafatsch 3. Michaela Schedler

Copyright: Sportograf

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pesenbachtallauf

Wien Rundumadum

08.11.2014 www.pesenbachtallauf.at

1.11.2014 www.wien-rundumadum.at

Bereits zum 29. Mal wurde der Klassiker im Pesenbachtal (OÖ) ausgetragen. Alle Local Heroes, gesamt etwa 250 Läufer, trafen sich hier zum traditionellen Saisonabschluss.

„Erlebe Wien von allen Seiten“, so das Motto der Erstaustragung von ‚Wien Rundumadum‘ am 1. November. Ganz Wien war bei dem Bewerb zu Umrunden, vom Kahlenberg über den Lainzer Tiergarten bis zum Zentralfriedhof. Wer vom Wien Marathon genug oder aber zu wenig hat, der ist bei ‚Wien Rundumadum‘ gut beraten. Der Lauf findet auch nächstes Jahr wieder statt.

GESAMT (11 km, 180 Hm) Herren 1. Robert Gruber 2. Chris Lyke 3. Bernhard Mandl

Damen 1. Bernadette Schuster 2. Irmi Kubicka 3. Lea Laukat

124 KILOMETER (1600 Hm) Herren 1. Hubert Morawetz 2. Klemens Huemer 3. Stefan Pointner

HOCHKÖNIG WM QUalifikation 19.10.2014 www.trailrunning-verband.at Wer beim Maxi Race in Annecy bei der Trailrunning WM 2015 für Österreich an den Start geht, entschied sich beim Qualifikationsrennen am Hochkönig. Eine anspruchsvolle Strecke über 2 Runden brachte die Sieger und somit das Nationalteam hervor. WM STRECKE (42 km, 3132 Hm) Herren 1. Andreas Rois 2. Markus Stock 3. Gerald Fister

Damen 1. Julia Mühlbachler 2. Silke Lasselsberger 3. Alexandra Ruf

Damen 1. Anita Waiß 2. Simone Durry 3. Angelika Toff 63 KILOMETER (200 Hm) Herren 1. Dietmar Korntner 2. Hannes Aichholzer 3. Andy Bacher Damen 1. Nicole Schawill 2. Silvia Fenz 3. Brigitte Fellner

5x powerbar vorrat zu gewinnen!

In Kooperation mit Powerbar verlosen wir 5 Sporternährungspakete im Wert von je € 35! Sende eine E-Mail mit Betreff „Powerbar” an gewinn@trailrunning-szene.at (Teilnahmeschluss ist der 20. Jänner 2015)

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szene

International

Skyrun Südafrika 22.11.2014 skyrun.co.za Keine Streckenmarkierung, raues Gelände, wenig bis kein Handy-Empfang. „Look out for snakes and loose rocks“, das Skyrace ist ein Rennen gemacht für Abenteurer, Naturliebhaber, Puristen. 100 KILOMETER Herren 1. Iain Don-Wauchope 2. Gary Robbins 3. Hylton Dunn

65 KILOMETER Herren 1. Nico Schoeman 2. Mazo Ndandani 3. Chris Cronje

Damen 1. Landie Greyling 2. Julia Boettger 3. Sue Chapman

Damen 1. Karoline Hanks 2. Karen Behrens 3. Izemari Roberts

Copyright: www.festivaldestempliers.com

Copyright: www.festivaldestempliers.com

FESTIVAL DES templiers (Südfrankreich) 26.10.2014 www.festivaldestempliers.com Ein technisch anspruchsvolles und prestigeträchtiges Rennen mit alleine 2500 Startern auf der 73-km-Distanz! Insgesamt zur Auswahl: 10 Strecken, das ist Trail-Begeisterung! 73 KILOMETER (3450 Hm) Herren 1. Benoit Cori 2. Sylvain Court 3. Alex Nichols

Copyright: www.festivaldestempliers.com

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Damen 1. Nuria Picas 2. Juliette Benedicto 3. Magdalena Boulet


Transruinaulta & Transviamala 18. - 19.10.2014 www.transviamala.ch/ Die imposante Rheinschlucht mit genussvollen Trails prägt das Lauferlebnis des neuen Trailmarathons in Graubünden (Schweiz), vom Start in Ilanz nach Thusis bewältigen die Läufer 42 Kilometer. Beim Transviamala sind 19 Kilometer zu absolvieren. 2 Rennen, 2 Schluchten Transruinaulta - 42 km, 1800 Hm Transviamala - 19 km, 750 Hm GESAMTWERTUNG Herren 1. Rolf Frei 2. Iwan Schwarz 3. Sandro Herrmann

Damen 1. Brigitte Eggerling 2. Andrea Huser 3. Nina Brenn

Copyright: www.transviamala.ch/

Grand Raid Réunion 23. - 26.10.2014 www.grandraid-reunion.com Im Indischen Ozean, zwischen Madagaskar und Mauritius findet im Rahmen des Grand Raid auf der Insel Réunion neben zwei ‚kürzeren‘ DIstanzen (93 km, 67 km) die Diagonale des Fous statt, auf Deutsch die „Diagonale der Verrückten“. Bereits zum 22. Mal wurde dieser legendäre Trail ausgetragen, 172 Kilometer und fast 10000 Höhenmeter, für die maximal 64 Stunden Zeit waren. Der Aufdruck auf den Finisher Shirts: „I survived“. LA DIAGONALE DES FOUS (172 km, 9996 Hm) Herren 1. Francois D‘Haene 2. Ludovic Pommeret 3. Aurelien Collet Copyright: www.transviamala.ch/

Damen 1. Nathalie Mauclair 2. Juliette Blancet 3. Uxue Fralle

Copyright: www.transviamala.ch/

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rennberichte

Tour de Tirol

Lauf der Emotionen Kaisermarathon bei Kaiserwetter Spiel, Spaß und Spannung; nicht Kinderüberraschung, sondern Tour de Tirol. Ein jedes Jahr wunderschöner Saisonabschluss im Tiroler Söll, wo insgesamt 75 km und 3650 Höhenmeter zu absolvieren sind. Wir sind umringt vom Kaisergebirge und als 1. Etappe wartet der Söller Zehner auf uns. Im Vorfeld des Rennens wird wie immer fachgesimpelt, wer hatte die meisten Probleme, keine Zeit fürs Training, und überhaupt machen wir das alles ganz locker, oder nicht? Der Zehner soll ja nur eine Einstimmung auf die bevorstehenden 2 Tage werden.

Söller Zehner

ist

Wahrer Sportsge

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Das sind 3 Runden mit je 3,33 Kilometern und 85 Höhenmetern, klingt nach nicht viel, aber zum Einen tut das bei einem schnellen 10er ganz schön weh und zum Anderen sollte man ja doch an die bevorstehenden 2 Tage denken. Thema Ausreden: Es ist vielleicht nicht die beste Idee, den Redaktionsschluss für das Magazin und einen 3-tägigen Lauf auf das

gleiche Datum zu legen, nein, es ist eine ganz und gar schlechte Idee. So kommt es, dass ich - anstatt mich aufzuwärmen - am Computer sitze und Texte verfasse, Anzeigen koordiniere, mich 30 Minuten vor dem Start in die Laufgarnitur werfe und zum Start hetze. So wird sich das 3 Tage lang durchziehen, aber es hilft nichts, anmelden = starten. Und immerhin ist das Wetter traumhaft, die Leute sind unheimlich nett und die Stimmung ist perfekt! Aber zurück zum Rennen: Der 10er ist als Ultraläuferin immer wieder eine Herausforderung, so schnell, so ‚schirch‘. Im Training mag man sich mit Ausreden immer wieder aus den Tempoläufen herausschwindeln, im Rennen schlägt die Stunde der Wahrheit. 18 Uhr, es dämmert bereits und der Startschuss fällt. Wir jagen hinaus aus Söll und bereits nach einem Kilometer beginnt der knackige Anstieg. Zum Glück dauert dieser nicht allzu lange und dann folgt ein Aufund Ab Stück durch den Wald, ein feiner Trail! Lange hat man nicht Zeit, diesen zu genießen, es geht schon wieder hinunter


in den Ort zum Wendepunkt, wo uns jede Menge Zuschauer lautstark zujubeln. Nur noch 2 Runden, dann ist die erste Etappe geschafft. Nicht übertreiben, aber doch Tempo machen, das ist gar nicht so einfach! Im Ziel wartet die Familie, das ist immer wieder das Schönste. Mit dem Sohnemann geht es in die Zielverpflegung, ein kleines alkoholfreies Bier, ein tolles Finisher-Geschenk und anschließend regenerieren. Ach nein, es ist ja noch arbeiten angesagt. Bei der (pünktlichen!) Siegerehrung fehlen leider schon so einige. Liebe Läufer, in Söll kann man sich dafür Zeit nehmen, hier ist die Siegerehrung pünktlich und geht schnell, so mancher Veranstalter kann sich hier eine Scheibe abschneiden. Danke für den tollen Lauf.

Apfelstrudel

motivie

rte & fr eundlic

he Helfe r

Kaisermarathon

Die Königsetappe wartet auf uns. Beim Aufwärmen ist es eiskalt, doch bis zum Startschuss soll sich der Nebel lichten, die Sonne kommt hervor und auf uns wartet ein Lauftag der Sonderklasse. Den Kaisermarathon kann man sich gedanklich in 2 Halbmarathons aufteilen. Teil 1 ist ein kupierter Halbmarathon mit viel Asphaltanteil, sozusagen die Aufwärmrunde. Der zweite Teil ist das Sahnehäubchen am Wilden Kaiser. Es geht hinauf Richtung Salvensee, steil bergauf. Das Panorama da oben ist unbeschreiblich; kein „Warum tue ich mir das an“, sondern „Oh mein Gott, es ist einfach nur geil das hier tun zu dürfen, fit zu sein, das zu erleben.“ Wir laufen durchs Gasthaus, jeder wird von der Sprecherin persönlich begrüßt und von den Gästen angefeuert. Zugegeben, so ein Schluck Bier wäre jetzt schon ganz angenehm, aber zu dem Zeitpunkt warten noch 13 Kilometer und viele, viele Höhenmeter auf uns. Bergauf, bergab, weiter Richtung Hexenwasser und wer den Kaisermarathon kennt, der weiß: Auf den letzten 2, 3 Kilometern sollte man noch Reserven haben, sonst wartet ein ganz, ganz böses Erwachen. Richtung Hohe Salve ist es nicht steil, es ist als würde man eine senkrechte Wand hochklettern. Kommt schon, Oberschenkel, ein bisschen Kraft muss noch drinnen sein! Bei Kilometer 40: Die beste Labe der Welt - Schokolade! Dazu ein Schluck Cola, am Zucker soll es nicht mangeln. Nach einer gefühlten Ewigkeit das 41 Kilometer Schild und langsam hört man den Zielsprecher. Jeder quält sich die letzten Meter hoch,

startschuss zum Söller 10-er vor dem Ziel wartet die letzte Herausforderung, ein steiler Anstieg und dann ist es geschafft! YES! Und das bei dem Panorama…. einzigartig. Nach einer Lebkuchen-Wurstsemmel-Bier-Stärkung geht es mit der Gondel hinunter ins Tal. Es heißt bestmöglich regenerieren und sich auf den nächsten Tag freuen!

Pölventrail

Tag 3, der heutige Tag ist für alle eine Überraschung, die Premiere des Pölventrails wartet! Während in den Jahren zuvor am dritten Tag ein - für Trailrunner langweiliger Halbmarathon am Programm stand, dürfen wir heuer ins Gelände. 23 Kilometer und 1150 Höhenmeter. Die Beine sind nach den ersten beiden Tagen nicht mehr ganz frisch, aber was zählt ist das Erlebnis. Hinaus auf der Straße, hinein in den Wald, durch den Nebel hindurch, wir Trailrunner schlängeln uns in Serpentinen den Berg hinauf. Das sind Bilder, die man nicht so schnell vergisst, Bilder von denen man lange zehrt. Nach 2 Tagen kennt man sich untereinander, wechselt ein paar Worte eher jeder sein Tempo weiterläuft. Zwar staut es sich am ersten Trail, aber das tut der guten Laune keinen Abbruch, es ist einfach nur geil hier zu laufen. Nach knapp 13 Kilometern erreichen wir den Steinbruch, die Musikka-

pelle spielt, schnell eine Cola trinken und weiter. Es geht stetig auf und ab, die Beine kämpfen auf den steilen Anstiegen, doch irgendwann haben wir den höchsten Punkt erreicht. Nur noch wenige Kilometer und dann darf man sich Tour de Tirol Finisher 2014 nennen. Vom Wald überhalb von Söll sieht man bereits das Ortszentrum, der letzte Kilometer ist zum Genießen da. Und dann: Finish! Es ist geschafft, es war ein geniales Rennen, Trailrunning unter Freunden. Nach dem Zieleinlauf lasse ich mir erstmal einen Apfelstrudel schmecken, bei der Siegerehrung gibt es einen guten Apfelbrand, der auch gleich verkostet wird. Nächstes Jahr wieder? Nächstes Jahr wieder! Danke liebes Tour de Tirol Team, macht weiter so!

Sigrid Huber

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rennberichte

kürnbergtrail Walken nach Linz gereist zu sein. Kurz vor dem Start öffnen sich die Wolken und die Sonne tränkt den Kürnbergwald in goldenes Licht. Auch die Temperatur steigt blitzartig an.

Der Startschuss fällt

Dann donnert aber schon der Startschuss über das Startfeld und alle wechseln blitzartig in den Wettkampfmodus. Wie erwartet setzt sich Robert Gruber, einmal mehr in Topform, rasch vom Feld ab. Nachdem ich ihn aber nicht aus den Augen verlieren will, hefte ich mich an seine Fersen. Die — zumindest augenscheinliche — Leichtigkeit, mit der er den recht kurvenreichen Single Trail auf den ersten Kilometern in Angriff nimmt, macht mir aber schnell klar: Dieses Tempo (er wird den Trail mit einer Pace von 4:15 m/km bewältigen) werde ich heute nicht halten können.

26 Kilometer 1000 Höhenmeter

Auch das noch...

Keine fünf Kilometer westlich vom Linzer Hauptplatz entfernt, erstreckt sich — im Norden begrenzt durch die Donau — ein völlig naturbelassenes Areal mit einer Gesamtfläche von über 1000 Hektar: Der Linzer Kürnbergwald. Seit nunmehr 28 Jahren ist er Austragungsort des Kürnberg-Kutsam-Gedächtnislaufes über knapp 12 Kilometer und 300 Höhenmeter. Nachdem dieser Märchenwald aber viel mehr zu bieten hat — und immer mehr Läufer die Leidenschaft zum Traillauf entdecken — wurde die Veranstaltung dieses Jahr um den Topsport Öhner Trail Lauf mit knapp 26 Kilometern und 1.000 Höhenmetern erweitert.

26 Kilometer warten auf uns

An einem zu Beginn des Tages recht herbstlichem Samstag finden sich zur Premiere 66 Läufer ein. Während der Klassiker um 14 Uhr startet, werden die Teilnehmer des 26 Kilometer Trails bereits um 12 Uhr auf die Strecke geschickt. Der Veranstalter rechnet mit einer Siegerzeit um 2 Stunden und 30 Minuten. Ich zweifle an dieser Prognose — und auch Robert Gruber vom Salomon Racing Team scheint nicht zum 14

Bei Kilometer 3 passiert es dann. Nicht zum ersten Mal. Und vermutlich auch nicht zum letzten Mal. Gruber ist mir knapp aus dem Blickfeld entschwunden. Meine Verfolger ebenfalls außer Sichtweite. Ich biege trotz guter Markierung falsch ab, bleibe beharrlich anstatt umzudrehen, und finde mich völlig verloren inmitten eines gigantischen Heidelbeerfeldes wieder. Dabei habe ich mich so verrannt, dass ich noch nicht einmal gezielt umdrehen könnte. Nachdem ich aber zumindest zu wissen vermeine, in welcher Himmelsrichtung der Weg sein könnte, kämpfe ich mich durch das Dickicht und gelange nach Minuten an eine rund 25 Meter hohe Böschung. Ich klettere auf allen Vieren nach oben, stemme mich über die Kante — ZACK! — radiert eine Laufgruppe mit rund fünf Läufern an mir vorbei. Einer der Läufer ruft mir zu: »Demeter! Wo kommst Du jetzt wieder her? So schnell hast Du Dich noch nie verlaufen!« Durch meinen Ausflug bin ich auf Platz 8 oder 9 zurückgefallen. Egal! Ich bin wieder im Rennen!

Weiter geht‘s - auf dem richtigen Trail

Wenngleich wir es hier mit keinem hochalpinen Trail zu tun haben, ist die Laufstrecke dennoch nicht wenig anspruchsvoll.


Der Untergrund wechselt ständig: Waldwege, Forstwege, Single Trails, unterschiedlichste Waldböden, umgestürzte Bäume, geschlägertes Holz, Reisig, Sumpf, Felsen, Wasserlachen und Bäche. Es könnte kaum abwechslungsreicher sein. Hinzu kommen insgesamt sieben Anstiege mit knapp 1.000 Höhenmetern.

Jetzt heiSSt es „kämpfen“

Mit etwas Wut im Bauch kämpfe ich mich nach vorne und bin ab Kilometer 10 wieder an Position Zwei. Robert Gruber ist zu diesem Zeitpunkt aber schon knapp 10 Minuten außer Reichweite. Bei Kilometer 12 gelangen wir sodann zum landschaftlich schönsten Teil der Trailstrecke: Der Prinzensteig ist ein rund 3 Kilometer langer Single Trail an der der nördlichen Grenze des Waldes mit Blick auf die rund 50 Meter tiefer fließende Donau. Wenngleich technisch nicht ohne Anspruch, läuft sich diese Passage gefühlt wie eine rasante Achterbahnfahrt, weshalb ich — als Linzer — fast wöchentlich einen Ausflug hierher mache. Und wer nach Linz zu Besuch kommt, sollte darauf drängen, hier zu laufen. Ihr werdet begeistert sein!

Nachdem sich dieser Abschnitt in einem Hang befindet, und gerade im Herbst bedingt durch Feuchtigkeit und Laub nicht einfacher zu laufen wird, sollte man der Strecke aber jedenfalls mit dem notwendigen Respekt begegnen.

auf dem Weg ins ziel

Nach Kilometer 15 verlassen wir den Prinzensteig und gelangen erneut auf einen Forstweg. Auf dem zweiten Teil der Strecke erwarten uns noch drei heftige Anstiege, darunter — bei entsprechender Geschwindigkeit — eine halsbrecherische Downhill Passage. Zweimal »legt es mich hin«, nachdem man das Herbstlaub manchmal einfach nicht richtig einschätzen kann, kommt es aber insgesamt zu keinen gröberen Verletzungen. Nach dem letzten Anstieg geht es noch knapp zwei Kilometer abwärts in Richtung Ziel, hier lasse ich meine Beine noch einmal so richtig laufen, ehe ich nach 2 Stunden und 2 Minuten als Zweiter das Ziel quere. Robert Gruber genießt als Sieger bereits seit einer knappen Viertelstunde Tee und Kuchen. Weitere zwei Minuten nach mir kommen Matthäus Schöber als Dritter, und sodann Hannes Hittenberger

ex aequo mit Josef Schick als Vierte über die Ziellinie.

gelungene premiere

Ein wunderbarer Saisonabschluss auf einer landschaftlich idyllisch und technisch anspruchsvoll und abwechslungsreichen Trailstrecke. Mit 66 Finishern feiert auch der Veranstalter eine gelungene Premiere. Der Termin für 2015 wurde bereits für den 14. November fixiert, wobei die Strecke im nächsten Jahr 28,4 Kilometer (1.040 Höhenmeter) messen wird. Außerdem soll der Topsport Öhner Trail Lauf in den »Trail Running Cup 2015« (Speedtrail) aufgenommen werden.

Demeter Dick

Laetitia Pibi s

Ein wunderschöner Trail zum geniessen Copyright aller Fotos: Sport Öhner, Linz

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rennberichte

hochkönig WM-quali Natrun – Jufenalm – Brimbachkögerl – Massingsattel – Rohrmoos... 42 Kilometer und 3132 Höhenmeter Die Strecke für das Qualifikationsrennen in Maria Alm habe ich mir gut eingeprägt. Ebenso das Höhenprofil und vor allem auch markante Geländepunkte. Den Moment jeder einzelnen Bewegung genießen, die Kraft der Natur und den eigenen Körper spüren, Begegnungen mit Gleichgesinnten - um nur ein paar Gründe zu nennen, weshalb ich die Liebe zum Trailrunning entdeckt habe. Zwei Wochen vor dem Qualifikationsrennen nahm ich beim Pölventrail teil. Hier wurden zugleich die Österreichischen Meisterschaften im Speedtrail gewertet. Ich belegte den 3. Platz bei den ÖM und sicherte mir somit einen Gratis-Startplatz für das Qualirennen.

Briefing

18. Oktober 2014. Am Vorabend des Rennens sind wir im Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Maria Alm zum Briefing versammelt. Die Stimmung ist etwas gespannt. Es ist anders als sonst. Thomas Bosnjak, der Obmann der ATRA,

traumhafte wettkampfbedinungen 16

erklärt uns den Ablauf des bevorstehenden Rennens - Zeitlimits, Checkpoints, Verpflegungsstellen, Streckenmarkierung, Pflichtausrüstung. Außerdem gibt uns Thomas einen Überblick über die Gründung der Austrian Trail Running Association. Ich schaue in die Runde und sehe noch 4 weitere Damen. Links neben mir sitzt Simone Helfenschneider-Ofner, eine Trainingskollegin der Murrunners Tri und liebgewonnene Freundin aus Mariahof. Jeder Teilnehmer darf sich mit einigen Worten vorstellen und anschließend bekommen wir die Startnummern von Thomas persönlich überreicht. Der Abend neigt sich dem Ende zu und ich bemühe mich, die Augen offen zu halten. Es wird Zeit, einen Schlafplatz zu suchen. Mein Freund und ich sind mit dem VW Bus unterwegs. Nachdem wir einen geeigneten Stellplatz gefunden haben, gehe ich meine Checkliste für das bevorstehende Rennen gedanklich durch und lege mein Laufgewand und die Schuhe griffbereit neben mich. Durch das Fenster sehe ich den sternenklaren Himmel und freue mich auf einen sonnigen Morgen.


Briefing

Das Rennen

19. Oktober 2014. Es ist 6:00 Uhr morgens und ich bin hellwach. Ich habe gut geschlafen, ziehe meine Laufsachen an und warme Kleidung darüber. Draußen ist es frisch. Ich gehe die paar Schritte hinunter zum Bach und wasche mir das Gesicht. Ich fühle mich großartig. Jetzt im Oktober ist es ruhig in Maria Alm. Hier ist der Wintertourismus zu Hause. Die ersten Läufer sind schon unterwegs Richtung Start. Der Nebel hängt bis in die Täler herunter. Der Altweibersommer liegt bereits hinter uns und der Mond kehrt uns langsam den Rücken zu. Von Sonnenaufgang kann aber nicht die Rede sein. Ich konzentriere mich auf die Rennvorbereitung, packe meinen Rucksack und ziehe die warme Kleidung aus. Ich wärme mich auf und laufe eine Runde durch das Zentrum von Maria Alm. Die anderen Läufer sind bereits hier am Start. 07:30 Uhr. Das Rennen beginnt. In Gedanken stelle ich mir vor, wie der erste Anstieg bereits hinter mir liegt. Die Herren ziehen vor uns den Fußpfad hinauf Richtung Natrun. Danach folgen Simone, die erste Dame, und ich dahinter. Kurz vor der Gondelstation des DorfJet Natrun dreht sich Simone kurz zu mir um und ruft mir zu: „Verena, schau mal!“ Ich genieße den Moment und lasse die Kraft der Sonne auf mich wirken. Wir sind nun über der Nebeldecke. Und mir wird klar, dass dieses Rennen jeder für sich selbst bestreiten wird. Die Strecke führt weiter durch den Wald über wurzelige Wege. Nun geht es wieder bergab, vorbei am Berggasthof Jufenalm, wo Thomas Bosnjak mit ein paar weiteren Zuschauern steht und mich anfeuert. Ich habe kurz Zeit zum Durchschnaufen und laufe ein paar hundert Meter auf der Ebene, bevor ein weiterer Anstieg hinauf zum Brimbachkögerl folgt. Die Strecke ist anspruchsvoll. Ich bin auf mich allein gestellt. Ich komme an einer Almhütte vorbei. Ein paar Meter danach befindet sich ein Misthaufen, wo auch die Streckenmarkierung drüber geht. Fair wie ich bin, laufe ich über den Misthaufen. Später werde ich darüber noch lachen, als mir Thomas sagt, dass man natürlich daneben vorbei laufen hätte können. Die Strecke führt im Wald unterhalb des Baleitenkopf-

es der Höhenschichtlinie entlang. Ich genieße mit jedem Atemzug die erfrischende Waldluft. Ein Läufer kommt plötzlich von hinten. Er hat kurz nach Natrun die falsche Abzweigung genommen und ist vom markierten Weg abgekommen. Wir wechseln ein paar Worte und er überholt mich. Ich wünsche ihm alles Gute und konzentriere mich wieder aufs Laufen. Kurz darauf bin ich am Massingsattel angekommen. Ich laufe weiter und spüre die Kraft der Bäume und Wurzeln. Durch die Kraft der Natur gestärkt lasse ich diesen Streckenabschnitt hinter mir und laufe nun bergab zur Lechneralm. Ich stoße auf einen weiteren Läufer, der aufgegeben hat. Ich rufe ihm zu, er soll sich doch an mich dranhängen. Er hat aber offensichtlich mit einer alten Verletzung zu kämpfen, wünscht mir weiterhin viel Erfolg und ich laufe den Trail hinunter nach Rohrmoos, wo der Wasserkanister auf mich wartet. Dort fülle ich meine Flasche auf. Meine Beine sind locker und ich fühle mich gut. Die Hälfte der 1. Runde habe ich jetzt hinter mir. Nach 3 km auf der Ebene folgt ein erneuter Anstieg über unwegsames Gelände. Ich halte mich an die Markierungen und ziehe mich am Farn und Gebüsch nach oben. Nach einem kurzen Downhill bin ich am letzten Anstieg angelangt. Ich laufe einen Schotterweg bergauf, gehe ein paar Schritte und laufe wieder. Bald darauf bin ich am Fürstenbründl angelangt und laufe nun einen Steig hinunter. Die restlichen 3 km sind auf Forstwegen und Trails zu bewältigen. Ich komme an der Verpflegungsstelle an. Die 1. Runde bin ich in 2:50 gelaufen. Mein Rückstand zu Simone liegt bei ca. 10 Minuten. Ich lasse Maria Alm wieder hinter mir und starte voller Zuversicht in die 2. Runde. Bald spüre ich, dass meine Beine nicht mehr so frisch sind wie zu Beginn. Evelyn liegt ca. 20 Minuten zurück. Nun ist men-

tale Stärke gefragt. Zeitweise befinde ich mich in einer Art Trancezustand. Meine Beine bewegen sich unbewusst und ich nehme die Umgebung nur schleierhaft wahr. Trotzdem bin ich konzentriert, vor allem bei den Downhillpassagen. Den Gedanken, warum ich mir das antue, verwerfe ich gleich, denn ich möchte bis zum Ende des Rennens mein Bestes geben. Ich befinde mich auf der Zielgeraden und das Rennen läuft wie ein Film vor meinen Augen ab. Ich laufe über die schmale Brücke und bin im Ziel. Für mich ein emotional überwältigender Moment. Simone wartet bereits im Ziel. Sie umarmt mich und gratuliert mir zum 2. Platz. Ich bin dankbar für das Erlebnis und vergesse die Momente des Schmerzes und den Kampf gegen mich selbst. „Das Geheimnis liegt nicht in den Beinen, sondern in der Kraft, die dich hinaustreibt zum Laufen, auch wenn es regnet, stürmt oder schneit.“ Kilian Jornet Das Rennen bewältigte ich in 6 Stunden und 23 Minuten auf Platz 2. Ich blicke mit Vorfreude ins nächste Jahr, wo Ende Mai die Trail Running Weltmeisterschaft am Lac d’Annecy (Frankreich) stattfindet.

