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SKO-Sternstunden

Orlacs Hände Johannes Kalitzke

Mittwoch, 2. Mai 2018, 19.30 Uhr Theaterhaus Stuttgart, T1 Die SKO-Sternstunden werden präsentiert von


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Programm

SKO-Sternstunden

Orlacs Hände Johannes Kalitzke · Komposition und Leitung

Phantasien über Orlac (SKOhr-Labor) 5 Kurzfilmpremieren / Uraufführungen durch das Stuttgarter Kammerorchester Studierende von Film- und Kunsthochschulen und Kompositionsstudierende Eigenproduktion des Eberhard-Ludwigs-Gymnasiums Stuttgart Pause Johannes Kalitzke (*1959) Orlacs Hände

(Auftragswerk des Stuttgarter Kammerorchester)

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Einführung

Der Kopf als unbewohnbarer Raum Der Kultfilm aus dem Jahr 1924 ist ein expressionistisches Meisterwerk der Stummfilmära. Der deutsche Regisseur Robert Wiene drehte ihn mit Stars wie Conrad Veidt und Fritz Kortner. Das Celluloiddrama zählt zu den Pionierwerken der Gattungen Science-Fiction und Horrorfilm. Die Grundlage des Films bildet die gleichnamige phantastische Erzählung von Wienes französischem Zeitgenossen Maurice Renard, der nicht nur ein seinerzeit prominenter, von Poe beeinflusster Schriftsteller war, sondern auch Jurist und Kavallerie-Offizier. Es geht in dieser Geschichte um einen Konzertpianisten namens Paul Orlac, der bei einem Zugunglück seine Hände verliert. Es sind ausgerechnet die Hände eines soeben hingerichteten Mörders, die ihm angenäht werden. Orlac leidet unter Panikattacken und Ängsten – hat er mit den Händen auch die Veranlagung zum Töten übernommen? Seltsame Zeichen und anonyme Drohbriefe schüren diese Ängste. Noch dazu wird sein Vater, mit dem er verfeindet ist, getötet. Der Sohn steht unter Mordverdacht. Doch es gelingt ihm, das Komplott aufzudecken und Ruhe zu finden. Damals wurden Filme improvisierend in den Kinos mit Musik begleitet, mitunter von einem Orchester, meist von einem oder zwei Pianisten. Es gibt also keine wirkliche Originalmusik. Schon mehrmals wurde versucht, dem Filmklassiker eine 4


neue Musik zu unterlegen. Nun ist Johannes Kalitzke am Werk, einer der bedeutenden Komponisten unserer Zeit. Kalitzke, kompetenter Dirigent vor allem Neuer Musik, Leiter von Meisterkursen und Professor für Dirigieren an der Universität Mozarteum in Salzburg, hat bereits mit etlichen Opern Erfolg gehabt, zuletzt 2010 mit Die Besessenen nach Gombrowicz im Theater an der Wien und 2015 mit PYM nach Edgar Allan Poe in Heidelberg. Hartmut Lück meint in „Klassik heute“ zu Kalitzkes Musik: Diese „Partituren sind transparent im Klang, wohl artikuliert, mit Sinn für neue Farben instrumentiert; was sich auf den ersten Blick als Raffinement ausnimmt, erweist sich in Hinsicht auf den gedanklichen Ausgangspunkt als ungewöhnlich konzentriert und expressiv.“ Der literarisch umfassend gebildete Musiker schrieb 2011 im Auftrag der Augsburger Philharmoniker eine Orchestermusik zum historischen Stummfilm nach Gerhart Hauptmanns Sozialdrama Die Weber, die mit neuen Klängen neue Räume für ein zeitloses Thema schafft. Wie auch 2016 die Musik zu Schatten von Arthur Robison, uraufgeführt in Witten. Nun folgt die Musik zu Orlacs Hände. Der Komponist zum Film: „Die Dekoration und die zunehmend düstere und an Alfred Kubin erinnernde Lichtstimmung machen ihn neben der traumwandlerischen Gestik der Figuren zu einem hochstilisierten Kunstwerk, das kompositorischen Klangassoziationen einen großen Raum eröffnet.“ Kalitzke sieht dafür ein Streichorchester und zwei Pianisten vor, die entweder vierhändig oder an zwei Flügeln und Samplern agieren. Eines der Klaviere wird präpariert. Damit wird das „Wechselspiel zwischen den realen und phantastischen Ebenen des Films kommentiert“. Johannes Kalitzke schreibt über die nun fertig gestellte Musik, die beim Salzburger Festival Aspekte mit dem SKO am 28. April 2018 ihre Uraufführung erlebt: „In einem Aufsatz über den Film von Ines Steiner mit dem Titel Der Virtuose und sein Anderes ist zu lesen, dass die Hauptperson als ein frühes Beispiel für einen Starpianisten angesehen werden kann, der als Repro5


