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SIEBZEHN Das Magazin des Stuttgarter Kammerorchesters

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Die Götter sind Menschen

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– Walter Sittler

Man hört das Publikum in der Pause weitersummen! – Katarzyna Myćka

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Januar 2019

Klingende Bilder und ein besonderes Instrument – Asya Fateyeva Mit Fingerspitzengefühl – Susanne von Gutzeit


Editorial

SCHON GEHÖRT? INSTAGRAM Das SKO hat seit wenigen Monaten einen neuen Social Media­-Kanal. Auf Instagram blicken wir für Sie hinter die Kulissen des Orchesters und geben Einblicke in unseren Alltag. Weiterhin gibt es auch interessante Beiträge auf Facebook und YouTube!

MARKUS KORSELT

Verehrtes Publikum,

INTERNATIONALE KONZERTREISEN

erlauben Sie mir zu Beginn eine kurze Bemerkung in eigener Sache. Für das Stuttgarter Kammerorchester arbeiten zu dürfen, ist ein großes Privileg. Es freut mich deshalb sehr, dass das SKO und ich uns nach einem erfolgreichen Jahr auf eine vorzeitige Vertragsverlängerung um fünf Jahre geeinigt haben. Wir haben gemeinsam viel vor und ich kann Ihnen guten Gewissens versprechen, dass Sie sich in unseren Konzerten nicht langweilen werden. Ich freue mich auch auf den Austausch mit Ihnen, denn ohne unsere zahlreichen Freunde und Förderer wäre das Stuttgarter Kammerorchester sicherlich nicht das geworden, was es heute ist. In 2018 hatten wir sagenhafte 102 Konzerte, was in unserer 73-jährigen Geschichte vermutlich einen Rekord darstellt, da­ runter auch unsere Premiere im Großen Saal der Elbphilharmonie mit Rolando Villazón sowie Konzertreisen nach Indien, China, Japan­­­und Nepal. Auch das neue Jahr beginnt aufregend mit dem Himmelsstürmer Prometheus beim Dreikönigskonzert in Stuttgart. Reisen führen uns neben Konzerten in Baden-Württemberg, Deutschland und Europa nach Indien, Hong Kong und Malaysia. Das SKO ist als Musikbotschafter weltweit unterwegs, aber unsere Konzerte in Stuttgart und der Region sind natürlich das Herzstück der Saison. Zwei besonders begabte Solistinnen, Katarzyna Myćka (Marimba) und Asya Fateyeva (Saxophon), bieten am 14. Februar bzw. 18. März auf besonderen Instrumenten virtuos und klangschön musikalische Entdeckungen, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Ebenso wenig wie das Konzert am 13. April unter Leitung unserer Konzertmeisterin Susanne von Gutzeit mit einem Klassiker der Kammermusik: Dem wunderschönen Streichsextett „Souvenir de Florence“ von Tschaikowsky.

Im März fliegt das Orchester für zwei Wochen nach Indien und konzertiert u. a. in Dehli, Kalkutta und Mumbai.

SKOHR-LABOR Seit dieser Spielzeit sind unsere Musiker regelmäßig in insgesamt sechs Stuttgarter Kindergärten zu Gast. Sie bereiten die Kinder mit Studierenden der elementaren Musikpädagogik und Figurenspielern auf eine gemeinsame Veranstaltung mit dem SKO im Mai 2019 vor. „Musik erzählt und Sprache hat Sound“ heißt das neue Projekt, bei dem das SKOhr-Labor den Bühnenpoeten Timo Brunke eingeladen hat, mit insgesamt über 100 Schülern unterschiedlichster Schulformen über einen Zeitraum von fünf Monaten mit Sprache und Stimme zu experimentieren. Dass dabei auch unsere Musiker die Schulen besuchen, versteht sich von selbst. Den Höhepunkt bildet die Werkschau im Wizemann am 17. Mai 2019 mit allen Schülern und dem SKO.

ORCHESTER Wolfgang Kussmaul (1. Violine) tritt nach 41 Jahren beim SKO in den Ruhestand. Seine Nachfolge tritt Luca Bognár an.

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Bis bald im Konzert!

Geschäftsführender Intendant

Wir danken unseren Förderern und Sponsoren

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Warum ich beim SKO spiele ... / Was ist eigentlich …?

WARUM ICH BEIM SKO SPIELE ... Zunächst eine kleine, aber doch entscheidende Vorgeschichte: Ich saß mit meinem Vater 1965 im Alter von zwölf Jahren vor dem Fernseher, als Königin Elisabeth von England zum Staatsbesuch in Deutschland war. Zum Empfang gab es ein Konzert mit dem SKO und Karl Münchinger. Ich hörte dieses Orchester und war fasziniert vom Auftreten und vor allem vom warmen seidigen Klang dieses Ensembles. Daher hegte ich den Wunsch, irgendwann einmal in diesem Orchester spielen zu dürfen. Genau zwölf Jahre später wurde ich eingeladen, ein Konzert mit dem SKO zu spielen. Dies war für mich ein Schlüsselerlebnis und ebnete zugleich den Weg zu meinem Jugendtraum. Da ich das Glück hatte, in einer Musikerfamilie aufgewachsen zu sein, wo die Kammermusik sehr gepflegt wurde, war in mir sehr früh die Entscheidung gereift, in einem Kammerorchester zu spielen. Dass es dann das berühmteste seiner Zeit werden

WOLFGANG KUSSMAUL ... ... spielt Erste Violine beim SKO und blickt auf 41 erlebnisreiche Musikerjahre beim Stuttgarter Kammerorchester zurück. Zum Ende des Jahres 2018 tritt er in seinen wohlverdienten Ruhestand.

würde, konnte ich als Junge natürlich noch nicht ahnen. Was mir am SKO von heute sehr gefällt, ist das breite Spektrum und die Aufgabenvielfalt in allen Stilrichtungen vom Barock bis hin zur Gegenwart. Das Ensemble ist somit in keine Nische gedrängt. Dies fördert die eigene Kreativität und Aufmerksamkeit. Man kann immer wieder etwas Neues entdecken. Wichtig ist auch der stete Gedankenaustausch zu den Kollegen. Darüber hinaus ist die Arbeit mit den vielen Solisten und Dirigenten von Weltrang eine großartige Bereicherung. Dass über die vielen Reisen mit dem SKO auch der eigene Horizont erweitert wird und man die Welt besser kennenlernt, dient zudem der eigenen Persönlichkeit und des Verständnisses. Ich blicke zurück in Zufriedenheit und größter Dankbarkeit, in den 41 Jahren mit dem SKO über diese Brücke gegangen zu sein.

