Schweizer Landtechnik 08/2020

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August 2020

FELDHÄCKSLER Hohe Schule des Messerschleifens Was ist aus «Shredlage» geworden? Ein Beruf ohne Langeweile Korrekt unterwegs mit Reifendruckregelanlagen


Fendt Mähdrescher: Zuverlässig Leistung bringen. It’s Fendt.

Weil wir Landwirtschaft verstehen.

Im Majorenacker 11 CH-8207 Schaffhausen info@gvs-agrar.ch www.gvs-agrar.ch Kontakt: Werner Müller 079 348 17 34

Bis 31. Oktober 2020: Beste Konditionen auf die Grosserntetechnik.


August 2020 | Editorial • Inhalt

Aktuelles

Editorial

4 Kurzmeldungen Markt 10 14 16 18 20 22 30 32 34

«Die Agrama steht nicht auf dem Spiel» Mit Carré im Stoppelfeld Neue «Highland»-Baureihe von Krone MF stellt «8S»-Traktorenbaureihe vor John Deere «6M» erhält «AutoPowr»-Getriebe

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Schwerpunkt: Feldhäcksler Der klassische Dienstleister «Shredlage»: Euphorie ist verflogen Praxisinterview mit Urs Bütikofer, Limpach BE Hohe Schule des Messerschleifens

Impression 36 38 40 43 44

«EC-Weeder» von Steketee in der Praxis «PlusBremse» von Urs Schmid Schleppschuhverteiler Bomech «Speedy One» Vereinzelungssystem «AirSpeed» von Horsch «Ölix» − Ölwechsel leicht gemacht

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Wissen 46 47

Wenn Messer singen Herausforderung «Mensch-Maschine-Schnittstelle»

Management 48 49

Reifendruckregelanlagen: Neues Merkblatt für den korrekten Einsatz Vor dem Kauf die Gewichte checken

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Plattform 50 52 55

Jenni − der Spezialist für Lüftungen Ein Beruf mit «Nie-Langeweile-Garantie» AGFF-Plantahof-Feldtag 2020

Passion 56

Same «Explorer II 70» von Werner Buholzer

Sicherheit 58

Sicherer Fahren mit einem Schleuderkurs

SVLT 59 Aktuelles aus dem SVLT-Vorstand 60 Sektionsnachrichten 62 Porträt: Amanda Bösch aus Hohentannen TG 63 Kurse und Impressum

Titelbild: Die Leistung von Feldhäckslern ist beeindruckend. Im Fokus stehen aber nach wie vor die Schnitt- und Aufbereitungsqualität. Gross ist deshalb die Bedeutung der Cracker. Bild: R. Engeler

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Roman Engeler

Der Feldhäcksler sei eine klassische Dienstleistermaschine, schreibt Ruedi Hunger in seinem einleitenden Beitrag auf Seite 22 zum Schwerpunkt dieser Ausgabe. In der Tat, diese Maschine kostet nicht nur eine Stange Geld und sollte deshalb auf möglichst vielen Hektaren eingesetzt werden können, sie verlangt auch einiges Know-how in der Bedienung, auf dass der Kunde – in der Regel der Tierhalter – am Ende mit dem Resultat zufrieden ist, wenn er im Winter seine Tiere füttert. Heute sind aber nicht nur das reine Fahren und effiziente Abernten der Bestände gefragt, Kenntnisse über Strukturen und Qualitäten des Häckselguts sind dabei ebenso wichtig wie die Möglichkeiten, diese Para­meter an der Maschine beeinflussen zu können: Arbeitshöhe des Vorsatz­geräts, Geschwindigkeiten der Förderelemente, Tempo des Häckslers, Einstellungen der Einzugs- und Vorpresswalzen, Wahl der optimalen Messertrommel und deren Drehzahl sowie die Zuschaltung des passenden Korn-Crackers – und natürlich die Wartung all dieser Elemente. Und am Ende sollte das Häckselgut zu 100 % im Erntewagen landen, der reibungslos in eine Häckselkette eingebettet ist, ohne dass es zu Engpässen und unnötigen Wartezeiten kommt. Keine einfache Aufgabe also für die Fahrer und Organisatoren im Hintergrund, selbst wenn heute allerlei Sensoren und weitere digitale Hilfsmittel zur Verfügung stehen. Dann noch in eigener Sache: Sie er­ halten diese Ausgabe der «Schweizer Landtechnik» neu in einer Papierverpackung. Gemeinsam mit der Druckerei AVD haben wir in den letzten Monaten, nicht zuletzt aufgrund von Rückmeldungen unserer Leserschaft, nach einer neuen Verpackungslösung gesucht und sie nun gefunden. Ausgabe Nr. 9 erscheint am 17.9.2020

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Aktuelles

In Kürze Frontlader-Spezialist Hauer hat kürzlich eine grössere Photovoltaik-Anlage für seine Fertigung in Betrieb genommen. DeLaval Schweiz hat Anfang Juli 2020 in Bulle FR und in Schwarzenburg BE neue Planungsbüros für landwirtschaftliche Bauten eröffnet. Am 22. und 23. August finden im Andelfin­ ger Niederfeld die Zürcher und Schweizer Meisterschaften im Wettpflügen statt. Es werden zusammen mit den Plauschpflügern rund 60 Wettkämpfer erwartet. Fendt erhielt beim «German Brand Award 2020» gleich zwei Preise, nämlich für die beiden Marketingkampagnen zu «It’s Fendt» und «Fendt 900 Vario – Ready for more». Tscharner AG in Cazis GR erweitert das Sortiment und wird zum zweiten JCBCenter für die Ostschweiz und das Fürstentum Liechtenstein. Grimme hat den dänischen Gemüsetechnikspezialisten Asa-Lift vollständig übernommen. Seit 2013 besass das deutsche Unternehmen 70 %. Fenaco reaktiviert die bekannte Marke «Agroline», nutzt sie nun aber für die Bündelung der Aktivitäten im Pflanzenschutz und bei Nützlingen. Die nächste Agrama wird nun vom 2. bis 6. Dezember 2021 stattfinden (siehe dazu auch das Interview ab Seite 10). Amazone, Schmotzer und Agravis starten das gemeinsame Ackerbau-Versuchsprojekt «Controlled Row Farming», bei dem jede pflanzenbauliche Massnahme im Bezug zu einer festen Reihe erfolgt. Deutz-Fahr hat mit der «Serie 3» ein neues Traktoren-Trio für den Garten-, Landschaftsund Obstbau entwickelt. Rauch hat das weltweit erste modulare Maschinenkonzept zum Stanzen und Laserschneiden in Betrieb genommen und kann so flexibel auf die Auftragslage sowie Kundenwünsche reagieren. Patura erweitert das Sortiment an Klauenpflegeständen um eine elektrische Variante. GVS-Agrar ist seit rund zwei Jahren im Ausland aktiv und baut dieses Engagement durch die Zusammenarbeit mit Chevillard Agri und seinen fünf Standorten in der Region Auvergne-Rhône-Alpes weiter aus. BvL bietet eine digitale Anzeige als Option für die Futtermischwagen vom Typ «V-Mix».

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Kompakte Radlader Die neuen kompakten Radlader «KL12.5» und «KL14.5» sollen durch innovative Leistungsdaten und Komfortfeatures bestechen, schreibt Kramer in einer Medienmitteilung. Diese beiden allradgelenkten und mit Motoren von Yanmar der Abgasstufe 5 ausgestatteten Modelle leisten 25,2 PS bei einer Schaufelkipplast von 1140 kg und 38,8 PS bei einer Schaufelkipplast von 1400 kg. Die Radlader sind mit einer Breite von 1,26 m und einer Höhe von etwas mehr als 2 m prädestiniert für niedrige Stalleinfahrten und enge Passagen. Optional ist das «Smart Driving Pro» verfügbar, ein neues Feature mit drei verschiedenen Fahrmodi. Im «Power Modus» mit schnellen Ladezyklen steht die volle Motorleistung zur Verfügung. Im Vergleich dazu fährt die Maschine im «Eco Modus» bei gleicher Fahrgeschwindigkeit mit einer reduzierten Motordrehzahl. Mit dem Ziel der Reduktion des Geräuschpegels und Kraft-

stoffeinsparung eignet sich dieser Fahrmodus vor allem für Stapelarbeiten, bei denen nicht die volle Systemleistung benötigt wird. Der dritte Fahrmodus stellt eine Weiterentwicklung der bekannten Option «Langsamfahreinrichtung» dar. Diese wird mit «Fahren übers Fahr­ pedal» erweitert. So kann die Vorfahrtsgeschwindigkeit, bei einer frei einstellbaren Motordrehzahl, nicht nur über den Handregler gesteuert, sondern zusätzlich auch mit dem Fahrpedal vor­ gegeben werden. Dieser Fahrmodus eignet sich im Einsatz mit Anbaugeräten, wie beispielsweise einem Mulcher oder einer Kehrmaschine.

Schont Insekten Müthing präsentiert den nachrüstbaren Insekten­ retter «Beehappy» zum Schutz von Insekten, Fliegen, Käfern und anderen Kleinstlebewesen für die Baureihe «MU-H». Durch einen speziell konzipierten, hydraulisch klappbaren Bügel mit integrierten abgewinkelten Zinken werden Insek­ ten und Kleinstlebewesen vor dem Mulchgerät aufgescheucht und zur Flucht bewegt. Vorteil dieses Insektenretters ist, dass nicht nur der Insektenbestand geschont wird, sondern auch Nagetiere und andere kleine Säugetiere. Verfügbar ist der «Beehappy» für die Baureihe «MU-H Vario» und «MU-H Hydro Vario» mit Arbeits-

breiten von 2,00 bis 2,20 m und Antriebsleistungen von 75 bis 90 PS. Nachrüstungen an vorhandene Geräte der Baureihe «MU-H» sind ebenfalls möglich. Mit dem «MU-Ökotop» geht Müthing noch einen Schritt weiter. Dieses Gerät wurde unter Berücksichtigung der Schonung von Insekten, Kleinstlebewesen und den pflanzlichen Strukturen entwickelt. Durch die am Rotor montierten speziellen Y-Messer und eine variabel verstellbare Arbeitshöhe bis rund 11 cm entsteht eine gerin­gere Sogwirkung, wodurch Reptilien und Kleintierlebewesen am Boden verbleiben und nicht mit den Y-Messern in Kontakt kommen.


Aktuelles

Einfach und automatisch dokumentieren Die automatische Dokumentation, die Claas über seine Platt­ form «Telematics» anbietet, erlaubt es, zeitsparend und un­ kompliziert Maschinendaten und agronomische Informationen flächenspezifisch zuzuordnen. Sind die Schlaggrenzen einmal hinterlegt, so erkennt das System selbstständig, auf welchem Schlag sich die jeweilige Maschine gerade befindet. Anschlies­ send erstellt «Telematics» aus Schlaggrenzen sowie aufgezeich­ neten Fahrspuren für jede Tätigkeit eine schlagbezogene Doku­ mentation für verschiedene Parameter. Das System arbeitet voll­automatisch, sodass weder beim Fahrer noch im Büro zu­ sätzlicher Aufwand anfällt. In Verbindung mit dem NIR-Sensor lassen sich beispielsweise beim Feldhäcksler «Jaguar» auch die Erntemenge und Gehaltswerte entsprechend dokumentieren sowie per automatischen Datentransfer in viele namhafte Farm­ management-Systeme einlesen.

«Taro» Die Sämaschinen-Baureihe «Taro» von Horsch steht für 6 m breite Säschienen, die in Kombination mit einem Fronttank «Part­ ner» im 3-Punkt des Traktors gefahren werden können. «Taro 6 HD» ist mit einem Reifenpacker und «Power­Disc»-Säscharen ausgestattet. Die Fronttanks führen zu ei­ ner optimalen Gewichtsverteilung des Ge­ spanns. Das ab­gesetzte Verfahren, sprich eine getrennte Bodenbearbeitung und Aussaat, ermöglicht besonders in nieder­ schlagsreichen Jahren neue Aussaatfenster. Die Baureihe wird ab Herbst mit der «Taro SL» erweitert. Charakteristisch für die Ma­ schine ist das geringe Eigengewicht von rund 3000 kg (abhängig von der Ausstat­ tung) bei 6 m Arbeitsbreite und die hohe Variabilität der Reihenabstände: 12,5 cm, 15 cm, 25 cm und 30 cm sind verfügbar. Die optionale Verschlauchung der zwei Ver­ teilertürme und ein «Partner» mit elektri­ scher Halbseitenabschaltung erlauben per Knopfdruck das Wechseln von 12,5 cm (15 cm) zu 25 cm (30 cm) Reihenabstand.

«Sub-Tiller Stealth» HE-VA, der dänische Spezialist für die passive Bodenbearbeitung, bringt ein neues Modell auf den Markt, das vor al­ lem für Direktsaatbetriebe interessant ist. Verglichen mit herkömmlichen Tiefen­ lockerern reduziert der HE-VA «Sub-Tiller Stealth» die Erdbewegung auf ein Mini­ mum und verringert zudem den Unkraut­ druck deutlich. Zugleich erfolgen ein Drainage- und Belüftungseffekt sowie ei­ ne Verbesserung des Stickstoffhaushalts. Die durch die Lockerung gestärkte Wur­ zelbildung der Pflanzen führt zu einem signi­fikanten Wachstumsschub und somit zu gesteigerten Ernteerträgen. Die Zinken der Maschine sind mit Versatz um den

Hauptrahmen angeordnet, was zu einem verbesserten Durchgang und damit ver­ bundenen geringeren Kraftbedarf führt. Der HE-VA «Sub-Tiller Stealth» kann in Arbeitstiefen von 0 bis 300 mm einge­ setzt werden, eine hydraulische Tiefen­ führung ist serienmässig.

Innovativer Beifahrersitz Sie bezeichnen sich als «Problemlöser für Händler»: Vollbluttechniker aus Österreich entwickeln und liefern schraubbare Umund Nachrüstsätze und Weiteres mehr. Sie haben 2018 die Firma Samo übernommen und bereits ein Jahr später Aufsehen er­ regt, als man mit dem Hackgerät «Vario­ Chop» an der Agritechnica gleich eine silber­ne Auszeichnung bekam. In beacht­ lichen Stückzahlen – auch in der Schweiz via LMG Grasswil für CHF 950 .– abgesetzt wird derzeit aber der von Samo entwickel­ te Beifahrersitz, passend zu vielen vor­ handenen Fendt-Traktoren. Er kann in je­ der Händler-Werkstätte in zehn Minuten auf den originalen Befestigungspunkten montiert werden unter Nutzung des vor­

handenen Gurts und Gurtschlosses. Er bietet hohen Sitzkomfort. Die Sitzfläche klappt nicht automatisch hoch, wenn sich der Beifahrer kurz erhebt, und behindert auch nicht in hochgeklapptem Zustand.

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Aktuelles

Neue Grossdrescher An der Agritechnica 2019 hatten sie ihren ersten Auftritt, nun werden sie in Europa offiziell für die Erntesaison 2021 lanciert, sind derzeit aber bereits im Testeinsatz: Mähdrescher der Serie «X9» von John Deere mit den Modellen «X9 1000» und «X9 1100». Mit diesen Maschinen soll es gemäss dem Hersteller möglich sein, pro Stunde bis zu 100 t Getreide ernten zu können.

te «ProDrive XL»-Getriebe mit einer Doppelpumpen-Technologie. Der Korntank des «X9 1000» fasst 14 800 l, beim «X9 1100» sind es gar 16 200 l, die mit bis zu 186 l/s entladen werden können.

Die Maschinen sind mit 3,51 m langen «XDS»-Doppelrotoren ausgerüstet und sollen über das grösste Reinigungssystem im Markt verfügen. Der 7 m2 grosse «Dyna-Flo XL»-Siebkasten hat dabei laut John Deere im Vergleich zur «S»-Serie eine um 36 % vergrösserte Reinigungsfläche und soll dank eines neuen Geblä­se-Systems sogar 45 % mehr Reinigungskapazität haben. Angetrieben werden die Maschinen von einem neuen PowerTech-Motor mit 6 Zylindern und 13,6 l Hubraum, der bis zu 700 PS freigeben soll. Die Mähdrescher gibt es mit Rädern oder Raupen und weisen eine Breite von weniger als 3,5 m auf. Der Antrieb erfolgt hydrostatisch über das neu konzipier-

Hybrid-Technik bei New Holland New Holland bringt mit dem «CH 7.70» einen Hybrid-Mähdrescher auf den Markt, der auf Basis der Schüttlermaschine «CX 6.90» aufgebaut ist. «CH» steht dabei für den Begriff «Crossover Harvesting». Im Anschluss an das unveränderte konventionelle Zweitrommel-Dreschwerk hat New Holland statt der Restkornabscheidung mit Schüttlern zwei Rotoren mit 2,9 m2 Abscheidefläche installiert. Zudem wurde der Strohhäcksler überarbeitet. Laut New Holland soll dieser Mähdrescher in der mittleren Leistungsklasse eine leistungsstärkere Alternative bieten. Dafür wurde auch die maximale Motorleistung des FPT-Motors «Cursor 9» auf 354 PS angehoben.

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Neue Anbauspritzen von Amazone Amazone erweitert das Angebot der Anbauspritzen um zwei weitere Produkttypen mit 1000 und 1300 l Nennvolumen. Die «UF 1002» verfügt über ein Nennvolumen von 1000 l und ein Istvolumen von 1100 l, die «UF 1302» entsprechend über 1300 l Nennvolumen sowie 1400 l Istvolumen. Beide Typen sind mit den quergeklappten Gestängen von 12 bis 15 m oder den hochgeklappten Gestängen von 15 bis 30 m Arbeitsbreite einsetzbar. Die komplette Baureihe «UF 02» umfasst somit neu Behältergrössen von 1000 bis 2000 l. Die bekannten Anbau­spritzen-Typen «UF 901» und «UF 1201» im mittleren Preissegment bleiben weiter im Produktprogramm enthalten.


Aktuelles

Schlegeln und Mulchen Die Firma Sauerburger aus Wasenweiler am Kaiserstuhl (D) bietet seit vielen Jahren ein umfangreiches Mulcherprogramm an. Bei diesen Geräten wird das Mulchgut breit über die Arbeitsbreite verteilt. Beim Schlegeln von Kartoffelkraut soll dagegen das abgeschlegelte Kraut genau zwischen den Kartoffeldämmen abgelegt werden. Dazu installierten die Konstrukteure bei Sauerburger nun Leitbleche in das Mulchergehäuse, die das Kraut in die gewünschte Position leiten und ablegen. Zudem wurden statt einer Walze Stützräder hinten aussen angebaut. Diese dienen der Abstützung. Eine Walze würde über die ganze Breite laufen und somit die Kartoffeldämme beschädigen. Damit war ein neuer Krautschlegler konstruiert, der neben der Kartoffelsaison als ganz normaler Mulcher eingesetzt werden kann.

«TIM» für Kubota Die für die AEF-Zertifizierung verantwortliche AEF (Agricultural Industry Electronics Foundation) hat es sich zur Aufgabe gemacht, technologische Innovationen im Landmaschinen-Sektor zur prüfen und zu kontrollieren – mit dem Ziel, das Protokoll zur «TIM»-Zertifizierung (Tractor Implement Management, Gerät steuert Traktor) zu gewährleisten. Nun gab die AEF kürzlich bekannt, dass sowohl die Rundballenpresse «BV5200» als auch der Traktor «M7003» aus dem Hause Kubota die Zertifizierung des «TIM»-Konformitätstests bestanden haben. Kubota erhält damit gemäss eigenen Angaben als erster Hersteller die begehrte Zertifizierung für ein Gespann aus Traktor und Anbaugerät. In der Praxis bedeutet dies, dass der Kubota «M7003» durch die Rundballenpresse oder ein anderes AEF-zertifiziertes «TIM»-Anbaugerät gesteuert werden kann. Das Anbaugerät hat dabei Zugriff auf Traktorfunktionen wie Zapfwelle, Hydraulik und Fahrzeuggeschwindigkeit. Hierdurch bietet Kubota auch herstellerübergreifend die Vorteile der «TIM»-Steuerung.

Neues von Pöttinger Die neuen Schwadermodelle bei Pöttinger heissen «Top 422 A» und «Top 462 A» mit einem Kreisel und sind in den Arbeitsbreiten 4,20 und 4,60 m erhältlich. Das Zweikreisel-Modell «Top 632 A» (Bild) verfügt bei einem Schwad über eine Arbeitsbreite von 3,40 bis 6,30 m, bei zwei Schwaden von 6,80 m. Der «Top 692 A» weist eine Arbeitsbreite von 3,70 bis 6,90 m bei einem Schwad und 7,40 m bei zwei Schwaden auf. Weiter lanciert Pöttinger mit dem neuen «Top 1403 C» einen 4-Kreisel-Schwader mit einer maximalen Arbeitsbreite von 14,0 m. Die gezogenen Einkreisel-Schwader können dank der Parallelogramm-Deichsel an die Ackerschiene oder ans Zugpendel angehängt werden. Die Transportaushebung vom Traktorsitz aus erfolgt hydraulisch. Neu bei den Zweikreisel-Schwadern ist der bewegliche Rahmen. Die Maschinen sind serienmässig mit Tandemachsen ausge­ stattet. Bei der Bodenanpassung punkten die Schwader mit dem doppelten, innenliegenden Tastrad (optional) und mit den

«Multi­tast»-Rädern vor dem Kreisel. Pöttinger erweitert zudem seine Produktpalette bei den Kreiselheuern nach oben um den gezogenen «Hit 16.18 T» mit 16 Kreiseln und 17 m Arbeitsbreite.

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Aktuelles

SMSWettbewerb Jeden Monat verlost die Schweizer Landtechnik in Partnerschaft mit einem Landmaschinen-Händler ein attraktives Traktoren-Modell.

«Fuel Economy»-Öl Waren es bis vor kurzem noch die Partikel- und Stickoxidwerte, die zur Erreichung bestimmter Abgasnormen notwendig waren, kommen nun auch die CO2-Werte als Parameter ins Spiel. Das richtige Motorenöl leistet dabei einen wichtigen Beitrag. Mit «Farmer PRO SAE 10W/30» hat Moto­rex ein für den reibungslosen Einsatz in Dieselmotoren von Land- und Forstmaschinen ausgelegtes Produkt im Sortiment – speziell für jene Motoren, die mit Abgasnachbehandlungssystemen ausgerüstet sind. Das Motorenöl zeichnet sich durch eine tiefe Viskosität aus und trägt somit zur Kraftstoffeinsparung bei. Zusätzlich werden die immer strengeren Emissionswerte erreicht. Das Öl erfüllt mit der zeitgemässen Additi­vierung sämtliche neuen Spezifikationen für moderne Traktoren und Erntemaschinen. Zudem ist es ein «Fuel Economy»-Öl.

Neue Wiegeeinrichtung In dieser Ausgabe ist es ein Modell Fendt «1050 Vario» von Siku im Massstab 1:32.

SMS – und gewinnen mit

Gujer Landmaschinen AG Horbenerstrasse 7 8308 Mesikon

Schreiben Sie ein SMS (1 Fr.) mit SVLT Name Adresse an die Nummer 880 und gewinnen Sie mit etwas Glück dieses Modell des Traktors Fendt «1050 Vario». Die glückliche Gewinnerin des Modells New Holland «T8.390», das in der Juni-Juli-Ausgabe der «Schweizer Landtechnik» zur Verlosung ausgeschrieben wurde, heisst Cindy Sommer und kommt aus 2722 Les Reussilles BE.

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Trioliet rüstet seine Futtermischwagen ab sofort mit der neuen Wiegeeinrichtung «Triotronic 2810v» aus und ergänzt sie mit der neuen und kostenlosen «Trioliet Feed App». Diese App für das Smartphone oder Tablet verbindet sich automatisch mit dem Bluetooth-Sender der auf dem Futtermischwagen verbauten Wiegeeinrichtung. Die App enthält neben der Funktion «Cab Control», die in Echtzeit das Gewicht im Futtermischwagen anzeigt, auch eine Programmier­ waage. In der Funktion «Programmierwaage» können Tiergruppen mit dazugehöriger Futterration programmiert werden. Beim Beladen werden dem Fahrer die einzelnen Futterkomponenten nacheinander angezeigt und der Sollwert runter­ gezählt. Verändert sich die Anzahl der Tiere in einer Tiergruppe, kann man dies in der App eingeben und daraus wird automatisch die Futtermenge für die nächste Fütterung errechnet. Nach dem Füttern kann man einen Fütterungsbericht abspeichern oder diesen per Mail oder WhatsApp weiterversenden.

Mit Wasserstoff JCB hat einen 20-t-Bagger entwickelt, der von einer Wasserstoff-Brennstoffzelle angetrieben wird. Der Bagger sei nun mehr als zwölf Monate auf dem firmeneigenen Prüfgelände strengen Tests unterzogen worden, heisst es bei JCB. Es sei weltweit der erste funktionierende Prototyp eines Baggers. Der Strom für den Antrieb der Maschine wird durch die Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff in einer Brennstoffzelle erzeugt. Diese Entwicklung erfolgt, nachdem JCB bereits im vergangenen Jahr mit der Herstellung des ersten vollelektrischen Minibaggers, dem «19C-1E», Firmengeschichte geschrieben hat. Weiter hat JCB mit der Einführung eines elektrischen Modells «30-19E» diese Technik auch auf seine «Teletruk»-Tele­ skopstapler erweitert.


GIANT G3500

EIN STARKER PARTNER In Hombrechtikon bewirtschaftet die Familie Baumann ihren vielfältigen Landwirtschaftsbetrieb bereits in vierter Generation. Die Hauptbetriebszweige sind Milchwirtschaft, die Haltung von Pensionspferden sowie die Direktvermarktung eigener Produkte. Im Nebenerwerb erbringt Max Baumann zudem Winterdienstarbeiten für die Gemeinde. Um die anfallenden Arbeiten auf seinem Hof flexibler und effizienter erledigen zu können, suchte Max Baumann nach einem Hoflader. Für die teils engen Platzverhältnisse musste es eine wendige und übersichtliche Maschine sein, die gleichzeitig kraftvoll zupacken und eine gute Fahrleistung erbringen würde. Auf Empfehlung seines Landmaschinenhändlers informierte er sich bei dessen langjährigen Vertriebspartner über den Giant G3500 Tele und war sofort begeistert. Dank Knicklenkung kommt die Maschine mit engen Verhältnissen bestens zurecht, bietet durch die hohe, mittige Sitzposition ausgezeichnete Übersicht und punktet zudem durch eine bemerkenswerte Hubhöhe von 4.2 Metern. Beeindruckende Ausstattung Mit einem leistungsstarken 66-PSKubota-Motor mit Dieselpartikelfilter ist der Giant G3500 Knicklader ausgestattet und bringt es damit auf eine erstaunliche Fahrleistung am Berg sowie eine maximale Fahrgeschwindigkeit von 30 km/h. Für den optimalen Bedienkomfort sorgen eine neue Lenksäule, die in Höhe und Neigung einfach verstellt werden kann sowie ein Joystick mit elektrisch vorgesteuerten proportionalen Funktionen. Sein kompaktes Design ermöglicht die Arbeit in beengten Verhältnissen und ein Knick- und Pendelsystem sorgt für beste Manövrierbarkeit und Stabilität auch in unebenem

«Die qualitativ hochwertige und innovative Bauweise der Maschine sowie die lösungsorientierte, kompetente Beratung meines Händlers und dessen Vertriebspartner haben mich auf Anhieb überzeugt.» Max Baumann · Landwirt · Hombrechtikon

wenden und in der kalten Jahreszeit soll die Maschine mit ihrer geschlossenen, beheizten Komfortkabine vollen Einsatz im Winterdienst zeigen. Max Baumann ist rundum überzeugt von seiner Investition und hält fest: «Für die Zukunft bin ich mit dem Giant bestens gerüstet und für den Service vertraue ich auf meinen Händler und dessen Lieferanten.» Gelände. Im Angebot sind zudem optionale Ausstattungen, die verschiedenste Bedürfnisse berücksichtigen. Leistungsstark und unentbehrlich «Anfang 2020 hat der Giant G3500 Tele seinen Dienst auf unserem Hof angetreten und leistet seither Erstaunliches», freut sich Max Baumann und ergänzt: «Die Arbeiten auf dem Hof sind mit dem Giant viel einfacher geworden und machen erst noch mehr Spass». Schwere Siloballen, Heu- und Strohballen staple der Giant so perfekt, dass der knappe Lagerplatz viel besser genutzt werden könne. Das Ausmisten der Tiefstreue sei viel einfacher geworden und dank des Teleskopauslegers sei das Beladen eines grossen Miststreuers problemlos möglich. Auch für die Pensionspferdehaltung sei der Giant ein riesiger Gewinn. Er versorge die Stallung mit Heu sowie Strohgrossballen und werde für die Aufbereitung des Sandes in den Pferdeausläufen eingesetzt. Künftig wird der Landwirt den Giant auch für die Brennholzaufbereitung ver-

GIANT-VERTRETUNGEN

Zürich/Ostschweiz/FL/Tessin: Aggeler AG · 9314 Steinebrunn TG Tel. 071 477 28 28 · www.aggeler.ch

Zentral-/Nordwestschweiz/Bern: A. Leiser AG · 6260 Reiden LU Tel. 062 749 50 40 · www.leiserag.ch


Markt | Interview

Jürg Minger ist Präsident des Schweizerischen Landmaschinenverbands (SLV), der 200 Mitglieder (Hersteller, Importeure und Händler) umfasst und im Zwei-Jahres-Rhythmus die Agrama organisiert. Bilder: D. Senn

«Die Messe steht nicht auf dem Spiel» Jürg Minger, Präsident des Schweizerischen Landmaschinenverbands (SLV), gibt im folgenden Interview Auskunft, wie es zum Entscheid kam, die Agrama 2020 abzusagen, auf 2021 neu anzusetzen und wie sich diese Messe künftig im nationalen und internationalen Umfeld behaupten kann. Roman Engeler

Schweizer Landtechnik: Die Agrama 2020 wurde abgesagt. Nun soll diese schweizerische Landmaschinenausstellung Anfang Dezember 2021 stattfinden. Wie kam es zu diesem Entscheid? Jürg Minger: Die Ausstellungskommission war seit letztem Sommer an der Organisation der Agrama 2020. Ende Februar war die Anmeldefrist für die Aussteller abgelaufen. Erfreulicherweise hatten wir bis zu diesem Zeitpunkt wieder sämtliche zur Verfügung stehende Quadratmeter analog der Austragung 2018 vergeben 10

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können. Mitte März dieses Jahres wurde uns dann aber klar, dass das CoronaVirus nachhaltige Auswirkungen bis in den November haben wird. Bekanntlich musste die zu jener Zeit laufende Agri-Messe in Thun abgebrochen sowie der Autosalon in Genf noch während der Einrichtungsphase aufgrund der vom Bundesrat verkündeten Massnahmen abgesagt werden. Weitere im Frühling anste­hende und grosse nationale sowie internationale Ausstellungen wurden auf das nächste Jahr verschoben oder storniert.