... duktion medientechnischer Vermittlung von instabiler Identität und Selbstentfremdung geprägt ist. Dieser Grundzustand der Verunsicherung spiegelt sich in der Bildsprache des Films wider. Nachdem der Protagonist bei einem Zugunglück einer Art Identitätstausch mit dem fremden Besitzer seiner neuen Körperteile ausgesetzt ist, verliert er jeden Halt in sich selbst. Von da an bestehen die Innenaufnahmen nur mehr aus unbewohnbaren Räumlichkeiten, es gibt keinen einzigen Raum, in dem sich Schauspieler oder Zuschauer wohl oder heimisch fühlen könnten. Räume und Objekte erscheinen zu groß, zu grob oder zu dunkel. Diese Unbewohnbarkeit ist das künstlerische Ausdrucks- und Stilmittel Robert Wienes, das den expressiv-theatralisch agierenden Filmdarstellern entspricht und die Szenerien prägt, auf die der Hauptakteur seinen düsteren, leeren Blick wirft.“ „Orlac“, so Kalitzke weiter, „wird in meiner Musik“, die als „Thema mit Variationen“ bezeichnet ist, „durch die Paraphrasierung von Frédéric Chopins im Film verankerten Nocturne op. 55/2 porträtiert, im Sinne eines Verwandlungsprozesses seiner künstlerischen Identität in dunklen Räumen. Stilistisch verweist der Umgang mit diesem Chopin-Material dabei nicht nur auf dessen eigene Herkunft, sondern verwandelt sich gleichermaßen in expressionistische, avantgardistische oder auch der Ars nova entstammende Klangszenarien, die als Stilzitate die Bildsprache des Films, zum Beispiel als Referenz an die gotische Architektur, und die Stadien der Selbstentfremdung der Hauptfigur unterstützen. Das Nocturne wird kompositorisch wie eine durchgehende ‚Idee fixe’ behandelt, als Ausgangsmaterial, das sich der jeweiligen Situation entsprechend verwandelt und sowohl für illustrative als auch für musikalisch deutende oder unabhängige Sequenzen verwendet wird. Klangliche Basis für deren elektronische Metastasierung ist dabei der Innenraum des Klaviers bzw. Klänge, die durch unterschiedliche perkussive Effekte darin entstehen. Sie sind wie das Innere von Orlacs Kopf ein Zentrum für die Klangbilder 6


der Angstgefühle und Schreckensbilder, die er infolge seiner Transplantationen erlebt. Die Musik als klirrende Kopfgeburt.“ Zu Beginn gehen weitere Wechselspiele zwischen Musik und bewegten Bildern voraus: Studierende von Film- und Kunsthochschulen steuern gemeinsam mit Kompositionsstudierenden ihre eigenen, von Orlacs Hände inspirierten Kreationen bei, die musikalisch ebenfalls von Johannes Kalitzke mit dem Stuttgarter Kammerorchester aus der Taufe gehoben werden. Gottfried Franz Kasparek

