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Nr. 25 • 23. Juni 2019 | www.sonntagsblatt.at Österreichische Post AG • WZ 02Z032422 W • Bischofplatz 2, A-8010 Graz, Postfach 872 € 1,– • Tel. 0 31 6/80 41-111 • DVR: 0029874/115 • Retouren an Postfach 555, 1008 Wien

für Steiermark Seite 3:

Amazonien-Synode berät neue Wege Ökologische Umkehr, Menschenrechte der Indigenen, aber auch Vorschläge für verheiratete Priester in bestimmten Gebieten und neue Ämter für Frauen werden bei der Amazonien-Synode beraten.

Seiten 8, 9:

Gott ist groß Sr. Elfriede Prem ist 1966 von Hartberg nach Brasilien gegangen, wo sie unter anderem als Lehrerin tätig war. In ihrem Dienst als Missionarin sieht sie heute das Empfangen für wichtiger an als das Geben. Beilage:

kfb heute

100 Jahre St. Martin Ein Alltags-Dirndl als neueste Kreation präsentierten Schülerinnen von St. Martin beim Jubiläumsfest „100 Jahre Bildungshaus Schloss St. Martin“. Zusammen mit Martina Kerngast haben Schülerinnen nun nach Sonntags- und Festtagstracht auch eine Alltagstracht entworfen. Foto: Neuhold Mehr über Österreichs ältestes Bildungshaus: Seiten 12, 13, 20

◗ Namenstage Johannes der Täufer (24. Juni) trat als prophetische Gestalt auf, als Rufer zur Umkehr, die er durch Taufen im Jordan bekräftigte. Er gilt als Vorläufer und Wegbereiter Jesu. Hemma (27. Juni) stiftete im 11. Jahrhundert als verwitwete Gräfin ein Kloster in Gurk, später Bischofssitz, und die Basis für das Kloster Admont.


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Meinung

AUS MEINER SICHT



Offen gesagt: Eh keine Kinderarbeit?

Das doppelt geputzte Krankenzimmer

Was können Konsumenten und Politik gegen ausbeuterische Kinderarbeit tun?

Ein 18-Jähriger liegt im Wachkoma. Sein Vater bleibt bei ihm am Krankenbett im Spital. Während der Vater einmal für eine Rauchpause nach draußen geht, putzt der für die Reinigung zuständige Luke das Krankenzimmer des 18-Jährigen, ohne dass der gerade nicht anwesende Vater das bemerkt. Als der Vater zurückkommt, sieht er Luke in das Zimmer daneben gehen und herrscht ihn an, es sei eine Gemeinheit, dass das Zimmer seines Sohnes nicht geputzt wird. Wortlos geht Luke ins Zimmer des Wachkomapatienten und putzt es ein zweites Mal. Auf die Frage, warum er das gemacht und nicht klargestellt hat, dass das Zimmer ohnehin schon geputzt war, antwortet er später: Dass ich das Zimmer vor seinen Augen geputzt habe, war das, was dieser leidgeprüfte Vater gerade in diesem Moment gebraucht hat. Das ist Lebenskunst, meinte dazu der Theologe und Philosoph Clemens Sedmak, der diese Geschichte im Rahmen des Jubiläumsfestes 100 Jahre Bildungshaus St. Martin erzählte. Und damit jene Lebenskunst ansprechen wollte, um die es gehen muss, wollen wir Bildung nicht zu eng als Wissensvermittlung sehen. Woher nehmen wir Lebenskunst und Lebensweisheit? In letzter Zeit haben mir manche in Gesprächen von ihrem Religionsunterricht erzählt, der ihnen Wissen über ihren Glauben, aber auch Lebenswissen vermittelt hat. Unser Glaube gibt uns Grundwerte und Grundeinstellungen. Aber auch, nach dem Beispiel Jesu, den Blick für das, was der Mensch vor mir gerade jetzt braucht.

Eine Kollegin von mir, die sich gerade eine neue Küche anschafft, wurde vom Verkäufer im Küchenstudio gefragt: „Was ist da los – in dieser Woche fragen schon fünf Leute, ob in diesen Granitplatten eh keine Kinderarbeit steckt.“ Bei kritischem Nachfragen fängt die Besserung der Situation an. Denn bei vielen Nachfragen gelangt die Frage auch in die Chefetagen. Bei bestimmten Produkten ist das Risiko von Kinderarbeit besonders hoch. Grab- und Pflastersteine oder auch Granitplatten kommen oft aus indischen Natursteinbrüchen, in denen unglaubliche Zustände herrschen. Kinder ohne Schuhe klopfen und bohren die Steine und atmen dabei den Staub ein, was ihre Lebensdauer erheblich verkürzt. Auch im Kakao steckt oft Kinderarbeit, da sich viele

