Kleinwasserkraft - Petite Hydro N°100

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Petite Hydro Kleinwasserkraft Périodique pour la petite hydraulique Zeitschrift für die Kleinwasserkraft

e r i a s r e iv e n n a b a n g o i saus t i d E um ä l i b Ju

3/2020

Damals – heute: Was hat sich seit 100 Ausgaben getan?

D’hier à aujourd’hui : que s’est-il passé en 100 numéros ?

Rückblick auf Fachtagung und Generalversammlung

Retour sur la journée technique et l’assemblée générale

Erwiderung auf die Berichterstattung gegen die Kleinwasserkraft

Dans l’hydraulique de la Saline de Bex



Edito

100 ème numéro pour la Petite Hydro – Chaque kWh compte ! Chères lectrices, chers lecteurs, Rédiger l’éditorial du 100ème numéro de notre périodique pour la petite hydro est véritablement un honneur pour votre tout nouveau président. Non seulement notre revue rejoint, avec des articles de qualité, chacun de nos membres depuis 38 ans à un rythme de 3 parutions par an, mais elle constitue au fil des numéros une somme de connaissances pointues, de compétences partagées et de témoignages passionnés sur notre belle production, celle d’une énergie propre, renouvelable et indigène. Et c’est bien de cela qu’il s’agit : la Petite hydro permet depuis plus d’un siècle de produire dans toutes les régions de Suisse une énergie tout aussi attractive que les dites nouvelles énergies renouvelables. Elle correspond à tous les critères souhaités pour un développement durable et surtout elle se situe dans un domaine connu. Que d’expériences et de savoir-faire mis au service d’une production qui aujourd’hui correspond à 6,5 % de la consommation suisse, soit une fois et demie la production de la centrale de Mühleberg ! Les membres qui ont visité la centrale de Spiggebach à Kiental (2,9 MW, 226 m) lors de notre assemblée générale à Wimmis peuvent d’ailleurs témoigner de leur émerveillement devant la technologie et le potentiel de telles installations. Car il s’agit bien de cela : être convaincu et convaincre que la petite hydro a un réel potentiel, de 4 à 5,5 TWh/an, si les conditions-cadre sont stables et correctes. Pour cela la suppression de la RPC, les limites inférieures pour le subventionnement et surtout les procédures d’autorisation et d’assainissement ne doivent pas fragiliser nos exploitations. Et ceci d’autant plus que nous respectons scrupuleusement toutes les exigences environnementales en matière de protection des eaux et de biodiversité.

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Une récente table ronde organisée par la présidente de la Confédération, Mme Sommaruga, et à laquelle nous étions invités, a permis de démontrer à nos partenaires cantonaux et privés impliqués dans la production électrique et la défense de l’environnement que nous avions un rôle intéressant à jouer pour atteindre les objectifs ambitieux de la Stratégie énergétique 2050. Grâce à notre production décentralisée et surtout adaptée aux besoins du réseau, notamment en hiver, nous participons ainsi de manière concrète et efficiente au remplacement du nucléaire (près de 40 % de la consommation suisse actuelle) et à la baisse des exportations d’électricité produite avec le charbon comme en Allemagne. Grâce à votre savoir-faire, à votre volonté d’innovation et à la créativité de vos exploitations, dans un contexte pourtant difficile, nous réussirons à convaincre nos partenaires, que ce soit l’OFEN, les grandes associations, les principaux producteurs et distributeurs d’électricité, les autorités politiques et les défenseurs des nouvelles énergies renouvelables que chaque kWh produit par la Petite Hydro est essentiel pour notre pays. Merci à notre équipe de rédaction et mettons toute notre énergie à promouvoir la Petite Hydro au coeur de nos exploitations et … dans nos 100 prochains numéros.

Benjamin Roduit Président de Swiss Small Hydro


Editorial

Nr. 100 des Magazins Kleinwasserkraft – jede kWh zählt! Liebe Leserinnen und Leser, Das Editorial für die 100. Ausgabe unserer Zeitschrift «Kleinwasserkraft – Petite Hydro» zu schreiben ist wahrhaftig eine Ehre für mich als neu gewählter Präsident. Mit Qualitätsartikeln erreicht unsere Zeitschrift seit 38 Jahren und in 3 Ausgaben pro Jahr jedes einzelne unserer Mitglieder. Über die zahlreichen Ausgaben stellt die Zeitschrift geballtes Fachwissen zur Verfügung und zeugt sowohl von den im Verband vorhandenen Kenntnissen als auch von einer sauberen und erneuerbaren Stromproduktion. Und genau darum geht es: Seit mehr als einem Jahrhundert ermöglicht die Kleinwasserkraft in allen Regionen der Schweiz eine Energieproduktion, die ebenso attraktiv ist wie die so genannten neuen erneuerbaren Energien. Sie erfüllt alle Kriterien für eine nachhaltige Stromerzeugung und sie ist wohl bekannt und bewährt. So viel Erfahrung und Know-How wurden in den Dienst einer Stromproduktion gestellt, die heute 6,5% des Schweizer Verbrauchs entspricht, d.h. eineinhalb Mal so viel wie die Produktion des Kraftwerks Mühleberg! Die Mitglieder, die an unserer Generalversammlung in Wimmis das Kraftwerk Spiggebach im Kiental (2,9 MW, 226 m) besuchten, konnten sich selbst von der Bedeutung des Potenzials solcher Anlagen überzeugen. Die Kleinwasserkraft hat ein reales Potenzial von 4 bis 5,5 TWh/Jahr, vorausgesetzt die Rahmenbedingungen sind stabil und richtig gesetzt. Davon sind wir überzeugt und davon wollen wir überzeugen. Um dies zu erreichen, darf unsere Arbeit nicht durch die Abschaffung der KEV, durch Untergrenzen für Subventionen und vor allem nicht durch zähe Genehmigungs- und Sanierungsverfahren geschwächt werden. Dies ist umso wichtiger, als wir alle Umweltauflagen im Hinblick auf den Gewässerschutz und die biologische Vielfalt gewissenhaft einhalten.

An einem kürzlich von Bundespräsidentin S. Sommaruga organisierten Runden Tisch, zu dem wir eingeladen waren, haben wir unseren kantonalen und privaten Partner*innen aus den Bereichen Stromproduktion und Umweltschutz gezeigt, dass wir eine interessante Rolle bei der Erreichung der ehrgeizigen Ziele der Energiestrategie 2050 zu spielen haben. Dank unserer dezentralen Produktion, die vor allem im Winter an die Bedürfnisse des Netzes angepasst ist, leisten wir einen konkreten und effizienten Beitrag zum Ersatz der Kernenergie (die derzeit fast 40 % des Schweizer Verbrauchs ausmacht) und zur Verringerung der Exporte von Kohlestrom z.B. aus Deutschland. Dank Ihres Know-Hows, Ihrer Innovationsbereitschaft und Kreativität wird es uns gelingen, in einem schwierigen Umfeld unsere Partner-Institutionen, sei es das BFE, die grossen Verbände, die wichtigsten Stromproduzenten und -verteiler, die politischen Instanzen und die Verfechter der neuen erneuerbaren Energien, davon zu überzeugen, dass jede mit Kleinwasserkraft produzierte kWh für unser Land unentbehrlich ist. Vielen Dank an unser Redaktionsteam, und lassen Sie uns all unsere Energie in die Förderung der Kleinwasserkraft stecken und natürlich in die nächsten 100 Ausgaben dieser Zeitschrift.

Benjamin Roduit Präsident von Swiss Small Hydro


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Editorial

Erstes zweisprachiges Editorial unserer Verbandszeitschrift Ausgabe Nr. 18 (August 1991)

Der ISKB hätte Grund zum Übermut: Am Anfang ging's sehr harzig, doch plötzlich war eine Art Schallmauer durchbrochen und das Anliegen des Referendums stiess auf sehr viel Sympathie. «Die Aktion ist dezentral organisiert. Von der dezentralen Produktion verstehen sie etwas, von der dezentralen Stromproduktion jedenfalls», spöttelte der Tagesanzeiger gutmütig. Erstaunlich, woher die Unterschriften kamen: Aus den kleinsten Dörfern und sogar viele auch aus den grossen Städten, welche wir pessimistischerweise eher beiseite gelassen hatten. So ist denn nun eher Dank am Platz an all jene, die sich mit dem Anliegen der Kleinkraftwerkler befasst und sich dafür eingesetzt haben. An der Tagung des europäischen Kleinkraftwerkverbandes in Nizza kam eine andere Realität zum Ausdruck: Europa macht sich daran, den Elektrizitätsmarkt zu liberalisieren. Private Initiative soll erneuerbare Energie im namhaften Masse erschliessen. Kleine und grössere dezentrale Energieproduzenten ohne Verteilnetz, welche ausschliesslich für den Elektrizitätsmarkt produzieren, gewinnen an Bedeutung. Strom wird bald sehr gefragt sein, das wissen diese Leute. Das ehemalige Osteuropa – bald wieder wie ursprünglich Mitteleuropa zugewandt? – muss einen guten Teil seines veralteten Kraftwerkparkes abstellen oder modernisieren, dies weil die Bevölkerung nach westlichem Standart leben möchte. Die Wälder sind dort an etlichen Orten schon lange tot. Nachdem im Westen die Signale des – für die einen nur vermeintlichen – Waldsterbens fast ein Jahrzehnt wirkungslos geblieben sind, stehen Massnahmen gegen den Klimaeffekt vor der Tür, die nun vorsorglich greifen sollen, auch wenn der Effekt noch nicht hundertprozentig bewiesen ist. Strom ersetzt als Hightech-Energie mehr und mehr andere Energiearten. Der Stromkonsum wird noch eine Weile wachsen. Erst wenn die Mehrverwendung von

Elektrizität durch die Sparmassnahmen und durch die neuen rationelleren Energietechniken kompensiert wird, kann eine Sättigung erreicht werden. Die Schweiz ist nicht (noch nicht?) in der EG. Die Elektrizitätswirtschaft in unserem Lande ist zwar auch im europäischen Verbund recht stark, aber sie ist stärker monopolisiert und zum Teil in alten gewachsenen Strukturen verhangen. Private Initiative hat es hier schwerer. Wegen der Bevölkerungsdichte ist die Schweiz führend im Umweltschutz, sind die Umweltorganisationen aber auch führend im Lähmen von Wasserkraftprojekten – mit dem Vorurteil, dass jeder Eingriff und jede Veränderung à priori negativ sein muss. Zurück zur Zivilisation mit Nullpreis für die Natur, mindestens was die Gewässer betrifft? Dies weil man auf Reisen die Reisterassen Asiens bewundert – eine Gewässerkulturlandschaft. Man bewegt sich in (gegenseitigen?) Feindschemen. Wird deshalb bald Europa der Schweiz den Energietakt klopfen? Wird das Fazit der AKW-Moratoriumsabstimmung lediglich sein, dass wir für eine gewisse Periode Kapital, technische Entwicklung, Arbeitsplätze und Kontrollmöglichkeiten den Nachbarn überlassen, das CO2 und die Restrisiken jedoch vom Winde zurückgeweht erhalten und erst noch höhere Preise bezahlen? Dominik Buntschu (erster Verbandspräsident) Hans Peter Leutwiler (lang jähriger ehemaliger Geschäftsleiter)


Edito

Premier éditorial bilingue de notre magazine d'association Édition n° 18 (août 1991)

L'ISKB et l'ADUR ont des raisons de pavoiser : au début, cela fut très ardu, mais brusquement, comme si l'on avait franchi le mur du son, le référendum rencontra beaucoup de sympathie. «L'organisation de cette action est décentralisée – ils comprennent quelque chose de la production décentralisée, également de la production d'électricité» ironisa débonnaire, le journal «Tagesanzeiger». Avec étonnement, on apprend d'où viennent les signatures: des plus petits villages, mais aussi beaucoup des grandes villes, que nous avions plutôt délaissées par pessimisme. Le moment est donc venu de remercier chaleureusement tous ceux qui se sont préoccupés des problèmes des propriétaires de petites centrales et qui se sont engagés pour eux. Une autre réalité apparut aux journées de l’association européenne de la micro- et minihydraulique à Nice : l'Europe entreprend de libéraliser le marché de l'électricité. L'initiative privée va s'occuper de valoriser les énergies renouvelables, et les petites et grandes unités, sans système de distribution propre et produisant exclusivement pour le réseau public, prennent de l'importance. L'électricité va bientôt être très demandée, cela ces gens le savent. L'ancienne Europe de l'Est (qui va bientôt à nouveau faire partie de l’Europe Centrale ?) doit moderniser ou arrêter une bonne partie de son parc de centrales vieillies, et la population désire vivre à la mode occidentale. Là-bas, les forêts sont déjà mortes en de nombreux endroits. Alors que les signaux d'une mort – présupposée des forêts sont restés sans effet durant prés de 10 ans, les mesures à prendre pour lutter contre les changements de climat sont à notre porte, même si leur effet n'est pas encore prouvé à 100 %. Le courant électrique, énergie de haute qualité, remplace de plus en plus d'autres énergies et la consommation va encore augmenter : c'est seulement lorsque les effets des mesures

d'utilisation rationnelle et d'économie d'énergie porteront leurs fruits et compenseront l'augmentation de consommation qu'un effet de saturation sera atteint. La Suisse n'est pas (encore) dans le Marché Commun. Notre économie électrique est déjà bien imbriquée dans le réseau européen, mais reste très monopolistique et en partie ancrée dans des structures vieillies. L'initiative privée a, dans ce cadre, bien des difficultés. A cause de sa densité de population, la Suisse est devenue très progressiste dans le domaine de la protection de l’environnement. Mais les organisations écologistes sont devenues également maîtresses dans l'art de paralyser les projets de centrales hydrauliques, avec le préjugé que toute intervention ou toute modification de l'environnement est a priori négative. Une civilisation peut-elle exister sans que la nature paie son tribut ? On admire bien, en touriste, les cultures en terrasse des plantations de riz en Asie, œuvres humaines, et chez nous on se déplace selon des schémas contradictoires. Est-ce que la Suisse va vivre, dans le domaine énergétique, au rythme de l'Europe ? Est-ce que le résultat du moratoire concernant la construction des centrales nucléaires ne représentera finalement que l’abandon, durant une certaine période, du capital, du développement technique, des places de travail et des possibilités de contrôle en mains étrangères ? Et de recevoir avec le vent les conséquences des risques et le CO2 en retour, tout en devant payer des prix encore plus élevés ? Dominik Buntschu (premier président de l'association) Hans Peter Leutwiler (ancien gestionnaire de longue date)


Inhaltsverzeichnis – Contenu

08 Nr. 100 | damals und heute N° 100 | d’hier à aujourd’hui Raymond Chenal – tout un programme ... – ... – toute une vie ! Daniel Hubert – ormonan et combattant – pour la petite hydraulique suisse Hans Peter Leutwiler – Rückblick in die Zeit des Aufbruches Benno Frauchiger, un Nicolas Bouvier – … alimenté aux renouvelables Stadt-Kleinwasserkraftwerk Dünnern – Baufehler erfolgreich behoben Projekt KW Doppelpower – Von der Projektidee bis zur Inbetriebnahme Verband damals – Verband heute – Höhen und Tiefen der Kleinwasserkraft L’association d’hier à aujourd’hui – Face aux hauts et bas de la petite hydroélectricité

25 Planung, Bau und Inbetriebnahme Etudes, construction et mise en service La chute nette Hn, qu'est-ce que c'est ? – Une question incongrue ? Agrandissement de la centrale de la Saline de Bex – Au cœur du sel de l’hydroélectricité

34 Betrieb und Unterhalt Exploitation et maintenance Coanda-Wasserfassung «Bec de Canard» – Ermutigende Messungen der ETH Zürich

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N° 100  3 / 2020

41 Politik und Rahmenbedingungen Politique et conditions-cadre Runder Tisch mit Bundespräsidentin S. Sommaruga – Forderungen für Kleinwasserkraft wurden auf höchster politischer Ebene gestellt. Stilllegung des KW Oederlin anno 2021 – Gewässerschutzgesetz verhindert Weiterbetrieb

46 Verband L’association Generalversammlung und Fachtagung Kleinwasserkraft – Trotz improvisierter Lösung ein guter Austausch! Assemblée générale et journée technique de la petite hydraulique – Malgré les contraintes sanitaires, de bonnes discussions ! Erwiderung auf den Artikel «Stromproduzenten erhalten Milliarden für wenig Strom» – in mehreren Medien der Tamedia Publikationen erschienen

59 Kurzmitteilungen Brèves Kurzmitteilungen im Überblick – Brèves en un coup d'oeil Zeitschriftenumschau – Die neuesten Erscheinungen auf einem Blick

69 Veranstaltungen Agenda Veranstaltungen im Überblick – Manifestations en un coup d'oeil

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Nr. 100 | damals und heute – N°100 | d’hier à aujourd’hui

Raymond Chenal – tout un programme ... ... – toute une vie !

Lors de l’assemblée générale du 11 mai 2019, Raymond Chenal a rendu son flambeau de responsable du secrétariat romand de Swiss Small Hydro. Et depuis ?

Les Jeudistes, avec, au centre, en bleu et lunettes noires, Raymond Chenal, à l’arrivée au Gros Plané, derrière Teysachaux

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La petite hydraulique, il l’a quittée. D’ailleurs, lors de notre rencontre au bord du Léman, en septembre, nous avions convenu, lui et moi, d’éviter le sujet, pour garder le sourire (le masque étant de côté, comme nous étions assis dans un café). Quelques regards en arrière toutefois, jubilé oblige : 33 articles rédigés et publiés. Le premier paraît en mars 1995, dans le numéro 29 du magazine de l’association qui s’appelait alors « Das Kleinkraftwerk / La petite centrale », article consacré à la création du laboratoire de petite hydraulique de Montcherand. C’était un pari fou après la déconfiture des Ateliers de constructions mécaniques de Vevey, où il menait une équipe de 25 blouses bleues et blouses blanches. Alors membre du Comité de l’ADER (Association pour le développement des énergies renouvelables) – et ceci, pendant 25 ans - , il avait lancé « faut faire un labo !» … 32 articles suivront donc, à travers lesquels il aura toujours à cœur de revenir à la définition des fondamentaux des hydrauliciens (dénivellation, puissances, Bernoulli, …). D’ailleurs, un retour sur la chute nette vous est proposé dans ce N°100 de Petite Hydro. Raymond Chenal, un jongleur de chiffres. A manipuler les kWh autant que les kilojoules, en prenant du recul. D’ailleurs, notre conversation de café, nous la terminions par le fromage : celui de la consommation énergétique de la Suisse, replaçant la part

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de l’électricité, si mince par rapport au transport. Et de souligner que le combat climatique suisse n’est pas dans la bonne focale, en me remettant un article qu’il a rédigé en août 2020 : « Mon point de vue sur « Swiss green new deal » des Verts », un parti dont il est membre depuis 1980. Et d’accompagner le mouvement avec un dossier sur « l’écoquartier rural du Gour de Lu à Beaufort sur Gervanne (Drôme) – Descriptif détaillé du projet » daté d’avril 2020, projet dont il fait partie du comité de pilotage depuis 2016. Un enthousiasme de militant donc, mais un peu malmené par la situation-Covid qui ralentit les engagements. Car attentif au changement climatique, il ne peut que l’être, forcé de constater le retrait des glaciers qu’il a fréquentés toute sa vie. A son palmarès : douze « 4’000 » gravis. Car, c’est un marcheur-skieur-alpiniste, membre du Club Alpin suisse. Et encore aujourd’hui, et surtout … les jeudis, en mémoire à ce jour d’école anciennement chômé. Ainsi, les Jeudistes, comme se nomment ses retraités de tous bords, tiennent encore bien la route (et les couverts, un copieux ravitaillement ne manquant jamais au sommet), et en sont même venus à ouvrir quelques sorties aux conjointes. Aujourd’hui, Raymond Chenal, c’est encore et toujours tout un programme. Programme technique, politique, sportif et même artistique par sa passion pour la photo. Avec une étincelle dans le regard, il reste à l’affût. Aline Choulot Octobre 2020


N° 100  3 / 2020

Daniel Hubert – ormonan et combattant Lundi, 19 octobre 2020, j’avais rendez-vous à la gare de Bex avec Daniel Hubert, un des pionniers de notre association, présidentfondateur de l’ADUR en 1989, au côté de personnages de l’Histoire de l’hydraulique romande que sont Messieurs Roger Galé du Sépey, Ami Nicollier de Vers-l’Eglise et Georges Magnin, ancien Syndic de Bonvillars. Et, à l’heure convenue donc, de voir arriver M. Hubert dans une voiture très élégante, d’un âge tel qu’il ne m’a pas été facile de trouver la ceinture de sécurité ! La discussion jusqu’à Bévieux où se trouvent sa centrale hydraulique, sa maison et son entreprise de charpentes en bois, aurait pu dériver sur une certaine amertume, face à la situation actuelle de la petite hydraulique et à la disparition non pas programmée, mais bien en cours de son site de turbinage. Une amertume qui n’était pas sans me rappeler la dernière discussion avec M. Chenal. Messieurs Hubert et Chenal, un de ces couples intemporels d’hydrauliciens, de ceux qui se complètent: « Lui, la science, moi, le terrain » comme aime à le dire l’Ormonan. Du terrain, effectivement, mais pas seulement, du cran aussi. Car il en fallait pour acheter l'ex-scierieCaisserie Genillard et son droit d'eau en 1971, puis pour aller chercher deux Francis en bâche spirale jusque dans les Grisons. Car le budget, il ne l’avait pas pour du neuf. Des turbines conçues pour une chute de 16 m, similaire à son nouveau site, et c’était parti, il a acheté. Puis, d’en trouver une autre, mais plus proche cette fois, du côté de Neuchâtel : celle de l’usine Suchard – un aménagement aujourd’hui remplacé par la centrale de la Serrières, que certains membres de SSH ont peut-être visitée lors de la journée technique du 11 mai 2019. Ça, c’est pour les turbines. Car la prise d’eau pourrait faire également le sujet de toute une épopée. Et fin de l’histoire le 30 septembre 2020, après plus de 38 ans sous le règne de M. Hubert, caractérisé par une production annuelle de 1.6 million de kWh en moyenne, destinée à l'autoconsommation (15%) et à la vente sur le réseau local des FMA (85%). Et disparition du

