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Nr. 3 • 17. Jänner 2010 | www.sonntagsblatt.at Bischofplatz 2, A-8010 Graz, Postfach 872 • Telefon 0 31 6/80 41-111 • DVR: 0029874/115 • € 0,60 • Verlagspostamt A-8020 Graz • P.b.b. • GZ 02Z032422 W

für Steiermark Seite 3:

Die größere Gerechtigkeit Was bedeutet heute Gerechtigkeit, wenn es um den CO2Ausstoß geht, wenn andere Sichtweisen als die eigene gesellschaftsfähig werden oder wenn Vergeltung die logische Reaktion zu sein scheint?

Seite 10:

Rettend barmherzig Keine Berührungsängste mit dem heißen Eisen des Umgangs mit Geschiedenen und Wiederverheirateten zeigten die Teilnehmer der Pastoraltagung in Salzburg-St. Virgil. Seite 16:

Auf der anderen Seite des Weges Eine Mutter schreibt an ihren toten Sohn. Das hilft ihr, mit dem schmerzlichen Verlust umzugehen.

Der Stern leuchtet Ausgelassene Könige. Mit dem traditionellen Sternsingertreffen fand die heurige Dreikönigsaktion in Pistorf in der Weststeiermark ihr Ende. Vor der Tür herrschte heftiges Schneetreiben, in der Sulmtalhalle waren 1000 junge „Hoheiten“ zu Recht in Feierstimmung. Sie haben gemeinsam mehr ersungen als im Vorjahr. Seiten 12/13 Foto: Neuhold

◗ Namenstage Priska (18. Jänner) erlitt unter Kaiser Nero das Martyrium. Sie wird manchmal mit einem Löwen dargestellt, der sie verschont haben soll. Sebastian (20. Jänner) wird in unseren Kirchen häufig dargestellt als ein von Pfeilen Durchbohrter. Der Märtyrer aus der Zeit Diokletians ist Pestpatron.


Sonntag

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◗ GOTTESDIENSTKALENDER 17. Jänner: 2. Sonntag im Jahreskreis (grün). Gloria, Credo, Sonntagspräfation. – 1. Lesung: Jes 62,1–5; Antwortpsalm: Ps 96,1–4.6–7.10; 2. Lesung: 1 Kor 12,4–11; Evangelium: Joh 2,1–11. – Grünes Stundenbuch: 2. Woche. 18. Jänner: Montag (grün). Lesung: 1 Sam 15,16–23; Evangelium: Mk 2,18–22. 19. Jänner: Dienstag (grün). Lesung: 1 Sam 16,1–13; Evangelium: Mk 2,23–28. 20. Jänner: Mittwoch (grün). Lesung: 1 Sam 17,32–33.37.40–51; Evangelium: Mk 3,1– 6. –– Oder: Fabian, Papst und Märtyrer (rot). – Oder: Sebastian, Märtyrer (rot). 21. Jänner: Donnerstag (grün). Lesung: 1 Sam 18,6–9;19,1–7; Evangelium: Mk 3,7– 12. – Oder: Meinrad, Mönch, Einsiedler und Märtyrer (rot). – Oder: Agnes, Jungfrau und Märtyrin (rot). 22. Jänner: Freitag (grün). Lesung: 1 Sam 24,3–21; Evangelium: Mk 3,13–19. – Oder: Vinzenz, Diakon und Märtyrer (rot). 23. Jänner: Samstag (grün). Lesung: 2 Sam 1,1–4.11–12.17.19.23–27; Evangelium: Mk 3,20–21. Oder: Heinrich Seuse, Ordenspriester und Mystiker (weiß). – Oder: Marienmesse an Samstagen (weiß). Marienpräfation. 24. Jänner: 3. Sonntag im Jahreskreis (grün). Gloria, Credo, Sonntagspräfation. – 1. Lesung: Neh 8,2–4a.5–6.8–10; Antwortpsalm: Ps 19,8–10.12.15; 2. Lesung: 1 Kor 12,12–31a (oder: 12,12–14.27); Evangelium: Lk 1,1–4; 4,14–21.

Die Stimme der Kirche wird sofort falsch, wenn sie ‚ausgewogen‘ ergeht… Also zugunsten der Reichen wie der Armen, der Herrschenden wie der Beherrschten, der Anerkannten wie der mit Füßen Getretenen… Wer die Welt nüchtern betrachtet, sieht sofort, jedenfalls sieht es der Christ, dass in ihr nichts ausgewogen ist und also nichts ausgewogen gesagt werden kann. Jörg Zink

„Christus – Licht der Welt“: Ökumenisch wurde mit diesem Motto im Essener Dom die „Kulturhauptstadt Europas Ruhr 2010“ eröffnet (Mitte: Bischof FranzJosef Overbeck, zwischen dem evangelischen Präses Nikolaus Schneider und dem griechisch-orthodoxen Metropoliten Augoustinos Lambardakis). Foto: KNA

Liebeserklärung mal zwei Jörg Zink: Das ist die vordringliche Aufgabe der Kirchen: den Menschen beistehen. Für sie eintreten … Was uns dabei immer wieder auffiel (beim Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin – Anmerkung der Redaktion), war der Eindruck, wir Christen, gleich welcher Couleur (welcher Farbe), kämen von viel zu viel her und gingen auf viel zu wenig zu. Wir lebten viel zu viel nach Plan und Vorschrift und wüssten viel zu wenig von offenen, noch nicht festgelegten Wegen. Wir türmten zu viel von oben auf die Erde und erstickten dabei, was aus der Erde wachsen will, aus dem lebendigen Wurzelwerk des Volkes Gottes. Wir achteten noch immer zu viel auf unsere Oberlehrer, Oberrichter und Oberherren und zu wenig auf die Freiheit der Töchter und Söhne Gottes. Es liegt uns nichts daran, ob der eine oder andere von uns in Einzelfragen den Sieg davonträgt. Wer noch über irgendjemand siegen will, kann – das ist eine der Grundwahrheiten, von denen das Evangelium spricht – für den Frieden nichts tun. Wer noch Recht haben will, kann für die Wahrheit nichts mehr tun. Denn die Wahrheit ist immer größer als die Kenntnis irgendeines Menschen. Anselm Grün: Ich will mit einer Liebeserklärung beginnen… Ich sage zunächst nicht,

ich liebte irgendeine künftige Kirche, von der ich noch nichts sehe, sondern ich liebe meine katholische Kirche. Sie ist mir nah und vertraut und heimatlich. Natürlich leide ich manchmal auch an meiner Kirche, an ihrer Enge, an den Machtstrukturen, an ihrer Unbeweglichkeit. Aber da ich immer um meine eigene Begrenztheit weiß, verspüre ich wenig Lust, die Bischöfe oder den Papst anzuprangern. Die Schwäche gehört wesentlich zur Kirche. Wir leben nicht in einer vollkommenen Kirche, sondern in einer Kirche von Menschen. Jörg Zink: Ja, ich liebe meine evangelische Kirche. Nicht ganz so, wie ich meine Frau geliebt habe, als sie ein junges Mädchen war, auch nicht ganz so, wie ich sie liebe, da sie nach 60 Jahren zu einer gütigen und weisen alten Frau geworden ist. Anders. Aber ich liebe meine Kirche so, wie einer das Haus liebt, in dem er ein Kind war, wie er ein Land liebt, in dem sich sein Leben abgespielt hat, oder eine Heimat, deren Wanderwege er oft und oft unter den Füßen hatte und deren Eigenart ihm vertraut ist. AUS DEM BUCH: ANSELM GRÜN UND JÖRG ZINK, „DIE WAHRHEIT MACHT UNS ZU FREUNDEN. WIE CHRISTEN MORGEN MITEINANDER LEBEN WOLLEN.“ VERLAG KREUZ, 2009


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Sonntag

BIBEL UND LEBEN In jeder Notlage auf Christus hören Maria hat im Johannesevangelium nicht viel zu reden. Das einzige, was sie sagt, sind jene zwei Sätze bei der Hochzeit von Kana. Umso mehr Beachtung verdient es. Zunächst macht sie auf eine Notlage aufmerksam: Sie haben keinen Wein mehr. Und trotz der recht herben Zurückweisung durch den darin angesprochenen Jesus gibt es für sie nur ein Mittel, um Abhilfe zu schaffen: Was er euch sagt, das tut! Sie ist felsenfest überzeugt, dass das Hinhören auf Jesus aus jeder Not befreien kann. Wollen wir uns in der Kirche die Haltung Marias aneignen, dann verlangt das von uns eine hohe Aufmerksamkeit für die Not der Menschen, eine Sensibilität dafür, wo das Leben leer wird, wo Freude und Kraft ausgehen, wo ein Mangel auftritt. Mit dieser Not dürfen wir zu Jesus kommen im Vertrauen darauf, dass er helfen kann, und mit der Bereitschaft, auf ihn zu hören und das zu tun, was uns Jesus in dieser Situation sagt. Jesus nimmt sich des Problems an, auch wenn es klein und banal erscheint. Es steht ja bloß das frühzeitige Ende einer Feier am Spiel. Aber es ist ein Zeichen, das mehr sagt über Jesus und seine Beziehung zu den Menschen. Er ist da, um Freude und Lebensfülle zu bringen. Dazu nimmt Jesus Gefäße, die dafür da sind, rituelle Vorschriften zu erfüllen. Und er gibt diesen Gefäßen einen neuen Inhalt – einen, der für berauschende Lebensfreude steht. Er beseitigt nicht nur die Notlage, sondern es ist dann sogar besser, als es ursprünglich war. So ist das Reich Gottes. Wie können wir hohlen, leer gewordenen Ritualen eine solche überschwängliche Lebendigkeit einflößen?

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2. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr C)

Was Jesus euch sagt, das tut! EVANGELIUM

Joh 2,1–11

Jes 62,1–5

Aus Wasser wird Wein

Aus Öde wird Wonne

In jener Zeit fand in Kana in Galiläa eine Hochzeit statt, und die Mutter Jesu war dabei. Auch Jesus und seine Jünger waren zur Hochzeit eingeladen. Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut! Es standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, wie es der Reinigungsvorschrift der Juden entsprach; jeder fasste ungefähr hundert Liter. Jesus sagte zu den Dienern: Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand. Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt, und bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist. Sie brachten es ihm. Er kostete das Wasser, das zu Wein geworden war. Er wusste nicht, woher der Wein kam; die Diener aber, die das Wasser geschöpft hatten, wussten es. Da ließ er den Bräutigam rufen und sagte zu ihm: Jeder setzt zuerst den guten Wein vor und erst, wenn die Gäste zu viel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten. So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine Jünger glaubten an ihn.

Um Zions willen kann ich nicht schweigen, um Jerusalems willen nicht still sein, bis das Recht in ihm aufstrahlt wie ein helles Licht und sein Heil aufleuchtet wie eine brennende Fackel. Dann sehen die Völker deine Gerechtigkeit und alle Könige deine strahlende Pracht. Man ruft dich mit einem neuen Namen, den der Mund des Herrn für dich bestimmt. Du wirst zu einer prächtigen Krone in der Hand des Herrn, zu einem königlichen Diadem in der Rechten deines Gottes. Nicht länger nennt man dich „Die Verlassene“ und dein Land nicht mehr „Das Ödland“, sondern man nennt dich „Meine Wonne“ und dein Land „Die Vermählte“. Denn der Herr hat an dir seine Freude, und dein Land wird mit ihm vermählt. Wie der junge Mann sich mit der Jungfrau vermählt, so vermählt sich mit dir dein Erbauer. Wie der Bräutigam sich freut über die Braut, so freut sich dein Gott über dich.

◗ Passende Gesänge

Alfred Jokesch

1. LESUNG

(GL = Gotteslob)

Der Himmel freue sich (GL 151/2, mit Chorbuch, 4. Str.); Sieh, dein Licht will kommen (GL 157); Nun bitten wir den Heiligen Geist (GL 248); Unser Leben sei ein Fest (GL 903/10); Der Abglanz des Vaters (GL 925, 4. Strophe); Ich hab euch auf dem Marktplatz (Lobet den Herrn IV 222); Wenn der Geist sich regt (du mit uns 106); Wenn wir das Leben teilen (du mit uns 260).

2. LESUNG

1 Kor 12,4–11

Aus Verschiedenem wird Einheit Brüder und Schwestern! Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn. Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen. Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt. Dem einen wird vom Geist die Gabe geschenkt, Weisheit mitzuteilen, dem andern durch den gleichen Geist die Gabe, Erkenntnis zu vermitteln, dem dritten im gleichen Geist Glaubenskraft, einem andern – immer in dem einen Geist – die Gabe, Krankheiten zu heilen, einem andern Wunderkräfte, einem andern prophetisches Reden, einem andern die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden, wieder einem andern verschiedene Arten von Zungenrede, einem andern schließlich die Gabe, sie zu deuten. Das alles bewirkt ein und derselbe Geist; einem jeden teilt er seine besondere Gabe zu, wie er will.


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MITTWOCH, 20. 1. 14.15 Wilde alte Welt. Die zweiteilige Dokumentation rekonstruiert die Entwicklungsgeschichte Europas. Teil zwei führt ins Zeitalter der Industrialisierung und fragt nach den künftigen Entwicklungen. (3sat) 17.30 Unterwegs zum Nordkap. Eine Winterreise durch das kalte nördliche Europa – vom Süden Finnlands, die fast gerade Strecke hoch gen Norden über die finnisch-norwegische Grenze bis zum Nordkap. Eine Reise in die „letzte Wildnis Europas“, wo sich zwei Einwohner einen Quadratkilometer teilen. (ZDFneo) 19 Uhr Stationen – Magazin. Was passiert hier und jetzt weltweit im Christentum? Wie können Juden, Christen und Muslime voneinander lernen? Das neue „Stationen-Magazin“ beschäftigt sich mit Fragen des Glaubens und Lebens, versucht Antworten zu geben und Orientierung. Es macht Halt bei den Stationen des Kirchenjahres, des Lebens, eines Weges oder einer persönlichen Reise. (Bayern) Foto: Wodicka 22.30 Auslandsreporter. Die Rache des Gletschers – Klimawandel in der Schweiz. „Menschen vergessen schnell“, sagt der Geologe Hans-Rudolf Keusen. Nach einem Felssturz, einem Hochwasser redet man viel über den Klimawandel. Doch den wenigsten sei wirklich bewusst, dass die globale Erwärmung auch in Mitteleuropa Veränderungen und neue Naturgefahren mit sich bringe. (SWR)

DONNERSTAG, 21. 1. 9.15 Goldrausch in der Tiefsee. In der Tiefsee hat eine Art Goldrausch begonnen, doch die ungebremste Ausbeutung von Bodenschätzen in den Tiefen der Ozeane ist ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Die Dokumentation zeigt, dass die Folgen für Mensch und Umwelt noch nicht abzusehen sind. (arte) 11.00 Verleihung des Hessischen Friedenspreises 2009 an die kenianische Friedensaktivistin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises 2007, Dekha Ibrahim Abdi. (Hessen) 15.00 Tränen der Götter. Die Bernsteinküste entlang. Seit Jahrhunderten wird an den Stränden der Ostsee Bernstein gefunden. In Königsberg und Danzig wurden aus dem „Gold der Ostsee“ schon im Mittelalter kunstvolle Truhen, Gebetsketten, Pfeifen und Schmuck gefertigt und in alle Welt verkauft. (3sat) 16.30 Magische Orte. Island – Im Bann der Naturgewalten. Gletscher, unter denen aktive Vulkane liegen, kochende Geysire, schwarze Strände und brodelnder Schwefelschlamm: Auf Island demonstrieren die Urkräfte der Natur ihre Macht. (3sat) 22.35 Schräg, fromm und frei. Die Kommunarden von Hartroda. Im Jahr 1978 gründeten der von Geburt an auf den Rollstuhl angewiesene Matthias Vernaldi und nicht behinderte Freunde eine Landkommune im thüringischen Hartroda. Mit Hilfe der evangelischen Kirche verwirklichten sie die Idee von einer christlichen Bruderschaft. Ihr Lebensentwurf, geprägt vom christlichen Glauben, gab ihnen Lebenskraft. (MDR)

blickwinkel

Religion in Rundfunk & TV FREITAG, 22. 1. 11.00 Schätze der Welt. Fasil Ghebbi, Äthiopien. 1632 bestieg Kaiser Fasilidas den äthiopischen Thron. Eine Sage erzählt, dass ihm am Tana-See ein Mann erschien, der ihm befahl, ein Schloss zu bauen. Die Nachfolger Fasilidas, die Gondar-Kaiser, bauten diese Stadt und den Palast weiter aus. (RBB) 11.30 selbstbestimmt! Leben mit Behinderung. Pablo Pineda ist ein stolzer Spanier. Der 34Jährige ist der erste Europäer mit Down-Syndrom, der ein Universitätsdiplom vorweisen kann. „Ich will in meinem Unterricht auch behinderten Kindern Mut machen. Sie können ein eigenes, glückliches Leben führen“, sagt der heutige Volksschullehrer. (3sat) 12 Uhr Die vergifteten Kinder. Tödliche Profitgier in Peru. 4000 Meter hoch in den peruanischen Anden liegt La Oroya. Eine Stadt, die es zu einer traurigen Berühmtheit gebracht hat: La Oroya zählt zu den zehn am stärksten vergifteten Orten der Welt. Besonders die Kinder leiden unter ihrer vergifteten Umwelt. – Der Film begleitet einen Bischof bei seinem Kampf gegen die Profitgier. (3sat) Foto: WDR 22.40 Heimatklänge. Vom Juchzen und anderen Gesängen. Der Dokumentarfilm dringt in die wundersamen Stimmwelten dreier exzeptioneller Schweizer Stimmartisten ein. Ihr Klangkosmos reicht weit über das hinaus, was man unter Gesang versteht. (arte)