Herbert Meßner, Chefredakteur

23. Juni 2019

Plantagen in Westafrika keine erwachsenen Arbeiter leisten können. Bei Produkten wie Kakao hilft es, auf das Fairtrade-Gütesiegel zu achten. Wir wünschen uns, dass sich der Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit in den Wahlprogrammen der Parteien wiederfindet und dass es in Österreich ein klares Bekenntnis zur Sorgfaltspflicht gibt. Dabei muss die gesamte Lieferkette in den Blick genommen werden. Herbert Wasserbauer, Experte der Dreikönigsaktion, forderte in einem ORF-Interview klare Maßnahmen zum Schutz ausgebeuteter Kinder. Foto: privat

LESERBRIEFE „Originell in unseren missionarischen Aktivitäten zu sein“ rufe Franziskus immer auf. So lobte der österreichische Missio-Nationaldirektor P. Karl Wallner (rechts) vor dem Petersdom, dass 500 „Jesusbiker“ mit Gründer Thomas Draxler (Mitte) im Sommer von Würzburg nach Rom wallfahren und dort dem Papst eine Harley Davidson (links der Würzburger Produzent Christoph Repp) zur Versteigerung für ein MissioProjekt in Uganda schenken werden.  Foto: Missio

Zieh deine Schuhe aus Zu „Das Andere – eine Bereicherung“ und „Hochachtung vor den Muslimen“, Nr. 23 Viele Konflikte im Tagesgeschehen, ebenso Probleme und Reibungen unter den Konfessionen könnten vermieden werden, würde man versuchen, die anderen zu verstehen und zu akzeptieren. Ein Beispiel zu den Muslimen. Warum zieht man vor dem Betreten einer Moschee die Schuhe aus? In der Bibel kann man es unter Exodus 3,5 nachlesen. Auf einem Mosaik über dem Eingang der Pfarrkirche Terlan, Südtirol, ist es dargestellt (Bild siehe Seite 23). In der Einheitsübersetzung von 2016 heißt die Stelle: „Er sagte: Komm nicht näher heran! Leg deine Schuhe ab; denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.“ Ernst Hausner, Vasoldsberg Anmerkung der Redaktion: Im genannten Beitrag ging es um Sr. Petra Pronegg, Barmherzige Schwester in Istanbul.

Schade um den Ruhepol Zu „Geist und Kultur“, Nr. 23 Oft komme ich beim Bildungshaus GrazMariatrost vorbei – diese herrliche Lage! Hier kann man in Ruhe abseits der Innenstadthektik bei interessanten Veranstaltungen zu sich finden. Aber im Zentrum von Graz, wie es jetzt im Gebiet der Stadtkrone geplant ist – undenkbar! Es ist schade um diesen Ruhepol in Mariatrost. Jede andere Diözese wäre über solch eine Oase glücklich! Dr. Georg Halper, Graz

Wäsche am Pfingstsonntag Der Himmel hat zwar nicht geweint, es war herrlichstes Wetter am Pfingstsonntag, dafür hat mein Herz geweint. Es macht mich ungemein traurig, dass viele Leute den Heiligen Geist nicht an sich heranlassen, indem sie ungeniert an diesem hohen Festtag Wäsche aufhängen oder mit Traktorlärm mähen. Haben manche noch immer nicht begriffen, dass der Sonntag der Tag des Herrn ist? Rosina Derler, Weiz

◗ Aus der Redaktion „Ich kann gut verstehen, dass Dir ‚der Reis geht‘ und Du in Sorge bist, dass es zu spät wird mit meinem Beitrag.“ So las Johann A. Bauer, diese Woche verantwortlich für die Serie über steirische Missionarinnen und Missionare, in einem buchstäblich um 5 vor 12 (11.55 Uhr) eingelangten Mail, kurz bevor die Seite in die Druckerei geschickt werden sollte. Der Absender war Prof. P. Franz Weber. Der steirische Combonimissionar ist für mehrere Pfarren im Osten von Innsbruck zuständig. Das Zittern um seine Spalte hat sich gelohnt – Seite 9.


Thema

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Für Amazonien. Vorbereitungstreffen für die kommende Synode mit Papst Franziskus im Vatikan (linkes Bild). – Ein Indigener am Ufer des Rio Negro; Menschenrechte und Schutz der Umwelt werden im Mittelpunkt der Beratungen stehen. Fotos: KNA

Für ökologische Bekehrung Bei der Amazonien-Synode im Oktober in Rom stehen auch die Priesterweihe für verheiratete Männer und neue Ämter für Frauen auf der Themenliste.

