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CHF 12.–

12.2011

www.technica-online.ch www.marktspiegel.ch

fachzeitschrift für die maschinen-, elektro- und metallindustrie

RY TITELBILDSTO

Prozessleitsystem

Werkzeugmaschinen Alleskönner für die 6-Seitenbearbeitung

g für die Fertigun Seite 36

Nachschau Motek/Bondexpo

8

Brennpunkt 40 Jahre Lasertechnik bei Trumpf. Eine einmalige Erfolgsgeschichte. Was steckt dahinter? Geschäftsführer Dr. Mathias Kammüller stand Red und Antwort.

30

Spanntechnik Mit der Kombination Nullpunkt-Spannsystem plus standardisierte WerkstückSpanntechnik eine maximale Bearbeitungskapazität erreichen.

44

Koordinatenmesstechnik Bei der Herstellung von Zahnrädern liegen die Toleranzen einzelner Merkmale bei 2 ␮m. Nur wenn diese eingehalten werden, sind Spitzenleistungen möglich.


Wie machen wir es uns zur Gewohnheit, aussergewöhnliche Produkte zu entwickeln?

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Answers for industry. © 2011 Siemens Product Lifecycle Management Software Inc. All rights reserved. Siemens and the Siemens logo are registered trademarks of Siemens AG. NX is a trademark or registered trademarks of Siemens Product Lifecycle Management Software Inc. or its subsidiaries in the United States and in other countries. All other logos, trademarks, registered trademarks or service marks used herein are the property of their respective holders.


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EDITORIAL

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Das Aus für Synchronmotoren «Erkennen Sie einen Trend auf dieser Messe?» Das ist wahrlich eine grosse Frage und sie wird einem Fachredaktor immer wieder gestellt, der ja tatsächlich gewillt ist, einen präzisen Überblick zu haben. Aber die Beantwortung einer solch monumentalen Frage ist dennoch nicht immer einfach – ausser man erleichtert sich die Aufgabe und zählt die derzeit omnipräsenten Begriffe auf wie Energieeffizienz, Modularisierung, Standardisierung und dergleichen mehr. Kommt hinzu, dass eine Fachmesse wie zum Beispiel die kürzlich stattgefundene SPS/IPC/Drives in Nürnberg ein derart umfangreiches Ausstellungsprogramm bietet – von Steuerungs- und Antriebstechnik über die Sensorik bis zu den mechanischen Systemen –, dass eine punktgenaue Einschätzung sich auf einen Teil des Teilbereichs beschränken müsste. Unter Umständen gelänge man abschliessend zu einer Art «pars pro toto». Man kann selbstverständlich versuchen, nicht die Innovationen selbst als Gradmesser zu nehmen, sondern einmal auf den Klatsch und Tratsch zu hören. Ja, denn auf Fachmessen wird nicht nur gefachsimpelt, sondern einfach mal drauflosgeredet. Ein Beispiel: «Ach, die IO-Links!» Der Sensorhersteller schüttelt den Kopf. «Da wird viel darüber diskutiert und unsere Entwickler haben sie für unsere Sensoren auch seit einiger Zeit in ihrer Schublade, aber die Kunden verlangten bisher nicht danach.

«Was ins Ohr geflüstert wird, ist tausend Meilen weit zu hören.»

Wir warten also ab.» Auf der Messe in Nürnberg sollen zumindest rund 100 verschiedene IO-Link-Produkte von 30 Anbietern ausgestellt gewesen sein. Ohne weitere Konsultationen lässt sich also zusammenreimen: Sprunghaft setzt sich IO-Link nicht durch, noch zögern die Endkunden. Immerhin keine Stagnation. Und so nebenbei: Dass IO-Link viel zu lange als weiterer Feldbus angesehen wurde und nicht als herstellerübergreifende Punkt-zu-Punkt-Kommunikation mag das milde Wachstum teilerklären. Der Titel dieses Editorials stammt ebenfalls aus einem Smalltalk-Gespräch. Wegen der Selten-ErdenElemente, die derzeit nur in China nicht so selten sind – überall sonst schon –, wird das Herstellen der Dauermagnete für die Synchronmotoren immer teurer. Also fasste jemand die Auswirkung allzu kurz aber bündig so zusammen: Das ist das Aus für die Synchronmotoren. Wenn es um Technik-Klatsch geht, darf auch die Überspitzung dazugehören und die Ungenauigkeit der Aussage wird dadurch kompensiert, dass das Gegenüber schon wissen wird, wovon man redet. Der kompakte permanentmagneterregte Synchronmotor ist also vom Aussterben bedroht. Naja, nicht jeder Klatsch führt zu einem Trend, aber die locker dahingeworfene Aussage gibt immerhin zwischen den Zeilen einen Einblick, was die Aussteller und Fachbesucher beschäftigt. Neben den möglichen Turbulenzen am Markt selbstverständlich, über die ein eigenes Kapitel geschrieben werden könnte. Sich aus all den dazu gehörenden und gehörten Geschichten einen Reim zu machen und daraus sogar eine Tendenz zu entwickeln, würde aber noch verwegener ausfallen als die Titelschlagzeile selbst. Eugen Albisser


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INHALTSVERZEICHNIS

UNKT BRENN P

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Laserbearbeitung

Trumpf hat die Laserbearbeitung geprägt und gleichzeitig ist der Laser ein wesentlicher Faktor beim Aufstieg der Ditzinger Firma zur heutigen Grösse. Eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte.

3 Editorial 4 Nachrichten 6 Märkte und Unternehmen – Vor dem Instandhalten sicher ausschalten – Dirndl, Lederhosen und HightechLösungen – Lenze mit deutlichem Wachstum 8 Brennpunkt Ein Brennpunkt im «Brennpunkt»: Laser Trumpf – eine 40-jährige Erfolgsgeschichte

FACHMESSEN Motek 13 Untrennbar verbunden Nahtloser Übergang zwischen Montagetechnik und industrieller Verbindungstechnik EMO 18 Kampf den Nebenzeiten Trouvaillen, die für Qualität und Produktivität wichtig sind SwissPlastics 22 Vermehrt Kunststoffverarbeiter an der Messe Die gesamte Wertschöpfungskette der Kunststoffindustrie in Luzern Metav 23 Die Stunde der Wahrheit Mit der Metav den Absatzmarkt Europa im Fokus

13

Motek/Bondexpo

Rationelle Montagetechnik und industrielle Verbindungstechnik sind die an der Praxis orientierten Prozessketten-Elemente, die in der modernen Produktionswelt von heute und morgen nahtlos ineinandergreifen müssen.

FACHBERICHTE Werkzeugmaschinen und Werkzeuge 27 Alleskönner für 6-Seiten-Bearbeitung Mori Seiki präsentiert neue Dimension für hochpräzise 6-Seiten-Bearbeitung 29 Kühlmantel für schnelldrehende Werkzeug Kühlschmierstoff legt sich wie ein Mantel um das Werkzeug

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Werkzeugmaschinen

Bei der Hochgeschwindigkeitsbearbeitung beeinflussen Luftverwirbelungen den Kühlschmierstoff, sodass er nicht optimal aufs Werkzeug gelangt. Das neu entwickelten Cool FlashSystem schafft hier Abhilfe.

Intralogistik 41 Unnötige Wege vermeiden Am 28. Zürcher Logistik-Kolloquium zeigten Firmen Einsparmöglichkeiten 42 «Unglaublich, wie gut alles zusammenpasste» Interview mit Marcel Bach, dem neuen CEO beim Fabrikumzugsspezialist Bauberger Messtechnik

30 Der Ratio-Faktor: Intelligente Spanntechnik Nullpunkt-Spannsystem Gredoc in der Anwendung

44 Koordinatenmesstechnik für Kraftpakete Qualitätssicherung bei der Zahnradfertigung, wo Mikrometer eine Rolle spielen

32 Schwerarbeiter für die Zerspanung Ingersoll präsentiert neue 40-mm-Helix-Wendeschneidplatten

46 Signalerfassung über grosse Entfernung Datenlogger von BMC Messsysteme für Signalerfassungen über die ganze Welt

34 Rationelles Richten von Gussteilen Die Viersäulenpressen aus dem Baukasten zum Richten und Kalibrieren 35 Zeit sparen mit den neuen Spanneinheiten Optimale Kombination mit Coromant Capto und der HPC-Technologie

Automations- und Antriebstechnik 36 Aus der Prozessanlage in die Fertigungshalle Prozessleitsystem im Dienst der Fertigungsindustrie

VERBÄNDE UND ORGANISATIONEN SVB – Planung und Produktion 47 Editorial Swissness 48 Ein paar Swissness-Happen Schweizer Erfindungen, Produkte, Institutionen, die Swissness repräsentieren

39 Alternativ, intelligent und adaptierbar Systembaukasten für mechatronische Greifsysteme von Schunk

50 Marktvorsprung mit «Swissness» Die «Marke Schweiz» soll gesetzlich viel schärfer geschützt werden

40 Präzise, flexibel, wirtschaftlich ADVERTORIAL: Automatisierungslösung von Rexroth für die Halbleiterindustrie

51 Wohin treibt die Schweiz? Buchrezension – 10 Autoren beschreiben Zustand und Zukunft der Schweiz


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INHALTSVERZEICHNIS

Das Interview

Marcel Bach r CEO Bauberge

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Industrial Handling

Als erster Hersteller überhaupt bündelt der Kompetenzführer für Spanntechnik und Greifersysteme, die Firma Schunk, eine Vielzahl mechatronischer Greifmodule in einem einzigen Systembaukasten.

42

Fabrikumzüge

Die Firma Bauberger ist vom regional tätigen Kleinbetrieb zum führenden Schweizer Generalunternehmen für Fabrikumzüge und Schwermontage aufgestiegen. Mit einem neuen CEO haben die Zürcher nun die Weichen gestellt für die Zukunft.

OSEC – Export Forum 52 Das Ausland lockt Interessante Geschäftsmöglichkeiten für Schweizer IT-Firmen 52 Partnerschaft verlängert Osec und Credit Suisse für mindestens weitere vier Jahre verbunden

53 Produkte 57 Lieferanten ZUM TITELBILD:

62 Technica Rapport Startschuss zur Aktion «Smarter Switzerland» von ManuFuture-CH 63 Agenda 63 Stellenangebote 64 In dieser Augabe/Impressum 64 TechniKnacknuss/Vorschau

Prozessleitsystem Aprol Mit Aprol hat B & R ein Prozessleitsystem, das in mehr als einer Weise zur Maschinenautomatisierung kompatibel ist und sich daher für Aufgaben von der Betriebsdatenerfassung bis zur optionalen Gesamtanlagensteuerung bestens eignet und in der Praxis bewährt. Ab Seite 36

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NACHRICHTEN

ABB-TS: AbsolventenRekord zum Jubiläum

5. Swiss PLM-Forum an der HSR Zum fünften Mal fand kürzlich das Swiss PLM-Forum – die grösste produktneutrale PLM-Veranstaltung der Schweiz – in den Räumlichkeiten der HSR Hochschule für Technik Rapperswil statt. Die Konferenz brachte den über 80 Besuchern dank den Referaten von renommierten Experten aus der Industrie sowie den Fachausstellern einmal mehr einen Ein- und Ausblick in das Thema Product Lifecycle Management (PLM). Auch dieses Jahr legte die Interessengemeinschaft PLM Schweiz (IG-PLM CH) bei der Durchführung des Swiss PLM-Forums grossen Wert auf Produktneutralität, Aktualität und Praxisnähe. Die Veranstaltung zeigte sämtliche Aspekte des Themas von der Konzeptfindung bis zum Produktlebensende auf. www.hsr.ch

66 Minuten Zeitgewinn Eine Produktivitätssteigerung lässt sich immer auch an Zahlen festmachen, und in diesem Fall lautet sie 8030 – zumindest für die Österreicher. Aber man darf annehmen, dass zumindest die magische Zahl 66 auch für die Schweizer Arbeitnehmer gilt. Denn so viele Minuten kann man mit einem guten Zeitmanagement einsparen. Pro Tag wohlverstanden. Das ergibt bei unseren östlichen Nachbarn 8030 Euro, welche ein Unternehmen dort durchschnittlich pro Jahr und Mitarbeiter einsparen könnte. Das Ergebnis stammt von einer Umfrage, die das Beratungsunternehmen Immediate Effects gemeinsam mit KOI, dem Aufgaben- und Dokumenten-Managementsystem, durchführte. Die Erhebung fand im Rahmen von Produktivitätsseminaren statt, im Zuge derer über 370 Arbeitnehmer zu ihren Arbeitsgewohnheiten befragt wurden. Dabei wurde zunächst die bisherige Arbeitsweise der Teilnehmer analysiert. Nach einer gemeinsamen Umsetzung der «Getting Things Done»-Methode (GTD) des Autors David Allen konnten alle Teilnehmer anschliessend einen Zeitgewinn von durchschnittlich 66 Minuten vorweisen. www.immediate-effects.com www.koisolutions.com

Wir biegen das für Sie hin. Ihr Spezialist für Abkanten Beat Meister b.meister@schoop.com Tel +41 56 483 35 45 www.schoop.com

Der von der Osec organisierte Gemeinschaftsstand.

Preiswert an die Hannover Messe Die schwierige Wirtschaftslage trifft exportorientierte Schweizer Zulieferfirmen besonders stark, und der Nutzen von Messeteilnahmen im Ausland wird daher kritischer hinterfragt als bisher. Manche Unternehmen wägen die durch einen Messeverzicht erzielbaren Einsparungen und die längerfristigen Risiken eines Abseitsstehens gegeneinander ab. Diese Risiken sind beträchtlich, denn die internationale Konkurrenz schläft nicht und einmal verlorene Kunden und Märkte lassen sich später oft nur schwer und dann mit umso grösseren Anstrengungen zurückgewinnen. Die Osec trägt diesem Umstand Rechnung, indem sie – u. a. in Zusammenarbeit mit dem Branchenverband Swissmechanic – auch Teilnahmeoptionen anbietet, die eine Messebeteiligung mit geringerem Budget ermöglichen und sich daher im Interesse der Kontinuität als sinnvolle Kompromisslösung anbieten. Jetzt erst recht! Unter diesem Leitmotiv steht daher der von der Osec vom 23.–27. April 2012 auf der Leitmesse Industrial Supply an der Hannover Messe organisierte Gemeinschaftsstand unter dem Label SWISS Pavilion. Information: Pascal Blanc, 044 365 55 14, pblanc@osec.ch, oder Reto Schoch, 044 400 33 50, rschoch@schoch-marketing.ch (operative externe Projektleitung). www.osec.ch

Dematic eilt zur Cloud Die Dematic beteiligt sich ab Januar 2012 am Innovationscluster «Cloud Computing für Logistik» des Fraunhofer Instituts für Materialfluss und Logistik (IML), Dortmund. Damit ist Dematic der erste Automationsanbieter, der dieses zukunftsorientierte Forschungsprojekt fördert. Peter Golz, Leiter Software-Entwicklung bei Dematic, dazu: «Mit Cloud Computing wird im Internet gerade die Zukunft der IT eingeläutet. Studien gehen davon aus, dass die meisten Menschen im Jahr 2020 überwiegend webbasierte Anwendungen nutzen und auch ihre Informationen über die Cloud beziehen und verteilen. Dies wird mit der Logistics Mall auch erstmalig für komplexe logistische Anwendungen – wie beispielsweise Warehouse Management Systeme (WMS) – möglich sein.» www.dematic.ch

War es die neue Höchstmarke mit 156 Diplomanden? Oder war es der prominente Referent? Oder war es gar das 40-Jahr-Jubiläum der Schule? Auf jeden Fall konnte der Festsaal des Martinsbergs bei der Diplomfeier der ABB Technikerschule, Baden, erstmals nicht alle Gäste aufnehmen, sodass eine Videoübertragung in einen weiteren Raum installiert werden musste. Wer einen Platz ergatterte, bereute es nicht. Dr. Bertrand Piccard verstand es erneut meisterhaft, Diplomanden und Gäste gleichermassen zu begeistern und zu fesseln. Er appellierte an die Diplomanden, stets bereit zu sein, um das Bekannte und Bewährte in Frage zu stellen, weil nur so neue Wege gefunden werden können. «Wir sind Gefangene unserer Dogmen. Überlegen Sie, welches Ihre Dogmen sind und tun Sie dann das Gegenteil. Denn Erfolge sind nicht die Folge neuer Ideen, sondern alter Träume.» Piccard wies darauf hin, dass schon die Ägypter und Römer technisch in der Lage gewesen wären, Flugzeuge aus Holz und Stoff zu bauen. «Weshalb haben sie es nicht getan? Weil sie nicht daran glaubten, dass der Mensch fliegen kann.» Erst der aufkommende Traum vom Fliegen brachte den Durchbruch. «Es ist im Leben wie beim Ballonfahren: Man muss Ballast abwerfen, um nach oben kommen zu können!» Piccard bat die Diplomanden, seinen eindrücklichen Film zu seinem Solar-Impulse-Projekt nicht einfach als Unterhaltungsfilm, sondern als Spiegel zu sehen. Als Spiegel der eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten, grundsätzlich Neues zu erschaffen, wie dies beim Solarflugzeug immer wieder gefordert ist.

Dr. Bertrand Piccard: «Wer das Unbekannte hasst, für den ist das ganze Leben ein Albtraum.»


| AT12-08G |

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NACHRICHTEN

Solides Industriegeschäft, schwache Photovoltaik Phoenix Mecano, ein führender Hersteller von Gehäusen und industriellen Komponenten, liegt nach neun Monaten des Geschäftsjahres 2011 weiterhin auf Wachstumskurs. Umsatz, Auftragseingang und Betriebsergebnis übertrafen jeweils das Vorjahresniveau, lediglich das Reinergebnis bildete sich aufgrund eines schwächeren Finanzergebnisses leicht zurück. Die Industriemärkte präsentieren sich insgesamt weiterhin in robuster Verfassung. Die zunehmende Vorsicht auf Kundenseite schlägt sich allerdings zuletzt in einem leicht abgeschwächten Auftragseingang nieder. Die erhoffte Erholung im Photovoltaikmarkt blieb im dritten Quartal aus. Phoenix Mecano erwartet für das Geschäftsjahr 2011 weiterhin eine insgesamt positive Entwicklung. www.phoenix-mecano.ch

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EtherCAT-Drives für hochdynamische Positionieraufgaben. Die AX5000-Reihe von Beckhoff.

Recyclinganlage für Quecksilber Die Batrec Industrie AG hat als weltweit erstes Unternehmen ein Verfahren entwickelt, mit dem Quecksilber in einem geschlossenen Kreislauf isoliert und die in verbrauchten Batterien sowie bestimmten Sonderabfällen enthaltenen Stoffe und Metalle wiederverwertet werden können.

Extraktion der Metalle aus gebrauchten Batterien in Wimmis. Darauf basiert eine neue Recyclinganlage, die Batrec nach Investitionen von 12 Millionen Franken in Wimmis, im Herzen des Berner Oberlands, eingeweiht hat. Die neue Anlage verfügt über eine Kapazität von insgesamt 4000 Tonnen und kann damit jährlich bis zu 1000 Tonnen Katalysatoren und 3000 Tonnen Aktivkohle wiederverwerten. Sie ist damit ein wichtiges Standbein für die weitere positive Entwicklung der Batrec Industrie AG, wie das Unternehmen mitteilte. www.batrec.ch

www.beckhoff.ch/AX5000 Neue Massstäbe in der Antriebstechnik: AX5000 in Ein- oder Mehrkanalausführung: AX51xx (1-Kanal): von 1,5 A bis 170 A (i.V.: 315 A) AX52xx (2-Kanal): 2 x 1,5 A, 2 x 3 A, 2 x 6 A AX-Bridge: Schnellverbindungssystem für Mehrachsanwendungen Weitspannungsbereich: 100 V AC -10 %…480 V AC +10 % Active Current Sensing: automatische Anpassung der Stromauflösung Flexible Motorauswahl: Synchron-, Linear-, Torque-, Asynchronmotoren Multi-Feedback-Interface: Resolver, Encoder, BISS, EnDAT etc. Highspeed-EtherCAT: kurze Zykluszeit, Synchronität/Gleichzeitigkeit Integrierte Sicherheit: Wiederanlaufsperre, TwinSAFE

Steigerung beim Auftragseingang Die Regionalgesellschaft Siemens Schweiz verzeichnet für das Geschäftsjahr 2011 (1.10.2010 bis 30.9.2011) einen Auftragseingang von 1,349 Mrd. Franken (im Vorjahr 1,443 Mrd. Franken). Der Umsatz beläuft sich auf 1,340 Mrd. Franken (1,479 Mrd. Franken). Der Rückgang bei Auftragseingang und Umsatz ist auf verschiedene Sonderfaktoren zurückzuführen, u.a. auf die Ausgliederung von Siemens IT Solutions and Services (SIS) mit 440 Mitarbeitenden an die Firma Atos Origin. Betrachtet man das operative Geschäft der Divisionen (Industry, Energy, Healthcare), so erhöhte sich der Auftragseingang um 8 Prozent auf 1,328 Mrd. Franken und der Umsatz um mehr als 3 Prozent auf 1,319 Mrd. Franken. www.siemens.ch

IPC I/O Motion Automation

bis 12 A

bis 2 x 6 A

bis 40 A

bis 72 A

bis 170 A


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12.2011 technica

MÄRKTE UND UNTERNEHMEN

SICHERHEIT – Suva-Präventionskampagne gegen Unfälle bei Instandhaltungsmassnahmen

Vor dem Instandhalten sicher ausschalten In der Schweiz verlieren beim Instandhalten von Maschinen und Anlagen jedes Jahr mehr als zehn Menschen ihr Leben. Die Suva hat deshalb landesweit eine Präventions-Kampagne zu diesem Risikoschwerpunkt lanciert. Den Betrieben stehen attraktive Einsatzmittel zur Verfügung.

B

Vor Beginn der Arbeit müssen Maschinen und Anlagen ausgeschaltet und gesichert werden, sonst besteht Lebensgefahr.

Acht Regeln als Lebensretter. Im Zentrum der Suva-Kampagne stehen acht lebenswichtige Sicherheitsregeln. Sie richten sich an das Instandhaltungspersonal und seine Vorgesetzten. Trotz der Vielfalt der Gefahren hat sich die Suva das Ziel gesetzt, einfache konkrete Verhaltensregeln zu formulieren, die sich im Arbeitsalltag umsetzen lassen. Im Zentrum stehen folgende Botschaften: • Planen Sie die Instandhaltung sorgfältig und improvisieren Sie nicht beim Ausführen der Arbeit. Treten unerwartete Situationen auf, ist die Arbeit zu stoppen und zu überlegen, wie sicher weitergearbeitet werden kann. • Schalten Sie die Anlage vor dem Instandhalten aus. Anschliessend ist sie mit einem persönlichen Vorhängeschloss zu sichern, damit niemand die Anlage unerwartet wieder in Betrieb setzt. • Sorgen Sie dafür, dass von noch vorhandenen Energien keine Gefahren ausgehen. So ist beispielsweise zu berücksichtigen, dass nach dem Ausschalten einer Maschine der Druck im Hydrauliksystem bestehen bleibt und sich durch einen Eingriff unerwartet abbauen kann. Dadurch kann sich ein schweres Element der Maschine absenken und den Instandhalter erdrücken.

Vielfältige Gefahren. Xaver Bühlmann, Leiter der Suva-Kampagne «Sicheres Instandhalten», erklärt: «Besonders gefährlich wird es immer dann, wenn wegen einer Maschinenstörung die Produktion stillsteht. Jede Minute kostet Geld. Hektik bricht aus. Man beginnt gefährlich zu improvisieren.» Xaver Bühlmann hat zusammen mit seinem Team unzählige Unfälle analysiert. Dabei hat sich gezeigt, dass die Gefahren bei der Instandhaltung äusserst vielfältig sind. Sie umfassen das ganze Spektrum der Arbeitssicherheitsprobleme (siehe Kasten).

Führungskräfte sind gefordert. Welches sind die tiefer liegenden Ursachen der Instandhaltungsunfälle? Xaver Bühlmann nennt folgende Punkte: • Mangelhafte Planung und Arbeitsvorbereitung • Fehlende Instruktion der Mitarbeiter • Stress und Zeitdruck • Fehlende Kontrolle und Durchsetzung der Sicherheitsregeln • Fehlen von technischen Sonderbetriebseinrichtungen • Manipulieren von Schutzeinrichtungen

ei Instandhaltungsarbeiten kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Die Betroffenen werden zwischen Maschinenteilen eingeklemmt, erdrückt, von einer Last erschlagen. Sie stürzen ab, erleiden Stromschläge, ersticken oder werden Opfer von Explosionen. Allzu oft verlieren die Verunfallten ihr Leben oder bleiben invalid.

Hauptsächliche Gefährdungen bei der Instandhaltung

Lebenswichtige Regeln

Mangelhafte Arbeitsorganisation

1. Instandhaltung sorgfältig planen. 2. Nicht improvisieren!

Mechanische Gefährdungen (z. B. eingeklemmt, von einer Last erschlagen werden)

3. Anlage ausschalten und sichern! 4. Gespeicherte Energien sichern.

Abstürze

5. Keine Absturzrisiken eingehen.

Elektrizität

6. Für Elektroarbeiten Profis einsetzen.

Gefährliche Atmosphäre (Brände, Explosionen, Vergiftungen, Ersticken)

7. Brände und Explosionen vermeiden. 8. In engen Räumen Absaugventilator einsetzen.

Um diese Ursachen zu bekämpfen, sind vor allem die Führungskräfte gefordert. Wichtig ist, dass sie für die Instandhaltung nur Fachleute einsetzen, die die Maschinen und ihre Gefahren kennen. «Produktionsmitarbeiter sind in der Regel nicht ausgebildet, um Produktionsstörungen zu beheben», sagt Bühlmann. «Das ist Sache von Profis.» Gezielte Präventionsstrategie. Die Kampagne «Sicheres Instandhalten» ist eingebettet in die Suva-Vision «250 Leben». Sie verfolgt das Ziel, die Zahl der schweren Arbeitsunfälle in der

Analyse der tödlichen Unfälle Die Suva hat unzählige Unfälle mit tödlichem Ausgang analysiert. Dabei hat sich gezeigt, dass die Gefahren bei der Instandhaltung von technischen Anlagen und Maschinen äusserst vielfältig sind. Sie umfassen das ganze Spektrum der Arbeitssicherheitsprobleme. Die tödlichen Unfälle lassen sich vor allem auf folgende Gefahren zurückführen: 50 Prozent auf mechanische Gefahren (eingeklemmt, zwischen Walzen eingezogen, von einer Last erschlagen werden usw.) 20 Prozent auf Abstürze 12 Prozent auf Stromschläge 12 Prozent auf Explosionen, Brände, Vergiftungen und Ersticken 6 Prozent auf übrige Gefahren

Schweiz innerhalb von zehn Jahren zu halbieren. Weniger Unfälle, das bedeutet weniger Produktionsausfälle und tiefere Unfallkosten – Einsparungen, die die Suva in Form von tieferen Versicherungsprämien an die Betriebe weitergibt. Den Startschuss zur Kampagne gab die Suva am 20. Oktober 2011 an der Schweizerischen Tagung für Arbeitssicherheit STAS in Luzern. Die Tagung wurde von rund 350 Personen besucht – ein Hinweis darauf, dass die Instandhaltung in vielen Unternehmen als wichtiges Thema wahrgenommen wird. Informationen zur STAS finden Sie unter www.ekas.ch/stas. Unter anderem stehen die Präsentationen aller acht Referenten zur SUVA Abteilung Arbeitssicherheit: www.suva.ch/instandhaltung


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MÄRKTE UND UNTERNEHMEN

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ANTRIEBSTECHNIK – Control Techniques feierte 20-Jahr-Jubiläum

Dirndl, Lederhosen und Hightech-Lösungen «Es geht uns nicht darum, neue Produkte zu präsentieren, sondern einen Einblick in unsere Arbeit zu geben», sagte Markus Bruder, CEO der Schweizer Niederlassung der Control Techniques in Birmenstorf, zum Anlass, mit der die Firma das 20-jährige Bestehen feiern wollte. Es wurde schliesslich eine Veranstaltung, an der zwanglos die Gespräche über Hightech-Antriebslösungen in freudige Oktoberfeststimmung übergingen.

A

uch der Chef selbst, Markus Bruder, kam in Lederhosen und kariertem Hemd. Wie alle Mitarbeiter auch – und die Mitarbeiterinnen huschten in Dirndl durch die Gänge. Im Oktober vor 20 Jahren wurde die Control Techniques gegründet, da darf man schon einmal ein wenig bei bayrisch-geselligen Gebräuchen «o’zapfen», auch wenn es hinter den Kulissen alles andere als traditionell zu und her geht. Denn Control Techniques, entstanden zunächst als Joint Venture mit der Schweizer Tochtergesellschaft der Rendold Gruppe und heute Teil der Emerson Industrial Automation Division, gehört mit ihren Produkten der elektronischen Antriebselektronik zu den führenden Unternehmen in der Schweiz, oder wie es Bruder sagt: «Wir sehen uns im anspruchsvollen Schweizer Markt als einer der Topplayer der Branche mit einem beachtlichen Marktanteil.»

Rundgang durchs Unternehmen. Da man nicht vorhatte, an diesem Tag neue Produkte zu präsentieren, sondern den Gästen einen Einblick ins Schaffen am Standort in Birmenstorf zu geben, startete jede Stunde ein geführter Rundgang durch das Unternehmen. Als Kompetenzzentrum für Antriebstechnik sind die Mitarbeiter von Control Techniques in Birmenstorf Ansprechpartner in allen Fragen auf diesem Gebiet – zum Beispiel, wenn es

darum geht, die bestmögliche Lösung für eine kundenspezifische Applikation zu finden und zu entwickeln. An verschiedenen Stationen gaben Mitarbeiter beim Rundgang Einblick in typische Anwendungen und technische Prinzipien. Beim Thema Antriebskonzept in der Wickeltechnik erklärte Mitarbeiter Thomas Heller am Beispiel, wie Drahtseil-Windemaschinen funktionieren, die zum Beispiel bis zu 78 Stahldrähte nach individuellen Kundenwünschen gleichzeitig verseilen und Papier synchron im Takt aufwickeln können. Das Thema Energieeffizienz steht bei vielen Anwendungen im Mittelpunkt: Eine Rückspeisung spart aktiv Maschinen-, Verschleiss- und Stromkosten. In der Aufzugstechnik sorgen Lösungen von Control Techniques mit innovativen Liftsteuerungen und effizienten Energiekonzepten für Kapazitätssteigerung und hohe Betriebssicherheit im 24-Stunden-Liftbetrieb.

fung und Reparatur von Leistungskabeln. Während im Firmengebäude die einen noch den Erläuterungen der Mitarbeiter zuhörten, wurde draussen bereits auf das Jubiläum angestossen. Oktoberfestlaune im grossen Zelt; bayerisches Ambiente, bayerische Spezialitäten, zünftige Musik und ein «Hau den Lukas» zur Unterhaltung. Für Markus Bruder ein gelungener Festtag: «Die Resonanz von Kunden und Interessierten war ausserordentlich positiv.» (ea) ●

Support mit 24-Stunden-Service. Ein Blick in die Werkstatt machte zudem deutlich: Der Support ist eine der Stärken von Control Techniques. Softwareentwicklung, Engineering und Schulung im Hause sowie Lagerführung der gängigsten Antriebs-Module, Umrichter oder Zubehör werden als zusätzliche Leistungen angeboten. Der Service umfasst auch Tests von Schaltschränken oder die Prü-

Das Team von Markus Bruder (2. Reihe, rechts aussen) steigt mit einem grossangelegten Oktoberfest ins 21. Firmenjahr. (Bild: Control Techniques) CONTROL TECHNIQUES AG 5413 Birmenstorf, 041 56 201 42 42 controltechniques.ch@emerson.com www.controltechniques.ch

ANTRIEBSTECHNIK – Bilanzkonferenz von Lenze in Hameln (D)

Deutliches Wachstum Die Firma Lenze hat ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2010/2011 um 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesteigert und erzielte damit das bisher stärkste Wachstum der Unternehmensgeschichte.

D

er Vorstandsvorsitzende Dr. Erhard Tellbüscher kommentierte dieses hohe Wachstum auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in Hameln: «Die tiefe Wirtschaftskrise wechselte rasch in ein äusserst kräftiges Wachstum. Wir waren auf einen Anstieg vorbereitet, jedoch überraschte uns die Vehemenz, welche einen zeitweisen Anstieg des Auftragseingangs von beinahe dem Doppelten des Vorjahres hervorrief.» Das deutliche Umsatzwachstum und die hohe Eigenkapitalquote von 58 Prozent lassen Lenze selbstbewusst in die Zukunft blicken. Dr. Tellbüscher ergänzte: «Es zahlt sich jetzt aus, dass wir auch in schwierigen Zeiten die Entwicklung unseres Unter-

nehmens vorangetrieben haben. Produkte wie der 3200 C oder die dezentralen Umrichter der Familie 8400, gerade in Kombination mit den L-force-Drehstrommotoren MF, ermöglichen es uns heute, gemeinsam mit unseren Kunden innovative Maschinenkonzepte wahr werden zu lassen.» Konsequent in F & E investieren. Die Investitionen in Forschung und Entwicklung sind im Geschäftsjahr 2010/2011 nahezu unverändert geblieben. Denn auch in der Wirtschaftskrise hatte das Unternehmen konsequent weiter in Forschung und Entwicklung investiert. Dr. Tellbüscher unterstrich: «Wir haben so viele neue Produkte auf den Markt gebracht wie

selten zuvor. Unsere Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung haben wir auf hohem Niveau fortgesetzt.» Von diesen Investitionen profitiert der Standort Schweiz, insbesondere die Romanshorner bei Lenze Schmidhauser, welche energieeffiziente und damit umweltschonende Antriebstechnik entwickeln. «Wir werden am Entwicklungsstandort in Romanshorn weiter investieren», versprach Tellbüscher. (ea) ● LENZE BACHOFEN AG 8610 Uster, 043 399 14 14 info@lenze-bachofen.ch www.lenze-bachofen.ch


UNKT BRENN P

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Mit der TruLaser 3030 auch durch 25 mm dicken Stahl.

