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Gipfeltreffen Andrés Orozco-Estrada eröffnet die Saison 11-12

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ZEIT PUNKTE La vie en rose Sagenhafter Norden


DAS HAB’ ICH VOM KURIER

Inhalt

GUTEN TON

Gipfeltreffen Andrés OrozcoEstrada dirigiert zur Saisoneröffnung Werke von Beethoven, Mendelssohn und Iván Eröd. Seiten 2/3 ZEIT:PUNKTE Daniel Hope, Andrés Orozco-Estrada und die Tonkünstler präsentieren Neue Musik im Rahmen von Wien Modern. Seiten 4/5 Die Jurowskis Familienporträt: Vater Michail und seine Söhne Dmitri und Vladimir verbindet die gemeinsame Liebe zum Dirigieren. Seiten 6/7 La vie en rose Maria Bill ist mit Chansons der unvergesslichen Edith Piaf und des großen Jacques Brel im Musikverein zu Gast. Seite 8

Editorial Liebe Musikfreunde!

Traumland Violinvirtuose James Ehnes und Dirigent Wayne Marshall laden zu einer Reise über den Atlantik ins Land der Träume. Seite 9 Weihnachten & Gloria Das Weihnachtskonzert und das Aboprogramm «Gloria» stimmen auf die schönste Zeit des Jahres ein. Seiten 10/11 Sagenhafter Norden Faszinierende Klänge von Grieg, Sibelius und Martinsson verlocken zu einem Ausflug nach Skandinavien. Seiten 12/13

Neujahr & Silvester Alfred Eschwé und die Tonkünstler begrüßen den Jahreswechsel mit einer stimmigen und bunten Konzertserie. Seiten 14/15 TonkünstlERLEBEN Die Tonkünstler sind im Gespräch: Interviews und Stories mit prominenten Freundinnen und Freunden des Orchesters. Seite 16

Herzlich willkommen am Beginn der Konzertsaison 11-12 und zur neuen Ausgabe unseres Tonkünstler-Magazins! Was erwartet Sie in der kommenden Zeit? Neben unserem Kernrepertoire aus Klassik und Romantik setzen wir bewusst wieder neue Akzente: Für unser Eröffnungskonzert wurde auch heuer wieder ein Kompositionsauftrag vergeben: Iván Eröd hat ein Klarinettenkonzert geschrieben, das die herausragende Sharon Kam aus der Taufe heben wird. Symphonisch umrahmt wird die Uraufführung von Mendelssohn Bartholdy und Beethoven. Die Tonkünstler und ich stellen Ihnen in einem weiteren Konzert Musik von Saint-Saëns und Schubert vor, mit dessen Messe in As-Dur wir – zusammen mit dem Wiener Singverein – unsere Aufführungstradition großer Chorwerke fortsetzen. Und es warten weitere interessante Programme auf Sie: Wayne Marshall dirigiert Musik aus Nordamerika, John Storgårds entführt uns in die Klangwelt Skandinaviens und Martin Haselböck dirigiert das Weihnachtskonzert mit Musik von J. S. Bach. Besonders begrüßen möchte ich Frau Mag. Maria Grätzel, die im Oktober als Geschäftsführerin des Tonkünstler-Orchesters und der Grafenegg Kulturbetriebsgesellschaft antritt, nachdem sie zuletzt als Orchesterdirektorin beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin erfolgreich tätig war. Ich freue mich schon jetzt auf die Zusammenarbeit! Mit Spielfreude und Ernsthaftigkeit, mit Mut zu Neuem und Sinn für Tradition gehen wir in die neue Saison. Ihnen, liebe Freunde der Tonkünstler, wünschen wir viele anregende Stunden in unseren Konzerten! Ihr

Andrés Orozco-Estrada und das Tonkünstler-Orchester

Ihr Kalendarium zum Herausnehmen finden Sie in der Heftmitte.

KKURIER URIER wünscht wünscht gute gute Unterhaltung Unterhaltung.

KURIER.at

T O N K Ü N S T L E R - M A G A Z I N

A U S G A B E

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«Da habe ich gleich nach dem Höchsten gegriffen …» Iván Eröd

Andrés Orozco-Estrada

Jugendlichkeit, Heiterkeit und

Ernst «Gipfeltreffen»: Das Motto für das Eröffnungskonzert des Tonkünstler-Orchesters in der Saison 11-12 lässt sich auf mehrfache Weise verstehen. Denn zum einen treffen mit Felix Mendelssohn Bartholdy und Ludwig van Beethoven zwei der größten Symphoniker mit einem der prominentesten österreichischen Komponisten der Gegenwart zusammen. Und zum anderen steht in dem von Chefdirigent Andrés Orozco-Estrada geleiteten Programm im neuen Klarinettenkonzert von Iván Eröd, das als Auftragswerk des Tonkünstler-Orchesters uraufgeführt wird, eine der renommiertesten Instrumentalistinnen unserer Tage im Mittelpunkt. Durch die israelische Klarinettistin Sharon Kam ist in der – laut Selbstbeschreibung des Komponisten «eher heiteren» – Novität sichergestellt, dass 2

Sharon Kam

Die Klarinettistin Sharon Kam und Andrés Orozco-Estrada interpretieren mit dem Tonkünstler-Orchester Musik von Beethoven, Mendelssohn Bartholdy und ein neues Werk von Iván Eröd.

alle Facetten des vielseitigen Instruments, wie sie das Stück verlangt, zur Geltung kommen werden. «Ich liebe die Klarinette», sagt Iván Eröd. Und so ist ihm seine Entscheidung alles andere als schwer gefallen, für welche Besetzung er sein Auftragswerk des TonkünstlerOrchesters für den Auftakt der kommenden Saison schreiben wollte. Ein Konzert für Orchester und ein Blasinstrument nach Wahl des Komponisten sollte es nach den Vorstellungen von Andrés Orozco-Estrada sein, und da sich der 1936 in Budapest geborene Eröd der Klarinette von allen Bläsern am nächsten fühlt, war die Sache für ihn sofort klar. «Sie hat einfach die meisten klanglichen Möglichkeiten, und die werden in meinem neuen Stück in allen Spielarten ausgenützt.»

Auch hinsichtlich der Frage nach seinem Wunsch für die Solistin oder den Solisten zögerte der Musiker nicht lange: «Da habe ich gleich nach dem Höchsten gegriffen, ohne natürlich sicher sein zu können, ob Sharon Kam zusagen würde. Ich kannte sie zwar erst ganz kurz, war aber total begeistert von ihrem Spiel, als ich sie in einigen Kammermusikkonzerten in Wien gehört habe. Denn es kommt bei ihr weniger auf die solistische Akrobatik an, sondern auf den Ton, den Ausdruck und die Phrasierung.» Umso glücklicher war Eröd dann, als die Ausnahmeklarinettistin rasch und gerne zusagte, diese Uraufführung zu übernehmen. Bei Sharon Kam ist Eröds neues Klarinettenkonzert in den denkbar besten Händen. Denn die Israelin hat seit ihrem Sieg beim Interna-

tionalen ARD Musikwettbewerb im Jahr 1992 ker sehe, bejaht der Komponist, wenngleich nicht nur eine Traumkarriere im klassischen er hinzufügt, dass nicht nur Mendelssohn Bereich hingelegt, sondern sich auch immer auch seine ernsten Seiten habe und er selbst für zeitgenössische Musik interessiert. Davon manche Stücke voller Trauer geschrieben hat. Dennoch: Auch bei Eröd überwiegen bei künden etwa ihre Erstaufführungen von Konzerten aus der Feder von Krzysztof Penderecki, weitem die froh gestimmten Kompositionen. Dabei lässt im Zusammenhang mit der UrPeter Ruzicka oder Herbert Willi. Auch insofern passt die Künstlerin bestens aufführung seines Klarinettenkonzerts nicht in das Konzept, das vom Tonkünstler-Orches- zuletzt Beethovens «Schicksals-Symphonie» ter verfolgt wird: Neue Werke nehmen hier daran denken, dass in Eröds Biographie eine nämlich neben der intensiven Beschäftigung Katastrophe ihre tiefen Spuren hinterlassen mit den großen Namen aus der Tradition ei- hat. Sein Bruder Endre und seine Großeltern wurden in den Konzentranen besonderen Stellenwert tionslagern der Nationalein; Musikstücke aus den versozialisten ermordet. Wer schiedensten Epochen sollen «Ich kannte sie zwar die Musik von Iván Eröd sich gegenseitig bereichern. erst ganz kurz, war mit diesem Wissen hört, Und so erklingt die Eröd-Ur- aber total begeistert der wird sensibel für die aufführung im Eröffnungs- von ihrem Spiel …» konzert der Saison neben der Iván Eröd Zwischentöne seiner lebensbejahenden Haltung. berühmten 5. Symphonie Ludwig van Beethovens – für Eröd «der Knüller Und er bekommt ein offenes Ohr für jene schlechthin» – und der wenig bekannten Sym- Tiefe, die bei ihm noch bei den positivsten, phonie Nr. 1 des erst 15-jährigen Felix Men- ausgelassensten Stimmungen herrscht. Denn delssohn Bartholdy. Wie der bereits im Vorjahr da ist jemand, der nach dem Grundsatz des aufgeführte «Lobgesang» wird auch Mendels- Psychoanalytikers Viktor E. Frankl denkt und sohn Bartholdys symphonischer Erstling sowie handelt: «Trotzdem ja zum Leben sagen.» ObEröds Klarinettenkonzert auf CD erscheinen. wohl Eröd die Erinnerung an die Gescheh«Es ist merkwürdig, aber ohne dass ich das nisse seiner frühen Biographie wach halten besonders befördern würde, wird meine Mu- möchte, handelt es sich dabei, wie er es aussik sehr oft mit jener von Mendelssohn kom- drückt, «nicht um ein Trauma, das mich auf biniert, zu dem ich einen ganz besonderen Schritt und Tritt verfolgt.» Außerdem sollte Draht habe.», sagt Iván Eröd. Die Frage, ob er bald, nach seiner Flucht aus Ungarn nach dem in der hellen, optimistischen Grundstimmung Scheitern des Volksaufstandes von 1956, mit seiner Musik eine Verbindung zum Romanti- seinem Umzug nach Österreich, seinen be-

Iván Eröd

ruflichen Erfolgen und dem Familienleben «eine glückliche Periode meines Lebens kommen, die dann ja viel länger dauerte.» Und auch das Klarinettenkonzert, das traditionell dreisätzig gehalten ist, aber denkbar frei mit den klassischen formalen Vorgaben umgeht, spiegelt Eröds optimistische Weltsicht wider: «Es zeigt eher die sonnigen Seiten des Lebens und ist daher auch eher heiter.» Verbunden mit der Saisoneröffnung ist auch ein Projekt, das die Grenzen überschreitende Kraft der Musik widerspiegelt: Mit dem vorgestellten Konzertprogramm reisen die Tonkünstler wenige Tage nach den Aufführungen in Österreich nach Brünn, wo sie das internationale Musikfestival «Mährischer Herbst» eröffnen. DANIEL ENDER Der Autor ist Musikwissenschaftler und -journalist, Chefredakteur der Österreichischen Musikzeitschrift und ständiger freier Mitarbeiter der Tagezeitung Der Standard sowie der Neuen Zürcher Zeitung.