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er Vatikan hat am 14. Juni das Arbeitspapier der bevorstehenden AmazonienSynode veröffentlicht. Das Dokument ist Grundlage für die Beratungen der Bischöfe, die vom 6. bis 27. Oktober in Rom zusammentreten. Dabei soll es auch um die Frage der Priesterweihe für verheiratete Männer und um neue Ämter für Frauen in der katholischen Kirche gehen. Einen Schwerpunkt bilden die Umweltzerstörung in der arten- und rohstoffreichen Amazonasregion sowie der Schutz der Rechte von Indigenen. Ökologie und Soziales. An dem Treffen nehmen Kirchenvertreter aus den betreffenden Ländern wie Brasilien, Bolivien, Venezuela und Peru teil, aber auch Bischöfe aus anderen Teilen der Welt sowie Ordensdelegierte, Laienvertreter und Fachleute. Die Versammlung steht unter dem Thema „Amazonien – neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“. Die Ergebnisse der Synode sind nicht bindend, dienen aber dem Papst als Basis für weitere Entscheidungen. Das im Original auf Spanisch verfasste Arbeitspapier („Instrumentum Laboris“) geht unter dem Schlagwort einer „ganzheitlichen Ökologie“ auf ökologische und soziale Probleme in der Amazonasregion ein. Genannt werden neben Raubbau und der Bedrohung indigener Völker auch Migration, Urbanisierung,

◗ Amazonien Rund 3 Millionen Menschen aus 390 Völkern leben in den neun Ländern dieses Gebietes, manche ohne Kontakt zu anderen Zivilisationen. 30 bis 50 % der weltweiten Flora und ein Drittel des globalen Urwalds sind hier. gesellschaftlicher Wandel und Korruption sowie Gesundheit, Bildung und eine „ökologische Bekehrung“. Verheiratete Priester und Frauenämter. Weiter thematisiert das 45-seitige Dokument Herausforderungen der Kirche im Umgang mit Ungerechtigkeit und kultureller Vielfalt, aber auch der seelsorglichen Betreuung in dem riesigen und schwer zugänglichen Regenwaldgebiet. In dem Zusammenhang heißt es, die Synode solle die Möglichkeit prüfen, in entlegenen Gegenden ältere und angesehene Familienväter („viri probati“) zur Priesterwei-

Indigenes Mädchen mit Kopfschmuck bei einem Treffen mit dem Papst im Gebiet von Amazonien.

he zuzulassen, um eine sakramentale Betreuung zu gewährleisten. Auch wird eine Diskussion über einen amtlichen Dienst von Frauen in der Kirche vorgeschlagen; dabei verweist das Papier auf deren „zentrale Rolle“. Menschenrechte. Ferner betont das Arbeitspapier, die Kirche müsse eine „prophetische Rolle“ in der Auseinandersetzung mit Macht und Menschenrechten einnehmen. Allein in Brasilien seien zwischen 2002 und 2017 nach einer kirchlichen Statistik 1119 Indigene bei der Verteidigung ihrer Rechte ums Leben gekommen. Die Kirche könne demgegenüber nicht gleichgültig bleiben. Oftmals verweist das Dokument auf Aussagen von Papst Franziskus, wenn etwa eine „Kirche mit dem Antlitz Amazoniens“ gefordert wird, die eine „aufdrängende monokulturelle, klerikale und koloniale Tradition“ ablehnen müsse und die verschiedenen kulturellen Ausdrucksweisen der Völker unterscheide. Von europäisch und paternalistisch geprägten Vorstellungen über Amazonien und seine Menschen gelte es sich zu verabschieden zugunsten der Perspektive lokaler Kulturen wie der indigenen Völker und der Nachfahren der afrikanischen Sklaven. Vorbereitung. Dem Arbeitspapier ging ein langer Vorbereitungsprozess voraus, an dem sich mehr als 85.000 Menschen vor allem aus dem Amazonasgebiet per Fragebogen beteiligt hatten, zudem gab es Vorbereitungstreffen in Rom und vor Ort. Sichtbar werden solle bei der Bischofs-Versammlung im Oktober die „Synodalität einer Kirche im Aufbruch“ mit dem Ziel, besonders den Armen ein „Leben in Fülle“ zu ermöglichen.  KATHPRESS


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Kirche Steiermark

VORGESTELLT



Frau, trau dich! Haus der Frauen. Lange Nacht der Frauenspiritualität.

