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februar bis august 06

Mit rpe p u n h c S Abo

Bruno Weil Glaubensbekenntnis

James Morrison Trompetenlegende

Tonk端nstler Opernleidenschaft

Leonard Bernstein

Mass


© Zoltan

PIQUE DAME

MUSIK BEWEGT >> FRÜHLING 2006 MASS

FIDELIO: ROCCOS ERZÄHLUNG

PIQUE DAME

16. Feb 2006 | 19.30 Uhr Leonard Bernstein: «Mass»; Konzertante Aufführung

Fr 24. März 2006 | 19.30 Uhr So 26. März 2006 | 18 Uhr Ludwig van Beethoven: «Fidelio»; Halbszenische Aufführung mit Textintermezzi von Walter Jens

Mi 31. Mai & Fr 2. Juni 2006 | 19.30 Uhr So 4. Juni | 18 Uhr Peter Iljitsch Tschaikowski: «Pique Dame»; Szenische Aufführung in deutscher Sprache

Miguel Herz-Kestranek Erzähler; Katharina Strommer Regie; TonkünstlerOrchester Niederösterreich; Chor Ad Libitum; A-Cappella-Chor Tulln; Männergesangsverein Ybbs 1850; Aki Alamikkotervo Florestan; Gabriele Maria Ronge Leonore; Kurt Rydl Rocco; Katharina Kovacic Marzelline; Anton Graner Jaquino; Rainer Zaun Don Pizarro; Ralf Sauerbrey Don Fernando; Kristjan Järvi Dirigent

Dietmar Pflegerl Regie; Kim Duddy Choreografie; Tonkünstler-Orchester Niederösterreich; Chor des Stadttheaters Klagenfurt; Jewgeni Tarunzow Hermann; Christian Sist Graf Tomski; Maria Candida Die Gräfin; Karin Zimmermann Lisa; Alexander Anissimow Dirigent

Tonkünstler-Orchester Niederösterreich; Chorus sine nomine; ener Im Wirthaus Company of Music; Tölzer Konzeits aus- Knabenchor; Absolute bere auft!! Ensemble; Randall Scarlata verk Celebrant; Solist des Tölzer Knabenchors Sopran; Kristjan Järvi Dirigent NEU

von Wien, 17 Uhr, Abfahrt Operngasse 4

E I N F Ü H R U N G S G E S P R Ä C H E B E I J E D E R V E R A N STA LT U N G 1 ST U N D E V O R V O R ST E L L U N G S B E G I N N

Info & Bestellungen: +43(0)2742/90 80 80-246 | karten@festspielhaus.at | www.festspielhaus.at


Inhalt Bernsteins «Mass» Für Tonkünstler-Chef Kristjan Järvi ist es eines der «wichtigsten Musikwerke des 20. Jahrhunderts»: Mit «Mass» von Leonard Bernstein (Bild) bringt er jugendlichrockige und feierlich-ernste Musik auf die Konzertbühnen in St. Pölten und Wien. Seiten 2 und 3

Glaubensbekenntnis Bruno Weil (Bild) dirigiert keine «gewöhnlichen» Konzertprogramme mehr – er glaubt an die Kraft von sinnstiftenden Zusammenhängen, huldigt diesmal Barockmeister Johann Sebastian Bach und freut sich über die Tonkünstler, die bei seinen speziellen musikalischen Ideen begeistert mitmachen. Seiten 4 und 5

Bilder einer Ausstellung Mussorgskis tönenden Galerie-Rundgang unternehmen die Tonkünstler mit Chefdirigent Kristjan Järvi in Ravels genialer Orchestrierung und gelangen damit von Russland in das musikalische Frankreich. Das große Tor von Kiew (Bild) glänzt in impressionistischen Klangfarben. Seiten 6 und 7

Die Tonkünstler in der Oper Die Tonkünstler sind ein Konzertorchester mit großer Leidenschaft für die Oper, wie sich im Vorfeld von «Fidelio» und «Pique Dame» im Festspielhaus St. Pölten herausstellt. Seiten 8 und 9

Pariser Symphonien Die Tonkünstler aus Niederösterreich brechen mit ihrem Chef Kristjan Järvi in das Paris des 18. Jahrhunderts auf, wo der Niederösterreicher Joseph Haydn (Bild) mit seinen Symphonien für Furore sorgte. Die frische Freudigkeit dieser Musik hält bis heute unvermindert an. Seiten 10 und 11

Schöne Saiten Innerhalb weniger Wochen musizieren zwei außergewöhnliche Geigerinnen mit den Tonkünstlern. Zwischen Isabelle van Keulen und Baiba Skride (Bild) bestehen feine künstlerische Verbindungen. Seiten 12 und 13

«Decasia» Die Tonkünstler widmen sich jede Saison der Filmmusik, diesmal einer Partitur von Bang-on-a-CanStar Michael Gordon, der zu der historischen Filmmontage «Decasia» (Bild) von Bill Morrison die Kunst des klanglichen Zerfalls zelebriert. Ein Gesamtkunstwerk im St. Pöltner «HörGut». Seiten 14 und 15

Legendär Er ist schon eine Legende zu Lebzeiten: Der universelle Jazztrompeter James Morrison (Bild), der mit den Tonkünstlern das Konzert «High Art» von seinem australischen Landsmann Graeme Koehne spielt und den Vergleich mit Beethovens berühmter 5. Symphonie nicht scheut. Seite 16

Liebe Freundinnen und Freunde des Tonkünstler-Orchesters! Spirituelle Wochen – so könnte man den Beginn der zweiten Saisonhälfte bei den Tonkünstlern bezeichnen. Zu Beginn erwartet Sie ein sakrales Meisterwerk von Leonard Bernstein, das auf Grund seiner wahrhaft monumentalen Besetzung (18 Solisten, Chor, Knabenchor, Rock- und Bluesband sowie das vollbesetzte Tonkünstler-Orchester) seit vielen Jahren nicht mehr in Österreich zu erleben war. Die Aufführungen von «Mass» im Wiener Konzerthaus (bereits ausverkauft) und im Festspielhaus St. Pölten versprechen Dank der exquisiten Besetzung zu einem Konzertereignis zu werden: mit der Company of Music, dem Chorus sine nomine, dem Tölzer Knabenchor und Randall Scarlata stehen erstklassige Sänger zur Verfügung; Chefdirigent Kristjan Järvi bringt zudem sein New Yorker Absolute Ensemble erstmalig nach Österreich. Gleich darauf gastiert Bruno Weil, ein besonders gern gesehener Gast am Pult der Tonkünstler, mit einem sehr persönlichen Glaubensbekenntnis: Werke von Arvo Pärt, Reger, Mendelssohn und Hindemith werden in einer Kombination präsentiert, wie sie wohl nur von diesem außergewöhnlichen Dirigenten erfunden werden kann. Sollten Sie sich für einen regelmäßigen Besuch unserer Konzerte im Wiener Musikverein interessieren, so bietet Ihnen dieses Magazin die ideale Einstiegsmöglichkeit: Wählen Sie drei aus neun Konzerten zum sensationell günstigen Schnupper-Preis und werden auch Sie Teil der ständig wachsenden Tonkünstler-Abonnentengemeinde. Mitreißende Musikerlebnisse wünschen Johannes Neubert, Geschäftsführer, und Ihr Tonkünstler-Orchester

DAS MAGAZIN – AUSGABE 1/2006 1


TITELGESCHICHTE

Leonard Bernsteins «Mass» Wie kann eine Messe heute klingen? Walter Weidringer über Leonard Bernsteins bewegendes heimliches Hauptwerk «Mass», die integrative Kraft der Musik und über Kristjan Järvi, der dieses «Jahrhundertwerk» im Februar in St. Pölten und Wien dirigiert.

«Als das letzte ‹Amen› am 8. September 1971 verklungen war, blieb die Hörerschaft im Saal an die drei Minuten – die wie eine Ewigkeit schienen – wie gebannt auf den Plätzen sitzen. Dann erhob sie sich und applaudierte begeistert fast eine halbe Stunde lang»: So erinnert sich Peter Gradenwitz an die denkwürdige Uraufführung von Leonard Bernsteins «Mass», komponiert zur Eröffnung des John F. Kennedy Center for the Performing Arts in Washington. Doch es gab auch kritische Stimmen, die das Werk wütend als «Provokation, als Blasphemie, als Gottesläste2

rung und Herabsetzung des Glaubens» (Habakuk Traber) brandmarkten. Schon vor der Uraufführung gingen die Wellen so hoch, dass Präsident Nixon es aus Angst vor Kontroverse und Skandal vorzog, der Premiere fern zu bleiben – eigentlich ein Skandal für sich. Was war geschehen? Dass ein so individueller, in keine Schublade passender und wohl gerade deshalb so genialer Künstler wie Leonard Bernstein Publikum und Kritik von jeher polarisiert hat, ist kaum überraschend. Seine durch radikalen Subjektivismus schlicht überwältigende Wirkung als Dirigent ergänzten bekanntlich weitere, nicht minder bedeutsame Talente: Er glänzte als mühelos zwischen E und U jonglierender Komponist, als Pianist, als Musikvermittler nicht nur für Kinder in Fernsehen und in Büchern, ja überhaupt als Entertainer – da musste manchem schwindlig werden.

Doch gerade im Falle von «Mass» formierten sich ausgesprochene oder unausgesprochene Argumente politischer, theologischer, musikalischer und persönlicher Natur zu unschöner Phalanx gegen den Sonnyboy: Nicht nur während der Kommunisten-Hetze der McCarthy-Ära, sondern mehr als drei Jahrzehnte lang stand Bernstein wegen seiner unverhohlen linken Gesinnung unter Beobachtung des FBI (das auch in seinem Fall in der Wahl der Mittel nicht eben zimperlich war). Und ausgerechnet er als Abkömmling einer orthodoxen jüdischen Familie musste den katholischen Messtext (im Gedenken an den ersten katholischen Präsidenten) als eine Art Oper vertonen? Ihn mit modernen Texten vermischen und den Hauptdarsteller, den «Zelebranten» (also einen Priester!) den Altar schänden lassen? Die ehrwürdige lateinische Kirchenmusik mit E-Gitarren-Klängen


und ausgeflippter Hippie-Musik der Jugend vermischen? Dass Leonard Bernstein nicht nur in künstlerischer, sondern auch in privater Hinsicht ein Renaissance-Mensch war, verursachte nicht wenigen moralinsaures Sodbrennen ... Heute können uns dergleichen verquere Gedanken den klaren Blick auf «Mass» nicht mehr verstellen – und wir dürfen in diesem

lischen Kraft zu erfüllen und auszudrücken, dass alle Einwände daran abprallen: «Wie ein Füllhorn voller Genie, das ohne Hemmung ausgeschüttet wird», urteilte die «New York Times». Auf die integrative Wirkung der Musik vertraute er mindestens so sehr wie an jene des Glaubens – und so kommen auch in «Mass» die verschiedensten Stile zusammen: Bernsteins persönliche Version von Grego-