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site hydraulique après … 327 ans d’existence : le droit d’eau date, en effet, de 1693 ! Un soulagement s’il en est au moins un, pour notre combattant: ne plus avoir à s’occuper de la maintenance de sa prise d’eau, très chahutée lors des crues. A noter la menace qui pesait sur son site : fin prévue en 2035 du FFS (Financement des Frais Supplémentaires), sans parler de son droit d’eau de type « perpétuel », à l’heure où le sens de cet adjectif n’est plus reconnu. Alors, sa société, Immo-hydro SA, a presque tout vendu à Energie renouvelable de l’Avançon SA, qui associe Romande Energie et les Forces Motrices de l’Avançon. Le site de Daniel Hubert est donc en train d'être intégré, pour une meilleure utilisation rationnelle des ressources hydrauliques, dans le projet Glarey, bientôt en chantier et à découvrir prochainement dans notre revue Petite Hydro. Une page se tourne, ou plutôt c’est un livre qui se ferme. Le quotidien, s’il n’a pas été toujours été facile, il reconnaît l’avoir apprécié grâce à ce cadre magnifique au bord de l’Avançon. Et de m’accompagner sur sa rive gauche jusqu’à mon rendez-vous à la Saline de Bex : un épisode à suivre sous la rubrique « Etude, construction et mise en service ». Et à la question de savoir comment il se porte maintenant, Monsieur Hubert me répond : «Bah, ça va bien, à part tout ce qui va mal» ! Chapeau bas, Monsieur Hubert ! Aline Choulot (avec la supervision de Jean-Marie Rouiller), Octobre 2020 PS : sur le site de SSH, vous trouverez une description de tous les équipements mis à disposition par la société Immo-Hydro SA : https://bit.ly/3pn59TF PPS: en 2017, le journal 24Heures lui consacrait tout un article: https://bit.ly/38qRvsH

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Daniel Hubert dans sa centrale en 2017


Nr. 100 | damals und heute – N°100 | d’hier à aujourd’hui

Hans Peter Leutwiler Rückblick in die Zeit des Aufbruches

«Danke, keine Zeit», war mein erster Impuls auf die Anfrage von Jürg Breitenstein. Denn mein Lebensschwerpunkt liegt heute woanders: Bei Familie, Enkelkindern und Freunden, aber auch beim Mitorganisieren von Workshops für Jugendliche zum Thema «Kunst und Wissenschaft verbinden» (siehe www.sciencexploresuisse.org , derzeit wegen Covid-19 eingefroren, nächstes Jahr per Zoom). Dieses Jahr bescherte mir auch eine Beschäftigung mit der Entwicklung einer innovativen Produktionsstrasse, fernab von Wasserkraft, währenddem mich Kleinwasserkraft nur noch punktuell beschäftigt. Statt Computerstuhl haben Tätigkeiten mit Bewegung Vorrang, wie Boogie Woogie: Steif tanzender «Grufty», von seiner Ehefrau Gwendy animiert… Doch dann kamen Erinnerungen. Gwendy, welche die strengen Jahre mitgetragen hat, sagt: «Warum schreibst Du nicht etwas Anekdotisches, Lustiges, z.B. von unseren kleinen Kindern, die im Büro schliefen, als wir nachts zum Beglaubigen die Unterschriftsbögen für das Referendum abpackten.» Alles fing vor vielen Jahrzehnten mit einer (Nachhaltigkeits-) Beurteilung an: Welche Arbeit und damit Energieart werde ich vor meinen Kindern und Kindeskindern mit dem besten Gewissen vertreten können? Die Wahl fiel auf Wasserkraft, insbesondere auf Kleinanlagen. In den 80-er Jahren kam mit Atominitiativen die Energiewende in (ferne) Sicht. Neu bei der jungen ITECO Ingenieurunternehmung AG angestellt, stiess ich auf Statistiken, wonach jährlich fast hundert Kleinstwasserkraftwerke ihren Betrieb aufgeben mussten, Energiepotenziale in Trink- und anderen Siedlungswasserleitungen ungenutzt verflossen, und Hunderte von namhaften Kleinwasserkraftwerken veraltet vor sich her dümpelten: «All diese Potenziale muss man nutzen!»

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Die Geschäftsleitung reagierte auf diese Vision und darauf, dass dies ein Geschäftsfeld werden könnte, mit einem entschiedenen «Dann drauf». In der Folge engagierte ich mich im damaligen ISKB (Interessenverband Schweizerischer Kleinkraftwerkbesitzer). Ich bin dankbar, dass dieser Optimismus von ITECO trotz anfänglicher Verlustjahre durchgetragen wurde, bis die ersten Erfolge zum Aufbau der Abteilung «Wasserkraft & Energie» führten. 1992 wurde ich vom damaligen Bundesamt für Energiewirtschaft mit der Leitung des Projektes DIANE Klein-Wasserkraft betraut, wozu die Leitung des Pilot- und Demonstrationsprogrammes und die Beurteilung von Beitragsgesuchen für Forschungsprojekte kam. Um die vielen Anfragen nach Rat zu bewältigen, gründete ich die Infostelle Kleinwasserkraftwerke und lancierte im neu aufkommenden Internet zwei umfangreiche Sites. Als planender Ingenieur und Mitglied des Stiftungsrates des MHyLab setzte ich mich mit Innovationen von Technik und Markt auseinander. Im weiteren konnte mit den Westschweizern koordiniert werden, so dass (fast...) alle Akteure der Kleinwasserkraft synchron am gleichen politischen Strick zogen. Dank den Synergien von Politik, Förderprogrammen und Geschäftsleitung des ISKB gelang es, das Kleinkraftwerksterben in ein Wachstum zu wenden. In der Politik verhalf CVP-Nationalrat Jakob Bürgi zu grossen Erfolgen. Jakob war seines Zeichens Landwirt mit Pioniergeist: Er engagierte sich auch für Chinaschilf als Torfersatz und mit Pioniertätigkeit bei der Wind- und Wasserkraft – als Gemeindepräsident hatte er schon früh ein Kleinwasserkraftwerk realisiert. Heute lebt er bei guter Gesundheit auf seinem Hof in Schindellegi (SZ), welcher von seinem Sohn mit Familie bewirtschaftet wird.


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Als konsequenter Umweltschützer «musste» ich das Sakrileg begehen, ein Referendum gegen das Gewässerschutzgesetz zu organisieren. Das Referendum scheiterte zwar erwartungsgemäss vor dem Volk, rüttelte jedoch dank grossem Achtungserfolg rasch Politik und Verwaltung auf, so dass die ersten gesetzlichen Einspeisetarife verabschiedet sowie Wasserzinserlass und etliche andere Erleichterungen gewährt wurden.

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N° 100  3 / 2020

Hans Peter Leutwiler mit

Im Laufe von mehr als einem Jahrzehnt wurden Förderung und gesetzliche Rahmenbedingungen verbessert, bis die Schweiz über das (vielleicht sogar weltweit) am besten differenzierte Tarifsystem für die Einspeisung erneuerbarer Energie verfügte: Die einfachste, effizienteste und schnellste Förderung. Nun war es Zeit, mich endlich mehr dem Planen und Bauen von Anlagen zu widmen, weshalb ich 2007 die Geschäftsleitung des ISKB abtrat. Die Gewissheit freut mich, dass die vielen geschaffenen neuen umweltfreundlichen Jahresgigawattstunden wiederum Generationen lang zur Verfügung stehen werden. Auf politischer Ebene ist dieses Werk heute jedoch weitgehend vernichtet: Politiker, Energiebranche und Umweltverbände gönnen den Kleinstwasserkraftwerken aufgrund von Eigeninteressen, undifferenzierten Betrachtungen und Pauschalurteilen kaum mehr Wasser und Fördergeld, und die Hürden für Bewilligungen sind gewachsen.

Enkelin bei der Gartenarbeit

Ob meine Vision, alle Wasserkraftpotenziale organisch in Landschaft und Gewässer eingepasst zu nutzen, jemals wiederaufleben wird?

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Nr. 100 | damals und heute – N°100 | d’hier à aujourd’hui

Benno Frauchiger, un Nicolas Bouvier … alimenté aux renouvelables

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En août 2017, Benno Frauchiger laissait son poste de responsable de la petite hydraulique au sein de l’OFEN à Regula Petersen, un poste qu’il occupait depuis janvier 2015. Et depuis ?

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Depuis, que de kilomètres parcourus. Mais des kilomètres renouvelables, uniquement, et ce, malgré les extrêmes. L’avion, il ne connaît pas, ou très peu. Le vélo, oui, beaucoup. Et le zeppelin, aussi, mais c’est une autre histoire. Bon, il a bien une petite voiture lorsqu’il vit à Berne, mais laissonslui ce petit écart. Il a fallu sélectionner pour ne pas déborder de l’espace réservé à son portrait dans ce N°100. Et de choisir le mode de transport : l’axe, ici, sera « cycliste ». Mais pas uniquement.

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Benno Frauchiger au départ du Suntrip France, juillet 2020, et son vélo composé de 216 Wp de panneaux solaires

Août à novembre 2017 – Australie – en bateau à voile : Benno participe au Clipper Round the World Yacht Race 2017, de Liverpool à Freemantle. Il me confie que l’aventure est très belle, mais l’omniprésence de l’eau salée la ternit un peu. Cette destination, il la connait déjà. En juin 2006, il se lançait pour une escapade depuis la Suisse jusqu’en Indonésie … à vélo. Mécanique, rouge et avec une petite mascotte sur le guidon comme accompagnateur au quotidien (mascotte encore à ce même poste aujourd’hui). Puis d’Indonésie à l’Australie, il s’était autorisé le bateau, mais en passant par une mesure de compensation : la récolte de fonds via son site-web lors du trajet, pour l’installation d’un four solaire une fois à destination. Total du périple: 490 jours, 25'336 km pédalés, 8 km motorisés.

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Sun Trip 2020 – Lyon- Canton (Chine) – à vélo … solaire ! Mais rien n’échappe aux oreilles du virus. La course est annulée, mais le vélo est bien là. 500 W de puissance nominale au moteur. 1050 Wh de batterie. 216 Wp de puissance nominale solaire. Tout ça pour un total de 45 kg. Fort de cet engin, notre ancien responsable OFEN ne reste pas confiné bien longtemps. Quand je l’ai contacté cet été, il était en direction de Strasbourg. Depuis Berne. C’était sa journée la plus longue (jusqu’à présent) : 244 km pour 8h43min, précisément, une vitesse moyenne de 28 km/h, une production de 1150 Wh pour une consommation de 1960 Wh. D’autres chiffres sont disponibles pour les amateurs si jamais, l’ingénieur EPFL n’en manque pas. Et aujourd’hui ? Un nouvel ancrage à Berne, depuis septembre 2020, avec le poste de conseiller chez Youtility AG, une entreprise qui vise à faire fusionner les synergies au sein des fournisseurs d’énergie régionaux et à gérer l’intégration de nouvelles technologies dans leurs réseaux de distribution. Benno Frauchiger mérite donc une nouvelle nomination : celle de Nicolas Bouvier du XXIème siècle, mais sans Fiat Topolino. Pour un usage du monde renouvelable. Aline Choulot Novembre 2020

Liens www.thesuntrip.com www.levelorouge.ch


N° 100  3 / 2020

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Nr. 100 | damals und heute – N°100 | d’hier à aujourd’hui

Stadt-Kleinwasserkraftwerk Dünnern Baufehler erfolgreich behoben

Unsere Verbandszeitschrift «Das Kleinkraftwerk» hatte im Heft Nr. 86 (2/2015), S. 54-55, über die Inbetriebnahme des Stadt-Kleinwasserkraftwerks Dünnern in Olten berichtet. Das Bauwerk, welches rund ein Jahr lang stillgelegt war, musste aufgrund eines Baufehlers komplett entkernt und neu aufgebaut werden. Mitte 2020 ging die Anlage nach einer Totalsanierung wieder ans Netz.

ADEV

Mitten in Olten im Schweizer Mittelland nahm die ADEV Wasserkraftwerk AG Ende 2015 das Stadt-Kleinwasserkraftwerk Dünnern in Betrieb. Das Kraftwerk turbiniert das Wasser, das bis dahin ungenutzt durch den Betonkanal des Flusses Dünnern strömte. Die ADEV aus Liestal nutzte damals die Gelegenheit der Kanalsanierung, um ein 375 kW-Kleinwasserkraftwerk einzubauen, das jährlich rund 1.6 Mio. Kilowattstunden Strom produzieren sollte.

Luftansicht der Wasserfassung mit dem Einstaubereich des Stadt-Kleinwasserkraftwerks Dünnern, welches das Wasser des Flusses Dünnern turbiniert.

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Nach bestem Wissen und Gewissen Weil das Kraftwerk in einem Wohngebiet liegt und auf Fels gebaut verankert wurde, liess die ADEV eine elastische Lagerung des zentralen Gebäudeteils ausführen, um die Vibrationen der Turbine vom Fundament der Kraftwerkszentrale zu entkoppeln und Beeinträchtigungen der Nachbarschaft zu vermeiden. «Seltsamerweise trat unmittelbar nach der Inbetriebnahme Wasser aus der Isolationsfuge aus», erinnert sich Arno Günzl, Mitglied Geschäftsleitung und Leiter Betrieb der ADEV Energiegenossenschaft. Doch diesem Umstand wurde keine besondere Beachtung geschenkt: «Denn zu diesem Zeitpunkt war die Dämpfwirkung der Isolationsschicht selbst mit blossen Händen gut zu spüren.» Elastische Entkoppelung ungenügend Ein gutes Jahr nach der Inbetriebnahme beschwerten sich im März 2017 Anwohner über Vibrationen und Lärm des Kraftwerks. Die ADEV nahm die Beschwerden auf und beauftragte das Unternehmen ZC Ziegler Consultants, Vibrations- und Schallmessungen durchzuführen. Da 2017 sehr niederschlagarm war und somit nur sehr geringe Abflüsse in der Dünnern vorhanden waren, konnten die Messungen erst im Januar 2018 durchgeführt werden. Das Ergebnis gab den Anwohnern recht: Die elastische Entkoppelung sei im Vergleich zu einem optimal entkoppelten System viel zu gering, schrieben die Fachleute in ihrem Bericht. Dadurch breiteten sich die Vibrationen der Turbine vom Kraftwerk auf den Felsen und weiter auf die benachbarten Gebäude aus, wo sie zu störendem Lärm führten.


N° 100

Nun gab die ADEV gemeinsam mit dem Planer und den Bauunternehmern bei Basler & Hofmann ein weiteres Gutachten in Auftrag, um die Ursache des Wassereinbruchs und allfällige Planungs- oder Ausführungsfehler zu eruieren. Auch das Fazit dieses Gutachtens war eindeutig: Das Wasserkraftwerk weise bezüglich der Körperschallentkoppelung erhebliche Mängel auf, so dass es «für den Gebrauch untauglich» sei und saniert werden müsse, schrieben die Gutachter. Beton-Bindelöcher nicht abgedichtet Was die Gutachter vermuteten, bestätigte sich beim Rückbau: Die Bindelöcher der BetonKraftwerkhülle waren nicht abgedichtet worden, so dass kalkhaltiges Grundwasser ins Kraftwerksgebäude eindrang und das poröse Isolationsmaterial für die Entkoppelung versteifen liess. Es wurde sozusagen ausser Gefecht gesetzt, so dass sich die Vibrationen des Kraftwerks über den Fels bis zu den Nachbargebäuden ausbreiten konnten.

Der gesamte

Arno Günzl

«Für den Gebrauch untauglich»

3 / 2020

innere Teil der Kraftwerkszentrale, sprich die Turbine, der Trafo, die Steuerschränke etc., musste ausgebaut bzw. herausgespitzt werden.

der Trafo, die Steuerschränke etc., ausgebaut bzw. herausgespitzt werden. Die Rückbauarbeiten fanden von Mitte September 2019 bis Mitte Januar 2020 statt. Danach musste alles wieder eingebaut werden. Seit Juni 2020 produziert das Stadt-Kleinwasserkraftwerk wieder Strom. Die erneute Nachmessung hat ergeben, dass nun die angestrebte Körperschalltrennung wieder einwandfrei funktioniert. Text: Anita Niederhäusern / ADEV Energiegenossenschaft

Schalungsanker

Alles ausund wieder einbauen

mit Bindeloch, verschiedene Abdichtungs-

Um die sogenannte Körperschallentkoppelung wieder herzustellen, musste der gesamte innere Teil der Kraftwerkszentrale, sprich die Turbine,

arten des Hüllrohrs

Schalungsanker ohne Bindeloch, mit Wasser-

beton wiki

sperrplatte

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Ein Baufehler führte dazu, dass das Stadt-Kleinwasserkraftwerk Dünnern kaum in Betrieb wieder stillgelegt und

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Arno Günzl

saniert werden musste.


N° 100  3 / 2020

Projekt KW Doppelpower Unsere Verbandszeitschrift «Kleinwasserkraft» berichtete in Ausgabe Nr. 96 (2/2019), S. 6-7, über den hindernisreichen Bau des Kraftwerks Doppelpower im Kanton Glarus. Für Aufsehen hatte das Projekt Doppelpower bereits im Jahre 2007 gesorgt, als die Idee der beiden Heimwehglaner Kaspar Glarner und die seines Neffen Andreas Bänziger, mit dem Swiss Mountain Water Award ausgezeichnet wurde. Die Idee, das natürliche Gefälle des Wassers hydroelektrisch zu nutzen, traf bei Leo Meier, heute Geschäftsführer der Kraftwerk Doppelpower AG und Leiter Produktion der SN Energie AG auf offene Ohren.

SN Energie AG

Von der Projektidee bis zur Inbetriebnahme

Projektumfang

Wasserfassung im Bau …

Aus wirtschaftlichen Überlegungen wurde ergänzend zum bisherigen Konzept auch eine Wasserfassung des Sernf vor der Zentrale integriert. Diese Fassung soll vor allem in wasserreichen Phasen (insbesondere Schneeschmelze) zu zusätzlicher Energie verhelfen. Nach der energetischen Nutzung wird es fünf Flusskilometer weiter unten in die Linth zurückgeführt. Da das Wasser bei diesem Konzept gleich zweifach genutzt wird, erfanden die Projektinitianten den Namen «Kraftwerk Doppelpower».

… und nach der Fertigstellung

SN Energie AG

Die technische Voraussetzung für das Unterfangen sollte ein Stollen unter dem Dorf Sool und dem Gebiet Föhnen in Schwanden bieten. Der bemerkenswerte Nebeneffekt, der den besonderen Reiz des damaligen ersten Konzepts ausmachte, war der Umstand, dass man auf zusätzliche Bauwerke für die Fassung, für die Entsandung und die Fischpassierbarkeit verzichten wollte. Das für den Turbinenbetrieb benötigte Wasser wird nicht dem natürlichen Flusslauf entnommen, sondern direkt aus dem Unterwasser der bestehenden SN-Zentrale Herren in den Stollen übergeleitet.

Synergien Weitere Synergien konnten mit der Integration des Flusskraftwerks «Seidendruckerei» der Altra Management AG, mit Unterbringung in die gleiche Zentrale und gemeinsamer Nutzen des Unterwasserkanals gewonnen werden. Ebenso konnte am gleichen Standort im Zuge der Bauarbeiten auch das Projekt «Hochwasserschutz Mitlödi» umgesetzt werden.

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Nr. 100 | damals und heute – N°100 | d’hier à aujourd’hui

Baustart Nach erfolgter Umweltverträglichkeitsprüfung und Bereinigung von Einsprachen stand der Erteilung der Konzession 2011 und der Baubewilligung 2013 nichts mehr im Wege. Die Bauarbeiten wurden rasch vorangetrieben. Das Kernelement des gesamten Projekts repräsentierte der Bau des 1,7 km langen Stollens. Dieser sollte plangemäss in der Technik des Rohrvortriebs auf einen Innendurchmesser von 3 m aufgefahren werden. Die in einer Feldfabrik in der Nähe gefertigten Druckrohre – rund 400 Rohre mit einem Einzelgewicht von 43 Tonnen – sollten letztlich die Druckleitung bilden.

Turbine bei der Montage … … und nach der Fertigstellung

SN Energie AG

Grosse Beachtung musste der gesamten Logistik geschenkt werden: So war speziell für die Tunnelbohrmaschine, kurz TBM, und den Transport der Rohrelement eine Hilfsbrücke mit Tragfähigkeit bis 100 Tonnen zu erstellen. Sämtliche Transporte sollten aufgrund der Breite in verkehrsarmer Zeit erfolgen, eine nicht einfache Aufgabe, waren doch die Platzverhältnisse für Zwischenlager beschränkt und für die Anforderung eines durchgehenden 24-h-Betriebes eine wichtige Voraussetzung.

