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Mittwoch, 12. Juli 2017 Helmut List Halle, 19 Uhr

Nurejew.SOAP

Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840–1893) Dornröschen (Walzer) für Klaviertrio bearbeitet von Aleksandr Schaefer (1866–1914) Allegro (Tempo di Valse) Lesung: Er kam, er sah, er siegte ... Adolphe Adam (1803–1856) Pas de deux aus „Giselle“ arrangiert für Viola und Klavier Andante Lesung: Der Ort war keine der berühmten Bühnen Wiens ... Aram Chatschaturjan (1903–1978) Trio für Klarinette, Violine und Klavier 1. Satz: Andante con dolore, molt’ espressione


Lesung: Nurejew hat mir auch später sehr oft von seiner Kindheit erzählt, ... Pjotr Iljitsch Tschaikowski Potpourri aus Dornröschen für Violine und Klavier Le Sommeil (Der Schlaf) – Entrée des Fées (Eintreten der Feen) – Tempo de Valse – Miettes qui tombent (Herabfallende Brösel) – Fleur de Farine (Weizenmehl) – Canari qui chante (Der singende Kanarienvogel) Lesung: Mythos Nurejew, Mythos „Westen“ ... Pjotr Iljitsch Tschaikowski Potpourri aus Dornröschen für Violine und Klavier Variation d’Aurore (Variation der Aurora) – Carabosse paraît (Die böse Fee Carabosse erscheint) – Le Chat botte et la Chatté blanche (Der gestiefelte Kater und die weiße Katze) – Chaperon rouge et le Loup (Rotkäppchen und der Wolf) – Scène d’Aurore et de Désiré (Szene Aurora und Désiré) Lesung: Wien, am Ende der Siebzigerjahre ... Sergej Prokofjew (1891–1953) Flötensonate in D, op. 94 1. Satz: Moderato

Sergej Prokofjew Ouvertüre über Hebräische Themen, op. 34 Un poco allegro Lesung: Als Rudolf Nurejew am 16. Juni 1961 ... Dmitri Schostakowitsch (1906–1975) Streichquartett Nr. 8 in c, op. 110 2. Satz: Allegro molto 3. Satz: Allegretto Lesung: „Da gibt es kein Tanzen, keine Sprünge mehr ...“ Claude Debussy (1862–1918) Prélude à l’après-midi d’un faune Fassung für Streichquintett, Flöte, Oboe, Klarinette, Harmonium, Klavier und antike Zimbeln von Benno Sachs (1894–1920) zum Film: „Nureyev and the Joffrey Ballet in Tribute to ­Nijinsky“ (1980, Editor: Thirteen/WNET in association with the BBC; ­Recording: Thirteen/WNET in association with the BBC)


Modus 21: Saskia Roczek, Violine Verena Nothegger, Violine Johannes Pennetzdorfer, Viola Stefanie Huber, Violoncello Angelica Martinez, Kontrabass Raimund Weichenberger, Flöte Paco Cañabate Rabell, Oboe Alexander Muhr, Klarinette Doris Lindner, Klavier Chie Ishimoto, Klavier & Harmonium Lea Priemetzhofer, Schlagwerk

Patronanz:

Konzertdauer: Erster Konzertteil: ca. 50 Minuten Pause: ca. 30 Minuten Zweiter Konzertteil: ca. 40 Minuten

Hörfunk: Dienstag, 22. August, 19.30 Uhr, Ö1

Dirigent: Erich Polz Gregor Seberg, Lesung Conférencier: David Hobelleitner Übertitelsteuerung: Marie Huber Filmteam: Produktion, Kamera: Roland Renner / reziprok Technische Leitung: Johannes Trummer / TrueTV Bildtechnik: Alois Trummer Bildregie: Martin Steffens Kamera: Paul Pichler Musikalische Assistenz: Gertraud Heigl Zusammenstellung von Text und Musik: Karl Böhmer Die gelesenen Texte stammen aus: Gerhard Brunner: „Wer sonst, wenn nicht ich? Erinnerungen an Rudolf Nurejew, NZZ, 6.1.2003 Gerhard Brunner: Jahrhundert-Tänzer, von nahem ­gesehen, NZZ, 28.2.2009