Die Tonkünstler und Kristjan Järvi im (Gottes-)Dienst eines bewegenden Werkes «Theatre Piece for Singers, Players and Dancers» das heimliche Hauptwerk von Leonard Bernstein erblicken: Nirgends war er je persönlicher, intensiver, ehrlicher als in diesem musikalischen Gottesdienst, der heute so modern erscheint wie vor 35 Jahren. Weil er nämlich nicht verschweigt oder gar leugnet, sondern offen ausspricht, was den Glauben als notwendiger Schatten von jeher begleitet: Zweifel. Das uralte Problem der Theodizee. Die ewige Frage: Wie kann Gott all das Leid in der Welt zulassen? Mit der existenziellen Krise, die Bernstein und sein Librettist Stephen Schwarz den Zelebranten am Höhepunkt ihres Werks durchleben lassen, findet der Mensch unserer Tage vielleicht unmittelbareren, glaubwürdigeren Ausdruck seiner Sehnsucht nach Transzendenz als mit dem vollstimmigsten Credo der Musikgeschichte. Eine Messe im 20. Jahrhundert, das wie kein anderes zuvor menschliches Leid produziert hat – das muss auch schmerzen, kann sich nicht in naiv-ungetrübtem Lobpreis erschöpfen. «Sing God a simple song...» stimmt der Zelebrant, zunächst einfach ein junger Mann, zu Beginn an. Die erwachende, sich einfindende Gemeinschaft erst drängt ihn in die Rolle eines «auserwählten» Mittlers – Symbol für die institutionellen Kirchen. Doch diese verschleiern nur allzu oft, formulieren Bernstein und Schwarz ihre Kritik, den direkten, im besten Sinne kindlich-vertrauenden Weg zu Gott: Nur ein Knabensopran mit seiner unverfälschten Klarheit kann nach dem Zusammenbruch des Zelebranten den «Simple song» wieder aufnehmen. Die Krise ist überwunden. Hymnischer Jubel ertönt keiner mehr, aber die Hoffnung bleibt. Bernstein hat sich nie gescheut, auch Bilder und Stimmungen aufzugreifen, die anderen als Klischees galten, wenn er tief an sie glaubte – und er wusste sie gerade in «Mass» mit einer unmittelbaren, intensiven musika-

rianik mag heutigen Ohren da stellenweise fast wie Rap erscheinen – warum auch nicht? Und spätestens bei diesen über alle historischen und stilistischen Grenzen hinwegfegenden Klängen merkt man: «Mass» ist auch ein Werk wie geschaffen für Kristjan Järvi. Im Jahr nach der Uraufführung von «Mass» in Estland geboren, wuchs Järvi nach der Emigration seiner Familie in New York auf – und ist im Hinblick auf musikalische Weltläufigkeit Bernstein gar nicht so unähnlich: Der viel zitierte Schmelztiegel hat ihn mit allen Arten von Musik in Berührung gebracht,

ungeachtet von Alter, Herkunft und soziologischen Wertungen. Da war es nur folgerichtig, dass er 1993 das Absolute Ensemble gründete – eine längst preisgekrönte Formation, die, ohne Scheuklappen, aber mit größter stilistischer Versiertheit, alle Arten von Musik spielt: Barock bis Rock ist da fast eine Untertreibung. Und ebenso folgerichtig ist es, dass Kristjan Järvi für «Mass» sein Absolute Ensemble nach Österreich holt: als willkommene Verstärkung für die ohnehin schon bekannte und unter seiner Ägide trainierte Vielseitigkeit des Tonkünstler-Orchesters. Gemeinsam mit dem Chorus sine nomine, der Company of Music, dem Tölzer Knabenchor und Randall Scarlata in der Rolle des Zelebranten stellen sie sich in den Dienst eines bewegenden Werks, das die Utopie des Glaubens auf bezwingende Art musikalisch formuliert. LEONARD BERNSTEINS «MASS» Di 14. 2., 19.30 Uhr, Wiener Konzerthaus Mi 15. 2., 19.30 Uhr, Festspielhaus St. Pölten (Veranstaltung für «Tonspiele») Do 16. 2., 19.30 Uhr, Festspielhaus St. Pölten

«Mass» 1981 an der Wiener Staatsoper: der Celebrant in der Finalszene (unten); der Komponist Leonard Bernstein in der Loge, für den Beifall dankend (Foto linke Seite).

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Das Glaubensbekenntnis des Bruno Weil Keine Originalnote von Johann Sebastian Bach und dennoch ein ganzes Programm im Zeichen des Thomaskantors – Bruno Weils nächstes Programm mit den Tonkünstlern ist eine Hommage an den deutschen Barockkomponisten. Derek Weber über Weils Glaubensbekenntnis.

Der deutsche Dirigent Bruno Weil meidet die Routine, auch in der Programmgestaltung. Für sein nächstes Tonkünstler-Konzert mit dem beziehungsvollen Titel «Glaubensbekenntnis» hat er vier Werke von Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts in geradezu atemberaubender Manier miteinander verbunden. «Verbunden» sind dabei die drei Werke, die vor der Pause gespielt werden, als wären sie ein Werk: Eine B-A-C-H-Collage von Arvo Pärt, eine Bach-Bearbeitung von Max Reger und die «Reformations-Symphonie» von Felix Mendelssohn Bartholdy. Pärts und Regers Werk werden – so wünscht es sich Weil – auch nahtlos, ohne Unterbrechung ineinander übergehen. Die Stücke sind aber noch durch eine zweite Klammer programmatisch zusammengehalten. «Ich versuche grundsätzlich Programme zusammenzustellen, die Sinn machen», erläutert der Dirigent, «08/15-Programme interessieren mich nicht mehr. Ich bin immer auf Entdeckungsreise. Und ich finde es schön, dass die Tonkünstler dabei mittun. Wenn ich Konzerte mache, möchte ich, dass die Zuhörer verstehen, dass ich mir über die Zusammenstellung der Programms Gedanken gemacht habe. Die Werke, die ich 4


in einem Programm aufführe, hängen miteinander zusammen, auch wenn sie auf den ersten Blick ganz weit auseinanderliegen.» Das aktuelle Programm ist natürlich Ausdruck der persönlichen Wertschätzung Bruno Weils für den Komponisten Johann Sebastian Bach. «In der Musikgeschichte ist das so: Die Großen werden mit der Zeit immer größer und die Kleinen immer kleiner. An Bach führt kein Weg vorbei. Für mich ist Johann Sebastian Bach eigentlich kein Barockkomponist; er sprengt die Fesseln seiner Zeit und er wird im Lauf der Jahrhunderte immer bedeutender. Ich glaube, Bach ist der einzige Komponist, den alle anderen Komponisten haben gelten lassen, gleichgültig, in welchem Jahrhundert sie gelebt haben. Man kann nichts anders, als ihn bewundern: Jemand, der Hunderte von Fugen komponiert und sich dabei kein einziges Mal wiederholt hat – das hat mit mehr als nur mit technischem Können zu tun.» Weils Bewunderung macht aber auch vor denen nicht halt, die Bach bewundert und sich mit ihm auseinandergesetzt haben. Mendelssohns «Reformations-Symphonie» sieht er maßlos unterschätzt. «Sie hat letzten Endes zur Bach-Renaissance und zu einem der bedeutendsten Ereignisse des 19. Jahrhunderts geführt: der Wiederaufführung der Matthäuspassion. Und sie ist der erste Schritt auf einem Weg, den Mendelssohn später mit seinen Oratorien ‹Paulus› und ‹Elias› weitergegangen ist. Ihre wahre Bedeutung erkennt man erst, wenn man sie als Verbindungsglied zu Bruckner sieht. Es ist ein Stück, das zurückblickt und gleichzeitig nach vorn.» Nach vorne zu Max Reger, diesem «unendlich unterschätzten Komponisten», wie

Weil ihn charakterisiert. Von Reger wiederum führt ein direkter Weg zu Paul Hindemith: «Er setzt Reger fort. Auch er war mit dem Erbe Bachs verbunden, mit dem Kontrapunkt und dem linearen Komponieren.» Regers Bearbeitung des Bachschen Choralvorspiels für Streicher hat es Weil besonders angetan: «Er ändert an Bach keine einzige Note, setzt das Stück nur einen Halbton tiefer. Aber wenn man es hört, glaubt man, dass es eine Komposition von Reger sei. Das Geheimnis ist, dass er das Thema von den ersten Geigen und dem ersten Cellopult in derselben Lage spielen lässt. Das gibt dem Stück eine Wehmut, einen Hauch von Fin de Siècle und Untergang des Abendlandes. Diese Musik bricht einem das Herz. Zumindest mir geht es so.» Überhaupt gibt es für Weil «keine moderne und keine alte Musik. Mich interessiert Musik, die mich anspricht, mich berührt. Es gibt – insbesondere im 20. Jahrhundert – viele Komponisten und Werke, die mir nichts sagen. Ich kann mit Musik, die nur vom Verstand her gelenkt ist und eine formale Kompliziertheit hat, die ich bei den großen Meistern nicht antreffe, wenig anfangen.» Paul Hindemiths «Mathis der Maler» zählt mit Sicherheit nicht dazu. «Sein ‹Mathis› ist ein Schlüsselwerk zur Musik des 20. Jahrhunderts. An ihm kommt, ähnlich wie am Violinkonzert von Alban Berg, keiner vorbei.» GLAUBENSBEKENNTNIS Fr 24. 2., 19.30 Uhr, Wiener Musikverein Sa 25. 2., 19.30 Uhr, Wiener Musikverein So 26. 2., 16 Uhr, Wiener Musikverein Mo 27. 2., 19.30 Uhr, Festspielhaus St. Pölten

«Ich habe einmal in der Sowjetunion mit einem Mönch gesprochen und ihn gefragt, wie man sich als Komponist bessern könne. Er antwortete mir, er wisse dafür keine Lösung. Ich erzählte ihm, dass ich auch Gebete schreibe, Musik zu Gebeten oder Psalmtexten, und dass dies mir als Komponist vielleicht helfen könne. Darauf sagte er: ‹Nein, du irrst dich. Alle Gebete sind schon geschrieben. Du brauchst keine mehr zu schreiben. Das ist alles vorbereitet. Jetzt musst du dich vorbereiten.› Ich glaube, darin steckt eine Wahrheit. Wir müssen damit rechnen, dass unsere Lieder eines Tages ein Ende nehmen. Vielleicht kommt auch für den größten Künstler ein Moment, in dem er nicht mehr Kunst machen will oder muss. Und vielleicht schätzen wir sein Schaffen gerade dann noch höher ein; weil es diesen Augenblick gegeben hat, in dem er über sein Werk hinausgelangt ist.» Arvo Pärt 5


einer

Bilder

Kaum ein Musikwerk hat so viele Reaktionen provoziert wie Modest Mussorgskis Klavierzyklus «Bilder einer Ausstellung». Die Tonkünstler spielen nun die glanzvolle Orchesterversion des Franzosen Maurice Ravel, die das Werk erst populär machte, wie Derek Weber schildert.