Rohrvortrieb und die Tücken der Geologie Die TBM nahm im April 2014 ihre Arbeit auf. Als Startschacht diente die spätere Kraftwerkszentrale. Ein Rohrelement nach dem anderen wurde mit einem Anpressdruck von 2’000 Tonnen hinter der TBM in den Berg hineingedrückt. Weil das Gestein wesentlich härter war als angenommen, nutzte sich der Bohrkopf viel schneller ab als gedacht und so musste bereits im Mai 2014 nach rund 200 m das Fräsrad der TBM ausgetauscht werden. Nachdem die TBM nicht mehr zurückgezogen werden konnte, geschah dies mit Hilfe eines 20 Meter tiefen Vertikalschachtes. Dieser Zwischenfall kostete letztlich 6 Monate Zeit und verursachte erste nicht geplante Mehrkosten. Anschliessend konnte der Rohrstrang von Mitlödi her rund 1,3 km im Berg vorangetrieben werden – bis sich im Frühling 2015 erste Schwierigkeiten mit der Geologie und der unterirdischen Wasserführung ergaben. Schliesslich gelang es im Juli 2015 nicht mehr, den Rohrstrang selbst mit Presskräften von bis zu 3’000 Tonnen fortzubewegen. Die genauen Gründe dafür sind bis heute nicht ganz klar. Die meisten Experten gehen davon aus, dass sich die schieferartigen Gesteinsplatten in diesem geologischen Bereich zwischen Rohr und Berg festgeklemmt hatten. Das Projekt musste gestoppt und die gesamten Installationen des Rohrvortriebes demontiert werden. Wasserfassung Bereits im Gange waren zu diesem Zeitpunkt die Arbeiten an der Wasserfassung. Hier galt es, das Vereinigungsbauwerk mit den oberliegenden Kraftwerken und die Wasserfassung mit Entsanderanlage zu erstellen. Gegenvortrieb

SN Energie AG

Es mussten neue Möglichkeiten gesucht werden, um die verbleibende 400 m lange Reststrecke bis zum Kraftwerk der SN Energie in Schwanden fertigstellen zu können. Nach einem umfangreichen Variantenstudium und auf Empfehlung der Experten hat sich die Bauherrschaft entschieden, diese restlichen Tunnelmeter von der Gegenseite mittels bergmännischem Gegenvortrieb zu realisieren. Dieser sah vor, einen Stollen mit leicht grösserem Durchmesser als die TBM zu erstellen, diese zu bergen und anschliessend die bereits vorgefertigten Rohre in den Stollen zu schieben und den Hohlraum zu hinterfüllen. 18


N° 100  3 / 2020

Zentrale mit UW-Kanal im Bau … … und nach der

SN Energie AG

SN Energie AG

Fertigstellung

Im August 2015 wurde nach intensiver Planungsphase mit dem bergmännischen Gegenvortrieb begonnen. Nachdem im Winter und Frühling bereits der Startschacht vorbereitet und die Unterquerung des Sernf in Tagbauweise erstellt wurde, konnte im August mit dem Gegenvortrieb begonnen werden. Parallel dazu konnte der Startschacht in die Kraftwerkszentrale umgebaut und die elektromechanischen Einrichtungen eingebaut werden. Die Turbine und der Generator waren zu diesem Zeitpunkt bereits gefertigt und mussten aufgrund der Verzögerungen unplanmässig zwischengelagert werden. Gegenvortrieb und die Tücken der Geologie Eine extrem schwierige Geologie bestehend aus Schwemmablagerungen, Kies, Flyschfels und verschiedenen Wasseraufstössen forderten die Beteiligten nochmals aufs Äusserste, musste doch mit dem Vorgehen eines offenen Vortriebs auch der Personensicherheit der untertage arbeitenden Mineure grosse Beachtung geschenkt werden. Durchstich Mit dem Erreichen des Fräsrades am 26. März 2019 stellte sich bei allen Beteiligten eine erste grosse Erleichterung ein – die erste Verbindung zwischen Wasserfassung und Zentrale war erstellt. Daraufhin konnte die TBM demontiert und geborgen werden. In weiterer Folge wurden die verbliebenen 92 Betonrohre mit einem eigens dafür konstruierten Sattelschlepper in den neuen Stollenteil transportiert. Mitte Oktober 2019 war die Verbindung der Druckrohrleitung durgehend hergestellt.

Inbetriebnahme Nach letzten Abschlussarbeiten an der Zentrale in Mitlödi konnte im November 2019 mit den Trocken-Inbetriebsetzungsarbeiten mit sämtlichen Signaltests begonnen werden. Anfang Dezember 2019 war der grosse Moment gekommen: Erstmalig wurde das Triebwasser durch den Stollen zu den Turbinen im Maschinenhaus geführt. Nach 13 Jahren Planungs- und Bauzeit konnte der Generator am 4. Dezember 2019 erstmals ans Netz geschaltet werden. Es folgten im Jahr 2020 verschiedenste Abstimmungen bei unterschiedlichen Wasserführungen im Sernf und mit dem Betrieb der oberliegenden Kraftwerke. Ebenso wurde im Zuge der Fertigstellungsarbeiten das unterliegende Kraftwerk Textil stillgelegt und seine Wasserfassung naturnah zurückgebaut, was eine Auflage aus der Konzession verlangte. Nach rund 1-jähriger Betriebsphase kann die Bauherrschaft auf einen erfolgreichen Betrieb zurückblicken. All die Mühen und Sorgen treten in den Hintergrund, die langfristige Gewinnung erneuerbarer Energie und somit der Beitrag an eine sichere und saubere Stromerzeugung in den Vordergrund.

Kennzahlen Kraftwerk Doppelpower Jahresproduktion    Leistung    Fallhöhe    Durchmesser Stollen    Länge Stollen    Konzession

21'000’000 kWh 4’000 kW 36 m 3m 1,7 km 80 Jahre

Kontakt & Fragen: Leo Meier, SN Energie AG Herrenstrasse 66, 8762 Schwanden Tel. 079 653 75 85, leo.meier@snenergie.ch www.snenergie.ch

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Nr. 100 | damals und heute – N°100 | d’hier à aujourd’hui

Verband damals – Verband heute Höhen und Tiefen der Kleinwasserkraft

Die Kleinwasserkraft ist in den letzten Jahrzehnten durch Höhen und Tiefen gegangen. Im Sinne dieser Jubiläumsausgabe möchten wir einen kurzen Rückblick auf die Entwicklung von Swiss Small Hydro (vorher «Interessensverband Schweiz Kleinkraftwerk-Besitzer» - ISKB/ Association des usiniers romands - ADUR) geben und einen Blick in die Zukunft wagen. Untenstehender Zeitstrahl gibt einen Überblick über wichtige Meilensteine. Der grösste Mitgliederzuwachs geht immer noch auf den Beginn der 90er Jahre zurück. Gefolgt von vielen ruhigeren Jahren, kam es 2013 zu internen Herausforderungen, welche durch ein Bündel von Massnahmen angegangen und erfolgreich gelöst wurden. Neben einer internen Erneuerung, der Namensänderung zu «Swiss Small Hydro» (SSH), wurde auch durch die öffentliche Präsenz auf der eigenen Homepage, in sozialen Medien und schliesslich die professionelle Neugestaltung unserer Zeitschrift («Kleinwasserkraft – Petite Hydro») das Image des Verbandes deutlich verbessert. Während sich SSH als ganzheitlicher Gewässermanager neu definiert hat, haben sich insbesondre im Jahr 2018 die Rahmenbedingungen für die Kleinwasserkraft massiv verschlechtert. Nichtsdestotrotz sieht sich der Verband in einer personell sowie finanziell guten Position,

1980er

Années 80 • 1982: Gründung ISKB • 1983: erste Ausgabe «Das Kleinkraftwerk» • 1989: Gründung Sektion ADUR • 1982: Création de l’ISKB • 1983: 1er numéro de la revue de SSH «Das Kleinkraftwerk» • 1989: Création de l’ADUR

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1992

um auf die Herausforderungen der Zukunft schnell und professionell reagieren zu können. So besteht durch den neuen Präsidenten von SSH, Nationalrat Benjamin Roduit, wieder die Möglichkeit auf höchster politischer Ebene mitzusprechen. Bei Bedarf können beispielsweise Rechtsgutachten finanziert werden, um so die Möglichkeiten und Grenzen der Gesetzgebung im Interesse der Mitglieder aufzuzeigen. Swiss Small Hydro ist in zahlreichen nationalen Interessens- und Arbeitsgruppen aktiv und in Diskussionen involviert; so zum Beispiel auch in der Arbeitsgruppe «Nutzung Wasserkraft», welche beim «Runden Tisch» mit Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga initiiert wurde (mehr dazu auf S. 41). Diese Aktivitäten gaben und geben weiterhin die Möglichkeit bei Themen wie der Energiestrategie 2050, oder dem anstehenden Prozess rund um das CO2-Gesetz die Vorteile der Kleinwasserkraft aufzuzeigen und bei wichtigen nationalen Prozessen einfliessen zu lassen. Wir sind optimistisch auch in schwierigen Zeiten, gute Lösungen für die Kleinwasserkraft zu finden und hoffen, Sie sind es auch.

Dr. Hedi Feibel und Wesley Wojtas Oktober 2020

2013

Grösster Mitgliederzuwachs nach Initiative, die die Nutzung der Wasserkraft verbieten will.

Veränderungen in der Geschäftsleitung und in den Prozessen führen zu einer erfolgreichen Umstrukturierung.

Forte augmentation du nombre de membres suite à l'initiative visant à interdire l’exploitation de la force hydraulique.

Restructuration bénéfique de l’association

2016 Namensänderung von ISKB zu Swiss Small Hydro. Verstärkte politische und mediale Präsenz (Webseite, soziale Medien) Changement de nom : ISKB/ADUR > Swiss Small Hydro Renforcement des actions politiques et promotionnelles


N° 100  3 / 2020

L’association d’hier à aujourd’hui Face aux hauts et bas de la petite hydroélectricité

Au cours des dernières décennies, la petite hydroélectricité a connu bien des hauts et des bas. Cette édition-anniversaire est l’occasion d’un bref retour sur le développement de Swiss Small Hydro (anciennement ISKB / ADUR pour Interessensverband Schweiz Kleinkraftwerk-Besitzer/Association des usiniers romands) et d’un coup d'œil sur l'avenir. Le calendrier ci-dessous revient sur les étapes les plus importantes depuis la création de l’association. Le début des années 90 est marqué par la plus forte augmentation du nombre de membres. Après une période calme, l’année 2013 ressort avec un renouvellement interne important. S’en suivent la nouvelle nomination de l’association, «Swiss Small Hydro» (SSH), l’amélioration sensible de son image que ce soit sur notre site web ou dans les médias sociaux, et enfin la refonte de notre magazine, «Kleinwasserkraft - Petite Hydro», à un niveau plus professionnel. Tandis que SSH se redéfinit comme gestionnaire global de l'eau, les conditions-cadres pour la petite hydroélectricité se détériorent, surtout en 2018. Néanmoins, l'association se considère comme étant bien positionnée, tant en termes de ressources humaines que de finances, pour répondre rapidement et professionnellement aux défis

2017 Vorstand beschliesst Neuausrichtung: «SSH als ganzheitlicher Gewässermanager». Das Magazin «Kleinwasserkraft – Petite Hydro» erscheint mit neuem Namen und frischem Design. Réorientation décidée par le Comité: «SSH en tant que gestionnaire global de l'eau» Piublication de la revue de SSH sous un nouveau nom «Kleinwasserkraft– Petite Hydro» et un nouveau graphisme

de l'avenir. Ainsi, le nouveau président de SSH, le conseiller national Benjamin Roduit, a la possibilité de s'exprimer au plus haut niveau politique. Si nécessaire, des avis juridiques peuvent être financés, par exemple pour démontrer les possibilités et les limites de la législation dans l'intérêt des membres. De plus, SSH participe activement aux discussions de nombreux groupes d'intérêt et groupes de travail nationaux ; par exemple, dans celui appelé «Utilisation de la force hydraulique», lancé lors de la «Table ronde» avec la présidente de la Confédération, Simonetta Sommaruga. Ces activités ont donné et continuent de donner l'occasion de démontrer les avantages de la petite hydraulique que ce soit au niveau de la Stratégie énergétique 2050, de la loi sur le CO2 et d’autres importants processus nationaux. Nous sommes optimistes, même dans ces moments difficiles, quant à la possibilité d’implémenter des solutions favorables à la petite hydroélectricité. Et nous espérons que vous l'êtes également.

Dr. Hedi Feibel et Wesley Wojtas Octobre 2020 (Traduction: A. Choulot)

2018 Massive Verschlechterung der Rahmenbedingungen: Ende der KEV, keine Investitionsbeiträge für Anlagen < 1 MW (nur in Infrastruktur), Ablösung ehehafter Wasserrechte, erforderliche Zusatzinvestitionen durch erhöhte Umweltauflagen. Détérioration des conditions-cadres : fin de la RPC, pas de CI pour les sites en cours d’eau < 1 MW, remplacement des droits immémoriaux, renforcement des exigences environnementales

2020+ Der Verband zeigt sich dennoch gut aufgestellt – sowohl personell als auch finanziell kann SSH die Herausforderung annehmen, einen wesentlichen Beitrag zur Energiestrategie 2050 leisten und somit den Klimaschutz wirksam voranbringen. L'association reste solide, tant en termes de personnel que de finances, face aux défis de la Stratégie énergétique 2050 et de la protection du climat.

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Publireportage

Innovative Fischwanderhilfe erfolgreich im Einsatz FISHCON-Schleuse stellt einfach und kostensparend Gewässerdurchgängigkeit her Seit 2018 wird die neue Fischwanderhilfe „FISHCON-Schleuse“ vom Unternehmen FISHCON gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur Wien entwickelt und erfolgreich untersucht. An den beiden Pilotstandorten konnten bereits mehrere tausend Fischaufstiege von in Summe über 30 Arten nachgewiesen werden.

Bei der FISHCON-Schleuse, auch bekannt als 2-Kammern-Organismenwanderhilfe, handelt es sich um eine innovative Fischschleuse, welche die Gewässerdurchgängigkeit in beide Richtungen auf kleinem Raum kostensparend herstellen kann.

Funktion der FISHCONSchleuse

FISHCON GmbH

Die Fischschleuse besteht aus zwei Schleusenkammern mit Verschlussorganen zum Ober- und Unterwasser sowie einer patentierten hydraulischen Verschaltung. Diese hydraulische Verschaltung, ausgeführt als Rohrbogen, verbindet die beiden Kammern, führt die Leitströmung von einer in die andere Kammer und begrenzt dabei durch den Einsatz einer Drossel oder Turbine den Durchfluss, so dass optimale Strömungsgeschwindigkeiten in den Kammern vorliegen. Das Einschwimmen von Fischen in diesen Rohrbogen wird durch Feinrechen verhindert, die sich aufgrund der wechselnden Durchströmungsrichtung regelmässig reinigen.

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FISHCON GmbH

Innovative Technologie

Teilweise entleerte Schleusenkammer mit Feinrechen, Belichtung und Sohle

Die Verschlussorgane der FISHCON-Schleuse werden immer so angesteuert, dass eine Kammer zum Oberwasser und die andere Kammer zum Unterwasser geöffnet ist. Nach Ablauf eines Zeitintervalls ändern alle vier Verschlussorgane ihre Position. Fische, welche in die Kammern eingeschwommen sind, können somit flussaufwärts und flussabwärts wandern.


N° 100  3 / 2020

Die erste Pilotanlage wurde an der Alm in Oberösterreich errichtet. Die Fischschleuse wurde für eine Bachforelle mit 50 cm ausgelegt, überwindet eine Höhe von knapp 2 m und wurde parallel zur neu verwirklichten Restwasserschnecke installiert. Durch ein Videomonitoring der Universität für Bodenkultur Wien konnten trotz äusserst schlechten Fischbestands 683 Fischaufstiege und 305 Fischabstiege an den 104 Untersuchungstagen nachgewiesen werden. Dabei konnte die Wanderung aller im Gewässer vorhandenen Fischarten dokumentiert werden und keine Grössenselektivität lag vor. Aus diesen Gründen wurde die FISHCON-Schleuse mit Bestnote beurteilt. Die zweite Pilotanlage wurde am Aschacharm ebenfalls in Oberösterreich errichtet. Die massgebende Fischart war die Barbe mit 60 cm. Im Zuge des vom Technischen Büro Blattfisch durchgeführten Reusenmonitorings konnten aber auch die Wanderungen grösserer Fische dokumentiert werden. In Summe konnten an den 145 Untersuchungstagen 5’360 Fischaufstiege von 27 heimischen Arten nachgewiesen werden, darunter auch die Wanderung von schwimmschwachen Fischarten, Sohlenwanderern und Fischschwärmen. Die Fischschleuse wurde aufgrund der sehr positiven und aussagekräftigen Ergebnisse als funktionsfähig beurteilt. Bei beiden Anlagen konnte die Leitströmung um über 50 % gegenüber einer herkömmlichen Fischwanderhilfe reduziert werden, was für die Kraftwerksbetreiber ein grosser Vorteil ist. Des Weiteren konnte gezeigt werden, dass ein sehr wartungsarmer und zuverlässiger Betrieb mit der FISHCON-Schleuse möglich ist.

FISHCON GmbH

Die FISHCON-Schleuse wurde 2017 erstmals von der Universität für Bodenkultur Wien an einer Versuchsanlage geprüft. Aufgrund der sehr positiven Ergebnisse wurde 2018 die FISHCON GmbH gegründet und zwei Pilotanlagen wurden errichtet. Diese Pilotanlagen wurden von März 2019 bis Juni 2020 ausführlich untersucht. Dabei wurde unter anderem das Verhalten der Fische durch Videoaufzeichnungen analysiert, die fischökologische Funktion durch Monitoring-Untersuchungen überprüft sowie die technische Funktionalität der Anlagen ausführlich getestet.

FISHCON GmbH

Entwicklung und Monitoringergebnisse

Fazit und Ausblick

Bild oben FISHCON-

Die Untersuchungen weisen die technische und fischökologische Funktion der innovativen Fischwanderhilfe an beiden Standorten nach. Aus wirtschaftlicher Sicht ist die FISHCONSchleuse ab Höhen von ca. 1,5 m eine sehr kostensparende und vorteilhafte Lösung zur Herstellung der Gewässerdurchgängigkeit.

Schleuse an der Alm parallel neben Restwasserschnecke Bild unten FISHCONSchleuse am

Derzeit werden mehrere Projekte in Österreich und Deutschland eingereicht und Standorte in ganz Europa auf Eignung geprüft. Detaillierte Informationen zur Technologie sind unter https://www.fishcon.at zu finden oder können bei FISHCON angefragt werden (siehe unten). Bernhard Mayrhofer, MSc Geschäftsführer FISHCON GmbH Weingartshofstrasse 12/2, 4020 Linz ÖSTERREICH Tel. +43 650 9401368 bernhard.mayrhofer@fishcon.at https://www.fishcon.at

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Aschacharm, errichtet nach einer ungenutzten Schotterschleuse


FISHCON

fishcon.at

2 Kammern für Auf- & Abstieg

Raue Sohle für optimale Strömgeschwindigkeit

Geringer Platzbedarf auch bei großen Fallhöhen

Die einfache Fischwanderhilfe Die 2-Kammern-Ogranismenwanderhilfe von Fishcon vereint ökologischen Gewässerschutz mit nachhaltiger Wasserkraftgewinnung. Das platz- und kostensparende System ist mehrfach ausgezeichnet und ermöglicht eine schonende Wanderung auch für schwimmschwache Organismen. jetzt informieren:

Bernhard Mayrhofer, MSC +43 650 9401368 office@fishcon.at


Planung, Bau und Inbetriebnahme – Etudes, construction et mise en service

La chute nette Hn, qu'est-ce que c'est ? Une question incongrue ?

Probablement, puisque dans le domaine des petites centrales, tout le monde sait que la chute nette Hn (m) d'une installation hydraulique est la dénivellation ∆Z (m) de l'aménagement, appelée aussi chute brute Hb, de laquelle on soustrait les pertes de charges des ouvrages d'amenée et de restitution. En d'autres termes, l'énergie perdue dans les conduites qui précèdent ou suivent la turbine n'est plus à sa disposition pour être transformée en énergie mécanique. Mais la définition précise de la chute nette ne s’arrête pas là. Elle doit notamment considérer la perte cinétique à la sortie du diffuseur des turbines à réaction, et la hauteur de dénoyage des turbines à action, sans oublier les variations du niveau d’eau aval. Pour ce numéro 100 de Petite Hydro, pourquoi ne pas revenir aux fondamentaux ? Voici une première approche, que les plus passionnés ne manqueront pas d’approfondir grâce à un document plus complet disponible sur le site de Swiss Small Hydro (https://bit.ly/3lCjedu). La chute nette pour une petite centrale hydraulique (PCH) en cours d’eau Hn = ∆Z-ƩHr [m] Avec ∆Z = différence des niveaux d'eau entre le bassin amont (Z1) et le point de déversement dans le cours d'eau à l'aval de la centrale (Z3). Le niveau Z1, selon la concession hydraulique, est celui de la crête du barrage. Comme le niveau d'eau est, en principe, toujours arasé à cette crête, on admet que Z1 est constant (cas très général des PCH qui fonctionnent pratiquement toujours au «fil de l'eau»). Le niveau Z3 est variable en fonction du débit du cours d'eau. La concession hydraulique en fixe la valeur «administrative» selon le débit moyen Qm turbiné (art. 51 de la loi sur les forces hydrauliques de 1916).

ƩHr = somme des pertes de charge des ouvrages d'amenée et de restitution. [m] Ainsi, la puissance électrique de l'installation (kW), mesurée aux bornes de l'alternateur ou du transformateur (si celui-ci est installé), s'écrit : Pé = 10-3·ρ·Q·g·Hn·ηT·ηA·ηtr (a) [kW] Avec 10-3 = coefficient transformant les watts en kilowatts [kW/W] ρ = masse volumique de l'eau [kg/m3] g = accélération de la pesanteur [m/s2] Hn = chute nette (définie plus haut) [m] ηT = rendement de la turbine [-] ηA = rendement de l'alternateur [-] ηtr = rendement du transformateur, si installé [-] Dans cette expression, le produit g·Hn (J/kg) est l'énergie hydraulique massique mise à la disposition de la turbine. C'est l'énergie (joule) produite par la turbine, au rendement près, pour chaque kilo d'eau qui la traverse. Produit «g·Hn» ou énergie hydraulique massique «E» ? Dans la norme internationale CEI 60041 qui fait autorité dans les essais de performances in situ des turbines hydrauliques, les termes de hauteur de chute nette Hn et de chute brute Hb ont disparu. Dans l'expression (a), le produit g·Hn est remplacé par E, énergie hydraulique massique (J/kg). Lors des séances de normalisation sur les symboles, unités et recommandations concernant les turbines hydrauliques (à la fin des années 80), les «turbiniers», face aux thermodynamiciens, ont dû beaucoup insister pour qu'apparaisse dans la norme l'égalité E = gH. Le terme gH représentant une énergie, on l'écrit de préférence sans dissocier les deux lettres g et H (pas de point multiplicateur entre les deux). 25


Planung, Bau und Inbetriebnahme – Etudes, construction et mise en service

Toutefois, les nostalgiques de la chute nette, lorsque gH est connu, peuvent toujours retrouver une valeur généralement très proche de Hn. gH Hn ≈ g

[m]

Et puis, quoiqu'en disent les normes, pour caractériser un aménagement hydraulique, on parlera toujours d'une chute, haute, moyenne ou basse. En revanche, nous verrons que dans la détermination de gH en fonction de ∆Z, g·Hn n'est pas exactement égal à gH. Cet écart est variable en fonction de ∆Z et du type de turbine, à réaction ou à action. Chute nette et turbines à réaction (Francis, Kaplan, hélice, diagonale, …)

Installation équipée d'une turbine axiale (type «Saxo»)

∆Z gH Z3

v /2 2 2

En appliquant le principe de la conservation de l'énergie des fluides en mouvement (équation de Bernoulli), entre Z0 et Z3, on trouve la valeur précise de gH en fonction de ∆Z : ρa ρ

)-

v22 2

-∑gHr

[J/kg]

Avec ρa = masse volumique de l'air ≈ 1.3 [kg/m3] ρ = masse volumique moyenne de l'eau entre les niveaux Z0 et Z3 [kg/m3] v2 = vitesse de l'écoulement à la sortie du diffuseur [m/s] qui est différente de : g∙Hn = g∙(∆Z-∑Hr) Il manque, en effet, les deux termes :

ρa ρ

[J/kg] et v22 2

En négligeant ρa/ρ, on commet une erreur de seulement ~1.3 %o puisque ρ ≈ 1'000

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On dira avec raison qu'il suffit de diminuer v2 pour les faibles valeurs de ∆Z. La réalité des écoulements dans un diffuseur n'est pas si simple : l'augmentation de la section de sortie du diffuseur, donc sa longueur, entraine le développement de deux phénomènes : 1) Épaississement de la couche limite laminaire le long des parois ; 2) Accroissement de la déformation du profil de l'écoulement, ce qui entraine une augmentation de la vitesse moyenne réelle par rapport à sa valeur théorique Q/S2 (S2 = section débitante à la sortie du diffuseur). Ces phénomènes sont complexes ; ils échappent en bonne partie à l'analyse théorique des écoulements. Une vitesse théorique optimale (Q/S), obtenue expérimentalement, se situe vers v2 = 2.0 m/s au débit maximal de la turbine.