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Orchesterliste

1. Violine Bogdan Božovic Yu Zhuang Katharina Fasoli Wolfgang Kussmaul Thomas Gerlinger

Klavier Per Rundberg

2. Violine Klaus von Niswandt Ulrike Stortz Dorothea Knell Onur Kestel

Sampler / Celesta Philipp Vandré

Viola Marko Milenkovic Kamila Mayer-Masłowska Iiro Rajakoski Emanuel Wieck Anthony de Battista (nur SKOhr-Labor) Violoncello Ulrike Eickenbusch György Bognár Heiko Nonaka Beatrice Holzer-Graf (nur SKOhr-Labor) Kontrabass Renger Woelderink Sophia Scheifler

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Präpariertes Klavier / Celesta Benjamin Kobler

Klangregie Malte Giesen


Johannes Kalitzke

Geboren 1959 in Köln, studierte er dort 1974-1976 Kirchenmusik. Nach dem Abitur Studium an der Kölner Musikhochschule, Klavier bei Aloys Kontarsky, Dirigieren bei Wolfgang von der Nahmer und Komposition bei York Höller. Ein Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes ermöglichte ihm einen Studienaufenthalt in Paris am Institut IRCAM. Dort war er in dieser Zeit Schüler von Vinko Globokar, zugleich in Köln von Hans Ulrich Humpert (elektronische Musik). Sein erstes Engagement als Dirigent führte Johannes Kalitzke 1984 an das Gelsenkirchener „Musiktheater im Revier“, wo er in den Jahren 1988 bis 1990 Chefdirigent war. 1991 wurde er künstlerischer Leiter und Dirigent der „Musikfabrik“, des Landesensembles von Nordrhein-Westfalen, dessen Mitbegründer er war. Seither ist er regelmäßig als Gastdirigent bei Ensembles (Klangforum Wien, Collegium Novum, Ensemble Modern) und zahlreichen Sinfonieorchestern, u. a. denen des WDR, der BBC, des BR und der Münchner Philharmoniker, tätig. Dazu kamen Opernproduktionen, u. a. an der Staatsoper Unter den Linden, der Stuttgarter Oper, den Wiener Festwochen, der Münchner Biennale und den Salzburger Festspielen. Tourneen nach Russland, Japan und Amerika sowie zahlreiche CD-Aufnahmen ergänzen seine Tätigkeit als Interpret klassischer und zeitgenössischer Musik .

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Als Komponist erhielt er mehrfach Aufträge u. a. für die Donaueschinger Musiktage und die Wittener Tage für Neue Musik. Orchesterstücke entstanden für das Festival Ultraschall, das RSO Wien und die Hamburger Sinfoniker. Sein erstes Musiktheaterstück, der Bericht vom Tod des Musikers Jack Tiergarten war Beitrag der Münchner Biennale 1996. Seine zweite Oper, Molière oder die Henker des Komödianten, eine Auftragsarbeit für das Land Schleswig-Holstein, wie auch seine dritte Oper, Inferno nach Peter Weiss, wurden an der Oper Bremen uraufgeführt. Eine Oper nach dem Roman Die Besessenen nach W. Gombrowicz wurde vom Theater an der Wien für 2010 beauftragt. Im Auftrag der Augsburger Philharmoniker entstand im Jahr 2011 eine Stummfilm-Orchestermusik für den Film Die Weber (1927), danach Pym, für das Theater Heidelberg. Zu seinen Lehrtätigkeiten zählen Ensembleseminare an der Folkwanghochschule Essen und Hannover, die Leitung des Ensembleforum bei den Darmstädter Ferienkursen, regelmäßig Leitung des Dirigentenforums für Ensemblemusik des Deutschen Musikrates, Dirigentenkurse an der Sommerakademie Salzburg. Seit 2015 hat er eine Professur für Dirigieren an der Universität Mozarteum Salzburg inne. Kalitzke erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den BerndAlois-Zimmermann-Preis der Stadt Köln und für das Jahr 2003 das Stipendium für die Villa Massimo, Rom. Seit 2009 ist er Mitglied der Akademie der Künste und seit 2015 Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, München.