Dieser Lockdown ist nun aber aufgehoben … … ja, das schon. Wir mussten jedoch bis spätestens Ende Mai entscheiden, ob und in welcher Form man die Agrama in diesem Jahr durchführen kann. Ich denke da an Sicherheitsvorschriften, Einschränkung der maximalen Besucherzahlen pro Stunde, Temperaturmessen oder Maskenpflicht. Als dann der Bundesrat alle grossen Veranstaltungen über 1000 Personen bis Ende August verboten hat, haben wir wegen der Planungssicherheit von unserer Seite und jener der Aussteller


Interview | Markt

frühzeitig entschieden, die Agrama im November 2020 ohne Kostenfolge für die angemeldeten Aussteller abzusagen und zu verschieben. Zu diesem Zeitpunkt war es aber nicht klar, ob es auf dem Messe­ platz in Bern überhaupt möglich ist, 2021 zur gleichen Zeit eine Messe durchzufüh­ ren. Dank Verschiebungen und geringen Anpassungen anderer Ausstellungen in Bern machte es uns der Messeplatz mög­ lich, dass der SLV die Agrama vom 2. bis 6. Dezember 2021 durchführen kann. Gab es hinsichtlich der nächsten Austragung auch Alternativen? Der Vorstand hat im Rahmen einer aus­ serordentlichen Sitzung verschiedene Va­ rianten geprüft und besprochen. Es wur­ de auch die Möglichkeit diskutiert, die Agrama auf Februar oder März 2021 zu verschieben. Dieser Vorschlag wurde aber schnell verworfen, da man spätestens im September dieses Jahres anhand der ak­ tuellen und wohl noch weiter andauern­ den Corona-Unsicherheit wieder über eine Durchführung oder Absage hätte entschei­ den müssen. Selbstverständlich

Die Agrama ist ein erfolgreiche Fachausstellung mit hoher Besucherfrequenz und zum heutigen Zeitpunkt nicht wegzudenken.

terbruch der Agrama von vier Jahren für einen Grossteil der Aussteller, die nicht an der Agritechnica vertreten und vor allem im Schweizer Markt aktiv sind, ein zu grosser Nachteil gewesen. Stand allenfalls gar die Agrama als solche auf dem Spiel? Nein, die Agrama ist eine erfolgreiche Fachausstellung mit hoher Besucherfre­ quenz und ist in der Schweiz zum heuti­ gen Zeitpunkt nicht wegzudenken. Sicher wird es ständig Veränderungen sowie kunden- und bedürfnisorientierte An­ passungen geben müssen. Die Ausstel­ lungskommission ist laufend daran, neue Formen und Ansprüche in Betracht zu ziehen, um das erfolgreiche Konzept wei­ terzuentwickeln oder anzupassen. Ein «grosser» Importeur hat bereits vor langer Zeit den Verzicht auf eine Teilnahme an der Agrama mitgeteilt. Hat er Nachahmer gefunden? Nein, es hat bis jetzt keine Nachahmer gegeben und ich gehe davon aus, dass die angesprochene Marke auch zukünftig in irgendeiner Form an der Agrama prä­ sent sein wird. Wieso glauben Sie, hat er keine Nachahmer gefunden? Wie bereits erwähnt, die Agrama ist eine auf die Schweizer Landwirtschaft ausge­ legte Fachausstellung mit hoher Besu­ cherfrequenz. Die Quadratmeterpreise bewegen sich im Wettbewerb zu anderen

Ausstellungen am unteren Ende und sind sicher lukrativ für jeden Aussteller, die Marken und Maschinen zu präsentieren. Selbstverständlich ist es jedem Aussteller selbst überlassen, wie grossflächig und wertmässig er sich, seine Produkte und Dienstleistungen präsentieren will. Welchen Stellenwert hat die Agrama für unsere Landtechnikbranche? Nach den letztjährigen Besucherumfra­ gen – diese wurden auch publiziert – ist die Agrama die wichtigste Schweizer Aus­ stellung für Landtechnik, für deren Im­ porteure, Hersteller und Grosshändler,

Für Schweizer Hersteller ist es äusserst wichtig, dass sie eine nationale Plattform haben, um ihre Produkte vorstellen zu können. aber auch für die Landwirte und Lohnun­ ternehmer selbst, die sich über die neuste Technik informieren wollen. Für die Schweizer Hersteller ist es äusserst wichtig, dass sie eine nationale Plattform haben, um ihre Produkte der einheimi­ schen Kundschaft vorzustellen. Ich denke dabei an die Bergmechanisierung, den Stallbau, die Melktechnik, den Obstbau und an vieles weitere mehr, eben die Schweizer Gegebenheiten.

wissen wir aber auch heute nicht, wie die Situation in einem Jahr aussieht. Wir hof­ fen jedoch, dass das Virus bis zu diesem Zeitpunkt mit einem Impfstoff unter Kon­ trolle sein wird und sich das gesellschaft­ liche Leben bis dann wieder einigermas­ sen normalisiert hat. Was sprach für, was gegen diese diskutierten Varianten? Es gab sicher Bedenken wegen der Agri­ technica in Hannover, die im nächsten Jahr nur zwei Wochen vor unserer Agra­ ma stattfinden wird. Dies, weil einige un­ serer Aussteller an der Agrama selbst oder mit Personal auch in Hannover prä­ sent sein werden. Auf der anderen Seite liegt der Vorteil des nun gewählten Da­ tums darin, dass Aussteller jene Produkt­ neuheiten, die an der Agritechnica ge­ zeigt werden, auch an der Agrama 2021 präsentieren können. Weiter wäre ein Un­

Für Jürg Minger ist die Agrama die wichtigste Schweizer Ausstellung für Landtechnik und kann nicht so einfach durch Grossmessen im Ausland ersetzt werden, weshalb man die zeitliche Nähe zur Agritechnica nicht überbewerten darf.

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Markt | Interview

Jürg Minger: «Die Agrama hat sich über die Jahre gewandelt und ist heute mehr eine Informations- als eine Verkaufsmesse.»

Sehen Sie diesbezüglich Unterschiede zwischen den verschiedenen Ausstellern? Die Agrama zeigt ja nicht nur Traktoren und Grosserntemaschinen, sondern lebt auch von vielen innovativen Unternehmern, die Nischenprodukte speziell für die Schweizer Land- und Forstwirtschaft herstellen. Und gerade für diese ist eine nationale Ausstellung wichtig. Würde es eine solche nicht geben, müssten diese Firmen andere (kostenintensive) Lösungen wie Hausmessen oder Roadshows finden. Oft wird die lange Dauer und das etwas überlaufende Wochenende der Agrama kritisiert … Das sehe ich nicht so. In der Schweiz gibt es viele Nebenerwerbslandwirte, die an «normalen» Werktagen nicht einfach so eine Messe besuchen können. Diese Landwirte, und das sind nicht wenige, schätzen gerade den Samstag und den Sonntag als Ausstellungstage. Weiter hat das Wochenende auch eine nicht zu unter­schätzende öffentlichkeitswirksame Bedeutung für die Landwirtschaft als solche. Ich finde es wichtig, dass wir den Nicht-Bauern zeigen können, mit welchen Geräten die Schweizer Landwirtschaft heute arbeitet. Diese Besucher sind zwar keine Kunden der Aussteller, können aber ein positives Bild von der Landwirtschaft und der Landtechnik mit nach Hause nehmen. Gerade für jene Aussteller, die im Herbst mit Frühbucher-Rabatten agieren, kommt eine Messe im Dezember doch viel zu spät – oder ist die Agrama keine Verkaufsmesse mehr? Über den Zeitpunkt kann man immer diskutieren. Sicher ist es für gewisse Aussteller etwas zu spät – für andere aber vielleicht auch zu früh! Bei der Terminplanung wurde darauf geachtet, dass der Landwirt und Lohnunternehmer die meis12

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ten Feldarbeiten abgeschlossen hat, so dass man sich etwas ruhiger über neue Technologien, Ersatz- und Neuinvestitionen und vieles mehr informieren kann. Die Agrama hat sich jedoch über die Jahre gewandelt und ist heute mehr eine Infor­ mationsmesse für zukünftige und neue Landtechniktechnologien sowie für Investitionen für Schweizer Ansprüche und Gegebenheiten als eine Verkaufsmesse. Sicher werden immer noch Verträge an der Agrama abgeschlossen. Diese sind aber im Vorfeld vorbereitet und bereits ausgehandelt, so dass nur noch die Unterschrift zelebriert wird. Kleinere Maschinen oder Anbaugeräte werden aber auch heute noch direkt auf der Messe endverkauft. Wie wird sich aus Ihrer Sicht im nächsten Jahr die zeitliche Nähe zur agrartechnischen Weltleitmesse Agritechnica auf die Agrama auswirken? An der Agritechnica in Hannover, der Sima in Paris und der Eima in Bologna hat es schon immer Besucher aus der Schweiz gegeben, die an der Landtechnik-Grossindustrie interessiert sind und in diese Richtung neue Investitionen planen. Auch in diesem Jahr wären die Sima und Eima zwei Wochen vor der Agrama durchgeführt worden. Diese Ausstellungen sind aber wegen Corona auf Ende Februar 2021 verscho-

Nach jeder durchgeführten Agrama machen sich SLV-Vorstand und Ausstellungskommission Gedanken über mögliche Veränderungen im Messekonzept.

ben. Ich hoffe nun, dass beide Ausstellungen zum mehr oder weniger gleichem Zeitpunkt durchgeführt werden können und nicht wieder verschoben oder storniert werden müssen. Ich bin der Ansicht, dass für den Grossteil der Besucher der Agrama die europäischen Landtechnik-Grossmessen weniger eine Konkurrenz sind. Wie kann, wie soll sich die Agrama in diesem (neuen) Umfeld positionieren? Die Corona-Pandemie hat ja generell vieles aufgezeigt, was vorher nie in Frage

gestellt wurde. Rein schon deshalb man muss heute einiges neu überdenken. An was denken Sie? Zum Beispiel, wie sehen das Reiseverhalten und die damit verbundenen Sicherheitseinschränkungen in Zukunft aus? Ich denke, gerade nationale Veranstaltungen werden künftig an Wert gewinnen. Man sieht das beispielsweise bei Herstellern in der Maschinenindustrie, wenn plötzlich auf längere Zeit die internationalen Zulieferanten ausfallen. An vielen Orten wäre man froh gewesen, sich auch auf regionale Zulieferer abstützen zu können. Oder kann man in Zukunft überhaupt noch Grossveranstaltungen durchführen, ohne von den Sicherheitsvorschriften «erdrückt» zu werden? Um Ihre Frage schlüssig beantworten zu können, muss die Welt zuerst einmal die Corona-Situation überstehen und zur Normalität zurückkehren. Bis zu diesem Zeitpunkt ist es schwierig, Aussagen über die Form und die langfristige Positionierung der Agrama machen zu können. Das gilt übrigens weltweit für alle grossen Eventveranstaltungen. Sie haben bereits im Vorfeld zur Agrama 2020 einige Änderungen oder Ergänzungen im Messekonzept angekündigt. Planen Sie diesbezüglich nun noch mehr, um den spezifisch schweizerischen Touch der Messe hervorzuheben? Der Vorstand des SLV und die AgramaAusstellungskommission machen sich nicht erst seit Corona, sondern laufend nach jeder durchgeführten Agrama und aufgrund aktueller Veränderungen in der Messelandschaft Gedanken, wie man die Agrama den neusten Trends und Bedürfnissen zeitnah anpassen kann. Ich denke, dass dies uns bis heute recht gut gelungen ist. Sind allenfalls für die mittelfristige Zukunft weitere Änderungen im Messekonzept geplant? Dazu hat sich der Verbandsvorstand mit externen Messespezialisten getroffen und beraten, um die richtigen Zukunfts­ trends zeitgerecht in das Messekonzept einfliessen zu lassen. Wann findet die übernächste Agrama statt, 2022 oder 2023? Je nachdem, wie sich die Corona-Krise langfristig auswirkt, ist es vorgesehen, die übernächste Ausstellung 2023 durchzuführen. Wir werden zur gegebenen Zeit genau informieren.


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Markt | Firmen

Den Schälgrubber «Penterra» gibt es von 3 bis 7 m. Zum Einsatz kam die 3,5-m-Variante mit 20 Skalpierscharen. Bilder: H. Röthlisberger

Mit Carré im Stoppelfeld «Penterra», «Xenos» und «Neolab Eco». Diese drei Maschinen des französischen Herstellers Carré waren Anfang Juli in Scheuren BE in einem abgeernteten Gerstenfeld im Einsatz. Heinz Röthlisberger Hacktechnik und Bodenbearbeitung: Das sind zwei der Stärken des Landtechnik­ herstellers Carré. Die Maschinen des Tra­ ditionsunternehmens aus Westfrankreich werden seit Frühling 2019 von Serco Landtechnik AG aus Oberbipp BE in die Schweiz importiert. Anfang Juli war die «Schweizer Landtechnik» bei einem Ein­ satz des Schälgrubbers «Penterra», der Scheibenegge «Xenos» und des Tiefen­ lockerers «Neolab Eco» auf einem Gers­ ten-Stoppelfeld der Familie Minder in Scheuren BE mit dabei.

Schälgrubber «Penterra Mit dem «Penterra» hat Carré einen Schäl­ grubber von 3 bis 7 m, starr oder geklappt, im Angebot. In Scheuren im Einsatz war ei­ ne starre 3,5-m-Ausführung mit 5 Balken und mit insgesamt 20 Skalpierscharen (Herzform) sowie einem 3-reihigen Kamm 14

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als Nachläufer. Mit dieser Ausrüstung wird «Penterra» hauptsächlich für das Schnei­ den der gesamten Oberfläche in geringer Tiefe ab 2 cm eingesetzt. Ziel ist es, ent­ weder einen Grasbestand «abzuschnei­ den» oder, wie bei der Vorführung in Scheuren, in einem Stoppelfeld die Un­ kräuter zu bekämpfen und das Ausfall­ getreide zum Keimen zu bringen. Die 20 Schare, die je eine Schnittbreite von 25 cm aufweisen, erreichen eine theoretische Schnittbreite von 5 m. Damit ist bei der 3,5-m-Maschine ein sicherer Überschnitt über die ganze Fläche gewährleistet. Die Verteilung der Zinken auf 5 Reihen und die grosszügige Rahmenhöhe erlauben insge­ samt eine saubere Durchmischung, ohne dass es zu Problemen mit Verstopfungen kommen kann. Nach den Scharen folgen vier Zustreicher. Die können bei Bedarf ausgehoben werden.

Als Nachläufer angebaut war ein 3-reihi­ ger robuster Kamm­striegel, der das Un­ kraut auf die Oberfläche bringen und das Spreu gut verteilen soll. Die Tiefenfüh­ rung beim Schälgrubber «Penterra» er­ folgt vorne über zwei Stützräder, die mit­ tels einer Lochskalierung umgesteckt wer­ den können. Im schweren Boden von Scheuren machte die Maschine insgesamt eine gute Arbeit und genau das, was man von ihr erwartet. Eingestellt war die Ma­ schine auf 4 cm Tiefe. Als Zugmaschine diente ein 140-PS-Traktor. Noch tiefer hätte sie mit den Skalpierscharen wohl nicht «gegriffen». Das ist in dieser Aus­ führung aber auch nicht nötig, weil damit ja nur das flache Abschneiden das Ziel ist. Carré bietet den Grubber «Penterra» mit einer grossen Auswahl an verschiedenen Zinken und Nachläufer-Varianten an.

Scheibenegge «Xenos» Die Scheibenegge «Xenos» war in der 3-m-Ausführung und mit 610 mm ge­ zahnten Scheiben an der Arbeit. Auf zwei Balken sind insgesamt 22 Scheiben mon­ tiert. Hinten kommen eine 520-mm-Pa­ ckerwalze und eine einreihige Kammegge,

Steckbriefe (vorgeführte Carré-Maschinen) Schälgrubber «Penterra» Arbeitsbreite: 3,5 m Balken: 5 Schare: 80 × 12 mm Federbein mit 20 Skalpierscharen 250 × 8 mm Zinkenabstand: 175 mm Nachläufer: 3-reihige Kammegge Gewicht: 1780 kg Leistungsbedarf: ab 100 PS Preis: CHF 18 733.− (inkl. MwSt.) Scheibenegge «Xenos» Arbeitsbreite: 3 m Scheiben: 22 gezackte Hohlscheiben mit 610 mm Durchmesser Nachläufer: Packerwalze mit flexiblen Blättern und eine 1-reihige Kammegge Gewicht: 2285 kg Leistungsbedarf: ab 120 PS Preis: CHF 31 371.– (inkl. MwSt.) Tiefenlockerer «Neolab Eco» Arbeitsbreite: 3 m Arbeitstiefe: max. 50 cm Schare: 6 × «Michel»-Schar 800 Sicherung: Scherbolzensicherung Gewicht: 1480 kg mit Wellen­ scheiben-Doppelrolle (980 kg ohne) Leistungsbedarf: ab 120 PS Preis: CHF 20 990.– (inkl. MwSt.) (Herstellerangaben)


Firmen | Markt

Firma Carré Das 1938 gegründete Familienunterneh­ men Carré hat seinen Sitz in Saint-Mar­ tin-des-Noyers, unweit der Atlantikküste (Departement Vendée, Westfrankreich). Die Firma beschäftigt rund 85 Mitarbei­ tende und ist auf Hackgeräte, Bodenbe­ arbeitungsgeräte, Sätechnik (Strip Till, Zinkendrill) sowie auf die Wiesenpflege spezialisiert. Mit der Entwicklung von Geräten für die mechanische Unkrautbe­ kämpfung hat die Firma, die dank kurzer Entscheidungswege auch auf Sonder­ wünsche eingeht und zu den grossen Hackgeräte-Produzenten gehört, mehr als 40 Jahre Erfahrung. Carré produziert auch den Jätroboter «Anatis».

auch Striegelzinken genannt, zum Einsatz. Diese Kammegge ist nicht zum Einebnen geeignet, sondern sorgt dafür, dass die Erdknollen etwas eingedrückt werden. Sie wird oft auch in Gründüngungen ein­ gesetzt, um dort das Grüngut etwas auf­ zulockern, damit dieses besser verrotten kann. Zwei seitliche parallelogramm­ geführte Prallbleche verhindern das Weg­ spicken von Erde. Auch für «Xenos» bietet Carré verschiedene Anbaumöglichkeiten an. In der Schweiz am meisten zum Ein­ satz kommt die in Scheuren vorgestellte 3-m-Variante mit einem Gewicht von 2285 kg. Carré gibt den Leistungsbedarf mit 120 PS an. Im schweren Boden braucht es aber mehr Leistung, um auf Geschwindigkeit zu kommen. Der Traktor bei der Vorführung brachte eine Leistung von 165 PS.

Die 3-m-Scheibenegge «Xenos» mit 22 gezackten Hohl­ scheiben, hier im Einsatz mit Packerwalze und einreihiger Kammegge.

Gefahren werden kann «Xenos» auch mit einem Packer, der über zwei hydraulische Zylinder in der Höhe verstellt wird. Damit kann man in einer Gründüngung gut auf die Pflanzenhöhe Einfluss nehmen. Die ganze Maschine lässt sich von Hand ein­ stellen. Werkzeuge braucht es keine. Die Scheibenegge «Xenos» hat ihre Arbeit im Stoppelfeld sehr gut verrichtet.

Tiefenlockerer «Neolab Eco» Wer Verdichtungen oder Pflugsohlen auf­ lösen will, kann mit einem Tiefenlockerer gute Ergebnisse erzielen. Carré hat in die­ sem Segment «Neolab Eco» mit geradem

Tiefenlockerer «Neolab Eco» mit sechs «Michel 800»-Scharen und Kategorie-3-Hubwerk. Eine Verschleiss-Platte auf dem Scharträger hebt den Boden noch vor der Klinge an.

Rahmen im Angebot. Aufgebaut ist zu­ sätzlich ein Kategorie-3-Hubwerk. Das er­ laubt die Kombination beispielsweise mit einer Sämaschine. Deshalb wird «Neolab Eco» auch nahe an den Traktor gekop­ pelt. Gezeigt wurde der Tiefenlockerer in der 3-m-Ausführung mit Wellenscheiben­ nachläufer an einem 165-PS-Traktor. Am Rahmen angebaut sind sechs «Michel 800»-Schare. Diese sind unten seitlich ab­ gekrümmt. Der Vorteil dieses «Schräg»Schneidens mit den «Michel»-Scharen ist, dass der Boden angehoben wird und sich dann locker wieder absenkt. Diese Erde wird dann bei der nachfolgenden Saat weniger verdichtet als bei geraden Scha­ ren. Zudem verstopft sie beim Einsatz in Gründüngungen weniger. Das Besondere bei den «Michel»-Scharen ist, dass auf dem Scharträger eine Verschleiss-Platte montiert ist, die den Boden noch vor der Klinge anhebt. «Neolab Eco» kann bis in eine Tiefe von 50 cm lockern. Beim Praxisein­ satz war die Tiefe auf 35 cm ein­ gestellt. Ohne einen Nachläufer eignet sich die Maschine auch für den Anbau an der Traktorfront. Insgesamt kann das Gehäuse je nach Ausführung 4 bis 8 Scharen aufnehmen. Carré hat neben «Neolab Eco» auch noch «Neo­ lab Twin» im Angebot. Diese Maschine ist ein reiner Tiefenlo­ ckerer ohne Kombinationsmög­ lichkeiten mit 8 bis 14 Scharen auf zwei Reihen. 8 2020 Schweizer Landtechnik

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Markt | Neuheiten

Die äusseren beiden Mähtrommeln mit zwei und vier Schlagleisten sollen für einen sicheren Gutfluss sorgen.

Die zwei «Highland»-Mähwerke – hier das «EasyCut F 280» – können ohne Weiste-Dreieck direkt und nah am Trägerfahrzeug angebaut werden, was das Gewicht kompensiert. Bilder: J. Paar, R. Engeler

Krone im «Highland» Krone wagt sich ins alpine Gelände und bringt neu zwei Frontmähwerke, drei Kreiselheuer und zwei Schwader mit der Zusatzbezeichnung «Highland» auf den Markt.

Wenden mit «Vendro»

Roman Engeler Krone nahm sich lange Zeit für den Gipfel­sturm. Über vier Jahre soll es gedauert haben, bis man dieses Programm an «Highland»-Maschinen so weit entwickelt hatte, dass es der Berg- und Hügellandwirtschaft auch einen Zusatznutzen im Vergleich zum angestammten Geräte­ programm bringt. Nun sind die Emsländer bereit, fokussieren sich aber auf den Profi, will heissen, dass man ganz kleine Maschi­nen doch nicht im Angebot hat.

Naher Anbau Die beiden Mähwerke, die Krone im Alpin-Programm hat, weisen Arbeitsbreiten von knapp 2,80 m (mit sechs Scheiben) und rund 3,20 m (mit sieben Scheiben) auf. Sie wiegen 635  kg beziehungsweise 685 kg. Sie heissen «EasyCut», was darauf hindeutet, dass sie nach dem gleichen Bauprinzip – Balken mit Lebensdauerschmierung, Fremdkörpersicherung und Schnell16

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Geräte zusammen mit Standardtraktoren einsetzt. Dieser Verschub erfolgt über ein doppeltwirkendes Steuerventil. Der Winkel der Hauptgelenkwelle bleibt gleich, der Verschub wird über einen Hydraulikzylinder sowie eine teleskopierbare Gelenkwelle zwischen Haupt- und Winkelgetriebe erreicht. Der Mähbalken ist mittig mit einem Pendelzapfen im Schwerpunkt aufgehängt, was eine gute Bodenanpassung quer zur Fahrrichtung ergibt. Die Geräteentlastung erfolgt standardmässig hydraulisch über das Fronthubwerk des Trägerfahrzeugs. Wo dies nicht möglich ist, bietet Krone optional Federn an. Toll gelöst ist der Mechanismus, der die seitlichen Schutztücher beim hydraulischen Einklappen (Option) automatisch fixiert.

wechselsystem der Klingen – wie die anderen Mähwerke von Krone konstruiert sind. Besonders sind jedoch je zwei kleine Schwadtrommeln links und rechts mit zwei und vier Schlagleisten. Sie sollen dafür sorgen, dass das Gras gezielt zwischen den Rädern des Traktors ablegt wird. Die Mähwerke werden direkt und ohne Weiste-Dreieck angebaut, kommen somit nahe ans Trägerfahrzeug. Die Anbaupunkte können für alle Zweiachsmäher oder Traktoren angepasst werden. Dank einer speziellen Platte kann sogar die Anbau­ höhe verändert werden, so dass ein möglichst geradliniger Verlauf der links- oder rechtsdrehenden 540er oder 1000er Zapfwelle erreicht wird.

Integrierter Seitenverschub Die Mähwerke weisen serienmässig einen integrierten Seitenverschub von +/−15 cm auf. Ein schönes Feature, wenn man die

Die drei alpinen Kreiselheuer heissen «Vendro». Sie gibt es mit vier, sechs und sogar mit acht Kreiseln. Der Kreiseldurchmesser misst 1,38 m, die Arbeitsbreiten bewegen sich von 4,20 bis 8,20 m und die Gewichte von 465 bis 915 kg. Die Gerä­ te lassen sich dank beweglichen (paten­ tierten) Koppelpunkten an den Unter­lenkern in zwei Positionen verschieden nah am Zugfahrzeug anbauen, minimal mit einem Abstand von 17 cm. Der geringe Abstand ist in Hanglagen vorteilhaft, der grössere erleichtert das Kurvenfahren und den Einsatz mit Standard­ traktoren. Die hydraulischen Dämpferstreben am Anbaubock für eine bessere Hangstabilität sowie die zentrale, hydraulische und stufenlos einstellbare Grenzstreueinrichtung gibt es serienmässig. Da beim Grenzstreuen die gesamte Maschine schräggestellt wird, eignet sich dieses System auch zum Wenden hangaufwärts oder zur Korrektur der Hangabdrift.