ORF 2 Donnerstag, 21. Jänner, 21.05 Uhr

Universum Schnee – Ein Wort, das bei allen Menschen, die ihn je erlebt haben, Assoziationen auslöst. Aber was ist Schnee? Jede Schneeflocke ist ein Unikat. Neben all den wissenschaftlichen Annäherungen an das Thema Schnee bleibt in der Dokumentation ausreichend Raum, um sich diesem weißen Stoff auch kulturphilosophisch anzunähern. Menschen und Tiere, die ihr Leben lang im Schnee verbringen, werden ebenso vorgestellt wie Menschen, in deren Wortschatz es keine Bezeichnung für diese Niederschlagsform gibt. ORF/EPO Film/Poeschl

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SAMSTAG, 23. 1. 9.40 Die Reise zum Eisgebirge. Johann Wolfgang von Goethe und die Berge. Nur wenige wissen, dass Goethe ein ambitionierter Bergsteiger war. Am sagenumwobenen Brocken im Harz gelang ihm sogar die erste Winterbesteigung. Seine alpinen Eindrücke hat er in vielen Werken verarbeitet. (3sat) 11.45 Das Mädchen aus dem Steinbruch. Ein Schicksal aus Indien. Der Weg der jungen Mahalakschmi vom Steinbruch in ein selbstbestimmtes besseres Leben. (Phoenix) 14.00 Gottvertrauen und Zivilcourage. Evangelische Opfer des NS-Regimes. Gerhard Günther war nicht nur Pfarrer, sondern auch hochpolitisch. Seine Zivilcourage wurde ihm zum Verhängnis. Er wurde denunziert und starb 1944 in einem Kriegsgefangenenlager. (3sat) 17.05 Uhr Erlebnis Österreich. Der Reiz der Langsamkeit – Leben entlang der Mariazellerbahn. In Österreich gibt es eine Bahn, die ist irgendwie anders: schmäler und langsamer als die meisten anderen. Der Film ist ein Plädoyer für die Langsamkeit – mit aktuellen Bezügen zur Diskussion um die Zukunft dieses Stückes österreichischer Zeitgeschichte … und mit vielen Rückblenden. (ORF 2) 20.15 Heidi. Die Neuverfilmung des klassischen Kinderbuchs stellt Fragen zu Einsamkeit, Trauer, Courage und Familienzusammenhalt. (Bayern)

KINOTIPP

Bright Star – Meine Liebe. Ewig.

John Keats zählt heute zu den bedeutendsten Dichtern der englischen Romantik. Vor seinem frühen Tod blieb ihm jedoch Anerkennung weitgehend verwehrt. Jane Campion erzählt dessen unglückliche Liebe zu Fanny Brawne in betörenden Bildern. Sowohl Fannys Mutter als auch Johns Freund und Förderer sind gegen eine Heirat der beiden. Erstere wegen Keats Mittellosigkeit, letzterer aus Eifersucht und Angst um seinen Einfluss auf den Poeten. Nur in ihren Briefen kann sich die Liebe zueinander ausdrücken. Campions Film ist altmodisch im besten Wortsinn. Beeindruckend visualisiert er die schwermütige und verträumte Poesie des Romantikers. Foto: Tobis


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Religion in Rundfunk & TV MONTAG, 18. 1.

SONNTAG, 17. 1. 8.00 Der rote Priester. Don Antonio Vivaldi – eine Wiederentdeckung. Geboren vor 329 Jahren in Venedig, gestorben und begraben vor 265 Jahren in Wien, fast 200 Jahre vergessen, wiederentdeckt und weltweit erfolgreich aufgeführt, bildet das Werk des Priesters und Komponisten einen festen Bestandteil des gängigen Musikrepertoires. (NDR) 9.30 Katholischer Gottesdienst aus der Kirche zu Ehren Christi in Emmaus/Völs. (ORF 2) 10.15 Uhr Stationen. Die Brüder Schönborn. Kardinal Christoph Schönborn, Schauspieler Michael Schönborn und Fotokünstler Philipp Schönborn haben ganz unterschiedliche Lebenswege. Claus Singer hat die drei Brüder, von denen jeder auf seine Weise die Welt verändern möchte, porträtiert. Bild: Die Brüder Schönborn bei einem ihrer seltenen Treffen, hier auf dem Heldenplatz in Wien. (Bayern) Foto: BR/Goldgraber 10.15 Afrika trifft Weinviertel. Bei der gemeinsamen Weinlese Land und Leute, Sitten und Bräuche der ländlichen Bevölkerung des Weinviertels kennen zu lernen – das stand im Mittelpunkt eines Ausflugs einer Gruppe von Studierenden des Wiener Afro-Asiatischen-Instituts. Seit nunmehr 50 Jahren setzt das „AAI“ auf interkulturellen und interreligiösen Dialog. Kardinal Franz König hatte 1959 seinen Segen zur Gründung der kirchlichen Einrichtung gegeben. (ORF 2)

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12.30 Orientierung. Eberau: Eine burgenländische Pfarre und die Asylantenfrage. – Kiko Argüello und sein neokatechumenaler Weg. – Suche nach Erleuchtung: buddhistisches Kloster in Nordindien (ORF 2) 13.30 Der Letzte seines Standes? Der Brokatweber. Paul Ahment ist der Letzte, der noch ab und zu in der Paramentweberei Gotzes-Maus arbeitet. Sieben Webstühle aus dem 19. Jahrhundert stehen dort. Der Film zeigt, wie auf dem Webstuhl ein Einband für ein kostbares Altarbuch aus roter Seide und Japangold entsteht. (3sat) 14.30 Das Erbe des Urwalddoktors. Albert Schweitzer. (BR-alpha) 16.10 Universum. Mariazeller Land – geheimnisvolle Bergwelt zwischen Ötscher und Hochschwab. Etwas verbindet die vielfältigen Formen des Mariazeller Landes: uralte Geschichten über Dämonen, Hexenberge und sagenhafte Goldschätze, allesamt inspiriert von den Naturerscheinungen dieser Bergwelt. (ORF 2) 17.30 Glaube.Liebe.Fernweh. Im Altenheim für Missionare. Fast ein halbes Jahrhundert arbeitete er in Papua-Neuguinea als Missionar. Heute ist Pater Johannes Dapper (79) wieder in Deutschland im ordenseigenen Seniorenheim der Steyler Mission in Sankt Wendel. – Eine Dokumentation über das Leben von Ordensbrüdern im Seniorenheim, über ihre Erfahrungen und Träume. (Das Erste) 20.00 Ernesto Cardenal. Revolutionär im Paradies. (BR-alpha) 20.15 Biblische Gestalten. David. (BR-alpha) 10.00 Gottesdienst live im Internet:  www.pfarre.hartberg.at

9.45 Mutig gegen Marx und Mielke. Die Christen und das Leben in der DDR. In vier Lebensgeschichten erzählt der Film, was es bedeutet hat, als religiöser Mensch im totalitären SEDStaat zu leben. (Hessen) 14.45 Lichter der Großstadt. Eine ironische und sozialkritische Tragikomödie voller Menschlichkeit, Güte und Optimismus, die zwischen 1928 und 1931 entstand. Obwohl sich inzwischen der Tonfilm etabliert hatte, blieb Charly Chaplin beim stumm gedrehten und mit musikalischen Effekten untermalten Film und feierte damit einen seiner größten Publikumserfolge. (arte) 20.15 Zeit der Zärtlichkeit. Die Geschichte von Mutter und Tochter, ihrer starken Bindung und ihrer Schwierigkeiten. Eine Mischung aus burschikoser Komödie und gefühlvollem Melodram; etwas zu glatt und oberflächlich, aber einsichtig in der psychologischen Entwicklung der Figuren und in allen Rollen ausgezeichnet gespielt. (arte) 21.45 Uhr Lebenslinien. „Mach nicht so traurige Augen, weil du ein Negerlein bist“ – der ehemalige Kinderstar Marie Nejar. Im Ringelhemdchen, einen großen Teddybär im Arm, so sang Leila Negra – wie sie mit Künstlernamen hieß – mit dem berühmten Peter Alexander „Die süßesten Früchte fressen nur die großen Tiere“. Eine Dokumentation über das Leben des ehemaligen Kinderstars. (Bayern) Foto: BR/Schels

RADIO Morgengedanken. Mit Landessuperintendent Thomas Hennefeld, Wien. So., 6.05 Uhr, Mo. bis Sa., 5.40 Uhr, Ö2. Das evangelische Wort. Es spricht Superintendent Dr. Gerold Lehner, Linz. So., 6.55 Uhr, Ö1. Religion auf Ö3. So., zwischen 6.30 und 7 Uhr, Ö3. Erfüllte Zeit. „Die Hochzeit in Kana als Zeichen“, Joh 2,1–11. Kommentar: P. Gustav Schörghofer. So., 7.05 Uhr, Ö1. Katholischer Gottesdienst aus St. Ursula, Wien. Musik: J. Fux: Missa canonica; Gotteslob-Nrn. 265 und 615; M. Frank: Jedermann trinkt zuerst den guten Wein. So., 10 Uhr, Ö2. Ambiente. Von der Kunst des Reisens. Im Land der Steine. Eine Studienreise durch Armenien. Zu bestaunen gibt es hier nicht nur

DIENSTAG, 19. 1. 15.15 Reisewege. Die Pyrenäen. Zweimal im Jahr kommt die 1200 Jahre alte schwarze Madonna von Front-Romeu hinaus ans Licht. Im Frühjahr wird sie hinaufgetragen ins Sommerquartier auf ihrer Alm, im Herbst kehrt sie zurück in ihre Dorfkirche. (RBB) 20.15 Universum. Der Strom der Sardinen. Wenn es in Südafrika Winter wird, ziehen an der Ostküste Milliarden Sardinen vom Kap nordwärts, um sich in den planktonreichen Gewässern satt zu fressen. Dieser Zug der Sardinen ist eines der größten Naturspektakel auf unserem Planeten. (ORF 2) 21.00 Der Marathonmönch von Kyoto. Der 31-jährige japanische Mönch Hoshino Endo hat sich für eine ganz besondere Art zu beten entschieden: Nacht für Nacht läuft er auf schmalen, steilen Pfaden 30 Kilometer durch die Zedernwälder des Berges Hiei. (3sat) 22.30 kreuz & quer. Die Juden – Geschichte eines Volkes. Eine faszinierende Expedition in die über 3000-jährige Geschichte einer der ältesten Weltreligionen. Eine Geschichte voller Glanz und Elend, Hoffnung und Verzweiflung. Bis heute verbinden das Andenken an die gemeinsame Vergangenheit und die Kraft ihres Glaubens an den einen Gott die Juden weltweit. (ORF 2) 23.30 Schätze der Welt. Vom Feuer der Erde. Bis vor 200 Jahren konnten sich die Ureinwohner Kamtschatkas ihren unsicheren Lebensraum rational noch nicht erklären. Die säbelförmige Halbinsel gleicht einem gigantischen Pulverfass am östlichen Ende der Welt. (SWR)

AUSGEWÄHLTES IM HÖRFUNK

Im Gespräch. „Armut macht einsam und schließt aus, sie macht krank und wird oft vererbt.“ Michael Kerbler spricht mit Msgr. Michael Landau, Direktor der Caritas Wien. Do., 21 Uhr, Ö1. Foto: Rupprecht

viele hunderte Jahre alte verlassene Klöster und Kirchen, sondern auch bizarre Relikte aus der Sowjetzeit. So., 10.05 Uhr, Ö1. Menschenbilder. „Wege zur Heilung.“ Die Psychologin Elfrida Müller-Kainz. So., 14.03 Uhr, Ö1. Motive – Aus dem evangelischen Leben. Liberal – Evangelikal – Fundamental. Verborgener Richtungsstreit in der evangelisch-lutherischen Kirche. So., 19.05 Uhr, Ö1. Antenne – Gott und die Welt. So. bis Do., ca. 20.55 Uhr, Antenne. Einfach zum Nachdenken. So. bis Fr., 21.57 Uhr, Ö3. Gedanken für den Tag. Weltgebetswoche für die Einheit der Christen. Mo. bis. Sa., 6.57 Uhr, Ö1. Religion aktuell. Mo. bis Fr., 18.55 Uhr, Ö1. Praxis – Religion und Gesellschaft. Mo., 21.01 Uhr, Ö1.

Salzburger Nachtstudio. Labsal der Stille – Terror des Schweigens. Resonanzen in der akustischen Kommunikation. Mi., 21 Uhr, Ö1. Logos. „Die Frau von der Quelle.“ Schwester Ishpriya, eine christliche Vermittlerin östlicher Weisheit. Sie ist Doktorin der Psychologie und Grazer Sacré-Cœur-Ordensschwester. Auf der Suche nach den Quellen ihrer eigenen Tradition fuhr sie 1971 nach Indien, wo sie 30 Jahre lang blieb. Sa., 19.05 Uhr, Ö1.

Radio Vatikan Täglich 20.20 Uhr Hauptprogramm. 16 Uhr Nachrichten. MW: 1530. So.: Menschen in der Zeit: Anselm Grün. Di.: Gott ist Gespräch. Zum Dialog mit anderen Religionen. Sa.: Kommentar; Betrachtung.


Veranstaltungen

17. Jänner 2010

antwortlich leben – heute gestalten wir das Morgen, Dekanatsbildungstag, mit Katharina Zechner, Ingrid Gady, 21. Jänner, 14 Uhr, Pfarrsaal. Kontakt: Erika Raunig, Tel. (0 35 73) 33 82. Langenwang: Das Zeitalter des Hexenwahns in der Steiermark, mit Dr. Helmut Dörfler, 22. Jänner, 19 Uhr, Pfarrsaal. Leoben-St. Xaver: Wirtschaftskrise – Wirtschaftszukunft, Podiumsdiskussion mit Univ.-Prof. Dr. Hubert Biedermann, Mag. Fasching, Adelheid Fürntrath-Moretti u. a., 22. Jänner, 15 Uhr, Aula der Montanuniversität. Pöls: Glaubenswege, Gottesbilder, der Mensch ist einmalig, Gott ist anders, Impulsreferat und Gespräch, 20. und 27. Jänner, 3. und 11. Februar, 11. und 17. März, jeweils 19 bis 21.45 Uhr, 27. Februar, 9 bis 18 Uhr, Pfarrsaal. Info, Anmeldung: Gertraud Peinhopf, Tel. 0676/ 8742 6955. Weißkirchen: Hurra – ich komme in die Schule, Vortrag und Gesprächsabend für Eltern von Vorschulkindern, mit Berta Breser, 22. Jänner, 18.30 Uhr, Eppenstein, Dorfsaal, Eppensteinerhof.

JUGEND Fohnsdorf: Dekanatsfirmlingsfußballturnier Judenburg, 23. Jänner, 9 Uhr, Sporthalle. Heiligenkreuz am Waasen: DekaGraz-Land, natsjugendleitungskreis 19. Jänner, 19.30 Uhr, Pfarrhof. Köflach: Dekanats-Jugendgottesdienst, 17. Jänner, 18.30 Uhr, Pfarrkirche. Dekanatsleitungskreis Langenwang: Mürztal, 20. Jänner, 18.30 Uhr, Jugendraum. Sinabelkirchen: Jugendvesper, 22. Jänner, 19 Uhr, Pfarrkirche. St. Stefan im Rosentale: Jugendgottesdienst, 17. Jänner, 19 Uhr, Pfarrkirche. St. Veit: Jugendgebetskreis, 22. Jänner, 19.45 Uhr, Pfarre.