Nachdem der mit Modest Mussorgski befreundete russische Architekt und Maler Viktor Hartmann 1873 gestorben war, veranstaltete einer seiner Freunde, Wladimir Stassov, im Februar 1874 eine Ausstellung, auf der er mehrere Hundert Aquarelle, Skizzen und Kostümentwürfe Hartmanns ausstellte. Mussorgski, der für die Ausstellung das Bild «Samuel Goldenberg und Schmuyle» aus seinem Privatbesitz zur Verfügung stellte, wurde durch die Bilder zu einer Komposition angeregt, die er in einem wahren Schaffensrausch in kurzer Zeit am 22. Juni 1874 vollendete. Auf zehn Bilder nahm er – einen oft sehr freien – Bezug. Er setzte nicht die Bilder in Musik, sondern die Eindrücke, die sie bei 6

ihm hervorriefen. Am Beginn und zwischen den Bildern erklingt eine «Promenade», die im Verlauf des Rundgangs durch die Ausstellung in leicht veränderter Form wiederkehrt, indem sie Bezug auf den Charakter des jeweils vorhergehenden Bildes nimmt: In den «Promenaden» hören und erleben wir Mussorgski selbst und den Eindruck, den die Bilder bei ihm hervorrufen. Im erstem Stück – «Gnomus» – erleben wir einen Zwerg mit missgestalteten Beinen, im «Vecchio castello», dem alten Schloss, wird ein Troubadour imaginiert, der eine

zwei polnischen Juden, von denen der eine reich und wichtig, der andere arm ist. Am «Marktplatz von Limoges» wird Gezeter der Marktfrauen vorgeführt. Auf die «Katakomben» folgt mit der «Hütte der Baba Yaga» der Besuch bei einer russische Hexe, ehe schließlich im monumentalen «Großen Tor von Kiew» das Motiv der «Promenade» sich mit einem russischen liturgischen Choral und Glockenklängen zu einem monumental-pompösen Finale verdichtet. Erstaunlicherweise wurde Mussorgskis Komposition zu seinen Lebzeiten völlig igno-

Wie russische Tonbilder durch einen französischen Klangfarbenkünstler berühmt wurden. Romanze singt. In «Tuillerien» hören wir streitende Kinder samt ihren beschwichtigenden Gouvernanten, in «Bydlo» fährt ein schwerer polnischer Ochsenkarren am Hörer vorbei. Das «Ballett der Kücklein in den Eierschalen» spricht für sich selbst. In «Samuel Goldenberg und Schmuyle» begegnen wir

riert. Erst 1886, einige Jahre nach Mussorgskis Tod, wurden die «Bilder einer Ausstellung» zum ersten Mal gedruckt, aber kaum je einmal gespielt. Es dauerte bis in die Zwanzigerjahre des 20. Jahrhunderts, ehe sie eine gewisse Popularität gewannen. Einen nicht zu unterschätzenden Anteil daran hatte die Orchester-


Ausstellung

fassung, die Maurice Ravel 1922 für den russischen Dirigenten Sergej Koussevitzky erstellte. Sie setzte die gleichsam «orchestrale» Anlage des Klavierzyklus kongenial für die Möglichkeiten des modernen Orchesters um. Diese spektakuläre Fassung für riesiges Orchester vom Franzosen Ravel bringt nun Kristjan Järvi, der Chefdirigent der Tonkünstler, mit zwei weiteren «französischen» Werken in Beziehung: einer der genialen Pariser Symphonien Joseph Haydns (siehe auch Seiten 10 und 11) und wundervollen Stimmungsliedern aus der Auvergne von dem französischen Komponisten Joseph Canteloube, die die schwedische Mezzospranistin Charlotte Hellekant singen wird. Ravels Bearbeitung der «Bilder einer Ausstellung» ist die bekannteste, aber bei weitem nicht die einzige, zu der andere Musiker angeregt wurden. Die erste stammte von dem russischen Komponisten Michael Tuschnalow, einem Rimski-KorsakowSchüler, der bereits 1886 sieben Bilder des Zyklus für Orchester bearbeitete. 1915 setzte

Henry Wood, der legendäre Begründer der Londoner Proms, eine der «Promenaden» für große Besetzung. Und in dem Jahr, in dem Maurice Ravels Bearbeitung herauskam, wurden noch einige andere Versionen veröffentlicht, darunter eine Fassung für Salonorchester des italienischen Komponisten Giuseppe Becce. Die größte Konkurrenz erwuchs Ravel aus der 1938 entstandenen, sehr effektvollen Fassung des amerikanischen Dirigenten Leopold Stokowski. Auch andere Dirigenten, wie Walter Goehr (1942) und Vladimir Ashkenazy (1982) konnten der Versuchung nicht widerstehen, eigene Versionen zu erstellen. Den bei weitem größten Zuspruch bis heute bekommt aber Ravels überaus raffinierte und farbige Orchesterbearbeitung. (Auch sie enthält übrigens nicht die komplette Musik Mussorgskis: Die letzte «Promenade» – nach dem Bild «Samuel Goldenberg und Schmuyle» – fehlt.) Darüber hinaus gibt es von den «Bildern einer Ausstellung» Fassungen für Klaviertrio, für Gitarrenduo und -trio, für Orgel und Synthe-

sizer, für Blasorchester und AkkordeonEnsembles, für 44 Klaviere (!) und für Jazzbands. Zu großem Ruhm hat es eine Fassung der Popformation Emerson, Lake and Palmer Anfang der Siebzigerjahre gebracht. Die US-Plattenfirma, die zuerst gefragt wurde, hatte das Projekt noch – wie sich der Manager der Gruppe erinnert – anfangs mit der Begründung abgelehnt, «it was a piece of shit and could damage the career of the musicians». Erst der Erfolg, den das Album in Europa erzielte, führte zu einem Einlenken. «Pictures At An Exhibition» wurde zu einem der erfolgreichsten Alben der Popgeschichte.

VIVE LA FRANCE! (mit «Bildern einer Ausstellung») So 12. 3., 16 Uhr, Wiener Musikverein Mo 13. 3., 19.30 Uhr, Festspielhaus St. Pölten Di 14. 3., 19. 30 Uhr, Wiener Musikverein Mi 15. 3., 19.30 Uhr, Wiener Musikverein 7


Tonkünstler in der Oper Meist musiziert das Tonkünstler-Orchester auf dem Konzertpodium. Doch in Zukunft wird der Klangkörper vermehrt in der Oper zu hören sein, denn das Festspielhaus in St. Pölten positioniert sich als Musiktheaterhaus. Die Vorfreude auf Beethovens «Fidelio» und Tschaikowskis «Pique Dame» im bevorstehenden Frühjahr und auf die Opernzukunft kommt in Gesprächen mit mehreren Tonkünstlerinnen und Tonkünstlern zum Ausdruck, die Rainer Lepuschitz ihre innigen Beziehungen zur Oper verrieten.

Wenn Florestan im zweiten «Fidelio»-Akt im tiefen Kerker von der Freiheit träumt, dann wird er in seinem fantastischen Flug mit dem «Engel Leonore ins himmlische Reich» von der Oboe begleitet. «Es ist ein richtiges Duett zwischen dem Tenor und der Oboe», freut sich Andreas Gschmeidler, erster Oboist des Orchesters, auf diese «gesangliche» Herausforderung, die zu den Sängerworten «Und spür’ ich nicht linde sanft säuselnde Luft» anhebt. Das klingt für einen Oboisten geradezu programmatisch: «Im Umgang mit der Luft, in der Atmung, ist Oboe spielen eine Weiterführung des Singens», so Gschmeidler, der auf das keinesfalls zufällige statistische Faktum hinweist, dass «mindestens 50 Prozent der Oboisten vorher Sängerknaben waren». Er selbst sang als Sopransolist bei den Altenburger Sängerknaben. Vor einem halben Jahrhundert übrigens hat die berühmte Oboenstelle im «Fidelio» Gschmeidlers Lehrer Prof. Manfred Kautzky in einer historischen Stunde gespielt, als 1955 mit der Beethoven-Oper die wieder aufgebaute Wiener Staatsoper eröffnet wurde. Gschmeidler schildert seinen Lehrer als «großen Opernfreund», der auch bei seinem Schüler diesbezüglich «viele Emotionen ausgelöst hat». Gschmeidler hat dann selber im Staatsopernorchester substituiert und weiß seither, dass «Oper spielen die Flexibilität der Musiker ungemein fördert. Man ist immer Begleiter und muss sich dynamisch, agogisch und rhythmisch den Sängern unterordnen». Er 8

hält deshalb die zunehmenden Opernaktivitäten der Tonkünstler für «sehr wichtig, weil damit das Aufeinander-Hören verstärkt trainiert werden kann». Die laut Gschmeidler «schönste Kunstform» Oper, in der «alle Künste verbunden sind, Musik, Schauspiel, Theater, Tanz und bildnerische Kunst», weiß auch Liselotte Murawatz, Geigerin der Tonkünstler, überaus zu schätzen. In der Unterstufe im Gymnasium war sie plötzlich «Feuer und Flamme», als sie im Musikunterricht von Webers

Opernaufgaben mit den Tonkünstlern widmet sie sich mit besonderer Hingabe, «weil ich es gewohnt bin, Sängern zuzuhören, und ich spüre, wo sie bei jeder Phrase hin tendieren». Beim Sommer-Open Air in Reinsberg, wo die Tonkünstler Mozart-Opernorchester sind, kommt noch ein Glücksgefühl dazu: «Ich bin ein Naturmensch – in so einer Umgebung Oper zu spielen, das ist traumhaft.» Dort, wo ein Opernorchester eigentlich seinen angestammten Platz hat, im Thea-

Das Tonkünstler-Orchester ist ein Konzert-Orchester, in dem aber die Leidenschaft fürs Opernspiel brennt. «Freischütz» hörte. Von da an besuchte sie zusammen mit einer Schulkollegin pro Saison bis zu 60 Vorstellungen am Stehplatz in der Wiener Staatsoper. Dort lernte sie das ganze Opernrepertoire schätzen und große Sängerinnen und Sänger lieben – Ileana Cotrubas, Mirella Freni, Nikolai Ghiaurov, Piero Cappuccilli, Placído Domingo, Edita Gruberova, Agnes Baltsa, Thomas Hampson, Bryn Terfel ... Ihnen ist sie auch in andere Opernhäuser, so nach London, Mailand, Barcelona und Madrid, nachgereist. Für Vorstellungen mit Domingo als Otello und Cavaradossi ist sie nächtelang um Karten angestanden – und hat den Tenor 1999 auch noch als Hermann in Tschaikowskis «Pique Dame» gehört, der Oper, die sie nun selber mit den Tonkünstlern im Festspielhaus spielen wird. Auch Beethovens «Fidelio» zählt zu ihren absolut favorisierten Stücken, «da kann ich alle Gesangsstimmen auswendig». Die Begeisterung für die Oper riss auch nicht ab, als Liselotte Murawatz vor zwei Jahrzehnten vom Tonkünstler-Orchester engagiert und sie im symphonischen Repertoire heimisch wurde. Auch Murawatz erkennt im instrumentalen Musizieren immer «eine Gesangslinie» und weiß um die Wichtigkeit des «gemeinsamen Atmens». Den

tergraben, fühlte sich eine Tonkünstler-Kollegin von Murawatz in der Geigengruppe, Clara Zmrzlik, jahrelang wohl: Bis vor kurzem noch Mitglied des Bruckner-Orchesters Linz, spielte sie regelmäßig auch im Linzer Landestheater – «im tiefen Graben herrscht eine ganz andere Atmosphäre als auf dem Konzertpodium, das Publikum ist weiter weg, man ist nicht so angespannt – und das Orchester wird durch die gemeinsamen Opernerlebnisse zusammengeschweißt». Das Leben im Graben kann natürlich auch gefährlich sein, wenn Zmrzlik daran denkt, was da im Laufe ihrer Linzer Jahre so alles von der Bühne angeflogen kam: Schuhe, Orangen, Kleiderbügel, einmal auch ein Mistkübel. Quer durch das Musiktheater-Repertoire streifte sie in Linz, von «Tosca», «Don Carlos» und «Carmen» über die «Lustige Witwe» bis zu Gershwins «Crazy for you» und Glass’ «Voyager». Besonders genossen hat sie aber «das Klangbad bei Richard Wagner». Doch dann zog es die Wienerin zurück in den Osten und sie nahm die Herausforderung als Geigerin im Tonkünstler-Orchester an, ist dabei immer wieder aufs Neue begeistert, im Wiener Musikvereinssaal und im Festspielhaus St. Pölten auf dem Podium zu konzertieren. Ein wichtiger Grund für


ihre Rückkehr aus Linz befindet sich freilich in der Oper, genauer gesagt in der Volksoper, in dessen Orchester ihr Freund Posaunist ist. Der Bassposaunist der Tonkünstler, Wolfgang Gastager, hat ebenfalls Opernvergangenheit. Seine ersten Erfahrungen machte der Salzburger im Graben des dortigen Landestheaters, ehe er 2001 Mitglied des Orchesters der Frankfurter Oper wurde und es «unterhaltsam» fand, Abend für Abend so «gute Musik zu spielen» wie Verdis «Falstaff», «Luisa Miller», «La Traviata» und «Attila», «Bajazzo»/«Cavalleria rusticana» von Leoncavallo/Mascagni, aber auch den «Rosen-

kavalier» von Strauss und neue Opern von Rihm und Henze. «Ich habe unglaublich viel gelernt dabei», blickt Gastager gerne nach Frankfurt zurück und wünscht sich nun, auch mit den Tonkünstlern große Strauss- und Wagner-Opern zu spielen, wo Bassposaunen gefragt sind, mit deren «rundem Klang» er sich so «wohl fühlt in der Tiefe». Immerhin steht nun «Pique Dame» von Tschaikowski bevor, von einem Komponisten, den Gastager von der symphonischen Musik her schätzt. Seit er aus Überzeugung Posaunist bei den Tonkünstlern ist, weil es ihm «wichtig ist, mehr Konzertmusik zu spielen», fin-

det er aber gleichzeitig die Opernausflüge gut, denn er weiß seit seiner einschlägigen Erfahrung, dass «jedes Konzertorchester ein paar Mal im Jahr Oper spielen sollte». FIDELIO: ROCCOS ERZÄHLUNG Fr 24. 3., 19.30 Uhr, Festspielhaus St. Pölten So 26. 3., 18 Uhr, Festspielhaus St. Pölten (parallel «Tonspiele»-Workshops für Kinder) PIQUE DAME Mi 31. 5., 19.30 Uhr, Festspielhaus St. Pölten Fr 2. 6., 19.30 Uhr, Festspielhaus St. Pölten So 4. 6., 18 Uhr, Festspielhaus St. Pölten