GIPFELTREFFEN So 2. 10., 16 Uhr, Musikverein Wien Mo 3. 10., 19.30 Uhr, Festspielhaus St. Pölten Mi 5. 10., 19.30 Uhr, Musikverein Wien 3


«… die Tonkünstler sind geradezu prädestiniert für dieses Konzertprojekt.»

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ZEIT PUNKTE und Schwerpunkte

Musik im Hier und Jetzt Die Tonkünstler konnten in den vergangenen Saisonen erfolgreich mit manchem Vorurteil aufräumen; darunter auch mit jenem Gerücht, in den Konzerten würde nur «traditionelles» Repertoire gespielt werden. Bevor wir uns dem imposanten Stand der Dinge zuwenden, ist ein Rückblick angebracht: 1907 fand das erste Tonkünstler-Konzert statt. Auf dem Programm stand unter anderem die «Sakuntala»-Ouvertüre von Karl Goldmark, aufgeführt in Anwesenheit des Komponisten. Nur sechs Jahre später brachten die Tonkünstler die «Gurrelieder» von Arnold Schönberg zur Uraufführung. Tradition und Innovation: Diese beiden Triebfedern haben im Lauf der vergangenen 104 Jahre ihre Spuren in der Grundhaltung des Orchesters hinterlassen. Mit dem Antritt von Andrés Orozco-Estrada als Chefdirigent wurde ein neues Konzept für die Pflege der Musik unserer Zeit entwickelt. So steht am Beginn jeder Saison eine Uraufführung auf dem Programm, die mit großer Symphonik kombiniert wird. Christian Muthspiel, Gerald Resch und Iván Eröd (siehe Seite 2) komponierten bereits für diese Konzertreihe. Und im Oktober des Vorjahres stellte Andrés Orozco-Estrada mit den Tonkünstlern ein neues Konzertformat vor, das ausschließlich der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts gewidmet ist. Mit überwältigend positiver Resonanz wurde die Idee vom Publikum und der Presse aufgenommen. Eine Fortsetzung ist die logische Folge. In Zusammenarbeit mit Wien Modern erstellten 4

Am 8. November geben die Tonkünstler unter Andrés Orozco-Estrada ihr Debüt im Rahmen von Wien Modern. Gemeinsam mit dem Festival für Neue Musik wurde ein ehrgeiziges Konzertprojekt koproduziert, in dem zwei der heurigen Schwerpunkte bedient werden. Als Solist ist kein Geringerer als Stargeiger Daniel Hope zu Gast.

die Tonkünstler ein Konzertprogramm, das sich mit zwei Schwerpunkten des heurigen Festivals beschäftigt: zum einen die UK Collection und zum anderen die Arbeit des österreichischen Komponisten Wolfgang Mitterer. Im Hinblick auf die Beschaffenheit der aufgeführten Werke sind die Tonkünstler geradezu prädestiniert für dieses Konzertprojekt. Zunächst nach England: Eröffnet wird mit dem Orchesterstück «Magnetite» von Emily Howard. Die junge britische Komponistin spürt in diesem Werk Kleinstpartikeln in einer imaginären Kristallstruktur von Magnetitgestein nach. In «Magnetite» wird musikalisches Material aus unsichtbaren Kräften geschaffen. Partikel, quasi musikalische Gedanken, beeinflussen einander permanent. Die damit einhergehende Bewegung dominiert den Beginn des Stücks, bevor die Bausteine von «Magnetite» zur Ruhe finden. Als arrivierten Landsmann von Emily Howard kann man Peter Maxwell Davies bezeichnen, dessen zweites Violinkonzert «Fiddler on the Shore» von Daniel Hope und den Tonkünstlern aufgeführt wird. Nach Lehr- und Wanderjahren in den USA, Italien und Australien kehrte Sir Peter nach Großbritannien zurück, um sich Anfang der 70er Jahre auf den schottischen Orkney-Inseln niederzulassen. Hier zeigt sich eine auffällige Parallele zu seinem Landsmann Benjamin Britten: Peter Maxwell Davies entwickelte sich zu einem Komponisten, der «mitten unter uns» lebt. Er gründete das St Magnus Festi-

val, das alljährlich in der Orkney-Hauptstadt Kirkwall stattfindet. Gegen die Errichtung einer Anlage zum Uranabbau auf den Orkneys protestierte er 1980 erfolgreich mit «The Yellow Cake Revue». Im Geist des Engagements für seine Umgebung schrieb Peter Maxwell Davies sein zweites Violinkonzert «Fiddler on the Shore». Angeregt durch einen ausgedehnten Spaziergang am Strand mit einem Orkney-Folkmusiker, verbindet der Komponist zwei Themen in einem übergeordneten Wunschgedanken: die Bewahrung vor dem allmählichen Versinken. Einerseits sieht Davies die traditionelle Musik der Orkneys in Gefahr, weil sich immer weniger Leute für diese Art des Musizierens begeistern. Gleichzeitig arbeitete der Komponist in sein Werk auch eine Tatsache ein, die ihn beunruhigt: Die Orkney-Inseln werden eines Tages vom steigenden Meeresspiegel verschluckt werden. Die Sorge um das Verschwinden einer authentischen Musizierkultur und die Angst, dem dräuenden Untergang der Heimat zusehen zu müssen, dienten Peter Maxwell Davies als Inspirationen zu seinem zweiten Violinkonzert, das 2009 von Daniel Hope im Leipziger Gewandhaus uraufgeführt wurde und jetzt erstmals in Wien zu hören ist. Der Höhepunkt des Konzertabends ist die Uraufführung von Wolfgang Mitterers «raetselhaft», ein breit angelegtes Orchesterwerk in drei Teilen. Mitterer, dem «radikale Offenheit gegenüber musikalischen Genres» (D. Weberberger) attestiert wird, spielt mit «raetselhaft» den Ausführenden wie den

«So etwas habe ich noch nie gehört.» Wolfgang Mitterer Hörenden Aufgaben zu: So erschwert er die Orientierung durch komplexe Rhythmen und baut eine Vielzahl von Anklängen und Zitaten früherer Epochen ein. Man darf sich auf eine spannende Suche begeben. Bestens erprobt im Umgang mit Improvisation, kontrastierenden Stilmitteln und dem Einsatz von Elektronik, sieht Mitterer sein Stück als sorgfältig vorbereitete Kombination von live gespieltem und vorgefertigtem Material; dazu gehören verfremdete elektronische Klänge, die einem Morphing-Prozess unterzogen wurden. Mitterer ist sich dabei der Gefahren bewusst: «Das klingt dann sehr schnell wie ‹neue› Musik, krampfhaft und ein bisschen aggressiv. Das soll es aber nicht werden, mir ist das Spielerische sehr wichtig!» Und einen Anspruch stellt Mitterer an sich selbst: «Ich will, dass es nach der Uraufführung eine ordentliche Zahl von Leuten gibt, die sagen: ‹So etwas habe ich noch nie gehört.›» Die Tonkünstler fungieren hier als starker Partner: Selten gehörte, nie gehörte und unerhörte Klänge gehören eben dazu. Ans Aufhören denken die Tonkünstler jedenfalls nicht. ALEXANDER MOORE Der Autor ist Dramaturg und Redakteur des Tonkünstler-Orchesters und lebt als freier Musikjournalist in Wien.

ZEIT: PUNKTE Di 8. 11., 19.30 Uhr, Musikverein Wien

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Der Taktstock fällt nicht weit vom Stamm Michail Jurowski

Die Jurowskis sind eine einzigartige Familie: Mit Michail, Vladimir und Dmitri umfasst sie gleich drei Dirigenten von Weltrang. Zwei von ihnen (Michail und Dmitri) werden in der kommenden Zeit mit dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich auftreten; Sohn Vladimir ist im Sommer 2012 in Grafenegg zu Gast.