„Du lebst, weil du tanzt, du lebst, so lange du tanzt“ Nureyev hatte schon lange Vorsorge getroffen, was aus seinem Hab und Gut und aus seinem Andenken nach dem letzten Vorhangfall einmal werden sollte. Unter dem Namen „The Ballet Promotion Foundation“ hat er 1975 seine erste Stiftung ­eingerichtet. 1994 wurde diese in „Rudolf Nureyev Foundation“ umbenannt. Sie unterstützt eine Vielzahl an Organisationen in den Bereichen Unterrichten, Produktion, Förderung und medizinische Forschung. Die styriarte bedankt sich bei der Rudolf Nureyev Foundation – im Besonderen bei der Archivarin, Frau Rosalind Bentley – sehr herzlich. Nur durch ihr Einwirken war es möglich, die Rechte für das Abspielen des Films zu „L’après-midi d’un faune“ zugestanden zu bekommen.


Nurejew.SOAP

Zum Programm

Nach Ginger Rogers und Fred Astaire zollen

Österreicher Nurejew

die styriarte.SOAPs noch einer weiteren Tanzlegende des 20. Jahrhunderts ihren ­Tribut: Rudolf Nurejew. Der Russe vom Ural, der die Rolle des Solotänzers im Ballett ein für alle Mal revolutionierte, war eine so schillernde Erscheinung, dass ein Abend aus gelesenen Texten und Kammermusik kaum hinreicht, ihn zu erfassen. Doch der Lesetext stammt von Gerhard Brunner, ­ einem seiner engsten Freunde, die Musik aus jenen Balletten, denen Nurejew seinen virilen Stempel aufdrückte. Und am Ende

Als Rudolf Nurejew am 6. Januar 1993 in der Nähe von Paris starb, war er Österreicher. Gerhard Brunner, der langjährige Ballettdirektor der Wiener Staatsoper und spätere Intendant der Grazer Oper, hatte diese Einbürgerung 1982 eingefädelt – für einen Staatenlosen, der damals schon seit 21 Jahren ohne Pass einer europäischen Nation durch die Welt reiste, um das Ballettpublikum zu verzaubern. Seit jenem Junitag des Jahres 1961, an dem er vor den Augen des KGB französische Gendarmen um Asyl bat, war er zuhause ein Geächteter und im Westen ein Star. Erst verfolgte ihn das Blitzlichtgewitter der Reporter, die in seiner Flucht einen Triumph des Westens sahen. Dann waren es die Ballettkritiker, die sich überschlugen, um das Phänomen Nurejew zu beschreiben. Das Publikum lag ihm von Anfang an zu Füßen, seit er bei den Weltjugendfestspielen 1959 in Wien debütiert hatte. Später war er dem Wiener Opernballett über Jahrzehnte verbunden. Von 1964 bis 1988 tanzte er an der Wiener Staatsoper. In der Tat: Rudolf Nurejew war ein Österreicher, wenn er auch im Herzen sein Leben lang Russe blieb, oder besser: Tatare. Der Österreicher, der ihn am besten kannte, hat auch den schönsten Text über ihn geschrieben: Gerhard Brunner. Zum zehnten Todestag, dem 6. Januar 2003, veröffentlichte die „Neue Zürcher Zeitung“ Brunners Erinnerungen an Nurejew „Wer sonst, wenn nicht ich?“ Dieser Text bildet die Grund­lage unserer Lesung.

ist er auch selbst zu sehen: als Faun im

Tänzer Nurejew

Film zur live gespielten Musik von Debussy.