WAS IST EIGENTLICH …? Musikalische Fachbegriffe von SKO-Musikern erklärt

DIE KADENZ

Wenn ein Solist in einem klassischen Konzert eine Kadenz spielt oder wir Musiker den harmonischen Verlauf am Ende eines Stückes ganz allgemein mit Schlusskadenz bezeichnen, reden wir mit demselben Wort von etwas Unterschiedlichem. Das kommt daher, dass die deutsche Sprache keinen Unterschied macht zwischen dem Wort cadence und cadenza. Der gemeinsame Ursprung kommt vom lateinischen Wort cadere (fallen). In alten Gesängen „fällt“ die Melodiestimme zum Schluss von einem höheren Ton in den letzten Ton. Aber es geht nicht nur darum, dass eine Melodie einen Schritt nach unten macht – das passiert ja viele Male in einem Stück – sondern dass sich auch ganz klar der Eindruck einstellt: jede Bewegung, jede Spannung, jede Emotion eines Stückes kommt am Ende zur Ruhe. Daran hat nicht nur die Melodie ihren Anteil, sondern z. B. in

der klassischen Musik von Haydn, Mozart und Beethoven auch all das, was unter der Melodie liegt. Dadurch kann große Spannung oder Reibung erzeugt werden. Wenn man selbst ein Streichinstrument spielt, spürt man körperlich, wenn man etwa die Töne C und H zur gleichen Zeit spielt und wie das Instrument dabei zittert. Und wo eine große Spannung ist, wird die Auflösung dieser Spannung in einen der beiden Töne als Erlösung und „Zur Ruhe kommen“ empfunden, d. h. die Schwingung des Instruments wird ruhig und gleichmäßig. Das ist der Kern einer Kadenz, die einen Teil oder ein Stück abschließt und auf das Wort cadence zurückgeht. Jetzt fand man es aber über die Jahrhunderte immer attraktiver, diesen letzten Moment, bevor ein Stück ganz zum Ende kommt, zu „verzieren“ – sprich weiter hinauszuzögern, bis man dann letztendlich genussvoll in den Schluss fällt. Ein italienischer Sänger

beispielsweise sang unter großem Beifall des Publikums eine cadenza. Im klassischen instrumentalen Solokonzert wird diese Kadenz dem Solisten zur Verfügung gestellt. Ursprünglich war das ein Moment der Improvisation. Die Musiker nahmen das vorhandene musikalische Material eines Stückes und ließen ihrer Fantasie und ihrem Können freien Lauf. Über die Jahre hinweg fanden es aber auch Komponisten interessant – besonders diejenigen, die auch selbst gute Instrumentalisten waren – die Kadenz am Ende ihres Stückes selbst zu gestalten und aufzuschreiben. So gibt es heutzutage also entweder Solisten, die ihre Kadenzen selbst schreiben, bzw., wenn sie sehr souverän sind, an Ort und Stelle selbst improvisieren. Oder es gibt diejenigen Stücke, bei denen die Komponisten den Musikern die Kadenzen vorschreiben, indem sie diese als zum Werk gehörig aufgeschrieben haben. – Text: Ulrike Eickenbusch (Violoncello) –

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Schöpfung 2.0 / So, 6. Januar 2019 / Liederhalle Stuttgart, Beethoven-Saal / 20 Uhr

Walter Sittler

DIE GÖTTER SIND MENSCHEN

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Interview mit Walter Sittler zum Dreikönigskonzert „Schöpfung 2.0“

SIEBZEHN: Sie werden zwischen Auszügen aus Beethovens einzigem Ballett die Handlung erzählen. Hatten Sie als Schauspieler schon jemals mit Beethoven zu tun? WALTER SITTLER: Nur mit einer Kleinigkeit. Der amerikanische Kabarettist Tom Lehrer hat aus dem ersten Satz der 5. Sinfonie, eigentlich nur aus deren berühmtem Beginn, ein tolles Programm gemacht und ich habe in einer Weihnachtsfeier eine Nummer daraus gespielt. Aber ich liebe Beethovens Musik und beschäftige mich immer wieder damit. –4–


Schöpfung 2.0 / So, 6. Januar 2019 / Liederhalle Stuttgart, Beethoven-Saal / 20 Uhr

Wir hatten zum Beispiel hier in Stuttgart die großartigen Interpretationen der Sinfonien unter der Leitung von Sir Roger Norrington, die mich in ihrer Transparenz und Klarheit sehr begeistert haben. Und Beethoven steht mir auch deswegen nahe, weil seine Musik eine Klangsprache der Revolution ist. Nicht alle, die er geschrieben hat, aber doch sehr viele seiner wesentlichen Stücke haben mit dem Streben nach Freiheit und Gerechtigkeit zu tun.

„Beethoven steht mir auch deswegen nahe, weil seine Musik eine Klangsprache der Revolution ist.“ Walter Sittler

S: Das spielt auch in „Die Geschöpfe des Prometheus“ hinein, schon durch den Mythos vom Gott, der den Menschen das Feuer, also die Kultur brachte. Leider blieb das Handlungsbuch des damaligen Choreografen Salvatore Viganò nicht erhalten, man kann die Geschichte aber anhand der Musik und zeitgenössischer Kritiken rekonstruieren. Im Original belebt Prometheus zwei Tonfiguren, die er den Göttern zur Erziehung anvertraut. Wie läuft das in Wolfgang Beuschels neuer Textfassung ab? WS: Am Anfang steht die Menschwerdung der Geschöpfe, aber es kommt in Beuschels Version nicht zu der Parade der Musen als Lehrerinnen wie anno 1801 in Wien. Im Original endet das Stück vor der Auflehnung des Prometheus gegen die herrschenden Götter, was bei uns nicht der Fall sein wird. Zeus kann es nicht mehr ändern, dass die Menschen Vernunft bekommen haben, aber der Raub des Feuers, ohne das eine höhere Zivilisation nicht möglich ist, wird ihm zu viel. Seine Rache an Prometheus ist furchtbar, aber diesem gelingt es, sich zu befreien. Man muss die Autoritäten hin und wieder reinlegen, damit sie merken, dass auch sie mit den Füßen auf der Erde sind. S: Was haben wir uns eigentlich unter Göttern – und natürlich auch Göttinnen – vorzustellen? WS: Diese göttlichen Wesen sind Spiegelbilder der Welt. Sie sind eigentlich Menschen, die den Verlockungen der Macht erlegen und Diktatoren geworden sind. Ihre so genannte