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(Bilder: Trumpf/mg)

Laser und Trumpf – eine 40-jährige Erfolgsgeschichte

Ein Brennpunkt im «Brennpunkt» Was kann den Ausdruck «Brennpunkt» – die Rubrik dieses Heftteils – besser illustrieren als der Laserstrahl? Die Geschichte dieses Brennpunkts als Bearbeitungswerkzeug ist untrennbar gekoppelt mit dem Namen Trumpf – und dies seit 40 Jahren. Trumpf hat die Laserbearbeitung geprägt und gleichzeitig ist der Laser ein wesentlicher Faktor beim Aufstieg der Ditzinger Firma zur heutigen Grösse. Eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte. MARTIN GYSI

H

eute ist Trumpf nicht nur der Marktleader im Bereich der Laserbearbeitung, sondern auch der einzige Anbieter, der alle Arten von Strahlquellen im Programm hat. Begonnen hat die Erfolgsgeschichte des Lasers bei Trumpf mit einer Amerika-Reise des damaligen Geschäftsführers und heutigen Aufsichtsratsvorsitzenden Professor Dr.-Ing. E. h. Berthold Leibinger in den Siebzigerjahren. Er sah das Zukunftspotenzial der damals erst zehn Jahre alten Laserquelle und setzte seine Entwicklungsingenieure nach seiner Rückkehr auf diese Zukunftstechnologie an. Aus heutiger Sicht ein mutiger unternehmerischer Entscheid – nicht ohne Risiko. Doch die Rechnung ging auf. Der Erfolg des Industrielasers ist zu einem wesentlichen Teil made by Trumpf, und das seit mittlerwei-

le 40 Jahren. In Anerkennung seiner Pionierarbeit erhielt Professor Leibinger vor Kurzem vom Laser Institut of America den Arthur L. Schawlow Award. Die Auszeichnung, mit der bereits Nobelpreisträger Theodor Hänsch geehrt worden war, gilt als einer der renommiertesten Preise im Bereich der Laserforschung. Peter Leibinger, Vorsitzender des Trumpf Geschäftsfelds Lasertechnik, erklärt den stetigen Aufstieg von Trumpf zum unbestrittenen Marktleader bei Industrielasersystemen so: «Unser Ziel als Laserhersteller lautet, Spitzentechnologie als Erster für die Anwendung in der Produktion nutzbar zu machen. Wir setzen neueste Erkenntnisse der Forschung in ausgereifte, industrietaugliche Produkte um.» Und Mathias Kammüller, Vorsitzender des Trumpf-Geschäftsfelds Werkzeugmaschinen, und wie Leibinger Mitglied der Trumpf-Gruppengeschäftsführung, ergänzt: «Lasergeräte sind Univer-

salwerkzeuge, sie können für ganz unterschiedliche und immer neue Verfahren eingesetzt werden. Wir bieten für jede Anwendung den richtigen Laser in der passenden Maschine.» Es begann mit dem Schweissen von Uhrfedern. Trumpf hat dem wachsenden Markt der Laserbearbeitung eine Vielzahl solcher Maschinen zur Verfügung gestellt. Die erste im Jahr 1979, als das Unternehmen eine kombinierte Stanz-Laser-Maschine mit damals noch zugekauften 500- und 700Watt-CO2-Lasern vorstellte. Acht Jahre zuvor hatte der Uhrenhersteller Carl Haas im SchwarzwaldStädtchen Schramberg bereits die Eignung des Lasers für die feinen Anwendungen der Uhrmacherei erkannt und den ersten Festkörperlaser gebaut. Da Haas heute zu Trumpf gehört, beginnt damit die Laser-Zeitrechnung des Unternehmens. In den folgenden Jahrzehnten entwickelten sich


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CO2-Laser wie Festkörperlaser rasant weiter. Ein Meilenstein war für beide Technologien das Jahr 1985, als Trumpf sich mit dem ersten selbst entwickelten und produzierten CO2-Laser TLF 1000 als Laserhersteller präsentierte und Haas das erste Laserlichtkabel für den industriellen Einsatz vorstellte. Nur zwei Jahre später zeigte Trumpf mit der Trumatic L 3000 die erste Laserflachbettmaschine mit fliegender Optik: Der Maschinentisch steht still, während der Bearbeitungskopf aktiv über das Blech «fliegt». 1995 kann als weiterer Meilenstein gelten. Damals erweiterte Trumpf nicht nur das Produktprogramm um Verfahren wie Laserschweissen und Rohrbearbeitung, sondern setzte in der Flachbettschneidanlage Trumatic LY 2500 erstmals einen Festkörperlaser für die Bearbeitung dünner Bleche ein. Das war die Geburtsstunde der heute so erfolgreichen Maschinen mit dem Zusatz «fiber», deren Höhenflug 2008 mit der Integration der neuesten TruDisk-Scheibenlaser begann. CO2-Laser: Totgesagte leben länger. Heute sind weltweit ungefähr 20 000 CO2-Laser und 15 000 Festkörperlaser von Trumpf im Einsatz, wobei in Laserflachbettmaschinen der Anteil der CO2-Laser noch deutlich überwiegt. Doch die Modell-

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TruLaser 5030 fiber: noch grösser, schneller, stärker und eleganter.

palette mit fasergeführtem Festkörperlaser wächst, da sich die Lasertypen hervorragend ergänzen. Wagt man einen Vergleich mit dem Automobil, so ist die CO2-Schneidmaschine der vielseitige Geländewagen, der mit Laserleistungen von bis zu acht Kilowatt Stähle von 0,5 bis über 30 Millimeter Dicke in sehr guter Qualität trennt – ideal für die zu bewältigenden Rallyes bei vielen Zuliefe-

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rern, die bestimmt sind von schnellen Variantenwechseln und kleinen Losgrössen. Festkörperlasermaschinen bevorzugen wie Rennautos bestimmte «Untergründe», nämlich Dünnblech aller Art, selbst Kupfer oder Messing; hier bringen sie es auf extreme Geschwindigkeiten. Zwar nehmen sie es auch mit dickerem Material auf, bei Baustahl etwa sind die Resultate vergleichbar mit dem CO2-Laser.

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Bei Edelstahl aber lässt die Schnittkantenqualität>> schnell zu wünschen übrig – Lieblings-Rennstrecken sind deshalb bis zu 5 mm dünne Bleche. «Das Werkzeug Laser ist auch 50 Jahre nach der Erzeugung des ersten Laserblitzes und 40 Jahre nach seinen ersten industriellen Gehversuchen bei Trumpf jung geblieben», resümiert Peter Leibinger. «Noch immer werden für CO2Laser wie Festkörperlaser ständig neue Einsatzmöglichkeiten gefunden, die wie das Schneiden von Handygläsern von der Schnelligkeit des Lasers profitieren oder wie das Trennen von Leichtbauwerkstoffen durch den Laser erst möglich werden.» Vom Rekordjahr zur Rekord-Hausmesse. Neben den Auftritten an den führenden Fachmessen der Blech- und Laserbearbeitung lädt Trumpf jährlich zur Hausmesse Intech nach Ditzingen ein. Nachdem die Vorsitzende der Trumpf-Geschäftsführung, Dr. Nicola Leibinger-Kammüller, kurz vor der Messe anlässlich der Bilanzpressekonferenz von der grössten Umsatzsteigerung aller Zeiten berichten konnte, doppelte auch die Hausausstellung mit Rekorden nach. Noch nie wurden an einer Intech so viele Maschinen verkauft und noch nie kamen so viele Besucher nach Ditzingen: Von den rund 3000 Besuchern

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kamen 50 % aus dem Ausland. Auch aus der Schweiz fuhr täglich mindestens ein VIP-Bus durch den Schwarzwald. Stärker und schneller. Die Intech ist selbstverständlich stets auch eine Plattform für die Präsentation der aktuellsten Trumpf-Entwicklungen in den Bereichen Biegen, Stanzen und Schneiden. Neben der eindrücklichen Demonstration der durch einen 6-kW-CO2-Laser «aufgerüsteten» TruLaser 3030 – sie schneidet auch 25-mm-Stahlblech «wie durch Butter» – war vor allem die neue TruLaser 5040 fiber Star des Anlasses. Mit einem Arbeitsbereich von 4 x 2 m bietet sie ihren Anwendern noch mehr Flexibilität bei den eingesetzten Blechformaten. Beide Maschinenmodelle, TruLaser 5030 fiber und 5040 fiber, sind künftig zudem mit einem 5-kW-Laser lieferbar – eine absolute Neuheit im Markt. Dadurch erhöhen sich nicht nur die maximal bearbeitbaren Blechdicken, sondern auch die ohnehin schon rasanten Vorschubgeschwindigkeiten. «Der Einsatz das Festkörperlasers TruDisk 5001 ist eine wichtige Innovation auf diesen Maschinen. Denn dank der höheren Laserleistung bearbeiten sie das Material nun bis zu fünfmal so schnell und verbrauchen deutlich weniger Energie als CO2-Lasermaschinen mit der gleichen Leistung», so Mathias Kammüller, Vorsitzen-

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Auf der TruLaser 3030 geschnittene Teile.

der des Trumpf Geschäftsfelds Werkzeugmaschinen. Das reduziert die Tafelzeiten – je nach Geometrien – um bis zu 50 Prozent und senkt die Teilekosten signifikant. Dabei schneiden die Maschinen nicht nur Bau- oder Edelstahl und Aluminium wirtschaftlich, sondern auch Buntmetalle wie Kupfer oder Messing und mit einem neuen Schneidpaket auch Titan und Titanlegierungen. Um die Geschwindigkeitsvorteile des Festkörperlasers in jedem Fall voll ausnutzen zu können, präsentierte Trumpf zur Intech2011 eine weitere Neuerung: Folien, die nicht extra abgedampft werden müssen. Dünnblech ist nämlich häufig foliert und musste bisher in der Festkörperlaserwelt vom Schneidkopf zweimal abgefahren werden, um zunächst die Folie und dann das Blech zu trennen. Seit Kurzem bietet die Firma Novacell eine eigens entwickelte Festkörperlaser-Folie an, die auf diese Sonderbehandlung verzichten kann. Trumpf hat gleichzeitig die passenden Schneiddaten im Programm, sodass es künftig annähernd keine Unterschiede zwischen dem Schneiden folierter und nicht folierter Dünnbleche mehr geben wird. Die neue Folie kann im Übrigen auch problemlos von CO2-Maschinen bearbeitet werden. Die TruLaser 5030 fiber hat in den letzten Monaten weltweit diverse Design- und Konstruktionspreise gewonnen. Die Juroren begründeten ihre Wahl unter anderem damit, dass sich die Maschine mit dem von Trumpf selbst hergestellten TruDisk Laser als sehr nutzerfreundlich, schnell und präzise erwiesen habe. In Verbindung mit Funktionen wie Ein-Schneidkopf-Strategie und automatischem


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Düsenwechsler erfülle sie die aktuellen Bedürfnisse der Fertigungsindustrie nach Produktivitätssteigerung und Kostenreduzierung. Auch das übersichtliche, ergonomisch einstellbare Bedienpult, die grosszügige Sicherheitsverglasung und die moderne Maschinengestaltung wurden lobend erwähnt. Blick hinter die Kulissen: Die Intech dient jedoch nicht nur zur Neuheitenpräsentation, sondern erlaubt stets auch einen interessanten Blick hinter die Kulissen. Bei Trumpf wären nicht nur die Produkte, sondern ebenso sehr die Produktionsmethoden einen Brennpunkt-Beitrag wert. Zudem geben Anlässe dieser Art stets willkommene Gelegenheiten für Gespräche. Wir unterhielten uns mit Dr. Mathias Kammüller – siehe das nebenstehende Interview. ● TRUMPF MASCHINEN AG 6340 Baar, 041 769 66 66 info@ch.trumpf.com, www.ch.trumpf.com

Mit Schutzfolien, die nicht extra abgedampft werden müssen, lassen sich die Geschwindigkeitsvorteile der TruLaser 5030/5040 voll ausspielen.

— Interview mit Dr. Mathias Kammüller, Vorsitzender des Trumpf Geschäftsfelds Werkzeugmaschinen

Die Entwicklung des Industrielasers mitgeprägt — technica: Die diesjährige Intech steht ganz im Zeichen des Lasers. Liegt das am Jubiläum «40 Jahre Laser bei Trumpf», oder ist es gleichzeitig ein Zeichen für den Wandel von Trumpf vom Stanz- und Biegemaschinenhersteller zur Laserfirma? Kammüller: Das liegt im Wesentlichen an dem von Ihnen erwähnten schönen Jubiläum. Seit 40 Jahren aktiv an der Entwicklung einer Technologie beteiligt zu sein, die in ihren Ursprüngen nur gute 10 Jahre älter ist, halten wir für feiernswert und durchaus auch für verdienstvoll, denn der Erfolg des Industrielasers ist tatsächlich zu einem wesentlichen Teil made by Trumpf. Dennoch haben auch die Stanz- und die Biegetechnologie einen wichtigen Platz in unserem Produkt-Portfolio und werden diesen auch behalten, was nicht zuletzt unsere intensiven Entwicklungsarbeiten und Innovationen wie unsere automatisierten Biegezellen oder unsere restgitterfreie Stanztechnik zeigen. Was den Laser allerdings derzeit auszeichnet ist, dass er aufgrund seiner Eignung für die Massenfertigung bei immer mehr Megatrends unserer Zeit zum elementaren Produktionsmittel wird, sei es beim Schneiden von Leichtbauwerkstoffen oder Handygläsern, beim Schweissen von Batteriezellen oder bei der Bearbeitung von Solar- oder Medizintechnikteilen. Der Photonik steht also insgesamt eine grosse Zukunft bevor, an der sich Trumpf sehr aktiv beteiligen wird. — In der Riege der Grossen der europäischen Werkzeugmaschinenbranche ist Trumpf insofern eine Ausnahme, als die Firma weniger durch Zukäufe, sondern zur Hauptsache durch organisches Wachstum zu dieser Grösse gekommen ist. Ist das Zufall oder Strategie? Es kommt auf die Mischung aus beiden Wachstumsstrategien an. Das Wachstum aus eigener Kraft hat für die Kultur des Unternehmens den grossen Vorteil, dass es weniger Brüche mit sich bringt. Das gilt gerade in einem «ideen-getriebenen» Haus wie Trumpf, in dem es auf kluge Köpfe und ihren gegenseitigen Austausch ankommt. Andererseits hat Trumpf auch immer die Gelegenheit genutzt, interessante Unternehmen zu erwerben, wenn sie zu uns passten und uns neue Möglichkeiten eröffneten.

— Trumpf gilt als Technologieführer. Im Moment verdoppeln Sie die Produktionskapazität im «Low-Tech-Land» China. Ist das nicht ein Widerspruch? Wir wollen und werden weiterhin ein Anbieter von Hochtechnologie-Produkten sein. Jedoch müssen wir unsere Aktivitäten auch den Märkten anpassen und v. a. auch für Anwender in Asien/Schwellenländern günstige Einsteigerprodukte anbieten. Zudem wollen wir unseren zukünftigen Wettbewerbern in deren Märkten begegnen. Trumpf konnte die Position als Marktführer bei flexiblen Blechbearbeitungsmaschinen im High-end-Bereich (2D-Laser, Stanzen, Biegen) in China in letzter Zeit festigen. Zudem konnten wir Marktanteile in unteren Marktsegmenten durch die lokale Anpassung diverser Maschinen gewinnen. Wir sind auf einem guten Weg, diese positive Marktposition durch diverse Aktivitäten wie einen Ausbau in den Bereichen Produktion und Einkauf, eine Verstärkung von Forschung und Entwicklung sowie insgesamt eine zunehmende Lokalisierung der Unternehmensaktivitäten noch weiter zu verbessern. Denn Trumpf will vor allem eines: Auch in Asien Technologieführer sein.

Der Interviewpartner Dr.-Ing. Mathias Kammüller Dr.-Ing. Mathias Kammüller ist Geschäftsführer der TRUMPF GmbH + Co. KG und Vorsitzender des Geschäftsbereichs Werkzeugmaschinen/Elektrowerkzeuge. 1958 in Schwäbisch Hall geboren. Studium des Maschinenbaus und Promotion an der Universität Stuttgart. Anschliessend Fertigungsplanungsingenieur und Gruppenleiter bei der Robert Bosch GmbH in Stuttgart. Danach Geschäftsführer Produktion bei einem Bosch-Joint-Venture in Japan. 1990 Wechsel zur TRUMPF GmbH + Co. KG und seit 1993 dort Geschäftsführer. Seit Juli 2000 Vorsitzender des Geschäftsbereichs Werkzeugmaschinen/Elektrowerkzeuge, verantwortlich Vertrieb Werkzeugmaschinen, Produktion und Qualitätsmanagement. Daneben nimmt Kammüller zahlreiche ehrenamtliche Aufgaben wahr.


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— Ihr Schwiegervater Prof. Berthold Leibinger hat vor Kurzem den renommierten Schawlow-Award, den «Nobelpreis des Lasers», erhalten. Was bedeuten solche Auszeichnungen – es ist ja nicht die erste – für das Unternehmen? Wir freuen uns alle sehr über diesen Preis, und wir sind stolz darauf, dass damit seine Verdienste um die Lasertechnik prominent gewürdigt werden. Wir haben in der letzten Zeit eine ganze Reihe von Preisen erhalten. Der Bogen reicht vom Zulieferer-Award eines sehr grossen Kunden bis hin zu Preisen, die wir für bestimmte Bildungsprojekte bekommen haben – ganz zu schweigen von den vielen Design- und Konstruktionspreisen, die einzelne Maschinen in letzter Zeit gewinnen konnten. Ich sage das nicht, weil wir

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uns so gerne selbst auf die Schulter klopfen. Solche Preise sind immer ein Beleg dafür, auf dem richtigen Weg zu sein. Das von dritter Seite bestätigt zu bekommen, freut und motiviert uns sehr. — Welchen Stellenwert hat die Schweiz als Produktionsstandort und als Markt für Trumpf? Die Schweiz ist für uns seit jeher ein wichtiger Markt. Wir finden dort anspruchsvolle Kunden, die uns mit ihren Fragen herausfordern und damit weiterbringen. Und was unsere Produktion angeht, wissen wir, dass wir an unseren Schweizer Standorten exzellent ausgebildete Ingenieure und Techniker finden. — Die Stärke des Frankens gegenüber dem Euro hat dazu geführt, dass Ihre Produktionsstätten in Grüsch und Baar noch stärker zu «Hochlohnstandorten» wurden. Wie begegnen Sie diesem Problem? Für Trumpf ist die Lohnkostenfrage eher nachrangig für Standortentscheidungen – es geht darum, nah an den Märkten zu sein. Trotzdem haben Sie recht: Der hohe Kurs des Franken ist für die exportabhängige Schweizer Wirtschaft ungünstig. Wir jedenfalls versuchen, uns so weit wie möglich am Finanzmarkt gegen die Kursschwankungen abzusichern. — Anlässlich der Bilanzpressekonferenz konnte Trumpf vom grössten Wachstumsjahr der Firmengeschichte berichten. Gleichzeitig prognostizierte man auch für das laufende Geschäftsjahr ein zweistelliges Wachstum. Hat die diesjährige Intech diese Prognose eher bestätigt oder gedämpft? Die diesjährige Hausmesse war die erfolgreichste Intech, die Trumpf je durchgeführt hat – und es war immerhin die 15. Auflage dieser Veranstaltung! Wir haben so viele Maschinen verkauft wie noch nie und konnten etwa 3000 Besucher begrüssen, von denen etwa die Hälfte nicht aus Deutschland kam. Die Intech hat uns in unserem Optimismus für die kommenden Monate also rundweg bestätigt. Gleichwohl sind wir uns dessen bewusst, dass sich die steilen Wachstumskurven abflachen werden, das ist eine ganz normale Entwicklung, sobald man wieder auf einem gewissen Niveau angekommen ist.

Dr. Mathias Kammüller, Vorsitzender fed TrumpfGeschäftsfelds Werkzeugmaschinen.

— Herr Kammüller, besten Dank für dieses Gespräch.

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Motek/Bondexpo ●

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FACHMESSEN

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FACHMESSEN

Messenachschau Motek/Bondexpo

Untrennbar verbunden Rationelle Montagetechnik und industrielle Verbindungs- bzw. Klebetechnik sind die an der Praxis orientierten Prozessketten-Elemente, die in der modernen Produktionswelt von heute und morgen nahtlos ineinandergreifen müssen. Beim Fachmesseduo Motek/Bondexpo wurden neue Lösungsansätze in ihren eigentlichen Bereichen, aber auch übergreifend und kombinierend gezeigt – oder deren gemeinsame Potenziale konnten durch die unmittelbare Nähe erst erkannt werden. EDGAR GRUNDLER UND EUGEN ALBISSER

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eue Materialien und Leichtbau bedeuten Materialeffizienz und damit Ressourcenschonung sowie Kosteneinsparungen; nach dieser einfachen, in der Praxis so aber kaum ausreichenden Formel, versuchen Hersteller von Gütern aller Art die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Der Weg zu mehr Effizienz in allen Belangen, und schliesslich auch zu höherer Wettbewerbsfähigkeit, ist jedoch weitaus steiniger. Denn viele der positiven Eigenschaften von neuen – die bekannten Werkstoffe substituierenden – Materialien lassen sich weder mit herkömmlichen Mitteln wirtschaftlich bearbeiten noch mit konventionellen Fügeverfahren untrennbar bzw. wieder lösbar miteinander verbinden. Was früher zum Beispiel problemlos thermisch durch Autogen-, Schutzgas- oder Laserschneiden getrennt und durch Löten, Hartlöten sowie eben Autogen-, Schutzgas- oder Laserschweissen wieder gefügt werden konnte, verlangt nun nach rein mechanischen Verfahren wie Schrauben, Nie-

ten, Clinchen oder Kleben. Folglich sieht auch die Prozesskette Materialbearbeitung plus Verbinden der Bauteile ganz anders aus. Zumal die fortschreitende Miniaturisierung immer öfters mit einer deutlich höheren Funktionsintegration einhergeht und am Ende die Anwendung so mancher mechanischen Füge-/Verbindungstechnik zumindest erschwert oder sogar unmöglich macht. So gesehen ist es nur folgerichtig, wenn die Prozessketten-Elemente Montagetechnik und Verbindungstechnik bereits schon in der Entwicklung, Konstruktion und Materialauswahl miteinander betrachtet werden. Diesen Zusammenhang oder besser Sachzwang hat der süddeutsche Messemacher Paul E. Schall schon vor Jahren erkannt und seiner Motek, Internationale Fachmesse für Montage, Handhabungstechnik und Automation, die Bondexpo Fachmesse für industrielle Klebetechnologien angegliedert. Da die Motek die mechanischen Ver>>

Das «Bearinx-online Easy-Linearsystem» berechnet die nominelle Lebensdauer und statische Tragsicherheit von Ein- und Mehrachs-Positioniersystemen mit angetriebenen INA-Linearmodulen. (Bild: Schaeffler Gruppe)


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bindungsverfahren Schrauben, Nieten und Clinchen schon immer als montagetechnikrelevante Prozessketten-Bausteine darstellte, war die Erweiterung des Produkt-Portfolios um die besagte Klebetechnik logisch und buchstäblich passgenau. Neue Lösungsansätze in ihren eigentlichen Bereichen, aber auch übergreifend und kombinierend wurden so auf dem Messeduo in Stuttgart gezeigt – oder deren gemeinsame Potenziale konnten durch die Nähe erst erkannt werden.

Maschinen – und damit in die Technik selbst – als zukunftssicher gelten kann. Die Taumel- nietmaschinen lassen sich zudem sowohl als Standalone-Montagestationen betreiben als auch in Montage-Anlagen integrieren und verfügen dafür über standardisierte Schnittstellen. www.kmt-vogt.de

Taumelnietmaschine von KMT-Vogt. Taumelnieten lösen viele Verbindungsaufgaben. Davon ist der Verbindungstechnik-Spezialist KMT-Vogt überzeugt und gibt mit vier Bau- und Leistungsgrössen an Taumelnietmaschinen auf unterschiedlichste Füge- und Verbindungsaufgaben die passende Antwort. Taumelnieten finden in den Bereichen Sensor-, Fluid-, Medizin-, Elektrotechnik genauso Anwendung wie in der Beschlagindustrie oder in der Metallteile-Fertigung. Da sich die Taumelnietmaschinen überdies auch zum Bördeln eignen, verbreitert sich das Einsatz-Spektrum um weitere Anwendungsgebiete, womit das Investment in solche

Präzisionsschrauber von Desoutter. PräzisionsSchrauber für die Montage z. B. von Mechatronik-, Elektronik- oder Medizintechnik-Komponenten hat der Schraubtechnik-Spezialist Desoutter im Programm. Die neuen Schrauber der Serie ERS gibt es in zwölf verschiedenen Ausführungen für Drehmomente ab 0,2 und bis 12 Nm. Sie verfügen über einen Drehzahlbereich von 800 bis 3000 min-1 und sind als Stab-, Winkel und Einbau-Schrauber lieferbar. Ausserdem werden die ERS-Schrauber mit Drehmomentsensoren ausgestattet und können mit der ebenfalls neuen CVIR-Steuerung kombiniert werden. Damit ist die dokumentationsfähige Schraubverbindung möglich, wie sie in der Mechatronik, Elektronik, Medizintechnik und Haushaltgeräteindustrie verlangt wird. Mittels der CVIR-Steuerung lassen sich die üblichen Verfahren Drehmoment-, Drehwinkel- Steuerung bzw. Kontrolle sowie auch Streckgrenzverschraubungen durchführen und auch das neue KoALa-Verfahren (Kopfauflageerkennung) anwenden. Schweiz: www.intool.ch

Die Taumelniet-Bördelmaschine VN450 von KMT-Vogt in kompletter und betriebsbereiter Ausstattung.

Sofortklebstoffe von Henkel. Sofortklebstoffe überwinden im wahrsten Sinne des Wortes so manche Grenzen, zumal dann, wenn sie passend auf die spezifischen Anforderungen des jeweiligen Verbindungsproblems zugeschnitten sind. Der Klebstoffe-Generalist Henkel hat dafür ein breites Portfolio an Cyanacrylat-/ Sofortklebstoffen parat. Diese zeichnen sich durch ein breites Haftspektrum an unterschiedlichen Werkstoffen sowie an gleichen oder ungleichen Materialpaarungen und auch durch vergleichsweise hohe Prozessgeschwindigkeiten im Bereich von 5 bis 20 Sekunden aus. Damit stellen diese Klebstoffe sowohl eine füge-/verbindungstechnische als auch eine produktions-/montagetechnische Alternative zum

Die neuen Schrauber der Serie ERS von Dessouter gibt es für Drehmomente ab 0,2 und bis 12 Nm.

Ultraschallschweissenoder Lösemittelschweissen bzw. zum Clipsen oder auch zu mechanischen Verbindungsverfahren dar. www.henkel.ch

Hochleistungs-Silikone von Tremco. Produktionsvorteile durch die Anwendung seiner HochleistungsSilikone sieht Tremco Illbruck in den Bereichen Verbinden und auch Dichten bei Bauteilen aus Metallen, Kunststoffen, Glas, Holz und Textilien. Die angebotenen Silikone sind je nach Anwendung niedrig- oder hochviskos gehalten, standfest oder selbstnivellierend ausgelegt, schnell oder langsam reagierend und bestehen aus einem oder zwei Komponenten (1-K.../2-K…). Neue 2-K-Lösungen machen eine besonders schnelle Aushärtung möglich und führen über kürzere Prozesszeiten zu Kosteneinsparungen und damit zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit. Darüber hinaus vereinen weitere 2-K-Lösungen die Funktionen Dichten und Schäumen. Der Konstrukteur erhält dadurch neue Freiräume und das früher in zwei Arbeitsschritten bewerkstelligte Dichten und Schäumen ist jetzt auf nur noch einen Arbeitsgang zu reduzieren. www.tremco-illbruck.ch Offline-Roboterprogrammierung von Adept. Wenn in der Klebstofftechnologie der Arbeits- und Applikationsaufwand verringert werden soll, dann wird das grosse Einsparpotenzial nicht zu Unrecht bei den Automationslösungen gesucht. Industrieroboter und Koordinaten-Handlingsysteme schliessen somit den Synergien-Kreis an der Motek/Bondexpo. Um bei den Robotersystemen so früh wie möglich anzusetzen, präsentierte Adept Technology auf der Motek den ACE Emulator. Bei diesem Tool wird der komplette Robotercontroller im PC virtuell abgebildet. «Damit erfüllt sich ein Wunsch vieler Programmierer. Denn nun können sie bereits während oder sogar bevor die reale Roboterlinie aufgebaut wird bereits Programme erstellen», sagte Olaf Trimpop-Dietz, Regional Sales Manager bei Adept, an der Vorführung in Stuttgart. «Simultaneous Engineeering» heisst hier das Stichwort und das parallele Arbeiten an Hard- und Software verkürzt die «Time-to-market», hilft so Kosten zu sparen und die Prozesssicherheit der realen Roboterli-


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nie zu erhöhen. Auch spätere Programmoptimierungen sind nun durchführbar, ohne die Produktion zu stoppen. Geänderte Programme werden zunächst auf dem im PC integrierten virtuellen Robotercontroller entwickelt und vollständig getestet und erst dann in den realen Controller via Ethernet transferiert. Schweiz: www.asic.ch Entspannte Systeme mit Rose+Krieger. Trotz genauester Fertigung und Montage sind beim Einbau technischer Baugruppen kleinste Toleranzen nicht auszuschliessen. Bei starren Systemen wie Hubsäulen oder Elektrozylindern führt dies zu Verspannungen und fehlerhafter Funktion. Eine Lösung für dieses Problem zeigte Rose+Krieger. Die Firma entwickelte Ausgleichsplatten für Hubsäulen und ein Axialausgleich für Elektrozylinder. Für synchron verfahrende Hubsäulen entwickelte RK sowohl eine untere wie eine obere Ausgleichsplatte (RK SyncFlex V bzw. H). Sie sorgen für einen spannungsfreien Aufbau von überbestimmten Systemen (mehr als 1 Festlager). Dabei dient die untere Ausgleichsplatte dem Höhenausgleich und der Justierung der Hubsäule um die Vertikalachse – sie stellt die Neigung der Säule ein. Eine kleine, in die Platte montierte Libelle erleichtert dabei die präzise Ausrichtung. Mit dem Axialausgleich für Elektrozylinder RK SyncFlex A bietet RK eine einmalige Lösung für alle Konstruktionen, bei denen es keine Möglichkeit zum exakt parallelen Einbau von mindestens zwei Zylindern gibt. Auch die präzise Einstellung der Lage der Zylinder zueinander wird deutlich erleichtert. Der Adapter verzeiht kleine Bautoleranzen von ±2 mm und richtet die Elektrozylinder präzise zueinander aus. Schweiz: www.phoenix-mecano.ch

Absolut präzise: Die SyncFlex-Ausgleichsplatten von Rose+Krieger dienen der genauen Ausrichtung von synchron verfahrenden Hubsäulen.