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Stuttgarter Kammerorchester

Das Stuttgarter Kammerorchester begeistert seit über 70 Jahren durch seine Verbindung von Tradition und Entdeckergeist. Matthias Foremny, seit der Spielzeit 2013/14 am Chefdirigentenpult, erweitert das Repertoire des Orchesters regelmäßig durch die Wiederentdeckung selten gespielter Werke aller Epochen. Designierter Chefdirigent ab der Saison 2019/20 ist Thomas Zehetmair. Neben der Neuinterpretation seines Kernrepertoires von Bach bis ins 20. Jahrhundert setzt das Stuttgarter Kammerorchester auf spannende Projekte in der zeitgenössischen Musik und arbeitet dabei mit herausragenden Künstlern und Ensembles wie etwa Johannes Kalitzke, Rupert Huber, Peter Rundel, mit dem SWR Vokalensemble, den Neuen Vocalsolisten und dem ensemble ascolta zusammen. Zahlreiche Uraufführungen, beispielsweise von Michael Pelzel, Michael Wertmüller, Mauricio Sotelo und Robert Moran stehen für den Drang nach Unbekanntem und den Mut, neue Wege zu gehen. Das Stuttgarter Kammerorchester setzt damit den Weg seines einstigen Chefdirigenten Dennis Russell Davies fort und macht sich zu einer spannenden Reise in die Gegenwart auf. Davies ist dem Klangkörper bis heute als Ehrendirigent verbunden. In der Reihe SKO-Sternstunden bringt das Orchester seine stilistische Bandbreite und die Lust am Experimentieren zum Ausdruck. So lassen etwa Konzerte mit dem legendären Avishai Cohen Trio, dem Jazzvirtuosen Richard Galliano oder die Fusion von Streicherklang und Flamencotanz Genregrenzen verschwimmen und erreichen damit auch Zuhörer jenseits des etablierten Konzertbetriebs. Darüber hinaus ist die Alte Musik ein wichtiger Bestandteil des Orchesterrepertoires. Die Musiker lassen sich auf Spieltechniken vergangener Jahrhunderte ein und ermöglichen durch ihre his11


... torisch informierte Aufführungspraxis ein authentisches Klangerlebnis. Konzerte mit namhaften Künstlern wie Fabio Biondi, Reinhard Goebel und Robert Levin belegen die intensive Auseinandersetzung mit dem musikalischen Erbe. Das Stuttgarter Kammerorchester besinnt sich damit nicht zuletzt auf seinen ursprünglichen Repertoireschwerpunkt, welchen Gründungsdirigent Karl Münchinger in den Anfangsjahren des Ensembles etablierte. Ein weiterer Fokus des Stuttgarter Kammerorchesters stellt sein umfangreiches Education-Programm „SKOhr-Labor“ dar: In diesen Projekten begegnen sich Kinder und Jugendliche unterschiedlichster Herkunft und finden über das gemeinsame Musizieren zueinander. Seit 2017 wird das SKOhr-Labor im Rahmen des Programms „Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland“ vom Bundeskulturministerium gefördert. Durch die Kooperation mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart im Rahmen einer jährlichen Opernproduktion wird Studierenden die Arbeit mit einem professionellen Orchester ermöglicht. Gemeinsame Konzerte mit international bekannten Solisten wie zuletzt Renaud und Gautier Capuçon, Steven Isserlis, Nicolas Altstaedt, Gabriela Montero, Fazil Say und François Leleux bestätigen die Position des Stuttgarter Kammerorchesters. Und auch die Diskographie des Orchesters, die mit breit gestreutem Repertoire und Solisten von Weltrang aufwarten kann, ist Beleg einer der erfolgreichsten Orchesterbiografien der Gegenwart. Das Orchester nimmt seine Aufgabe als musikalischer Botschafter durch eine rege Tournee- und Gastspieltätigkeit rund um den Globus wahr. In der Saison 2018/19 stehen über Europa hinaus Konzertreisen nach Japan, Nepal und Indien an. Die Konzerte in Stuttgart und mit der neuen Baden-Württemberg-Tour auch im ganzen Land bilden den musikalischen Mittelpunkt, die musikalische Heimat des Orchesters. Das Stuttgarter Kammerorchester wird gefördert vom Land Baden-Württemberg, der Stadt Stuttgart und der Robert Bosch GmbH.

