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GROSSAUFLAGE SWISS UNIHOCKEY

DAS SCHWEIZER UNIHOCKEYMAGAZIN • MEDIENPARTNER VON SWISS UNIHOCKEY

Nr. 151 • 05 / 2019 • Fr. 7.90

! R E T MEIS rfinal gegen GC e p u S im t h c a m Wiler-Ersigen ietlikon Jets -D n te lo K n e d d n ll u ende. 10 W das Dutzend vo re ir ie d r u h C iranha gelingt gegen P


PRE-RELEASE AUS DER KOLLEKTION 19/20

WIR PRÄSENTIEREN

TITAN SERIES

Kombiniert mit einer neuen Stock-Serie führt UNIHOC zum ersten Mal seit Jahren ein neues Schaufelmaterial ein. TITAN ist ein neues, superfestes Material mit einerseits moderater Reibung auf der Bodenoberfläche und andererseits geringem Gewicht. Die perfekte Ergänzung zum Sortiment von UNIHOC. Als Pre-Release gewährt UNIHOC einen Vorgeschmack auf die Saison 19/20 und lanciert bereits jetzt zwei neue Modelle der TITAN SERIES: EPIC TITAN Miracle Light F26 und UNITY TITAN Miracle Light F29. Zudem sind auch einzelne TITANSchaufeln ab sofort erhältlich: UNITY, EPIC und SONIC.

TITAN

JOHANNNA HULTGREN

WWW.UNIHOC-ZONE.CH // FLOORBALL SINCE 1972 QUALITÄT ENTSCHEIDET SPIELE.


EDITORIAL

Die Weichen richtig stellen Die Saison 2018/19 hat ihre Meister, Auf- und Absteiger gefunden. Die Zeit zum Durchatmen ist jedoch nur kurz. Schon längst haben die Vereine mit der Aufarbeitung begonnen, auf dass in der kommenden Saison alles noch – oder wieder – besser kommen möge. Die Weichen Richtung Erfolg werden bekanntlich im Frühling und Sommer gestellt. Auch unihockey.ch vollzieht mit dieser Ausgabe eine feine Änderung. Nachdem wir im April die 150. Ausgabe gefeiert haben, machten wir uns an die Auffrischung des Layouts. Wir hoffen, dass Ihnen das etwas leichter und luftiger gewordene Erscheinungsbild gleich gut gefällt wie uns. Stichwort Erscheinen: Wie Sie wissen, produziert unihockey.ch pro Jahr zwölf Ausgaben. Drei davon – so auch diese Mai-Ausgabe – in Zusammenarbeit mit swiss unihockey als kostenlose Grossauflage, die allen Lizenzierten automatisch zugestellt wird. Dieses System geht mit dieser Ausgabe nach sechs Jahren leider zu Ende. Was Sie tun können, um uns weiterhin zweimal pro Jahr gratis zu lesen, erfahren Sie ab Seite 8. Noch erfreulicher wäre es natürlich, wenn wir Sie bald im Kreis unserer treuen Abonnentinnen und Abonnenten willkommen heissen dürften, damit wir Sie mit allen Ausgaben beliefern können.

151

10

Ausgabe

22

04 Kurznews Pingpong mit Livia Danuser (Piranha) und Ramon Zimmermann (Uster), Kevin Schläpfer pusht Waldenburg, Eishockeyaner für Thurgau, die MVP der Liga. Dazu wird gut gebrüllt. 08 Wie weiter So erhältst du die kostenlosen Grossauflagen von unihockey.ch auch nächste Saison. 10 Superfinal 2019 Wiler macht das Dutzend voll, den Jets gelingt die grosse Wende. Die Quali-Sieger gehen leer aus. 18 Verbandsnews Die Zuschauerzahlen bei den TV-Spielen blieben konstant. 20 Vonis Dessert Reto Voneschen sieht in Tim Braillards Wahl zum Center des Jahres in der SSL den Beginn einer neuen Epoche. 22 Tops & Flops Was ist ein Erfolg, was ein Misserfolg? Alles ist relativ.

Im Namen der Redaktion wünsche ich Ihnen einen schönen Sommer und bei der Lektüre dieser Ausgabe wie immer viel Vergnügen.

28 Jubeln 2019 Neue Gesichter aus neuen Regionen in den höchsten Ligen des Landes, Meisterfeiern und Gruppensiege – die Trophäenschränke erhalten Zuwachs.

Damian Keller Chefredaktor unihockey.ch

32 Mehr als eine Sternschnuppe Ad Astra Sarnen legte einen Stei­ gerungslauf hin, der im Gewinn der Aufstiegsspiele gegen die Jets gipfelte.

28

36 Hüeru Güet! Neun Vereine aus der «Üsser­Schwiiz» dürfen eine Reise ins Wallis zu den Visper Lions planen. 38 Grosse Momente Auf dem Kleinfeld verteidigt BlauGelb Cazis das Double. 40 Neuenburg 2019 Michelle Wiki ist bei den Jets und in der Nati eine Spielerin mit absoluten Skorerqualitäten. 44 Internationale

Entscheidungen

Die grossen europäischen Ligen haben ihre Champions gefunden.

46 Lara in Göteborg Nati-Goalie Lara Heini über das Zeitgefühl der Schweden. 48 Leder in Kanada Die Schweizer U19-Nati reist ohne Medaille aus Halifax ab. 51 Abos und Impressum Schlusspunkt: In den Mund gelegt.

GROSSAUFLAGE

SWISS UNIHOCKEY

DAS SCHWEIZER UNIHOCKEYMAGAZIN • MEDIENPARTNER VON SWISS UNIHOCKEY

Nr. 151 • 05 / 2019 • Fr. 7.90

MEISTER! GC im Superfinal gegen Wiler-Ersigen macht den Kloten-Dietlikon Jets und das Dutzend voll Chur die irre Wende. gelingt gegen Piranha

Der fünfte Superfinal ist Geschichte, die Meister der Saison 2018/19 sind gekürt.

WWW.UNIHOCKEY.CH  •  3


Livia Danuser Piranha Chur ÜBER MICH Geburtsdatum: 13.7.1999 Beruf: Physiotherapie-Studentin Rückennummer: 15 Position: Verteidigerin Motto: Von nichts kommt nichts. Das habe ich mal geklaut: Tortellini am Selfcheckout in der Migros Damit habe ich kürzlich jemanden glücklich gemacht: Mitstudentin mit Schokolade Damit habe ich kürzlich jemanden sauer gemacht: meinen Freund mit KatzenbabyVideos überhäuft MEINE FAVORITEN Lieblingsbuch: Abschied in Prag Lieblingsfilm: Honig im Kopf Lieblingslied: Shallow (Lady Gaga/Bradley Cooper) Diesen Promi würde ich gerne auf einen Drink einladen: Roger Federer Denselben Promi würde ich fragen: ob ich auf sein Haus in Valbella aufpassen soll, wenn er nicht zu Hause ist Mein Traumwohnort: Haus an einem Schweizer See Die schönsten Augen hat: Nicole Capatt

Ramon Zimmermann UCH Uster Diese Unihockeyregel würde ich ändern: Videobeweis einführen Wünsche ich mir zum nächsten Geburtstag: Sieg im Tunnelwettkampf gegen Luana Rensch MEIN SPORT Mein erster Verein: Chur Unihockey Vorbild zu Juniorenzeiten: Sabrina Arpagaus Lieblingsgegner: KlotenDietlikon Jets Meine Stärken: Defensivverhalten Meine Schwächen: Zweikampf Meine Sternstunde: als mir Vivien Kühne erklärte, warum Pullover Pullover heisst Bester Spieler: Jan Zaugg Beste Spielerin: Corin Rüttimann Schönster Spieler: Silvan Maurer Schönste Spielerin: Ronja Bichsel Lieber mit als gegen: Flurina Marti Sollte ihr Comeback geben: Fiona Reiser Kann ich besser als andere: Silbermedaillen gewinnen

ÜBER MICH Nickname: Räml Geburtsdatum: 10.4.1998 Beruf: Elektroplaner Rückennummer: 71 (Jahrgang meines Vaters) Position: Feldspieler Motto: Never give up! Das habe ich mal geklaut: Ruhm und Ehre meines Bruders nach einer Partie NHL MEINE FAVORITEN Lieblingsbuch: I am Zlatan Lieblingsgegenstand: UE Wonderbooms Lieblingsfilm: The Martian Lieblingslied: Over now (Post Malone) Diesen Promi würde ich gerne auf einen Drink einladen: Roman Josi Denselben Promi würde ich fragen: Wie kannst du so viele Minuten auf dem Eis stehen? Heimlicher Schwarm: Eugenie Bouchard Die schönsten Augen hat: Silvan Helbling Diese Unihockeyregel würde ich ändern: Superfinal als Serie und nicht als Einzelspiel

Wünsche ich mir zum nächsten Geburtstag: Ferien oder Geld für Ferien MEIN SPORT Mein erster Verein: Jona-Uznach Flames Vorbild zu Juniorenzeiten: Tero Tiitu Mein Stock: Oxdog Ultralight Mein Schuhmodell: Adidas Counterblast Lieblingsgegner: Floorball Köniz Meine Stärken: Fokus und Motivation Meine Schwächen: Kaltblütigkeit und Abgeklärtheit Meine Sternstunde: kenne mich im Bereich Astronomie zu wenig aus Peinlichster Moment: diverse Niederlagen nach einer klaren Führung Bester Spieler: Krister Savonen Beste Spielerin: Anna Wijk Lieber mit als gegen: Schiedsrichter Sollte sein Comeback geben: Patrick Bachmann Kann ich besser als andere: nach dem Training lange duschen

In der nächsten Ausgabe: Danuser wählt Florian Wenk (GC Unihockey), Zimmermann wählt Sina Krausz (Red Ants Rychenberg)


Shortcuts

Deny Känzig war der Liebling der Fans und MVP.

Vorverkauf Supercup NLA: Am 31. August 2019 steht mit dem Supercup in der Saalsporthalle in Zürich der nächste Unihockey-Event an. Beim Duell Meister gegen Cupsieger geht es um den ersten Pokal der neuen Saison. Während es bei den Frauen bei der fünften Austragung ab 15.30 Uhr zum fünften Duell zwischen den Kloten-Dietlikon Jets und Piranha Chur kommt (bisher je zwei Siege), steht bei den Männern um 19 Uhr mit der Partie zwischen Meister Wiler und Cupsieger Tigers Langnau ein neues Duell auf dem Programm. Der Vorverkauf für die beiden Spiele ist eröffnet. Vereine profitieren bis zum 31. Juli 2019 bei Bestellungen ab zehn Tickets von vergünstigten Preisen.

Corin Rütimann

Felix Coray

Rüttimann und Känzig räumen ab NLA: Die Awards der Saison 2018/19 sind vergeben. Als MVP (Most Valuable Player) dürfen sich Corin Rüttimann (Piranha) und Deny Känzig (Wiler) feiern lassen. Die Bündnerin lieferte insgesamt 68 Skorerpunkte ab und verteidigte ihren Titel aus dem Vorjahr. 52 Punkte liess sich der 22-jährige Känzig gutschreiben, obwohl er zeitweise verletzt ausfiel. Die Titel der besten Torhüter gehen an Monika Schmid (Jets) und Pascal Meier (GC), Felix Coray (Skorpion Emmental) und Luan Misini (GC) sicherten sich die Auszeichnung der besten Trainer. Zum vierten Mal in Serie wurde das Duo Corina Wehinger und Sandra Zurbuchen als bestes RefPaar bei den Männern gewählt – bei den Frauen schwangen Christian Crivelli und Davide Rampoldi zum zweitem Mal in Folge obenaus.

GEMEINSAM ZIELE ERREICHEN. Als offizieller Ausrüster von Swiss Unihockey.

«Unser Flaggschiff ist nicht untergegangen. Es hat höchstens einen Mast verloren.» Jets-Co-Präsident Rolf Nussbaumer zum Abstieg der Jets aus der NLA im «Zürcher Unterländer.»


Kurznews • Shortcuts

1874 Männer NLA: Das letzte Tor der Saison 2018/19 gelang Claudio Laely (GC), 57 Sekunden vor Ende des Superfinals gegen Wiler. Laely hatte am 9. September 2018 schon den Assist zum ersten Tor der Saison geliefert – bei GC gegen Wiler. Total fielen in dieser Saison 1874 Treffer.

«Eishockeyaner» zu Thurgau Männer NLB: Floorball Thurgau verpflichtete neben dem neuen Cheftrainer Jukka Ruotsalainen auch zwei finnische Spieler. Spielmacher Joonas Föhr (25) stösst mit der Referenz von 123 Skorerpunkten in 152 Partien der Salibandyliiga zu den Ostschweizern. Valtteri Viitakoski (23) bestritt erst zwei Saisons in der höchsten Liga, bewies sein Können aber bereits an zwei A-WM mit Kanada. Den kanadischen Pass besitzt er aufgrund seines Vaters Vesa, der in der NHL spielte und seit 2017 als Assistenztrainer beim EHC Visp wirkt. Entsprechend war auch Valtteri sechs Jahre in den höchsten Juniorenstufen im finnischen Eishockey aktiv und pflegt einen physischen Spielstil.

Schläpfer pusht die Eagles

«Unser CarChauffeur sagte: Wenn wir den Titel holen, fahren wir 40 Minuten nach Spielschluss ab. Wenn nicht, nach 20 Minuten.» Wiler-Präsident Reto Luginbühl über den sportlichen Fahrplan der Berner am Superfinal, der dann natürlich nicht so eingehalten wurde. 6  •  MAI 2019

Regional: Die Waldenburg Eagles kämpften gegen Frauenfeld um den Aufstieg in die 1. Liga. Nach der 2:0-Führung in der Serie schien sich das Blatt zu wenden – die Baselbieter vergaben einen ersten Matchball und kassierten im vierten Spiel gleich eine 4:10-Niederlage. Für die Finalissima zogen die Adler alle Register und verpflichteten für das Heimspiel in Oberdorf BL den in der Nähe wohnhaften Eishockey-Trainer Kevin Schläpfer als Motivator. Dessen Ansprache in der Garderobe scheint gewirkt zu haben – die Waldenburger legten los wie die Feuerwehr, führten bald einmal mit 8:2 und kehrten nach dem finalen 9:6-Sieg in die 1. Liga zurück.

Kevin Schläpfer hinter dem Pokal.

«Innerlich zerreisst es mich. Der Gedanke, nächste Saison nicht mehr in der NLA spielen zu können, bereitet mir extreme Mühe.» Der geknickte Giffers-Trainer Jan Jungo in den «Freiburger Nachrichten» nach dem Abstieg seines Teams in die NLB.