Optische Distanzsensoren von Leuze. In der Baureihe ODSL 9 hat Leuze Electronic die Familie der optischen Distanzsensoren erweitert. Die neuen Sensoren zeichnen sich durch hohe Präzision bis 0,01 mm und kurze Messzeiten aus. Für den Einsatz in präzisen Anwendungen des Maschinenbaus konzipiert, arbeiten die neuen optischen Laser-Distanzsensoren ODSL 9 nach dem Triangulationsprinzip. Wie von Leuze Electronic gewohnt, arbeiten auch diese Distanzsensoren mit hohen Reichweiten im Verhältnis zur Auflösung. Die Geräte gibt es in zwei Varianten mit einer Auflösung von 0,1 mm und einem Messbereich von 50 bis 450 mm sowie mit einer Auflösung von 0,01 mm bei einem Messbereich von 50 bis 100 mm. Die Geschwindigkeit beträgt hohe 500 Hz für die Messwerterfassung – unabhängig vom Messabstand und von der Objekteigenschaft. Dies macht die neuen ODSL 9 besonders für bewegte Applikationen interessant. Ausserdem kann die Schnelligkeit zum Filtern von Messwerten sowie zu Vorverarbeitungen über statistische Funktionen verwendet werden, woraus sich präzisere Messwerte generieren lassen. Dabei arbeiten die Geräte weitgehend objektunabhängig und sind laut Hersteller nahezu unempfindlich bei Glanz und Strukturen. www.leuze.ch


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Berechnungssoftware für INA-Systeme. Anwender müssen auf immer kürzeren Entwicklungszeiten und Produktzyklen reagieren können. Aus diesem Grund bietet bietet der Geschäftsbereich INA-Lineartechnik der Schaeffler-Gruppe Industrie seinen Kunden ein neues, kostenloses Online-Berechnungstool für angetriebene Lineareinheiten und Mehrachs-Positionier-Systeme an. Auf der Basis der Wälzlager-Berechnungssoftware Bearinx berechnet «Bearinx-online Easy-Linearsystem» die nominelle Lebensdauer und statische Tragsicherheit von Ein- und Mehrachs-Positioniersystemen mit angetriebenen INA-Linearmodulen. Dabei werden auch produktspezifische Einflussgrössen be-

Neue Distanzsensoren für präzise Messungen bis 650 mm von Leuze Electronics.

rücksichtigt. Die Benutzeroberfläche mit übersichtlicher Menü-Führung steuert alle notwendigen Dateneingaben selbsterklärend. Ausgehend von praxisnahen, vorkonfigurierten 1-, 2- oder 3-Achs-Positioniersystemen und einer freien Anordnung der Antriebe wird das gewünschte Linearsystem schnell gefunden und mit den notwendigen Parametern befüllt. Mit der Berechnungssoftware kann der Konstrukteur somit bereits zu einem frühen Zeitpunkt die geeignete Achsen-Konfiguration auswählen und berechnen. Alle Dateieingaben lassen sich für die weitere Bearbeitung und Optimierung speichern. So können relevante Änderungen an einem bestehenden Vorgang schnell durchgeführt werden. Schweiz: www.hydrel.ch Linearsystem Omegamodul von Rexroth. Zuführeinheiten in Werkzeugmaschinen, Montagelinien und Handlinganwendungen müssen häufig tief und schnell in grosse Arbeitsräume eintauchen. Das stellt gerade bei immer kürzeren Zykluszeiten der

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Produktionsmaschinen besondere Anforderungen an die Achsmechanik der Automatisierung. Gefordert wird eine möglichst geringe Eigenmasse, um höchste Geschwindigkeiten erreichen zu können. Diesem Ansatz folgt das neue Linearsystem Omegamodul von Rexroth. Der an beiden Enden des Hauptkörpers fixierte Zahnriemen umschliesst die Antriebswelle des Tischteils in Form des griechischen Buchstabens Omega. Diese Bauform reduziert die Eigenmasse im Vergleich zu Kugelgewindetrieben und sorgt so für eine hohe Dynamik. Die Führung des Tischteils über Kugelschienenführungen gewährleistet eine hohe Steifigkeit für präzise Bewegungen. Das Linearsystem Omegamodul ermöglicht bei Zuführeinheiten eine höhere Dynamik auf längeren Verfahrwegen. Möglich wird das durch die Kombination aus geringem Eigengewicht und schnellem Zahnriemenantrieb. Weil der Antrieb feststehend montiert ist, kann das Linearsystem in beliebiger Lage eingebaut und auch als Vertikalachse eingesetzt werden. Ein pneumatisches Klemmelement hält dabei die Position im Stillstand und übernimmt die Klemmfunktion auch hängender Lasten. Das Omegamodul fügt sich als einbaufertiges Einachssystem mit seinen mechanischen und elektrischen Schnittstellen in den Systembaukasten EasyHandling von Rexroth ein. Die formschlüssige Verbindungstechnik Easy-2-Combine verkürzt durch justierfreie Montage den Einbauaufwand auch in Mehrachssystemen. Darüber hinaus vereinfacht sie den Direktanbau von pneumatischen Greifern und Drehmodulen. Eine Besonderheit von EasyHandling stellt die schnelle Inbetriebnahme dar: Durch den Inbetriebnahmeassistenten EasyWizard genügt die Eingabe einer Handvoll achsspezifischer Daten. Das Softwaretool verkürzt die Inbetriebnahme auf wenige Minuten. Drei Baugrössen decken dabei verschiedene Leistungsanforderungen ab. www.boschrexroth.ch Pfaff-silberblau präsentiert den Linearantrieb CMLA. Die Neuvorstellung von Columbus McKinnon Engineered Products GmbH, Kissing, auf der diesjährigen Motek fällt zwar durch ein edles Design auf. Doch etwas vorgaukeln will der Linearantrieb CMLA der Marke Pfaff-silberblau nicht. Das ästhetische Erscheinungsbild wird am Stand erklärt, wolle auch zeigen, dass hier etwas Hochwertiges entstanden ist. Es handelt sich dabei um eine komplett neu entwickelte Baureihe von elektromechanischen Linearantrieben im Portfolio des Kissinger Antriebstechnikspezialisten und wurde speziell für den industriellen Einsatz mit hohen Anforderungen hinsichtlich Verfügbarkeit, Wartungsfreundlichkeit und hoher Verfahrgeschwindigkeiten bei Nennlast und Sicherheit ausgelegt. Das Schaftrohr besteht aus eloxiertem Aluminium und das Gehäuse aus Aluminium. Das Schubrohr ist hart verchromt und die Befestigungsaugen sind aus widerstandsfähigem Edelstahl gefertigt. Und

Das neue Linearsystem Omegamodul mit geringem Eigengewicht und schnellem Zahnriemenantrieb ermöglicht eine höhere Dynamik auf längeren Verfahrwegen.

auch im Inneren besteht keine der kraftübertragenden Komponenten aus Kunststoff, vielmehr finden sich dort gesinterte Zahnräder und eine Laufmutter aus Bronze. Die standardmässig eingesetzte Trapezgewindespindel kann optional durch eine Kugelumlaufspindel ersetzt werden. Der jeweilige maximale Hub ist bei allen Baugrössen des CMLA durch innen liegende mechanische Endschalter fest voreingestellt. Alternativ können auch aussen liegende, einstellbare Magnetendschalter eingesetzt werden, die in einer Nut am Schaftrohr befestigt werden. Der CMLA nimmt sowohl Zug- als auch Druckkräfte auf und kann in jeder Einbaulage eingesetzt werden. Dabei bietet er nicht nur eine verlässliche Positionier-, sondern auch eine hohe Wiederholgenauigkeit. www.cmco.ch

Die neue CMLA-Serie von Pfaff-silberblau nimmt sowohl Zug- als auch Druckkräfte auf und kann in jeder Einbaulage eingesetzt werden.


KONFEKTIONIERUNG

Mehr Funktionen beim XY-Monitor von Kistler. Kistler präsentiert auf der Fachmesse Motek einen Querschnitt durch ihr Programm an Sensoren und Systemen für die Füge-, Montage- und Prüftechnik. Im Mittelpunkt der Produktpräsentation standen zum Beispiel die erweiterten Funktionen am XY-Monitor maXYmos BL. Als XY-Monitor zur Prozessüberwachung und Produktprüfung hat sich der maXYmos BL Typ 5867A … von Kistler in kürzester Zeit einen breiten Kunden- und Interessentenkreis sowohl in der industriellen Füge- und Montagetechnik als auch in der Produktprüfung erschlossen. Der maXYmos BL erfasst alle Messgrössen in Relation zueinander, die von piezoelektrischen oder DMS-Sensoren über den Y-Kanal und potenziometrischen Sensoren über den X-Kanal geliefert werden. Anhand des Kurvenverlaufs und verschiedener Elemente kann er die Qualität eines Produktes oder Fertigungsschrittes überwachen und bewerten. Der sehr vielseitige und kompakte Monitor erhält jetzt bereits in der Standardausstattung mit dem

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BAUGRUPPEN

FACHMESSEN

Die Beckhoff-I/O-Systeme ermöglichen die direkte Integration von Servo-, Schritt- und DC-Motoren.

Im Leistungsbereich bis 5 A stellen die Schrittmotoren der Serie AS1000 zusammen mit den entsprechenden I/O-Baugruppen eine Komplettlösung bereit. Für hochdynamische Positionieraufgaben ist die Servomotorklemme EL7201, für das EtherCATKlemmensystem, ausgelegt. Sie integriert einen vollwertigen Servoverstärker inklusive Gebersystem in einer 12-mm-Klemme. Die EL7201 ist für den direkten Anschluss von Servomotoren bis 200 W geeignet. Die Kombination mit den Servomotoren der Baureihe AM3100 ermöglicht die Realisierung einer kostengünstigen Servoachse. Aufgrund des hohen Drehmoments und der hohen, stabilen Drehzahlen ist diese Antriebslösung geeignet für Pick-and-place-Anwendungen sowie überall im Maschinenbau, wo hohe Dynamik, kompakte Bauform und genaue Positionierung erforderlich sind. www.beckhoff.ch

Bewertungselement «Hüllkurve» weitere praktische Features. Das Hüllkurvenband legt sich beim Setup automatisch um die Aussenkontur eines zuvor eingemessenen und für gut befundenen GUTKurvenbündels. Eine aktivierbare automatische Trendnachführung für das Hüllkurvenband führt die Sollgrenzen z.B. mit einem schleichenden Werkzeugverschleiss mit und passt die Bewertungsfunktion der tatsächlichen Prozesssituation an. Je Messkurve stehen bis zu zwei separate Hüllkurven zusätzlich zu den übrigen Bewertungselementen UNI-BOX, LINE oder NO-PASS bereit. Die neue PC-Software maXYmos PC ermöglicht einen direkten Transfer des Messprotokolls vom maXYmos BL zum PC und bietet viele Funktionen zur Visualisierung, Vermessung und Analyse von Messkurven und Prozesswerten sowie zur Beurteilung der Prozessfähigkeit. www.kistler.ch ●

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Beckhoff: Kompakte Antriebslösungen direkt in der Busklemme. Beckhoffs Schwerpunkt der Messepräsentation war der Ausbau der kompakten Antriebstechnik. Da Antriebslösungen häufig überdimensioniert und in Hinblick auf Energieverbrauch und Kosten uneffizient sind, setzt auch Beckhoff hier auf Modularität, skalierbare Leistung und kompakte Bauformen. Die EtherCAT-Servoverstärker der Serie AX5000 für die mittleren und hohen Leistungsklassen werden durch Antriebslösungen in den I/O-Systemen ergänzt. Die Anschaltungen im Format von Busklemmen (IP 20) unterstützen AC- und DC-Motoren, Schrittmotoren und als Neuheit auch Servomotoren. Für den schaltschranklosen Einsatz sind EtherCAT-Box-Module (IP 67) für Schritt- und DC-Motoren verfügbar. Durch die Einbindung in das I/O-System werden der Verdrahtungs- und der Inbetriebnahmeaufwand erheblich vereinfacht sowie der Platzbedarf und die Kosten reduziert. Eine preiswerte Antriebslösung, beispielsweise für Verstell- und Zusatzachsen, bieten Schrittmotoren:

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FACHMESSEN

● EMO

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EMO 2011 – 2. Teil: Werkzeugmaschinen-Peripherie und Software

Kampf den Nebenzeiten Der erste Teil unserer EMO-Nachschau beschäftigte sich in erster Linie mit interessanten Neuheiten bei den Werkzeugmaschinen und Werkzeugen. Im zweiten Teil präsentieren wir nun «Trouvaillen», die nicht direkt der Zerspanung dienen, jedoch für Qualität und Produktivität mindestens ebenso wichtig sind. MARTIN GYSI

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in altbekanntes Problem der Fertigungsindustrie: während der NC-Programmierung, dem Rüstvorgang und beim Einfahren der Programme wird keinerlei Wertschöpfung der NC-Maschinen erzielt. Dafür hat Coscom nun die Lösung: Virtual Machining vereint CAD/CAM-Programmierung, Maschinensimulation, Werkzeugverwaltung und CAM-Datenmanagement. Dadurch wird der Prozess in einer virtuellen Fertigungsumgebung und der gesamte Arbeitsablauf bereits vor dem ersten Span optimiert. Virtual Machining verkürzt die nicht wertschöpfenden Prozessschritte in der Zerspanung durch kollisionsfreie NC-Programme, die Organisation der Werkzeugvoreinstellung, die Bereitstellung der Betriebs- und Fertigungshilfsmittel sowie die Visualisierung der Spannsituation deutlich. Die CAD/CAM-Software ProfiCAM bietet durch ihre neue MultiScreen-Technologie die Möglichkeit, einen direkten Blick auf die virtuelle Maschine während der CAD/CAM-Programmierung zu werfen. Fehler, die während der Programmierung auftauchen könnten, werden durch die sofortige Überprüfbarkeit vermieden. Durch die synchrone Darstellung von CAD/CAM-Programmierung und Maschinenraumsimulation erreicht der Anwender die grösste Zeiteinsparung während der NC-Programmierung.

Coscom: Das Konzept von Virtual Machining.

Die neuste CNC-Generation von Fanuc.

Mit dem dreistufigen Simulationskonzept können unterschiedliche Ausbaustufen der Maschinensimulation eingesetzt werden. Hier kann zwischen dem Grundpaket ProfiCAM mit Werkzeugbahnsimulation oder dem umfangreichen ProfiKinematik gewählt werden. Letzteres zeichnet sich durch die integrale Echtzeit-Maschinenraumsimulation aus. Es bietet leistungsstarke Analysetools, höchste Performance und eine einfache Bedienung. Durch die Kompatibilität des Coscom-Systems können auch

andere NC-Satz-basierte Simulationen, wie zum Beispiel Vericut von CG-Tech, verwendet werden. Die Module von Virtual Machining. Die Coscom Werkzeugverwaltung ToolDirector liefert alle relevanten Daten für die Simulation und die Werkzeugvoreinstellung, damit die Werkzeuggrafiken in Virtual Machining korrekt zum Einsatz kommen. Die Informationsvernetzung zwischen virtueller Maschine und Werkzeugvoreinstellung sichert das Ergebnis auf der reellen Maschine ab. Durch das CAM-Datenmanagement FactoryDirector wird eine lückenlose Dokumentation bereits während der Programmierung erreicht. NC-Programme, Werkzeuglisten, Voreinstelldaten usw. werden datenbanktechnisch einem bestimmten Artikel zugeordnet. Das CAM-Datenmanagement vernetzt alle Prozessbeteiligten in der Fertigung, reduziert dadurch Abstimmungszeiten und ermöglicht ein schnelleres Handeln. Der FactoryDirector sorgt für eine deutliche Fehlerreduzierung. Das CAM-Datenmanagement ist eine standardisierte Windows-Applikation und lässt sich so nahtlos in bestehende IT-Landschaften integrieren. Steuerungen für komplexe Aufgaben. Die neuen Fanuc-CNC-Steuerungen der Serien 30i/31i/32i Model B sind ideal für komplexe Werkzeugmaschinen und überzeugen durch ihre Vielzahl an Achsen und Kanälen. Im Vergleich zu den Vorgängermodellen verfügen sie zudem über markante Weiterentwicklungen, wie zum Beispiel die Mehrkanal-


EMO ●

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PMC mit dreifacher Geschwindigkeit, den Fanuc IO-Link i, der sich für Sicherheitsanwendungen eignet, und den verbesserten Servo-Bus, der die Spindelverstärker in den optischen Antriebsbus integriert. Neben zahlreichen Detailverbesserungen wurden zusätzliche Funktionen für Stanzpressen und Laserschneidmaschinen realisiert. Das neue Mitglied in der Fanuc-Steuerungsfamilie, die CNC Serie 35 i-B, wurde primär für Transferstrassenund Handhabungsanwendungen entwickelt. Ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten die Fanuc-CNC-Serien 0i/0i Mate Model D von allen Herstellern, Retrofittern und Anwendern von Werkzeugmaschinen, von der Einstiegsbis zur Mittelklasse. Die Fanuc-Serie-0i-Modell-DSteuerung verfügt optional über Nanointerpolation, mit der beste Oberflächengüten bei maximal möglichen Vorschüben erzielt werden. Die Fräsversion 0i-MD kann bis zu acht Achsen steuern, davon zwei Spindeln und vier simultan. Die Drehvariante 0i-TD beherrscht zwei Kanäle mit bis zu elf Achsen inklusive vier Spindeln. Es können bis zu acht Servo-Achsen und drei Spindeln in einem Kanal betrieben werden. Neu im Programm ist die Steuerung Power Motion i-A, eine Mehrkanal- und Mehrachsen-CNCSteuerung, die sich für verschiedene industrielle Anwendungen eignet. Einsatzgebiete sind zum Beispiel Press- und Stanzmaschinen, Handhabungstechnik, Positioniereinheiten, Wickelmaschinen, Sägen und Anwendungen, in denen Hydraulikzylinder durch Servomotoren ersetzt werden. Die als kompakte oder Stand-alone-Variante verfügbare CNC-Steuerung beherrscht bis zu vier Kanäle und 32 Achsen, davon vier simultan. Dual Check Safety, die zweikanaligen in den CNC integrierten Sicherheitsfunktionen, sind ebenfalls für die CNC-Steuerung Power Motion i-A verfügbar.

Drahtloser Messtaster. Tesa zeigte in Hannover den neuen drahtlosen induktiven Messtaster Tesa Twin sowie das passende bi-direktionale Interface. Das Set nutzt ein Trsa-eigenes Kommunikationsprotokoll, das den selbstständigen Betrieb, die Synchronisation und Sicherheit der Datenübertragung gewährleistet. Unabhängig davon, ob der neue Messtaster mit einer Mehrstellen-Messeinrichtung oder zusammen mit manuellen Geräten betrieben wird – dieser Taster ermöglicht stets hochgenaues Messen, erleichtert die Instandhaltung und überwindet Mobilitätsbarrieren, die durch den Einsatz von Kabeln bei konventionellen Messtastern auftreten. Das neue Interface kann bis zu vier Taster ohne Computer und bis zu 64 Taster in Kombination mit einem PC betreiben. Beide Arten von Tastern können in einer Messanwendung kombiniert werden. Tesa zeigte zudem das neue Rauheitsmessgerät Rugosurf 20, das die bestehende Reihe an Oberflächenprüfgeräten erweitert. Mit dem modern und ergonomisch gestalteten Gerät 20 können 15 Kennwerte mit ihren Toleranzen, gemäss geltenden Normen, gemessen werden. Das neue Oberflächenprüfgerät ist kompakt, robust und einfach in der Handhabung. Es ist für den täglichen Gebrauch in der Fertigung, selbst auch unter schwierigen Umgebungsbedingungen, geeignet. Das Messgerät ist mit einem tragbaren Drucker kompatibel und steht per USB-Anschluss mit der Rugosoft-Software in Verbindung. Das Gerät bietet eine grosse Bandbreite an Tastern und Zubehör, mit denen man verschiedene Oberflächenparameter messen kann. Schneller, präziser und flexibler beschichten. Mit der neuen Beschichtungsanlage Ingenia setzt Oerlikon Balzers neue Massstäbe in der Beschichtungstechnologie PVD (Physical Vapour Deposition):

FACHMESSEN

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Tesa: Rauheitsmessgerät Tesa Rugosurf 20.

Schnellere Batchzeiten, äusserst präzise Schichtdicken über die gesamte Beladung, hohe Flexibilität in punkto anwendbare Schichten, Technologien und Losgrössen zählen zu den wichtigsten Eigenschaften der Anlage. So sorgt Ingenia durch optimiertes Aufheizen und Abkühlen für deutlich kürzere Beschichtungsprozesse mit Batchzeiten von etwa drei Stunden. Bis zu acht verschiedene Prozesse pro Tag lassen sich mit der kompakten Anlage in kleinen wie auch grösseren Losgrössen umsetzen. Die Bandbreite umfasst das gesamte Schichtportfolio von Oerlikon Balzers sowie kundenseitig entwickelte Schichten. Bei dieser Flexibilität erreicht Ingenia eine bisher unerreichte Schichtdickengenauigkeit von ± 5% über die gesamte Beladung. Die Anlage qualifiziert sich damit besonders für die Beschichtung von Präzisions- und Mikrowerkzeugen sowie Bauteilen. Sie eignet sich aber auch als Plattform für die Forschung und Entwicklung und lässt sich dank eines modularen Konzepts jederzeit mit zusätzlichen Technologien ergänzen. Balinit Pertura wurde als Universallösung für alle Hochleistungs-Hartmetallbohrer entwickelt. Als Weiterentwicklung der bestehenden Spezialschich-

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FACHMESSEN

● EMO

Ceratizit hat das Planfrässystem MaxiMill 274 ganz gezielt für prozesssichere und exakte Bearbeitung entwickelt.

ten für Bohrwerkzeuge, Balinit Futura und Helica, zeichnet sie sich durch ihre Nanostruktur aus: Diese sorgt für mehr Produktivität in der Zerspanung anspruchsvoller Materialien und für höhere Prozesssicherheit unter schwierigen Arbeitsbedingungen. Der Fortschritt betrifft vor allem Aufbau, Zusammensetzung und Oberfläche der neuen Schicht. Die Nanolagenstruktur mit optimiertem Abstand zueinander schafft eine optimale Balance zwischen Eigenspannung, Härte und Bruchzähigkeit. Die Abrasivbeständigkeit wird deutlich gesteigert und ein Rissfortschreiten unterdrückt. Zusammen mit einer hohen Warmhärte resultieren daraus ein äusserst leistungsstarker Verschleissschutz und sehr hohe Standzeiten bei verschiedensten Bohranwendungen. Die sehr glatte Schichtoberfläche begünstigt ausserdem durch die reduzierte Klebneigung und den reibungslosen Spantransport das Tieflochbohren sowie die Bearbeitung anspruchsvoller Anwendungen. Auch nach einer Wiederbeschichtung bietet Balinit Pertura die gleiche Performance. Programmerweiterung beim Planfrässystem MaxiMill 274. Das Fräsen soll für Unternehmen noch wirtschaftlicher werden. In diesem Zusammenhang hat Ceratizit das achtschneidige Planfrässystem MaxiMill 274 ganz gezielt für prozesssichere und exakte Bearbeitung entwickelt, das bei der bearbeitenden Industrie hervorragend ankommt. MaxiMill 274 eignet sich besonders für hochfeste Werkstoffe. Geringste Schnittkräfte sorgen für saubere Bauteiloberflächen und die Einhaltung von engen Toleranzen, selbst bei schwer zerspanbaren Materialien. Bei geringem Leistungsbedarf hat der Fräser eine ausgesprochen hohe Laufruhe. Das neue Frässystem ist auch für kleine Bearbei-

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tungszentren oder bei labiler Bauteilspannung gut geeignet. MaxiMill 274 bietet somit alle notwendigen Voraussetzungen für die wirtschaftliche und präzise Bearbeitung. Ceratizit hat zudem das erfolgreiche Frässystem nun um eine vierschneidige Wendeschneidplatte mit den Geometrien -F50 und -M50 erweitert. So können in einem Frässystem neben der bisherigen Schnitttiefe von 2,5 mm Schnitttiefen von 3,8 mm erzielt werden. Die niedrigeren Schnittkräfte, bedingt durch die neuen Spanleitstufen, kombiniert mit den hochpositiven Span- und Freiwinkeln des MaxiMill 274 Frässystems, liefern bei labilen Verhältnissen noch bessere Oberflächenergebnisse. Die Erweiterung der Geometrien -F50 und -M50 bieten im breiten Anwendungsspektrum von Eisenguss, Stahl, Rostfrei und Superlegierungen einen deutlich spürbaren Zusatznutzen. Die -F10-Stufe wurde speziell für Nichteisen-Werkstoffe konzipiert und stellt im Moment die schärfste Geometrie für das System MaxiMill 274 dar. Durch die speziell für diese Materialien entwickelten Spanleitstufen erreicht MaxiMill 274 eine Steigerung der Standzeit um bis zu 50 Prozent. Wie bisher eignet sich MaxiMill 274 zum Plan-, Gassen- und Fasfräsen sowie zirkulares Eintauchen. Stahlwerkstoffe und rostfreie Stähle, Superund Titanlegierungen genauso wie Guss- und Nicht-Eisen-Materialien lassen sich mit der positiven Geometrie spielend leicht bearbeiten. Mehr Leistung und Energieeffizienz bei Werkzeugmaschinen. Die Produktivität erhöhen und den Energieverbrauch senken – das ist kein Wider-

OC Oerlikon: Beschichtungsanlage Ingenia.

spruch. Die CNC-Lösung IndraMotion MTX von Rexroth unterstützt Maschinenhersteller und -betreiber, diese zentralen Anforderungen unter einen Hut zu bringen und bestmöglich umzusetzen. Dafür hat der Antriebs- und Steuerungsspezialist in der neuen Systemversion 12 zahlreiche Neuerungen in Hard- und Software vorgenommen. Mit Mehr-Kern-Prozessor ausgestattete Steuerungen arbeiten Programme sehr schnell ab und erhöhen so die Produktivität. Die Softwarefunktion Energiemonitoring zeichnet den Energieverbrauch von z. B. Antriebsachsen oder auch pro Werkstück auf und erleichtert so den energieeffizienten Betrieb einer Werkzeugmaschine. Die CNC-Lösung IndraMotion MTX mit integrierter SPS ist hinsichtlich Funktionalität und Leistung skalierbar: Anwender wählen je nach Anzahl der Achsen einer Maschine zwischen micro, standard, performance und advanced. Die mit Mehr-Kern-Prozessor ausgestattete IndraMotion MTX advanced ist insbesondere für Maschinen mit vielen Achsen und komplexen Fertigungsabläufen konzipiert, die mehrere Fertigungstechnologien in einer Werkstückaufspannung nutzen. Die intelligente Verteilung der Steuerungsabläufe auf die Mehr-Kern-Architektur bringt den notwendigen Leistungszuwachs für eine schnelle Abarbeitung von Programmen. Die Steuerung erreicht eine CNC-Interpolationszeit zwischen 0,25 und 1 ms, was Nebenzeiten verringert und die Produktivität erhöht. Mit dem Energiemonitoring können Bediener den Energieverbrauch von bspw. Antriebsachsen oder Nebenaggregaten für Hydraulik und Kühlschmiermittel aufzeichnen. Der Energieverbrauch lässt sich aber auch pro Werkstück ermitteln. Ändern sich Werkstückmaterial, Verschleiss der Werkzeuge oder Hilfs- und Schmierstoffe, macht ein Vergleich anhand von Trenddiagrammen den Energieverbrauch transparent. Darüber hinaus ermöglichen es intelligente Standby-Funktionen, energieintensive Aggregate sukzessive abzuschalten, bis z. B. Rohteile wieder zur Verfügung stehen.


EMO ●

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Bosch Rexroth: Ausgestattet mit Mehr-Kern-Prozessor, arbeitet die CNC-Plattform IndraMotion MTX Programme sehr schnell ab und erhöht so die Produktivität der Maschine.

Bei der Unterbrechung grosser Bearbeitungsprogramme ist es für Bediener wichtig, die Bearbeitung an exakt derselben Stelle fortsetzen zu können. Genau das ermöglicht die neue universelle Satzvorlauffunktion von IndraMotion MTX, indem sie den Bediener durch den Wiedereinstieg in das Bearbeitungsprogramm führt. Detaillierte Diagnosen zeigen, an welcher Stelle ein Abgleich des IstMaschinenzustandes mit dem für die Fortsetzung des Programms notwendigen Soll-Zustand erforderlich ist. Neue Bearbeitungszyklen für die Fräsbearbeitung erlauben es Bedienern, anhand einfacher Kriterien festzulegen, ob Bearbeitungszeit oder -qualität eines Werkstücks im Fokus stehen. Damit kann bspw. die Grobbearbeitung schnell erfolgen, während die Werkzeugmaschine die anschliessende Feinbearbeitung mit höherer Präzision durchführt.

Otto Suhner: Interessant ist das ERdrill-System vor allem bei der Kleinserienfertigung.

Vorschub-Technologie an pneumatischen Bohr- und Schlitteneinheiten. Das neu entwickelte System ermöglicht, die pneumatischen Vorschubwege und Vorschubgeschwindigkeiten elektronisch zu kontrollieren und damit auch zu steuern. Suhner bietet damit eine äusserst preisgünstige Alternative zur CNC-Technik an. Das Herzstück des neuen Vorschub-Systems ist der sog. Rhedamp-Dämpfungszylinder. Die darin befindliche elektrorheologische Flüssigkeit RheOil besteht aus einer Trägerflüssigkeit und polarisierenden Partikeln aus Polyurethan. Durch Anlegen eines elektrischen Feldes wird RheOil innerhalb weniger Millisekunden dickflüssig bis nahezu fest. Je höher die Spannung gewählt wird, desto fester «halten» die Partikel zusammen. Die Variationen der Viskosität reichen von einer minimalen wie bei Milch, bis zu höheren Festigkeiten wie bei einem Radiergummi. Stufenlos kann innerhalb von wenigen Millisekunden zwischen diesen Viskositäten beliebig oft und verschleissfrei hin und her geschaltet werden. Eine Ermüdung des Effektes gibt es nicht. Beim herkömmlichen Vorschub-System mit einem Ölbremszylinder müssen an pneumatischen Bohrund Schlitteneinheiten die Wege für Eil- und Arbeitsgang und die Arbeitsgeschwindigkeit via Ölbremszylinder mühsam und feinfühlig eingestellt werden. Über den gesamten Hub ist nur eine Eilgangs- und Arbeitsgeschwindigkeit einstellbar. Die Elektrorheologie ermöglicht, über den gesamten Hub des Zylinders im Vorund Rücklauf an jeder beliebigen Stelle die Ge-

FACHMESSEN

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schwindigkeit zu verändern. Dies eröffnet der pneumatischen Standard-Bohreinheit und Schlitteneinheit neue Bearbeitungszyklen und damit Einsatzmöglichkeiten. Neben dem normalen Bohrzyklus «Eilgang vor – Arbeitsgang – Eilgang zurück», sind nun standardmässig weitere Zyklen möglich. • Entspänen (Tieflochbohren) • Stottervorschub (Spanbruch) • Sprungfunktion (2-wandiges Bohren von Rohren) • unterschiedliche Vorschub-Geschwindigkeiten bei z. B. Stufen-Bohrungen (senken) • rückwärts senken. Um diese Funktionen zu ermöglichen, ist ein Messsystem erforderlich. Dies wird mit einem Linearpotentiometer bewerkstelligt, womit Tiefen- bzw. Positionsgenauigkeiten im Bereich von 0,1 mm erreicht werden. Das ERdrill-System beinhaltet auch eine kleine elektronische Antriebs- und Vorschubsteuerung, für die keinerlei Programmierkenntnisse erforderlich sind. Am Display der Steuerung wird lediglich einer der oben erwähnten Arbeitszyklen angewählt. Danach erfolgt die Eingabe der Wege in mm und Geschwindigkeiten in mm/min. Interessant ist das ERdrill-System vor allem bei der Kleinserienfertigung bei häufigem Produktwechsel und damit verbunden der steten Anpassung von Vorschubwegen und Vorschubgeschwindigkeiten. ●

Erwähnte Firmen COSCOM GmbH 6246 Altishofen, 062 748 10 00 info@coscom.ch, www.coscom.eu Fanuc CNC Switzerland GmbH 2500 Biel/Bienne, 032 366 63 63 info@fanucge.ch, www.fanucge.ch TESA SA 1020 Renens, 021 633 16 00 tesa-info@hexagonmetrology.com www.tesabs.ch OC Oerlikon Balzers AG LI-9496 Balzers, +423 388 7500 www.oerlikon.com/balzers CERATIZIT Schweiz AG 2504 Biel/Bienne, 032 344 93 93 info@bidurit.ch, www.bidurit.ch Bosch Rexroth Schweiz AG 8863 Buttikon SZ, 055 464 61 11 info@boschrexroth.ch www.boschrexroth.ch Otto SUHNER AG, Automation expert. 5201 Brugg, 056 464 28 28 www.suhner.com automation.expert.ch@suhner.com


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FACHMESSEN

● Swiss Plastics

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Schweizer Kunststoffmesse vom 17. bis 19. Januar 2012 in Luzern

Vermehrt Kunststoffverarbeiter an der Messe Vom 17. bis 19. Januar 2012 findet in Luzern zum dritten Mal die Schweizer Kunststoffmesse Swiss Plastics statt. 280 Aussteller, 15% mehr als 2010, bilden die gesamte Wertschöpfungskette der Kunststoffindustrie ab. Es werden 5000 Besucherinnen und Besucher erwartet. Drei Expertenparks beschäftigen sich mit Medizintechnik, Kunststoffschweissen und Wissenschaft/Forschung und ein Forumsprogramm thematisiert die Zukunft der Branche.

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ie Swiss Plastics im Januar 2010 folgte einem wirtschaftlich schwachen Jahr 2009. Die Branche erkannte und nutzte die Schweizer Kunststoffmesse als Chance, gemeinsam der damaligen Wirtschaftskrise zu trotzen und blickte so bereits während der Messe wieder zuversichtlicher in die Zukunft. Heute gestaltet sich die Lage unter anderen Vorzeichen wieder schwierig: Die Schuldenkrise in Europa und die damit verbundene Aufwertung des Frankens belastet auch die Schweizer Kunststoffbranche. Gerade jetzt sind Messen ein gutes Forum, um mögliche Handlungsfelder und Strategien zu erkennen und so die grossen Herausforderungen zu meisten. Die Zunahme von 15% bei den Ausstellern an der Swiss Plastics 2012 zeigt, dass die Marktteilnehmer die Messe gerne als Plattform nutzen. Insbesondere die Zahl der Kunststoff verarbeitenden Aussteller konnte verstärkt werden.