Größe besteht aus der Unterdrückung der anderen. Leider sind sie nicht ausgestorben. Es gibt in unserer Zeit allzu viele Politiker, auf beiden Seiten des Ozeans, die sich für Götter halten und vielleicht sogar für Unsterbliche. Prometheus ist auf der Seite der Sterblichen und er nimmt unendliche Qualen auf sich, um die Menschlichkeit zu retten. Er hat eigentlich keine Chance gegen den Tyrannen, aber er macht es trotzdem. Das ist ein zeitloses Beispiel für echten Mut. S: Es gibt aber noch eine Rache des Zeus – die sprichwörtliche Büchse der Pandora als Geschenk an die Menschheit. WS: Ein Geschenk von den Göttern kann nicht gut sein. Es hat immer eine politische Schlagseite. Zeus steht für eine Politik, die den Leuten alles Mögliche verspricht, was sie nicht halten kann, ja gar nicht will. Der Mythos hat eine auch für unsere Zeit gültige Aussage. Wer will, kann das nachvollziehen. Wer das nicht will, kann eine klassische Göttergeschichte erleben. Pandora, ein aus Lehm geschaffenes Geschöpf, nach unterschiedlichen Überlieferungen eine Tochter des Feuergottes Hephaistos oder sogar des Prometheus, wird auch als erste Menschenfrau bezeichnet. Jedenfalls bringt sie in ihrer berüchtigten Büchse das Übel auf die Welt, ebenso das schöne Laster und auch die Hoffnung, die allerdings schwer aus der Büchse zu holen ist. Mit ihrem Auftritt endet das goldene, sündenfreie Zeitalter der Menschheit.

„Beethoven hat geglaubt, dass Kunst die Gesellschaft verändern kann.“ Walter Sittler

S: Da darf man auch an die biblische Eva denken. Das Goldene Zeitalter wird mitunter auch als das heroische bezeichnet. Es gibt motivische Beziehungen in der Partitur der „Geschöpfe des Prometheus“. Im Finale taucht das Thema des Finales der 3. Sinfonie, der „Eroica“, auf. Beethoven hat sich in dieser Zeit sehr mit dem Heldischen auseinandergesetzt. WS: Ja, man hat damals die so genannten Helden idealisiert und Prometheus wurde natürlich auch als solcher gesehen. Dieser Kult des Heroischen hat viele Musiker zu unglaublichen musikalischen Taten verführt. Aber Beethoven hat das Dilemma gespürt –5–

„Theater ist meine berufliche Heimat, ja eigentlich die einzige Heimat, die ich habe.“ Walter Sittler

und überwunden. In seinen letzten Streichquartetten ist davon nichts mehr da. Er hat geglaubt, dass Kunst die Gesellschaft verändern kann. Darum mögen Diktatoren die Kunst nicht so gerne oder versuchen, sie in ein Korsett zu zwängen und für ihre Zwecke zu benützen. S: Wird es in der Erzählung auch melodramatische Szenen geben? WS: Ich kann mir gut vorstellen, in einigen Passagen zur Musik zu sprechen. Das wird sich aber erst bei den Proben entscheiden. Ich kann Noten lesen und mache Ähnliches auch in meinen Soloprogrammen über Erich Kästner oder Dieter Hildebrandt, habe es auch schon in Strawinskys „Geschichte vom Soldaten“ getan. Das gehört zum Theater. Und Theater ist meine berufliche Heimat, ja eigentlich die einzige Heimat, die ich habe. – Interview: Gottfried Franz Kasparek –

SCHÖPFUNG 2.0 Sonntag, 6. Januar 2019, 20 Uhr Liederhalle Stuttgart, Beethoven-Saal —

WALTER SITTLER Sprecher MATTHIAS FOREMNY Leitung

GEORGES BIZET Sinfonie Nr. 1 C-Dur LUDWIG VAN BEETHOVEN Die Geschöpfe des Prometheus (Text von Wolfgang Beuschel)


Die Farben der Marimba / Do, 14. Februar 2019 / Liederhalle Stuttgart, Mozart-Saal / 19.30 Uhr / Einführung: 18.45 Uhr

MAN HÖRT DAS PUBLIKUM IN DER PAUSE WEITERSUMMEN! ?

Interview mit Katarzyna Myćka zum Konzert „Die Farben der Marimba“

SIEBZEHN: Katarzyna Myćka, Sie zählen zu den bekanntesten Marimba-Solististinnen der Welt. Ihr erstes Instrument war allerdings das Klavier, zum Schlagzeug sind Sie erst im Alter von 16 Jahren gewechselt. Was begeistert Sie besonders an der Marimba? KATARZYNA MYĆKA: Ja, die Liebe zu Marimba hat sich während der Studien an den Hochschulen in Gdańsk (Danzig), Stuttgart

DIE FARBEN DER MARIMBA Donnerstag, 14. Februar 2019, 19.30 Uhr Liederhalle Stuttgart, Mozart-Saal Einführung um 18.45 Uhr —

und Salzburg herauskristallisiert. Wobei ich ehrlich sagen muss, dass mein Herz bei fast allen Schlaginstrumenten schneller geschlagen hat! Das Üben nimmt kein Ende, jedes Instrument möchte gesondert gelernt und studiert werden, bei den Solowerken für Multipercussion hat man bei jedem neuen Stück ein quasi neues Instrument (Instrumentengruppe) vor sich – und das ist doch faszinierend! Der Klang des Instruments Marimba One hat mich bei einem Meisterkurs 1993 magnetisch angezogen. Meine Entscheidung für dieses Instrument kam nach zwei gewonnenen Wettbewerben (Luxemburg 1995, Stuttgart 1996) und nach dem Kauf einer fantastischen fünf-oktavigen Marimba.