Coop und Interdiscount unterstützen gemeinsam den Schweizer Unihockeynachwuchs

Jetzt mitmachen und gewinnen! Coop und Interdiscount verlosen 400 professionelle Trikot-Sets Mit ein bisschen Glück gehört dein Team vielleicht schon bald zu den Gewinnern. Das Unihockey-Set (Grösse 164) besteht aus jeweils einem Heim- und Auswärtstrikot, inklusive Hosen und Stulpen sowie Überzieh-Shirts für 15 Feldspieler. Komplettiert wird das Set mit je 15 Sport- und Schuhtaschen. Bewerbt euch jetzt bis spätestens 2. Juni 2019 online

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Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Anmeldeschluss ist der 2. Juni 2019.


T R O F O AB S EN: R E I R T REGIS ey.ch/ ck uniho ss o r g / in magaz gen aufla

So gehts weiter In den letzten sechs Jahren hat unihockey.ch gemeinsam mit swiss unihockey pro Jahr drei Grossauflagen – wie diese Mai-Ausgabe – produziert, die kostenlos an alle Lizenzierten verschickt wurden. Das ändert sich nun – Sie können aber weiterhin profitieren.

8  •  MAI 2019


In eigener Sache  •  So gehts weiter

TEXT DAMIAN KELLER, CHEFREDAKTOR UNIHOCKEY.CH

W

enn Sie diesen Beitrag lesen, haben Sie entweder bei unihockey.ch ein Jahresabo für dieses Magazin gelöst und werden von uns monatlich mit allen zwölf Ausgaben des Jahres beliefert – herzlichen Dank dafür. Oder Sie gehören zu den Lizenzierten von swiss unihockey, die dreimal pro Saison (September, Dezember, Mai) eine Grossauflage gratis erhalten. Die bisherige Vereinbarung bezüglich Grossauflagen zwischen swiss unihockey und unihockey.ch läuft mit dieser Ausgabe nach sechs Jahren aus, da sich swiss unihockey in Zukunft auf digitale Angebote konzentrieren möchte (siehe Box unten rechts). unihockey.ch bedauert diesen Entscheid. Wenn Sie zu den Abonnenten von unihockey.ch gehören, verändert sich für Sie nichts. Hier erklären wir, was sich für die Unihockeyaner ändert, die gerne weiterhin in einem Magazin blättern und mit viel Herzblut produzierte Artikel lesen möchten. UNIHOCKEY.CH ZIEHT DIE KOSTENLOSEN GROSSAUFLAGEN WEITER unihockey.ch steht mit Leidenschaft zum Printbereich. Gerade im Sport können Emotionen in einem hochwertigen Magazin besser transportiert werden als auf Bildschirmen. Wir haben uns daher entschieden, auch ohne jegliche finanzielle Unterstützung von swiss unihockey vorderhand zwei Grossauflagen zu produzieren. swiss unihockey hat sich bereit erklärt, uns dafür die Adressen der Lizenzierten zur Verfügung zu stellen. Diese werden selbstverständlich – wie in den letzten sechs Jahren auch – ausschliesslich für den Versand dieser Grossauflagen verwendet. ALTES SYSTEM Dreimal pro Jahr Grossauflage gratis an alle Lizenzierten Alle zwölf Ausgaben des Jahres gehen an jede Vereinsadresse und ausgewählte Funktionäre von swiss unihockey (800 Jahresabos für swiss unihockey) NEUES SYSTEM Zweimal pro Jahr Grossauflage gratis (Saison-Guide September, WM-Ausgabe Dezember) Der automatische Versand aller zwölf Ausgaben an die Vereinsadressen und Funktionäre von swiss unihockey findet nicht mehr statt (keine Abos mehr von swiss unihockey). Wer die Ausgaben weiterhin erhalten möchte, braucht neu ein Abo. Wir stehen voll hinter diesem Printmagazin und sind davon überzeugt, mit Hilfe unserer Inserenten mit zwei kostenlosen Grossauflagen der Unihockeyszene einen echten Mehrwert zu bieten.

Klar ist aber auch: Print ist teuer – vor allem die Versandkosten. Es wird unihockey.ch mindestens in diesem Jahr nicht möglich sein, sämtliche 33 000 Lizenzierten zu beliefern. Das sprengt schlicht den Rahmen unserer Möglichkeiten, das geben wir offen und ehrlich zu. Wir werden daher eine noch nicht definierte Zahl an Kontakten streichen müssen. Wir versprechen aber: Wer sich bei uns in die Versandliste einträgt, wird auf jeden Fall beliefert. So stellen wir sicher, nicht die falschen Personen zu «löschen». DIE LÖSUNG Ab sofort kostenlos registrieren: unihockey.ch/magazin/grossauflagen Auch hier gilt selbstverständlich: Die Adressen werden ausschliesslich für den Versand dieser Grossauflagen verwendet (eine Weitergabe ist ausgeschlossen). Und natürlich kann man sich jederzeit und unkompliziert wieder aus der Liste entfernen lassen. Vereine können ihre Mitglieder auch komplett per Excel-File hochladen – schon mehrere Vereine haben angekündigt, dies zu tun. Der grosse Vorteil dabei zur bisherigen Lösung: So können auch Trainer, Vorstandsmitglieder und andere im Verein wertvolle Personen gemeldet werden. Bisher waren nur die aktuell Lizenzierten auf dem Verteiler. In diesem Sinne hoffen wir, dass Sie schon bald wieder von uns lesen. Entweder bereits im Juni, wenn Sie über ein Abo bei uns verfügen – oder sonst im September. https://unihockey.ch/magazin/abos

STELLUNGNAHME SWISS UNIHOCKEY Vor sechs Jahren beschlossen swiss unihockey und unihockey.ch im Rahmen einer Partnerschaft verstärkt zusammen zu arbeiten. Diese erfolgreiche Zusammenarbeit gründete auf der Absicht, die verfügbaren Ressourcen (zuvor gab es noch das Verbands-Magazin «Powerplay») zu bündeln, um so einen Mehrwert für die Unihockeycommunity und die interessierte breite Öffentlichkeit zu schaffen. War die enge Zusammenarbeit bisher vor allem in der gemeinsamen Herausgabe der Grossauflagen von unihockey.ch sichtbar, verschiebt sich die Zusammenarbeit künftig auf die digitalen Medien. swiss unihockey reagiert damit auf

die aktuelle Entwicklung, dass seine Zielgruppen die Inhalte vorzugsweise digital konsumieren. Entsprechend werden die verfügbaren Mittel noch konsequenter in die Produktion von digitalen Inhalten wie Videos eingesetzt. Als eine von mehreren Massnahmen wurde dafür im April die Stelle einer Projektleiterin Digital Media geschaffen und erfolgreich besetzt. Dies ermöglicht es swiss unihockey, die verschiedenen Themen mit noch mehr Inhalten und attraktiven Formaten über die digitalen Kanäle zu veröffentlichen und so weiter erfolgreich daran zu arbeiten, die Sichtbarkeit und Bekanntheit von Unihockey zu vergrössern.

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Superfinal 2019 • Rückblick

Wiler-Ersigen sorgte im Superfinal früh für klare Verhältnisse.

Weltmeister Tatu Väänänen mit der nächsten Goldmedaille.


Kassandra Luck, Natalie Schürpf, Andrea Gämperli und Linda Pedrazzoli (v.l.) mit einem meisterlichen Spielzeug.

4:5 n.V.

PIRANHA CHUR VS. KLOTEN-DIETLIKON JETS

4:8 GC UNIHOCKEY VS. SV WILER-ERSIGEN

SUPER FINAL

Wiler-Ersigen macht das Dutzend voll, den Kloten-Dietlikon Jets gelingt die grosse Wende. TEXT DAMIAN KELLER • FOTOS DIETER MEIERHANS, ERWIN KELLER, MICHAEL PETER

D 8011 Fans strömten in die erneut ausverkaufte SWISS Arena in Kloten.

ie Geschichte des Superfinals 2019 der Frauen hätte Corin Rüttimann (27) schreiben können. Ein Tor, ein Assist – und in der letzten Sekunde der regulären Spielzeit hatte der Liga-MVP den Siegtreffer auf dem Stock. Oder Seraina Buchli im letzten Spiel ihrer Karriere, Torschützin zum zwischenzeitlichen 2:1 zugunsten Piranhas und erst Minuten vor der Partie für die erkrankte Margrit Scheidegger in die Startaufstellung gerutscht. Aber wie im Cupfinal brachten die Bündnerinnen eine Führung gegen die Jets nicht über die Distanz. So waren es andere, die Geschichte schrieben. Michelle Wiki, so oft in Finalspielen nur zweite Siegerin, hatte mit zwei Toren und einem Assist massgeblichen Anteil am Meistertitel der Zürcher Unterländerinnen. Nati-Goalie Monika Schmid, die zuvor den Grossteil der Playoffs verletzungsbedingt verpasst hatte. Julia Suter mit dem goldenen Treffer in der neunten Minute der Verlängerung – und natürlich Cheftrainerin Simone Berner, die sich mit dem Titel den verdienten goldenen Abgang bescherte. WWW.UNIHOCKEY.CH  •  11


Mi demquam, aris et quatem Ut doloresero MMMi ium qgam

Matthias Hofbauer hatte im Duell mit Benjamin Reusser (r.) die Nase vorne.

Emotionen pur bei den Jets.

Wiler-Ersigens grüne Wand.

Im Cupfinal war Piranha Chur mit einem Zweitorevorsprung ins Schlussdrittel gestiegen, in Kloten stand es zehn Minuten vor Schluss sogar 4:1. Nichts deutete zu diesem Zeitpunkt darauf hin, dass es noch zur grossen Wende kommen könnte. SUTERS GOLDENER TREFFER Doch plötzlich fruchteten die Umstellungen bei den Jets. Die im Verlauf der Partie neu gebildete Sturmformation mit Wiki, Natalie Martinakova und Isabelle Gerig begann zu wirbeln. 50.19 stand auf der Matchuhr, als Wiki zum 4:2 verkürzte. 51.31, als Gerig zum 4:3 traf. Die Tschechin Martinakova musste nach diesem Treffer verletzt raus und wurde durch die Schwedin Elsa Frisk ersetzt – die drei Minuten später auf Zuspiel Wikis ausglich. Piranha brachte derweil kaum noch ein Bein vors andere, es kam wie vor drei Jahren zur Verlängerung. «Ich dachte während der Overtime keine Sekunde ans Penaltyschiessen von 2016, sondern konzentrierte mich immer nur auf

«Zwölf war für uns lange eine magische Zahl. Jetzt wollen wir den Titel-Rekord natürlich ganz für uns alleine.» Reto Luginbühl, Wiler-Präsident 12  •  MAI 2019

den nächsten Ball», sagte Monika Schmid nach der Partie. Die Aufholjagd zuvor war auch für sie aus der Perspektive der Torhüterin eine Herausforderung gewesen. «Natürlich willst du voll mitgehen, solltest aber nicht, weil du die emotionalen Kräfte für den eigenen Job sparen musst», so die erfahrene Nati-Schlussfrau. Die Erlösung zugunsten der Kloten-Jets kam in der Person von Julia Suter, die 62 Sekunden vor Ende der Verlängung zum 5:4 traf. Grenzenlose Trauer bei Quali-Sieger Piranha, später noch durch den Ärger angereichert, dass Suter bei ihrem Treffer im Schutzraum stand – überbordernder Jubel bei den Jets, die vor 5239 Zuschauern das Double feierten. BAISSE SORGTE FÜR LETZTEN ZWICK Bei den Männern stand es zehn Minuten vor dem Ende sogar 5:1. Wiler-Ersigen liess bis dahin nichts anbrennen, traf erst mit den zurücktretenden «Veteranen» Dave Wittwer und Joel Krähenbühl, danach mit der jüngeren Generation (Claudio Mutter, Deny Känzig und Marco Rentsch). Die Berner zogen ihr meisterliches Programm konsequent durch, liessen sich auch durch zwei Zürcher Treffer zum zwischenzeitlichen 6:3 nicht beirren und holten vor ausverkauftem Haus (8011 Fans) den zwölften Meistertitel der Vereinsgeschichte. Die Rekordmarke von Rot-Weiss Chur ist somit egalisiert. «Bereits nach dem ersten Meisteritel 2004 sagte Sportchef Marcel Siegenthaler, dass wir Rekordmeister werden wollen. Natürlich dachte er, dass es nur

zwölf Jahre dauern würde», sagte der gut gelaunte Wiler-Präsident Reto Luginbühl nach der Partie in den grün-weissen Fanmassen und fügte sogleich an: «Zwölf war lange eine magische Zahl – aber jetzt wollen wir den Rekord natürlich für uns alleine.» Sicher keine leere Drohung, angesichts der Tatsache, dass sich der frischgebackene Meister für die kommende Saison mit Krister Savonen und Joonas Pylsy zwei Weltmeister von Classic geangelt hat. Für Luginbühl war Wilers kurze Baisse während der Qualifikation, als es Niederlagen gegen WaSa und Chur absetzte, der entscheidende Weckruf. «Das gab dem Team den letzten Zwick. Auch das fünfte Halbfinal-Spiel gegen Köniz, das wir nach einer 5:0-Führung fast noch verloren hätten, zeigte der Mannschaft, was bei fehlender Konzentration passieren kann.» EINE KLASSE BESSER Für GC bleibt wie schon nach dem dramatisch verlorenen Cupfinal nur Silber – wie bei den Frauen verlor der Qualisieger gleich beide Endspiele. Diesmal war der Gegner schlicht eine Klasse besser. Vielleicht fehlte nach der Halbfinalserie gegen Alligator Malans über sieben Partien etwas die Spritzigkeit, vielleicht waren die mentalen Batterien nicht mehr ganz voll? Um das keine Geschenke machende Wiler zu schlagen, hätte es in der SWISS Arena mehr gebraucht. Nächste Saison winkt die nächste Chance. Für die Zürcher gilt das gleiche wie für alle Teams der Liga – nach der Saison ist vor der Saison.


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Superfinal 2019  •  Die Stimmen

Stimmen zum Superfinal Die Meister der Saison 2018/19 sind gekürt. Kurz nach dem Ende beider Superfinal-Partien hat sich unihockey.ch auf Stimmenfang begeben. TEXT DAMIAN KELLER  •  FOTOS DIETER MEIERHANS, ERWIN KELLER

ISABELLE GERIG

CORIN RÜTTIMANN

JOEL KRÄHENBÜHL

Wie holt man im Superfinal in den letzten zehn Minuten einen 1:4-Rückstand auf? Isabelle Gerig: Wir sagten uns nach dem vierten Treffer Piranhas: Hey Ladys, wir können das noch drehen – im Cupfinal schafften wir es auch. Als wir Druck machten, spürten wir auf dem Platz, dass Piranha unsicher wird und nicht mehr so parat ist wie in den ersten zwei Dritteln.

Im Platzinterview sagtest du in der zweiten Drittelspause, dass eine Wende wie im Cupfinal diesmal nicht möglich sei. Was ist passiert? Corin Rüttimann: Wir hatten Angst, niemand wollte mehr den Ball. Dabei sind das doch die Spiele, für die man trainiert. Wir hörten auf zu spielen.