Wie soll man einen wie ihn beschreiben? Seine sagenhaft hohen und weiten Sprünge, an deren höchstem Punkt er die


Bewegung gleichsam umzukehren schien; seine fanatische Ausdauer, die den Ballettsaal zum eigentlichen Mittelpunkt seines Lebens machte; seinen athletischen Stil, der den Ballett-Helden von einst die edle Blässe aus den Bewegungen trieb. Der Albrecht in „Giselle“, der Prinz in „Dornröschen“, Siegfried im „Schwanensee“ und Konrad im „Korsar“ wurden durch Rudolf Nurejew zu kraftvollen Erscheinungen verwandelt, die ihr Licht nicht mehr unter den Scheffel der Prima Ballerina stellten. Auch dadurch wurde Margot Fonteyn für ihn zur idealen Partnerin. Der junge Draufgänger, der einst Natalia Dudinskaja so wild durch die Luft gewirbelt hatte, dass es den Klassizisten des Kirow Balletts schwindlig wurde, hätte neben einem jungen Ding aus dem Westen keine gute Figur gemacht. Die alternde Prima Ballerina Assoluta des „Royal Ballet“ dagegen war der perfekte Kontrast zu ihm, dem Unkontrollierbaren. Hier ein junger Vulkan vom Ural, dort eine ruhige Wassernymphe von den britischen Inseln. Er ein Egomane mit der Aura des Tataren und ein sexuell hyperpotenter Single, sie eine distinguierte „Dame“ des „Order of the British Empire“ und Ehefrau eines Diplomaten aus Panama. Zwischen den beiden klaffte ein Altersunterschied von 19 Jahren, was im gnadenlosen „Jugendwahn“ der Ballettszene normalerweise ein Ding der Unmöglichkeit ist. Und doch hob der 23-Jährige die 42-Jährige an jenem Februarabend des Jahres 1962, als sie zum ersten Mal zusammen „Giselle“ tanzten, so hoch über alle Konkurrentinnen hinaus, dass sie 23 Mal vor den Vorhang von Covent Garden geklatscht wurden. Ein Traumpaar des Tanzes war geboren, kaum weniger glamourös als „Ginger and Fred“. Es ist so viel über Nurejew geschrieben worden, den unvergleichlichen Gott des Tanzes, dass man vielleicht doch noch einmal an die Göttin an seiner Seite erinnern muss. Was wäre aus dem blassen jungen Russen geworden, wenn er sich in Paris und London alleine hätte durchschlagen müssen, vor

allem in der Anfangszeit, als der KGB ihm drohte, seine Beine zu brechen und sich fast alle Tickets für seine Pariser Vorstellungen kaufte, um sie zu stören. Margot Fonteyn war einer seiner Rettungsanker, der andere war der dänische Tänzer Erik Bruhn, sein langjähriger Lebenspartner. All dies wird übrigens von Gerhard Brunner beschrieben, und viel sensibler, als es diese Zeilen vermögen.

Nurejews Musik Die Musik des Rudolf Nurejew war die Musik seiner Ballette, und da Ballettmusiken immer nur dann zur vollen Wirkung gelangen, wenn dazu auch getanzt wird, erklingen in unserer SOAP bewusst kammermusikalische Auszüge, virtuose Ballett-Paraphrasen aus dem späten 19. Jahrhundert und russische Kammermusikwerke der Jahre 1919 bis 1960. Natürlich macht der Walzer aus „Dornröschen“ den Anfang. Jenes dritte der drei großen Tschaikowski-Ballette, das sein Schöpfer besonders liebte, war fast vergessen, als Nurejew es aus der Versenkung holte und tänzerisch zur Wiederauferstehung führte. Daran erinnert im ersten Teil auch ein virtuoses „Potpourri“ aus „Dornröschen“ für Violine und Klavier. „Giselle“ darf genauso wenig fehlen, in Erinnerung an den Beginn seiner Partnerschaft mit Margot Fonteyn, aber auch an jene grausame Tournee durch die DDR, die ihm seine ­Sowjet-Erzieher verordneten, weil er so unbotmäßig war. Also fand er sich in kleinen Sälen mitten in Thüringen wieder, wo er nur zu schauriger Klavierbegleitung den Albrecht aus ­„Giselle“ tanzen musste. Ein Satz aus dem Trio für Klarinette, Violine und Klavier von Aram Chachaturjan lässt den musikalischen Zauber aus den östlichen Sowjetrepubliken in den Saal wehen, aus der fernen Heimat des jungen „Rudik“, der in Ufa am Ural aufwuchs und