„Der Klang hat mich magnetisch angezogen.“ Katarzyna Myćka

KATARZYNA MYĆKA Marimba MATTHIAS FOREMNY Leitung

LUIGI BOCCHERINI Sinfonie Nr. 17 A-Dur op. 35 Nr. 3 NEY ROSAURO Concerto Nr. 2 für Marimba und Streicher JOHANN SEBA STIAN BACH Cembalo-Konzert d-Moll BMV 1052 (bearbeitet für Marimba) JOSEPH HAYDN Sinfonie Nr. 47 G-Dur „Das Palindrom“

S: Ihr Spiel beeindruckt gerade auch durch die tänzerische und artistische Energie, mit der Sie bis zu sechs Schlägel gleichzeitig beherrschen. Erfordert dies ein spezifisches Körpertraining? KM: Diese Bemerkung höre ich nach vielen Konzerten: „Sie tanzen ja!“ oder „Sie brauchen ja keinen Sport!“ Alles nur halb richtig. Natürlich braucht jeder von uns Sport und eine kluge Körperhaltung. Ich halte Schlaginstrumente eigentlich für eine sehr gesundheitsfördernde Gruppe. Wir bewegen uns meistens auf verschiedene Arten, wechseln oft die Haltung und Spielart. Eine Geige, Flöte oder Gitarre hingegen sind etwas einseitiger. Nichts desto trotz braucht man natürlich Kondition und Training. S: Sie setzen sich sehr für die Popularisierung des Instruments ein und haben 2003 Ihre eigene Akademie, die IKMMA (Internationale Katarzyna Myćka Marimba Akademie) gegründet­­­. Worauf legen Sie dabei großen Wert? –6–

KM: Die IKMMA habe ich ins Leben gerufen zu einem Zeitpunkt, als es noch kaum gezielte Marimba-Ausbildungsstätten gab. Sie startete in Wroclaw und findet seither für 32 Studierende aus der ganzen Welt alle zwei Jahre an verschiedenen Orten statt: an den Musikhochschulen von Frankfurt, Nürnberg, Hannover, Luxemburg, zuletzt in Arcata/ Kalifornien und 2019 nun in Gdańsk. Es war mir wichtig, ein Netzwerk zu schaffen aus engagierten Leuten, die gerne miteinander musizieren, voneinander lernen und nicht unter Spannung des Wettbewerbs stehen. Dieser Kurs erfreut sich großer Beliebtheit, da es wohl der intensivste ist: mit täglichem Unterricht, Konzerten und Ensemblespiel. Ich versuche auch zwischen den Editionen die Leute zu betreuen, mit manchen entwickeln sich langjährige musikalische Freundschaften. S: Im Konzert spielen Sie einen „Klassiker“, das zweite Marimba-Konzert des brasilianischen Komponisten Ney Rosauro. Die Fassung für Marimba und Streicher ist Ihnen gewidmet. Woher kennen Sie Ney Rosauro? KM: Ney kenne ich seit 1994. Sein erstes Konzert für Marimba und Streichorchester war mein Diplomstück und das erste eigenständige solistische Konzert mit einem Orchester (die Philharmonie in Gdańsk). Damals habe ich ihn kontaktiert, um die Orchesterstimmen zu bekommen. Wir haben uns bei verschiedenen Meisterklassen getroffen, seit einigen Jahren verbindet uns eine gute Freundschaft. S: Und was schätzen Sie an Rosauros zweitem Marimba-Konzert? Die drei Sätze tragen suggestive Titel: „Water Running in High Mountain“, „Reflections and Dreams“ und „Walking on Clouds“ ... KM: Die witzige südamerikanische Rhythmik bringt sofort gute Laune und die eingängigen Melodien hört man das Publikum teilweise noch in der Pause weitersummen! Die Titel der einzelnen Sätze klingen


Die Farben der Marimba / Do, 14. Februar 2019 / Liederhalle Stuttgart, Mozart-Saal / 19.30 Uhr / Einführung: 18.45 Uhr

recht poetisch, wurden aber vom Komponisten aus verschiedenen Stellungen des Tai-Chi übertragen. Der Zeitpunkt des Komponierens hat sich wohl mit der wachsenden Begeisterung für diese chinesische innere Kampfkunst gekreuzt.

„Bachs Musik empfinde ich als Heiligtum.“

Der Tonumfang ist der gleiche, daher muss man nichts verlegen, was ich nach Möglichkeit vermeide. Bachs Musik empfinde ich als ein Heiligtum. Und d-Moll ist eine traurige Tonart, die durch ihre besondere Farbe einen tiefen Sinn hat. Dieses Konzert bedeutet für mich eine große technische Herausforderung und eine tiefe seelische Befriedigung. Dieser Aufgabe stelle ich mich mit großem Respekt und großer Freude. – Interview: Anne Sophie Meine –

Katarzyna Myćka

Katarzyna Myćka

S: Da die Marimba in ihrer jetzigen Form ein so junges Instrument ist, ist das Konzertrepertoire noch gut erweiterbar, z. B. durch Transkriptionen anderer Stücke. Stammt die Bearbeitung von Bachs Cembalo-Konzert d-Moll BWV 1052 von Ihnen selbst? KM: Bachs d-Moll Konzert BWV 1052 gehört immer noch zu meinen absoluten Favoriten – nicht nur auf der Marimba! Ja, die Bearbeitung habe ich selbst angefertigt und der erste Anreiz hier ist, so viel von der Cembalo-Stimme zu übernehmen wie nur möglich.