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SKOhr-Labor ein Stummfilmprojekt mit Livemusik

Inspiriert von „Orlacs Hände“, haben Studierende von Filmund Kunsthochschulen gemeinsam mit Kompositionsstudierenden über vier Monate am Wechselspiel Musik – bewegtes Bild gearbeitet. Entstanden sind sechs Kurzfilme und Kompositionen, die heute Abend das erste Mal auf Leinwand und Bühne kommen. Darüber hinaus haben Schüler*innen des Musikgymnasiumszugs am Eberhard-Ludwigs-Gymnasium ihren eigenen Film entwickelt, der wiederum von einem Schüler vertont und von Mitschülern uraufgeführt wird.

SKOhr-Labor Organisation und Konzeption SKOhr-Labor: Katharina Gerhard und Ulrike Stortz Betreuung Kompositionsstudierende: Martin Schüttler und Marco Stroppa Kompositionslehrer (Vincent Welz): Philipp Vandré Technische Beratung: Nadja Weber Aufnahme: Matthias Schneider-Hollek In Kooperation mit der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

Mit freundlicher Unterstützung der Winfried Böhler Stiftung und der Robert Breuning Stiftung.

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UnterDruck Paul schreibt eine Mathe-Arbeit. Müde fällt er in sein Bett, nachdem er die halbe Nacht gelernt hat. Doch lässt ihn sein Notendruck auch im Traum nicht los. Er findet sich in seiner Schule - wo er von einer Inkarnation seiner Ängste verfolgt wird. Nur seine tief im Labyrinth seiner Träume verborgene Leidenschaft kann ihm helfen, aufzuwachen. Doch wird es in der Realität auch so einfach sein? Dieser Film wurde von drei Schülern des EberhardLudwigs-Gymnasiums unter dem Aspekt entwickelt, der sie in Orlacs Hände am Meisten beeindruckt hat: Dem Unvermeidlichen nicht entkommen zu können. Die Musik nimmt uns dabei an der Hand und verstärkt einerseits Pauls Empfindungen, eröffnet aber auch neue Perspektiven. Ein Film von Paul-Lukas Grün, Samuel Liebhäuser und Vincent Welz unter der Leitung von Toby Oliver Komposition: Vincent Welz Kamera: Joachim Lindemann Kameraassistenz: Paul-Lukas Grün Klasse 8c des Eberhard-Ludwigs-Gymnasiums Stuttgart Violine 1 & Schülerin: Shane Luten Violine 2 & Schülerin: Amelie Schöpf Viola & Schülerin: Hanna Emilsson Violoncello & Schüler: Paul-Lukas Grün Trompete & Schüler: Samuel Liebhäuser Klavier & Schülerin: Danai Vogiatzi Klavier & Schüler: Stylianos Topalidis Klavier: Christian Märkle, Anastasia Ostapenko, Jürgen Büscher Musikalische Leitung: Gereon Müller 14


Handgriffe

Der Kurzfilm „Handgriffe“ beschäftigt sich mit dem Innenleben einer jungen Frau, die an einer Depression leidet. Der Verlauf der Depression wird in zwei Strängen mit Studio- und Naturaufnahmen abstrakt dargestellt. Die Unberechenbarkeit und Hilflosigkeit der Krankheit werden mit dem Fremdkörper „der Hand“ symbolisiert, welche auch in „Orlacs Hände“ eine zentrale Rolle spielt und letztlich Überhand über die Protagonistin nimmt. Die Musik zum Film besteht aus entgegengesetzten Elementen, die zwei simultane Ebenen ergeben. Die erste ist dominiert von künstlichen Flageoletts. Die zweite besteht aus Schlägen, die in unregelmäßigen Abständen zu hören sind. Letztere kommen im Verlauf des Filmes erst nur selten und distanziert vor und nehmen schrittweise den Klang der Komposition mit zunehmender Dichte bis zum Höhepunkt ein.