Gesamte Wertschöpfungskette in Luzern. Die Ausstelleranalyse zeigt: An der Swiss Plastics 2012 ist die ganze Wertschöpfungskette der Kunststoffindustrie vertreten. Den grössten Ausstelleranteil bilden Kunststoff verarbeitende Betriebe, die ihre Erzeugnisse an Hersteller liefern. 29 Prozent der Aussteller sind im Engineering und Formenbau tätig. Ferner finden sich Zulieferer von Verarbeitern und Herstellern, das heisst Lieferanten von Rohstoffen und Additiven, Maschinen, Peripherieanlagen und -geräten sowie Software-Systemen. Die Wertschöpfungskette komplettieren die Aussteller aus Forschung und Entwicklung sowie Aus- und Weiterbildung. Die Swiss Plastics bietet den Besucherinnen und Besuchern aus allen Industriezweigen unabhängig

von der Wertschöpfungsstufe interessante Kontaktmöglichkeiten, um Innovationen und Problemlösungen zu erkennen und mit Fachpersonen über Effizienz und Kostenoptimierungen zu diskutieren. Expertenwissen aus erster Hand. Die Erwartungen an die Swiss Plastics als Branchenplattform sind hoch. Die Veranstalterin, die Messe Luzern AG, hat zusammen mit dem Kunststoff Verband Schweiz KVS Massnahmen ergriffen, um diesen Erwartungen gerecht zu werden und um das ambitiöse Ziel von 5000 Besuchenden zu erreichen. Der einzige Garant, um wettbewerbsfähig zu bleiben, sind Innovationen. Die Swiss Plastics liefert das Expertenwissen dazu: mit den Präsentationen der 280 Aussteller, zwei Expertenparks und dem Science Park. Im Expertenpark Medizintechnik trifft das Fachpublikum auf ausgewiesene Spezialisten für anspruchsvolle Arbeiten aus den Bereichen Rohmaterial, Design, Mould Flow, Werkzeug und Formenbau, Kunststoffverarbeitung, Prozessvalidierung und Qualitätsprüfung. Im Expertenpark Kunststoffschweissen präsentieren sich die internationalen Experten aus Werkzeug- und Maschinenbau, Forschung und Entwicklung oder Schulung und Prüfung gemeinsam an einem Ort. Es werden zehn Verfahren des Kunststoffschweissens und die entsprechenden Muster vorgestellt. Auftritt der Romandie. Mit dem Science Park und dem parallel dazu erscheinenden «Swiss Plastics Science Guide» gibt es erstmals eine umfassende Übersicht über die nationale Forschungstätigkeit und die Forschungskompetenzen rund um den

Werkstoff Kunststoff. Universitäten, Hochschulen und Institute stellen ihre Kompetenzen, Projekte, Referenzen und Lehrgänge vor. Eine Ladung Expertenwissen gibt es auch im Forum. In 37 Kurzvorträgen werden neuste Entwicklungen und innovative Projekte aus den Bereichen Medizintechnik und Cleantech vorgestellt. Spitzenreferenten vermitteln Impulse und geben ohne Marketing-Ballast präzise Antworten. Am 18. Januar wird die wichtige Rolle der Romandie in der Schweizer Kunststoffindustrie ins Rampenlicht gestellt. Am «Tag der Romandie» sprechen im Forum Westschweizer Forscher und Unternehmer aus dem Polymerbereich. Das Netzwerk Kunststofftechnologie begrüsst Michel Probst, Minister für Wirtschaft und Kooperation des Kantons Jura, Dr. Laurent Genilloud, Vizepräsident der Contrinex SA, und Sébastien Dubail, CEO Flexcell, zu einer offiziellen Veranstaltung. Networking leicht gemacht. Die Swiss Plastics ist eine ideale Networking-Plattform für die Kunststoffindustrie. Die moderne Infrastruktur der Messe Luzern, die Luzerner Gastfreundschaft, gediegene Messerestaurants und eine elegante Lounge unterstützen den ungezwungenen Austausch der Branchenplayer. Auch der Eröffnungs-Event zum Thema «Krise als Chance» dient als NetworkingInstrument. Besucherinnen und Besucher, die sich online registrieren, nehmen automatisch an einem attraktiven Wettbewerb teil. (ea) ● www.swissplastics.ch

Zwar nehmen an der Schweizer Kunststoffmesse in Luzern die Kunststoffverarbeiter den Spitzenplatz ein; aber gezeigt wird die ganze Wertschöpfungskette. (Bild: Dany Schulthess, 2010)


Metav ●

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FACHMESSEN

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Auf der Metav informieren sich Werkzeugmaschinenanwender über Neuheiten im gesamten Fertigungsprozess.

Mit der Metav den Absatzmarkt Europa im Fokus

Die Stunde der Wahrheit Die Metav, internationale Messe für Fertigungstechnik und Automatisierung, findet im Zweijahresturnus in Düsseldorf statt. In gut zwei Monaten öffnet sie vom 28. Februar bis 3. März 2012 bereits zum 17. Mal ihre Tore. Im Vordergrund des Interesses dürfte diesmal weniger die technische Entwicklung als das Investitionsklima sein.

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ährend die Schweizer Maschinenindustrie je länger desto mehr unter dem starken Franken leidet, läuft die deutsche Industrie noch recht rund. Doch wie sieht die Si-tuation in einem knappen Vierteljahr aus? Schlägt die Schuldenkrise der Eurostaaten bis dann auch auf den klassischen Schlüsselinvestitionsgüter-markt der Werkzeugmaschinen durch oder vermögen die «Werkzeugmaschinen-hungrigen» BRIC-Staaten den Stolperschritt der «alten Welt» aufzufangen? Ende Februar schlägt für die Werkzeugmaschinenbranche die Stunde der Wahrheit. Die Fertigungswelt wird interessiert nach Düsseldorf schauen. Trotzdem: Aktuelle Lösungen der Fertigungstechnik wird es auch zu schauen geben. Die Metav präsentiert moderne Produktionstechnik über die gesamte Prozesskette hinweg, von der einzelnen Maschine bis hin zum kompletten Produktionssystem. Sie wird veranstaltet vom VDW, dem Ver-

ein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken, aus Frankfurt am Main. Metav-Beteiligung attraktiv für Aussteller und Besucher. In über 30 Jahren hat sich die Metav eine herausragende Position im Reigen der europäischen Metallbearbeitungsmessen erobert. Zahlreiche Argumente sprechen für eine Teilnahme an der Metav 2012, sowohl für internationale Aussteller als auch für Fachbesucher. • Die Metav 2012 in Düsseldorf ist die erste internationale Messe für die Metallbearbeitung im Jahr in Deutschland. Für die Werkzeugmaschinenindustrie ist Deutschland mit einem Anteil von mehr als einem Drittel und einem Volumen von geschätzten 5,4 Mrd. Euro der grösste Markt in Europa. Hier erfolgreich präsent zu sein, ist ein Muss für alle Anbieter von Produktionstechnik, die international agieren.

• Die Metav ist ein wichtiger Gradmesser für das Investitionsverhalten der vielfältigen Abnehmer von Werkzeugmaschinen. In bewegten Zeiten, in denen immer wieder Finanzmarktturbulenzen auftreten und die Schuldenkrise in Europa und den USA nicht bewältigt ist, ist es für jedes Unternehmen entscheidend, seine Chancen zu nutzen, die Auftragsbücher so früh wie möglich im Geschäftsjahr zu füllen. • Auf der Metav informieren sich Werkzeugmaschinenanwender über Neuheiten im gesamten Fertigungsprozess, von der technischen Idee bis zum fertigen Teil, bevor sie ihre Investitionsbudgets in konkrete Bestellungen umsetzen. Entsprechend schätzten zwei Drittel der Aussteller zur letzten Metav ihren Geschäftserfolg laut VDWAusstellerbefragung mit gut bis sehr gut ein. • Die Metav erreicht insbesondere die beiden grossen Abnehmergruppen der Werkzeugmaschinen-


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FACHMESSEN

● Metav

12.2011 technica

industrie, den Maschinenbau sowie die Automobil- und Zulieferindustrie. Über die Hälfte der Metav-Besucher kam 2010 allein aus diesen beiden Branchen. • Die Metav ist die wichtigste Plattform für Anwender aus der Metallbearbeitung nördlich der Mainlinie, in Benelux, Skandinavien und Osteuropa. Sie erreicht Fachbesucher aus diesen Regionen, die weder die EMO in Hannover besuchen noch zur AMB nach Stuttgart fahren. • Die Metav gewährt den Ausstellern auch beste Chancen für die Gewinnung neuer Kunden. Tatsächlich kam 2010 mehr als ein Drittel der Fachbesucher erstmals zur Metav. Das waren rund 15 000 potenzielle Neukunden.

Deutschland ist nach wie vor der wichtigste Handelspartner der Schweiz im Werkzeugmaschinensektor.

Metal meets Medical adressiert die Medizintechnik. Unter der Marke Metal meets Medical organisiert die Firma Siemens in Zusammenarbeit mit Medienpartnern einen Sonderstand Medizintechnik. Dort werden vielfältige Anwendungen der Metallbearbeitung für den boomenden Medizintechnikmarkt unter dem Motto «Vom Unikat bis zur Massenproduktion» präsentiert. Faserverbundwerkstoffe für den Leichtbau. In der Sonderschau mit Vortragsforum «Leichtbau» ist das Fertigen mit Faserverbundwerkstoffen ein zentrales Thema für zahlreiche Industriebereiche. Vor allem die Automobilindustrie und der Flugzeugbau setzen vielfach CFK-Werkstoffe ein, um Treibstoff zu sparen. Daraus stellen sich für die Produktentwicklung, Konstruktion und Produktionstechnik neue Anforderungen. Der VDW organisiert zusammen eine Sonderschau dazu. Sie präsentiert moderne Fertigungs- und Automatisierungslösungen für die Bearbeitung von Faserverbundwerkstoffen. Die Sonderschau wird durch ein Vortragsforum für die Anbieter von Zerspanungstechnik, Lasertechnik, Qualitätsprüfung, Verbindungstechnik, Automatisierung und Messtechnik begleitet. Metav-Angebot stösst auf rege Nachfrage. Das Gesamtkonzept der Metav 2012 in Düsseldorf macht die Teilnahme für internationale Hersteller von Produktionstechnik attraktiv. Das zeigt sich in der verstärkten Nachfrage von Ausstellern, die bereits gleich zu Beginn des Jahres 2012 Flagge am Markt zeigen wollen. ● (Siehe Hallenplan Seite 25)


Metav ●

technica 12.2011

FACHMESSEN

Eingang

Nord

P1 P2

U-Bhf. Messe

Eingang

Nord-Ost

Daten + Fakten zur Metav 2012

Messe-Center Verwaltung

CCD Stadthalle

CCD Ost

Internationale Messe für Fertigungstechnik und Automatisierung Termin: 28. Februar – 3. März 2012

Eingang

Ost

CCD Süd

P5

Öffnungszeiten: täglich 9.00 – 18.00 Uhr am 3. 3. 9.00 – 16.00 Uhr

Eingang

Süd

P3 Nordpark

Auf dem Ausstellungsgelände in Düsseldorf wird die Metav 2012 die Hallen 13 bis 17 belegen.

Ausstellungsort: Messegelände Düsseldorf Veranstalter Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken e. V. (VDW) Corneliusstr. 4, D-60325 Frankfurt, Telefon +49 69-756081-53/54 metav@vdw.de

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Werkzeugmaschinen ●

WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

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Alleskönner für 6-Seiten-Bearbeitung FACHBERICHTE NTX2000/SZM – das kompakte 5-Achs-Bearbeitungszenter

Mori Seiki präsentierte zur EMO mit der kompakten NTX2000/SZM eine neue Dimension der hochpräzisen 6-Seiten-Komplettbearbeitung kleinerer bis mittlerer Serien im Bereich bis 1540 mm Drehlänge.

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ie NTX-Baureihe von Mori Seiki komprimiert auf minimaler Stellfläche ein Maximum fertigungstechnischer Möglichkeiten. Das gilt sowohl für die NTX1000-Modelle, die in verschiedenen Ausbaustufen bereits seit dem vergangenen Jahr unter anderem bei medizintechnischen Applikationen weltweit für Furore sorgen. Die unterschiedlichen Modelle der NTX-Baureihe von Mori Seiki sind so etwas wie die heimlichen Stars im Produktprogramm der Schweizer Mori-Seiki-Vertretung Josef Binkert AG. Denn weder beeindrucken die Maschinen durch alleinige Grösse, noch lassen sie beim ersten Hinsehen erahnen, was wirklich in ihnen steckt.

Gut zugänglicher Arbeitsraum. Umso mehr fasziniert dann der Blick in den perfekt zugänglichen Arbeitsraum, wo sich die Hauptspindel zusammen mit der NC-gesteuerten schwenk- und positionierbaren Gegenspindel (NTX1000 schwenkbar), dem oben liegenden Fräskopf mit schwenkbarer B-Achse mit Torqueantrieb in DDM-Technologie sowie dem unterhalb positionierten Revolver (optional) mit bis zu 10 angetriebenen Werkzeugen zu einem fertigungstechnischen Gesamtpaket formiert, das in dieser Kompaktheit und Performance seinesgleichen sucht. Beeindruckend sind dabei insbesondere die flexiblen Möglichkeiten der NTX2000/SZM durch die integrale Kombination von 5-Achs-SimultanFräsen und 6-Seiten-Fertigbearbeitung, was auch durch die mögliche Werkzeugvielfalt im Magazin mit seinen bis zu 76 Tools nochmals unterstrichen wird. Im Bereich des maximalen Drehdurchmessers und der Drehlänge bis 1540 mm sind der Phantasie bei der Bauteilauslegung damit keine Grenzen gesetzt. Selbst die Simultanbearbeitung mit Frässpindel an der Gegenspindel und Revolver an der Hauptspindel ist bei der NTX2000/SZM möglich. >>

Komplettbearbeitung von Dreh- und Frästeilen mit der NTX2000/SZM. (Bilder: Mori Seiki)


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WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

● Werkzeugmaschinen

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Der grosszügige, gut zugängliche Arbeitsraum.

Produktiv und flexibel zugleich: NTX2000/SZM von Mori Seiki.

Flexibilität und Produktivität ohne Kompromisse: Dass die NTX2000/ SZM neben aller Flexibilität stets auch hoch produktiv agiert, belegt unter anderem die kurze Span-zu-Span-Zeit von unter sieben Sekunden. Und auch die Drehzahlen bis 5000 U/min in Haupt- und Gegenspindel sowie die 12 000er-Frässpindel in der B-Achse erfüllen ebenso hohe Ansprüche wie der untere Revolver mit seinen 10 angetriebenen Werkzeugstationen in BMT-Technologie (optional). Übrigens: Über einen adaptierten Stangenlader und eine Werkstück-Entladevorrichtung lässt sich

die Maschine bis zu einem Materialdurchmesser von 65 mm sogar vollautomatisiert einsetzen. Und selbst für grössere Durchmesser hat Mori Seiki entsprechende Automationslösungen im Portfolio. CAM-System inbegriffen. Für eine angemessene Leistung auf dem Weg von der Konstruktion zum fertigen Werkstück sorgt schliesslich in allen Fällen die MAPPS-IV-Steuerung. Zusätzlich zur Dialogprogrammierung ist hier bereits im Standard das CAM-System von Esprit installiert. Durch die Kombination von Mapps IV mit den CAM-Funktionen

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können die Anwender jetzt werkstattorientiert und damit noch flexibler und effizienter auf Kundenwünsche reagieren. Ausserdem sind die Maschinen mit Mori-Net ausgestattet, das ebenfalls bereits im Standardumfang enthalten ist und die Fernwartung und die externe Überwachung des Betriebszustands ermöglicht. ●

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Werkzeugmaschinen ●

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WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

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Kühlsystem für Hochgeschwindigkeitsbearbeitung

Kühlmantel für schnelldrehende Werkzeuge Bei der Hochgeschwindigkeitsbearbeitung beeinflussen häufig Luftverwirbelungen den Kühlschmierstoff (KSS), sodass er nicht optimal aufs Werkzeug gelangt. Die Haimer GmbH bietet daher seine Schrumpfaufnahmen mit dem neu entwickelten Cool Flash-System an, bei dem sich der Kühlschmierstoff wie ein Mantel um das Werkzeug legt und dadurch unempfindlich gegen derartige Störungen ist.

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er mit Hochgeschwindigkeit zerspant, kennt das Problem: Durch die enormen Drehzahlen erzeugt das Werkzeug Luftverwirbelungen, die den Kühlschmierstoff davon abhalten, wie gewünscht aufs Werkzeug zu treffen. Anstatt dieses von Spänen freizuspülen und zu kühlen, zerstäubt ein Grossteil bereits vor dem Auftreffen.

Das Haimer Cool Flash-System eignet sich optimal für HSC-Werkzeuge, da es den Kühlschmierstoff ohne zu Zerstäuben zur Werkzeugschneide leitet. (Bilder: Haimer)

System die Flüssigkeit das Futter strahlförmig Richtung Werkzeugschneide verlässt, bietet Cool Flash an dieser Stelle den entscheidenden Unterschied: An der Stirnseite des Cool Flash-Futters sitzt eine Scheibe, die zum Werkzeug hin einen schmalen, umlaufenden Spalt freilässt. Dort sammelt sich beim Cool Flash der Kühlschmierstoff, baut einen Hochdruck in dieser Kammer auf und verteilt sich über den ganzen Umfang des Werkzeugschaftes. Aus diesem kleinen Reservoir fliesst er als geschlossener Mantel unmittelbar am Werkzeugschaft entlang und ist dadurch unempfindlich gegenüber Luftverwirbelungen. Am Ende des Schaftbereichs wird der Kühlschmierstoff zwangsläufig in die Spannuten gedrückt, spült diese frei und gelangt selbst bei höchsten Drehzahlen ohne zu Zerstäuben direkt zu den Werkzeugschneiden, wo er seine Kühlwirkung entfalten kann. Im Vergleich zum Stand der Technik bietet das neue Haimer Cool Flash-System den entscheidenden Vorteil, dass zur optimalen Kühlung keine zusätzlichen Hülsen oder separate Aufnahmen erforderlich sind, die beim Schrumpfprozess Mehraufwand mit sich bringen. Haimer Schrumpffutter

Beim Haimer Cool Flash-System befindet sich am Ende des Spannfutters eine Scheibe, die einen schmalen Ringspalt gegenüber dem Werkzeugschaft freilässt. So kann sich der Kühlschmierstoff wie ein Mantel um das Werkzeug legen.

können auch mit Cool Flash-Option «normal» ein- und ausgeschrumpft werden. Ferner bleibt die Stabilität, Steifigkeit und Störkontur der Original-Haimer-Aufnahme unverändert. ●

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Die Haimer GmbH, Igenhausen, weltweit führender Anbieter für die Werkzeugspannung, hat mit dem Cool Flash-System eine Lösung entwickelt, die einen optimalen KSS-Fluss gewährleistet. Haimer bietet diese optional für seine Schrumpfaufnahmen an, die aufgrund ihrer besonders hohen Rundlaufgenauigkeit für die Hochgeschwindigkeitsbearbeitung prädestiniert sind. Kühlen mit Hochdruck. Beim Cool Flash-System werden – ähnlich wie beim für normale Zerspanung bewährten Haimer Cool Jet-System – Bohrungen ins Spannfutter eingebracht, durch die der Kühlschmierstoff bis zur Stirnfläche des Futters transportiert wird. Während beim Cool Jet-

In einem Spannfutter mit Cool Flash-System wird der Kühlschmierstoff über Bohrungen bis zur Stirnfläche des Futters transportiert. In einem Ringspalt sammelt sich der Kühlschmierstoff und fliesst als geschlossener Mantel unmittelbar am Werkzeugschaft entlang.


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WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

● Werkzeugmaschinen

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Arbeitsraum des CNC-5-Achsen-Bearbeitungszentrums mit Wechselpalette. Auf der Maschinenpalette ist das mechanische Nullpunkt-Spannsystem Gredoc montiert und trägt hier einen Standard-Zentrisch-Spanner Centrinos, beides von der Gressel AG. (Bilder: zvg)

Links unten die Gredoc-Basisplatten «Zweifachmodul rechteckig» und «Modul rund» sowie links oben eine Gressel-Standard-Spanneinheit mit dem Gredoc-Aufnahmebolzen; in der Mitte oben eine Alu-Sonderspannplatte mit Aufnahmebolzen, oben rechts die Direktspannung eines 48 kg schweren Stahlteils und rechts eine Sonder-Spannaufnahme.

Verschiedene Standard- und Sonder-Spannlösungen auf der Basis des mechanischen Nullpunkt-Spannsystems Gredoc.

Markus und Andrea Schenk, Geschäftsführung und Inhaber von MS Feinmechanik GmbH in Unterammergau, mit typischen feinwerktechnischen Werkstücken.

Nullpunkt-Spannsystem Gredoc in der Anwendung

Der Ratio-Faktor: Intelligente Spanntechnik Mit der Kombination Nullpunkt-Spannsystem plus standardisierte Werkstück-Spanntechnik verschafft sich MS Feinmechanik GmbH maximale Bearbeitungs- und Kapazitäts-Flexibilität. Konsequenterweise setzt man dabei auf standardisierte Werkstück-Spannsysteme von Gressel.

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ie Zeit ist reif», sagten sich der noch junge Feinmechaniker-Meister Markus Schenk und seine Frau Andrea, als sie im Jahr 2006 die Gründung eines eigenen Unternehmens für die Fertigung von kubischen Präzisionsteilen aus Metallen und Kunststoffen beschlossen. Dem für ein technikorientiertes Kleinunternehmen typischen Start in der Garage folgte bereits im Jahr 2007 der Bau einer Industriehalle. Diese füllte sich zunächst sowohl mit konventionellen als auch mit CNC-Maschinen, eben ganz wie es der fortlaufende Geschäftsgang erlaubte. Mit dem Ausbau des Maschinenparks, und damit auch der Bearbeitungsmöglichkeiten, verfolgte man das Ziel, den Kunden aus einer Hand ein komplettes fertigungstechnisches Dienstleistungspaket offerieren zu können. Ausgehend davon, dass sich MS Feinmechanik GmbH in Unterammergau vorwie-

gend mit der Fertigung von anspruchsvollen Einzelteilen und kleinen Serien beschäftigen sollte, suchte der erfahrene Praktiker Markus Schenk auch nach einem entsprechend universellen und dabei standardisierten Werkstück-Spanntechnik-System. Rationelle Fertigung dank Standardisierung. Fündig wurde er dann beim Schweizer Spezialisten für Werkstück-Spanntechnik, der Firma Gressel AG aus Aadorf. In der Folge wurden bei MS Feinmechanik GmbH so gut wie alle für die Bearbeitung kubischer Werkstücke relevanten Maschinen mit der Werkstück-Spanntechnik von Gressel ausgerüstet. Damit schuf man schon früh einen Standard, der sich bis heute als wesentliches Element der rationell-wirtschaftlichen Fertigung darstellt. Der wachsende Erfolg gab dem für die Produktion und Technik verantwortlichen Geschäftsführer

Markus Schenk und seiner für die Administration zuständigen Frau Andrea recht. Deshalb wurde im Jahr 2008 mit dem Kauf eines CNC-5-AchsenBearbeitungszentrums der Eintritt in eine neue Dimension vollzogen. Konventionell – CNC-5-Achsen-Automation. Bereits ein Jahr später wagte man den nächsten Schritt und investierte in ein weiteres CNC-5-AchsenBearbeitungszentrum für die 5-Achsen-/5-Seiten-Komplettbearbeitung. Um die Vorteile der automatisierten 5-Achsen-Bearbeitung maximal, und vor allem im mannarmen Betrieb, nutzen zu können, erhielt dieses Bearbeitungszentrum einen Werkstückspeicher mit 40 Plätzen. Konsequenterweise rüstete man die Paletten des neuen Bearbeitungszentrums ebenfalls mit standardisierten Werkstück-Spannsystemen von Gressel aus. Damit erhielt man eine einheitliche Basis für


Werkzeugmaschinen ●

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den Aufbau und die Aus- oder Umrüstung von Standard- oder Sonder-Spanneinheiten. Dazu führte Markus Schenk aus: «Mit Gressel haben wir einen Partner gefunden, der über einen umfassenden Baukasten an kombinierbaren und absolut kompatiblen Präzisionselementen sowie Spannbacken verfügt. Damit sparen wir bezüglich der Rüst- und Umrüstvorgänge viel Zeit und können unsere Maschinen noch produktiver einsetzen. Als logischen nächsten Schritt sahen wir den Einsatz eines für unsere Zwecke brauchbaren und bezahlbaren Nullpunkt-Spannsystems an, das wir aber so am Markt nirgendwo finden konnten. Als uns dann Markus Lau von der Gressel AG deren brandneues und vor allen Dingen rein mechanisches Nullpunkt-Spannsystem Gredoc vorstellte, wurden wir sofort hellhörig. Nach einigen Abklärungen und nur wenigen Tests entschlossen wir uns zum Kauf des ersten Nullpunkt-Spannsystems, um damit Erfahrungen zu sammeln.» Gesagt – getan. Mittlerweile sind im Hause MS Feinmechanik GmbH schon über 20 NullpunktSpannsysteme Gredoc von Gressel im Einsatz. Kombiniert mit den vorhandenen und bis heute auf 50 erweiterten verschiedenen WerkstückSpannsystemen von Gressel, steht dem auf vier qualifizierte Fachkräfte gewachsenen Unternehmen MS Feinmechanik GmbH eine hoch flexibel nutzbare «Bibliothek» an Präzisions-Spanntechnik-Einheiten aus dem Baukasten zur Verfügung. Individuelle Werkstück-Spanntechnik aus dem Standard-Baukasten. Die Vorteile des neuen mechanischen Nullpunkt-Spannsystems Gredoc erläutert Markus Lau, Vertriebsleiter Deutschland von Gressel AG, wie folgt: «Im Gegensatz zu den bekannten und ziemlich komplexen Nullpunkt-Spannsystemen am Markt haben wir uns für eine strikt an der Praxis ausgerichtete mechanische Lösung entschieden. Wir haben mit Gredoc ein sehr flaches, weil nur 30 mm (± 0,005 mm) hohes, mechanisches Nullpunkt-Spannsys-

WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

tem mit massiven Aufnahmebolzen. Es gibt die beiden Ausführungen Modul rund und Zweifach-Modul rechteckig, die als Basis auf den Maschinentisch oder auf Wechselpaletten montiert werden. Die hochpräzise, standfeste Mechanik sowie die Konstruktion garantieren einfaches und schnelles Wechseln ohne Verkanten mit einer Wiederholgenauigkeit von ‹ 0,01 mm. Mit der sehr hohen Einzugskraft von 20 kN ist bei allen Aufnahmen eine hohe Stabilität und vor allem bei hohen sowie auskragenden Aufbauten eine hohe Kippsteifigkeit gewährleistet. Der massive Aufnahmebolzen hat 40 mm Durchmesser (h 6/25 h 6), ist von oben oder unten montierbar, und die Aufnahmebolzenbohrung (25H7) ist zu vielen am Markt befindlichen Nullpunkt-Spannsystemen kompatibel. Demnach lassen sich vorhandene Spannsysteme und Vorrichtungen ganz leicht Umrüsten auf das Gressel-Gredoc-System. Der grosse Vorteil dabei ist, dass durch die flache Bauweise der Z-Achsen-Hub weitgehend erhalten bleibt, wogegen dieser bei den bekannten höher aufbauenden Nullpunkt-Spannsystemen oftmals deutlich eingeschränkt wird. Ausserdem können die Gredoc-Module ganz einfach auf den Tisch oder die Wechselpaletten aufgebaut werden, da für die mechanische Ausführung keine Luft oder kein Öl zum Spannen oder Lösen benötigt wird. Für Markus Schenk und seine Mitarbeiter ist das ein ganz entscheidendes Argument, um die Möglichkeiten des vorhandenen CNC-5-Achsen-Bearbeitungszentrums mit dem 40-fachen Werkstückmagazin im mannarmen Schichtbetrieb maximal nutzen zu können. Die präzisionsmechanische Lösung aus einer Hand. Wie schon angedeutet, wird das Nullpunkt-Spannsystem bei MS Feinmechanik GmbH durchgängig eingesetzt, und zwar sowohl mit Standard-Werkstück-Spanneinheiten als auch mit Sonder-Spannaufbauten. Die Tüftler gehen sogar so weit, Wechselpaletten und Sonderspannmittel je nach Bedarf selbst zu konstruieren

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und zu fertigen, natürlich jeweils basierend auf den Grundelementen des Gredoc-Systems und Gressel-Baukastensystems. Abschliessend meinte Markus Schenk: «Seit dem Beginn der 5-Achsen-Bearbeitung im Jahr 2008 haben wir ein Teilespektrum von etwa 2500 Werkstücken bearbeitet, dies in Einzel- oder in Kleinserienfertigung bis 500 Stück. Da es sich hier zumeist um recht komplexe Werkstücke, sprich aufwändige Bearbeitungen, handelte, kann man sich leicht vorstellen, wie unterschiedlich die Spann-Situationen ausfielen. Mithilfe dieser Standard-Spanneinheiten und erst recht mit der Kombination Nullpunkt-Spannsystem konnten wir bis heute die allermeisten Spanntechnik-Herausforderungen mit dem Baukastensystem lösen. Die Kombination aus Nullpunkt-Spannsystem und Standard-Spanneinheiten bringt uns so viele Freiräume bezüglich Flexibilität und Kapazität sowie echter Maschinennutzung, dass wir sehr kurze Amortisationszeiten beim Spannmittelinvest haben. So sind zum Beispiel die Investitionskosten in vier Gredoc-rund-Module bereits nach weniger als drei Monaten bezahlt. Die Gressel-Spanntechnik inklusive des Nullpunkt-Spannsystems hat sich bestens bewährt bzw. bewährt sich täglich, egal, ob und wie wir Werkstücke aus Stahl, Edelstahl, Aluminium, Titan, Inconell oder Kunststoff fertigen. Hervorzuheben ist dabei die sehr hohe Stabilität und Steifigkeit auch bei schweren oder weit auskragenden Teilen. So hatten wir kürzlich ein 48 kg schweres Rohteil aus Stahl komplett zu bearbeiten, das wir per Direktspannung mittels Nullpunkt-Spannsystem Gredoc einwandfrei fixieren konnten.» ● GRESSEL AG 8355 Aadorf, 052 368 16 16 info@gressel.ch, www.gressel.ch MS Feimechanik GmbH D-82497 Unterammergau, +49/8822/922780 info@ms-feinmechanik.de, www.ms-feinmechanik.de

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WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

● Werkzeuge

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Ingersoll präsentiert neue Wendeschneidplatten

Schwerarbeiter für die Zerspanung Die neue 40-mm-Helix-Wendeschneidplatte der Ingersoll T-Force-Serie vereint Schwerzerspanung und weiches Schneidverhalten zum Drehen für die Grossteilebearbeitung. Mit der neuen T-Feed-Geometrie bietet Ingersoll zudem eine neue Hochvorschub-Wendeschneidplatte für die Drehbearbeitung.

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urch den Helixwinkel und die positive Geometrie der T-Force-40-mm-HelixWendeschneidplatte wird eine um 15% geringere Leistungsaufnahme erreicht, somit sind höchste Zerspanungsraten und Produktivität auch bei verhältnismässig schwächeren Drehmaschinen möglich. Die Wendeschneidplatte mit HX-Spanformer bietet einen besonders weichen Schnitt und hat eine Schneidenlänge von 40 mm, bei einer Schnitttiefe von etwa 32 mm befindet sich der optimale Zerspanbereich. Durch die grosse Schnitttiefe kann häufig auf einen zweiten Schnitt verzichtet werden, wie er z. B. bei dem Einsatz einer CNMM 25 notwendig wäre.

T-Force-40-mm-Helix-Wendeschneidplatte für die Grossteilebearbeitung. (Bilder: Ingersoll)

T-Feed-Hochvorschubplatte im Einsatz.


Werkzeuge ●

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Verringerung der Leistungsaufnahme durch den Helixwinkel.

Die Reduzierung der notwendigen Schnitte bringt enorme Vorteile in der Grossteilebearbeitung für die Windkraft-, Schiffsbau- und Kraftwerksindustrie, denn es sind wesentlich kürzere Bearbeitungszeiten möglich. Sicherer Plattensitz auch bei den grossen Schnitttiefen. Durch die doppelte Kniehebelklemmung wird ein sicherer Plattensitz auch bei den grossen Schnitttiefen erzielt. Der Schneidwinkel ist mit 80° ähnlich einer CNMG/CNMM-Geometrie, und bei 95° Einstellwinkel ist sowohl Plan- wie auch Längsdrehen möglich. Die Schneidplatte LNMM 401254R/L-HX ist in Links- und Rechtsausführung erhältlich. Die neue 40-mm-Helix-Wendeschneidplatte vereint positive Helixgeometrie für leichten Schnitt mit Abmessungen für die Schwerzerspanung und ist somit eine wirkliche Alternative zur wirtschaftlichen Zerspanung grosser Bauteile. T-Feed-Geometrie verdoppelt den Vorschub. Der Weg zu höheren Schnittwerten und somit zu kür-

WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

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Vergleich Ingersoll-Hochvorschubplatte BNMX mit CNMG.

zeren Durchlaufzeiten sowie einer wirtschaftlicheren Fertigung ist das tägliche Brot eines jeden Verantwortlichen in der spanenden Industrie. Mit der neuen T-Feed-Geometrie bietet Ingersoll eine neue Hochvorschub-Wendeschneidplatte für die Drehbearbeitung, die den Umdrehungsvorschub und somit auch den Gesamtvorschub um den Faktor 2,5 steigern kann. Die neu entwickelte Wendeschneidplatte besitzt eine «Schleppschneide» von zirka 1,5 mm. Dies erlaubt deutlich höhere Umdrehungsvorschübe als z. B. eine Wendeschneidplatte der Form CNMG. Die neue Wendeschneidplatte verfügt über eine doppelseitige Geometrie mit sechs Schneidkanten. Auch dies bietet – gepaart mit dem hohen Vorschub – zusätzlich höhere Wirtschaftlichkeit.

Auflage zu sichern, ist die Unterlegplatte speziell auf die Geometrie der Schneide ausgeformt. Weiterhin hat die angebotene Wendeschneidplatte BNMX150720R/LHF eine Kantenlänge von 15 mm und eine Dicke von 8 mm und bietet auch von ihrer Abmessung eine hohe Stabilität. Die Platte wird mit der neuen formschlüssigen Ingersoll-Kniehebeltechnik gespannt, die besonders hohe Spannkräfte und einen sicheren Plattensitz garantiert. Die neue Hochvorschubplatte ist somit ein weiterer Ingersoll-Beitrag zur wirtschaftlichen Drehbearbeitung. ●

Auf hohe Vorschübe getrimmt. Die Spanbrechergeometrie ist speziell auf diese hohen Vorschübe abgestimmt und reduziert die Spankräfte durch ihre positive Gestaltung. Um auch dieser positiven Geometrie eine stabile

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12.2011 technica

WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

4-Säulen-Pressen aus dem Baukasten

Rationelles Richten von Gussteilen Das niederländische Unternehmen Cirex – weltgrösste Wachsausschmelz-Giesserei – setzt zum Richten und Kalibrieren von Gussteilen auf 4-Säulen-Pressensysteme von Tox Pressotechnik.