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Bilder einer Ausstellung / Fr, 8. März 2019 / Liederhalle Stuttgart, Mozart-Saal / 20 Uhr / Einführung: 19.15 Uhr

KLINGENDE BILDER UND EIN BESONDERES INSTRUMENT Das Saxophon, ein junges Instrument, steht im Mittelpunkt des Abo-Konzerts am 8. März. Und die „Bilder einer Ausstellung“. In Modest Mussorgskis Klavierzyklus sind es ganz konkrete Bilder, die der Komponist tatsächlich in einer Ausstellung gesehen hat. Doch hat er nicht nur die Bilder illustriert, sondern auch deren Hintergründe. Und das, was er beim Betrachten gefühlt hat. Musik kann viele Bilder erzeugen, auch wenn sie absolut ist. Bilder, die im inneren Auge der Menschen entstehen, die den Klängen lauschen. Zum Beispiel, wenn es, wie in Moritz Eggerts einleitendem Stück, um „bestimmte Momente

BILDER EINER AUSSTELLUNG Freitag, 8. März 2019, 20 Uhr Liederhalle Stuttgart, Mozart-Saal Einführung um 19.15 Uhr —

ASYA FATEYEVA Saxophon MATTHIAS FOREMNY Leitung

MORITZ EGGERT Tetragrammaton ALEXANDER GLASUNOV Saxophon-Konzert SERGEI RACHMANINOW „Vocalise“ bearbeitet für Altsaxophon und Orchester MODEST MUSSORGSKI Bilder einer Ausstellung (in der Fassung der Camerata Bern von Jorma Harkonen)

des Abhebens“ geht. Oder wenn ein Altsaxophon die für eine singende Frau bestimmte, verzaubernde „Vocalise“ von Sergej Rachmaninow interpretiert. Das Saxophon wurde 1840 vom einfallsreichen belgischen Instrumentenbauer Adolphe Sax in Paris erfunden. Er dachte dabei an neue Klänge zwischen Oboe und Klarinette im Sinfonieorchester und in der Militärmusik und ahnte nicht, welche Karriere sein Kind im Jazz machen würde. Mit rauchigen Tönen und fetzigen Akkorden. Diese Karriere wurde so bestimmend, dass viele Leute wenig über das Saxophon in der sinfonischen Musik wissen. Da hat es aber auch seinen Platz, zum Beispiel sogar in der Instrumentierung der „Bilder einer Ausstellung“ von Maurice Ravel. Und in einem Konzert des unterschätzten russischen Spätromantikers Alexander Glasunov, den man eher noch von einem anderen Stück kennt, nämlich seinem Violinkonzert. Vielleicht auch noch vom Ballett „Raymonda“ und sensiblen Streichquartetten. Das Saxophon war die späte Liebe des 1930 freiwillig aus der Sowjetunion nach Frankreich emigrierten Komponisten, das Konzert dafür ist sein letztes Werk und gehört seit 1934 zum Standardrepertoire der Virtuosen auf dem Altsaxophon. Diesmal ist es eine Virtuosin. Asya Fateyeva ist 28 Jahre jung und kommt von der Krim. Seit 2005 lebt sie in Deutschland und war 2014 die erste Preisträgerin des internationalen Sax-Wettbewerbs. Vor ihr gab es nur Preisträger, war das Instrument doch lange Zeit eine ziemlich „reine“ Männersache. Als „Sensation für die Musikwelt“ bezeichnete sie die FAZ, als „virtuos und souverän“ der SWR. Im „Spiegel“ war zu lesen: „Glänzend beim Jazz, Kellerkind im Konzertsaal: Das Saxophon spielt viele Rollen. Asya Fateyeva bläst das Instrument mit frischem Ansatz, ungewöhnlich und zeitgenössisch.“ Sie selbst wünscht sich, „dass das klassische Saxophon seinen ganz selbstverständlichen Platz im Musikleben bekommt.“ Ausgebildet bei französischen Meistern, liegt ihr doch das „russische Musizieren“ ganz besonders am Herzen. Dabei haben bislang nur zwei Russen, Glasunov und Edison Denisov, erfolgreiche Saxophonkonzerte geschrieben. Und –8–


Bilder einer Ausstellung / Fr, 8. März 2019 / Liederhalle Stuttgart, Mozart-Saal / 20 Uhr / Einführung: 19.15 Uhr

der Georgier Giya Kancheli. Das Repertoire ist sehr französisch – Debussy, Ibert, Milhaud, Tomasi, um nur ein paar bekannte Namen zu nennen. Asya Fateyeva erforscht es mit Verve und stupendem Können, mit Sopran- und Altsaxophon, mit brillanten und leisen Tönen. Und scheut auch vor gewagten Arrangements, etwa von Mozarts Klarinettenkonzert, nicht zurück. Mozart hätte seine Freude damit, denn er mochte neue Klangfarben. Sehr gerne ermuntert Asya Fateyeva auch junge Komponistinnen und Komponisten, für ihr Instrument Novitäten zu schreiben.

„Glänzend beim Jazz, Kellerkind im Konzertsaal: Das Saxophon spielt viele Rollen. Asya Fateyeva bläst das Instrument mit frischem Ansatz, ungewöhnlich und zeitgenössisch.“ Spiegel (2016)

Am Ende des Konzerts unter Chefdirigent Matthias Foremny werden die „Bilder einer Ausstellung“ erklingen. Ausnahmsweise ohne den Kurzauftritt des Saxophons im „Alten Schloss“, sondern in einer exquisiten Version für Streichorchester, die von Jorma Harkonen für die „Camerata Bern“ kreiert wurde. Und auch da entstehen prächtige, erhebende, unterhaltende, berührende klingende Bilder – die originalen Vorbilder kann man, aber muss man nicht wirklich kennen.