Verena Zorn

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Rennberichte

salzburg trailrunning Samstag - der festungstrail

Happy Trailrunning!

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Da stehe ich, mitten in Salzburg und warte auf den Start für das 3. Salzburg Trailrunning Festival. Um 16:30 Uhr geht es los, auf zwei Runden, um und auf den Festungsberg, hoch, runter, hoch, runter, flach, steil, Nord, Süd, Ost, West, Asphalt, Schotter, Kopfsteinpflaster, Trail...alles was man sich nur vorstellen kann und alles was diese Stadt auf engstem Raume zu bieten hat. Wenn ich mich jetzt so umsehe, dann wird das ein verdammt schnelles Rennen. Das liegt zum einen an der schnellen Strecke und dem hohen Asphaltanteil und zum anderen an den vielen Triathleten die am Start stehen. Zwar läuft von denen sicher nicht jeder die Kombiwertung, so können sie heute alles geben und morgen ausschlafen, aber auch die, die wie ich morgen nochmal laufen dürfen, sehen verdammt schnell und zäh aus. Das werden ziemlich schnelle 15 Kilometer und die 570 Höhenmeter werden nur bedingt bremsen. Ich bin kein Fan von späten Starts, denn man muss schauen wie man den Tag rumbekommt und irgendetwas gegen den Hunger tun, ohne dass das Essen zu schwer im Magen liegt. Mal schauen wie ich mit einer Pizza und ein paar Kleinigkeiten zwischendurch fahre. Dann fällt der Startschuss und es geht einmal kurz um den Dom, wieder unter dem Startbogen durch und auf die erste Runde. Vorbei am Festspielhaus warten auch schon die ersten, von insgesamt 1360 Treppenstufen auf uns. Sofort wird das Feld langsamer, was mich anfangs nervt, aber sicher nicht ganz verkehrt ist, denn ich neige dazu, am Anfang die Sache immer viel zu schnell anzugehen und jetzt bin ich eben gezwungen langsam zu machen. Mal schauen ob es hilft. Dann wird es etwas flacher, aber immer wieder gibt es ein paar kurze, knackige Steigungen. Der Blick auf Salzburg und die umliegenden Berge entschädigt ungemein und die Stimmung an der Strecke ist super genial. Das ist der große Vorteil, wenn man bei schönem Wetter durch eine „Touristenstadt“ läuft; da ist immer und überall etwas los. Es geht um den Mönchs- und Festungsberg, hinunter ins Kaiviertel, am Museum der Moderne kommen wir vorbei und am ältesten Bordell Salzburgs. Ein

Highlight jagt das nächste und das Tempo bleibt konstant hoch. Kurz vor dem Startbogen gibt es eine kleine Verpflegungsstation bevor es auf die zweite Runde geht. Diese wird nicht wirklich langsamer und das obwohl sich das Feld schön auseinander gezogen hat. Die Stimmung an der Strecke ist immer noch super und die Zuschauer stehen überall und feuern uns an. Die Festung ist zum Greifen nahe, doch es geht noch einmal runter in die Stadt, ein letztes Mal durch den Startbogen, bevor es auf den finalen Anstieg geht. Aus den 1360 Treppenstufen sind gefühlt 3.000.000 geworden und die Oberschenkel brennen. Der letzte steile Abschnitt im Inneren der Festung ist so steil, dass man fast auf allen Vieren nach oben kriechen könnte. Eine Wendeltreppe führt durch einen Kreuzgang und auf alten Holzplanken geht es quer durch den Innenhof, eine Wendeltreppe nach unten und dann sind es nur noch wenige Meter bis zum Ziel. Woohaa war das ein schnelles Rennen. Eigentlich nicht mein Fall, zu wenig Trails, zu kurz, aber trotzdem etwas ganz Besonderes. Tolle Stimmung an der Strecke und wenn man bedenkt, dass man hier mitten in der Stadt läuft, dann bietet die Strecke


Festival gigantisch viel Abwechslung und es wird sicher das Maximum an Höhenmetern herausgeholt, ohne dass es langweilig wird. Jetzt heißt es regenerieren, noch eine Pizza (die hat sich bewährt), ein bisschen Blackroll und ein heißes Bad, denn morgen geht es weiter.

Sonntag - Der Gaisbergtrail

Um 6:15 Uhr klingelt der Wecker und wer will schon Sonntags auf der Couch liegen, wenn er beim Salzburg Trailrunning Festival auf 22 Kilometern 1135 Höhenmeter und 2446 Stufen bezwingen kann. Es ist einfach zu verlockend und ehe ich mich versehe stehen wir unter dem Startbogen und warten auf das Signal, das uns auf die Strecke schickt. Und siehe da, sogar die Sonne zeigt sich und es scheint sich - wie gestern schon - Kaiserwetter einzustellen. Es geht über die Salzach, zum Fuße des Kapuzinerberges und dort warten schon die ersten Stufen auf uns. Wie gestern, so wird auch heute das Tempo deutlich langsamer, was mir nach dem flotten Start sehr gelegen kommt. Oben angekommen geht es entlang der Stadtmauer. Hier sind die Trails so aufgeweicht und rutschig, dass die Sache zu einer äußerst anspruchsvollen

kurz vorm Start Die Anspannung steigt

Traumh a

ftes Lau fwett

er

Angelegenheit wird. Teilweise kommen die Läufer ins Straucheln und landen unsanft auf dem Hintern. Tolle Blicke auf die Stadt und Trails, wie man sie hier nicht vermuten würde. Ich bin schon wieder im Sog und will einfach nur laufen. Am höchsten Punkt angekommen geht es über unzählige Stufen wieder nach unten in die Stadt. Ein kurzes flaches Stück und dann geht es auf den ersten Teil des Anstiegs zum Gaisberg; hinauf zum Kühberg. Auch hier das gleiche Bild: Steile, anspruchsvolle Trails, die man hier mitten in der Stadt nicht erwartet hätte. Wenn jemand wissen möchte was Citytrail ist...das ist es! Die Anstiege sind bissig und immer wieder gibt es kurze Passagen wo man vom schnellen Gehschritt wieder zum Laufen übergehen kann, dabei aber immer auf die rutschigen Abschnitte achten muss. Wahnsinn wie das hier abgeht! Verpflegungsstation 1 nach 7,5 Kilometern. Noch einmal Kraft tanken für den letzten Anstieg, 500 Höhenmeter bis zur Gaisbergspitze. Zunächst relativ flach, wird es zum Ende nochmal richtig steil und je höher man kommt, desto frischer wird es. Letzte Schneereste liegen am Wegesrand und ich muss in Bewegung bleiben um nicht zu arg zu frieren. Nach insgesamt 12,5 Kilometern spuckt mich der Trail auf dem Gipfel des Gaisbergs aus und angefeuert von den Zuschauern an der Strecke geht es hinunter zur nächsten Verpflegungsstation. Die Speicher füllen und dann geht es auch schon weiter in den finalen, steilen Downhill. Der erste Abschnitt hinunter zur Zistelalm hat es in sich. Sehr steil, mit Stufen durchsetzt und durch den Regen der Nacht total matschig, aufgeweicht und teilweise spiegelglatt. Da schlägt das Herz höher und die Oberschenkel brennen von abrupten Bremsmanövern. Man läuft, ist gerade im Flow und dann kommt eine Steinplatte, die einen zwingt den Anker zu werfen. Bremsfallschirm aufmachen und versuchen so gut es geht um die Stelle herum zu kommen. Wahnsinn wie das hier abgeht. Zwei-

mal haut es mir die Füße weg und ich liege auf dem Trail, schaffe es aber den Sturz relativ gut abzufangen...sehr anspruchsvoll ist das hier! An der Zistelalm angekommen wird die Strecke dann moderater. Zwar gibt es noch ein paar rutschige Stellen, aber im Großen und Ganzen kann man jetzt wieder schön aufs Gas steigen. Am Campingplatz in Aigen angekommen gönne ich mir ein paar Getränke an der letzten Verpflegungsstation, bevor der für mich schlimmste Teil der Strecke kommt. 5 Kilometer geht es jetzt, flach, entlang der Salzach, ins Ziel auf dem Kapitelplatz. Genau solch eine Strecke ist nach diesen Höhenmetern und dem technischen Trail eigentlich überhaupt nicht mein Ding; aber ich versuche das Beste daraus zu machen. Und es läuft und läuft und so vergeht die Zeit bis ins Ziel fast wie im Flug. Geschafft! Ende, fertig, aus, vorbei! Die Stimmung hier ist super und die Zuschauer treiben einen auf den letzten Metern nochmal so richtig an. Ein tolle Stimmung und ein super Zielaufbau. Genau so muss es sein und das Wetter zeigt sich auch noch von seiner besten Seite.

Resümee

Alles in allem war das 3. Salzburg Trailrunning Festival eine sehr gelungene Veranstaltung. Was man hier auf engstem Raum auf die Beine gestellt hat ist schon genial und die Trails, die hier aus dem Hut gezaubert werden sind echt gigantisch. Das Konzept stimmt und sollte nicht groß verändert werden...macht einfach weiter so!

Steve Auch www.uptothetop.de 19


Rennberichte

Um 07:00 Uhr ging es bei Nebel im 21.Bezirk im Ella Lingens Gymnasium los. Zuerst liefen alle locker hinunter zum Marchfeldkanal, dann ging es auf die Donauinsel, wo sich eine lustige Laufgruppe zusammenschloss und die ersten Kilometer nur geplaudert wurde. Nach den ersten 10 Kilometern verließen wir die 60 Kilometer-Läufer und bogen ab auf die Nordbrücke zum Kahlenberg. Es ging die sogenannte Nase hinauf zum ersten Checkpoint, wo wir auch schon die ersten Höhenmeter zu spüren bekamen. Hinunter durch den Wald Richtung Hütteldorf kamen wir bei km 27 zur ersten Labestelle, wo wir Kraft tankten und unsere Trinkrucksäcke wieder befüllten. Weiter durch Wald und Wiese ging es bei perfektem Wetter hinein nach Hütteldorf. Eine tolle Laufstrecke, die ich sehr gut kenne. Auf einer Länge von 10 Kilometern standen uns weitere 700 Höhenmeter bevor. Oben angekommen löste sich unsere Laufgruppe langsam in kleinere Gruppen auf.

Kilometer 51

Am Gütenbachtor (Ende der Umrundung des Lainzer Tiergartens) angekommen, hatte ich sehr starke Kopfschmerzen. Mitt20

Wien rundumadum

lerweile hatten wir 51 Kilomter und rund 1300 Höhenmeter in den Beinen. Nach wenigen Kilometern schwanden die unerträglichen Kopfschmerzen und ich konnte mit Susi und Flo Tempo aufnehmen. Am Liesingbach entlang musste Susi leider durch schwere Kreislaufprobleme das Tempo raus nehmen. Hier verließ ich die beiden und setzte den Lauf alleine fort. Auf der Fußgängerbrücke über die Wiener Südosttangente nach Favoriten erhöhte ich nochmals die Geschwindigkeit und fühlte mich von Kilomter zu Kilometer immer stärker.

Kilometer 70

Nach 70 Kilometern lief ich in den Dehnepark, wo ich mich auch gleich einmal ein bisschen verlaufen habe. Nach einigen hundert Metern kam ich durch das GPS-Gerät wieder auf den richtigen Weg und konnte bei angehender Dämmerung weiter meinen Weg fortsetzen. Durch den Großstadt-Jungle Richtung Zentralfriedhof nahm ich nochmals Tempo auf, um vor der Dunkelheit bei der 3. Labestelle anzukommen. Nach dem Kraftwerk Freudenau ging es bei völliger Dunkelheit und Nebel auf die Donauinsel. Langsam wurde es für mich schwieriger

das Tempo zu halten. Nach 85 Kilometern konnte ich zu meinem Onkel Walter und Lauffreund Roman auflaufen, mit denen ich von nun an das Rennen machte, da ich nicht mehr allein unterwegs sein wollte. Nach rund 95 Kilometern und wieder 2 Kilometern „Falschweg“ in der Lobau kamen wir endlich an der 4. Labestelle an. So eine Dunkelheit wie in der Lobau hatte ich noch nie erlebt. Zeitweise war es richtig unheimlich, der dichte Nebel machte es nicht einfacher. Stellenweise konnten wir nicht einmal 5 Meter weit sehen. Ich hatte schwer mit mir zu kämpfen und war knapp daran, aufzuhören. Nach 111 Kilometern erreichten wir durch quälende Weiten und unerträgliche Schmerzen die 5. Labestelle. Nachdem ich schon mit meiner Tour abgeschlossen hatte, sagte Roman immer wieder zu mir: „Kumm, nur mehr 13 Kilometer, des druck ma durch.“ Unter Schmerzen quälten Roman und ich uns weiter Richtung Bisamberg, wo wieder rund 150 Höhenmeter auf uns warteten.

Auf der Zielgeraden

Oben angekommen hatten wir „nur“ noch 5 Kilometer vor uns, die längsten und schmerzvollsten, die ich je hatte. Immer wieder redeten wir uns gut zu um die Motivation aufrecht zu halten. Mit den Kräften am Ende und Tränen in den Augen ging es auf den letzten Metern über den Marchfeldkanal zurück in die Schule. Endlich angekommen, wurden wir vom Organisationsteam und zahlreichen Zuschauern an der Ziellinie empfangen. Die Freude, es tatsächlich geschafft zu haben war unendlich groß.

Mike Breit


interview

Hinter den kulissen

1. ultra trail schwarzach, im gespräch mit fred zitzenbacher Als Einleitung möchte ich sagen, dass ich seit über 20 Jahren Läufer aus Leidenschaft und Überzeugung bin. Ich war außerdem schon immer einer, der sehr gerne Dinge in die Hand genommen hat, einer, der nicht nur Vorschläge macht, sondern organisiert. Es war bereits in jungen Jahren so, dass ich für meine Freunde die gemeinsamen Urlaube, Ausflüge und Unternehmungen organisiert und abgewickelt habe...

staltungen sehr gut gefallen hat, habe ich auch in meine Veranstaltung eingebaut. Ich habe ein kleines Team um mich, bestehend aus 6 Personen, mit dem ich mir die Arbeit in den letzten Wochen ein wenig aufteilen kann; übrigens nach wie vor die Freunde, mit denen ich begonnen hatte, das Lauffest zu organisieren. Am Rennwochenende werden um die 80 Helfer im Einsatz sein.

Wie kam es zur Idee, den Schwarzach Ultra zu veranstalten? Da muss ich ein wenig ausholen: Ich laufe schon lange und dachte mir nach einigen Wettkampf-Jahren öfters, dass es nicht so schwer sein kann, einen Lauf zu veranstalten. Gesagt – getan, ich organisierte im Jahr 1999 einen Silvesterlauf bei uns in Schwarzach. Nach drei Silvesterläufen mit 100 bis 150 Startern, wuchs in mir der Wunsch nach mehr Teilnehmern, da der Arbeitsaufwand für 100 Teilnehmer in etwa gleich ist wie für 500. So krempelte ich die Veranstaltung um: Terminänderung ins Frühjahr, Staffelbewerb, eine freundliche Strecke für gute Stimmung, etc... Es stellte sich der Teilnehmererfolg ein und seither haben wir in Schwarzach insgesamt immer in etwa 500 TeilnehmerInnen! Mit meiner eigenen läuferischen Veränderung vom Straßenläufer zum Trailläufer war klar, dass sich das auch auf unsere Veranstaltung auswirken wird und so gibt es seit 2014 einen Ultra Trail in Schwarzach – 2014 noch in Kombination mit dem seit 13 Jahren ausgetragenen Frühlingslauf, ab 2015 nur noch als Ultra Trail – aber natürlich noch mit 6 Kinderläufen und einem Teambewerb für nicht so geübte Läufer!

Sind alle ehrenamtlich am Werk oder zieht ihr auch einen finanziellen Nutzen? Mir ist und war immer wichtig, ein Lauffest für Läufer zu machen – quasi ein Fest VON Läufern FÜR Läufer – und das geht meiner Meinung nach nur mit Helfern, die es nicht wegen des finanziellen Gewinnes tun. Der Reingewinn meiner Veranstaltung wurde nach jeder Veranstaltung IMMER gespendet – z.B. an bedürftige Menschen aus unserer Umgebung oder an Einsatzorganisationen wie das Rote Kreuz . Beim Organisationsstart für den nächsten Bewerb musste ich dann immer alles aus eigener Tasche vorfinanzieren, aber selbst Schuld. Seit ich den Verein gegründet habe, geht der Reingewinn in die Vereinskasse, aus der wir wiederum verschiedene Unternehmungen (Trainingslager oder Aktivtage) bzw. Dressenaktionen unterstützen.

Wie viele Leute sind im Team bzw. stecken in der Organisation? Ich selbst organisiere „mein“ Event über das ganze Jahr verteilt, in diesen 16 Jahren Schwarzacher Lauffest steckt extrem viel Herzblut :-) All das, was mir in meinen Wettkampfjahren bei den diversen Veran-

Mit wievielen Teilnehmern rechnet ihr? Wir haben Teilnehmerlimits in allen Bewerben: bei uns können maximal 250 Kids, 40 Teams zu je 4 StarterInnen und 100 Einzelstarter teilnehmen. Wir hoffen natürlich, dass diese Limits zumindest beinahe erreicht werden. Was ist die größte Herausforderung bei so einer Veranstaltung? Für mich persönlich gibt es zwei große Ziele: die möglichst komplikationsfreie Durchführung ist eine große Herausforderung, dass alles verletzungsfrei abläuft (darauf hat man nicht immer Einfluss), dass die Strecke sehr gut markiert ist, dass die Ver-

sorgung an der Strecke ausreicht, usw. Und zum Anderen setzen wir sehr viel Energie in die Zufriedenheit der Teilnehmer: Ich persönlich suche mit jedem Teilnehmer, der sich anmeldet, schon vor dem Bewerb den Kontakt via Facebook oder Mail um unserem Bemühen Ausdruck zu verleihen. Ich glaube nicht, dass ich übertreibe, wenn ich sage, dass wir ein sehr familiäres Helferteam haben, von 50 Startern der vergangenen Veranstaltung haben sich bis dato 31 wieder angemeldet. Hätte es ihnen nicht gefallen, so glaube ich nicht, dass sie wiederkommen würden. Die Limitierung hat den Vorteil, dass ich die Kosten sehr gut planen kann und jedem Teilnehmer ein pralles Startersackerl, Mitmachgeschenk, Gratisessen nach dem Bewerb, Finishergeschenk, usw. ermöglichen kann – all das trägt zur Teilnehmerzufriedenheit bei und ist uns sehr wichtig!

Warum soll ein Trailläufer genau zu euch kommen? Um ein schönes Trailwochenende in all seinen Facetten zu erleben und zu genießen! Bei uns sollen alle ihren Spaß haben – eine attraktive und anspruchsvolle Strecke für die Racer; der „normale“ Trailrunner wird das Bemühen der Helfer auf wunderschöner Strecke genießen! Die Familie kann am Team- oder Kinderbewerb teilnehmen; am Vorabend Wein verkosten und nach dem Bewerb bekommt jeder einen Grillteller. 21


rennberichte

K42 Trans mallorca run

Nach Spanien fliegen, laufen, mit Gleichgesinnten unterwegs sein. das Leben ist schön. Ende November: Gemeinsam mit Mike und Benni sitze ich in Wien am Flughafen. Mike ist aufgeregt, Benni denkt nicht ans Rennen, sondern kämpft mit der Flugangst und ich bin einfach nur happy: Nach Spanien fliegen, laufen, mit Gleichgesinnten unterwegs sein, das Leben ist schön. Das Flugzeug bringt uns gemeinsam mit einer Menge Touristen an den Ballermann. Während diese die letzten Sonnenstrahlen genießen wollen, haben wir Anderes vor. Ankommen, Koffer auspacken und ab zur Startnummernabholung. Danach noch beim Buffet zuschlagen und ab ins Bett. Selfie Zeit für ein Esel-

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Etappe 1

Der Wecker läutet um 5 Uhr, kurz danach sitzt die ganze Trail-Familie beim spärlichen Frühstück. Egal ob Trail-Größe Miguel und Roberto Heras, Stephan Hugenschmidt, Maite Maora, hier sind alle gleich. Der Bus bringt uns in die Serra de Tramuntana zum Kloster nach Lluc. Am ersten Tag stehen uns 47 Kilometer und 2700 Höhenmeter bevor. Einmal bis zum Wendepunkt und wieder retour. Es geht los, hinein in den Anstieg. Bereits auf den ersten Kilometern wird mir klar: Hier wird uns nichts geschenkt, Steine über

Steine über Steine. Laufen ist extrem mühsam und schwierig. Meine Stöcke liegen auch gut daheim in Österreich. Aber weil fluchen bekanntlich nichts bringt, geht es weiter. Oben angekommen, freue ich mich nur kurz, denn auch der flache Trail am Bergrücken ist nicht wirklich laufbar. Langes Gras, hinter jedem Büschel wartet eine neue Überraschung: große Steine, kleine Steine, spitze Steine. Auch beim Downhill bin ich sehr verhalten unterwegs, ich habe dieses Gelände nicht erwartet und eine völlig falsche Schuhwahl getroffen. Die dünne Sohle ist eine kleine Katastrophe, es fühlt sich an, als würden sich ständig die Steine in meine Fußsohlen bohren. Ich tapse den Berg hinunter, vorbei am Wendepunkt für die K21 Läufer. Für uns K42 Läufer geht es flach weiter, an einem See vorbei und anschließend steil bergab nach Biniarraix. Dieser Untergrund ist die Definition von ‚Runner‘s Hell‘. Wer das Gefühl kennt, mit müden Beinen über Kopfsteinpflaster zu laufen, multipliziert das mit 100 und weiß wo wir hier unterwegs sind. Der zusätzliche Haken an der Sache ist: Wir laufen alles wieder retour. Unterwegs treffe ich Benni, er kommt mir entgegen, ist also schon wieder im Anstieg „Boah so zach, alles wie-


der aufwärts“. Boah ja, ich will noch gar nicht darüber nachdenken, erst einmal muss ich den Wendepunkt erreichen. Unterwegs komme ich auf die lustige Idee, so eine Olive direkt vom Baum zu kosten. Was so nett klingt, schmeckt furchtbar, aber das Mund-ausspülen beschert mir für einen Kilometer eine gute Beschäftigung. Am Wendepunkt stärke ich mich mit Cola, Keksen und einem Stück Birne, dann geht es die 750 Höhenmeter wieder aufwärts. Eine Kurve nach der anderen, eine schier endlose Passage. Schön, dass die 4 Spanier, mit denen ich bereits im ersten Anstieg unterwegs war, in der Nähe sind und wir uns immer wieder ein wenig unterhalten. Es dauert eine Weile bis sie mit mir nicht mehr spanisch, sondern englisch sprechen. Als wir uns kurz verlaufen und dann doch wieder auf den rechten Weg kommen, fragt der Führende ob die Signorina auch da sei… si, si, ich bin da, weiter geht’s! Alles Weitere das ich heute verstehe ist Vamos und Hola. Vamos, Vamos, … Der letzte Downhill ist - wieder - die Hölle, diese Steine machen mich fertig. Nie scheint es so einfach gewesen zu sein, sich jederzeit und überall ein Band abreißen oder den Fuß brechen zu können. Das heißt: Konzentration bei jedem Schritt! Die letzten Kurven zum Kloster nach Lluc und dann ist es geschafft! Stage 1: done.