«Pique Dame» ist Trumpf! Die vier Tonkünstler/innen Clara Zmrzlik (Treff Dame), Liselotte Murawatz (Karo Dame), Andreas Gschmeidler (Herz Bube) und Wolfgang Gastager (Pique Bube) freuen sich schon auf die Tschaikowski-Oper und überhaupt auf mehr Opernprojekte des Orchesters in Zukunft.

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Pariser Symphonien Niederösterreich grüßt Paris. Um 1785 komponierte der Niederösterreicher Joseph Haydn sechs «Grand Symphonies» für Paris, 220 Jahre später führt das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich die sechs Pariser Symphonien Haydns auf. Rainer Lepuschitz über die Begeisterung von Chefdirigent Kristjan Järvi speziell für diese Werke.

«Es sind die besten Symphonien Joseph Haydns» überhaupt, behauptet Kristjan Järvi. Haydn sei durch den Auftrag der Pariser Loge Olympique über alle Maßen motiviert gewesen, dem großen Pariser Publikum etwas bislang Ungehörtes, ja das Unerhörte an Symphonik zu präsentieren. «Paris war das Zentrum von allem Neuen, Modernen und Schönen», so Järvi. Gleichzeitig war das Pariser 10

Publikum schon damals das unterhaltungssüchtigste der Welt. «Also komponierte Haydn für diese Stadt sehr moderne und sehr unterhaltsame Symphonien.» Haydn, ein moderner Entertainer. Und ein Erfinder. «In der Zeit vor der visuellen Darstellungsmöglichkeit des Films war die Musik ein wichtiges Medium, die Menschen mit neuen künstlerischen Techniken zu konfrontieren», so Järvi. Dadurch würden die Pariser Symphonien zu einem hoch-

heute nicht schützend unsere Hände über diese Wiener Tradition legen, sondern wir müssen sie immer wieder öffnen. Je weiter wir sie öffnen, desto mehr sehen wir, welch interessanten Dinge vor zwei Jahrhunderten passiert sind. Und wir erkennen, dass wir eine Menge von den Entwicklungen und Überraschungen lernen können, wenn wir zurückgehen in diese Zeit.» Vorwärts in die Vergangenheit. An den «grandiosen» Pariser Symphonien kann Kristjan Järvi erkennen: «Die Welt ist

Kristjan Järvi und die Tonkünstler stürmen mit Haydn vorwärts in die Vergangenheit. interessanten Zeitdokument, das die innovative Kraft des Komponisten Haydn und der Wiener Klassik widerspiegle. «Wir dürfen

voller Möglichkeiten.» Denn diese Musik, so differenziert sie komponiert ist, eröffnet gleichzeitig so viele Freiheiten in der Interpreta-


tion, «weil sie den Musikern eine Form gibt, frei zu musizieren.» Man könnte beinahe von komponierter Improvisation sprechen, denn das Neue an kompositorischer Substanz kommt so unerwartet und überraschend, dass es wie aus dem Moment der gerade stattfindenden Aufführung heraus erfunden scheint. Haydn verweigerte dem Pariser Publikum die damals gewohnten «galanten» Melodieketten, er setzte diesem oftmals nur mehr aus Ausschmückungen bestehenden Stil seine konsequente und radikale thematische Verarbeitung entgegen. Noch bevor sich eine Melodie gemütlich ausdehnen kann, bricht Haydn schon ihren Kern auf, gewinnt daraus neue, aufregende Motive und Melodieteile, setzt sie in ungewöhnliches harmonisches Licht und weckt die in ihnen schlummernde Dynamik. «Eine Musik voller Motorik, wie von einem Propeller angetrieben», so Järvi: «Aus dem harmonisch und melodisch minimalistischen Plan entwickelt Haydn eine Menge von Steigerungen.» Järvis Aussage deckt sich förmlich mit einer Beschreibung aus der Zeit Haydns und dessen Konzerten in der Loge Olympique: «Mit jedem Tag wächst das Verständnis und damit die Bewunderung für die Werke dieses großen Genies. Wie gut versteht er sich darauf, einem einzigen Thema die reichsten und verschiedenartigsten Entwicklungen abzugewinnen.» Der aufklärerische Geist Haydns traf sich mit der Offenheit und Neu-Gier der Pariser. Haydn erfasste zudem die Stimmung in Paris und den Charakter der Pariser gut. «Er liebte Frankreich», so Järvi, «und man kann in den Symphonien Paris förmlich riechen.» Haydn gönnte es dem Publikum auch, sich in den Symphonien wiederzufinden. So baute er in die Symphonie Nr. 85 B-Dur, mit der Järvi seinen losen Zyklus der Pariser Symphonien eröffnen wird, die damals in Frankreich beliebte Romanzenmelodie «La gentille et jeune Lisette» ein und widmete dem Thema entzückende und fantasievolle Variationen. Da diese Romanze auch zu den Lieblingsstücken der Königin Marie Antoinette gehörte, die im Übrigen regelmäßig die Konzerte der Loge Olympique besuchte, erhielt die Symphonie den Beinamen «La Reine». Die Publikumswirksamkeit hat auch mit dem durchwegs positiven Grundzug von Haydns Musik zu tun. Järvi: «Die Pariser Symphonien sind lichterfüllt, strahlend und leuchtend.» Und oft mit einer kräftigen Brise Humor gewürzt, wobei Haydns Witz voller Geist ist und aus dem Abwechslungsreichtum seiner Musik kommt. Ein Esprit, wie geschaffen für Paris. PARISER SYMPHONIEN Symphonie B-Dur Hob. I:85 «La Reine» (im Rahmen des Programms VIVE LA FRANCE!) So 12. 3., 16 Uhr, Wiener Musikverein Mo 13. 3., 19.30 Uhr, Festspielhaus St. Pölten Di 14. 3., 19.30 Uhr, Wiener Musikverein Mi 15. 3., 19.30 Uhr, Wiener Musikverein Symphonie C-Dur Hob. I:82 «L’Ours» (im Rahmen des Programms DIE FÜNFTE) Sa 13. 5., 19.30 Uhr, Wiener Neustadt So 14. 5., 16 Uhr, Wiener Musikverein Mo 15. 5., 19.30 Uhr, Festspielhaus St. Pölten Di 16. 5., 19.30 Uhr, Wiener Musikverein Symphonie Es-Dur Hob. I:84 (im Rahmen des Open Airs NIGHT PRAYERS) Sa 26. 8., 18.30 Uhr, Schloss Grafenegg

PRESSESPIEGEL Die Zukunft des Jüngsten Gerichts Große Begeisterung lösten die Aufführungen von Franz Schmidts «Das Buch mit sieben Siegeln» zur Saisoneröffnung 05-06 nicht nur beim Publikum aus, sondern auch die Medien reagierten mit ausgezeichneten Kritiken auf die Interpretation vom Tonkünstler-Orchester und von Kristjan Järvi. «Die Zukunft des Jüngsten Gerichts: Kristjan Järvis ... Blick wurzelt in der Gegenwart – und interessiert sich ... für das Moderne an Schmidts Tonsprache: Klar, scharf umrissen, auch ätzend tönte es da manchmal, wurden die formalen Blöcke durch lange Generalpausen fast zum Fragmentarischen zugespitzt, ohne den Zusammenhalt aufs Spiel zu setzen. Eine vergleichsweise vielleicht nüchterne, aber neugierige, hellwache Auslegung wurde geboten. Sauber, akkurat und engagiert folgDie Presse ten Järvi die Tonkünstler …» «Kristjan Järvi gelingt mit ‹seinem› Tonkünstler-Orchester, dem Wiener Singverein und einer ausgewogenen Solistengruppe eine intensive Wiedergabe. Man konnte das Werk aufnehmen, ohne dass Überinterpretation die Sinne unverhältnismäßig Der Standard bedrängte. Deo gratias!» «Kristjan Järvi inszeniert Schmidt ‹zeitgemäß›, klarlinig, in geschlossenen Blöcken, scharfen Konturen und schöner Klangbalance. Es schadet Schmidt keinen Moment, dass sich Järvi mehr um Strukturen und Farbenspiele kümmert als um den spätromantischen Farbenzauber. Das Klangtheater apokalyptischer Visionen wird auch in dieser Analyse des Schreckens spürbar. Konzentriert und klangschön sind die Tonkünstler im Neue Kronenzeitung Intensiveinsatz … Riesenerfolg!» «Kristjan Järvi spürte nicht nur den Bezügen zu alten barocken Vorbildern nach, sondern führte auch den Farbenreichtum vor, der im ‹Buch mit sieben Siegeln› aufzufinden ist: Bach, der Wagner des ‹Parsifal› und der Neoklassizismus eines Strawinski waren in einer Weise gegenwärtig, die das Besondere der Musik Franz Schmidts hörbar werden ließ. … Weich schmiegten sich die Streicher darunter und selbst das Blech … schien die Noten mit Samthandschuhen anzufassen. Die Aufführung braucht den Vergleich mit berühmter Konkurrenz nicht zu Salzburger Nachrichten scheuen.» «Kristjan Järvi klopfte wacker den spätromantischen Staub aus dem Monumentalwerk: so klar und unprätentiös erklang Franz Schmidts Werk schon lange nicht mehr. … Die Tonkünstler arbeiteten klangschön und mit großem Einsatz. Jubel im ausNiederösterreichische Nachrichten verkauften Haus!»

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SchöneSaiten Zwei außergewöhnliche Geigerinnen gastieren im Frühjahr beim Tonkünstler-Orchester: Die eine ist bereits weltweit im Konzertleben etabliert, die andere kontinuierlich dabei, die internationalen Konzertpodien zu erobern. Ulrike Lampert über Isabelle van Keulen und Baiba Skride.

meinsam kammermusiziert. «Es hat sich dabei eine sehr schöne Freundschaft entwickelt», ist von Isabelle van Keulen zu erfahren. «Weiblich und Geige, das muss unter Kollegen nicht unbedingt zusammenpassen, mit Baiba ist das ganz anders.» Besonders ihre Natürlichkeit schätzt sie an der jüngeren Kollegin, die

Wie sich in den Gesprächen mit den beiden Musikerinnen herausstellt, sind sie einander nicht unbekannt, haben bereits mehrfach zusammen Mozarts «Sinfonia concertante» gespielt und davor noch – bei van Keulens eigenem Festival im niederländischen Delft – ge-

Die miteinander befreundeten Geigerinnen Baiba Skride und Isabelle van Keulen freuen sich auf romantische Konzertmelodien mit den Tonkünstlern.