«Meine Schuld an all dem ist groß – und es tritt. Vater Michail seinerseits steht und stand stimmt mich glücklich». So spricht Michail auch an den Pulten der Semperoper, der KoJurowski, der Erste Gastdirigent des Ton- mischen und der Deutschen Oper Berlin, des künstler-Orchesters Niederösterreich, über Teatro Carlo Felice in Genua, des WDR Runddie Tatsache, dass seine beiden Söhne Vladi- funkorchesters, des London Symphony Orchestra oder – wie demnächst mir und Dmitri – in der Mailänder Scala. höchst erfolgreich in Seinen Einfluss auf die Beseine Fußstapfen tre- «… wenn man ein Kind rufswahl seiner Söhne führt ten. Der ältere Bru- bekommt, muss man Michail Jurowski nicht allein der von Anfang an erkennen, was Gott ihm darauf zurück, dass bereits mit großer Begeiste- geschenkt hat.» rung, der jüngere Michail Jurowski sein Großvater mütterlicherseits Dirigent und der Vater nach Überzeugungsarbeit, heute aber nicht minder erfolgreich. Komponist war, sondern vor allem darauf, Vladimir ist als Musikchef des Glyndebourne dass er das Talent seines Nachwuchses früh Festivals, als Chefdirigent des London Phil- erkannte und förderte: «Ich bin nicht sicher, harmonic Orchestras und als Gast an Häu- ob man Talent zum Dirigieren vererben kann, sern wie der Metropolitan Opera New York, aber wenn man ein Kind bekommt, muss der Operà Bastille in Paris und an der Sem- man erkennen, was Gott ihm geschenkt hat.» peroper in Dresden tätig; weiters arbeitet er Auch die Schwester Vladimirs und Dmitris, mit den Berliner Philharmonikern, dem Chi- Maria, habe «ein wunderbares Dirigiertalent, cago Symphony Orchestra und dem Russi- aber sie hat meine Vorschläge in diese Richschen Nationalorchester zusammen. Den tung absolut abgelehnt. Nun ist sie ein geBruder Dmitri hörte man bereits in Genua, suchter Sprachcoach für Sänger und Chöre», Berlin, Valencia und Wexford und an der sagt Michail Jurowski stolz. Während Vladimir ihm früh nacheiferte Vlaamse Opera in Antwerpen und Gent, wo er demnächst als Generalmusikdirektor an- und nach wenigen Assistenzen beim Vater 6

eine selbständige Karriere begann, hatte Dmitri ein Leben als Solocellist angestrebt, bis eine frühe Arthrose dies unterband. Michail sah die naheliegende Alternative, doch Dmitri war nicht sofort begeistert: «Er sagte: Ein dritter Jurowski als Dirigent, das geht nicht. Ich sagte: Das geht, du hast ein sehr gutes Gehör, ein wunderbares musikalisches Einfühlungsvermögen und eine große Begabung dafür», erzählt Michail. Dmitri beschreibt sein anfängliches Zögern noch drastischer: «Ich war von allen um mich herum am wenigsten überzeugt. Ich habe mich am Cello sehr wohl gefühlt, aber das Schicksal wollte es anders. Und mir war klar, dass ich bei der Musik bleiben wollte.» Auch die hohen Erwartungen ließen ihn zweifeln, vor allem jene, die er selbst an sich stellte: «Wenn man mehr als genug Mitglieder in der Familie hat, die in einem Beruf erfolgreich sind, muss man ausgezeichnet sein oder man lässt es. Man hat eine besondere Verantwortung. Den größten Druck spüre ich von mir selbst.» Was dem Senior bekannt vorkommen dürfte, hatte er doch anfangs selbst eine Karriere als Regisseur überlegt, da er sich von seinem komponierenden Vater vorbelastet fühlte. Doch die

Vladimir Jurowski

Dmitri Jurowski

Liebe zur Musik sei zu übermächtig gewesen ist toll, wenn man Erfahrungen austauschen und das Talent hervorgebrochen, wie bei kann. Mein Vater hat uns nie eine Meinung Dmitri: «Ich hatte schon, als ich mit ihm als aufgezwungen und uns immer vermittelt, Solist am Cello arbeitete, gemerkt, dass er dass es wichtig ist, für seine Ansicht einzudas Orchester führte», sagt Michail Jurowski. stehen. Ich bin froh, dass wir uns alle drei «Beim Dirigieren geht es auch um die Kunst sehr viel helfen können.» Und das, obwohl der Übertragung auf die anderen Musiker – oder weil jeder seinen eigenen Stil gefunden das kann man nicht lernen, das hat man oder hat: «Sie sind im Temperament sehr unterman hat es nicht.» Dmitri jedenfalls hat es. schiedlich, Vladimir ist philosophischer und Auch er ging wie Vladimir anfangs durch härter, Dmitri sehr natürlich und spontan», eine intensive Schulung des Vaters: «Aber sagt der Senior über seine Söhne. Insofern wird es, auch wenn die Jurowskis beide haben zur richtigen Zeit von mir gehört: Das war unsere letzte Zusammenarbeit, mit gleichen Orchestern spielen, schwierig sein, Vergleiche zu ziehen. Michail wird mit jetzt musst du selbst zurecht kommen». den Tonkünstlern einen Auch heute pflegen Abend geben, den er «Rodie Jurowskis regen meo und Julia» gewidmet Austausch über ihre je- «Er sagte: Ein dritter hat. Dabei dirigiert er die so weiligen Arbeiten. Jurowski als Dirigent, unterschiedlichen Komposi«Unsere Telefonrech- das geht nicht. Ich sagte: tionen zu dem Thema von nung hat kosmische Das geht …» Ausmaße angenomMichail Jurowski Pjotr Tschaikowski und Sergej Prokofjew, kombiniert men – wenn etwa Vladimir in Glyndebourne, Dmitri in Antwerpen mit dem dritten Klavierkonzert Rachmaniund ich in Wien oder Oslo dirigiere, telefo- nows, das Boris Berezovsky spielt. Dmitri ist nieren wir abends noch und sprechen darü- schon wenige Tage zuvor mit den Tonkünstber, wie die Aufführung war», beschreibt Mi- lern auf dem Podium zu erleben, hier wurde chail Jurowski. Was auch Dmitri schätzt: «Es Mozart und Cherubinis Requiem gewählt. Vla-

dimir gastiert nächsten Sommer in Grafenegg. Dass Michail und Dmitri Jurowski mit dem gleichen Orchester spielen, ist keine Seltenheit, gerade zu den Tonkünstlern hat der Senior aber einen besonderen Bezug: «Das Orchester und ich: das ist eine Liebe, die jetzt schon einmalige zehn Jahre andauert. Ich freue mich, dass ich Anteil an der Entwicklung der Musiker habe und ich bin sehr dankbar für die Zusammenarbeit. Von mir aus kann sie gerne weitergehen, es gibt noch so vieles, das wir noch nie zusammen gespielt haben.» THERESA STEININGER

Theresa Steininger ist freie Kulturjournalistin und Redakteurin der Kulturzeitschrift k2 und www.k2centrope.com.

MOZART UND CHERUBINI So 16. 10., 18 Uhr, Festspielhaus St. Pölten ROMEO UND JULIA Sa 22. 10., 18.30 Uhr, Auditorium Grafenegg So 23. 10., 16 Uhr, Musikverein Wien Mo 24. 10., 19.30 Uhr, Festspielhaus St. Pölten 7


9. 19.30 Uhr

14. 9. 19.30 Uhr

So 11.

Mi

Wiener Neustadt | Stadttheater

Casino Baden | Festsaal

Stift Göttweig | Kirche

EINFÜHRUNG im Salon 1-2

9. 19 Uhr

18.30 Uhr

Sa 17.

Stift Altenburg | Bibliothek

Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal

9. 16 Uhr

9. 19.30 Uhr

EINFÜHRUNG im Großen Saal

Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal

So 18.

Fr 23.

18.30 Uhr

9. 19.30 Uhr

18.30 Uhr EINFÜHRUNG im Großen Saal

Video Sopran Glasharmonika

Hammerflügel, Dirigent

Dirigent

Schauspiel Inszenierung

Licht

SEPTEMBER – NOVEMBER 2011

Violine, Dirigent

JUNGE GENIES

Dirigent

EINFÜHRUNG: Alexander Moore

ALLEGRO VIVO

ABENDEMPFINDUNG

Tanz Bühne, Kostüme Dramaturgie

EINFÜHRUNG: Sandra Windfuhr

RADIOSENDUNG «TONKÜNSTLER»

Moderation

ORF, Radio Niederösterreich

9. 21.03 Uhr

GIPFELTREFFEN

Klarinette

Musikverein Wien | Großer Saal

EINFÜHRUNG: Barbara Rett

10. 16 Uhr

Sa 24.

Do 29.

So 2.

Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal

EINFÜHRUNG im Großen Saal

EINFÜHRUNG im Brahms-Saal

10. 19.30 Uhr

Musikverein Wien | Großer Saal

Dirigent

15.15 Uhr

Mo 3.

10. 19.30 Uhr

18.30 Uhr

Mi 5.

ERÖFFNUNGSKONZERT «MÄHRISCHER HERBST»

EINFÜHRUNG im Gläsernen Saal

Janáček Theater Brünn

Moderation, Konzeption

8

zugleich fein nuancierenden Chansonstimme Art und Weise, seit 1997 wird sie dabei von «Mister Akkordeon» Krzysztof Dobrek bein ihrer Piaf-Show im In- und Ausland. Und sie trifft nicht nur in den Klassikern – gleitet. Da ist ihr Gesang, einfühlsam auf den von «L’accordéoniste», «Milord», «Mon dieu» hin zu «La foule» und «Je ne regrette rien» – Inhalt der alten, ruppigen oder weichen Lieder den speziellen Ton, die Klangfarbe und den der Wundersängerin abgestimmt, mit dem Rhythmus der Piaf, sondern es schwingen in tief im Hals sitzenden «r» der Piaf. Da ist ihre hohe Kunst, all die Facetten der Stimme auch all die von Edith Piafs Charakter lebendig erlittenen Verletzungen werden zu lassen: ihre Verletzund Enttäuschungen ei- «Ihre Verletzlichkeit, lichkeit, Liebesfähigkeit, Lebensner Frau mit, die sämt- Liebesfähigkeit, freude, ihr durchdringendes Laliche Höhen und Tiefen Lebensfreude, ihr chen, die Selbstzweifel, Enttäudes Lebens kennen ge- durchdringendes schung und Hoffnung – kurz, lernt hat. Lachen …» ein berührendes Wechselbad der «Maria Bill war die beste Piaf seit Edith», schrieb ein Kritiker. Gefühle. Und da – und das ist der Clou – erUnd ein anderer: «In Zukunft wird man nicht klingen erstmals speziell für die Tonkünstler mehr Edith Piaf sagen können, ohne gleich- geschaffene Orchester-Arrangements für die Chanson-Preziosen, auf dass auch jeder, der zeitig an Maria Bill denken zu müssen.» 2000 wagte sie ein neues musikalisches die Bill als Piaf schon kennt, am Ende begeisAbenteuer mit «Maria Bill singt Jacques Brel». tert sagen kann: «Non, je ne regrette rien». Dessen poetische, manchmal ironische Chan- Es spricht jedenfalls viel dafür, sich darauf sons wie «Amsterdam», «Madeleine», «Ma- zu freuen! thilde» etc. erzählen von einer anderen Welt WERNER ROSENBERGER als jener der Piaf, auch wenn sie von Liebe und überraschendem Wiederfinden handeln. Der Autor ist Redakteur im Ressort Kultur & Medien der Zur Konzert-Show «La vie en rose», die Tageszeitung Kurier und lebt in Wien. sowohl im Wiener Musikverein als auch im Festspielhaus St. Pölten zu erleben ist, gibt es ein spezielles Design. Maria Bill singt LA VIE EN ROSE Evergreens von Edith Piaf und Jacques Brel Fr 25. 11., 20 Uhr, Musikverein Wien und interpretiert sie dabei auf ganz persönliche Sa 26. 11., 19.30 Uhr, Festspielhaus St. Pölten