Z0

gH = g∆Z∙(1-

Par contre, l'énergie cinétique v22/2 à la sortie du diffuseur, dissipée dans le bassin aval ou dans le cours d'eau (donc perdue pour l'installation), devient appréciable pour les aménagements à faible dénivellation.

Dans l'expression de gH, le terme v22/2 étant donc pratiquement constant, sa valeur relative augmente lorsque ∆Z diminue. Elle varie de 0.2 % à 5 % lorsque ∆Z évolue de 100 à 4 m.


N° 100  3 / 2020

Chute nette et turbines à action (Pelton, turbines à flux traversant – Banki, crossflow-, …) Z0

Installation équipée d'une turbine Pelton ∆Zρ ∆Z gH

Z2 h

Z3

Les turbines à action se distinguent des turbines à réaction dans la détermination de l'énergie hydraulique massique gH en fonction de ∆Z pour trois raisons principales : 1. L'énergie cinétique v22/2 (écoulement en sortie des augets), n'est pas récupérée. On admet, par conséquent, que la perte hydraulique correspondante est incluse dans le fonctionnement hydrodynamique de la turbine. 2. Les roues motrices des turbines à action tournent dans l'air, donc au-dessus du plan d'eau aval. La hauteur de sécurité minimale «hmin» entre l'aubage et le niveau aval (hauteur de dénoyage) est prescrite et garantie par le constructeur de la turbine. En revanche, la hauteur de dénoyage «h» est dépendante des variations du niveau aval. h = hmin+∆h avec ∆h = variation du niveau aval

[m] [m]

En raison de contraintes d'installation, souvent rencontrées dans le domaine des petites centrales (accès à la turbine, interventions sur les machines, etc.) ou par mesure de précaution (trop) prudente par rapport à l'estimation de l'amplitude maximale de la variation du niveau aval Z3 (crues exceptionnelles), la valeur de h est très souvent largement supérieure à sa valeur optimale. Cette marge représente une perte de dénivellation de l'installation et donc de production électrique, perte d'autant plus importante, en valeur relative (rendement), que la dénivellation ∆Z est faible. Par analogie avec les turbines à réaction, on trouve la valeur précise de gH : ρa ρ )-g(hmin+∆h)-∑gHr

[J/kg]

Expression qui est différente de : g∙Hn = g∙(∆Zp-∑Hr)

[J/kg]

gH = g∆Z∙(1-

ρa

Puisqu'il y manque le coefficient (1- ρ ) de g∆Z et le terme variable ∆h. On verra, dans la version développée de ce sujet (sur le site https://bit.ly/3lCjedu) qu'il est économiquement important d'optimiser le terme ∆h, particulièrement lorsque celui-ci est fortement variable et pour les valeurs basses de ∆Z, en dessous de 200 m environ. Diverses variantes sont concevables : • Z2 est égal au niveau aval maximal Z3max (débit de crue) augmenté de la hauteur minimale de dénoyage hmin. Dans ce cas, la perte de production est la plus grande, mais l'installation est la plus simple (pas de pressurisation du bâti-cuve) de la turbine ;

3. L'usage requiert que la valeur de ∆Z prise en compte dans le dimensionnement des turbines à action soit définie selon Z2 (fixe) et non Z3 (variable). La hauteur de chute nette s'écrit alors :

• Z2 est égal au niveau aval minimal Z3min (débit d'étiage) augmenté de hmin. Dans ce cas, le bâti-cuve de la turbine est pressurisé pour tous les débits supérieurs à ceux de l'étiage. C'est la variante qui privilégie la production ;

Hn = ∆Zp-∑Hr avec ∆Zp = ∆Z-h

• Z2 est situé entre ces deux extrêmes. Diverses solutions sont envisageables comme l'arrêt de l'installation ou la pressurisation durant les périodes de crue.

[m] [m]

27


Planung, Bau und Inbetriebnahme – Etudes, construction et mise en service

En conclusion Il n'y a pas de raison objective de ne pas considérer, dans la phase de projet d'une installation, la définition la plus exacte possible de l'énergie hydraulique massique gH en fonction de la dénivellation ∆Z prescrite par la concession. Pour les turbines à réaction : 2 gH = g∆Z∙(1- ρa )- v22 -∑gHr ρ

[J/kg]

Pour les turbines à action : ρa gH = g∆Z∙(1- ρ )-g(hmin+∆h)-∑gHr

[J/kg]

On se mettra ainsi à l'abri, dans tous les cas de figure, de déconvenues au moment crucial de la mise en service d'une nouvelle installation et à celui du bilan de la production électrique annuelle par rapport aux valeurs attendues. Raymond Chenal, Octobre 2020

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N° 100

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3 / 2020


Planung, Bau und Inbetriebnahme – Etudes, construction et mise en service

Agrandissement de la centrale de la Saline de Bex Au cœur du sel de l’hydroélectricité

Focus sur l’agrandissement de la centrale de la Saline de Bex, un des sites de production des Salines Suisses SA, turbinant les eaux de l’Avançon, en amont de la commune de Bex (Vaud). Une mise au point textuelle en ces temps où toute intervention en cours d’eau devient une affaire de négociations, de quoi mettre du sel dans le quotidien des porteurs de projets.

aval : le site de M. Hubert (société Immo-hydro SA), ou plus exactement désormais, la centrale de Glarey, propriété de la société Energie Renouvelable de l’Avançon SA, dont Romande Energie est actionnaire avec FMA (se référer à la rubrique « Que sont-ils devenus ? » et au publi-reportage de Romande Energie). Donc, la chute brute maximale turbinable est (grosso modo) déjà bridée.

Produire plus avec révérences au travail accompli

... avec plus d’eau

Au commencement, deux turbogroupes de type Francis, d’une puissance installée totale proche de 2 MW. C’était en 1943, et depuis, ils n’ont cessé de produire. Pourtant, aujourd’hui, avec le chantier d’agrandissement en cours, leur fin de vie est bien annoncée. Ou la fin d’une première grande étape, car l’ingénieur du projet, Maël Roth, les verrait bien poursuivre sur une voie plutôt muséale. Notamment, pour que la jeune génération (et les autres), se souviennent de ces systèmes à courroie, non réservés aux multiplicateurs de vitesse, mais également au réglage du cercle de vannage. De plus, le local de turbinage actuel étant classé au patrimoine des bâtiments historiques, il n’était pas possible de l’agrandir pour répondre aux critères du nouveau projet. Il tirera ainsi sa révérence en tant que centrale hydraulique au profit d’une nouvelle affectation industrielle relative à la production de Sel des Alpes. ... dans une même chute Car l’aménagement se devait d’évoluer, fin de concession en 2029 oblige. Enfin, pas tous azimuts, car l’Avançon est déjà bien cadastrée par l’hydroélectricité. Directement en amont : la centrale de Sublin, propriété des Forces Motrices de l’Avançon (FMA). Directement en

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Ainsi, sans attendre la fin de la concession, ce n’est pas avec la chute que la société de Bex est passée à la vitesse supérieure, mais avec le débit d’équipement. Car ce sera un saut d’un débit nominal de 4.1 à 7.0 m3/s. Une augmentation cohérente avec son environnement. Environnement écologique, comme l’a démontré le rapport d’impact dûment réalisé et sur lequel nous reviendrons. Et environnement hydroélectrique. En effet, d’une part, la centrale de Sublin prévoit de passer à terme d’un débit d’équipement de 5.2 à 7.0 m3/s. Ainsi, et concrètement, la centrale de la Saline sera alimentée directement par les eaux turbinées à Sublin, et par un soutirage dans l’Avançon, avec passage par dessablage. Et d’autre part, le projet de Glarey, dimensionné pour ce même débit, se connectera directement à la sortie du canal de fuite (d’où une légère augmentation de la chute comme précisé dans le tableau des principales caractéristiques). En d’autres termes, et contrairement à Saline, Glarey n’aura pas accès au cours d’eau pour un soutirage, notamment pour des raisons financières – le dessableur de M. Hubert ne pouvant pas être recyclé -. Et M. Roth de préciser face à cette interaction au niveau des débits turbinables que, par exemple, les 3 centrales coordonneront leurs périodes de maintenance - une coordination à laquelle s'ajoute un 4ème site, tout en amont: la centrale de la Peuffeyre.-


Thomas Masotti

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Les deux turbines Francis, avec tout à gauche le système à courroie pour le réglage du vannage

Produire plus au milieu des complexités administratives C’est avec le début du semi-confinement de ce printemps que commençait le chantier. Mais, le planning n’en a pas tant souffert, si on considère l’influence des nombreux allers-retours entre les services de la protection des eaux du canton de Vaud et de l’OFEV. Le débat ne se focalisait pas tant sur la valeur du débit résiduel, de 363 l/s (soit une augmentation de 5 l/s par rapport à aujourd’hui), directement issue du calcul de la LEaux à partir du Q347, mais sur le processus de restitution. L’OFEV penchait pour une restitution unique, surtout pour en faciliter le contrôle, tandis que le canton en préférait la variante en deux fois : par déversement au niveau du seuil pour des questions paysagères, et par le dessableur. Au final, ce sera la solution cantonale qui sera appliquée. ... avec l’empoissonnement, sans papillons Le saut de puissance en entraîne un autre : celui des exigences environnementales, avec notamment, NIE devant devenir RIE pour Notice Rapport d’Impact sur l’Environnement. Son niveau de détails est tel que, ci-après, c’est un rapide survol qui est proposé. La première atteinte écologique concerne évidemment la modification des débits dans le cours d’eau court-circuité. Et de décomposer, sur le papier, l’état actuel du tronçon en une succession de bandes de notation. Le barème, qualitatif, en

est le suivant : « très atteinte », « peu atteinte », « naturelle/semi-naturelle ». Et de comprendre que les « déjà très atteintes » sont nombreuses. Piscicole, l’Avançon de Bévieux ? La question s’est posée. Et de citer les empoissonnements réguliers de truitelles et la présence de pêcheurs. Car le cours d’eau, torrentiel, n’est pas très propice aux aires de repos nécessaires aux poissons – on ne laisse pas longtemps les poissons bouche bée dans le coin - . La principale plante à y trouver sa vie, de type invasive, porte le nom de Buddleia de David, appellation beaucoup moins répandue que celle d’arbre à papillons. Grâce à elle, à son éradication, dans un certain paradoxe, il y aura une intervention en faveur de l’écologie sur le tronçon court-circuité par le turbinage. ... en compensant plus loin Car à part la chasse aux Buddleia, force est de constater qu’aujourd’hui, la renaturation n’est pas évidente. Toutes les autres mesures que devra prendre la Saline de Bex seront donc de type compensatoire, c’est-à-dire s’appliquant hors du périmètre de l’installation. Ainsi, quatre seuils en aval du site et même de la ville de Bex, construits expressément pour limiter les crues, se verront découpés d’une encoche trapézoïdale et ichtyophile. Il n’en reste pas moins que ces ouvrages devront continuer de garantir leur vocation première : la sécurité. 31


Planung, Bau und Inbetriebnahme – Etudes, construction et mise en service

Produire plus, mais à quel prix ? Le projet ne bénéficiera finalement pas de la RPC suite au changement de législation pour le subventionnement. En effet, le permis de construire a été obtenu trop tardivement pour déposer dans les délais la désormais obsolète NAP2 (notification d’avancement de projet n°2) de la procédure RPC. Cette perte de contribution à l’injection n'est que partiellement compensée par une promesse de CI (contribution à l’investissement), l’agrandissement s’avérant bien de type « notable », vu l’augmentation de production électrique de plus de 20% (Ordonnance sur l’encouragement de la production d’électricité issue d’énergies renouvelables, Art. 47). Un doute subsiste : la contribution s’éloignera-t-elle beaucoup du plafond défini à 60 % des investissements imputables ? Réponse probable en 2025.

Un quotidien hors des sentiers battus pour l’équipe de projet de Saline de Bex dont fait partie M. Roth, qui confiait ne pas s’attendre à tant de remous, à cette dure « incertitude du système ». Et la centrale de la Saline de Bex s’agrandit donc, à différents rythmes, sous le signe de la multitude des enjeux, des acteurs, malgré des doutes financiers, des obstacles à la migration piscicole, des revirements des conditions-cadre, des influences externes et imprévisibles (comme la Covid-19), mais grâce à une ingénierie hydromécanique solide, pérenne et éprouvée. Pour la mise en service de ce turbinage agrandi en eau douce, rendez-vous est pris pour la fin du 1er semestre 2022 et le feu vert pour un gain de production annuelle de près de 50%, ou plus de 1150 ménages supplémentaires alimentés en électricité renouvelable.

Installation actuelle

Installation agrandie

Niveau de la prise d’eau

550.3 m

550.3 m

Niveau de restitution

474.5 m

473.7 m

Chute brute

75.8 m

76.6 m

Durée de concession

60 ans

64 ans

Débit d’équipement

4.1 m3/s

7.0 m3/s

Conduite forcée - longueur

1'100 m

1'115 m

Conduite forcée - diamètre

1’200 mm

1’600 mm

2 Francis à axe horizontal (1/3, 2/3)

3 Francis à axe horizontal (2/5, 2/5, 1/5)

Turbines

Nouveau (souterrain)

Canal de fuite Restitution Puissance installée Production moyenne annuelle Autoconsommation annuelle de la Saline de Bex

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Directement dans l’Avançon

Pour la mise en charge de la centrale de Glarey

< 2MW

4.2 MW

10.5 GWh

15.7 GWh

7.5 à 8 GWh


N° 100  3 / 2020

Vue d’ensemble du chantier de la nouvelle centrale de la Saline de Bex, entre la route cantonale et l’Avançon, avec la zone où sera construit le nouveau local Thomas Masotti

de turbinage, et l’aménagement de la chambre d’équilibre et du canal de fuite

Le canal de fuite de la nouvelle centrale de la Saline de Bex en cours de construction ; il alimentera directement le futur site de

Thomas Masotti

Glarey

Aline Choulot, avec la collaboration de Caroline Duparc et Maël Roth de la Saline de Bex et de Daniel Hubert d’Immo-Hydro SA – Octobre 2020

Weisses Gold dank weisser Kohle Erweiterung des Kraftwerks der Saline de Bex Im März 2020 vollzogen die Geschäftsleitungsmitglieder der Schweizer Salinen zusammen mit dem Projektteam den Spatenstich zur Vergrösserung des Wasserkraftwerks ihrer Tochterfirma Saline de Bex. Die Bauarbeiten werden bis Ende 2022 dauern. Nach deren Abschluss wird das Wasserkraftwerk rund 50 % mehr sauberen Strom produzieren als bisher. Die Schweizer Salinen, welche im Besitz der 26 Kantone und des Fürstentums Liechtenstein sind, setzen sich seit Langem für eine nachhaltige und umweltfreundliche Salzgewinnung ein. Für eine immer effizientere Nutzung der Energieressourcen verfolgen sie an ihren drei Standorten Bex (VD), Riburg (AG) und Schweizerhalle (BL) verschiedene Projekte. Die Vergrösserung des Wasserkraftwerks der Saline de Bex am Fluss Avançon, der an die Produktionsstätte grenzt, ist Teil dieses Programms. Der Bau des ursprünglichen Wasserkraftwerks im Jahre 1943 markierte einen Wendepunkt in der ökologischen Strategie der Saline de Bex. Der Ersatz fossiler Brennstoffe durch weisse Kohle ermöglichte die umweltfreundliche Produktion des Salzes «SEL DES ALPES». Die künftige Anlage wird jährlich 15,7 GWh Strom produzieren, also etwa 50 % mehr als heute. Das entspricht dem Verbrauch von 2’400 Haushalten – der Hälfte der Gemeinde Bex. Die Kosten für die Vergrösserung des Kraftwerks belaufen sich auf 20 Millionen Franken. Die neue Konzession gewährt eine Laufzeit bis 2082. (Quelle: salz.ch)

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Betrieb und Unterhalt – Exploitation et maintenance

Coanda-Wasserfassung «Bec de Canard» Ermutigende Messungen der ETH Zürich

In der Ausgabe Nr. 82 (2/2013) der Zeitschrift «Das Kleinkraftwerk» wurde über die CoandaWasserfassung System Höhener mit Spaltsieb aus Halbrundprofilen berichtet. Das Halbrundprofil-Spaltsieb ist robust und kann wegen der erhöhten Geschwindigkeit, mit der es das Wasser über die Rundung der einzelnen Profile absaugt, im Gegensatz zu herkömmlichen Produkten auch bei etwas weniger Schwellenhöhe seine Hauptfunktion erfüllen: Selbstreinigendes, Wassertiere schonendes Ableiten des Wassers in die Fassung ohne elektromechanische Komponenten. Bedeutung der Coanda-Rechen Coanda-Siebe, auch Coanda-Rechen genannt, scheinen aufgrund der klaren Vorteile die herkömmlichen Wasserfassungssysteme in ihrem Einsatzgebiet allmählich zu verdrängen. Einsatzgebiete von Wasserfassungen mit Coanda-Spaltsieben sind Bäche und kleinere Flüsse in den Voralpen und Alpen sowie Abwassersysteme. Der grosse Nachteil des bisherigen Höhener Coanda-Siebes gegenüber anderen marktgängigen Coanda-Wasserfassungen mit Dreieckoder Trapez-Profil war, dass die Absaugleistung pro Quadratmeter Siebfläche bei 1 mm Spaltbreite mit 75 l/s relativ tief liegt.

lassen. Wenn beispielsweise der stattliche 12-mm-Durchmesser auf die Hälfte reduziert würde, ergäbe das doppelt so viele Spalten und damit die doppelte Absaugleistung. Wenn jedoch das Halbrundprofil auf 6 mm reduziert wird, ist die Stärke der Profile nicht mehr ausreichend, um darüber strömendes, gröberes Geschiebe, v.a. Steine und Holz, schadlos auszuhalten. In diesem Fall müsste wie bei herkömmlichen Modellen über das Feinsieb noch ein Grobsieb im Stil eines Tiroler Wehrs montiert werden, was Extrakosten und mögliche Verletzungen der Wassertiere beim Auf- und Abstieg zur Folge hätte. Geniale Idee So kristallisierte sich bei mir die Idee heraus, den 12-mm-Halbrundstahl quer zu halbieren; mit dem Ergebnis, dass durch den Viertelrundstahl die Anzahl Absaugspalten verdoppelt wird und die mechanische Beständigkeit trotzdem gewährleistet bleibt! Recherchen ergaben, dass es weltweit wohl keine Lagerbestände von Viertelrund-Profilen aus Stahl mit Optimalradius von 5 bis 6 mm gibt. Für den Prototyp wurden also zuerst Halbrundstähle entzweigeschnitten, was aber sehr teuer und aufwendig ist. Quellfrosch

Knifflige Aufgabe Meine Aufgabe war es nun, den Nachteil des relativ geringen Schluckvermögens zu beseitigen. Offensichtlich ist, dass die Rundung bestehen bleiben muss. Es können keine Dreieck- oder Trapez-Profile wie bei anderen Coanda-Rechen eingesetzt werden, weil sonst der grosse Vorteil – die höhere Wasserabsauggeschwindigkeit pro Spalt – verspielt wird. Versuchsweise könnte man erst einmal die Halbrund-Profile im Durchmesser schrumpfen

Links die von Wasser überströmten Halbrund-Profile (Vorgängermodell System Höhener), rechts die Viertelrundprofile des neuen Quellfrosch Coanda-Rechens «Bec de Canard»

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N° 100  3 / 2020

Coanda-Rechen «Bec de Canard» mit Stützkonstruktion von der Unterseite her

Quellfrosch

gesehen (Ansicht von «unten rechts»)

Messungen bestätigen Lösung Als der Prototyp beeindruckende Messergebnisse von über 150 l/s pro Quadratmeter aktiver Siebfläche mit 1-mm-Schlitzen lieferte und damit den Aufwand rechtfertigte, wurde der Entschluss gefasst, die Viertelrund-Profile gesondert herstellen zu lassen. Dies verteuert zwar die einzelnen Elemente etwas; da aber für dieselbe Abflussmenge halb so viele Elemente wie beim Vorgängermodell erforderlich sind, fallen deutlich tiefere Gesamtkosten an – zudem ist auch der Bau des Wasserschachts kostengünstiger. Mit seiner Absaugleistung (Schluckvermögen) kann nun auch der Quellfrosch Coanda-Rechen «Bec de Canard» mit herkömmlichen Produkten mithalten. Messungen der ETH Zürich mit einer eigens erstellten Versuchseinrichtung ergaben sogar eine Absaugleistung von über 200 l/s pro Quadratmeter! Die detaillierten Messergebnisse wird das BFE (Bundesamt für Energie) diesen Winter publizieren. Bisherige Vorteile erhalten Beim Einsatz der neuen Quellfrosch CoandaRechen mit Viertelrund-Profilen sind keine zusätzlichen Schutzrechen erforderlich, weil sie genauso robust sind und Grobgeschiebe problemlos aushalten wie das Vorgänger-Modell mit Halbrund-Profilen: Darin besteht ein klarer Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Systemen. Der Clou sind immer noch die beaufschlagten Rund-Profile: Sie beschleunigen das Wasser zusätzlich bei der Entnahme,

wodurch über dem Spaltsieb ein kräftiger Sog entsteht (Patenterteilung für dieses System 2018 und 2019 für die Alpenländer: Patente A224/2018 und CH713881). Herstellung Ich lasse die Coanda-Wasserfassungen in der Metallbauwerkstatt von Bruder Remo Höhener bei Gais (AR) anfertigen. Als Werkstoff wird verzinkter Stahl verwendet. Die Elemente können eine beliebige Breite im Fliessgerinne annehmen. Im Angebot stehen zwei Standardtypen: «Bec de Canard» Normal • Min. Schluckvermögen pro Laufmeter: 160 l/s • Schwellenhöhe: 70 cm • Material: Stahl verzinkt «Bec de Canard» Spezial • Min. Schluckvermögen pro Laufmeter: 100 l/s • Schwellenhöhe: 52 cm • Material: Stahl verzinkt Sonderausführung Wenn mehr Schluckvermögen pro Laufmeter erforderlich ist, können auch Coanda-Elemente mit 90 cm Schwellenhöhe gebaut werden, die dann über 220 l/s schlucken.