Weisst du noch, was du vor ziemlich genau 14 Jahren gemacht hast? Joel Krähenbühl: Nicht so genau ...

Torschützin für die Jets

Torschützin für Piranha Chur

Die Linie mit Wiki, dir und Martinakova brachte die Wende – und als die Tschechin ausfiel, traf einfach ihr Ersatz Frisk. Wir kamen so richtig in den Flow und liessen uns nicht mehr bremsen. Mit Wiki verstand ich mich ja schon letzte Saison sehr gut, wir wissen, wo wir stehen. Die Gratulationen nach dem Spiel waren sehr herzlich. Viele von uns kennen sich aus dem Nationalteam – und alle wissen, dass eine Woche nach dem Superfinal schon wieder ein Zusammenzug auf dem Programm steht. Die Goldmedaille aus dem Superfinal bleibt dann auch zu Hause.

Und das trotz der Erfahrung aus dem Cupfinal? Wir sprachen nach dieser Niederlage lange darüber und wollten es diesmal besser machen. Wir gaben erneut einen Final aus der Hand. Ich kann es mir nicht erklären und bin sprachlos. Wie lange brauchst du, um das zu verdauen? Mehrere Monate. Es tut weh zu wissen, dass es jetzt so lange bis zur nächsten Chance dauert.

zweifacher Torschütze Wiler

Du hast als Jüngling Wiler-Ersigen mit zwei Toren gegen GC in der Saalsporthalle zum Titel geschossen. Ich hätte mir damals nicht träumen lassen, dies so viel später noch einmal zu wiederholen (lacht). Ich hatte eine tolle Zeit bei Wiler und war dann lange weg bei den Tigers – ich wusste schon gar nicht mehr, wie man Meister wird. Dies jetzt noch einmal erleben zu dürfen, ist fantastisch. Der perfekte Abschluss der langen Karriere? Im Januar dachte ich, dass ich noch eine Saison anhänge. Aber ich werde Vater und wechsle den Job – daher war das mein letztes Spiel. Zwei Tore im Superfinal – schöner kann ich nicht aufhören.

Corin Rüttimann ist sprachlos.

Isabelle Gerig (r.) trug zur grossen Wende bei.

14  •  MAI 2019

Joel Krähenbühl mit dem perfekten Ende.

FABRICE GÖLDI

Torschütze für GC

Fabrice Göldi im Platzinterview. Die Silbermedaille hängt schon nicht mehr um deinen Hals – ist sie für dich wertlos? Fabrice Göldi: Wir hatten eine gute Saison, aber wenn du am Schluss so verlierst, gibt es keinen Grund zur Freude. Diese Medaille wird für mich nie einen Wert haben. Lag es am Kraftverschleiss im Halbfinal, der über sieben Runden ging? Oder fehlte nach den schwierigen Momenten in dieser Saison – wie dem Todesfall von Teamkollege Pedolin – einfach die mentale Energie? Nein, das lasse ich nicht als Ausrede gelten. Wir nahmen aus diesen Rückschlägen auch viel Kraft mit, standen immer wieder auf und gingen als Mannschaft weiter. Umso bitterer, dass wir letztlich ohne Titel dastehen. Persönlich warst du zuletzt gross in Form – würdest du am liebsten sofort und ohne Pause in die neue Saison starten? Nach so einem Spiel möchte man gleich wieder von vorne beginnen. Aber das spielt keine Rolle mehr – wir waren am Tag X leider einfach nicht bereit.


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Superfinale 2019  •  Les impressions

Les impressions des finalistes Les champions de la saison 2018/19 sont couronnés. A la fin des rencontres, unihockey.ch a récolté les impressions des protagonistes. TEXTE DAMIAN KELLER  •  IMAGES DIETER MEIERHANS, ERWIN KELLER

CORIN RÜTTIMANN

ISABELLE GERIG

buteuse pour Piranha Chur

buteuse pour les Jets Comment peut-on rattraper trois buts de retard dans les dix dernières minutes? Isabelle Gerig: Après le quatrième but de Coire, on s’est dit: Allez les filles, on va y arriver – comme on l’a réussi en coupe ! Quand nous avons commencé à mettre plus de pression sur Coire, nous les avons senties insécurisées et moins prêtes que pendant les deux premiers tiers. La ligne avec toi, Wiki et Martinakova a apporté le tournant, et quand la Tchèque ne pouvait plus jouer, sa remplaçante Elsa Frisk a marqué. Nous étions vraiment dans un bon flux de jeu et plus rien ne pouvait nous freiner. Avec Wiki, on s’entendait déjà bien l’année passée. Nous arrivons bien à nous trouver sur le terrain. Les félicitations après le match étaient très cordiales. Nous sommes beaucoup à nous connaître des équipes nationales – et tout le monde savait qu’une semaine plus tard, nous avions le prochain camp d‘entraînement. Mais nous laisserons nos médailles à la maison.

Corin Rüttimann ne trouvait pas de mots. Dans l’interview au bord du terrain après deux tiers du match, tu disais que l’histoire de la finale de coupe ne pouvait pas se répéter. Qu’est-ce qui est arrivé ? Corin Rüttimann: Nous avions peur, plus personne ne voulait la balle. Pourtant, c’est pour ce genre de matchs que l’on s’entraîne. Nous avons arrêté de jouer. Et ceci malgré l’expérience de la coupe ? Nous avions beaucoup discuté de cette défaite et voulions faire mieux. Et nous avons de nouveau perdu. Je ne peux pas m’expliquer cela et je suis sans paroles. Combien de temps faut-il pour digérer cela? Plusieurs mois. Ça fait très mal de savoir qu’il faut attendre longtemps pour faire mieux.

Gerig célèbre le titre avec ses coéquipières.

16  •  MAI 2019

JOEL KRÄHENBÜHL

double buteur pour Wiler-Ersigen

Une fin de carrière parfaite. Est-ce que tu te souviens du mois d’avril il y a 14 ans? Joel Krähenbühl: Plus tellement… Tu avais mené Wiler au titre avec deux buts contre GC. Je n’aurais pas pensé que l’histoire se répèterait autant d’années plus tard (il rit). J’ai eu une superbe période chez Wiler mais je suis parti pour longtemps… Je ne me souvenais même plus comment on devient champion. La fin de carrière parfaite? En janvier, je pensais rejouer encore une saison. Mais je vais devenir papa et changer de travail – du coup, c’était mon dernier match. Deux buts en Superfinale – une plus belle fin de carrière est impensable!

FABRICE GÖLDI buteur pour GC

Tu as déjà enlevé la médaille d’argent. Est-elle sans valeur ? Fabrice Göldi: Nous avons connu une superbe saison, mais quand tu pers comme ça, il n’y a aucune raison d’être content. Elle n’aura jamais de valeur pour moi. Avez-vous perdu trop de forces en demi-finale ? Ou y avait-il un manque de force mentale après des moments difficiles durant la saison, comme le décès de votre coéquipier Pedolin ? Non. Ces moments nous ont aussi donné beaucoup de force. Nous nous sommes relevés et avons poursuivi notre chemin en tant qu’équipe. C’est d’autant plus amère de finir sans titre. Personnellement, tu étais bien en forme. Aurais-tu envie de recommencer le championnat tout de suite? Après un match pareil, on veut recommencer tout de suite. Mais cela ne joue plus aucun rôle – nous n’étions pas prêts le jour J.

Göldi avait egalisé le score pour GC.


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Verbandsnews • TV-Präsenz

Konstante TV-Zahlen Zum zweiten Mal lief im Schweizer Radio und Fernsehen an jedem Samstag ein Unihockey Playoff-Spiel. Die Zuschauerzahlen blieben konstant, das meistgesehene Spiel war die Viertelfinalpartie zwischen dem HCR und GC. TEXT MARION KAUFMANN  •  FOTOS FABIAN TREES, ERWIN KELLER

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ank der spannenden und bis zum letzten Spiel offenen Playoff-Halbfinalserie zwischen GC und Alligator Malans übertrug SRF von März bis April elf Unihockeyspiele (inklusive Superfinal) – das sind drei mehr als in der letzten Saison. Die Partien erreichten auf SRF zwei einen Zuschauerschnitt von 41 000 Personen aus der Deutschschweiz, was einem Marktanteil von 6.8 % entspricht. Am meisten Zuschauer vor den Bildschirm lockte das zweite Spiel zwischen dem HC Rychenberg Winterthur und GC am 9. März: 59 000 Zuschauer bei einem Marktanteil von 7.1 % (Spitzenwert 92 000). Aber auch danach blieben die Zahlen konstant. So schalteten beispielsweise am 23. März 52 000 Personen beim Spiel SV Wiler-Ersigen gegen Floorball Köniz ein, was einem Marktanteil von 7.4 % entspricht. ERFOLGREICHE ZUSAMMENARBEIT Im Durchschnitt aller übertragenen Viertelund Halbfinalspiele schalteten etwas weniger TV-Zuschauer ein als im letzten Jahr. Trotzdem ist das SRF zufrieden: «Die Zuschauerzahlen hängen von zahlreichen

Sereina Buchli im TV-Interview am Superfinal 2019.

TV-Podest in der Sporthalle Lust in Maienfeld.

Faktoren wie der programmlichen Einbettung, dem Wetter oder Konkurrenzsendungen ab. Die Playoff-Übertragungen sind aber in jedem Fall eine attraktive Bereicherung für das vielfältige SRF-Sportangebot. Ganz besonders freut uns, dass wir mit Unihockey ein vergleichsweise junges TVPublikum erreichen», sagt Dani Bolliger, Bereichsleiter Live bei SRF Sport. Auch Daniel Kasser, Marketingleiter von swiss unihockey, blickt positiv auf die TVPartien zurück: «Die Umsetzung der TVSpiele verlief äusserst erfolgreich und in toller Zusammenarbeit mit allen Beteiligten.

Die Vereine scheuten keinen Aufwand, einen grossartigen Rahmen für die Liveübertragungen zu bieten. Der Event mit dem Bündner Derby in der Churer Eishalle oder die ausverkaufte Arena in Winterthur waren dabei besondere Highlights.» Gekrönt wurde die Saison zum fünften Mal mit dem Superfinal in der SWISS Arena in Kloten. 65 000 Zuschauer verfolgten das Spiel der Männer auf SRF zwei, 53 000 waren es beim Frauenfinal. In der Spitze waren beim Spiel GC gegen Wiler 94 000 Zuschauer zugeschaltet. Auch bezüglich dieser Zahlen zeigt sich SRF zufrieden. «Es freut uns, dass die Atmosphäre in der prall gefüllten Arena in Kloten einmal mehr überragend und unsere TV-Übertragung darum sehr stimmungsvoll war», so Bolliger. VERZÖGERUNG BEIM FRAUENFINAL Bedauerlicherweise startete die Übertragung des Superfinals zwischen Piranha Chur und den Kloten-Dietlikon Jets mit einer rund 70-minütigen Verzögerung. Grund dafür war ein Fehler in der Produktion. Konkret ist es SRF leider nicht rechtzeitig zum geplanten Sendestart gelungen, eine Satellitenverbindung vom Produktionsort in Kloten zum Sendezentrum in Zürich herzustellen. Auf den Kanälen von SRF und swiss unihockey wurde über die Verzögerung informiert und SRF entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten. Rechtzeitig sahen die Zuschauenden die spannende Endphase des Frauen-Finales und konnten im Fernsehen mitverfolgen, wie die Kloten-Dietlikon Jets und der SV Wiler-Ersigen den Meisterpokal in die Höhe stemmten.

«Es freut uns, dass wir mit Unihockey ein vergleichsweise junges TV-Publikum erreichen können.» Dani Bolliger, SRF Sport 18  •  MAI 2019


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Kolumne • Vonis Dessert

Vonis Dessert

GRANDE

TIM

Tim Braillard ist als erster Schweizer zum Center des Jahres in Schweden gewählt worden. Eine neue Epoche hat begonnen.

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an muss sich das auf der Zunge zergehen lassen. Der Schweizer Nationalspieler Tim Braillard ist als erster Schweizer zum besten Center der Schwedischen Superliga (SSL) gewählt worden. Nicht per Online-Wahl sondern von den SSLTrainern. Der beste Center der besten Liga der Welt ist ein Schweizer. Der Center, die wichtigste Position im Unihockey. Ein Ritterschlag. Braillards Vorgänger: Unter anderem Mika Kohonen, Ketil Kronberg, Daniel Calebsson, Anders Hellgard, Johan Samuelsson oder Johannes Gustafsson. Die Crème de la Crème des Unihockeysports. Und das alles in seiner ersten Saison. «Durch eine aussergewöhnliche Spielübersicht und ein hohes Mass an Ehrgeiz gelang es Braillard, sich in der Schweizer Nati und der weltbesten Liga zu etablieren. Wenn das Spiel in der heissen Phase ist, spielt er am besten», heisst es in der Würdigung der Wahl, die vom schwedischen Verband und dem Fachmagazin «Innebandymagazinet» durchgeführt wurde. Braillard, der Mann für die entscheidenden Momente. Mit Schrecken aber auch Verzückung denken die Schweizer Fans an den WMViertelfinal in Prag, als Braillard in der Verlängerung die Nati in den Halbfinal schoss und ein Fiasko verhinderte. Fraglich, ob die Norweger das «House of Switzerland» übernommen hätten. ANGEKOMMEN Die Wahl ist für den 26-Jährigen eine riesige Ehre, die er sich redlich verdient hat, da er sich nicht nur auf sein aussergewöhnliches Talent verliess, sondern extrem fleissig an 20  •  MAI 2019

sich arbeitete. Unzählige Male hat er seine Nachbarn, die Gebrüder Hitz – AlligatorSportchef Thomas, ex-Natigoalie Martin und Malans-Kultfigur Roman – genervt, bis sie mit «Chlei Tim» auf dem roten Platz in Küblis noch eine Runde Unihockey spielten. Dort wo übrigens auch die HCD-WieserZwillinge ihre Stöcke kreuzten (man möchte sich gar nicht vorstellen, welche Schlachten sich dort entwickelten). Daneben hielten sich seine Starallüren in engen Grenzen. Braillard kapierte früh, dass das Team der Star ist. Dass er auf dem Boden geblieben ist, zeigt auch, dass er heute noch mit den alten Malanser Kumpels im Sommer am liebsten beim legendären Inline-Hockey «SOTI» mitspielt. Vor allem zeigt Braillards Wahl etwas: Die Schweizer Unihockeyspieler sind endlich in der «NHL des Unihockeys» angekom-

Reto Voneschen ist seit rund drei Jahrzehnten Unihockeyaner, aktuell Natitrainer Liechtensteins und seit 2016 Leiter der Sportredaktion bei der Tageszeitung «Sarganserländer».

men. Sie sind nicht mehr nur «Füller» für die dritte oder vierte Linie sondern Leistungsträger. Braillards Klub Mullsjö hat sich mit Jan Zaugg bereits eine weitere helvetische Perle gesichert. Das war nicht immer so. Matthias Hofbauer war zwar sogar Captain bei Dalen, mit Urban Karlsson stand aber ein Mentor des Ausnahmekönners an der Bande. Der Sprung in die Halbfinals gelang Dalen während der Hofbauer-Zeit nie. Selbst Emanuel Antener, einer der besten Schweizer überhaupt, sass in den Playoffs bei AIK oft auf der Bank. Gleich wie Nicola Bischofberger bei Falun. Auch Luca Graf, heute der beste Schweizer Verteidiger, sass bei Växjö mehr auf der Ersatzbank, als ihm lieb war. Eine Ausnahme war Pascal Meier, aber Torhüter sind ja bekanntlich anders. ZIELE GEHEN NICHT AUS «Wenns hart auf hart kommt, ist der Schweizer zu weich», hiess es in der SSL lange. Bei Mullsjö führte Braillard die erste Linie auch im Halbfinal, als Faluns Startruppe an den Rand einer Niederlage geführt wurde. Ein grösseres Lob gibt es eigentlich nicht. Bewusst wurde hier von «erster Schweizer» geschrieben. Denn mit Simone Berner wurde 2010 eine Schweizerin vom «Innebandymagazinet» gar als beste Spielerin der Welt ausgerufen. Ausnahmekönnerin Berner war zu ihren besten Zeiten tatsächlich eine der Weltbesten und gewann WMGold, den Europacup und mehrfach den Schweizer Meistertitel. Die Ziele gehen Tim Braillard also nicht aus. Immerhin Schweizer Meister darf er sich schon nennen.