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– damals beim Festival – nur drei Stunden vor dem Auftritt für eine andere Geigerin einsprang und in Ermangelung passender Konzertschuhe Bachs Chaconne zwar im langen Kleid, allerdings barfuß spielte. Und als Baiba Skride hört, dass nur drei Wochen nach ihr Isabelle van Keulen mit dem Tonkünstler-Or-


chester konzertiert, reagiert sie ganz euphorisch: «Sie ist eine tolle, starke Frau! Ich bewundere sie sehr!» Kein Konkurrenzdenken also, Respekt vor- und Bewunderung füreinander – und ständige Einsatzbereitschaft im Dienste der Sache: der Musik. «Ich habe keinen Hunger, im Rampenlicht zu stehen, aber ich habe einen sehr großen Hunger, Musik zu machen. Das Unangenehmste an einem Konzert ist für mich, beklatscht zu werden – ich stehe nur gerne auf der Bühne, weil ich gerne Musik mache.» So drückt es die Niederländerin Isabelle van Keulen aus, und ihre um 15 Jahre jüngere lettische Kollegin Baiba Skride findet ähnliche Worte: «Ich möchte den Menschen die Musik nahe bringen, dazu gebe ich alles, was ich habe. Für mich ist die Musik immer am wichtigsten, und ich glaube, wenn man so denkt, spüren auch die Leute, dass man es ehrlich meint – zumindest hoffe ich das.» Gefragt nach ihren musikalischen Anfängen, verschwindet der Begriff «ich» aus Baiba Skrides Wortschatz, wird zum «wir», das die beiden Schwestern – Bratschistin Linda, die ältere, und Pianistin Lauma, die jüngere und zugleich Baibas wichtigste Duopartnerin – mit einschließt. «Für uns war es sehr angenehm, weil wir alles zusammen gemacht haben. Seit wir zwei, drei Jahre alt sind, waren wir auf der Bühne.» Weshalb sie auch nicht sagen kann, wann die Entscheidung fiel, die Musik zum Beruf zu machen. «Es ist so natürlich passiert.» Passiert sind Baiba Skride auch die zahlreichen Wettbewerbserfolge – ganz unspektakulär. Ging es doch bei Wettbewerben vornehmlich darum, aus dem gerade erst freien Lettland hinauszukommen, «viel zu spielen, das Repertoire zu vergrößern, zu sehen, wer da aller ist und wie man spielt in der Welt». Dennoch – oder gerade deshalb – stellten sie sich ein, die Erfolge, und gipfelten im Ersten Preis beim Brüsseler KöniginElisabeth-Wettbewerb 2001. Was folgte, waren Einladungen zu renommierten internationalen Orchestern, das Debüt bei den Salzburger Festspielen 2004, ein Plattenvertrag bei Sony, der Echo-Klassik-Preis 2005 als «Nachwuchskünstlerin des Jahres» … Von der Stradivari «Wilhelmj» (1725), die sie derzeit spielt, ist sie «sehr begeistert. Wenn man mir als Kind gesagt hätte, dass ich eine Stradivari haben werde, hätte ich das nicht geglaubt». Vor dem äußerst symphonischen und hochvirtuosen Violinkonzert von Johannes Brahms, das die erst 24-Jährige im Frühjahr mit dem

Tonkünstler-Orchester musiziert, «hatte ich immer wahnsinnigen Respekt. Als ich dann doch begann, es zu studieren, ging es sehr langsam. Ich habe nicht täglich stundenlang daran geübt, mich aber doch über ein ganzes Jahr hinweg gedanklich intensiv damit beschäftigt.» Das Nachdenken über Musik ist ihr wesentlich – «alles andere kommt dann». Ein Violinkonzert ganz anderer Art bringt Isabelle van Keulen mit, wenn sie Ende April zu den Tonkünstlern kommt: das geigerisch höchst anspruchsvolle Konzert des amerikanischen Minimalisten John Adams. Er ist für Isabelle van Keulen einer jener Komponisten, «bei denen man, wenn man das Radio aufdreht, gleich sagen kann, das ist genau der und der Komponist». Viele andere Zeitgenossen gibt es nicht, von denen sie das behaupten würde, außer von Henri Dutilleux, Steve Reich und Erkki-Sven Tüür, dessen Violinkonzert sie aus der Taufe hob und der für sie und ihren Ehemann, den Klarinettisten Michael Collins, ein Doppelkonzert geschrieben hat. «John Adams hat außer diesen motorischen Wiederholungen auch irrsinnige Melodien, die eigentlich seit der Romantik nicht mehr komponiert worden sind. Das macht das Werk von John Adams so besonders für mich.» An seinem Violinkonzert, bei dem der Geigenpart vom Anfang bis zum Ende praktisch ohne Unterbrechung durchgeht, fasziniert sie auch das Verhältnis zwischen den schnelleren und langsameren Teilen. «Das ist großartig komponiert und superschwer, eine Herausforderung für mich.» An ihre erste Begegnung mit dem Tonkünstler-Orchester im Herbst 2003 erinnert sich Isabelle van Keulen besonders gern. Damals stand das Bratschenkonzert von William Walton auf dem Programm. «Wir haben sehr gut und auch ausreichend arbeiten können. Und die Stimmung war toll, das gehört auch sehr dazu, finde ich.» BRAHMS & MOZART À LA HAYDN (mit Baiba Skride) Mi 29. 3., 19.30 Uhr, Baden Fr 31. 3., 19.30 Uhr, Wiener Neustadt So 2. 4., 16 Uhr, Wiener Musikverein Mo 3. 4., 19.30 Uhr, Festspielhaus St. Pölten BEETHOVENS ERBEN (mit Isabelle van Keulen) Sa 22. 4., 18.30 Uhr, Schloss Grafenegg So 23. 4., 16 Uhr, Wiener Musikverein Mo 24. 4., 19.30 Uhr, Festspielhaus St. Pölten

G E B U R T S TA G Nicht nur Mozart ... ... wird im Jahr 2006 von der Musikwelt anlässlich eines runden Geburtstages gefeiert, sondern auch Dmitri Schostakowitsch (oben in einer Karikatur der Brüder Kukrynix). Der 1906 geborene Russe zählt heute zusammen mit Strawinski und Prokofjew zur Troika der herausragenden russischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Als einziger ist Schostakowitsch nie in den Westen emigriert, im Spannungsfeld von persönlichem musikalischen Ausdrucksbedürfnis und verordneter kommunistischer Kunstdoktrin entstand ein tief bewegendes kompositorisches Schaffen. Die Tonkünstler, bereits in den vergangenen Jahren durch Michail Jurowski auf Schostakowitsch-Symphonien eingeschworen, werden in seinem 100. Geburtsjahr drei verschiedene Schaffensbereiche des Russen beleuchten: Das Waldmüller Trio erinnert in der Reihe «Kammertonkünstler» in St. Pölten und Krems mit dem 1. Klaviertrio an den genial veranlagten jungen Schostakowitsch, der als 18jähriger packende und bereits formvollendete Musik komponierte. Im Festwochen-Programm in Wien und Grafenegg spielt Barbara Moser als Solistin der Tonkünstler das 2. Klavierkonzert, mit dem der reife Schostakowitsch noch einmal seine stürmische Jugendzeit aufleben ließ und sich mit Chopin-Stimmung an familiäre polnische Wurzeln erinnerte. Kristjan Järvi dirigiert im Grafenegger Sommer-Open Air die 6. Symphonie, die von epischen Weiten in humorvolle Zonen führt. Der Komponist als russischer Till Eulenspiegel. RL (siehe auch Kalendarium S. 18 und 20)

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GESAMTKUNSTWERK «Decasia» ist ein multimediales Raumtheater, das Gemeinschaftswerk einer Gruppe von New Yorker Künstlern. Seine Themen sind Aggression, Verfall und Zerstörung. Alfred Ziltener, der die Uraufführung in Basel miterlebte, blickt der Aufführung von «Decasia» mit den Tonkünstlern und auf der Leinwand in HK Grubers Reihe «HörGut» im Festspielhaus St. Pölten entgegen. «An Environmental Symphony», also eine räumliche Symphonie, sei «Decasia», erklärt einer der Köpfe der Bang-on-a-Can-Bewegung, der Komponist Michael Gordon, aber auch eine «Symphony in Decay», eine Symphonie im Zerfall. Tatsächlich ist das Werk

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multimediales Raumtheater, eine Verbindung von Musik, Film, Licht und Bewegung, in welcher die Bilder die Funktion der Schauspieler übernommen haben. «Deca-

nicht zwei Monate zuvor hatten FlugzeugAttentäter das World Trade Center in New York zerstört und Tausende von Menschen in den Tod gerissen. Bei den Aufführungen von

«Decasia», Kultstück von Bang-on-a-Can, wird zum sichtbaren «HörGut» in St. Pölten. sia» war ein Auftragswerk des Basler Festivals «Europäischer Musikmonat» und der basel sinfonietta. In einer der Hallen der Messe Basel wurde das Stück im November 2001 unter der Leitung des niederländischen Dirigenten Kasper de Roo uraufgeführt. Noch

«Decasia» vermochte sich wohl niemand im Publikum dieser beklemmenden Assoziation zu entziehen. «Decasia» ist ein Gemeinschaftswerk des Komponisten Michael Gordon, des Experimentalfilmers Bill Morrison, der Fotografin


DES ZERFALLS Laurie Olinder und des Regisseurs Bob Mc Grath vom avantgardistischen Ridge-Theatre, mit welchem Gordon schon früher zusammengearbeitet hatte. Der Titel kombiniert die Wörter «decay» (Zerfall), «fantasia» und «arcadia». Das heiter-idyllische Arkadien der Antike ist allerdings nur noch als ferne Erinnerung in einzelnen Bildern präsent. Auf weiße und rote Stoffbahnen werden Morrisons Filme projiziert. Dahinter sind immer wieder die Instrumentalisten – unter anderem mit drei Keyboards, E-Gitarre, viel Blech und Schlagzeug – sichtbar. Die Komposition Gordons, die in St. Pölten von den Tonkünstlern unter der Leitung ihres Chefs

Kristjan Järvi zum Klingen gebracht wird, basiert auf der Variation repetitiver Klangfiguren; sie besteht aus zwei rund halbstündigen Crescendo-Bewegungen, die immer wieder unterbrochen werden und jeweils ohrenbetäubend enden. Auflösung und Verfall führt auch Morrison vor. Er benützt Filme der Zwanzigerjahre aus verschiedenen Archiven, die sich bereits langsam zersetzen. Spuren der Zerstörung ziehen sich durch die rasch wechselnden, sich überlagernden Bilder, die manchmal kaum noch zu ahnen sind. Folkloretänzer werden gezeigt, Kinder in einem Bus, Rauchsäulen, Flugzeug-Geschwader und Fall-

schirmsoldaten. Auch Ausschnitte aus Filmkunstwerken der Frühzeit, wie etwa «Sunrise» (war vor zwei Jahren im Festspielhaus zu erleben) sind zu erahnen. Morrison lässt die Bilder im Rhythmus der Musik pulsieren. So entsteht ein Sog, der von der Musik gestützt wird, ein Bilderrausch, der die Besucher und Zuhörer in eine Art Trance versetzen soll. In der Evokation kriegerischer Zerstörung zum aggressiven Fortissimo des ganzen Klangapparats kulminiert schließlich dieses musikalische Menetekel. DECASIA Mo 8. 5., 19.30 Uhr, Festspielhaus St. Pölten