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eht es um Gussteile, die nach dem Wachsausschmelzverfahren hergestellt werden, gilt der niederländische Spezialist Cirex international gesehen als eine der ersten Adressen! Das Wachsausschmelzverfahren kommt vor allem für die Produktion aufwändig geformter bzw. schwieriger Bauteile zur Anwendung. Aufgrund relativ geringer Werkzeugkosten rechnet sich dies bereits ab kleineren Stückzahlen. Bei diesem Verfahren wird das Modell zuerst in Wachs gegossen, wobei die Wachsmodell-Fertigung für grössere Serien auch mittels Spritzgiessen erfolgen kann, und dann mit einer keramischen Schicht quasi versiegelt. Anschliessend kommen die Giessformen (bei kleinen Bauteilen auch Giesstrauben genannt) in den Autoklaven. Dort schmilzt das Wachs und übrig bleiben die keramischen Formen, die in einem weiteren Ofen einem Sinter-/Backprozess unterzogen werden. Nun wird in die Keramikmodelle das entsprechend verflüssigte Metall eingegossen.

Gesamtansicht der Sonderpresse von Cirex zum Richten; bestehend aus einer TOX-4-Säulen-Presse MAG 050 sowie zwei links und rechts angeflanschten Richteinheiten.

Nach dem Abkühlen schlägt man die Keramikschicht ab und übrig bleiben die kontur- und formnahen Gussteile. Frank ten Tusscher, verantwortlicher Qualitätsingenieur bei Cirex, führte dazu aus: «Mit dem Wachsausschmelzverfahren ist es möglich, den Konstrukteuren eine grosse Gestaltungsfreiheit zu erlauben und trotzdem eine hohe Teilegenauigkeit zu erzielen. Wir erreichen hier problemlos Toleranzen im Bereich weniger Zehntelmillimeter und können die Teile auch reproduzierbar genau herstellen.» Effizient-präzises Richten genauer Gussteile. Cirex liefert hauptsächlich anspruchsvolle Serien-Bauteile für die Automotive-Industrie z. B. für die Bereiche Kraftstoffpumpen-Gehäuse, CabrioverdeckSchliessmechanik und Motorkomponenten, und ausserdem Bauteile für den Maschinenbau, die Medizintechnik, die Elektrotechnik und vor allen Dingen auch für die Luftfahrtindustrie. Die Giessteile bestehen zumeist aus Stahl oder aus Edelstahl. Obwohl gerade das Wachsausschmelzverfahren dünnwandige sowie exakte Werkstücke möglich macht, müssen die Gussteile oftmals nachgearbeitet werden. Dies erfolgt im Normalfall im tschechischen Zweigwerk von Cirex durch Kontrolle sowie anschliessendes Richten/Kalibrieren und Oberflächen-Finish. Um die Kapazitäten dem stetig wachsenden Geschäftsgang anzupassen, investierte Cirex in eine weitere Kalibrierpresse. Nachdem man schon mit der bestehenden Kalibierpresse, die von Tox Pressotechnik hergestellt und über die niederländische Tochtergesellschaft geliefert wurde, beste Erfahrungen machen konnte, entschieden sich Frank ten Tusscher und seine Kollegen auch diesmal für ein Tox-Pressensystem: «Die vorhandene Presse arbeitet seit Jahren äusserst zuverlässig und sehr präzise. Jedoch sind die Zykluszeiten schon voll ausgereizt und wir benötigten dringend mehr Kapazität. Zudem wollten wir mit der neuen Presse sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Achse richten, was bis dato in zwei getrennten Prozessstufen geschieht und folglich sehr zeitaufwändig ist.» Flexibler und leistungsfähiger durch Funktionsintegration. Nach ausführlicher Bedarfsanalyse und Beratung durch die Anwendungsingenieure von Tox Pressotechnik fiel die Wahl auf eine 4-Säulen-Presse der Baureihe MAG. Diese Pressen zeichnen sich durch eine optimale Belastungsverteilung über die gesamte Aufspannfläche sowie eine minimale symmetrische Aufbiegung, auch unter Hochlast, aus. Der hier verwendete Pressentyp MAG 050 hat

Baukastensystem der TOX-Pressen der Baureihe MAG; die 4-Säulen-Pressengestelle können mit verschiedensten Pressenantrieben individuell ausgerüstet werden.

einen Werkzeugeinbauraum von 430 mm Länge und ist mit einem TOX-Kraftpaket-Antriebszylinder S 75 mit 300 mm Gesamthub, davon 20 mm Krafthub, ausgerüstet. Der Antrieb leistet zum vertikalen Richten/Kalibrieren max. 493 kN Presskraft. Zum horizontalen Richten/Kalibrieren ist eine pneumohydraulische KT-Antriebseinheit, bestehend aus zwei Hydraulikzylindern, die über einen TOX-Druckübersetzer ES angetrieben werden, installiert. Diese kompakte Kombination liefert Presskräfte bis 300 kN bei einem Hub von total 150 mm. Wie Frank ten Tusscher erklärte, sind diese Presskräfte 500 kN in vertikal und 300 kN in horizontal sowie die Hübe optimal für diese Anwendung und bergen sogar Reserven für zukünftige Richt- und Kalibrieraufgaben. Die Steuerung ist so konzipiert, dass die Abläufe zum einen manuell/halbautomatisch oder auch automatisch erfolgen und dass zum anderen mehrere


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Präzisionsbearbeitung ●

WERKZEUGMASCHINEN UND WERKZEUGE

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Prüfprozesse für verschiedene Werkstücke hinterlegt bzw. bei Bedarf erneut abgerufen werden können. Damit ist eine hohe Nutzungs- und Anwendungsflexibilität gegeben, ganz im Sinne einer zukunftsorientierten Investition. In jeder Hinsicht eine lohnende Investition. Abschliessendes Resümee von Cirex: «Mit dem neuen Pressen- bzw. Antriebskonzept erzielen wir eine deutliche Produktivitätssteigerung bei einem erheblichen Flexibilitätszuwachs. Wir haben die Zykluszeit stark verkürzen können, weil die Presse anders angesteuert wird. Ausserdem können wir jetzt der Steuerung den Zyklusablauf vorgeben: erst horizontal richten und dann vertikal oder umgekehrt, oder nur vertikal oder horizontal ausrichten, auch dafür verwenden wir die Presse. Das Umstellen geschieht praktisch rüstfrei durch einen Knopfdruck und es muss nur das entsprechende Werkzeug bzw. die Teileaufnahme ausgewechselt werden.» ●

Der 430 mm (zwischen den Säulen) grosse Werkzeugeinbauraum mit einer Basisaufnahme für Gusswerkstücke, die hier sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Achse gerichtet bzw. kalibriert werden können.

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Optimale Kombination mit Coromant Capto und der HPC-Technologie

Zeit sparen mit den neuen Spanneinheiten Als Teil seines halbjährlichen Innovationspaketes CoroPak stellt Sandvik Coromant neue Spanneinheiten vor, die Rüstzeiten senken und Standzeiten deutlich maximieren können – ein entscheidender Vorteil unter verschärften Wettbewerbsbedingungen.

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ie Spanneinheiten sind optimal auf das schnelle Werkzeugwechsel-System Coromant Capto abgestimmt, das die durch Rüstung und Werkzeugwechsel bedingten Nebenzeiten reduziert. Darüber hinaus sind die neuen Einheiten so konzipiert, dass sie Hochdruck-Kühlschmiermittel auf die aktuellen CoroTurn-HP-Schneidköpfe leiten können. So können höhere Schnittgeschwindigkeiten, eine längere Standzeit und auch eine verbesserte Spankontrolle erreicht werden. Maschinenspezifische, statische oder angetriebene Spanneinheiten sind praktisch auf allen modernen CNC-Drehmaschinen sowie für alle Bearbeitungsformen einsetzbar – so reduzieren sie die Notwendigkeit für Sonder-Spanneinheiten, sparen Revolverplatz und senken die Rüstzeiten. Ab dem 1. Oktober sind die ersten neuen Einheiten in Standardgrössen erhältlich. ● SANDVIK AG 6005 Luzern, 041 368 34 34 coromant.luzern@sandvik.com www.sandvik.coromant.com/ch

Die neuen Spanneinheiten von Sandvik Coromant lassen sich mit der Capto-Schnittstelle sowie der HPC-Technologie kombinieren.


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AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

● Steuerungen

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Prozessleitsystem im Dienst der Fertigungsindustrie

Aus der Prozessanlage in die Fertigungshalle In vielen Teilen der Sachgütererzeugung ist die Anlagenüberwachung und -steuerung mittels Prozessleitsystemen seit Langem Standard. Die Verbindung in sich hochgradig automatisierter Maschinen und ihrer Arbeitsumgebung in der Fabrikhalle zu einer gesamtheitlich automatisierbaren Produktionsanlage hat die gleichen Erfordernisse. MARTIN REICHINGER, BUSINESS MANAGER PROCESS AUTOMATION, B&R

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it Aprol hat B & R ein Prozessleitsystem, das in mehr als einer Weise zur Maschinenautomatisierung kompatibel ist und sich daher für Aufgaben von der Betriebsdatenerfassung bis zur optionalen Gesamtanlagensteuerung bestens eignet und in der Praxis bewährt.

Permanenter Automatisierungsdruck. Der Automatisierungsdruck auf Produkthersteller hält weiterhin an. Das hat drei Gründe: Erstens: Die Gewinnchance gegenüber dem Mitbewerber besteht darin, gleich viel Funktionalität oder Inhalt zu geringeren Kosten herstellen zu können oder mehr Funktionalität zu maximal gleichen Kosten. Das ist nur durch einen weiteren Ausbau der Automatisierung zu erreichen. Zweitens: Mit dem Automatisierungsgrad steigt die Wiederholgenauigkeit von Produktionsprozessen, mit ihr die Prozesssicherheit und damit letztendlich die durchschnittliche Verarbeitungsqualität des Endproduktes. Diese trifft auf immer enger werdende Toleranzgrenzen bei Anwendern und Konsumenten. Drittens: Nur durch ständiges aktives Nachregeln unter Einbeziehung zahlreicher auch peripherer Einflussgrössen, also wiederum nur mit einem hohen Automatisierungsgrad der Gesamtanlage, ist eine relevante Verbesserung der Energiebilanz der hergestellten Produkte möglich, ohne den Vorteil durch zusätzliche Prozesskosten wieder zu verspielen. An der einzelnen Fertigungs- bzw. Produktionsmaschine ist der Automatisierungsgrad mittlerweile sehr hoch geworden und weiter im Steigen begriffen. Dazu trägt bei, dass industrielle Steuerungssysteme laufend leistungsfähiger und mächtiger werden, auf schnelle Ethernet basierte Feldbusse zurückgreifen können und um eigenintelligente Antriebs- und integrierte Sicherheitstechnik ergänzt werden können. Auch im unmittelbaren Umfeld der Maschinen findet funktionale Integration statt, die in einer Erhöhung des Automatisierungsgrades mündet. So werden immer häufiger Handhabungsgeräte automatisierungstechnisch eng an die Hauptmaschine angekoppelt oder mehrere Maschinen und Vorrichtungen zu Gruppen mit grösserer Gesamtfunktionalität zusammengefasst. Von der Maschine zur Fabrikhalle. Der logische nächste Schritt ist die Zusammenfassung der gesamten Produktionskette in einer durchgängigen Automatisierungslösung. Eine solche müsste sämtliche Einzelmaschinen ebenso umfassen wie die In-

tralogistik-Systeme davor, danach und dazwischen, also alles, was innerhalb des gesamten Herstellungsprozesses an einer gegebenen Produktionsstätte mit dem Material geschieht. Vorgegeben ist eine solche Integration durch Systeme zur Planung

und Simulation von Produktionsprozessen und -einrichtungen. Diese werden immer populärer, weil die Produkthersteller erkennen, dass sie durch Berücksichtigung produktionstechnischer Gegebenheiten bereits in der Produktentwicklung sehr

Von jedem beliebigen Office PC kann mit Aprol-PDA (Process Data Acquisition) ein Zugriff auf Anlagenbilder, Chargenreports usw. erfolgen. Maschinensteuerungen und zusätzliche Sensoren und Aktoren der Maschinenhalle können eingebunden werden.

Da Prozessleitsysteme immer auch als Informationsquellen dienen, ist die Prozessdatenerfassung mit Verknüpfung historischer Daten, aktueller Trends und diskreter Ereignisse als Funktion in Aprol bereits im Standard enthalten.


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Steuerungen ●

AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

viel an Effizienz gewinnen können. Auch gelingen mit solchen Methoden Produktivitätsgewinne durch bewusste Gestaltung der Produktionsprozesse. Diese Gesamtautomatisierungsaufgabe benötigt ein System, das in der Lage ist, sie wahrzunehmen und zugleich offen bleibt für laufende Veränderungen sowie für die Einbeziehung äusserer Einflussgrössen wie der Energie- oder Gebäudetechnik. Es muss die Steuerungen der einzelnen Maschinen zu einem Verbund zusammenfassen, ohne deren Autonomie zu beeinträchtigen. Und es muss in der Lage sein, Aktorik und Sensorik auch direkt anzusteuern bzw. abzufragen, um auch zwischen individuell gesteuerten Einheiten keine Prozesslücken entstehen zu lassen. Die in der Fertigungstechnik verbreiteten ScadaSysteme sind, auch wenn sie vom einzelnen Steuerungssystem der jeweiligen Maschine unabhängig sind, für solche Zwecke nicht ausreichend. Meist mangelt es ihnen an der Leistungsfähigkeit, die von derart weitreichenden Steuerungs- und Überwachungsaufgaben verlangt wird. In jedem Fall fehlen marktüblichen Systemen die Flexibilität, die Einfachheit der Programmgestaltung, die Kompatibilität zu beliebigen Subsystemen und die Möglichkeit zum direkten Ansprechen von Hardware. Leitsysteme aus Prozesstechnik. Allerdings gibt es die benötigten Systeme für die produktionsseitige Meta-Ebene der Automatisierung bereits. Sie sind dort im Einsatz, wo nicht Maschinen und Vorrichtungen die Arbeit tun, sondern Reaktoren, Öfen und Anlagen, also in Verfahrenstechnik, Metallurgie, Chemie und Pharmazie. Meist vollautomatisch werden die Produkte in diesen Branchen unter Überwachung und Steuerung durch Prozessleitsysteme hergestellt. Funktionsumfang und Reife solcher Systeme sind gross, sie bewähren sich seit vielen Jahren in der Prozesstechnik hervorragend und sind dort nicht wegzudenken. Angesichts der heute im Normalfall bestehenden Netzwerkverkabelung auch in Maschinenhallen besteht kein Grund, sie nicht für die Gesamtautomatisierungsaufgabe in der maschinellen Sachgütererzeugung heranzuziehen. B & R bietet mit dem Prozessleitsystem Aprol ein Produkt an, das übergeordnete Steuerungs- und Visualisierungsaufgaben erfüllen kann. Ursprünglich als Scada-System konzipiert, entwickelte es sich in den letzten Jahren zum vollwertigen Prozessleitsystem, mit dem Kunden von der Feldebene bis zur Management-Informationsebene die volle Durchgängigkeit zu erreichen. Dementsprechend liegt auch der hauptsächliche Einsatzbereich in der Prozessautomation mit Anwendungen von Technikumsanlagen in der Pharmaindustrie bis zu grossen Anlagen in der Stahlindustrie. Transparenz in der Maschinenhalle. Aus Sicht dieses Systems besteht kein wesentlicher Unterschied zwischen einer verfahrenstechnischen und einer fertigungstechnischen Anwendung. Einzig die Art

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der Verarbeitung und Aufbereitung der HistorienDatensätze, die in Batch-Protokolle einfliessen müssen, ist unterschiedlich. Da Prozessleitsysteme immer auch als Informationsquellen dienen, ist die Prozessdatenerfassung mit Verknüpfung historischer Daten, aktueller Trends und diskreter Ereignisse eine Funktion, die im Standard bereits enthalten ist. Das geht bis zur Aufzeichnung von Benutzereingriffen (Audit Trails), sodass damit auch den zunehmend strengeren Nachweispflichten für die einzelne Charge ohne zusätzlichen Aufwand nachgekommen werden kann. Darüber hinaus ist eine grafische Oberfläche zur Prozessvisualisierung und Prozessführung Standard. Der Datenaustausch mit Produktionsanlagen-Planungs- und -Simulationssystemen sowie zu PPS-Systemen kann analog zu Rezepturen in der Verfahrenstechnik über eine Datenbankschnittstelle, Webschnittstelle oder OPC erfolgen. Verbindung zweier Welten. Die Steuerungen der erfassten Produktionsmaschinen können direkt angekoppelt werden. Das ist für alle Fabrikate über gängige Feldbus-Technologien möglich. Im Fall von B & R-Steuerungen kann die Integration noch um einige Schritte tiefer gehen, denn das Prozessleitsystem Aprol beinhaltet für die Programmierung und Konfiguration von Hardware und Feldbus auch die für die Maschinenautomatisierung entwickelte Entwicklungs- und Runtime-Softwareumgebung Automation Studio. Den Anwendern steht daher Automation Studio auch innerhalb des Prozessleitsystems Aprol zur Verfügung. Zusammen mit den Systemfunktionalitäten von Aprol für die Prozessdatenerfassung entsteht damit eine durchgängige Plattform für ein effizientes Monitoring von Maschinen und deren Infrastruktur. Interessant ist vor allem auch die Möglichkeit, Betriebsdatenerfassung und übergeordnete Steuerung ohne grossen Aufwand auf die Gesamtanlage auszudehnen, also auch Einrichtungen zwischen den einzelnen Maschinen einzubinden, die nicht über eigene Steuerungen verfügen, bis hinunter auf die Ebene einzelner Antriebe, Sensoren und Aktoren. Diesem Zweck dient der aus der Maschinenautomatisierung bekannte X20 Controller, der dezentrale Ein- und Ausgangsmodule sowie Antriebe über Ethernet basierte Powerlink-Verbindungen abfragt bzw. steuert. So kann die Überwachung und Steuerung des Produktionsprozesses durchgängig gestaltet werden, so kann aber beispielsweise auch die Gebäudetechnik eingebunden werden, etwa um mittels Beeinflussung von Lüftung, Kühlung oder Beschattung optimale Bedingungen aufrechtzuerhalten und den Energieverbrauch zu senken. Vorhandene Klimawerte während des Produktionsvorganges können gemeinsam mit den Chargendaten im Chargenprotokoll dokumentiert werden. Robustheit und Sicherheit. Durch die gemeinsame Nutzung der verschiedenen B & R-Systemplattfor-


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AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

● Steuerungen

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duktivitätssteigerung wäre bei einem Systemausfall nicht zu halten. Durch Redundanzen beim Hardwaresystem, in der Echtzeit-Datenbank und bei der Historie entsteht eine extrem hohe Verfügbarkeit, auf die Produktionsbetriebe heute angesichts des Wettkampfes auch um die Lieferfähigkeit nicht gern verzichten.

Komponenten des Prozessleitsystems Aprol.

men handelt es sich bei den Ein- und Ausgangsmodulen um millionenfach verbaute und erprobte Komponenten, die sowohl als hutschienenmontable, besonders kompakte und installationsfreundlich modular aufgebaute Komponenten verfügbar sind, als auch in Ausführungen der Schutzklasse IP 67 zur schaltschranklosen dezentralen Montage vor Ort. Mit der X20-Baureihe bauform- und buskompatibel sind auch die Komponenten von OpenSafety. Deren sicherheitsgerichtete Steuerung SafeLogic arbeitet über den Systembus mit SafeIO-Modulen und sicherheitsgerichteten Antrieben mit SafeMC zusammen. Innerhalb einer Aprol-Umgebung, mit der sie auch Informationen austauschen kann, erlaubt sie den Aufbau von Sicherheitsschal-

(Bilder: B & R)

tungen, die mehr einschliessen als nur eine einzelne Maschine. Gekennzeichnet ist Aprol durch einen geringen Installationsaufwand und durch niedrige Hardwarekosten. Das System ist auf einer Rechnerausstattung von 1 PC aufwärts lauffähig. Dieser kann an beliebiger Stelle im Betrieb zum Einsatz kommen. Auch die Anbindung zahlreicher Bürocomputer als Operator-Clients ist durch die Verwendung von Linux als Betriebssystem mit seinem Multi-User-Zugriff einfach möglich. Zugleich bietet Aprol die Möglichkeit, redundante Systeme aufzubauen. Diese Möglichkeit wird gerade in Anwendungen der Fertigungsautomatisierung meist genutzt, denn die mit dem Prozessleitsystem erzielte Pro-

Erfolge in Industrieanwendungen. Bereits heute nutzen zahlreiche Anwender die Möglichkeit, mit dem Prozessleitsystem Aprol ihre Produktionsmittel in beliebiger hierarchischer Gliederung zentral zu überwach- und steuerbaren Gesamtanlagen zusammenzufassen. So hat beispielsweise ein bekannter Landmaschinenhersteller seine Lackieranlage mit mehr als 7000 Ein- und Ausgängen an Aprol-Controllern vernetzt. Er betrachtet das lediglich als Beginn der weiteren Ausstattung der gesamten Fertigung. Ebenso führte ein Hersteller von Installationsmaterial aus Kunststoffspritzguss in kürzester Zeit Aprol in der Maschinenhalle ein, um auf eine Verschärfung der Nachweispflichten seitens der Kunden adäquat zu reagieren, ohne dadurch einen betrieblichen Mehraufwand zu verursachen. Heute kann der Hersteller nicht nur Batch-Protokolle liefern, sondern zu jeder Zeit an jeder Stelle der Produktionskette in beliebiger Tiefe den Fertigungsprozess überwachen und optimieren. Mit seinem breiten Spektrum an Funktionalitäten, die bis zur integrierten Anlagensimulation mit Matlab/Simulink reichen, vereint Aprol alle Ebenen der Automatisierung zu einem homogenen Gesamtsystem. Mit der Möglichkeit der direkten Integration externer Systeme und Signalquellen ermöglicht es den gesamtheitlichen Ansatz und damit den zuverlässigen und effizienten Betrieb der Anlage über den gesamten Lebenszyklus. ●

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Industrial Handling ●

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AUTOMATIONS- UND ANTRIEBSTECHNIK

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Systembaukasten für mechatronische Greifsysteme von Schunk

Alternativ, intelligent und adaptierbar Mechatronische Greifmodule bieten Anwendern und Konstrukteuren eine Vielfalt von Möglichkeiten. Der Kompetenzführer für Spanntechnik und Greifsysteme Schunk geht nun einen Schritt weiter: Als erster Hersteller überhaupt bündelt das innovative Familienunternehmen eine Vielzahl mechatronischer Module in einem einzigen Systembaukasten.

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ass mechatronische Module keineswegs kompliziert sein müssen, zeigt der elektrisch angetriebene Kleinteilegreifer EGP. Er konzentriert sich bezüglich der Mechatronik aufs Wesentliche und stellt kaum Anforderungen an die Anwender. So lässt er sich beispielsweise über den Sensorverteiler sehr einfach ansteuern. Ein Umstieg von pneumatischen auf elektrische Greifmodule ist mit ihm im Handumdrehen möglich. Dabei zahlt sich zusätzlich aus, dass die Sensorik des bewährten pneumatischen Kleinteilegreifers MPG-plus 1:1 auf den EGP übertragen werden kann. Verglichen mit am Markt erhältlichen, elektrisch angetriebenen Kleinteilegreifern punktet der Greifer mit hohem Tempo bei gleichzeitig hoher Greifkraft. Seine leistungsfähige Kreuzrollenführung gewährleistet einen hohen Wirkungsgrad und macht ihn zu einem dynamischen und leistungsfähigen Experten für anspruchsvolle Pick-&-Place-Anwendungen. Weil am Gehäuse überschüssiges Material eingespart wurde und im Inneren Komponenten aus einem speziellen Hochleistungsaluminium das Gewicht senken, profitieren zudem die Dynamik und die Energieeffizienz der übergeordneten Anlage.

Intelligente Greifer verkürzen Prozesse. Die zweite Säule des Mechatronikbaukastens von Schunk bilden intelligente mechatronische Greifer. Mit ihnen lassen sich Fertigungs-, Montage- und Handhabungsprozesse verkürzen und zum Teil sogar vollkommen neuartige Lösungsstrategien umsetzen. Dass dies auch ohne umfassendes elektronisches und steuerungstechnisches Fachwissen möglich ist, zeigt der WSG 50. Bei diesem 2-Finger-Parallelgreifer ist die einfache Inbetriebnahme bereits eingebaut. So verfügt er neben Profibus DP, CAN und RS232 auch über eine Ethernet-TCP/IP-Schnittstelle, über die er dank des integrierten Webservers mithilfe eines gewöhnlichen Webbrowsers schnell und einfach in Betrieb genommen werden kann. Dazu ist keine zusätzliche Software nötig. In die Grundbacken des Greifers ist eine elektrische Sensorschnittstelle integriert, über die die unterschiedlichsten Sensoren in den Greifprozess eingebunden werden können. Der Clou des Greifers ist eine integrierte Greifteil-

detektion. In Verbindung mit der hohen Positioniergenauigkeit des Greifers ermöglicht sie, dass der WSG 50 einen Greifbefehl taktzeitoptimiert ausführen kann. Die übergeordnete Prozesssteuerung wird deutlich entlastet, weil der Greifer selbst über eine Intelligenz verfügt, mit der er Teilaufgaben eigenständig lösen kann. Abhängig von der jeweiligen Anwendung lässt sich der Funktionsumfang des WSG 50 darüber hinaus mithilfe der eingebauten, leicht zu erlernenden Skriptsprache individuell anpassen. Sind die Skripte erstellt, werden

Jüngstes Beispiel für einen adaptierbaren Greifer ist der robuste Grosshubgreifer EGA. (Bilder: Schunk)

sie einfach auf der eingebauten SD-Karte abgelegt. Mit dieser Option der individuellen Programmierung bekommen Anwender auch knifflige Aufgaben zuverlässig und vergleichsweise einfach in den Griff. Adaptierbare Greifmodule. Die dritte Säule schliesslich bilden mechatronische Greifsysteme mit adaptierbaren, elektrischen Antrieben. Je nach Handhabungssystem und gewünschter Funktionalität können diese Module mit unterschiedlichsten Servomotoren ausgestattet werden. So ist es möglich, den Greifer mit dem gleichen Befehlssatz wie beispielsweise den übergeordneten Roboter anzu-

steuern. Flexibel und einfach kann jede Greifposition geändert werden, ohne dass es Probleme mit inkompatiblen Steuerungssignalen gibt. Zudem lassen sich die Eigenschaften der Anlagensteuerung hinsichtlich Programmierung, Safety oder Feldbusse direkt nutzen. Jüngstes Beispiel für einen solchen adaptierbaren Greifer ist der robuste Grosshubgreifer EGA. Als Antrieb können bei ihm alle gängigen IndustrieServomotoren eingesetzt werden, insbesondere auch Servomotoren im Spannungsbereich ab 230 V AC. Je nach Verwendung lässt sich der Motor entweder parallel zur Bewegungsrichtung anflanschen, was sich insbesondere bei Roboterapplikationen anbietet, bei denen die Höhe des Greifers minimiert werden soll. Alternativ kann er rechtwinklig zur Bewegungsrichtung angebracht werden, wenn beispielsweise bei Portalanwendungen die Breite des Greifers minimiert werden soll. Der EGA baut extrem flach und kompakt und weist nur geringe Störkonturen auf. Mit seiner Wälzführung ist er dauerhaft präzise und hat eine lange Lebensdauer. Zudem kommt das gewichtsoptimierte Design des Greifers der Dynamik und der Energieeffizienz der Anlage zugute. Nach Ansicht von Matthias Poguntke, Bereichsleiter Produkt- und Portfoliomanagement bei Schunk, werden in Zukunft sowohl pneumatische als auch elektrische Antriebe Ihre Berechtigung haben. «Mechatronische Module sind besonders flexibel und trotz teilweise höherer Anfangsinvestition wirtschaftlich sehr attraktiv», erläutert Poguntke. «Für Pneumatikgreifer wiederum sprechen der attraktive Preis, die Robustheit sowie die einfache Inbetriebnahme und Wartung.» Er empfiehlt daher, nach Einsatzzweck, Umfeld und individuellen Anforderungen abzuwägen, welche Antriebsart den grösseren wirtschaftlichen Nutzen bringt. (ea) ●

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Die Halbleiterindustrie stellt hohe Anforderungen an Automatisierungslösungen. (Bild: Bosch Rexroth)

Automatisierungslösungen von Rexroth für die Halbleiterindustrie

Präzise, flexibel, wirtschaftlich In kaum einer anderen Branche ist die Innovationsgeschwindigkeit so hoch wie in der Halbleiterbranche. Die Anforderungen an die Automatisierung sind enorm. Rexroth bündelt die weltweite Anwendungserfahrung in dieser Branche und entwickelt daraus massgeschneiderte Automatisierungslösungen zum Beispiel für Wafer-Produktion, Front- und BackendProzesse sowie die Platinenmontage.

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ie Halbleiterbranche stellt höchste Ansprüche an die Leistungsfähigkeit von Automatisierungslösungen. Nur genau auf die jeweiligen Anforderungen zugeschnittene Komponenten können Bewegungsaufgaben unter Vakuum, Schutzatmosphären und Reinraumbedingungen sicher und zuverlässig ausführen. Von extrem langsamen bis hin zu hochdynamischen Bewegungen: Das Aufgabenspektrum an die Automatisierung ist breit und fordert höchste Präzision und Wiederholgenauigkeiten bis in den Nanometerbereich. Maschinenhersteller verlangen Lösungen, die ihnen durch offene Strukturen maximale Freiheiten bieten. Komplexität reduzieren Technologieübergreifende Systemlösungen von Rexroth reduzieren die Komplexität im Engineering, der Montage und während der Inbetriebnahme. Innerhalb standardisierter Plattformen erfüllen speziell für die Halbleiterindustrie entwickelte Varianten diese Anforderungen. Das Produktportfolio umfasst eine breite Palette von Antrieben für rotatorische Servo- und Schrittmotoren sowie eine Vielzahl von Direktantrieben. Speziell für die Branche entwickelte eisenlose Linearmotoren decken in fünf Baugrössen mit abgestuften Baulängen einen breiten Kraft- und Geschwindigkeitsbereich ab. Für die Regelung stellt Rexroth Motion-Control-Systeme mit offener Architektur und integrierten Kompaktantrieben bereit. Mit ihren universellen Geberschnittstellen eignen sie sich für die Kombination mit verschiedenen Längenmesssystemen. Als einbaufertige Achsen liefert Rexroth die Motoren komplett mit abgestimmten Linearführungen, Längenmesssystemen sowie Antriebsreglern. Profilschienen und Führungswagen Rexroth stellt eine umfassende Auswahl an Profilschienen und Führungswagen bereit. Die präzise Fertigung in kompatiblen Genauigkeits-

und Vorspannungsklassen ermöglicht umfangreiche Kombinationen und Flexibilität über alle Bauformen. Dadurch können Führungswagen und -schienen der gleichen Technologie und Grösse beliebig kombiniert werden. Korrosionsbeständige und reinraumtaugliche Ausführungen ermöglichen eine Standardisierung über alle Prozessschritte. Auch in der Lineartechnik setzt Rexroth auf eine feine Skalierbarkeit und hat ein umfangreiches Spektrum an Miniatur- und Präzisionsführungen für die Halbleiterindustrie entwickelt. Präzisionsmodule übernehmen als einbaufertige Linearsysteme die hochdynamische Bewegung kleiner Massen auf engstem Raum. Der integrierte Kugelgewindetrieb mit spielfreiem Mutternsystem garantiert eine hohe Positionier- und Wiederholgenauigkeit. Breites Pneumatikportfolio Das Pneumatikportfolio umfasst eine breite Palette an Aktoren, Ventilträgersystemen und Druckluftaufbereitung. Über Busmodule zu allen gängigen Führungskommunikationen fügen sich diese Komponenten in verschiedenste Automatisierungsumgebungen ein. Eine Vielzahl von Positionier-, Dreh- und Greifmodulen eröffnen einen hohen Freiraum für das Handling von Bauteilen. Nur Rexroth bietet in ihren Baumassen identische pneumatische und elektrische Aktoren mit formschlüssiger Verbindungstechnik Easy-2-Combine. Das ermöglicht einen einfachen Austausch der beiden Technologien, ohne in die Grundkonstruktion eingreifen zu müssen. ●

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Veranstaltung ●

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INTRALOGISTIK

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28. Zürcher Logistik-Kolloquium

Unnötige Wege vermeiden Das Zürcher Logistik-Kolloquium hat bereits Tradition. Seit 28 Jahren findet es jährlich einmal statt und lässt die Gäste einen Nachmittag lang mit anderen Fachleuten in neue Problematiken und Lösungen im Bereich der Logistik eintauchen. In diesem Jahr ging es unter anderem um die Stahlindustrie und wie man mit themenorientierten Industrieparks die Logistikwege erheblich optimieren und sogar vollkommen einsparen kann. EUGEN ALBISSER

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ie Konzerne der Schwerindustrie könnten angesichts der Flexibilität, mit der andere Unternehmen ihre Standorte von Billiglohnland zu Billigstlohnländern wechseln und vom einen Fördergeldtopf zum andern, nur hadern. Sie sind die beinahe gänzlich unverrückbaren Kolosse. «Wir sind Unternehmen, die man nicht einfach umsiedeln kann, wenn uns die Bedingungen nicht mehr passen», sagt denn auch Jürgen Harland, Leiter Logistik und SCM beim Stahltechnologiekonzern Salzgitter Flachstahl, am 28. Zürcher Logistik-Kolloquium. Dabei fördert man heutzutage nicht einmal aus einem nahen Erzbergbau, so dass das Unternehmen lokal gebunden wäre, sondern das örtlich investierte Kapital bindet. Auf dem riesigen Gelände des Hüttenwerks Salzgitter im Ruhrpott erheben sich die Kühltürme, stehen die Hochöfen, Stranggiessanlagen weiten sich aus und ein kilometerlanges Netz aus Schienen und Strassen verbindet die Hallen und Produktionsstätten.