Konzeption Dirigentin

Das ist Magie, die anrührt bis zum Atem anhalten: Maria Bill lässt mit Überzeugungskraft die Piaf in der ihr eigenen Intensität auferstehen, dass die Galionsfigur des französischen Chansons wieder lebendig wird. Gleich zu Beginn singt sie «Non, je ne regrette rien», stirbt danach vor unseren Augen, und dann dreht sich alles zum Anfang zurück. Szenen erzählen Stationen dieses turbulenten Lebens als Überleitungen zwischen den Chansons. Bei «Sous le ciel de Paris» schwebt zu Michael Horneks Piano und Krzysztof Dobreks Akkordeon eine Geschichte im Raum. «Unter dem Himmel von Paris fliegt ein Lied auf / Heute geboren im Herzen eines jungen Mannes?» Es ist zwar Maria Bills Stimme, aber es ist Edith Piafs Art zu singen: die herzerschütternde Klage, das raue Aufbegehren, der Schmerz in den dunklen Tönen. «Habt ihr schon einmal einer Nachtigall gelauscht?» schrieb Jean Cocteau über die Piaf. «Sie müht sich, sie zögert, sie krächzt, sie würgt. Sie beginnt und stockt: Dann plötzlich findet sie den ersten Ton. Sie singt und ihre Stimme überwältigt euch.» Maria Bill holt diesen Zauber zurück. Brennt und verbrennt auf der Bühne wie einst der «Spatz von Paris». 1982 erntete die Schauspielerin und Sängerin mit der Konzert-Show in der Regie von Michael Schottenberg im Wiener Schauspielhaus Hymnen bei der Kritik. Seither begeistert sie mit ihrer kräftigen und

18.45 Uhr

10. 20 Uhr

TONMAHLEREI

Maria Bill

Klarinette

Fr 7.

Auditorium Grafenegg

Gefühle

10. 16 Uhr

Eine vielversprechende Konzert-Idee: Maria Bill singt im Großen Saal des Wiener Musikvereins und im Festspielhaus St. Pölten Chansons von Edith Piaf und Jacques Brel – erstmals mit einem großen Orchester und neuen Arrangements. Bei «La vie en rose» spielen die Tonkünstler mit Fabrice Bollon am Pult, der Akkordeonist Krzysztof Dobrek und Pianist Michael Hornek ergänzen das stimmige Ensemble. Nach dem Konzert im Wiener Musikverein geht es mit dem ChillOut im Ost Klub weiter.

Musikverein Wien | Großer Saal Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal

Wechselbad der

So 9.

Di 11. 10. 10.30 Uhr Mi 12. 10. 9.30 und 11 Uhr

plugged-in


Musikverein Wien | Großer Saal

TRAUMLAND

MUSIK DER MEISTER

Sopran

Sopran

Trompete

Flöte

EINFÜHRUNG: Alexander Moore

Dirigent

Sopran Bass

Dirigent

Dirigent

Dirigent

Alt Orgel

« DUETT»-Karten nhaber erha «DUETT»-Karteninhaber en 10 % Ermäß gung au zwe Kar en be E genverans a ungen n Gra enegg n W en sow e m Fes sp e haus S Pö en

Alt Dirigent

DUET T

Dirigent

Klavier

NOVEMBER 2011 – JÄNNER 2012 11. 19.30 Uhr

Musikverein Wien | Großer Saal

Violoncello

Sa 12.

11. 19.30 Uhr Violine

Sa 19.

EINFÜHRUNG: Albert Hosp

RADIOSENDUNG «TONKÜNSTLER» Moderation

ORF, Radio Niederösterreich

Gesang Dirigent

Sopran Bass

Akkordeon

LA VIE EN ROSE

Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal

Trompete

SAGENHAFTER NORDEN

EINFÜHRUNG: Alexander Moore

WEIHNACHTSKONZERT Tenor

Dirigent

EINFÜHRUNG: Alfred Solder

GLORIA Tenor

RADIOSENDUNG «TONKÜNSTLER»

EINFÜHRUNG: Alexander Moore

Dirigent

Musikverein Wien | Großer Saal

EINFÜHRUNG im Großen Saal

Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal

EINFÜHRUNG im Gläsernen Saal

EINFÜHRUNG im Gläsernen Saal Musikverein Wien | Großer Saal

18.45 Uhr

11. 16 Uhr 15.15 Uhr

11. 20 Uhr

11. 21.03 Uhr

18.30 Uhr

11. 19.30 Uhr

So 20. Mo 21.

Do 24.

Fr 25.

11. 19.30 Uhr Musikverein Wien | Großer Saal

CHILL-OUT im Ost Klub

Sa 26.

12. 19.30 Uhr

ab ca. 21.30 Uhr

Do 1. Musikverein Wien | Großer Saal

EINFÜHRUNG im Großen Saal

Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal

EINFÜHRUNG im Brahms-Saal

Musikverein | Großer Saal

EINFÜHRUNG im Metallenen Saal

12. 19.30 Uhr 12. 16 Uhr

18.45 Uhr

Fr 2. So 4. 15.15 Uhr

12. 19.30 Uhr 18.30 Uhr Auditorium Grafenegg EINFÜHRUNG im Auditorium

EINFÜHRUNG im Großen Saal

17.30 Uhr

17 Uhr Musikverein Wien | Großer Saal

Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal

12. 16 Uhr

12. 18 Uhr

10. 12. 18.30 Uhr

Mo 5.

Sa So 11.

So 18. Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal

EINFÜHRUNG im Brahms-Saal

12. 19.30 Uhr

15.15 Uhr

Mo 19. Musikverein Wien | Großer Saal

ORF, Radio Niederösterreich

SILVESTERKONZERT

EINFÜHRUNG in der Box

12. 19.30 Uhr EINFÜHRUNG im Brahms-Saal

Auditorium Grafenegg

NEUJAHRSKONZERT

So

Moderation

Wiener Neustadt | Stadttheater

GASTSPIEL SALZBURG

29. 12. 21.03 Uhr

18.30 Uhr

Mi 21. 18.45 Uhr

Do

8. 1. 19.30 Uhr

Salzburg | Großes Festspielhaus

DAS KLINGET SO HERRLICH

Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal EINFÜHRUNG im Großen Saal

Auditorium G rafenegg Auditorium Grafenegg Konzerte « Schlossklänge» Konzerte «Schlossklänge» 9|3 3|2 8|2 2 | 116 6 | 110 0 €3 39 33 28 22 Weihnachts- und und Silvesterkonzert Silvesterkonzert Weihnachts6|4 0 | 35 35 | 30 30 | 24 24 | 18 18 €4 46 40 Familienkonzert Familienkonzert inder, € 115 5E rwachsene €7K Kinder, Erwachsene

Dirigent

1. 19.30 Uhr

Musikverein Wien | Großer Saal

Fr 13.

Sa So 29.

18.45 Uhr

12. 18.30 Uhr

28. 1. 19.30 Uhr Musikverein Wien | Großer Saal

Sa 31.

1. 16 Uhr

EINFÜHRUNG im Brahms-Saal

1. 19.30 Uhr 18.30 Uhr

EINFÜHRUNG im Gläsernen Saal

15.15 Uhr

Mo 30.

PREISE

Musikverein M usikverein W Wien ien Konzerte « Sonntag N achmittag», Konzerte «Sonntag Nachmittag», Five» und und «Sextett» «Sextett» «Take Five» «Take 6 | 43 43 | 38 38 | 34 34 | 30 30 | 18 18 €4 46 Konzerte « Plugged-In» Konzerte «Plugged-In» 8|3 5|3 2|2 9|2 5 | 118 8 €3 38 35 32 29 25 9 PUNKTE» UNKTE» € 119 Konzert « ZEIT:P Konzert «ZEIT

Festspielhaus Festspielhaus St. St. Pölten Pölten Konzerte « Tonkünstler K lassisch» Konzerte «Tonkünstler Klassisch» 9|3 3|2 8 | 22 22 | 10 10 €3 39 33 28 pezial» Konzerte « Tonkünstler S Konzerte «Tonkünstler Spezial» 4 | 110 0 (23. 9 ., 2 4. 9.) 9.) € 4 2|3 8|3 3|2 (23. 9., 24. 42 38 33 24 pezial» Konzerte « Tonkünstler S Konzerte «Tonkünstler Spezial» 27 | 20 20 | 10 10 (16. 10., 10., 26. 26. 11.) 11.) € 35 35 | 32 32 | 27 (16. Neujahrskonzerte Neujahrskonzerte 5|4 36 | 27 27 | 113 3 €4 45 411 | 36

T: T : (01) ( 0 1 ) 586 5 8 6 83 8 3 83 83 | w www.tonkuenstler.at w w. t o n k u e n st le r. a t | ttickets@tonkuenstler.at i c ke t s @ t o n k u e n st le r. a t


10. 18 Uhr

17 Uhr

10. 18.30 Uhr

So 16.

Sa 22.

17.30 Uhr

10. 19.30 Uhr

10. 16 Uhr

Mo 24.

10. 21.03 Uhr

So 23.

Do 27.

10. 19.30 Uhr

15.15 Uhr

So 30.

11. 19.30 Uhr

18.30 Uhr

Mi 2. 18.30 Uhr

11. 19.30 Uhr

18.45 Uhr

Di 8.