Etappe 2

Als wir am Abend im Hotel ankommen ist die erste Mission: essen. Danach auf die Blackroll, ins Bett und die Beine hochlegen. Ich schlafe kurz ein, bin danach aber völlig benebelt und mir ist schlecht. Der Körper versteht vermutlich überhaupt nicht was das soll, nach über 7 Stunden Belastung schreit alles nach Regeneration und Erholung. Das ist aber erst einmal nebensächlich, um 9 bereite ich meine sieben Sachen für die nächste Etappe vor, um halb 10 bringt uns der Bus an den Strand. Ein Haufen Verrückter, die anstatt zu schlafen, sich ans Meer karren lassen um dort im Dunklen einen Marathon zu laufen. Meine schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten sich nicht nur, zum Glück hatte ich vorher keine Ahnung, was hier auf uns zukommen würde! Die ersten 5 Kilometer auf Sand, danach ein paar locke-

re Kilometer auf Brücken und Straßen bis zum Wendepunkt für die K21 Läufer. Plötzlich ist der ‚Besenwagen‘ bei mir d.h. der Schlussmann für den/die letzten K42 Läufer. Das kann doch nicht wahr sein? Ich mühe mich ab und soll hier an letzter Position sein? Gottseidank hat er ein paar Leute übersehen, … aber dennoch: Hier ist fast ausschließlich die Crème de la Crème der Trailwelt am Start. In Österreich bin ich - ohne überheblich klingen zu wollen - normalerweise im ersten Drittel angesiedelt, hier auf den Balearen herrschen andere Gesetze. Nach den ersten 10 Kilometern wartet ohne zu übertreiben - die Hölle auf Erden: Sand, nichts als Sand. Es gibt mehrere Möglichkeiten, diesen Marathon zu bewältigen: Direkt am Wasser ist der Untergrund relativ hart, dafür schöpft man sich zwangsweise die Schuhe mit Wasser und Sand voll. Weiter oben versinkt man bis zu

Start zur 2. Etappe 23


den Knöcheln in Algen oder eben Sand und jeder Schritt ist unglaublich anstrengend. Der Leuchtturm, an dem der Wendepunkt sein soll, kommt nicht näher. Wenn der Sand kurzfristig aufhört, dann laufen wir über Felsen. Ein Stolperer und ich lande auf Knie und Schienbein, zum Glück nicht so schlimm. Ich bin sehr froh, nicht alleine, sondern mit Cornelia aus der Schweiz unterwegs zu sein. Wir laufen das gleiche Tempo und wechseln uns immer wieder ab, entfernen uns aber nie mehr als 200 Meter voneinander. In der Nacht, bei Müdigkeit, neigt man dazu sehr irrational zu denken; wenn man plötzlich die Markierung aus den Augen verliert ist es beruhigend nicht alleine zu sein. Irgendwann ist der Wendepunkt erreicht. Ich muss nur meine Beine dazu bringen, sich zu bewegen. Sämtliche Ultras, die ich gemacht habe, der Ironman, das alles war nichts gegenüber diesem Sand hier. Wie sehr ich zu diesem Zeitpunkt doch die Läu-

eine ch mehr St ne und no Steine, Stei

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fer beneide, die sich für die kurze Distanz entschieden haben. Aber die Gesichter derer, die mir entgegenkommen verraten: Es geht hier jedem Einzelnen dreckig und von Genuss sind wir weit entfernt. Das hilft zwar nicht, ist aber beruhigend. Langsam schwindet die Energie und mein Magen beginnt zu rebellieren; kein Wunder bei der Anstrengung. Etwas durchfallgeplagt bin ich die letzten 10 Kilometer mit einer Colaflasche unterwegs, jeden Kilometer trinke ich davon. Das bringt mich nicht nur dem Ziel näher, sondern sorgt auch für Beschäftigung. Zwar sehe ich 100mal auf die Uhr, aber sonst gibt es hier ohnehin nichts außer der stockdunklen Nacht, dem Rauschen des Meeres und meine Beine, die kein Interesse mehr haben dieses Spiel hier mitzuspielen. Ich brauche eine Strategie, und die lautet: 4 Markierungspunkte laufen - das sind in etwa 800 Meter - und dann wieder kurz gehen. Bei einem Ultra muss man sich selbst überlisten und das hier klappt. Das Ziel taucht auf und ich bin so, so glücklich, es geschafft zu haben. Nichts auf dieser Welt kann mich nach diesem Strandlauf noch aufhalten. 3. Etappe? Her damit, schlimmer kann‘s ja nicht kommen. Aber erstmal ab ins Bett. Nein, vorher noch auf die Blackroll und mein Geheimrezept für den lädierten Magen: Heilerde und

ein Stamperl Underberg. Ja, richtig gehört, das 44%ige Kräuterschnapserl ist die beste Medizin und hilft - auch wenn mir um 5 Uhr Früh davor graut - immer. Danach versuche ich zu schlafen, aber der Körper will nicht zur Ruhe kommen, der Stoffwechsel ist auf Hochtouren. Knappe zwei Stunden gehen sich aus und dann wanke ich mit dunklen Augenringen zum Frühstück; eine Wohltat, endlich etwas Salziges zu bekommen.

Etappe 3

Der Bus bringt uns wieder in die Serra de Tramuntana. Der Start verschiebt sich und dann erfahren wir: Streckenverkürzung von 36 auf 30 Kilometer. Niemand beschwert sich, im Gegenteil: alle applaudieren. Und auch ich freue mich wie ein kleines Kind, das ist die schönste Nachricht des Tages. Etappe 3 ist wieder anstrengend, wieder anspruchsvoll, aber auch wunderschön. Die Ausblicke zum Meer hinaus entschädigen für alle Blessuren, es ist ein Privileg hier laufen zu dürfen! Am späten Nachmittag kommt der Tramuntana-Wind bzw. eher Sturm auf und ich hoffe, nicht von einem Ast getroffen zu werden. Beim letzten Downhill brauche ich meine Stirnlampe, langsam macht sich die Müdigkeit bemerkbar: Ich muss mich am Riemen reißen um


konzentriert zu bleiben, ein paarmal bin ich kurz davor zu stolpern, aber zum Glück passiert das nicht. Auf die spitzen Steine möchte ich nicht knallen. Einsam laufe ich durch die Nacht, ehe ich endlich - überglücklich - in der Finca Galatzo ankomme. Das eigentliche Highlight des Tages: Wir schaffen es im Anschluss noch knapp zum Hotelbuffet, traumhaft!

Etappe 4

Die kommende Nacht dürfen wir endlich schlafen, am Sonntag Morgen fühle ich mich besser als am Tag zuvor und freue mich auf die letzte Etappe. 19 Kilometer, was soll uns jetzt noch passieren? Selbst wenn ich ins Ziel gehen müsste, das Finish kann mir niemand mehr nehmen, davon bin ich überzeugt. Die Stimmung unter uns Läufern ist gut, man merkt, dass die Spannung nachlässt und alle hinaus wollen in das Gelände rund um das Castillo von Palma. Die Veranstalter scheinen das zu merken, 2 Minuten zu früh fällt der Startschuss und wir laufen los. Eine wunderschöne Strecke um die Innenstadt, auch das Militär stellt uns ihr Gelände zur Verfügung und hier wird uns alles geboten, was das (Trail)Läuferherz begehrt. Von genialen Downhills über ein ausgewaschenes Bachbett, es ist alles mit dabei. Kurze Asphaltpassagen, schlimme Übelkeit, plötzliche Hitze, 477 Stufen Schlussanstieg ins Ziel, wir schaffen das, und wie! Im Ziel fällt sich die kleine Trail-Familie in die Arme. „In the end of this race we will all be friends“, das waren die Worte des Veranstalters Toni zu Beginn, und er hatte Recht. Wer sich drei Tage lang gemeinsam plagt, durch den Sand quält und am Ende lächelt, versteht sich ohne Worte. Was für ein Rennen, was für eine Herausforderung! Am Nachmittag schlendern wir über die Promenade von Playa de Palma, trinken Kaffee und versuchen ein Resumée zu ziehen: Kann man das Rennen empfehlen? Der Strandmarathon soll nächstes Jahr durch einen Vertical K ersetzt werden. Wenn das stimmt, dann hat der Transmallorca Run Potenzial, zum Klassiker der Nachsaison zu werden.

Sigrid Huber

Meine spanischen amigos 25


Mallorca. Sonne, Strand und Ballermann. Ohne mich. Ich kam, um zu laufen. Trans Mallorca Run nennt sich der Wahnsinn, auf den ich mich eingelassen habe. Ein Etappenlauf mit 145 Kilometern und tausenden Höhenmetern mitten im siebzehnten deutschen Bundesland.

ETAPPE 1

Tramuntana-Gebirge (47km, 2400hm) Ich laufe weg. Der Kopf sagt ‚Zeit lassen‘. Die Beine sagen schneller. Am ersten Berg bin ich blau wie das Meer. Der Downhill wird zum Fiasko. Zwei Stürze in zehn Minuten. Blutige Schrammen, Beule am Kopf. Ich vergesse zu trinken. Die totale Dehydration. Gels und Riegel werden schneller erbrochen als gegessen. Jetzt einfach gehen, kann doch so schlimm nicht sein. Krämpfe im gesamten Oberkörper. Nur nicht schlapp machen. Nach 6:15 Sunden ist es Gewissheit. Ich habe überlebt.

ETAPPE 2, 3 & 4

Dass ich während der 2. Etappe aussteige, die dritte komplett auslasse und erst auf der letzten wieder laufe, ist bitter. Aber egal. Ich war hier, um zu laufen. Doch ich habe gelernt. Einiges über Ernährung und Renneinteilung. Am meisten über mich selbst.

Benjamin Klingler

Es war einer meiner schwersten und genialsten Bewerbe, die ich bisher gelaufen bin. Die anspruchsvollen und teils gefährlichen Trails im hochalpinen Gelände machten den Run richtig interessant. Spaß machte auch der schnelle Strandlauf in der Nacht. Das Panorama im Gebirge war das größte Geschenk für die ganzen Strapazen. Da es mein erster Etappenlauf war, war ich von mir selbst über meine Stärken überrascht. Ich konnte in den 3 Tagen sehr viel über mich lernen.

mike breit

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Frage: „Soll ich mich hier bewerben? TransMallorcaRun – hört sich interessant an.“ Antwort: „Mach doch, gewinnst eh nicht.“ Und dann war ich plötzlich mit meinem Männe auf Mallorca – eine Hobbyläuferin, die gerade erst dieses Jahr das Trailrunning für sich entdeckt hat. Richtige Berge - Erfahrung gleich Null.

ETAPPE 1

29 Kilometer, 2000 Höhenmeter und Millionen von Steinen!! Volle Konzentration über Stunden, mental sehr anstrengend, und dann das: Mixed Duo - Platz 2 von 2. Haha - unglaublich!! 3 Stunden später war bereits wieder Abfahrt zur 2. Etappe.

ETAPPE 2

20 km Nachtlauf über den Strand - Steine kann ich nicht mehr sehen! ;-) Ich war die Einzige, die an dieser Etappe Spaß hatte. Super gechillt, und mit Fotopausen brauchten wir 2:24 Stunden. Weil das andere Mixed Duo nicht gestartet war, durften wir aufs Siegertreppchen. Der Wahnsinn! Nach wohlverdienten 4,5 Stunden Schlaf ging es zur 3 . Etappe.

ETAPPE 3

Wenn schon die Elite sagt, dass das Gelände schwer und anspruchsvoll ist, dann darf man das ernst nehmen. In 33 Stunden hatten wir 70 Kilometer und ca. 3800 Höhenmeter geschafft, 8000 Kalorien verbraucht, kaum geschlafen und gegessen und am nächsten Tag stand die letzte Etappe mit nur 650 Höhenmetern und 19 Kilometern auf dem Programm. Unglaublich was der Körper alles schaffen kann. Der Kick des Tages war für mich der 1 Kilomter Downhill, Trailrunning vom Feinsten. DAS ist es! Mein erstes Runner‘s High und die Entschädigung für 1556 Höhenmeter.

ETAPPE 4

Auch die letzte Etappe mit ca. 19 Kilometern und 650 Höhenmetern können wir erfolgreich abhaken. Wir freuen uns riesig über unseren Gesamtsieg in der Wertung „Mixed Duo“. Team: Männe und Kleene Zeit: 52 Stunden (90 Km, 4281 Hm) Es war ein Wahnsinns-Erlebnis inmitten der Trailrunning-Elite. Wir haben die 4 Etappen geschafft und sind mega stolz. Bei fast 50 % Ausfällen war das eine beachtliche Leistung für uns. Vielen lieben Dank für ein grandioses, unvergessliches, super geniales, eigentlich nicht mit Worten beschreibbares Wochenende. Wir waren eine super Truppe! Wir sind 2015 wieder dabei…

Claudia Konowski

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ATRA

austrian trail running association Liebe Trailläufer(innen), die ruhige Zeit steht vor der Tür und jeder von euch hat sich seine verdiente Erholung sicher auch in diesem Jahr hart erarbeitet. Auch wir von der ATRA haben hoffentlich unseren Beitrag 2014 geleistet um Trailrunning in Österreich eine Plattform zu geben. • Der erste österreichische Trailrunningcup mit 18 Cupveranstaltungen (Speedtrail & Marathontrail) wurde durchgeführt. • Die ersten Österreichischen Trailrunning Meisterschaften im Speedtrail (bis 30 km), Marathontrail (40 -60 km) und Ultra Trail (über 70 km) fanden statt. • Das 1. Österreichische Nationalteam im Trailrunning wurde gegründet.

Unterstützer und Partner

Die ATRA ist eine NPO (Non Profit Organisation) und auf Partner und Unterstützer angewiesen. Jetzt ist es an der Zeit, mich hiermit als Obmann beim ganzen Vorstand für die ehrenamtliche Unterstützung recht herzlich zu bedanken. Ohne euch müsste selbst ich als Obmann einen 48-Stunden-Tag einführen lassen (was mir des Öfteren schon als gelungen schien). Ich bedanke mich aber auch für die tolle Partnerschaft mit dem Trailrunningszene Magazin mit der Frontfrau/Chefredakteurin Sigrid Huber und Team. Sigrid ist selbst eine leidenschaftliche Läuferin und Sportlerin, die es wie wir wagt, durch harte Arbeit andere Gleichgesinnte zu begleiten und mit diesem Magazin ein wirklich gelungenes Informationsmedium bieten zu können. Es ist nie leicht eigenes Geld in die Hand zu nehmen und damit eine Idee zu fördern.

Wer finanziert eigentlich die ATRA?

Es wäre sehr schön, wenn ich sagen könnte, dass wir einen reichen Onkel in Übersee haben, der unsere Ideen unterstützt oder wenn die Sportindustrie und der Sportfachhandel Partner der ATRA wären. Die Sportindustrie und der Sportfachhandel sehen im Trailrunning eine zu geringe Nachfrage um Umsätze generieren zu können. Die Risikobereitschaft und der Idealismus leben in uns Trailläufern. Als Obmann der ATRA und Einzelunternehmer bin ich zwar nicht mit Millionen gesegnet, trotzdem habe ich den Mut mit meinem Geldbörserl die ATRA 28

mit einer sehr großen Summe zu fördern und zu unterstützen. Für mich ist es keine Investition, sondern eine Herausforderung, dass man mit Leidenschaft und Idealismus viel bewegen kann. Gewinner werden immer wir Läufer sein. Ich hoffe auf eine gemeinsame Entwicklung mit euch Läufern, aber auch mit der Industrie und dem Fachhandel. Ich hoffe, dass auch diese die gleiche Leidenschaft teilen, den Idealismus tragen und Trailrunning in Österreich künftrig unterstützen und fördern. Trailrunning ist für uns ein Lebensgefühl, eine Leidenschaft, die wir aus vollster Überzeugung Leben. Wir sind Sportler/Athleten, Trainer, Veranstalter, eben ganz einfache Menschen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, ihre Leidenschaft mit euch gemeinsam zu teilen. Was uns antreibt, sind die Erlebnisse mit Gleichgesinnten bei gemeinsamen Funny Trails, Wettkämpfen und vor allem der gemeinsame Austausch während und nach dem Trail. Wir Trailläufer sind Genießer. Nicht nur die Natur bietet uns diesen Genuss, sondern auch der gemeinsame Austausch bei einem köstlichen Kaffee und Kuchen. Und so dürfen wir auch dich Abenteurer, Läufer und Genießer bei uns begrüßen und freuen uns auf gemeinsame Erlebnisse, sei es bei unseren Funny Trails mit unseren Trail Running Guides oder bei einem unserer Trailrunningcup Veranstaltungen 2015.

Trail Running Cup 2014

Der Österreichische Trailrunnincup wurde mit dem Schlussbewerb - der Tour de Tirol - für 2014 beendet. Es waren super Wettkämpfe mit immer guter Stimmung bei den

einzelnen Bewerben; tolle, teils unbekannte und auch kleine Veranstaltungen wurden von vielen Läufern besucht. Alle Cupveranstalter konnten Teilnehmerrekorde verbuchen, was auch das stetig steigende Interesse an Trailrunningveranstaltungen zeigt. Trailrunning ist aber nicht nur Ultra, sondern dazu zählen auch kürzere Wettkämpfe, die als Trailwettkampf ausgetragen werden. Vor allem unser Speedtrailcup mit Bewerben bis 30 km spricht den Traileinsteiger an und bietet auch Kurzdistanzund Halbmarathonläufern die Möglichkeit, Teil von Trailrunning zu sein. 2015 wird der Trailrunningcup als Speedtrail (bis 30 km) und Marathontrail (über 40 km) mit mehr als 25 Bewerben ausgetragen. Neben den bewärten Bewerben im Osten Österreichs wie dem Schneebergtrail, kommen mit dem Hochkönigman, dem Schwarzach Trail, dem Großglockner Ultratrail, dem Bizau Speedtrail und dem Walser Trail in Vorarlberg auch tolle Bewerbe im Westen Österreichs zum Trailrunningcup. Ab 2015 übernimmt Sigrid vom Magain den Bereich Trailrunning Cup, bei Fragen und Infos zu Ergebnissen könnt ihr euch an sie wenden.

Trailrunning Cup Folder

Der neue Trailrunning Cup Folder 2015 wird mit Ende Dezember bereit zum Download sein und wird bei jeder Cupveranstaltung in deinem Startbeutel zu finden sein. Wir würden uns sehr freuen, auch dich bei einem unserer Cupbewerbe zu treffen und mit Dir Trailerlebnisse zu teilen.

Thomas Bosnjak Obmann der ATRA


cupergebnisse 2014 SPEEDTRAIL CUP Herren Franz Gschiegl Hannes Schilly Mike Breit Damen Evelyne Lachner Nina Panzenböck Kathrin Schichtl

Österreichische Speedtrail meisterschaften

100 Pt. 100 Pt. 100 Pt.

MARATHONTRAIL CUP Herren Christoph Kaiser Gerhard Schiemer Hermann Daucher

320 Pt. 200 Pt. 190 Pt.

400 Pt. 200 Pt. 100 Pt.

Damen Nina Panzenböck Tiziana Krakher Erika Tiefengraber

580 Pt. 270 Pt. 250 Pt.

Trailrunning WM 2015

Der Pölventrail fand am 05.10.2014 mit 23 Kilometern und 1250 Höhenmetern als dritter Bewerb der Tour de Tirol statt. Bei der Tour de Tirol wird am Freitag ein 10 Kilometer Straßenlauf, am Samstag ein Bergmarathon und am Sonntag der Pölventrail mit einer Gesamtlänge von 75 Kilometern und 3650 Höhenmetern durchgeführt. Die Strecke des Pölventrails verlief mit Start in Söll rund um den Pölven an Bad Häring vorbei und wieder zurück nach Söll. Herren Stefan Paternoster Andreas Rois Franz Fuchs

1:42:18 h 1:50:17 h 1:52:44 h

Damen Katharina Zipser 2:06:52 h Simone Helfenschneider-Ofner 2:16:06 h Verena Zorn 2:24:26 h

Für die Trailrunning WM 2015 in Frankreich haben sich über die Streckenlänge von 42 Kilometern und 3200 Höhenmetern qualifiziert: Herren 1. Andreas Rois 2. Markus Stock 3. Gerald Fister

4:48 h 4:58 h 5:05 h

Damen 1. Simone Helfenschneider-Ofner 5:55 h 2. Verena Zorn 6:23 h 3. Evelyne Lachner 6:45 h

Trailrunning AcadEmy

Trailrunning guides

Mit der Trail Running Academy gründete Thomas Bosnjak nicht nur eine vernünftige Ausbildungsstruktur für Trail Running Guides, welche über die ATRA lizenziert und auch eine Haftpflichtversicherung als Guide erwerben können, sondern die Trail Running Academy steht allen interessierten Teilnehmern zur Weiterbildung zur Verfügung. Neben der Ausbildung von Trail Running Guides bietet die Academy weitere tolle Seminare für alle Läufer an:

Trailbuddies sind Freunde, Kumpel und begeisterte Gelände- & Trailläufer, die sich treffen um gemeinsam auf Trails Erlebnisse zu finden, begleitet von geschulten Trailrunning Guides. Die durch die ATRA ausgebildeten Trailrunning Guides sind in ganz Österreich und auch in Deutschland, der Schweiz und Holland zu finden. In Österreich gibt es 29 Trail Running Gudies, welche regelmäßig Funny Trails (Lauftreffs im Gelände) veranstalten. Wenn Du gerne an den Funny Trails teilnehmen willst, dann findest Du alle Informationen auf unserer Trailbuddies Seite: www.trailbuddies.au Zur Ausbildung zum Trail Running Guide stehen alle Informationen auf der Verbandsseite: www.trailrunning-verband.at

26.06.2015 - Der richtige Einsatz von Notfall- und Sicherheitsausrüstung (Anlegen des Dreiecktuchs, Erste Hilfe Kurs, Alpine Notsignale, Wund- Druckverbände, uvm.) 27.06.2015 - Wetterkunde und Tourenplanung (Umgang mit Karte und Kompass; GPS Navigation, Gewitterkunde, uvm.) 17.01.2016 - Trainingssteuerung (Erstellen einer Jahresplanung, Erarbeiten von Trainingsplänen, uvm.) 16.01.2015 - Leistungsdiagnostik (Analyse einer Laktatdiagnostik, Durchführen von Leistungstests (kein Laktattest),...) 15.02.2015 - Athletik- & Lauftechnik (Periodenspezifischer Aufbau von Krafttraining, Videoanalyse der Lauftechnik, uvm.) Alle Seminare werden in Oberösterreich/Gmunden durchgeführt. Die Termine findest Du auch unter unserer Partnerseite www.trailshop.at

Heinrich Steiner - Ybbs/Donau/Niederösterreich Wolfgang Retschitzegger - Wartberg/Aist/Oberösterreich Hannes Hudelist - Klagenfurt/Kärnten Alexander Hablecker - Mödling/Niederösterreich Walter Seewald - Mödling/Niederösterreich Josef Fuchs - Ternitz/Niederösterreich Norbert Wastian - Zeltweg/Steiermark Werner Sturm - Sankt Veit/Kärnten Nächste Ausbildung zum Trail Running Guide: 24.04. bis 26.04.2015 St. Lambrecht/Steiermark Alle Informationen unter: www.trailrunning-verband.at

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training

saisonPlanung Die alte Saison ist vorbei, eine Weile lässt man es sich gutgehen, trainiert nach Lust und Laune. Aber ehe man es sich versieht steht das neue Jahr vor der Tür, es gibt unzählige Termine und Möglichkeiten. Plötzlich hat man ein großes Fragezeichen vor sich, weiß nicht wie und wo beginnen? Saisonhöhepunkte setzen? Training ändern, beibehalten, alles über den Haufen werfen? Ob man nun Genussläufer ist oder versucht, von Jahr zu Jahr besser zu werden: Fakt ist, man kann nicht 12 Monate lang Vollgas geben. Wer das dennoch probiert, laboriert oft spätestens im Herbst mit Verletzungen und muss eine längere Laufpause einlegen. Besser ist es, ein wenig System in das Laufjahr zu bringen und so beruhigt und kontrolliert in die Saison zu starten.

Welche Läufe strebe ich an? Was ist mein Ziel?

Am Beginn einer jeden Planung steht die Zielsetzung. Es werden zwei bis drei Höhepunkte festgelegt, Rennen, die wichtig sind und welche man in guter Form bestreiten möchte. Davor kann man Vorbereitungswettkämpfe einbauen und natürlich ebenso Rennen, die man einfach zum Spaß absolviert. Wichtig ist, dass sich Belastung und Erholung in der Waage halten und der Körper immer wieder genug Ruhephasen bekommt, um für die nächsten Aufgaben oder verrückten Trail-Ideen gewappnet zu sein.

KLARE ZIELE DEFINIEREN UND HIGHLIGHTS der TRAIL-WELT ERlEBEN

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Wie soll ich mir die Saison einteilen? Thema Periodisierung vorbereitungsperiode #1 Die vielleicht wichtigste Zeit, die das Fundament für die weiteren Monate schafft, ist die sogenannte Vorbereitungsperiode 1. Es gilt, ruhiges Grundlagentraining zu absolvieren; Kraft- und Stabilisationstraining einzubauen und natürlich darf auf andere Sportarten ausgewichen werden. Speziell in den Wintermonaten kann Grundlagentraining auch beim Langlaufen, Skitouren gehen oder beispielsweise am Ergometer absolviert werden. Das sorgt einerseits für Abwechslung, andererseits werden sonst oft vernachlässigte Muskelgruppen gestärkt und der Bewegungsapparat freut sich, wenn er ein wenig geschont wird. Für intensive Einheiten ist es in dieser Phase noch zu früh, hin und wieder ein paar Sprints schaden nicht, für Intervalle und mehr ist später noch genug Zeit.

vorbereitungsperiode #2 Langsam wird der Fokus wieder mehr auf die Kernsportart gerichet, extensive Intervalle dürfen eingebaut werden. Wie lange die Trainingseinheiten im Grundlagenbereich sind, hängt von den persönlichen Saisonzielen ab. In dieser Zeit schadet es nicht, hin und wieder einen Straßenlauf einzubauen, so hat man immer wieder eine schnelle Trainingseinheit, für die man sich im Training vielleicht nicht motivieren kann. Das Krafttraining darf man jetzt eine Spur zurückschrauben, es sollte aber weiterhin nicht vernachlässigt werden!

wettkampfperiode Die langen Grundlagentrainings sind vorbei, das Motto lautet: in Form kommen und Tempo machen. Besonders kurze und intensive Einheiten sollten jetzt immer wieder am Programm stehen. Auch wer nur Ultras läuft, profitiert von der Spritzigkeit, die man sich dabei antrainiert.

tapering Kurz vor einem Wettkampf (1-2 Wochen davor) wird der Trainingsumfang um ca. 50% zurückgeschraubt (was hier guttut, muss jeder für sich selbst herausfinden), die Einheiten werden kürzer und eine Spur schneller. Ein paar Tage vor dem Wettkampf wird nur noch wenig trainiert. Die letzten zwei Tage davor schwören die einen darauf, ein paar Kilometer zu laufen, andere lassen es sein. In dem Fall gibt es - leider - kein Patentrezept.

erholungsphase Sowohl am Ende der Saison als auch nach einem Wettkampf ist es besonders wichtig, dem Körper, den Gelenken und auch dem Geist Zeit zu geben sich zu erholen. Das Immunsystem ist geschwächt, alles schreit nach einer Pause. Die ersten Tage nach einem Trail kann man spazieren gehen, locker radfahren oder schlichtweg Zeit mit der Familie verbringen. In der Ruhe liegt die Kraft! Danach hat man wieder genug Energie um durchzustarten und mit voller Kraft an die nächsten Ziele heranzugehen!