Neuheiten | Markt

Die Kreiselheuer können freitragend, auf einer Doppelstütze vorne und einer Stütze hinten, abgestellt werden.

Die neuen Kreiselheuer vom Typ «Vendro» gib es mit vier, sechs und acht Kreiseln.

«OptiTurn» Neu ist das «OptiTurn»-Konzept, bei dem die Kreiseltasträder rund 20 cm nach vorne gestellt sind und so die Bodenkontur besser abtasten sollen. Ein (optionales) Tastrad vorne beim Anbaubock optimiert die Bodenanpassung zusätzlich. Der neue, dreidimensional geformte Zinken soll für eine saubere Erntegutaufnahme mit weniger Verlusten und beste Verteilgenauigkeit des Ernteguts sorgen. Der Streuwinkel kann in vier Stufen verstellt werden. Optional gibt es ein Ansteck­ getriebe für das Nachtschwaden. Am Vorgewende werden die äusseren Kreisel höher angehoben, so dass deren

Zinken beim Wenden in Hanglage und bei Schlaglöchern nicht einstechen. Interessant ist weiter das Abstellkonzept. Die Maschinen stehen nicht auf dem Fahrwerk, sondern werden freitragend auf einem Doppelstützfuss vorne und einem beweg­lichen Stützfuss hinten abgestellt.

Zwei kleine Schwader Dann hat Krone auch zwei neue, gewichtsreduzierte Einkreisel-Schwader vom Typ «Swadro» mit Kreiseldurchmessern von 2,70 m und 2,96 m sowie mit Arbeitsbreiten von rund 3,50 m und 3,80 m im «Highland»-Angebot. Die Gewichte betra-

Die alpinen Schwader basieren auf dem Konzept der «Swadro», sind aber leichter und niedriger gebaut.

gen 465 kg respektive 490 kg. Der Kreisel ist wegen kürzerer Zinken niedriger geworden. Serienmässig gibt es ein ZweiRad-Kreisel-, optional ein Vier-Rad-Tandemfahrwerk sowie ein vorderes Stützrad. Die Kreiselneigung lässt sich auch quer zur Fahrtrichtung verstellen. Bei diesen Maschinen gibt es ebenfalls die verstellbaren Unterlenker-Koppelpunkte und zwei hydraulische Dämpferstreben, die einerseits beim Anheben und Absenken für den Krone-«Jet-Effekt» sorgen, anderseits die Maschine automatisch wieder in Mittelstellung zentrieren. Die Kurvenbahn weist einen kleineren Durchmesser, dafür einen steileren Verlauf auf, was zu «schöneren» Mahden führen soll. Für den Strassentransport lassen sich fünf Zinkenträger einklappen.

Handkurbel oder elektrisch Die Höhenverstellung erfolgt serienmässig mit einer Handkurbel (Anzeige-Skala auf Maschine), optional elektrisch via Bedienkonsole (digitale Anzeige auf Konsole). Erwähnenswert ist weiter die hydraulische Schwadtuchverstellung und -klappung, wozu es dank Folgesteuerung nur ein doppeltwirkendes Steuer­ gerät braucht. Optional bietet der Hersteller neue Warntafeln mit LED-Beleuchtung und integriertem Krone-Logo für die neuen Maschinen an.

Optional kann das Schwadtuch hydraulisch verstellt und geklappt werden.

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Markt | Neuheiten

Die neue Baureihe «MF 8S» von Massey Ferguson umfasst vier Modelle von 205 bis 265 PS und kommt im Neo-Retro-Look mit grauem Säbelstreifen, Pferdekopf-Silhouette und dem «Protect-U»-Abstand von 24 cm zwischen Kabine und Motor daher. Bilder: Massey Ferguson

Smarte Landung In einer Online-Präsentation stellte Massey Ferguson Ende Juli seine neue Traktorbaureihe «MF 8S» vor. Für den Hersteller ist dies gut 50 Jahre nach der Mondlandung der Beginn einer neuen Ära, mit der ein wichtiger Schritt in Richtung zuverlässig vernetzter Technologie gemacht wird. Roman Engeler

Nach rund siebenjährigen Tests sei das visionäre Konzept «MF Next» – es wurde ansatzweise bereits an der Agritechnica 2019 gezeigt – nun Realität geworden, betonten die Verantwortlichen von Massey Ferguson anlässlich der Vorstellung der Traktorbaureihe «MF 8S», die mit vier Modellen einen Leistungsbereich von 205 bis 265 PS (plus jeweils zusätzlichen 20 Boost-PS dank En­ gine Power Management) abdeckt. Mit der neuen Generation wird auch eine einfachere Bezeichnung eingeführt. So steht die «8» für die Baureihe, das «S» für die Spezifikationsstufe und die letzten drei Ziffern für die maximale Leistung.

Neo-Retro-Look Das neue Design in einer Art Neo-RetroLook mit eckigen Kotflügeln soll an die Baureihe «MG 100» erinnern. Die neue 4-Pfosten-Kabine mit 3,4 m³ Volumen und 6,6 m² Glasfläche ist durch einen 24 cm breiten Spalt von Motorhaube und -block getrennt («Protect-U»), was Lärm, Hitze 18

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und Vibrationen zusätzlich absorbieren soll. Zudem wird ein sauberer und kühler Luftstrom von hinten angesaugt und dem Motorluftfilter zugeführt. Im Innern der Kabine wurde das konventionelle Armaturenbrett durch ein digitales Terminal ersetzt, das sich an der rechten Kabinensäule befindet. Vor dem Fahrer verbleibt nur noch das Lenkrad mit dem «PowerControl»-Hebel. Erneuert wurde auch das Bedien­panel mit einem fast alles umfassenden «MultiPad»-Fahrhebel in der Armlehne.

Zwei neue Getriebe Mit den neuen Traktoren lanciert Massey Ferguson auch gleich zwei neue Getriebe. Das «Dyna E-Power»-Doppelkupplungsgetriebe bietet 28 Vor- und Rückwärtsgänge. Es kann vollautomatisch oder manuell über Knöpfe bedient werden, wobei auch Aggressivität und Schnelligkeit der Schaltvorgänge verändert werden können. Das «Dyna E-Power» soll das Gefühl eines stufenlosen und die Effizienz eines

100 % vernetzt Die Baureihe «MF 8S» wird standardmässig mit der «MF Connect Telemetrie» (3-Jahres-Lizenz) und optional mit der Datenübertragungssoftware «MF Task Doc» geliefert, so dass die Nutzer datenbasierte Managemententscheidungen treffen können. Die Maschinen sind vollständig im Kundenportal «MyMF» integriert, wo Benutzer die Informationen und Daten in Echtzeit von jedem internetfähigen Gerät aus ferngesteuert anzeigen und verwalten können. Dieses Portal wird erst in Grossbritannien, Irland, Frankreich und Deutschland verfügbar sein, später dann auch in anderen Ländern. Die gesammelten Daten können neu drahtlos auf das «Agrirouter»-System übertragen werden und stehen dort für agronomische und betriebswirtschaftliche Auswertungen zur Verfügung.


Neuheiten | Markt

direkt mechanisch angetriebenen Getriebes vermitteln. Alternativ steht das «Dyna-7», ein Semi-Powershift-Getriebe mit ebenfalls 28 Vorwärts- und Rückwärtsgängen, zur Wahl. Ab 2021 soll dann auch für diese Baureihe ein neues stufenloses Getriebe bereitstehen.

Exklusive Bereifung Neu ist auch die Hinterachse, die bis zu 10 % mehr Zugkraft und 20 % höhere hydraulische Leistung bringt und so den Einsatz von produktiveren Arbeitsgeräten mit sich bringt. Der Radstand von 3,05 m soll für Stabilität und verbesserte Traktion sorgen. Zu den Radspezifikationen gehört jetzt die Möglichkeit, Hinterreifen mit einem Durchmesser von bis zu 2,05 m zu montieren, einschliesslich der Option des Trelleborg-Reifens «TM1000 PT» (VF650/75 R42). Das LS-Hydrauliksystem mit 150 l/min ist Standard. Optional ist ein Durchfluss von 205 l/min erhältlich, der auch als ECO-Version geliefert werden kann. Es können bis fünf elektronische Steuerventile spezifiziert werden. Die Hubkraft im Heck beträgt 10 t. Alle Model­le sind serienmässig mit vier Zapfwellengeschwindigkeiten (540, 540E, 1000 und 1000 E) ausgestattet.

Das Armaturenbrett ist digital und befindet sich an der rechten Kabinensäule.

Neu gibt es einen umfassenden «MultiPad»-Fahrhebel, der mit dem «Datatronic 5»Terminal eine ergonomische Bedienung des Traktors ermöglicht.

Übersicht Baureihe «MF 8S» MF 8S.205 Motor

MF 8 S.245

MF 8S.265

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Zylinder/Hubraum Max. PS

MF 8S.225

6-Zylinder, 7,4 l Hubraum 205

225

245

265

Max. PS (mit EPM)

225

245

265

285

Max. Drehmoment (Nm)

900

1000

1100

1200

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Markt | Neuheiten

Die John-Deere-«6M»-Baureihe ist neu mit dem stufenlosen «AutoPowr»-Getriebe erhältlich. Die Lenkautomatik «AutoTrac» wird nun auch im Eckpfostendisplay (kleines Bild rechts) angezeigt. Bilder: zvg

«AutoPowr»-Getriebe für Serie «6M» John Deere spendiert der neuen Baureihe «6M» das stufenlose «AutoPowr»-Getriebe. Die «7R»-Serie erhält mit dem «7R 350 Gen2» ein neues Topmodell. Heinz Röthlisberger Wegen Corona nicht auf dem Acker, sondern im Video-Livestream hat John Deere Ende Juni der Presse einige Updates vorgestellt. Die neuen «6M»-Traktoren mit sieben 4-Zylinder-Modellen und drei 6-Zylinder-Modellen und bis zu 4,7 t Nutzlast hat der Hersteller bereits auf der Agritechnica 2019 vorgestellt und sind von der «Schweizer Landtechnik» auch schon vorgestellt worden. Im Januar hat die Auslieferung der Traktoren aus dem Werk in Mannheim (D) begonnen. Nun legt John Deere nach und bietet die «6M»-Traktoren neu mit dem stufenlosen «AutoPowr»-Getriebe an. Die bisherigen Getriebevarianten «PowrQuad» und «AutoQuad» (vierstufige «Power­ Shift»-Getriebe) sowie das vollautomatische «CommandQuad Plus» bleiben weiterhin im Angebot.

«AutoTrac» am Eckpfosten Neu für die «6M»-Traktoren gibt es das Spurführsystem «AutoTrac System» auch für das Eckpfostendisplay. Dieses «AutoTrac on Corner Post Display», wie John Deere es nennt, ermöglicht die Anzeige und die Bedienung über den Monitor am rechten vorderen Kabinenholm. Somit ist kein zusätzliches «4240 Display» notwendig. Insgesamt kommt die «AutoTrac»-Anzeige über das Eckpfostendisplay im Preis günstiger als über das herkömmliche Display. Eine weitere Option wurde bei den grösseren 6-Zylin20

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der-Modellen «6175M» und «6195M» eingeführt. Beide Traktoren können jetzt wahlweise mit einer Hydraulikpumpe ausgestattet werden, die 155 l/min liefert. Und: Bei der Premium-Baureihe «6R» werden alle Traktoren seit Juli mit dem Telemetriesystem «JD Link» (Ferndiagnose) ausgeliefert. Dieses lässt sich mit dem John-Deere-Onlineportal «Operation Center» verknüpfen.

Neue Anhängespritzen

«7R» nun bis 350 PS Die ebenfalls im November letzten Jahres in Hannover vorgestellten neuen Traktoren der Serie «7R» erhalten mit dem «7R 350» ein neues Spitzenmodell. Der Traktor, der die Zusatzbezeichnung «Gen2» trägt, hat eine Nennleistung von 350 PS, mit «Intelligent Power Management» (IPM) sind es bis zu 388 PS. Gleichzeitig hat der Hersteller bei allen Traktoren der Serie «7R», die mit einem 40-km/h-Getriebe und Vorderachsbremsen ausgestattet sind, die Fahrzeug-Nutzlast um zwei Tonnen erhöht. Damit erreichen die Traktoren das maximal zulässige Gewicht von 18 Tonnen. Verbessert hat John Deere die Lenkfähigkeit des «ActiveCommand Steering 2». Dabei handelt es sich um ein elektronisches System, das mithilfe eines Gyroskops das Gieren des Traktors erfasst und automatisch die Drift kompensiert, um perfekt in der Spur bleiben zu können.

Mit den Modellen «R7321i» und «R740i» hat John Deere auch zwei neue PremiumAnhängefeldspritzen vorgestellt. Die beiden Spritzen haben Tankvolumen von 3200 bzw. 4000 Liter und Gestängebreiten von 18 bis 30 m sowie das bekannte «PowrSpray»-Zweikreisflüssigkeitssystem mit zwei Zentrifugalpumpen und mit separaten Kreisläufen. Als Option gibt es die Spritzen mit Einzeldüsenschaltung und das geschlossene Befüllsystem «CTS». Zu den weiteren Merkmalen zählen ein neuer Multifunktionshebel und das «SolutionCommand»-Bedienzentrum für die einfache Bedienung. Neben den serienmässig integrierten Displays sind die Feldspritzen der Serie «R700i» Isobusfähig und können mit den «GreenStar 4240»- und «4640»-Displays des Traktors bedient werden.


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Der klassische Dienstleister Der Leistungsausweis ist beeindruckend, das Erscheinungsbild imposant: Der Feldhäcksler ist der klassische Dienstleister unter den Erntemaschinen. Bei der Maisernte beherrscht er das Feld, bei der Grassilage steht er in harter Konkurrenz mit Ballenpressen und Ladewagen. Ruedi Hunger 22

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Ein Metalldetektor spricht bereits bei kleinen metallischen Objekten zuverlässig an. Bild: R. Hunger

Motorleistungen bis 736 kW, Schnittfre­ quenzen bis 26 000 pro Minute, theoreti­ sche Schnittlängen von 2 mm und Eigen­ gewichte bis knapp 20 t: Das sind einige Eckpunkte, welche die Feldhäcksler heute auszeichnen. Darunter liegen aber noch viele «normale» technische Werte. Ei­ gentlich sollten Maschinen ja nie an ihren maximal möglichen Werten gemessen werden, erst recht nicht, wenn sie unter schweizerischen Bedingungen eingesetzt werden. Der überwiegende Anteil der bei uns verkauften Feldhäcksler weist eine Motorleistung von 330 bis 440 kW (450– 600 PS) auf.

Einsatzspektrum Feldhäcksler haben, unterstützt durch Service und entsprechenden Unterhalt, ei­ ne hohe Zuverlässigkeit erreicht. Damit er­ füllen sie die erwarteten Anforderungen zu einem wesentlichen Teil. Das Einsatz­ spektrum, das sich vorerst auf Gras und Silomais beschränkte, wurde zwischen­ zeitlich auf Ganzpflanzensilage (GPS), Biomas­se und Kurzumtriebsplantagen er­ weitert.

Identifikation mit Hersteller Wer einen Feldhäcksler kauft, entscheidet sich nicht nur für ein Produkt, sondern auch für die Philosophie des Herstellers. Unterschiede gibt es bereits beim Einbau des Motors: Claas, Krone und Rostsel­ mash setzen den Motor quer zur Fahrrich­ tung in den Häcksler, damit ist ein grad­ liniger Direktantrieb möglich. Fendt, John Deere und New Holland setzen auf die Längsausrichtung, was ein Winkelgetriebe erfordert. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Einzug- und Verdichtungswalzen: Fendt und Krone verwenden für die Vor­ verdichtung sechs Walzen. Claas, John Deere, New Holland und Rostselmash de­ ren vier. Auch bei der Messeranordnung auf der Häckseltrommel geht es unterschiedlich zu und her: John Deere und Rostselmash setzen auf die Vielmessertrommel, alle anderen auf die V-förmige Messeranord­ nung. Noch grösser sind die Unterschiede bei den Einbaumassen (Breite und Durch­ messer) der Messertrommel. Die Cracker unterscheiden sich ebenfalls durch ihre Ausmasse, Drehzahlen und Drehzahldif­

ferenzen. Unterschiedlich ist zudem auch das Profil auf den Cracker-Walzen. Trotz den verschiedenen Philosophien, eines können sie alle, nämlich sauber häckseln.

Ohne Vorsatzgeräte kein Häckseln Für Gras stehen die an sich problemlosen Pickups zur Verfügung. Wenn es da Un­ terschiede gibt, dann allenfalls bei der Zinkenanordnung. Auch «Fremdanbie­ ter» wie Kemper bieten Pickups für John Deere, Claas, Fendt, New Holland und Rostselmash an. Für den direkten Schnitt von GPS-Silage kommen die zum Teil kürzlich optimierten Direktschnitt-Vor­ sätze zum Einsatz. Ein Direktschneidwerk wiegt abhängig von der Arbeitsbreite (5 bis 6 m) zwischen 2800 und 3300 kg. Die Pickup-Vorsätze sind ungefähr halb so schwer. Die eigentlichen Unterschiede treten bei den Mais-Erntevorsätzen auf. Krone setzt als Einziger auf umlaufende «KettenKollektoren» mit ebenfalls umlaufenden Schneidmessern und feststehenden Stu­ fenmessern. Alternativ gibt es den freien 8 2020 Schweizer Landtechnik

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Schnitt mit schnell drehenden Sichelscheiben. Zum Teil sind diese Vorsätze auch für andere Fabrikate freigegeben. Bei den Scheiben-Maisvorsätzen kommen unterschiedliche Scheiben-Durchmesser zur Anwendung. Grosse Scheibendurchmesser bieten, pauschal gesprochen, in massereichen Beständen gewisse Vorteile, kleine Scheiben sind für kleinwüchsige Bestände (Trockenheit) optimaler. Auch hier gibt es keine einheitliche Strategie. Claas kombiniert bei den «Orbis»-Vor­ sätzen unterschiedliche Transportscheiben-Durchmesser. Weil ein (bei uns un­ übliches) 12-reihiges Maisgebiss in der Grundausrüstung schon über 4000 kg wiegt und gleichzeitig der Schwerpunkt relativ weit vorne ist, sind Fahrwerke für die Strassenfahrt erforderlich.

Oder der Bediener kann im Kundenportal für eine bestimmte Arbeitszeit eine Leistungssteigerung online «buchen» (bis zu 66 kW, Krone). Dabei muss er keine Angst vor der Illegalität haben, denn im Gegensatz zu anderen Leistungssteigerungen wird bei diesem System bei Strassenfahrt wieder die eingetragene Motorleistung genutzt. Die Häcksler-Motoren sind nicht nur «Hochleistungssportler», sie können auch ausdauernd arbeiten. Ausdauer im Sinn von Betriebsstunden. John Deere spricht in diesem Zusammenhang davon, dass die verwendeten Liebherr-Motoren in der

obersten Leistungsklasse für 15 000 Stunden konzipiert sind. Dazu eine Rand­ bemerkung: Ein solcher Motor fasst 99 l Motorenöl, das alle 1000 Betriebsstunden gewechselt werden soll.

Auf Schnittqualität getrimmt Obwohl die Schnittqualität ein hohes Niveau erreicht hat, wird immer wieder darüber diskutiert. Im Ansatz weniger, was das Häckselaggregat betrifft, als vielmehr darüber, wie kurz wirklich gehäckselt werden muss. Die besondere Herausforderung für den Hersteller ist, dass der Häcksler mit grossen Erntemengen wie

Obergrenze erreicht? Die eingebauten Motoren sind wahre «Kraftwerke», deren Leistung in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen ist. Tendenziell flacht sich diese Steigerungskurve aber ab und es scheint, als ob die maximal sinnvolle Leistungsgrenze bei rund 736 kW (1000 PS) liegt. Allein von 2006 bis 2010 stieg die Maschinenleistung um 40 %, im Zeitraum 2014 bis 2019 noch um 12 %. Vergleicht man die heutigen Motorleistungen mit jenen zu Beginn der «Feldhäcksler-Evolution» (1961), so stellt man fest, dass jährlich eine durchschnittliche Motorleistungssteigerung von etwa 10 bis 11 kW erfolgte.

Optimal nicht maximal Um die mögliche Motorleistung optimal einzusetzen, übernehmen Motormanagement-Systeme die Drehzahl-Steuerungen. Beispielsweise wird die Fahrgeschwindigkeit automatisch bis zum Niveau der eingestellten Drehzahlgrenze erhöht, um damit an der wirtschaftlichen Leistungsgrenze zu arbeiten. Oder die Motordrehzahl wird möglichst konstant gehalten, damit auch die Trommeldrehzahl (+/–55 U/min) gleichbleibend ist. Dies begünstigt einen gleichmässigen Gutfluss und damit eine gleichbleibende Schnittlänge. Eine andere Möglichkeit ist, die Motordrehzahl anhand der gewählten Häcksellänge automatisch zu regeln, gleichzeitig aber möglichst konstant zu halten. Dazu dient die Auslenkung der Vorpresswalzen als Messgrösse für die vorausschauende Wahl der Motorleistung. Das ermöglicht dann auch, dass ein 713 kW starker Häcksler im Gras mit nur 1300 U/min arbeitet und gleichzeitig bis zu 50 l/h Treibstoff spart (John Deere). 24

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Die Wurfleistung ist das Ergebnis des dafür auf Leistung getrimmten Wurfbeschleunigers. Bild: John Deere

Grosse Arbeitsbreite – schmale Transportbreite: mit einigen Kompromissen wird dies erreicht. Bild: Claas


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auch mit schwachen Futterschwaden und mit witterungsbedingt niedrigen Maispflanzenhöhen eine annähernd gleich gute Schnittqualität erreichen muss. Im Zusammenhang mit der Schnittqualität von unterschiedlichen Pflanzen (Biomasse, Gras, Silomais) spielt auch die Bauart der Messertrommel, deren Breite und Durchmesser sowie die unterschiedliche Bestückung mit Messern eine Rolle. Die Hersteller bieten bis zu fünf unterschiedlich mit Messern bestückte Messertrommeln an. Wenn Gefahr im Anzug ist und der Metalldetektor anspricht, muss rasch gehandelt werden. In der Werbung heisst es, dass der Einzug innerhalb von 300 Millisekunden gestoppt wird. Neben Metall sind Steine dem Messerschliff gar nicht dienlich. Die automatische Steinerkennung wird durch abrupte, schnelle Vertikalbewegungen einer Einzugswalze ausgelöst und stoppt den Einzug ebenfalls sofort.

Potenzial gehäckselter Grassilage Während der Feldhäcksler bei der Silo­ maisernte unbestrittener «Platzhirsch» ist, steht er bei der Grassilage in harter Konkurrenz mit Ballenpressen und Ladewagen. Über die theoretische Häcksellänge (tHL) bei Grassilage wird weit weniger diskutiert als bei Maissilage. Allerdings mehren sich in letzter Zeit die Stimmen, dass nicht nur die Futterinhaltsstoffe wie Energiedichte, Protein-, Rohasche- und Rohfasergehalt in der Grassilage passen müssen, sondern ne-

Beim «TerraTrac»-Laufwerk werden beim Wendevorgang die mittleren Rollen hydraulisch nach unten gedrückt. Bild: Claas

ben einem optimalen Silierverlauf auch die Häcksellänge eine Rolle spielt. Für kurze Grassilage spricht, dass die Kühe in der vorgelegten Ration weniger selektieren können, für grössere Schnittlängen die wiederkäuergerechtere Struktur der Mischung. Laut Fütterungsexperten hat das Häckseln von Raufutter keinen Einfluss auf die Verdaulichkeit, solange die Struktur erhalten bleibt. Die gleiche Quelle besagt, dass die Futteraufnahme durch das Häckseln zwar grösser sei, aber streng von der Verdaulichkeit getrennt werden müsse. Aus «technischer Sicht» wird die Schnittqualität beeinflusst durch die Anzahl Mes-

Evolution Feldhäcksler Den ersten Feldhäcksler baute 1929 Case IH, vorerst als Versuchsmaschine. In Deutschland war es 1944 die Firma Segler in Schlawe, die ein Feldhäcksler-Projekt erfolgreich abschloss. Die erste serienmässige Produktion erfolgte dann bei Fahr in Gottmadingen (1951). Es waren aber noch ausnahmslos gezogene Feldhäcksler. Die «Zerkleinerung» erfolgte mit Scheibenrad, Häckseltrommel oder mit einem Schlegelhäckselaggregat (JF). Insbesondere bei Letzterem war die Reisswirkung grösser als die Schneidwirkung. Zu Beginn der 1960er Jahre baute New Holland in den USA einen ersten «Selbstfahrer-Prototyp». Der «SP818» ging dann auch bald in die Serienproduktion. Den harten Konkurrenzkampf zwischen leistungsfähigen, gezogenen und selbstfahrenden Feldhäckslern gewann schliesslich nach Jahrzehnten der Selbstfahrer nach heutiger Bauart. Die Mechanisierung der Silomaisernte setzte in der Schweiz zwar

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erst in den 1960er Jahren ein. Vorerst wollten die Landwirte aber noch nichts von «Dienstleister-Maschinen» wissen, sondern setzten voll auf die Eigenmechanisierung mit dem einreihigen Anbauhäcksler. Dieser wurde dann auch für rund zwei Jahrzehnte zur klassischen Maschine für den überbetrieblichen Einsatz. Bald stellte man aber fest, dass man damit nicht schlagkräftig genug mechanisiert war. Nach Ersatzbeschaffungen reifte dann die Überzeugung, dass die Zukunft wohl dem Feldhäcksler und damit dem Lohnunternehmer als Dienstleister gehört. Heute teilen sieben bekannte Hersteller den weltweiten Markt von etwa 2000 Stück jährlich unter sich auf. In der Schweiz wurden von Juli 2017 bis Juni 2018 ein Dutzend neue Feldhäcksler verkauft. Ungefähr die gleiche Anzahl kommt als Gebrauchtmaschinen über die Grenze. Weltgrösster Hersteller von selbstfahrenden Feldhäckslern ist die deutsche Firma Claas.

ser auf der Trommel und den Schärfe­ zustand. Ebenso durch die Fahrgeschwindigkeit und die Gleichmässigkeit der Futterzufuhr zu den Schneidorganen. Oder anders gesagt, die Gleichmässigkeit der Futterschwad bei der Aufnahme durch das Pickup. Genaueren Aufschluss über die Schnittlängen und die Längenanteile gibt eine Schüttelbox, die aber im Gegensatz zu Mais bei Gras kaum oder gar nicht eingesetzt wird. Welche Schnittlänge gewünscht wird, ist Gegenstand einer Absprache zwischen Kunde und Fahrer vor Häckselbeginn oder nach dem ersten Fuder. Damit die «unterforderten» Feldhäcksler im Graseinsatz effizient eingesetzt werden können, haben ihnen die Hersteller ein automatisches Leistungsmanagement verpasst. Damit sollen sie auch bei geringerer Motorauslastung eine hohe Effizienz erreichen.

Schnittqualität Mais Häckselqualität besteht nicht nur aus der Häcksellänge. Sie ist beim modernen Feldhäcksler letztlich das Resultat aus der Zusammenarbeit von Messertrommel und Cracker. Schlechte Häckselqualität zeigt sich in höheren Anteilen an Spindelscheiben, unzerkleinerten Lieschenblättern und grösseren Stängelteilen. Neben der eigentlichen Häcksellänge interessiert vor allem der «Zustand» der Körner, also des eigentlichen Energieträgers. Wie gut sind diese angeschlagen oder gar aufgerieben, so dass die Pansenmikroben die eingelagerte Stärke auch aufschliessen können. Die Bedeutung von Kolben und Körnern wird durch die Tatsache unterstrichen, dass zwischen 50 und 60 % der Trockensubstanz von in der Teigreife ge-


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erntetem Silomais auf den Kolben entfallen, wobei sogar etwa zwei Drittel aller Nährstoffe vom Kolbenanteil geliefert werden.