PREISE

Musikverein M usikverein W Wien ien Konzerte « Sonntag N achmittag», Konzerte «Sonntag Nachmittag», Five» und und «Sextett» «Sextett» «Take Five» «Take 6 | 43 43 | 38 38 | 34 34 | 30 30 | 18 18 €4 46 Konzerte « Plugged-In» Konzerte «Plugged-In» 8|3 5|3 2|2 9|2 5 | 118 8 €3 38 35 32 29 25 9 PUNKTE» UNKTE» € 119 Konzert « ZEIT:P Konzert «ZEIT

I want to be in p

Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal

EINFÜHRUNG im Großen Saal

Auditorium Grafenegg

EINFÜHRUNG in der Reitschule

Musikverein Wien | Großer Saal

EINFÜHRUNG im Brahms-Saal

Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal

EINFÜHRUNG im Großen Saal

ORF, Radio Niederösterreich

Wiener Neustadt | Stadttheater

Baden | Casino | Festsaal

EINFÜHRUNG im Salon 1-2

Musikverein Wien | Großer Saal

EINFÜHRUNG im Metallenen Saal

Festspielhaus Festspielhaus St. St. Pölten Pölten Konzerte « Tonkünstler K lassisch» Konzerte «Tonkünstler Klassisch» 9|3 3|2 8 | 22 22 | 10 10 €3 39 33 28 pezial» Konzerte « Tonkünstler S Konzerte «Tonkünstler Spezial» 4 | 110 0 (23. 9 ., 2 4. 9.) 9.) € 4 2|3 8|3 3|2 (23. 9., 24. 42 38 33 24 pezial» Konzerte « Tonkünstler S Konzerte «Tonkünstler Spezial» 27 | 20 20 | 10 10 (16. 10., 10., 26. 26. 11.) 11.) € 35 35 | 32 32 | 27 (16. Neujahrskonzerte Neujahrskonzerte 5|4 36 | 27 27 | 113 3 €4 45 411 | 36

America

Mit George Gershwin, Samuel Barber und Leonard Bernstein sind drei Spitzenvertreter der Hochkultur aus der neuen Welt in St. Pölten und Wien bei den Tonkünstlern zu Gast. Mit dem Experten für amerikanische E-Musik Wayne Marshall am Dirigentenpult sowie dem kanadischen Stargeiger und Grammy-Gewinner James Ehnes steht ein Ereignis der Extraklasse bevor.

MOZART UND CHERUBINI

EINFÜHRUNG: Markus Hennerfeind

Klavier

ROMEO UND JULIA

EINFÜHRUNG: Susanne Zobl

Moderation

Dirigent

Dirigent

Dirigent

Dirigent

DUET T

RADIOSENDUNG «TONKÜNSTLER»

Oboe

MEISTER AUS BÖHMEN

EINFÜHRUNG: Otto Brusatti

Violine

ZEIT: PUNKTE

EINFÜHRUNG: Alexander Moore

Auditorium G rafenegg Auditorium Grafenegg Konzerte « Schlossklänge» Konzerte «Schlossklänge» 9|3 3|2 8|2 2 | 116 6 | 110 0 €3 39 33 28 22 Weihnachts- und und Silvesterkonzert Silvesterkonzert Weihnachts6|4 0 | 35 35 | 30 30 | 24 24 | 18 18 €4 46 40 Familienkonzert Familienkonzert inder, € 115 5E rwachsene €7K Kinder, Erwachsene «DUETT»-Karteninhaber «DUETT»-Karteninhaber erhalten 10 % Ermäßigung auf zwei Karten bei Eigenveranstaltungen in Grafenegg, in Wien sowie im Festspielhaus St. Pölten.

T: T : (01) ( 0 1 ) 586 5 8 6 83 8 3 83 83 | w www.tonkuenstler.at w w. t o n k u e n st le r. a t | ttickets@tonkuenstler.at i c ke t s @ t o n k u e n st le r. a t

Fröhlich besingen die puertoricanischen Gangmitglieder in Leonard «Lenny» Bernsteins Idee von der amerikanischen Oper, in seiner «West Side Story», das Land der unbegrenzten Möglichkeiten: «I want to be in America». Waren die Möglichkeiten dort drüben wirklich immer unbegrenzt? Angetrieben von dieser Frage tauchen die Tonkünstler und ihre Gäste in die Welt der letzten 75 Jahre eigenständiger, amerikanischer Musikgeschichte ein, um festzustellen: Es gibt Parallelen zum alten Kontinent, aber auch eingerissene Brücken. James Ehnes

Kein Athlet, dafür ein Komponist Samuel Barber (1910 – 1981) ist ein gutes Beispiel für das Gemeinsame der Welten. In Pennsylvania in eine konservative Quäkerfamilie geboren, musste er sich gegen die Konventionen stellen. Mit neun Jahren schrieb er mit Überzeugung seine Gedanken nieder: «Liebe Mutter, ich erzähle Dir mein schreckliches Geheimnis. Bitte weine nicht. Anfangs dachten wir, ich würde Athlet. Ich glaube allerdings, ich werde Komponist, da bin ich sicher.» Samuel behielt Recht und wurde zum Inbegriff für amerikanische Musik im Europa der Vorkriegszeit. 1937 präsentierte er als erster US-amerikanischer Komponist überhaupt ein Werk bei den Salzburger Festspielen. Einen Gutteil seines Verständnisses für die europäische Musiktradition verdankt die Nachwelt Barbers langjähriger Beziehung zum italienisch-stämmigen Komponisten Gian Carlo Menotti. Die Berichte der gemeinsamen Reisen nach Italien, Frankreich oder Österreich spiegeln die tiefe Sympathie für die abendländische Kultur wider. Sein Violinkonzert baute er in klassischer Dreisätzigkeit auf: ein Werk, dessen singende Brillanz für den kanadischen Nachbarn James Ehnes perfekt geschaffen ist. Von der Presse in Übersee bereits als «Jascha Heifetz unserer Zeit» gefeiert, hat der Violinvirtuose in sämtlichen europäischen Ländern große Erfolge

Wayne Marshall

zu verbuchen. Das Gastspiel beim Tonkünstler-Orchester Niederösterreich steht unter einem optimalen Stern, da Ehnes für seine Einspielung von Barbers Violinkonzert 2008 den begehrten Grammy-Award einheimste. Porgy and Bess: Carmen meets Tannhäuser Lenny Bernsteins Schriften über seine Liebe zur europäischen Kunstmusik, speziell zu Gustav Mahlers Œuvre, sprechen für sich. Kritiker mögen ihm Anbiederung an Europa vorwerfen, mögen Bewunderer den eigenen «American way» loben: mit Wayne Marshall am Pult des Tonkünstler-Orchesters ist ein wahrer Kenner des Komponisten am Werk. Kürzlich verwirklichte der britische Dirigent, auch als Konzertorganist und Pianist erfolgreich, die Auferstehung von Bernsteins Oper «Candide» an der Berliner Staatsoper. Mit dessen Divertimento reist er nun ins Boston des Jahres 1980, zu einem Auftragswerk des dortigen Symphonieorchesters. Ganz anders verhält es sich mit George Gershwin. Er hatte wenig mit Old Europe am

Hut, sein Klavierlehrer brachte ihm das Nötigste näher. Er war kein Kenner der alten Musik, obwohl er in jeder freien Minute die Werke von Johann Sebastian Bach einstudierte. Dennoch schilderte Gershwin dem Autor der Romanvorlage DuBose Heyward seine Idee vom Porgy als «Verbindung der Romanze von Carmen mit der Schönheit der Meistersinger». Ein treffender Vergleich. Darüber hinaus wurde «Porgy and Bess» ein Vorreiter für erkämpfte Toleranz. 1935 war es Afroamerikanern nicht gestattet, an der noblen Metropolitan Opera in New York aufzutreten. Gershwin verweigerte geschminkte weiße Sänger. Die amerikanischste aller Opern trat daher über Boston ihren Siegeszug in die Welt an. Ist doch etwas Wahres dran, am Land der unbegrenzten Möglichkeiten? DANIEL WAGNER Der Autor ist Musikredakteur beim Klassiksender Radio Stephansdom und Musikkritiker der Wiener Zeitung.

TRAUMLAND Sa 19. 11., 19.30 Uhr, Musikverein Wien So 20. 11., 16 Uhr, Musikverein Wien Mo 21. 11., 19.30 Uhr, Festspielhaus St. Pölten 9


Orgelpracht

vor der Heiligen Nacht

Glanz und Gloria bieten die Tonkünstler in der Adventzeit: Chefdirigent Andrés Orozco-Estrada dirigiert eine Schubert-Messe und SaintSaëns’ «Orgelsymphonie», Martin Haselböck widmet sich dem Weihnachtsoratorium.

Zugegeben: Nicht jeder Festtagsbrauch glänzt durch Logik. Was hat ein Tannenbaum mit der Geburt Christi zu tun? Was ein Schokoladehase mit der Auferstehung? Freude machen die Rituale freilich, auch in der Musikwelt: Allweihnachtlich ziehen «Hänsel und Gretel» in die Opernhäuser – obwohl Engelbert Humperdincks Stück eigentlich nichts mit dem Advent am Hut hat. Doch was Brauch geworden ist, braucht keine Rechtfertigung mehr. Sondern lebt von der Magie der Wiederholung. Und einem festlichen Inhalt. Festlich klingt auch das Programm, das die Tonkünstler ab 18. Dezember unter dem Titel «Gloria» spielen. Eine Messe von Franz Schubert hört man da – doch auch ein anderes Stück: nämlich die «Orgelsymphonie» von Camille Saint-Saëns (Organist: Wolfgang Kogert). Die hatte zwar bisher nichts mit Weihnachten zu tun. Für ein Festtags-Ritual würde sie wohl trotzdem taugen – denn dem Kircheninstrument entströmt massiver Jubelklang. Ist dem Chefdirigenten bei der Programmplanung etwas Ähnliches durch den Kopf gegangen? Nun ja: «Das Konzert war nicht dezidiert als Weihnachtsprogramm geplant», erklärt Andrés Orozco-Estrada. Zuerst sei mit dem Wiener Singverein die Idee entstanden, Schuberts As-Dur-Messe aufzuführen. «Dann habe ich überlegt, was sich dazu ergänzen lässt. Und warum nicht Camille Saint-Saëns’ ‹Orgelsymphonie›? Die hat viel Kraft, ist pompös, französisch und gut kombinierbar.» Wobei: Die Wahl sei natürlich auch deshalb sinnvoll, weil 10

nun beide Stücke des Abends auf ihre Art «Feierlichkeit in sich tragen». Melange aus Alt und Neu Wer die «Orgelsymphonie» (korrekter: c-mollSymphonie mit Orgel, das Instrument ist hier ja nur eine Klangfarbe unter vielen) auf eine Stimmungskanone reduzieren würde, täte ihr freilich auch unrecht. Es wäre jedoch nicht das erste falsche Urteil über den Pariser Komponisten. Jäh verblasste der Stern dieses Mannes, der zu seinen Lebzeiten (1835 – 1921) als Genius galt. Nach seinem Tod aber stutzten ihn nicht wenige auf die Rolle des Traditionalisten zurecht – und ein solcher, so hieß es, sei neben den Granden der Romantik nicht weiter von Belang. Zwar mag es stimmen: Ein Tonsetzer, der das klassische Ebenmaß durch große Gefühle sprengte, war der Franzose nicht. Doch wäre es falsch, das