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training

lebensfeuer Laktat war gestern, Lebensfeuer ist heute. Das ist natürlich übertrieben, aber die Lebensfeuer Messung, welche auf der Herzratenvariabilität beruht, hat einen ganz anderen, sehr spannenden Zugang, der eine interessante Alternative zur klassischen Trainingsbetreuung bietet.

Ein Experte im Ländle

Bei der Suche nach Experten auf dem Gebiet bringt mich Google zu Seppi Neuhauser in Vorarlberg. „Der Rhythmus Deines Lebens findet sich im Herzschlag wieder. Jede Veränderung Deines Lebenstempos, Deiner Atmung und Gefühle manifestiert sich in der Variabilität Deines Herzschlages.“, so der Slogan auf seiner Website. Seppi betreut zahlreiche Sportler, darunter einige erfolgreiche Trailrunner. Er selbst hat unter anderem 9-mal den Transalpine Run gefinisht, seine Erfahrung in dem Bereich ist mehr als glaubwürdig und ich beschließe, einfach einmal nachzufragen wie die Sache mit dem Lebensfeuer so abläuft. Als ich Seppi anrufe, ist gleich klar: Das ist anders als meine früheren Trainer, die ich hatte. Seine Fragen sind nicht die Klassischen: „Was hast du vor? Wie schnell willst du werden? Was waren deine Erfolge?“, sondern er erkundigt sich nach dem Training im Allgemeinen, was ich so mache, wie ist die familiäre und berufliche Situation und will über viele andere Faktoren Bescheid wissen. Anschließend erklärt er mir das Prinzip des Lebensfeuers, ausführlich und genau.

Lebensfeuermessung

Trainingssteuerung auf eine andere Art

Wie kann ich nun aufgrund der Messung mein Training einstellen? Wie ist der Trainingsplan, den ich bekomme? Erst einmal: anders. Ich bekomme keine optimalen Pulsbereiche, das passt nicht in das Prinzip des Lebensfeuers. Offensichtlich soll meine Schwäche im intensiven Bereich und damit die VO2max (maximale Sauerstoffaufnahme) gestärkt werden. Weiters finden sich Einheiten à la „Laufe 2 Stunden deinen Lieblingstrail“. Ganz wichtig ist Seppi, sich Zeit zu nehmen. Er empfiehlt mir, nach dem Training ein paar Minuten zu warten, sich hinzusetzen und das Training wirken zu lassen; bewusst mit Atemübungen in den Tag zu starten und diesen auch auf diese Weise zu beschließen.

Endergebnis

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Ich persönlich bin kein großer Fan von Trainingsplänen und fühle mich dadurch eingeschränkt, lieber verlasse ich auf mein Tagesgefühl. So endet für mich diese Steuerung durch Seppi nach etwa 2 Monaten. In früheren Jahren habe ich allerdings lange Zeit nach Plan, mit verschiedenen Trainern trainiert und kann deshalb einen guten Vergleich ziehen. Der größte Unterschied ist das persönliche Körpergefühl, das in-sich-gehen, sich Zeit-nehmen. Das ist es, was ich in 1. Linie für mein Training mitgenommen habe; ein Training nicht einzwicken, sondern davor und danach ein wenig Zeit haben. Wer sein Training dauerhaft mittels Lebensfeuer-Messung steuert, macht regelmäßige Kontrolllmessungen und hat – da bin ich mir sicher – eine sehr spannende Alternative zur klassischen Laktatdiagnostik und Steuerung nach Pulsbereichen.

Wer mehr wissen möchte: www.trail-of-life.at Die Messung und Trainingssteuerung wurde für Trailrunning Szene kostenlos durchgeführt, der Text ist allerdings keine entgeltliche Anzeige, sondern ein objektiver Bericht.

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Das Lebensfeuer

Mittels eines tragbaren, alltagstauglichen EKG-Gerätes wird die Herzratenvariabiliät, der minimal unregelmäßige Abstand zwischen den einzelnen Herzschlägen, über 24 Stunden gemessen und im Anschluss in der aussagekräftigen Lebensfeuer Grafik dargestellt. Es erfolgt keine Leistungsmessung, man bleibt im normalen beruflichen sowie privaten Umfeld, schläft im eigenen Bett und lebt ganz normal den Alltag. Ein wichtiger Faktor für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit ist der Schlaf, laut Seppi herrschen dabei immer konstante Bedingungen, in diesen Stunden sieht man, wie man auf die Geschehnisse des Tages reagiert, wie und ob man gut regeneriert und nach der Nachtruhe wieder fit und vital in den Tag starten kann. Nach der Messung und Auswertung lässt sich ablesen ob man fit und gesund, möglicherweise bereits nahe am Burnout ist und – für Sportler natürlich wichtig – wie das derzeitige Leistungspotenzial ist.

Die Messung

Der Postler bringt mir ein kleines Paket mit einem Fragebogen und dem EKG-Recorder. Ein kleines Ding, welches 24 Stunden meine Herzfrequenz und Herzratenvariabilität aufzeichnen wird. Mittels Elektroden klebe ich mir den Recorder auf die Brust, die Messung beginnt. Den ganzen Tag über führe ich Protokoll darüber, was ich gerade mache. Essen, schlafen, trainieren, arbeiten; alleine, zu zweit, in der Gruppe? Anhand dieses Protokolls lässt sich nachher sehr einfach ablesen, was entspannend ist, was stresst, wie schnell man sich nach dem Training erholt und ganz allgemein, wie der derzeitige Zustand ist. Wichtig ist, innerhalb dieses Zeitraums mindestens eine Stunde zu trainieren, den typischen Tagesablauf beizubehalten und – für mich etwas, das ich bis dato selten schaffe – eine halbe Stunde nichts zu tun. Das heißt: sich bewusst hinsetzen, lesen oder einfach in die Luft schauen und die Natur genießen.

Das Ergebnis

Nachdem die Messung vorbei ist und ich den Recorder zurücksende, dauert es einige wenige Tage bis mich Seppi anruft und wir das Ergebnis besprechen. Ich bin einerseits gespannt, andererseits freue ich mich, mehr über mich zu erfahren. Immerhin soll die Messung Auskunft darüber geben, was ich eventuell anders machen soll, wann ich leistungsfähig bin, ob ich mehr Pausen brauche, mir mein Essen Energie gibt oder nimmt, und vieles mehr. Die gute Nachricht ist, dass ich sehr ‚vital‘ bin. Ich erhole mich schnell, mein Herz schlägt ökonomisch und kann eine hohe Leistung bringen. Das ist gut, denn jeder Herzschlag, den man sich spart, spart Energie. Mein Herz-Kreislauf-System läuft sozusagen optimal und arbeitet gut. Einzig die Atmung hängt nach, das liegt einerseits daran, dass ich wenig bis kein Intervalltraining mache und andererseits zu wenig Ruhephasen in meinen Alltag einbaue, in denen die Atmung bewusst ‚nach unten‘ geht und der Körper merkt: Jetzt ist Schluss, es ist Zeit für Regeneration, Erholung und Schlaf. Für mich sehr spannend zu sehen ist auch die Zeit im Büro. Zu Mittag nehme ich mir in der Regel kurz Zeit für einen kurzen Spaziergang im Wald, in der Messung sieht man hier wie das Feuer brennt und wie sehr ich in der kurzen Zeit regeneriere.

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training

alternativtraining Raus aus den Laufschuhen! Der Winter ist die richtige Zeit um andere Sportarten auszuprobieren, verschneite Hänge bei Skitouren zu genießen und natürlich auch den Körper mit Kraft- und Stabilitätstraining zu kräftigen und mobilisieren.

skitour Kilian Jornet schwört darauf: Skitouren! Wer gerne auf den Bergen unterwegs ist und noch dazu gerne Ski fährt, für den gibt es in der kalten Jahreszeit vermutlich keine schönere Sportart als Skitouren gehen. Die Intensität lässt sich je nach Aufstiegsgeschwindigkeit selbst steuern; nicht nur Beine, sondern auch der Oberkörper wird beansprucht. Einziger Wermutstropen ist die Ausrüstung: Ein ‚Einstiegspaket‘ ist kostspielig, andererseits: Man spart sich die Liftkarte; wenn man die Beträge hier gegenrechnet, dann rentiert sich nach ca. 15 Touren die Ausrüstung!

langlaufen Egal ob klassisch oder Skating, Langlaufen ist perfektes Ganzkörpertraining. Hier werden zahlreiche Muskelgruppen beansprucht, dazu ist Langlaufen - unter Voraussetzung der richtigen Technik - gelenkschonend. Wer Grundlagentraining machen möchte, sollte eher die klassiche Technik wählen. Um mit niedriger Intensität zu skaten bedarf es einer sehr guten Technik. Auch die Trainingsdauer sollte anfangs nicht zu lange gewählt werden, 2 Stunden Langlauf sind bereits ein sehr anspruchsvolles Training. Material: Wer nicht gerne selbst wachst, greift für die klassiche Technik am besten zu Schuppen-Skiern. Bei Skating-Skiern gibt es einerseits Ski mit Plus Belag, andererseits ist eine Wachs-Ausrüstung nicht teuer, zum Bügeln reicht ein herkömmliches altes Bügeleisen und das Wachs selbst, sowie die Abziehklinge (~ 20 Euro) kann man sich leisten. Keine Loipe in der Nähe? Einfach selbst spuren, das macht Spaß und sorgt für Winter-Abenteuer!

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schneeschuh TOUR Eine verschneite Winterlandschaft, ein einsamer Wald und Schneeschuhe - traumhaft! Ob man einfach nur durch den Wald wandert, mit dem Snowboard am Rücken einen Berg erklimmt oder für ein hochintensives Training mit den Schneeschuhen läuft (Achtung anstrengend!), bei einer Schneeschuhtour kann man die Natur so richtig genießen. Schneeschuhe gibt es in den verschiedensten Varianten, je nachdem ob man in einfachem oder alpinen Gelände unterwegs ist, sind qualitativ hochwertige Schneeschuhe ab etwa 100 Euro zu haben.

ergometer Die einen hassen es, die anderen schwören in den Wintermonaten darauf: Die Rede ist vom Ergometer. Grundlagentraining lässt sich bekannterweise am Rad sehr gut absolvieren; wer einen Fernseher vor dem Ergometer platziert und sich dabei einen spannenden Film ansieht, für den ist das Fahrrad ein guter Begleiter durch die kalte Jahreszeit, vor allem wenn es draußen eiskalt ist, aber noch kein Schnee liegt. Geräte von Daum und Kettler sind empfehlenswert; wer ein Rennrad besitzt und von etwas höherer Lautstärke nicht gestört wird, kann um ca. 100 Euro eine Walze erschwingen und darauf trainieren.

kraft & Stabilität Was ist neben Grundlagentraining das Wichtigste im Winter? Kraft- und Stabilitätstraining! Ob im Fitnesscenter, mit dem Gymnastikball, einem Slingtrainer oder schlichtweg dem eigenen Körpergewicht: Krafttraining sorgt für einen effizienteren Laufstil, auf Ultra Distanzen ist eine starke Rumpfmuskulatur das A und O. Vorbei mit den Ausreden, 2mal die Woche 45 Minuten für Kraftübungen sollte man einbauen!

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Laufen, Spass und Abenteuer... ...das ist unser Motto bei den Trailrunning Szene Camps! Ob im Frühling auf Mallorca in der Serra de Tramuntana oder im Herbst beim Saisonausklang auf Fuerteventura - wir finden die schönsten Trails! • Betreute Touren und Trainings, Aufteilung in 2 Gruppen (Trainer Thomas Bosnjak, Trail Guide Sigrid Huber) • Trainingsthemen: Technik Koordination, Schnelligkeit, Grundlagentraining, Aerob/Anaerobes Training, Kraftausdauer • Videoanalyse des Laufstils • Vorträge zu den Themen Trail und Ultra Trail • Möglichkeit zur Massage durch Sybille Feichtinger • Laktatmessung • Kinoabend • Optional: Trail Tour mit Übernachtung im Zelt • Foto Service - jeder Teilnehmer bekommt nach dem Camp eine Foto CD und ein persönliches Foto Poster • T-Shirt und Goodie Paket • Testmaterial vor Ort • Fun Race am Ende des Camps mit großer Preisverlosung

Camp 1: Mallorca, Can Picafort 5. - 12. April 2015 : Perfekte Vorbereitung auf die kommende Trail-Saison Trail-Jahr starten. ins nicht Sonne, Strand und Berge - besser kann man Unterbringung entfernt vom Strand Son Bauló Das Hotel Ferrer Janeiro ist ein 3-Sterne-Hotel 80 m von Mallorca. Can Picafort, in der Bucht von Alcúdia, im Nordosten

INFOS und ANMELDUNG unter... www.trailrunning-szene.at/camps camps@trailrunning-szene.at

TRAIL S P M A C

Camp 2: fuer

31. Oktob er

teventura

- 7. Nove mbe

r 2015 Wenn es zuhause n ebelig ist, Saison un setzen wir d fliegen nach Fue ein letzte rteventura s Highligh ! t der Unterbrin gung Sporthote l La Athleten tr s Playitas. Wir wo hn ainieren. F itnessraum en dort wo auch z ahlreiche , sportlerg Profi erechtes E ssen und mehr!

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training

mentaltraining Motivation in der dunklen zeit

WOLFGANG

SEIDL

STECKBRief ALTER 38 WOHNORT Steiermark & Wien BERUF Selbstständig als Mentalcoach HOBBIES Sport, reisen, vegan kochen ERFOLGE Sieger AXTRI Triathlon 2011 Ironman WM Hawaii 2012 viertbester Österreicher Mountainbike - Transrockies und Cape Epic Finisher vielfacher Ironman Finisher

Fehlender Antrieb in den Wintermonaten ist nicht nur unter Sportlern ein viel diskutiertes Thema. Bei vielen sinkt um diese Zeit die Motivation aufgrund von Lichtmangel. Das Licht ist der wichtigste Taktgeber für unsere innere Uhr im Gehirn. Fehlendes Licht verändert die Aktivität der Gene und Botenstoffe in uns. Melatonin, ist einer dieser Botenstoffe und sorgt für guten Schlaf. Bei Dunkelheit steigt der Melatonin Spiegel um das Zehnfache an und bleibt, aufgrund des fehlenden Sonnenlichts, auch während dem Tag erhöht. Dadurch können vermehrt Müdigkeit oder sogar Winterdepressionen auftreten. Das schöne jedoch ist, dass du den Botenstoffen nicht hilflos ausgeliefert bist. Du kannst durch die Wahl deiner Gedanken, aktiv auf deine Botenstoffausschüttung Einfluss nehmen und deinen Antrieb somit steigern. Wir müssen wissen, unser Gehirn kann nicht zwischen Realität und Vorstellung unterscheiden. Hier ein kurzes Beispiel. Stelle dir in Gedanken vor, du hast ein Stück Zitrone vor dir und beißt herzhaft hinein. Wenn du es dir bildhaft vorstellen kannst, dann wird dein Mund vermehrt Speichel produzieren und du wirst dein Gesicht verziehen. Das beweist uns, unser Gehirn kann nicht unterscheiden ob du tatsächlich etwas erlebt hast oder ob du es dir nur vorgestellt hast. Und genauso funktioniert es auch bei anderen Bereichen.

Zielsetzung

Ein wichtiger Faktor um deine Motivation zu steigern ist die richtige Zielsetzung. Kennst du deine Ziele und hast du diese richtig formuliert, dann kannst du sie im Geiste auch vorweg erleben und somit deinen inneren Antrieb pushen. Die Arbeit an deinen persönlichen Zielen ist im Mentaltraining unerlässlich. Roger Federer, einer der besten Tennisspieler der Welt, sagte einmal: „Ich habe in den vergangenen 2 Jahren gemerkt, dass es für mich sehr wichtig ist, konkrete Ziele vor Augen zu haben. Es fällt mir dann leichter, mich zu motivieren und hart zu arbeiten.“

Innerer Schweinehund

Ein weiteres Hindernis um in der kalten und nassen Jahreszeit trainieren zu gehen, könnte dein innerer Schweinehund sein. Flüstert er dir auch manchmal zu: „Bleiben wir doch liegen und verschieben das Training auf morgen“.An dieser Stelle möchte ich den Schweinehund etwas näher erklären. Wir gehen von der Grundannahme aus, dass in dir eine Vielzahl von Anteilen wirksam sind, die alle beachtet werden wollen. Dein „innerer Schweinehund“ gehört, wie auch dein „Innerer Kritiker“ oder „Innere Antreiber“ zu deinem Inneren Team. Und du bist sozusagen der Team Leader oder Boss über deine Anteile. Merke: Jeder Anteil in dir will immer nur das Beste für dich. So auch dein Innerer Schweinehund. In diesem Fall möchte er, dass du dich erholst. Manchmal ist das ja ganz sinnvoll, aber lässt du ihm zu viel Spielraum, dann hat er dich unter Kontrolle. Gelegentlich musst du dann ein strenges Wort sprechen und zu ihm sagen: „STOP, wir gehen jetzt trainieren!“ Dann entscheidest du und dein innerer Anteil hat Sendepause!

Morgensport

Zählst du zu den Morgensportlern, die schwer aus dem Bett kommen, dann gebe ich dir noch ein paar Tipps: Als Wecker kann dich ein emotionaler „Aufweck-Song“ unterstützen, der in dir die Lust zum Laufen erweckt. Zusätzlich dazu, kannst du dir einen fixen Bewegungsablauf erarbeiten, der dich direkt aus dem Bett in die Laufschuhe führt. Hier unterstützen dich kurze und prägnante Selbstanweisungen. Diese Technik kannst du gleich als deine frühmorgendliche Mentalübung ansehen um deine Willensstärke zu trainieren. Und Willensstärke benötigst du ja auch im Wettkampf. Viel Spaß

Be Strong, Wolfgang Akademischer Mentalcoach Dipl. Lebens- und Sozialberater mind@mana4you.at www.mana4you.at Official Ironman Austria Mentalcoach

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trail-abc

lawinenkunde Wenn der Schnee fällt, wollen begeisterte Wintersportler oft nicht darauf verzichten: Das Vergnügen abseits der präparierten Pisten. Das Problem dabei: Das, was am meisten Spaß macht, ist oft am gefährlichsten. Lawinenabgänge sind hierzulande keine Seltenheit. Ein gewisses Risiko besteht immer, aber mit dem nötigen Wissen lässt sich dieses zumindest stark reduzieren.

Wie entsteht eine Lawine?

Zum Einen muss eine bestimmte Hangneigung gegeben sein, zum Anderen braucht es einen Auslöser. Dazu kommen viele andere Risikofaktoren: Wind, Neuschneemenge, Gelände, Temperatur und der Aufbau der Schneedecke. Staublawinen Staublawinen können eine Geschwindigkeit von bis zu 350 km/h erreichen. Sie donnern mit ungebremster Wucht ins Tal. Ihnen voraus geht eine riesige Wolke aus aufgewirbeltem Schnee, welche durch den enormen Druck der Lawine aufgewirbelt wird. Fließlawinen Diese treten vor allem im Frühjahr auf, wenn der Schnee schmilzt und die Schneeschicht auf bereits getautem Schnee, sprich Wasser, ins Tal „fließt“. Schneebrett (häufigste Art) Schneebretter lösen sich meist unerwartet. Die obere Schneeschicht reißt und rutscht auf einer darunter liegenden gefrorenen Schicht zu Tal. Diese Lawinen entstehen, indem die erste Schneeschicht gefriert und dann lockerer Neuschnee darauf fällt. Die zwei unterschiedlichen Schichten können sich nicht verbinden und es genügt ein unachtsamer Schifahrer oder ein kleine Erschütterung, um das Schneebrett abzureißen.

RISIKOFAKTOREN Schneedecke Hat es beispielsweise schon einige Tage nicht mehr geschneit, ist die bestehende Schneedecke bereits sehr stark. Schneit es im Anschluss wieder darauf und ist die Temperatur dazu sehr niedrig, verbindet sich der gefallene Neuschnee schlecht mit der alten Schneedecke. Man kann sich das wie zwei Platten vorstellen, die nur sehr locker aufeinander liegen. Oftmals reicht das Gewicht einer Person um einen verheerenden Lawinenabgang auszulösen.

1.

Hangneigung Erst eine starke Hangneigung macht Lawinen möglich. Jedes Gelände über 30° Neigung ist sehr gefährdet. Ab Warnstufe 3 sollte man sich hier keinesfalls aufhalten. Generell gilt: Je steiler, desto gefährlicher. Wie steil ist der Hang? Es gibt die Möglichkeit mittels eines Skistocks die Neigung zu messen. 1. Beide Stöcke auf die exakt selbe Länge bringen und einen Stock mit dem Griff zum Tal in den Schnee legen. Leicht drauf drücken, sodass der liegend Stock einen Abdruck im Schnee hinterlässt. Diesen Stock dann langsam beim Griff anheben und darauf achten, dass die Spitze im Schnee bleibt.

2.

2. Den 2. Stock nehmen und mit dem Griff an den Griff des ersten Stockes halten. Den 2. Stock locker baumeln lassen und den ersten Stock so weit neigen, bis der 2. den Schnee berührt. Dort, wo die Spitze im Schnee eine Markierung hinterlässt ist der Messpunkt. Ist die Markierung genau beim Abdruck des Griffes des 1. Stocks, so beträgt die Hangneigung exakt 30 Grad. Ist die Markierung ein Stück weiter entfernt, so ist der Hang steiler als 30 Grad. <3

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Mittlerweile gibt es sogar sehr praktische Apps, mithilfe derer man die Hangneigung ablesen kann. Ganz allgemein sollten felsdurchsetzte Hänge gemieden werden, diese sind in der Regel über 40° steil.


Wind Wenn Schnee vom Wind verfrachtet wird, entsteht sogenannter Triebschnee. Besonders gefährlich ist das Gebiet um Schneewächten. Dort wo der Wind hinweht sollte man nicht gehen, denn dort finden sich zusammengetragene Schneewächten. Besonders aufpassen sollte man am ersten schönen Tag nach Schneefall. Zwar lädt der frische Schnee zum Powdern ein, zumeist haben sich die Schneedecken aber noch nicht miteinander verbunden, Schneebretter können abgehen. Schatten oder Sonne? Das Risiko eines Lawinenabgangs ist in Schattenhängen deutlich höher als in Sonnenhängen. Warum? In der Sonne festigt sich der Schnee schneller, in nordseitigen Hängen bleibt der Pulverschnee länger bestehen, eine Lawine kann leichter abgehen. Laut Alpenvereinsstatistik sterben ca. 3/4 der Lawinenopfer in Nord- und Nordosthängen. Alarmstufe Rot Wenn an nahe liegenden Hängen gerade eine Lawine abgegangen ist, es beim Betreten der Schneedecke dumpf klingt, bereits Risse in der Schneedecke sichtbar sind oder die Schneedecke sehr nass ist, sollte man den Hang umgehend verlassen!

Schlechte Bedingungen für eine Tour • Kombination aus Schneefall und starkem Wind • Neuschnee, Triebschnee • Lawinensprengungen • Erster schöner Tag nach mehreren Tagen Schneefall

Gute Bedingungen für eine Tour • Gefahrenstufe 1 oder 2 • Gelände < 30° • Sonnige Hanglage • Touren unterhalb der Waldgrenze

Lawinenwarnstufen

Stufe Stufe Stufe Stufe Stufe

1: gering (Auslösung von Lawinen nur in extrem steilem Gelände möglich) 2: gering (Hänge über 40° sollten gemieden werden) 3: erheblich (bei geringer Belastung ist eine Auslösung möglich, keine Hänge über 35° begehen/befahren) 4: groß (freies Gelände meiden) 5: sehr groß (freies Gelände keinesfalls betreten)

Alpin-Notruf Österreich: 140 | Europäischer Notruf: 112

LAwinen apps & Link tipps • SnowSafe (Regionenübersicht, Lageberichte, Neigungsmesser) • SnoProfiler • Lawine Tirol • www.lawine.at Lawinenwarndienste Österreich • lawinenwarndienst.blogspot.com Blog vom Lawinenwarndienst Tirol mit zahlreichen Hintergrundinformationen • www.alpine-auskunft.at Lawinenwarndienste, Wetter, Tourentipps • www.alpenverein.at Auf der Wetterseite finden sich aktuelle Infos vom Alpenverein 39


Trailrunning Hotels Wir stellen in Trailrunning Szene Hotels vor, die speziell für Laufurlaube geeignet sind. Diese müssen allerdings einige Kriterien erfüllen:

Geführte Touren Werden im Hotel geführte Touren angeboten, die man buchen kann?