FREIZEIT/REISEN Caritas: Kinder- und Jugendschiwoche, für 10- bis 17-Jährige in den SchiIMPRESSUM Herausgeber und Verleger: Bischöfliches Ordinariat Graz-Seckau, beide Graz, Bischofplatz 4. Redaktion: 8010 Graz, Bischofplatz 2, Postfach 872, Telefon (0 31 6) 80 41-226, Telefax (0 31 6) 80 41-259. Verwaltung, Abo: Tel. (0 31 6) 80 41-225. Internet: http://www.sonntagsblatt.at E-Mail: redaktion@sonntagsblatt.at oder verwaltung@sonntagsblatt.at ISDN: (0 31 6) 80 41-399 Schriftleiter: Dr. Herbert Meßner Geschäftsführer: Mag. Heinz Finster Druckvorstufe: Bischöfliches Ordinariat, DigiCorner, alle: Bischofplatz 2, 8010 Graz. Druck: DRUCK STYRIA GMBH & CO KG, Schönaugasse 64, A-8010 Graz Preis: € 0,60. – Jahresabo: € 30,40. Erscheinungsort Graz Verlagspostamt 8020 Graz

gebieten Wurzeralm und Hinterstoder-Höss, Semesterferien, 15. bis 20. Februar, Unterkunft im Haus Svetlin der Caritas in Windischgarsten, Preis: 325 Euro all inclusive. Nähere Infos, Tel. (0 31 6) 80 15-226. Katholische ArbeitnehmerInnen Bewegung: Völs am Schlern/Südtirol, Wander- und Skiwoche, 30. Jänner bis 6. Februar. • Lintsching – Lungau, Familien-Schi-Woche, 13. bis 20. Februar. Info, Anmeldung: Tel. (0 31 6) 80 41-326. Katholische Männerbewegung: Winterwanderung und Rodeln in Oppenberg, 24. Jänner. • Insel Malta und Insel Gozo, 12. bis 19. Februar. • Ceylon – Sri Lanka, 13. bis 21. Februar. • Umbrien, 28. März bis 2. April. • Ostern auf der Insel Losinj, 28. März bis 5. April. • Südosttürkei – Kilikien, Nordmesopotamien-Kappadokien, 27. März bis 5. April. • New York und Washington, 28. März bis 5. April. • Iran, Schwerpunkt: Isfahan und Shiraz, 24. April bis 1. Mai. Info, Anmeldung: KMB-Reisen, Esperantoplatz 1, 8020 Graz, Tel. (0 31 6) 7089-6718. Kirche St. Rupert in Hohenrain: Flug-Studienreise nach Malta, Gozo & Sizilien, Reiseleitung: P. Leo Thenner, Günter Posch, 26. April bis 1. Mai. Info, Anmeldung: Tel. 0664/ 47 44 934, guenter.posch@aon.at Sizilien: Landschaft – Kultur – Glaube, 17. bis 24. Juli, Reiseleitung: Dr. Joseph Harg, Reisebüro Bretterklieber, geistliche Begleitung: Propst Gerhard Rechberger, Kosten: 740 Euro (DZ), EZ-Zuschlag: 100 Euro. Info, Anmeldung: Propst Gerhard Rechberger, 8250 Stift Vorau 1, Tel. 0664/59 38 791, gerhard@stiftvorau.at

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◗ Dank und Anerkennung

Verlässliche Mithilfe in der Pfarre Eine Auszeichnung erhielt Familie Hödl von Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari für die jahrelange Mitarbeit in der Pfarre Mureck. Auch für das Austragen des Sonntagsblattes für die Ortschaft Eichfeld mit über 30 Sonntagsblättern wöchentlich. Florian und Martina Hödl nahmen dankbar die Ehrung an. Der ältere Bruder Helmut Hödl (nicht im Bild) lebt schon seit Jahren in Übersee. Die Pfarre Mureck gratulierte herzlich und bedankte sich mit einem Engel Foto: Pfarre Mureck für die langjährige verlässliche Mithilfe!

KRAFT FÜRS LEBEN Schenken Sie ein Jahr lang jede Woche Freude!

MAGAZIN Computer & Co: Technik in Kürze, Computer und Co für neugierige Junggebliebene ab 50, Einführung Internet, 24. Februar, Graz, HS Ferdinandeum: 24. Februar, 1. und 3. März, jeweils von 14.30 bis 17 Uhr. – Feldbach, HSRS (Hauptschule): 16. und 23. März, jeweils von 8.40 bis 11.35 Uhr, und 18. März von 11.40 bis 13.15 Uhr. • Modul 3 Einführung Digitale Fotografie, Judenburg, Gymnasium: 20. und 27. Jänner, 3. Februar, jeweils von 15.30 bis 18 Uhr. – Graz, HS Ferdinandeum: 8., 10. und 15. März, jeweils von 14.30 bis 17 Uhr. – Feldbach, HSRS (Hauptschule): 18. Mai von 8.40 bis 11.35 Uhr, und 20. und 27. März, jeweils von 11.40 bis 13.15 Uhr. • Modul 4 Handy Einführung, Feldbach HSRS (Hauptschule): 19. Jänner von 8.40 bis 10.40 Uhr. – Graz, Diözesanmuseum: 27. Jänner von 10 bis 11.30 Uhr. – Judenburg, Pfarrhof St. Nikolaus: 28. Jänner von 16 bis 17.30 Uhr. – BORG Murau: 1., 8. und 15. März, jeweils von 13.45 bis 16.15 Uhr. Info, Anmeldung: Katholisches Bildungswerk der Diözese Graz-Seckau, Bischofplatz 4, 8010 Graz, Tel. (0 31 6) 80 41-342, kbw@graz-seckau.at, bildung.grazseckau.at

Ihre Freunde und Verwandten denken 52-mal gerne an Sie. Abonnieren Sie rasch ein Geschenksabo – und Sie selber erhalten „Kochen und Feiern im Winter“ (52 Seiten). Ausschneiden und einsenden an: Sonntagsblatt, Bischofplatz 2, 8010 Graz

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Veranstaltungen

GRAZ Bildungshaus Mariatrost: Frauensalon – bunte Frauenleben, mit Brigitte Köksal, 18. Jänner, 19 Uhr. • In Harmonie mit dem Göttlichen, Meditationskurs mit P. Dr. Sebastian Painadath, SJ., 19. Jänner, 18 Uhr, bis 24. Jänner, 9 Uhr. • Pflege Deine/n Nächste/n wie dich selbst, für Angehörige von Demenzerkrankten und Interessierte, mit Roswitha Windisch-Schnattler, 21. Jänner, 19 bis 21 Uhr. • Zeitlebens, Kammermusik, J. S. Bach, J. Cage, R. Crawford u. a., Margrit Hess, Mezzosopran; Jacqueline Stoop, Klavier, Akkordeon; Thomas Priebsch, Sprecher; 17. Jänner, 17 Uhr. Info, Anmeldung: Tel. (0 31 6) 39 11 31 oder office@mariatrost.at The Bischöfliches Gymnasium: right track, Musical von Thomas Schneider, 19., 21. und 23. Jänner, 19 Uhr, Festsaal im Augustinum, Lange Gasse 2. Karten: Tel. (0 31 6) 68 26 01-213. Caritas: Informationsnachmittag der Fachschule für wirtschaftliche Berufe, 22. Jänner, 14 bis 17 Uhr, Grabenstraße 41. Info: Tel. (0 31 6) 80 15-435. Christkönig: Ehe- und Ehejubiläumsgottesdienst, 16. Jänner, 18 Uhr, Pfarrkirche, anschließend Vortrag im Pfarrsaal. Dom: Gottesdienst, L. Cherubini: Messe in d-Moll, Domchor, Chor des Institutes für Kirchenmusik und Orgel/KUG, Domorchester, Leitung: Josef M. Doeller und Studierende, 24. Jänner, 10 Uhr. Diözesaner Lektorentag: 27. Februar, Referenten: Martin Löschberger, Andrea Kager-Schwar, Irmgard und Hermann Schweighofer, 9 bis 16 Uhr, Augustinum, Lange Gasse 2, 8010 Graz. Nur mit Anmeldung, Tel. (0 31 6) 80 41-285, helga.huss@ graz-seckau.at Herz Jesu: Ökumenischer Gottesdienst am Tag des Judentums, Thema: Hören und lieben, mit Pastorin Anke Neuenfeldt, Dr. Johannes Schiller, 17. Jänner, 19 Uhr, Unterkirche. Institut für Philosophie: Interkulturelle Philosophie und Ethik, mit Prof. Lukas Meyer, A. Grabner-Haider, 19. Jänner, 19 Uhr, Heinrichstraße 26, 5. Stock, Raum 09.51. Kalvarienberg: Konzert, Folksmilch, Jazz-Folk-Performance-Gruppe, 22. Jänner, 19.30 Uhr, Pfarrzentrum. Karten: Pfarrkanzlei, Tel. (0 31 6) 68 21 24. Katholische Frauenbewegung: Verantwortlich leben – heute gestalten wir das Morgen, Dekanatsbildungstag für alle Grazer Dekanate, mit Katharina Zechner, Mag. Hans Putzer, Mag. Hemma Opis-Pieber, 22. Jänner, 15 Uhr, Landwirtschaftskammer, Hamerlinggasse 3. Kontakt: Eva Spitzer, Tel. (0 31 6) 40 39 15. Katholische Hochschulgemeinde: Ich sehe was, was du nicht siehst, in dir! – Potenziale erkennen, Seminar mit Daniel Scheidbach, Inge Lang, 19. Jänner, 19.30 Uhr. • Die Unfähigkeit, Freiheit zu ertragen, mit Dr. Walter Pieringer, Dr. Josef Egger u. a., 20.

Jänner, 19.30 Uhr, KHG Vortragssaal, Leechgasse 24, Tel. (0 31 6) 32 26 28. Kulturzentrum Minoriten: Doppelter Textpresso, Lesung und Buchpräsentation, mit Mieze Medusa, Markus Köhle, 22. Jänner, 20 Uhr, Mariahilfer Platz 3. Marienpfarre: Gebetsnachmittag für Kranke, 29. Jänner, 15 Uhr, Pfarre. Ökumenisches Wochenende: Hoffnung und christliche Verantwortung in der einen Welt, 29. und 30. Jänner, Universitätszentrum Theologie, Heinrichstraße 78. Projekt Alleinerziehende: Brunch am Sonntag, mit Mag. Brigitte Maierhofer, Mag. Cornelia Wanke, 24. Jänner, 10 bis 13 Uhr. • Familienaufstellungen, mit Dr. Herta Scheucher, 30. Jänner, 9 bis 18 Uhr, Anmeldeschluss: 22. Jänner. • Spiel, Spaß und Bewegung für Babys, mit Mag. Karoline Mayer-Kaan, 19. Jänner, zehn Einheiten, jeweils Dienstag von 13.45 bis 15.15 Uhr. • Kostenlose Rechtsberatung, mit Dr. Susanne Gruber, 20. Jänner, 15.30 Uhr. • Bedürfnisse in Patchworkfamilien, mit Mag. Brigitte Maierhofer, Mag. Cornelia Wanke, 23. Jänner, 14 Uhr. • Von der „rosaroten Brille“ bis zu „tiefschwarzen Gedanken“, Selbsterfahrungsseminar, mit Maria Kubin, 23. Jänner, 16 Uhr, Carnerigasse 34, Tel. (0 31 6) 68 51 37. Puntigam: Ich – Du – Wir. Die emotionale Intelligenz des Kindes stärken, Vortrag und Gesprächsabend für Eltern von Klein- und Vorschulkindern, mit Mag. Martina Platter, 21. Jänner, 19 Uhr, Pfarrheim. St. Elisabeth: Spiritualität und Gesundheit, Vortrag von Dr. Johann Fuchs, 21. Jänner, 19.30 Uhr, Pfarrsaal. St. Leonhard: Spiritueller Montag, Manchmal ist mein Gebet so wie…, ein Abend über und mit Gebeten, mit Sr. Dr. Silvia Bereczki, 18. Jänner, 19.45 Uhr, Pfarrheim. St. Martin: Gottesdienst im ostkirchlichen Ritus, mit dem ChrysostomusChor, 17. Jänner, 9 Uhr, Schlosskirche. • Ende der Monarchie, Die Geburt der Republik Deutsch-Österreich. Wirtschaft, Politik, Parteien, Verlust der Untersteiermark, Vortrag mit Univ.-Prof. Dr. Günter Jontes, 21. Jänner, 19 bis 21 Uhr. • Himmel und Wasser, Öl- und Acrylmalerei, Ausstellung von Lalo Skalovic, 21. Jänner, 19.30 Uhr. • ZeitSchritte, Landfrauentagung, 29. Jänner, 18 Uhr, bis 31. Jänner, 13 Uhr, Kehlbergstraße 35. Info, Anmeldung: Tel. (0 31 6) 28 36 55 230, astrid.lierzer@stmk.gv.at St. Peter: Katechese, 18. und 21. Jänner, jeweils 19.30 bis 20.30 Uhr, Pfarrsaal. St. Salvator: Farbentanz, Vernissage von Martin Trebuch, 18. Jänner, 19 Uhr, Ausstellungsdauer bis 3. März, Ganggalerie Pfarre. St. Veit: Der Global-Marshall-Plan, Workshop mit Dr. Josef Riegler, 18. Jänner, 19 Uhr, Pfarrsaal. • Auf Christus-Bilder schauen, mit Norbert Hofer, 21. Jänner, 16 bis 18 Uhr, Kirche. Theater am Lend: Herr Berni macht Urlaub, Puppentheater für Erwachsene von Nikolaus Habjan und

17. Jänner 2010

Simon Meusburger, 21. bis 23. Jänner, jeweils 20 Uhr, Wiener Straße 58a.

GRAZ-UMGEBUNG Frohnleiten: Gemeinsam Glauben – Religiöser Alltag mit Kindern, mit Mag. Martina Rupp, 20. Jänner, 19 Uhr, Pfarre. Haus der Stille: Die spirituelle Kraft innerer Bilder, wir haben einen Traum, mit Klaus Stemmler, 12. Februar, 18 Uhr, bis 14. Februar, 14 Uhr. • Meditation – Tanzimprovisation – Alexandertechnik, mit Mag. Bettina Bergmair, 12. Februar, 18 Uhr, bis 14. Februar, 14 Uhr. • Meditatives Tanzen, Freude an der Bewegung, mit Hedi Mislik, 1. Februar, 14.30 Uhr, bis 3. Februar, 14 Uhr, Heiligenkreuz am Waasen, Tel. (0 31 35) 82 625. Hausmannstätten: Fernseher, Spielkonsolen, Handy & Co, Vortrag und Gesprächsabend für Eltern, mit Mag. Sabine Dawkins, 20. Jänner, 19 Uhr, Pfarre. Heiligenkreuz am Waasen: Mut und Vielfalt statt Angst und Einfalt, mit Mag. Hans Putzer, 20. Jänner, 19.30 Uhr, Pfarrsaal.

OSTSTEIERMARK Dechantskirchen: Abenteuer all inclusive, Alltag mit Volksschulkindern, 4-teiliges Seminar für Eltern von Schulkindern, mit Mag. Petra Schneider-Wonisch, Mag. Barbara Hauszer, 20. Jänner, 18.30 Uhr, weitere Termine: 27. Jänner, 3. und 10. Februar, 18.30 Uhr, Volksschule. Fürstenfeld: Grenzen setzen – (k)ein Problem?, mit Beate Reiß, 20. Jänner, 19 Uhr, Pfarrcafé. Gleisdorf: Abenteuer Kunterbunt, Alltag mit Klein- und Vorschulkindern, 4-teiliges Seminar für alle, die mit Kleinkindern leben, mit Mag. Anja Wagner, Mag. Martina Platter, 19. Jänner, 19.30 Uhr, weitere Termine: 26. Jänner, 2. und 9. Februar, Eltern-Kind-Zentrum. Haus der Frauen: Wenn Gott unser Herz berührt, Frauenliturgie, mit Mag. Barbara Hatzl, Melanie Kulmer, 18. Jänner, 19.30 Uhr. • Wieder einmal kräftig singen, mit Ingeborg Härtel, 20. Jänner, 9 bis 16 Uhr, Anmeldeschluss: 15. Jänner. • KlangSprache, Trommel-Workshop, mit Mag. Rita Skultéty, 30. Jänner, 15 bis 18 Uhr, Anmeldeschluss. 27. Jänner. Info, Anmeldung: 8222 St. Johann bei Herberstein 7, Tel. (0 31 13) 22 07, E-Mail: kontakt@hausderfrauen.at Katholische Frauenbewegung: Verantwortlich leben – heute gestalten wir das Morgen, Dekanatsbildungstag für das Dekanat Birkfeld, mit Anna Ackerl, Elisabeth Raith, Theresia Weber, 18. Jänner, 13.30 bis 16.30 Uhr, Volksschule St. Kathrein am Hauenstein. Kontakt: Maria Buchebner, Tel. (0 31 73) 25 44. • Für das Dekanat Weiz, mit Anna Ackerl, Elisabeth Raith, 19. Jänner,

14 bis 16.30 Uhr, Pfarrzentrum Weizberg. Kontakt: Manuela Harb, Tel. (0 31 27) 38 440. • Für das Dekanat Feldbach, LAbg. Ing. Josef Ober, Melanie Kulmer, 21. Jänner, 14 Uhr, Pfarrheim Feldbach. Kontakt: Margareta Lösch, Tel. (0 31 52) 82 42. Ottendorf: Antonitag, Festgottesdienst, Trachtenmusikkapelle, 17. Jänner, 8.30 Uhr, anschließend Tiersegnung im Schulhof, danach gemütliches Beisammensein, Turnsaal der Volksschule. Passail: Abenteuer Glaube, Gemeinsam glauben, religiöser Alltag mit Kindern, mit Karin Potzinger, 21. Jänner, 19.30 Uhr, Pfarrsaal. Sinabelkirchen: Dynamik des Lebens, drei Abende mit Impulsen aus den Psalmen, Bibel mitbringen, 20. und 27. Jänner, 3. Februar, jeweils 19 bis 20.30 Uhr, Pfarrheim. Begleitung und Anfragen: Sr. Magda, Tel. 0676/87 42 61 84. Vorau: Ich glaube, ich hoffe, ich vertraue auf dich, Exerzitien mit Propst Mag. Gerhard Rechberger, 14. bis 18. Februar, Bildungshaus. Info, Anmeldung: Tel. (0 33 37) 28 15, bildungshaus@stift-vorau.at

SÜDSTEIERMARK Leibnitz: Ökumenischer Gottesdienst, 24. Jänner, 18 Uhr, Klosterkirche. Schloss Seggau: Ausbildungskurs für Wortgottesdienstleiter/innen, mit Mag. Erwin Löschberger, 22. bis 23. Jänner, Konferenzzentrum. • Die biblischen Grundlagen der Liturgie, Fachtag Liturgie, mit Dr. Peter Ebenbauer, 12. März, 16 Uhr, bis 13. März, 13 Uhr, Kongresszentrum. Info, Anmeldung: Pastoralamt, Tel. (0 31 6) 80 41-285, helga. huss@graz-seckau.at

WESTSTEIERMARK Katholische Frauenbewegung: Verantwortlich leben – heute gestalten wir das Morgen, Dekanatsbildungstag für das Dekanat Deutschlandsberg, mit Mag. Johanna Raml-Schiller, Theresia Muhrer, 22. Jänner, 14 bis 17 Uhr, Pfarrsaal Deutschlandsberg. Kontakt: Christine Hörmann, Tel. (0 34 57) 40 33. Oase der Seele: Gott ruft dich – Gott ruft mich!, die eigene Berufung wahrnehmen und ihr folgen, Weihbischof Dr. Franz Lackner erzählt aus seiner Lebens- und Berufungsgeschichte, 25. Jänner, 19.30 Uhr, Franziskanerkloster Maria Lankowitz. Kontakt: Mag. Elisabeth Spreitzhofer, Tel. 0676/8742 6677.