Träger Erzverkehr schneller gemacht. Gerade durch diese Kapitalbindung hat die Logistik und das «Supply Chain Management» (SCM) in den letzten Jahren eine immer grössere Bedeutung bekommen beim Salzgitter-Konzern, um dem hohen Kostendruck entgegenwirken zu können. 62 eigene Loks zählt das Unternehmen, 1500 Güterwagons, rund 500 Lkws pro Tag werden ausgangsseitig gezählt,

Erhebliches Einsparpotenzial konnte gefunden werden mit professionellen Logistiklösungen und modernem SCM bei den Stahlwerken der Salzgitter AG. (Bild: Saphir)

und rund 20 Mio. Tonnen Erz werden jährlich mit der Bahn angeliefert; wenn hier nicht alles passt, dann stehen die Hochöfen nicht nur still, sondern Millionen von Euro werden verschleudert. «Aber der Erzverkehr ist träge», sagt Harland, «und da auf dem Weg vom Hafen in Hamburg nach Salzgitter die ICE-Züge stets Vorfahrt haben, waren früher Verspätungen von bis zu fünf Stunden keine Seltenheit.» Professionellere Logistiklösungen und ein modernes SCM halfen denn auch bei Salzgitter Flachstahl, zum Beispiel beim Erzverkehr die Pünktlichkeit auf über 90 Prozent zu erhöhen. «Dies kam nicht nur über Gespräche mit der Bahn zustande, sondern auch indem wir das Monitoring und die horizontale Kommunikation erheblich verbesserten», sagt Harland. Aber auch der Strassentransport hatte grosses Einsparpotenzial. «Früher versenkten wir pro Monat den Wert eines Einfamilienhauses, weil die Transporte nicht straff genug geführt wurden.» Daraufhin führte man Zeitfenster ein, in dem die Spediteure auf dem Areal sein mussten. «Mit einem Bonus-Malus-System werden nun die Spediteure belohnt oder bestraft, wenn sie rechtzeitig eintreffen oder eben nicht. «Durch diese bessere Planbarkeit und die Ankurbelung des Wettbewerbs ist die Performance auf 98 Prozent gestiegen», so Jürgen Harland. Flexibel nutzbare Zweckbauten. «Nur ein Kilometer, der nicht gefahren wird, ist ein guter Kilometer.» Diesen Ansatz brachte am Logistik-Kolloqui-

um Hans Rudolf Hauri von der Ruag ein. Der CEO der Ruag Real Estate AG will mit den «themenorientierten Industrieparks» der Schweizer Industrie neue, bezahlbare und optimierte Areale bereitstellen. «Denn die schweizerische Immobilienlandschaft ist historisch gewachsen und bildet nicht optimale Voraussetzungen für die Entwicklung der Industrie», erklärt er. Mit flexibel nutzbaren Zweckbauten, die den immer kürzeren Produktionszyklen angepasst werden können, und einem Gesamtkonzept von Retail, Gewerbe, Wohnen, Büros und der konzentrierten Industrie («Biotop aus Betrieben, die sich logisch ergänzen») auf einem Areal, soll eine nachhaltige Produktion erreicht und die Attraktivität für Unternehmen und Mitarbeiter angehoben werden. Ein Beispiel dafür ist der Luftfahrtindustriepark, der auf einem rund 90 000m2 grossen Areal in Buochs aufgebaut werden soll. Flugzeugbauer, EMS-Ausrüster, Zellenbauer, Triebwerküberholer, Avioniker, Schreinerbetriebe, Oberflächenbehandler oder Firmen, die sich auf Kompositkleber spezialisiert haben, sollen die Synergien nutzen, kurze Wege zueinander haben und durch optimale Anbindungen innerhalb und ausserhalb des Areals Logistik-Kosten sparen, welche Unternehmen besser in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte einfliessen lassen. ● ZÜRCHER LOGISTIK-KOLLOQUIUM Dr. Acél & Partner 8048 Zürich, 044 447 20 60 acel@acel.ch, www.acel.ch


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INTRALOGISTIK

● Fabrikumzüge

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— Interview mit Marcel Bach, CEO beim Fabrikumzugsspezialisten Bauberger

«Unglaublich, wie gut alles zusammenpasste» Die Firma Bauberger ist vom regional tätigen Kleinbetrieb zum führenden Schweizer Generalunternehmen für Fabrikumzüge und Schwermontage aufgestiegen. Mit einem neuen CEO haben die Zürcher nun die Weichen gestellt für die Zukunft. Technica sprach mit Marcel Bach (41), der vor Kurzem von Ruedi Bauberger (45) die Geschäftsführung übernahm. Von Eugen Albisser — Technica: Herr Bach, wenn die Geschäftsführer bei der Firma Bauberger bereits mit 45 Jahren in Pension gehen dürfen, dann bleiben Ihnen noch vier Jahre, um in Ihrer neuen Anstellung etwas zu bewirken. Marcel Bach (lacht): Es ist ja nicht so, dass Ruedi Bauberger mit 45 Jahren in Rente geht. Er wird weiterhin VR-Präsident bleiben und weltweit Projekte leiten. Der Grund, weshalb er einen Geschäftsführer suchte, war, dass sein Arbeitspensum bei 80 bis 100 Stunden in der Woche lag und er auf 80 000 Reisekilometer im Jahr kam: Das auf lange Zeit durchzuhalten, ist übermenschlich. — Ich nehme an, dass auch Ihr Arbeitspensum hoch ist – und so wie man hört, sitzen Sie in dieser Zeit nicht nur hinter dem Bürotisch. Wir sind ein KMU mit 35 Mitarbeitern; wenn Not am Mann ist, dann finden Sie mich tatsächlich bei unseren Leuten auf der Baustelle. Das gehört mit dazu und ich fühle mich dort auch wohl. — Sie waren die letzten 13 Jahre bei einem Rüstungskonzern angestellt – am Schluss sassen Sie gar in der Geschäftsleitung. Was reizte Sie am Wechsel? In diesen 13 Jahren konnte ich mich stetig weiterentwickeln und habe so alle zwei bis drei Jahre eine neue Aufgabe übernehmen können. Diese Perspektiven fehlten mir am Schluss, da ich eine gesamtheitliche Aufgabe anstrebte; diese Gesamtverantwortung hat sich mir bei der Firma Bauberger geboten.

Der neue CEO bei Bauberger, Marcel Bach: «Wenn Not am Mann ist, dann bin ich auch bei unseren Leuten auf der Baustelle.» (Bild: Jörg Haefeli)

— Bei Ihren Bewerbungsunterlagen musste Herr Bauberger wohl nicht lange überlegen: Sie sind gelernter Lkw-Mechaniker, studierten dann Maschinenbau und haben zusätzlich noch einen MBA an der Hochschule St. Gallen und der University of Toronto gemacht. Ja, es war beinahe unglaublich, wie gut alles zusammenpasste. Dennoch wurde ich auf Herz und Nieren geprüft. Verständlich, denn Bauberger ist ein erfolgreiches KMU und da wollte man jemanden, der gleich tickt und es in einem ähnlichen Stil weiterführen kann. — Sie werden sich in ihrer neuen Aufgabe als CEO wohl auch damit beschäftigen müssen, dass die Internationalisierung – auch wegen der Produktionsverlagerungen – zunimmt. Wird Bauberger bald selbst Niederlassungen im Ausland haben? Wir sind heutzutage zu etwa 20 Prozent im Ausland tätig. Das heisst für uns in erster Linie, dass wir ein gutes Netzwerk im Ausland haben, damit wir bestimmte Arbeiten – wie Transporte oder Kranarbeiten – vor Ort zusammen mit etablierten Partnern abwickeln können. Eine Niederlassung ist derzeit kein Thema.

— Bauberger gilt als führendes Generalunternehmen für Fabrikumzüge und Schwermontagen, das sein Arbeitsvolumen in den letzten 12 Jahren um rund 500 Prozent steigern konnte . Welches Erfolgsrezept steckt dahinter? Das sind mehrere. Aber was mir sofort aufgefallen ist: Bei Bauberger wird absolut professionell gearbeitet. Wir haben zum Beispiel einen riesigen Fundus an technischen Hilfsmitteln. Bei uns gibt es kein «Gewürge», sondern wir lösen die Herausforderungen bei unseren Projekten auf möglichst intelligente Art und Weise. Konkret heisst das, dass wir unter anderem unterschiedlichste Kranarme und Hebekonstruktionen für unsere Spezialstapler besitzen und unsere Montagewagen bis unter das Dach mit Spezialwerkzeugen beladen sind, damit wir nicht an einem kleinen Detail wegen fehlendem oder falschem Werkzeug Zeit verlieren und scheitern. Das führt dazu, dass wir äussert effizient arbeiten.

— Welche Aufgaben sehen Sie sonst noch auf sich zukommen? Bisher sind viele operative Entscheidungen aus dem Bauch heraus gefällt worden – und das sehr gut, wenn man den Erfolg der vergangenen Jahre betrachtet. Ein sehr solides Fundament ist also gelegt, doch mittlerweile hat die Firma Bauberger eine kritische Grösse erreicht, wo beispielsweise auch die administrativen Prozesse optimiert oder Wachstumsstrategien genau geplant werden müssen. Allerdings auf einem gesunden Level, nicht dass wir uns zu Tode analysieren und überstrukturieren.

— Welchen Fehler sollte man in der Branche vermeiden? Die eigenen Grenzen nicht zu kennen. Man muss ehrlich genug sein, wenn man etwas nicht kann. Wir können zwar vieles, aber nicht alles. Ausserdem muss man im Sinne des Kunden denken und dann sind wir wieder bei der vorherigen Antwort: Effizienz vermeidet zum Beispiel lange Produktionsunterbrüche – und da tun wir alles, um dies zu vermeiden.


Logistiksysteme ●

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Im Organigramm fällt auf, dass das Qualitätsmanagement bei Bauberger einen zentralen Platz einnimmt. Weshalb? Das stimmt, aber das bedeutet nicht, dass wir uns im Papierkram verlieren; bei uns wird Qualität primär gelebt und nur sekundär dokumentiert. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Wenn bei uns neue Maschinen für Kunden angeliefert werden, werden diese bei uns ausgepackt und auf allfällige Transportschäden geprüft; diese Kontrolle läuft weiter, bis die Maschine beim Endkunden abgeliefert ist. Auch die Betriebsmittelsicherheit spielt bei uns eine absolut zentrale Rolle: Neben der Erfüllung der gesetzlichen und behördlichen Auflagen ist es in unserem eigenen Interesse, nur einwandfrei betriebssichere Betriebsmittel einzusetzen; reisst zum Beispiel eine Gurte, dann können die Folgen tödlich sein!

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INTRALOGISTIK

— Bauberger macht mit spektakulären Umzügen immer wieder auf sich aufmerksam. Auch diese dokumentieren sie und veröffentlichen diese auf der Homepage … … und wir publizieren ausgewählte Projekte jährlich in einem Kundenmagazin, das diesmal im Januar 2012 erscheinen wird. Von vielen Seiten bekomme ich die Bestätigung, dass wir offensichtlich der Marktleader in der Schweiz sind, und das heisst, dass man hier erfolgreich eine Marke erschaffen hat. Das ist eine ziemlich anspruchsvolle Arbeit, denn man muss konstant sichtbar sein. Unsere Zielsetzung diesbezüglich ist ganz klar: Wenn eine Firma an einen Fabrik- oder Maschinenumzug denkt, dann soll ihr der Name Bauberger als Erstes einfallen. — Herzlichen Dank, Herr Bach, für das Interview.

— Ich nehme an, dass eine exakte Vorbereitung vieles erleichtert. So ist es. Wir senden im Vorfeld immer einen Projektleiter vor Ort, sonst scheitert es am Detail. Die Türe ist zu eng, der Boden hält der Belastung nicht stand oder die Zufahrt ist zu eng für den Lkw, der die Maschine anliefert; so gibt es Unmengen an Stolpersteinen, welche über Erfolg oder Misserfolg entscheiden können. Der Projektleiter schreibt dann ein genau definiertes Drehbuch, worin exakt aufgelistet steht, wie der Arbeitsablauf ist und welche Hilfsmittel auf der jeweiligen Baustelle benötigt werden.

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MESSTECHNIK

● Messdatenverarbeitung

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Bewährt hat sich die GLOBAL Image für das Serien begleitende Messen unter anderem von Lagerbuchsen.

Qualitätssicherung bei der Zahnradfertigung mit der Koordinatenmesstechnik von Hexagon Metrology

Koordinatenmesstechnik für Kraftpakete Bei der Herstellung von Zahnrädern liegen die Toleranzen einzelner Merkmale bei 2 ␮m. Nur wenn diese eingehalten werden, sind Spitzenleistungen möglich. Am Standort Nürnberg fertigt der Geschäftsbereich Mobilhydraulik der Bosch Rexroth AG Aussenzahnradpumpen und -motoren, die mit 3D-Koordinatenmesstechnik von Hexagon Metrology gemessen werden.

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ie Aussenzahnradpumpen und -motoren von Rexroth erreichen einen hohen Wirkungsgrad durch die druckabhängige Spaltabdichtung und die hochpräzise Fertigungstechnik. «Mit einer sehr hohen Prozesssicherheit erzielen wir, dass die Spaltmasse den vorgegebenen Toleranzen entsprechen», sagt Felix Zacharias vom Qualitätsmanagement Aussenzahnradmaschinen. «Das wirkt sich positiv auf den Wirkungsgrad und damit auf die Effizienz der Arbeitsmaschinen wie Traktoren, Kräne oder Holzlader aus.» Die einzelnen Komponenten – zum Beispiel Verzahnungen, Gehäuse und Lagerbuchsen – unterliegen engen Toleranzen. Beispielsweise beträgt die Toleranz einiger Merkmale der Verzahnungen gerade einmal zwei Mikrometer. Nur wenn die Details stimmen, können später auch Spitzenleistungen vollbracht werden.

Herausforderung Verzahnungsfertigung. Spezielle Verzahnungsmessgeräte, optische Messtechnik sowie Fertigungsmessgeräte nutzen die Werker in

der Produktion, um sicherzustellen, dass die kleinen aber feinen Details stimmen. Spezieller und genauer wird es im klimatisierten Messraum. Pro Schicht wird eine bestimmte Anzahl an Komponenten aus dem Prozess geschleust und gemessen. Merkmale wie beispielsweise Ebenheit, Parallelität oder Zylindrizität von Lagerbuchsen und Pumpengehäuse stellt Rexroth mit einem 3D-Koordinatenmessgerät DEA GLOBAL Image 7.7.7 auf den Prüfstand. Ausserdem übernehmen die Messtechniker im Messraum Sondermessungen bei Neuanläufen oder die Berechnung von Maschinenfähigkeiten. Zu Testzwecken erhielt das Unternehmen kürzlich auch eine Leitz Reference HP 5.4.3, mit der sich das Team unter anderem der Verzahnungsmessung intensiver widmen kann. «Mit der Leitz Reference stellen wir uns zurzeit den Herausforderungen in Sachen Verzahnungsfertigung. Die Leitz Reference eignet sich besonders für eng tolerierte Merkmale an den Verzahnungen, z. B. das Messen per Scanning von Form und Lage der Lagerzapfen am Zahnrad oder das Scanning der Stirnseiten der

Verzahnung zur Prüfung der Ebenheit. Die Maschine hat auch dahin gehend einen Charme, dass sie universell einsetzbar ist, d.h. wir könnten damit gleichsam Form- und Lagemerkmale der Lagerbuchsen, Gehäuse und Verzahnungen messen mit nur einer Maschine», so Zacharias. Neue Strategie, neue Messtechnik. Nach und nach sattelt Bosch Rexroth von der Werkstattfertigung auf Modulfertigung um. Die Aussenzahnradpumpen und -motoren sollen also komplett innerhalb eines Moduls hergestellt werden mit möglichst kurzen Wegen. Das Messen von Masterteilen würde damit einhergehen und das Messen der Stichproben aus der Produktion entfallen. Sowohl ein Messgerät im Modul als auch im Messraum müsste dazu regelmässig das Masterteil messen. Die Ergebnisse aus dem Fertigungsmodul und dem Messraum werden dann miteinander verglichen. Bewegen sich die Werte innerhalb des vorgegebenen Toleranzbandes, ist sichergestellt, dass die Qualität stimmt. Die Leitz Reference würde sich


Messdatenverarbeitung ●

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MESSTECHNIK

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dank ihrer Genauigkeit von MPEE = 0,8 + L/400 µm hervorragend dafür eignen. «Die Leitz Reference ist für uns eine sehr interessante Alternative und in meinen Augen das einzige Koordinatenmessgerät auf dem Markt, das diese hohe Genauigkeit in einer derart kompakten Bauweise bietet», sagt Felix Zacharias. Mit der Leitz Reference HP 5.4.3 erhielten die Nürnberger ebenfalls die Möglichkeit, die neue Software-Version QUINDOS 7 auf Herz und Nieren zu prüfen. Bislang arbeiteten die Messtechniker auf der DEA GLOBAL mit QUINDOS 6. Martin Kuhn, Messtechniker bei Bosch Rexroth in Nürnberg, berichtet: «Das ist eine sehr wertvolle Erfahrung für uns. QUINDOS 7 stellt eine deutliche Steigerung dar. Die Protokolle sind jetzt grafisch darstellbar und können komfortabel gelesen werden. Mit der neuen Software-Version ist alles auf Microsoft angepasst, d. h. ich kann beispielsweise ohne Probleme den pdf-Printer ansteuern.» (ea) ●

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Toleranzen im Mikrometer-Bereich erfordern eine hochgenaue Messmaschine wie die Leitz Reference. Die Geradheit der Innenbohrung des Gehäuses unterliegt zum Beispiel einer Toleranz von plus minus 10 Mikrometern. (Bilder: Hexagon Metrology)

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MESSTECHNIK

● Messdatenverarbeitung

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Der Datenlogger LAN-AD16f von BMC Messsysteme GmbH

Signalerfassung über grosse Entfernung Zweifellos ist der Begriff «Netzwerk» heutzutage in aller Munde. Ob sozial, global, firmenintern oder privat – überall ist das Netzwerk mit dabei. Damit nicht genug: Auch ein Hersteller für Messtechnik nimmt nun auch das Netzwerk für sich in Anspruch. Der Datenlogger LAN-AD16f von BMC Messsysteme GmbH nutzt die Vorteile des Netzwerks und ermöglicht Signalerfassung verteilt und über grosse Entfernung.

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n der PC-Messtechnik hat das Messen über die USB-Schnittstelle in den letzten Jahren eine wichtige Stelle eingenommen und der Grund ist einfach: Ein kurzes Plugand-Play und die Erfassung der analogen und digitalen Signale kann beginnen. Jedoch sind der USB-Messtechnik Grenzen gesetzt, wenn es um Störsicherheit geht oder wenn eine kontinuierliche Qualitätsüberwachung, Vielkanalmessungen oder Messdatenerfassung über grosse Entfernungen

16 Bit Genauigkeit. Mit 250 kHz Summenabtastrate ist es auch für hochfrequente Messungen geeignet und führend in seiner Kategorie. Mehrere Geräte können an verschiedenen Messorten auch über grosse Distanzen installiert werden und gleichzeitig messen, im Extremfall sogar weltweit. Die Daten werden über ein (auch bestehendes) Netzwerk an einem zentralen PC/Laptop zusammengeführt. Kommt es zum Beispiel zu einer Störung in Halle 1, kann eine eventuelle Auswir-

Vernetzte Messtechnik selbst über die ganze Welt mit dem LAN-Messsystem LAN-AD16f.

und an vielen Messorten gleichzeitig stattfinden sollen. Hier kommen die Vorzüge des Messens über LAN ins Spiel: • unbeschränkte Länge der Messleitungen zwischen Messsystem und PC • verteilte, simultane Erfassung von Messsignalen an vielen Messpositionen • unbegrenzte Anzahl von Messkanälen • Synchronisation der Messdaten • sichere, zuverlässige und vollständige Übertragung von Messdaten zu einem zentralen PC. Synchronisierbar zur Echtzeit. Die BMC Messsysteme GmbH geht hier mit seinem neuen LAN-Messsystem einen Weg. Das LAN-AD16f erfasst und steuert analoge und digitale Signale präzise mit

kung auf den Produktionsprozess in Halle 2 vom Messrechner im Büro problemlos erkannt werden. Damit Signale, die von verschiedenen Messorten geschickt werden, in einen Zusammenhang gebracht werden können, ist ein gemeinsamer zeitlicher Bezug unabdingbar. Besonders bei schnellen Messungen können Messdaten verschiedener Geräte leicht auseinander laufen. Deshalb ist das LAN-AD16f synchronisierbar zur Echtzeit. Ohne Kabelsalat. Ist es aufgrund von übermässigem Schmutz oder Gefährdung nicht möglich, den PC in der Nähe der Messstelle zu platzieren, können die Daten von vielen Orten über ein gemeinsames Netzwerkkabel geschickt werden – ohne lästigen «Kabelsalat», kostensparend und störungsfrei.

Um störende Verkabelung ganz zu vermeiden, beispielsweise an bewegten oder drehenden Plattformen, ist auch die drahtlose Datenübertragung mittels WLAN realisierbar. Einfacher als mit USB. Über maximal ein Netzwerkkabel werden die Signale störungsfrei vom Messsystem zum PC übertragen. Mit Standardkomponenten ist auch die drahtlose Übertragung über WLAN realisierbar. So kann auf störende und kostspielige Verkabelung verzichtet werden, was beispielsweise in industriellen Produktionsstätten oder bei drehenden Plattformen ein grosser Vorteil ist. Dabei bedarf es auch keiner Zusatzausbildung zum Netzwerkadministrator: Durch die intelligente LANMesstechnik ist die Installation des LAN-AD16f noch einfacher als mit USB, teilt der Hersteller mit. Nicht einmal eine Treiberinstallation ist erforderlich. Dem Gerät werden bei Anschluss automatisch korrekte Netzwerkeinstellungen zugewiesen. Das universelle Messsystem bietet mit 16 Analogeingängen (+/–10 V, +/–5 V, +/–2 V, +/–1 V), 2 Analogausgängen (+/–10 V) und je 16 Digital I/O alles, was das Herz begehrt. Per Software ist der Messbereich für jeden Kanal einzeln einstellbar. Ein 19-Bit-Zähler, erreichbar über die ersten Digitaleingangspins, ermöglicht die Erfassung von Impulsen oder den Anschluss eines Inkrementalgebers. Vom zentralen PC aus steuern. Das LAN-AD16f verwendet zur Datenübertragung das Standard TCP-/ IP-Protokoll. Dies sorgt dafür, dass Daten vollständig ankommen und keine Messwerte verloren gehen. Die angeschlossenen Messsysteme werden von einem zentralen PC aus gesteuert. Dieser muss sich nicht zwingend am Messort befinden. So können Messungen im Ausseneinsatz an vielen Stellen durchgeführt werden und am Computer oder Laptop zusammengeführt und angezeigt werden. Auch auf Softwareebene ist das LAN-AD16f vielseitig. So kann es neben Windows zusätzlich auch unter den Betriebssystemen Mac OS X, FreeBSD und Linux verwendet werden. Unter Windows 7/XP wird das LAN-AD16f von der Mess-Software NextView 4 zur professionellen Erfassung und Verarbeitung von Messdaten unterstützt. (ea) ●

BMC MESSSYSTEME GMBH Vertretung Schweiz: Redacom AG, 2560 Nidau 032 332 99 55, info@redacom, www.redacom


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VERBÄNDE & ORGANISATIONEN

EDITORIAL

Swissness Wir sind nicht die Hodler-Helden von Marignano. Massvoll geworden, erscheinen wir auf Schlachtfeldern nur noch als Vertreter des Roten Kreuzes. Natürlich sehen wir eine sogenannte «humanitäre Tradition» gerne als Puzzle unseres Selbstbildes, aber diese Tradition ist erst 152 Jahre alt; nicht auszublenden ist, dass Henri Dunant in Solferino eigentlich Napoléon III. um eine Konzession für ein Müllerei-Unternehmen in den nordafrikanischen Kolonien angehen und nicht mit ihm eine Aktion gegen die Gräuel des Krieges starten wollte. Bleiben wir fair: Schweizer haben mit ihren Geschäften Globalisierung betrieben, bevor es den Begriff gegeben hat. In aller Re-

die nicht als wirtschaftliche Faktoren, sondern als Charaktereigenschaften empfunden werden, eingewickelt ins weisse Kreuz auf rotem Tuch. Dass uns ein gewisser Skeptizismus gegenüber allem Grossspurigen und eine unaufgeregte Bodenständigkeit zugeschrieben wird, fügen wir grosszügig in das Bild von Swissness ein. Doch durch und durch von uns selbst überzeugt sind wir nicht: Wir haben nicht selten Probleme damit, zu zeigen, was wir können. Unsere KMU beispielsweise sind ein Nährboden für die praktischen, unspektakulären und doch äusserst nützlichen Innovationen im technischen Bereich. Dabei sind es nicht nur Kostendruck

Ein Klischee – oder doch nicht so daneben?

gel waren und sind wir verlässliche Händler, Unternehmer und Kaufleute, die erstklassige Waren und Dienste für gutes Geld verkaufen. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts bieten wir auch vorzügliche technische Produkte an, in denen sich unsere Neigung zum Tüfteln, Forschen und Erfinden ausdrückt. Exzellente technische Zeitschriften wie die «technica» unterstützen dabei unsere Fachleute. Wir definieren uns daher nicht selten über die Eckwerte «Qualität», «Zuverlässigkeit» und «Funktionstüchtigkeit»,

«Es bringt niemand soviel Talent mit, dass ihm langfristige Erfolge einfach in den Schoss fallen». Osi Inglin, Cheftrainer Männer Swiss Ski

Planung + Produktion, das offizielle Organ des Schweizerischen Verbandes für Betriebsorganisation und Fertigungstechnik, SVBF www.svbf.ch

(Bild: A. Altenweger)

und Konkurrenz, die technische Entwicklungen weitertreiben, sondern ein fast innerer Drang, etwas noch besser, brauchbarer und erfolgreicher zu machen. Und darauf können wir stolz sein. In diesem Sinne wünschen wir, die Redaktion und der Vorstand des SVBF, allen unseren Leserinnen und Lesern sowie Verbandsmitgliedern ein gutes neues Jahr. ● Alois Altenweger


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WIRTSCHAFT – Schweizer Erfindungen, Produkte, Institutionen, die Swissness am besten repräsentieren

Als Amuse-Bouche ein paar Swissness-Happen «Swissness» steht auf dem Etikett der «Marke Schweiz», ist also – die Schweiz als Produkt betrachtet – der Markenname, unter dem unser Land derzeit «verkauft», vermarktet wird. Aus welchen Zutaten setzt sich Swissness eigentlich zusammen? EVA-RITA SCHÜTZ

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icht alle verstehen unter «Swissness» dasselbe. Touristiker werden den Begriff nüchterner definieren als 1.-AugustRedner, urban orientierte Schweizer werden ihn anders umschreiben als der Tradition Verhaftete. «Swissness» ist die zeitgemässe Apostrophierung unserer Identität. Könnte man sagen. Franzosen, Italienern, Deutschen, Österreichern ist vieles eigen, aber Swissness gewiss nicht. Swissness ist das, was uns von unseren Nachbarländern unterscheidet. Nur, was ist das eigentlich? Was kennzeichnet uns? Zunächst mal sind wir Meister des Verkaufs. Allesamt begnadete Experten unseres einzigen, aber vollkommenen Rohstoffs: der Natur. Es soll uns mal einer nachmachen, was wir aus unseren Landschaften, Städten und Dörfern gemacht haben bzw. wie gekonnt wir sie vermarkten. So erfolgreich sind wir damit, dass «Schweiz» zum Synonym für Schönheit geworden ist: die Böhmische Schweiz, die Sächsische Schweiz. Wir sind auch ein bisschen elitär, was sich in Ausdrücken wie «Sonderfall Schweiz» und «Erfolgsmodell Schweiz» niederschlägt. Und wir haben nichts dagegen, wenn das Produktelabel «Schweiz» international als gleichbedeutend mit Spitzenqualität betrachtet wird: Schweizer Herkunft beinhaltet eine gewisse Exklusivität.

Monogamie wird nicht verlangt. Geht es um Identität, ist man schon mitten drin in einer Wertedebatte. Politik, Kultur, Wissenschaft, Bildung, Ausbildung, Medizin, Wirtschaft, Militär, sie alle sind identitätsstiftend. Man stelle sich nur mal vor, wie wichtig direkte Demokratie und Neutralität für die Schweiz und abgeleitet für die Swissness sind. Wie viel bedeutet zum Beispiel der soziale Friede? Wie viel bedeutet es, dass unser Land «sicher» ist? Oder dass wir nicht so hochverschuldet sind wie einige unserer Nachbarstaaten? Wir sind ein Land grosser Schriftsteller, das Land von Frisch und Dürrenmatt und von Gotthelf und

Gottfried Keller; grosser Architekten wie Herzog, de Meuron und Mario Botta. Die Schweiz, um eine weitere Schublade in der Kulturkommode zu öffnen, steht auch für Innovation, die so eng mit Kreativität verwoben ist, dass das eine ohne das andere nicht zu haben ist. Und da wir punkto Innovation immer noch eines der führenden Länder dieser Welt sind, müssen wir folgerichtig auch eines der kreativsten sein. Ein Beweis? Man schaue sich www.einzigart.ch an, die Plattform für Design. Neben der klassischen Interpretation von Swissness gibt es auch eine sehr moderne Auslegung, beides gleichberechtigt nebeneinander, Jodel neben Rap, Hosenlupf neben Tennis. Monogamie wird nicht verlangt: Nirgendwo steht geschrieben, dass man für «Miss Modern» «Madame Tradition» aufgeben muss. Ausserdem lassen sich beide, Swissness modern und Swissness traditionell, sowohl volksnah als auch intellektuell darstellen, sodass sich von Swissness behaupten lässt, sie sei Diversifikation pur. Zum Jahresabschluss setzen wir Ihnen einige Schweizer Erfindungen, Produkte, Institutionen vor, die aus Swissness nicht wegzudenken sind und auch nächstes Jahr die Schweiz in der Welt erfolgreich vertreten werden.

Am 15. September 1948 trat Knorrli erstmals an die Öffentlichkeit. (Bild: Alois Altenweger)

Das Soldatenmesser. 2009 feierten sie 125-jähriges Jubiläum, die Produzenten des Schweizer Soldatenmessers oder, wie sie es jetzt nennen, des Swiss

Sensorik

Army Knife. Nicht viel in der Schweiz ist so sehr zum Symbol für Schweizer Qualität und Multifunktionalität geworden wie diese Taschenwerkzeuge. Damit das so bleibt, lässt sich die Firma Victorinox so einiges in den Sinn kommen: etwa das Victorinox Flash mit der Möglichkeit zur Datenspeicherung oder das Victorinox Rescue Tool, das in Zusammenarbeit mit Rettungs- und Sicherheitsdiensten entwickelt wurde und u. a. über einen Scheibenzertrümmerer, eine Frontscheibensäge, aber auch über eine Pinzette verfügt. Knorrli, einer der berühmtesten Schweizer. Am 15. September 1948 trat Knorrli erstmals an die Öffentlichkeit, in einem Inserat im «Beobachter» (auch er ein erwähnenswertes Stück Swissness), mit dem Slogan: «De Knorrli bin i – Knorr-Suppe bring i.» Na ja, es klappte trotzdem. Erfolg war Knorrli vor allem dadurch beschieden, dass er als Turner oder Hampelmann den Haferflocken beigelegt war. «Nimm’s Knorrli mit», Knorr-Werbung der 1950er-Jahre, schlug ein und wird erneut zu Ehren gezogen. Man weiss bei Knorr wieder, was man an Knorrli hat. Knorrli hat sich zum Kult gemausert: Es gibt ein Knorrli-Puppentheater, eine Knorrli-Kinderecke, Knorrli-Bewegungstipps und den Knorrli-Erlebnisweg Titlis, der in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung entstanden ist. Auf einem Rundweg um den Trübsee erfährt man allerlei Wissenswertes über gesunde Ernährung. Das SRK, eine menschliche Seite der Schweiz. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) ist das älteste und grösste Hilfswerk der Schweiz und eine von 163 nationalen Rotkreuzgesellschaften, die vom IKRK anerkannt werden. Im Gegensatz zum IKRK ist das SRK vor allem in der Schweiz aktiv, u. a. im Gesundheitswesen und in der Flüchtlingshilfe. Im Ausland, speziell in Osteuropa und in der Dritten Welt, leistet es Entwicklungsarbeit. Es setzt sich aus 24 Kantonalverbänden, fünf Rettungsorganisationen, drei Stiftungen und zwei Vereinen zusam-

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men. Zu den Rettungsorganisationen gehört beispielsweise die REGA, aber auch die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) oder der Schweizerische Verein für Such- und Rettungshunde (REDOG). Das SRK betreut auch den Blutspendedienst. Zu seinen Aufgaben gehört weiter die Überwachung von Ausbildung und Qualität wie auch Diplom- und Ausweisvergabe in den Berufen des Gesundheitswesens.

Schema Hüft-OP.