Trainer Gibt es vor Ort einen Coach/Trainer den man bei Trainingsfragen zu Rate ziehen bzw. auch buchen kann?

TrailCamp - Angebot Werden im Hotel spezielle Pauschalen für Trailrunner angeboten?

Beschilderte Strecken Gibt es in der Region, in der das Hotel liegt, beschilderte Strecken und Touren?

Essen & Lunchpaket Stellt das Hotel auf Anfrage ein Lunchpaket zusammen? Gibt es gesundes Essen für Sportler?

Wäscheservice Bietet das Trail-Hotel einen Wäscheservice für stinkige Sportbekleidung an?

Regeneration Sauna? Hallenbad? Massagen? Welche Maßnahmen zur aktiven Regeneration werden angeboten? 40

SAN AUGUSTIN

SPORT- und WellnessHOTEL im süden

Das hotel mit speziellem service für sportler Fahrradwerkstatt Weil man im Frühjahr gerne auch auf Alternativtraining ausweicht und man auf Gran Canaria wunderschöne Touren mit dem Rad unternehmen kann, ist die Werkstatt und das Fahrrad Depot sehr nützlich. Informationen und Streckenkarten Ein erfahrener Guide gibt Tipps und Infos zu den schönsten Strecken. Zusätzlich steht im Hotel ein Sportdirektor zur Verfügung, ein Experte an den man sich bei Fragen jederzeit wenden kann. Thalasso Therapiezentrum Ärztliche Versorgung und physiotherapeutische Unterstützung. Sportgastronomie Eine bis ins kleinste Detail gepflegte Ernährung, wie man sie braucht. Vor dem Trainig gibt es einen Obst-Imbiss, und bei der Rückkehr von der Tagestour wird man mit einem Spezialmenü verwöhnt. Entspannung und Unterhaltung Im Fitnessraum und Schwimmbad kann man sich alternativ betätigen oder sich nach der Tour einfach gut entspannen. Rückholung Wer sich in einer Notlage befindet und nicht mehr weiter kann, darf sich beim Hotel melden und wird gegebenenfalls abgeholt.

TRAININGSCAMP 2015 -

inkl. Halbpension mit reichhaltigem Sportlerbuffet Picknick & Trinkwasser für unterwegs Sport & Bike-Info-Center Karten und Tourenmaterial Betreuung durch Sportdirektor Tägliches Rahmenprogramm Fitness & Entsannungsprogramm Thalassotherapie, Pilates & Yoga- Schnupperkurs Täglicher Lauftreff mit verschiedenen Leistungsgruppen

www.canary-bike.c

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villa del monte FINCA Im grünen zentrum der insel LAUfen mit einer extraportion sonnenschein Diese familiär geführte Finca im Nordosten von Gran Canaria ist im Kolonialstil erbaut worden. Am Ortsende von ‚St. Brigida‘ auf 800 m ruhig gelegen, fährt man von der Finca zum Flughafen von Gran Canaria etwa 15 km. ‚Las Palmas‘ erreicht man nach einer Fahrt von 12 km. Ebenfalls nur 12 km von der Finca entfernt ist außerdem ein herrlicher weißer Sandstrand. So kann man eine wunderschöne Trailrunning Tour mit Ausflug ins Meer machen. Auf der Finca, die von einem parkähnlichen Garten umgeben ist, wird ein einmaliges Programm angeboten. So werden in jedem Monat (von Mai bis Dezember) besondere Aktivitäten, Touren oder Einblicke in die Kultur Gran Canarias angeboten. Das Einzelhaus liegt auf einem rund 1100 qm großen Gelände.

PETRA (GASTGEBERIN) Warum sollen Läufer nach Gran Canaria kommen? Hier werden das ganze Jahr über Trainingsmöglichkeiten bei besten Temperaturen geboten, außerdem die Teilnahme bei verschiedenen Events: -Trans Grancanaria - Ruta del Vino Bike & Run Challenge - Isletta Extreme Trail - Gloria Trail Challenge

Weil auf Gran Canaria auch viele Radfahrer unterwegs sind, gibt es in der Villa del Monte eine eigene Fahrradstation, wo man sich Fahrräder ausleihen kann oder das eigene Gefährt unterstellen. „Ich verstehe das als Service, deswegen ist es kostenlos“, so Petra Wonisch. Was noch geboten wird: Ein spezielles Sportlerfrühstück, auf Wunsch wird man auch beim Abendessen kulinarisch umsorgt. Touren- und Kartenmaterial liegt natürlich auf! Entspannen kann man sich nach der Tour gemütlich am Salon im Kamin, am Pool oder in der Sauna.

www.villadelmontegrancanaria.com Kontakt: Petra Wonisch office@canary-bike.com Telefon: +34 928 644 389

Was ist so besonders bei euch, was bietet ihr euren Gästen? Wir sind die ersten Gastgeber/ Hoteliers, die auf die besonderen Wünsche und Bedürfnisse der Gäste eingehen. Damit haben wir ein spezielles Package für die Gäste, auf Wunsch übernehmen wir auch das Handling der Anmeldung bei Events.

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Die tiefsten Grßnde auf die Berge zu steigen liegen darin, dass ich die stärksten Erfahrungen nur haben kann, wenn ich bis an den Rand der MÜglichkeiten gehe. (Reinhold Messner)

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trail talk

andreas rois Mit der Qualifikation für die Trailrunning WM in Frankreich hattest du einen perfekten Saisonabschluss, oder? Wie war das Rennen für dich? Ja, das Qualifikationsrennen war eines meiner Saisonziele und ich bin total glücklich, dass es so gut geklappt hat. Die letzten Wettkämpfe ist es mir aber schon sehr gut gegangen und deshalb war ich davor recht zuversichtlich. Außerdem ist mir die Strecke auch sehr entgegengekommen, da ich eher kürzere Anstiege und technische Downhills mag. Vor allem die familiäre Atmosphäre beim Rennen hat mir sehr gefallen, so einen entspannten Wettkampf habe ich noch nie erlebt.

OIS ANDREAS R

STECKBRief ALTER: 28 WOHNORT Graz (Steiermark) ERFOLGE - Österreichischer Meister im Crosslauf U23 (2005) - 3x Staatsmeister Crosslauf Mannschaft (2006, 2008, 2012) - Berglauf WM Junioren 37. Platz (2005) - Studenten Crosslauf WM 63. Platz (2008) - Team-Bronze Berglaufmeisterschaften (2013) - Steirischer Meister und Österreichister Vize-Meister im Bergmarathon 2013

Du bist das ganze Jahr über schon vorne dabei, 5. Platz bei den 4-Trails, Vizemeistertitel im Speedtrail, 1. Platz beim Schneebergtrail und vieles mehr. Wie machst du das? Hast du einen Trainer oder gehst du nach deinem Gefühl? Ich betreibe seit meinem 12. Lebensjahr Langstreckenlauf und hatte in der Jugend immer einen Trainer. Seit ich von der Bahn zum Traillaufen gewechselt bin, laufe ich aber rein nach Gefühl und ohne Trainingsplan. Natürlich helfen mir die Erfahrungen aus meiner Jugendzeit bei der Trainingsgestaltung und ich versuche gewisse Grundtrainingsprinzipien einzuhalten. Man findet aber auch sehr wenig Trainingspläne speziell übers Trailrunning, da es noch eine sehr junge Disziplin ist. Wie sieht eine typische Trainingswoche bei dir aus, wieviele Stunden investierst du ins Training? Ich trainiere 6-7 mal die Woche, gesamt so

SALOMON 4 TRAILS 44

um die 10 Stunden, mache dabei aber auch gerne Alternativsportarten wie Rennradfahren. Allgemein versuche ich sehr viel Abwechslung in meinen Trainingsalltag zu bringen und laufe zum Beispiel auch immer wieder schnellere Einheiten auf der Bahn. Meistens bin ich aber im Gelände unterwegs und Asphalt meide ich so gut es geht. Wie trainierst du im Winter? Steigst du eher auf Tourenski um oder gibt es bei dir keine Laufpause? Laufpause gibt es nur am Ende der Saison ein paar Wochen, sonst laufe ich auch den Winter durch. In Graz ist das eigentlich kein Problem, da selten richtig viel Schnee liegt. Ich bin aber auch sehr viel auf Tourenski unterwegs, speziell für das Grundlagentraining ist das perfekt. Ein Thema, das Viele interessiert, ist immer die Ernährung? Achtest du speziell darauf oder zählt das Gefühl? Ich folge keiner speziellen Diät, versuche einfach, so gesund und abwechslungsreich wie möglich zu essen. Also viel Obst, Gemüse, mageres Fleisch und Fisch. Vorallem schaue ich aber, dass ich immer frisch koche. Ich bin aber auch ein großer Süßigkeitenfan und kann bei Kuchen und Schokolade nur schwer widerstehen. Ich esse allgemein sehr gerne und nach Wettkämpfen oder längeren Trainingseinheiten „belohne“ ich mich sehr gerne mit einem gutem Essen. Du kommst ja eigentlich vom Cross- und Berglauf, was fasziniert dich am Trailrunning? Es ist alles nicht so verbissen, im Trailrun-


SCHNEEBERGTRAIL

ning geht es mehr um den Kampf mit sich selbst und nicht so sehr mit den Gegnern. Hauptsächlich ist es aber das Naturerlebnis, ich liebe es einfach, am Berg zu laufen. Obwohl ich schon so lange wettkampfmäßig laufe, treten bei fast jedem Wettkampf neue Herausforderungen auf und deshalb bin ich eigentlich fast immer zufrieden wenn ich finishe; im Vergleich zu Bahnrennen wo wirklich nur eine neue Bestzeit zählt. Weitere Ziele? Welche Chancen rechnest du dir in Annecy aus? Annecy wird eine neue Erfahrung für mich, ich bin noch nie so lange und vor allem so viele Höhenmeter gelaufen. Das Teilnehmerfeld kann ich auch nur schwer einschätzen, da es erst die zweite Trailrunning-WM sein wird, aber wenn ich ohne größere Probleme durchkomme, traue ich mir schon eine gute Platzierung zu. Ich mache mir aber sicher keinen Druck bezüglich Platzierung oder Zeit und möchte in erster Linie für die Zukunft Erfahrung auf den längeren Distanzen sammeln. Der Trailrunning Verband in Österreich, die ATRA, sorgt immer wieder für Gesprächsstoff. Wie siehst du die Entwicklung zu einer Struktur und klaren Richtlinien? Absolut positiv, ich bin sehr froh über die Entwicklung in Österreich und schon total gespannt wie es in den nächsten Jahren weitergehen wird. Es ist schön zu sehen dass es jemanden wie Thomas Bosnjak gibt, der zu 100 Prozent für den Traillaufsport lebt. Die Entsendung eines Österreichischen Teams zur WM nach Frankreich ist sicher auch ein wichtiger Schritt um das Traillaufen noch bekannter zu machen und vielleicht findet es in Zukunft dadurch ja auch mehr Anerkennung durch den ÖLV. Was denkst du wie sich Trailrunning allgemein entwickeln wird? Ich denke, dass es in den nächsten Jahren einen noch größeren Boom erleben wird, da immer mehr Menschen Abwechslung vom Arbeitsalltag suchen und Trailrunning die einfachste Möglichkeit ist, bei jedem Lauf ein kleines Abenteuer zu erleben. Genial wäre es wenn es eine internationale Wettkampfserie, also eine Art Weltcup geben würde wo sich die besten Trailläufer regelmäßig messen könnten.

Stichwort Privatleben... was arbeitest du? Ist für Familie und Freunde noch Zeit und Platz oder steht bei dir der Sport an vorderster Stelle? Ich bin selbstständig und kann mir mein Training deshalb sehr gut einteilen. Für Familie und Freunde bleibt aber immer noch genügend Zeit, zum Glück ist Laufen ja nicht so zeitintensiv wie zum Beispiel Triathlon. Der Sport hat aber mittlerweile schon einen sehr großen Stellenwert in meinem Leben eingenommen und ich brauche das Laufen einfach um richtig ausgeglichen und zufrieden zu sein. Sind Läufe wie der UTMB für dich ein Thema oder bleibst du lieber bei den Distanzen um den Marathon? Momentan machen mir die Marathondistanzen richtig Spaß und so lange ich noch Verbesserungspotenzial sehe werde ich hauptsächlich diese laufen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass ich auch irgendwann einmal die Ultradistanzen ausprobieren werde, gerade Wettkämpfe wie der UTMB üben eine große Faszination aus. Es interessiert mich schon wie es sich anfühlt über 20 Stunden zu laufen und dabei seine Grenzen in physischer und vorallem psychischer Sicht auszulooten. Wo siehst du dich selbst in 5 Jahren? Ich bin eigentlich nicht der Typ, der lange in die Zukunft plant, aber bezüglich Sport hoffe ich, dass ich von gröberen Verletzungen verschont bleibe und in 5 Jahren immer noch die selbe Freude am Laufen habe. Dann bin ich sicher, dass ich noch einige persönliche Erfolge feiern werde und viele tolle Erlebnisse durch den Laufsport haben werde.

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Schneebergtra

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trail talk

erika tiefengraber Erika, du bist eine, die bei vielen, vielen Rennen am Start ist. Warum? Was gefällt dir so am Trailrunning? Es ist ganz bestimmt die Liebe zur Natur und die Freiheit, sich ohne irgendwelche Hilfsmittel in der Natur bewegen zu können; ob auf Trails oder manchmal auch weglos, aber nur auf den eigenen 2 Beinen – diese Möglichkeit hatte ich ja lange nicht.

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GRAB ERIKA TIEFEN

STECKBRief ALTER 49 WOHNORT Gaal (Steiermark) BERUF IT und Yoga-Lehrerin, dzt. Ausbildung zur Outdoortrainerin HOBBIES Yoga, Fotografie, singen, berglaufen ERFOLGE - 2014: Finish Transalpine Run, Sieg im steirischen Berglaufcup und Bergmarathon Cup - 2012 Staatsmeisterin mit der Damenmannschaft Marathon - 2012 Steir. Meisterin Duathlon Langdistanz - viele Stockerlplätze vom Weitspringen bis Triathlon

Du schreibst auf deiner Homepage: „Der Körper kann eigentlich viel mehr als man ihm zutraut.“ Erzähl ein bisschen mehr über diese Philosophie… Ich meine damit, dass der Körper im Grenzbereich immer noch gut funktioniert, dass er selbst wenn man am Vortag ein Bier zu viel getrunken hat, sehr schnell weiß, was er zu tun hat. Ich hab meinen Körper jahrelang schwer misshandelt und trotzdem schafft er es, sehr weite Strecken in einer passablen Zeit zurückzulegen – für mich fast unglaublich. Du bist unter anderem Yogalehrerin, welchen Einfluss hat dieser Ruhepol auf das Laufen? Ich versuche vor allem vor Wettkämpfen ruhig zu werden, mache oft einen Kopfstand – denn dabei bin ich gezwungen, mich zu konzentrieren. Auch einbeinige Dehnungsübungen helfen sehr gut – ich bin normalerweise immer recht nervös vor einem Start. Nicht etwa, dass ich Angst hätte, was zu gewinnen oder zu verlieren – es ist eher die Angst vor der Anstrengung, aber Yoga hilft da ganz gut. Was sicher viele interessiert: Wie trainierst du? Wieviel? Mit oder ohne Plan? Ich hab‘s mal mit Plan probiert, das musste ich gleich wieder lassen, das war nicht alltagstauglich. Ich trainiere eher anlassbezogen, vor Trails natürlich fast nur Bergtraining und vor Triathlons viel Radfahren und Schwimmen. Machst du neben Yoga und Laufen auch noch andere Sportarten? Ja, Triathlon, aber 2014 war mein großes Jahr des Trailrunnings, da ging sich nur ein Triathlon aus.

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Du warst früher übergewichtig, wie ist es dazu gekommen, dein Leben so radikal zu ändern, soviel Sport zu betreiben? Zu dem großen Übergewicht ist auch eine allgemeine Unzufriedenheit und Lebensunlust gekommen. Eine Therapeutin hat mich dann mit der Möglichkeit konfrontiert, dass das Leben auch Sinn machen könnte, man muss ihm nur Sinn geben. Ein BMI von über 40 verhindert jegliche Aktivitäten, und Sport war rein rechnerisch die einzige Möglichkeit schnell abzunehmen, ohne dabei die Lust zu verlieren. Also bin ich täglich auf einen 2.000er gegangen. Wie hältst du jetzt dein Gewicht? ,Nur‘ mit Sport oder achtest du auch gezielt auf deine Ernährung? Viele Läufer behaupten ja, sie können ohnehin essen was sie wollen. Also mit normalem Lauftraining muss ich sehr darauf achten wieviel ich esse. Nur wenn es richtig hart wird, dann kann ich essen, so viel ich will, aber die Angst zuzunehmen ich sehr groß. Ende letzten Jahres hatte ich 8 Kilo zugenommen – da hatte ich noch gedacht, maßlos essen zu können – „weil ich eh lauf“. Eine private Frage: Du machst auf deiner Website kein Geheimnis daraus, dass du früher ein Mann warst, deinem inneren Gefühl gefolgt bist und jetzt als Frau lebst. Wie geht es dir damit in der Sportwelt? Wirst du so angenommen, wie du bist oder hast du öfter Probleme damit? Also im Sport hatte ich noch nie Probleme – ich denke auch, dass es viele nicht wissen. Manchen hab ich es gesagt – teilweise waren die dann überrascht. Rechtlich gesehen darf ich ja als Frau starten – das wurde erst im Jahr 1998 bei der Olympiade so beschlossen und gehandhabt. Ich hab ja dadurch definitiv keine Vorteile, denn meine Muskulatur ist durch die Hormongabe 100 % weiblich verteilt, aber der Knochenbau ist leider noch der Alte – und diesen muss ich beim Laufen mitschleppen. Im Alltagsleben hängt‘s mir schon noch oft nach, jeder beteuert zwar, dass es ihm egal wäre, aber so ganz stimmt das nicht; keiner möchte z.B. eine Beziehung mit so einem


Kein Berg ist zu steil, kein trail zu lang

Menschen, auch in der Arbeitswelt ist es nicht immer so einfach. Was möchtest du eigentlich noch erreichen? Hast du spezielle Ziele oder willst du einfach das Läuferleben und das Leben auf den Trails genießen? Also mit dem Transalpine Run in diesem Jahr hab ich mir einen großen Traum erfüllt. Aber es gibt noch so viele schöne Trails – den 100-Meilen-Lauf möchte ich 2015 beenden – das hab ich heuer leider nicht geschafft, irgendwann soll‘s auch noch ein Ironman Triathlon sein, aber sonst fühl ich mich in der Natur wohler. Die Üblichen wie den Ötscher, die Veitsch oder die Stanz – die müssen‘s halt immer sein. Neben Yoga, Laufen und Natur, was machst du sonst privat? Ich fotografiere leidenschaftlich gerne – auch auf den Trails entstehen immer wieder hunderte Bilder, und ich singe Pop- und Rocksongs, suche noch nach Musikern für eine Bandgründung.

Gibt es bei dir ein Lieblingstraining oder eine spezielle Tour, die für dich etwas Besonderes ist? Also wenn noch kein Schnee liegt, renne ich am liebsten von Mautern über die Berge nach Hause in die Gaal – da gibt’s viele Varianten – sind so 30 bis 35 Kilometer und 1800 Höhenmeter. Im Winter bleibt eh nur die Tremmelbergrunde, die ca. 27 Kilometer lang ist, mit 500 Höhenmetern. Was empfiehlst du anderen, die – egal ob im Sport oder auch privat – sich schwer tun, ihren eigenen Weg zu gehen und ihre Ziele zu erreichen? Und was würdest du Anfängern empfehlen, die gerade mit dem Laufen beginnen? Immer zu wissen, dass das Laufen Spaß machen soll, dass es in der Natur viel schöner sein kann, und dass man auf jeden Fall dem Körper und der Seele etwas Gutes tut. Man muss die Freiheit erleben, die mit dem Laufen entsteht – sich in der Natur ganz frei zu bewegen.

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material

windstopper laufhosen 6 Modelle für die kalte Jahreszeit Wenn man doch einfach alle nehmen könnte… Diese Hosen sind zu gut für schlechte Bewertungen, es stellt sich nur die Frage nach dem Einsatzzweck. Klassische Laufhose? Für mehrere Sportarten geeignet? Nur eine dünne Überhose?

asics - speed gore tight Sehr eng, sehr ‚tight‘. Die Speed Gore Tight punktet mit perfekter Passform, ist sehr bequem, das Material ist angenehm weich, die Windstopper-Front schützt bei rauen Bedingungen. Eine ganz schlichte Laufhose, die einfach das kann, was sie können soll: eine gute Laufhose sein.

Features: Windstopper (Vorderseite) kleine Reißverschlusstasche Reflektoren

UVP: € 99,95

jack wolfskin - nordic flex pants Sie sieht nicht aus wie die klassiche Laufhose, es lässt sich aber bestens damit am Trail laufen. Die Passform an den Unterschenkeln ist eng, das muss man mögen. Ansonsten: winddicht, elastisch, reflektierende Details, Taschen, einstellbarer Beinabschluss, innen sorgt weiches Fleece für die nötige Wärme.

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Features: Softshell mehrere Reißverschluss taschen

UVP: € 149,95


jolsport - scirocco hose Wenn der Wind so richtig weht, greift man am besten zur Scirocco Hose von Jolsport. Zwar ist sie bei den Unterschenkeln etwas eng, davon abgesehen gibt es nichts zu bemängeln. Wer hitzig ist, trägt sie ‚solo‘ oder aber mit einer Lauftight darunter. Extra-Punkte gibt es für die Reflektoren; die Passform ist gut, sie ist atmungsaktiv und vor allem extrem leicht.

Features: Beinabschluss mit Reiß verschluss Reflektoren

UVP: € 105,-

mammut - hybrid pants Die Hybrid Pants von Mammut sind sehr durchdacht und vielseitig verwendbar. Zwar sind sie nicht das günstigste Modell, aber egal ob Langlauftraining, Skitour oder eine Trail-Einheit: der Fleecestoff macht die Hose extrem beweglich und dehnbar; das Gewebe auf der Vorderseite ist winddicht und schützt. Der Beinabschluss ist mit Stretch-Gewebe versehen. Lieblingshosenpotenzial!

Features: Beinabschluss mit Reiß verschluss und Stretch Reflektoren Vorderseite wasserdicht und laminiert UVP: € 140,-

raidlight - winter trail tight Was für eine weiche Hose! Kein Windstopper und eigentlich ein Outsider in diesem Materialtest, sie verdient es dennoch vorgestellt zu werden: Das Innenmaterial ist aus Fleece, sie ist extrem elastisch und die Seitentaschen sind bei längeren Touren praktisch. Die Hose von Raidlight hat zwar keinen Windstopper im Frontbereich, wenn es nicht stürmt, ist sie dennoch sehr empfehlenswert für den Winter-Trail.

Features: Seitentaschen verstärkte Schienbein-Partie Reflektoren

UVP: € 79,99

skinfit - Aero plus windblock tights Eine klassische Laufhose für den Winter in gewohnter Skinfit-Qualität. Der Windschutz vorne ist gut, das Material angenehm. Eine klassische, zeitlose Laufhose die man auch in 5 Jahren noch trägt.

Features: Windschutz vorne Reflektoren vorne und hinten Reißverschluss gesäßtasche UVP: € 109,-

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material

schuhe

mit gaitors Und/oder spikes Asics - Gel-Fujisetsu GTX Wer mit Kindern in einem Haushalt lebt und keine Löcher im Fußboden möchte, verstaut den Fujisetsu am besten ganz weit oben im Kasten. Die Spikes bohren sich in jeden Untergrund, das sorgt selbst bei Glatteis für super Grip. Der Schuh ist außerdem sehr leicht, die Dämpfung ist angenehm. Wenn es darum geht, bei glatten Bedingungen sicher unterwegs zu sein, ist der Fujisetsu eine perfekte Wahl.

Gewicht: 285 g (42)

UVP: € 149,95

la sportiva - Crossover 2.0 GTX Ein eigentlich toller Schuh: Gaitors, Gore Tex, extrem stabil. Einzig die Sohle ist verbesserungswürdig, auf ‚normalen‘ Trails bombensicher, auf nassen Felsen heißt es aufpassen. Trostpflaster: Sie kann mit Spikes aufgerüstet werden. Tipp zur Passform: La Sportiva schneidet sehr klein, zu der normalen Sportschuhgröße am besten nochmal 1/2 Nummer dazurechnen.

Gewicht: 355 g (42)

UVP: € 188,95

salomon - snowcross Integrierte Überschuhe, Metall-Spikes, angenehm leicht. Wer den Klassiker ‚Speedcross‘ im Winter liebt, wird sich bald in den Snowcross verlieben. Die Spikes geben auch bei Eisglätte sehr gute Sicherheit, die Gaitors schützen die Knöchelpartie vor Schnee und Kälte. Toller Schuh! Gäbe es einen Comic-Superhero à la Trailman, mit dieser Optik hätten wir hier den passenden Schuh.

Gewicht: 366 g (43)

UVP: € 200,-

viking - Vertex Mid GTX Eine griffige Sohle, Gore-Tex, integrierter Überschuh. Das heißt: der Fuß bleibt trocken, die Sohle hält auch auf rutschigem Untergrund. Ein wenig verbesserungswürdig ist die Schnürung, man steht zwar kompakt im Schuh, aber nicht so bombenfest wie man es sich wünschen würde. Ansonsten ist der Vertex Mid ein richtig ‚geiler‘ Schuh, perfekt für schwierige Winter-Trails! 50

Gewicht: 336 g (41)

UVP: € 159,95


MARIA ALM

DIENTEN

MÜHLBACH

HOCHKÖNIGMAN

5.-7. Juni 2015 in der Hochkönig-Natur-Arena Speed: 21,4 km | Marathon: 46,6 km | Ultra: 85,4 km Europacup & österr. Meisterschaften www.hochkoenigman.at

TRAILRUNNING

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accessoires

SaLOMON - ACTIVE BEANIE

Jolsport - bike/Run handschuhe

Für Rennen und Temperaturen um 0 °C. Ganz einfach und leicht, dünn, Fleece bei den Ohren inklusive.