Asya Fateyeva

– Text: Gottfried Franz Kasparek –

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Souvenir de Florence / Sa, 13. April 2019 / Liederhalle Stuttgart, Mozart-Saal / 20 Uhr / Einführung: 19.15 Uhr

SOUVENIR DE FLORENCE Samstag, 13. April 2019, 20 Uhr Liederhalle Stuttgart, Mozart-Saal Einführung um 19.15 Uhr —

Susanne von Gutzeit

SUSANNE VON GUTZEIT Violine und Leitung

SERGEI PROKOFJEW Visions fugitives op. 22, für Streichorchester arrangiert von Rudolf Barschai und Richard Tognetti (Auswahl) JOHANN PETER SALOMON Romanze für Violine und Streichorchester D-Dur JOSEPH HAYDN Violinkonzert G-Dur PJOTR IL JITSCH TSCHAIKOWSKY Streichsextett d-Moll op. 70 „Souvenir de Florence“

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Souvenir de Florence / Sa, 13. April 2019 / Liederhalle Stuttgart, Mozart-Saal / 20 Uhr / Einführung: 19.15 Uhr

MIT FINGERSPITZENGEFÜHL „Souvenir de Florence“ ist der Titel des facettenreichen Programms, das Susanne von Gutzeit, Konzertmeisterin und Solistin dieses Konzerts, zusammengestellt hat. „Souvenir de Florence“ nannte Pjotr Tschaikowsky (1840 – 1893) sein Streichsextett op. 70, das er im Sommer 1890 in Frolowskoje komponierte. Nach Florenz hatte er sich heftig gesehnt. Dorthin war er im Januar 1890 geflohen, um sich von hektischen Probenwochen zu erholen und ungestört seine Oper „Pique Dame“ nach Puschkin (ein Triumph) komponieren zu können. Tatsächlich konnte er diese in nur 44 Tagen fast fertigstellen. Florenz hatte ihm Glück gebracht. Aber Erholung? Sein Tagebuch spricht Bände: Das Wetter war oft „scheußlich“. Sein Diener und Begleiter Nasar hatte sich den Fuß verstaucht. Ein Brief bezüglich der Forderungen seiner Frau, von der Tschaikowsky seit der Heirat getrennt lebte, bereitete ihm großen Verdruss. Die Opernabende beleidigten sein kritisches Ohr. Sein Arbeitsfuror erschöpfte ihn derart, dass er schließlich krank ins Bett fiel. Kurz: das selbst gewählte italienische Exil lässt sich stimmungsmäßig als heiß-kalte Achterbahnfahrt beschreiben. „Heiß-kalt“ sind auch die vier von starken Gefühlskontrasten und leuchtenden Szenen geprägten Sätze des „Souvenir de Florence“. Wie viel Italien in den ersten beiden Sätzen und wie viel Russland in den beiden letzten steckt, ist dabei nur vordergründig entscheidend. In der strengen Form eines Sextetts mit „sechs unabhängigen Stimmen“ hat Tschaikowsky nicht nur Motive aus „Pique Dame“ verarbeitet. Sein ganzes Sehnen und Erleben ist hier aus der Erinnerung heraus mit sinfonischer Verve und echtem Herzblut hineingeflossen. Ganz anderer Natur, dabei nicht minder kreativ war Tschaikowskys Landsmann Sergei Prokofjew (1891 – 1953). „Selbstbewusstsein“ und „Optimismus“ sind die Schlagworte, mit denen sich dieser selbst charakterisierte. Den Klavierzyklus der „Visions fugitives“ – hier in einer Orchestrierung von Rudolf Barshai – vollendete Prokofjew im Sommer 1917 auf dem Lande bei St. Petersburg, kurz nach seinem 1. Violinkonzert und der Klassischen Sinfonie. Und kurz vor seiner großen Ame-

rika-Reise, von der er als „Russlands größter lebender Komponist“ (Time Magazine) am Beginn einer großen Karriere zurückkehrte. Schon als Kind hatte Prokofjew pianistische, oft auf Freunde gemünzte Miniaturen zu Zyklen zusammengefasst und musikalische Geistesblitze auf Zetteln gesammelt. Die „Visions fugitives“ (flüchtige Visionen) sind charakterlich sehr verschiedene, experimentierfreudige Aphorismen (von lebhaft, introspektiv oder frech bis eigensinnig) und erhielten ihren Titel nach einem Gedichtvers des symbolistischen Lyrikers Konstantin Balmont.

„In jeder flüchtigen Vision erblicke ich Welten, erfüllt vom Wechselspiel der Regenbogenfarben.“ Konstantin Balmont (1867 – 1942) (Sergej Prokofjew: Aus meinem Leben, hg. von Willi Reich, Zürich, 1962, S. 57)

Wäre Johann Peter Salomon (1745 – 1815) nicht gewesen, hätte Prokofjew nicht die große Ehre gehabt, von der Royal Philharmonic Society mit der Goldmedaille des Jahres 1944 ausgezeichnet zu werden. Der gebürtige Bonner Salomon – Violinist, Dirigent, Impresario und Komponist und bedeutendster Förderer und Gestalter des Londoner Musiklebens – hatte diese ehrwürdige Vereinigung mitgegründet. Sein größtes Verdienst in den Augen der Engländer steht auf seinem Grabstein in Westminster Abbey zu lesen: „Er brachte 1791 und 1794 Haydn nach London.“ Haydn schrieb für ihn auch einige Soli, darunter eines mit der witzigen Anweisung: „Salomon solo, ma piano!“ Obwohl sein Ton zwar „nicht ganz hervorragend“ sei, „wird er (...) in seinem pathetischen Ausdruck von keinem – 11 –

übertroffen“, stellte die Kritik bewundernd fest. „Er ist sehr empfindsam, er ist ein Genie.“ Die in weiten melodischen Bögen sanft schwingende Romanze, in der die Solovioline vom Orchester wie auf Händen getragen wird, schrieb Salomon in den frühen 1790er Jahren vermutlich als Zugabe für eines seiner Konzerte.

„Ich freue mich auf dieses Abenteuer.“ Susanne von Gutzeit

Gut 30 Jahre vor den großen Londoner Sinfonien von Joseph Haydn (1732 – 1809) und noch vor dessen Beförderung zum Ersten Kapellmeister am Hof von Esterházy entstand das frühklassische Violinkonzert G-Dur. „Es gibt kaum etwas Erfrischenderes für Geist und Seele, als Haydn zu spielen“, antwortet Susanne von Gutzeit auf die Frage nach der Wahl dieses Stücks. „Sein singulärer Erfindungsreichtum und sein kindlich-übermütiger Humor sind einfach ansteckend. Das Violinkonzert in G-Dur zählt nicht gerade zu seinen komplexesten Werken. Aber gerade dadurch lässt es viel Raum für eigene spielerische Kreativität. Bei allem berechtigten Ringen um den originalgetreuen Urtext: Im 18. Jahrhundert war es für die Interpreten eine Selbstverständlichkeit, unveränderte Wiederholungen mit Umspielungen und Verzierungen je nach Geschmack und Können zu 'würzen'. Mal kann man sich dabei so richtig austoben, an anderer Stelle braucht es viel Fingerspitzengefühl – jedenfalls bleibt das Werk, wenn man sich diese Freiheit nimmt, bei jeder Aufführung frisch und spannend. Ich freue mich auf dieses Abenteuer!“ – Text: Anne Sophie Meine –