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Betrieb und Unterhalt – Exploitation et maintenance

Auslegung In der Praxis ist es bei allen Coanda-Systemen so, dass während Trockenperioden im Herbst manchmal bis zu 1/3 der Siebfläche mit Laub und Geschiebe bedeckt ist, die bei Regenwetter wieder fortgeschwemmt werden. Dementsprechend müssen Coanda-Rechen immer ausreichend überdimensioniert werden. Verfasser / weitere Auskünfte: Quellfrosch (vormals Höhenergie) Dipl. Ing. Marcel Höhener Lindenstrasse 65 9000 St. Gallen info@hoehenergie.ch www.quellfrosch.ch

Herstellung eines Coanda-Siebes «Bec de

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Canard» in der Werkstatt bei Gais (AR)

Fertiges Coanda-Element vor Auslieferung Quellfrosch

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Abseilen von Coanda-Wasserfassung «Bec de Canard» bei Blum Holzhandel,

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100 Jahre Expertise im Dienst von Energieversorgern und Gemeindewerken baute eine fünf Kilometer lange unterirdische Kabelleitung. Sie zieht sich durch unwegsames und steiles Gelände in die Felswand eines 100-jährigen Wasserstollens und weiter bis hinunter in den Talboden nach Küblis. Die Versorgungssicherheit von St. Antönien und des Nachbardorfs Ascharina konnte damit massiv erhöht werden.

Das Dorf St. Antönien in einem Seitental des Prättigaus zählt gerade mal rund 300 Einwohner und warb einst mit dem Slogan «Hinter dem Mond links». In schneereichen Wintern gab es in St. Antönien immer wieder längere Stromausfälle. Grund dafür war eine Freileitung, die das Kraftwerk Schanielabach ans Stromnetz anschloss. Bei schlechtem Wetter war es jeweils nicht einfach, die Störungen zu beheben. Im Zeitraum von Mai 2018 bis Juni 2019 erneuerte die Gemeinde Luzein, zu der St. Antönien gehört, das Kraftwerk Schanielabach zusammen mit einem privaten Investor. Für den Anschluss an das Versorgungsnetz wandte sie sich an Repower. Das Bündner Energieunternehmen verstärkte die Netzanbindung und

«Wir hatten es im Winter 2018 erlebt, dass wir drei Tage keinen Strom mehr hatten. Dann funktioniert auch das Telefon nicht mehr und ohne Natel sind wir alle in solchen Situationen schnell einmal aufgeschmissen. Der Bau dieser leistungsstarken Kabelleitung bringt uns ganz grosse Vorteile», so der Gemeindepräsident von Luzein Christian Kasper. Seit dem Bau der Leitung gab es bisher keinen einzigen Stromausfall mehr.

Das neu erstellte Kraftwerk Schanielabach, das Repower mit einer verstärkten, unterirdischen Kabelleitung ans Stromnetz anschloss.

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Repower

Repower erbringt basierend auf ihrer über 100-jährigen Erfahrung Dienstleistungen für andere Energieversorger und Gemeindewerke – auch im Bereich Kleinwasserkraft. Im Prättigau und im Münstertal realisierte sie zwei Projekte, welche die Versorgungssicherheit erhöhen.


Repower

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Ortswechsel: Im Sommer 2015 erlitt die Wasserfassung Aua da Vau im Münstertal durch ein Hochwasserereignis mit Erdrutsch grossen Schaden. Der Energieversorger Provedimaint electric Val Müstair (PEM) als Besitzer und Betreiber der Fassung wandte sich für die Planung einer neuen Anlage an Repower. Das Sanierungs- bzw. Neubauprojekt hatte zum Ziel, durch geeignete Massnahmen die erkannten Schwachstellen zu beseitigen und die negativen Auswirkungen von Rüfen und Hochwassern auf den Betrieb der Fassung Vau zu reduzieren. Gleichzeitig sollte möglichst eine ökologische und landschaftliche Aufwertung erzielt werden. Mit diesen Vorgaben machte sich Repower an die Arbeit und präsentierte kurz darauf ein verbessertes Konzept sowie die Einführung einer Anlageautomatisierung. Die neue Wasserfassung nahm im Jahr 2019 zur Zufriedenheit aller ihren Betrieb auf. Bereits im gleichen Sommer wurde sie von einem erneuten Erdrutsch verschüttet. Die Anlage hielt der Belastung aber stand, funktionierte einwandfrei weiter und nahm keinen Schaden. Rückblickend war die erneute Verschüttung ein ausgezeichneter Test, den die neue Fassung mit Bravour bestanden hat. Der Bau der Kabelleitung im Prättigau und die Neuerstellung der Wasserfassung Aua da Vau sind nur zwei Beispiele von vielen, wie Repower ihre über Jahre aufgebaute Kompetenz anderen Energieversorgern und Gemeindewerken in Form von Dienstleistungen anbietet. Basis

dafür bildet das langjährige Fachwissen in Produktion, Handel, Verteilung und Vertrieb. Dank dieser Expertise und ihren kompetenten Mitarbeitenden ist Repower eine verlässliche Partnerin. Detaillierte Informationen zum Dienstleistungsangebot von Repower finden Sie auf repower.com/energieversorger

Repower Das Vertriebs- und Dienstleistungsunternehmen Repower ist seit über 100 Jahren im Energiebereich tätig. Der Hauptsitz befindet sich im bündnerischen Poschiavo, ausserdem hat die Gruppe weitere Niederlassungen in der Schweiz und Italien (Mailand). Ihr Know-how setzt Repower erfolgreich auf der ganzen Strom-Wertschöpfungskette ein: von der Produktion über den Handel bis zur Verteilung und zum Vertrieb. Zudem entwickelt sie laufend Dienstleistungen und Energieanwendungen für neue Kundenbedürfnisse. Die Repower-Gruppe beschäftigt rund 560 Mitarbeitende sowie rund 30 Lernende.

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Die von Repower neu erstellte Wasserfassung Aua da Vau im Münstertal.


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Politik und Rahmenbedingungen – Politique et conditions-cadre

N° 100

Runder Tisch mit Bundespräsidentin S. Sommaruga Forderungen für Kleinwasserkraft wurden auf höchster politischer Ebene gestellt. Der Präsident von Swiss Small Hydro Benjamin Roduit nahm am 18. August 2020 an einem Runden Tisch mit Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga teil. Durch die Präsenz von Benjamin Roduit bei diesem Runden Tisch wurden die Anliegen von Swiss Small Hydro auf höchster politischer Ebene eingebracht: 1. Keine Untergrenzen mehr bei der Förderung Wasserkraft (300 kW / 1 MW) - Leistung und Belastung der Gewässer und Gewässerökologie haben keinen Zusammenhang! - Sämtliche Wasserkraftwerke müssen die gleichen Anforderungen des Gewässerschutzes einhalten. Kleinen Anlagen gelingt dies in der Regel sogar besser. 2. Bei der Förderung wollen wir Gleichbehandlung mit den anderen erneuerbaren Energien - Marktnahe Förderung aller Erneuerbaren Energien – gemäss den Bedürfnissen des Netzes • Winterstrom gewichten • Externe Kosten (Speicherbedarf, Leitungskapazitäten, …) berücksichtigen 3. Deutlich schlankeres Gesetz schaffen - Stabile Rahmenbedingungen möglichst ohne Befristung, um so der gegebenenfalls längeren Planungs- und Bewilligungsdauer bei der Wasserkraft Rechnung zu tragen - Anforderungen des Gewässerschutzes im Energiegesetz entfernen: Diese sollen im GSchG geregelt sein (Finanzierung / Förderung und Bewilligung sollen nicht durchmischt werden). 4. Deblockierung der Situation bei Wasserkraftanlagen mit ehehaften Wasserrechten - Investitions- und Vertrauensschutz muss gewährleistet sein. - Lösungsansätze sind in unserer Stellungnahme aufgezeigt.

Aus dem Runden Tisch entstanden drei Arbeitsgruppen: (1) Nutzung, (2) Schutz, (3) Kantone. Swiss Small Hydro ist als einer der Vertreter der Strombranche in der Arbeitsgruppe «Nutzung» gemeinsam mit weiteren Branchen-Vertretern aktiv. Bereits am 24. August 2020 wurde die Arbeit aufgenommen, weitere Treffen sind vereinbart und erste Vorschläge sollen bis Ende 2020 erarbeitet werden. Wesley Wojtas, Oktober 2020

SSH -Table-ronde avec la Présidente de la Confédération Simonetta Sommaruga Le 18 août 2020, Benjamin Roduit, président de Swiss Small Hydro, a été invité par la présidente de la Confédération suisse Simonetta Sommaruga à participer à une table ronde. L’occasion de faire valoir, au plus haut niveau politique, les exigences de la petite hydraulique, c’est-à-dire: 1. Aucune limite à l’encouragement pour l’hydroélectricité (pour une suppression des limites inférieures de puissance de 300 kW ou 1 MW) 2. Égalité de traitement avec les autres énergies renouvelables 3. Définition d’une loi moins complexe 4. Déblocage de la situation pour les aménagements ayant un droit d’eau immémorial Autour de la table se tenaient 3 groupes de travail: (1) Utilisation, (2) Protection, (3) Cantons. SSH participe activement au groupe de travail «Utilisation», avec d’autres représentants du secteur de l'électricité. Les premières propositions devront être élaborées d'ici la fin de l'année 2020.

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Politik und Rahmenbedingungen – Politique et conditions-cadre

Stilllegung des KW Oederlin anno 2021 Gewässerschutzgesetz verhindert Weiterbetrieb

Das Wasserkraftwerk Oederlin an der Limmat in Ennetbaden (AG) wird ab Januar 2021 stillgelegt. Die Sanierung infolge des Gewässerschutzgesetzes erfordert gemäss den Behörden eine Neukonzessionierung anstelle des bestehenden ehehaften Wasserrechts. Die damit verbundenen Auflagen sind jedoch zu teuer für eine wirtschaftliche Stromproduktion.

Kennzahlen des KW Oederlin Betriebsaufnahme    Ausbaudurchfluss    Brutto-Fallhöhe    Leistung    Jahresproduktion    Turbinen

1896 12 m3/s 1,7 m ca. 120 kW 500’000 kWh 1 Kaplan-Turbine, 1 Jonval-Turbine

Unbezahlbare Auflagen Eine Verfügung des Aargauer Departements Bau, Verkehr und Umwelt aus dem Jahre 2016 verlangt ausdrücklich die Neukonzessionierung im Zuge der Sanierungsverfügung auf Basis des Gewässerschutzgesetzes. Für den Weiterbetrieb mit einer neuen Konzession wurden diverse Elektrizitätsversorgungsunternehmen angefragt, aber auch diese sahen in Anbetracht der teuren Auflagen keine Möglichkeit für eine wirtschaftliche Stromerzeugung.

Kein Rückbau Das Kraftwerk soll auf Wunsch der Denkmalpflege unverändert bleiben… Im Ober- und Unterwasserkanal muss der Wasserstand auf ähnlichem Niveau wie bis anhin gehalten werden bei gleichzeitiger Optimierung der Fischgängigkeit.

• 1858 Bewilligung an Karl Oederlin zum Bau einer mechanischen Werkstatt mit 2 Wasserrädern • 1896 Ausbau zum Kraftwerk mit Stromproduktion • 1974 Stillegung des Kraftwerks • 1995 Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks • Aktuell: Verpachtung des Kraftwerks an die Betreiberin Axpo durch die Oederlin AG

Paebi

Werdegang des KW Oederlin

Das Kraftwerk Oederlin an der Limmat in Ennetbaden (AG) mit Streichwehr (oben) und Zentrale geschichte wird der Nachwelt erhalten bleiben, aber eben leider

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ohne Stromerzeugung…

Paebi

(unten). Dieses Zeugnis der Industrie-


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Ideale Verhältnisse und Wasserreichtum für die Stromgewinnung aus Wasserkraft

In rund einjähriger Bauzeit wurden in Peist/ Arosa die Kleinwasserkraftwerke Farbtobel und Tarnatel realisiert. Bereits 2007 lancierten die damalige Gemeinde Peist und die Entegra Wasserkraft AG in Chur die Idee für das Wasserkraftwerk Farbtobel und die energetische Nutzung der Trinkwasserquellen Tarnatel. Im August 2014 wurde die Wasserrechtskonzession der Gemeinde erteilt. Für den rechtlichen Rahmen und die finanzielle Umsetzung des Projekts wurde im März 2017 die Wasserkraftwerk Peist AG gegründet. Die Gesellschaft ist sowohl für den Bau als auch den Betrieb der Anlagen zuständig und steht zu 49% im Besitz der Arosa Energie AG. Die restlichen Anteile hält die Entegra AG, welche für die Planung und Bauleitung sorgte.

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Bild links: Der Wasserreichtum der Region bietet ideale Bedingungen. Bild rechts: Rohrdepot HOZ ZMU

Kraftwerke Farbtobel und Tarnatel Die topographische Lage und der Wasserreichtum der Region bieten ideale Bedingungen für die Stromgewinnung aus Wasserkraft. Das Kraftwerk Farbtobel im Gebiet Pania in Peist nutzt das Wasser des Gebirgsbachs Farbtobel, der unterhalb des Cunggel entspringt (2’413 m ü. M.) und südlich von Peist in die Plessur mündet (1’090 m ü. M.). Einer 3-düsigen, vertikalen Pelton-Turbine steht eine Ausbauwassermenge von 150 l/s sowie ein Gefälle von mehr als 210 m zur Verfügung. Die kleinere Anlage Tarnatel wurde im Zuge einer Erneuerung der Rohrleitungen errichtet und nutzt mit einer 1-düsigen, horizontalen Pelton-Turbine eine Fallhöhe von rund 356 m zur Stromgewinnung. Die Ausbauwassermenge beträgt 18 l/s.


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Beginn der Arbeiten

Druckleitung

Die Bauarbeiten begannen am 6. April 2017. Zuerst wurde die Zentrale des Trinkwasserkraftwerks und das Entsanderbecken im Bereich der Wasserfassung des Kraftwerks Farbtobel gebaut. Die Anlage Farbtobel profitiert durch die direkte Nähe ihrer Wasserfassung zum Trinkwasserkraftwerk. Das Überwasser der Trinkwasseranlage wird direkt in den Farbtobel-Entsander eingeleitet und bleibt somit für die Stromgewinnung erhalten.

Gleich nach dem Entsander beginnt die insgesamt 1’150 m lange Druckleitung DN 300. Im oberen Abschnitt des Trasseeverlaufs, in welchem die Druckleitung sowohl die Gemeindestrasse als auch die Gleise der Rhätischen Bahn unterquert, wurden aufgrund der instabilen Bodenverhältnisse schub- und zuggesicherte duktile Gussrohre von Wild verlegt.

Rohrbruchsicherungsanlage Die Firma Wild lieferte eine Rohrbruchsicherungsanlage mit hydraulischer Rückstellpumpe und elektronischer Steuerung für den Betrieb und die Überwachung. Die Rohrbruchsicherungsklappe schützt das Netz im Falle eines Leitungsbruchs, indem die Wasserzufuhr automatisch unterbrochen wird. Das Gefahrenpotenzial einer Überschwemmung wird dadurch wesentlich verringert. Rechen für Wasserfassung Da der Gebirgsbach Farbtobel bei Sommergewittern schnell anschwellen kann, setzte man auf eine robuste Ausführung der Wehranlage. Der Gebirgsbach wurde mit einem massiven Grobrechen gefasst, um das Wasser im Anschluss durch einen betonierten Kanal zu einem Überfall an einem seitlich in den Betonbau integrierten OPTIMA-Rechen zu leiten. Das selbstreinigende Feinsieb des Rechens ist somit optimal vor Steinschlägen und grobem Geschiebe geschützt.

Strom für rund 300 Haushalte Die Kraftwerke werden in einem Normaljahr über 1.1 Mio. kWh erneuerbare Energie erzeugen. Dies entspricht dem durchschnittlichen Jahresbedarf von rund 300 Haushalten. Die Anlagen wurden für eine Betriebsdauer von über 60 Jahren ausgelegt. Die Investitionen betrugen rund 3 Mio. CHF.

INFO Bauherr: Wasserkraft Peist AG (Arosa Energie/ Entegra Wasserkraft AG) Ingenieur: Entegra Wasserkraft AG Baumeister: ARGE KW Peist: – Castelli Peist: Tarnatel, Fassung Farbtobel – Brunold Arosa: Farbtobel Lieferumfang der Firma Wild Armaturen AG: Farbtobel: 440 m Rohre ZMU DN 300 Tarnatel: 700 m Rohre ZMU DN 150 Rohrbruchsicherungsanlage; OPTIMA-Rechen; Schütze, Hauseinführungen, Druckreduzierventil, Schachtabdeckung

Wild Armaturen AG Buechstrasse 31 CH-8645 Jona-Rapperswil Tel. +41 (0)55 224 04 04 Fax +41 (0)55 224 04 44 www.wildarmaturen.ch

Bild links: Rohrbruchsicherungsanlage: Gegengewicht mit Absperrklappe Bild rechts: SelbstreiniWild Armaturen AG

Wild Armaturen AG

gender OPTIMA-Rechen mit Feinsieb

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Verband – L’association

Generalversammlung und Fachtagung Kleinwasserkraft Trotz improvisierter Lösung ein guter Austausch!

Jakob Büchler verabschiedet sich nach 8 Jahren Präsidentschaft.

Durch die aktuelle Situation in Zusammenhang mit COVID-19 und den kurz zuvor wieder drastisch ansteigenden Neuinfektionen, folgte die Durchführung der Veranstaltung einem strengen Hygiene-Konzept, welches in dieser Form erst zwei Tage zuvor beschlossen worden war. Entsprechend musste das Organisationsteam etwas improvisieren. An dieser Stelle möchten wir uns als Verband nochmals bei der grossartigen Unterstützung vom BKW Wimmis bedanken, da trotz der kurzfristigen Herausforderungen eine ausgezeichnete Umsetzung der Hygiene-Massnahmen gewährleistet wurde. Unter anderem, wurden die Vorträge live in einen zusätzlichen Raum übertragen, um so die Teilnehmenden in kleinere Gruppen aufteilen zu können. Ausserdem war das Tragen von Masken im Gebäude Pflicht. Trotz dieser erschwerten Bedingungen und anfänglichen technischen Problemen, entstand ein reger Austausch. Die Veranstaltung konnte planmässig mit der ausserordentlichen Generalversammlung (a.o. GV) und der anschliessenden Fachtagung Kleinwasserkraft durchgeführt werden.

Benjamin Roduit während seiner leidenschaftlichen Antrittsrede.

Benjamin Roduit ist neuer Präsident von Swiss Small Hydro und der Verband dankt Jakob Büchler für dessen langjähriges Engagement Im ersten Teil der Veranstaltung fand die ausserordentliche Generalversammlung von Swiss Small Hydro statt. Erwähnenswert ist insbesondere der Rücktritt von Jakob Büchler und die Wahl seines Nachfolgers Benjamin Roduit. Der Vorstand dankte Jakob Büchler für seine langjährige Amtszeit und seine engagierte Unterstützung des Verbands. Im Anschluss wurde Benjamin Roduit zum Nachfolger gewählt. Benjamin Roduit stammt aus dem Wallis und wird dem Verband insbesondere durch seinen direkten Zugang zu wichtigen Wasserkraftakteuren und in seiner Funktion als Nationalrat viele Möglichkeiten eröffnen. Ursprünglich war sein Amtsantritt bereits für Mai 2020 geplant, musste jedoch aufgrund von COVID-19 verschoben werden. Der Marathonläufer und Bergsteiger hatte sich vom verspäteten Amtsantritt nicht aufhalten lassen und hatte seine Arbeit für die Kleinwasserkraft in der Schweiz bereits aufgenommen, indem er begann weitere Mitglieder anzuwerben, die Kleinwasserkraft in politischen Debatten zu vertreten und sich aktiv bei den Vorstandssitzungen einzubringen.

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Zur Diskussion standen erneut die regulatorischen Rahmenbedingungen und die Auswirkungen des Urteils des Bundesgerichts zur Ablösung der ehehaften Wasserrechte. Vorstand und Mitglieder sind sich einig, dass der Verband aktiv werden muss, um die Mitglieder-Interessen rechtlich zu vertreten. Anschliessend bestand für die vier Aussteller Gelegenheit für eine Kurzpräsentation, bevor sie den Teilnehmenden im Rahmen der Kaffeepause für spezifische Fragen zur Verfügung standen. Rückblick Fachtagung Kleinwasserkraft Die von Swiss Small Hydro organisierte Fachtagung Kleinwasserkraft lockte gut 70 Teilnehmer*innen aus der ganzen Schweiz an sowie weitere Teilnehmende online. Die Vorträge wurden sowohl in Deutsch als auch Französisch gehalten und synchron übersetzt.

Teilnehmende im KW Spiez (oben) und an der

Heinrich Neiger präsentierte die Aktivitäten der BKW Hydro Oberland. Patrik Eichenberger zeigte danach am Beispiel des Kleinwasserkraftwerks Augand, wie die BKW konkret Projekte umsetzt. Sämi Zgraggen teilte seine Erfahrungen in Zusammenhang mit der innovativen, energieautarken Wohnüberbauung dank Kleinwasserkraftwerk im Wohnquartier „Am Aawasser“ (siehe Magazin 99: https://bit. ly/2Iy6WVt). Schliesslich gab noch Christian Dupraz vom Bundesamt für Energie (BFE) wertvolle Einblicke in die Zukunft der Förderung erneuerbarer Energien. Nach dem Mittagessen bestand die Möglichkeit, die drei Kraftwerke Frutigen, Spiez und Spiggebach zu besichtigen. Die Veranstaltung endete mit einem gemütlichen Apéro offeriert von und durchgeführt bei der BKW in Wimmis.