Saisonrückblick  •  Tops & Flops

TOPS & FLOPS Sind zwei verlorene Finalspiele ein Misserfolg? Können Spieler aus Teams, die ihre Ziele verpasst haben, trotzdem zu den Gewinnern zählen? Alles ist relativ – auch unsere traditionellen Tops und Flops. TEXT & FOTOS UNIHOCKEY.CH 1 DENY KÄNZIG (WILER-ERSIGEN) Mit erst 22 Jahren holte sich der Stürmer bereits den vierten Meistertitel. Dazu kam die Auszeichnung zum MVP und seine erste WM-Teilnahme. Bei dieser wurde er für den verletzten Manuel Engel nachnominiert und traf gegen Deutschland gleich vierfach. Auch eine hartnäckige Verletzung konnte Känzig in den Playoffs nicht aufhalten.

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2 2 AXA-ARENA Die neue HCR-Heimhalle ist ein Schmuckkästchen. Komfortable Schalensitze, eine VIP-Lounge, fast keine Linien auf dem Boden, grosse Screens mit Wiederholungen – ein Quantensprung zur Turnhalle Oberseen. So wurden über 1000 Fans im Schnitt angelockt.

TOPS

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3 3 AD ASTRA SARNEN Im dritten Versuch hat es geklappt. Nach sechs Spielen gegen die KlotenDietlikon Jets war der Aufstieg in die NLA besiegelt. Die Bilder mit der euphorisierten Obwaldner-Fanmenge nach dem entscheidenden Tor waren schlicht sensationell. Sarnen wird frischen Wind in die Liga bringen.

4 PASCAL MEIER (GC) In der Liga schrammte Meier an seinem zweiten Meistertitel vorbei. Die WM war aber überragend und bescherte dem 28-Jährigen den Titel des WM-MVP – noch nie zuvor hat ein Schweizer diese Auszeichnung erhalten. Ohne Meiers Paraden hätte die Schweiz gegen Schweden nicht am Final geschnuppert.

6 BILLY NILSSON (ZUG UNITED) Drei Jahre lang sorgte der Schwede in der Zentralschweiz für Spektakel – erst mit, dann ohne Irokesenfrisur. Nach dem Aufstieg folgten zwei Playoff-Teilnahmen. In seiner letzten Saison in der Schweiz sicherte sich Nilsson die Topskorer-Krone, obwohl er aus gesundheitlichen Gründen kaum noch mit dem Zuger Team trainieren konnte.


FLOPS KLOTEN-DIETLIKON JETS

5 TV-SPIELE So viel TV-Präsenz hatte Unihockey in der Schweiz noch nie. Insgesamt elf Partien konnten in den Playoffs live am Bildschirm mitverfolgt werden, wenn auch zu Beginn eher auf SRF info statt SRF zwei – drei Spiele der MännerViertelfinals, deren fünf in den Halbfinals sowie erstmals eine Partie der Frauen. Dazu die beiden Superfinals.

8 PATRICK MENDELIN (BASEL REGIO) Was will die Schweiz mit einem NLB-Spieler an einer WM? Gegen Schweden stopfte Mendelin mit einer überragenden Leistung allen Kritikern das Maul und zeigte, dass er zurecht nominiert wurde. Den angestrebten Aufstieg mit Basel Regio muss er jedoch um eine weitere Saison verschieben.

Was für eine Horror-Saison für die Zürcher Unterländer. Dopingsünder Micke Karlsson flog früh raus, Trainer Arto Riihimäki musste gehen, Fabian Zolliker wurde nach einer hässlichen Tätlichkeit für sechs Spiele gesperrt – nach vielen Turbulenzen stürzten die Flieger Ende Saison in die NLB ab. Ob Frauen-Erfolgstrainerin Simone Berner für den sofortigen Wiederaufstieg sorgen kann?

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TIGERS LANGNAU Ja, natürlich war da Ende Februar der Cupsieg und damit ein Titelgewinn. Wenn ein Team mit der Qualität der Tigers aber die Playoffs verpasst, lässt sich eine Nomination für die Flopliste schlicht nicht vermeiden. Trainer Michal Rybka musste Ende Saison den Hut nehmen.

CHUR UNIHOCKEY Man kommt im Bündnerland einfach nicht weiter. Die Playoffs wurden zwar souverän erreicht, aber im Viertelfinal blieb Chur gegen Malans völlig chancenlos. Konsequenz: Ein erneuter Trainerwechsel und eine Verjüngung des Teams. Das Plus: Der gegen Alligator mit 2800 Fans aufgestellte Besucherrekord war grosse Klasse.

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TV-PANNE Ausgerechnet beim Superfinal der Frauen herrschte bei SRF aufgrund von Problemen mit einem Satelliten während mehr als einer halben Stunde Mattscheibe. Statt Unihockey gabs auf zwei Sendern Formel 1 zu sehen. 9

JOEL KANEBJÖRK (UHC USTER) Der zweifache Weltmeister galt im letzten Sommer als der grosse Transfercoup. Doch schon in der Vorbereitung verletzte sich der Schwede gravierend und nahm letztlich mehr die Rolle des Assistenztrainers als diejenige des Führungsspielers ein.

9 MARTIN KISUGITE (TIGERS LANGNAU) Vom NLB-Spieler zum entscheidenden Penaltyschützen im Cupfinal und Nationalspieler an der Heim-WM in Prag. Der cleverste Transfer seit Jahren – nicht nur wegen seiner genialen Penaltys.

7 7 MICHAEL SCHIESS (WASA) Auch in seiner dritten vollen NLA-Saison sorgte der 21-jährige Ostschweizer für Furore, auch wenn es WaSa einmal mehr knapp nicht in die Playoffs gereicht hat. Inzwischen hat sich Schiess sogar in den Kreis der Nationalmannschaft gespielt. Ihm gehört die Zukunft.

10 10 SIMON SUTER (UHC USTER) Der wohl meistunterschätzte Spieler der NLA. Mit 42 Punkten – so viele wie MVP Känzig – führte er Uster zum zweiten Mal in Folge in die Playoffs.

Joel Kanebjörk galt im letzten Sommer als Königstransfer.

FORT AB SO REN: TRIE REGIS ey.ch/ ck uniho gross/ n i z a mag en auflag WWW.UNIHOCKEY.CH  •  23


Saisonrückblick  •  Tops & Flops

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FLOPS

1 SIMONE BERNER (TRAINERIN JETS) Anfang Jahr übernahm das Dietlikon-Urgestein (wieder) die Hauptverantwortung und führte die Jets nach dem Triple 2017 zum Double 2019. Schade, dass sie die einzige Weltmeisterin von 2005 ist, die sich auf diesem Level engagiert.

WIZARDS BERN BURGDORF

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2 SUM Das Frühlings-Märchen wurde in diesem Jahr im Süden geschrieben. Sportiva Unihockey Mendrisiotto liess sich in den Playoffs der Frauen NLB von niemandem aufhalten und beendete letztlich auch die NLAZugehörigkeit von Aergara Giffers. Die Tessinerinnen stellen den ersten NLAVerein aus der Sonnenstube. 2

3 MICHELLE WIKI (KLOTEN-DIETLIKON JETS) Die Internationale musste in den letzten Jahren viele Enttäuschungen verkraften, verlor mit Dietlikon drei Superfinals und holte auch in Schweden «nur» Silber. Diesmal sorgte sie im Superfinal als Leaderin mit zwei Toren persönlich dafür, dass es mit Gold klappte.

TOPS 24  •  MAI 2019

Die Bernerinnen haben sich beim Playoff-Wahlverfahren verzockt, als sie statt Zug (8.) die Skorps (5.) wählten und schon im Viertelfinal ausschieden. Trotzdem hoffen wir, dass auch in der nächsten Saison wieder ein Verein den Mut aufbringt, nicht einfach das sportlich einfachste Los zu wählen.

PIRANHA CHUR Ein seltener Gast auf der Flop-Liste und es ist natürlich ein Jammern auf hohem Niveau. Trotzdem: Meisterschafts- und Cuptitel lagen für die Bündnerinnen auf dem silbernen Tablett bereit, doch sie schafften es gleich zweimal, die schon sicher geglaubten Trophäen noch aus den Händen zu geben. Dazu kam ein enttäuschendes Abschneiden beim Champions Cup.

AERGERA GIFFERS Ein Absteiger entkommt dieser Auflistung nicht. Nach fünf Jahren NLA heisst es für die Freiburgerinnen «zurück in die NLB». Zwei Siege nach 60 Minuten in 26 Spielen waren klar zu wenig. Eine bittere Pille für Cheftrainer Jan Jungo in seinem zehnten Amtsjahr.

4 4 SELMA BERGMANN (WIZARDS) Die U19-Nationalspielerin lieferte beachtliche 19 Tore ab und hatte mit fünf Treffern gegen Piranha Chur ein absolutes Highlight zu bieten. Ein Lichtblick und eine Hoffnung für die Zukunft.

5 5 CORIN RÜTTIMANN (PIRANHA CHUR) Auch wenn es diese Saison zu keinem Titel mit dem Team gereicht hat – an der Liga-Topskorerin und MVP kommen wir hier nicht vorbei. Rüttimann ist und bleibt die beste und kompletteste Spielerin des Landes.

Aergera Giffers taucht in die NLB ab.


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Saisonrückblick • Jubeln 2019

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2019 Neue Gesichter aus neuen Regionen in den höchsten Ligen des Landes, Meisterfeiern und Gruppensiege – die Trophäenschränke der Vereine erhalten Zuwachs. Wir liefern den Überblick. TEXT DAMIAN KELLER  •  FOTOS UNIHOCKEY.CH

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etzte Saison scheiterten die NLB-Spitzenteams in den Aufsstiegsplayoffs deutlich – Basel Regio gegen die Jets und Sarnen gegen Thun verloren ihre Serien 1:4. In umgekehrter Konstellation schaffte es Sarnen gegen die Jets nun, womit der Kanton Obwalden erstmals in der NLA vertreten ist, während Basel Regio nächste Saison einen neuen Versuch starten muss. Das zweite neue alte Gesicht in der NLB neben den Jets heisst Eggiwil. Auch die Erstligisten durften letzte Saison keinen Aufsteiger feiern, doch jetzt beendeten die Emmentaler das «Pfanni-Märchen» und schickten die Zürcher in die 1. Liga. Grünenmatt vermochte derweil den totalen Absturz abzuwenden und schaffte gegen die aufstiegshungrigen JonaUznach Flames den Klassenerhalt. Die St. Galler erreichten – anders als Konolfingen, der andere Gruppensieger – immerhin die Aufstiegsplayoffs. Die 1. Liga wird neben Rückkehrer Pfannenstiel drei weitere neue Teams im Spielplan sehen – die Waldenburg Eagles, Laupen und die Glattal Falcons durften es Ende Saison bei den Aufstiegsfeiern krachen lassen. Team Aarau, United Toggenburg und Frauenfeld müssen dafür weichen und in der 2. Liga neuen Schwung holen.

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1 Ad Astra Sarnen: 400 mitgereiste Obwaldner feierten in Kloten den Aufstieg in die NLA. 2 UHT Schüpbach: Die ältesten Meister des Landes. 3 SUM: Mit Sportiva Unihockey Mendrisiotto ist der Kanton Tessin in der NLA angekommen. 4 Waldenburg Eagles: Die Baselbieter Adler fliegen motiviert in die 1. Liga zurück.

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5 Blau-Gelb Cazis: Die Kleinfeld-Könige verteidigten ihr Double. 6 UHC Laupen U21: Die Zürcher Oberländerinnen sind zurück auf dem Thron.

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Saisonrückblick • Jubeln 2019

DIE SIEGER

GEOGRAFISCHE PREMIEREN In der NLA der Frauen wird nächste Saison auch Italienisch gesprochen. Sportiva Unihockey Mendrisiotto (SUM) errang gegen Qualisieger Floorball Riders in der Verlängerung des dritten Spiels erst den NLB-Meisteritel und stiess anschliessend auch das NLA-Schlusslicht Aergera Giffers ins Elend. Zum ersten Mal ist mit SUM ein Team aus dem Tessin in der höchsten Liga des Landes anzutreffen – und das lediglich drei Jahre nach dem Aufstieg in die NLB. Die Visper Lions sorgen mit ihrer Promotion für eine weitere geografische NLB-Premiere. Der Kanton Wallis stösst erstmals in Nationalliga-Gefilde vor, während Trimbach in die 1. Liga absteigen muss.

GROSSFELD MÄNNER NLA Schweizer Meister: SV Wiler-Ersigen Aufsteiger: Ad Astra Sarnen MÄNNER NLB Meister NLB: Ad Astra Sarnen Aufsteiger: UHT Eggiwil MÄNNER 1. LIGA Gruppensieger: Lions Konolfingen, Jona-Uznach Flames Aufsteiger: Waldenburg Eagles, UHC Laupen ZH, Glattal Falcons MÄNNER 2. LIGA Gruppensieger: Corcelles-Cormondrèche, Waldenburg Eagles, Glattal Falcons, Sarganserland II Aufsteiger: ULA II, Alligator Malans II, Vipers InnerSchwyz II

BERNER DOMINANZ IM NACHWUCHS Im Nachwuchs setzten sich die üblichen Verdächtigen durch. In der U21 der Männer eroberte Wiler (Finalsieg gegen Rychenberg) den vierten Meistertitel in Serie – zum vierten Mal unter Cheftrainer Lukas Schüepp. Die drei tieferen Kategorien sicherte sich Floorball Köniz – die Berner holten bei der U18 (gegen die Tigers), U16 (gegen Wiler) und am Finalturnier der U14/U17 Gold. In der U21 der Frauen war zum sechsten Mal in Folge die Farbe Grün der höchste Trumpf. Laupen holte sich in drei Umgängen gegen die Red Ants den dritten Titel der höchsten Juniorinnen-Kategorie, nachdem in den letzten Jahren bereits die ebenfalls in Grün spielenden Skorpion Emmental und BEO triumphiert hatten.