Der «Körner-Knacker» Unbeschädigte und ganze Körner werden vom Rind nicht verdaut. Je nach Reifegrad und Erntetechnik können Energieverluste von 3 bis 5 % auftreten. Moderne Häcksler beseitigen den Ganzkornanteil dank minimaler Spalt- und Drehzahldifferenz (30–50 %) zwischen den Cracker-Walzen. «Früher» ging man davon aus, dass das Anschlagen des Maiskorns ausreicht für den Stärkeaufschluss durch Fermentation im Silo und die anschliessende Verdauung im Tier. Heute geht die Forschung davon aus, dass die Bearbeitung durch Walzen mit geringem Abstand die Stärkeverdaulichkeit weiter begünstigt. Der Korncracker bildet beim Maishäckseln aber auch den eigentlichen Flaschenhals. Er bestimmt letztendlich den Durchsatz. Die Diskussionen um die Bauart und wie viel Wirkung notwendig ist, verstummt deshalb nicht. Umso mehr, als Häckselaggregat und Cracker zusammen zwischen 75 und 80 % der Motorleistung schlucken. Es werden Scheiben- oder Walzen-Cracker eingebaut. 2017 sorgte Claas mit dem Einbau der «Shredlage»Technologie für Aufsehen. Cracker werden herstellerübergreifend, ebenso wie herstellergebunden angeboten. Ein Hersteller von Körnerprozessoren ist die zu John Deere gehörende Firma Scherer. Zusammen mit Kemper (ebenfalls eine John-Deere-Tochter) bieten die beiden Firmen den «ProfiCracker» für verschiedene Fabrikate an. Für den Einsatz in Gras wird der Cracker ausgebaut oder weggeschwenkt. Das ist bei modernen Maschinen durch eine Person in wenigen Minuten gemacht. Der eigentliche Ausbau erfolgt mit einer dafür vorgesehenen Hebevorrichtung in weniger als einer halben Stunde.

Die V-förmige Anordnung der Messer auf der Schneidtrommel dominiert heute. Bild: Krone

re, wenn diese Daten automatisch ins Fütterungsmanagement einfliessen würden.

Aktuelle Trends Das weltweite Marktvolumen für Feldhäcksler umfasst nach verschiedenen Quellen jährlich rund 2000 Stück. In Deutschland ist der Markt mit etwas über 500 Stück in den letzten Jahren relativ stabil geblieben. Schwankungen sind weniger ausgeprägt als bei Ballenpressen und Ladewagen. Trockenjahre drücken

auf die Nachfrage. Gleichzeitig werden in Trockenjahren mehr Erntevorsätze für die GPS-Ernte nachgefragt. Die Nachfrage nach Häckslern in der höchsten Leistungsklasse hat sich etwas abgeflacht. Gebrauchte Häcksler mit 370 bis 440 kW (500 bis 600 PS) lassen sich nach Angaben der Hersteller wieder besser vermarkten. Weiter stellt man fest, dass vermehrt Verschleissteile mit hoher Qualität nachgefragt werden. Das zeigt, dass Kunden

Wissen, was drin ist Die meisten grossen Hersteller bieten eine NIR-Sensorik zur Analyse des Häckselguts an. Diese Sensorik ist nicht neu, wird aber laufend erweitert, so beispielsweise um die Feuchtemessung in Gras, die erstmals von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft anerkannt wurde. Das Messen der Inhaltsstoffe ist gut, doch kann ein Grossteil der Landwirte, die entsprechende Daten vom Lohnunternehmen erhalten, nicht viel damit anfangen. Der richtige Weg wä-

Mit dem «StalkBuster» von Kemper wird versucht, die Maisstoppel möglichst zu zerstören. Bild: John Deere

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kein Risiko eingehen, als Dienstleister während der Saison Verschleissteile zu wechseln und damit Standzeiten in Kauf zu nehmen. Das zeigt sich auch an den Zielen der optimierten Ersatzteilkonzepte, wonach Kunden innerhalb von zweiein­ halb Stunden auf eine Teileverfügbarkeit von 90 % zurückgreifen können. Für das erste Umrunden des Feldes kom­ men vermehrt Fahrerassistenzsysteme zur Anwendung, speziell für das auto­ matische Befüllen nach hinten (über die Maschinenhaube und den Traktor). Bei John Deere erfolgt das Häckseln nach hinten verlustfrei mit Hilfe von zwei GPS-Empfängern und weitgehend frei von Störfaktoren wie Hangneigung oder leichten Kurven.

Echte Schwergewichte Die Kehrseite von hoher Leistung, grosser Schnittbreite und bester Schnittqualität ist das hohe Einsatzgewicht der Feld­ häcksler. Grob gesagt wiegen Feldhäcks­ ler heute zwischen 10 und 20 t. Band­ laufwerke haben eine grössere Auf­ standsfläche als Reifen und bringen eine begrenzte Entlastung für den Boden. Al­ lerdings muss bei Wendemanövern eine gewisse Scherwirkung in Kauf genom­ men werden. Daher liefert Claas auf Wunsch ein «TerraTrac»-Laufwerk mit 120 % grösserer Aufstandsfläche (gegen­ über Reifen). Die Besonderheit: Beim Wendevorgang werden die mittleren Stützrollen hydraulisch nach unten ge­ drückt. Als Folge hebt die vordere Treibrolle leicht ab, die Aufstandsfläche verkleinert sich um einen Drittel und die Scherwirkung reduziert sich. Krone lie­ fert den Häcksler auf Wunsch mit einem Zuidberg-Raupenlaufwerk. Um Beschädi­ gungen der Grasnarbe zu verhindern, kann der Häcksler wieder auf Räder um­ gerüstet werden. Ein Teil der Feldhäcksler wird mit Allrad­ antrieb gekauft. Dass dies nicht immer notwendig ist, zeigen Rückfragen bei Lohnunternehmern. Entscheidend sind die topographischen Voraussetzungen. Je schwieriger die Einsatzbedingungen, des­ to eher rechtfertigt sich die zusätzliche In­ vestition in eine angetriebene Lenkachse. Fendt verpasst dem «Katana 650» serien­ mässig ein Allradkonzept. Optional gibt es den intelligent geregelten Allrad­ antrieb «BalancedGrip». Damit werden vor allem am Hang die Antriebsmomente zwischen Vorder- und Hinterachse sowie zwischen den beiden Rädern an der Vor­ derachse geregelt. 28

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Der etwas andere Maisvorsatz von Krone hat umlaufende Ketten-Kollektoren. Bild: Krone

Dank einer Grenzlastregelung wird die Fahrgeschwindigkeit automatisch der Erntemasse angepasst. Bild: Fendt

Fazit Allein mit der Bezeichnung «Dienstleister» wird man dem heutigen Feldhäcksler nicht gerecht. Das Leistungsvermögen dieser Erntemaschinen ist, unabhängig von deren Grösse, beeindruckend. Welche Bedeu­ tung die Messertrommel und der nachfol­ gende Cracker inklusive Wurfbeschleuni­ ger haben, widerspiegelt sich im Leistungs­

bedarf von rund 80 % der Gesamtleistung. Nach wie vor stehen Schnitt- und Aufberei­ tungsqualität im Fokus. Der Fahrer profi­ tiert von der ergonomischen Anordnung der Bedienelemente in einer ausgesproche­ nen «Wohlfühl»-Fahrerkabine. Damit er in Topmaisbeständen nicht ständig gegen ei­ ne Maiswand fährt, gibt es Hub-Kabinen (Krone).


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Bei «Shredlage» wird das Stängelmaterial in Längsrichtung gut aufgefasert und die Rinde abgeschält. Die Spindelstücke werden dabei vollständig zerkleinert und die Körner fein vermahlen. Bilder: Claas

Euphorie ist verflogen «Shredlage» war vor fünf Jahren an der Agritechnica noch das grosse Thema – zumindest am Stand von Claas. Die positiven Erkenntnisse aus den USA konnten aber in Europa nicht bestätigt werden, weshalb die Euphorie für diese Häckseltechnik nun etwas verloren gegangen ist. Roman Engeler

Vor knapp fünf Jahren, am Eröffnungstag der Agritechnica im November 2015, offenbarte Claas in Hannover, dass man die durch Patente geschützte und weltweit unter dem Markennamen «Shredlage» bekannt gewordene Technologie des gleichnamigen US-Unternehmens erworben habe. «Der klare Kundennutzen dieser Häckseltechnik hat uns überzeugt», liessen damals die Verantwortlichen von Claas verlauten. Sie waren sich sicher, dass diese Art der Aufbereitung von Silomais in grünlandarmen Regionen künftig breitflächig in der Rinderfütterung eingesetzt wird. Da der Name «Shredlage» geschützt ist, durften und dürfen andere Hersteller wie New Holland, John Deere, Krone oder 30

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Fendt diese Bezeichnung nicht verwenden. Sie sprechen daher von Längsschnitt, bieten mittlerweile aber auch Messertrommeln und Corncracker mit ähnlichen Effekten an.

Grosse Schnittlängen «Shredlage» steht für ungewöhnlich grosse Schnittlängen von 26 bis 30 mm. Entscheidend ist aber die anschliessende Aufbereitung mit einer speziellen CrackerTechnologie. Diese vergrössert nämlich die Oberfläche des Häckselguts um ein Mehrfaches, was zu einer deutlich verbesserten bakteriellen Fermentation beim Einsilieren und vor allem bei der Verdauung im Pansen der Kuh führen soll. Claas hat dazu das

«Multi Crop Cracker»-Konzept (MCC) mit einheitlichem Cracker-Gehäuse und drei schnell austauschbaren Corncracker-Walzen lanciert. Es ist ein in sich greifendes Konzept zur Häckselgutaufbereitung, das von der Kurzschnitt- über die Langschnittsilage bis eben hin zur «Shredlage» reicht.

Spezielles Profil Die Walzen des Typs «MCC Shredlage» von Claas besitzen ein Sägezahnprofil mit einer zusätzlichen gegenläufigen Spiralnut. Die Walzen arbeiten zudem mit einer Drehzahldifferenz von 50 %. Damit schafft es dieser Cracker, Spindelstücke vollständig zu zerkleinern und die Körner zu zerreiben, um sie komplett aufzuschliessen.


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Darüber hinaus wird das Stängelmaterial auch in Längsrichtung gut aufgefasert und die Rinde durch das spezielle Walzenprofil abgeschält. Neben einer höheren Milchleistung und verbesserter Tiergesundheit soll «Shred­ lage» Milcherzeugern weitere Vorteile bie­ ten. «Durch den optimalen Aufschluss der Stärke kann der Kraftfuttereinsatz bei ins­ gesamt höherer Milchleistung reduziert werden», zitierte Claas entsprechende For­ schungsergebnisse aus den USA. Auch die Ergänzung strukturreicher Komponenten wie Stroh könne eingeschränkt werden oder sogar entfallen, wodurch sich weitere Einsparmöglichkeiten ergeben würden.

Es ist ruhig geworden Es sei mittlerweile in der Diskussion um «Shredlage» ruhiger geworden, sagt Ge­ org Döring, der bei Claas als Produkt­ manager für die Märkte Deutschland, Be­ nelux und Schweiz zuständig ist. Deshalb bewerbe Claas das Thema derzeit auch nicht gross. Allerdings seien jene Kunden, die sich mit «Shredlage» auseinanderge­ setzt hätten, zu 98 % auch bei dieser Tech­ nologie geblieben. «Wir bei Claas beschäf­ tigen uns aber nach wie vor damit, auch laufen noch weitere Versuche, die insge­ samt sehr vielversprechend sind», betont Döring. Das Qualitätsbewusstsein rund um die hohe Kornaufbereitung habe durch die neuen Techniken enorm zugenommen, so­ wohl in der Fütterung als auch in der Bio­ gas-Aufbereitung. Knapp ein Viertel aller ausgelieferten Feld­ häcksler vom Typ «Jaguar» werden bei Claas mit «Shredlage»-tauglichen Crackern ausgeliefert. Die Rückmeldungen seitens der Kunden seien in der Regel positiv. Dö­ ring verschweigt aber nicht, dass in der Praxis auch mal Fehler auftreten würden. Verschlissene Walzen, nicht korrekt kali­ brierte Spaltmasse beim Corncracker oder nicht berücksichtigte Sorten­änderung sei­ en Mängel, welche die abgelieferte Quali­ tät von «Shredlage» negativ beeinträchti­ gen würden.

‹Shredlage›-Technik bei der Ernte von gan­ zen Maispflanzen für die Herstellung von Silage rechtfertigt», lautet ein Fazit eines Versuchs bei Agroscope. Kommt hinzu, dass diese Technik kostspie­ liger ist und ein grösseres Risiko für Nacherwärmungen birgt. Denn «Shred­ lage»-Maissilage lässt sich gegenüber herkömm­licher Maissilage um rund 10 % schlechter verdichten. Es braucht deshalb höhere Gewichte und während der Ent­ nahmephase einen ausreichenden Vor­ schub, damit nicht unerwünschte Futter­ verluste beklagt werden müssen. Ganz abschreiben möchte Ueli Wyss diese Technik doch nicht. Sie wäre erneut in Be­ tracht zu ziehen, wenn sich herausstellen sollte, dass die Standardrationen für Wie­ derkäuer aufgrund geänderter Produkti­ onsbedingungen überarbeitet werden müssten, so sein Fazit.

Wenig Nachfrage Von einem temporären Hype rund um «Shredlage» sprechen auch viele Lohn­ unternehmer, die vor einiger Zeit in diese Silage-Aufbereitung eingestiegen sind. Er habe seinen «Shredlage»-Cracker im ver­ gangenen Jahr gar nie eingesetzt, berich­ tet beispielsweise Hanspeter Baltensperger aus Brütten ZH. Er verfüge derzeit auch über keine Kunden, die Langschnittmais wollen. Ähnlich tönt es bei Felix Villiger aus Alikon AG. Hätten viele Landwirte noch vor ein paar Jahren fast nur «Shredlage» gefor­ dert, sei dieses Interesse heute nicht mehr vorhanden. Positive Effekte sieht er aber in der Querfaserung oder Scherwirkung des Häckselguts und in der besseren Quet­

Die speziellen «Shredlage»-Walzen ermöglichen die Längs- und Queraufbereitung des Häckselguts.

schung der Körner. Deshalb verwendet er den Cracker nach wie vor, häckselt aber wieder in der bei uns üblichen Länge.

Fazit Einst als «Wunderwaffe» gepriesen, hat sich in Europa und auch in der Schweiz der Hype um «Shredlage» oder Langschnitt­ mais wieder gelegt. Da in unseren Regionen die Futterrationen diversifizierter und gene­ rell strukturreicher sind, hat sich diese Häck­ seltechnik nicht durchsetzen können. Der prognostizierte Nutzen von höherer Mastoder Milchleistung konnte nicht signifikant nachgewiesen werden. Kommt hinzu, dass die Verdichtung von Langschnittmais im Si­ lo anspruchsvoller und die Gefahr von Nacherwärmungen weitaus grösser als bei konventionellem Häckselgut ist.

Resultate nicht bestätigt «Die ersten positiven Ergebnisse von Ame­ rika konnten in Europe nicht bestätigt wer­ den», bilanziert Ueli Wyss, wissenschaftli­ cher Mitarbeiter für Produktionssysteme Tiere und Tiergesundheit bei Agroscope in Posieux. Er verweist dabei auf eigene Ver­ suche (Munimast) und auf Untersuchun­ gen in Deutschland (Milchvieh). «Zum jet­ zigen Zeitpunkt gibt es deshalb kaum Argu­mente, welche die Anwendung der

Gemäss eigenen Angaben werden bei Claas rund 25 % der verkauften Feldhäcksler mit «Shredlage»-Crackern ausgeliefert.

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Urs Bütikofer: «Kurzschnittmais zwischen 5 und 8 mm ist in unserer Region am meisten gefragt. Da hat sich in all den Jahren nicht viel verändert.» Bild: H. Röthlisberger

«Ein einfacher IntensivKorncracker reicht uns aus» Das Lohnunternehmen Bütikofer & Rüfenacht AG aus Limpach BE ist seit 16 Jahren im Häckselgeschäft. Urs Bütikofer sagt im Interview, welche Schnittlängen im Mais in der Region gefragt sind und warum zu viel Elektronik nicht immer nur gut ist. Heinz Röthlisberger

«Schweizer Landtechnik»: Was macht aus Ihrer Sicht einen guten Häcksler aus? Urs Bütikofer: Für mich muss bei einem Häcksler einerseits das Gewicht-Leistungs-Verhältnis stimmen und andererseits soll der Häcksler möglichst einfach aufgebaut sein und eine einfache, unkomplizierte Bedienung haben. Unsere 32

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beiden Häcksler haben rund 520 PS Leistung. Das reicht auf jeden Fall aus. Eher Probleme haben wir mit der Auslastung. Wie meinen Sie das? Das Problem beim Häckseln, und das ist wohl überall so, sind die Stillstandzeiten im Feld. Der limitierende Faktor in der Häckselkette ist das Silo, das man nicht einfach so

schnell befüllen kann. Das ist aber gegeben und lässt sich nicht ändern, auch wenn man genügend Häckselwagen für die Abfuhr hat. Warten muss man in der Regel auch bei Flachsilos, weil das eingefüllte Material zuerst gewalzt werden muss. Am besten geht es jeweils bei grossen Hochsilos, die sehr viel Häckselmaterial schlucken. Dort haben wir die beste Auslastung.


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Sie haben zwei Häcksler. Ja. Wir haben zwei «Jaguar 940» von Claas. Der ältere hat Jahrgang 2013, der andere ist nun zwei Jahre alt. Beide sind mit dem 8-reihigen Claas-Vorsatz «Orbis» ausgerüstet. Den zweiten Häcksler haben wir angeschafft, weil wir mit nur einem von den Einsätzen her ans Limit gekommen sind. Mit zwei Häckslern sind wir jetzt flexibler bei den Einsätzen. Hingegen schwindet damit eben auch die Auslastung der einzelnen Maschinen. Angefangen haben wir damals beim Einstieg ins Häckselgeschäft mit einem «Jaguar 850». Später wechselten wir dann auf die «900»er-Baureihe. Ist Shredlage bei Ihnen ein Thema? Nur bei einzelnen Kunden. Wir bieten Shred­lage zwar an und können einen unserer Häcksler mit einem solchen Cracker auch ausrüsten. Dieser Langschnittmais wird in unserer Region aber nur sehr wenig nachgefragt. Andernorts mag das vielleicht anders sein, bei uns hat sich Shred­ lage aber definitiv nicht durchgesetzt. Die meisten Bauern haben durch das Grundfutter genügend Struktur im Futter. Man muss dafür ja auch einen Mehrpreis verrechnen. Dies aufgrund der Investitionskosten in den Shredlage-Cracker, des höheren Dieselverbrauchs und der stärkeren Belastung des Häckslers. Welche Schnittlänge häckseln Sie am meisten? Kurzschnittmais zwischen 5 und 8 mm. Da hat sich in all den Jahren nicht viel verändert. Mais, der in Siloschläuche gepresst wird, häckseln wir etwas länger, weil dieser dann noch einmal bearbeitet wird. Ein einfacher und gut gewarteter Intensiv-Korncracker reicht für diese Arbeiten vollständig aus. Und wie ist es mit der Ertragsmessung? Die ist bei uns kein Thema und es gibt auch keine Nachfrage. So etwas wäre eine grosse Investition und verrechnen kann man dies sowieso nicht. Haben Sie auch ein Direktschneidwerk? Direktschneidwerk haben wir keines. Wenn wir einen Auftrag bekommen, hilft uns ein Kollege aus. Eine eigene Anschaffung ist für uns aber keine Option. Haben Sie auch schon grösser Schäden an Ihren Häckslern verzeichnen müssen? Bis jetzt haben wir Glück gehabt. Vandalismus, so wie man es aus Deutschland

Ein Claas «Jaguar 940» vom Lohnunternehmen Bütikofer & Rüfenacht aus Limpach BE beim Grassilieren. Bild: zvg

gehört hat, gab es bisher nicht. Die grösste Gefahr ist meist, wenn man mit dem Häcksler gegen einen hochstehenden Schacht fährt. Wichtig ist, dass Hindernisse im Maisfeld von den Bauern gut markiert und die Fahrer informiert werden. Sie sind 2004 ins Häckslergeschäft eingestiegen. Was hat sich seither aus Ihrer Sicht technisch am meisten verändert? Die Häcksler sind mit immer mehr Elektronik ausgestattet. Das ist aus meiner Sicht die grösste Veränderung. Das Grundprinzip des Häckslers ist aber seit Jahrzehnten ähnlich. Das ist ja bei den Mähdreschern nicht anders. Klar hat es Änderungen gegeben, auch für den Komfort. Dass man die Messer automatisch aus der Kabine schleifen kann, ist sicher sehr bequem. Wie haben Sie es mit der Elektronik? Die hat auch Nachteile für uns. Eigentlich reparieren wir unsere Maschinen selber. Elektronikteile kann man aber oft nicht selber reparieren. Oft bleibt nur der Umtausch in ein neues Teil, und die sind meist teuer. Das geht dann sofort ins Geld. Elektronik-Module wie Verlustsensoren können wir zwar noch selber ein- und aus­ bauen, für die Reparatur muss aber ein Servicetechniker kommen und das Modul mit dem Laptop neu konfigurieren. Das zeigt, dass wir mit immer mehr Elektronik

auch immer mehr an die Hersteller gebunden werden. Das sind Sachen, mit denen ich schon etwas Mühe habe. Wie sieht Ihre eigene Zukunft aus? Ich bin 65 und werde mich aus der Leitung des Unternehmens zurückziehen. Die Mähdrescherei übergebe ich nächstes Jahr an meine Tochter Anita und ihren Mann Christian Wyss. Wie die Lösung für die AG aussieht, wissen wir noch nicht genau. Aber auf jeden Fall wird das Lohnunternehmen Bütikofer & Rüfenacht weiterbestehen.

Bütikofer & Rüfenacht AG Das Lohnunternehmen Bütikofer in Limpach BE wurde 1950 von Fred Bütikofer gegründet. Er startete damals mit einem Mähdrescher Massey Harris mit 2,1-mSchneidwerk. 1983 übergab er das Lohnunternehmen seinem Sohn Urs. 2004 gründetet Urs Bütikofer zusammen mit Daniel Rüfenacht aus Mühledorf SO die Bütikofer & Rüfenacht AG und stieg damit gleichzeitig ins Häckslergeschäft ein. Hauptschwerpunkt ist noch heute die Mähdrescherei mit 12 Mähdreschern. In Spitzenzeiten beschäftigt die Bütikofer & Rüfenacht AG 15 Mitarbeiter. Urs Bütikofer war lange Zeit auch im Vorstand von Lohnunternehmer Schweiz tätig.

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FELDHÄCKSLER

John Deere schärft die Messer schonend bei rückwärtsdrehender Trommel. Bild: John Deere

Hohe Schule des Messerschleifens Standzeiten beim Feldhäcksler, beeinflusst durch die Trommelmesser, werden vorwiegend von der Qualität der Messerbeschichtung bestimmt. Diese Beschichtung zeichnet sich durch eine hohe Härte aus. Ruedi Hunger

Die Häcksellänge beeinflusst die Silierfä­ higkeit, die Verdichtung, die Mischbarkeit des Futters, das Aussortieren durch die Tiere sowie die Strukturwirkung der Rati­ on bei der Fütterung. Die Häcksellängen variieren zwischen 3,5 und 30 mm. Dazu ist die Messertrommel mit unterschiedlich vielen Messern belegt. Mit der Schnitt­ güte wird beschrieben, ob der Schnitt glatt oder ausgefasert ist. Die Vorgaben dazu sind deutlich geringer als bei der Schnittlänge. Dennoch ist die Schnittgüte mindestens ein indirektes Kriterium, das in der Praxis zur Beurteilung der aktuellen Messerschärfe herangezogen wird. Beim 34

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Häckseln mit stumpfen Messern und zu grossem Messerspalt kann die benötigte Leistung um bis zu 300  % zunehmen. Wenn man sich den Treibstoffverbrauch eines Häckslers in der Höhe von 500 bis 1000 l/Tag vor Augen hält, wird offen­ sichtlich, wie wichtig die Kenntnis des ak­ tuellen Messerzustandes für die Wahl ei­ nes optimierten Schleifintervalls und der Schleifintensität ist.

Mittelweg finden Untersuchungen aus den 1990er Jahren zeigen, dass in der Praxis oft zu grosse Schleifintervalle gewählt wurden. Um

Kosten zu sparen, wurden hohe Messer­ standzeiten und kurze Schleifzeiten ange­ strebt. Dafür nahm man unbewusst einen

Faktoren, die den Schneidwiderstand bestimmen • Schneidspalt und Schneidgeometrie • Werkstoffeigenschaften der Schneide • Stoffeigenschaften und Dicke des Schnittgutes • Verschleiss der Schneidwerkzeuge • Form der Schnittlinie, Schnittführung und Schmierung


FELDHÄCKSLER

Dabei nutzt sich die hoch verschleissfeste Schicht (z. B. aus Wolframkarbid) weniger stark ab als das Grundmaterial, so dass die Beschichtung bis zur Schneidkante länger erhalten bleibt. Dennoch kann auf das Schleifen nicht verzichtet werden, weil aufgrund der unterschiedlichen Beanspruchung am Rand und im mittleren Bereich der Trommel ungleiche, verschleissbedingte Verkürzungen der Messer durch Schleifzyklen ausgeglichen werden müssen.

Intensive Forschungsarbeit

Futterschwaden, mit dem Pickup aufgenommen, enthalten oft undefinierbare Mengen von Sand und Steinen. Bild: R. Hunger

höheren Treibstoffverbrauch in Kauf. Insbesondere bei der Grassilageernte wurde einer scharfen Schneidkante der Messer keine grosse Bedeutung geschenkt. Mehr als zehn Jahre später zeigten erneute Untersuchungen, dass in der Praxis die Messer häufiger und intensiver geschliffen wurden, aber ohne genaue Kenntnis und ohne Berücksichtigung des aktuellen Messerzustandes. Daher befasste man sich ab 2010 vermehrt mit der Thematik der Messerschärfe und des Messerzustandes. Nicht zuletzt leisten elektronische Sensoren einen Beitrag dazu. Heute erinnert der Häcksler den Fahrer daran, ob die Messer beispielsweise nach Zeitraum oder Durchsatzmenge geschliffen werden sollen.

Ausreichend schleifen Zusätzlicher Verschleiss an den Messern tritt natürlich durch das Schleifen auf. Geschliffen wird auf der von der Beschichtung abgewandten Messerseite. Dabei wird vom «Messergrundmaterial» so lange Material abgeschliffen, bis sich eine scharfe Schneidkante ausgebildet hat. Beim richtig geschliffenen Messer reicht die Beschichtung wieder bis zur Schneidkante. Gründe von zu kurzen Schleifzeiten sind folgende: • Der Futterschwad ist oft nicht ausreichend gross, um bei den möglichen Fahrgeschwindigkeiten eine Vollauslastung des Häckslers zu erreichen. Das heisst, es steht genügend Motorleistung zur Verfügung, ohne dass der höhere Leistungsbedarf von ungenügend geschliffenen Messern auffällt.

• E ine schlechte Schnittqualität ist bei Gras nicht so gut erkennbar, wie dies im Mais durch höhere Lieschenanteile der Fall ist.

Steine und Sand sind abträglich Selbst wenn das Messergrundmaterial und die Beschichtung bei «Gras-» und «Maismessern» identisch sind, gibt es erhebliche Unterschiede im Verschleiss. Bestimmt wird dieser durch das Häckselgut, das heisst durch den unterschiedlichen Gehalt an Sand und Steinen. Das ist nachvollzieh-

Zu häufiges Schleifen sorgt für scharfe Messer und eine gute Häckselqualität, verkürzt aber, abgesehen von zusätzlicher Arbeitszeit, die Standzeiten für die Messer. Es gilt folglich den richtigen Mittelweg zu finden.

bar, wenn man sich im Gras die Frequenz von rund 10 000 Schnitten je Minute vor Augen hält. Landwirte können durch die richtige Einstellung der Schwadmaschinen einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Messerschärfe, sowohl posi­tiv als auch negativ, leisten. Bei stehendem Mais ist der Fremdkörper­ anteil gering und der Messeraufbau führt zu einem gewissen Selbstschärfeeffekt.