Fassung des KW Spiggebach (links)

Weitere Informationen zur Fachtagung, inklusive der gezeigten Präsentationen, finden Sie auf der Webseite von Swiss Small Hydro (https://bit.ly/2IvpPYG). Fotos können bei flickr angeschaut und in Originalgrösse heruntergeladen werden (https://bit.ly/35oo74e).   Die nächste Fachtagung findet am 24. April 2021 im Wallis statt.

Wesley Wojtas Oktober 2020

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Verband – L’association

Assemblée générale et journée technique de la petite hydraulique Malgré les contraintes sanitaires, de bonnes discussions !

Une des deux salles de conférence, ici lors de l’au-revoir de Jakob Büchler

Deux jours avant l’évènement, finalement fixé au samedi 10 octobre 2020, le concept d'hygiène, déjà strict, avait été renforcé face à la situation liée à la COVID-19 et surtout à la remontée drastique des nouveaux cas. Un concept mis en œuvre et garanti grâce à la société BKW Wimmis (FMB-Wimmis Forces Motrices Bernoises), qui nous recevait, et que nous remercions ici une nouvelle fois pour son grand soutien et ceci, malgré les contraintes des dernières minutes. Par exemple, en plus du port obligatoire du masque, toute la conférence était retransmise en direct dans une seconde salle afin de diviser les participant.e.s en deux groupes et mieux respecter la distanciation. Au final, toutes ces conditions très spéciales n’ont pas empêché les discussions entre les participant.e.s. Et la journée SSH a pu se dérouler comme prévu avec l'assemblée générale extraordinaire suivie de présentations et des visites de sites.

Benjamin Roduit, élu nouveau Président, en costume de circonstance

L’assemblée générale extraordinaire (AGE) La journée a débuté avec l’AGE de l’association, et en particulier la démission du Président Jakob Büchler et l'élection de son successeur, Benjamin Roduit. Originaire du Valais, Benjamin Roduit a plusieurs atouts précieux pour notre association, vu son vaste réseau d'importants acteurs de l'hydroélectricité et sa position au Conseil national : des perspectives intéressantes d’ouverture pour SSH. Initialement, son investiture aurait dû avoir lieu en mai 2020, mais a dû être reportée en raison de la COVID-19. Toutefois, le marathonien et alpiniste n’a pas attendu sa nomination officielle pour commencer à s’investir, notamment en recrutant des membres, représentant la petite hydroélectricité dans les débats politiques et participant activement aux réunions du comité de SSH…. L’AGE a été l’occasion également de revenir sur le cadre réglementaire et les effets de l'arrêt du Tribunal fédéral sur les droits immémoriaux. Sur ce dernier point, le comité et les membres présents ont convenu que l'association se devait d’intervenir plus spécifiquement afin de représenter légalement les intérêts de ses membres.

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Suivait la pause-café durant laquelle les participant.e.s avaient la possibilité de discuter avec les 4 exposants présents sur site, dont les sociétés s’étaient préalablement présentées. Les conférences en bref La première présentation, menée par Heinrich Neiger, a porté sur les activités de BKW Hydro Oberland. Ces activités ont été ensuite illustrées par Patrik Eichenberger en se basant sur la petite centrale hydraulique d'Augand. A suivi le partage d’expérience de Sämi Zgraggen avec le développement énergétiquement autonome, grâce à la petite hydraulique, du quartier résidentiel de «Am Aawasser» (cf. l’article de notre numéro 99, en allemand, https:// bit.ly/2Iy6WVt). Enfin, Christian Dupraz, de l'Office fédéral de l'énergie (OFEN), a fourni de précieuses informations sur l'avenir de la promotion des énergies renouvelables.

Les visites à la centrale de Spiez (ci-dessus) et à celle de Frutigen (à gauche)

Après le déjeuner, il était possible de visiter trois centrales : à Frutigen, Spiez et Spiggebach. L'événement s'est terminé par un agréable apéritif offert par FMB à Wimmis. La journée technique organisée par Swiss Small Hydro a attiré environ 70 participant.e.s de toute la Suisse, sans compter quelquesun.e.s en ligne. Les conférences, tout comme l’AGE, se sont tenues en allemand ou en français, avec traduction simultanée. Toutes les présentations sont disponibles sur le site de SSH (https://bit.ly/38Dqu5A), ainsi qu’une série de photos (https://bit.ly/2GXXie0) En 2021, l’assemblée générale et la journée technique auront lieu le samedi 24 avril au Châble (VS).

L’association remercie Jakob Büchler pour ses nombreuses années d'engagement en faveur de la petite hydraulique et souhaite la bienvenue à son nouveau Président, Benjamin Roduit.

Wesley Wojtas Octobre 2020 (traduction en français par A. Choulot)

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Verband – L’association

Erwiderung auf den Artikel «Stromproduzenten erhalten Milliarden für wenig Strom» in mehreren Medien der Tamedia Publikationen erschienen Schade! Während der Solar-Preis eine wirklich gute Initiative der Solar-Agentur ist, greift die Agentur leider immer wieder auf einige falsche Berechnungen zurück, um Stimmung gegen die Kleinwasserkraft (KWK) zu machen. Diese unhaltbaren Aussagen wurden erneut von der Presse aufgenommen und haben über den Artikel «Stromproduzenten erhalten Milliarden für wenig Strom» viele Leserinnen und Leser erreicht. Der Artikel greift Kernaussagen der neuesten Veröffentlichung der Solar-Agentur vom 20.10.2020 auf. Einige Politiker, insbesondere der im Artikel zitierte alt-Nationalrat Reto Wehrli (CVP), wiederholen immer wieder polarisierende und unwissenschaftliche Aussagen und sind somit mitverantwortlich für das Ausbremsen der Energiewende. In der vorliegenden Erwiderung stellen wir Aussagen der zitierten Solar-Agentur richtig. Sie enthält fünf Kern-Botschaften: 1. Viel Geld für wenig Strom bei der Kleinwasserkraft? Falsch! Die Antwort findet sich auf den Seiten von Pronovo, denn: «Die grösste Fördereffizienz weist die Kleinwasserkraft auf». 2. Mit gleichem Geld siebenmal mehr Solarstrom? Falsch! Die lange Betriebsdauer von Kleinwasserkraftwerken wird in der Rechnung der Solar-Agentur ignoriert und zieht Beispiele heran, die so nicht vergleichbar sind. 3. Zeigt uns die Physik das Potenzial der verschiedenen Erneuerbaren Energiequellen? Ja! Aber man sollte richtig rechnen. Die Solar-Agentur unterschätzt das Potenzial der Wasserkraft massiv. Für verschiedene Technologien braucht es verschiedene Methoden der Potenzialabschätzung.

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4. Umweltschutz versus Klimaschutz? Nein! Wir brauchen Klimaschutz, um unsere Umwelt und die Gewässer zu schützen. CO2-neutrale Energie ist hierfür essentiell. 5. Unsere Gegenfrage: warum gibt es weltweit noch kein Land, welches nur auf Solarstrom setzt? Die Antwort hat mit Volatilität und der Verfügbarkeit des Stroms zu tun – Länder die das Ziel 100% Erneuerbare (fast) erreicht haben, nutzen (auch) Wasserkraft; kurz gesagt, es ist eine Frage der nationalen (Versorgungs-) Sicherheit.

1. «Kleinwasserkraft: Viel Geld für wenig Strom» - Wirklich? Nehmen wir 2019 als Beispieljahr: Über die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) flossen an alle KEV-Bezüger von Biomasse, Photovoltaik, Wasserkraft und Windkraft zusammen ca. 605 Millionen CHF, davon 205 Millionen CHF an die KWK. Dies entspricht einem Prozentsatz von 34% der Fördergelder, die an die KWK gingen. Im selben Jahr produzierten diese KWK Anlagen 1.7 TWh Strom und alle KEV Bezüger zusammen 3.5 TWh. Also stammen 47.5% der subventionierten Produktion aus KWK. In Summe werden also durch KWK mit 34% der staatlichen Vergütungen (KEV) etwa 47.5% des Stroms bereitgestellt. Deshalb findet man auch auf der Webseite von Pronovo den Satz: «Die grösste Fördereffizienz weist die Kleinwasserkraft auf».


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2. «Mit gleichem Geld […] knapp siebenmal mehr Solarstrom» - Wie die Solar-Agentur einen vergoldeten Apfelbaum mit fünf Birnen vergleicht Die Aussage man könne für das gleiche Geld knapp siebenmal mehr Solarstrom als Strom von KWK-Anlagen produzieren, stammt aus der neusten Publikation der Solar-Agentur (2020, S.94). Hier werden grundsätzliche Punkte vernachlässigt: was bringt uns unendlich viel Strom im Sommer und am Tag, wenn die Nachfrage nach Strom abends und im Winter bei Dunkelheit besonders hoch ist. Solarstrom muss immer in Verbindung mit Speicherlösungen gedacht und gerechnet werden. Bezieht man Batterie- oder PumpspeicherLösungen in die Kalkulation mit ein, so wird die Gesamtbilanz um einiges teurer als in der Studie dargestellt. KWK-Anlagen produzieren kontinuierlich Strom, 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr (abzgl. Wartungen) und das bei einer Lebensdauer der Anlagen von oft 80 Jahren und mehr. KWK-Anlagen im Schweizer Mittelland produzieren aufgrund hoher Niederschläge vor allem im Winter besonders viel Strom und somit genau in einer Zeit, in der es nur wenig Solarstrom gibt. Zum Rechenbeispiel der Solar-Agentur: Hier wurde eine im Jahr 2019 in Betrieb genommene PV-Anlage, die über 15 Jahre vergütet wird, verglichen mit 5 «ausgewählten» KWK-

Anlagen. Alle 5 Anlagen stammen aus den frühen Jahren der KEV (u.a. von 2011) mit einer Vergütungslaufzeit von 25 Jahren. Sowohl die eine PV-Anlage als auch die fünf KWK-Anlagen kommen in Summe laut Studie auf eine Stromproduktion von etwa 10 GWh pro Jahr. Bei der PV-Anlage wird vermutlich ein Vergütungssatz von 11 Rp./kWh angesetzt, welcher 2019 durchaus üblich war, obwohl die Solarenergie im Durchschnitt 2019 mit allen Anlagen seit 2009 bei 27.3 Rp./kWh liegt. Für die fünf KWK-Anlagen werden von der Solar-Agentur im Schnitt 18.63 Rp/kWh verwendet, wobei der Durchschnitt 2019 aller KWK-Anlagen bei 11.8 Rp./kWh liegt. Somit hinkt der Vergleich bereits. Die KEV wurde bei der Photovoltaik über die Jahre mehrmals und stark nach unten korrigiert. Daher ist es für einen objektiven Vergleich essenziell, Anlagen zu vergleichen, die im selben Jahr in Betrieb genommen wurden. Ausserdem wird bei der Solaranlage der Eigenverbrauch auf der Kostenseite abgezogen, da dieser ja nicht vergütet wird. Die fünf ausgewählten KWK-Anlagen nutzen allerdings den Strom nicht direkt, sodass hier wieder nicht die gleichen Bedingungen herrschen – es gibt nämlich durchaus auch KWK-Anlagen mit hohem Eigenverbrauch. Ein objektiver Vergleich sieht folgendermassen aus: Laut Pronovo wurde KWK-Strom 2019 mit durchschnittlich 11.8 Rp./kWh gefördert. Für PV liegt dieser Wert bei 27.3 Rp./kWh! Tabelle 1 zeigt zudem, wie viel Förderung die PV gegenüber der KWK und allen anderen KEV-Bezügern bekommen und wie viel Strom die PV dafür produziert hat (2019).

Tabelle 1: Photovoltaik und Kleinwasserkraft im Vergleich (Vergütung pro Kilowattstunde)

2019 (relativ zu allen KEV-Bezügern)

Förderung

Produktion

Durchschnittliche KEV

PV

31.4%

17.5%

27.3 Rp./kWh

KWK

34%

47.5%

11.8 Rp./kWh

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Verband – L’association

Dass der Förderbetrag 2019 bei nur noch 11 Rp./ kWh liegt, spiegelt die sehr erfreulichen Kostenreduktionen der Solartechnologie in den letzten Jahren wider. Allerdings ist es nicht korrekt, diese Momentaufnahme 2019 also eine der neuesten PV-Anlagen inklusive Eigenverbrauch für einen Vergleich mit fünf älteren Ausnahmefällen der KWK (ohne Eigenverbrauch) heranzuziehen.

auf einer Darstellung der Solar-Agentur. Die Solar-Agentur zeigt wenig nachvollziehbar den physikalisch gemessenen Energieertrag pro m2 während eines Jahres im Vergleich (siehe Abbildung 1).

Physik: Was die Natur uns 1 Jahr schenkt...

Übrigens: Die Festlegung der KEV, die ja eigentlich die Gestehungskosten widerspiegeln soll, geht von bestimmten Nutzungsdauern und somit Amortisationsdauern und einem bestimmten Zinssatz plus Unterhaltskosten aus. Die produzierten kWh «pro investierter Subvention» müssten eigentlich die Gesamtlebensdauer der Anlagen in Betracht ziehen. Gehen wir von einer durchschnittlichen Nutzungsdauer zwischen 50 - 60 Jahren bei KWK-Anlagen aus, sinken die Gestehungskosten pro kWh signifikant. Eine KWK-Anlage wird also über die (relativ hohe) Förderung in einer relativ kurzen Zeit buchhalterisch amortisiert, produziert aber NACH dieser Förderperiode noch lange Zeit weiterhin Strom. Würde man also theoretisch die Dauer der Förderung auf eine Zeitspanne verlängern, die der eigentlichen Lebensdauer der KWK-Anlage entspricht, würde man mit einer niedrigeren Förderung pro kWh auskommen. Im Vergleich dazu verlieren PV-Anlagen jährlich an Effizienz und müssen nach maximal 35 Jahren ersetzt werden. Den Wechselrichter muss man in diesem Zeitraum im Schnitt zweimal ersetzen. Das heisst, würde man theoretisch 80 Jahre als Berechnungsgrundlage verwenden, müsste man für die PV Anlage die Investitionskosten verdoppeln und käme somit auf entsprechend wesentlich höhere Gestehungskosten pro kWh. Dieser Vergleich ist bei der Frage «Strom pro Franken Vergütung» essentiell. 3. Die Physik zeigt uns die (wirklichen) Potenziale Erneuerbarer Energien In einem weiteren Abschnitt des Artikels «Stromproduzenten erhalten Milliarden für wenig Strom» geht es um die Berechnung des technisch nutzbaren Potenzials von Wasserkraft, Biomasse und Solarstrom basierend

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pro Jahr

1m2

1m2

1m2

Wasser Niederschläge

Holz Biomasse

PV Solarstrom

1 kWh

2 kWh

200 kWh

Wasserkraftwerk bei 400 m Gefälle

Solarzellen

Quelle: Solar-Agentur 2020, S.95

Die Aussage «Mit gleichem Geld knapp siebenmal mehr Solarstrom» ist daher schlicht falsch.

Abbildung 1: Grundlage der Potenzial-Berechnung der Solar-Agentur

Für die Wasserkraft ist diese Betrachtung aus 2 Gründen komplett sinnlos: a. Die produzierten kWh von Wasserkraftanlagen hängen direkt von Abfluss UND Fallhöhe ab. Zwar hängt der Abfluss von der Grösse des Einzugsgebietes ab, aber ebenso wichtig ist die Fallhöhe. Mit einem sehr kleinen Einzugsgebiet kann man also mit einer grossen Fallhöhe entsprechend viele kWh pro Quadratmeter produzieren. Dieser Faktor wird in der Berechnung (Abbildung 1) mit einheitlich 400 m Fallhöhe überhaupt nicht berücksichtigt. b. Ein Einzugsgebiet «verbraucht» sich nicht. Das heisst, wenn man ein 20 km2 grosses Einzugsgebiet für Wasserkraft nutzt, so kann flussabwärts also mit einem grösseren Einzugsgebiet von zum Beispiel 100 km2, dieselben 20 km2 weiter flussaufwärts nochmals (!) genutzt werden. Und flussabwärts mit einem Einzugsgebiet von z.B. 200 km2, können die beiden Einzugsgebiete flussaufwärts (von 20 und von 100 km2) wiederum genutzt werden. Damit wären die 20 km2 von flussaufwärts zum dritten Mal genutzt und weitere Nutzungen sind möglich. «Verbraucht» wird also nur die tatsächliche Fläche, auf der sich die


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Anlagen befinden (Wehr, Kanal, Druckleitung, Krafthaus etc.) und somit eine vernachlässigbar kleine Fläche für eine sehr grosse Energieproduktion. Diese Berechnung stellen wir lieber gar nicht erst an, da sonst die moderne Solarenergie sehr «alt aussehen» würde. Die zugrundeliegenden Berechnungen zum Potenzial von Biomasse können wir aufgrund mangelnder Information in der Studie nicht nachvollziehen. Die Berechnungen für Solar sind durchaus korrekt und für diese Technologie – im Gegensatz zu KWK-Anlagen - auch sinnvoll. Als Vergleich verschiedener Technologien ist diese Grafik in Summe jedoch völlig ungeeignet. Wichtig für das Wasserkraftpotenzial ist zu berücksichtigen, dass es in Zukunft vermehrt zu starken Niederschlägen im Herbst und Winter kommen wird, sodass die KWK insbesondere beim Thema Winterstrom nicht wegzudenken ist. Vorteile und Potenzial der Solarenergie liegen in der Nutzung auf Dächern - somit ohne Flächen-Verluste – und der Bedeutung der Sommerstromproduktion bei vermehrt trockeneren Sommermonaten. Aber auch im Sommer wird die KWK vermehrt Strom liefern, da die Gletscherschmelze aufgrund des Klimawandels für mehr Wasser in den Flüssen sorgen und somit zu mehr Sommerstrom durch Wasserkraft führen wird. Um über das ganze Jahr hinweg sauberen Strom produzieren zu können, sollten unbedingt alle Potenziale – KWK, Solar und andere Erneuerbare – ausgeschöpft werden. 4. Warum man Umweltschutz nicht gegen Klimaschutz ausspielen sollte Swiss Small Hydro versteht sich als ganzheitlicher Gewässermanager und legt Wert auf ökologische Stromproduktion. In der Schweiz ist seit 1992 haben wir ein sehr detailliert ausgearbeitetes Gewässerschutzgesetz in Kraft, welches die sogenannten Restwassermengen festlegt, also die Menge an Wasser, welche nicht turbiniert wird. Dieses Restwasser ist für die Erhaltung der vielfältigen natürlichen Funktionen der Gewässer (Flora und Fauna) essentiell. Die zuständigen Kantone bestimmen für jedes Gewässer welche Restwassermenge angemessen ist. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) zeigt in einer Studie, dass die Vorschriften nachweislich Wirkung zeigen.

Der Artikel «Wirkungslose Subventionen für wenig Strom» führt an, dass laut dem World Wide Fund for Nature (WWF) bei KWK-Anlagen teilweise über 90% des Wassers vom normalen Bachbett abgezweigt wird. Dies ist erneut eine drastische Aussage, welche lediglich für einige Ausnahmefälle und meist sehr alte Anlagen zutrifft. Für den Vollzug der Restwassersanierungen sind die Kantone zuständig und sie erfüllen diese Aufgabe auf eigene Kosten, weshalb die Restwassersanierungen teilweile verzögert vorankommen. Das BAFU unterstützt die Kantone bei der Sanierung ihrer Restwasserstrecken und informiert über die Fortschritte bei der ökologischen Aufwertung. Wir begrüssen und unterstützen diese Arbeit im Sinne des ökologischen und somit ganzheitlichen Gewässermanagements ausdrücklich. Um Klimaschutz effektiv voranbringen zu können, braucht es realistische Konzepte, die nicht auf unsachlichen Dogmen aufbauen. Eines dieser Dogmen, welches einige Umweltverbände vertreten ist, dass Wasserkraft in jeder Form umweltschädlich sei. «Erstaunlicherweise» haben ausgezeichnete Ökostromanbieter wie Greenpeace Energy, Naturstrom, Elektrizitätswerke Schönau und andere KWK in ihrem Portfolio. Für Swiss Small Hydro hat Klimaschutz oberste Priorität. Hierfür müssen wir so viel CO2 wie möglich einsparen und dies schnellstmöglich! Neben massiven Bemühungen für mehr Effizienz und Suffizienz brauchen wir jede Kilowattstunde sauberen Strom, um in Zukunft auch den Verkehr, oder über grünen Wasserstoff auch z.B. unsere Grundstoffindustrie zu elektrifizieren. Erreichen wir nicht eine 100%-ige Bereitstellung sauberer Energie, wird der Klimawandel auch unsere Bemühungen im Umwelt- und Gewässerschutz zunichtemachen. Eine optimistische Erderwärmung von 1.5°-2° würde unsere Fliessgewässer massiv beeinträchtigen und die daran gebundene Flora und Fauna bedrohen. Wir möchten mit der Produktion von ökologischem KWK-Strom, einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten und in einem regenerativen Energiesystem die Versorgungssicherheit garantieren. Wir werden bei unserer Arbeit Klima- und Umweltschutz nicht gegeneinander ausspielen, sondern in bester Form kombinieren. Dazu arbeiten wir mit interessierten Umweltverbänden und Forschungsinstitutionen an konstruktiven Lösungen.

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Verband – L’association

5. Eine Frage der nationalen (Versorgungs-) Sicherheit Nach diesen Erwiderungen auf falsche Aussagen aus dem Artikel, möchten wir zuletzt noch eine Gegenfrage zur Diskussion stellen: warum gibt es weltweit noch kein Land, welches nur auf Solarstrom setzt? Unsere Antwort: Das ist eine Frage der Netz-Volatilität und der Verfügbarkeit des Stroms – kurz gesagt, eine Frage der nationalen (Versorgungs-) Sicherheit. In Vorreiter-Ländern in Bezug auf installierte Erneuerbare Energien im nationalen StromMix kommt immer ein Grossteil der Stromerzeugung aus Wasserkraft. Costa-Rica hat nahezu 100% Erneuerbare Energie; ca. 75% davon aus Wasserkraft. Neuseeland kommt auf 80% Erneuerbare Energie; 55% am Gesamtmix stammen aus Wasserkraft. Es zeigt sich global: das Rückgrat des zukünftigen, sauberen Energiesystems wird die Wasserkraft sein.