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Legenden unter sich Im Frühjahr tritt ein schon zu Lebzeiten legendärer Musiker vor das TonkünstlerOrchester: Der Trompeter James Morrison. ˇa Tos ˇic´ porträtiert den Jazz-Experte Ljubis vielseitigen Australier, der das Konzert «High Art» von Graeme Koehne spielen und dann für Beethovens «Fünfte» das musikalische Zepter an die Tonkünstler übergeben wird. James Morrison ist ein sympathischer, entspannter Typ, der die Leichtigkeit seines Spiels auch als Person widerspiegelt. Freilich ist sein Spiel so raffiniert wie urgewaltig: Wie Morrison in seinen Soli den Geist des Bebop und Soul-Jazz beschwört, wie er seine unendlichen Phrasen durch das harmonische Gelände führt, das erinnert an die besten, brillantesten Zeiten des mittlerweile verstorbenen Bebop-Innovators Dizzy Gillespie. Doch ist der Mann aus Australien (Jahrgang 1962) auch in langsamen Tempi ein Könner, also in Bereichen, wo zarte, melancholische Melodie-Skulpturen zu entwerfen sind und das Rasen durch den Kosmos der schnittigen Linien nicht ausreicht. Sein Spiel hat nicht nur Brillanz, sondern auch Tiefe. Es ist da allerdings noch eine kleine Besonderheit zu erwähnen. Finden die meisten Musiker mit einem Instrument das Auslangen, ist Morrisons Appetit nicht leicht zu stillen: Neben der Trompete ist er auch auf der Posaune, dem Euphonium, Flügelhorn, der Tuba, dem Saxophon und Klavier ein würdiger Vertreter dieser Fächer. Man kann es nach16

hören: Das Album «Snappy Doo» ist eine Art Big-Band-Einspielung, bei der Morrison alle Instrumente – mit Ausnahme von Schlagzeug und Bass – selber einspielt. «Ich war immer schon so. In unserer Schulband habe ich alle möglichen Instrumente ausprobiert. Mittlerweile kommen mir jene Leute seltsam vor, die nur ein Fach beherrschen. Und ich glaube nicht, dass ich heute besser Trompete spielen würde, wenn sie mein einziges Instrument geblieben wäre.» Morrison, einer, der sich während seiner Entwicklung nicht unbedingt um Technik gekümmert hat: «Ich dachte eher darüber nach, wo ich musikalisch hinwollte. Es gibt da zwei Arten von Spielern – jene, die sich einen Sound vorstellen und auf ihn hinarbeiten»; und jene, die sich alle Techniken aneignen, «um dann zu fragen, was sie jetzt eigentlich spielen sollen». Mit sieben bekam er, der zur ersten Gruppe zu zählen ist, sein erstes Instrument, mit neun hatte er seine erste Band. Seine internationale Karriere startete eigentlich schon mit 16 – bei einem Auftritt in Montreux. Auch spätere Gastauftritte mit Leuten wie Cab Callo-

der Popularkultur in seine Musik. Er arbeitet also postmodern in gutem Sinne des Wortes. «Elevator Music» etwa nimmt Bezug auf das Werk so bedeutender Jazz-Arrangeure wie Nelson Riddle, der für Frank Sinatra arbeitete. Auch Ludwig van Beethoven hätte den Multi-Musiker Morrison wohl geschätzt. Mit Sicherheit hätte er sich bei der Uraufführung seiner 5. Symphonie am 22. Dezember 1808 im Theater an der Wien auch Musiker von der Qualität Morrisons gewünscht. Die Präsentation der symphonischen Neuheit mit dem Klopfmotiv war ja zeitgenössischen Berichten zu Folge nicht sehr erfolgreich – auch wegen der nicht optimalen Beschaffenheit der Wiedergabe. Dennoch, das Werk hat sich durchgesetzt, wie kaum ein anderes Werk der klassischen Musik. Schon der Romantiker Hector Berlioz meinte zur «Fünften»: «Unbestritten die berühmteste von allen und auch nach unserer Ansicht die erste, worin Beethoven seiner weiten Phantasie freien Lauf gelassen hat, ohne eine fremde Idee zur Führung oder als Stütze zu nehmen.»

Sir James Morrison, begnadeter Jazz-Trompeter, misst sich mit der berühmtesten aller Symphonien, der «Fünften» Beethovens. way, Dizzy Gillespie, Woody Shaw, George Benson, Ray Charles, B. B. King, Ray Brown, Lalo Schifrin, Frank Sinatra, Quincy Jones und einigen Symphonieorchestern zeigen seinen Stellenwert. Bezüglich der Vielseitigkeit ist noch etwas zu vermelden: Morrison schrieb Filmmusiken, ist Chef eines eigenen Plattenlabels, und er widmet sich durch das «James Morrison Jazz Scholarship» der Nachwuchsförderung. Interessant auch seine Freizeitgestaltung. Morrison entspannt sich am Steuer seines Privatflugzeugs, beim Rallyefahren oder auf seinem Speedboat, beim Extrem-Klettern, Bungeejumping oder beim Triathlon-Lauf. Ja, und er darf sich Sir nennen. 1997 wurde sein Beitrag zum kulturellen Erbe Australiens durch die Queen mit der Auszeichnung «The Order Of Australia» geehrt. Dass das Trompetenkonzert von Graeme Koehne, «High Art», bei Morrison in guten Händen sein wird, darf angenommen werden. Koehne, ein Landsmann von Morrison und Schüler von Virgil Thomson, ist der Tradition zugetan, integriert bisweilen Elemente

DIE FÜNFTE (Konzerte mit Trompeter James Morrison) Sa 13. 5., 19.30 Uhr, Wiener Neustadt So 14. 5., 16 Uhr, Wiener Musikverein Mo 15. 5., 19.30 Uhr, Festspielhaus St. Pölten Di 16. 5., 19.30 Uhr, Wiener Musikverein


Programm Februar bis August 2006 Do 2. 2. 10.30 Uhr St. Pölten | Festspielhaus | Großer Saal AUSVERKAUFT Vorstellung für Schulklassen im Rahmen der «Tonspiele» Kontakt für Interessenten: Bettina Büttner T (02742) 90 80 70-210 buettner@tonkuenstler.at Bahn-/Bus-Transfer: 5 Euro/Person von der Schule bis St.Pölten und zurück, egal von welchem Ort aus (bei Wiener Schulen steht ab 2 Schulklassen ein Bus zur Verfügung)

Schülerkonzert: Nordlichter Thomas Nemeth Moderation Kristjan Järvi Dirigent CARL NIELSEN «Eine Fantasie-

Großer Saal Veranstaltung für Jugendliche im

reise nach den Färöern». Rhap-

Rahmen der «Tonspiele»

sodische Ouvertüre (Auszüge) EDVARD GRIEG «In der Halle des Bergkönigs», «Morgenstimmung» und «Hochzeitstanz» aus der Schauspielmusik zu Henrik Ibsens «Peer Gynt» JEAN SIBELIUS «Lemminkäinen zieht heimwärts» aus der Lemminkäinen-Suite op. 22 EDUARD TUBIN Zwei Estnische Volkstänze für Orchester CARL NIELSEN «Orientalischer Marsch», «Aladdins Traum», «Marktplatz» und «Tanz der Mohren» aus der Aladdin-Suite op. 34

Di 14. 2. 19.30 Uhr Wien | Konzerthaus | Großer Saal AUSVERKAUFT Do 16. 2. 19.30 Uhr St. Pölten | Festspielhaus | Großer Saal Abo «Tonkünstler Spezial» Karten zu 31 | 27,50 | 23 | 15,50 | 7 Euro Bonuskonzert für Tonkünstler-Abonnenten: Karten zu 23 | 20,50 | 17 | 11,50 | 5 Euro T (02742) 90 80 80–222 karten@festspielhaus.at www.festspielhaus.at Bus-Transfer von Wien: Abfahrt: 17 Uhr, Operngasse 4 (gegenüber der Staatsoper); Rückfahrt: nach Ende der

Bernsteins «Mass» Absolute Ensemble Chorus sine nomine Company of Music Johannes Hiemetsberger Choreinstudierung Tölzer Knabenchor Solist des Tölzer Knabenchors Gerhard Schmidt-Gaden Choreinstudierung Randall Scarlata Celebrant Kristjan Järvi Dirigent LEONARD BERNSTEIN Mass. A Theatre Piece for Singers, Players and Dancers (Konzertante Aufführung)

Vorstellung. Fahrpreis: Euro 10

Do 16. 2. 18.30 Uhr Einführungsgespräch mit Hans Georg Nicklaus

Mi 15. 2. 19.30 Uhr St. Pölten | Festspielhaus |

Kontakt für Interessenten: Bettina Büttner T (02742) 90 80 70-210 buettner@tonkuenstler.at Preise: Konzertkarte: 3,50 Euro / pro Schülerin und Schüler

Fr 24. 2. 19.30 Uhr Wien | Musikverein | Großer Saal ÖGB: T (01) 534 444-322 Club für Kultur und Wirtschaft: T (01) 713 04 57

Sa 25. 2. 19.30 Uhr Wien | Musikverein | Großer Saal Abo «Take Five » Karten zu 39 | 36 | 33 | 30 | 27 | 20 | 17 | 12 Euro T (01) 586 83 83 tickets@tonkuenstler.at

«Mass» für Jugendliche Absolute Ensemble Chorus sine nomine Company of Music Johannes Hiemetsberger Choreinstudierung Tölzer Knabenchor Solist des Tölzer Knabenchors Gerhard Schmidt-Gaden Choreinstudierung Randall Scarlata Celebrant Kristjan Järvi Dirigent LEONARD BERNSTEIN Mass. A Theatre Piece for Singers, Players and Dancers Glaubensbekenntnis Bruno Weil Dirigent ARVO PÄRT Collage über B-A-C-H MAX REGER Arie für Streichorchester «O Mensch bewein Dein’ Sünde groß» nach dem Choralvorspiel BWV 622 von J. S. Bach FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY Symphonie Nr. 5 d-moll op. 107 «Reformationssymphonie» PAUL HINDEMITH Symphonie «Mathis der Maler»

www.tonkuenstler.at

So 26. 2. 16 Uhr Wien | Musikverein | Großer Saal Abo «Sonntag Nachmittag » Karten zu 39 | 36 | 33 | 30 | 27 | 20 | 17 | 12 Euro T (01) 586 83 83 tickets@tonkuenstler.at www.tonkuenstler.at

Mo 27. 2. 19.30 Uhr St. Pölten | Festspielhaus | Großer Saal Abo «Tonkünstler-Orchester» Karten zu 31 | 27,50 | 23 | 15,50 | 7 Euro T (02742) 90 80 80–222 karten@festspielhaus.at www.festspielhaus.at

Sa 25. 2. 18.45 Uhr So 26. 2. 15.15 Uhr Mo 27. 2. 18.30 Uhr

Felix Mendelssohn Bartholdy (Bild) verschmolz mit seiner «Reformations-Symphonie» sakrale und symphonische Inhalte. «Dresdner Amen» (Wagners späteres Gralsmotiv), gregorianisches «Magnificat» und Luthers Choral «Ein feste Burg ist unser Gott» ergeben eine eindrucksvolle kontrapunktische Architektur.