Konzept: Isabell Kloss, Söhnke Vesper, Jonas Közle Regie: Isabell Kloss Komposition: Francesco Ciurlo Kamera: Söhnke Vesper Produktion: Jonas Közle Schauspielerin: Carina Thurner Hand: Nancy Fotia Maske: Alexandra Cuic

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COCHLEA

Da es sich bei der filmischen Vorlage Orlacs Hände um einen Stummfilm handelt, entstand die Idee, sich mit der Thematik des Hörverlusts auseinander zu setzen. Schnell wurde jedoch klar, dass es in einem Kurzfilm nicht möglich ist, diesem komplexen Thema in seiner Tiefe gerecht zu werden, weshalb eine freie und experimentelle Erzählweise gewählt wurde. Gemeinsam begeben wir uns ins Innenleben der Hauptfigur und begleiten sie durch mehrere Stadien der Trauer, bevor es ihr gelingt, ihre neue Lage zu akzeptieren. Auch auf musikalischer Ebene dreht sich alles um ein zentrales Thema, was die Unausweichlichkeit der Situation und die permanente Präsenz des Verlusts darstellen soll.

Hauptdarsteller: Tobias Bienz Regie: Diego Hauenstein Komposition: Benedikt Immerz Kamera: Paul Nungeßer Produktion: Ludwig Meck Montage: Simon Gutknecht Kostüm: Delia C. Keller Grafik: Tim Völkner Assistenz: Benedikt Immerz, Felix Mott

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Mein Blut in fremden Adern

Gemeinsam haben Florian Wöber und Thomas Georg Blank jenen Moment gedehnt, in dem das Blut des Pianisten erstmals seine neuen Hände durchdringt. Über den Verlauf des Projektes haben sich die beiden Künstler konzeptionell immer wieder über die Begriffe des Peinlichen und des Unheimlichen ausgetauscht. Ohne Kontrolle flutet die intime Körperflüssigkeit in Adern, die einem Mörder gehören. Wie fühlt es sich an, das eigene Blut in Adern zu wissen, die man von sich weisen will? Filmbild: Thomas Blank Komposition: Florian Wöber

raureif

Fremdkörper in der Umgebung. Hände, Finger und Bögen bewegen sich über Saiten, erzeugen Klang. Skulpturen fahren über Oberflächen, schleifen sich ab. Material löst sich auf. Das Orchester wird zum Stummfilm. Film: Oleg Kauz Komposition: Elisabeth Paulus 17


power play

Madeline lebt für das Klavierspielen. Doch auf der Bühne steht ihr Talent im Schatten ihres Partners Maurice, einem Geiger. Als Maurice auf einer gemeinsamen Autofahrt einen furchtbaren Unfall baut, trägt Madeline eine schwere Handverletzung davon. Wie Orlac bekommt Madeline grauenhafte Visionen, doch wird es in dieser Geschichte keinen Trick mit Happy End geben, sondern eine psychologische Abarbeitung einer von Missbrauch geprägten künstlerischen und privaten Beziehung. Diese konflikthafte Beziehung erzählt die Musik auf eigene, radikale Weise parallel zum Film und beschreibt auf faszinierende Weise Madelines seelischen Zustand in dieser Situation.