lebenslang stolz darauf war, dass das „Blut der Tataren“ in seinen Adern „kochte“. Zum Schluss des ersten Teils erklingt der erste Satz aus Sergej Prokofjews schöner Flötensonate in der strahlenden ­Tonart D-Dur. Sie entstand mitten im Zweiten Weltkrieg 1943, als Rudolf Nurejew fünf Jahre alt war und in dessen Heimat: am Ural. Prokofjew war nach Perm evakuiert worden, „an die bewaldeten Ufer der Kama, eines der größten Nebenflüsse der Wolga“. In der Uralstadt mit ihrem viel zu kleinen Theater hatte sich das Ensemble des Kirow-Theaters notdürftig einrichten müssen, und wieder einmal komponierte Prokofjew für die virtuosen Tänzer eine Ballettmusik („Cinderella“). Vielleicht inspiriert vom zauberhaften Sujet des Balletts, entstand die Flötensonate, die schon im Dezember 1943 von Swjatoslaw Richter am Klavier und dem Flötisten Charkowski in Moskau uraufgeführt wurde. Der erste Satz lässt in seiner tänzerischen Grazie nichts von den Schrecken des Krieges erahnen. Im zweiten Teil des Konzerts werden die Klänge ernster, denn es geht um Nurejews Anfänge in der Sowjetunion des „Kalten Krieges“. Dafür stehen Prokofjews „Ouvertüre über hebräische Themen“ und zwei Sätze aus dem erschütternden Achten Streichquartett von Schostakowitsch. 1919 traf Prokofjew in New York sechs Absolventen des St. Petersburger Konservatoriums, die sich zu einem Ensemble mit dem Namen „Simro“ zusammengeschlossen hatten. Der Bitte um ein Werk für die Sextettbesetzung mit Klarinette, Streichquartett und Klavier kam der Komponist erst zögernd nach, zumal die Musiker ihm ein Heft mit hebräischen Liedern als Material vorgelegt hatten. Prokofjew lehnte die Verwendung von Folklore normalerweise ab. Unwillkürlich jedoch nahm ihn der Zauber der jüdischen Musik gefangen: „Eines Abends blätterte ich dieses Heft einmal durch, suchte einige schöne Themen heraus, begann am Flügel zu improvisieren und bemerkte

plötzlich, dass unversehens einige Passagen ausgearbeitet waren und sich zusammenfügten. Um sie in ihre definitive Form zu bringen, brauchte es noch zehn Tage.“ Die kammermusikalische Urfassung, die er später für kleines Orchester bearbeitete, nimmt den Zauber heutiger Klezmer-Musik vorweg. Schostakowitsch schrieb sein achtes Quartett 1960 in der Nähe von Dresden. Er hielt sich dort zu Dreharbeiten für den sowjetischen Film „Fünf Tage und fünf Nächte“ auf, der die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg dokumentieren sollte. Die Interviews mit Augenzeugen erschütterten ihn so tief, dass er in nur drei Tagen das Quartett schrieb und es den Opfern des Krieges und des Faschismus widmete. Das Stück ist ein Schlüsselwerk des Antifaschisten Schostakowitsch. Es enthält eine Fülle von Zitaten aus früheren Werken (1. und 5. Symphonie, 2. Klaviertrio, 1. Cellokonzert, Lady Macbeth von Mzensk). Außerdem liegt allen Sätzen als Motto ein Motiv zugrunde, das aus den Initialen des Komponisten gebildet ist: D(E)S C H. Äußerste Klanghärten prägen den zweiten Satz. Sie sind unschwer als Metaphern für faschistische Gewalt zu verstehen: Im Lauf des Satzes werden alle Themen des ersten, einschließlich des Mottos, brutal entstellt. Nur ein jüdischer Klagegesang aus dem Finale des e-Moll Klaviertrios scheint zu protestieren. Im dritten Satz wird das Namensmotto im Stile eines Mahler’schen Scherzos verwandelt – in einen ironischen Walzer voller Banalitäten. Wieder setzt der Mittelteil einen atmosphärischen Kontrast: Chromatische Läufe in Quintparallelen wehen über eine Cellomelodie hinweg.