In den vergangenen Jahren wurde verschiedentlich die Charakterisierung des Körperschalls am Schneidaggregat während des Häckslerbetriebs erforscht. Gleichzeitig wurde der Zusammenhang der am Schneidaggregat gemessenen Körperschallbeschleunigung und dem Messerverschleiss definiert. Weiter wurde geprüft, ob die bereits zur Verstellung der Gegenschneide eingesetzten Beschleunigungsaufnehmer auch für die Erkennung der Messerschärfe eingesetzt werden können. Feldversuche in der Gras-, GPS- und der Maisernte bestätigen die Vermutung, dass die Nutzbarkeit bereits im Häcksler verbauter Körperschallsensorik gegeben ist. Dabei handelt es sich um in vielen Feldhäckslern standardmässig verbaute «Klopfsensoren», die für das Heranfahren der Gegenschneide bereits in der Nähe der Gegenschneide positioniert sind. Die Signale dieser Sensoren werden kurzzeitig zum Einstellen der Gegenschneide genutzt, werden aber die übrige Zeit und insbesondere während des Häckselns nicht ausgewertet. Es wurde nachgewiesen, dass diese Körperschallsignale einen hohen Informationsgehalt über den Schneidprozess besitzen.

Fazit Es ist eine Binsenwahrheit, dass ungenügend geschliffene Messer den Kraftaufwand des Feldhäckslers erhöhen. Das trifft praktisch auch überall dort zu, wo geschnitten wird. Die Herausforderung liegt deshalb im Finden des richtigen Zeitpunkts für das Schleifen und im richtigen Schliff. Häckslermesser werden im Gras wesentlich stärker beeinflusst als im Mais. Die Forschung versucht, unterstützende Technologien zu entwickeln, die dem Fahrer den richtigen Zeitpunkt des Messerschleifens anzeigen. Damit sollte es in Zukunft möglich sein, einen optimalen Zeitpunkt zu finden. 8 2020 Schweizer Landtechnik

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Impression | Einsatzbericht

Der «EC-Weeder» eignet sich für alle Reihen-Kulturen und kann kundenspezifisch konfiguriert werden. Bilder: R. Engeler

Das Unkraut im Blick Veränderte gesellschaftliche Anforderungen fördern Innovationen im Pflanzenschutz. So erlebt die Hacktechnik derzeit eine Renaissance – auch in der konventionellen Landwirtschaft. Die «Schweizer Landtechnik» nahm den «EC-Weeder» von Steketee in einem Maisfeld unter die Lupe. Roman Engeler

Erst kürzlich gab Lemken bekannt, künftig auf die konventionelle PflanzenschutzTechnik zu verzichten. Bereits zwei Jahre vor diesem Entscheid hat das deutsche Familien­unternehmen mit der Firma Ste­ ketee einen holländischen Spezialisten für Hacktechnik übernommen und möchte nun dieses Geschäft entsprechend ausbauen – beispielsweise mit dem kameragesteuerten Hackgerät «EC-Weeder», das die «Schweizer Landtechnik» in einer sechsreihigen und klappbaren Variante mit Reihenabstand von 75 cm beim Lohnunternehmen Flury aus Halten SO im praktischen Einsatz begleitete.

Parallel-Verschieberahmen Der «EC-Weeder» wird heckseitig über den Hauptrahmen im Dreipunkt am Traktor an36

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gebaut. Im Gegensatz zu anderen Herstellern setzt Steketee nicht auf einen konventionellen linearen Verschieberahmen, sondern auf einen Parallel-Verschieberahmen. Die Unterlenker können sich frei bewegen und üben keinerlei Druck oder Bewegungen auf die Hinterachse aus. Die Hackelemente sind auf einem zweiten, dem Anbaurahmen, angebracht. Dieser bewegt sich über vier Schwingen nach links und rechts. Der Schwenkbereich beträgt +/– 20 cm. Beim Aushub am Vorgewende sorgt ein Winkelsensor im Oberlenker dafür, dass das Gerät wieder in die zentrale Position zurückgeführt wird. Die offenen Unterlenker sollen weiter den Vorteil haben, dass Lenkkorrekturen des Fahrers vorgenommen werden können, die sich dann nicht direkt auf die Position des

Hackgeräts auswirken, was dann wiederum von der Kamera korrigiert werden müsste.

Kamera-Steuerung Steketee setzt bei der Pflanzenerkennung auf ein selbst entwickeltes Kamerasystem mit der Bezeichnung «IC-Light». Dieses ist in der Lage, die Hacke bei optimalen Bedingungen bis auf 2 cm genau an die Pflanzenreihen heranzuführen – dies bei Arbeitsgeschwindigkeiten bis 15 km/h. Bei Flury wird allerdings «nur» zwischen 5 und 10 km/h gefahren. Die Kamera arbeitet zweidimensional und kann sowohl grüne Pflanzen als auch solche im RGB-Farbenbereich erkennen. So lassen sich beispielsweise auch roter Salat oder wegen Stickstoffmangel gelbstichige Pflanzen detektieren. Drückt man auf den


Einsatzbericht | Impression

Die nachlaufenden Fingerhacken können nahe oder sogar zwischen die Reihen hacken.

«Learn»-Knopf, wird eine automatische Farbkalibrierung gestartet, damit der Rechner auch «farb-entfremdete» Pflanzen auf dem Kamera-Bild erkennen kann. Höhe sowie Blickwinkel der am Gerät montierten Kamera werden gemessen, respek­tive abgelesen, und auf dem Terminal eingegeben, das zugleich auch als Job-Rechner funktioniert. Damit kann der Anwender die Arbeit nicht nur überwachen, sondern auch alle Einstellungen wie Reihenabstand, Hackdistanz zur Pflanze oder Neigung der Pflanzen für eine optimale Pflanzenerkennung über den Touchscreen vornehmen. Die Menüführung ist nahezu selbsterklärend und wird mit zahlreichen Symbolen unterstützt. Die Kamera unterstützt auch Doppelreihen, analog dem «Delta Row»-System von Lemken. Weiter ist auch ein Fernzugriff mit Live-Bild via Kundendienst für die Unterstützung bei Einstellungen auf dem Feld und für Software-Updates möglich. Ein blauer Balken auf dem Terminal beschreibt, wie gut eine (blaue) Linie (Reihenerkennung) auf die Pflanzenreihe gelegt werden kann. Ist diese Reihenerkennung schlecht, gibt es einen Warnton, danach stoppt die automatische Lenkung. Um auch in der Nacht arbeiten zu können, bietet der Hersteller nachrüstbare LED-Lampen an.

Vielfalt bei Werkzeugen Steketee bietet zudem auch eine Vielzahl von Hackwerkzeugen. Das Gerät von Flury ist mit sogenannten Kombi-Elementen ausgestattet. Zwischen zwei Pflanzen-Reihen kommen hier drei Hackmesser zum Einsatz. Sie sind auf einem Vibro-Halter befestigt, der eine vibrierende Wirkung erzeugt. Zudem können die Messer seitlich ausweichen, halten aber die Arbeitstiefe exakt ein. Das Unkraut wird so abgeschnitten und dann verschüttet. Mit einer Kurbel lassen sich Hackmesser in horizontaler Richtung positionieren. Die Einstellung dieser Arbeits-

Dieses Gerät ist mit sogenannten Kombi-Hackelementen ausgerüstet, die an einem Vibro-Halter befestigt sind.

tiefe erfolgt über eine Drehspindel und muss ebenfalls für jede Reihe separat definiert werden. Die nachlaufenden Fingerhacken sind an einem separatem Profil-Arm befestigt und erledigen das Hacken unmittelbar an der Pflanzenreihe. Der Abstand zwischen den beiden Scheiben lässt sich einstellen. Über zwei Druckfedern kann die Fingerhacke be- oder auch entlastet werden. Bei schweren, harten Bodenbedingungen können Schutzscheiben zugeschaltet werden. Diese schneiden den Boden leicht ein, so dass dieser nicht weiter aufbricht. Für eine bessere Stabilität in Hanglagen hat Flury zusätzlich eine Spurscheibe eingebaut. Weiter hat er auch ein eigenes System für die Bandspritzung aufgebaut, mit dem er bei Bedarf ergänzend Herbizide applizieren kann. Die Aufwandmenge kann so auf einen Drittel im Vergleich zur ganzflächigen Applikation reduziert werden.

Section-Control möglich Der «EC-Weeder» von Steketee kommt auch mit Section-Control zurecht. Die Hack­ elemente können bei unförmigen Parzellen einzeln hydraulisch ausgehoben oder abgesenkt werden. Voraussetzung dafür ist eine entsprechende Ausrüstung, die man theoretisch – anstelle der Kamera – auch für die Steuerung der Hackgeräte verwenden könnte. Wer ganz ohne Elektronik auskommen möchte, kann den «EC-Weeder» auch nur mit einer Hand-

Die automatische Lenkung kann mit einem Hebel temporär übersteuert oder auch gänzlich ausgeschaltet werden.

steuerung ordern. Das Signal für die manuelle Lenkung kommt dann vom Bediener, der auf einem Sitz hinten am Gerät sitzt und die Maschine visuell über einen Joystick steuert. Traktorseitig benötigt dieses Gerät eine Hydraulikleistung von 20 l/min. Für den Betrieb sind drei Steuerventile notwendig.

Fazit Der «EC-Weeder» hat sich beim Lohnunternehmen Flury als Alternative zur chemischen Unkrautbekämpfung etabliert. Gehackt wird im Mais – mit zusätzlichem Gerät von Steketee (6 × 50) auch in Zuckerrüben, Sonnenblumen, Raps und Bohnen – bis zu einer Pflanzengrösse von einem halben Meter, zwei bis drei Durchgänge, je nachdem, ob die Bekämpfung zusätzlich mit einer Bandspritzung chemisch begleitet wird. Die Kosten für den «EC-Weeder» liegen je nach Ausrüstung zwischen CHF 45 000.– und 55 000.– (ohne MwSt.).

Steckbrief Steketee «EC-Weeder» Typ: 6 × 75, klappbar, Spur: 1500 mm Kamera: Steuerung über IC-Light mit LED-Licht für den Einsatz in der Dämmerung. Steuerung: Jobrechner und Bedienterminal in einem Gerät vereint, Joystick für manuelle Bedienung aus der Kabine. Werkzeuge: Kombi-Element mit Hackmesser 18 cm auf Vibro-Halter montiert, seitliche Schutzscheiben zuschaltbar. Fingerhacke zum Hacken zwischen den Pflanzen. Einstellung Maschine: Manuelle Anpassung der Hackwerkzeuge mit Spindelverstellung in vertikaler und horizontaler Richtung. Preis: ab CHF 45 000.– (ohne MwSt.) (Herstellerangaben)

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Impression | Einsatzbericht

Die Betriebsbremsen bleiben dank «PlusBremse» auch auf längeren Talfahrten kühl und somit sicher einsatzbereit. Bilder: R. Burkhalter

Flexible Wirbelstrombremse Mit der neuen «PlusBremse» eliminiert der Hersteller Urs Schmid die Nachteile herkömmlicher Wirbelstrombremsen für den Frontanbau. Die einstellbare und dosierbare Bremsleistung vereinfacht den überbetrieblichen Einsatz. Ruedi Burkhalter

Auf längeren Talfahrten werden die Betriebsbremsen von Traktoren und Anhängern heute stärker belastet als früher. Die Gründe liegen nicht nur in den höheren Geschwindigkeiten, sondern insbesondere in der Tatsache, dass moderne Dieselmotoren wegen des kleineren Hubraums eine geringere Bremswirkung aufweisen. Auch die kostengünstigen Abgasstaubremsen sind entsprechend weniger wirksam geworden und kommen deshalb nur noch selten zur Anwendung.

Ideal für überbetrieblichen Einsatz Urs Schmid, Pionier bei Lenktriebachsen, aus dem luzernischen Littau stellte bei vielen seiner in Hanglagen beheimateten Kunden eine steigende Nachfrage nach verschleissfreien Zusatzbremsen in Form eines Retarders fest, fand auf dem Markt jedoch kein Produkt, das seinen Vorstellung gerecht wurde. Bisher vorhandene Produkte 38

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konnten meist nur mit aufwändigen Anpassungen am Traktor eingesetzt werden und boten leistungsmässig keine Flexibilität. Dieser Umstand veranlasste Schmid, selber eine Entwicklung zu wagen. Das Resultat heisst «PlusBremse» und kann dank einem innovativen Anbau- und Steuerungskonzept an jedem mit Fronthydraulik und Frontzapfwelle ausgerüsteten Traktor ohne Anpassungsarbeiten sofort eingesetzt werden. Die «PlusBremse» eignet sich so ideal für den überbetrieblichen und den abwechslungsweisen Einsatz mit verschiedenen Zugfahrzeugen. Die «Schweizer Landtechnik» konnte eines der ersten ausgelieferten Geräte bei Familie Schrackmann in Giswil OW im Einsatz begleiten.

Autonome Stromversorgung Das Herzstück des Anbaugeräts ist eine verschleissfreie Wirbelstrombremse, wie sie im LKW-Bereich zum Einsatz kommt.

Der Anbau an die Fronthydraulik erfolgt wahlweise über ein Kupplungsdreieck oder direkt am Dreipunkt. Die Aktivierung der Bremse geschieht elektrisch. Damit am Traktor keine Kabelanschlüsse verlegt werden müssen, wurde die «PlusBremse» mit einer autonomen Stromversorgung (Alternator und Batterie) ausgestattet. Die Bedienung erfolgt ebenfalls ohne Kabel über eine Funkfernsteuerung des Schweizer Herstellers Schmidiger Funklösungen. Eine weitere Besonderheit ist die Möglichkeit, die maximale Bremsleistung des Systems mit wenigen Handgriffen über einen Drehregler zwischen 50 und 150 PS einzustellen. Um Überlastungen an Motor und Getriebe des Traktors zu vermeiden, sollte dieser Wert nicht höher als die Nennleistung des Traktors sein. So ist der abwechslungsweise Einsatz an Traktoren mit unterschiedlichem Leistungsniveau problemlos realisierbar.


Einsatzbericht | Impression

Die elektronische Ansteuerung ermöglicht am Drehregler eine anwenderfreundliche Verstellung der maximalen Bremsleistung.

Die Bedienung des Geräts erfolgt serienmässig stufenweise über die Folientastatur der Funkfernbedienung.

Sanftes Hochfahren Die Ansteuerung der Bremse erfolgt elektronisch über eine programmierbare SPSSteuerung und ermöglicht so vielfältige Funktionen. Der eingestellte Leistungs­ bereich wird nicht einfach nur wie bei herkömmlichen Geräten Schwarz-Weiss aktiviert, sondern linear in sechs Stufen eingeteilt, was eine bestmögliche Schonung des Motors und der Betriebsbremse bei schnellerer Bergabfahrt erlaubt, ohne dass der Retarder überhitzt. Bei jedem Knopfdruck an der Funksteuerung wird jeweils eine Stufe hoch- und heruntergefahren. Jede Stufe wird zudem nicht auf einen Schlag aktiviert, sondern langsam angefahren, so dass keine ruckartigen Belastungsspitzen auftreten. Die SPS-Steuerung ist zudem mit einem Automatikmodus ausgestattet. Ist dieser aktiviert, werden die Bremsstufen in Abhängigkeit der gemessenen Drehzahl auto­matisch geschaltet, so dass die Drehzahl im gewünschten Bereich gehalten wird. Weiter gibt es nach unten eine Drehzahlbegrenzung. Sobald die Zapfwelle eine gewisse Drehzahl unterschreitet, wird die Bremse automatisch deaktiviert, wodurch ein Abwürgen des Motors, beispielsweise bei einem abrupten Bremsmanöver, verhindert wird. Verschiedene Parameter wie die gewünschten Drehzahlen können kundenspezifisch programmiert werden.

Keine Anschlüsse am Traktor Da traktorseitig keine Anschlüsse benötigt werden, ist der Wechsel des Zugfahrzeugs wie bei einem Frontanbaugerät einfach in wenigen Minuten realisierbar. Zum Abstellen gibt es zwei Abstellfüsse, die über je einen Stecknagel ein- und ausgefahren werden. Nach dem Umhängen muss lediglich die Bremsleistung ange-

Vernünftige und angepasste Fahrweise In der Praxis gibt es gegenüber Retardern im Frontanbau eine gewisse Skepsis. Es ist von möglichen Schäden an Motor und Getriebe die Rede. Urs Schmid relativiert diese Bedenken: «Retar­ der werden bereits seit vielen Jahren im Frontanbau eingesetzt. Schäden sind nur dann aufgetreten, wenn mit deutlich zu hohen Bremsleistungen oder ruckartigen Belastungsspitzen gefah­ren wurde. Bei korrekter Dimensionierung und vernünftigem Einsatz ist mir per-

passt werden und schon ist das Gerät einsatzbereit. Das System wird über einen Ein/Aus-Drucktaster am Steuerkasten eingeschaltet. Sollte man das Ausschalten vergessen, schaltet sich das System ohne Aktivität nach einer gewissen Zeit automatisch aus, so dass die Batterie nicht unbeabsichtigt tiefentladen wird.

Einfache Ballastierung Zur Optimierung von Traktion und Gewichtsverteilung lässt sich das 300 kg schwere Gerät optional mit Gewichtsplatten aus Guss bis auf ein Gesamtgewicht von 1000 kg aufballastieren. Als weitere Optionen können eine Beleuchtung und ein Spiegel montiert werden. Die Haube der «PlusBremse» kann in allen gängigen Traktorfarben bestellt werden, so dass auch optisch alles passt. Für Traktoren, die nicht mit Fronthydraulik und Frontzapfwelle ausgerüstet sind, stehen auch verschiedene Varianten für einen Fest­aufbau der Technik zur Auswahl. Sofern in Abhängigkeit des Modells genügend Platz zur Verfügung steht, lässt sich

sönlich kein einziger Schaden bekannt. Durch unsere sanfte Ansteuerung werden Drehmomentspitzen vermieden.» Die Fahrweise müsse zudem vernünftig und der Bauart des Getriebes angepasst gestaltet werden. So sollten bei voller Bremsleistung ruckartige Schalt- und Kupplungsvorgänge vermieden werden. «In jedem Fall ist vor dem Einsatz einer solchen Bremse eine professionelle Beratung und Instruktion zu empfehlen», betont Schmid.

ein Fest­aufbau auch in Kombinationen mit angebautem Frontlader oder Anbauplatte für den Winterdienst realisieren.

Grösseres Modell in Planung Wer sich für die «PlusBremse» interessiert, findet bereits bei verschiedenen Händlern von Urs Schmid Testgeräte zum Aus­ probieren. Die Basisversion gibt es ab CHF 13 335.– (mit MwSt.). Noch in diesem Herbst will Urs Schmid zusätzlich ein grös­ seres Modell mit einer Bremsleistung von 150 bis 300 PS auf den Markt bringen.

Fehlt die Fronthydraulik, ist auch ein fester Aufbau möglich, wie hier sogar in Kombination mit montiertem Frontlader.

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Impression | Fahrbericht

Der Bomech «Speedy One» mit 10,5 m Arbeitsbreite bietet praxisnahe Technik, grössere Unabhängigkeit von der Witterung und verringert die Emissionen. Bilder: M. Abderhalden und R. Engeler

Ein Leichtgewicht namens «Speedy» Bomech hat seit geraumer Zeit mit dem «Speedy One» einen leichtgewichtigen Schleppschuhverteiler im Angebot, der für Erstausrüster wie für Nachrüstlösungen interessant ist. Die «Schweizer Landtechnik» testete die 10,5-m-Variante. Martin Abderhalden* und Roman Engeler Die holländische Firma Bomech stellt seit 30 Jahren Schleppschuhverteiler mit Arbeitsbreiten von 5 bis 30 m her. Da eine bodennahe Gülleausbringung mehr und mehr gefordert wird und dies auch für Betriebe mit kleineren Güllefässern anwendbar sein soll, hat Bomech mit der Baureihe «Speedy One» einen speziell leichten, aber nicht weniger robusten Schleppschuhverteiler mit Arbeitsbreiten von 7, 9 und 10,5 m sowie mit Gewichten von 850 bis 975 kg auf den Markt gebracht. Die Verteiler sind sowohl für die Erst- als auch die Nachrüstung unterschiedlichster Güllefässer geeignet. Im Test stand das Modell mit 10,5 m und 42 Schlauchabgängen im Abstand von 25 cm. Das Vakuumfass mit einem Fassungsvermögen von 8400 l war bereits für eine solche Nachrüstung mit entsprechenden Anbaupunkten vorbereitet. * Martin Abderhalden ist Landwirt und testet regelmässig Maschinen für die «Schweizer Landtechnik».

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2×12 Stunden Montagezeit

Gestänge mit Hangausgleich

Bomech hat gemäss eigenen Angaben für über 300 Fasstypen massgeschneiderte Anbaulösungen am Lager. Ist dennoch ein spezieller Anbau nötig, kann Bomech die notwendigen Teile präzise fertigen und kurzfristig nachliefern. Für den Anbau des vormontierten Schleppschuh-Verteilers benötigten zwei Mann rund zwölf Stunden. Beim Testfass mussten einige zusätzliche Löcher gebohrt werden. Mit einem Radlader wurde der Verteiler von hinten an die unteren Konsolen geführt und dort fixiert. Anschliessend folgte der Anschluss an die beiden Oberlenker. Der «Speedy One» war so für einen ersten Testlauf zum Ausklappen bereit. Dann wurde wieder vorsichtig zusammengeklappt, so dass die beiden Arme nahe am Fass zu liegen kamen. Sodann wurden auf den beiden Kotflügeln die Transport­stützen montiert und diese zusätzlich über den Fass­ rücken mit einem Spannband verspannt.

Der «Speedy One» ist so konstruiert, dass er ein Optimum zwischen stabiler, robuster, leichter und kompakter Bauweise aufweist. Die beiden seitlich schwenkbaren Ausleger

Neuansatz gefordert In einer während der Sommersession eingereichten Motion fordern die beiden Ständeräte Peter Hegglin und SVLT-Präsident Werner Salzmann einen neuen Ansatz rund um die Vorgaben betreffend die emissionsmindernde Ausbringung von Gülle. Konkret wird der Bundesrat beauftragt, die Verordnungen so auszugestalten, dass der Schleppschlaucheinsatz auch nach 2021 durch die Weiterführung von finanziellen Anreizsystemen zielführend gefördert wird. Weiter soll das Obligatorium der bodennahen Ausbringung aus der Luftreinhalteverordnung gestrichen werden.


Fahrbericht | Impression

gen zwischen 2,1 und 2,7 m³/min ausbringen konnte. Es gibt gar einen Anschluss für einen Wasserschlauch, so dass der Verteiler bei Bedarf gut gespült werden kann. Fremdkörper werden zudem in einem elastischen Sack gesammelt, der sich mit wenigen Handgriffen öffnen und entleeren lässt.

Aktiver Schardruck

Über diese roten Schläuche bekommt der Verteilkopf Luft. Der schwarz-gelbe Schlauch dient für einen Wasseranschluss zum Spülen des Verteilkopfs.

werden in Transportstellung mechanisch verriegelt. Alle beweglichen Teile sind verschraubt und können im Verschleissfall einfach ausgetauscht werden. An den äussersten Auslegern ist eine Anfahrsicherung mit Scherschrauben verbaut. Die Transportbreite betrug beim Testfass 248 cm, die Höhe wurde mit 297 cm gemessen. Dank der Montage nahe am Fassbehälter ist die Gewichtsverteilung nur minim verschoben. Im Mittelrahmen und in den beiden Seitenarmen ist ein Hangausgleich integriert, so dass sich der Verteiler recht gut an die Geländebedingungen anpassen kann.

Exakt-Verteiler mit FremdkörperAbscheidung Die Gülle fliesst beim «Speedy One» durch einen 5 Zoll grossen Durchlass ohne Verengung in den Verteiler. Beim Verteilkopf von Alrena – eine Firma, die aus dem Hau-

se Bomech entstanden ist – wird über vier Schläuche Luft angesaugt und diese durch eine hohle Antriebswelle zum Rotor geleitet, wo die Luft dann im Güllestrom mitgerissen wird. Resultat: Es entsteht kein Vakuum, die Gülle wird über die ganze Breite präzise und konstant ausgebracht. Das Schneidsystem besteht aus sechs runden, rotierenden und selbstschärfenden Messern. Sie drehen sich durch den Widerstand von Faserstoffen in der Gülle automatisch. Jeder Schnitt erfolgt so quasi mit einem frischen Messer-Sektor, was den Verschleiss reduziert. Der Verteiler soll auch gegenüber einem Trockenlaufen unempfindlich sein. Der Exakt-Verteiler ist so konstruiert, dass Rotor und Lochscheiben in kurzer Zeit ausgetauscht werden können, möchte man Gülle in sehr unterschiedlichen Mengen ausbringen. Für diesen Test wurden die Teile eingebaut, mit denen man Men-

Wird der Verteiler auf dem Feld in die Arbeitsposition gebracht, werden die einzelnen Scharen mit einem Druck von 8 bis 12 kg in den Boden gedrückt. Der langgezogene, elastische Gummischuh legt die Gülle bodennah ab, ohne das Futter zu verschmutzen. Das hat auch zur Folge, dass man den Güllestreifen bei einem etwas höheren Bestand kaum noch sieht, weshalb für ein genaues Anschlussfahren mit diesem 10,5 m breiten Schleppschuhverteiler eine Spurführung empfehlenswert ist.

Verschiedene Steuerungsvarianten Je nach Anwendung bietet Bomech verschiedene Steuerungen. Für den Klapp­ mechanismus und für den Exakt-Verteiler wird eine Hydraulikleistung von etwa 30 bis 35 l/min benötigt. Serienmässig läuft die Steuerung über drei doppeltwirkende Steuerventile mit einem freien Rücklauf. Die Varianten «E-Control» und «E-Control Plus» sind fest verbaute Folgeschaltungen am Verteiler. Alle Funktionen werden über ein doppeltwirkendes – respektive ein zusätzliches einfachwirkendes in der Variante «Plus» – Steuerventil (inklusive freier Rücklauf und 12-V-Stromanschluss) in Folge und automatisch geschaltet. Es wird kein separates Bedienpult benötigt. In der (getesteten) Premiumausführung kommt die Option «i-Control» zum Zug.

Was ist bei Nachrüstungen zu beachten?

Die aussermittig gelagerten Messer drehen sich. Die zweischneidige Klinge schneidet vorne und reinigt hinten die Lochplatten.

Nachrüstungen mit Verteilgeräten an bestehenden Güllefässern sind durchaus möglich. Es gilt aber einige Punkte zu beachten: – Grundsätzlich sollte die Montage in einer Fachwerkstatt erfolgen. Eine Mithilfe kann aber Sinn machen. – Schweissen oder Bohren in und an einem Druckbehälter sollte man unterlassen. – Wenn keine Befestigungspunkte im unteren und oberen Bereich am bestehenden Fass vorhanden sind, ist eine Nachrüstung schwierig und teuer bis gar nicht möglich.

– Das zusätzliche Gewicht auf die Achsen (Achslasten) und die Reifen (Tragfähigkeit) muss vorgängig abgeklärt werden. Reichen die vorhandenen Reserven noch aus? – Die Zulassungsgarantien sind zu beachten. Im Zweifelsfall kann man auch den Hersteller des Verteilers für Abklärungen beiziehen. – In vielen Fällen muss wohl ein neues Güllefass beschafft werden. In einem solchen Fall sollte man zunächst aber abklären, ob man eine solche Beschaffung nicht überbetrieblich machen möchte.

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Impression | Fahrbericht

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Zu dieser elektrohydraulischen Steuerung gibt es eine spezielle Bedieneinheit, mit der in der Traktorkabine alle Funktionen entweder einzeln oder als automatische Folgeschaltung (einstellbare Zeitsteuerung) inklusive Vorgewende-Automatik zu steuern sind. Optional können gar Arbeitsscheinwerfer, Beschleuniger oder eine TeilbreitenschalMit der «i-Control»-Steuerung lässt tung über diese Einsich der Verteiler über das Load-Sensing-System oder mit Konstant-Strom heit bedient werden. über ein einfachwirkendes Steuerven«i-Control» wird enttil mit drucklosem Rücklauf bedienen. weder über das Die Umschaltung erfolgt mit einem Load-Sensing-System Handgriff. oder ein einfach wirkendes Steuerventil mit freiem Rücklauf (Druckumlauf) betrieben. Die entsprechende Umschaltung erfolgt mit einem Handgriff am Steuerblock für die Bordhydraulik.