(Bild: zvg)

100 Jahre Silberpapier. Eigentlich wollte der Unternehmer Robert Victor Neher ein Material entwickeln, das Heissluftballons länger in der Luft hält. Aluminium in feine Folien gewalzt, so dachte er, könnte das Problem lösen, ist doch der Werkstoff leicht und luftdicht. Stattdessen wurde die Aluminiumfolie ein Renner der Verpackungsindustrie. Vor allem zum Frisch- und Trockenhalten bewährte sie sich, und sie sorgte dafür, dass Butter im Kühlschrank nicht nach dem daneben lagernden, in Alufolie verpackten Käse schmeckt, denn Alufolie schützt auch vor unerwünschten Fremdaromen. Nehers erste Kundin war die Firma Tobler aus Bern, die ihre Toblerone in Alufolie wickelte und dem Silberpapier bis heute treu geblieben ist. Als nächstes folgte die Firma Maggi mit dem Bouillonwürfel. Alufolie ist

auch bei Bastlern/-innen sehr beliebt: Mobiles, Skulpturen, Weihnachtssterne und vieles mehr lässt sich daraus herstellen. Ausserdem sind Aluschalen ein Geheimtipp zum gesunden Grillieren. Tobler Schokolade, ein nationales Kulturgut. Mys Käthi schmöckt nach Schoggola, / äs schafft bim Tobler z’Bärn./ U mängisch bissis eifach a,/ so hani ds Käthi gärn./ Es isch mi Toblerone/ u eis möcht ig betone,/ i liebe ds Käthy meh/ als tüüri Pralinee. Mit dem Chanson vom Käthi, das in der Schokoladenfabrik Tobler arbeitet, eines der beliebtesten Lieder des Berner Troubadours Bernhard Stirnimann, ist die Firma Tobler definitiv Teil des Weltkulturerbes geworden.

Das künstliche Hüftgelenk. Entwicklung, Anwendung und Erfolg künstlicher Hüftgelenke sind ein Höhenflug der modernen Medizin. Schweizer Ärzte und Medizintechnik-Firmen waren vor rund 50 Jahren massgeblich an der Einführung dieser Technologie beteiligt. Konnten sich früher Menschen mit abgenützten und zerstörten Hüftgelenken oder rheumatischen Erkrankungen oft genug kaum mehr rühren oder waren gar ganz zur Gehunfähigkeit verurteilt, ist ihnen heute wieder ein schmerzfreies Leben möglich. Die Wiederherstellung einer guten Lebensqualität und die Erhaltung der Selbstständigkeit wirken lebensverlängernd insofern, als andere Erkrankungen, hervorgerufen durch chronische Schmerzen und Bewegungseinschränkung, vermieden werden können. Die Zahl der Operationen hat in all den Jahren stetig zugenommen. Allein in der Schweiz werden heute pro Jahr ca. 17 000 Hüftgelenke ersetzt. Der ökonomische Nutzen dank Erhaltung der Arbeitsfähigkeit und des Umstandes, dass die Pflegebedürftigkeit hinausgeschoben werden kann, ist entsprechend gross.

Flyer-Faltrad aus dem Jahr 2004.

(Bild: zvg)

grossen Erfolges wurden die zur Amortisation der Investitionen notwendigen Stückzahlen nicht erreicht, was Ende 2001 zum Management-Buyout und der Überführung der BKTech AG in die Biketec AG führte. Von da an ging es Schlag auf Schlag aufwärts mit dem Flyer: 2003 wurde die C-Serie lanciert, 2004 folgten die C-Serie Herrenmodelle im Cruiser-Look und das erste Faltrad, 2005 wurden die Plus-Modelle auf dem Markt positioniert, und so weiter, und so fort, jedes Jahr eine neue Serie, bis zur R-Serie und dem Modell «Cargo» im Jahr 2011: «Cargo», das Arbeitstier mit den diversen Beladungsmöglichkeiten, mit dem man zum Grosseinkauf fahren kann, das Platz hat für den Picknickkorb und als Dienstfahrzeug für Handwerker taugt. ●

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Der Flyer: Vom roten Büffel bis zum Arbeitstier. «Roter Büffel» hiess der Prototyp eines elektrifizierten Fahrzeuges, das 1993 die ersten Runden in Huttwil drehte. Sechs Jahre später hatte die Firma BKTech AG bereits den Flyer Classic in Kleinserie hergestellt. Die Innovation wurde mit verschiedenen Unternehmerpreisen ausgezeichnet und fand rasch eine Menge Fans. In enger Zusammenarbeit mit Hochschulen, Zulieferern und Behörden wurde der New Flyer entwickelt und realisiert. Trotz des

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Die «Marke Schweiz» soll gesetzlich viel schärfer geschützt werden

Marktvorsprung mit «Swissness» Produkte mit der Kennzeichnung «schweizerisch» geniessen einen beachtlichen Wettbewerbsvorteil. Doch Missbräuche nehmen zu. Die Politik reagiert mit einer Verschärfung des Markenschutzgesetzes. ANTON KRASS

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er Bestand an Marken mit dem Zusatz «Schweiz», «Swiss», «schweizerisch» hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als vervierfacht, zugleich auch die missbräuchliche Verwendung dieser Herkunftsbezeichnung. Dies wollen sich die Hersteller echter Schweizer Produkte nicht länger gefallen lassen. Insbesondere leidet die Uhrenbranche darunter. Wie das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum feststellt, «können Produkte allein aufgrund des Herkunftslabels ‹Schweiz› teurer verkauft werden». In welchem preislichen Umfang bewegt sich nun der National-Bonus? Studien der ETH und der Uni St. Gallen zeigten, dass bei typisch schweizerischen Produkten der Preiszuschlag bis zu 20 % des Verkaufspreises ausmacht, während bei Luxusgütern dieser Aufschlag um 50 % und darüber liegen kann. Erwähnt wird, dass bei Uhren, Schokolade, Schmuck und Maschinen ein dadurch entstandener Mehrwert sich in der Höhe von 5,8 Milliarden Franken bewegt. Nicht umsonst werden an die «Swissness» von Produkten hohe Erwartungen gestellt: So nimmt gemäss der Studie «Swissness Worldwide» der Uni St. Gallen im Ausland eine Mehrheit von Konsumentinnen und Konsumenten an, dass bei Schweizer Produkten die Rohstoffe zu mindestens 60 bis 70 % Schweizer «Natur» sind und die Herstellung sich mindestens zu 70 bis 80 % in der Schweiz abspielen sollte.

Probleme bei der Herkunftsbezeichnung. Damit sind auch schon einige Probleme bei der Herkunftsbezeichnung angedeutet: Wie steht es bei-

Oberflächen innen und aussen dauerhaft schützen

Schützenswert: An die «Swissness» von Produkten sind hohe Erwartungen geknüpft. (Bild: Alois Altenweger)

spielsweise mit dem Kakao in der Schokolade oder bei der Fertigung von industriellen Komponenten in Schweizer Firmen im Ausland zur Weiterverwendung in Produkten, die in der Schweiz zusammengebaut werden? Der aktuelle Gesetzesentwurf sieht vor, dass «bei Industrieprodukten mindestens 60 % der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen, wobei auch die Kosten für Forschung und Entwicklung (was Spielraum für die Nutzung ausländischer Zulieferer offen lässt) bei der Berechnung des schweizerischen Anteils berücksichtigt werden können. Zudem muss mindestens ein wesentlicher Herstellungsschritt in der Schweiz erfolgt sein». Letztlich geht es bei «Swissness» um eine Stärkung unserer globalen Markt- und Handelsposition und um eine Stärkung der industriellen Tätigkeit in der Schweiz. Man möchte durch das Label «Schweiz»

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die Authentizität und den entsprechenden qualitativen Standard unserer einheimischen Produkte festigen und ihnen zu einer «Unique selling proposition» auf dem Weltmarkt verhelfen, um für einmal unsere Leistungsfähigkeit nicht unter den Scheffel zu stellen. Nun beschäftigt sich seit dem Oktober 2010 eine Kommission des Nationalrates mit einem entsprechenden Gesetzesentwurf des Bundesrates. Interessierte können das Material unter www.parlament.ch einsehen oder downloaden. Zu guter Letzt: Das Schweizer Kreuz soll auch gesetzlich geschützt werden, damit von Staates wegen bei der missbräuchlichen Verwendung im Ausland gegen Sünder vorgegangen werden kann. ●

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REZENSION – 10 Autoren beschreiben den Zustand der Schweiz und riskieren einen Blick in die Zukunft

Wohin treibt die Schweiz? Im Sammelband «Wohin treibt die Schweiz?» sind die Visionen darüber, wohin die Reise der Schweiz geht, eher vage und bescheiden; viel umfassender ist das Auswringen der schweizerischen Vergangenheit. Doch einige fulminante Texte bringen Leben ins Buch. A L O I S A LT E N W E G E R

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uf den ersten Blick erstaunt es, mit welcher Akribie im Sammelband «Wohin treibt die Schweiz?» die Herkunft der Schweiz beschrieben und gedeutet wird. Offenbar will man zuerst die Vergangenheit sichern, bevor man sich behutsam mit möglichen «Zukünften» auseinandersetzt. Während sich unsere Bundespräsidentin mit den aktuellen Problemen des schweizerischen Zusammenlebens mit der EU und der übrigen Welt beschäftigt und darauf hinweist, dass die Schweiz die Verschiebung der «globalen Machtzentren» antizipieren und in ihre Zukunftspolitik einfliessen lassen muss, gehen andere Autoren dem Werdegang der Konstruktion des modernen Bundesstaates Schweiz von 1848 bis in die Fünfzigerjahre des letzten Jahrhunderts nach. In der Mitte des letzten Jahrhunderts setzt beispielsweise der Beitrag des Schriftstellers und Psychoanalytikers Jürg Acklins ein, der über die Veränderbarkeit der Welt sinniert und andeutet, dass auch die Schweiz und ihre Bewohner nicht davon ausgenommen sind. So kommen bei ihm Wehmut und Nostalgie auf, insbesondere wenn er seine Jugend unter dem Aspekt der Achtundsechziger Revue passieren lässt, um dann zur berechtigten Kritik an aktuellen Zuständen auszuholen. Es ist zwar unterhaltsam, aber visionär nicht.

Die permanente Baustelle Schweiz. Ganz im Sinne des Buchtitels agieren der Basler Architekt Jacques Herzog, David Gugerli, Professor für Technikgeschichte an der ETH, und Roger de Weck, Generaldirektor der SRG SSR: Herzog entwickelt Zukunftsbilder einer neuen Gestaltung der Siedlungslandschaft Schweiz mit der Konzentration auf urbane Zentren; für Gugerli, einem bekennenden Skeptiker in Sachen Prognose, ist die Schweiz ein permanenter Entwurf, «im ständigen Bemühen, die Realität dem Entwurf anzupassen». Gugerli ist in Bezug auf die Zukunft unseres Landes der Ansicht, dass unser erfolgreicher Weg darin besteht, «unzählige Teilprojekte» in zahlreichen Etappen zu realisieren. Und so sollten wir fortfahren. Also eine permanente Baustelle Schweiz, auf welcher die Pläne immer wieder diskutiert, angepasst und verworfen werden. Roger de Weck schliesst das Buch mit einem messerscharf argumentierenden Bekenntnis zur Europäischen Union. Die Einwände der EU-Widergänger gegen einen Beitritt und die nationalistischen Phrasen der Alleingänger zerstie-

ben unter der Stringenz und Logik de Weck’scher Überlegungen. Allein schon dieser Text lohnt die Lektüre des Buches. Titel: Wohin treibt die Schweiz? Zehn Ideen für eine bessere Zukunft Hrsg. von Juli Paucker und Peer Teuwsen Verlag: Nagel & Kimche ISBN: 978-3-312-00471-3 156 Seiten, broschiert, Fr. 21.90 Leseprobe aus «Hat die Zukunft eine Schweiz?» von David Gugerli* Ich bin der dezidierten Meinung, dass die Frage nach dem Wesen der Schweiz ebenso unfruchtbar ist wie jene nach ihrer Natur. Der Schweiz wird man nur gerecht, wenn man sie als Prozess, als Produkt von Debatten, als Entwurf versteht. Bei Bertolt Brecht gibt es dazu eine Ultrakurzgeschichte, an die ich mich in diesem Zusammenhang gern erinnere. «Was tun Sie», wurde Herr K. gefragt, «wenn Sie einen Menschen lieben?» – «Ich mache einen Entwurf von ihm», sagte Herr K., «und sorge, dass er ihm ähnlich wird.» – «Wer? Der Entwurf?» – «Nein», sagte Herr K., «der Mensch.» Man soll also dafür sorgen, dass sich die Verhältnisse dem Entwurf, der seinerseits immer revidiert werden kann, anpassen. Diese konstruktive, zukunftsgerichtete und liebevolle Arbeit kann an der Geschichte des Schweizerischen Bundesstaats gut überprüft werden. Für die hier anstehende Beantwortung der doppelten Frage, ob die Zukunft eine Schweiz und die Schweiz eine Zukunft hat, ist der Projektcharakter der Schweiz also ein besonders guter Ausgangspunkt, weil auch die Zukunft, wie wir gesehen haben, immer das Produkt von gegenwärtigen Entwürfen und Einschätzungen, Projekten und Debatten ist. [...] Gegenwärtige Gestaltbarkeit der Zukunft Worauf hat man sich zu besinnen, wenn heute Zukunft besonders prekär scheint und keine einfachen Antworten auf die Frage, wohin die Schweiz treibe, zur Hand sind? Wenn die Schweiz ein politisches Dauerprojekt ist, dann wird man gut daran tun, an der gegenwärtigen Gestaltbarkeit der Zukunft festzuhalten. Der projekt- und entwurfförmige Zugriff auf die Zukunft wird, das zeigt die Geschichte der Schweiz, in unzähligen Teilprojekten erfolgen müssen, es wird eine Vielfalt an Prozessen und Verfahren zur Anwendung kommen, deren

Etappen immer nur Zwischenhalt mit vorläufigen Resultaten sein werden. Nicht die grossen Visionen, nicht die schnellen Aktionen sind es, die eine tragfähige Zukunft herstellen. Es sind bescheidene, aber effiziente Entwurfstechniken und politische Verfahren, die den Umgang mit gegenwärtiger Ungewissheit möglich machen. Lassen Sie mich zum Schluss meiner Überlegungen drei Prozeduren nennen, die uns da weiterbringen können. Als Erstes brauchen wir eine schonungslose Gegenwartsanalyse. Es hat keinen Sinn, die bisherigen Entwürfe der Schweiz aus Gründen der Nostalgie oder auch nur des Respekts vor der Vergangenheit perpetuieren zu wollen. Sie waren, wenn sie erfolgreich waren, in der ihnen zustehenden Zeit richtig und erfolgreich. Wo das nicht der Fall war, erübrigt sich auch die Nostalgie. [...] Zweitens müssen wir uns mit der Frage nach dem Entsorgungsbedarf historischer Ballaststoffe beschäftigen. Was hat offensichtlich ausgedient, und was könnte nun an seine Stelle treten? In vielen Bereichen sind wir an die Grenzen der Leistungsfähigkeit gestossen. Auf bundesstaatlicher Ebene zeichnen sich solche Grenzen beim Milizsystem ab, und man muss sich fragen, wie eine Professionalisierung des politischen Personals erreicht werden kann, die nicht zur Bildung einer Politikerkaste führt. Dass die Gemeindeautonomie unter dem Druck zunehmender Aufgaben an die Grenzen der Leistungsfähigkeit stösst, ist ebenfalls kein Geheimnis. Für kleine Gemeinden sind die Aufgaben oft zu gross. Die Tendenz zur Fusion von Gemeinden zeigt an, in welche Richtung sich die lokale politische und administrative Landschaft der Schweiz verschieben könnte. Unterhalb der gewünschten Leistungsfähigkeit ist offensichtlich auch das Verteidigungsdispositiv der Schweiz. Längst ist es nicht mehr das Privileg der GSoA, die militärischen Strukturen für obsolet halten zu dürfen. Manche Ballaststoffe werden sich von allein entsorgen: Die grosse Privatisierungseuphorie der 1990er-Jahre hat seit der Finanzkrise deutlich an Attraktivität verloren und einer etwas gelasseneren Beurteilung Platz gemacht. Jedenfalls werden Koordinationsleistungen in Märkten nicht mehr automatisch daraufhin befragt, ob sie von privater oder von staatlicher Seite erbracht werden. [...] Drittens … *Der Autor, David Gugerli, geboren 1961 in Zürich, ist Professor für Technikgeschichte an der ETH Zürich. ●


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Export-Forum osec

Interessante Geschäftsmöglichkeiten für Schweizer IT-Firmen

Das Ausland lockt Der ICT-Markt gilt als dynamisch. Entwicklungs- und Produktezyklen haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend verkürzt, zudem fand ein genereller Preiszerfall im IT-Hardwarebereich und in der Telekommunikation statt. Dennoch: Produkte und Dienstleistungen der Schweizer ICT-Anbieter haben im Ausland, insbesondere in Deutschland, Österreich, den USA und in Indien, weiterhin grosses Absatzpotenzial, wie neue, von der Osec in Auftrag gegebene Marktstudien offenbaren.

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ie Osec erweitert ihre Branchenkompetenz. In Zukunft will die Osec Schweizer KMU speziell auch im ICT-Bereich besseres Marktwissen zur Verfügung stellen. Dieses kommt dann vor allem jenen KMU zugute, die ihre Exporttätigkeit auf- und ausbauen. Gleichzeitig kann die Osec in ihrer Kundenbetreuung aufgrund der engeren Zusammenarbeit mit ICT-Branchenorganisationen verstärkt auch auf deren Fachwissen zurückgreifen, was die Beratungsqualität anhebt. Schweizer ICT-Produkte haben im Ausland grosses Absatzpotenzial. Zu diesem Ergebnis kamen die Fachvertreter anlässlich der von der Osec organisierten Exportbühne am SWISS ICT-Forum vom18. Oktober in Luzern. Bei der Veranstaltung erhielten die Teilnehmenden aus der ICT-Branche einen Überblick über Trends im Ausland – und sie erfuhren aus erster Hand, welche Geschäftsmöglichkeiten sich ihnen ausserhalb des Heimmarktes eröffnen. Anhand dreier Marktstudien, die die Osec in Auftrag gegeben hatte, konnten die Einblicke in den Ländern USA, Indien sowie Deutschland/Österreich vertieft werden. Deutschland ist in Bezug auf das Umsatzvolumen Europas grösster ICT-Markt (ca. 20% des EU-Marktes). Weltweit steht Deutschland an vierter Stelle. Besagter Markt gilt wie der österreichische Markt als sehr dynamisch; nicht zuletzt, weil er laut der Studie einer rasanten Entwicklung unterworfen ist.

Sowohl der deutsche als auch der österreichische Markt sind reif und tendenziell eher gesättigt. Die wichtigsten Markttrends und Marktpotenziale in Deutschland und Österreich sind Cloud Computing (Bereitstellung von IT-Dienstleistungen über das World Wide Web), Smart Grids und Green IT. Vor allem im Bereich Cloud Computing besteht laut der Osec-Studie ein grosses Umsatzwachstum. Für Schweizer Unternehmen sind die beiden Märkte auch in Bezug auf die tieferen Eintrittsbarrieren im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern attraktiv. Die USA sind nach wie vor die massgeblichen Technologie-Trendsetter. Einer auf Jahre hinaus wirksamer Megatrend in den USA und weltweit ist das Cloud Computing, wodurch Virtualisierungsbestrebungen zusätzlich Auftrieb erhalten. Entsprechend wird auch die Nachfrage nach Sicherheits- und Management-Tools steigen, vermuten die Autoren der Länderstudie für die USA. Für exportierende Schweizer KMU bietet sich in den USA eine Reihe von interessanten Bereichen an, weil sie noch unterentwickelt bzw. nicht gesättigt sind und vergleichsweise wenig Mitbewerber aufweisen. Dabei handelt es sich um die Anwendungsfelder Financial, Logistik, Security und Smart-Grid, ferner Education, Mobility, Medical und eben Cloud Computing. Für einen erfolgreichen US-Markteintritt müssen einige Schlüsselfaktoren berücksichtigt werden: vertiefte

Zielmarkt- bzw. Branchenabklärungen, Partnerschaften mit etablierten Firmen, Präsenz vor Ort, ferner eine solide Finanzierung sowie die Berücksichtigung von US-Vorschriften und der (Patent-) Schutz des geistigen Eigentums, schreiben die Autoren des in Luzern vorgestellten Osec-Berichts. Anpassungsfähigkeit ist gefragt. Indiens ICT-Industrie sorgte in den vergangenen zwei Jahrzehnten für die grösste Erfolgsstory innerhalb der indischen Wirtschaft. Bisher lag der Fokus auf Services für Exportmärkte, doch nun eröffnet auch der Binnenmarkt zunehmend Absatzchancen. Dies ist laut der Länderstudie Indien auf die hohe Durchdringung mit Mobile Devices und auf eine wachsende urbane Mittelschicht sowie auf die Notwendigkeit zur Steigerung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit zurückzuführen. Der nach wie vor schnell wachsende ICT-Sektor (internationales Handelsvolumen 2010: USD 73 Mrd.) bietet Schweizer KMU besonders in nachfolgenden Bereichen bzw. Schlüsselindustrien viel Potenzial: Animation und Gaming, Automation, Bioinformatik, E-Governance, Finanz- und Gesundheitswesen sowie die (Auto-/Elektro-)Industrie. Der Schlüssel zum Erfolg sowohl für die Entwicklung von international exportfähigen Produkten und Services wie auch für die Erschliessung des Binnenmarkts liegt in Kooperationen und Partnerschaften, mutmassen die Autoren. ●

Osec und Credit Suisse verlängern Partnerschaft

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ie Osec und die Credit Suisse haben ihre projektbezogene Partnerschaft um weitere vier Jahre verlängert. Die Kooperation umfasst Aktivitäten, die auf international orientierte KMU in der Schweiz fokussiert sind. Die Unternehmen profitieren von der engen Zusammenarbeit beider Organisationen und deren komplementären Kernkompetenzen. Die bis 2015 verlängerte Partnerschaft zwischen der Osec und der Credit Suisse kommt der Internationalisierungsstrategie von Schweizer KMU zugute und fördert den gegenseitigen Austausch von Know-how. Die Zusammenarbeit umfasst Veranstaltungen wie das Aussenwirtschaftsforum vom 29. März 2012, die bedeutendste Veranstaltung im Osec-Jahreskalender, aber auch Länder- und Branchen-Foren sowie eine erfolgreiche Koopera-

Daniel Küng, CEO Osec (oben links); Hans Baumgartner, Leiter KMU-Geschäft Schweiz Credit Suisse (oben rechts); Claudia Bossert, Bereichsleiterin Kommunikation + Marketing, Osec (unten links); Barend Fruithof, Leiter Corporate & Institutional Clients Credit Suisse (unten rechts). (Bild: zvg)

tion im Online- und Print-Bereich. Der gemeinsame Auftritt am Markt und die Nutzung gemeinsamer Stärken stehen dabei im Vordergrund. Wichtigstes Ziel der erneuerten Partnerschaft ist es, exportorientierte Schweizer Unternehmen vom Wissen beider Organisationen im Internationalisierungsgeschäft profitieren zu lassen. Die Osec verfügt über ein dichtes, weltweites Netzwerk mit Swiss Business Hubs und eine grosse Nähe zur KMU-Landschaft in der Schweiz. Auch für die Credit Suisse sind die kleineren und mittleren Unternehmen von zentraler Bedeutung. Mit ausgezeichneten Finanzierungsinstrumenten trägt sie massgeblich zur Sicherheit und Effizienz des Aussenhandels von Schweizer KMU bei. Die Kombination dieser beiden Kompetenzprofile ergeben für die Schweizer Exportwirtschaft einen ausserordentlichen Mehrwert. ●


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PRODUKTE

PILZ

PARKEM

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COSOM

Steuerungssystem PMCprimo DriveP: kompakt und leistungsstark

Coscom Virtual Machining – für mehr Profit vor dem Span

Mit dem Steuerungssystem PMCprimo DriveP hat Pilz sein Portfolio im Bereich Motion Control erweitert. Das Steuerungssystem ist eine Kombination aus Motion-Control-Karte und Servoverstärker. Dabei macht die Verbindung von Motion Control, SPS und Safety-Funktionen in einem Gerät den PMCprimo DriveP zu einer kompakten Lösung mit geringem Platzbedarf im Schaltschrank. Durch den parallelen Betrieb von zwei CANopen Netzwerken erreicht das neue Steuerungssystem kurze Zykluszeiten mit bis zu 16 Achsen. Für die notwendige Rechenleistung sorgt die neueste Generation der Intel x86 Atom-Prozessoren. Der Prozessor wird dank FPGA-Chip von der Feldbuskommunikation entlastet, wodurch komplexe Anlagen mit mehreren Achsen realisierbar sind. Neben den sechs digitalen Ein- und Ausgängen der Motion Control Steuerung werden auch die Ein- und Ausgänge des Servoverstärkers ausgewertet und angesteuert. Durch die zusätzlichen Ein- und Ausgänge erhalten die Anwender eine wirtschaftliche Lösung. Eine Vielzahl von Schnittstellen macht PMCprimo DriveP offen für individuelle Anforderungen. Dank der Speicherung aller Konfigurationsdaten auf SD-Speicherkarte sind bei einem Gerätetausch oder einer Erweiterung keine zusätzlichen Komponenten wie PC, Software oder Kabel erforderlich. Für sicherheitsrelevante Anwendungen kann PMCprimo DriveP mit der Sicherheitskarte PMCprotego S erweitert werden.

Ein altbekanntes Problem der Fertigungsindustrie: während der NC-Programmierung, dem Rüstvorgang und beim Einfahren der Programme, wird keinerlei Wertschöpfung der NC-Maschinen erzielt. Dafür hat Coscom nun die Lösung: Virtual Machining vereint CAD/CAM-Programmierung, Maschinensimulation, Werkzeugverwaltung und CAM-Datenmanagement. Dadurch wird der Prozess in einer virtuellen Fertigungsumgebung und der gesamte Arbeitsablauf bereits vor dem ersten Span optimiert. Virtual Machining verkürzt die nicht wertschöpfenden Prozessschritte in der Zerspanung durch kollisionsfreie NC-Programme, die Organisation der Werkzeugvoreinstellung, die Bereitstellung der Betriebs- und Fertigungshilfsmittel sowie die Visualisierung der Spansituation deutlich. Coscom Virtual Machining steigert die Produktivität der NC-Programmierung nachweislich und sorgt für eine Optimierung der NC-Prozesskette. Durch den Einsatz der Maschinenraumsimulation und die Kollisionskontrolle wird die Sicherheit der Prozesse deutlich gesteigert. Das Komplettsystem mit CAM-Datenmanagement ermöglicht eine durchgängige Transparenz in der gesamten Fertigung. So können mithilfe von Coscom Virtual Machining bis jetzt ungenutzte Potenziale erkannt, und voll ausgeschöpft werden. COSCOM GmbH, 6246 Altishofen 062 748 10 00, info@coscom.ch, www.coscom.ch

Pilz Industrieelektronik GmbH, 5506 Mägenwil 062 889 79 30, info@pilz.ch, www.pilz.ch

Kompaktes Kraftpaket für die Lebensmittelindustrie Der GSX-Elektrozylinder «FoodGrade» mit Schutzklasse IP65 und Gehäuse aus rostfreiem Stahl eignet sich ideal für den Einsatz in der Lebensmittelindustrie und für jede Art von Umgebung, in der Schmutz und korrosive Reinigungsmittel die Verwendung herkömmlicher Komponenten ausschliessen. Dank der integrierten Planetenrollenspindel ist der GSX-Elektrozylinder hervorragend für den anspruchsvollen Dauereinsatz geeignet. Dazu zählen beispielsweise Anwendungen, in welchen sehr hohe Kräfte oder Stösse gegen die Spindel auftreten oder sehr kurze Hublängen gefahren werden müssen. Bei dieser Spindeltechnologie sind mehrgängige Gewinderollen planetenförmig um eine Gewindespindel angeordnet. Durch die Gewinderollen entsteht mehr Kontaktfläche zwischen Spindelmutter und Spindel, was die Performancesteigerung und die bis zu 15-fache Lebensdauer gegenüber der Kugelumlaufspindel erklärt. Für den Vorschub sorgt ein integrierter Servomotor, der platzsparend direkt im Zylindergehäuse auf der Spindel selbst angebracht ist. Dank diesem patentierten System besticht der GSX durch seine sehr kurze Baulänge. Weitere Pluspunkte vom GSX-Elektrozylinder sind hohe Beschleunigungen und Geschwindigkeiten sowie geringe Reibungsverluste und geringer Wartungsaufwand. Integriert im Zylinder sind optional eine Haltebremse sowie verschiedene Feedbacktypen erhältlich.

ParkemAG Motion Control, 5405 Baden-Dättwil 056 493 38 83, info@parkem.ch www.parkem.ch

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PRODUKTE

DIHAWAG

KUBO TECH

Kubo Tech AG erweitert Maschinenpark Eine der grossen Spezialitäten der Firma Kubo Tech AG in Effretikon ist die schnelle und flexible Herstellung von kundenspezifischen Dichtungen. Diese Dienstleistung wurde nun weiter ausgebaut, indem der Maschinenpark um zwei weitere Stanzautomaten erweitert wurde. Nun können auch grösste Serien innert kürzester Zeit hergestellt werden. Die neue vollautomatische Karrenbalkenstanze ermöglicht es dank kurzen Rüstzeiten und programmierbaren Aufträgen, extrem schnell auf Kundenwünsche einzugehen. Aufträge, für welche bereits ein Werkzeug besteht, können innerhalb von 24 Stunden geliefert werden. Die neue halbautomatische Brückenstanze erlaubt mit ihren grossen Presskräften von 150 Tonnen die Verarbeitung von härteren und dickeren Materialien, z. B. Gylon blau bis 6.4 mm Dicke oder Schaumstoff bis zu 30 mm. Auch können nun grössere Dichtungen von bis zu 1900 mm x 900 mm schnell und flexibel hergestellt werden. Eine grosse Auswahl an Werkstoffen steht ab Lager zur Verfügung. Für dringende Fälle wird ein Expressdienst geboten. Zudem testet und verarbeitet Kubo Tech auch Kundenmaterialien. Kubo Tech AG, 8307 Effretikon 052 354 18 45, verkauf2@kubo.ch, www.kubo.ch

SUHNER

SCHMIDT

Intelligente Pressensteuerung von Schmidt Technology Die Schmidt PressControl 600 mit integrierter SPS und ProzessdatenManagement dient der intelligenten Prozesssteuerung von KraftWeg-überwachten Schmidt ManualPress sowie Schmidt (Hydro)PneumaticPress. Auch zusätzliche Automatisierungsaufgaben rund um den Pressprozess können mit der Schmidt PressControl 600 realisiert werden. Alle am Prozess beteiligten Systemelemente und Daten werden zentral von der Schmidt PressControl 600 gesteuert und verwaltet. Die Standard-Systemkonfiguration beinhaltet bereits eine Basisprogrammierung, Sonderapplikationen können ergänzend programmiert werden. Das integrierte Bedienfeld der Schmidt PressControl 600 mit kompletter Bedienoberfläche und Touchscreen dient zur Parametrierung und Bedienung der Steuerung sowie der Visualisierung, Verwaltung und Dokumentation der Prozessdaten (Datensatz-Management). Die Programmierung und Projektierung der Schmidt PressControl 600 sowie die Datenarchivierung erfolgt mittels Software-Komponenten. Die Software-Komponenten können auf einem herkömmlichen Windows PC installiert werden. Die Kommunikation mit der Steuerung erfolgt über Ethernet TCP/IP. SCHMIDT Technology GmbH, 3210 Kerzers, 031 755 40 71 infoCH@schmidttechnology.ch, www.schmidttechnology.ch

Schlitzfräser für Schlitze ab 1,6 mm Breite

Kompakt, leicht und dennoch bärenstark

Die neuen Schlitz- und Trennfräser M101 sind mit einer Schneidbreite von nur 1,6 und 2 mm und einer maximalen Nuttiefe von 20 mm speziell zum Nut- und Trennfräsen konzipiert. Für beide Nutbreiten sind Fräser mit Schneidkreisdurchmessern von 80, 100 und 125 mm mit 7, 9 und 11 Zähnen lieferbar. Dafür stehen die Hartmetall-Wechselschneidplatten mit Vollradius oder mit gerader Schneidkante, jeweils mit Geometrie für kurzspanende und hochfeste Werkstoffe zur Verfügung. Einfach und dennoch hochgenau ist das Wechseln der Schneidplatten. Dabei wird der selbstklemmende Plattensitz mit einem Spannschlüssel so geöffnet, dass die Schneidplatte entnommen und eine neue eingesetzt werden kann. Ein Prisma in der Schneidplatte und im Grundkörper gewährleistet eine sichere Verbindung. Die exakte Positionierung erfolgt über einen Anschlag im Grundkörper.

Die Anforderungen an heutige Maschinen werden immer höher. Nebst der Leistung spielt die Handlichkeit und Ergonomie längst eine entscheidende Rolle, vor allem für Anwender, welche tagtäglich mit Winkelpolierern arbeiten. Das neue Zugpferd aus dem Hause Suhner überzeugt genau in diesen Belangen. Der Winkelpolierer UPK 5-R glänzt durch seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Sei es zum Schleifen, Polieren oder Satinieren. Mit der UPK 5-R kann dank der flexiblen Arbeitsspindel mühelos von 19 x 100 mm auf M14 umgerüstet werden. So ist es möglich, alle am Markt erhältlichen Werkzeuge aufzuspannen. Mit gerade einmal 3 kg bei 1.530 Watt Leistung ist die UPK 5-R einer der kompaktesten Winkelpolierer seiner Klasse im Markt. Der Motor basiert auf der bewährten Suhner K-Reihe, welche seit vielen Jahren bei bestehenden Produkten erfolgreich eingesetzt wird. Ein wesentlicher Gesichtspunkt bei der Entwicklung des Schleifers war die Sicherheit für den Anwender. Zur umfangreichen Ausstattung gehören Thermoschutz und Unterspannungsschutz. Die digitale Elektronik regelt die Drehzahl stufenlos und hält sie auch unter Last konstant. Zudem macht sie mit Sanftanlauf die Arbeit schonender für Bediener und Werkzeug. Anwender können den mobilen Demo-Service von Suhner nutzen. Er bringt die kostenlose Fachberatung durch erfahrene Praktiker zum Interessenten.