OBERSTEIERMARK Admont: Gottesdienst im ostkirchlichen Ritus, mit dem Chrysostomus-Chor, 24. Jänner, 10 Uhr, Pfarrkirche. Fohnsdorf: Bunter Abend mit Pfarrer Gottfried Lammer, 23. Jänner, 19.30 Uhr, Pfarrsaal. Katholische Frauenbewegung: Ver-


Zum Leben

17. Jänner 2010

Schulgeldrückstand SOS Ruf 3039 Frau D. ist teilzeitbeschäftigt und Alleinerzieherin von zwei Söhnen. Der ältere Sohn besucht eine berufsbildende mittlere Schule, für die Schulgeld bezahlt werden muss. Es gibt einen Rückstand aus dem vergangenen Schuljahr. Außerdem reichte das geringe Einkommen nicht für die Stromzahlungen in den vergangenen Monaten. Dazu kommen auch andere Schulden. Mit Frau D. wurde ein Plan erstellt, was sie zur Verringerung der Schulden tun kann. Spendenkonten: PSK 7925.700, BLZ 60.000; Raiffeisenbank 55.111, BLZ 38.000; Sparkasse 0001.691.187, BLZ 20815. Kennwort: SOS-Ruf 3039. Online-Spenden unter www.caritas-steiermark.at

STEIRISCHER KOCHTOPF Stracciatella-PfirsichSchnitte 5 Dotter, 250 g Zucker, ¹/8 l Wasser, ¹/8 l Öl, 250 g Mehl, 1 Pkg. Backpulver, 2 EL Kakao, 5 Eiklar. – 250 g Topfen, 1 Becher Naturjoghurt, 1 Becher Vanillejoghurt, 1 Becher Schlagobers, 1 Dose Pfirsiche, 100 g Zucker, 3 Rippen Kochschokolade, 8 Blatt Gelatine. Dotter, Zucker, Öl, Wasser schaumig rühren, Backpulver, Kakao, Mehl unterheben. Eiklar steif schlagen, unterheben. Am Blech bei 160 °C 40 Min. backen. Obers aufschlagen, kühl stellen. Pfirsich würfelig schneiden, Schokolade sehr klein hacken. Topfen, Naturund Vanillejoghurt mit Zucker cremig rühren, etwas Pfirsichsaft dazugeben. Gelatine in kaltem Wasser einweichen, etwas Pfirsichsaft erhitzen, Gelatine darin auflösen, in die Joghurtmasse einrühren. Pfirsich, Schoko und Schlag unterheben. Auf den kalten Kuchen streichen, kalt stellen. AUS: SCHÜLCHA, STRAUBM UND SCHINDLBROTN

„Herzensfrieden“… D A K H L L OK A L ACHH A L L L AM K G I S S I T AR A B E Z K A DB E B E N S K UB R E N T OK NO WA OMA N A L L E E L AR I R T A C L I S S B ACKB L E CH H O P A A V S T ARR S A N J E L UN S AR E S G L P R I M I T I E R E L O NU T E H E R Z E N S S A E T N A U WO R K A H O L I E N BO GE UN E E D S A T R AR A T H T T OR V AN I L L E B G OE UD E C T OR S T A AMS E L CM R I P H A I L E F L EGE L E I Z UG E AR S

WA N U L E G D E E R

U M E D I T V A H A L L AH N E RHO K AUB E R E L I D N A A E T S E N E L S T I E GR E I T S H E S T D R E X P E P E S GE B E A I OR I L L A T N A T CH E ON C A

N I ON DU Z G H A S A T I N D M E CK E L T R AR S I N N R I E A T E A GE R MT E H A N

S I T I NK T R H E I SO L AR CH D L H S T R A NCH E N E T E R G E K E E AR T E R AN OR OD E Z A GE I S UMO A Z E L S R L OB AN Z UG AD R X R KUGE E I MS P I

MUTWORTE P U D D I N G

Mario grüßt jede Frau: Du bist eine Schöne

R I A D

T K S I E K T S GE R UK E N B I E E L E L I P

…war die Lösung des Weihnachtsrätsels. Erfreulich viele Leserinnen und Leser schickten uns das richtige Lösungswort von Nr. 51/52. Die Gewinner finden Sie auf Seite 5 – das gesamte gelöste Rätsel hier.

SANTA CLAUS

Buchstabensalat In diesem Rätsel sind 36 Begriffe versteckt, die alle etwas mit dem Thema Gesundheit zu tun haben. Streicht alle gefundenen Wörter durch. Nach richtiger Lösung ergeben die übrig gebliebenen Buchstaben, zeilenweise von oben nach unten gelesen, eine gesundheitsfördernde Maßnahme. Sauerstoff, Therme, Kurort, Kartoffel, Muskel, Heilung, Morgengymnastik, Training, Diät, Hygiene, Spass, Hormon, Puder, Raumtemperatur, Schwimmen, Joggen, Vitamine, Gemüse, Wimper, Ohr, Wandern, Wein, Obst, Fuss, Freizeit, Sinn, Baden, Halstuch, Erholung, Aerobic, Frische Luft, Sonnenbad, Zeh, Johanniskraut, Sehne, Doktor.

Viele spontane und gänzlich ungenierte Umarmungen und Berührungen spüre ich noch auf der Haut – und wohltuend tief darunter –, wenn ich an meine zahlreichen Besuche in der Arche denke (die „Arche Tirol“ schenkt in Gries am Brenner und St. Jodok behinderten Menschen und ihren Begleitenden ein Daheim – Anmerkung der Redaktion)… Josef, der mir durchs Haar fährt, die kleine Anna, die sich ganz innig anschmiegt, Martin, der entspannt im Schoß einer Begleiterin liegt, Lambert, der mir über die Wange streichelt, oder Mario, der jede weibliche Person gerne mit „Du bisch a Schiane“ begrüßt und so die Herzen zu öffnen vermag. Ja, eines haben die Bewohner der Arche offenbar nicht: Berührungsängste. Manchmal erschrecke ich zuerst ein wenig über diese Offenheit. Es dauert aber nie lange, bis ich die heilsame Botschaft dahinter spüre: Gut, dass du da bist! Das befreit vieles in mir, und ich kann diese zweckfreien Zärtlichkeiten genießen. Als Jesus einen Taubstummen heilte, „nahm er ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel und sagte zu ihm: Effata!, das heißt: Öffne dich!“ Der Mann war geheilt. Was würde geschehen, wenn es plötzlich ein bisschen mehr von dieser Offenheit gäbe, so wie in der Arche? Offenheit ist entwaffnend, Offenheit kann Herzen öffnen. Und sich öffnen heilt, davon bin ich überzeugt. Aus dem Rundbrief „Arche Tirol – gemeinsam leben unter einem Dach“. Petra König ist Obfrau des Vereins „Arche Tirol“. Näheres über die Arche-Häuser erfahren Sie unter Tel. (0 52 79) 20 1 51. Foto: privat

Lösung: Bewegung

CARITAS – SOS

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Petra König


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Familie

17. Jänner 2010

ZUM NACHDENKEN Angst statt Mut, meine Meinung zu zeigen Mein Schatz, warum hast du mir von deinen Beschwerden nichts gesagt? Du fehlst mir so sehr! Deine Mutter, die immer und überall einen Ausweg wusste, sieht am Ende des Tunnels kein Licht mehr. Mein Leben ist sinnlos geworden. Warum soll ich weiterleben? Wenn ich abends auf den Friedhof komme, möchte ich am liebsten bei dir bleiben und mit dir die ganze Zeit reden. So viel hätten wir zu erzählen! Unser inniges Verhältnis, getragen von unendlicher Liebe, war für mich das größte Glück meines Lebens. Seit deinem Tod ist meine äußere Welt sinnlos und wertlos, in meiner inneren Welt herrscht eine Leere und Verzagtheit. Mir scheint fast, als wäre ich mit dir gestorben, als wäre ich nur mehr eine Marionette, die zu funktionieren hat. Gequält von Gefühlen der Schuld, möchte ich die Zeit zurückdrehen. Wie vieles würde ich anders machen! Am meisten aber quält mich, dass wir in so manch schwieriger Situation eine wahrscheinlich notwendige Konfrontation vermieden haben. Doch ich war zu schwach! Die Angst, dich zu verlieren, war größer als mein Mut, meine ehrliche Meinung zu zeigen. Und du? Du flüchtetest in eine Scheinwelt, in der du keinem einen Zugang gewährtest. Ich bin auch sicher, dass du einerseits über mein Verhalten froh warst, anderseits aber sehr darunter gelitten hast. Heute habe ich den Mut, das auszusprechen, was ich in all den Jahren nur erahnen konnte. Umsonst! Zu spät! Warum darf ich weiterleben, und du musstest sterben? Aus „Auf der anderen Seite des Weges“

Rosa Kowald

Nicht ohne Brücke zu ihrem toten Sohn braucht Rosa Kowald in ihrem Schmerz zu leben. Foto: Manfred Kiefer

Den Schmerz wegschreiben Das Unsagbare nach dem Tod des Sohnes schrieb eine Frau nieder. Sie habe „nur für das Kind gelebt“, gesteht die in Neu-Seiersberg wohnende Pensionistin Rosa Kowald. Sie hat 25 Jahre an der Übungsvolksschule unterrichtet und auch DeutschDidaktik gelehrt. Als sie ihren Mann bei der Rehabilitation begleitete, lernte sie den klinischen Neuropsychologen Manfred Kiefer kennen. Ihm offenbarte sie den Schmerz nach dem plötzlichen Tod ihres einzigen Sohnes vor drei Jahren. Nach seinem Auftritt beim Musical „Jesus Christ Superstar“ in Augsburg war der 40-jährige Schauspieler, der mit seiner Frau in der Schweiz gelebt hatte, gestorben. „Schreiben Sie das alles einfach Ihrem Sohn“, riet der Fachmann. Im so entstandenen Buch „Auf der anderen Seite des

Im Haus einen Platz der Liebe zum Verstorbenen einrichten „Weihnachten, ein Fest der Überlebensfrage, sowie Ostern und Geburtstage gingen in Trostlosigkeit vorüber.“ So schildert der an der Privatklinik Laßnitzhöhe tätige Neuropsychologe Manfred Kiefer den Weg seiner Klientin Rosa Kowald. Als hilfreich fand er das Trauermodell: „Der Tod beendet zwar das irdische Leben, aber nicht die Liebe. Der Verstorbene bleibt Teil deines Lebens.“ Kiefer übte mit der Frau eine „neue innere Beziehung“ zum verstorbenen Sohn ein. Nur so gelinge das „Weiterleben nicht ohne, sondern mit ihm“. Dazu gehöre auch „das bewusste Wahrnehmen des Geruchs des Toten, der noch an seinen Kleidern haftete“, und vor allem das Einrichten eines neuen „Platzes der Begegnung“ mit dem Verstorbenen im Wohnhaus.

Weges“ hat er mehrere Abschnitte verfasst. Er erwähnt etwa, durch die geistige Vorstellung, die „mentale Repräsentation“ eines Menschen werden Gefühle möglicherweise noch intensiver wahrgenommen, „als wenn die verstorbene geliebte Person anwesend ist“. Nervenzellen im Gehirn werden durch „die Kraft eines Bildes oder der Gedanken“ aktiviert. Rosa Kowald meint: „Vielleicht kann mein Buch jemandem helfen.“ Den „unsagbaren Schmerz“ habe sie sich von der Seele geschrieben. Gut gemeinte Ratschläge, sie müsse „loslassen“, haben ihr widerstrebt und sie „noch tiefer in die Verzweiflung geführt“. Der Therapeut habe ihr einen Weg gezeigt, „getragen von der niemals endenden Liebe“. Die Trauernde, die auch „mit Gott gehadert hat“, wird vom Gedanken aufrecht gehalten: „Es gibt Gott, und bei ihm werde ich meinen Sohn wieder treffen.“ JOHANN A. BAUER

FÜR SIE GELESEN Auf der anderen Seite des Weges 17,90 Euro, novum Verlag „Es gibt keinen Trost“, formuliert Rosa Kowald, „aber du musst trotzdem weiter einen Weg suchen, ob du willst oder nicht.“ Nach dem Tod ihres Sohnes hat sie mit dem Psychologen Manfred Kiefer das Trauerbuch „Auf der anderen Seite des Weges“ geschrieben (ISBN 978-3-85022-641-7). Von Kiefer stammen auch die berührenden Naturfotos. Das Wasser auf dem Titelbild, das seinen Weg suche, empfindet die Autorin als Kraftquelle. Und auf der „anderen Seite des Weges“ sei ihr Sohn da.


17. Jänner 2010

Reden von Gott – Kommentar

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POSITIONEN Tragende Wurzel In der Steiermark begegnen die christlichen Kirchen einander im Ökumenischen Forum, das im Herbst im Landhaussaal sein 10-Jahr-Jubiläum unter diesem Namen feierte. Foto: Gsellmann

Und ihr seid Zeugen Weltgebetswoche. Vom 18. bis 25. Jänner beten die christlichen Kirchen besonders um ihre Einheit.

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or 100 Jahren trafen sich im schottischen Edinburgh Delegierte verschiedener protestantischer und anglikanischer Kirchen zu einer „Missionskonferenz“, bei der auch ein orthodoxer Gast anwesend war. Diese „Missionskonferenz“ gilt irgendwie als Anfang der ökumenischen Bewegung. Längst nimmt auch die römisch-katholische Kirche an diesem Anliegen teil. Und römisch-katholische und anglikanische Christen haben mit der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen begonnen, die vom alten Petrusfest am 18. Jänner bis zum Fest der Bekehrung des Apostels Paulus am 25. Jänner (man denke an die anglikanische St.-Paul’s-Cathedral in London) dauert.

29. und 30. Jänner Ökumenisches Wochenende „Hoffnung und christliche Verantwortung in der einen Welt“ lautet das Thema des Ökumenischen Wochenendes im Grazer Universitätszentrum Theologie, Heinrichstraße 78. Das Ökumenische Forum, die Theologische Fakultät und Pro Oriente laden dazu ein. Am Freitag, 29. Jänner, gibt es ab 18.30 Uhr Statements zum Thema aus verschiedenen Kirchen, anschließend Gesprächsgruppen und um 21.30 Uhr ein Nachtgebet in der Leechkirche. Am Samstag, 30. Jänner, beginnt das Programm um 8.45 Uhr mit dem Theologenehepaar Jürgen Moltmann und Elisabeth MoltmannWendel.

In hundert Jahren hat sich im ökumenischen Klima vieles verändert. Das Ziel einer vollen Wiedervereinigung ist aber nicht erreicht, manchmal sind neue Probleme zwischen einzelnen Kirchen aufgetaucht. Das Thema der Ökumene ist nach 100 Jahren aktuell geblieben. Wissenschaftlich-theologische Gespräche haben zu manchen Übereinstimmungen geführt, stoßen aber auch an Grenzen. Praktische Zusammenarbeit auf sozialem Gebiet trägt gute Früchte. Die spirituelle Ebene, das Gebet, bleibt vordringlich im Blick auf Christus, der die Einheit schenkt, die aber auch von den Kirchen angenommen werden muss. Es ist wohl kein Zufall, dass die Mission einen entscheidenden Anstoß zu ökumenischer Zusammenarbeit gegeben hat. Wo Christen Zeugnis geben sollen, zeigt sich sofort, wie gefährdet dieses Zeugnis durch Trennung oder gar Gegeneinander ist. Angesichts der humanitären und materiellen Bedürfnisse in den Missionsgebieten wollte man auch unnötige Konkurrenz vermeiden. Die schottischen Kirchen haben der heurigen Weltgebetswoche um die Einheit der Christen das Motto „Und ihr seid Zeugen!“ gegeben, biblisch begründet im 24. Kapitel des Lukasevangeliums, wo der Auferstandene vor seiner Himmelfahrt die Jünger als seine Zeugen anruft. Das Zeugnis der Christen verlangt Einheit, Offenheit, Miteinander. In gemeinsamen ökumenischen Feiern, in den Fürbitten bei den Gottesdiensten, in Andachten, Begegnungen und Informationsveranstaltungen können in dieser Weltgebetswoche, der am 17. Jänner der „Tag des Judentums“ als Besinnung auf die gemeinsame Wurzel vorangestellt ist, Akzente gesetzt werden. Unter www.oekumenischesforum.at können auch Materialien für die einzelnen Tage an Hand des biblischen Themas gefunden werden.