FRAUEN NLA Schweizer Meister: Kloten-Dietlikon Jets Aufsteiger: Sportiva Unihockey Mendrisiotto FRAUEN NLB: NLB-Meister: Sportiva Unihockey Mendrisiotto Aufsteiger: Visper Lions FRAUEN 1. LIGA Gruppensieger: Visper Lions, Nesslau Sharks Aufsteiger: Unihockey Gurmels, Team Aarau, Piranha Academy Regio FRAUEN 2. LIGA Gruppensieger: UHC Thun, Team Aarau, Pfannenstiel Egg, Piranha Academy Regio

TITEL VERTEIDIGT Auf dem Kleinfeld liessen die Champions der letzten Saison auch heuer nichts anbrennen. Blau-Gelb Cazis (gegen Kappelen) bei den Männern und Oekingen (gegen Floorball Albis) bei den Frauen verteidigten ihre Titel souverän. Bei den älteren Semestern – in der Kategorie Senioren sind die über 30-Jährigen spielberechtigt – holte sich das UHT Schüpbach den Kübel.

NACHWUCHS U21-A MÄNNER: Meister: SV Wiler-Ersigen Aufsteiger: keiner U21-A FRAUEN Meister: UHC Laupen ZH Aufsteiger: Zug United

U18-A MÄNNER Meister: Floorball Köniz Aufsteiger: keiner U16-A MÄNNER Meister: Floorball Köniz Aufsteiger: Floorball Fribourg, Kloten-Dietlikon Jets JUNIOREN/-INNEN U14/U17 A Finalrundensieger: Floorball Köniz

KLEINFELD MÄNNER 1. LIGA Schweizer Meister: Blau-Gelb Cazis MÄNNER GRUPPENSIEGER 1. LIGA Gruppe 1: UHC Kappelen Gruppe 2: Blau-Gelb Cazis MÄNNER GRUPPENSIEGER 2. LIGA Gruppe 1: UHT Semsales Gruppe 2: Unihockey Mümliswil II Gruppe 3: Ramba Zamba Merenschwand Gruppe 4: UHC Flyers Widnau FRAUEN 1. LIGA Schweizer Meister: UHC Oekingen FRAUEN GRUPPENSIEGER 1. LIGA Gruppe 1: UHC Oekingen Gruppe 2: Floorball Albis GRUPPENSIEGER 2. LIGA Gruppe 1: UHC Bevaix Gruppe 2: UHC Biel-Seeland Gruppe 3: TSV Fortitudo Gossau Gruppe 4: Piranha Chur SENIOREN Sieger Finalrunde: UHT Schüpbach

FINALRUNDEN NACHWUCHS Schweizer Meister und Regionalmeister Junioren A: DT Bäretswil Juniorinnen A: W.T. Härkingen-Gäu Junioren B: Nuglar United, TV Bubendorf Juniorinnen B: Vipers InnerSchwyz Junioren C: Wiler-Ersigen, Ticino Unihockey, Unihockey Luzern, Lok Reinach Juniorinnen C: Kloten-Dietlikon Jets

1 Floorball Köniz U18: Die Berner räumten im Nachwuchs dreifach ab.

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2 Wiler-Ersigen U21: Der vierte Titel in Serie toppt sogar die glorreiche Hofbauer-Ära.


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Ad Astra Sarnen legte diese Saison einen grandiosen Steigerungslauf hin. Dieser gipfelte im Gewinn der Aufstiegsspiele gegen die Jets und dem erstmaligen Aufstieg eines Obwaldner Teams in die NLA. TEXT CONSTANTIN STREITER  •  FOTOS ANDRÉ DÜSEL, PHILIPP DÜSEL

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almsonntag, kurz nach 1 Uhr morgens. Der Dorfplatz in Sarnen wird von hunderten Unihockey-Fans geflutet. Ein paar Anwohner werden aus dem Schlaf gerissen und erinnern sich vielleicht daran, dass sich bereits im Frühjahr 2012 am selben Ort ähnliche Szenen abgespielt hatten. Damals stieg Ad Astra aus der 1. Liga in die NLB auf, nun ist im dritten Anlauf (2016 und 2018 unterlag Sarnen dem UHC Thun) der Sieg in den Auf-/Abstiegsspielen zur höchsten Liga der Schweiz gelungen. HITCHCOCK-SPIELE Ab Mitte November wirkten die Obwaldner beinahe unbesiegbar. Aus der Rückrunde der NLB-Qualifikation holten sie 32 von 33 möglichen Punkten. Im März und

Robin Markström (r.) verlängerte seinen Vertrag bei Ad Astra.

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April folgte dann aber gleich eine ganze Reihe an Partien, die für Spieler und Anhänger eine emotionale Achterbahnfahrt waren. Im Halbfinal stand Sarnen gegen ULA vor dem Aus, 1:2 stand es in der Serie und 0:3 nach der Hälfte des vierten Spiels. Assistenz-Trainer Roger Hänni erinnert sich genau: «Nach diesem Sieg sagte ich mir zum ersten Mal bewusst: Jetzt steigen wir auf.» Doch auch für die Aufstiegsspiele gegen die Jets hatte der Autor des Sarner Aufstiegsmärchens noch dramatische Szenarien bereit. Im vierten Spiel der Serie – es stand 2:1 für Sarnen – gelang den Jets eine unglaubliche Aufholjagd. In den letzten fünfeinhalb Minuten drehten sie das Resultat vom 3:6 zum 7:6. Einen Tag später in Sarnen drohte sich die Geschichte zu wiederholen, doch nach verspielter 5:2-Führung gewann Ad Astra in der Verlängerung. «Hätten wir erneut nach einem Drei-Tore-Vorsprung verloren, wäre es mental wohl schwierig geworden», gesteht Verteidiger Jonas Höltschi. Mit der 3:2-Führung und über 400 Fans im Schlepptau ging es Mitte April erneut nach Kloten – und auch hier wurde das Spiel in der Verlängerung entschieden. Basil von Wyl hiess in der 64. Minute der Siegtorschütze für Ad Astra Sarnen. Der Aufstieg war perfekt. BREITE UND ROTATION Dabei hatten die Obwaldner vor Saisonbeginn noch bewusst tiefgestapelt. Einige Routiniers hatten das Team verlassen, langsam sollte ein Umbruch eingeleitet und weitere Talente aus dem Nachwuchs eingebaut werden. Zu den «Shooting Stars» der Saison gehörten denn laut Roger Hänni etwa der beständig auf hohem Niveau spielende Cornel von Wyl und als Entdeckung Mischa Furrer, den im Sommer niemand auf dem Radar hatte.


Basil von Wyl macht sich nach dem Aufstiegs-Tor auf den Weg zu den Fans.

AD ASTRA SARNEN Gegründet: 1989 • Info: www.adastra.ch Präsident: André Küchler • Sportchef: Gianluca Amstutz Teams: 4 Aktive, 7 Junior/innen, 1 Unihockeyschule, 1 Plausch • Grösste Erfolge: Aufstieg Frauen NLB 2006, Aufstieg Männer NLB 2012, Aufstieg Männer NLA 2019

Vereinspräsident André Küchler zollt dem Trainerstaff um Eetu Vehanen ein ganz besonderes Lob: «Er hat es wirklich geschafft, eine Einheit zu formen und diesen Aufstieg zu realisieren. Immer wieder haben andere Linien und Spieler für uns die Kohlen aus dem Feuer geholt. Andere Vereine mussten erfahren, dass dies nicht so einfach ist.» Somit schaffte am Ende nicht etwa Thurgau oder Basel, die mit Sarnen seit einigen Jahren die Top-3 der Liga bilden und ihre NLA-Ambitionen weitaus offensiver kundtun, sondern Ad Astra aus dem beschaulichen Kanton Obwalden den Aufstieg in die höchste Spielklasse. Auch Jonas Höltschi sieht in der Breite des Kaders einen entscheidenden Faktor: «Wir konnten drei kompetitive Linien aufs Feld schicken und spielten fast immer über 60 Minuten mit drei Linien durch. Wenn es einer Formation mal nicht so gut lief, sprang eine andere in die Bresche.» Und Roger Hänni ergänzt: «Wir hatten kaum fixe Linien über die ganze Saison – wenn ein Spieler nicht auf seinem besten Niveau war, gönnten wir ihm eine Auszeit und es rückte ein anderer nach. Das machte uns unberechenbar.»

VIER FRAGEN AN ROGER HÄNNI Welches waren die wichtigsten Bausteine für den diesjährigen Erfolg? Dass wir auf der Arbeit der vorherigen Jahre aufbauen konnten. Wir konnten auf viel Erfahrung zählen und wussten, worauf es in wichtigen Momenten ankommt. Welches sind die grössten Herausforderungen bis zum NLA-Saisonstart? Wir müssen physisch Roger sehr hart arbeiten. Es Hänni hat mich beeindruckt, wie gut die NLA-Teams konditionell sind. Und wir müssen uns mental darauf vorbereiten, einige Spiele mehr als in den letzten Jahren zu verlieren. Wir wissen also alle, dass es nicht einfach wird.

Ist der Verein bereit für die NLA? Die neue Trainingshalle hilft uns schon sehr. Wir brauchen jetzt vor allem im Juniorenbereich noch mehr und gute Trainer. Lange war vieles auf zu wenige Schultern verteilt. Was zeichnet euren Cheftrainer Eetu Vehanen aus, der in seiner ersten Saison gleich den Aufstieg schaffte? Er gibt kein zu enges Korsett vor. Seine Art und Weise ist die perfekte Mischung: Hohe Erwartungen, aber auch Freiheiten lassen. Wir hatten auch viele lustige Momente in der Saison. Und spielerisch bewahren wir so eine gewisse Unbe­ rechenbarkeit.

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Männer NLB/NLA  •  Ad Astra Sarnen

DIE GLORREICHEN SIEBEN Rund ein Drittel der Sarner Aufstiegshelden vom 13. April 2019 waren bereits sieben Jahre zuvor mit dabei, als die Zentralschweizer in die NLB aufstiegen. Wir haben Coach Roger Hänni und Mitspieler Jonas Höltschi gebeten, uns diese «glorreichen» sieben Spieler kurz vorzustellen. 1. Mario Britschgi: Die Lebensver­ sicherung im Tor. Kann in wichtigen Phasen über sich hinauswachsen. Unglaubliche Konzentrationsfähigkeit, lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Unglaublicher Ehrgeiz und Siegeswille. 2. Roman Schöni: Gemeinsam mit Roger Berchtold der Chef im Team. Der Captain. Technisch sehr stark. Und er ist schneller, als man auf den ersten Blick erahnen würde. 3. Marco Schöni: Spielt stets mit einem Lächeln, ansonsten eher unauffällig – ist aber mit hoher Spiel­ intelligenz gesegnet.

Roger Berchtold In den NLB-Playoffs hatten die Sarner an ULA hart zu beissen.

4. Roger Berchtold: Ein «Monster», auf das man nicht böse sein kann. Spielerpersönlichkeit und Autoritätsperson. Wenn er spricht, hört jeder zu. Neben dem Feld ein Mann für träfe Sprüche in wunderbarem Obwaldner-Dialekt. 5. Valerio Läubli: HerzinfarktRushes aus der Verteidigung. Kann gleich mehrere Spieler stehen lassen, seine Spielweise wird vom Publikum geschätzt. Neben dem Feld ein ruhiger Typ. 6. Roman Zurmühle: Ein Arbeitstier und Gegenspieler der zähen Sorte, der gerne auch mit den Gegenspielern und Refs spricht.

Roman Schöni, Mario Britschgi und Valerio Läubli (v.r.n.l.).

7. Jonas von Wyl: Er ist ein echter «Hiesiger» und lebt das auch. Der älteste der drei Brüder ist die «Abriss-Birne» in der Verteidigung, ein Defensiv-Polizist.

SCHLÜSSELMOMENTE UND FIGUREN Aus dem Kollektiv ragten in der entscheidenden Phase ein paar Schlüsselspieler heraus. Routinier Mario Britschgi etwa, der unglaubliche Rückhalt im Sarner Tor und der Schwede Robin Markström, der als Verteidiger in 15 Playoff-Partien 19 Tore produzierte. «Als Einzelspieler hatten sie wohl den grössten Einfluss auf unser Spiel, zudem waren sie sehr konstant», meint Teamkollege Jonas Höltschi, während Präsident Küchler hinzufügt: «Wir sind sehr froh, dass wir mit den beiden Ausländern Markström und Liikanen verlängern konnten.» Roger Hänni betont aber in erster Linie die Stärke des Kollektivs: «Wir hatten unzählige Führungsspieler, die in schwierigen Momenten die Ruhe bewahrten. Das Wochenspiel gegen ULA 34  •  MAI 2019

Jonas Höltschi

war vielleicht so etwas wie der Tiefpunkt in diesem sonst unglaublichen Frühling. Daraus sind wir gestärkt hervorgegangen.» VORFREUDE UND BAUSTELLEN Der Grossteil des Aufsteigerteams wird auch in der NLA im schwarz-roten Sarnen-Dress auflaufen. «Es gibt zwei, drei Fragezeichen, aber der Kern des Teams bleibt dabei», so Hänni. «Die Herausforderung wird es sein, sportlich mithalten zu können und gleichzeitig die Integration der eigenen Junioren fortzusetzen», sagt André Küchler mit Blick auf die anstehende NLA-Saison. Wobei im Nachwuchs noch die eine oder andere Baustelle vorhanden ist, spielt doch Sarnens U21 nur in der Stärkeklasse C. Die Basis für den aktuellen Erfolg wurde vor fast zehn Jahren gelegt, als Patrick Berwert und Roger Hänni gemeinsam vieles aufbauten. Nun ist die Zentral­ schweiz – neben den traditionellen Hochburgen Zürich, Bern und Graubünden – mit zwei Teams in der höchsten Liga vertreten. Küchler freut sich bereits besonders auf die Derbys gegen Zug und hofft, dass sein Verein ein Farbtupfer in der NLA wird – schliesslich sei es höchste Zeit, dass einmal andere Regionen an der nationalen Spitze mitmischen. DER SPIRIT MACHTS Ad Astra Sarnen dürfte in der kommenden Saison praktisch in jedem Spiel der Aussenseiter sein. Doch so wie in der Aufstiegsnacht herrscht im ganzen Verein eine ganz besondere Stimmung, die dieses Abenteuer möglich machen soll. «Ad Astra ist ein Verein mit vielen ehrenamtlichen Helfern, die sich unglaublich für den Klub einsetzen. Auch unser Herren 2 mit dem Turnier ‚s'Beschte Zwei’ hat sich landesweit einen tollen Namen gemacht», sagt der Vereinspräsident. Nun folgt nach dem grossen Fest auf dem Dorfplatz die harte Arbeit und der Kampf um den Ligaerhalt, damit das Aufstiegsmärchen nicht nach nur zwölf Monaten wie eine Sternschnuppe verglüht.