Fazit

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Wir sind das Kompetenzzentrum für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in der Landwirtschaft und verwandten Gebieten. Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) Picardiestrasse 3 | 5040 Schöftland +41 62 739 50 40 | bul@bul.ch | www.bul.ch

Ab 2022 gilt es ernst, ab dann darf in der Schweiz die Gülle nur noch bodennah ausgebracht werden, sofern der Bundesrat nicht auf die während der Sommersession eingebrachte Motion einsteigt (siehe Kasten). Eine Möglichkeit stellt dabei die Nachrüstung mit dem leichtgewichtigen Schleppschuhverteiler «Speedy One» von Bomech dar, sofern das bestehende Fass dafür vorbereitet und geeignet ist. Der Anbau gestaltete sich dank der Lieferung exakter Montagesteile einfach, brauchte aber seine Zeit. Die Bedienung mit der optionalen «i-Control»-Steuerung (CHF 1500.–) ist angenehm und einfach zugleich. Der Exakt-Verteiler kam mit jeder Gülle zurecht. Die Gülle wurde schön und gleichmässig abgelegt, für das genaue Anschlussfahren ist aber eine Spurführung empfehlenswert. Das Gewicht (ohne Anbauteile) von 975 kg wird im Feld über den erzeugten Schardruck von insgesamt rund 500 kg teilweise wieder wettgemacht. Die Wartung mit nur einem Schmiernippel ist komfortabel. Der Schleppschuhverteiler «Speedy One» von Bomech, in der Schweiz über Importeur ATG GmbH in Gettnau LU vertrieben, ist ab CHF 26 800.– (7,5-m-Variante) erhältlich. Die beschriebene Testversion (10,5 m) gibt es ab CHF 29 600.–.

Steckbrief Bomech «Speedy One 10.5» Arbeitsbreite: 10,5 m mit 42 Scharen in Abständen von 25 cm Masse: Gewicht: 975 kg (ohne Anbauteile), Transportbreite: 248 cm, Transporthöhe: 295 bis 320 cm (je nach Anbau). Verteilkopf: Alrena-Verteiler «V42» mit 6 rotierenden Messern (3 Jahre Vollgarantie) Preis: Testmaschine: CHF 29 600.– (ohne MwSt.) (Herstellerangaben)

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Einsatzbericht | Impression

Fang- sowie Andruckrollen bietet Horsch verschiedenste, bereits im Markt eingeführte Varianten an. Ebenso steht auch mit «AirSpeed»-Vereinzelung die permanente, automatische Schardruckregelung «AutoForce» zur Verfügung. Nach vor­ gewählten Parametern werden damit Boden­unterschiede laufend ausgeglichen und eine sichere Einhaltung der Ablagetiefe eingehalten. Maximal ist mit «AutoForce» ein Schardruck von 350 kg pro Reihe möglich.

Horsch «Connect»

Für die Schnellsaat gerüstet: Eine Maschine vom Typ «Maestro CX» unterwegs mit dem Vereinzelungssystem «AirSpeed». Bilder: R. Engeler

Unterwegs mit Speed Im letzten Herbst präsentierte Horsch mit «AirVac» ein neues, auf Unterdruck basierendes Vereinzelungssystem. Ab nächster Saison gibt es auch eine Variante mit Überdruck für die Einzelkorn-Sämaschinen vom Typ «Maestro». Roman Engeler Horsch möchte beim Rennen um schnelle Aussaatgeschwindigkeiten – 15 km/h und mehr – bei präziser Saatgutablage mitmischen und lanciert das Vereinzelungssystem «AirSpeed». Bereits im letzten Herbst hat das bayrische Familienunternehmen mit «AirVac» ein neues Vakuumsystem präsentiert. Kunden können bei den Einzelkorn-Sämaschinen vom Typ «Maestro» künftig also zwischen zwei Vereinzelungssystemen wählen.

Keine Abstreifer-Einstellung Beiden Systemen gemeinsam ist, dass kein Abstreifer für die Eliminierung von Doppelbelegungen mehr extra eingestellt werden muss. Dieser wird einmal ins Gehäuse geklemmt und ist dann nicht mehr verstellbar. Die Körner werden anhaftend an den Öffnungen der Dosierscheiben mittig durch den Vereinzeler transportiert. Fünf wellige Vereinzelungsstufen greifen leicht in die Lochreihen, ein überflüssiges Korn wird so abgestreift. Zwei dieser Stufen sind unterhalb, drei oberhalb der Lochreihe positioniert. So wird auch bei unterschiedlichem Sitz der Doppelbelegung die Eliminierung sichergestellt.

Der notwendige Luftstrom kann je nach Saatgut variiert werden, indem die Gebläse-Drehzahl hydraulisch verstellt wird. Für eine spezielle Kultur müssen nur die passenden Lochscheiben eingesetzt und Einstellungen am Terminal vorgenommen werden. Je nach Stellung des Korneinlaufschiebers wird zudem eine unterschiedliche Menge Saatgut in den Bereich der Kornaufnahme geleitet. Für den Wechsel der Lochscheiben wird kein Werkzeug benötigt. Ein Sack für das Auffangen der Restsaatgutmenge im Aggregat sollte jedoch zuvor eingehängt werden. Je nach Lochscheibe ist dann auch ein passendes Ausdrückrad einzusetzen.

Weiter offeriert Horsch mit «Connect» die digitale Vernetzung von Kunde, Maschine und Hersteller. Dabei werden die Daten – gespeichert in einer Cloud – per WLAN für ein mobiles Endgerät verfügbar gemacht. Mit einer App kann man zudem direkt in die Funktionen der Maschine eingreifen. Es lässt sich beispielsweise ein Einzelreihentest bequem mit dem Handy durchführen.

Fazit Bei Vorserien-Einsätzen wurde festgestellt, dass das Saatgut mit bis zu 60 km/h im Fallrohr unterwegs ist. Um ein Wegprallen aus der Furche zu vermeiden, muss deshalb bei der Vereinzelung mit «AirSpeed» schon eine gewisse Sätiefe eingestellt sein. Bei klebrigen Verhältnissen ist es zudem ratsam, die Andruckrolle wegzuklappen, ansonsten das Korn wieder aus der Furche «gezogen» wird. Horsch hat das «AirSpeed»-System heuer auf verschiedenen Betrieben getestet und wird es auf die kommende Saison hin bei den «Maestro»-Maschinen vom Typ «C» und «R» mit zentralem Saatgut-Tank oder Reihensaatgutbehältern und in den verschiedenen Arbeitsbreiten einführen. Die jeweiligen Maschinen erhalten dann die Zusatzbezeichnung «X» als Hinweis für die «AirSpeed»-Dosierung. Preislich soll das Überdruck-System etwas teurer als das Vakuum-System sein.

Via Isobus Die Vereinzelung wird elektrisch via Isobus angetrieben. Eine individuelle Reihen­ steuerung ist möglich, so dass man «Section Control» und Fahrgassenschaltung mit stärkerer Belegung von Reihen links und rechts der Fahrgasse («Variable Rate») anwe­nden kann. Beim Scheibensech für die Düngerablage, bei den Räumsternen, Säscharen und

Der Abstreifer wird einfach ins Gehäuse geklemmt und muss in der Folge nicht mehr verstellt werden.

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Impression | Einsatzbericht

übrigens in verschiedenen Farben, passend zum jeweiligen Unternehmen, bei dem es eingesetzt wird.

Schnell und sauber

Der druckluftversorgte «Ölix» wird vor den Traktor gefahren, anschliessend kann die Wanne über die Schere (unterhalb Behälter) unter die Maschine geschoben werden. Bilder: R. Engeler

Ölwechsel leicht gemacht Der Ölwechsel ist eine aufwändige Arbeit. Der findige Jungunternehmer Martin Wepfer hat nun eine Lösung geschaffen, mit der diese Arbeit fast zum Kinderspiel wird. Roman Engeler

«Ölix» heisst die Lösung, die den Ölwechsel an Traktoren sowie anderen land- und forstwirtschaftlichen Maschinen vereinfachen soll. Das Gerät besteht aus einem Behälter und einer Auffangwanne, alles auf einem Dreirad-Fahrwerk. Vor Inbetriebnahme wird das Gerät mit Druckluft versorgt, der Arretierungshebel gelöst und die Öl-Auffangwanne auf den Boden gesenkt. Diese Wanne kann, über eine Schere und mit Druckluft angetrieben, unter die Maschine gefahren werden. Die maximale Ausstosslänge beträgt 4,2 m.

Steht nun ein Ölwechsel an, so arbeitet man sich von vorne nach hinten durch die verschiedenen Ölablass-Stellen. Die Auffangwanne, sie weist ein Volumen von 120 l auf und kann mit verschiedenen magnethaftenden Gitter-Sieben bestückt werden, folgt dabei dem Mechaniker. Das Öl kann permanent aus der Wanne in den stehenden Behälter abgesaugt werden, so dass diese nicht überläuft. Ein Schwimmer beim Behälter sorgt dafür, dass dieser nicht überfüllt werden kann, indem beim Erreichen des Höchststandes das Saugvakuum abstellt. Der «Ölix» erleichtert nicht nur die Arbeit an sich, weil keine Öl-Eimer mehr verschoben werden müssen, er hinterlässt auch einen ordentlichen Arbeitsplatz, da alles Öl sauber aufgefangen und laufend in den sicheren Behälter abgesaugt wird. Dank den Gittern fallen auch Ablassschrauben nicht einfach so ins Öl. Nach getaner Arbeit wird die Wanne pneumatisch wieder zurückgeholt und das noch restliche Öl abgesaugt, wobei durch ein leichtes Anheben der Wanne auch die letzten Tropfen erfasst werden.

300-l-Behälter

Fehlbedienung ausgeschaltet

Der stehende Behälter fasst 300 l. Oben ist ein Abtropfblech montiert, auf dem beispielsweise Filterkartuschen noch fertig abtropfen können. Optional gibt es einen Abtropf-Ring, auf dem Trichter und andere ölhaltige Gegenstände gut gesichert ebenfalls weiter abtropfen können. Das Gerät ist robust und aus hochwertigen sowie wartungsfreien Materialien konstruiert. In der Testphase, so der Erfinder, habe man den «Ölix» über 4000-mal ein- und ausgefahren. Das Gerät gibt es

Dank raffinierten Drehschiebern am Be­ dienpult kann zwischen Vakuum und Druck gewechselt sowie die gewünschte Absauge-Stelle – Wanne oder Abtropfblech – eingestellt werden. Fehlbedienungen sind ausgeschlossen, weil gewisse Einstell­ kombinationen durch eine Verriegelung gar nicht möglich sind. Ist der Behälter voll, wird per Druck über einen Schlauch das Altöl umgetankt und es kann der finalen Entsorgung zugeführt werden. Den «Ölix» gibt es ab CHF 7500.–.

Steckbrief «Ölix» Wanne: 120 l, 1,20 m lang Ausfahrlänge Schere: 4,2 m Behälter: 300 l, Durchmesser: 830 mm, Höhe: 1,52 m, Länge: 1,07 m Gewicht: 225 kg Saugleistung: 30 l/min (Vakuum 0,7 bar) Abtankleistung: 90 l/min (Überdruck 0,45 bar) Druckluftanschluss: minimal 6 bar Preis: Ab CHF 7500.– (exkl. MwSt.) (Herstellerangaben) Drehschieber am Bedienpult für Einstellung von Druck oder Vakuum sowie der Absaugstelle.

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Wissen | Praktisch

schwelle. Mit hochempfindlichen Mikrofonen kann dieser «Insektenlärm» aber hörbar gemacht werden.

Hochentwickelte Akustiktechnik Wenn es mit moderner Technik möglich ist, die Fressgeräusche kleiner Kornkäfer aus den Umgebungsgeräuschen einer Lagerstätte herauszufiltern, so die Überlegung der Wissenschaft, sollte es auch möglich sein, die unterschiedlichen Klänge stumpfer und scharfer Messer während des Ernteeinsatzes akustisch zu unterscheiden. Beneke ist überzeugt, dass es für Je nach Schärfezustand erzeugen die Messer auf der Häckseltrommel spezifische Töne, die mit moderner Akustiktechnik herausgefiltert werden können. Bild: Claas den Fahrer (und das Lohnunternehmen) vorteilhaft wäre, wenn eine Anzeige der Messerschärfe in Ist-Zeit nützliche Informationen liefert. Gegenüber Kamerasystemen haben akustische Systeme den grossen Vorteil, dass Hören, wie die Messer schneiden, ist noch nachvollziehbar. sie nicht «sehen», sondern nur «hören» müssen. Rein theoretisch können diese Hören, wie scharf die Messer sind, tönt hingegen wenig Töne, in Form von Schwingungen, an jerealistisch. Doch in diese Richtung wird geforscht. Die dem beliebigen Punkt der Landmaschine grundsätzliche Machbarkeit dieser Methode wurde registriert werden. Hersteller Claas und die Forscher haben nachgewiesen. sich gefunden und die Idee weiterentwickelt. Eine Maschinenbaustudentin wies Ruedi Hunger in ihrer Bachelorarbeit die grundsätzliche Machbarkeit eines Systems zur akustiEs ist keine neue Feststellung, dass der den, ein weiteres Indiz kann der wachschen Erkennung des Messerzustandes gute Fahrer seine Maschine mit dem Ohr sende Kraftbedarf und damit verbunden nach. Auf dem Weg zum Erfolg musste die junüber die Maschinengeräusche kontrolein zunehmender Treibstoffverbrauch ge Forscherin sich verschiedenen Herausliert. Das ist heute nicht mehr so einfach sein. Aber auch da gilt, dass sich dies wie damals, als Häcksler noch ohne oder langsam entwickelt und wohl nur vom erforderungen stellen. Die erste war, das Sinur mit einer behelfsmässigen Fahrerkabifahrenen Häcksler-Fahrer richtig eingegnal von den Messern aus den anderen Maschinengeräuschen des Häckslers herne unterwegs waren. Heute ist die Kabine schätzt wird. so lärmgedämmt, dass spezielle Geräuauszufiltern. Eine weitere Herausfordesche kaum noch bis ans Fahrerohr vorKornkäfer leistet Unterstützung rung waren die wechselnden Erntebedindringen. Ob und wie gut die Messer auf gungen wie Erntegut, Reifegrad, FeuchFrank Beneke von Fachhochschule tigkeit oder Lufttemperatur, die ebenfalls Schmalk­ a lden (D) weiss, dass sich eine der Häckseltrommel schneiden, ist im lauEinfluss nehmen. stumpfe Klinge anders anhört als eine fenden Ernteeinsatz nur schwer einscharfe. Zusammen mit der Universität schätzbar. Mit abgenutzten HäckselmesKassel entstand ein Forschungsprojekt. sern verschlechtert sich die HäckselqualiÜbrigens tät. Dieser Zustand entwickelt sich aber Dazu benutzte man den Umweg über ein Der Einsatz akustischer Sensoren im langsam und ist deshalb während der ArHäckselaggregat von Feldhäckslern ist Getreidesilo. Akustikspezialisten haben beit schwierig feststellbar. Sind es die herausgefunden, dass der Kornkäfer und nicht neu. Bereits seit einiger Zeit helfen «Klopfsensoren» (aus dem Fahrzeugbau) Messer oder doch die Erntebedingungen, andere Getreideschädlinge beim Fressen ein schwacher Maisbestand oder gar die arttypische Geräusche machen. Für den bei der Einstellung des Schneidspaltes Sorte? Nicht nur die Häckselqualität kann Menschen liegen diese Geräusche in den nach dem Einsetzen neuer Messer – oder noch öfter – nach dem Schleifen. unter abnehmender Messerschärfe leiallermeisten Fällen unterhalb der Hör-

Wenn Messer singen

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Technisch | Wissen

Die stetig steigende Funktionsvielfalt verändert laufend auch die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Bild: Eilbote

Neu gestaltete Schnittstelle Die zunehmende Funktionsvielfalt auf Landmaschinen und Traktoren verändert laufend die «Mensch-MaschineSchnittstelle». Das bringt nicht nur für den Anwender neue Herausforderungen, auch die Produkteentwickler sind gefordert. Ruedi Hunger

Ein momentaner Trend zielt auf virtuelle Mensch-Maschine-Schnittstellen, die einem Touchscreen gleichzusetzen sind. Damit können aber bisher wichtige Anforderungen, die jahrzehntelang positiven Einfluss auf die Schnittstellenentwicklung hatten, mit der Touchscreen-Technologie nicht (mehr) umgesetzt werden. Werden beispielsweise die realen Bedienelemente und deren Möglichkeiten betrachtet, sind die Unterschiede offensichtlich. In der herkömmlichen Ausführung wird jedem Bedienelement eine Funktion zugeordnet. Aus dem Blickwinkel der Multifunktionalität und Anpassbarkeit ist das nicht mehr im bisherigen Mass möglich. Es braucht daher Veränderungen mit Blick auf den positiven Einfluss auf die Gebrauchstauglichkeit, damit der Anwender die Schnittstelle problemlos beherrschen wird.

der Universität Hohenheim und der Elbau GmbH einen funktionsfähigen Prototyp einer Bedienarmlehne entwickelt. Der Clou ist, dass sich diese selbstständig auf unterschiedliche Bedienszenarien oder, anders gesagt, auf verschiedene Arbeitsgeräte von Traktoren anpasst. Diese neue

multifunktionale Bedienarmlehne hat das Labor bereits verlassen und wurde auf einem Traktor von Same Deutz-Fahr eingebaut und ausgiebigen Feldtests mit unterschiedlichen Arbeitsgeräten und Fahrern unterzogen. Der Traktor als Universalmaschine wurde gewählt, um die hohe Funktionsvielfalt mit wechselnden Bedienszenarien und Arbeitsgeräten zu realisieren. Damit entsteht an der Schnittstelle eine grosse Komplexität, die verarbeitet werden muss. Damit die neue Schnittstelle fehlerfrei funktionieren kann, musste vorerst eine Analyse der Bedienung und der Bedienhäufigkeit vorgenommen werden. Dazu wurden neben den subjektiven Wahrnehmungen und Empfindungen der Nutzer auch CanbusDaten miteinbezogen und ausgewertet. Ein solches Bedienszenario wurde beim Mähen über einen Zeitraum von 63 Stunden erfasst.

Zusammenfassung Mit dem Forschungsprojekt wurden die Grundlagen für eine komplette Schnittstelle geschaffen, die sich optimal für eine adaptive Bedienarmlehne eignet. Der Nutzer erzielt damit eine beschleunigte Arbeitsausführung und steigert die Effizienz. Für die Entwickler ergeben sich aus diesem Forschungsprojekt neue Möglichkeiten bei der Gestaltung. In einem Folgeprojekt soll nun sowohl die adaptive Bedienarmlehne serienreif umgesetzt werden, als auch die Schnittstellenkommunikation zwischen Arbeitsgerät und Bedienarmlehne entwickelt werden.

Adaptive Interfacesysteme Im Verbundprojekt «Aisa» (adaptive Interfacesysteme im Ackerschlepper) hat die Universität Stuttgart zusammen mit

Beim Mähen über einen Zeitraum von 63 Stunden wurden verschiedene Funktionen mit unterschiedlicher Häufigkeit total 1557 Mal bedient. Bild: Pöttinger

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Management | Rechtsecke

Merkblatt Das erwähnte Merkblatt des Bundesamts für Strassen steht auf der SVLT-Website www.agrartechnik.ch (Technik – Flyer und Merkblätter) zum Download bereit.

Sind Vorgaben wie Aussenmass und Abstand/Lücke zu Fahrzeug oder Reifenflanke eingehalten und im Fahrzeugausweis eingetragen, darf man mit abstehenden Leitungen von Reifendruckregelanlagen auch auf öffentlichen Strassen unterwegs sein. Bild: R. Engeler

Beurteilung von Reifendruckregelanlagen Bei der Verwendung von Reifendruckregelanlagen mit überstehenden Leitungen besteht seit jeher eine gewisse Verunsicherung. Das Bundesamt für Strassen will mit einem Merkblatt nun Klarheit schaffen. Roman Engeler

So gut und sinnvoll aus agronomischer Sicht Reifendruckregelanlagen an landund forstwirtschaftlichen Fahrzeugen sind, so unklar war es bis anhin, wie man eigentlich mit solchen Anlagen, die meist mit überstehenden Leitungen an den jeweiligen Fahrzeugen aufgebaut sind, auf den öffentlichen Strassen unterwegs sein darf. Auf Intervention des SVLT, in Abstimmung mit der Arbeitsgruppe landwirtschaftlicher Strassenverkehr, hat das Bundesamt für Strassen nun ein detailliertes Merkblatt zur Beurteilung solcher – meist nachgerüsteter – Anlagen ausgearbeitet. Es enthält zwar keine rechtsverbindlichen Texte, stützt sich aber auf bestehende Rechtsgrundlagen und zeigt anhand konkreter Kriterien, was genau verlangt wird. 48

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Überstand erlaubt Reifendruckregelanlagen weisen in der Regel ab- oder überstehende Leitungen auf, was zu einer potenziellen Gefährdung von Verkehrsteilnehmern, insbesondere Fussgängern oder Velofahrern, führen könnte. Im Merkblatt ist nun festgeschrieben, dass die Lücken, die zwischen überstehenden Luftleitungen und dem Reifen sowie dem Kotflügel bestehen, so ausgestaltet sein müssen, dass die Gefahr eines Einhängens anderer Verkehrsteilnehmer möglichst gering ist. Konkret darf diese Lücke zwischen den Leitungen und der äussersten Ebene, gebildet durch den Reifen, maximal 80 mm betragen. Liegt die Ebene der äusseren Reifenflanke aber mehr als 80 mm innerhalb der breitesten Stelle der Achse (z. B. wegen

abstehender Radnabe oder Radabdeckungen), darf diese Lücke von 80 mm auch überschritten werden. Ein weiteres Kriterium betrifft die generelle Breite eines mit einer Reifendruck­ regelanlage ausgerüsteten Fahrzeugs. Der sogenannte Überstand gegenüber der äussersten Breite des Fahrzeugs darf nämlich nicht mehr als 100 mm pro Seite betragen. Die Leitungen und Teile der Anlage werden zudem bei der Messung der Fahrzeugbreite mitberücksichtigt. Die zulässige Aussenbreite, inklusive dieser Leitungen, muss innerhalb folgender Werte liegen: • 2,55 m gesetzliche Höchstbreite (gewerbliche Zulassung). • 3,00 m für land- und forstwirtschaftliche Ausnahme-Transportfahrzeuge. • 3,50 m für land- und forstwirtschaftliche Arbeits-Ausnahmefahrzeuge. Weiter dürfen die Aussenkonturen bis zu einer Höhe von 2,00 m keine scharfen, nach aussen gerichteten Kanten aufweisen.

Inverkehrbringer in der Pflicht In die Pflicht genommen wird auch der Inverkehrbringer, also die Personen oder Unternehmen, die ein Produkt in den Handelsverkehr bringen. Dem Inverkehrbringen gleichgestellt sind der gewerbliche oder berufliche Eigengebrauch, die Verwendung im Rahmen des Erbringens einer Dienstleistung sowie das Bereithalten und das Anbieten eines Produkts. Auch Systemhersteller und Umbauer von Reifendruckregelanlagen können Inverkehrbringer sein. Diese Inverkehrbringer müssen mit einer Selbstdeklaration die fachgerechte Montage, die Sicherung im Falle eines Druckabfalls und die Methode der Druckluftbeschaffung (insbesondere im Zusammenhang bei pneumatischen Bremsen) sowie die Absicherung gegenüber zu hohem Reifenfülldruck dokumentieren. Diese Deklaration dient der Meldung der Änderung an die Zulassungsbehörde (Eintrag im Fahrzeugausweis) und ist als Kopie auf dem Fahrzeug mitzuführen.


Praxisfragen | Management

Adhäsionsgewicht berechnen Zum Berechnen der Achslasten gehört auch das Berechnen des Adhäsions­ gewichts (Gewicht auf den Antriebs­ achsen) dazu. Seit dem 1. Februar 2019 muss das Adhäsionsgewicht neu mindes­ tens 22 Prozent des Betriebsgewichts (aktuelles Gewicht von Traktor und Anhänger) betragen. Einen Adhäsions­ gewichtsrechner finden Sie ebenfalls auf www.agrartechnik.ch unter dem Link «Flyer und Merkblätter».

Mit dem Achslastrechner können auf einfache Art und Weise verschiedene Anbaukombinationen berechnet werden. Sind die berechneten Werte höher, so ist das Fahrzeug respektive die Achse überladen. Bild: Agroscope

Vor dem Kauf die Gewichte checken Der Achslastrechner ermöglicht das einfache und schnelle Berechnen der Gewichte einer Traktor-Anbaukombination. Sinn macht dies vor allem auch bei einer Neuanschaffung. Heinz Röthlisberger

«Wir wollen einen Traktor für Pflegearbeiten und für den Einsatz mit der Feldspritze kaufen. Für diese Arbeiten sollte der Traktor aus unserer Sicht nicht mehr als 3300 kg wiegen (Leergewicht). Jetzt stellen wir fest, dass die Nutzlast von vielen am Markt erhältlichen Traktoren in dieser PS- und Gewichtsklasse viel zu wenig ist, um eine Feldspritze mit 1000 Liter Inhalt zu transportieren. Da gibt es Nutzlasten von gerade mal 1800 bis 2000 kg. Alleine die zulässige Nutzlast der Hinterachse ist dann noch geringer.» Diese Feststellung eines Landwirts zeigt: Es ist gar nicht so einfach, einen passenden Traktor zu finden. Neben dem maximal zu­ lässigen Gesamtgewicht können auch die einzelnen Achslasten schnell überschritten werden. Da sich das Gewicht der Anbau­ geräte oder die Stützlast eines Anhängers nicht gleichmässig auf den Traktor aufteilt, muss man nicht nur das Gesamtgewicht beachten, sondern ebenso die einzelnen Achslasten. Stellt man erst nach dem Kauf fest, dass der Traktor die Garantiegewichte

überschreitet und man damit nicht mehr legal auf der Strasse unterwegs ist, kann der Ärger gross werden. Das Dilemma des Landwirts im Beispiel: Findet er am Markt keinen Traktor in sei­ ner Wunsch-Gewichtsklasse, muss er wohl oder übel in einen Traktor in einer höheren Gewichts- und PS-Klasse investieren. Das geht auf Kosten der Bodenschonung. Zu­ dem muss der Landwirt mit höheren Inves­ titionen rechnen, als er ursprünglich vor­ gesehen hat.

Gewichte und Einsätze im Voraus kennen Das zulässige Gesamtgewicht und die zu­ lässigen Achslasten können wie im Beispiel beschrieben nicht selten zu einem Stolper­ stein für den regulären Einsatz werden und es lohnt sich, diese Werte noch vor dem Kauf eines neuen Traktors oder einer neuen Anbaumaschine zu checken. Schnell und einfach lassen sich die Ge­ wichte mit dem von der Agroscope her­ ausgegebenen und seit Jahren bewährten Achslastrechner berechnen (siehe Kasten).

Diese Excel-Datei ermöglicht die Berech­ nung von fünf verschiedenen Kombina­ tionen wie zum Beispiel die Heck- und Frontanbaukombination am Traktor oder auch mit einem zusätzlichen Frontgewicht. Ziel mit dem Rechner ist es, vor einem Kauf die Belastungen auf den Traktor ab­ zuschätzen. Die mit dem Programm be­ rechneten Werte können mit den zulässi­ gen Garantiegewichten des Traktors ver­ glichen werden. Sind die berechneten Werte höher, so ist das Fahrzeug respekti­ ve die Achse überladen und ein Kauf macht keinen Sinn. Nicht nur die Berechnung vor dem Kauf ei­ nes Traktors oder einer Anbaumaschine macht Sinn. Ebenfalls vor der Anschaffung sollte der mögliche Einsatzbereich berück­ sichtigt werden, damit später legal auf öf­ fentlichen Strassen gefahren werden kann.