Stellen wir uns vor, wie es jemandem geht, der die eigenen Wurzeln verachtet und nur schlecht über sie redet. Wenn diese Person auch mit ihren Geschwistern im Streit liegt, ist ein erfülltes Leben kaum denkbar. Dieses Bild könnte für die Situation unserer Kirche bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil stehen. Obwohl Paulus mahnt: „Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich“ (Röm 11,18), gab es schon in den ersten christlichen Gemeinden die Tendenz, sich über das Judentum erhaben zu fühlen. Die Verachtung des Judentums und die gesellschaftliche Abwertung seiner Gläubigen haben dazu beigetragen, dass sich das rassistische Gedankengut des Antisemitismus ausbreiten konnte. Erst seit der Katastrophe des Holocaust hat in allen Kirchen ein Umdenken gegenüber dem Judentum begonnen. Es wuchs das Bewusstsein für die Schuld, die Kirchen und ihre Vertreter auf sich geladen haben. Auch die katholische Kirche besinnt sich neu auf das gemeinsame geistliche Erbe und fördert die Kenntnis und Achtung des Judentums. Seit dem Jahr 2000 begehen alle Kirchen in Österreich am 17. Jänner den „Tag des Judentums“. Damit greifen sie eine Initiative der 2. Europäischen Ökumenischen Versammlung auf, die 1997 in Graz stattfand. Das Datum ist kein Zufall: Vom 18. bis 25. Jänner begehen die Kirchen weltweit die „Gebetswoche für die Einheit der Christen“. Vor aller Verschiedenheit der Kirchen steht das gemeinsame Fundament: ihre Verwurzelung im Judentum. Sie prägt die christliche Identität – so wie Geschwister einer Familie durch die gemeinsame Herkunft verbunden sind.

Monika Prettenthaler


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Kunst

17. Jänner 2010

In Wenigzell im Dekanat Vorau ließ die Gemeinde im Vorjahr einen Abguss der Kreuzigungsgruppe „Verbrannter Baum“ (im Bild ein Ausschnitt) von Silveri anfertigen. Das Original steht im Schloss St. Martin. Foto: Neuhold

Wie ein Naturereignis Alexander Silveri wäre 100. Gebannt von der Kraft des steirischen Bildhauers waren viele.

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a war wieder Leben, Auferstehung“, erzählt Christa Royer-Silveri. Ihr Vater Alexander Silveri war am Ende des Zweiten Weltkrieges als junger Mann in das völlig zerstörte Wenigzell gekommen. Ein verkohlter Baumstrunk fiel ihm auf. „Der war wirklich tot“, schildert Christa, wie sie es von ihrem Vater gehört hat. Doch nach einiger Zeit kam Alexander Silveri wieder am Baum vorbei, den Bomben im Krieg zerstört hatten, und entdeckte: Ein frischer Trieb war aus dem schwarzen Holz gesprossen. Eben „wieder Leben, Auferstehung“. Der Baum inspirierte den akademischen Bildhauer Prof. Alexander Silveri, der am 9. Jänner vor 100 Jahren in Graz geboren wurde, zur Kreuzigungsgruppe „Verbrannter Baum“. Hände strecken sich zu Christus am Kreuz empor. Der Künstler schuf die Plastik 1965 in Bronze für das Schloss St. Martin bei Graz. Im Herbst 2009 ließ die nordoststeirische Gemeinde Wenigzell zu ihrem 800-Jahr-Jubiläum einen Abguss anfertigen. Alexander Silveri war lange Zeit der Bildhauer für moderne christliche Kunst. „Er war schon ein gläubiger Mensch, aber ein großer Zweifler“, beschreibt die Tochter Christa, das zweite von vier Kindern, ihren Vater. Nicht „unverbindliche Süße“ stelle Silveri dar, lobte ihn der Dichter Alois Hergouth, sondern die Wahrheit. Den Menschen Jesus in seiner tiefsten Qual zeige er am Kreuz, wie ihn seine Mutter gesehen habe oder „der Freund, der mit ihm litt, ohnmächtig und sinnlos vor Schmerz und Liebe“. Christa Royer-Silveri

denkt bis heute daran, dass andere Kinder die Zwölfjährige in der Schule beschimpft haben, weil ihr Vater für die Grazer Franziskanerkirche einen so realistischen sterbenden Christus geschaffen habe. „Die anonymen Briefe haben sich in unseren Papierkörben gehäuft“, blickt die Tochter zurück. Hergouth notierte auch, als Student in Wien habe Silveri gehungert und gefroren. Mit dem letzten Geld habe er, statt zu Weihnachten nach Hause zu fahren, Holz für die Kreuzbalken seines Christus gekauft. Die Mitstreiter im katholischen „Bund Neuland“ hatten Silveri in Wien das Wohnen in einer primitiven Baracke ermöglicht. Einmal in der Woche konnte er bei einer Baronin zu Mittag essen. Warum er jeden Unbill aushielt? Schuhe und Kleidung nähte er selber, er hatte nichts. Es war, so die Tochter Christa, „der Drang nach Gestaltung und die Sehnsucht, ja sogar der Zwang, seine innere Unruhe in Form zu bringen, durch die Form zu bändigen“.

Der klare Blick für das Wesentliche war bei Alexander Silveri zu lernen. Foto: Philipp

Durch „Symbolkraft“ und die „unglaubliche Brillanz der Beobachtung“ habe der Künstler „immer in die Tiefe schauen“ können, entfaltet Christa. Er war auch musikalisch talentiert, spielte steirische Ziehharmonika und Maultrommel, schrieb Gedichte – auch als er nach einem Schlaganfall die letzten sieben Jahre seines Lebens liegen musste, bis er 1986 mit 76 Jahren starb. „Wie ein Naturereignis“ sei der Lehrer an der Ortwein-Schule daheim gewesen, „und am glücklichsten, wenn alle um den Tisch saßen“. Unendlich geliebt habe er seine Mutter, die ihn unter großen Opfern als Witwe großgezogen und vorher schon sechs Kinder gehabt habe. Seine Frau Hiltraud Fabian heiratete Alexander Silveri 1939. Im „herrlichen Elternhaus“ sei „mehr gelacht als geweint worden“, strahlt Christa. „In den Abgrund gerissen“ habe die Eltern und Geschwister aber, dass die älteste Schwester mit 33 Jahren an Leukämie gestorben sei. Den „klaren Blick für das Wesentliche“ verdanke sie dem Vater, legt Christa Royer-Silveri dar. Die „feine Klinge“ des Humors sei in der Familie groß geschrieben gewesen. Etwas aus Langeweile zu tun, habe es nicht gegeben. Oft sei der Vater auch verzweifelt gewesen, wenn er von einem Auftrag zurückgetreten sei, denn er habe ein Werk „so gemacht, wie er es empfand, sonst eben nicht“. Männer habe der Bildhauer meistens kantig und eher zurückhaltend, Frauen „weich“ geformt, als „Leben Gebende“, bemerkt Christa Royer-Silveri. Das „Bekenntnis zur Wahrhaftigkeit, dessen Quelle die Spiritualität war“, habe ihn geprägt. Die Menschen seien „gebannt von seiner Kraft und Ausstrahlung“ gewesen. Verhasst waren ihm „kriecherische Leute“. JOHANN A. BAUER


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Sternsingertreffen 2010

17. Jänner 2010

17. Jänner 2010

Sternsingertreffen 2010

Könige, die die Welt verändern Sie sind wetterfest. 1000 Kinder waren trotz Schneetreibens beim Sternsingertreffen in Pistorf.

N Besondere Ehre. Magdalena, Florian, Anton und Viktoria aus Preding durften heuer in Königskleidung erscheinen. Fotos: Neuhold, Zotter (großes Bild oben)

Es ist schön, aber die Hunde sind nicht immer die freundlichsten. Franz Lackner, Weihbischof und Sternsinger

amaste, ich verbeuge mich vor dir. So sage man in Indien, nicht Grüß Gott. Das erklärt Weihbischof Franz Lackner, danach faltet er seine Hände und verbeugt sich am Beginn des Gottesdienstes selbst vor seinen Königen. Eine schöne Begrüßung für 1000 Majestäten, die Pistorf mit ihrer Anwesenheit beehrten. Als Abschluss der heurigen Sternsingeraktion fand das traditionelle Treffen in diesem weststeirischen Ort statt. Die Sulmtalhalle wurde voll, das zeigt das Bild mit der 360°Panoramakamera unseres Pischelsdorfer „Großgruppen-Fotografenmeisters“ Karl Zotter. Er fängt die Stimmung eines Tages ein, die von sehr nachdenklich bis zu ganz ausgelassen reicht. „Ihr brennt für eine gute Sache“, lobte Weihbischof Franz Lackner in seiner Predigt die Sternsinger und ihr außergewöhnliches Engagement. Die Länge der Wege, die sie in den vergangenen Tagen zurückgelegt haben, umspanne einmal die ganze Erdkugel, hatte zuvor schon Claudia Pein, die Verantwortliche für die Sternsingeraktion in der Diözese, erzählt. Eine

Million Menschen werden mit dem Geld unterstützt. „Kindern, die hart arbeiten müssen, wird geholfen, und mit eurer Hilfe wird die Welt verändert.“ Das hat sie den jungen Menschen zu Beginn noch einmal klar gemacht und ihnen den Dank der Adivasi überbracht, denen viele der Spenden der heurigen Aktion zugutekommen werden. Die indischen Ureinwohner leben unter ganz besonders schlechten Bedingungen. Wegen der ungehemmten Industrialisierung ist ihr Lebensraum bedroht. Sie leiden an Krankheiten. Für sie gibt es nun Hoffnung. Selbst wenn noch kein Endergebnis vorliegt, die Sternsinger ersangen über 2,5 Millionen Euro: Die Steirer waren trotz Wirtschaftskrise besonders großzügig. Die Spenden sind reichlicher ausgefallen als im Vorjahr. Eine Halle, gefüllt mit 1000 Begeisterten, lässt sich manchmal ein bisschen schwer unter Kontrolle halten. Also werden von der Bühne aus Schilder gezeigt: „Klatschen“ steht da drauf und „Jubeln“. Geht alles ganz leicht. Eines ist von den jungen Gästen eher schwer zu befolgen, es heißt „Still sein“. Aber selbst das funktioniert meistens. Schon bald nach der Messe gibt es ein Geschenk von der steirischen Landesregierung: Landeshauptmann Franz Voves und Erster LandeshauptmannStellvertreter Hermann Schützenhöfer – beide

selbst anwesend – haben die Jause springen lassen. Auch viele Freiwillige aus der Umgebung helfen gratis, und die Gemeinde stellt die Halle ohne einen Cent Saalmiete zur Verfügung und lädt die Könige schon ein, in drei Jahren wiederzukommen. Gestärkt mit Würstel und Getränk, lässt sich der Tag gut rüberbringen. Nach der Kräftigung beginnt das Unterhaltungsprogramm. Bei Liedern von der „Sixtinischen Kapelle“ kann man zumindest mitwippen. Die meisten singen aber lauthals mit – die allgemeine Begeisterung bringt spätestens jetzt die Halle zum Beben, man versteht kein einziges Wort mehr. Das Theater der Gruppe „Traumfänger“ lädt danach zum Mitmachen ein. Schneewittchen sucht sieben Zwerge aus dem Publikum und stößt auf viele talentierte Schauspieler, viel mehr, als sie für einen Auftritt brauchen kann – leider, wär’ cool gewesen. Für das nächste Jahr planen die meisten schon wieder ihren Einsatz. Egal ob als Kaspar, Melchior, Balthasar oder Sternträger. „Wir müssen doch denen helfen, die weniger haben“, das bekamen wir vom Sonntagsblatt oft als Antwort und auch „uns geht es in Österreich ja so gut“ oder „wir wollen etwas tun, damit es auf der Welt gerechter zugeht“. Lustig ist es auch gewesen, und das war natürlich nicht schlecht. GISELA REMLER

Erlebnisse unter dem hellen Stern „Sternsingen ist eine Jahrhundertidee, die müsste man prämieren.“

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Sternsinger brennen. Weihbischof Franz Lackner bei der Predigt (oben). Die Organisatoren Florian und Gabriela Schachinger danken der Feuerwehr von St. Peter im Sulmtal, die gratis kochte (unten).

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ie ist vielleicht die jüngste Sternsingerin. Die kleine Leonie, die mit ihrem Papa Wolfgang Garber einen Tag in Wundschuh mitgegangen ist. Fünfeinhalb war der rote Kaspar, der auch die Kassa trug, gerade einmal. Für sie war es nicht das erste Mal. Schon letztes Jahr durfte sie als kleines Engerl dabei sein. Sie berichtet stolz, dass die größeren Kinder langsamer waren als sie selbst und dass sie in ganz vielen Wohnungen war. Martin Koch aus St. Andrä ist hingegen schon zum 7. Mal dabei gewesen. Eigentlich ist die Aufnahme gut, aber da ist auch jemand, den er schon kennt, der schaltet die Klingel ab und kommt nicht heraus, weiß er zu berichten. Richtig professionell halt. Als Sternsinger betätigte sich auch Weihbischof Franz Lackner. In der Gemeinde Salla am Gaberl war er einen Tag unterwegs. „Die Menschen freuen sich so, wenn wir kommen, für mich sind das Gottesbegegnungen.“ Erstaunt war er darüber, dass manche sogar anrufen, um in Erfahrung zu bringen, wann die Sternsinger kommen. „Sie wollen wissen, wann sie zu Hause bleiben sollen. Es ist schön, das zu erleben. Sternsingen ist für mich eine Jahrhundertidee, die müsste man eigentlich prämieren.“


17. Jänner 2010

JÜDISCH-CHRISTLICHER DIALOG

Weltkirche

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IN KÜRZE ◗ TAG DES JUDENTUMS Die Kirchen in Österreich feiern ihn am 17. Jänner. „Der Tag des Judentums ist ein Tag für Christen“, betont der Präsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Pastor Prof. Helmut Nausner. „Es ist ein Tag gegen das Vergessen einer fast 2000jährigen Unrechtsgeschichte.“

„Nie wieder Wien?“ Unter diesem Titel brachte die Publizistin Ruth Steiner, die sich als Konvertitin für jüdisch-christliche Verständigung einsetzt, die Lebenserinnerungen ihres Vaters Hans Steiner heraus. Dieser wurde 1938 zur Flucht nach Manila gezwungen. In dem Buch wird spannend, humorvoll und sehr persönlich seine Kindheit im jüdischen Bürgertum Wiens geschildert. Erhellend ist die Darstellung der dreißiger Jahre, als das Unheil schon überall spürbar war. Auf den Philippinen, wo jüdische Flüchtlinge aus Europa großzügig aufgenommen wurden, wurde Hans Steiner nach dem Krieg österreichischer Honorarkonsul. Foto: Rupprecht

◗ JESUIT ERFAND AUTO Der Jesuitenorden als Pionier der modernen Mobilität: Nach Angaben der Ordensleitung war es der flämische Jesuitenpater Ferdinand Verbiest (1623 bis 1688), der als Missionar am Hof des Kaisers von China das erste maschinengetriebene Landfahrzeug konstruierte. Als Antrieb diente eine mit Kohlen befeuerte Dampfturbine. Die Testfahrt des 60 cm langen Prototyps habe 1679 in den kaiserlichen Gärten in Peking stattgefunden.

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Weltkirche

17. Jänner 2010

Rettend barmherzig Beim Singen im Bildungshaus St. Virgil war „halbe-halbe“ bei den Teilnehmern und Teilnehmerinnen kein Problem.