Einführungsgespräch mit Rainer Lepuschitz

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So 12. 3. 16 Uhr Wien | Musikverein | Großer Saal Abo «Sonntag Nachmittag » Karten zu 39 | 36 | 33 | 30 | 27 | 20 | 17 | 12 Euro T (01) 586 83 83 tickets@tonkuenstler.at www.tonkuenstler.at

Mo 13. 3. 19.30 Uhr St. Pölten | Festspielhaus | Großer Saal Abo «Tonkünstler-Orchester»

Vive la France! Charlotte Hellekant Mezzosopran Kristjan Järvi Dirigent JOSEPH HAYDN Symphonie B-Dur Hob. I:85 «La Reine» JOSEPH CANTELOUBE Les Chants d’Auvergne MODEST MUSSORGSKI Bilder einer Ausstellung. Orchestrierung von MAURICE RAVEL

Fr 24. 3. 19.30 Uhr Abo «Tonkünstler Spezial» So 26. 3. 18 Uhr Abo «Musik bewegt» St. Pölten | Festspielhaus | Großer Saal Parallel: «Tonspiele»-Workshops für Kinder Karten zu 38 | 32 | 26,50 | 17 | 8,50 Euro Bonuskonzert für Tonkünstler-Abonnenten: Karten zu 28 | 24 | 19 | 12 | 6 Euro T (02742) 90 80 80–222

Karten zu 31 | 27,50 | 23 | 15,50 | 7 Euro

karten@festspielhaus.at

T (02742) 90 80 80 – 222

www.festspielhaus.at

karten@festspielhaus.at

So 26. 3. Bus-Transfer von Wien:

www.festspielhaus.at

Abfahrt: 15.30 Uhr, Operngasse 4;

Di 14. 3. 19.30 Uhr Wien | Musikverein | Großer Saal

Rückfahrt: nach Ende der Vorstellung.

ÖGB: T (01) 534 444-322 Club für Kultur und Wirtschaft: T (01) 713 04 57

Mi 15. 3. 19.30 Uhr Wien | Musikverein | Großer Saal Abo «Take Five » Karten zu 39 | 36 | 33 | 30 | 27 | 20 | 17 | 12 Euro T (01) 586 83 83 tickets@tonkuenstler.at www.tonkuenstler.at

So 12. 3. 15.15 Uhr Mo 13. 3. 18.30 Uhr Mi 15. 3. 18.45 Uhr

Fahrpreis: Euro 10

Charlotte Hellekant (Bild) entführt mit Liedern von Joseph Canteloube in die zauberhafte und stimmungsvolle Region der Auvergne. Die schwedische Mezzosopranistin, auf der Opernbühne von den Salzburger Festspielen über die Met und die Pariser Bastille bis zum Glyndebourne Festival gefeiert, begeistert auch als Konzertsängerin das Publikum und gleichermaßen Topdirigenten wie Mariss Jansons und Kent Nagano.

Einführungsgespräch mit Albert Hosp

Fr 24. 3. 18.30 Uhr So 26. 3. 17 Uhr Mi 29. 3. 19.30 Uhr Baden | Casino | Festsaal T (02252) 44 96-444

Fr 31. 3. 19.30 Uhr Wiener Neustadt | Arena Nova Classic (Sparkassensaal) T (02622) 373-902 kulturamt@wiener-neustadt.at

Sa 1. 4. 19.30 Uhr Wien | Musikverein | Großer Saal ÖGB: T (01) 534 444-322 Club für Kultur und Wirtschaft: T (01) 713 04 57

Do 16. 3. 19.30 Uhr St. Pölten | Festspielhaus | Haydn-Saal Abo «Kammerton» Karten: Einheitspreis 17 Euro T (02742) 90 80 80–222 karten@festspielhaus.at www.festspielhaus.at

Fr 17. 3. 19.30 Uhr Krems | Minoritenkirche Abo «Kammertonkünstler» Karten: Einheitspreis 17 Euro T (01) 586 83 83 tickets@tonkuenstler.at www.tonkuenstler.at

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Fidelio: Roccos Erzählung Miguel Herz-Kestranek Sprecher Katharina Strommer Regie Chor Ad-Libitum; A-Cappella-Chor Tulln; Männergesangsverein Ybbs Heinz Ferlesch Choreinstudierung Aki Alamikkotervo Florestan Gabriele Maria Ronge Leonore Kurt Rydl Rocco Katharina Kovacic Marzelline Anton Graner Jaquino Rainer Zaun Don Pizarro Ralf Sauerbrey Don Fernando Kristjan Järvi Dirigent LUDWIG VAN BEETHOVEN Fidelio (Halbszenische Aufführung mit Textintermezzi von Walter Jens)

Kammermusik: Forellenquintett Waldmüller Trio Wien: Anna Rohregger Klavier Ines Miklin Violine Martin Först Violoncello Mit: Gertrude Rossbacher Viola Bernhard Binder Kontrabass DMITRI SCHOSTAKOWITSCH Klaviertrio Nr. 1 C-Dur op. 8 WERNER PIRCHNER Heimat? – Trio PWV 29 FRANZ SCHUBERT Quintett für Klavier, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass A-Dur D 667 «Forellenquintett»

So 2. 4. 16 Uhr Wien | Musikverein | Großer Saal Abo «Sonntag Nachmittag »

Einführungsgepräch mit Rainer Lepuschitz Brahms & Mozart à la Haydn Baiba Skride Violine Andrés Orozco-Estrada Dirigent ALFRED SCHNITTKE «Moz-Art à la Haydn». Spiel mit Musik für 2 Solo-Violinen, 2 kleine Streichorchester, Kontrabass und Dirigent JOHANNES BRAHMS Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 77 WOLFGANG AMADEUS MOZART Symphonie D-Dur KV 504 «Prager Symphonie» JOHANNES BRAHMS Variationen über ein Thema von Joseph Haydn B-Dur op. 56a

Karten zu 39 | 36 | 33 | 30 | 27 | 20 | 17 | 12 Euro T (01) 586 83 83 tickets@tonkuenstler.at www.tonkuenstler.at

Mo 3. 4. 19.30 Uhr St. Pölten | Festspielhaus | Großer Saal Abo «Tonkünstler-Orchester»

www.festspielhaus.at

Andrés Orozco-Estrada (Bild), der als «Wunder von Wien» gefeierte Assistenzdirigent der Tonkünstler, spannt in seinem Programm einen schönen klassischen Bogen von Haydn und Mozart in die Romantik und die Gegenwart.

So 2. 4. 15.15 Uhr Mo 3. 4. 18.30 Uhr

Einführungsgespräch mit Rainer Lepuschitz

Karten zu 31 | 27,50 | 23 | 15,50 | 7 Euro T (02742) 90 80 80–222 karten@festspielhaus.at


Sa 22. 4. 18.30 Uhr Grafenegg | Alte Reitschule Abo «Tonkünstler» Karten zu 32 | 27 | 22 | 16 Euro T (01) 586 83 83 tickets@tonkuenstler.at www.tonkuenstler.at

So 23. 4. 16 Uhr Wien | Musikverein | Großer Saal

Beethovens Erben Isabelle van Keulen Violine Stefan Sanderling Dirigent LUDWIG VAN BEETHOVEN Ouvertüre zum Ballett «Die Geschöpfe des Prometheus» op. 43 JOHN ADAMS Violinkonzert JOHANNES BRAHMS Symphonie Nr. 1 c-moll op. 68

Abo «Sonntag Nachmittag »

Sa 13. 5. 19.30 Uhr Wiener Neustadt | Arena Nova Classic (Sparkassensaal) T (02622) 373-902 kulturamt@wiener-neustadt.at

So 14. 5. 16 Uhr Wien | Musikverein | Großer Saal Abo «Sonntag Nachmittag» Karten zu 39 | 36 | 33 | 30 | 27 | 20 | 17 | 12 Euro

Karten zu 39 | 36 | 33 | 30 | 27 |

T (01) 586 83 83

20 | 17 | 12 Euro

tickets@tonkuenstler.at

T (01) 586 83 83

www.tonkuenstler.at

tickets@tonkuenstler.at

Mo 15. 5. 19.30 Uhr St. Pölten | Festspielhaus | Großer Saal Abo «Tonkünstler-Orchester»

www.tonkuenstler.at

Mo 24. 4. 19.30 Uhr St. Pölten | Festspielhaus | Großer Saal Abo «Tonkünstler-Orchester» Karten zu 31 | 27,50 | 23 | 15,50 | 7 Euro T (02742) 90 80 80–222 karten@festspielhaus.at www.festspielhaus.at

So 23. 4. 15.15 Uhr Mo 24. 4. 18.30 Uhr

Mit Stefan Sanderling (Bild) tritt einer der führenden jungen Dirigenten aus Deutschland ans Pult der Tonkünstler. Die «Empfehlungsliste» des Bernsteinund Ozawa-Assistenten: Erfolge beim Tanglewood Festival, mit Los Angeles Philharmonic, London Symphony Orchestra, Dresdner Staatskapelle ...

Einführungsgespräch mit Hans Georg Nicklaus

Karten zu 31 | 27,50 | 23 | 15,50 | 7 Euro T (02742) 90 80 80 – 222 karten@festspielhaus.at www.festspielhaus.at

Die Fünfte James Morrison Trompete Kristjan Järvi Dirigent JOSEPH HAYDN Symphonie C-Dur Hob. I:82 «L’Ours» GRAEME KOEHNE High Art. Konzert für Jazztrompete und Orchester LUDWIG VAN BEETHOVEN Symphonie Nr. 5 c-moll op. 67

Von Graeme Koehne (Bild unten), dem führenden australischen Komponisten, ist in Europa selten zu hören. Umso erfreulicher, dass Kristjan Järvi mit Koehnes Trompetenkonzert «High Art» die hohe Kunst dieses von Freude an Melodie, Harmonie und volkstümlichen Quellen erfüllten «Postmodernen» hörbar macht.

Di 16. 5. 19.30 Uhr Wien | Musikverein | Großer Saal Abo «Take Five» Karten zu 39 | 36 | 33 | 30 | 27 | 20 | 17 | 12 Euro T (01) 586 83 83

Do 27. 4. 19.30 Uhr Tulln | Stadtpfarrkirche T (02272) 650 51

Sa 29. 4. 19.30 Uhr Scheibbs | Stadtpfarrkirche T (07482) 425 11

Kirchenkonzert Gottfried Zawichowski Dirigent Barbara Ritter Oboe A-Cappella Chor Tulln Scheibbser Lehrerchor (beim Konzert in Scheibbs) Luzia Nistler Sopran Vera Krska Alt Wolfgang Veith Tenor Günther Haumer Bass WOLFGANG AMADEUS MOZART Konzert für Oboe und Orchester C-Dur KV 314; Messe für Soli, Chor und Orchester C-Dur KV 317 «Krönungsmesse»

tickets@tonkuenstler.at www.tonkuenstler.at

So 14. 5. 15.15 Uhr Mo 15. 5. 18.30 Uhr Di 16. 5. 18.45 Uhr Mi 31. 5. 19.30 Uhr Abo «Musik bewegt» Fr 2. 6. 19.30 Uhr Abo «Tonkünstler Spezial» So 4. 6. 18 Uhr St. Pölten | Festspielhaus | Großer Saal Karten zu 38 | 32 | 26,50 | 17 | 8,50 Euro T (02742) 90 80 80–222

Mo 8. 5. 19.30 Uhr St. Pölten | Festspielhaus | Großer Saal Karten zu 22 | 20,50 | 16 | 12 | 6 Euro T (02742) 90 80 80–222 karten@festspielhaus.at www.festspielhaus.at

Mo 8. 5. 18.30 Uhr

Decasia Wilfried Modlik E-Gitarre Kristjan Järvi Dirigent MICHAEL GORDON Decasia. The State of Decay. Musik zum gleichnamigen Film von Bill Morrison STEVE REICH Three movements GRAEME KOEHNE Powerhouse. Perpetuum mobile for orchestra Einführungsgespräch mit Gerald Resch

karten@festspielhaus.at www.festspielhaus.at Mi 31.5. Bus-Transfer von Wien: Abfahrt: 17 Uhr, Operngasse 4 (gegenüber der Staatsoper), Rückfahrt: nach Ende der Vorstellung