Belastung der Lenkachse Mindestens 20 Prozent des Betriebsge­ wichts des Traktors müssen auf der Lenk­ achse lasten. Auch hier hilft der Achslast­ rechner. Beträgt die Vorderachslast weniger als 20 Prozent, erscheint eine entsprechen­ de Warnmeldung und der notwendige Bal­ last wird vorgeschlagen.

Achslastrechner im Internet Das Programm zum Berechnen der Achs­ lasten der Agroscope Tänikon kann auf www.traktorentest.ch oder auf der SVLT-Homepage www.agrartechnik.ch unter dem Link «Flyer und Merkblätter» kostenlos heruntergeladen werden. Diese Excel-Datei ermöglicht auf einfache Art und Weise die Berechnung der zulässigen Gewichte einer Traktor-Anbaukombinati­ on mit Ballastierung und auch der Vorder­ achslast. Berechnet werden können mit dem Programm fünf verschiedene AnbauKombinationen.

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Plattform | Firmenporträt

Thomas Jenni, Inhaber und Geschäftsführer der Jenni Lüftungen AG in Ruswil LU, im Showroom mit einem Grossraumlüfter. H. Röthlisberger

Der Spezialist für Frischluft Die Firma Jenni Lüftungen AG aus Ruswil LU ist schweizweit bekannt für ihr breites Sortiment an hochstehenden Lüftungsanlagen. Firmengründer Kaspar Jenni hat das Familienunternehmen in diesem Jahr an seinen Sohn Thomas übergeben. Heinz Röthlisberger

Wer von Kuhkomfort und Tierwohl spricht, kommt nicht um ein gutes Klima im Stall herum. Gefragt sind frische Luft und optimale Klimabedingungen. In diesem Bereich tätig ist seit etwas mehr als 40 Jahren die Firma Jenni Lüftungen AG aus Ruswil LU. «Das Wohlbefinden der Tiere im Stall ist seit jeher unser grosses Ziel», sagt Thomas Jenni, der seit diesem Jahr neuer Inhaber und Geschäftsführer der Firma ist (siehe Kasten). «Seit 1979 entwickeln, vertreiben und installieren wir Lüftungsanlagen in der Landwirtschaft, in Gewächshäusern sowie Indus­ trie und Gewer­be», erklärt Jenni. «Von einfachen Anlagen bis hin zu vollautomatisch gesteuerten Lüftungen können wir alles anbieten, was mit Frischluft und Kühlung zu tun hat.» Mehr als 200 Ventilatoren-Typen zählt das Sortiment des Familienunternehmens. Hinzu kommen modernste Steuerungstechnik, Zuluft- und Abluftführung, 50

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Wärmerückgewinnung, Kühlsysteme, Hallenheizsysteme und biologische Abluft­ reinigungssysteme. Beim Betreten des Firmengebäudes spürt man sofort: Hier sind mit Firmengründer Kaspar Jenni und seinem Sohn Thomas definitiv Lüftungsspezialisten mit viel Herzblut und jahrelanger Erfahrung am Werk.

Speziallösungen und gute Planung «Zwar bieten wir im Bereich Lüftungen auch mobile Ventilatoren für den temporären Einsatz an, unsere grosse Stärke sind aber Fix-Installationen», betont Thomas Jenni. Dazu gehören auch Speziallösungen in Neu- oder Umbauten. Also Projekte mit technischen Herausforderungen, bei denen nicht Lüftungen «ab Stange» einge-

Grosses Sortiment an Lager Zum Erfolg des Familienunternehmens gehört auch das grosse Lager. «Wir haben eines der grössten und vielseitigsten Ventilatoren-Lager in ganz Europa», sagt der 29-jährige Geschäftsführer. Deshalb kämen oft auch Anfragen von Händlern aus anderen Ländern. Hinzu kommt, dass Jennis am Firmensitz in Ruswil einen Showroom betreiben. Auf Voranmeldung können die Kunden die Ventilatoren vor Ort genauer ansehen und ihre kühlende Wirkung live «hören, sehen und spüren».

Serie «Schweizer Firmen» In dieser Serie porträtiert die «Schweizer Landtechnik» Schweizer Hersteller und Lieferanten von Maschinen und Geräten und für die Landwirtschaft. Die Serie erscheint in loser Folge. Bisher erschienen: Hans Meier AG, Altishofen LU, und Walter Marolf AG aus Finsterhennen BE.


Firmenporträt | Plattform

Mit den «Zefiro»-Grossraum-Deckenventilatoren werden grosse Flächen im Hallenstall energiesparend und leise belüftet. Bilder: zvg

baut werden könnten. Da brauche es eine gute Planung und eine gewisse Vorlaufzeit. Vor allem für Sommer-Lösungen sei es am besten, wenn man das Projekt bereits im Herbst oder im Winter aufgleisen und planen könne. So sei man bereit, wenn die Hitzetage kämen. Sowieso hat sich die Firma Jenni seit ihrer Gründung auf die praxisorientierte und umfassende Planung konzentriert. Schnellschüsse würden sich in der Regel nicht lohnen.

Hier wird von der Firma Jenni ein biologischer Luftwäscher im vorgefertigten Container an seinen definitiven Standort manövriert.

terwechsel käme. Auch für Bauern, die noch auswärts arbeiten, könne sich eine automatische Steuerung lohnen. Am Schluss müsse aber der Kunde entscheiden, was er wolle. Die Firma Jenni Lüftun-

gen AG ist auf jeden Fall für die Zukunft gerüstet. Kaspar Jenni hat den soliden Grundstein gelegt und mit seinem Sohn Thomas Jenni ist nun die neue Generation am Ruder.

Fokus auf Effizienz Ein Bespiel aus dem Produkteprogramm der Firma sind die neuen Deckenventilatoren der Marke «Zefiro», die Jennis seit 2015 verkaufen. «Dabei handelt es sich um Anlagen, die für die Beseitigung der Wärmeschichten und Schadgase im Stall entwickelt worden sind», sagt Jenni. Das Ergebnis sei eine leichte bis starke Luftbrise, die die gefühlte Temperatur im Sommer senke und während der Wintermonate die warme Luft im Raum verteile, so Jenni. Das Besondere der «Zefiro»-Ventilatoren ist, dass sie mit einem Permanentmagnet-Motor ausgerüstet sind. Diese Art Motoren sind wartungsfrei, energieeffizient und überzeugen mit ihrer Laufruhe. Kuhkomfort und ein gutes Stallklima sind wichtig. Wichtig aber ist auch, dass die Geräte, die dafür sorgen, effizient sind und dem Bauern grösstmöglichen Bedienerkomfort bieten würden.

Gerüstet für die Zukunft Der Trend in der Lüftung von Ställen gehe klar Richtung Automatisierung und Steuerung. Das sei natürlich komfortabel und man müsse nicht immer gleich springen und umschalten, wenn es zu einem Wet-

Alarmierung, Drehzahlregelung, Energiesparmodus und vieles mehr: Die automatisierte Steuerung von Lüftungsanlagen bietet ein grosses Potential, sagt Thomas Jenni.

Gegründet 1979 von Kaspar Jenni Die Firma Jenni Lüftungen AG wurde 1979 von Kaspar Jenni in Entlebuch LU unter dem Namen Jenni Stall-Lüftungen gegründet. Jenni hat viel Engagement und Pionierwillen in seine Firma gesteckt. Mit Erfolg. 2002 baute er in Ruswil eine neue Lagerhalle mit Werkstatt und Büro. Von sich reden machte Kaspar Jenni beispielsweise 1998 mit der Einführung der Grossraum-Energiespar-Ventilatoren in der Schweiz, die damals als Innovation galten, sowie 2015 der Schweizer Markteinführung der Decken- und Umluftventilatoren

der Marke «Zefiro». 2018 gründeten Jennis zudem die Jenni Agrotech GmbH für den Bau des Geflügelmaststalls «Fix 500» sowie für den Handel von Agrarprodukten wie Stall-, Weide- und Atemschutztechnik. Heute beschäftigt die Firma, die im letzten Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feierte, neun Mitarbeiter sowie, je nach Saison, noch zusätzliche Monteure. Kaspar Jenni ist auch nach der Firmenübergabe an seinen Sohn immer noch im Geschäft tätig und bringt seine grosse Erfahrung im Lüftungsbereich mit ein.

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Plattform | Report

Vielseitiger Beruf Landmaschinenmechaniker: Pius Buchmann und der Auszubildende im dritten Lehrjahr Reto Bachmann, Werthenstein LU, mit Diagnosetools an der Arbeit. D. Senn

Ein Beruf mit «Nie-LangeweileGarantie» «Die Landmaschinenmechaniker zählen weltweit zu den am besten ausgebildeten Fachkräften. Sie sind begehrt und gesucht», sagt Pius Buchmann, eidgenössisch diplomierter Landmaschinenmechanikermeister mit Jahrgang 1968; ein Berufsporträt. Dominik Senn

Der Inhaber der Pius Buchmann AG, Landmaschinen & Motorgeräte, in Ruswil LU weiss, wovon er spricht, denn er ist zudem Präsident der Berufsbildungskommission von Agrotec Suisse, dem schweizerischen Fachverband der Landtechnik- und Hufschmiedebetriebe. Agrotec Suisse und Metal­tec Suisse (Branche Metallbau) sind vereint unter dem Dachverband AM Suisse (vormals Schweizerische Metall-Union) und betreiben das Bildungszentrum in Aarberg BE für die Grund- und Weiterbildung der Landmaschinen-, Baumaschinen- und Mo­ torgerätemechaniker. Paradoxerweise trage gerade der hohe Ausbildungsstand zum derzeit herrschenden Fachkräftemangel bei, erläutert 52

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Buchmann: Viele wanderten in andere Branchen ab, wo ihr breitgefächertes Wissen und die praxisnahe Ausbildung ebenso begehrt seien wie in den angestammten Berufen. Diese Fachkräfte seien einer Vielzahl von technischen und praktischen Herausforderungen gewachsen, eine der Stärken des dualen Bildungssystems in der Schweiz.

Faszination für Landtechnik Auffassungsgabe, Geschick, technisches Verständnis und Selbstständigkeit, gepaart mit Faszination für Landtechnik, sind die besten Voraussetzungen für das Ergreifen des Berufes Landmaschinenmechaniker. Vier Jahre dauert die berufliche

Grundausbildung, die mit Erlangung des Eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses EFZ endet. Der Auszubildende ist dabei in einem Lehrbetrieb, einer Landmaschinenwerkstätte, angestellt. Dort erhält er die nötige Mechaniker-Schulung und Grundlagen. Die schulische Bildung erhält er an einem Tag pro Woche an den Berufsfachschulen. Die Berufsschulstandorte Grundbildung für Landmaschinen-, Baumaschinen- und Motorgerätemechaniker sind: Winterthur, Langenthal, Zofingen, Biasca, Lausanne, Colombier, Fribourg, Sursee, Chur, Thun, Liestal, Weinfelden und Visp (Langenthal, Winterthur und Lausanne für die Weiterbildung). In den ersten beiden Lehrjahren stehen vor allem grundle-


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gende Kenntnisse wie Fertigungstechnik, Stoffkunde sowie Rechnen und Physik im Vordergrund. «Im dritten und vierten Lehrjahr geht es ans Eingemachte», so Buchmann. Der Funktionsweise verschiedener Motoren, Getriebe, Hydraulik, Elektrik und Elektronik wird auf den Grund gegangen. Zusätzlich werden berufsbezogene Inhalte der verschiedenen Maschinen vermittelt. Überbetriebliche Kurse (32 Tage) und ein viertägiger berufsspezifischer Kurs runden die Ausbildung ab.

«Kunden glücklich machen»

«Vielfältige Arbeiten» «Die Aufgaben des Landmaschinenmechanikers sind äusserst vielfältig» sagt Buchmann. Langeweile komme nie auf. Gefragt seien vernetztes Denken und kreative und eigenständige Problemlösungen, denn viele Kunden seien nicht daran interessiert, was der eigentliche Grund für ein technisches Problem sei, das sie in die Werkstatt führt. Landmaschinenmechaniker warten und reparieren landwirtschaftliche Maschinen und Geräte: Traktoren, Transportfahrzeuge, Pflüge, Sä- und Erntemaschinen, Heugebläse, Düngerstreuer, Ballenpressen, Motormäher und weitere mehr, oft auch komplexe Hightechgeräte mit elektronischen Steuerungen. Sie beherrschen Techniken wie Bohren, Drehen und Schweissen. Neben Metallen bearbeiten sie auch Kunststoffe. Sie stellen Ersatzteile her und passen Maschinen den Kundenwünschen an. In modern eingerichteten Werkstätten stehen ihnen Maschinensägen, Bohr- und Schleifmaschinen, Schweissanlagen, Drehbänke, Spezialwerkzeuge sowie verschiedene Prüfund Messgeräte zur Verfügung. Häufig beheben sie Störungen und Defekte aber auch direkt am Einsatzort der Maschinen. Vor allem im Sommer und Herbst, wenn geerntet wird, sind sie viel unterwegs. Und wichtig: Sie beachten die Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltschutzvorschriften und rüsten die Maschinen gemäss den gesetzlichen Bestimmungen aus. «Das Spannende an der Arbeit ist das Einkreisen sich stellender Problemfelder und die kreative Lösungsfindung», so Buchmann. Jeder Tag bringe Neues, Überraschendes und Lehrreiches, das mache die grenzenlose Faszination dieses Berufes aus.

Attraktive Weiterbildung Bei ausserordentlichen schulischen Leistungen kann übrigens schon während der Grundbildung die Berufsmaturitätsschule und anschliessend direkt die Fachhochschule besucht werden. Attraktiv sind auch die vielseitigen Weiterbildungsmöglichkei-

Reto Bachmann aus Werthenstein im Entlebuch steht im dritten Lehrjahr als Landmaschinenmechaniker im Betrieb Pius Buch-

mann AG, Landmaschinen & Motorgeräte, in Ruswil. «Am liebsten erledige ich Reparaturen in der Werkstatt. An zweiter Stelle folgt der Einsatz mit dem Servicebus. Da ist man auf sich allein gestellt, und man muss damit rechnen, ins kalte Wasser geworfen zu werden. Man muss sich halt selber zurechtfinden. Eigenständigkeit ist gefragt. Mir gefallen die Vielseitigkeit und die Abwechslung im Beruf. Kein Tag ist wie der andere. Ich bin von der Technik fasziniert. Es gibt so viele Maschinen, in die ich hineinsehen und ihre Funktionen kennenlernen kann. Ich finde es gut, dass knifflige Problemstellungen im Betrieb zuerst gemeinsam besprochen werden, bevor mir oder anderen Mitarbeitern die Arbeit übertragen wird. Ich mag schwierige Problemstellungen, ich kann mich dann richtig hineinknien, bis ich die Lösung gefunden habe. Das ist das Schöne am Beruf Landmaschinenmechaniker: Die wertvollen Lehrjahre und dabei gewonnene Erfahrungen machen es möglich, auch komplexe Probleme zu erkennen und sie zu beseitigen. Mit anderen Worten: Ich kann Kunden glücklich machen.»

«Auf dem Arbeitsmarkt begehrt»

Joel Denzler mit Jahrgang 1996 aus Nänikon ZH hat sich nach der Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker für die zweijährige Weiterbildung zum Diagnosetechniker (früher: Werkstattleiter) entschlossen, die er im Frühjahr 2021 abschliessen wird. Er

arbeitet in demselben Betrieb, in dem er bereits während der Lehre ein Praktikum absolviert hatte, bei der Egli Landmaschinen AG in Oberglatt ZH. «Als Landmaschinenmechaniker hat man das breiteste Spektrum an Maschinen und Geräten. In der Weiterbildung steht die Technik im Vordergrund und nicht Betriebsleitung und Personalführung. Mir gefällt vor allem der praktische Kursteil in Aarberg, in dem auf den theoretischen Grundlagen aufbauend vertieft auf die bestehenden Fahrzeugsysteme, Elektrik, Elektronik, Steuerungen und Reparaturoptionen eingegangen wird. Das geht bis zur Programmierung von Kleinsteuerungen und anderen spannenden Herausforderungen, wie die Fehlersuche in der Elektronik, an Sensoren und Steuergeräten. Es braucht technisches Verständnis für die Zusammenhänge, Mathe-, Computer- und Englischkenntnisse, um beispielsweise Diagnoseprogramme verstehen zu können. Schliesslich profitiere ich mehrfach von dieser Weiterbildung: Der Erfahrungsschatz, die Systemkenntnisse und auch der Lohn steigen, ich bin auf dem Arbeitsmarkt begehrt, und nicht zu unterschätzen sind die Kameradschaft und Kontakte über die Ausbildung hinaus.

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ten. Nach einem Praxisjahr und zwei Jahren fachspezifischer Weiterbildung kann die Berufsprüfung als Diagnosetechniker Landmaschinen mit eidgenössischem Fachausweis abgelegt werden (früher: Werkstattleiter), «dieser ist in jedem Betrieb der fachlich kompetenteste Mann», so Buchmann. Mit einem weiteren Jahr (höhere Fachprüfung) ist noch der Meister mit eidgenössischem Diplom zu erlangen. Die Fachhochschule schliesslich bietet Zugang zu Studiengängen in verwandten Fachgebieten,

wie Bachelor of Science HF in Automobil-, Elektro- oder Maschinentechnik. Die Höhere Fachschule führt auch zum diplomierten Techniker HF Maschinenbau, Metallbau oder Elektrotechnik. Ein äusseres Zeichen des hohen Ausbildungsstandards dank des dualen Bildungssystems der Schweiz ist das jeweils hervorragende Abschneiden der Berufsleute an internationalen Berufswettbewerben wie den WorldSkills und den EuroSkills, an denen junge Berufsleute ihr prak-

tisches Können unter Beweis stellen. Allein an den WorldSkills 2019 im russischen Kazan nahmen über 1350 Teilnehmer aus 63 Nationen in 56 Berufen teil; die Schweizer Delegation gewann insgesamt 16 Medaillen, davon fünf goldene. Der Fachverband Agrotec Suisse veranstaltet seinerseits jährlich die SwissSkills der Landtechnik­ berufe, so Buchmann. Seit 1999 leitet er zusammen mit Ehefrau Luzia den Betrieb mit zehn teils langjährigen Mitarbeitenden, davon drei Lehrlinge.

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Praxis | Plattform

tungen erzielen. Der normale Mähbalken kann durch ein Vorsatz-Mulchgerät ersetzt werden. Dann sinkt zwar die Flächenleistung, aber Zwergsträucher können gezielter vernichtet werden. Die ferngesteuerte Variante entlastet die bedienende Person zwar von körperlicher Schwerarbeit, eine gleichmässige Tiefenführung ist aber schwierig einzuhalten.

Forstmulcher nicht immer erlaubt

Alternativ zum Fingerbalken gibt es für den Motormäher auch Anbau-Mulchgeräte. Bilder: R. Hunger

Weideverbesserung im Alpgebiet Jährlich verbuscht oder verwaldet in der Schweiz ungefähr eine Fläche so gross wie der Walensee. Diesem Thema widmete sich der AGFF-Plantahof-Feldtag 2020. Ruedi Hunger Um der Entwicklung der Verbuschung Einhalt zu gebieten, sind auf vielen Alpen Massnahmen zur Weideverbesserung notwendig. Zudem soll der Sömmerungsbeitrag (Direktzahlung) dazu beitragen, dass die alpine Landschaft bewirtschaftet und damit offengehalten wird.

Fazit dener Kuhrassen (Versuchsresultate von der ETH-Forschungsstation Alp Weissenstein). • L ägerflora. Biologie, mechanische/chemische Bekämpfung, Folgebewirtschaftung und Erfolgsaussichten.

Maschineneinsatz auf der Alp Feldtag auf der Alp Mit «Weidetypen und Weideverbesserung im Alpgebiet» befasste sich der AGFF-Plantahof-Feldtag von Ende Juni auf der Alp «Präz» am Heinzenberg (GR). Referenten der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaues (AGFF), der Forschungsanstalt Agroscope und des Plantahofs in Landquart konnten an vier Posten auf folgende Themenbereiche eingehen: • Weidetypen, Futterwert, Düngung und Kalkung. Erhalt und Aufwertung der Qualität. • Unerwünschte Pflanzen auf Alpen. Bekämpfung, Folgebewirtschaftung und Erfolgsaussichten. • Erlen und Zwergsträucher. Beweiden durch Ziegen, Weideverhalten verschie-

Für dichte und widerstandsfähige Pflanzenbestände kommen Anbau-Mulchgeräte für Traktoren und Zweiachsmäher in Frage. Auch unter schwierigen Bedingungen können damit akzeptable Flächenleistungen erzielt werden. Diesen schweren Maschinen setzen die Bodenoberfläche und die Hangneigung bald einmal eine Einsatzgrenze. Wenn die Verbuschung bereits fortgeschritten und ausgeprägte Horstbildung vorhanden ist, bleibt noch der Forstmulcher. Bei tiefer Einstellung verändert Letzterer das Terrain. Der Einsatz eines Mulchers ist deshalb nicht unter allen Umständen erlaubt. Das bedeutet, dass der Maschineneinsatz zur Weideverbesserung auf Alpen zusammen mit Fachleuten sorgfältig geplant und mit den zuständigen kantonalen Ämtern abzusprechen ist.

Dem Einwachsen von Wiesen und Weiden durch Zwergsträucher folgt die Verbuschung. Später, je nach Höhenlage, werden Bäume wachsen. Damit verliert die Landwirtschaft Produktionsflächen und die Biodiversität nimmt ab. Mechanische Eingriffe mit Mulchgeräten sind möglich, aber bewilligungspflichtig. Erfolge stellen sich nicht von einem Jahr aufs andere ein. Die Sanierung von Alp­ flächen ist ein sich wiederholender und langdauernder Prozess, mit zum Teil ungewissem Ausgang.

Wann ist es überhaupt erlaubt, sinnvoll und möglich, auf Alpen Maschinen zur Weideverbesserung einzusetzen? Bereits der Einsatz der Motorsense ist ein mechanischer Eingriff. Dieser kann auf kleineren Flächen und wenn er frühzeitig gegen unerwünschte Pflanzen erfolgt, durchaus sinn- und wirkungsvoll sein. Mit einem handgeführten Motormäher, der bereits auf auf den meisten Berg­ betrieben vorhanden ist, lassen sich be- Mit Front- oder Heckmulchgeräten werden in befahrbarem Gelände achtliche Flächenleis- beachtliche Flächenleistungen erzielt. 8 2020 Schweizer Landtechnik

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Passion | Youngtimer

Werner Buholzer trägt zu seinem Same «Explorer II 70» allerhöchste Sorge. Bilder: zvg/Dominik Senn

Die «perfekte Gangabstufung» Landwirt Werner Buholzer in Buttisholz LU schätzt an seinem Same «Explorer II 70» die perfekte Gangabstufung dank elektrohydraulischem Halbgang; der Same mit Jahrgang 1991 ist praktisch reparaturfrei. Dominik Senn

Auf 658 Meter über Meer im Weiler Un­ terarig der Gemeinde Buttisholz LU liegt der landwirtschaftliche Mischbetrieb von Werner und Ottilia Buholzer mit unver­ gleichlicher Aussicht ins Entlebuch und ins Napfgebiet. Die Böden sind fruchtbar, schwer und feucht, gut geeignet für Fut­ terbau. Hier halten Buholzers 28 Milchkü­ he und 60 Muttersauen, und auf sechs­ einhalb Hektaren wird hauptsächlich Wei­ zen, Gerste und Mais angebaut, die übrige Fläche besteht aus Kunst- und Natur­wiesen. Dazu wollen an die achtzig Hochstamm-Obstbäume gehegt, ge­ pflegt und abgeerntet werden. Als Vor­ standsmitglied der Viehzuchtgenossen­ 56

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schaft Nottwil lebt Werner Buholzer seine Leidenschaft der Viehzucht aus.

Die Gangabstufung macht‘s Nach der Hofübernahme 1992 schaffte sich Werner Buholzer einen Same «Explo­ rer II 70» mit Jahrgang 1991 an. «Ich kannte ihn, es handelte sich um einen Vorführtraktor, den mir Josef Rüedi in Lit­ tau anbot.» Fortan diente der Same als Haupttraktor für sämtliche Acker- und Futterbauarbeiten. Als einzige Modifikati­ on liess er eine SDF-Fronthydraulik für sein Frontmähwerk anbauen. Das 30erGetriebe hat fünf Gänge in drei Gruppen (30/30) mit Halbgang. «Der 3050 kg

schwere Traktor lässt sich fein schalten. Die mechanische Wendeschaltung ist perfekt. Das Tüpfelchen auf dem ‹i› ist der elektrohydraulische Halbgang, das Schalten unter Last geht problemlos. Beim Ackern, Eggen, Kreiseln und Güllen möchte ich nicht darauf verzichten», sagt Werner Buholzer, der auch die geräumige Kabine schätzt.

Luftgekühlt – Leistungszähler Der 70-PS-Vierzylinder-Dieselmotor von Same ist luftgekühlt; es war ein Marken­ zeichen des italienischen Traktorenher­ stellers. «Er verfügt nicht einmal über eine Temperaturanzeige», berichtet Werner


Youngtimer | Passion

Komfortabler Einstieg, viel Beinfreiheit und eine geräumige Kabine.

Ein kompaktes Gespann von Traktor und Schwader. Seit 2007 verrichtet der «II 70» die leichteren Arbeiten, Güllen, Schwaden, Kreiseln, Düngen usw.

Buhol­zer, «das regelmässige Reinigen des Luftfilters ist deshalb ein Muss.» Und anstelle eines Stundenzählers besitzt der Same einen drehzahlabhängigen Leistungszähler: «Die angezeigten 4500 Leistungs-

stunden können mit dem Faktor 1,7 multipliziert werden, ergibt rund 7650 Betriebsstunden.» Der Landwirt trägt Sorge zu allen Maschinen; unter anderem hat der dreissig Jahre alte Ladewagen Mengele «Garant 330» keine einzige Delle. Auch der Same ist tadellos gewartet. In all den Jahren ist dessen Motor trocken geblieben. Ausser einem Keilriemen und einem Ganghebel musste er bloss einmal die spröde gewordenen O-Ringe bei den Bremsen ersetzen. Sonst gab es keine einzige Reparatur zu machen.

1942 gegründet Das Unternehmen Same «Società Accomandita Motori Endotermici» wurde 1942 von den Brüdern Francesco und Eugenio Cassani in Treviglio (I) gegründet. 1952 kam der «DA 25» mit von Same entwickeltem Allradantrieb, Zweizylinder-Dieselmotor mit 25 PS und einem Hubraum von 2280 cm³, 7 Gängen und einer Höchstgeschwindigkeit von 24,3 km/h auf den Markt. Die Abkürzung DA steht für Diesel Aria, was auf die Luftkühlung hinweist, ein Markenzeichen von Same. 1973 kaufte Same von Ferruccio Lamborghini die Sparte Lamborghini Trattori S.p.A. 1979 wurde die Schweizer Marke Hürlimann dazugekauft und der Name wechselte zu SLH (Same + Lamborghini + Hürlimann). 1983 wurde die Serie Same «Explorer» eingeführt, von denen rund 70 000 Stück hergestellt wurden. Diese Modelle erreichten als erste Traktoren in Italien eine Geschwindigkeit von 40 km/h und waren damals die einzigen, die über ein Allradbremssystem verfügten. 1995 kaufte die SLHGruppe den Geschäftsbereich Land­ maschinen von Klöckner-HumboldtDeutz. Aus Same und einigen anderen Firmen entstand Same Deutz-Fahr. Seit 2015 firmiert die Same Deutz-FahrGruppe als SDF Group. Die Schweizer Niederlassung befindet sich in Schwarzenbach SG.

schafts- und Viehzuchtvirus ergriffen», meint Werner Buholzer voller Vaterstolz, «bei den meisten bäuerlichen Veranstaltungen in der Umgebung sind wir geschlossen und mit Freude dabei.»