19. Jahrhundert allein als Tummelplatz ungestümer Romantik aufzufassen – und Künstler wie Saint-Saëns einfach abzukanzeln. Dass er kein sturer Gralshüter der Konvention war, belegt ja auch die «Orgelsymphonie». Die Idee, eine wandlungsfreudige Melodie durch alle Sätze zu schlängeln, dürfte Saint-Saëns von einem Avantgardisten aufgeschnappt haben. Und ein Werk dieses Avantgardisten – nämlich Franz Liszts «Hunnenschlacht» – könnte den Franzosen auch zum Orgeleinsatz bewogen haben. Letztlich war dann ja auch Liszt der Widmungsträger dieser c-moll-Melange aus Tradition und Neuerung. Andrés Orozco-Estrada

«Die rechte Andacht» Eigenwilliges steckt aber auch in Schuberts As-Dur-Messe (D 678), dem vorletzten Gattungsbeitrag des Wieners. Von schulmäßiMartin Haselböck

Bereits am 10. Dezember liefern die Tongem Gotteslob keine Spur: Zartfühlend führt Schubert alten Worten neue Lösun- künstler im Auditorium von Grafenegg einen gen zu, bestrickt durch einen persönlichen Adventklassiker: Nachdem im Vorjahr die Ton. Wie sich da etwa im «Sanctus» die Har- erste Hälfte des Weihnachtsoratoriums ermonien überraschend wandeln, Tonarten klang, beschäftigt sich heuer Originalklangineinander fließen, das ist ein beredtes Fachmann Martin Haselböck mit Johann Sebastian Bachs Werk – und Zeugnis vom Gefühl göttergänzt nun die übrigen Teile. licher Unermesslichkeit. Aus dem opulenten Opus, Die Echtheit des Gefühls, «Für feine Ohren ist das Bach ursprünglich für so meinte Schubert schon sie jedenfalls ein sechs Kirchgänge (vom ersten selbst, beschere seinen Seelenbalsam.» Weihnachtstag bis zum Epigeistlichen Werken Erfolg: Hymnen und Gebete komponiere er näm- phanie-Fest) erdacht hat, erklingen diesmal lich nur, wenn ihn religiöse Gefühle über- die Kantaten Nr. 1 (zur Einstimmung) sowie mannen. Dann aber sei das «auch gewöhn- Nr. 4 bis 6. Besonders freut sich Haselböck lich die rechte und wahre Andacht». Glaubt dabei auf die mittleren Stücke: «Die werden man dem Musikwissenschafter Hermann in Aufführungen oft, zu oft ausgelassen.» Kretzschmar, ist die As-Dur-Messe gar ein Während das Oratorium triumphal beginnt Gipfelpunkt: Wer sie nicht kenne, «kennt und endet, atmet ja etwa die vierte Kantate die volle Bedeutung Schuberts überhaupt eine eher pastorale Stimmung. Was Haselböck nicht». Für feine Ohren ist sie jedenfalls ein aber auch fasziniert, ist das Recycling-Gerüst Seelenbalsam, und die Tonkünstler servie- hinter Bachs Prachtbau. Der Barockmeister ren ihn mit vier exquisiten Solisten (Camilla hat für sein Oratorium bekanntlich manche Tilling, Michelle Breedt, Werner Güra, Eigenschöpfung wiederverwertet – und der Klemens Sander); den Chorpart übernimmt Kontrast zwischen altem und neuem Text ist zuweilen heiter. Fragt eine Melodie im Weihder Singverein.

nachtsoratorium «Wo ist der neugeborene König der Juden?», untermalte sie in ihrem früheren Leben die Worte «Pfui dich, wie fein zerbrechst du den Tempel». Die weihnachtlichen Varianten werden jedenfalls von Aleksandra Zamojska, Michaela Selinger, Bernhard Berchtold und Tobias Schabel gesungen, flankiert vom Wiener Kammerchor. Und wenn die biblischen Worte erklingen, werden Bachs Melodien bestimmt wieder so wirken, als wären sie nur für das Jesuskind auf die Welt gekommen. CHRISTOPH IRRGEHER Der Autor betreut als Kulturredakteur der Wiener Zeitung vornehmlich die Themengebiete Klassik und Jazz.

WEIHNACHTSKONZERT Sa 10. 12., 18.30 Uhr, Auditorium Grafenegg So 11. 12., 18 Uhr, Festspielhaus St. Pölten GLORIA So 18. 12., 16 Uhr, Musikverein Wien Mo 19. 12., 19.30 Uhr, Festspielhaus St. Pölten Mi 21. 12., 19.30 Uhr, Musikverein Wien 11


Sagenhafter

John Storgårds

Norweger, Schweden, Finnen: Musiker aus dem hohen Norden beleben und bereichern die internationale Szene seit langem auf besonders einprägsame Weise. Unter John Storgårds spielen die Tonkünstler beliebte Werke von Grieg und Sibelius – und nehmen dazwischen die virtuose Herausforderung des Komponisten Rolf Martinsson an, der für Håkan Hardenberger ein brillantes Trompetenkonzert geschrieben hat.

12

Seit mehr als 20 Jahren amtiere der schwedische Trompetenvirtuose Håkan Hardenberger als der unbestrittene König seines Instruments, dessen Fähigkeiten offenbar unbegrenzt seien, jubelte der Londoner Evening Standard erst vor kurzem: «Nicht nur ist seine Technik felsenfest, sein Ton bleibt auch immer golden». Dass sich ein Künstler von so sagenhaftem Talent nicht bloß auf den früh schon mit der klassischen Literatur etwa von Haydn und Hummel errungenen Lorbeeren ausruht, mag man für selbstverständlich erachten – doch das ist es nicht. Hardenberger wird zusätzlich von unversiegbarer Neugier nach zeitgenössischen Werken angetrieben, und das zeichnet den 1961 in Malmö geborenen Künstler besonders aus.

So hob Hardenberger im Laufe seiner Karriere bereits Stücke von so unterschiedlichen Komponisten wie Harrison Birtwistle, Hans Werner Henze, György Ligeti, Mark-Anthony Turnage oder Arvo Pärt aus der Taufe, die für ihn und seine speziellen Fähigkeiten entstanden sind – wobei auch die aus Österreich stammenden Beiträge von Olga Neuwirth, Kurt Schwertsik und nicht zuletzt HK Gruber internationales Aufsehen erregt haben. Unter den erfolgreichsten Stücken findet sich auch «Bridge», das erste Trompetenkonzert seines schwedischen Landsmannes Rolf Martinsson, bei dem der Solist zu Beginn die einzelnen Instrumentengruppen nacheinander virtuos herausfordert. Dass Hardenbergers «außergewöhnlicher Trompetenklang und

seine Musikalität» für den Komponisten die entscheidende Inspiration dargestellt haben, zeigt sich auch in der Tatsache, dass Martinsson den Namen des Solisten zu einem musikalischen Motiv verarbeitet hat. Seit der Uraufführung in Göteborg 1999 unter der Leitung von Neeme Järvi wurde Hardenberger mit diesem «Virtuosenstück par excellence», wie die Neue Zürcher Zeitung schrieb, bereits nicht weniger als 50 Mal in aller Welt bejubelt; er hat es überdies auch auf CD eingespielt. Nach diesem goldenen Jubiläum setzt Hardenberger seinen goldenen Ton nun endlich auch im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins und im Festspielhaus St. Pölten für das Werk ein – gemeinsam mit dem Tonkünstler-Orchester Nieder-