Was Männer überhören Mutter – Vater – Kind: Diese Dreiecksbeziehung wäre die beste Starthilfe. Bei der Pastoraltagung in St. Virgil belegte der Geschlechterforscher Dr. Erich Lehner, partnerschaftliche Beziehungen im Sinn von „halbe-halbe“ seien in Österreich „extrem selten“. Für die Hausarbeit seien bei 57 Prozent der zwei Millionen Paare allein die Frau zuständig, bei 28 Prozent beide Partner, sonst eine dritte Person. Von den Frauen geäußerte Unzufriedenheit mit dieser Aufgabenverteilung, dem „Beziehungskiller Nummer eins“, würde von ihren Männern lange „überhört“. Oft sehen die Frauen dann nur mehr in einer Trennung die Chance auf Verbesserung, rüttelte der Wiener Theologe und Psychotherapeut, der gegenwärtig an der Universität Klagenfurt lehrt, auf. Die Männer seien „oft erst veränderungsbereit, wenn es schon zu spät ist“. Für das Gelingen einer Partnerschaft seien Status, sexuelle Anziehung und sogar Liebe weniger wichtig als Fähigkeit zu Konfliktlösung und Stressbewältigung. Lehner wandte sich gegen das „traditionelle Mutterbild“, das die alleinige Versorgung der Kleinkinder durch die Mutter als entscheidend für deren gesunde Entwicklung fordere. Demgegenüber zeigen Studien klar auf, dass die zusätzliche Anwesenheit des Vaters den Start eines Kindes ins Leben erleichtere. Die Kinder erlangen eine höhere wissensmäßige und soziale Kompetenz, wenn durch Mutter, Vater und Kind eine Dreiecksbeziehung („Triade“) ermöglicht werde.

Beziehung leben zwischen Ideal und Wirklichkeit: Bei der Österreichischen Pastoraltagung hatte es die „ideale“ Ehe nicht leicht.

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ntime Beziehungen vor der Ehe seien „inzwischen oft auch von den eigenen Eltern längst akzeptiert“, bemerkte der Steirer Mag. Johannes Ulz im Salzburger Bildungshaus St. Virgil. Erst mit etwa 30 Jahren treffen heute viele Menschen verbindliche Lebensentscheidungen wie die Eheschließung. „Leben diese Menschen in ständiger Sünde?“, fragte Ulz und diagnostizierte: „Wir als Kirche haben uns aufgrund unserer Sprachlosigkeit von den 15- bis 30-Jährigen verabschiedet.“ An der kirchlichen Sexualmoral orientiere sich kaum jemand. Die jungen Menschen sollen sich aber mit ihren Fragen in Räumen der Kirche „wertgeschätzt wissen“. Die Österreichische Pastoraltagung wagte sich an das Thema „Beziehung leben zwischen Ideal und Wirklichkeit“. Scheidung und „Widerrufung von Lebensentscheidungen“ können heute „durchaus viel Heilendes in sich haben“ und seien nicht vorschnell als sündhaft zu bewerten. Eine Ehe dürfe man nie allein nach rechtlichen Gesichtspunkten beurteilen. Zudem dauern durch den Tod eines Partners beendete Ehen heute durchschnittlich 45 Jahre – so lang wie noch nie in der Menschheitsgeschichte. Das merkte Ulz an, der Referent für Ehe- und Geschiedenenpastoral in der Diözese Graz-Seckau. „Trostgottesdienste“ oder „Trennungsgottesdienste“ für Geschiedene hält er für sinnvoll. Wider die heutigen „Hochleistungsansprüche an Ehe und Familie“ regt Johannes Ulz die Seelsorgenden an, den Paaren zu sagen: „Ihr

braucht euch nicht Ein und Alles zu sein. Ihr braucht euch nicht gegenseitig Gott zu sein. Ihr braucht euch nicht alles Glück der Erde und des Himmels zu bieten. Lang vor eurer Liebe zueinander hat euch Gott schon geliebt.“ Ohne eine vorausgehende Umkehr zu fordern, halte Jesus „mit den in Sünde verstrickten Menschen eucharistische Tischgemeinschaft“, erinnerte die Wiener evangelische Theologin Prof. Dr. Susanne Heine. Die „rettende Barmherzigkeit Gottes“ sei der zentrale Maßstab des Christlichen. Ihn sichtbar zu machen sei die Aufgabe der Kirchen. Er lege theologisch nahe, auch Geschiedene in zweiter Ehe uneingeschränkt am kirchlichen Leben teilnehmen zu lassen. Der Weg zum Glauben dürfe „nicht durch Ausschluss unterbrochen werden“. Heine hatte aber auch klargestellt, die Ehe sei nach dem Epheserbrief von Paulus „Zeichen für die Verbundenheit Gottes mit seiner Kirche als Leib Christi“. Darin liegen die Unauflöslichkeit der Ehe und das Scheidungsverbot begründet. Die Radikalität dieser Sichtweise „kann nicht aufgegeben werden zugunsten der Normativität des Faktischen“. Heine lehnte „vorschnelle Zugeständnisse an den Zeitgeist“ ab. Die Kirche habe „nicht nur Moral zu bieten“, rückte der Vorarlberger Pastoralamtsleiter Dr. Walter Schmolly einen Eindruck zurecht. Man könne stolz sein auf die vielfältigen Angebote und Leistungen für Ehe und Familie. Er trat für „echten innerkirchlichen Dialog“ zu den „heißen Eisen“ ein, bei denen „das letzte Wort noch nicht gesprochen“ sei. Man solle sich nicht damit abfinden, dass solche Themen „wie Schatten“ auf den Bemühungen der Kirche um Ehe und Familie liegen. Hier werde sie nicht als „stimmige AutoJOHANN A. BAUER rität“ wahrgenommen.

Susanne Heine und Johannes Ulz warben bei der Tagung des Österreichischen Pastoralinstituts, an der auch mehrere Bischöfe teilnahmen, für Barmherzigkeit. Geschiedene sollten nicht nur nach dem Kirchenrecht bewertet werden. Fotos: Christina Repolust


17. Jänner 2010

Steirische Pfarren im Porträt

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Grenze zum Südburgenland Pferdesegnung in St. Johann – immer ein besonderes Ereignis.

Kindergottesdienst am 24. Dezember in der Pfarrkirche St. Johann.

Marienkapelle Loretto in Mitterberg Pfarrkirche St. Johann in der Haide.

INTERVIEW

Hilde Schlögl ist Mesnerin in St. Johann in der Haide.  Wie lange verrichten Sie den Dienst als Mesnerin? Als der ehemalige Pfarrer Kaindl krank wurde, habe ich schon öfters ausgeholfen. Als fixe Mesnerin übe ich diesen ehrenamtlichen Dienst seit 18 Jahren aus.

Spiritueller Mittelpunkt des Pfarrverbandes und geistige Hilfe. Zum Dank für eine Heilung wurde in den Jahren 1862 bis 1866 eine Loretto-Kapelle errichtet. Bauherr war Herr Ignaz Bauer aus Steinbüchl. Freiwillige Helfer kamen von der Ortsbevölkerung von Steinbüchl und Mitterberg. Als Vorbild dienten die vielen Loretto-Wallfahrtsorte und Pilgerstätten in den Nachbarländern, ausgehend vom Wallfahrtsort Maria Loreto in der Provinz Ancona in Italien. In all den Jahren ist die Loretto-Kapelle von vielen Wallfahrern und Pilgern besucht worden. Mitten im Wald gelegen – nahe Mitterberg – bildet sie einen Ort der Ruhe und des Gebets. Hier kann man Kraft tanken, für die Anfor-

derungen des Alltags, für die Hilfe Mariens danken – und um weitere Hilfe beten. Eine Besonderheit ist die Marienstatue, sie zeigt die Schwarze Madonna mit dem Jesuskind. Flankiert vom hl. Erzengel Michael und vom Schutzengel. Darunter steht auf dem Altar der Gekreuzigte, unter dem Altar befindet sich ein Heiliges Grab mit dem toten Jesus. Zu diesen Heiligen pilgern Ende Mai Menschen aus allen Teilen unseres Pfarrverbandes, um Maria zu danken. Eine Renovierung war in den Jahren 1993 bis 1994 notwendig. Wieder waren fleißige Hände da, die geholfen haben, um die Kapelle zu einem Schmuckstück zu machen. Besucher und Pilger sind herzlich eingeladen, diese Marienkapelle jederzeit zu besuchen. Sie ist ein Mittelpunkt unseres Pfarrverbandes und eine geistige Hilfe in allen Lebenslagen.

SEELSORGETEAM

 Was war ein besonderes Ereignis in Ihrer Mesnerzeit? Das Sterben und der Tod von Pfarrer Kaindl waren für mich sehr prägend. Es kam mir vor, als würde er Christus in seinem Leiden nachahmen. Er zeigte seine Schmerzen jedoch nie, sondern opferte sie auf. Positiv war für mich bzw. für unsere Pfarre, dass wir wieder einen neuen Pfarrer bekamen. Das war ein freudiges Ereignis!  Was wäre Ihr Wunsch für die Zukunft der Pfarre St. Johann in der Haide? Dass die Pfarre – wie bisher – eine aktive, eigenständige Pfarre bleibt. Sozusagen eine Einheit in der Vielfalt des Pfarrverbandes. Schön wäre auch, wenn wieder mehr junge Menschen den Bezug zur Pfarre bzw. zur Kirche fänden.

Für St. Johann in der Haide (von links nach rechts): Martin Lebenbauer, Friedhof; Otto Pußwald, Organist; Hans Dolezal, Wirtschaftsrat; Luise Klampfl, Pfarrkindergarten; Margit Handler, Ministranten; Hilde Schlögl, Mesnerin; Marianne Wagner, Katholische Frauenbewegung; Astrid Ziegner, Sekretärin; Josef Jeitler, geschäftsführender Vorsitzender des Pfarrgemeinderates; GR Gottfried Münzer; Pfarrer Robert Strohmaier. Fotos: Pfarre; Koordination: Kürzl/Neuhold


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Steirische Pfarren im Porträt

STECKBRIEF

17. Jänner 2010

Aktive Pfarre an der St. Johann in der Haide. Ruhepol an einer pulsierenden Verkehrsader.

W Josephinische Pfarre Ursprünglich gehörte die Pfarre St. Johann in der Haide zur Pfarre Hartberg. Aus sicherer Quelle ist gewiss, dass St. Johann schon 1452 eine Filialkirche hatte, die der Pfarre Hartberg untergeordnet war. In der Regierungs- und Reformzeit Kaiser Josephs II. wurde die „Lokalkaplanei“ St. Johann zwischen 1784 und 1789 ausgegliedert und zur eigenständigen Pfarre erhoben. Der erste selbstständige Seelsorger war Lorenz Müller, der von 1787 bis 1806 in dieser jungen Pfarre wirkte. Zum Pfarrgebiet gehören die sechs Ortsteile Unterlungitz, Fersten, PointKleindörfl, St. Johann, Altenberg und Mitterberg, die von etwa 2000 Menschen bewohnt werden. Der jetzige Kirchenbau mit seinen typischen klassizistischen Zügen stammt aus dem Jahre 1775. Er besteht aus einem dreijochigen Langhaus mit Platzlgewölben und einem halbrund schließenden, einjochigen Chor. Die Orgelempore ist gemauert mit einer einfachen Pilastergliederung innen und außen. Im Westen ist ein dreigeschossiger Kirchturm mit einer Höhe von 28 Metern vorgesetzt, dessen Kirchturmuhr eine Besonderheit aufweist: Der große Zeiger ist nicht, wie sonst üblich, der Minutenzeiger, sondern er zeigt die Stunden an. Das schlichte Innere der Kirche wird vom klassizistischen Hochaltar aus dem 18. Jahrhundert bestimmt, dessen Bild den hl. Johannes den Täufer zeigt. Die übrige Ausstattung stammt ebenfalls aus der Zeit ab 1750 bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts. Der neue Volksaltar wurde am 21. Jänner 1990 von Bischof Johann Weber geweiht und fügt sich harmonisch in das Innenleben der Kirche ein. Weiters befinden sich im hinteren Bereich zwei Heiligenbilder, die vom akad. Maler Prof. Adolf Osterider stammen.

er die Autobahnabfahrt bzw. -auffahrt Hartberg benutzt, befährt unweigerlich unser Gemeindegebiet. St. Johann in der Haide liegt im sanften oststeirischen Hügelland und ist zwischen der Bezirkshauptstadt Hartberg und der burgenländischen Gemeinde Markt Allhau eingebettet. In einem regen Verkehrsnetz möchte die Pfarre St. Johann einen Ruhepol und eine Oase der geistigen Erholung bieten. Unsere Pfarre kann mit keinen großartigen, medial Aufsehen erregenden Veranstaltungen und Aktionen aufwarten, doch sei gesagt, dass die ganz alltäglichen pfarrlichen Feste und Dienste von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern großartig geplant und durchgeführt werden. Vor mehr als fünf Jahren verstarb der damalige, oft kränkelnde Pfarrer Siegfried Kaindl. Da Pfarrer Kaindl zu Lebzeiten krankheitsbedingt nicht immer voll einsatzfähig war, entwickelte die Pfarre ein gesundes Maß an Selbstständigkeit und Selbstorganisation. Seit gut fünf Jahren bildet unsere Pfarre mit den Pfarren Unterrohr und St. Magdalena am Lemberg einen Pfarrverband. Die Zentralverwaltung erfolgt durch die Pfarrkanzlei vor Ort, welche zweimal wöchentlich besetzt ist. Nebst Kirche und Pfarrhof befindet sich die alte, aufgelassene Volksschule. Nicht dass etwa St. Johann keine Kinder mehr hätte – im Gegenteil. Mit dem Neubau einer schönen Schule finden seit diesem Schuljahr gegen 90 Kinder Platz im neuen pädagogischen Gebäude. Auch die Pfarre selbst hat einen wichtigen Bildungsauftrag, der durch den Pfarrkindergarten wahrgenommen wird. Zwei Pädagoginnen und zwei Betreuerinnen kümmern sich um die Kinder in den zwei Gruppen. Unter dem Kindergarten befindet sich der Pfarrsaal, wo die verschiedensten Sitzungen und Veranstaltungen durchgeführt werden.

◗ Gottesdienste Sonntag 9 Uhr. Wochentags: Donnerstag 19 Uhr, am 2. Donnerstag im Monat in Unterlungitz. – Werktagsmesse: Jeden 4. Donnerstag Messe in der Kapelle Altenberg.

Schwarze Madonna in der Loretto-Kapelle.

Hier trifft sich regelmäßig die Katholische Frauenbewegung, die sicher die aktivste Pfarrgruppe darstellt. Am Erntedanksonntag gibt es den legendären „Kuchensonntag“, bei dem die Katholische Frauenbewegung den Reingewinn an ein pfarrliches Projekt weiterleitet. Ob es um die Kirchenverschönerung, Durchführung von Wallfahrten oder um die Tauffestbegleitung geht, die eifrigen Damen der KFB sind immer zur Stelle. Auch der agile Pfarrgemeinderat trifft sich regelmäßig im Saal, um das Pfarrleben in Schwung zu halten. Dabei geht es nicht nur um praktische Dinge, es werden auch spirituelle Impulse gesetzt: Kreuzweg- und Maiandachten vor den entsprechenden Sonntagsmessen, Gestaltung des beliebten Ehejubiläumssonntags. Ein wichtiger Fixpunkt ist unser Pfarrfest am „Johannisonntag“, welches bei Schönwetter auf der Festwiese hinter der Kirche stattfindet. In der Nähe des Pfarrkindergartens steht der „Greißlerladen“ unseres Organisten, der schon jahrzehntelang die Orgel betätigt. In seinem Geschäft bekommt man noch Waren aus „Uromas Zeiten“ und kann noch an der Kasse mit dem alten Schilling bezahlen. Auch wenn die oststeirische kirchliche Volksfrömmigkeit kleine Risse bekommt, auf die Mithilfe und Solidarität der Bevölkerung ist Verlass. In Kooperation mit der politischen Gemeinde wird unser Wirtschaftsrat die Gestaltung der neuen Friedhofsfläche (samt Urnenfriedhof) in diesem Jahr ins Auge fassen. Zu tun gibt es also immer etwas. Mit kleinen und größeren Handgriffen will die Pfarre St. Johann auf die gesellschaftlichen An- und Herausforderungen reagieren und sich weiterbewegen. PFARRER ROBERT STROHMAIER


Serie

17. Jänner 2010

Der Hausherr im „Augustinum“, Regens Wilhelm Krautwaschl, baut mit Gymnasiastinnen vom „Bischöflichen“ das „Augustinum“ als buntes Puzzle zusammen.

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Eine Serie von

diesmal: Regens Wilhelm Krautwaschl

Foto: Neuhold

„Mein Lieblingsplatz ist dort, wo ich gerade bin!“

3 FRAGEN AN

Berühmt für seinen „Lacher“ ist der Regens des Bischöflichen Seminars in Graz, Wilhelm Krautwaschl.

