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Beitrag von Anonym (Montag, den 11. Juli 2005) So neu ist das ja alles nicht..... Hallo Herr Kunz, so neu ist das ja alles nicht. Leider ist es der Dauerzustand im Odenwald. Gerade wenn man bei Ihnen auf der HP in den älteren Beiträgen recherchiert oder bei den Odenwald­Geschichten entsprechend sucht. Schlimm ist allerdings, dass sich wohl auf absehbarer Zeit nichts ändern wird und gerade durch solche Anti­Muster­Kommunen das, was Hartz IV eigentlich anrichtet hierdurch noch um einiges potenziert wird! Es ist einfach unmöglich, dass trotz der vielen Berichte auch aus Zeiten der Sozialhilfe es immer noch nicht sichergestellt ist, dass Hilfebedürftige lediglich das vom Staat zugeteilte überlebesnotwendige rechtzeitig oder regelmäßig bekommen. Natürllich bleibt es da völlig auf der Strecke weitergehend zu agieren, d.h. aus dem Bezug von ALG II herauszukommen. Und das nicht wegen einem Notumzug um dann in den umligenden Metropolen als ALG II­Empfänger zu leben sondern in dem man eine Tätigkeit oder Teilzeittätigkeit (man ist ja für alles dankbar) aufnehmen kann. Es dürfte inzwischen jedem klar sein, dass der Odenwald auf lange Sicht nicht genügend Arbeitsplätze bieten kann. Das ist ja auch fast im ganzen Bundesgebiet so. Durch die extrem restriktive und verweigende Haltung im Odenwald auf behördlicher Ebene gelangen aber Odenwälder sehr stark ins Hintertreffen gegenüber ALG II Bezieher aus den umliegenden größeren Städten. Und das kann nur eins bedeuten: Der Odenwald züchtet sich gerade ein enormes Heer an über Jahren hinweg unbeschäftigter Bevölkerung eben nicht nur bei Menschen ohne Schulabschluss sondern quer durch die Bevölkerung. Wer im Odenwald arbeitslos wird hat heute praktisch keine Chance mehr. Vielleicht eine kleine, weil er erst einmal durch die Agentur für Arbeit betreut wird. Aber wer im Odenwald von der Schule kommt, eine Ausbildung abgeschlossen hat und nicht übernommen wurde oder als Hochschulabsovent ohne reichem Elternhaus nun dem Arbeitsmarkt "zur Verfügung" steht und auf alleinig auf Hartz IV angewiesen ist, der hat de facto verloren. Da nutzen alle falschen Behauptungen und Schönreden nichts und es werden auch immer mehr in der Bevölkerung, die dies wissen. Der Odenwald sammelt sich ein langfristiges Grab von tausenden von Menschen (sowie deren Angehörigen) und auf Kreistagsebene hat man noch den Nerv aufs tollste herumzublödeln und die Bevölkerung zu veralbern. Dies teilweise auch mit Hilfe von Lokalpresse. Ich bin einfach fassungslos, wie man allen Ernstes noch von Gewinn bei Hartz IV sprechen kann und meint so den Kreishaushalt sanieren zu können (bzw. etwas zu sanieren denn die Schulden sind ja so enorm, dass die Zweckentfremdung von Mitteln für Arbeitslose eh nicht ausreicht). Schlimm, dass man es für solch einen Wahnsinn noch in Kauf nimmt zahlreiche Menschen zu entwürdigen. Es ist erschreckend, wie die schon allgemein armselige Hartz IV Gesetzgebung im Odenwald einseitig bis aufs äußerste ausgereizt und überschritten wird. Und nach 1­2 Jahren kann man den Arbeitslosen als faules Pack darstellen den man nun zurecht bestrafen kann, Schuld an der prekären Situation im Kreis ist und dem Arbeitnehmer als Buhmann präsentieren kann. Wie armselig und eiskalt machtbewusst müssen Politiker sein, die glauben, dass dies ohne Folgen im sozialen und gesellschaftlichen Bereich sein wird. Wo wird das wohl hinführen? Wenn Sie möchten, könne Sie das gerne veröffentlichen ;­) [http://www.tacheles­sozialhilfe.de/forum/thread.asp?FacId=258482]

10 Jahre Hartz IV im Odenwaldkreis  

Ein Eintrag vom 07.07.2005 im Tacheles Forum: http://forum.tacheles-sozialhilfe.de/forum/thread.asp?FacId=256804 Anonym schrieb damals: [....

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