Die Handschuhe haben eine integrierte wind- und wasserabweisende Protecthülle. Perfekt für den Einsatz im Regen und bei starkem Wind. Preis: € 49,-

Preis: € 25,-

asics - „Winter Gloves“ Ein einfacher Handschuh, der perfekt sitzt. Mit Windblocker Material an der Oberseite, reflektierendem Logo und - praktisch wenn man mit GPS unterwegs ist - Zeigefinger-Tastfunktion. Für Temperaturen um den Gefrierpunkt. Preis: € 24,90

SALOMON - MOMENTUM TUBE

Jolsport - race mütze

Wer Buffs, also Schlauchtücher liebt, der mag auch den Momentum Tube. Kuschelig warm und leicht, mit Kordelzug verstellbar, damit hat der Wind keine Chance!

Für den Renneinsatz: Eine ganz leichte, dünne Mütze mit Fleeceeinsatz bei den Ohren. Preis: € 18,-

Preis: € 25,-

Jolsport - Kaiserhose Wer kennt das Problem nicht: Der Wind bläst und nur mit der Laufhose ist es um die Oberschenkel-Partie zu kalt… hier kommt die Kaiserhose zum Einsatz: angenehm warm, durchgehende Zipps, sodass man auch bei Skitouren o.ä. die Schuhe nicht ausziehen muss. Ein Accessoire, das man wirklich brauchen kann! Preis: € 125,-

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SALOMON - XA WINDSTOPPER U Ein ‚stretchiger‘ Windstopper Handschuh. Wenn es so richtig kalt ist, egal ob beim Laufen, Langlaufen oder Tourengehen, mit dem Handschuh bleiben die Finger garantiert warm. Preis: € 49,95


asics - stirnband „winter headband“ Ein angenehmes Stirnband, der Ohrenbereich ist verlängert, bei den Farben lässt sich wählen zwischen pink, gelb, blau, und violett. Preis: € 15,-

Jolsport - bandana „Tour de tirol“

Mizuno - warmalite glove

Etwas, das man immer dabei haben sollte: Das Bandana. Um den Hals, am Kopf als Stirnband oder Mütze, ganz einfach ein Klassiker, hier im Tour de Tirol Design. Preis: € 15,-

Ein einfacher, windundurchlässiger Handschuh, der angenehm passt. Preis: € 17,99

asics - mütze „winter beanie“ Leichtes Material, angenehm zu tragen, ganz einfach ein praktischer Winter Beanie. Braucht man immer. Preis: € 17,99

Salomon - Gaiters high Liebt man den Schnee noch so sehr, mit niedrigen Laufschuhen hat man immer das Problem der nassen Socken, nassen Knöchel, ganz einfach einem unangenehmen Gefühl am Trail. Mit Gaiters lässt sich das leicht beheben! Inkl. Knöchelschutz!

mizuno - compression sock Preiswerte Kompressionssocken mit Polsterung im Zehen- und Fersenbereich. Preis: € 25,-

Preis: € 40,-

mizuno - Socken „Drylite trail“ Angenehme, atmungsaktive Socke mit zusätzlicher Polsterung am Knöchel. Preis: € 12,-

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nice-to-have

weleda coldcream Wer denkt, die Haut nur im Sommer schützen zu müssen, irrt sich. Besonders bei Wind und Kälte empfiehlt es sich, eine Kälteschutzcreme zu verwenden. Die Creme von Weleda besteht vorwiegend aus Pflanzenölen und Bienenwachs und schützt die empfindlichen Gesichtspartien im Winter vor dem Austrocknen und auch Erfrierungen! Preis: € 9,95

Leds 12 Gramm leicht, klein, wasserfest mit einer Leuchtdauer von 100 Stunden. Das Tyto Light ist etwas, das zur Sicherheit immer in den Rucksack gehört. silva.se Preis: € 10,-

safesport id Bei Wettkämpfen, auf einsamen Trails. Was passiert, wenn es passiert? Wie wissen die Rettungskräfte wer du bist und wie du versorgt werden musst? Das Safesport ID Armband ist die perfekte Lösung. Name, Geburtsdatum, Notfall-Rufnummer und etwaige Allergien eingravieren lassen und mit der Gewissheit unterwegs sein, dass im Fall des Falles richtig geholfen werden kann. Das Band gibt es auch für Kinder, praktisch bei Veranstaltungen wo die Kids umher sausen und man sie leicht aus den Augen verliert. www.safesportid.com

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Preis: ab € 16,95


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kids on trail salomon - XR Mission

Wir suchen die Trail Stars von morgen Du bist wie Marcel ein begeisterter Trailrunner und zwischen 0 und 15 Jahren alt? Dann schick uns doch eine E-Mail, schreib was dir am Laufen so gefällt, erzähle von deiner Lieblingstour, mit wem du gerne läufst, wie du zum Trailrunning gekommen bist und alles was du eben erzählen möchtest! Wir freuen uns dich kennenzulernen und vielleicht bist du der/die Glückliche und wirst in unserer nächsten Ausgabe vorgestellt! Als kleines Dankeschön gibt‘s von uns ein Dynafit Stirnband. So geht‘s: E-Mail mit Fotos (bitte Privatfotos, keine Pressefotos - die dürfen wir leider meistens nicht abdrucken) an info@trailrunning-szene.at

Der XR Mission von Salomon ist Erwachsenen bekannt, etwas flexibler und weicher gibt es ihn aber auch für den Trail-Nachwuchs. Das Quicklace-Schnürsystem ist besonders praktisch; robuster als ein Klettverschluss und auch die Kleinsten schaffen es alleine. Ein guter Tipp für die Trail-Stars von morgen. Erhältlich in den Größen: 27 - 38 UVP: € 50/55,- (je nach Größe)

Mein Name ist Marcel Fahrengruber, ich bin 12 Jahre alt und wohne in Kalsdorf bei Graz. Die Freude am Laufen hab ich durch meinen Papa gefunden. Wir haben schon so einige Wettkämpfe zusammen absolviert und auf diesem Bild hab ich meinen ersten Trail im Pitztal alleine gerockt. Trainiert haben wir dafür unter anderem auf meiner Lieblingsrunde auf der Hebalm zum Großofen. Das Trailrunning gefällt mir deswegen so gut, da ich immer Abwechslung habe und dabei die Natur genießen kann. Mein Motto dabei ist, immer Spaß am Laufen haben, auch wenn nicht immer die Sonne scheint. :-)

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trinksysteme für winter trails inov 8 - race ultra Für Minimalisten: Wer nichts braucht außer ein wenig Wasser, der verwendet das innovative System von inov-8. Die Softflask hält gut in der Hand und wird - wenn sie leer ist - einfach in die Tasche gesteckt. Dadurch, dass man die Flasche in der Hand hält, besteht auch nicht die Gefahr, dass die Flüssigkeit gefriert.

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nathan - fire & Ice Bottle Manchmal reicht eine simple Thermosflasche. Die Fire & Ice Bottle von Nathan ist in dem Fall genau richtig. Sie hält kalt, sie hält warm und als ganz besonderes Feature reflektiert die ganze Flasche - super!

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salomon - Active Insulated Belt Wer gerne mit Hüftgurt unterwegs ist oder etwas Passendes für eine Langlauftour sucht, ist mit dem System von Salomon gut beraten. Der Trinkgürtel sitzt gut, die Flasche ist mit einer Isohülle überzogen.

Gewicht: 270 g

UVP: € 45,-

raidlight - Extreme Light Evo Waterpack Ein echter Tipp ist der Trinkrucksack von Raidlight. Im Gegensatz zu anderen Modellen ist der Raidlight nicht teuer, die Trinkblase (1,5 l) ist auch dabei, inkl. Thermohülle für den Schlauch! Der Rucksack selbst ist gut durchdacht, inkl. Stock- und Startnummernhalterung.

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salomon - S-Lab Advanced Skin 12 Set Der Advanced Skin 12 kommt mit 1,5 l Trinkblase und ist optional mit einer Thermohülle aufrüstbar. Der Rucksack ansich ist genial und passt sich dem Körper perfekt an. Mit Thermohülle über Schlauch und Trinkblase lässt sich im Winter Tee mitführen, der lange Zeit warm bleibt 56

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Donnerstag-Samstag 57 61 10:00 bis 19:00 Uhr, Linzerstraße 4810 Gmunden Österreich


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wienerwald

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daten & Fakten Startpunkt: Wien Floridsdorf Parkmöglichkeit: In den kleinen Seitenstraßen finden sich sehr leicht Parkplätze, die nicht zur Kurzparkzone zählen. Distanz: 10 - 30 Kilometer (je nach Start- und Zielort) Höhenmeter: ca. 800

Jedes Landei verirrt sich manchmal in die Stadt, sei es nur zum Sightseeing, shoppen oder aber beruflich. Wer nicht nur den Stadtkern unsicher machen möchte, sondern sich zwischendurch nach Bewegung und Natur sehnt, der muss nicht zwangsläufig an der Donau auf- und ab laufen. Das Rennen 'Wien rundumadum' war Anlass, sich die Gegend um Wien genauer anzusehen und einen Ausflug in den Wienerwald zu unternehmen.

Startpunkt - Wien Floridsdorf

Wir starten in Wien Florisdorf, dort übernachten wir, es lässt sich gut parken und es sind nur ein paar Kilometer bis zum Kahlenberg, sozusagen unser Warm-Up an der Donauinsel.

Elisabethwarte

Nach etwa 400 Höhenmetern erreicht man den Kahlenberg und hat bei Sonnenschein einen traumhaften Blick auf die Stadt. Der Weg führt uns weiter zur Elisabethwarte - Achtung Touristen! Wer am frühen Morgen startet, hat hier vermutlich noch mehr Ruhe. Nach der Elisabethwarte geht es bergauf und bergab durch die Wälder, weiter zum Cobenzl. Von dort laufen wir wieder Richtung Stadtzentrum nach Döbling. Dort angekommen läuft man entweder retour zum Hotel oder nimmt ganz einfach den nächsten Bus, irgendeinen Vorteil müssen Städte schließlich haben!

Kahlenberg

Donauinsel

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Den Kahlenberg kann man nicht verfehlen, ist er doch die erste größere Erhebung in Blickrichtung Klosterneuburg. Dort angekommen, folgt man ganz einfach den 'Wien rundumadum' Schildern, verlaufen ist somit unmöglich (fast, denn die Schilder sind relativ klein). Es geht an den Weinbergen vorbei, den Nasenweg hinauf; leider auf Asphalt, aber neben dem Weg finden sich immer wieder kleine Trails, auf die man ausweichen kann. Stefaniewarte


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Teichalm Graz

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daten & Fakten Startpunkt: Teichalm (1172 m) Parkmöglichkeit: bei der Teichalm Distanz: 22 Kilometer Höhenmeter: 1200 Höhenmeter

Bevor es aber soweit ist und wir uns zum Funny Trail treffen, laufe ich die Strecke eine Woche vorher schon mal ab um einen ersten Eindruck von der Strecke bzw. der Streckenführung zu bekommen. Diesmal waren sogar mein Papa und Rambo dabei, an einem Freitag auf der Teichalm. Das Wetter, eine reine Katastrophe, extremer Nebel! Teilweise sahen wir nicht einmal 5 Meter weit. Ohne Navi wäre diese Tour unmöglich gewesen. Ich hatte mit ca. 3,5 Stunden gerechnet, geworden sind es 5 Stunden. Was das Ganze auch noch erschwerte, war die Dunkelheit. Zuviel kann man die Stirnlampe nicht aufdrehen, da man sich sonst, durch den starken Nebel, selbst blendet. Echt super, mein erster Eindruck von der Streckenführung bzw. von der Strecke.

Los geht‘s!

Endlich ist es 8 Uhr, der 22.11. Das Wetter heute: traumhaft, strahlend blauer Himmel. Auf dem Weg gable ich noch Simon, Tobias und Benedikt auf und gemeinsam geht’s zum Ausgangspunkt auf die Teichalm (1172 m). Oben angekommen, warten schon Michael, Andreas, Gernot, Eva, Benno und Tizi auf uns! Nach einer herzlichen Begrüßung und ein paar schnellen Worten geht es auch schon los. Die ersten paar Meter auf der Straße haben wir hinter uns und schon biegen wir auf den Trail ein. Nach einem ersten Anstieg erreichen wir unser erstes Ziel, den Heulantsch (1473 m). Was für eine Fernsicht, richtiges Kaiserwetter! Gemeinsam geht’s nun, mit meinem Navi in der Hand, zum Mooskogel (1392 m) und weiter zum Kulm Kogel (1410 m).

Tolle Stimmung

In der Gruppe ist eine echt tolle Stimmung. Wir warten immer wieder zusammen und nach ein paar Scherzen geht es auch gleich wieder weiter. In der Ferne kann man schon das riesige Windrad von unserem Wendepunkt auf der Sommeralm sehen. Ein ständiges Bergauf-Bergab und schon haben wir den Plankogel (1531 m) erreicht. Von da aus geht es nun im flotten Tempo auf die Sommeralm (1404 m), über die Straße und gleich wieder auf den Trail Richtung Saukogel bzw. zu den Almkuppen der Siebenkögel. Immer wieder bleiben wir stehen, machen Fotos, wir haben einfach Spaß! Nach einem relativ steilen Waldsteig, erklimmen wir den höchsten Punkt unserer Tour, den Osser (1548 m).

Ein Päuschen in Ehren...

So, kurze Pause, etwas Kraft tanken, Aussicht genießen, Foto machen und schon geht es im steilen Gelände bergab Richtung Angererwirt (1195 m). Von dort sind es nur noch ca. 4 km bis zu unserem Ausgangspunkt, den wir nach einer Gesamtlaufzeit von 3,5 Stunden wieder erreichen. Um den Tag noch gemütlich ausklingen zu lassen und das Erlebte ausgiebig zu diskutieren, sitzen wir bei einem stärkendem Süppchen und einer verdienten Nachspeise im Gasthaus zusammen. Die Feedbacks waren sehr positiv und ich freue mich schon auf den nächsten gemeinsemen Lauf, der nach so einem wunderschönen Tag sicherlich bald stattfinden wird! Die genauen GPS-Daten dieser Route (und auch die aller bereits stattgefunden Touren) findet man auch auf Facebook unter den Grazer Trailbuddies, ebenso die aktuell stattfindenden Trailläufe. Würde mich freuen, den Einen oder Anderen von euch bei einem meiner nächsten Läufe begrüßen zu dürfen!

Rene Fahrengruber

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bizau Vorarlberg

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daten & Fakten Tour 1 - Bizautrail Ausgangspunkt: Bizau (Bregenzerwald) Parkmöglichkeit: FC-Platz Bizau Distanz: 30 Kilometer Höhenmeter: 1660 Höhenmeter Tour 2 - Hochkünzelspitze Ausgangspunkt: Au im Bregenzerwald Parkmöglichkeit: Postamt Au Distanz: 30 Kilometer Höhenmeter: 2400 Höhenmeter

Bizautrail

Vom Fußballplatz aus laufen wir gleich bergwärts. Nach der Siedlung Oberberg halten wir uns rechts (zum Ortsteil Hilkat). Dort angelangt, folgen wir der Forststraße Richtung Rimsgrund. Doch bereits nach ca. 200m biegen wir steil rechts ab, mit Ziel Fegg. Von Fegg aus geht es auf moderat ansteigender Forststraße zur Stenn Alpe, wo wir aber kurz unterhalb der Hütte zur Alpe Rumplat links abzweigen. (Vorsicht bei Nässe und Schnee, da dieser Streckenabschnitt leicht abschüssig ist!) Diese Schlüsselstelle gemeistert, geht es weiter über die Alpen Wildmoos und Hintere Niedere zur Bergstation Baumgarten (~1600m). Nach vollbrachten 1000 Höhenmetern heißt es nun erstmal die Aussicht genießen. Es folgt ein kupierter Streckenabschnitt mit fantastischen Singletrails und traumhafter Aussicht auf weite Teile des Bregenzerwal-

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des und dessen Bergwelt, den Bodensee bis hin ins benachbarte Allgäu. So geht es rasant und kurzweilig weiter, vorbei an den Alpen Stongen, Lingenauere und Sammere bis zum Schreiber Sattel. Nach ca. einem weiteren Downhill-Kilomter zweigen wir rechts ab Richtung Hinteregg. Von hier aus geht es in einem kurzen, aber knackigen Anstieg zur Alpe Hinteregg (1290m). Auf befestigtem Weg durchqueren wir das gesamte Vorsäß. Spätestens ab jetzt heißt es, sich die Körner gut einzuteilen. Denn es folgt ein steiler und anspruchsvoller Singletrail zur Alpe Seefluh (1309m). Mit Blick auf Bizau geht es weiter abwärts zum Vorsäß See (1003m). Noch nicht genug den Singletrails, auf weiteren Wald- und Wurzelpfaden erreichen wir über das Bockvorsäß und Sättele wieder unseren Ausgangspunkt Bizau-Oberberg.


Hochkünzelspitze

Beim Postamt überqueren wir die Hauptstraße und folgen dem Wegweiser Richtung Bergkristallhütte/Zitterklapfen. Nach ca 7 Kilometern auf angenehm ansteigender Forststraße erreichen wir die Analperau Alpe (1364 m). Dort verlassen wir den befestigten Weg und folgen dem Pfad Richtung Zitterklapfen. Ist man zeitig am Morgen und mit allen Sinnen unterwegs, kann man neben dem Pfeifen der Murmeltiere, die imposanten Licht- und Schattenspiele inmitten einer gigantischen Bergkulisse und einer unzählig vielfältigen Bergflora erleben. Die Schönheit der Natur lenkt ziemlich vom steilen Anstieg zum Töbelejoch (2101 m) ab. Erstmal durchschnaufen, mit Blick ins Große Walsertal starten wir in den ersten Downhill-Trail, bei dem volle Konzentration gefordert ist. Da dieser Weg selten begangen wird, heißt es die Route nicht aus den Augen zu verlieren. Vorbei an der Oberen Ischkarnei Alpe sind wir jetzt wieder auf sicherem Terrain unterwegs zur Biberacher Hütte (1842m). Hier heißt es unbedingt Wasser tanken!

Nun geht es wieder ans Eingemachte. Aber nach 550 Höhenmetern im zum Teil felsigen, alpinen Gelände erreichen wir den höchsten Punkt dieser Tour: die Hochkünzelspitze (2397m). Zurück geht es über die andere Seite des Berges, Richtung Schalzbach über die Alpe Gaut. Dort angelangt, steigen wir wieder 400 HM bergwärts über eine steile Graspassage zum Toblermannskopf (2010m) auf. Hier findet sich wieder ein wunderbarer Singletrail zur Hochalpe (1752m), der für den mühsamen Aufstieg mehr als entlohnt; Augen auf, um den Weg zur Gräsalpe nicht zu verpassen. Von hier aus geht es auf einer Forststraße hinunter nach Schoppernau. Die letzten ~2,5km laufen wir der Bregenzerach entlang auf dem Radweg zurück zu unserem Ausgangspunkt Au.

NORBERT RAUCH

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Die natur & Ich was ist ein iglu? Als Iglu wird in der Sprache der Inuit, den Eskimos, ein Haus bezeichnet. Dieses muss nicht zwangsweise aus Schnee bestehen, sondern kann genauso aus Holz, Stein oder Erde gefertigt sein. Das Schnee-Iglu wurde vorwiegend als Not-Unterschlupf auf Wanderungen, kurzen Reisen und der Jagd genutzt. In der Zentral-Arktis gab es ganze Iglu-Siedlungen, dort wurden die Häuser mehrere Monate bewohnt und erreichten einen Durchmesser bis zu 7 Metern.

benötigtes material - Schneeschaufel / Lawinenschaufel - optional, aber sehr hilfreich: Biwaksack, Rucksäcke Für den Bau eines Iglus sollte zum Einen viel Schnee vorhanden sein und zum Anderen sollte dieser eher griffig sein, zumindest erleichtert das den Aufbau. Es gibt verschiedene Techniken und Möglichkeiten, ein Iglu zu bauen. Wir stellen hier eine sehr einfache Technik vor, bei der man lediglich eine Schaufel benötigt.

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In 6 Schritten zum Iglu 1. Einen Kreis ziehen

2 Meter Durchmesser dürfen es sein, einfach eine Linie in den Schnee ziehen, damit man später einen Anhaltspunkt hat.

2. Biwaksack füllen

Bevor man beginnt, Schnee zu schaufeln, wird ein Biwaksack gefüllt. Ist man mit einer Gruppe unterwegs, kann man einfach die vorhandenen Rucksäcke verwenden und diese in den Biwaksack geben. Alternativ befüllt man den Sack mit Schnee. Dieser wird in die Mitte des Kreises gelegt.

3. Schnee schaufeln

Je nach gewünschter Größe wird zu Beginn ein großer Haufen Schnee zusammengeschaufelt, zwei Meter Durchmesser darf man für die Schneehöhle einbauen, wenn man im Anschluss ein bisschen Platz darin haben möchte. Der Berg sollte in etwa 1,5 Meter hoch werden, dazwischen immer wieder festklopfen.

4. Das Iglu formen

Aus dem großen Berg wird nun die äußere Hülle geformt. Das heißt: Etwaige Unebenheiten ausgleichen, überprüfen ob das Iglu im Endeffekt wirklich rund wird.

5. Aushöhlen

Jetzt wird es anstrengend. Am besten verwendet man für das Aushöhlen eine Lawinenschaufel. Mit dieser wird die Tür des Iglus in den Schnee gezeichnet und anschließend gräbt man nach innen. Am besten nicht völlig flach hinein graben, sondern ein wenig nach unten gerichtet, so bleibt die Wärme später besser im Inneren des Iglus. Damit die Wände nicht zu dünn werden und das Iglu nicht zusammenfällt steckt man von außen ein paar dünne Äste in die Iglu-Wand. Derjenige, der innen gräbt, sieht beim Graben sofort die Astenden und weiß, wann die optimale Wandstärke erreicht ist (10 bis 15 Zentimeter sind empfehlenswert).

6. Gemütlich machen

Ein kleines Teelicht im Inneren eines Iglus erhellt nicht nur den kleinen Raum, sondern macht es auch schön warm. Schnee isoliert sehr gut und so lässt es sich ohne Probleme in einem Iglu übernachten.

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ernährung

„Ich esse so viele Orangen und Kiwis, trotzdem bin ich ständig verkühlt“, „Ich nehme überhaupt nicht ab, obwohl ich soviel Salat esse“; solche Sätze hört man oft und viele Fakten der westlichen Schulmedizin sollten - speziell im Winter - überdacht werden. Es ist doch ein Tatsache, dass man nach längerem Aufenthalt im Freien instinktiv zu Tee oder einer Suppe greift. Das wärmt von innen, dem Körper wird wieder warm und wir fühlen uns wohl. Wer wie oben beschrieben immer wieder mit Verkühlungen oder anderen Problemchen zu kämpfen hat, sollte die alltägliche Ernährung analysieren und möglicherweise überdenken.

Was ist die thermische Wirkung?

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gibt es die Regel der 5 Elemente, bestehend aus Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Diese treffen nicht nur auf unseren Körper zu, sondern auch auf Emotionen, Jahreszeiten, Farben und nicht zuletzt unser Essen.

thermische wirkung Diese 5 Elemente sollen ausgewogen sein, sich gegenseitig unterstützen und ausgleichen. Ist nun ein Element zu stark, kommt es zu einem Ungleichgewicht, wir haben einen Mangel oder zuviel von einem Element; unser Körper arbeitet sozusagen unrund. Nahrungsmittel werden in der TCM in heiß, warm, neutral, erfrischend und kalt eingeteilt (siehe „5 Elemente“). Wer im Winter leicht friert, kalte Hände und ständig kalte Füße hat, der sollte mit den passenden Lebensmittel dagegen ankämpfen, denn der Energie-Fluss ist gebremst. Neben ausreichender körperlicher Aktivität, die man als Trailrunner ohnehin hat, greift man am besten zu wärmenden Speisen und Getränken.

Was ist nun wärmend?

Fleisch: Rind, Schwein, Wild, Lamm Nüsse: Walnüsse, Haselnüsse, Maroni Getreide: Hirse, Dinkel, Reis (wenn es vorher geröstet wird) Wintergemüse: Rotkraut, Sauerkraut, Kürbis, Zwiebel, Rote Rüben Gewürze: Zimt, Nelken, Kardamom, Ingwer Getränke: Gewürztee wie zb Yogitee, heißes Wasser mit Ingwer und einem Löffel Honig

Wie soll ich kochen?

Es ist ganz einfach: was lange im Rohr war, gekocht oder gebraten wurde, gibt dem Körper Energie. Wird Rohkost wie zb Salat gegessen oder ein kaltes Getränk aus dem Kühlschrank zu sich genommen, benötigt der Körper für die Erwärmung und Verarbeitung dessen jede Menge eigene Energie, das Verdauungssystem hat schwer zu arbeiten und ist - wenn man dauerhaft das Falsche zu sich nimmt - überfordert. Der Körper bekommt nicht die nötige Energie, sondern wird geschwächt, das Resultat ist oftmals eine Verkühlung.

Warum keine Zitrusfrüchte?

Es ist nicht ganz umsonst, dass Südfrüchte nur im Süden wachsen. Dort herrschen warme Temperaturen, sie kühlen den Körper. Gleiches gilt für Milchprodukte, diese haben eine kühlende und nässende Wirkung. Gegen einen Schuss Milch im Kaffee ist nichts einzuwenden, größere Mengen sollte man im Winter beispielsweise mit Hafer- oder Mandelmilch ersetzen.

Tipps für den Alltag

Im Winter empfiehlt es sich, warm in den Tag zu starten. D.h. ein Grießbrei mit Früchten, Haferbrei, eine Tasse Yogitee. So wird das Immunsystem gestärkt und die Gefahr sich zu erkälten - und mit dem Training aussetzen zu müssen - wird stark reduziert!