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Frauen NLB  •  Visper Lions

HÜERU

GÜET! Neun Vereine aus der «Üsser­ schwiiz» dürfen für die kommende Saison eine Reise ins Wallis zu den Visper Lions planen. Die Löwinnen krönten eine starke Saison mit dem erstmaligen Aufstieg in die Frauen-NLB. TEXT CONSTANTIN STREITER  •  FOTOS PETRA KARLEN, ASTRID SCHAFFNER, STEFAN LORENZ

Die Visper Lions bringen eine neue Region auf die Unihockey-Landkarte.

D

ie zweithöchste Frauenliga der Schweiz erlebt einen Westrutsch. Letzte Saison stieg mit Yverdon der Kanton Waadt in die NLB auf, nun kehrt mit NLA-Absteiger Aergera Giffers auch der Kanton Freiburg zurück. Erstmals überhaupt taucht mit den Visper Lions ab nächster Saison das Wallis auf der Nationalliga-Landkarte auf. Dabei blickt das Unihockey im Wallis durchaus auf eine lange und lebendige Tradition zurück – die Lions feiern dieses Jahr bereits ihr 35-jähriges Bestehen und weisen einen 3. Rang im Schweizer Cup der Männer 1985 als beste Klassierung aus.

STEIGERUNGSLAUF MIT STOLPERSTEINEN Die Gipfeljagd der Lions-Frauen endete mit drei klaren Siegen gegen den UHC Trimbach, der nach zwei Saisons NLB und einem einzigen Sieg in 39 Quali-Spielen in die 1. Liga muss. Dabei leisteten sich die Lions, die in der Quali 13 von 14 Partien gewannen, sowohl im Erstliga-Playoff gegen Nesslau (best-of-3) wie auch gegen Trimbach (bestof-5) zu Beginn der Serie eine Niederlage. «Die beiden Startniederlagen waren eine neue Situation für das Team. Wir mussten in kürzester Zeit viele Sachen analysieren, verbessern und umsetzen», erinnert sich

REGIONALES LEISTUNGSZENTRUM IN PLANUNG Nachwuchsarbeit wird in Visp grossgeschrieben. Schritt für Schritt wurde die Juniorenabteilung in den vergangenen Jahren ausgebaut. 2019/20 werden erstmals zwei Teams der U14/ U17 angemeldet, darunter eines in der A-Klasse. Dazu

36  •  MAI 2019

kommen neu die U21-Juniorinnen – in der NLB ein Pflichtteam. «Der Verein bildet an der Sportschule Visp Unihockeyspielerinnen und -spieler aus. In der Saison 2020/21 wird aus dem Angebot der Sportschule Visp der Standort des RLZ

Wallis», sagt David Grünwald, der erste UnihockeyWalliser, der das Berufstrainer-Diplom erlangte. Damit ist der Kanton schon bedeutend weiter als etwa Waadt und Fribourg, die länger in der Unihockey-Nationalliga vertreten sind.

der Visper-Trainer Jonas Gruber, der in dieser Phase intensive Video-Analysen betrieb. Besonders gegen Trimbach folgte prompt eine deutliche Reaktion, die Walliserinnen gewannen die folgenden drei Duelle mit dem Gesamtskore von 16:3. Zu Beginn der Saison dachte bei den Lions niemand an den Aufstieg. Nach dem 4. Platz 2017/18 war das Ziel ein Platz unter den besten drei Teams der Gruppe. «Nach der Vorrunde ohne Niederlage wurde das Ziel korrigiert und der Aufstieg ins Visier genommen», sagt Gruber. Dass es just in diesem Moment eine erste Niederlage absetzte, betrachtet er rückblickend als hilfreich: «So wussten wir, dass es nicht von alleine geht.» HARTER KERN UND BERNER TORHÜTERIN Nach den Bausteinen des Erfolgs gefragt, fallen dem 29-jährigen Elektriker Gruber, der die Frauen seit der Saison 2014/15 betreut und auch in der Visper 3.-Liga-Mannschaft spielt, diverse Faktoren ein. «Der Kern des Teams spielt seit Jahren mit Leidenschaft, Hingabe und Freude zusammen», sagt er. Dies sei etwa an der Trainingspräsenz der Spielerinnen zu erkennen, die ausserhalb


Headcoach Jonas Gruber.

Michelle Lobsiger gilt als grosses Talent.

UHC VISPER LIONS Gegründet: 1984 • Präsident: Marcel Imthurn Info: www.visperlions.ch • Teams: 2 Aktive, 9 Junioren (Saison 2018/19) • Grösste Erfolge: Aufstieg NLB Frauen 2019, Schweizer Sportler des Jahres Fairness-Preis 1991 Heimspielhalle: Berufsfachschule Oberwallis, Visp

(Männer) und BEO (Frauen) zu beweisen. Die derzeit bekannteste Vertreterin ist Sandrine Eggel, die bei BEO in der NLA aktiv ist und die U19-Heim-WM bestritt.

Löwengebrüll in den Playoffs gegen Trimbach.

des Wallis studieren. Heuer habe er so auf der guten Grundlagenarbeit der vergangenen Saisons aufbauen können. «Unsere Stärke ist, dass wir über drei ausgeglichene Linien verfügen und alle Formationen Tore erzielen können. Zudem verfügen wir über einen enormen Teamgeist», führt Gruber weiter aus. Drei Spielerinnen ragen dennoch aus dem Kollektiv heraus: Die Topskorerinnen Michelle und Laura Zurbriggen sowie die junge Torhüterin Michelle Lobsiger, die letztes Jahr mit BEO den Schweizer Meistertitel in der U21 feierte. Den umgekehrten Weg gehen dank der Zusammenarbeit mit «ZUBEO» viele Visper Juniorinnen und Junioren, um sich auf höchstem Level bei Thun

DIE RANDREGION SCHLECHTHIN Das Wallis durfte bisher in der UnihockeySchweiz als typischste Randregion bezeichnet werden. Im Vergleich zum Tessin etwa ist jedoch der Sprung zu NLA-Vereinen von Visp aus kleiner. Schwierig wird es für Walliser Talente, die bis nach Visp einen weiten Weg auf sich nehmen müssen – etwa aus dem französischen Teil des Kantons oder aus den abgelegenen Tälern des Oberwallis. Bei den Männern lautet das Ziel, mittelfristig ebenfalls mit eigenen Spielern in die höheren Ligen aufzusteigen. Eine rasante Entwicklung, wenn man bedenkt, dass es bis 2012 keine Grossfeld-Trainingshalle im Raum Visp gab. Die Männer trainierten bis zu diesem Zeitpunkt auf dem Kleinfeld und spielten nur in der Meisterschaft Grossfeld. 2012 kamen dank der neuen BFO-Halle in Visp auch die Frauen und die Junioren aufs grosse Feld. Hohen Besuch wird es in der Halle Ende Mai geben: Im Rahmen des

30. Visper Dorfturniers bestreiten der UHC Thun und die Tigers Langnau am 29. Mai ein Galaspiel. BEDEUTUNG FÜR DIE REGION Der Aufstieg der Visper Lions in die NLB ist für eine ganze Region bedeutend, die bisher kaum wahrgenommen wurde. «Es ist ein grosser Schritt für die Region und den ganzen Verein. Der Aufstieg kann bewirken, dass im Kanton stärker zusammengearbeitet wird. Die Anzahl und Intensität in den Trainings werden wir erhöhen», kündigt Trainer Gruber an. Bisher trainierten die Visperinnen nur zweimal pro Woche. Auch jenseits des Lötschberg-Tunnels, bei BEO, dürfte das Interesse an einer Zusammenarbeit gestiegen sein. Priorität geniesst für Gruber jedoch, dass die Aufstiegsheldinnen auch in der NLB spielen können. «Es ist eine Walliser Truppe und soll dies auch bleiben. Wir wollen in erster Linie einheimischen Kräften die Plattform NLB bieten.» Der Verein gehe die neue Aufgabe weder naiv noch mit zu viel Respekt an, das Budget des finanziell gesunden Klubs werde im vernünftigen Rahmen erhöht. WWW.UNIHOCKEY.CH  •  37


Kleinfeld • Grosse Momente

GROSSE MOMENTE auf dem Kleinfeld

Das Double zu erringen ist eine grosse Leistung – dieses zu verteidigen noch die viel grössere. Blau-Gelb Cazis ist dieses seltene Kunststück gelungen. Michael Bebi (l.) und Cazis waren nicht zu halten.

TEXT MARTIN KELLER  •  FOTOS DIETER MEIERHANS, MICHAEL PETER

W

aren die Resultate im Playoff- und Ligacup-Final vor einem Jahr noch knapp, liess Cazis diese Saison der Konkurrenz keine echte Chance. Wenn ein Gegner an der Sensation zu schnuppern versuchte, schalteten die Bündner stets noch einen Gang höher. Überraschend kam das nicht. Die Leistungsträger aus der Double-Saison blieben Cazis grösstenteils erhalten und mit Vojtech Regi, dem ehemaligen tschechischen Internationalen, konnte sogar ein zusätzlicher Knipser engagiert werden. So waren die Steinböcke qualitativ derart gut und breit aufgestellt, dass die von den Kontrahenten ausgemachten physischen Defizite mehr als kompensiert wurden. Am Thron der Cazner rüttelte insbesondere Nuglar im Cupfinal. Nach der frühen 3:0-Führung konnte die Pace jedoch nicht

gehalten werden. Die Bündner zogen ihr Spiel abgeklärt durch und gewannen den Pokal letztlich sicherer, als es das Resultat von 9:8 vermuten lässt. Vor der Saison war es dem UHC Kappelen am ehesten zugetraut worden, den Dominator in Bedrängnis zu bringen. Doch die Seeländer scheiterten sowohl im Ligacup-Halbfinal (am Schluss eiskalt ausgekontert) als auch in den Playoff-Finalspielen (10:18 und 13:18). BlauGelb Cazis verteidigte somit sein Double, was zuvor erst zwei Vereinen gelang. RÜCKTRITTE BEI GOSSAU Auch der langjährige Dominator Gossau blieb chancenlos. Nach dem blamablen Ligacup-Aus im 1/16-Final gegen Flamatt misslang der Versuch, sich in der Meisterschaft zu rehabilitieren. Die Playoff-Halbfinals bedeuteten Endstation, obwohl gegen Cazis

Ö-QUEENS ZUM DRITTEN, TITEL FÜR DIE ROMANDIE Der UHC Oekingen, der Favorit auf das Double, wurde im Ligacup-Halbfinal vom UHCevi Gossau gestoppt. Im Final konnte Gossau mit der Favoritenrolle jedoch nichts anfangen und unterlag dem UHT Semsales deutlich. Der erste Titel für die Romandie! In den Playoff-Halbfinals revanchierten sich die «Ö-Queens» an Gossau und qualifizierten sich für den Final. Dort liessen die Solothurnerinnen Floorball Albis, das die Ostgruppe dominiert hatte, keine Chance und eroberten den dritten Meistertitel in Folge.

38  •  MAI 2019

Ligacup-Sieger UHT Semsales.

die beste Saisonleistung abgeliefert wurde. Nun stehen beim Rekordmeister grosse Veränderungen an. Gleich sieben Leistungsträger ziehen sich zurück. Ohne Wunder auf dem Transfermarkt werden in Gossau künftig kleinere Brötchen gebacken. Für die Überraschung in den Playoffs war Floorball Köniz besorgt, das im Viertelfinal White Horse Lengnau in drei Spielen – lauter Auswärtssiege – bodigte. Die Aargauer verpassten damit wie im Cup (gegen Kappelen) den erwarteten Halbfinaleinzug. Erstaunlich war auch die Playoff-Qualifikation der Flying Penguins aus Niederwil, die niemand auf der Rechnung hatte. Kappelen war dann aber zu stark, um weiter träumen zu können. DIE NEUE WUNDERTÜTE Das DT Bäretswil übernahm die Rolle der Wundertüte von Nuglar. Im Cup war erst im Penaltyschiessen des Halbfinals Endstation, in der Liga hingegen verpassten die Zürcher Oberländer im letzten Moment die Playoffs. In der Gruppe 1 muss neben dem freiwilligen Absteiger Krattigen auch Riehen die 1. Liga verlassen, Ramba Zamba Merenschwand und Tramelan steigen dafür auf. Die beiden letztplatzierten Teams der Gruppe 2 – Wehntal Regensdorf gegen Widnau und Spreitenbach gegen Semsales – schafften den Ligaerhalt. Dass Spreitenbach oben bleibt, freut auch die Konkurrenz. Den kultigen Foodblog der Aargauer mit Sterne-Verteilung an die Runden-Organisatoren würden viele vermissen.


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Heim-WM 2019  •  Michelle Wiki

Michelle Wiki bestritt bereits über 100 Länderspiele für die Schweizer Nati.

MICHELLE WIKI In der Nati seit: 2007 • Anzahl Länderspiele: 104 • Verein: Kloten-Dietlikon Jets • Geburtsdatum: 23.10.1989 • Beruf: Anwältin • Erfolge: 1 × Europacupsieg, 3 × CH-Meister NLA, 5 × Cupsieg, 3 × WM-Bronze • Stärken: Torgefährlichkeit, neuerdings evtl. Übersicht? • Schwächen: früher hätte ich Backchecking genannt. • So bin ich in drei Worten: Unternehmensfreudig, kommunikativ und – das behaupten andere – frech. • Tick: Ich habe viele kleine Ticks, zum Beispiel zupfe ich während des Spiels ständig an meinen Hosen, weil ich mit deren Sitz nie zufrieden bin.