Nach der Pause dann große Symphonik: österreich und dem Dirigenten John Storgårds. Dieser bemerkenswerte finnische Mu- Kein anderer Komponist hat die finnische siker begann seine Laufbahn als Geiger, bevor Landschaft und die Wesensart seiner Landser nach weiteren Studien zunächst Gastdiri- leute so unmittelbar packend in Töne zu vergent und schließlich Chef des Philharmoni- wandeln verstanden wie Jean Sibelius. Denschen Orchesters Helsinki und des Kam- noch war für ihn stets eines wichtig zu merorchesters Lappland wurde; ab 2012 betonen: «Meine Symphonien sind Musik, fungiert er zusätzlich als ständiger Gastdiri- die als musikalischer Ausdruck ohne jedwede literarische Grundlage ergent beim BBC Philharmonic dacht und ausgedrückt worOrchestra. Rund um Martinsden ist. Ich bin kein Literasons erstes Trompetenkonzert «Nicht nur ist seine turmusiker. Für mich fängt hat er ein betörend nordisches Technik felsenfest, die Musik dort an, wo das Programm gebaut, welches in sein Ton bleibt auch Wort aufhört.» Deshalb war seiner gelungenen Mischung immer golden.» ihm, der durchaus auch aus älterer und neuer Musik auch die Offenheit und den weiten Horizont Programmmusik in Form von großartigen der nordischen Musikerseele widerspiegelt. Tondichtungen geschrieben hat, jene patrioti«Künstler wie Bach und Beethoven haben sche Deutung seiner Symphonie Nr. 2 zuwiauf den Höhen Kirchen und Tempel errich- der, die der Freund und Förderer Robert Kajatet. Ich wollte ... Wohnstätten für die Men- nus nach der Uraufführung 1902 in Helsinki schen bauen, in denen sie sich heimisch publiziert hat. Nein, auf eine bloße Schildeund glücklich fühlen ... Ich habe die Volks- rung des Kampfes der Finnen um die Unabmusik meines Landes aufgezeichnet. In Stil hängigkeit von Russland, so berechtigt dieser und Formgebung bin ich ein deutscher Ro- auch sein mochte, lässt sich dieses Werk nicht mantiker der Schumann-Schule geblieben. reduzieren. Mit einprägsamen, aber stets sich Aber zugleich habe ich den reichen Schatz wandelnden Motiven und origineller Rhythder Volkslieder meines Landes ausgeschöpft mik vermittelt Sibelius’ beliebteste Symphonie und habe aus dieser bisher noch uner- zwischen lyrischer Emphase und ernster forschten Emanation der nordischen Volks- Größe, um schließlich mit einer hymnischen seele eine nationale Kunst zu schaffen ver- Apotheose zu enden: einfach sagenhaft. sucht.» – Bescheidenheit spricht aus diesen Worten Edvard Griegs, zu große BescheiWALTER WEIDRINGER denheit. Die oft unterschätzte Innovationskraft des Norwegers erweist sich etwa in sei- Der Autor ist Musikwissenschaftler, Musikkritiker der ner beliebten Suite «Aus Holbergs Zeit»: Als Tageszeitung Die Presse, Mitarbeiter des Musikverlags im Jahre 1884 der 200. Geburtstag des dä- Doblinger und lebt als freier Musikpublizist in Wien. nisch-norwegischen Dichters Ludvig Holberg gefeiert wurde, hat Grieg dafür nämlich SAGENHAFTER NORDEN eine Reihe von Tänzen im Geiste des 18. Do 1. 12., 19.30 Uhr, Musikverein Wien Jahrhunderts geschaffen – und damit den So 4. 12., 16 Uhr, Musikverein Wien Klassizismus vorweggenommen, mit dem Mo 5. 12., 19.30 Uhr, Festspielhaus St. Pölten dann andere im 20. Jahrhundert reüssieren Fr 13. 1., 19.30 Uhr, Großes Festspielhaus sollten. Salzburg 13


Silvester- und Neujahrskonzerte Alfred Eschwé Dirigent (28. 12., 29. 12., 31. 12., 1. 1., 2. 1., 3. 1., 4. 1., 5. 1., 7. 1., 8. 1., 10. 1., 11. 1., 20. 1., 21. 1., 22. 1., 23. 1.)

Elisabeth Attl Dirigentin (9. 1., 14. 1., 16. 1., 17. 1., 18. 1., 19. 1., 23. 1., 24. 1.)

Mi 28. 12., 19.30 Uhr | Musikverein Wien | Großer Saal

Simona Šaturová Sopran

T: (01) 713 04 57, Club für Kultur und Wirtschaft

(29. 12., 1. 1. 20 Uhr, 2. 1., 4. 1., 7. 1., 8. 1., 18. 1., 19. 1., 20. 1.)

Do 29. 12., 19.30 Uhr | Musikverein Wien | Großer Saal T: (01) 713 04 57, Club für Kultur und Wirtschaft

Jennifer O’Loughlin Sopran

Sa 31. 12., 18.30 Uhr | Auditorium Grafenegg

(28. 12., 31. 12., 10. 1., 14. 1.)

T: (01) 586 83 83, tickets@tonkuenstler.at

Barbara Payha Sopran

So 1. 1., 16 & 20 Uhr | Stadttheater Baden

(1. 1. 16 Uhr, 3. 1., 5. 1., 9. 1., 11. 1., 16. 1., 17. 1., 21. 1., 22. 1., 23. 1., 24. 1.)

T: (02252) 86 800-231, gabi.fischer@baden.gv.at

Mo 2. 1., 19.30 Uhr | Johann Pölz-Halle Amstetten T: (07472) 601-454, avb@amstetten.at

Ein bunter

Strauß «Abwechslung statt Strauß-Mania» lautet Alfred Eschwés Motto für das Neujahrskonzert des Tonkünstler-Orchesters Niederösterreich. Und so findet sich kaum ein Stück, das der Dirigent in den vergangenen zehn Jahren mehrmals in jenes Programm genommen hat, mit dem er im Jänner 2012 mit den Musikern durchs Land zieht. «Ich versuche neue Wege zu gehen und Abwechslung zu bieten, das macht es für die Besucher kurzweiliger, aber auch für uns, die wir das Programm 24 Mal spielen», sagt Eschwé im Interview. Die Reaktionen geben ihm Recht: «Die Leute sagen, sie wollen nicht nur Johann Strauß hören.» So teilt Eschwé das Konzert in eine Hälfte mit «Schmankerln aus der klas14

Dirigent Alfred Eschwé gestaltet das Tonkünstler-Neujahrskonzert in gewohnt abwechslungsreicher und humorvoller Manier. Nicht nur Werke von Johann Strauß, sondern auch von Rossini, Grieg und Dvořák stehen auf dem Programm, das Eschwé wieder launig moderieren wird und in dem als Solistinnen in den 24 Konzerten alternierend Jennifer O’Loughlin, Barbara Payha und Simona Šaturová wirken.

sischen Musik», wie er es nennt, und einer zweiten, die sehr wohl Johann Strauß und der Operette gewidmet ist. Auch hier gilt, sich selten zu wiederholen: «Selbst wenn die Leute den x-ten ‹Donauwalzer› vielleicht genießen, bin ich im Herzen jemand, der sagt: Es gibt nicht zehn Stücke von Strauß, sondern rund 450. Ich versuche also solche zu bringen, die nicht zum gängigsten Repertoire gehören.» Daher stehen heuer zwar die «Fledermaus»Ouvertüre und «Feuerfest» auf dem Programm, aber auch die Quadrille aus «Eine Nacht in Venedig», die Polka schnell «Tik Tak», der Walzer «Badner Madln» und «Draußen in Sievering blüht schon der Flieder» aus der Operette «Fanny Elßler», gesungen alter-

nierend von den Sopranistinnen Jennifer O‘Loughlin, Barbara Payha und Simona Šaturová. Diese werden im ersten Teil auch die Arie «Mond, der du am tiefen Himmel stehst» der Rusalka von Antonín Dvorˇák und Gioachino Rossinis Kavatine der Rosina aus dem «Barbier von Sevilla» singen. Zudem hat Eschwé die «Tancredi»-Ouvertüre Rossinis ausgewählt: «Ich habe in den letzten Jahren viele Ouvertüren verbraucht, mir gehen langsam die bekannten Namen aus, aber diese ist schön flott und leitet gut den ‹Barbier› ein», sagt er. Außerdem werden Edvard Griegs «Peer Gynt-Suite» in einer eigenen Zusammenstellung Eschwés, Emmanuel Cha-

briers «España», Bedrich Smetanas «Tanz der Komödianten» aus der «Verkauften Braut» und als besonders bekannter Abschluss Aram Chatschaturjans «Säbeltanz» zu hören sein. «Ich wollte nach dem italienischen Element etwas Nordisches, dann etwas Russisches, um noch mehr Abwechslung in das Konzert zu bringen», sagt Eschwé. «Den Säbeltanz kennt jeder, auch ‹Solveigs Lied› ist ein bekannter Ohrwurm. Mit Chabrier gehe ich aber das Risiko ein, dass die Leute sagen: Diesmal habe ich auch etwas Neues gehört.» Auch ist es ihm ein Anliegen, Bezüge herzustellen und Kontraste herauszustreichen – «die Leute werden aufmerksamer, wenn sie darauf hingewiesen werden, dass sie Stücke aus einer Epoche hören, und so lernen, wie ähnlich oder aber wie konträr zur selben Zeit komponiert wurde.» Überhaupt sind Eschwés Moderationen längst beliebter Bestandteil der Konzerte, auch diese sollen unvorhersehbar wie das ganze Programm gestaltet sein: «Mir geht es nicht darum, schulmeisterlich über die Stücke und ihre Entstehung zu erzählen, sondern ich suche Assoziationen. Oft inspirieren mich Tagesthemen, zu denen mir Moderationen einfallen. Andererseits habe ich schon einmal im Mai zu einem Thema einen Einfall gehabt, zu dem ich dann ein passendes Stück auswählte.» Beliebt sei auch, wenn er Kommentare wie «Wussten Sie, dass Husten im Konzertsaal viel mehr Spaß macht als vor dem Fernsehapparat?» liefert und diese dann humorvoll belegt. «Wir wollen die Kluft zwischen den Leuten auf dem Podium und jenen im Zuschauerraum unbedingt beseitigen, damit das Konzert ein gemeinsamer Spaß wird.»