Wilhelm Krautwaschl ist Regens im Bischöflichen Seminar. Foto: Schiffer

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ein Lieblingsplatz als Priester? „Dort, wo ich gerade bin“, antwortet Monsignore Dr. Wilhelm Krautwaschl. Er ist Regens (Chef für 87 „junge Beaschen“) im Bischöflichen Seminar in der Lange Gasse in Graz, die das Bischöfliche Gymnasium oder andere höhere Schulen besuchen. Der Beauftragte des Bischofs für Berufungspastoral ist auch Hausherr im „Augustinum“, dem neuen Bischöflichen Zentrum für Bildung und Berufung. „Jetzt fühle ich mich sauwohl im Seminar“, lacht Willi Krautwaschl und merkt an, der Ausdruck „sauwohl“ passe „natürlich nicht ins Sonntagsblatt“. Sein lautes, erfrischendes Lachen ist ein Markenzeichen des Priesters aus der Oststeiermark. „Ich lebe das Jetzt“, nennt er als Grund für seine Fröhlichkeit. Er sei sich gewiss, dass Gott seinen Weg begleite. Dieses Vertrauen, „dass es hinter allem einen gibt, der das Ganze im Blick hat“, bekam Krautwaschl von daheim mit. Der Vater war Bestatter in Gleisdorf, so gingen im Haus die Trauernden ein und aus. „Trotz allem zu hoffen“ lernte er auch in der Zeit, in der seine Schwester an Leukämie litt. Ob er es mit dem Weg zu Gott ernst meine oder nicht, merken die Burschen im Bischöflichen Seminar sofort. „Die blatteln dich täglich auf“, formuliert Krautwaschl. Er dürfe sich nicht ins Schneckenhaus zurückziehen. Zum Thema Zölibat habe etwa einer der Gymnasiasten seinen Priesterkollegen im Haus angeredet, erzählt der Regens: „Herr

Spiritual, Sie haben sicher eine Freundin, weil Sie immer so glücklich sind.“ Mag. Stefan Ulz habe geantwortet: „Kannst du dir vorstellen, dass Gott einem so viel bedeutet, dass er mir eine ähnliche Erfüllung schenken kann wie eine Frau?“ Krautwaschl ergänzt, ehelos könne nicht leben, wer nicht auch für die Ehe geeignet wäre. Er hält beide Formen für „sehr anspruchsvoll“. Die Gewissheit, dass sie nicht allein seien, wolle er den Jugendlichen weitergeben, schildert Willi Krautwaschl. Er ermuntere: „Gott ist mit euch; lebt daraus, dann wird euer Leben gelingen!“ Von Gott zu reden und zu predigen sei spannend und etwas „Intimes“. Er wolle nicht oberflächlich bleiben und dennoch nicht das Persönlichste auf den Marktplatz tragen. Nicht als „moralischen Auftrag“, sondern als sein Wesen wolle er den Menschen „geistlich Jesus bringen“, ähnlich wie Maria „Jesus leiblich zur Welt gebracht hat“. Täglich übe er, ein „Wort des Lebens“ aus der Bibel im Alltag zu überlegen und zu verwirklichen, berichtet der Priester. In einer solchen „Wortdes-Lebens-Runde“ von Erwachsenen habe er schon mit 15 Jahren in Gleisdorf stolz mitgeredet. JOHANN A. BAUER

◗ Ich lasse dich nicht los Als Primizspruch wählte Willi Krautwaschl 1990 das Wort Jakobs nach seinem nächtlichen Kampf (Gen 32,27): „Ich lasse dich nicht los, wenn du mich nicht segnest.“ Gleich wichtig wurde ihm Vers 16 aus Kapitel 4 des 1. Johannesbriefs: „Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und gläubig angenommen…“

 Kann man ohne Frau glücklich leben? Ich habe nicht die Garantie, aber das Vertrauen, dass Gott mich in meiner Lebensform erfüllt sein lässt. Ich habe mich zuerst für die Ehelosigkeit entschieden; nur um des Priestertums willen ehelos zu leben kann schiefgehen.  Welche Beziehung soll ein Priester zum Geld haben? Der Regens hat immer wieder ein neues Handy. Das ist ein Spleen von mir. Meine Ausrede ist: „Die Burschen sollen sehen, dass ich nicht von gestern bin.“ In unserer Priestergemeinschaft schauen wir, dass wir das Geld, das wir nicht brauchen, jeden Monat weitergeben. Geld und die Dinge, die mir anvertraut sind, will ich nicht als mein Eigentum betrachten, sondern immer fragen: Dient es Gott?  Kann es für einen Priester schwierig sein zu gehorchen? Als mich der Bischof aus der Pfarre Bruck herausholte und bat, Regens zu werden, schluckte ich im ersten Augenblick. Weil mich die Arbeit mit jungen Menschen reizt, habe ich aber sofort Ja gesagt und gemerkt: Gehorsam ist keine Einbahnstraße.


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IM BLICKPUNKT

NESTELBACH. Seit kurzem hat das Rote Kreuz Nestelbach ein neues Einsatzfahrzeug, das allen Anforderungen für den Dienst des Roten Kreuzes im zwölf Gemeinden umfassenden Einsatzgebiet gerecht wird. Es wurde von Pfarrer Friedrich Tieber (Bild) und Diakon Dr. Christian Wessely gesegnet. Foto: Graßmugg

STEIRER MIT HERZ

Heinz Konrad

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aiffeisenkassenrevisor war Heinz Konrad, ehe er sein Theologiestudium begann. Als Religionslehrer in Feldbach lernte er seine tüchtige Frau Maria kennen. Mit ihr zog er nach Stainz, und sie trug alle späteren Aktivitäten des „Ämterkumulierers“, wie ihn manche liebevoll nennen, mit. Am 26. Dezember feierte die Familie mit vier Kindern und sieben Enkelkindern sowie seinem Weggefährten Altpfarrer Msgr. Lorenz Möstl den 70. Geburtstag des pensionierten Religionslehrers. Mit seinen vielen Talenten war Heinz Konrad, bis ihn eine rätselhafte Viruserkrankung aus den vielfältigen Tätigkeiten herausriss, Lektor, Bibliothekar, Chefredakteur des Pfarrblattes „Kontakt“, Kommunionhelfer, Wortgottesdienstleiter, Vorbeter bei Begräbnissen. Er war Gründungsmitglied der Familienrunde und Geburtshelfer beim „Sonntag für Ehejubilare“. Er erfand und begleitete geistlich die Stainzer Fußwallfahrt nach Mariazell, plante aber auch jährliche Radtouren genauestens. Daneben war er Vorturner im Turnverein. Die Kraft fand Heinz Konrad in der Eucharistie, im Bildungshaus Mariatrost, im Haus der Stille und bei Wanderungen. Ein Ausgleich war ihm auch die geliebte Gartenarbeit. Zäh und mit Segenswünschen der Pfarre arbeitet Heinz an der Überwindung der Folgen seiner Krankheit. Foto: privat

LEOBEN-ST. XAVER. Die auch in Leoben sehr fleißigen Sternsinger besuchten auch die Justizanstalt und das Justizzentrum und brachten viel Freude und Hilfe unter gutem Stern. Große Einsatzgebiete und eisige Temperaturen hinderten die jungen Menschen nicht, überall für einen guten Zweck anzuklopfen. Foto: Hörl

WERNERSDORF. In der Emmauskapelle versammelten sich die „Emmauswinzer“ zur Segnung des Johannesweins, die Pfarrer Mag. Anton Neger vornahm. Aus den in der Kapelle von Gerald Brettschuh dargestellten Heiligen wurde diesmal der heilige Nikolaus für das Etikett gewählt. Foto: Fürbass

Zu Gast bei Mitchristen Knittelfeld. Kapuzinerkirche gehört jetzt den Orthodoxen. Vielen Knittelfelderinnen und Knittelfeldern war die Kapuzinerkirche zur geistlichen und gottesdienstlichen Heimat geworden. Als im Vorjahr die geistliche Betreuung dieser Kirche beendet werden musste, war es für viele mit Wehmut verbunden. Doch Knittelfeld setzte ein starkes ökumenisches Zeichen und übergab die Kirche an die rumänisch-orthodoxe Gemeinde, die für sich einen Kirchenraum suchte oder errichten wollte. Besuche in dieser Kirche rufen jetzt nicht nur Erinnerungen wach, sondern schaffen auch Begegnung mit Glaubensgeschwistern und geben Einblick in das Wesen orthodoxer Gläubigkeit. Dies erlebte zum Beispiel der Seniorenklub der Pfarre. Der orthodoxe Pfarrer Christian Creucean freute sich sehr über das Interesse für seine Kirche. Gerne erzählte er über Glauben und

Feiern in der orthodoxen Kirche. Die meisten Besuchenden waren überrascht, dass der Unterschied gar nicht so groß ist. Sie freuten sich, dass die Kirche ein christliches Gotteshaus geblieben ist, dessen Gestaltung jetzt eben von orthodoxer Tradition geprägt ist. Die Ikonenwand, die jetzt Altarraum und Kirchenschiff trennt oder eigentlich durch die Bilder verbindet, zeigt Christus, die Gottesgebärerin Maria, die zwölf Apostel und Propheten des Alten Testamentes. Pfarrer Creucean konnte auch eine eigens für diese Kirche geschaffene Ikone herzeigen, die ein Ikonenmaler aus Rumänien übergroß an die Wand der Sakristei gemalt hatte. Sie zeigt das in der orthodoxen Spiritualität beliebte Motiv des Pantokrators Christus mit der Gottesmutter Maria und Johannes dem Täufer an seiner Seite. Die katholischen Gäste genossen die Offenheit des orthodoxen Pfarrers, der sich wiederum über den Besuch mit Geschenk und spontaner Spende freute.

Der Seniorenklub besucht die der rumänisch-orthodoxen Gemeinde übergebene Kapuzinerkirche in Knittelfeld, für deren Sakristei ein rumänischer Ikonenmaler ein großes Bild schuf. Foto: Glück

Schlagen auch Sie uns ein Vorbild des Alltags vor. Zuschriften bitte an die Redaktion.


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MENSCHWERDUNG KONKRET

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ABSCHIED

Pfarrer Josef Rainer verstorben

Gott wurde Mensch. Er begegnet uns in besonderer Weise in den Kindern. Die Gesichter aller Kinder, die in der Zeit vom 24. Dezember 2008 bis zum 24. Dezember 2009 in der Pfarre Irdning-Aigen getauft wurden, schmücken seit dem Heiligen Abend bis Maria Lichtmess den Altar der Pfarrkirche. Jeder Mensch – auch der Mensch gewordene Gott – fängt ganz klein an. Und jeder Kleine in dieser Welt hat eine unverlierbare Würde. Die Wertschätzung und Aufmerksamkeit für die Kleinsten ist eine Investition in unsere Zukunft. Foto: Pfarre Irdning

889.579 Katholik(inn)en Der Katholikenanteil an der steirischen Gesamtbevölkerung liegt Ende 2009 bei 73,7 Prozent. Die Diözese Graz-Seckau gab die jährliche Statistik über ihre Mitgliederzahlen bekannt. Mit Stichtag 31. 12. 2009 gab es in der Steiermark 889.579 katholische Bürger(innen). Maßgebliche Faktoren für die Bewegungen der Katholikenzahl sind das Verhältnis zwischen Taufen und Sterbefällen, Zuzügen und Wegzügen sowie Austritten und Wiederaufnahmen. Die Zahl der Kirchenaustritte in der Steiermark war im Jahr 2009 mit 8875 merklich höher als in den letzten Jahren. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Unübersehbar ist der allgemeine Trend zu loseren Bindungen an große Gemeinschaften. Das betrifft – wenn auch in geringerem Ausmaß als vergleichba-

re Körperschaften – auch die katholische Kirche als zahlenmäßig größte Gemeinschaft in Österreich. 2009 haben offensichtlich zusätzlich die überregionalen Ereignisse am Beginn des Jahres zu Verunsicherung und Verärgerung geführt. Auch die schwierige wirtschaftliche Situation dürfte eine Rolle spielen. Vielen ist zu wenig bekannt, dass bei der Berechnung des Kirchenbeitrags auf individuelle Probleme Rücksicht genommen wird. 1502 Menschen haben sich 2009 entschlossen, wieder in die Kirche einzutreten. Damit konnte die Rekordmarke des Vorjahres von 1615 Personen fast wieder erreicht werden. Diese Werte entsprechen einer Verdoppelung gegenüber dem langjährigen Trend. Österreichweit gibt es mit Jahresende 5,53 Millionen Katholik(inn)en. Das bedeutet einen leichten Rückgang um 0,8 Prozent.

◗ Beim großen Weihnachtsrätsel gewonnen Die Grazer Buchhandlung Gratia (KaiserFranz-Josef-Kai-14, 8010, Tel. 0 31 6/81 02 64) hat für das doppelseitige Weihnachts-Kreuzworträtsel in Nr. 51/52 fünf Preise gestiftet. Darüber freuen sich jetzt: „Die Sonntagsbibel“ wird im Haus von Herta Aschauer in Niklasdorf willkommen geheißen werden. In die „Hoffnungswege“, im Gefängnis geschrieben vom vietnamesischen Kardinal Franz Xaver

Nguyˆen van Thuˆan, wird sich Gerlinde Remich in Trofaiach vertiefen. In den „Wortschätzen aus dem Kloster“ von Anselm Grün und vielen anderen kann Gottfried Windhaber in Friedberg „schürfen“. In elfeinhalb Monaten wird Theresia Lamprecht in Klöch „Meine schönsten Weihnachtsgeschichten“ genießen. Zu Nina Vollmann, Wolfsberg/Schwarzautal, schicken wir „Irre“ von Manfred Lütz.

Wenn er jemandem die Kirche in Oppenberg und später in Frauenberg-Maria Rehkogel zeigte, so schilderte er sie gerne als „die größte nach dem Petersdom“. Er liebte da den Superlativ, wohl weil er seine Kirche liebte. Oft traf man ihn dort in „Arbeitskluft“ an, weil er für seine Kirche gerne Hand anlegte. Nach Begegnungen mit ihm, der sich schon im Studium als sehr intelligenter Mensch erwiesen hatte, konnte man manche Anekdote erzählen. Am 8. Jänner verstarb Geistl. Rat Josef Rainer im 83. Lebensjahr. Seine Heimat St. Margarethen an der Raab, wo er die Zeit seines Ruhestandes verbracht hatte, ist Ort seiner Beisetzung am 15. Jänner um 10 Uhr. Nach seiner Priesterweihe 1951 waren Grafendorf, St. Andrä im Sausal, Wildon, Stadl an der Mur, Spital am Semmering und Birkfeld seine Kaplansposten. Von 1959 bis 1965 leitete er als Provisor und Pfarrverweser die Pfarre Oppenberg. Ab 1965 wirkte er bis zu seiner Pensionierung 1994 als Pfarrverweser und dann als Pfarrer an der Wallfahrtskirche FrauenbergMaria Rehkogel in der Nähe von Bruck an der Mur. Im Ruhestand in St. Margarethen an der Raab lebte er zurückgezogen. Solange es ging, kümmerte er sich um Haus und kleine Wirtschaft selbst und war durch die Zeitungen immer gut informiert. In letzter Zeit war er sehr krank und musste mehrmals ins Spital. Die benachbarte verwandte Familie Posch kümmerte sich um ihn. Über den Besuch von Pfarrer Dr. Josef Jamnig freute er sich stets. Foto: privat


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VORGESTELLT

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Mariagrün mit neuem Klang Die Zanin-Orgel vereint italienische und deutsche Schule.

Konsistorialrat Friedrich Trstenjak „Die Menschen im Pfarrverband in die Zukunft führen“ wolle er, bemerkt der Dechant vom Dekanat Deutschlandsberg, Friedrich Trstenjak. Sie sollen im Miteinander der Pfarren „aus dem allgemeinen Priestertum die Verantwortung für den Glauben wahrnehmen“. Trstenjak ist seit 2001 Pfarrer von St. Stefan ob Stainz und seit 2004 auch von St. Josef/Weststeiermark. Eine Zeitlang war er zusätzlich Provisor von Frauental an der Laßnitz. Bischof Dr. Egon Kapellari hat den Priester zum Konsistorialrat ernannt. Der am 1. Juli 1947 in Bad Radkersburg Geborene war sieben Jahre alt, als sein Vater starb. Bald zog die Mutter nach Werndorf in der Pfarre Wundschuh südlich von Graz. Er war bei der Jungschar und Jugend aktiv, und als Lektor war er zugleich „Kommentator“, der die am Altar lateinisch „gelesene“ Messe ins Deutsche übersetzte. Den Aufbruch des Konzils erlebte Trstenjak am Aufbaugymnasium und im Canisiusheim Horn in Niederösterreich mit. Vorher hatte er eine Lehre als Kaufmann abgeschlossen. Seit der Priesterweihe 1976 begleitet ihn die Emmausgeschichte (Lk 24), eine „Weggeschichte“. Ein „Wegbegleiter“ will er sein. Nach vier Kaplansjahren in Straden und 16 Jahren als Provisor und Pfarrer in Lassing und Oppenberg wollte Trstenjak „einmal etwas für sich selber tun“. Er studierte ein Jahr in Zürich, ehe er 1997 den Pfarrverband Kammern – Traboch – St. Michael übernahm und dann nach St. Stefan ob Stainz kam. „Neues versuchen und ausprobieren“ will er stets, etwa bei Erstkommunion und Firmung. JOHANN A. BAUER, Foto: Neuhold

Seit kurzem freut sich die kleine, aber feine Wallfahrtskirche Mariagrün im Bereich der Grazer Pfarre St. Leonhard, nicht nur Peter Roseggers Hochzeitskirche, über eine neue Orgel. Die lange Wartezeit wurde durch eine Truhenorgel gemildert, die die Grazer Werkstätte Krenn zur Verfügung gestellt hatte. Die in Friaul beheimatete Orgelbaufirma Zanin bekam schließlich den Auftrag zur Neuerrichtung der Orgel. Damit hat Graz nach mehr als 150 Jahren wieder ein Instrument bekommen, das nach italienischer Orgelbautradition ausgeführt wurde. Architektonisch gut in den Kirchenraum eingefügt, kann die

Mariagrün. Segnungsgottesdienst für die neue Orgel in der zur Pfarre St. Leonhard gehörenden Filial- und Wallfahrtskirche mit Altbischof Johann Weber.