Regie/Drehbuch: Toby Oliver Komposition: Louis-Michel Tougas Produktion: Toby Oliver, Jonas Prinzing, Mona Barmeier Kamera: Joachim Lindenmann Ausstattung, MakeUp und Design: Mona Barmeier Darsteller: Siri Wiedenbusch, Paul Fuchs

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Konzertvorschau

Donnerstag | 10. Mai 2018 | 19.30 Uhr Theaterhaus Stuttgart, T1

Wiener Delight

Benjamin Schmid · Leitung Trio Brein, Schmid & Co. Benjamin Schmid · Violine Georg Breinschmid · Kontrabass Antoni Donchev · Klavier Béla Bartók Divertimento für Streichorchester Sz 113 Joseph Lanner Die Romantiker op. 167 (Fassung für Streichorchester) Friedrich Gulda Wings. Ein Konzertstück für Solovioline, Streichorchester und Rhythmusinstrumente Georg Breinschmid Brein’s Knights - Skubek’s Delight - 5/4 - Sedlacek‘s Mood (im Trio) - Schnabulescu Bandini - Spring (im Trio)

Die SKO-Sternstunden werden präsentiert von

Karten: www.reservix.de, Tel.: 01806 / 700 733 und an allen bekannten reservix-Vorverkaufsstellen

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Unsere Freunde und Förderer

Das Stuttgarter Kammerorchester dankt sehr herzlich ... Hauptsponsoren

Projektsponsoren L-Bank, Mercedes-Benz Niederlassung Stuttgart, RIENTH GmbH & Co. KG Projektförderer Winfried Böhler Stiftung, Robert-Breuning-Stiftung, Louis Leitz-Stiftung, Eva Mayr-Stihl Stiftung, Karin Stellwaag, Ernst-von-Siemens-Musikstiftung, Wüstenrot Stiftung, Förderprogramm des Bundes „Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland“ Mäzene Regina Maria Chur, Lydia Drexler-Nanz, Jürgen und Gaby Kiehne, Helmut Nanz, Friedrich Schock Senatoren Prof. Dr. Mark-K. Binz, Richard Kriegbaum, Ingo Mack, Thomas und Stefanie Rienth, Dipl.-Ing. Hans Peter Stihl Kuratoren Ann-Katrin Bauknecht, Britta Behr, Horst Bülow, Prof. Dr. Dennis Russell Davies, Dr. Christiane Dithmar, Dr. Wolfgang Durach, Michael Föll, Dipl.-Ing. Rainer Gehrung, Dr. Volker Gerstenmaier, Sonja und Norbert Goerlich, Christoph und Sonja Goeser, Eberhard Graf, Christfried und Ingrid Heinrich, Manfred Hommel, Jutta und Thomas Keller, Birgit Kipfer, Hans-Georg und Gisela Klaiber, Hans Georg Koch, Dr. Karl Kollmann, Anna-Maria Krauth-Huber, Richard Kriegbaum, Andrea Krueger, Dr. Wolfgang Kuhn, LBBW Immobilien Management GmbH, Prof. Dr. Christiane Lange, Andreas Lapp, Prof. Dr. Kurt Lauk, Werner und Inge Lehmann, Prof. Dr. Berthold Leibinger, Dr. Peter Linder, Helmut Lohrmann, Prof. Dr. Ludger Lohmann, Prof. Dr. Klaus Mangold, Hermann Manz, Ingeborg Nanz, Dr. Marc Natusch, Claudia Neuhaus, Andreas und Sabine Nobis, Dr. Hans Röhm, Dr. Claudia Rose, Jürgen Sauer, Wolf-Henning und Julia Schei20