«Jede WM-Kampagne ist einzigartig» Michelle Wiki ist bei den Kloten-Dietlikon Jets und in der Nati eine Spielerin mit absoluten Skorerqualitäten. Diese will sie auch an der Heim-WM zeigen. TEXT NICOLE BICHSEL  •  FOTO FABIAN TREES

A

ls ich mit 16 Jahren zu Dietlikon kam, war ich umgeben von guten Spielerinnen mit einem enormen Willen, Ehrgeiz und einer grossen Trainingsmoral. Ich bin froh, dass ich diese Qualitäten so früh mit auf den Weg bekommen habe. Mit ihnen meine ersten Erfahrungen in der NLA und der Nati sammeln zu können, war sehr wertvoll und auch ausschlaggebend für meinen weiteren Weg. EUROPACUPSIEG UNVERGESSLICH Diese Saison war bereits meine zehnte bei Dietlikon. Mit dem Sieg im Cup- und Superfinal wird sie mir als eine der schönsten in Erinnerung bleiben. Wenn ich weiter zurückblicke, war der Europacupsieg 2008 sehr speziell. Wir spielten im Halbfinal sowie Final gegen zwei sehr gute schwe­ dische Teams (u.a. IKSU). Das Tempo auf dem Spielfeld, die Konzentration und der Siegeswille der erfahrenen Spielerinnen waren imponierend – meine Nervosität war riesig, als ich das Feld betrat und das Gefühl nach dem Sieg unvergesslich. Die ganze Woche mit dem Team war sensationell. 40  •  MAI 2019

NICHT GEWOHNT ZU VERLIEREN 2013 zog es mich nach Schweden. Das Jahr bei meinem ersten Verein FBC Uppsala war nicht immer einfach. Uppsala war Aufsteiger und ich war es nicht gewohnt, viele Spiele zu verlieren. Aber diese Zeit zeigte mir, wie viel ins individuelle Training investiert werden sollte und welchen positiven Effekt das haben kann. Es ist in Schweden einfacher, Unihockey und Arbeit bzw. Studium unter einen Hut zu bringen. So bleibt mehr Zeit und Energie fürs Training. Nach einem Jahr kehrte ich zu Dietlikon

NEUENBURG 2019 Dieses Jahr empfängt die Schweiz die Topnationen der Frauen. Vom 7. bis 15. Dezember 2019 ist Neuenburg Austragungsort der Frauen-WM. Bis dahin stellen wir das Schweizer Team genauer vor. Die Schweiz trifft in der Gruppenphase auf Deutschland (7.12., 15.15 Uhr), Finnland (8.12., 13.30 Uhr) und Polen (10.12., 19.30 Uhr). Tickets: www.neuchatel2019.ch

zurück. Die Herausforderung, in einem sehr guten Team in Schweden zu spielen, führte mich 2016 erneut in die SSL. Diesmal hiess der Verein KAIS Mora. Es war toll, an der Seite von so guten Spielerinnen das SMFinalen zu erreichen. Der Konkurrenzkampf war gross, alle mussten sich ihren Platz in der Aufstellung in jedem Training verdienen. Ich lernte aufgrund des hohen Spieltempos schnell zu agieren und machte zudem technische Fortschritte. Nach einem Jahr kam ich zu Dietlikon zurück. Ich war froh, dass die Wege an die Spiele wieder um einiges kürzer waren als in Schweden und ich nicht mehr von Freitagnachmittag bis Sonntagmorgen unterwegs sein musste. MEINE LETZTE WM? Die Heim-WM im Dezember wird meine fünfte und zugleich wohl letzte sein. Es bedeutet mir unglaublich viel, nochmals mit Spielerinnen eine WM zu bestreiten, mit denen ich seit Beginn meiner Nati-Karriere gemeinsam auflaufen durfte. Darauf freue ich mich extrem. Wir sind alle unheimlich motiviert, an dieser Heim-WM viel zu erreichen.


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27. bis 30. Dezember 2019 • Eulachhallen, Winterthur 27. bis 29. Dezember 2019 • Sporthalle Oberfeld, Langnau Alle Tage einzeln oder komplett buchbar. Das Programm variiert. Teilnehmer: Juniorinnen und Junioren mit den Jahrgängen 2004 bis 2009 Leitung: Diverse NLA-Spieler Programm: Unihockey Trainingstag, inklusive Mittagessen Kosten: Fr. 65.– pro TeilnehmerIn und Tag Kontakt: trainingdays@unihockey.ch

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Dezember Dezember Dezember Dezember

ANMELDEFRIST 11. DEZEMBER 2019 (Beschränkte Teilnehmerzahl) Anmeldung schicken an: (wenn via Internet nicht möglich) unihockey.ch, Schauenbergstrasse 1, 8400 Winterthur

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Vorname

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Konfektionsgrösse (S, M, L…)

Unterschrift der Eltern

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Championnat du monde à domicile 2019  •  Michelle Wiki

MICHELLE WIKI En équipe nationale depuis: 2007 • Matchs internationaux: 104 • Club: Kloten-Dietlikon Jets • Date de naissance: 23.10.1989 • Profession: Avocate • Succès: 1 titre à la coupe d’Europe, 3 titres de championne suisse, 5 coupes suisses, 3 médailles de bronze aux Championnats du monde • Forces: Danger de but, et comme nouveauté récente la vision de jeu? • Faiblesses: J’aurais dit le backchecking il y a quel­ ques années. • Je me présente en trois mots: Entreprenante, communicative et – selon d’autres personnes – un peu insolente.

Michelle Wiki a disputé plus de 100 rencontres pour l’équipe nationale.

«Chaque campagne est unique» Michelle Wiki est une joueuse avec des qualités offensives impressionnantes, autant chez les Kloten-Dietlikon Jets qu’en équipe nationale. Elle veut les montrer à Neuchâtel aussi. TEXTE NICOLE BICHSEL  • IMAGE FABIAN TREES

L

ors de mon arrivée à Dietlikon à l'âge de 16 ans, j’étais entourée de joueuses avec une énorme volonté, de l’ambition et une grande éthique de travail. Je suis heureuse d’avoir acquis ces qualités si tôt. Pour la suite de ma carrière, il a été très précieux de faire les premières expériences en LNA et en équipe nationale avec ces joueuses. COUPE D’EUROPE INOUBLIABLE Cette saison était ma dixième à Dietlikon. Je m’en souviendrai comme l’une des plus belles avec notre doublé. En rétrospective, la victoire en Coupe d’Europe 2008 a été très spéciale. Nous avons affronté deux très bonnes équipes suédoises (dont IKSU) en demi-finale et en finale. La vitesse de jeu, la concentration et la volonté de gagner des joueuses expérimentées étaient impressionnantes – ma nervosité était énorme quand je suis entrée sur le terrain. Le sentiment après la victoire reste inoubliable, toute la semaine en équipe était fantastique. En 2013, j’ai décidé d’aller jouer en Suède. La première saison avec FBC Upp42  •  MAI 2019

sala n’a pas toujours été facile. Nous étions les néo-promues et je n’avais pas l’habitude de perdre autant de matchs. Mais cette période m’a montré combien il fallait investir dans l’entraînement individuel et quel effet positif celui-ci peut avoir. En Suède, il est plus facile de concilier l’unihockey avec le travail ou les études. Cela laisse plus de temps et d’énergie pour l’entraînement. Après un an, je suis retournée à Dietlikon. En 2016, le défi de jouer dans une très bonne équipe suédoise m’a motivée à re-

tourner en SSL, cette fois-ci pour rejoindre KAIS Mora. C’était génial d’atteindre la finale SM aux côtés d’aussi bonnes joueuses. La concurrence interne était très grande et tout le monde devait mériter sa place dans l’alignement à chaque entraînement. J’ai appris à agir vite grâce à la vitesse de jeu élevée et j’ai également fait des progrès techniques. Après un an, je suis revenue à Dietlikon. J’étais contente que les trajets en championnat soient beaucoup plus courts qu’en Suède où nous étions parfois en déplacement du vendredi après-midi au dimanche matin.

NEUCHÂTEL 2019

MON DERNIER CHAMPIONNAT DU MONDE ? Le Championnat du monde à domicile en décembre sera mon cinquième et probablement mon dernier. Il est très important pour moi de rejouer ce tournoi avec des joueuses avec qui j’ai pu jouer depuis le début de ma carrière internationale. J’ai hâte d’y être. Nous sommes tous très motivées d’atteindre les objectifs très élevés lors de ce championnat à domicile.

Cette année, la Suisse reçoit les meilleures nations féminines du monde. Du 7 au 15 décembre, Neuchâtel est le lieu de la prochaine Coupe du monde. D’ici-là, nous vous présentons l’équipe nationale. La Suisse affrontera l’Allemagne (7.12., 15h15), la Finlande (8.12., 13h30) et la Pologne (10.12., 19h30) et phase de groupe. Billets: www.neuchatel2019.ch


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International  •  Entscheidungen in Europas grossen Ligen

Internationale Entscheidungen Storvreta und Täby in Schweden, Classic und SB-Pro in Finnland, zweimal Vitkovice in Tschechien – die grossen europäischen Ligen haben ihre Meister gefunden. TEXT DAMIAN KELLER  •  FOTOS PER WIKLUND, SALIBANDYLIIGA, CESKY FLORBAL

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Die Frauen von SB-Pro holten den finnischen Kübel.

Vitkovices fünfter Meistertitel. Der Stockholmer Globen war wieder gut gefüllt.

44  •  MAI 2019

nterschiedliche Ausgangslagen im SM-Finalen im Stockholmer Globen: Bei den Männern standen sich mit Storvreta und Falun die beiden Schwergewichte gegenüber, die seit 2010 alle Titel unter sich aufgeteilt haben. Eine völlig offene Geschichte. Bei den Frauen galt KAIS Mora gegen Täby als Favorit, obwohl der Stockholmer Vorortsverein im Halbfinal sensationell den überlegenen Quali-Sieger IKSU eliminiert hatte. Zunächst sah es nicht so aus, als ob Storvreta seinen Titel aus dem Vorjahr würde verteidigen können. Bei Spielhälfte lag die Truppe aus Uppsala vor 13 448 Zuschauern 0:3 zurück, drehte dann aber – angeführt von den Routiniers Jesper Berggren und Henrik Stenberg – auf und schaffte im Schlussdrittel (3:0) die Wende. Der finale Treffer zum 5:3 fiel in der Schlussminute ins verwaiste Falun-Gehäuse. Täby, das die Quali auf dem vierten Rang beendet hatte, überfuhr Mora im Mitteldrittel und zog vom 0:1 zum 4:1 weg. Dieser Vorsprung hielt bis zur Schlusssirene – spätestens Ranja Varlis Treffer zum 7:4 machte alles klar.

CLASSICS VIERTER STREICH Die Finnen kehrten nach drei Jahren mit dem abschliessenden «Superfinaali» zu den früheren Playoff-Finalserien zurück. Bei den Männern änderte das nichts am Sieger – Classic Tampere feierte den vierten Titel in Folge. TPS Turku mit dem langjährigen Rychenberger Mikko Hautaniemi hielt zwar wacker dagegen, vermochte aber nicht am Thron Classics zu rütteln. Mit 4:1 ging die Serie an das Team der künftigen Wiler-Stars Joonas Pylsy und Krister Savonen. Bei den Frauen jubelten vier ehemalige Piranha-Söldnerinnen. Elina und Karoliina


Storvreta liess es nach dem Final krachen.

Vitkovice feierte vor heimischem Publikum.

Kujala, Silja Eskelinen und Torhüterin Tiltu Siltanen bodigten mit SB-Pro den Herausforderer PSS ebenfalls mit 4:1 in der Serie. Ob die Rückkehr zum Serie-System ein Erfolg war? Die fünf Finalpartien der Männer lockten insgesamt 9394 Fans in die Hallen – so viele kamen im Endspiel in der Hartwall Arena in Helsinki auch. Die fünf Partien der Frauen zogen im Schnitt weniger als 500 Zuschauer an.

OSTRAVA FEIERT In Tschechien wurde der Superfinal zum zweiten Mal in Ostrava ausgetragen. Lokalmatador Vitkovice erreichte beide Finalpartien und enttäuschte die einheimischen Fans nicht. Bei den Frauen zeigten Vitkovice und Chodov vor 7431 Fans einen dramatischen Schlagabtausch. Zehn Minuten vor Schluss hatten die Pragerinnen eine Hand schon am Meisterpokal und führten

6:3. Doch Vitkovice kam mit einem Doppelschlag innerhalb von 90 Sekunden wieder heran, überstand in der 57. Minute eine Unterzahl und glich 31 Sekunden vor dem Ende aus. In der Verlängerung war es dann Zuzana Sponiarova, die Vitkovice mit dem 7:6 ins Glück schoss. Die Männer zeigten in der mit 8546 Fans fast ausverkauften Arena eine lange Zeit von der Taktik geprägte Partie, bis zur zweiten Sirene fiel nur ein Tor. Dann aber legten Vitkovice und Titelverteidiger Mlada Boleslav so richtig los – mit dem besseren Ende für das Heimteam, das 4:3 gewann und nach fünf Jahren Pause seinen total siebten Titel feierte.

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SOMMER CAMPS 7.–12. Juli 2019 Lenk (BE) (Jahrgänge 2004–2008)

SpielerInnen und Special Guests sorgen für ein abwechslungsreiches Camp

14.–19. Juli 2019 Frutigen (BE) (Jahrgänge 2002–2007)

Programm: Tägliches Unihockeytraining, polysportive Aktivitäten und Rahmen­ programm

14.–19. Juli 2019 Widnau (SG) (Jahrgänge 2002–2006) 21.–26. Juli 2019 Lenk (BE) (Jahrgänge 2003–2008) Leitung: Thomas Berger (langjähriger U19-National­trainer, Nachwuchstrainer des Jahres 2013 von swiss olympic), NLA-

Kosten: Fr. 490.–. Darin enthalten sind Kost und Logis sowie alle Trainingsangebote. An- und Abreise sowie Versicherungen erfolgen auf eigene Kosten. Ausrüstung: Alle Teilnehmer erhalten ein Camp-Shirt. AUSRÜSTER

INFOS & ANMELDUNG: CAMP.UNIHOCKEY.CH


Kolumne • Teil 9

Lara in

Göteborg In diesem Teil geht es um den chaotischen Anfang, das verfrühte Ende und den Unterschied zwischen Schweizerischer und schwedischer Pünktlichkeit. Das Ende ist kurz erzählt. Wir sind im Playoff-Halbfinal auf KAIS Mora gestossen, erzielten drei Tore weniger und schieden mit 0:3 in der Serie aus. Wir waren nicht das schlechtere Team und das deutliche Resultat widerspiegelte die Stärkeverhältnisse definitiv nicht. Wir scheiterten an mangelnder Cleverness, dem Unvermögen Tore zu erzielen und vielleicht auch etwas an der ungenügenden physischen Verfassung. Erstmals kein Final nach 10 Jahren Persönlich hatte ich gute Playoffs, besonders in der Halbfinalserie. Ich war sehr froh über meine Leistungssteigerung und einen so für mich versöhnlichen Saisonabschluss, auch wenn dieser zu früh kam. Es ist für mich schon speziell, vor dem «Ende» fertig zu sein. In der Schweiz war für mich über zehn Jahre der Final der Höhepunkt der Saison. Alles in allem waren die Playoffs in Schweden aber eine tolle Erfahrung. Anders als in der Schweiz folgen hier die Spiele Schlag auf Schlag. Zudem sind die

Reisen länger, weshalb wir teilweise kaum trainiert und gearbeitet haben. Wie es nächste Saison weiter geht, ist im Moment noch ziemlich ungewiss. Bis jetzt haben wir weder einen Trainer, noch ist etwas über das Team bekannt. Offiziell bin ich weder über Abgänge noch Zuzüge informiert und lediglich vier Spielerinnen, darunter ich, haben einen Vertrag für nächste Saison. Ich dachte, in Schweden sei das professioneller und hatte im Januar auch den Eindruck. Seit damals ist aber leider nicht mehr viel passiert. Natürlich bin ich hier aber auch nicht mehr so nahe am Verein, wie ich es noch in Chur war. Die Uhr haben sie nicht erfunden Bezüglich Arbeit und Pünktlichkeit haben die lieben Schweden eine andere Auffassung als wir Schweizer. Dies merke ich auch bei der Arbeit. Wir haben jeweils am Freitag von 15 bis 16 Uhr ein Meeting. Als Schweizerin bin ich natürlich immer mindestens 15 Minuten früher vor Ort, um den Raum aufzuschliessen, damit auch ja kein Mitarbeiter warten muss. Ab 14.58 Uhr werde ich jedes Mal wieder nervös, da ich Angst habe, am falschen Ort zu sein (ist einmal vorgekom-

men und war sehr peinlich). Die ersten treffen ca. um 15.05 Uhr ein, die restlichen kommen meistens 10 bis 20 Minuten zu spät. Entschuldigt wird sich aber nicht – nein, meistens kommen sie in den Raum und sagen ganz gelassen, dass sie jetzt noch einen Kaffee holen gehen. Das Fass eindeutig zum Überlaufen haben zwei Kollegen gebracht, die um 15.22 Uhr mit einem Kanelbullar und der Aussage «wir haben uns noch etwas gegönnt» auftauchten. Als kleine Anmerkung: Ich liebe dieses typisch schwedische Zimtgebäck ja auch. Und uns Schweizern würde etwas weniger Stress sowie etwas mehr positives Feedback, was in Schweden deutlich häufiger verteilt wird, sehr gut tun. Andererseits muss ich mich aber noch stark an das andere Verständnis von Pünktlichkeit der Schweden gewöhnen. Die Uhr haben sie definitiv nicht erfunden.