10 Jahre Partnerschaft mit Kverneland

Fronthydraulik Im Jahre 2007 entschloss sich Werner Buholzer zum Kauf eines grösseren und stärkeren Traktors. Es musste natürlich ein Same sein, ein «Explorer Classic 95», im Vergleich zum «II 70» ein Schluckspecht, aber nicht minder zuverlässig, meint Werner Buholzer. An diesem montierte er die Fronthydraulik des alten Traktors. Seither verrichtet der «II 70» die leichteren Arbeiten, Güllen, Schwaden, Kreiseln, Düngen usw. Zur Freude der ganzen Familie kam später noch ein Bührer «Tractospeed 465» mit Jahrgang 1976 und 8500 Betriebsstunden auf den Betrieb. Damit lernten die Kinder, zwei Mädchen und zwei Buben, umzugehen und sich auf dem Betrieb nützlich zu machen. Inzwischen ist ein Sohn Landwirt und Agrotechniker HF, der zweite steht vor demselben Abschluss, eine Tochter ist Verwaltungsangestellte bei Braunvieh Schweiz in Zug und die zweite befindet sich derzeit auf einer Kuhalp auf 2000 Meter über Meer in Obersaxen. «Die ganze Familie ist vom Landwirt8 2020 Schweizer Landtechnik

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Sicherheit | Unfallverhütung

Fahrtraining bei nasser Fahrbahn. Das gehört ebenso zum Kurs «Profis fahren besser» wie die Ladungssicherung und das An- und Abkoppeln. Bild: BUL

Bis ans Limit

Kursdaten und Anmeldung

Traktoren kommen manchmal schneller ins Schleudern, als einem lieb ist. Wie man in solchen Situationen richtig reagiert, vermittelt der Fahrkurs «Profis fahren besser». Die BUL bietet den Kurs nun an drei Standorten an. Monika Schindler* Die eigene Fahrtechnik verfeinern, Sicher­ heitsgrenzen erleben und einmal schleu­ dern, ohne sich und andere zu gefähr­ den: Das eintägige Fahrsicherheitstraining «Profis fahren besser» der Beratungs­ stelle für Unfallverhütung in der Land­ wirtschaft (BUL) erlaubt, was man im Stras­senverkehr nicht üben kann. Möglich machen dies die modernen Fahrtrainings­ anlagen der TCS-Zentren in Cossonay VD, Betzholz ZH und Derendingen SO. Erfah­ rene Instruktoren vermitteln hier den Teil­ nehmenden die Fähigkeiten, um ein Fahr­ zeug auch in schwierigen Verhältnissen jederzeit sicher manövrieren zu können. Der Kurs ist sowohl für die CZV-Weiterbil­ dung als auch für die Branchenlösung «agriTOP» anerkannt.

Voll in die Eisen! Sofort anhalten, wenn die Lampe rot aufleuch­tet: was auf trockener Fahrbahn noch einigermassen funktionieren mag, wird auf dem Gleitbelag der Schleuder­ * Monika Schindler ist Fachverantwortliche für das Marketing bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BUL) in Schöftland.

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piste zum Nervenkitzel. Plötzlich steht der Traktor nicht mehr wie erwartet still, son­ dern rutscht unaufhaltsam wie ein Schlit­ ten weiter. Ein kühler Kopf, blitzschnelle Reaktionen und die richtigen Handlungen sind nun gefragt, um das Fahrzeug sicher zum Stehen zu bringen. Die vielen praktischen Übungen des Fahr­ sicherheitstrainings erlauben den Teilneh­ menden, sich genau diese Fähigkeiten an­ zueignen. Nicht nur das sichere Bremsen steht im Zentrum des Kurses, sondern auch Ausweichen und Kurvenfahrten. Er­ gänzt werden die praktischen Übungen durch anschauliche Beispiele zur Fahrphy­ sik. Nur korrekt ausgerüstete und funkti­ onsfähige Traktoren und Anhänger bewe­ gen sich auch sicher im Strassenverkehr. Daher bilden die Fahrzeugvorbereitung, das An- und Abkoppeln sowie die La­ dungssicherung weitere Schwerpunkte des Kurses.

Sinnvolle Action erleben Die Kräfte am eigenen Körper spüren, et­ was Nervenkitzel erleben und schliesslich das Erfolgserlebnis, sein Fahrzeug sicher durch alle Situationen manövriert zu ha­

Centre TCS Cossonay VD Mittwoch, 9. Dezember 2020 Donnerstag, 10. Dezember 2020 Montag, 14. Dezember 2020 Dienstag, 15. Dezember 2020 TCS-Zentrum Betzholz Mittwoch, 6. Januar 2021 Donnerstag, 7. Januar 2021 Samstag, 9. Januar 2021 Montag, 11. Januar 2021 Dienstag, 12. Januar 2021 TCS-Zentrum Derendingen Mittwoch, 20. Januar 2021 Donnerstag, 21. Januar 2021 Freitag, 22. Januar 2021 Samstag, 23. Januar 2021 Dienstag, 26. Januar 2021 Hinweis: Kurse sind CZV-anerkannt. Anmeldung: Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) Tel. +41 62 739 50 40, bul@bul.ch, www.bul.ch – Kurse – Traktorfahrkurse

ben, bereichert die eigenen Fahrkünste nachhaltig. Grosszügige Sponsoren er­ möglichen dieses Erlebnis zu einem güns­ tigen Preis. Ob zur eigenen Weiterbildung, als Ge­ schenk oder als Teamanlass der besonde­ ren Art für Chauffeure des Betriebs – mit einem Fahrsicherheitstraining ist man im­ mer gut unterwegs. Denn: Profis fahren einfach besser.


Vorstand | SVLT

Antenne Romande Philippe Martin (1976) hat Ausbildungen als Mechaniker, Landwirt und Önologe absolviert, war die letzten Jahren vor allem im Weinbau tätig und ist seit 2019 als Lehrer und Berater für Maschinenkunde beim landwirtschaftlichen Bildungszentrum Agrilogie in Grange-Verney VD tätig. Er ist neu Ansprechperson für den SVLT in der Westschweiz und ist unter philippe.martin@agrartechnik.ch oder Telefon +41 21 557 46 46 erreichbar.

Der Vorstand des SVLT hat beschlossen, die Preise für die «G40»-Kurse zu reduzieren. Bild: SVLT

Aktuelles aus Vorstand und Zentralsekretariat Der SVLT-Vorstand hat sich Ende Juni in Riniken zu einer Sitzung getroffen. Die Preise für die «G40»-Kurse werden gesenkt, die Antenne Romande soll aktiviert werden. Roman Engeler

Kurswesen, «G40»-Kurse Aufgrund der guten Auslastung und einer gestrafften Administration der «G40»-Kurse hat der Vorstand beschlossen, die Preise per 1. September 2020 zu senken. Neu betragen die Kurskosten für Verbandsmitglieder und deren Familienangehörige CHF 565 (−15 CHF) und für Nichtmitglieder CHF 610 (−10 CHF). Die «G40»-Kurse des SVLT werden schweiz­ weit angeboten, und dies an allen Kurs­ orten zu identischen Preisen. Die Instruktoren nehmen regelmässig an internen Weiterbildungsveranstaltungen teil und verfügen über eine langjährige Erfahrung im Umgang mit jugendlichen Traktorfahrern.

IT-Umstellung Im Zentralsekretariat wurde im Frühjahr ein neuer Server in Betrieb genommen. Gleichzeitig hat man gewisse System­ erneuerungen im Netzwerk vorgenommen, punktuell einige Endgeräte ersetzt

oder intern verschoben sowie Upgrades bei Programmen durchgeführt. Diese Arbeiten konnten gemäss Plan und innerhalb des definierten Kostenrahmens abgeschlossen werden.

Bodennahe Gülleausbringung Nicht zuletzt aufgrund von Reaktionen seitens einiger Mitglieder wurde Verbandspräsident und Ständerat Werner Salzmann in der Sache «Schleppschlauch-Obligatorium» nochmals aktiv und hat zusammen mit Ständeratskollege Peter Hegglin während der Sommersession eine Motion eingereicht, mit der der Bundesrat aufgefordert wird, die Verordnungen so auszugestalten, dass der Schleppschlaucheinsatz auch nach 2021 durch die Weiterführung von finanziellen Anreizsystemen zielführend gefördert werden kann. Weiter soll das Obligatorium der bodennahen Ausbringung aus der Luftreinhalteverordnung gestrichen werden.

Antenne Romande In Moudon, am landwirtschaftlichen Bildungszentrum Agrilogie in Grange-Verney, unterhält der SVLT seit geraumer Zeit mit der Antenne Romande eine Ansprechstelle für die Verbandsmitglieder aus der Westschweiz. Wurden dort einst noch fleissig Kurse in Schweissen, Reparaturdienst, Haustechnik oder in neuerer Zeit auch PC-Kurse durchgeführt, wurden diese Aktivitäten in jüngster Vergangenheit aufgrund der geringen Nachfrage eingestellt. Seit 2014 besteht die Aufgabe der Antenne Romande vorwiegend darin, für spezifische landtechnische Fragen aus der Romandie eine erste Anlaufstelle zu sein. Nach der Pensionierung von Walter Hofer, ehemaliger Maschinenkundelehrer bei Agrilogie, war die Antenne Romande zwischenzeitlich verwaist. Mit seinem Nachfolger Philippe Martin (siehe Kasten) wurde jetzt diese Antenne Romande wieder neu etabliert. Zusammen mit den Westschweizer Sektionen des SVLT wird man bis im Herbst diese Stelle neu strukturieren und ein entsprechendes Strategiepapier erarbeiten. Vorstand und Mitarbeitende des SVLT heis­ sen Philippe Martin aber bereits jetzt in ihrem Kreis herzlich willkommen. 8 2020 Schweizer Landtechnik

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SVLT | Sektionen

BL

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Theoretische Führerprüfung Kat. F/G

Aktuelles Kursangebot

Der Verband für Landtechnik beider Basel und Umgebung organisiert für Jugendliche, welche im Jahre 2020 14 Jahre alt (Jahrgang 2006) oder älter werden, Vorkurse und Prüfungen für die theoretische Führerprüfung Kat. F/G. Vorkurs: Mittwoch, 4. Nov. 2020 Prüfung: Samstag, 21. Nov. 2020 Durchführung der Vorkurse: 13.30 Uhr, Landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain, Sissach, Kurslokal 3 Durchführung der Prüfungen: 9.00 Uhr, Motorfahrzeugprüfstation (MFP), Münchenstein Kurskosten: Mitglieder CHF 40.– plus Lern-CD CHF 40.–, Nichtmitglieder CHF 80.– plus Lern-CD CHF 40.–. Anmeldung bis spätestens 30 Tage vor Kursbeginn an: Marcel Itin, Hof Leim 261, 4466 Ormalingen, 076 416 27 13, E-Mail: marcelitin@gmx.ch; unbedingt Kurs und Geburtsdatum angeben.

Mofa- und Traktorenprüfung: Die Vorbereitungskurse für die Mofaund Traktorenprüfung finden jeweils an Mittwochnachmittagen statt. Kurskosten inkl. Lernplattform im Internet (Theorie-24-Kärtli): für Mitglieder des Verbands CHF 70.–, für Nichtmitglieder CHF 90.–. Nächste Termine: Mittwoch, 26. August 2020 in Sursee, 13.15–17.30 Uhr Mittwoch, 14. Oktober 2020 in Hochdorf, 13.15–17.30 Uhr Roller- und Autoprüfung: Theorieprüfung online lernen für CHF 29.– Grundkurse für Roller und Motorräder finden jeweils in Büron und Sursee statt. Die Kosten betragen für Mitglieder CHF 300.–, für Nichtmitglieder CHF 320.–. Nächste Termine: Kurs 606: jeweils Samstag, 22./29. August 2020, 7.30–11.30 Uhr Kurs 607: jeweils Samstag, 10./17. Oktober 2020, 12.00–16.00 Uhr Verkehrskundeunterricht in Sursee, Schüpfheim und Hochdorf: für Mitglieder CHF 220.–, für Nichtmitglieder CHF 240.– Kurs Nr. 404: Montag/Dienstag: 24.8./25.8./31.8./1.9.2020, 19.00–21.00 Uhr, im Pfarreiheim Sursee Die Kurse werden nur bei genügender Teilnehmerzahl durchgeführt. Kombipaket für Rollerfahrer nochmals günstiger als zum Einzelpreis. Theorie online lernen / Grundkurs 1 und 2 (8 Lektionen) / VKU (4 × 2 Lek­ tionen): für Mitglieder CHF 539.–, für Nichtmitglieder CHF 579.– Der Lastwagentheoriekurs dauert 32 Lektionen. Der nächste Intensivkurs beginnt voraussichtlich am 21. August bzw. 25. September 2020 in Luzern. Infos und Anmeldung (Änderungen, z. B. Kursort, -inhalt, -preis, -zeit, bleiben vorbehalten): LVLT-Fahrschule, Sennweidstrasse 35, 6276 Hohenrain, Tel. 041 467 39 02, Fax 041 460 49 01, info@lvlt.ch

FR Kampagne Verkehrssicherheit 2020 Bremssystemprüfungen an Anhängern jeder Art, 30 oder 40 km/h, werden mit einem Betrag von CHF 50.– pro Achse unterstützt. Die Liste der Fachbetriebe für Anhängerbremsen finden Sie unter agrotecsuisse.ch. Neuregistrierungen 40 km/h: Um die Landwirte zu ermutigen, ihre Anhänger für 40 km/h zuzulassen, unterstützen wir alle Neuzulassungen mit einem Betrag von CHF 50.– pro Achse. Dies gilt für alle Erstregistrierungen. Installation von Frontkamera- und Monitorsystemen – neu im Jahr 2020: Wir schenken CHF 100.– für jede Anschaffung eines zugelassenen Frontkamera- und Monitorsystems. Für all diese Anträge müssen Sie lediglich eine Kopie der Rechnung für die Tests und den Kauf einer Kamera sowie bei Neuanmeldungen eine Kopie des Fahrzeugausweises an folgende Adresse schicken: AFETA/FVLT, Samuel Reinhard, Rte de Grangeneuve 31, 1725 Posieux

Flurbegehung Grasland-Tiefenlockerer Die Landwirtschaftsschule Grangeneuve und der Freiburger Verband für Landtechnik FVLT untersuchen derzeit den Einsatz von Grasland-Tiefenlockerern im Nitratschutzgebiet Galmacher auf dem Land der BG Herren + Kramer in Lurtigen FR. Öffentlich vorgestellt wird der Versuch an einer Abend-Flurbegehung in Lurtigen am 15. September 2020, 18 Uhr.

JU Spritzentests 2020 Infolge Covid-19 beschloss der Vorstand der Sektion JU/BJ die für den 14. bis 18. September 2020 in Saignelégier geplanten Tests beizubehalten. Die für April 2020 geplanten, aber abgesagten Tests in Ajoie und im Vallée werden auf Anfang November 2020 verschoben. Die betroffenen Landwirte werden per Post benachrichtigt, um sie über die genauen Daten und Orte zu informieren.

TI Wechsel in der Geschäftsführung Per 1. August 2020 wird Frau Carolina Pedretti die Nachfolge in der Geschäftsführung von Claudio Buzzi antreten. Die Kontaktdaten bleiben die gleichen, E-Mail neu aseta@agriticino.ch.

TG Theoriekurse Kategorie M/G im Jahr 2020 Die Prüfungen müssen auf dem Strassenverkehrsamt in Frauenfeld und Amriswil oder Kreuzlingen abgelegt werden. Mofa Kat. M frühestens 1 Monat vor dem 14. Geburtstag, Traktor Kat. G bis 30 km/h frühestens 1 Jahr vor dem 14. Geburtstag. Durchgeführt werden die Kurse am Samstagvormittag und Mittwochnachmittag. In den Kurskosten ist eine Lern-CD mit Original-Prüfungsfragen der asa enthalten. Gesuchsformulare können bei jedem Polizeiposten oder beim Strassenverkehrsamt in Frauenfeld und Amriswil bezogen werden. Nr.

Kursort

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Bürglen Amriswil Friltschen

GV auf März 2021 verschoben Nach der Covid-19-Pandemie und der daraus resultierenden Ausnahmesituation beschloss der Ausschuss der Sektion JU/JB, die Generalversammlung 2020 zu verschieben. Die Traktanden werden der GV, die Anfang März 2021 stattfinden wird, vorgelegt.

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Kurs M/G Kurs M/G Samstag Mittwoch 8.30–11.30 Uhr 13.30–16.30 Uhr (Mi-Nachmittag (Sa-Vormittag 13.30–16.30 Uhr) 8.30–11.30 Uhr) Samstag, 22.8.2020 Samstag, 5.9.2020 Samstag, 24.10.2020 Samstag, 7.11.2020 Samstag, 5.12.2020 Mittwoch, 16.12.2020


Sektionen | SVLT

Kosten: Fr. 70.– für Jugendliche von Mitgliedern des VTL/Landtechnik, inkl. Lern-CD mit Original-Prüfungsfragen, Fr. 90.– für Nichtmitglieder, inkl. Lern-CD mit Original-Prüfungsfragen. Die Aufwendungen des Stras­senverkehrsamtes werden separat in Rechnung gestellt. Ausgefüllten Talon einsenden an: VTL\Landtechnik, Markus Koller, Weierhofstras­ se 9, 9542 Münchwilen.

In Gedenken an Fredy Moser Fredy Moser war einige Jahre im Vorstand vom Thurgauer Verband Landtechnik, bevor er im Jahr 2000 die Geschäftsführung zusammen mit seiner Frau Maya übernahm. In dieser Tätigkeit blühte Fredy förmlich auf, ihm war keine Arbeit zu viel. So organisierte er Fachexkursionen, rekognoszierte und begleitete diverse Fachreisen ins Ausland, führte Spritzentests durch, organisierte und erteilte Kurse für die Traktorenprüfungsvorbereitung und vieles mehr. Auch stand er der praktischen Landwirtschaft mit Rat und Tat bei Fragen rund um den sicheren Strassenverkehr und bei Neuanschaffungen von Maschinen zur Seite. Er führte auf vielen Thurgauer Höfen die Maschinenschätzung zur Hofübergabe durch. Fredy unterstützte den Vorstand auch bei der Fusion mit dem Bauernverband und brachte seine Gedanken dazu ein. 2012 übergaben Fredy und Maya die Geschäftsführung an Markus und Barbara Koller. Als Dank für die gute Zusammen­ arbeit mit dem SVLT wurde Fredy 2013 an der DV in Genf zum Ehrenmitglied ernannt. Nach der Geschäftsführertätigkeit war Fredy bis Mitte 2015 noch für die Organisation der Reisen im Vorstand tätig. Im August 2015 trat er dann aus dem Vorstand der Kommission Landtechnik aus. Wir nahmen Fredy als loyalen und pflichtbewussten Vorstandskollegen wahr und konnten auch viel von seiner Erfahrung profitieren. Wir verlieren in ihm einen guten Freund und Kollegen. Kommission Landtechnik, Rolf Kuhn und Karl Vetterli

Neu St. Johann, Klostergebäude Sa, 26. Sep 20 Kaltbrunn Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn 28. Okt 20 Widnau, Rest. Rosengarten Mi, 04. Nov 20 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA 09. Dez 20 Wangs, Parkhotel Sa, 07. Nov 20 Wangs, Parkhotel/StVA Mels 02. Dez 20 Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 14. Nov 20 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 23. Dez 20 Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 25. Nov 20 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn 16. Dez 20

Theoriekurse Kategorie F/G Im Theoriekurs Kat. F/G werden die Grundlagen aufgezeigt und erklärt. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km/h. Siehe auch www.fahrkurse.ch

AG Kontakt: Yvonne Vögeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch (auch kurzfristige Anmeldungen möglich) BL, BS Kontakt: Marcel Itin, 076 416 27 13, marcelitin@gmx.ch BE Kontakt: Peter Gerber, 031 879 17 45, Hardhof 633, 3054 Schüpfen, www.bvlt.ch FR Kontakt: FVLT, Samuel Reinhard, Route de Grangeneuve 31, 1725 Posieux, samuel.reinhard@fr.ch, 026 305 58 49 GR Kursorte: Landquart, Ilanz, Thusis, Scuol, Samedan Kontakt: Luzia Föhn, 081 322 26 43, 7302 Landquart, foehn@ilnet.ch, www.svlt-gr.ch NE

SG

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Traktoren-Theoriekurs mit Prüfung 2020 Kursleiter ist Hans Popp, Karrersholz 963, 9323 Steinach Kursort 1. Kurstag 2. Kurstag + Prüfung Nachmittag Mittwoch nachmittag Wangs, Parkhotel Sa, 15. Aug 20 Wangs, Parkhotel/StVA Mels 09. Sep 20 Trogen Mi, 19. Aug 20 Trogen / Trogen StVA Trogen 16. Sep 20

Kontakt: M. Bernard Tschanz, Chemin du Biolet, 2042 Valangin, bernardtschanz@net2000.ch GL Kontakt: Hans Popp, 071 845 12 40, Karrersholz 963, 9323 Steinach, hanspopp@bluewin.ch SH Kontakt: VLT-SH, Geschäftsstelle, Adrian Hug, Schüppelstrasse 16, 8263 Buch, 079 395 41 17, www.vlt-sh.ch SO Kontakt: Beat Ochsenbein, 032 614 44 57, ochsebeis@bluewin.ch SZ, UR Kontakt: Florian Kälin, Geschäftsstelle VLT Schwyz und Uri, 055 412 68 63, 079 689 81 87, info@glarnernbeef.ch TG Kontakt: VTL/Landtechnik, Markus Koller, 071 966 22 43, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen VD

Mosnang, Oberstufenzentrum Sa, 29. Aug 20 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 30. Sep 20

Kursort: Oulens-sous-Echallens; Kontakt: ASETA – Section vaudoise, Virginie Bugnon, Chemin de Bon-Boccard, 1162 Saint-Prex, v.bugnon@bluewin.ch

Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 02. Sep 20 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA 23. Sep 20

Kontakt: Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch

St. Peterzell, Schulhaus Sa, 19. Sep 20 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 21. Okt 20

Kursorte: Strickhof, Lindau. Kontakt: SVLT ZH, 058 105 98 22, Eschikon 21, Postfach, 8315 Lindau, www.svlt-zh.ch

ZG

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SVLT | Porträt

Glückspilz Die 25-jährige Landwirtin Amanda Bösch aus dem thurgauischen Hohentannen ist tierliebend und versteht eine Menge von Viehhaltung. Das verdankt sie Vater Hans Bösch, der Viehhändler ist. «Ich spielte kurz mit dem Gedanken, in seine Fussstapfen zu treten, verwarf die Idee aber schnell wieder, denn ich kann meine Tiere nicht mehr hergeben, wenn sie mir einmal ans Herz gewachsen sind», sagt sie. Das ging so weit, dass sie ein zu früh geborenes Kalb, Maria mit Namen, gegen alle Widerstände aufpäppelte. Heute folgt ihr Maria wie ein Hofhund auf Schritt und Tritt und entwickelt sich prächtig. So lernte die Detailhandelsangestellte als Zweitberuf Landwirtin, mit Abschluss 2018. «Meine Eltern in Sitterdorf waren begeistert ob dieser Berufswahl, hätten sie doch gerne selber Landwirtschaft betrieben», sagt sie. Ein Jahr lang arbeitete sie bei der Vianco in Kradolf und half hier und dort als Melkerin aus, unter anderem beim Nachbarn Hansueli Gsell in Sitterdorf. Dann geschah das für sie heute noch fast Unfassbare, ein Glücksfall: Gsell habe eines Tages nach dem Melken zu ihr gesagt, ihr lägen die Tiere offensichtlich besser als ihm. Ob sie nicht den ganzen Hof in Pacht übernehmen wolle, wenn er das Wohnrecht behielte und sie die Tierhaltung nicht aufgebe? Es seien 23 ha, davon 8 ha Ackerland, mit 28 Milchkühen und 160 Hochstamm-Mostobstbäumen. «Ich war tagelang ausser mir, die Emotionen gingen hoch, und auch die Eltern und Geschwister waren ganz aus dem Häuschen, als sie das erfuhren», erzählt Amanda Bösch. Dann ging alles schnell: Dank der Starthilfe der Thurgauer Genossenschaft für landwirtschaftliche Investitionskredite und Betriebshilfe (GLIB) und einem Vorerbe-Bezug konnte die Pacht­übernahme auf den 1. Januar 2020 erfolgreich in die Wege geleitet werden. «Mir half auch der Umstand, dass die Eltern und Geschwister versprachen, auf dem Betrieb mitzuhelfen.» Seither besorgt sie eigenständig den Acker- und Futterbau, das Düngen und Ernten. Bloss das Dreschen, Säen und den Pflanzenschutz tritt sie Lohnunternehmern aus der Region ab. In Eigeninitiative hat sie sich noch sieben Ammenkühe zugekauft. «Das Kalbfleisch-Label Natura-Veal von Coop findet am Markt guten Absatz. Überdies mäste ich nur betriebsintern geborene Kälber aus, was nebenbei auch den Krankheitsdruck mindert. Und ich kann das Milchkontingent besser kontrollieren. Insgesamt erziele ich eine nicht unbedeutende Wertschöpfung», sagt sie. Amanda Bösch hat mit Köpfchen und Zielstrebigkeit inzwischen auch die letzten Zweifler ihrer Fähigkeiten eines Besseren belehrt. Einen grossen Wunsch hat sie noch: Eigene Kinder auf dem Hof aufwachsen zu sehen. Aufgezeichnet von Dominik Senn

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Kurse | SVLT

Aus- und Weiterbildungskurse des SVLT Neu: Drohnenkurse

«G40»-Fahrkurse Mit dem Führerausweis der Kategorie «G» und erfolgreich absolviertem Fahrkurs «G40» können Landwirtschaftstraktoren und landwirtschaftliche Ausnahmefahrzeuge sowie gewerblich immatrikulierte Traktoren mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 40 km/h auf landwirtschaftlichen Fahrten gelenkt werden. Der Traktorfahrkurs «G40» des SVLT ist vom Bundesamt für Strassen (ASTRA) anerkannt und wird im Führerausweis eingetragen. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder auf www.fahrkurse.ch. Auf diesen Seiten finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

CZV-Weiterbildungskurse Kursort: Riniken AG

Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Schweisskurse Kursort: Riniken AG Das Kursangebot richtet sich an: Anfänger, die das Basiswissen in Schweisstechnik erwerben möchten, sowie an Fortgeschrittene, die ihr Know-how auffrischen und vertiefen möchten, aber auch an handwerklich interessierte Personen und Fachleute. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Auf diesen Seiten finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Obligatorische Weiterbildung für LKW-Fahrer. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Neu: Ecodrive-Fahrkurse Spritsparendes Fahren mit Landwirtschaftsfahrzeugen. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch

«agriLIFT»-Staplerkurse In zwei Tagen werden die Module «Basis», «R1» (Gegengewichtsstapler) und «R4» (Teleskoplader) gemäss EKAS 6518 in theoretischen und praktischen Sequenzen behandelt. Diese Ausbildung ist Suva-auditiert und CZV-anerkannt. Anmeldung: www.bul.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Informationen und Auskünfte zu den Kursen www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch, Tel. 056 462 32 00 oder zs@agrartechnik.ch  Impressum 82. Jahrgang www.agrartechnik.ch Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik SVLT Ständerat Werner Salzmann, Präsident Dr. Roman Engeler, Direktor Redaktion Tel. 056 462 32 00 Roman Engeler: roman.engeler@agrartechnik.ch Heinz Röthlisberger: heinz.roethlisberger@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 www.agrartechnik.ch

Verlagsleitung Dr. Roman Engeler Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 079 207 84 29 roman.engeler@agrartechnik.ch Inserate/Anzeigen Alex Reimann Anzeigen-Verkauf Tel. 062 877 18 50 / 079 607 46 59 inserate@agrartechnik.ch Anzeigentarif Es gilt der Tarif 2020. Kombinationsrabatt bei gleichzeitiger Erscheinung in «Technique Agricole» Herstellung und Spedition AVD GOLDACH AG, Sulzstrasse 10–12, 9403 Goldach Erscheinungsweise 11-mal jährlich

Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 110.– (inkl. MwSt.), für SVLT-Mitglieder gratis Ausland: CHF 135.– (exkl. MwSt.)

Nächste Ausgabe Schwerpunkt «Berglandwirtschaft – Technik für steile Hänge» Die Grünland-Technik entwickelt sich auch im Alpenraum, Precision Farming, Digitalisierung oder alternative Antriebe sind auch in Hanglagen längst keine Fremdwörter mehr. Nr. 9/2020 erscheint am 17.9.2020 Redaktionsschluss: 31.8.2020 Anzeigenschluss: 7.9.2020

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