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Neues aus dem Odenwald­ 3 Firmen und ein „Baby“ ­ eine satirische Provinzposse in 5 Akten

Beteiligte: Kreisausschuss des Odenwaldkreises/Webseite: odenwaldkreis.de  3 Firmen: OTG (Odenwald Tourismus GmbH)/tourismus­odenwald.de  OREG (Odenwald Regional mbH)odenwaldmobil.de Lebensform GmbH 1 Baby: ein Corporite Identity (Logo/CI) und Corporite Design (CD)


1. Akt:  Im Jahr 2011 wurde durch Beschluss des Kreisausschuss des Odenwaldkreises die Odenwald­ Regionalgesellschaft (OREG) damit beauftragt, eine Ausschreibung für ein neues Standort Marketing Konzept erstellen zu lassen. Der Fokus lag dabei darauf, für das neue Standortmarketing­Projekt des Odenwaldkreises einen passenden und professionellen Auftragnehmer zu finden.  Um das lukrative Geschäft bewarben sich zwölf Unternehmen. Acht Bewerbungen kamen pünktlich, vollständig und entsprachen den Anforderungen. Davon kamen drei in die engere Wahl, die im Anschluss an die Auswahl ausführlichere Konzeptionen vorlegen sollten, die mit jeweils 5.000 Euro vergütet werden sollten. (nachzulesen auf odenwald­zeitung.blogspot.de/2013/07/korruptions­affare­ s...) Bei der Ausschreibung ging es zusammenfassend um die Erstellung eines neuen Corporite Design (CD) sowie Corporite Identity (CI) sowie um entsprechende Druckvorlagen. Der Ausgang dieses Vorgangs ist mit Sicherheit den ortsansässigen Odenwälder Bürgern noch deutlich in Erinnerung. Zum Gewinner erklärt wurde seitens des damaligen Landrats Herrn Kübler der Inhaber der Firma Lebensform GmbH, damals ansässig in 64720 Erbach. Die Webseite sowie das Corporite Identity Logo wurde durch besagte Firma entsprechend seinem Entwurf ausgeführt. Gesamtvolumen der Affäre um das neue Standort Marketing Konzept:  satte 137.900 Euro aus EU­Fördergeldern (wie www.fact­in­deutschland.de bereits berichtete).   Marktübliche Preise für die Neugestaltung einer Webseite in dieser Größenordnung liegen erfahrungsgemäß momentan zwischen 5.000 bis 8.000 Euro. Im Zuge einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt 2012/2013 kam es in der Fortfolge zu Ermittlungen und Hausdurchsuchungen im Landratsamt Michelstadt sowie bei Herrn Landrat Kübler und weiter involvierten Personen (siehe Pressemitteilung Staatsanwaltschaft Darmstadt). 2. Akt: Nachdem die aufgebrachten Bürger des Odenwaldkreises über mehrere Zeitungsberichte scheibchenweise nachlesen konnten, wie es dazu kam, dass die Firma Lebensform GmbH als Gewinner der Ausschreibung gekürt worden war, nämlich dass zuvor ein gänzlich anderer Anbieter eigentlich die Ausschreibung mit seinem Entwurf für sich entschieden hatte, aber dann auf Druck von Landrat Kübler doch nicht ausgewählt wurde, war der Skandal rund um die Marketing­Affäre perfekt.  So kam dabei auch heraus, dass nicht der zuvor vom Gremium ausgewählte eigentliche Gewinner, ein Unternehmen aus Höchst, sondern die zuvor bereits an den eigentlichen formalen Regularien gescheiterte Anbieter, die Firma Lebensform GmbH gegen Stimmen des Gremiums, aber unter großen Nachdruck des damaligen Landrat Kübler zum Favorit und somit faktisch zum Gewinner der Ausschreibung gekürt wurde. Amüsant daran ist auch, dass das zuständige Rechtsamt des Odenwaldkreises ein entsprechendes Gutachten erstellte und klarstellte, dass die Entscheidung für die Firma Lebensform GmbH von Frau Hildmann als Vorsitzende des Rechtsamtes so nicht mitgetragen wurde. (Stellungnahme 12.12.2011). Schließlich kam im September 2014, nach mehr als einjähriger Untersuchung die Staatsanwaltschaft Darmstadt mit Beschluss vom 13.09.14 zu dem Schluss, das Verfahren gegen Landrat Kübler gemäß § 170 einzustellen (Quelle: Presse Staatsanwaltschaft Darmstadt)