Nach zwölf Jahren bei Piranha Chur wechselte Nati-Goalie Lara Heini im Sommer 2018 zum SSLSpitzenteam Pixbo Wallenstam.

Pixbo trifft sich vor dem letzten Spiel, Kunsthalle und Frühling in Göteborg.


International  •  U19-WM in Kanada

TEXT MARION KAUFMANN, DAMIAN KELLER  • FOTOS IFF, RENÉ DÜRLER

Nils Schälin hielt stark.

Weltmeister Tschechien war im Halbfinal zu gut.

Alan Strässle (l.) und Moritz Mock rüttelten an den Finnen zweimal ohne Erfolg.

LEDER in Kanada

Die Schweizer U19-Nati blieb an der ersten WM ausserhalb Europas ohne Medaille. Tschechien feierte den ersten Weltmeistertitel und entthronte damit Finnland.

D

ie Ausgangslage vor den Gruppenspielen war für die Schweizer klar. Aus den Partien gegen Finnland, Lettland und Norwegen waren zwei Siege gefragt, um den Halbfinal sicher zu erreichen. Es sollte eine von 5-Minuten-Strafen geprägte Phase werden. Bei der 4:6-Niederlage gegen Finnland zum Auftakt kassierte Gianluca Persici so einen Ausschluss, der die Nordländer auf 3:0 wegziehen liess – diesem Rückstand rannten die Schweizer bis zum Schluss erfolglos nach. Beim wichtigen 6:5-Sieg über die physisch starken Letten lachte den Schweizern das Glück – beim Stand von 4:4 sorgten Raul Willfratt und Persici während eines fünfminütigen Powerplays für die Entscheidung. Nach dem abschliessenden 7:2 über den späteren Absteiger Norwegen war klar, dass die Schweiz um die Medaillen spielt. ZU WENIG DURCHSCHLAGSKRAFT Im Halbfinal gegen Tschechien, das in der Vorrunde Schweden 5:1 geschlagen hatte, ging das Strafenfestival weiter. Die Osteuropäer führten bereits mit 2:0, als Willfratt für fünf Minuten raus musste. Als der Könizer zurück kam, stand es vorentscheidend 4:0. Im Mitteldrittel wurde auch ein Tscheche für fünf Minuten auf die Strafbank geschickt, was die Schweizer ebenfalls zu zwei Toren nutzten – sie kassierten aber auch einen Shorthander. Als dann Cyrill Suter für fünf Minuten raus musste und sich auch noch Lukas Münger zu ihm gesellte, machten die Tschechen in doppelter Überzahl den Deckel drauf und gewannen mit 9:4. «Wir nahmen eindeutig zu viele Strafen», gestand Moritz Mock, der ins Allstar-Team des Turniers gewählt wurde. Im Bronzespiel gegen Finnland befanden sich die Schweizer bis zum Schluss in Schlagdistanz, zeigten jedoch in der Offensive zu wenig Durchsetzungsvermögen. Momente wie vor dem zwischenzeitlichen 1:1 – einhändiger Traumpass Noah Siegenthalers auf Yannis Wyss – gab es zu selten. So holte Finnland mit dem 4:2-Sieg Bronze, musste sich als Weltmeister jedoch ablösen lassen.


SIMON MEIER «DER EXPLOIT HAT GEFEHLT» U19-Nationaltrainer Simon Meier nimmt nach dem Ende des Turniers in Halifax Stellung und analysiert sein Team. Der Titel der Tschechen überrascht ihn nicht. Wie vor zwei Jahren in Växjö beendet die Schweiz die WM auf dem undankbaren 4. Rang. Wieso hat es im kleinen Final nicht für einen Sieg gereicht? Simon Meier: Wir waren vor dem gegnerischen Tor nicht so effizient und haben den Finnen drei Tore geschenkt, da wir in diesen Momenten unaufmerksam waren. Ansonsten haben die Jungs ein gutes Spiel abgeliefert und hielten sich 60 Minuten an den Gameplan, was uns bis zum Schluss die Chance gab, das Spiel zu entscheiden. Wir waren mit und ohne Ball dem Gegner mindestens ebenbürtig. In solchen Spielen entscheiden Details über Sieg und Niederlage. Wir hätten aus meiner Sicht die Medaille verdient. Gegen Finnland ging bereits das Startspiel knapp mit 4:6 verloren. Was habt ihr im Bronzespiel versucht anders zu machen? Wir wussten noch besser, was uns erwarten wird und konnten uns offensiv wie auch defensiv besser einstellen. Im ersten Spiel – wie auch im Halbfinal – nahmen wir zu viele Strafen. Deshalb wollten wir disziplinierter auftreten. Das ist uns gelungen. Auch wollten wir

effizienter sein, was wir jedoch nicht umsetzen konnten. Ist es umso bitterer, wenn man mithalten konnte und am Ende trotzdem verliert? Es ist schon bitter. Vor allem, weil es keine schlechte WM-Woche war. Wie blickst du auf diese Woche in Halifax zurück? Die schwierige Gruppenphase haben wir gut gemeistert. Im Halbfinal scheiterten wir am starken Tschechien, nicht zuletzt aufgrund der Strafen. Es mag nach einem vierten Platz komisch klingen – es war keine gänzlich enttäuschende WM. Unter dem Strich ist es nicht ganz aufgegangen. Alles war sehr nahe beieinander, es hätte von unserer Seite den Exploit gebraucht. Während der ganzen WM-Kampagne wurde mit dem Motto «Lawine» gearbeitet. Sie sollte in der Gruppenphase ins Rollen kommen und dann am Wochenende die volle Kraft entfalten. Wieso hat dies nicht funktioniert? Wir wussten in den letzten zwei Jahren, dass wir im technischen und physischen Bereich den ande-

Tschechien demontierte Schweden im Final gleich mit 8:2 und gewann erstmals Gold. SCHWIERIGER START IN ÜBERSEE Beim Startspiel der gastgebenden Kanadier gegen die von Wiler-Coach Thomas Berger betreuten Deutschen, die letztlich in die A-Division aufstiegen, erschienen knapp 1000 Zuschauer. Danach wurden es immer weniger, bis es zum abschliessenden Spiel der Kanadier gegen die USA um Rang 13 noch 219 Fans waren. Überhaupt

ren drei Top-Nationen unterlegen sind und wollten dies mit anderen Mitteln kompensieren. Das ist uns nicht gelungen. Welche Qualitäten haben konkret gefehlt? Wir hatten keinen Spieler im Team, der in den entscheidenden Situationen die Tore erzielte. Es waren immer unterschiedliche Torschützen. In beiden Partien gegen Finnland hatten wir mehr Topchancen, scheiterten aber an der mangelnden Effizienz sowie Disziplin. Und an der Physis.

nach dem 5:1-Sieg gegen Schweden im ersten Spiel sogar Titelfavorit. Sie sind absolut verdient Weltmeister geworden. Sie waren physisch extrem präsent und beherrschten trotzdem ein schnelles Spiel mit hoher Intensität. Man merkte, dass alle auf Männerstufe spielen. Mit Tempo und Physis konnten sie die Gegner erdrücken.

Welche positiven Erkenntnisse nimmst du aus Kanada mit? Wir haben uns im entscheidenden Moment als Team gut präsentiert. Bis zum Schluss probierten wir alles – auch im Halbfinal gegen Tschechien, als wir schon relativ deutlich in Rückstand lagen. Überrascht dich der Weltmeistertitel der Tschechen? Überhaupt nicht. Ich wurde oft belächelt, wenn ich ein Unentschieden gegen die Tschechen wie im letzten Länderspiel im Oktober als gute Leistung taxierte. Vor dem Turnier war Tschechien für mich Finalfavorit,

hielt sich der Besucheraufmarsch in engen Grenzen. In der Stadt Halifax war die WM optisch kein Thema. Das Abschlusstraining absolvierten die Schweizer auf einem Parkettboden, weil der WM-Belag nicht rechtzeitig verlegt wurde. Das Hotel wechselten sie nach der ersten Nacht, da die Unterkunft dreckig war – sogar Ratten wurden gesichtet. Insgesamt war das für den Unihockeysport kein leichter Start in Übersee. Ob damit trotzdem etwas angestossen wurde, wird die Zukunft zeigen.

Simon Meier verpasste mit der U19-Nati die angestrebte Medaille.

«Wir nahmen in diesem Turnier eindeutig zu viele Strafen.» Moritz Mock, Verteidiger im Allstar-Team


CM U19 • Rétrospective

SIMON MEIER «IL MANQUAIT L‘EXPLOIT» L’entraîneur de l’équipe nationale U19, Simon Meier, nous livre son analyse du tournoi. Il n’est pas surpris par le titre de la République Tchèque.

Comme il y a deux ans à Växjö, la Suisse se classe qu‘au 4ème rang. Qu’est-ce qui a manqué dans la petite finale contre la Finlande ? Simon Meier: Nous n’étions pas assez efficaces et avons offert trois buts à la Finlande par manque de concentration. Sinon, les juniors ont livré une bonne prestation et suivi le plan de match pendant 60 minutes. Nous avions la possibilité de décider le match jusqu’à la fin de la rencontre. Avec et sans la balle, nous avons fait jeu égal. Mais ce sont des détails qui décident de la victoire et de la défaite dans ce genre de matchs. A mon avis, nous méritions une médaille. Vous avez déjà perdu 4-6 le match d’ouverture contre la

Finlande. Quels étaient les changements en vue du deuxième affrontement ? Nous savions encore mieux à quoi nous attendre et nous avons mieux joué tant sur le plan offensif que défensif. Dans le premier match – comme en demi-finale – nous avons pris trop de pénalités. Nous voulions donc être plus disciplinés Nous y sommes parvenus. Nous voulions être plus efficaces, mais ça n’a pas fonctionné. Quel est ton bilan de cette semaine à Halifax? Nous avons bien maîtrisé la phase de groupes. En demi-finale, nous perdons contre des Tchèques très forts, notamment à cause des pénalités. Cela peut

Simon Meier a raté la médaille visée avec l'équipe nationale U19.

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«Nous n'avions aucun joueur capable de marquer dans les situations décisives.» Simon Meier, entraîneur de l'équipe nationale sonner étrange, mais ce n’était pas un tournoi entièrement décevant. Tout ne s’est pas déroulé comme prévu, tout était très serré. Il aurait fallu un exploit de notre part. Pour cette campagne, vous avez choisi le symbole de l’avalanche. Elle devait commencer à rouler pendant la phase de groupe puis déployer toute sa force le weekend. Pourquoi est-ce que ça n’a pas fonctionné ? Depuis deux ans, nous savions que nous étions inférieurs aux trois autres grandes nations en termes techniques et physiques et nous voulions compenser cela par d'autres moyens. Nous n'y sommes pas parvenus. Quelles sont les qualités qui manquaient concrètement? Nous n'avions aucun joueur dans l'équipe capable de marquer dans les situations décisives. Nous avons eu beaucoup de buteurs différents. Dans les deux matches contre la Finlande, nous avons eu plus de grandes occasi-

ons, mais nous avons échoué à cause d'un manque d'efficacité et de discipline. Et du physique. Avec quelles impressions positives rentrez-vous du Canada? Nous nous sommes bien présentés en tant qu’équipe au moment décisif. Jusqu'à la fin, nous avons tout essayé, même en demi-finale contre la République tchèque, alors que nous étions déjà relativement loin derrière. Es-tu surpris par le titre de la Tchéquie? Pas du tout. Peu de gens m’ont compris en octobre quand je disais qu’un match nul contre les Tchèques était une bonne performance. Avant le tournoi, je les considérais comme favoris pour la finale, et après la victoire 5-1 contre la Suède lors du premier match, je les voyais gagner le titre. Ils méritent d’être champions. Physiquement très présents, ils ont montré un jeu rapide et intense. On pouvait voir qu'ils jouent tous avec des adultes. Avec leur vitesse et leur physique, ils écrasaient les adversaires.


In den Mund gelegt  •  Impressum/Vorschau

Wir pfeifen ja gerne bei den Männern ...

... aber bei den Geschenken gäbe es sicher Alternativen.

Corina Wehinger und Sandra Zurbuchen wurden nach dem Superfinal erneut zum besten Ref-Paar der Männer NLA gewählt.

FORT AB SO REN: TRIE REGIS ey.ch/ ck uniho gross/ n i z a mag en auflag

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VORSCHAU Die nächste Ausgabe erscheint am 12. Juni 2019. Unter anderem mit folgenden Themen: Basel Regio: Was fehlt noch zum Sprung in die NLA? Torhüter-Zukunft: Wer kann dereinst die NatiGoalies Pascal Meier und Patrick Eder beerben? Jets: Eine Saison zwischen Horror und Triumph. Red Ants: Die Saison nach dem grossen Umbruch.

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