Wärmende Gewürze & Lebensmittel -

Zimt Kardamom Koriander Ingwer Chili Muskat Kreuzkümmel Pfeffer

FLEISCH - gegrillte Fleischsorten sowie Wild, Lamm, Schaf, Ziege FISCH - geräucherter Fisch, Scholle, Kabeljau, Hering, Hummer GEMÜSE - Kürbis, Fenchel, Petersilie, Kren GETRÄNKE - Fencheltee, Chai Tee, Kaffee (mit Kardamom oder Zimt), Glühwein

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kühlende Lebensmittel Milchprodukte Rohkost Brotmahlzeiten Tomaten, Gurken, Paprika, Salat Südfrüchte (Orangen, Zitronen, Kiwis etc.) Tees: Pfefferminz, Kamille, grüner Tee


feuer

erde

HOLZ

5 elemente Wasser

metall

Wasser

(salzig) weicht auf, befeuchtet, trocknet aus / Lebensmittel: Fisch, Hülsenfrüchte

metall

(scharf) bewegend, schweißtreibend / Lebensmittel: Fisch, Hülsenfrüchte

erde feuer HOLZ

(süß) stärkt, harmonisiert / Lebensmittel: Karotten, Rindfleisch

(bitter) ausleitend, trocknend / Lebensmittel: Salat, Kaffee

(sauer) zusammenziehend / Lebensmittel: Joghurt, Weizen, Zitrusfrüchte

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rezepte

wärme von inn

chai latte ZUTATEN (für 2 Personen) 500 ml Wasser 1 Teebeutel Schwarztee/Rooibos Tee 1/2 Zimtstange 1 Stück Ingwer (ca. 2 x 1 cm) 3 Gewürznelken 1 Stück Sternanis Mark von 1/2 Vanilleschote 1-2 TL Rohrzucker 100 ml Milch (kann durch Soja- / Hafer- / Reis- / Mandelmilch ersetzt werden) Die Gewürze werden in einem Mörser zerstoßen und mit ca. 100 ml kochendem Wasser übergoßen. In der Zwischenzeit den Tee aufsetzen und ziehen lassen, anschließend das ‚Gewürzwasser‘ zugeben, ein wenig miteinander ziehen lassen, Zucker zugeben und durch ein Sieb abfüllen. Wer gerne Milchschaum hat, nimmt Kuh- oder Sojamilch, ansonsten kann man auch Reis- oder Mandelmilch verwenden.

Sesam-Grissini ZUTATEN (für 2 Bleche) 1 Würfel Germ 100 g Bio-Dinkel-Vollkornmehl 300 g Bio Dinkelmehl glatt 100 g Bio Weizenmehl 10 g Salz 1 EL Brotgewürz 1 Prise Zucker 250 g Wasser 30 g Milch 25 g Butter Sesam zum Bestreuen Germ in lauwarmem Wasser auflösen; Milch und Butter dazugeben, anschließend alle Gewürze, zum Schluss das Mehl. Erst vorsichtig verrühren, dann mit der Hand 5-10 Minuten kneten bis ein glatter Teig entsteht. Stangen formen, diese mit Wasser besprühen, Sesam daraufstreuen und bei 210 °C für ca. 15 Minuten ins Backrohr. Eignet sich auch perfekt als kleiner gesunder Abend-Snack und/oder Chips-Alternative.

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en Karotten-ingwer-kokos-Suppe ZUTATEN (für 4 Personen) 500 g Karotten 1 Zwiebel 1 Stück Ingwer 100 ml Kokosmilch Bio Gemüsebrühe Die Zwiebel klein hacken und in etwas Olivenöl anschwitzen. Anschließend die geschnittenen Karotten zugeben und mit Mehl stauben (1-2 EL Mehl in den Topf geben, kurz umrühren) und mit 1 l Gemüsebrühe übergießen. Den Ingwer und die Kokosmilch zugeben und ca. 20 Minuten köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, 1 Prise Curry passt auch sehr gut dazu!

frühstücksbrei ZUTATEN (für 2 Personen) 100 g Dinkelgrieß 300 ml Milch 2 Äpfel Himbeeren Gewürze (Zimt, Kardamom,...) Den Grieß in die Milch einrühren und aufkochen lassen. Die Äpfel klein schneiden und dazugeben. Lebkuchengewürz, Zimt, Kardamom, … winterliche Gewürze wärmen von innen! Garniert wird der Brei mit Himbeeren, so startet man mit Energie in den Tag.

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trail erlebnis

hohentauern - bösenstein mir die Entscheidung nicht schwer, unbedingt diesen, mir unbekannten, Berg zu erkundschaften. Beim „Naturerlebnispark Hohentauern“ noch meinen MP3-Player und meine schlaue Ambit aktiviert und es konnte losgehen.

Los geht‘s!

Zu Beginn befindet man sich auf sehr schönem Waldboden (Pfad 902), nach 1,5 Kilometern läuft man 500 Meter auf Asphalt, bevor der Wegweiser Richtung Edelrautehütte zeigt. Von dort an befindet man sich wieder auf schönen – stetig ansteigenden Waldpfaden. Immer wieder bietet sich die Möglichkeit, ein paar der unendlich scheinenden Heidelbeeren als willkommene Energiespender zu pflücken.

Es sind die vermeintlich einfachen, spontanen und abenteuerlichen Unternehmungen, welche unseren Sport so lebendig, so greif- und unverwechselbar machen. Zu dieser Feststellung hat mich einmal mehr eine meiner Saisonhighlights geführt. Nachdem am letzten Juliwochenende ohnehin ein familiärer Anlass in der Steiermark auf dem Plan stand und ich mir bereits nach getaner Arbeit, Freitagnachmittag, über die A9 meinen Weg in die grüne Mark bannte, überkam mich bereits im Raum Liezen der Gedanke, diese wunderschöne Gegend unter die Beine zu nehmen. Spätestens bei der Abfahrt „Trieben“ sollte ich den Blinker meines Autos betätigen und meiner Intuition und dem verlockenden Ortsnamen „Hohentauern“ folgen. Dort angekommen erwartete mich ein kleiner, schweizerisch-alpin anmutender Ort mit seinem schönen Bergmassiv – den Rottenmanner Tauern. Ziel sollte der „Große Bösenstein (2448m)“ sein.

Die trailausrüstung ist immer dabei

Nachdem ich es bereits gewohnt bin, immer Trailschuhe, Laufrucksack, Shirts und Shorts in meinem Auto zu bunkern - fiel 68

Bei Kilometer Fünf ist man bereits bei der Edelrautehütte angelangt und hat auch die Mautstraße, welche man durch die Waldpfade abkürzte, passiert. Von dort an (Pfad 946) ist es Trailrunning pur! Vorbei an dem großen Scheibelsee führt mich mein Weg Richtung Hauseck. Am Weg dorthin sei angemerkt das diese unglaublich schöne Landschaft wohl auch für leidenschaftliche Botaniker ein absoluter Traum sein muss. Am Ostrücken laufe ich auf sensationellen, alpinen Singletrails, welche das aufsteigende Nebelband preisgibt.

Hinauf auf den Bösenstein

Grobe, robuste und spitzkantige Schieferbrocken werden stellenweise auf allen Vieren mit erhöhtem Tempo erklommen, bis man auf einmal das kleine aber feine Gipfelkreuz des Großen Bösenstein vor sich hat. Kurz innegehalten um das wunderschöne und spektakuläre Panorama der Rottenmanner Tauern bis hin zum im Osten gegenüberliegenden Gesäuse zu genießen, folgt ein rasanter Downhill. Aufgrund meiner Zeiteinteilung entscheide ich mich den Singletrail vorbei an der Grünen Lacke zu nehmen. Der Weg führte mich daher unterhalb des Ostrückens zurück Richtung Scheibelsee – jedoch bog ich vor diesem noch einmal Richtung Hauseck ab um auch diesen kleinen Gipfel zu


erlaufen. Der Downhill vom Hauseck zur Edelrautehütte ist besonders lohnend, rast man dieser doch auf weichem Almboden entgegen. Bis hierher sind ca. 12 Kilometer absolviert.

Zurück zum Ausgangspunkt

Die restlichen vier Kilometer zum Ausgangspunkt „Naturerlebnispark Hohentauern“ vergehen wie im Fluge. Dort angekommen ist man um unzählige Endorphine reicher. Ich war danach umso zufriedener, da ich eine unglaubliche Kulisse in einer bis dahin mir noch verborgenen Umgebung genießen durfte.

Raimund ortner

tourentipp Diese landschaftlich wertvolle Tour eignet sich neben Genussläufern auch für Einsteiger und Fortgeschrittene – kann man doch diese je nach Lust und Laune ausdehnen und vom „Großen Bösenstein“ über die „Drei Stecken (2382m)“ zur „Hochhaide (2363m)“ bzw. zum „Kleinen Bösenstein (2395m)“ und „Großen Hengst (2159m)“ laufen.

Es sind die vermeintlich einfachen, spontanen und abenteuerlichen Unternehmungen, welche unseren Sport so lebendig, so greif- und unverwechselbar machen. 69


trail erlebnis

run armenia run the unexpected

Während meines einwöchigen Laufurlaubs im Oktober 2014 in Armenien war die Tour zum Lake Ughtasar auf 3.277 Meter Höhe sicher eine der spektakulärsten Touren, die ich jemals gelaufen bin.

laufVorbereitungen

Wir waren eine Gruppe von vier Leuten die nach einem läuferfreundlichen Frühstück von unserem Hotel in Sisian mit dem Geländewagen zum Startpunkt unserer Königsetappe gebracht wurde. Es war gar nicht so leicht, für diesen Lauf die passende Kleidung zu wählen, zumal wir ja fast 1.700 Höhenmeter vor uns hatten. Da wir aber über die gesamte Strecke von einem Begleitfahrzeug unterstützt wurden, konnten wir überflüssige Schichten jederzeit ablegen beziehungsweise bei Pausen und Bedarf wieder überziehen. Auch die Versorgung mit Getränken und Verpflegung war somit gesichert, ebenso im Falle eines raschen, unerwarteten Wetterumschwungs eine sichere Rückkehr in die Zivilisation.

Das Lauferlebnis kann beginnen

Wir liefen in einer Höhe von 1650 Metern los. Die Strecke führte über sanfte Wiesen stets leicht bergauf, wobei wir atemberaubende Aussichten in die rundum liegenden Täler, auf erloschene Vulkane und schneebedeckte Gipfel genießen konnten. Das Extreme der Etappe wurde einem so richtig bewusst, wenn man auf der Höhe des Gipfels der Zugspitze steht und rundherum geht´s nach oben. Es ist aber auch ein erhabenes Gefühl, es bereits soweit geschafft zu haben zumal einer der kulturellen Höhepunkte, nämlich 7000 Jahre alte Petroglyphen, noch vor uns liegen. Diese Felsbilder findet man auf Steinen, die in der Gegend herumliegen, als hätte Goliath damit gewürfelt. Nach einer kurzen Pause ging es über almartige Wiesen, teils flach, teils leicht bergauf weiter. Es war ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit, Leichtigkeit und Glück, ähnlich einem Trancezustand, durch diese einsame, unberührte Berglandschaft zu laufen. Bei den Steinfeldern mit den Petroglyphen, unserem nächsten Stopp, war die Stimmung dann schwer zu beschreiben. Atemlos vom laufen in über 3000 Metern Höhe, kein Geräusch außer dem des Windes und dem Klopfen des eigenen Herzens, aber in der Gewissheit, dass bereits 4000 Jahre vor Christus in dieser unwirtlichen Gegend Nomaden ihre Herden weiden ließen und sich die Zeit damit vertrieben, diese und andere Szenen in die herumlie-

7000 Jahre alte Petro glyphe

n (Felsbild er)

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genden Steine zu gravieren. Nach dem eingehenden Erkunden und interpretieren dieser einzigartigen Werke machten wir uns auf zum letzten Stück der heutigen Etappe.

Wir nähern uns dem Ziel

Durch die hügelige Landschaft, ähnlich der Toskana, aber immer über 3000 Meter hoch, traben wir unserem Ziel entgegen. Noch eine letzte Bergkuppe, dann liegt der kleine Vulkansee vor uns, umgeben von 4000 Meter hohen Bergen mit schneebedeckten Gipfeln. Die letzten 500 Meter geht es sanft bergab zum Ufer des Sees wo schon ein Versorgungsfahrzeug mit Getränken, unter anderem heißen Tee und einer kräftigen Suppe auf uns wartete. Ich habe beim laufen noch selten ein schöneres, befriedigenderes und glücklicheres Gefühl erlebt, als auf diesen letzten Metern, das Ziel vor Augen. 17 Kilometer und 1650

Höhenmeter liegen hinter uns. Nach ungefähr 45 Minuten Pause, etlichen Photos vom See und der spektakulären Aussicht ging es dann an Board unseres Begleitfahrzeuges auf der anderen Seite des Berges wieder talwärts. Auch diese Fahrt im Geländewagen war ein Erlebnis für sich.

ein wunderbares Sicherheitsgefühl machten diese Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis, das ich jedem Läufer und Kulturfreund ans Herz legen mag.

Lukas Negedly

Nach gut 5 Stunden sind wir erschöpft, aber glücklich, zufrieden und stolz wieder zurück im Hotel. Nach einer Dusche genießen wir in der Laube vor unserem Quartier ein kühles Kilikia und freuen uns auf ein typisch armenisches Abendessen.

Trails mit Kultur

Dieser einwöchige Laufurlaub in Armenien, abseits von ausgetretenen Touristenpfaden, war sicher der Urlaub mit den meisten bleibenden Erinnerungen. Unberührte Natur, jahrtausende alte Kultur, phantastische Küche, freundliche Leute und nicht zuletzt

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trail erlebnis

trail run atlas toubkal Ina und ich sind bereits am Montagabend nach Marrakesch angereist, womit wir noch drei Tage Zeit bis zum Lauf hatten. Die Laufreise selbst wollten wir mit etwas Urlaub verbinden, was wir auch taten – und so tauchten wir bereits vor dem Lauf in eine andere Welt ab. Am Mittwoch fuhren wir dann mit dem Taxi nach Oukaïmeden in das Hohe Atlas. Ein Akklimatisierungsspaziergang hatte es im wahrsten Sinne des Wortes „in sich“, so dermaßen war ich aus der Puste, und es ging dann zum Tee auf die Sonnenterrasse und später zur Abholung der Startunterlagen. Hier wurde dann alles nochmals genauestens kontrolliert, Kalorien wurden zusammengerechnet und auch die hier vorgeschriebenen Tabletten einer genauen Prüfung unterzogen. Vor dem Zelt trafen wir Oliver Binz, seines Zeichens Ansprechpartner für diesen Lauf, dem ob der vielen Fragen seiner Reisetruppe schon der Kopf qualmte.

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Briefing & Startschuss

Nun zum Briefing: Dieses erfolgte in zwei Sprachen, nämlich Französisch und Englisch, wobei Oliver im Anschluss (beim Abendessen) noch für allerlei Fragen zur Verfügung stand. Für mich ging es dann zurück ins Quartier, gefolgt von einer schlaflosen Nacht. Und schließlich war es dann soweit: der Start! Hier traf ich auch die beiden Olivers. Für den Lauf hatte ich mir eigentlich nichts vorgenommen, und die Devise lautete schlicht „Gut durchkommen!“. Das Tempo passte anfangs ganz genau, ich blieb bei den beiden und fand einen durchaus guten Rhythmus. Was mir gleich beim Start auffiel: Trockenheit. Permanent hatte ich mit einem trockenen Mund zu kämpfen und musste bzw. wollte trinken, was bis zur ersten VP aber kein Problem sein sollte. Der Weg dorthin führte uns einmal über eine 3.000-Meter-Marke und war zum Großteil gut zu laufen. Bei


der ersten VP füllte ich ordentlich Wasser auf, denn bis zur nächsten VP würden es satte acht Stunden sein. Einfach zu kalkulieren war die Wasserration übrigens nicht, und zur Not musste man die Trinkblase am Bach auffüllen – vorausgesetzt, er war nicht ausgetrocknet – und eine Wasseraufbereitungstablette (in der Pflichtausrüstung vorgeschrieben) hineinlegen, oder aber bei geschäftstüchtigen Kindern etwas kaufen. Die beste Methode war aber wohl mehr als zweieinhalb Liter mitzunehmen.

Kulturschock

Die Strecke verlief immer wieder durch Berberdörfer, wo die Einheimischen mit ihrem Vieh – so hat man den Eindruck – mehr überleben als leben. Aber die Kinder empfingen uns äußerst freundlich und zeigten uns den Weg. Das gab im Übrigen ein skurriles Bild: Wir liefen da mit einer Ausrüstung im Wert von knapp 1.000 Euro durch diese Dörfer, während die Kinder nur alte löchrige Schuhe oder Schlappen trugen und mit Steinen spielten.

Eindrücke sammeln

Nach einem guten Drittel des Laufes meinte ich zu Oliver, dass – egal, was noch kommen würde – sich dieser Lauf schon gelohnt hätte und die Eindrücke sich wohl tief bei mir einbrennen würden. In dieser Bergwelt wirkt man zudem noch kleiner als sonst im Gelände. Bei Kilometer 49, am Checkpoint 4 füllte ich meine Flaschen mit Bachwasser auf, da ein Helfer meinte, dieses sei sauber. Und dann trennten wir uns, weil ich mich nicht länger aufhalten und weiter wollte. Im Nachhinein erfuhr ich dann, dass Oliver K. Probleme hatte und zum Ausstieg gezwungen war. Gar so einfach war das nicht: Gerade bei diesem Lauf war dies extrem schwierig, da man sich im Normalfall ein Nachtquartier suchen und am nächsten Tag zusehen musste, irgendwie zu einem Punkt zu gelangen, an dem man abgeholt werden konnte. Aber weiter zum Lauf: Es folgte dann ein Anstieg bis auf über 3.000 Meter, und ich fühlte mich echt gut. Nach einem schönen Downhill und einem schönen Weg entlang eines Flusses erreichte ich bei Kilometer 68 die VP 2. Ich wusste, was mich erwartete: Zwei lange Anstiege.

Dementsprechend verpflegte ich mich so gut wie möglich, würzte meine Suppe noch zusätzlich mit Salztabletten und ich lief gestärkt weiter – hinauf auf 3.200 Meter, hinunter auf 2.800 und wieder hinauf auf 3.660.

Abstieg im Dunkeln

Während des Aufstiegs holte mich die Dunkelheit ein, doch immerhin blieb die Temperatur einigermaßen konstant. Der folgende Abstieg bereitete mir etwas Sorgen: Das waren auf einer Strecke von vier Kilometern immerhin 1.600 Höhenmeter bergab – erst eine Seilpassage und dann in Serpentinen steil hinunter. Auch einen erfahrenen Trailrunner lässt so etwas nicht kalt. Vor allem mit müden Beinen bereitete mir das Probleme, und es kam, wie es kommen musste: Ich stürzte. Zum Glück zog ich mir nur ein paar kleine Schürfwunden zu, wobei ich auch einen Stock einbüßte. Die VP 3 im Ort Imlil schien anschließend nicht und nicht zu kommen. Mensch, ich hätte schwören können, dass die Kilometerangaben nicht stimmten und war schlicht und einfach nur erledigt.

Noch 16 Kilometer

Dann: nur noch 16 Kilometer! Dieses „nur“ kann man beim Studium des Höhenprofils aber gut und gerne aus seinem Wortschatz streichen, denn für diese eigentlich kurze Distanz benötigte ich weitere fünf Stunden. Dankbar nahm ich bei der Verpflegungsstelle Suppe und Nudeln zu mir, füllte alles auf und packte zusätzlich Cola ein. Aus dem Dropbag, den wir bekamen, nahm ich ein paar Gels mit. Die folgenden Kilometer zogen sich enorm, und den letzten Anstieg hätte ich verfluchen können. Nichtsdestotrotz konnte ich am Ende zwei Teams überholen, die am Ende ihrer Kräfte waren. Ich schleppte mich nach oben. Was für ein Bild! Am höchsten Punkt, kurz vor dem Ziel, wehten marokkanische Flaggen im Wind und über mir sah ich – so schien es mir – die Sterne aus 1.001 Nacht. Ein letzter Downhill ins Tal! Nach 23 Stunden und 22 Minuten lief ich als erster Deutscher und als 34. von 110 Finishern ein. Beim Blick auf den Sternenhimmel sah ich eine Sternschnuppe und wünschte mir …

Fazit

Es war ein Abenteuerlauf, auf den man sich sehr gut vorbereiten und vor allem genügend Lauferfahrung mitbringen sollte. Die „Autonomie“ und die Höhe, auf der man unterwegs ist, sind nicht zu unterschätzen. Ist man zur Aufgabe gezwungen, so sollte man alles dabei haben, um eine Nacht am Berg zu überleben. Dafür ist das Risiko kalkulierbar, und die Eindrücke sind schlicht einmalig! Es besteht auch die Möglichkeit, die kürzere Variante mit 42 + 26 Kilometern zu laufen. Ich würde außerdem empfehlen, sich nach dem Lauf zumindest einen Tag für Marrakesch Zeit zu nehmen. Obwohl mich der Lauf mehr als gefordert hat, konnte ich ihn – mit Ausnahme des letzten Anstiegs – wirklich genießen, und die Bilder davon habe ich bis heute in bester Erinnerung.

Schuhfreuden

Meine Schuhe habe ich schließlich dort gelassen – kaputt waren sie nicht. Wenn du dann siehst, womit die marokkanischen Läufer unterwegs sind – unvorstellbar. Und wie treffend hat es doch Harald formuliert: „Man muss auch mal etwas zurückgeben.“ Ismail, der Drittplatzierte des 26-Kilometer-Laufes freut sich hoffentlich auch heute noch über meine Schuhe.

Holger Lapp

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trail erlebnis

marathon de sables Vor zehn, vielleicht auch schon vor fünfzehn Jahren habe ich zufällig auf Eurosport einen Bericht über den Marathon des Sables gesehen. In 6 Etappen (34 km, 41 km, 37,5 km, 82 km, 42,2 km, 7,7 km) geht es jedes Jahr Anfang April rund 250 km quer durch die Sahara im Süden Marokkos. Die Läufer müssen ihre gesamte Ausrüstung mit sich tragen. Das bedeutet: Schlafsack, Ersatzkleidung, Verpflegung, Kochgeschirr und was man sonst noch braucht, wird von jedem Teilnehmer selbst transportiert. Der Rucksack wiegt am Start 11 bis 15 kg. Pro Tag werden zwölf Liter Wasser an Verpflegungsstellen entlang der Strecke und im Bivouac (Zeltlager) bereitgestellt, übernachtet wird in Berberzelten, deren Qualität an Kartoffelsäcke erinnert. Die Temperaturen in der Wüste betragen nachts 5 bis zu 10°C, während sie tagsüber an die 50 °C im Schatten erreichen. Ungünstigerweise läuft man nicht im Schatten. Der Veranstalter empfiehlt den Teilnehmern, größere Schuhe zu verwenden. Die Füße können durch die Hitze und bedingt durch die Distanz ordentlich anschwellen. Blasen an den Füßen und aufgescheuerte Schultern lassen sich kaum vermeiden und gehören dazu. Nicht alle Menschen bei geistiger Gesundheit würden an so einem Rennen teilnehmen. Trotzdem werden jährlich Menschen aus der ganzen Welt angelockt, die ein unvergleichbares Erlebnis suchen.

Mein Trailerlebnis beginnt...

Es ist schwierig, die Fülle an Eindrücken und die Strapazen in Worte zu fassen. Wer schon einmal probiert hat, im Urlaub längere Zeit am weichen Sandstrand in der prallen Sonne der Mittagshitze zu laufen, kann vielleicht erahnen, wie sich ein Wüstenlauf anfühlt. Rund ein Drittel der Strecke führen über Sanddünen, die bis zu 400 Meter aus der Ebene herausragen. Ein weiteres Drittel der Strecke ist von der Beschaffenheit mit einem ausgetrockneten Flussbett vergleichbar. Wenn der Inn im Winter wenig Wasser führt, eignet er sich hervorragend als Trainingsgelände. Die restlichen 80 Kilometer bestehen aus Sand mit Steinen drauf. 74

Am Start waren 1.027 Teilnehmer aus 45 Nationen, darunter 4 Österreicher. Wir teilten uns mit einem Deutschen ein Zelt. Im Verlauf der Woche entwickelte sich eine tiefe Kameradschaft. Das tägliche stundenlange Laufen ist so anstrengend, dass jedem Menschen die Kraft fehlt, sich zu verstellen. Ich kann mir keinen Ort vorstellen, wo man ehrlicher miteinander umgeht.

als Wüstenkrieger unterwegs

Am 4. Tag ist die Königsetappe angesagt. Drei Tage habe ich in der sengenden Hölle überlebt und fühle mich wie ein Wüstenkrieger. Heute steht die lange Etappe am Programm: 82 km in härtestem Gelände. Ich bin dabei herauszufinden, warum der Marathon des Sables als „toughest footrace on earth“ bezeichnet wird. Versuchen Sie sich vorzustellen, dass Sie 82 km an einem normalen Tag laufen. Nun stellen Sie sich vor, 82 km durch die Wüste zu laufen, nachdem Sie in den letzten drei Tagen 100 km gerannt sind. Meine Beine sind steif, die Schultern unterm Rucksack wund. Meine Zehen schauen aus wie geplatzte Würstel, die Fußsohlen sind von Blasen übersäht. Der omnipräsente Sand arbeitet auf meiner Haut wie eine Käsereibe. Es ist nicht die ideale körperliche Verfassung, eine solche Distanz in Angriff zu nehmen. Ich stehe wenige Meter vor der Startlinie. Laut wummert AC/DC‘s „Highway to Hell“ aus den Boxen, am Horizont schwebt der Helikopter. Die Atmosphäre ist elektrisiert, das Adrenalin greifbar, alle wünschen sich Glück.