Orgel mit ihrer Disposition nicht nur die Gottesdienste wirkungsvoll unterstützen, sondern auch überzeugend italienische und süddeutsche Orgelmusik wiedergeben. Zwei Manuale und Pedal umfassen 15 Register mit 804 Pfeifen. Diakon Rudolf Prattes und viele Freunde von Mariagrün haben für Durchführung und Finanzierung viele Spenden und Ideen beigetragen. Das Instrument ist auch dem Andenken des langjährigen Stationskaplans Walter Fohn gewidmet, der auch posthum zum Förderer der Orgel wurde. An einem Marienfest, dem 8. Dezember, wurde die neue Orgel von Altbischof Johann Weber geweiht. Josef Hofer an der Orgel und Martin Fournier als Tenor ließen das Lob Gottes erschallen.

Josef Hofer lässt die von der Firma Zanin aus Friaul errichtete Orgel zum ersten Mal Fotos: Amsüss erklingen.

Neue Orgel für junge Kirche Mitterdorf. Glanzvoller Schlussstein der Kirchenerrichtung. Das Patrozinium der St.-Barbara-Kirche Mitterdorf im Mürztal wurde heuer besonders feierlich begangen. Univ.-Prof. Dr. Johann Trummer weihte die von der Firma Rieger aus Schwarzach in Vorarlberg gebaute Orgel. Damit bekam die in den Jahren 1984 bis 1986 erbaute Kirche ihren glanzvollen Schlussstein, der sich harmonisch in die Architektur der Kirche einfügt. Das zweimanualige Instrument besitzt 15 Register mit 874 Pfeifen. MMag. Dr. Maria Helfgott, aus Mitterdorf gebürtig, ist seit ihrem dreizehnten Lebensjahr Organistin der Pfarre Wartberg und derzeit Univ.-Assistentin an der Musikuniversität Wien. Sie präsentierte mit einem auf höchstem Niveau dargebotenen Konzert das neue Meisterwerk der Firma Rieger. JOHANN PAIER

Orgelweihe. Dr. Johann Trummer weiht das von der Firma Rieger erbaute Instrument, das Dr. Maria Helfgott zur Ehre Gottes und Freude Foto: Rieger der Menschen erklingen lässt.


Thema

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Gerechtigkeit leben. Jedem das Seine oder jedem das Gleiche? Wie gehen wir mit anderen Überzeugungen um, ohne die eigene aufzugeben? Kann Vergeltungsdenken eine gerechte Welt schaffen? KA-Präsident Mag. Hans Putzer warf zum Thema Gerechtigkeit jede Menge Fragen auf.

Die größere Gerechtigkeit Schloss St. Martin. Bei der von der Katholischen Männerbewegung veranstalteten Zeit-SchritteTagung ging es um Gerechtigkeit in der heutigen Gesellschaft.

W

elches Angebot haben die Christen, um verzagten Zeitgenossen eine Lebensperspektive zu eröffnen?“ Mit dieser Frage, die Otto Friedrich in der „Furche“ gestellt hatte, leitete Ernest Theußl, der Vorsitzende der Katholischen Männerbewegung Steiermark, die diesjährige ZeitSchritte-Tagung ein. „Nicht der Nacktscanner wird Frieden und Sicherheit bringen“, zitierte er weiter, „sondern Gerechtigkeit“. Das ist in den heiligen Schriften der Religionen ausreichend belegt. Im Blick auf Christus formuliert: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen! Jedem das Seine oder das Gleiche? „Von allen Tugenden die schwerste und seltenste ist die Gerechtigkeit.“ Mit diesem Ausspruch Franz Grillparzers leitete Mag. Hans Putzer, Präsident der Katholischen Aktion Steiermark, als Referent des Tages eine Fülle von Gedanken ein, die sich aus dem Problemkreis „Gerechtigkeit“ in der heutigen Gesellschaft ergeben. Gibt man jedem das Seine, oder gibt man jedem das Gleiche? Diese Frage der altgriechischen Philosophen hat in Kopenhagen 2009 neuen Auftrieb bekommen. Wieviel CO2

◗ KMB-Jahresmotto „Gerechtigkeit konkret“ lautet das Jahresmotto der Katholischen Männerbewegung. Dabei geht es nicht darum, abstrakt darüber zu reden, sondern im Blick auf Christus konkrete Taten zu setzen.

darf jeder von uns produzieren? Jeder gleich viel – die Menge des produzierten CO2 dividiert durch die Anzahl der Menschen auf dieser Erde, oder jeder gleich viel über das Maß hinaus, das bis heute emittiert wurde? In der Gesamtmenge der Schadstoffe ist Österreich weit unten in der Tabelle, umgelegt auf die Bevölkerungszahl aber ganz weit vorne. Was ist also gerecht? Jedem das Gleiche oder jedem das Seine? Aber da sind wir erst bei einer der vielen Facetten von Gerechtigkeit, der so genannten Verteilungsgerechtigkeit, die immer dann

Zeit-Schritte. Die Tagung im Volksbildungsheim Schloss St. Martin bei Graz fand großes Interesse. Fotos: Käfmüller

ins Spiel kommt, wenn ein Gut angesichts des Mangels zu verteilen ist oder ein Schaden behoben werden sollte, der alle betrifft. Im Schlaraffenland ist Verteilungsgerechtigkeit kein Vokabel. Aber dort sind wir nicht. Gerechtigkeit konkret Gemäß dem Jahresmotto der KMB „Gerechtigkeit konkret“ muss es über die theoretische Erörterung hinaus noch etwas anderes geben. Zum Beispiel: Wie gehen wir mit Menschen um? Die Debatte um das Kreuz im öffentlichen Raum, die ideologisch geführte Abtreibungsdebatte und die Aufsehen erregende Werbekampagne des „neuen Atheismus“ haben letztes Jahr die Szene besetzt. Wie sind wir da mit der Einstellung anders denkender Mitmenschen umgegangen? Das ist eine Nagelprobe von Gerechtigkeit. Oder anders gesagt: Wie lassen wir anders gefassten Meinungen Gerechtigkeit erfahren, ohne die eigene, wohl begründete Überzeugung zu verleugnen? Der Weg Gottes aus der Spirale der Gewalt heißt: „Wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt.“ Wer nur auf Vergeltung – wie du mir, so ich dir – setzt, darf sich keine gerechte Welt erhoffen. Nicht Interessenausgleich heißt die Formel, sondern „Option für das Gute“. In sieben Schritten hat Hans Putzer zusammengefasst, was christliches Verständnis von Gerechtigkeit sein könnte: Ein Leben, das Gott gerecht wird, der Schöpfung gegenüber gerecht wird, dem Menschen gegenüber gerecht wird, das die Güter gerecht verteilt, das der nächsten Generation, den Geschlechtern gegenüber und dem Wachstum gegenüber gerecht wird.


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Meinung

AUS MEINER SICHT Drei Verschiedene auf einem Weg Wir haben die Zahlen 20 und 10 an die Türen geschrieben, weil wir manchmal einen Zwanziger und manchmal einen Zehner bekommen haben, sagte ich scherzhaft nach der Dreikönigsaktion. Aber es stimmte ja wirklich. Die Aufnahme der kleinen und jugendlichen Könige war gut, die Bereitschaft zu geben groß. Das heutige Sonntagsblatt sagt mit seinem Bericht vom graz-weststeirischen Sternsingertreffen noch einmal Danke. Die drei Weisen und die drei Könige wurden immer so dargestellt, dass sie Verschiedenes als Einheit verkörpern. Auch die heutigen Sternsinger sind meist in drei Farben geschminkt. Alle Hautfarben, Rassen und Völker treffen sich bei Jesus. In alten Bildern stellen die Weisen auch oft drei Lebensalter dar und vereinen Jugend, Lebensmitte und Alter. Sie verkörpern also auch ein Miteinander der Generationen. Sie sind Heiden, Repräsentanten fremder Völker. Aber sie suchen mit Hilfe ihres Sterns den König der Juden. Am 17. Jänner, heuer gerade Sonntag, begehen wir seit einigen Jahren einen eigenen „Tag des Judentums“, der uns an die Wurzel unseres Glaubens erinnert, an das Volk, aus dem der Erlöser menschlich herkommt. Dann folgt die Weltgebetswoche um die Einheit der Christen. Sicher sind manchmal auch evangelische oder orthodoxe Kinder beim Sternsingen dabei. Vielleicht wäre das sogar einmal etwas Neues: die drei Weisen als Vertreter der katholischen, der reformatorischen und der orthodoxen Kirchentradition. Wo Christus gemeinsames Ziel ist, entsteht jedenfalls ein gemeinsamer Weg.

Herbert Meßner, Chefredakteur

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Offen gesagt: Eine tolle Aktion Sie waren heuer zum 20. Mal Sternsingen. Noch immer motiviert? Sicher. Zum einen macht es Spaß, mit Freunden unterwegs zu sein und dabei für eine gute Sache einzutreten. Zum anderen erlebt man allerhand. Lustige, skurrile, aber auch sehr berührende Erlebnisse. Auch Rückschläge, wenn Türen verschlossen bleiben oder Leute uns wegschicken, aber das Positive überwiegt. Vor allem, wenn man merkt, wie sehnsüchtig manche Leute auf die Sternsinger warten. Erfreulicherweise öffnen uns auch viele junge Familien die Tür, und sogar bei einigen muslimischen Familien durften wir singen. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein älteres Ehepaar: Er ist schwer dement, und sie pflegt ihn seit längerem. Jedes Jahr werden wir erwartet, und jedes Jahr erklärt sie ihm aufs Neue, wer die heiligen drei Könige sind und was passiert. Allein das mitzuerleben, ist es wert, Jahr für Jahr Sternsingen zu gehen.

Neben dem aktiven Singen helfe ich auch bei der Organisation der Aktion. Obwohl das Umfeld durch verschiedene Faktoren immer schwieriger wird, hat mir gerade das heurige Jahr neuen Mut gegeben. Nicht nur, dass wir ein Rekordergebnis erzielen konnten, sondern auch die vielen engagierten Kinder und Begleiter geben mir Hoffnung, dass wir auch in den nächsten Jahren eine tolle Aktion auf die Beine stellen können.

Unter dem Stern. Simon Hirschmann, 3. Vorsitzender der Katholischen Jungschar, Mitorganisator in der Pfarre Christus der Auferstandene, Graz-Süd. Foto: privat

LESERBRIEFE ich allen Spendern und Spenderinnen aus ganzem Herzen Danke sagen! Mit Ihrer Hilfe konnte vielen tausenden Menschen geholfen werden. Franz Küberl, Caritasdirektor

In dieser feinen Art

Es war nicht Mariahilf (rechts, Foto: Neuhold), sondern die Dreifaltigkeitskirche (links, Foto: Schiffer), die vorige Woche mit dem Kunsthaus im Hintergrund auf unserer Titelseite prangte. Unser Mariahilf-Bild entstand bei der Einsetzung der erneuerten Turmspitze.

Viele geben etwas ab Das vergangene Jahr brachte aus der Sicht der Caritas viele Herausforderungen, die bewältigt werden mussten: die krisenhafte wirtschaftliche Entwicklung, das Damoklesschwert der Arbeitslosigkeit, das über vielen unserer Klienten und Klientinnen schwebt oder sie bereits voll getroffen hat, ein weiterer Anstieg der Zahl der Hilfsansuchen in unseren Sozialberatungsstellen sowie der Zahl der Übernachtungen in unseren Notschlafstellen, aber auch die ungemein wichtige Arbeit in der Auslandshilfe usw. Dies sind nur ein paar wenige Eindrücke aus dem Alltag einer sozialen Organisation. Und dennoch finde ich eines wirklich bemerkenswert: Auch in dieser schwierigen Situation war die Unterstützung der Spenderinnen und Spender für Menschen in Not ungebrochen. Nach wie vor sind sehr viele Menschen bereit, von dem, was sie erwirtschaftet haben, etwas abzugeben für jene, denen es nicht so gut geht. Dafür möchte

Zu „Der ‚Priester‘ mit dem Taktstock“, Nr. 2 Sehr geehrte, liebe Frau Gertraud SchallerPressler! Nachdem ich oft und oft Ihre Beiträge im Sonntagsblatt lese, muss ich Ihnen endlich ein großes Kompliment machen. Ihre feinen, großartigen Gedanken zum Dirigenten Georges Prˆetre haben mich wieder begeistert. Schon lange habe ich nichts Ähnliches in dieser feinen Art gelesen. Ich habe das Neujahrskonzert natürlich wieder in vollen Zügen genossen, es war ein Erlebnis! Allein der Charme des Dirigenten hat mich sehr berührt und begeistert, und dazu jetzt Ihre Beschreibung von ihm. Ich freue mich sehr, dass ich ihn dadurch näher kennen lernen durfte, sein Wesen, seine tiefe, natürliche Gläubigkeit. Hans Kundegraber, Weißkirchen

◗ Aus der Redaktion „Es hat alles wunderbar funktioniert“, schrieb uns Kollegin Melanie Kuehs von der WOCHE. Schüler der HTL Weiz sprachen über Internet mit Jugendseelsorger Dietmar Grünwald, der gleichzeitig im Universitätszentrum Theologie von Claudia Unger interviewt wurde. Mehr nächste Woche auf Seite 7 – und wenn Sie am Dienstagvormittag, 19. Jänner, um 8.30 Uhr über Computer beim „Sonntagsblatt_ Mikro“ mit dabei sein wollen: mms://video4u. uni-graz.at/wmtencoder/theologie.wmv (Windows Media Player unter dieser URL öffnen).


HUMOR

MITTEN IM CITYPARK

„Tante Dorli, warst du denn mit den Goldfischen zufrieden, die ich dir zu Weihnachten geschenkt habe?“ – „Ja, sehr! Sie waren ganz mild und wunderbar aromatisch.“ „Kellner“, beschwert sich Herr Maier, „dieses Rumpsteak ist ja noch kleiner als ein 20-EuroSchein!“ – „Es kostet ja auch nur 18 Euro!“ Zwei Riesenschlangen kämpfen miteinander. Stöhnt die eine: „Es hat keinen Sinn, ich gebe auf. Seit wann beherrschst du denn den Seemannsknoten so gut?“

Kirche ist überall. Dort, wo man einkaufen geht, im Grazer Citypark, informierte die Kirche darüber, was durch den Kirchenbeitrag möglich ist, und zeigte ihre Angebote. Sie lud Menschen ein, ihr Glück zu versuchen. Dabei wurde auch eine Sonntagsblatt-Leserreise nach Sizilien verlost. Schon nächste Woche erfahren Sie, wer der glückliche Gewinner ist, der neun Tage lang Gemeinschaft und Kultur im Süden genießen wird. Foto: Neuhold

SONNTAGSBLATT-RÄTSEL „Liebe Gottes“ war des Rätsels Lösung in Nr. 2. Gewinnerin aus Nr. 1 ist Agnes Lampl in Graz. Freimütig reden Anselm Grün und Jörg Zink über Trennendes und Verbindendes der katholischen und der evangelischen Kirche. Ihr Buch „Die Wahrheit macht uns zu Freunden. Wie Christen morgen miteinander leben wollen“ weicht schmerzlichen Fragen nicht aus. Bei allen Problemen überwiegt aber weitaus die Hoffnung. Die Felder 1 bis 13 nennen eine ökumenische Ermutigung (Lk 24,48, siehe auch Seite 15) an Christinnen und Christen. Bitte schicken Sie eine Postkarte mit der Lösung (aus drei Wörtern) bis 19. Jänner an das Sonntagsblatt, Bischofplatz 2, 8010 Graz. AUFLÖSUNG DES RÄTSELS AUS NR. 2

Der Gewinn (Kreuz Verlag) kommt aus der Buchhandlung am Bischofplatz 1 in Graz (Tel. 0 31 6/ 82 60 17).

Susi hat einen heftigen Schluckauf. Darauf fragt ein älterer Herr: „Hast du dich verschluckt?“ Darauf Uli: „Wieso, ich bin doch noch da!“ In Rom wird bei der Stadtrundfahrt natürlich auch das Kolosseum besucht. Bevor der Reiseleiter ein Wort gesagt hat, ruft Onkel Franz: „Toll, dieses Kolosseum! Wann wird es denn fertig gebaut?! Tante Mitzi versteckt kurz vor der Schweizer Grenze zwanzig Tafeln Schokolade in den Ärmeln ihres Regenmantels. Fragt der Zöllner an der Grenze: „Haben Sie in der Schweiz Schokolade gekauft?“ – „Sicherlich, ich habe eine Menge Schokolade gekauft, aber auf dem Weg hierher habe ich sie unter den Armen verteilt!“ „Wo ist denn deine Armbanduhr?“ – „Keine Ahnung! Die geht immer vor. Vielleicht ist sie schon zu Hause!“

◗ Zitat der Woche

„Die Seele würde keinen Regenbogen haben, hätten die Augen keine Tränen.“ John Chenney, zitiert im Buch „Auf der anderen Seite des Weges“ (Seite 16)


Sonntagsblatt 3/10