Für uns ist klar Der Weg hin zu einem regenerativen Energiesystem inklusive Versorgungssicherheit muss auf einem guten Mix an Erneuerbarer Energien basieren und entsprechend die Vielfalt der Technologien nutzen und Vor- und Nachteile ausbalancieren. Das gilt in der Schweiz und weltweit. Einzelne Technologien gegeneinander auszuspielen, wie es die Solar-Agentur macht, bringt keinen Mehrwert, sondern schadet lediglich der Akzeptanz der Energiestrategie 2050 in der Bevölkerung und schafft unnötige Hindernisse auf den Weg zur Erreichung der nationalen Klimaziele. Wir werden weiterhin engagiert mit Swissolar, AEE Suisse und anderen Partnern konstruktiv an der Umsetzung eines nachhaltigen Energiesystems arbeiten. Wesley Wojtas und Hedi Feibel

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Links Greenpeace Energy (2020): «Lieferantenkraftwerke Ökostrom aktiv»

https://bit.ly/34WqATp Oekostrom-anbieter (2020): «Ökostrom Vergleich»

https://bit.ly/34Wx5pp Pronovo (2020): «Die wichtigsten Zahlen und Fakten zu EVS» (unter Menüpunkt «Vergütung»)

https://bit.ly/389XOAJ Solar-Agentur (2020): «30. Schweizer Solarpreis»

https://bit.ly/3kXg3Nb Swiss Small Hydro (2020): «Faktenblatt Kleinwasserkraft»

https://bit.ly/2GsD0cn Swiss Small Hydro (ehemals ISKB, 2016): «Umfrage Betriebs- und Unterhaltskosten»

https://bit.ly/34Yyufb Swiss Small Hydro: www.swissmallhydro.ch Flickr https://bit.ly/3mSRH81 Twitter @swissmallhydro Tamedia Publikationen (2020): «Stromproduzenten erhalten Milliarden für wenig Strom», TagesAnzeiger https://bit.ly/3jW4HI4 Der Bund https://bit.ly/34Uuqwb BaZ https://bit.ly/2I0OLXN Thuner Tagblatt https://bit.ly/364jzz7 Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (2020): «Kleinwasserkraft» https://bit.ly/2I4fJOD Worldbank (2020): Energiedaten Costa Rica https://bit.ly/3kYTOGK und Neuseeland https://bit.ly/2TRUNN7


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Réponse à l'article «Stromproduzenten erhalten Milliarden für wenig Strom» (les producteurs d'électricité reçoivent des milliards pour peu d'électricité) paru dans plusieurs médias de Tamedia Dommage ! Si le Prix Solaire Suisse est une très bonne initiative de Solar-Agentur, l’Agence Solaire Suisse, celle-ci utilise encore et malheureusement des notions erronées pour créer un climat défavorable à la petite hydraulique. Ses déclarations infondées ont été reprises par la presse et ont atteint de nombreux lecteurs via l'article «Stromproduzenten erhalten Milliarden für wenig Strom» (les producteurs d'électricité reçoivent des milliards pour peu d'électricité). Cet article s’appuie sur la dernière publication de Solar-Agentur du 20.10.2020. Certains hommes politiques, en particulier l'ancien conseiller national Reto Wehrli (CVP) cité dans le texte, répètent sans cesse des propos polarisants et non scientifiques et sont donc en partie responsables du ralentissement de la transition énergétique. La réponse détaillée de SSH (présentée en allemand dans les pages précédentes) à cet article revient sur 5 déclarations de Solar-Agentur: 1. Beaucoup d'argent peu d'électricité avec de la petite hydraulique? Faux ! La réponse se trouve dans les pages de Pronovo: « C’est la petite hydraulique qui présente le plus faible taux de rétribution moyen ». 2. Avec le même argent, sept fois plus d’électricité solaire ? FAUX ! Les calculs de Solar-Agentur ne prennent pas en compte la longue durée d’exploitation des petites centrales hydrauliques. De plus, les exemples utilisés ne sont pas comparables. 3. La physique nous montre-t-elle le potentiel des différentes sources d'énergie renouvelables ? OUI ! Encore faut-il calculer correctement. Et Solar-Agentur sous-estime massivement le potentiel de l'hydroélectricité. A chaque technologie, ses méthodes d'estimation du potentiel. 4. Protection de l'environnement contre protection du climat ? NON ! Nous avons besoin de la protection du climat pour protéger notre environnement et nos cours d’eau. Une énergie neutre en CO2 est essentielle pour cela. 5. Notre contre-question : pourquoi n'y a-t-il encore aucun pays au monde qui compte uniquement sur l'électricité solaire ? La réponse est liée à la volatilité et à la disponibilité de cette électricité - les pays qui ont (presque) atteint l'objectif de 100 % d'énergies renouvelables utilisent (notamment) l'hydroélectricité ; en bref, c'est une question de sécurité d'approvisionnement nationale. Pour nous, c’est bien clair. La voie vers un système énergétique renouvelable incluant la sécurité d'approvisionnement doit être basée sur un bon mélange entre les différentes sources d'énergies renouvelables, en utilisant de manière appropriée la diversité des technologies et en équilibrant les avantages et les inconvénients de chacune. Ceci est valable en Suisse et dans le monde entier. Opposer les technologies les unes aux autres, comme le fait Solar-Agentur, n'a aucune valeur ajoutée, bien au contraire, ceci nuit à l'acceptation de la Stratégie énergétique 2050 au sein de la population et crée des obstacles inutiles à l’atteinte des objectifs climatiques nationaux. Swiss Small Hydro s’est engagée et continue à travailler de manière constructive avec Swissolar, l’AEE Suisse et d'autres partenaires pour mettre en œuvre un système énergétique durable. Liens Greenpeace Energy (2020): Lieferantenkraftwerke Ökostrom aktiv – https://bit.ly/34WqATp Oekostrom-anbieter (2020): Ökostrom Vergleich – https://bit.ly/34Wx5pp Pronovo (2020): Les principaux chiffres et faits sur la RPC et le SRI (dans le menu «Rétribution») –

https://bit.ly/3er9jEZ

Solar-Agentur (2020): 30ème Prix Solaire Suisse – https://bit.ly/3kZst7h Swiss Small Hydro (2020): Fiche technique PCH – https://bit.ly/3kZswzZ Swiss Small Hydro (anciennement ISKB-ADUR, 2016): Enquête sur les frais d’entretien et d’exploitation dans la petite hydraulique – https://bit.ly/3mSD4l0 Swiss Small Hydro: https://swissmallhydro.ch/fr/, Flickr – https://bit.ly/3mSRH81, Twitter @swissmallhydro Publication Tamedia (2020): Stromproduzenten erhalten Milliarden für wenig Strom, TagesAnzeiger – https://bit.ly/3jW4HI4, Der Bund – https://bit.ly/34Uuqwb, BaZ – https://bit.ly/2I0OLXN, Thuner Tagblatt – https://bit.ly/364jzz7 AES (Association des entreprises électriques suisses) (2020): Petite hydraulique – https://bit.ly/2I5cnuD

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Romande Energie et l’hydraulique En tant qu'énergéticien de référence et premier fournisseur d'électricité en Suisse romande, nous comprenons le monde de l’énergie. C’est pourquoi nous nous investissons pour accroître la part de la production d’énergie renouvelable dans le mix énergétique, mettre en place des champs d’innovation pour la décarbonisation de la région et élaborer des projets de sobriété et d’efficacité énergétique pour nos clients. Fort de cet engagement, notre Groupe croit à la force hydraulique, qui, en termes d’écobilan, figure parmi les sources d’énergie qui produisent le moins de CO2. Nous possédons 36 installations hydrauliques sur les cantons de Vaud et du Valais, mais aussi en France. Notre production hydraulique en Suisse atteint les 500 GWh.

En Suisse, 57% de l’électricité produite provient de la force hydraulique. Chez Romande Energie, notre production propre est 100% renouvelable, dont 82% d’origine hydraulique. Grâce à nos services innovants et notre politique de responsabilité sociétale d'entreprise (RSE), nous entendons développer avec nos clients, investisseurs, partenaires et collaborateurs, un meilleur cadre de vie. Nous nous engageons au quotidien à proposer des prestations de haute qualité et à garantir un approvisionnement fiable, au plus près des attentes de notre région dans sa transition énergétique.

CARTE DES INSTALLATIONS DE PRODUCTION LES CENTRALES HYDRAULIQUES DE ROMANDE ENERGIE HYDRAULIQUE Vallorbe – La Dernier – Lac de Joux Les Clées – L’Orbe Montcherand – L’Orbe Aigle – Les Farettes – La Grande Eau La Peuffeyre – Les Avançons FGB – Bourg-St-Pierre FHML – Veytaux

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La Sarraz – La Venoge Rivaz – Le Forestay Grancy – La Rise Echichens – Haute-Pierre Vers-l’Eglise – Les Fenillets – La Grande Eau Aigle – Mini-Farettes – La Grande Eau Saint-Gingolph – Clarive Saint-Gingolph – Croseau Meyronnes – Ubayette – France Montreux – Brent Le Day – Groupe de dotation du barrage – L’Orbe Phade – Semoy – France Cheny – Armançon – France La Cayotte – Armançon – France Commissey – Armançon – France Ste-Colombe-sur-Seine – Seine – France Belbezet – Hérault – France Pont-de-la-Tine I – La Grande Eau Pont-de-la-Tine II – La Grande Eau La Delise – Bourg-St-Pierre Vouvry – Le Fossau Vionnaz – L’Avançon Bar – Corrèze – France Les Diablerets – Lac d’Arnon Pont-de-la-Tine – La Grande Eau Vouvry – Lac Tanay FMS – Sembrancher Sonzier – Les Eaux du Pays-d’Enhaut Taulan – La Baye de Montreux

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© Romande Energie – Etat au 31 octobre 2019

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La petite hydraulique Depuis plus de 130 ans, le Groupe Romande Energie, issu de la fusion de la Société Romande d’Electricité (SRE) et de la Compagnie Vaudoise d’Electricité (CVE), écrit la belle histoire de l’énergie de notre région. C’est en 1886 que débute le lien fort du Groupe avec la force hydraulique et en particulier avec la petite hydraulique. En effet, cette année-là, fut inaugurée la centrale de Taulan par la SEVM (Société Electrique Vevey-Montreux SA) éclairant pour la première fois les magasins de Vevey et de Montreux, ainsi que le Grand Hôtel de Territet. Moins de deux années plus tard, le premier tramway de Suisse (et le deuxième d’Europe) est mis en service entre Vevey et Chillon grâce à cette même électricité hydraulique.

1888, mise en service du premier tramway de Suisse, fonctionnant grâce à l’électricité produite par la centrale de Taulan.

Romande Energie, seule ou en partenariat, concrétise par la suite une série de centrales hydrauliques des plus petites aux plus grandes. En 2008, la Confédération a affirmé son ambition d’encourager davantage les énergies renouvelables et locales en introduisant la rétribution à prix coûtant. Romande Energie a salué cette ambition qui épouse parfaitement ses valeurs. Nous avons ainsi développé des stratégies volontaires et engagées pour augmenter notre production renouvelable. Rien que pour la petite hydraulique, une trentaine de projets ont été développés. La réglementation forte de la filière n’a pas permis de tous les réaliser mais certains sont devenus emblématiques dans la région par leur nature ou leur innovation. Citons à titre d’exemple les centrales de Forestay (2.6 GWh, 2015), dont les travaux ont nécessité un forage dirigé de près d’un kilomètre permettant de préserver le site protégé du Lavaux, du Day (0.6 GWh, 2017) avec un aménagement en pied de barrage turbinant les eaux de dotation avec une Kaplan à vitesse variable, de la Delise (Forces Motrices du Grand-St-Bernard SA - 4.2 GWh, 2017), valorisant une chute inexploitée en amont du barrage des Toules, et tout récemment de l’Avançon (Avançon Energie SA – 7 GWh, 2019). D’autres projets, sur les réseaux d’eau potable, sont aussi le fruit de la collaboration du Groupe avec les communes vaudoises et valaisannes, notamment à Saint-Gingolph et à Morges. Ces aménagements ont l’avantage de favoriser un usage mixte de l’eau minimisant l’impact environnemental, du fait de la

Premier groupe de turbinage de la Delise, mise en service en 2017.

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préexistence des réseaux. La première installation de ce type est celle de Sonzier datant de 1901. Celle-ci valorise les eaux potables venant du Pays-d’Enhaut et alimente ensuite la Ville de Lausanne. Sur ce même réseau, trois nouveaux paliers de turbinage verront bientôt le jour en amont de l’Etivaz (VD) pour plus de 3 GWh. 2021 sera marquée par la mise en service de la centrale de l’Arnon à Vuiteboeuf (2.0 GWh Arnon Energie SA), issue de notre partenariat avec Estia SA et de privés. S’en suivra aussi la mise en service de celle de l’Avançon à Glarey en 2022 (Energie Renouvelable de l’Avançon, société fille du Groupe et des Forces Motrices de l’Avançon). Cette centrale reprendra directement les eaux de la centrale de la Saline de Bex, sans prise d’eau en rivière. Des actions en faveur de l’environnement Consciente que la ressource « eau » est précieuse, Romande Energie s’investit aussi, grâce au fond Naturemade star, alimenté par les clients choisissant une électricité certifiée. Ainsi, en 2019, les travaux de renaturation du Grand Canal, menés par notre société, avec le soutien de la Confédération et du Canton de Vaud et la collaboration des communes d’Yvorne et de Corbeyrier, se sont achevés, permettant de renforcer la biodiversité et d’améliorer la gestion des eaux de surface.

A Vionnaz, une des mesures de compensation environnementale a consisté à aménager une rivière de contournement en marge de la construction de la petite centrale, permettant le franchissement d’un seuil artificiel existant. Cette mesure, couplée à d’autres améliorations, recrée un biotope propice et efficace pour plusieurs espèces. Romande Energie, membre fondateur de Mhylab et membre de l’association Swiss Small Hydro Avant d’être membre de l’association Swiss Small Hydro, Romande Energie fait partie des membres fondateurs de Mhylab et est impliquée dans les activités de la fondation, signe du soutien des premières heures à cette importante filière dans le paysage énergétique, renouvelable et local. Cet engagement se traduit par les actions sur le terrain concrétisant des projets exemplaires. Sur le plan politique, Romande Energie soutient depuis toujours l’encouragement de la petite hydraulique, en prenant des positions claires lors des consultations sur les lois et ordonnances. Pour plus de renseignements : Romande Energie SA Rue de Lausanne 53, 1110 Morges info@romande-energie.ch www.romande-energie.ch

Rivière de contournement, mesure de compensation de l’aménagement d’Avançon Energie SA.

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Kurzmitteilungen – Brèves

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Kurzmitteilungen im Überblick Brèves en un coup d'oeil

Gutachten in Zusammenhang mit «ehehaften Wasserrechten»

Swiss Small Hydro hat an der ausserordentlichen Generalversammlung beschlossen, ein rechtliches Gutachten in Zusammenhang mit dem Thema «ehehafte Wasserrechte» zu beauftragen. SSH hat einen erfahrenen Spezialisten in diesem Gebiet beauftragt und erste Ergebnisse liegen bereits vor. Wir werden auf den sozialen Medien, im Mitglieder Newsletter November / Dezember sowie in der ersten Ausgabe des Magazins «Kleinwasserkraft – Petite Hydro» in 2021 ausführlicher darüber berichten.

Beantragen Sie noch 2020 Ihre Grobanalyse!

Wir möchten Sie hiermit darauf hinweisen, dass das Programm Kleinwasserkraftwerke von EnergieSchweiz Grobanalysen mit einem Kostenbeitrag unterstützt. Eine Grobanalyse bietet Projektentwickler*innen die Möglichkeit, kostengünstig die Realisierbarkeit eines Kleinwasserkraftprojekts durch erfahrene Expert*innen abklären zu lassen. Informieren Sie auch gerne Ihr Netzwerk. Die Bedingungen der Förderung finden Sie auf unserer Webseite: https://bit.ly/35VMdCz

Prognose der Niedrigwasserabflüsse über 30 Tage

Auf der Webseite von Drought-CH können Monatsprognosen für die modellierten, natürlichen Abflüsse, den Niedrigwasserspeicher sowie die Bodensättigung der Schweiz abgelesen werden. Bei diesem Prognoseprototyp wird der Median der 51 ECMWF-Realisierungen mit der langfristigen Modellklimatologie verglichen und als integrierte Grösse für die 57 Teilgebiete dargestellt. Es handelt sich um ein reines Forschungsprojekt der WSL in Zusammenarbeit mit der MeteoSchweiz, welches sich noch im Experimentierstadium befindet. Dennoch liefert das Projekt spannende Animationen. Mehr dazu finden Sie hier: https://bit.ly/3ek3xVv

Rückblick auf die 109. Hauptversammlung des SWV

Nachdem die geplante Veranstaltung mit Tagung in Airolo aufgrund der Entwicklungen rund um Covid-19 abgesagt werden musste, wurde die 109. Hauptversammlung am 3. September 2020 ins Kloster Wettingen in den Kanton Aargau verlegt. Umrahmt von einem festlichen Abendessen wurden die statutarischen Geschäfte behandelt und der scheidende Geschäftsführer Roger Pfammatter verabschiedet und Andreas Stettler an seiner Stelle willkommen geheissen. Zur vollständigen Mitteilung gelangen Sie hier: https://bit.ly/3kR8tUj

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Kurzmitteilungen – Brèves

Berechnung von Schäden bei Fischsterben in Fliessgewässern

Durch Menschen verursachte Schäden an Fisch- und Krebspopulationen können gemäss Verursacherprinzip in Rechnung gestellt werden. Dazu zählen Rückstände aus Düngemitteln und Pestiziden aus der Landwirtschaft, weitere Mikroverunreinigungen aus Haushalt und Industrie sowie die Wasserkraftnutzung. Eine Publikation vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) zeigt auf, welche Schäden und Aufwände dabei berücksichtigt und wie sie berechnet werden können. Die Publikation vom BAFU finden Sie hier: https://bit.ly/3jQ8vuy

ElCom über die Stromversorgungssicherheit der Schweiz 2020

Der Bericht der Eidgenössischen Elektrizitätskommision (ElCom) zur Stromversorgungssicherheit der Schweiz 2020 liegt vor. Für die Beurteilung der Versorgungssicherheit stützt sich die ElCom u.a. auf ein umfassendes Monitoring mit Beobachtungsgrössen in den Bereichen Netze, Produktion, Kosten und Tarife sowie Umfeld. Basierend auf den aktuellen Zahlen kann festgestellt werden, dass die Verfügbarkeit von Elektrizität in der Schweiz insgesamt als sehr gut bezeichnet werden kann. Zugang zum Bericht haben Sie hier: https://bit.ly/35XQEwz

Herkunftsnachweise von erneuerbarem Strom können ab 2021 nicht mehr in der EU gehandelt werden

Ohne Stromabkommen kann die Schweiz ab Mitte 2021 keine Herkunftsnachweise (HKN) mehr ins europäische Ausland exportieren. Mit Inkraftsetzung des Clean Energy Package droht somit der Marktausschluss der Schweizer HKN in der EU. Das BFE hat aber bereits im Mai entschieden, die Anerkennung der europäischen HKN weiterzuführen. Folgende Links vermitteln ein gutes Verständnis einer komplexen Situation. https://bit.ly/2Go1nYG https://bit.ly/3jT03uq https://bit.ly/3oIrb33

75 Prozent des Stroms aus Schweizer Steckdosen stammten 2019 aus erneuerbaren Energien

2019 stammte der Strom aus Schweizer Steckdosen zu rund 75% (2018: 74%) aus erneuerbaren Energien: Zu 66% aus Grosswasserkraft und zu rund 8.4% aus Photovoltaik, Wind, Kleinwasserkraft und Biomasse. 19% stammten aus Kernenergie und knapp 2% aus Abfällen und fossilen Energieträgern. Für 4% des gelieferten Stroms sind Herkunft und Zusammensetzung nicht überprüfbar (2018: 6%); da Strom aus nicht überprüfbarer Herkunft ab Lieferjahr 2020 nicht mehr zulässig ist, weichen Grossverbraucher offenbar vermehrt auf inländische Kernenergie aus. Mehr zum Thema finden Sie hier: https://bit.ly/34KM5Xg

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SSH - Avis d'expert concernant les droits immémoriaux

Lors de l'assemblée générale extraordinaire du 10 octobre 2020, SSH a décidé de commander un avis d'expert juridique sur la question des «droits d’eau immémoriaux». Le Dr. iur Thomas Sägesser, avocat, a donc été mandaté, et les premiers résultats sont déjà disponibles. Un retour plus détaillé sera diffusé sur cette question notamment dans le premier numéro du magazine «Kleinwasserkraft - Petite Hydro» en 2021.

SuisseEnergie - Faites votre demande pour une analyse sommaire encore en 2020 !