der, Tabea Schilling, Dr. Roland Schmid, Peter Schneider, Dr. Birgit Schneider-Bönninger, Prof. Dr. Wolfgang Schuster, Dr. Hans Seiter, Peter Ströbel, Max Wagner, Franz Wagner, Dr. Rainer Wilhelm, Prof. Dr. Klaus Weber, Marcus Weller, Thomas Zell, Prof. Dr. Walther Zügel Freunde Dennis und Vanessa Arzt, Peter Bachofer, Bettina Beisenkötter, Christine Berg, Dr. Bernd Bohr, Ursula Böttinger, Erich R. Buchholz, Dorle Buohler, Gerd und Renate Cramer, Dr. Friedrich Danner, Axel Döhner, Dr. Ulrich Drüner, Dr. Thomas und Elisabeth Eiche, Dr. Jürgen Eisbein, Ulrich Endress, Monika Epler, Adelheid Ernst, Prof. Peter Faller, Dr. Eberhard Floetemeyer, Volkmar Fritsche, Wolfgang Fritschle, Shigeko Fukai-Fauser, Prof. Dr. Wolfgang Gehring, Martina Glatzle, Wolfgang Hahn, Christian Hänel, Margrit Hauff-Tischendorf, Hanne Holzäpfel, Barbara Ital, Wolfgang Jahn, Dr. Mathias Kammüller, Renate Keppler, Astrid Klapp-Lehrmann, Peter Klatt, Raimund Klein, Sonja und Winfried Knepper, Dr. Andreas Kneser, Dr. Heribert Knott, Ilse Köhne, Hilko Köhne, Stephanie und Fabian Kollmann, Gisela Kollmar, Elisabeth Kuhn, Gudrun LaRoche, Florian LaRoche, Karin Leberwurst, Dr. Gerhard Lehrmann, Dr. Nicola Leibinger-Kammüller, Manfred Lübbe, Dr. Sabine Lutz, Dr. Bernd Mahl, Dr. Felix Muhle, Dr. Heidi Müller, Eberhard Norden, Manfred Osterwald, Dr. Hans Gert Pfisterer, Gerhard Pick, Gudrun Ploch, Norbert Pufke, Frank-Bodo Rapp, Dr. Alfred Rau, Petra Rau, Gerhard und Katarina Rehm, Dieter und Alice Reimold, Dr. Matthias Rost, Jasna Schmidt, Walter Schmidt, Elke Schwick, Anne-Magret Steimle, Dorothee Stein-Gehring, Prof. Dr. Walter Sigle, Monika Stekl, Norbert Stekl, Ruth Stekl, Thomas Sträßer, Hans-H. Strehler, Inès Stritter, Barbara Taufkirch, Kunio Tsubaki, Emanuel Wieck, Michael Wieck, Dr. Joachim A. Wünning, Johannes Zorell Wir danken auch herzlich den nicht öffentlich genannten großzügigen Spenderinnen und Spendern! Möchten Sie auch Teil der SKO-Familie werden? Dann melden Sie sich unter marketing@sko-stuttgart.com. Sie sind herzlich willkommen.

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Rätsel

Die Erzählung welches Schriftstellers war Grundlage für „Orlacs Hände“? a) Marcel Proust b) Antoine de Saint-Exupéry c) Maurice Renard Bitte senden Sie Ihre Antwort unter Angabe Ihrer Kontaktdaten per E-Mail oder Fax bis zum 6. Mai 2018 an E-Mail: marketing@sko-stuttgart.com Fax: 0711 / 619 21 22 Unter den richtigen Einsendungen verlosen wir 2 x 2 Eintrittskarten für „Wiener Delight“ am 10. Mai 2018. Die Teilnahmebedingungen zum Gewinnspiel finden Sie auf www.stuttgarter-kammerorchester.com

Impressum: Stuttgarter Kammerorchester e. V. Johann-Sebastian-Bach-Platz, 70178 Stuttgart Telefon 0711 – 619 21 21, office@sko-stuttgart.com Redaktion: Kristin Kretzschmar, Juliane Kirchner Einführungstext: Gottfried Franz Kasparek Fotografie: Nafez Rerhuf (J. Kalitzke), Reiner Pfisterer (Stuttgarter Kammerorchester), Journey Pictures (power play), Oleg Kauz (raureif), Isabell Kloss (Handgriffe), Joachim Lindenmann (UnterDruck), Paul Nungesser (COCHLEA), Julia Wesely (G. Breinschmid) 22


SINCE 2001 VIOLINE

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Programmheft 2.5.18  
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