DIHAWAG 2500 Biel/Bienne 8, 032 344 60 74 info@dihawag.ch, www.dihawag.ch

SUHNER Abrasive expert AG, 5201 Brugg 056 464 28 80, info.sae@suhner.com, www.suhner.com


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PRODUKTE

MATHWORKS

BECKHOFF

MathWorks-Versionen helfen bei komplexen Regelsystemen MathWorks veröffentlicht eine neue Version der Robust Control Toolbox und von Simulink Control Design. Mit diesen Produkten können Ingenieure komplexe, in Simulink modellierte Steuerungsund Regelungssysteme automatisch optimieren. In der Regel verfügen Embedded-Regelungssysteme über eine feste, dezentralisierte Architektur mit einfachen, abstimmbaren Elementen wie Verstärkungen, PID-Reglern und -Filtern kleiner Ordnung. Mit den Neuerungen der Robust Control Toolbox und Simulink Control Design können Ingenieure alle Regelungselemente automatisch optimieren, ohne die Struktur des Reglers zu ändern. Dadurch werden mühsame und zeitaufwendige Methoden zur Optimierung von dezentralisierten Multi-Loop-Steuerungs- und Regelungssystemen wie SLC (Successive Loop Closure) überflüssig. Die neuen Funktionen ermöglichen unter anderem: – Auswahl zu optimierender Simulink-Blöcke – Angabe von Anforderungen zu Bandbreite, Stabilitätsgrenzen und Nachführungsqualität – Gleichzeitige automatische Einstellung aller Parameter des Regelungssystems – Übertragung der optimierten Werte in die ausgewählten Simulink-Blöckes

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BACHOFEN

Zuverlässiges Regeln mit Gleitschieberventile Regeln kann so einfach sein! Man nehme ein Schubert-&-Salzer-Control-Systems-Gleitschieber-Stellventil und viele Regelaufgaben werden ein Leichtes. Das GS-Ventil ist eine kompakte und hochpräzise Stellarmatur, die flüssige, dampf- und gasförmige Medien präzise, schnell und wirtschaftlich regelt und zuverlässig auch die höchsten Anforderungen erfüllt, welche an ein Regelventil gestellt werden. Das Funktionsprinzip hat übrigens schon vor mehr als 500 Jahren den genialen Erfinder Leonardo da Vinci begeistert. Zur Funktionsweise: Eine senkrecht zur Strömungsrichtung im Gehäuse fixierte Dichtplatte weist eine bestimmte Anzahl von Querschlitzen gleicher Höhe auf. Die drehfest ausgerichtete Scheibe mit der gleichen Schlitzanordnung wird senkrecht dazu verschoben und verändert auf diese Weise den Durchflussquerschnitt. Die anliegende Druckdifferenz drückt die bewegliche auf die feststehende Scheibe und dichtet diese zuverlässig ab. So einfach – und es funktioniert! Bachofen AG, 8610 Uster, 044 944 11 11 infos@bachofen.ch, www.bachofen.ch

Das resultierende Design lässt sich mittels Simulation des Modells verifizieren. Weitere Informationen unter mathworks.com/products/robust. MathWorks, 3006 Bern, 031 950 60 20 info@mathworks.ch, www.mathworks.ch

Neue Motorserie komplettiert kompaktes Servosystem Beckhoff hat das Programm der Synchron-Servomotoren mit der Baureihe AM3100 erweitert. Die polgewickelten Servomotoren mit maximaler Drehmomentausbeute sind für den Betrieb mit der Beckhoff-Servoklemme EL7201 ausgelegt. Die Baureihe umfasst drei Typen mit einer Nennleistung von 50 W (Nennspannung 24 VDC) sowie 90 W und 130 W (Nennspannung 48 VDC). In der Standardausführung sind die Servomotoren AM3100 mit Resolver und einer glatten Welle ausgestattet. Auch in der kleinsten Bauform können sie optional mit einer Haltebremse bestückt werden. Als Zubehör sind Planetengetriebe und konfektionierte Anschlussleitungen verfügbar. Die EL7201 für das EtherCAT-I/O-System ist ein vollwertiger Servoverstärker für den direkten Anschluss von Servomotoren bis 200 W. Die integrierte, schnelle Regelungstechnik mit einer feldorientierten Strom- und PI-Drehzahlregelung unterstützt hochdynamische Positionieraufgaben. Der Motor-, Resolver- und Haltebremsenanschluss erfolgt direkt an der Servoklemme. Die hohe Dynamik der Servomotoren eröffnet eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten: beispielsweise in Industrierobotern für Pick-and-place-Anwendungen oder allgemein im Maschinenbau, wo eine kompakte Bauform und hohe Positioniergenauigkeit erforderlich sind. Die Integration in die Beckhoff-Automatisierungssoftware TwinCAT ermöglicht eine komfortable Parametrierung der Servomotoren und der Servoklemme. Beckhoff Automation AG, 8200 Schaffhausen 052 633 40 40, info@beckhoff.ch, www.beckhoff.ch

Wir bewegen die Schweiz.

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PRODUKTE

BIBUS

ARP

Kleines Elektromagnetventil für grosse Aufgaben – die Serie PN Beim neuen kompakten 3/2-Wege-Elektromagnetventil der Serie PN von Camozzi steht die leichte und kompakte Bauweise zur einfachen Montage unter engsten Einbaubedingungen im Vordergrund. Das direkt gesteuerte 3/2-Wege-Sitzventil der Serie PN ist in NC-Funktion und mit Handnotbetätigung lieferbar. Bei einer Nennweite von 0,8 mm erzielt das Ventil einen Durchfluss von 20 Nl/min bei 6 bar. Lieferbar sind Spannungen von 24 VDC, 48 VDC, 110 VDC und 205 VDC. Wechselspannungen stehen auf Anfrage auch zur Verfügung. Dieses Ventil zeichnet sich durch einen geringen Energieverbrauch von nur 2 W bzw. 1 W bei 24 VDC aus. Durch die kompakte Bauweise und die nach oben gerichteten elektrischen Anschlüsse eignet sich das Ventil für den Einsatz in engsten Einbauräumen. Für die Montage auf Einzel- oder Reihengrundplatten verfügt die Serie PN zusätzlich über M5-Anschlussgewinde. Zudem ist es mit Steckanschlüssen von Ø 3 oder 4 mm ausgerüstet. Der Ventilkörper besteht aus Thermoplast PBT und die Dichtungen sind standardmässig aus PU, auf Anfrage ist auch FKM erhältlich. Der Betriebsdruck reicht von 0–10 bar und es ist eine Umgebungstemperatur von 0–50 °C zulässig. Diese Ventile entsprechen der Schutzart IP65. BIBUS AG, 8320 Fehraltorf, 044 877 50 11 info.bag@bibus.ch, www.bibus.ch

BECKHOFF

USB Stick mit PIN-Code für mehr Sicherheit USB Sticks sind grundsätzlich dazu da, herumgetragen zu werden. Für Präsentationen, für Schulungszwecke oder ganz simpel für den Datentransport von A nach B. Dass unberechtigte Personen in den Besitz des Sticks kommen könnten oder ein solcher Winzling einfach verloren geht, kann schnell passieren. ARP lanciert nun eine praktische Lösung, um den Datenzugriff zu codieren und die Inhalte auf dem Datenträger zu schützen. Mittels vier Tasten direkt am Stick lässt sich ein persönlicher PIN-Code beliebig einstellen, und zwar mit vier bis zu maximal 30 Stellen. Es sind numerische Kombinationen wie zum Beispiel 223344 oder 3421 möglich. Die Einstellungen erfolgen direkt am Stick mittels vier Tasten. Der PC erkennt den Stick erst, wenn der PIN-Code korrekt eingetippt wird. Somit sind die Daten gegen fremden Zugriff geschützt. Sollte der Stick verloren gehen oder gestohlen werden, erfolgt nach drei erfolglosen PIN-Versuchen ein Reset und die Daten auf dem Stick werden gelöscht. Der Passwortschutz lässt sich optional auch deaktivieren, sodass der USB Stick ganz normal als «offener» Datenträger genutzt werden kann. Der neue «PIN secure» USB Stick von ARP ist mit einer 256-Bit-Verschlüsselung direkt auf der Hardware ausgestattet. Somit ist keine Software-Installation notwendig. ARP liefert den «PIN secure» USB Stick ab sofort in drei Grössen mit den Speicherkapazitäten 4 GB (Fr. 29.–), 8 GB (Fr. 38.–) und 16 GB (Fr. 65.–). ARP Schweiz AG, 6343 Rotkreuz, 041 799 09 09 verkauf@arp.ch, www.arp.ch

Hochpräzise Messtechnikklemmen Die wachsenden Anforderungen der High-End-Messtechnik bezüglich Bandbreite und Echtzeitkommunikation können mit EtherCAT, dem Echtzeit-Ethernet-System, mit ausreichend Leistungsreserven erfüllt werden. Die hohe Performance von EtherCAT wird auch in den Beckhoff-EtherCATI/O-Klemmen genutzt. Die EtherCAT-Klemmen sind, aufgrund ihres geringen Messfehlers, auch im Bereich der High-End-Messtechnik einsetzbar. Die erfassten Messdaten werden mit genauen Zeitstempeln versehen zum Industrie-PC transportiert. Die hohe Auflösung sorgt dafür, dass auch kleinste Abweichungen exakt ausgeregelt werden können. Der geringe Messfehler verbessert die Qualität der Signalerfassung. Die hohe Auflösung verbessert die Regelgüte, besonders wenn kleinste Abweichungen exakt ausgeregelt werden sollen. Neu sind hochgenaue Thermoelement- und Wägeklemmen. Das Spektrum des Energie-Monitorings wird durch eine neue Leistungsmessklemme erweitert. Höhere Spannungen, galvanisch getrennte Stromeingänge und Oberwellenanalyse machen die EL3413 zu einem kostenoptimierten Werkzeug für eine einfache Netzüberwachung und -analyse. Die EtherCAT-Klemme EL3773 ist als Netzmonitoring-Klemme zur Zustandserfassung eines 3-phasigen Wechselspannungsnetzes konzipiert. Die sechs Kanäle werden simultan nach dem EtherCAT-Oversampling-Prinzip mit einer zeitlichen Auflösung bis zu 100 µs gemessen und an die Steuerung weitergegeben. Beckhoff Automation AG, 8200 Schaffhausen 052 633 40 40, info@beckhoff.ch, www.beckhoff.ch


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LIEFERANTENVERZEICHNIS

Abdeckungen/ ร–l(nebel)abscheider

Antriebe und Steuerungen

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Arbeitsschutz

Automatisches Beladen und Entladen

Automaten-Drehteile

  

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CNC-Drehen


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technica 12.2011

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TECHNICA RAPPORT

Startschuss zur Aktion «Smarter Switzerland» von ManuFuture-CH

Nun Innovationen anpacken Im Frühjahr 2011 trafen sich am IBM Forschungszentrum in Rüschlikon initiative Köpfe aus Hochschule und Industrie, um über zukünftige Technologietrends zu beraten. Daraus entstand das Buch «Smarter Switzerland». Nun fand die Buchvernissage statt. Dabei skizzierten die Verantwortlichen von ManuFuture-CH die aus dem Gedankenaustausch abgeleiteten Aktionen, die sie nun mit Partnern aus Privatwirtschaft und Akademie aufgleisen. ELSBETH HEINZELMANN

D

ie im März 2011 am IBM Forschungszentrum von ManuFuture-CH durchgeführte «Innovation Week» löste engagierte Diskussionen aus und teils auch eine Flut von Projektanträgen. So im Bereich IT und Medizintechnik. «Die Medizintechnikbranche interessiert sich besonders für selbst lernende Systeme, die eine Überwachung von medizinisch relevanten Körperdaten erlauben, sowie smarte Implantate, die über eine gewisse Intelligenz verfügen», resümiert Patrick Roth Geschäftsführer des Competence Center for Medical Technology (CCMT). Angepeilt ist, mit vermehrter Vernetzung Sparpotenzial im Gesundheitswesen auszuloten und mit medizinischen Apps auf dem iPhone eine persönliche Schnittstelle zu schaffen. Auch «Watson», das von IBM geschaffene Computersystem, welches in natürlicher Sprache eingegebene Fragen verstehen, beantworten und in Sekunden Hunderte von Hypothesen und riesige Datenmengen durchforschen kann, ist zukunftsweisend. «Noch nie erreichten uns so viele KTI-Projektanträge», freut sich Patrick Roth. Mit aktiver Industriebeteiligung starten Kooperationen im Bereich medizinischer Instrumente, der Überwachung in der Rehabilitation, ein neuartiges Verfahren des Tissue Engineering, der personalisierten Medizin und cleverer Implantate mit neuartiger Energieversorgung. In Logistik tut sich was. Sehr aktiv war der Bereich Logistik unter den Fittichen von Professor Herbert Ruile, Präsident und Geschäftsführer des Vereins Netzwerk Logistik (VNL). Nach der Innovationswoche wurden die Kommentare ausgewertet, anfangs September ein Workshop organisiert an der FHNW Windisch und im Oktober gings in die Planung von Projekten, beispielsweise zu «Nachhaltigkeit in der Textillieferkette», «Optimierung des globalen Produktionsnetzwerks» und die «Optimierung der Produktionsplanung» sowie «RisikoManagement in der Beschaffung».. Die Teilnehmer der Event-Woche interessieren sich besonders für die Mitarbeit in Projekten über die Durchgängigkeit von Daten und Prozessen, End2-End-Koordination, das Supply Risk Management sowie Flexibilität und Modularität. Zunehmend ersetzen komplexe Netzwerke die lineare Supply Chain, die Vielzahl der Schnittstellen führt nicht zu optimalen Prozessen. Zwar hat jeder Teilnehmer im Netzwerk seinen Knotenpunkt optimiert, doch Po-

tenziale liegen in der Optimierung des gesamten Netzwerks dank durchgängigen Prozessen und Datenflüssen zwischen den Partnern.» Hier setzt die Crew von Herbert Ruile an, entwickelt Werkzeuge, um die Optimierungspotenziale im Gesamtnetzwerk zu identifizieren und quantifizieren. Der Schlüssel zum Erfolg sind kooperative Wertschöpfungsnetzwerke. «Mit dem starken Schweizer Franken büsst die Schweizer Wirtschaft rund 15% ihrer Wettbewerbsfähigkeit ein», folgert Herbert Ruile, der als Professor für Supply Chain Management, Einkauf und Logistik an der FHNW tätig ist. «Die Herausforderung liegt darin, die Produktivität – trotz bisheriger Erfolge – weiter zu steigern und

Am Anlass trafen sich Köpfe aus Hochschule und Industrie, um über konkrete Aktionen zur Ankurbelung von Innovation zu diskutieren. (Bild: Markus Senn)

gleichzeitig flexibel zu bleiben. Ein wesentliches Potenzial der Prozessoptimierung liegt in der Gestaltung kooperativer Wertschöpfungsnetzwerke. Gewappnet für die Mikrofertigung. Mit dem Bereich Mikrofertigung befasst sich dipl. Ing. Josef Stirnimann der Inspire AG an der ETHZ. Hier dreht sich alles um Mikro- und Ultrapräzisionsbearbeitung, Laser-Technik, Messtechnik und piezoelektrische Messtechnik. Ein aktuelles Thema ist die Bearbeitung von abbaubaren Implantatmaterialien aus metallischem Glas. Mit ultrakurz gepulsten Lasern strukturieren die Forscher Oberflächen von Implantaten ohne Einbringung von Wärme, damit ein optimales Einwachsen in den Körper möglich ist. «Die Mikro-Lasertechnologie eignet sich auch gut zur kombinierten Bearbeitung mit Mikro-Fräsprozessen von Kleinbauteilen», kommentiert Josef Stirnimann. «Die dadurch erreichte Prozessgüte übersteigt diejenige der Einzelprozesse.»

Die Mikrofertigung stellt Ansprüche an die Flexibilität der Fertigungslinien, um selbst kleine und mittlere Losgrössen kosteneffizient zu fertigen. Dazu braucht es schnelle Ramp-up-Prozesse, die durch rasch oder selbst konfigurierbare Fertigungseinheiten erst möglich werden. In einer Doktorarbeit entstand eine komplette, modular aufgebaute Werkzeugmaschine mit Steuerungssoftware, die eine Vielzahl von Maschinenkonfigurationen erlaubt. Automation: Kurs auf Agrarwirtschaft und Medizintechnik. Mit der Non-Profit-Organisation EFFRA (European Factories of the Future Research Association) initiierte die EU-Kommission private Partnerschaften, um die produzierende Industrie in Europa zu unterstützen. «Im Hinblick auf eine Roadmap ‹Factories of the future beyond 2013› ermittelte die EFFRA Bedürfnisse der Industrie, worauf wir gezielt Interviews mit den Unternehmen durchführten, deren Ergebnisse in unsere künftigen Aktivitäten einfliessen», erklärt Professor Wernher van de Venn, Leiter des ZHAW-Instituts für Mechatronische Systeme in Winterthur, der den Sektor Automation betreut. Speziell identifizierten er und sein Team den Bereich Automation and Precision Farming. Ein Beispiel dafür ist SmartWeeder, die Entwicklung eines sensorgeführten, modularen Unkrautbehandlungssystems. Pionierarbeit leisten die Forscher in der effizienten Nutzung industrieller Abfallprodukte mit der Entwicklung eines Bioreaktors auf Algenbasis zur Speicherung von CO2. Herausforderungen sind die Prozesstechnik, der moderate Preis des Reaktors sowie Beleuchtung und Automatisierung desselben. Selbst internationale Partnerschaften sind entstanden, so EU-Projekte über nachhaltige Prozesse und Produkte, intelligente und adaptive Systeme in der Produktion oder kooperative Robotersysteme, sogenannte Exoskeletons for industrial applications (EXIND). Gemeinsam mit der EPEA Switzerland GmbH arbeitet das Team an der Steigerung der Ressourceneffizienz mit dem «cradle to cradle»-Prinzip im Projekt «Closing the loop of polyester textiles in Europe». ●

VEREIN MANUFUTURE-CH 5001 Aarau, 062 8221772, www.manufuture.ch IBM Schweiz AG 8010 Zürich, 058 333 44 55, www.ibm.ch


technica 12.2011

AGENDA

Veranstaltungen Hands-On zu LabVIEW und DIAdem Es gibt sie noch, die kostenlosen Weihnachtsgeschenke. National Instruments bietet am 20. Dezember effiziente, kostenfreie Hands-On an, wo man deren Produkte NI LabVIEW und NI DIAdem kennenlernen kann. NI LabVIEW: Die grafische Programmieroberfläche ermöglicht eine schnelle Einarbeitung in LabVIEW und kann gleichzeitig durch eine offene Umgebung an Hardware anderer Hersteller angebunden werden. NI DIAdem: Die Standardsoftware von National Instruments für die technische Datenverarbeitung, Datenverwaltung, Datensuche und Reporterstellung. Es gibt dabei einen Vormittags- und Nachmittagstermin, die unabhängig voneinander besucht werden können.

seit 1977

Veranstalter National Instruments 20. Dezember 2011 Datum LabVIEW: 8.30 – 12.30 Uhr Zeit NI DIAdem: 13.30 – 17.30 Uhr Ennetbaden Ort Anmeldung ni.switzerland@ni.com http://switzerland.ni.com

Internationale Konferenz Hexagon 2012 Hexagon, einer der weltweit führenden Anbieter von Entwicklungs-, Mess- und Visualisierungstechnologien, lädt zu seiner zweiten internationalen Konferenz. Die Veranstaltung findet vom 4. bis 7. Juni 2012 im MGM Grand Hotel & Casino in Las Vegas (Nevada, USA) statt. Hexagon 2012 verspricht den Anwendern von Hexagon Metrology, Intergraph, ERDAS, Leica Geosystems und NovAtel interessante Praxisschulungen, interaktive technische Vorführungen und Ausstellungen sowie vielfältige Möglichkeiten zum Networking. Da sich die Konferenz an die Nutzer von Produkten aller Unternehmen der Hexagon-Gruppe richtet, wird die Veranstaltung in mehrere branchenspezifische Bereiche unterteilt. Das für den Bereich Industriemesstechnik angebotene Programm von Hexagon 2012 bietet Präsentationen von Branchenfachleuten, Keynote-Vorträgen über Branchentrends und fesselnde Fallstudien von Kunden aus dem Fahrzeugbau, der Luft- und Raumfahrt, der Medizintechnik, dem Energiesektor und vielen weiteren Industriezweigen. Darüber hinaus finden Software-Workshops, Feedback-Veranstaltungen mit den Entwicklern und Round Table-Diskussionen statt.

Das Motto von Hexagon 2012, «Think Forward», illustriert, dass Hexagon die laufenden Herausforderungen aus der Welt der Entwicklung, Messung und Visualisierung annimmt und die gesamte Leistungsfähigkeit seiner Marken für richtungsweisende Innovationen über Grenzen hinweg mobilisiert. Zu Hexagon 2012 werden über 3 000 Teilnehmer erwartet. Metrology sucht für den Anlass noch Redner aus den Reihen der Produktanwender weltweit, die Fallstudien über den Einsatz von Hexagon Metrology-Produkten in ihrem Unternehmen zur Verbesserung von Prozessen, zur Erhöhung der Qualität und Effizienz und zur intelligenteren Erledigung von Aufgaben präsentieren. Alle ausgewählten Redner erhalten freien Eintritt zur Konferenz. Interessierte wenden sich an: william.fetter@hexagonmetrology.com. Veranstalter Datum Ort Kosten Infos

Hexagon 4. – 7. Juni 2012 Las Vegas (USA) Sondertarif bis 9. Januar 2012: USD 699.– www.hexagonconference.com

Unser Mandant ist ein führender Produzent von Klebebändern und selbstklebenden Stanzteilen. Dank konsequenter Fokussierung auf die Kundenbedürfnisse wuchs der Mitarbeiterbestand am Standort in der Zentralschweiz auf rund 30 Mitarbeiter. Kunden in der Schweiz und im Ausland schätzen die individuellen Problemlösungen. Zur Umsetzung der Produktestrategien und Weiterentwicklung der Fertigung suchen wir Sie, Dame oder Herrn als

Leiter Produktion Selbstklebetechnik Ihre Hauptaufgaben Sie sind verantwortlich für die Leitung und Steuerung der Produktion mit 25 Mitarbeitern. Sie planen den Mitarbeiter- und Maschineneinsatz und sichern die Qualität. Sie entwickeln und optimieren bestehende Prozesse und bauen neue auf. Sie führen und fördern die Mitarbeiter. Sie planen und budgetieren Investitionen und sind aktiv in die Entwicklung neuer Maschinen involviert. Sie rapportieren direkt an die Geschäftsleitung. Ihr Profil Ihre Grundausbildung liegt im technischen Bereich mit einer Weiterbildung, TS oder FH. Sie besitzen ein hohes technisches Verständnis für Maschinen. Sie haben mindestens 3 Jahre Erfahrung in der Produktionsbranche gesammelt und besitzen Führungserfahrung. Ihre EDV-Kenntnisse im Office sind auf hohem Niveau und Sie verstehen ERP-Systeme. Ihre Zukunft Sie arbeiten bei einem fortschrittlichen und zukunftsorientierten Unternehmen. Sie gestalten aktiv und in starkem Masse an der Unternehmensentwicklung mit. Der Weg für Ihren weiteren Karriereschritt ist offen. Ihr nächster Schritt Senden Sie Ihre Bewerbung mit Lebenslauf, Foto, Zeugnissen und Diplomen unter dem Vermerk JLü2955 an Herrn Johann J. Lütscher, Partner (E-Mail bevorzugt). Tel. Vorabklärung: Mo – Fr, 08.00 – 17.30 Uhr. Unsere Diskretion ist seit 1977 sprichwörtlich. Geschäftsstelle Seedammstrasse 3, Postfach, CH-8808 Pfäffikon SZ Tel. +41 (0)55 420 39 15, johann.luetscher@gcp.ch

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Weitere Karriereangebote finden Sie auf www.gcp.ch


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IN DIESER AUSGABE

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Adept Technology

14

Alfred Imhof

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ARP Schweiz

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B&R Industrie-Automation

36

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48, 55

BATREC Industrie

5

Bauberger Beckhoff Automation

15, 42 5, 17, 55, 56

Bibus AG

17, 56

Binkert, Josef

27

BMC Messsysteme

46

Bosch Rexroth

16, 18, 40

CERATIZIT Schweiz

18

Columbus McKinnon

16

COMSOL Multiphysics

10

Control Techniques COSCOM Dematic Desoutter DIHAWAG

7 18, 53 4 14 29, 54

Dr. Acél & Partner AG

41

Durolaminat AG

50

Estech Industries Holding AG

50

Fanuc CNC Switzerland

18

Fisch und Partner AG

12

Fronius

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Gressel AG

30

Henkel

14

Hexagon Metrology HSR Hochschule

44, 63 4

Hydrel

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IBM Schweiz

62

Ingersoll

32

Intool

14

Jakob Keller Verschlusstechnik

53

Kistler

17

KMT-Vogt

14

Kubo Tech

54

KOI Solutions

4

Lenze

7

Lenze Bachofen

7

Leuze

15

ManuFuture-CH

62

MathWorks GmbH

55

Messe Luzern

22, 45

IMPRESSUM

MS Feinmechanik National Instruments Switzerland

30 US 4, 63

Newemag Werkzeugmaschinen

31

OC Oerlikon Balzers

18

OSEC

53

Pfaff-silberblau

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Phoenix Mecano

5 28, 53

Rose+Krieger

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RUAG Real Estate

41

Salzgitter

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Sandvik

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Schaeffler Gruppe

14, 16

SCHMIDT Technology

54

Schnegg Tools

32

Schoop + Co. AG

4

Schunk Intec

39

Servotronic

2

Siemens Industry Software Siemens Schweiz Suhner Abrasive Expert

US 2 5 54

SUVA

6

TESA

18

Tox-Pressotechnik

34

Tremco

14

Trikora AG

56

TRUMPF Maschinen VDW

8 23

WF Steuerungstechnik

37

Wild AG Zug

19

WSW AG Feinblechtechnik

45

ZHAW School of Engineering

die fachzeitschrift für die maschinen-, elektround metallindustrie ISSN 0040-0866, 60. Jahrgang 2011 www.technica-online.ch, www.marktspiegel.ch Total verkaufte Auflage: 1057 Exemplare Total Gratisauflage: 7368 Exemplare

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12.2011 technica

9

Ausgezeichnet mit dem Zertifikat «Schweizer Qualitätszeitschriften QFZ» des Verbandes Schweizer Presse Kontakt Alle Mitarbeiter erreichen Sie unter vorname.name@azmedien.ch Herausgeberin AZ Fachverlage AG, Neumattstrasse 1, 5001 Aarau Tel. +41 (0)58 200 56 50, Fax +41 (0)58 200 56 51 Geschäftsführer Dietrich Berg Leiterin Zeitschriften Ratna Irzan Redaktion «technica», Neumattstr. 1, Postfach, CH-5001 Aarau, Tel. +41 (0)58 200 56 42, Fax +41 (0)58 200 56 61 Eugen Albisser, Chefredaktor, Tel. +41 (0)58 200 56 41 Martin Gysi, Masch.-Ing. FH, Tel. +41 (0)58 200 56 29 Externe redaktionelle Mitarbeiter Edgar Grundler, Alois Altenweger SVBF-Teil «Planung und Produktion» Offizielles Organ des Schweizerischen Verbands für Betriebsorganisation und Fertigungstechnik SVBF Schweiz, 8021 Zürich, www.svbf.ch Redaktor: Alois Altenweger, lic. rer. pol., Tel. +41 (0)34 402 56 69, a.altenweger@zapp.ch Copyright Mit der Annahme von Manuskripten durch die Redaktion und der Autor-Honorierung durch den Verlag erwirbt der Verlag das Copyright und insbesondere alle Rechte zur Übersetzung und Veröffentlichung der entsprechenden Beiträge in anderen verlagseigenen Zeitschriften sowie zur Herausgabe von Sonderdrucken. Für unverlangt eingesandte Text- und Bildunterlagen übernimmt die Redaktion keine Gewähr. Produkte und Highlights sind kostenpflichtig. Nachdruck, auch auszugsweise, nicht gestattet. Leiter Werbemarkt Jürg Rykart, Tel. +41 (0)58 200 56 04 Anzeigen Peter Spycher, Tel. +41 (0)58 200 56 33 Verena Müller, Tel. +41 (0)58 200 56 42 Susanna Franzoni, Tel. +41 (0)62 721 00 00 Anzeigentarif unter www.technica-online.ch Verkauf Marktspiegel Christine Gehrig, Tel. +41 (0)56 631 22 20, Fax +41 (0)56 633 56 23 Leiter Marketing/Online Valentin Kälin Aboverwaltung abo@technica-online.ch Tel. +41 (0)58 200 55 70 Preise Abonnementspreis: Fr. 95.– Ausland: Fr. 95.– plus Postgebühren Layout/Produktion Pia Zimmermann Druck Vogt-Schild Druck AG, 4552 Derendingen

Ein Produkt der Verleger: Peter Wanner CEO: Christoph Bauer www.azmedien.ch Namhafte Beteiligungen nach Art. 322 Abs. 2 StGB: Aargauer Zeitung AG, AZ Anzeiger AG, AZ Fachverlage AG, AZ Management Services AG, AZ Verlagsservice AG, AZ Vertriebs AG, Basellandschaftliche Zeitung AG, Media Factory AG, Mittelland Zeitungsdruck AG Solothurner Zeitung AG , Tele M1 AG, TMT Productions AG, Radio 32 AG, Vogt-Schild Druck AG, Vogt-Schild Vertriebs GmbH, Weiss Medien AG


technica 12.2011

TECHNIKNACKNUSS/VORSCHAU

TECHNIKNACKNUSS Das Rätsel für technisch versierte Kreuzworträtselfreunde. Umlaute: 1 Buchstaben Das Lösungswort können Sie auf unserer Homepage www.technica-online.ch in der Rubrik «TechniKnacknuss» eingeben. Einsendeschluss: 27.1. 2012. Unter den Einsendern der richtigen Lösung verlosen wir drei Expl. von «Das grosse Schneeschuhtourenbuch der Schweiz» von David Coulin. 250 Tourenvorschläge mit allen praktischen Informationen.

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im Wert von Fr. 49.90 Die richtige Lösung des Kreuzworträtsels in technica 10-11 lautete METHANOL. Die Gewinner des Buchs «Singletrails in der Schweiz» sind Günter Nagel, Willy Staubli und Samuel Kreyenbühl.

T B R A U E T T O T T A R E R N T R A G R A B E Ü S E H T I S R A N C G E B E T H M E H R W I S O B F B A R U S P C O O H M A D D R E

D N I A O M A N T R Ä C H H E E R N D

B R A U E

B A N A U S B E

E R B E

E T L E R L S E E E U N H T W A H L E R I E H A N G E R D E N E U N

VORSCHAU Ausgabe 1 18. Januar 2012

IQ für Industrieroboter

Automation Schweiz

Hochdruckkühlmittel

Wenn es um die «Intelligenz» geht, sind die Serviceroboter den Industrierobotern voraus. Doch das soll nicht so bleiben. Im Brennpunk stellen wir die heissesten Entwicklungen vor.

Zum dritten Mal öffnet die EasyfairsMesse «Automation Schweiz» ihre Tore. Messeleiter Christian Rudin schürt die Erwartungen: «Die Automation wird ein Highlight in der Branche.»

Die Vorteile des Einsatzes von Hochdruckkühlmittel werden bei vielen Unternehmen immer häufiger entdeckt. Denn sie macht insbesondere Drehprozesse deutlich effizienter.


Fehler fermeiden – erfolgreich entwickeln

Von der zündenden Idee zum Prototypen? Mit dem grafischen Systemdesign von National Instruments

PRODUKTPLATTFORM

Mit den vielen Prototypen, die Thomas Edison vor der ersten einsatzbereiten

NI LabVIEW

Glühbirne entwickelte, zeigte er Ingenieuren und Wissenschaftlern, wie entscheidend

NI CompactRIO

ein funktionsfähiger Prototyp ist, um Ideen zum Leben zu erwecken. Das grafische Programmierwerkzeug NI LabVIEW und die benutzerdefinierbare Standardhardware von NI können in Wochen statt in Monaten aus einem Gedanken einen Prototyp

NI Single-Board RIO I/O-Module der C-Serie von NI

machen und das Risiko für Ihr nächstes Projekt verringern.

>> Schneller zum Prototypen? Mehr Informationen unter ni.com/succeed/d National Instruments Switzerland Corp. Austin, Zweigniederlassung Ennetbaden Sonnenbergstr. 53 • 5408 Ennetbaden Tel: +41 56 2005151 • Fax: +41 56 2005155 ni.com/switzerland • ni.switzerland@ni.com ©2011 National Instruments. Alle Rechte vorbehalten. CompactRIO, LabVIEW, National Instruments, NI und ni.com sind Warenzeichen von National Instruments. Andere Produkt- und Firmennamen sind Marken oder Handelsbezeichnungen der jeweiligen Unternehmen. Druckfehler, Irrtümer und Änderungen vorbehalten.

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technica 2011/12