Unsere Förderer und Sponsoren

FÖRDERN MACHT FREU(N)DE! Förderer des SKO stellen sich vor

Das Stuttgarter Kammerorchester wird von einem treuen Freundeskreis gefördert, der mit großen Engagement die Konzerte, Uraufführungen, sozialen Projekte und die Nachwuchsförderung des Ensembles unterstützt. Grund genug, die Mitglieder der SKO-Familie einmal vorzustellen …

ELLA & JULE SCHWEIKERT

Ella (*2008) und Jule (*2005) sind frisch gebackene Young Friends und spielen beide Violine im Jungen Streichorchester Weil im Schönbuch, dem Patenorchester des SKO. Wir wollten die jungen Musikerinnen näher kennenlernen:

Was schätzt ihr an der Zusammenarbeit zwischen eurem ­Jugend­orchester und dem SKO ganz besonders? Die älteren Spielerinnen und Spieler aus unserem Orchester durften schon bei Konzerten mit dem SKO zusammenspielen. Das war toll, sehr spannend und eine Ehre für alle. Wir haben einen Teil des SKO dieses Jahr beim Bartók-Festival in Sindelfingen näher kennenlernen, solistisch hören und mit ihnen sogar, z. B. im Duo, spielen dürfen. Wir erleben so viele Vorbilder und es ist lehrreich und interessant, einen kleinen Einblick in den Beruf des Profimusikers und des Dirigenten, Herrn Foremny, zu bekommen und so wertvolle Instrumente zu hören. Wann habt ihr das SKO zum ersten Mal spielen hören und wo würdet ihr das Orchester gerne mal erleben? Durch die intensive Kooperation unseres Orchesters mit dem SKO durften wir gleich von Anfang an z. B. bei offenen Proben dabei sein: Im Mai 2016 bei den Proben des SKO mit Anne-Sophie Mutter oder mit Nicolas Altstaedt im Januar 2017 und eben bei einigen Konzerten. Wir würden das SKO gerne einmal wieder spielerisch so nah erleben, wie etwa im Kunstmuseum Stuttgart am 31. Oktober. Es war ein beeindruckendes Erlebnis, den Musikern im Abstand von nur fünf Metern während des Konzerts so nah zu sein, als würde man selbst mit auf der Bühne sitzen.

Ist Klassik euer Lieblingsgenre oder hört ihr auch andere Musikrichtungen? Wir hören alles Mögliche, unsere Eltern sind Musiklehrer und so bekommt man viele Stilrichtungen mit. Unser Lehrer, Herr Scheungraber, ist auch offen für alles, aber die klassische und auch zeitgenössische Musik steht im Unterricht schon im Vordergrund. 2017 war ich (Jule) mit unserem Jugendorchester in Irland auf Konzertreise und dort haben wir uns auch intensiv mit irischer Musik aus erster Hand beschäftigt. Wie viele Stunden in der Woche übt bzw. spielt ihr auf euren Instrumenten? Wir haben noch ein zweites, zeitintensives Hobby, das uns auch sehr viel Spaß macht. Wenn wir die Orchesterprobe, den Solounterricht und das Üben je nach anfallendem Schulengagement zusammenrechnen, komme ich (Ella) auf ungefähr vier intensive Wochenstunden und ich (Jule) auf ungefähr fünf Stunden. Es kommt auch darauf an, ob z. B. interne Vorspiele oder „Jugend musiziert“ anstehen. Wir versuchen schon jeden Tag zu üben, aber das klappt zeitlich nicht immer. Was bedeutet das SKO für euch ganz persönlich? Unser Gefühl nach allem Erlebten mit dem tollen SKO: Sie „kennen“ uns und wir „kennen“ sie! Das liegt auch daran, weil Familie Scheungraber, Herr Foremny, das Orchester und das SKO-Team uns so toll anleiten und begleiten. Es ist wie eine große, musikalische Familie, die sich über die Musik kennenlernen durfte und noch hoffentlich lange kennenlernen darf!

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Unsere Förderer und Sponsoren

DR. MARC NATUSCH

Dr. Marc Natusch (*1976) unterstützt seit vielen Jahren das SKO als Kurator. Er führte 15 Jahre mittelständische Bauzulieferunternehmen und gründete vor kurzem ein Start-Up, das sich mit digitalen Planungsprozessen für Smart Homes und andere Baugewerke ­beschäftigt. Wir haben ihm ebenfalls einige Fragen gestellt:

Was hat Sie dazu bewogen, das SKO zu fördern? Kultur schafft eine kollektive Identität und das liegt mir am Herzen – sinnstiftende Gemeinsamkeiten aufzubauen. Mir war wichtig, als Vertreter einer jüngeren Generation das Orchester zu unterstützen, damit die Errungenschaften derer, die das Orchester seit Jahren tragen, weitergeführt werden können. Wann haben Sie das SKO zum ersten Mal spielen hören und wo würden Sie das Orchester gerne mal erleben? In der Scheune von Graf Adelmann wurde eine Komposition von Milko Kelemen uraufgeführt. Ich tat mich damit sehr schwer! Als das SKO dasselbe Stück in der Liederhalle erneut vortrug, waren meine Ohren und mein Kopf dann „reif“ dafür und nahmen es ganz anders wahr. Das zeigte mir, wie wichtig es ist, sich neuen Kompositionen zu stellen. Mein Traum ist es, das

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Orchester bei einer Reise ins Ausland zu begleiten – namentlich nach Asien. Spielen Sie selbst ein Instrument? Ich habe mich acht Jahre lang be- und gemüht Klavier zu spielen und bin dazu übergegangen, das Musizieren talentierteren Menschen zu überlassen. Ist Klassik Ihr Lieblingsgenre oder hören Sie auch andere Musikrichtungen? Ich bin Freund der Klassik und des Jazz. Was bedeutet das SKO für Sie ganz persönlich? Ein Stück Stuttgart – ein Stück Heimat – ein großes Vergnügen, diese Mannschaft zu sehen und zu hören.