Nurejew als Faun im Film Auf der Leinwand ist Nurejew in passenden und unpassenden Rollen aufgetreten. Als Valentino war er einigermaßen über-


zeugend, doch dem Tänzer konnte der Schauspieler nie das Wasser reichen. Der Faun war und blieb seine Lieblingsrolle, ob auf der Bühne oder im Film. Ob DVDs überhaupt dazu taugen, die Bühnenpräsenz des Tänzers Nurejew einzufangen, kann unser Publikum heute Abend mit eigenen Augen überprüfen: Seine filmische Nacherzählung von Nijinskis berühmter Interpretation des Fauns ist im Film festgehalten worden: Nurejew tanzt Nijinski, der Debussy tanzt. Durch zähes Verhandeln hat das Festivalbüro erreicht, dass dieser Zehn-Minuten-Film hier gezeigt werden kann. Dazu spielen die Musiker live das „Prélude à l’après-midi d’un faune“, natürlich nicht in Debussys Originalinstrumentierung, sondern in jener reduzierten Fassung, die für Schönbergs Wiener „Verein für musikalische Privataufführungen“ entstanden ist. Zu Debussy hatte Schönberg eigentlich ein gespaltenes Verhältnis. Einerseits verurteilte er scharf die antideutsche Propaganda des Franzosen („Während es Debussy wohl gelang, die romanischen und slawischen Völker zum Kampf gegen Wagner aufzurufen, war es ihm versagt, sich selbst von Wagner zu befreien“), andererseits rühmte er Debussys Verdienste um die Erneuerung des modernen Orchesterklangs. Der zweite Aspekt führte zur Bearbeitung des „Prélude à l’après-­ midi d’un faune“. Debussys erster großer Erfolg als Sinfoniker wurde 1894 in der „Société nationale“ in Paris uraufgeführt und war bis zum Zeitpunkt der Wiener Bearbeitung schon in aller Welt bekannt geworden. Wenn das Stück in Wien dennoch aufs Programm gesetzt wurde, so zweifellos wegen seiner Bedeutung für die Musik der Jahrhundertwende. Inhaltlich ist es, wie Heinrich Strobel schrieb, „Debussys musikalisches Opfer auf dem Altar Mallarmés“. Die erotische Aura in dessen Dichtungen hatte Debussy in ihren Bann gezogen, wobei die Faun-Dichtung Mallarmés ihrerseits wiederum von einem Gemälde des Rokoko-Malers Boucher inspiriert worden war. In allen drei Werken geht es um die erotischen

Fantasien eines Fauns, der Nymphen beim Spiel belauscht und sie in seinen Träumen durch den Klang seiner Flöte zu sich lockt. So hat es auch Nurejew getanzt: als erotischen Tagtraum eines Sonderlings. Josef Beheimb