Einführungsgespräch mit Albert Hosp

Pique Dame Jewgeni Tarunzow Hermann Christian Sist Graf Tomski Serge Novique Fürst Jelezki Alexander Nagy Tschekalinski Willi Jeschofnik Surin Manfred Zaminer Tschaplitzki Reda El Shennawi Namurow Maria Candida Die Gräfin Karin Zimmermann Lisa Michaela Selinger Polina Karin Prenner Gouvernante Gabriela Vranceanu Mascha Chor des Stadttheaters Klagenfurt Dietmar Pflegerl Regie Alexander Anissimow Dirigent PJOTR ILJITSCH TSCHAIKOWSKI Pique Dame. Oper in drei Akten op. 68

19


So 11. 6. 18.30 Uhr Grafenegg | Alte Reitschule Abo «Tonkünstler» Karten zu 32 | 27 | 22 | 16 Euro T (01) 586 83 83 tickets@tonkuenstler.at www.tonkuenstler.at

Di 13. 6. 19.30 Uhr Wien | Musikverein | Großer Saal T (01) 505 81 90

Di 1. 8., Do 3. 8., Sa 5. 8., Di 8. 8., Sa 12. 8. jeweils 20 Uhr So 6. 8. (Kindervorstellung) Do 10. 8. (Seniorenvorstellung) jeweils 18 Uhr T (07487) 213 88; office@reinsberg.at

Festwochenkonzert Barbara Moser Klavier Kristjan Järvi Dirigent JOHANN SEBASTIAN BACH Ausschnitte aus den Ouvertüren BWV 1067 und 1068, bearbeitet von GUSTAV MAHLER DMITRI SCHOSTAKOWITSCH Konzert für Klavier und Orchester

T (02262) 770 700

Sa 19. 8. 20.30 Uhr Horn | Vereinshaus | Arkadenhof Festival Allegro Vivo Karten: T: (02982) 4319 tickets@allegro-vivo.at

Martin Sieghart Dirigent WOLFGANG AMADEUS MOZART Die Entführung aus dem Serail. Deutsches Singspiel in drei Aufzügen KV 384

Bolero Nina Heidenreich Violine Silvia Radobersky Harfe Andrés Orozco-Estrada Dirigent JACQUES OFFENBACH Ouvertüre zur Operette «Orpheus in der Unterwelt»; «Barcarole» aus der Oper «Hoffmanns Erzählungen» CAMILLE SAINT-SAËNS Introduction et Rondo Capriccioso; Bacchanale aus «Samson et Dalila» HECTOR BERLIOZ Ungarischer Marsch aus «La Damnation de Faust»; Ouvertüre «La Carneval Romain» JULES MASSENET Meditation aus der Oper «Thais» CLAUDE DEBUSSY Danses für Harfe und Streichorchester MAURICE RAVEL Bolero GEORGES BIZET Ouvertüre zur Oper «Carmen»

Chopin-Festival Tadeusz Strugala Dirigent Programm wird nachgenannt Galanacht Allegro Vivo Wolfgang Bankl Bass Barbara Ritter Oboe Franz Kurt Schmid Klarinette Michael Giascarino Horn Gottfried Pokorny Fagott Bijan Khadem-Missagh Dirigent WOLFGANG AMADEUS MOZART Ouvertüre zur Oper «Die Entführung aus dem Serail» KV 384; Sinfonia concertante für Oboe, Klarinette, Horn, Fagott und Orchester Es-Dur KV 297b; zwei Arien für Bass; Symphonie D-Dur KV 297 «Pariser Symphonie»

Mozart in Reinsberg

Sendung «Tonkünstler» auf Radio Niederösterreich Jeden Monat jeweils am letzten Donnerstag um 21.03 Uhr ist dem Tonkünstler-Orchester eine Sendung auf Radio Niederösterreich gewidmet: eine Stunde Musik und Berichte vom niederösterreichischen Musikleben, insbesonders aktuelle Ausschnitte von Konzerten und CDs der Tonkünstler sowie Interviews mit Dirigenten und Solisten. 23. 2., 30. 3., 27. 4., 25. 5., 29. 6., 27. 7, 31. 8. 2006 jeweils 21.03 bis 21.59 Uhr

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T (01) 512 23 74

Nr. 2 F-Dur op. 102 JOHANNES BRAHMS Klavierquartett g-moll op. 25, bearbeitet für Orchester von ARNOLD SCHÖNBERG

Reinsberg | Burgarena

So 13. 8. 20 Uhr Korneuburg | Platz vor dem Rathaus (bei Schlechtwetter in der Sporthalle) 12. Korneuburger Musiksommer

Do 17. 8. 18 Uhr Gaming

Sa 26. 8. 18.30 Uhr Grafenegg | Schlosshof Abo «Tonkünstler» Karten zu 32 | 27 | 22 | 16 Euro T (01) 586 83 83 tickets@tonkuenstler.at www.tonkuenstler.at

Open Air: Night Prayers Daniel Schnyder Saxophon Kristjan Järvi Dirigent JOSEPH HAYDN Symphonie Es-Dur Hob. I:84 GIYA KANCHELI Night Prayers für Saxophon und Streichorchester DMITRI SCHOSTAKOWITSCH Symphonie Nr. 6 h-moll op. 54

Einem Teil dieser Ausgabe liegt ein Programmfolder der Tonkünstler-Konzerte in Grafenegg 2006 bei. Falls Sie diesen nicht vorfinden, finden Sie die Infos auch auf www.tonkuenstler.at


Tonkünstler-Kartenbüro in Wien Im Kartenbüro des Tonkünstler-Orchesters im Wiener MuseumsQuartier sind Karten für alle Konzerte und Musiktheateraufführungen der Tonkünstler, ihre CDAufnahmen und die Publikationen des Orchesters erhältlich. Das Büro im Mezzanin des Quartiers 21 ist darüber hinaus ein Ticket- und Kommunikationscenter für zahlreiche weitere niederösterreichische Kulturinstitutionen wie das Festspielhaus St. Pölten, das Landesmuseum St. Pölten und die Kunsthalle Krems. Das Tonkünstler-Kartenbüro im MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien, Quartier 21, Mezzanin: täglich von Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet. tickets@tonkuenstler.at | F (01) 587 64 92 T (01) 586 83 83 | www.tonkuenstler.at Das Kartenbüro ist vom 3. Juli bis 15. August 2006 geschlossen.

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Zählkarten für die Einführungsgespräche in Wien Die Einführungsgespräche zu den Tonkünstler-Konzerten im Wiener Musikverein finden von Mal zu Mal größeren Anklang. Die Einführungsgespräche der Saison 2005-06 finden, wann immer möglich, im Brahms- oder Gläsernen Saal statt. Take Five: Beginn Einführungsgespräch jeweils 18.45 Uhr Sa 25. 2. 2006 Gläserner Saal Mi 15. 3. 2006 Brahms-Saal Di 16. 5. 2006 Metallener Saal* Sonntag Nachmittag: Beginn Einführungsgespräch jeweils 15.15 Uhr 26. 2. 2006 Serie B Gläserner Saal 12. 3. 2006 Serie A Brahms-Saal 2. 4. 2006 Serie B Brahms-Saal 23. 4. 2006 Serie A Metallener Saal* 14. 5. 2006 Serie B Brahms-Saal *) eingeschränkte Sitzplatz-Anzahl von 126 Plätzen

Ab zwei Monaten vor jedem Tonkünstler-Konzert bis zum Vortag eines Konzertes (bei Sonntag Nachmittag-Konzerten bis zum Freitag vor dem Konzert) liegen die Zählkarten im Tonkünstler-Kartenbüro im Wiener Museumsquartier auf. Die bis zum Konzerttermin noch nicht ausgegebenen Zählkarten sind dann am Tag des Konzertes an der Kassa des Wiener Musikvereins gegen Vorlage einer gültigen Konzertkarte erhältlich. Die Kassa des Musikvereins öffnet an Sonntagen um 15 Uhr. Die Einführungsgespräche sind ein Gratis-Service der Tonkünstler für ihr Publikum. Zählkarten können nur im Rahmen der Verfügbarkeit ausgegeben werden, sodass wir leider keinen Sitzplatz bei einem Einführungsgespräch garantieren können.

Impressum Medieninhaber (Verleger): Niederösterreichische Tonkünstler Betriebsges.m.b.H., Kulturbezirk 2, 3109 St. Pölten. Herausgeber: Verein Tonkünstler-Orchester Niederösterreich. Für den Inhalt verantwortlich: Johannes Neubert. Redaktion: Rainer Lepuschitz. Mitarbeit: Mag. Edith Schweitzer, Mag. Bettina Büttner, Mag. Wilfried Edlinger. Visuelle Gestaltung: Fuhrer, Wien. Produktion: Walla, Wien. Bildnachweis: Votava (Titel, Seiten 1, 2, 3), Eric Marinitsch (Seite 5), Helmut Lackinger (Seite 9), Pavel Antonov (Seite 10), Kai Bienert (Seite 12), Plexifilm (Seiten 1, 14, 15), James Morrison Enterprises (Seiten 1, 16), Reinhard Öhner (Seiten 1 und 20, Rückseite), die anderen unbenannt; Montagen: Lackinger (Seite 9), Fuhrer (Seiten 12, 14, 15) Redaktionsschluss: 15. 12. 2005 Termin-, Programm- und Besetzungsänderungen bleiben vorbehalten. Für etwaige Druckfehler wird keine Haftung übernommen.

Ab: rz 2006 ä 4. M 3100St.Pölten

T02742/908060-55

Mit: Mercedes Echerer, Antje Hochholdinger, Karin Yoko Jochum, Louise Martini I Wolf Aurich, Thomas Mraz, Mirko Roggenbock, Othmar Schratt, Johannes Seilern, Erwin Steinhauer, Helmut Wiesinger.

www.landestheater.net 21


Drei aus neun Konzerten Wählen Sie 3 aus 9 Tonkünstler-Konzerten im Wiener Musikverein zum sensationellen Schnupper-Preis von nur 45 Euro! So 29. 1. 16 Uhr Nordlichter | Per Tengstrand Klavier | Kristjan Järvi Dirigent NIELSEN, STENHAMMAR, SIBELIUS (Der Schwan von Tuonela) Sa 25. 2. 19.30 Uhr | So 26. 2. 16 Uhr Glaubensbekenntnis | Bruno Weil Dirigent PÄRT, REGER, MENDELSSOHN BARTHOLDY (Reformationssymphonie), HINDEMITH So 12. 3. 16 Uhr | Mi 15. 3. 19.30 Uhr Vive la France! | Charlotte Hellekant Mezzosopran | Kristjan Järvi Dirigent HAYDN, CANTELOUBE, MUSSORGSKI/RAVEL (Bilder einer Ausstellung) So 2. 4. 16 Uhr Brahms & Mozart à la Haydn | Baiba Skride Violine | Andrés Orozco-Estrada SCHNITTKE, BRAHMS (Violinkonzert), MOZART So 23. 4. 16 Uhr Beethovens Erben | Isabelle van Keulen Violine | Stefan Sanderling Dirigent BEETHOVEN, ADAMS, BRAHMS (1. Symphonie) So 14. 5. 16 Uhr | Di 16. 5. 19.30 Uhr Die Fünfte | James Morrison Trompete | Kristjan Järvi Dirigent HAYDN, KOEHNE, BEETHOVEN (5. Symphonie)

T (01) 586 83 83 | www.tonkuenstler.at | tickets@tonkuenstler.at

Ausgabe 1/2006, Tonkünstler-Orchester Niederösterreich Sponsoring-Post Vertragsnummer: GZ 02Z034306 S BNPA: 3100 St. Pölten

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Tonkünstler-Magazin Nummer 8  

Februar bis August 06

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