07.08.18 12:47


Konzerte des Stuttgarter Kammerorchesters von Januar bis April 2019

KONZERTE Konzert

Termin und Veranstaltungsort

Stuttgarter Kammerorchester +

Komponisten

Schöpfung 2.0 (Dreikönigskonzert)

6. Januar / 20 Uhr Liederhalle Stuttgart, Beethoven-Saal

Walter Sittler – Sprecher Matthias Foremny – Leitung

Georges Bizet Ludwig van Beethoven

Gastspiel in Hechingen (Baden-Württemberg-Tour)

27. Januar / 11.15 Uhr Alte Synagoge

Susanne von Gutzeit – Leitung

Max Reger Felix Mendelssohn Bartholdy Ödön Partos Pjotr Iljitsch Tschaikowsky

Gastspiel in Winnenden (Baden-Württemberg-Tour)

8. Februar / 19 Uhr Kärcher Auditorium

Paul Meyer – Leitung

Wolfgang Amadeus Mozart Benjamin Britten Pjotr Iljitsch Tschaikowsky Ludwig van Beethoven

Die Farben der Marimba (SKO-Sternstunde)

14. Februar / 19.30 Uhr Liederhalle Stuttgart, Mozart-Saal

Katarzyna Myćka – Marimba Matthias Foremny – Leitung

Luigi Boccherini Ney Rosauro Johann Sebastian Bach Franz Joseph Haydn

Gastspiel in Weingarten

16. Februar / 20 Uhr Kultur- und Kongresszentrum Oberschwaben

Katarzyna Myćka – Marimba Matthias Foremny – Leitung

Luigi Boccherini Ney Rosauro Johann Sebastian Bach Franz Joseph Haydn

Gastspiel in Dresden

23. Februar / 20 Uhr Frauenkirche

Susanne von Gutzeit – Leitung

Wolfgang Amadeus Mozart Joseph Lanner Fritz Kreisler Arnold Schönberg

Gastspiel in Basel

28. Februar / 19.30 Uhr Martinskirche

Matthias Foremny – Leitung

Sergei Rachmaninoff Alexander Glasunov Modest Mussorgski

Gastspiel Bad Homburg

1. März / 19.30 Uhr Schlosskirche

Matthias Foremny – Leitung

Franz Liszt Alexander Glasunov Sergei Rachmaninoff Modest Mussorgski

Bilder einer Ausstellung (Abo-Konzert)

8. März / 20 Uhr Liederhalle Stuttgart, Mozart-Saal

Asya Fateyeva – Saxophon Matthias Foremny – Leitung

Moritz Eggert Alexander Glasunov Sergei Rachmaninoff Modest Mussorgski

Gastspiel in Bad Kreuznach

10. März / 18 Uhr Rudi-Müller-Saal

Susanne von Gutzeit – Leitung

Wolfgang Amadeus Mozart Joseph Lanner Fritz Kreisler Arnold Schönberg

Konzertreise nach Indien

18. – 31. März Dehli, Kalkutta, Chennai, Bangalore, Goa, Pune, Mumbai

Bogdan Božović – Leitung

Johann Sebastian Bach Sandeep Bhagwati (Auftragskomposition) Johannes Brahms

13. April / 20 Uhr Liederhalle Stuttgart, Mozart-Saal

Susanne von Gutzeit – Violine und Leitung

Sergej Prokofjew Johann Peter Salomon Franz Joseph Haydn Pjotr Iljitsch Tschaikowsky

Januar

Februar

März

April Souvenir de Florence (Abo-Konzert)

Karten für die Konzerte des Stuttgarter Kammerorchesters in Stuttgart

Abo-Konzerte der Kulturgemeinschaft / Kulturgemeinschaft Stuttgart e. V. / www.kulturgemeinschaft.de / Tel.: 0711 /22 477 20 SKO-Sternstunden / reservix / www.reservix.de / Tel.: 01806 / 700 733 / und an allen bekannten reservix-Vorverkaufsstellen oder beim Stuttgarter Kammerorchester – 14 –


Auch wir haben den Bogen raus... ...mit unserem umfassenden Dienstleistungsportfolio rund um die Immobilie. Ob Heiz- oder Betriebskostenabrechnung, ob Rauchwarnmelder-Service, Legionellenprßfung oder Energieausweis – alle Services aus einer Hand. Und drumherum noch vieles mehr.

minol.de


Impressum

Stuttgarter Kammerorchester e. V. / Johann-Sebastian-Bach-Platz, 70178 Stuttgart / Tel.: 0711 / 619 21 21 / E-Mail: office@sko-stuttgart.com / Website: www.stuttgarter-kammerorchester.com / Facebook: www.facebook.com/sko.stuttgart / Instagram: www.instagram.com/sko.stuttgart / Youtube: www.youtube.com/user/StgtKammerorchester / Für den Inhalt verantwortlich: Markus Korselt / Redaktion: Susann Elsner / Interviews und Texte: Anne Sophie Meine, Gottfried Franz Kasparek / Fotonachweis: Reiner Pfisterer (Titelbild auf Vorder- und Rückseite, Wolfgang Kussmaul), Jochen Bubeck (Markus Korselt), Steffi Henn (Walter Sittler), Katarzyna Myćka (Katarzyna Myćka), Neda Navaee (Asya Fateyeva), Jona Laffin (Susanne von Gutzeit), Patricia Schweikert-Laube (Ella und Jule Schweikert), Michael Ruder (Dr. Marc Natusch) / Gestaltung: Citygrafic Designoffice­­­, 6020 Innsbruck / Druck: WIRmachenDRUCK GmbH, 71522 Backnang / Stand: Dezember 2018 / Rechte, Druck- und Satzfehler sowie Besetzungs- und Programmänderungen vorbehalten.

Siebzehn - Das Magazin des Stuttgarter Kammerorchesters  

3. Ausgabe, Januar 2019

Siebzehn - Das Magazin des Stuttgarter Kammerorchesters  

3. Ausgabe, Januar 2019

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