Di 3. 1., 19.30 Uhr | Festsaal Langenzersdorf T: (02244) 2308, gemeinde@langenzersdorf.gv.at

Mi 4. 1., 19.30 Uhr | Musikverein Wien | Großer Saal Neujahrsgala der Wiener Taxi-Innung, geschlossene Veranstaltung

Do 5. 1., 19 Uhr | Festhalle Gablitz T: (02231) 63466-0, gemeinde@gablitz.gv.at Alfred Eschwé

Sa 7. 1., 18 Uhr | Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal T: (02742) 90 80 80-222, karten@festspielhaus.at

So 8. 1., 11 Uhr | Festspielhaus St. Pölten | Großer Saal T: (02742) 90 80 80-222, karten@festspielhaus.at

So 8. 1., 19.30 Uhr | Stadttheater Wiener Neustadt T: (02622) 373-902, kulturamt@wiener-neustadt.at

Mo 9. 1., 19.30 Uhr | Jubiläumshalle Biedermannsdorf T: (02236) 711 310, gemeinde@biedermannsdorf.at Elisabeth Attl

Di 10. 1., 19.30 Uhr | Musikverein Wien | Großer Saal Faschingskonzert Theater der Jugend, geschlossene Veranstaltung

Mi 11. 1., 19.30 Uhr | Burg Perchtoldsdorf | Neuer Burgsaal T: (01) 86683-400, info@perchtoldsdorf.at

Sa 14. 1., 19.30 Uhr | Volksschule Kaltenleutgeben | Turnhalle T: (02238) 71213, gemeinde@kaltenleutgeben.gv.at

Mo 16. 1., 19 Uhr| Festsaal Echsenbach T: (02849) 8218 Simona Šaturová

Di 17. 1., 20 Uhr | Multiversum Schwechat T: (01) 70108-278, k.sommer@schwechat.gv.at

Mi 18. 1., 19 Uhr | Festsaal Pfaffstätten T: (02252) 88985, marktgemeinde@pfaffstaetten.gv.at

Do 19. 1., 19.30 Uhr | Gemeindesaal Brunn/Gebirge T: (02236) 31601-150, schneiberg@brunnamgebirge.gv.at

Fr 20. 1., 19.30 Uhr | Franz-Fürst-Freizeitzentrum Wiener Neudorf Jennifer O’Loughlin

T: (02236) 62501, gemeinde@wiener-neudorf.gv.at

Sa 21. 1., 18 Uhr | Hauptschule Neulengbach T: (02772) 52105-52, ilona.muhr@neulengbach.gv.at

So 22. 1., 16 Uhr| Kulturzentrum Schleinbach T: (0664) 181 90 86, peter.haas.tuba@aon.at

Mo 23. 1., 19.30 Uhr | Festsaal Langenzersdorf T: (02244) 2308, gemeinde@langenzersdorf.gv.at

Di 24. 1., 19 Uhr | Stadthalle Schrems THERESA STEININGER

Barbara Payha

T: (02852) 52506-101, tourismus@gmuend.at

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ge SEHEN

ge FRAGT Maria Grätzel Mag. Maria Grätzel wird im Oktober 2011 die Geschäftsführung des Tonkünstler-Orchesters und des Musikprogramms von Grafenegg übernehmen. Wir trafen die Managerin zu einem Kennenlernen.

Erzählen Sie bitte von Ihrem ersten Aufenthalt in Wien und Niederösterreich! Als Schülerin auf Klassenfahrt ging’s nach Wien, für uns damals der Inbegriff für Musik, Theater, Oper, Kunst, Kultur, Kaffeehäuser, Heurigen. Und das hat sich ja nicht verändert. Das Schöne hier ist, dass eben jeder Taxifahrer weiß, was am Abend auf den Spielplänen steht. Niederösterreich war mir bisher weniger bekannt, außer durch familiär bedingte Aufenthalte in Laa an der Thaya, von dessen Existenz ich bis vor Kurzem keine Ahnung hatte. Der erste Eindruck: Weite, Wein, Sonnenblumenfelder, flächendeckend Feste und Festivals. Erzählt man, woher man kommt und sagt frisch von der Leber weg «Aus Berlin!» erhält man zwar immer interessierte, aber doch eher auch leicht unglaubwürdige Blicke.

Worauf freuen Sie sich an Ihrem neuen Arbeitsplatz? Den neuen Aufgaben noch mit unverstelltem Blick begegnen zu dürfen. Was werden Sie an Berlin am meisten vermissen? Ich fürchte, die Philharmonie. Erinnern Sie sich an Ihr erstes Konzerterlebnis? Eher an das erste Opernerlebnis: «Hänsel und Gretel», naturgemäß

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Prof. Norbert Gollinger, Landesdirektor des ORF Niederösterreich, erlebte die Sommernachtgala 2011: «Wie jedes Jahr war die Sommernachtsgala ein herrliches Ereignis für meine Frau und mich. Traumhafte Musik, wundervolle Solistinnen und das alles vor der einzigartigen Kulisse des Wolkenturms. Man muss es einfach erlebt haben, egal ob live oder im ORF.»

ge LESEN sozusagen. Bei Konzerten wird die Erinnerung diffuser, es waren so viele. Ich weiß nur noch, dass Dvorˇ áks 9. unentwegt gespielt worden sein muss. Vielleicht liebe ich dieses Stück deshalb so. Haben Sie einen Lieblingskomponisten? Der musikalische Kosmos ist einfach zu reich, um einen Komponisten herauszustellen. Aber vielleicht die großen Opern und die Klavierkonzerte Mozarts, die Kammermusik und die Lieder Franz Schuberts, das symphonische Schaffen Beethovens, Bruckners, Brahms’, die Passionen Bachs, die Oratorien und Symphonien Haydns, Richard Wagners «Walküre» und «Götterdämmerung», vielleicht ist mir dieses Repertoire am nächsten.

Angenommen, Andrés OrozcoEstrada und Rudolf Buchbinder wären bei Ihnen zu Besuch. Was würden Sie kochen? Ich würde Frau Buchbinder einen Tag vorher einladen und ihr meine Küche überlassen.

«… Nach der Pause liefen die Tonkünstler bei Brahms’ Serenade Nr. 1 zu jener Form auf, die man zuletzt von ihnen gewohnt ist, und gestalteten ein wahres Füllhorn an schönen melodischen Ideen zum stimmigen Hörgenuss.» APA, April 2011 «… das Finale schließlich ist so leidenschaftlich, so brillant, im Mittelteil auch so nostalgisch-gefühlvoll und lyrisch, dass man einfach nur begeistert zuhören kann. Kein Zweifel, dieser junge Dirigent hat Ideen, er ist hoch musikalisch und bringt das Tonkünstler-Orchester und Mahler bestens zum Klingen.» Pizzicato, April 2011

Bildnachweis Martin Sigmund, Marco Borggreve, Rosa Frank, Fotostudio Charlottenburg, Edgar Brambis, Buenos Dias, Felix Broede, Thomas Kost, Steve Haberland, Galasascha, Jodlbauer, Werner Kmetitsch, Lukas Beck, Barbara Hoch, Peter Rigaud, alle anderen unbenannt. Redaktionsschluss 23. 8. 2011. Termin-, Programm- und Besetzungsänderungen bleiben vorbehalten. Für etwaige Druckfehler wird keine Haftung übernommen.

ISO 9001 ZERTIFIZIERT

Beim Transport spielen wir die erste Geige. Für wertvolle Musikinstrumente haben wir ein besonders sensibles Händchen: Seit beinahe 80 Jahren ist unser Möbelpacker-Orchester mehrstimmig ganz piano weltweit unterwegs.

ge SAGT

Bei der Leistungsfähigkeit spielen wir allerdings forte fortissimo auf.

Eigentlich interessiert mich Zeitgenössisches ja nicht, aber das Konzert mit «Frankenstein!!» war sprichwörtlich schaurig-schön. HK Grubers Interpretation der H.C. Artmann-Texte war unbeschreiblich lustig! Gisela Schmudermayr, Oberthumeritz

Als großer Berlioz-Freund möchte ich Ihnen für die Aufführung von «Lélio» herzlich danken. Dieses selten gespielte Werk war einen Besuch in Grafenegg wirklich wert. KommR. Dr. Ernst Strubenburger, St. Pölten

Hier könnte Ihre Meinung stehen. Schreiben Sie unter dem Kennwort «ge:SAGT» an: Tonkünstler-Redaktion, Kulturbezirk 2, 3100 St. Pölten oder office@tonkuenstler.at

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Tonkunstle r LEBEN

Impressum Medieninhaber (Verleger) Niederösterreichische Tonkünstler Betriebsgesellschaft m.b.H., Kulturbezirk 2, 3100 St. Pölten Herausgeber Verein Tonkünstler-Orchester Niederösterreich Für den Inhalt verantwortlich DI Paul Gessl Redaktion Mag. Alexander Moore Koordination Irene Jäger Mitarbeit Mag. Stefan Lang Julia Ornetsmüller Mag. Edith Schweitzer Victoria Zazzara Visuelle Gestaltung Fuhrer, Wien Produktion Walla Druck, Wien


«DUETT»-Freund schaftskarte Saison 11-12: € 54 Gültig: 12. Septem ber 2011 bis 9. September 2012 «DUETT» Jugend: Für alle Personen bis zum vollendeten 26. Lebensjahr (Stichtag Saison 11-12: 1. Juli 1985). Die detaillierten Vorteile finden Sie auf www.tonkuenstler.at

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Ausgabe 25/2011, Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, Österreichische Post AG / Sponsoring.Post, Vertragsnummer: GZ 02Z034306 S, BNPA: 3100 St. Pölten

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• 20 % Ermäßigu ng auf bis zu zwei Abonnements pro Zyklus in Wien und Grafe negg • 10 % Ermäßigu ng auf bis zu zwei Eintrittskarten pro Eigenv eranstaltung: – des TonkünstlerOrchesters im Musikverein Wien – der Grafenegg Kulturbetriebsges ellschaft einschließlich Mus ik-Festival 2012 – des Festspielha uses St. Pölten • Vorrangige Bearb eitung der Einzelk artenbestellungen • Kostenlose Zuse ndung der Eintrit tskarten innerhalb Österrei chs (mit Standard post) • Bonuskonzerte zum Freundschafts preis • Bevorzugte Karte nvergabe für Zusa tzveranstaltungen (z. B. Ei nführungsgespräc he) in Grafenegg und im Musikverein Wien • 10 % Ermäßigu ng auf alle Artikel der Online-Shops auf www.grafenegg.at und www.tonkuenstler. at • 10 % Ermäßigu ng auf den Bustran sfer Wien – Grafenegg • 10 % Ermäßigu ng im CD-Fachge schäft DACAPO KLASSI K im Haus der M usik (Seilerstätte 30, 10 10 Wien) • Geschenk: eine TONKÜNSTLER LIVE-CD • Zusendung des TONKÜNSTLERMagazins • 10 % Ermäßigu ng auf die Grafene gger Wein-Edition ww w.grafenegg.at/wein • 50 % Ermäßigu ng auf bis zu 2 Ei ntrittskarten für das Schlo ss Grafenegg • 50 % Ermäßigu ng auf bis zu 2 Ei ntrittskarten für den Gr afenegger Advent www.grafenegg.at /advent


Alle Informationen zu Konzerten und Preisen finden Sie in der Heftmitte.

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Tonkünstler-Magazin Nummer 23