3. Akt:


Nachdem die Einstellung des Verfahrens gegen den damaligen Landrat Kübler doch für viele Bürger so nicht nachvollziehbar war, beruhigte sich die Situation und der Landrat Kübler ließ es sich nicht nehmen, zu der Einstellung des Verfahrens eine entsprechende Presseerklärung zu verfassen.  Im Nachgang dieser unrühmlichen Posse wurde es dann im Zuge des neu anstehenden Wahlkampfs im Jahr 2015 so richtig lustig, denn sowohl der Landrat Kübler als auch seine Partei (ÜWG) fanden durch die Einstellung des Verfahrens wieder den „richtigen Schwung“ für die anstehende Wahlkampagne und wählten erneut Herrn Kübler zum Spitzenkandidaten für die Landratsamt Wahl.  Ein solches Verhalten eines Kommunalpolitikers hat nach unserer Meinung das Prädikat „moralisch anrüchig“ verdient.  Nach Durchführung der Wahlschlacht kam es dann zum Showdown, dem Wahltag.   Und quelle surprise, es gewann nicht Herr Landrat Kübler, sondern sein Herausforderer und jetziger Landrat Matiaske.  Wer nun also vermutet, die Story hat ein End, dem sei gesagt – mitnichten – da kommt noch etwas. 4. Akt: Denn in der Zwischenzeit haben lt. hessischem Wirtschaftsministerium in Wiesbaden und die beauftragte WI­Bank in Offenbach und Kassel beschlossen, die ausgelobten Fördergelder von insgesamt 137.900 Euro nicht komplett auszuzahlen. Der überwiegende Teil der Gesamtsumme wird nach endgültigem Beschluss nicht gezahlt ausgezahlt Als Grund für die Mittelverweigerung nennen die Behörden „schwere Vergabefehler“ durch den Odenwaldkreis bei der mit EU­Geldern geförderten Auftragsvergabe. Bereits gezahlte Erstmittel werden nach Auskunft der Behörden vielleicht nicht zurückgefordert, obwohl dies zuvor als möglich angekündigt worden war. (Quelle: pdhonline.wordpress.com/2015/02/12/wi­bank­widerruft­zusage­eines­grosteils­der­fordergelder­an­ den­odenwaldkreis/).  Das dies einen schlechten Nachgeschmack bei fast jedem ortsansässigen Bürger hervorruft, ist sicherlich verständlich. Und um der Posse auch noch die Krone aufzusetzen, kam es in der Zwischenzeit auch noch zu einer zivilrechtlichen Auseinandersetzung im Markenstreit zwischen der Odenwald Tourismus GmbH/Kreisausschuss des Odenwaldkreises und Lebensform GmbH.  So gipfelt das ganze nun darin, dass die Corporite Identity, nämlich das entwickelte Logo ja nicht nur 1­ mal verkauft wurde.  Denn bevor die Firma Lebensform GmbH das CI für den Odenwaldkreis „entwarf“, hatte die Firma zuvor für die OTG GmbH ein Logo entwickelt, das oh Wunder, fast identisch mit dem jetzigen Logo des Odenwaldkreises ist. Und auch auf der OREG Webseite www.odenwaldmobil.de kann der Betrachter das Staunen lehren, wie vielseitig doch ein und der gleiche Entwurf mit minimalen Abänderungen sein kann.   Aber halt, war es nicht sinngemäß der Auftrag an die OREG selbst gewesen, eine ordentliche Ausschreibung für ein: Unverwechselbares und individuelles, sich von anderen zu unterscheidendes Logo durchzuführen, um einen „professionellen Anbieter“ zu finden.  Und das Ergebnis der Ausschreibung ist dann was?   Ein Logo, welches zuvor vom gleichen Anbieter bereits in fast identischer Form für eine andere Firma bereits entwickelt wurde. Lediglich der unterschiedliche Slogan unterscheidet diese voneinander.  Somit hätte es an den Kreisausschuss in der jetzigen Ausführung gar nicht verkauft werden dürfen, da die Ähnlichkeit viel zu augenscheinlich war und ist und somit von einer individuellen Unverwechselbarkeit nicht die Rede sein kann. Geschweige von den angestrebten Zukunftsvisionen dieses Standorts.  Und zur Webseite selbst ist noch anzumerken, dass nach unserer vielfältigen beruflichen Erfahrung auch im Mediendesign die entsprechenden Anforderungen bei der Ausführung des ausgeschriebenen Auftrags offensichtlich nicht erreicht wurden.   Zum einen ist die Webseite für die Nutzung von Tablets und Handys als mobile Endgeräte eher ungeeignet. Des weiteren lässt sie auch die vorgeschriebenen Hinweise auf die Verwendung von


Cookies vermissen (EU­Richtlinie aus dem Jahr 2015). Im Februar 2016 schließlich wurde Streit im Zuge eines Vergleichs beim OLG Frankfurt beigelegt. 5.Akt Durch unsere berufliche Tätigkeit als Unternehmensberatung, die sich u.a. aus beruflichen Gründen mit der Fördermittelbeschaffung und Mediendesign beschäftigen, ist uns Folgendesbei der Affäre um die CI (Logo) und die Markenrechte sofort ins Auge gefallen: nämlich dass der eigentliche Entwurf von keinem der Beteiligten bis heute öffentlich in Frage gestellt wurde. Stellt sich uns die Frage nach dem Warum.  Denn sicherlich werden viele das O im Schriftzug des Logos Odenwald als ein Zeichen wiedererkennen, welches bereits seit vielen Jahren für einen ganz anderen Zweck benutzt wird. Denn der halboffene Kreis wird als so genanntes Shut Down Icon (= Beenden Zeichen) zum Schließen eines Vorgangs benutzt. Üblicherweise finden wir dies überall in unserem täglichen Alltag im Internet wieder. Wenn wir z.B. unser Tablet oder Handy schließen wollen, oder unseren Freemail­Account wieder beenden/schließen möchten. Was sucht also das Shut Down Zeichen als „wiedergeborenes Zeichen“ im O des Odenwalds?   Wer sich die oberen 2 Grafiken anschaut, versteht sofort, auf was wir hinauswollen.   Das Shut down Icon wurde übrigens bereits im Jahre 2009 in den USA als Trademark eingetragen. Und dazu kommt natürlich dann auch noch die Symbolik/Aussage für das das Icon steht.  Und das befindet sich nun auch im übertragenen Sinne im „O“ des Odenwald­Markenzeichens.  Fazit des Ganzen So schließt sich dann der 5. Akt unseres satirischen Schwanks um Markenrechte, eine Ausschreibung, um ein Corporite Design und Logo, dessen Entwurf und Ausführung dem Kreis sage und schreibe 137.900 Euro wert war.   Und die Moral von der Gschicht: Traue diesem Logo nicht! Oder wie man besser nicht mit anvertrauten Fördergeldern umgehen sollte. Letzte Änderung am 25/09/2016

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Michael Dobler

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