82 Kilometer im härtesten Gelände

Es beginnt der Countdown: „Cinq! Quatre! Trois! Deux! Un!“ Es geht los. Schotterpiste, Camel Gras, Sandberg, Abstieg, endlose Ebene, Dünen. Ich versuche da zu laufen, wo noch niemand lief, hier trägt der Sand am besten, versinken die Füße nicht so tief im Sand. Vor mir wie an einer Perlenkette aufgereiht die vorderen Läufer. Hinter mir das gleiche Bild. In einer Entfernung von vielleicht 300 Metern verschwimmt der Boden in der flimmernden Hitze mit dem Himmel. Auf einem ausgetrockneten Salzsee bekomme ich Angst. Mein Urin hat die Farbe von Himbeersaft, das ist eindeutig


ein Anzeichen von Dehydration! Sobald die Außentemperatur die des Körpers übersteigt, funktioniert die Kühlung nur noch übers Schwitzen. Man trinkt hier zwar täglich an die elf Liter Wasser, ist aber nie nass. Dafür ist es zu heiß. Kritisch wird die Situation, wenn das Schwitzen nicht mehr funktioniert. Habe ich etwa zu wenig getrunken? Noch liegen fast 50 km vor mir. Das wird ein ganz langer Tag. Bei Kilometer 40 wird meine Gruppe vom Führenden überholt. Dieser ist 3 Stunden nach uns gestartet! Ungläubig beobachten wir die Leichtfüßigkeit, mit welcher der Jordanier in Höchstgeschwindigkeit über den tiefen Sand zu schweben scheint.

Kaugummi, mir ist schlecht und ich gehe am Zahnfleisch. Es beginnen mich Leute zu überholen. Ich schleppe mich bis zum Checkpoint und lass mich in ein Zelt fallen. Schüttelfrost quält mich bei einer Außentemperatur von über 30 Grad. Ich versuche, etwas zu essen und liege bibbernd am Boden. Drei Stunden vergehen, bis der Schwächeanfall vorübergeht.

Checkpoint 4 bei km 45,3 kommt in Sicht. Endlich wieder Wasser fassen. Viele Läufer machen hier Pause. Wir sind mittlerweile fast 8 Stunden unterwegs. Ich beschließe gleich weiterzulaufen. Langsam aber sicher fordert die Strecke ihren Tribut. Ich merke, dass mein Körper nachlässt. Ich habe Angst, dass ich, wenn ich mich niedersetze, nur mehr mit größter Überwindung weiter komme. Außerdem wird es langsam dunkel. Daher beschließe ich, Checkpoint 5 (58,1 km) schnell zu verlassen und mich bis Checkpoint 6 (69,7 km) weiterzukämpfen. Vielleicht hätte ich doch besser eine Pause gemacht. Bei Kilometer 65 trifft mich der Hammer. Meine Beine fühlen sich an wie

Jeder Idiot kann einen Marathon laufen, aber es braucht eine spezielle Sorte Idiot für einen Ultramarathon.

Die letzten 12 Kilometer sind höllisch. Laufen ist mir nicht mehr möglich, also schleppe ich mich durch die Nacht. In einer Mischung aus Englisch und gebrochenem Französisch unterhalte ich mich mit einem Belgier. Wie wahr ist das Sprichwort:

Das Erreichen des Ziels ist eine Erlösung. Die Tasse Tee schmeckt wie Ambrosia. Die Erleichterung ist so groß, dass uns Tränen in den Augen stehen. Oh ja, ich beginne zu verstehen, warum der Marathon des Sables als härtestes Rennen der Welt bezeichnet wird.

Florian Brutter

Warum tut man sich so etwas an?

Daheim wurde ich oft gefragt, warum ich mir so etwas antue. In der Hitze der Sahara stellte diese Frage niemand. Wahrscheinlich ist der Grund die reine Abenteuerlust. Wenn man am Gipfel des Großglockner einen Bergsteiger fragt, warum er sich so etwas antut, wird er mit großer Wahrscheinlichkeit keinen besonderen Grund haben. Ich vermute, einen solchen brauchen nur die Daheimgebliebenen. Für mich war der Marathon des Sables mit Abstand das anstrengendste, aufwendigste Erlebnis. Noch nie habe ich mehr gelitten. Ich habe jede Minute genossen.

Jeder Idiot kann einen Marathon laufen, aber es braucht eine spezielle Sorte Idiot für einen Ultramarathon. 75


trailapotheker

fette - Teil 1 Zeit für einen Ölwechsel

Kann Fett gesund sein? Und was hat das mit dem Omega auf sich?

Über Fett streiten sich die Gelehrten und und selbsternannten “Ernährungspäpste”. Überall bekommen wir eingeredet, Fett macht fett und “light” ist “sexy”! Ich will doch nicht zunehmen und auch keinen Herzinfarkt bekommen. Also vergessen wir die Hysterie und bleiben bei den Fakten. Natürlich kann ich in so einem Artikel nur an der Oberfläche

Das liegt an vielen Faktoren. Fertigprodukte, weniger Sport, usw.. . Auf alle Fälle aber werden Schweine nicht mit Fett gemästet, sondern vor allem mit Kohlenhydraten, das nur als Denkanstoß. Problematisch an sich sind die industriell verarbeiteten Fette, hier werden Öle und weiche Fette fest gemacht - chemisch gehärtet. Dabei entstehen problematische Fette (Trans-Fette), die im Körper eine ungünstige Wirkung haben. Sie stören die Funktionen der Zellmembranen, fördern Entzündungen, und verschlechtern die Cholesterinspiegel. Empfehlungen für den Alltag: Fertigprodukte, Knabberzeugs und Fast Food enthalten besonders viel davon. Auch das wiederholte Erhitzen von Frittierfett bildet besonders viel dieser schlechten Trans-Fettsäuren. Die Ernährungsgesellschaften empfehlen möglichst wenig davon in der Nahrung zu sich zu nehmen, nur eine Deklarierung auf den Verpackungen mit Angaben zum Inhalt fehlen noch, ebenso wie Höchstgrenzen für den

Die richtigen Fette tragen sogar zur Förderung der Gesundheit bei! kratzen, denn die Fettsäurebiochemie ist sehr komplex und kompliziert. Ich erhebe hier auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ich vereinfache manche Dinge, um die Zusammenhänge zu erklären und der Artikel spiegelt an manchen Stellen meine eigene Meinung wieder. Sollte jemand an Fettstoffwechselstörungen leiden, bitte mit dem Arzt besprechen oder sind weiterführende Fragen zu dem Thema vorhanden - Mail an mich genügt! Fett allein macht nicht fett. Nur wenn ich mehr Energie zu mir nehme als ich verbrauche, dann nehme ich zu. Fett hat zwar doppelt so viele Kalorien als Kohlenhydrate und Eiweiß, aber die Menschen in den Wohlstandsgesellschaften wurden dicker mit dem Maße der Fettreduktion (vergleiche “light-Welle in den USA - und Joghurt mit 0,1% Fett hat mehr Kalorien als 3,5 prozentiger, weil er meistens mit Traubenzucker “versüßt” wird um genießbar zu bleiben - Fett ist ja schließlich Geschmacksträger). 76

maximalen Verzehr. Daher - nur frisch auf den Tisch!!

genutzt. Die Datenlage ist wiedersprüchig. Manche Athleten bekommen während des Wettkampfes davon Durchfall; dem einen hilft es und dem anderen nicht. Mein Fazit: Wer will, soll es ausprobieren.

Ungesättigte Fette

Fette sind Ketten aus Kohlenstoffatomen. Wenn an einer Stelle in dieser Kette eine doppelte (Ver)Bindung besteht, bedeutet das, dass diese Stelle sehr reaktionsfreudig ist. Diese doppelte Verbindung kann eine Bindung “hergeben” und sich einem anderen Teil zuwenden und anschließen. Hat ein Öl oder Fett viele solcher Verbindungen ist sie um so empfindlicher für Sauerstoff, Wärme oder Licht. Eine Einteilung gibt es dementsprechend nach der Anzahl der Dopplebindungen. Eine Bindung = einfach ungesättigt, zwei oder mehr Bindungen nennt man “mehrfach ungesättigt”. Die einfach ungesättigten sind also die stabilsten. Man nennt die am häufigsten vorkommende Fettsäure auch die Ölsäure. Hauptsächlich kommt diese im Olivenoder Rapsöl vor, aber auch in Nüssen und Schweineschmalz. Teil 2 zum Thema „Fette“ gibt es in der nächsten Ausgabe zu lesen.

CHRISTOPH KAISER

Fett für die Gesundheit

Wer Fett einspart, bekommt vielleicht zu wenig fettlösliche Vitamine, wie Vitamin A oder D, sowie Karotinoide ab. Diese Stoffe brauchen das Fett, um vom Körper aufgenommen zu werden. Fett ist ein lebenswichtiger Nährstoff und Energielieferant. Bestimmte Fettbausteine werden von den Körperzellen benötigt, um überhaupt einwandfrei funktionieren zu können. Eicosanoide (Botenstoffe) der Körperzellen werden aus Fetten gebaut,die Zellmembranen bestehen aus dem Fett Cholesterin und Hormone werden auch daraus gemacht. Damit ist an den wichtigstten Körperfunktionen Fett beteiligt.

MCT Fette oder mittelkettige Triglyceride

Das sind gesättigte Fettsäuren, die rasch Energie liefern. Natürlicherweise kommen sie in Kokos-, Palm- oder Milchfett vor. Reine MCT Fette werden auch im Sportbereich

iser ph Ka hristo theker’ C . m r o pha railap Mag. alias ‘T


laufverletzungen

Die Reizung der Achillessehne ist eine der häufigsten Fehlbelastungsfolgen bei Läufern.

Anatomie und Bedeutung der Achillessehne

Die Achillessehne ist eine runde 1,5 cm dicke Sehne, sie ist die Fortsetzung des großen Wadenmuskels (Musculus gastrocnemius) die am am Fersenbein (Calcaneus) ansetzt. Die Achillessehne überträgt die Kraft der Wadenmuskulatur auf den Fuß und ist beim Laufen für den kraftvollen Abdruck verantwortlich. Mit einer Tragfähigkeit von 800 kg ist sie die Kräftigste aller Sehnen im menschlichen Körper. Ein Riss der Achillessehne bei plötzlicher Anspannung passiert nur bei Vorschädigung des Gewebes. Ein typisches Beschwerdebild bei Läufern ist die sogenannte Achillodynie.

achillessehne der Achillessehne. Der Läufer spürt typischerweise ein unangenehmes Ziehen im Sehnenbereich. Dazu kommt eine starke Druckempfindlichkeit der betroffenen Region. Der Betroffene klagt besonders über starke Schmerzen am Morgen, beim Laufen sind die ersten Minuten besonders unangenehm. Nach dem Laufen und vor allem nachts können wieder stärkere Schmerzen auftreten. Im chronischen Stadium ist die Sehne meist verdickt. Die chronische Entzündung verursacht Dauerschmerzen und eine Abschwächung der Achillessehne.

Ursachen und Faktoren für eine schmerzhafte Achillessehne

Im Sport haben wir es vermehrt mit akuten Beschwerden zu tun, die durch Training und Überbeanspruchung ausgelöst werden. Dabei sollte die Adaptionsfähigkeit der bestimmten Körpersysteme auf Trainingsreize berücksichtigt werden. So passt sich das Herz-Kreislauf-System viel schneller intensiveren Trainingsreizen an als es das muskuläre System mit ihren Sehen, Bändern und Muskeln tut. Auch dementsprechende Regenerationszeiten werden im Sport häufig missachtet. Außerdem kann man noch eine Reihe anderer Faktoren für eine schmerzhafte Achillessehne in Betracht ziehen, diese zeichnen sich häufig für chronische Schmerzzustände verantwortlich:

Achillodynie – Geduld ist angesagt…

Durch Über- oder Fehlbelastung der Achillessehne kommt es häufig zu schmerzhaften Entzündungen des Gewebes. Zu Beginn ist meist das umgebende Gleitgewebe, in dem die Sehne bei allen Bewegungen wie in einer Art Röhre (Sehnenscheide) gleitet, betroffen. Ist die Gleitfähigkeit beeinträchtigt, kommt es zu vermehrter Reibung und in weiterer Folge zu einer Reizung der Sehne. Auf Grund der Beschaffenheit des Gleitgewebes ist man vor allem im Winter, bei niedrigen Temperaturen anfälliger auf Achillessehnenprobleme, weil die Konsistenz der Gleitsubstanz zwischen den einzelnen Gewebeschichten deutlich zähflüssiger wird. Typische Symptome in der Akutphase sind Schmerzen, Schwellung und Überwärmung

Rehabilitation

Treten Beschwerden im Bereich der Achillessehne auf, sollte man die Belastungsintensität des Lauftrainings reduzieren besser wäre es eine Laufpause einzulegen. Jede weitere Schmerzprovokation verletzt das Gewebe zusätzlich und die Belastbarkeit der Sehne sinkt. In der Akutphase helfen Hausmittel (Topfen-, Kohl-, Retterspitzumschläge,…), entzündungssenkende Präparate (Enzyme) therapeutische Maßnahmen aus den Bereichen der Elektrotherapie, Repuls, Massage, Lymphdrainage, Kinesio Tape,… Beim Wiedereinstieg in das Training gilt das Motto „Weniger ist mehr“, die Belastungsintensität muss langsam gesteigert werden.

Prävention

Zur Prophylaxe geeignet sind häufiges Barfußlaufen, regelmäßiges Krafttraining und Dehnungsübungen für Waden- und Fußmuskulatur sowie gründliches Aufwärmen vor dem Laufen. Zusammenfassend kann man sagen, dass in der Behandlung von Achillessehnenbeschwerden besonderes Feingefühl gefordert ist. Das Problem sollte nicht nur lokal betrachtet werden, eine Einbeziehung aller Körpersysteme ist empfehlenswert und sinnvoll!

• Fuß- und Beckenfehlstellungen • Blockaden im Bereich der Wirbelsäule • Muskuläres Ungleichgewicht • Stoffwechselstörungen (zB. erhöhte Harnsäure, Cholesterin, Fettsäure) • ungeeignete Laufschuhe • Intensives Berglaufen / ungewohnter Laufuntergrund (Sand, Schnee)

Othmar Huber

www.physiotherapie-huber.at Rudolf-Staudinger-Straße 6 4690 Schwanenstadt, OÖ. mail@physiotherapie-huber.at 77


ULTRA-TRAIL®:

110 km / 7000 m

Glockner Trail: 50 km / 2500 m

24.-25.07.2015 Be part of Austria’s greatest trail running adventure 110 km, 7000m

U. Pfandlscharte

Elevation (m)

Kalser Tauern

Glorerhütte

!

2.500

Berger Alm

Salmhütte

2.000

!

!

Kalser Tauernhaus

!

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!

Kapruner Törl

1.000 0

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Fusch Start Kaprun 19:00

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Ferleiten Stop

23:00

info@ultratrail.at

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Glocknerhaus Stop

05:00

Stop

11:00 11:30

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85

90

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100

105

Alpinzentrum Kapruner RudolfsHochgebirgshütte stauseen Stop 16:00

110

Finish Kaprun 24:00

www.ultratrail.at


kolumne

my way to utmb 2016 In den letzten zwei Monaten meines Trainings habe ich wiederum hauptsächlich meine Grundlagenausdauer trainiert. Ich habe nur 3 längere Trailläufe zu Hause in Oberösterreich absolviert. Die längste Tour war eine Klettertour, welche ich jedes Jahr mit meinem Vater mache. Diese führte uns über die Welser Route durch die Schermberg Nordwand auf den Gipfel.

CHRISTOPH

MIZELLI

STECKBRief ALTER 23 WOHNORT Wien und Gmunden STUDIUM Technische Chemie an TU Wien HOBBIES Skitouren, Mineralien sammeln, Reisen, Ausdauersport MOTTO Geht nicht, gibt‘s nicht. SPORTLICHE ZIELE Marathon unter 3h Ultra-Trail du Mont-Blanc (UTMB) Tor des Géants BLOG www.waytotheutmb.com

Trailläufe

Die absolvierten Trailläufe führten mich von Gmunden auf den Grünberg und weiter Richtung Laudachsee. Bei dieser Runde handelt es sich um meine Stammroute, wenn ich wieder einmal nach Hause komme. Ein etwas längerer Traillauf führte mich von Gmunden nach Grünau im Almtal. Dabei habe etwa 20km und 1000 Höhenmeter in knapp 2 Stunden und 20 Minuten zurückgelegt. Ich konzentriere mich zur Zeit auch bei meinen Trailläufen darauf, den Puls soweit unten wie nur möglich zu halten, um meine Ausdauerleistung zu steigern.

Läufe in Wien

Bei meinen Asphaltläufen trainiere ich jetzt nach dem Marathon-Trainingsplan für eine Zielzeit von 3h und 29 Minuten aus dem “Großen Laufbuch” von Herbert Steffny, welches mir von einem sehr erfahrenen Athleten empfohlen wurde. Ich fühle mich mit diesem Trainingsplan sehr wohl, da kein allzu großer wöchentlicher Trainingsumfang vorgeschrieben wird und so das Training sehr gut neben Studium und Arbeit in den Tagesablauf eingebaut werden kann.

Klettertour durch die Schermberg Nordwand

Bei dieser Tour sind wir vom Almtalerhaus in Grünau im Almtal gestartet. Bei der Welser Route durch die Schermberg Nordwand handelt es sich um eine nicht markierte Route und sollte daher nur von ortskundigen begangen werden. Die Schwierigkeit liegt in etwa bei II, wobei einige Schlüsselstellen im III Schwierigkeitsgrad liegen. Wir sind die Wand ohne Sicherungen durchstiegen, da sich sonst die Zeit enorm erhöht und außerdem nur sehr sporadisch Sicherungshaken gesetzt sind. Für mich war es wieder einmal eine schöne Abwechslung zum Laufen. Ich kann jedem nur empfehlen, nicht immer die Kilometer im Kopf zu haben, sondern auch einfach mal die Natur zu genießen und Touren zu unternehmen, welche man immer schon machen wollte. Dies bringt euch auf jeden Fall auch beim Laufen neue Motivation und Stärke. Jetzt hoffe ich, dass endlich Schnee kommt und ich in die Skitourensaison starten kann, damit wieder mehr Höhenmeter zu meinen Trainings dazukommen. Details zu meinem Training findet ihr, wie immer, auf meinem Blog: www.waytotheutmb.com

Christoph Mizelli

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buch & DVD it e z e s e L = Winterzeit

wovon ich rede, wenn ich vom laufen rede

ein leben ohne grenzen

„So fügte sich das Laufen wie die 3 Mahlzeiten, Schlaf, Hausarbeit und Arbeit in den Alltag ein. Es wurde zu einer selbstverständlichen Gewohnheit.“ Murakami ist kein Trailläufer, aber ein Läufer mit Leidenschaft. Er spricht vom Stolz nach einem Lauf, von persönlichen Erkenntnissen und von der Freude am Tun. Er hat als Läufer Vieles erreicht, als Schriftsteller vielleicht noch mehr, aber dieses Buch ist von einem Läufer für Läufer. Ein Literaturprofessor wird vieles daraus nicht verstehen - wir schon! (Rezension von C. Kaiser)

Was hat eine Triathletin mit Trailrunning zu tun? Chrissie Wellington ist keine gewöhnliche Hochleistungssportlerin, ihr Antrieb ist das Abenteuer, die Sehnsucht nach Herausforderung, dem Finden ihrer persönlichen Grenzen. Wellington schreibt nicht überheblich, sie zeigt vielmehr auf, was wir schaffen können, wenn wir es nur genug wollen. Sehr sympathisch und sehr begeisternd beschreibt sie ihren Weg vom unsportlichen Kind zur Ironman Weltmeisterin; für jeden Sportbegeisterten lesenswert!

Seiten: 176 (Taschenbuch) Autor: Haruki Murakami

Seiten: 368 (Taschenbuch) Autor: Chrissie Wellington

42

80

cool runnings

Jackie Robinson: der erste Schwarze, der es in die MBL, die amerikanische Baseball League geschafft hat. Alles, was er wollte, war Baseball zu spielen; kämpfen musste er stattdessen mit Rassismus und Diskriminierung. Mit Willen und Mut schafft er es gemeinsam mit Rickey Branch (1A gespielt von Harrison Ford) alle Widersacher zum Schweigen zu bringen und sorgt für einen Meilenstein - nicht nur in der Geschichte des Baseballs, sondern der ganzen Sportwelt.

Ein Klassiker, der nicht ohne Grund jedes Jahr während der Weihnachtsfeiertage im Fernsehen läuft. Vier Jamaikaner, die sich von nichts und niemandem unterkriegen lassen, bis zum Schluss kämpfen und am Ende mit Stolz das Ziel erreichen - und wenn wir zu Fuß gehen… ein Credo, das der ein oder andere Ultraläufer genau kennt.

Dauer: 128 min Erscheinungsjahr: 2013

Dauer: 94 min Erscheinungsjahr: 1993


ausschnei den aufhängen

termine

laufen

dezember 2014 20.12.

VBG

20.12.

28.12.

28.12.

lustenauer crosslaufserie, 2. lauf www.tslustenau.at

Waldviertler crosslaufserie www.ltgmuend.at

Speed trail - klammlauf www.klammlauf.at

HOOsruck ultra trail www.trailshop.at

2 km 4 km 6 km

10 km

500 HM

63 km

1450 HM

jänner 2015 LUStenauer crosslaufserie, 3. lauf

4 km 15 km

03.01.

VBG

06.01.

10.01.

11.01.

17.01.

VBG

17.01.

crosslauf kottes www.lcwaldviertel.com

6,8 km

18.01.

3-STÄDTE CROSS-CUP, 1. LAUF www.team2run.at

6 km

24.01.

31.01.

VBG

www.tslustenau.at

3-Königslauf

www.lg-innviertel.at

neuhofner geländecup, 1. lauf union.neuhofen.at/leichtathletik

mistelbacher crosslauf www.lac-harlekin.at LUSTENAUER CROSSLAUFSERIE, 4. LAUF www.tslustenau.at

neuhofner geländecup, 2. lauf union.neuhofen.at/leichtathletik

LUSTENAUER CROSSLAUFSERIE, 5. LAUF www.tslustenau.at

30 km

600 HM

1,1 - 9,2 km

5,4 km

80 HM

3 km 6 km

1,1 - 9,2 km 6 km 18 km

81


meine Trailläu fe

februaR 2015 07.02.

14.02.

14.02.

VBG

21.02.

28.02.

T

NEUHOFNER GELÄNDEcup, 3. Lauf union.neuhofen.at/leichtathletik

1,1 - 9,2 km

klosterneuburger auparklauf

4,7 km 8,8 km

lustenauer crosslaufserie, 6. lauf

3 km 9 km

www.ulc-klosterneuburg.at

www.tslustenau.at

CROSSLAUF GMÜND www.ltgmuend.at STREIF VERTICAL UP www.verticalup.at

6,5 km

3,3 km

860 HM

lauftipps im ausland

82

10.01.

CH

14.02.

D

14.02.

NL

08. - 21.02.

CAN

SWISS SNOW WALK RUN www.snowwalkrun.ch

brocken challenge www.brocken-challenge.de

texel trail

www.texeltrail.nl

yukon arctic ultra www.arcticultra.de

6,1 km, 12 km 19,2 km 21,1 km 80 - 86 km

1900 HM

25 km 39,5 km 50 km 42,2 km 100/300/430 Meilen


VORschau Am laufenden Rand

Gedanken eines Randgruppenläufers

trainingspläne

Die nächste Ausgabe m a t n i e h c s r e 13. februar In trailrunning szene #5 warten folgende themen auf dich: BERICHTE Indoor Trail Mammutlauf Ruppersthal Hoosruk Trail Ausflug zum Silvesterlauf

Ich laufe gern weiter, länger, höher rauf, steiler runter und oft ganz woanders als andere und habe immer Spaß daran. Tage, an denen ich mich zum Laufen zwingen muss, gibt es nicht: denn ich laufe nur, wenn ich Lust drauf habe. Die Zeit auf den Trails ist mir kostbar. Je länger, desto besser. Kein Grund also, mit Hilfe eines Trainingsplans schneller werden zu wollen. Allerdings: Wie wäre es mit einem Trainingsplan, der dabei hilft, mehr Zeit fürs Laufen zu haben? Statt der Optimierung des einstündigen Laufes - die Optimierung des Tages. Damit mehr als eine Stunde fürs Laufen und damit fürs Glücklichsein bleibt. Das wär´s doch.

Paul Friedrich

27.Bergmarathon

rund um den Traunsee

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Europas schönstEr ErlEBnislauf

TRAINING Krafttraining Spezial Einstieg ins Trailrunning RENNEN Highlights der Saison 2015 GESUNDHEIT Ab Ausgabe #5 mit unserem Expertenteam, bestehend aus Arzt, Physiotherapeut und Trainer!

www.bergmarathon.at

4. Juli 2015

70 km | 4.500 hm | Gmunden Oberösterreich anmeldung ab 01. 02. 2015

NF-Haus Traunstein

1.600m

Feuerkogel

1.400m

Spitzelstein Grünberg

7.500m

2.000m

1.500m

4.000m

2.000m

Grasberg Gmundnerberg Güterweg Horn Edt Mühlbach

4.000m

2.000m

Kreh 6.000m

8.000m

Ebensee 3.000m

4.000m

3.500m

Karbach 7.000m

Einstieg NF-Steig

600m START Gmunden

Hochsteinalm Kaisertisch

3.000m

800m

4.500m

1.000m

7.000m

1.200m

ZIEL Gmunden

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LIGHTING SYSTEMS High Performance Lights for Trailrunning

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Profile for Trailrunning-Szene

TRAILRUNNING SZENE Ausgabe #04  

Das Trailrunning Magazin aus Österreich - die 4. Ausgabe.

TRAILRUNNING SZENE Ausgabe #04  

Das Trailrunning Magazin aus Österreich - die 4. Ausgabe.

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