Die Interpreten Erich Polz, Dirigent Der in der Steiermark geborene Dirigent Erich Polz begann im September 2008 das Dirigierstudium bei Georg Mark an der Konservatorium Wien Privatuniversität. 2013 folgte der Abschluss mit Auszeichnung. 2011 begleitete Erich Polz das Gustav Mahler Jugendorchester als Dirigierstipendiat, was ihm Assistenzen u. a. bei Sir Colin Davis, David Afkham und Daniele Gatti einbrachte. Im Juni 2012 debütierte er als Leiter der Wiener Konzertvereinigung im Wiener Konzerthaus. Im Jahr 2013 gründete Erich Polz mit seiner Konzertmeisterin Verena Nothegger das Kammerorchester „MODUS 21“, das Spitzentalente aus ganz Europa vereint, die teils schon bei den Wiener Philharmonikern, der Staatskapelle Dresden und dem Brucknerorchester Linz reüssieren. Mit diesem Orchester widmet er sich neben dem klassischen Repertoire auch zeitgenössischer Literatur. Seit 2013 ist Erich Polz musikalischer Assistent und Chordirektor im Team der Tiroler Festspiele Erl von Gustav Kuhn. Im Sommer 2014 dirigierte er sämtliche Regieproben des „Ring des Nibelungen“ und trat bei der Eröffnung der Festspiele als Dirigent auf. Für den Sommer 2015 war er als Assistent und Chordirektor für die Produktionen der „Meistersinger von Nürnberg“ und „Tristan und Isolde“ verantwortlich und betreute die Wiederaufnahme des „Ring des Nibelungen“.

Bei der„Jeunesse Musicale International Conducting Competition“ in Bukarest zog er ins Semifinale ein. Im Winter 2015/16 hat er ein Festspielkonzert bei den Tiroler Festspielen übernommen. Für Jänner 2017 wurde Erich Polz eingeladen, das Symphonieorchester St. Gallen durch ein klassisches Neujahrskonzert zu führen.

Modus 21 Modus 21 ist eine Gemeinschaft von Musikern, die sich einer Sache widmet: der wahrhaftigen Liebe zur klassischen Musik und der Leidenschaft zum echten Moment, in dem diese spürbar wird. Ihre Mission ist es, die Schönheit und perfekte Harmonie klassischer Musik unmittelbar und berührend in unserer Welt erlebbar zu machen. Sie wollen Sinneswelten schaffen und magische Momente kreieren, die in eine eigene Welt entführen. Damit schaffen sie einen neuen Modus klassischer Musik im 21. Jahrhundert: unmittelbar und durchdringend. Eigenständig und lebendig. Spürbar anders. Musik im Moment. Der Fokus der Aufmerksamkeit liegt in den unerschöpflichen Werken der Wiener Klassik und deren unmittelbarer Verwandtschaft. Vom jungen Haydn bis zum jungen Mendelssohn versuchen sie, ihre Sicht auf das symphonische Werk dieser großen Künstler immer wieder von Neuem entstehen zu lassen und die Zuhörer mitzureißen in die Tiefen dieser so wunderbaren Welten. Und: Die Qualität der Musiker ist so


hoch, dass es dem Ensemble erlaubt ist, ein „Solistenorchester“ im besten Sinn zu sein.

und hatte in der Saison 2005/06 ein Jahresengagement am Volkstheater Wien.

Modus 21 liebt die Moderne: Das allererste von Modus 21 öffentlich gespielte Werk war die Uraufführung von Christoph Ehrenfellners op. 23. Bei den Tiroler Festspielen durften sie auch Matthias Drievkos „Die Nachtigall und die Rose“ aus der Taufe heben. Man freut sich schon auf mehr Kompositionen von Zeitgenossen.

Er drehte Filme wie „Schnellschuss“, „Schwarzfahrer“, „Die Windsbraut“ oder „8mal 45: Bis in den Tod“. Dem Fernsehpublikum ist er vor allem aus Krimis wie „SOKO Kitzbühel“, „Die Rosenheim Cops“, „Schnell ermittelt“ und seit 2006 in der Rolle des Oberstleutnant Helmuth Nowak in „SOKO Donau“ bekannt. Ein weiteres Highlight: AMS – Mutris Welt: Gregor Seberg als arbeitsloser Poet Anatol Mutri Straub-Stauperl philosophiert im Wartezimmer des AMS über aktuelle Themen der Woche – irgendwo zwischen genial und völlig verrückt, liebenswert und leicht aufdringlich.