Cette année encore, le programme Petites centrales hydrauliques de SuisseEnergie soutient financièrement des analyses sommaires. Ce type d’étude offre la possibilité de faire clarifier la faisabilité d'un projet de petite hydraulique par des experts du domaine à un coût raisonnable. N’hésitez pas à le faire savoir autour de vous. https://bit.ly/36HZ5gb

WSL - Prévisions hydrologiques sur 30 jours

Le site web de Drought-CH (en allemand) présente les prévisions mensuelles concernant le ruissellement, les réservoirs d’eaux souterraines et la saturation des sols en Suisse. Pour ces modélisations, la médiane des 51 prévisions du ECMWF (European Centre for Medium-Range Weather Forecasts, centre européen pour les prévisions météorologiques à moyen terme) est comparée à la climatologie modélisée à long terme. Ces prévisions s’inscrivent dans le cadre d’un projet de recherche fondamentale menée par le WSL (Institut fédéral de recherche sur la forêt, la neige et le paysage) en collaboration avec MétéoSuisse. Bien qu’encore au stade de développement, le projet offre déjà des animations intéressantes. https://bit.ly/32PFjxY

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Kurzmitteilungen – Brèves

ASAE – 109ème assemblée générale

Le 3 septembre 2020 s’est finalement tenue la 109ème AG de l’Association suisse pour l’aménagement des eaux (SWV en allemand) en Argovie. Parmi les points traités, le départ de son directeur général, Roger Pfammatter, et l’accueil d’Andreas Stettler. https://bit.ly/3lEc7Bj

OFEV – Mortalité piscicole dans les cours d’eau

En Suisse, un cas de mortalité piscicole aiguë survient en moyenne tous les deux jours. En vertu du principe du pollueur-payeur et de l’art. 15 de la loi fédérale sur la pêche, les dommages d’origine anthropique occasionnés aux populations de poissons et d’écrevisses peuvent être facturés à l’auteur de l’atteinte. Une publication de l’Office fédéral de l’environnement présente les types de dommages, les coûts à prendre en compte et comment les estimer. https://bit.ly/2K7U2hc

ElCom - Sécurité d'approvisionnement en électricité de la Suisse en 2020

Le rapport de la Commission fédérale de l'électricité (ElCom) sur la sécurité d'approvisionnement en électricité de la Suisse en 2020 est désormais disponible. Pour cette évaluation, l’ElCom s’appuie entre autres sur un système de surveillance complet que ce soit au niveau des réseaux, production, coûts et contexte juridico-technique. Avec en conclusion : « Au vu de l’évolution de la pandémie, il n’y a pas eu de risque aigu pour la sécurité de l’approvisionnement. Comme les révisions des centrales (nucléaires) ont cependant dû être repoussées ou redimensionnées, il faut s’attendre à des conséquences de la pandémie jusqu’en 2021 voire 2022. Un compte rendu à l’issue de la pandémie révélera les améliorations nécessaires en matière de résilience du système. » https://bit.ly/2Khrnqc

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OFEN – Garanties d’origine européennes

Avec l'entrée en vigueur du Clean Energy Package et en l’absence d’accord sur l'électricité, la Suisse ne pourra plus exporter de garanties d'origine (GO) vers d'autres pays européens à partir du second semestre de 2021. Cependant, l'OFEN a déjà décidé en mai 2020 de poursuivre la reconnaissance des GO européennes. https://bit.ly/3pEeVAQ https://bit.ly/38Xye26 https://bit.ly/36LhWXp

Le 7 octobre 2020, le traditionnel RDV de l’énergie de Martigny, organisé par le CREM, s’est notamment intéressé aux garanties d’origine, sujet en particulier développé par Nicolas Isnard. Le film complet de la conférence est disponible en ligne, ainsi que les documents projetés. https://bit.ly/3nB3l7J

OFEN – 75 % de l’électricité consommée en Suisse, d’origine renouvelable en 2019

En 2019, les énergies renouvelables représentaient environ 75% de la consommation finale d’électricité en Suisse (74% en 2018), à raison de 66% pour la grande hydraulique et de 8.4% environ pour le photovoltaïque, l’énergie éolienne, la petite hydraulique et la biomasse. La part de l’énergie nucléaire s’élevait à 19% et celle des déchets et des agents énergétiques fossiles avoisinait 2%. La provenance et la composition de 4% de l’électricité fournie n’étaient pas vérifiables (6% en 2018). Comme l’électricité d’origine non vérifiable ne sera plus admise à partir de l’année de livraison 2020, les gros consommateurs se rabattent manifestement davantage sur l’énergie nucléaire indigène. https://bit.ly/3lFIjEH

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Kurzmitteilungen – Brèves

Zeitschriftenumschau Die neuesten Erscheinungen auf einem Blick

Wasser Energie Luft (Schweizerischer Wasserwirtschaftsverband SWV) Heft 3/2020

WasserWirtschaft (Verlag Springer Fachmedien Wiesbaden) Heft 11/2020

Zukunft der Schweizer Wasserkraft: Sicht Wasserkraftwerksbetreiber Michel Piot

Sind Pumpspeicher eine aussterbende Spezies? Orkan Akpinar M. Sc.

Bemessung von klassischen Tosbecken unterhalb von Treppenschussrinnen Ivan Stojnic, Michael Pfister, Jorge Matos, Giovanni De Cesare, Anton Schleiss

Nutzung von Batteriespeichern im Rahmen der Netzampel Carmen Exner M. Sc.

Schneekartierung aus dem All – das Potenzial frei verfügbarer Satellitendaten Reik Leiterer, Hendrik Wulf, Gillian Milani, Bernhard Sassik, Yves Bühler, Jan D. Wegner Estimation spatiale des précipitations et assimilation de données de débit pour la prévision hydrologique en milieu alpin Alain Foehn, Javier García Hernández, Giovanni De Cesare, Andrea Rinaldo, Bettina Schaefli, Anton J. Schleiss Zukünftige Veränderungen des Wasserangebots im Lötschental Matthias Nyfeler, Holger Frey, Christian Huggel Quadrokoptervideo-basierte Vermessung von Fliessgewässern Martin Detert, Andreas Prokoph, Guido Derungs, Volker Weitbrecht Erkenntnisse aus physikalischen Murgangversuchen für die Planung von Schutzmassnahmen am Beispiel Fellbach, VS Catherine Berger, Andrea-Kristin Bachmann, Jürg Speerli, Florian Zimmermann, Walter Clausen La passe à méandres – une alternative à la passe à fentes verticales Matthias Mende, Werner Dönni, Ulf Helbig, Aurélie Koch, Michael Müller, Vasco Neuhaus, Klaas Rathke

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Gastransportnetze als Partner der Energiewende - Herausforderungen und Potenziale Hartmut Drosch Aufwertung der Wasserkraft bei wasser-rechtlichen Abwägungsentscheidungen Prof. Dr. Thorsten Attendorn Dürre und die öffentliche Wasser- versorgung in Baden-Württemberg: Folgen, Umgang und Wahrnehmung Dr. Veit Blauhut, Prof. Dr. Kerstin Stahl, Giuliana Falasca M. Sc. Projekt erforscht am Rhein geeignete Anpassungen an den Klimawandel Mark Braun M. Sc., Dr. sc. Dipl.-Ing. Frank-Andreas Weber Die Suche nach dem Wasser in Dürrezeiten Prof. Dr. Dörthe Tetzlaff, Lukas Kleine


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Österreichischer Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV) Heft 9-10/2020: Themenschwerpunkt Makro-/Mikroplastik

Warum eine Risikoabschätzung und Grenzwertsetzung für Mikrokunststoffe in der aquatischen Umwelt problematisch ist. M. Fürhacker Littering in Österreich als Beitrag für Mikro- und Makrokunststoffe in der Umwelt P. Hietler, C. Pladerer Der Beitrag der Steiermark zum Marine Littering D. Huter, R. Pomberger Aufkommen und Zusammensetzung von Makrokunststoffen an der Donau J. Mayerhofer, S. Lenz, G. Obersteiner

Direkte Mikro- und Makroplastiktransportmessungen an großen und mittleren Flüssen sowie im Ablauf von Kläranlagen M. Liedermann, S. Pessenlehner, P. Gmeiner, M. Tritthart, P. Hohenblum, G. Obersteiner, H. Habersack Eine neue Methode für die Bestimmung des Mikroplastik-Massenanteils in Umweltproben S. Spacek, O. Mallow, T. Schwarzböck, J. Fellner, H. Rechberger Makro- und Mikrokunststoffe in österreichischen Komposten C. Zafiu, E. Binner, C. Hirsch, B. Vay, M. Huber-Humer Phosphorrückgewinnung aus Klärschlammaschen mit dem RecoPhos-Prozess S. Windisch, C. Ponak, V. Mally, H. Raupenstrauch

The Spirit of Engineering Seit 1947 die Profis fur Kleinwasserkraftanlagen von 20 kVA bis 5 MVA. Die Premel AG plant, baut und betreibt Kleinwasserkraftanlagen von A bis Z. Von der PLANUNGSPHASE inklusive Durchführbarkeitsstudien über die BAUPHASE mit der Montage von Turbine, Generator, Stahlwasserbau und elektrotechnischen Steuerungen bis hin zum KUNDENDIENST. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage. Premel AG, Ringstrasse 12 CH-8600 Dübendorf (Zürich) Tel. +41 (0)44 822 28 00 Fax. +41 (0)44 822 28 01 zh@premel.ch

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Sanierung Fischgängigkeit Chancen erkennen und nutzen – ein Praxisbericht Eine der vielen Herausforderungen in der Kleinwasserkraft-Branche stellt die Umsetzung des Gewässerschutzgesetzes dar. Die Hydro-Solar Water Engineering AG hat seit der Gründung 1991 rund 50 Wasserkraftwerke in der Schweiz saniert und realisiert. Der Generalplaner zeigt am Beispiel des Kraftwerks Obermatt in Zwingen (BL) weitsichtige Lösungsansätze für die Sanierung der Fischgängigkeit. Längsvernetzung & Energiegewinnung Seit Inkrafttreten des revidierten Gewässerschutzgesetzes 2011 sehen sich viele Kleinwasserkraftwerk-Betreiber mit einer Sanierungsverfügung konfrontiert. Die Umsetzung der Massnahmen stellt die Konzessionäre oft vor die Frage, wie der Kraftwerksbetrieb mit den Forderungen zu vereinbaren ist. 2015 standen die Betreiber des Kraftwerks Obermatt (Genossenschaft Elektra Baselland) an der Birs genau vor dieser Problematik. Das bestehende Kraftwerk einer ehemaligen Papierfabrik sollte im Rahmen der Konzessionserneuerung über den Ausleitkanal längsvernetzt und fischgängig gemacht werden. Historische Anlage mit ungünstiger Anordnung Wie auch hier, handelt es sich beim zu sanierenden Objekt oft um eine historisch gewachsene Anlage, bei welcher vor der Elektrifizierung die mechanische Kraftübertragung von Mühlen und Transmissionen im Vordergrund stand und nicht der Fluss als Lebensraum. Dies lässt sich häufig aus alten Darstellungen ableiten und erklärt sich generell durch die langen Werkkanäle, welche zur Kraftübertragung üblicherweise bis in die Fabrikationshallen geführt wurden. Diese sehr aufwendige

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Bauweise hat durch die Verfügbarkeit des elektrischen Verteilnetzes erheblich an Bedeutung verloren. Die Anlage wurde zudem in der Vergangenheit immer wieder an die Bedürfnisse der Zeit angepasst und mit weiteren Bauten ergänzt. Dies führte zu einer insgesamt ungünstigen Anlagendisposition hinsichtlich der anstehenden Sanierungsbemühungen. Heute würde eine Wasserkraftanlage in dieser Anordnung aus ökologischen und betriebswirtschaftlichen Gründen nicht mehr gebaut werden. Ersatzneubau Darum wurde der Variantenfächer weiter geöffnet und nach Lösungen gesucht, welche über die augenscheinlich beste Lösung, die Sanierung des Alt-Bestands, hinausgehen. Die EBL als Bauherrin und das BAFU konnten dadurch von einem Ersatzneubau überzeugt werden. Die Vorteile dieser Lösung liegen auf der Hand: • Energetische Optimierung: Die Unterwasserabsenkung infolge eines kantonalen Hochwasserschutzprojektes kann mitvernetzt und sogleich energetisch genutzt werden. Damit werden die Produktionseinbussen infolge Restwassererhöhung kompensiert. • Neuerschliessung: Durch den Neubau kann die Erschliessung über das werkseigene Gelände erfolgen und ist nicht mehr an das ehemalige Papierfabrikareal gebunden, das in den kommenden Jahren in ein Wohngebiet umgewandelt wird. • Optimale Neuanordnung: Durch die neue Anlagendisposition von Kraftwerk und Fischgängigkeitsmassnahmen kann das Kraftwerksensemble hinsichtlich Funktion und Unterhalt dem Stand der Technik entsprechend optimiert werden.


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• Komfortabler Unterhalt: Die 130 m lange Fischaufstiegshilfe ist so angeordnet, dass sie zusammen mit dem Fischschutz und dem Fischabstiegsbypass in einem geschlossenen Unterhaltsrundgang abgeschritten werden kann.

Das Ziel: Eine Anlage, die beide Ansprüche gleichermassen berücksichtigt: das Gewässer als Lebensraum und die optimale Energiegewinnung.

• Nutzung von Synergie-Effekten: Durch die Zusammenführung der Sanierung Fischgängigkeit und den Bedürfnissen des Betreibers können beide Seiten gleichermassen profitieren, da der gemeinsame Bau eine Kostenersparnis mit sich bringt.

Unterwasserseite auf die alte Zentrale:

Hydro-Solar Water Engineering AG

Das Praxisbeispiel verdeutlicht: Es geht nicht allein um die Erfüllung der aktuellen Sanierungspflicht, sondern auch um die Sicherstellung des wirtschaftlichen Produktionsbetriebs über eine KEV- oder MKF-Zeit hinaus. Durch die Sanierung der Fischgängigkeit kann der Betreiber bei einer globalen Betrachtungsweise auch einen Nutzen daraus ziehen, wenn das Potential erkannt und angepackt wird.

Blick von der

Der Annexbau der ehemaligen Papierfabrik lässt sich nur unbefriedigend für die Fischgängigkeit ertüchtigen, weshalb man sich für einen Ersatzneubau entschied.

Die Lösung: Ersatzneubau «Manchmal braucht es eben auch eine radikale Lösung, die das Problem an der Wurzel anpackt» (Hydro-Solar Water Engineering AG).

Blick von der Oberwasserseite: Bereits nach 5 Monaten nimmt Hydro-Solar Water Engineering AG

der Bau Formen an… Das neue Kraftwerk wird hinsichtlich Betriebsaufwand und -unterhalt optimiert; somit ist der Betreiber für das Post-KEVZeitalter bestens gewappnet.

Die Hydro-Solar Water Engineering AG unterstützt Sie als Konzessionär und Kraftwerksbetreiber von der Entwurfsplanung über die Realisierung bis zur Inbetriebnahme mit innovativen Lösungsansätzen. 67


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Ihre Belange im Einklang mit der Ökologie

Unsere Leistungen (Portfolio Fischmigration):

→ Die Hydro-Solar Water Engineering AG ist seit knapp 30 Jahren ein national und international tätiges Ingenieurunternehmen mit Hauptsitz in Niederdorf BL. Als in der Wasserkraft hochspezialisiertes Ingenieurbüro ist das in Einklang bringen von Technik, Finanzen, Arbeitsabläufen und Ökologie unser tägliches Brot.

Variantenstudium, Vorschlag Sanierungsmassnahme: • Erfassen Ist-Zustand und ökologisches Potential des beeinträchtigten Gewässers • Bestandeserfassung (Vermessung von Gebäuden, Gelände, Wasserspiegellagen) • Erstellen Sanierungskonzept mit Variantenstudium • Bewertung der Varianten nach Eignung, Wirksamkeit, Abwägung anderer Interessen und Verhältnismässigkeit • Sicherung Finanzierungsbeiträge

→ Die Hydro-Solar Water Engineering AG gehört mit zu den aktivsten Planungsbüros in Sachen Kleinwasserkraft und verfügt über ein breites Wissen als Generalplaner insbesondere im Bereich Fischmigration.

→ Die Hydro-Solar Water Engineering AG weist ein beachtliches Referenzenrepertoire im Bereich Kraftwerksanierungen auf, im Speziellen bei der energetischen Optimierung unter Einhaltung der kantonalen und Bundesanforderungen.

→ Als findige Ingenieure packt uns unser Ehrgeiz, optimale kundenspezifische Lösungen anzubieten, die auch morgen Bestand haben werden.

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Projektierung Sanierungsmassnahme mit Erstellung Bewilligungsdossier: • Ausarbeiten Sanierungsprojekt/Bauprojekt • Monitoringkonzept • Kostenschätzung • Zeitplan Umsetzung • Koordination mit Amtsstellen Umsetzung Massnahmen: • Erarbeitung Ausführungsprojekt aus einer Hand • Ausschreibung, Angebotsbeurteilung, Unterstützung bei der Vergabe, Erstellung Werkverträge • Bau- und Montageleitung • Inbetriebnahme, Abnahme und Koordination Monitoring • Baukostenabrechnung und Gesuch für Kostenrückvergütung


Veranstaltungen – Agenda

N° 100  3 / 2020

Veranstaltungen im Überblick Manifestations en un coup d'oeil

Aufgrund der aktuellen Situation in Zusammenhang mit COVID-19 und den vielen Verschiebungen und Absagen von Veranstaltungen zum Ende des Jahres 2020 und zu Anfang 2021 verzichten wir in dieser Ausgabe des Magazins auf die üblichen Veranstaltungshinweise. Wir versuchen allerdings unsere Homepage möglichst aktuell zu halten. Schauen Sie gerne auf unserem Veranstaltungskalender vorbei, wenngleich wir Sie bitten, sich immer auch beim Veranstalter nochmals zu informieren, ob eine Veranstaltung auch wirklich stattfindet. https://bit.ly/3eSUBXt

En raison des multiples reports et annulations d'événements, en lien avec la situation sanitaire, pour cette fin d’année et le début de la suivante, établir un calendrier n’est plus vraiment possible. Toutefois, et dans la mesure du possible, l’agenda en ligne de Swiss Small Hydro est mis à jour régulièrement. Il reste néanmoins conseillé de toujours vérifier auprès de l'organisateur la solidité de l’information. https://bit.ly/3eQ3iC6

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Impressum

Impressum Kleinwasserkraft / Petite Hydro Zeitschrift für die Kleinwasserkraft / Périodique pour la petite hydraulique Offizielles Organ von / Organe officiel de Swiss Small Hydro Erscheinen / Parution: 3 x jährlich / par an Auflage / Tirage : 1’200 Stück / exemplaires

38. Jahrgang / 38e année Bezug: Abonnement in Mitgliedschaft inbegriffen Abonnement ohne Mitgliedschaft 80 CHF Zusatzabonnement 50 CHF Zuschlag Auslandsversand 20 CHF Bezugsadresse siehe Inserateverwaltung ISSN: ISSN 2624-5825 (Print) ISSN 2624-750X (Internet)

Bannerwerbung / Bandeau publicitaire Auf Verbandshomepage mit Hyperlink für 1 Jahr: 390 CHF Auf Verbandshomepage mit Hyperlink & in Verbands-Newsletter (exklusiv, mind. 1x jährlich) für 1 Jahr: 590 CHF Präsident Swiss Small Hydro Benjamin Roduit, Nationalrat CVP

benjamin.roduit@swissmallhydro.ch Vice-Président Swiss Small Hydro Suisse romande

Titelbild / Image de couverture:

Jean-Marie Rouiller

Jubiläums-Sujet / Sujet d’anniversaire (© amestha)

jean-marie.rouiller@swissmallhydro.ch

Mit freundlicher Unterstützung von

Vize-Präsident Swiss Small Hydro Deutschschweiz Andreas Marti andreas.marti@swissmallhydro.ch

Redaktionsteam / Équipe éditoriale

Weitere Vorstandsmitglieder

Jürg Breitenstein, Aline Choulot, Hedi Feibel, Viviane Kessler, Andreas Marti, Wesley Wojtas

Pierre-Alain Bourquard, Michel Hausmann, Viviane Kessler, André Leibundgut

Inserateverwaltung / Gestion publicitaire Jürg Breitenstein Häusermattstrasse 1, CH-4495 Zeglingen BL | Tel. +41 61 981 21 50 juerg.breitenstein@swissmallhydro.ch

Geschäftsleitung

Inseratepreise Heftseite Format A4, kein Mehrpreis für Farbdruck 20% Rabatt für Mitglieder der Kat. A und B Äussere Umschlagseite 1'580 CHF, innere Umschlagseite 1'180 CHF, erste bzw. letzte Heftinnenseite 1'080 CHF, 1 Seite innen 980 CHF, 1/2 Seite innen 580 CHF, 1/3 Seite innen 420 CHF, 1/4 Seite innen 380 CHF Inserate-Annahmeschluss: 10.03.2021 Redaktionsschluss: 26.01.2021

a.i. Hedi Feibel & Wesley Wojtas, Skat Consulting AG, St. Gallen

info@swissmallhydro.ch Gäste an den Vorstandssitzungen Jürg Breitenstein, BFE Vertreter*innen, Aline Choulot (SSH Romandie)

Comité Suisse romande Jean-Marie Rouiller, Daniel Hubert, Pierre-Alain Bourquard, Thibault Estier, Aline Choulot

Gestaltung & Druck amestha AG www.amestha.ch Wohler Druck www.wohlerdruck.ch 70


N° 100

Das Abo für alle Das Magazin «Petite Hydro / Kleinwasserkraft » jetzt auch für Nicht-Mitglieder im Jahres-ABO! 80 CHF für jährlich 3 Ausgaben

Anmeldung über: https://swissmallhydro.ch/de/verband/zeitschrift / oder E-Mail an juerg.breitenstein@swissmallhydro.ch

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3 / 2020


SCHLAGBESTÄNDIG, ROBUST, DAUERHAFT

2000

RÉSISTANT AUX CHOCS ROBUSTE, DURABLE

SEIT 40 JAHREN

ZMU-Rohre: Tuyaux ZMU: Vielseitig im Einsatz À usage polyvalent Das Duktilgussrohr mit Zementmörtel-Umhüllung (ZMU) ist ideal für den anspruchsvollen und dauerhaften Einsatz. Der Aussenschutz, bestehend aus einer Flammverzinkung 200 g/m2, einem Haftvermittler und der ZementmörtelUmhüllung, garantiert eine aktive und passive Schutzwirkung des Gussrohrs. Es wird eingesetzt, wenn die Entsorgung des Aushubmaterials aufwändig ist und auf teures Austauschmaterial verzichtet wird. Beim grabenlosen Leitungsbau bewährt sich die Belastbarkeit und Schlagbeständigkeit sowie die Haftzugkraft der Beschichtung. Auch in säurehaltigen, kontaminierten oder torfigen Böden garantiert die ZMU-Umhüllung einen optimalen Schutz der Rohre.

Le tuyau en fonte ductile avec revêtement extérieur en mortier de ciment (ZMU) est idéal pour un emploi exigeant et durable. La protection extérieure, composée d‘une galvanisation à chaud 200 g/m2, d‘une couche d‘adhésion et d‘un revêtement extérieur en mortier de ciment, garantit une protection active et passive du tuyau. Il s’emploie lorsque la mise en décharge du matériau d’excavation et son remplacement par un matériau d’échange devient trop onéreux. Avec sa robustesse, sa résistance aux chocs ainsi que l’adhérence du revêtement, il s‘avère idéal pour la pose sans tranchée. Le revêtement ZMU garantit aussi une protection optimale des tuyaux en sols acides, contaminés ou tourbeux.

Wild Armaturen AG · Buechstrasse 31 · 8645 Jona-Rapperswil Tel. 055 224 04 04 · info@wildarmaturen.ch · www.wildarmaturen.ch



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