Modus 21 liebt die Oper: Auch als Opernorchester hat sich das Ensemble schon bewährt. Bei den Tiroler Festspielen konnte es Bert Brechts und Kurt Weills „Die sieben Todsünden“ zur Aufführung bringen. Modus 21 spielt auch ohne Dirigent: Der harte Kern der Streicher formiert sich unter der Leitung der Konzertmeisterin Verena Nothegger regelmäßig als „Modus Strings“, um aus dem riesigen Pool der Streicherliteratur Schätze auszugraben und zum Klingen zu bringen.

Gregor Seberg, Lesung 1967 in Graz geboren, übersiedelte Gregor Seberg im Alter von 14 Jahren nach Wien. Nach der Matura studierte er einige Semester Germanistik und Theaterwissenschaft, wechselte dann aber auf das Konservatorium der Stadt Wien in die Abteilung Schauspiel. Seit dem Ende der 80er-Jahre arbeitet Seberg als freier Schauspieler, Regisseur und Autor. Zwei Jahre moderierte er die Sendung „Talk Radio“ auf Ö3. Seberg ist Mitbegründer der Theatergruppe „Ateatta“

Seine aktuellen Solokabarettprogramme tragen die Titel „Hast Angst, Mayer?“ und „Honigdachs“.


SEXperten

Mittwoch, 19. Juli – Helmut List Halle, 19 Uhr Feldhase (Lepus europaeus), Paarung, Foto: Eliane Huber, Naturmuseum Thurgau

Flotte Bienen, tolle Hechte

Aviso

Universalmuseum Joanneum

Naturkundemuseum 05. 05. 2017— 07. 01. 2018 Joanneumsviertel, 8010 Graz Di – So 10 – 17 Uhr www.naturkunde.at

Eine Ausstellung des Amtes für Umwelt Liechtensteins und des Liechtensteinischen Landesmuseums

Mozart.SOAP Tänze aus dem Notenbuch für Maria Anna Mozart, 1759 Leopold Mozart: Villanesca aus dem Klaviertrio in F / Vivace und Polonaise aus der „Frosch-Parthia“ Wolfgang Amadeus Mozart: Tanzsätze aus den Londoner Sonaten / Divertimento in B, KV 254 / Klaviertrio in G, KV 564 / Fünf Kontretänze, KV 609 / Flötenquartett in C, KV 285b Fritz Kircher, Violine Isolde Hayer, Violoncello Florian Birsak, Hammerflügel Annie Laflamme, Traversflöte, u. a. Maria Köstlinger, Lesung Am Ende hat es ihr nichts genutzt, ein Wunderkind wie ihr Bruder zu sein: Maria Anna Mozart blieb bis heute „das Nannerl“, die freundliche ältere Schwester des chaotischen Genies. Bei der styriarte leiht Maria Köstlinger der vergessenen Schwester ihre Stimme. Sie erzählt von den Wunderkindreisen durch Westeuropa, von Italien, das nur der Bruder sehen durfte, und von Zwistigkeiten in Salzburg. Was die Geschwister stets wieder zusammenführte, waren Musik und Tanz. Florian Birsaks Trio und Annie Laflamme spielen einige der schönsten Tanzmelodien der Familie Mozart – von Leopold, Wolfgang und vielleicht vom Nannerl.


WERNER BERG Mensch und Landschaft

17. Juni bis 27. August 2017 Steirisches Feuerwehrmuseum Kunst & Kultur Marktstraße 1, 8522 Groß St. Florian www.feuerwehrmuseum.at

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Programmheft Nurejew.SOAP  

12. Juli, Helmut List Halle

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