Michaela Hirzer-Weiß, Krankenhausseelsorge Schriftstellerin und Malerin – das waren die Kindheitsträume von Mag. Michaela Hirzer-Weiß, die in Maria Fieberbründl aufgewachsen ist. Geworden ist sie Krankenhausseelsorgerin, in Graz bei den Kreuzschwestern und bei den Elisabethinen. „Malerin und Dichterin“ ist nicht vergessen: Wie in der Vorwoche berichtet, ist derzeit im Bildungshaus Mariatrost ihre Ausstellung „Haut und Himmel. Wortbilder“ zu sehen. Geboren wurde Michaela Hirzer-Weiß am 23. September 1974. Ihre Eltern waren Nebenerwerbslandwirte, ihre Mutter lernte mit 50 Jahren noch Altenpflegerin und ist jetzt „leidenschaftliche Oma“. Michaelas Mann Dr. Ulrich Weiß ist Telematiker in der IT-Branche. Das Paar hat zwei Kinder. „Ich wollte wissen, worum sich alles dreht“, und „die Antworten hören nie auf“, beschreibt Michaela HirzerWeiß das „total Schöne“ am Theologiestudium in Graz. Sie unterbrach es für zwei Jahre am Kolleg für Design und Kunsthandwerk in Kramsach, dem Glasfachschulort in Tirol. Praktisch arbeiten und „etwas Sichtbares gestalten“ wollte sie neben der Theologie. Ab 2004 war sie Pastoralassistentin im Pfarrverband Knittelfeld, bevor sie 2013 zu den Kreuzschwestern kam. „Einfach sein lassen, was von den Patienten kommt, die Zwischentöne und ‚Nebengeräusche‘ hören“, charakterisiert sie ihren Arbeitsstil. Stille und Spazierengehen im Wald mag die gern lachende Oststeirerin, die auch in integrativer Gestaltpädagogik ausgebildet ist. In ihren Texten gehe es „fast immer um Gott“. JOHANN A. BAUER, Foto: Neuhold

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„Stecken wir uns gegenseitig an, mutig unsere Sehnsüchte und Bedürfnisse zu leben.“ Mit diesem Satz eröffnete Anna Pfleger, Leiterin vom Haus der Frauen – Erholungs- und Bildungszentrum in St. Johann bei Herberstein die Lange Nacht der Frauenspiritualität am 14. Juni. Das Haus der Frauen veranstaltet alle zwei Jahre gemeinsam mit der kfb Steiermark und der Diözesanen Frauenkommission diese Lange Nacht. Viele interessierte Frauen stellten sich die Frage: „Wann fordert mich der Mut heraus?“ „Wir werden auf alle Fälle schreien!“ Damit lockte lachend Rote-Nasen-Clownin Christine

Lederhaas Frauen zu ihrem Workshop „Der Schrei und der Humor“. Die Palette des bunten Workshop-Programms reichte von Green Meditation, ZuMUT-ungen, heilsamem Singen, ermutigenden Kreistänzen bis hin zu Ritualen als Wegbegleiter. Auf die Frage hin, was Christine, eine Teilnehmerin, für die nächsten Monate in ihr Leben mitnimmt, meinte sie: „Zwei Sätze haben sich mir besonders eingeprägt: Mut fängt nach dem Scheitern wieder ganz von vorne an, und: Mut ist, wenn du mit der Angst tanzt.“ Den krönenden Abschluss bildete eine Frauenliturgie unter freiem Himmel mit einem Segen, der Lust machte, das eigene Leben mutig in vollen Zügen auszukosten, denn: „Es ist mein Leben!“

Singend und tanzend wurde die Lange Nacht der Frauenspiritualität eröffnet (links). Die Teilnehmerinnen genossen die Pausen im Innenhof bei Kerzenlicht. Fotos: Haus der Frauen

Dreifache Freude am Gründungstag Professjubiläen bei den Vorauer Marienschwestern. Das Fest Christi Himmelfahrt fiel dieses Jahr auf den Gründungstag der Vorauer Marienschwestern. An diesem besonderen Tag feierte die Kongregation der Schwestern von

der Unbefleckten Empfängnis (CCIM) mit Sr. Armella Grill deren 60., mit Sr. Huberta Pichler deren 55. und mit Generaloberin Sr. Marianne Schuh deren 40. Professjubiläum. Für das Geschenk ihrer Berufung dankten die Jubilarinnen Gott in einem Festgottesdienst, den Propst Gerhard Rechberger gemeinsam mit dem Konzelebranten P. Jacob Mathew feierte. Der Schwesternchor sorgte für die musikalische Gestaltung der Festmesse.

Die Jubilarinnen (v. l. n. r.) Sr. Huberta Pichler (55 Jahre Profess), Mutter Oberin Sr. Marianne Schuh (40 Jahre Profess) und Sr. Armella Grill (60 Jahre Profess). Dahinter P. Jacob Mathew und Propst Gerhard Rechberger vom Stift Vorau.  Foto: Vorauer Schwestern


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BEGLEITUNG BEIM CHRISTLICHEN ABSCHIED

Die neuen BegräbnisleiterInnen nach der Dekretverleihung (von links): Elisabeth Lienhart (Notfallseelsorge), dazwischen Christoph Kainradl (Kursbegleiter), Erich Hohl (Pastoralamtsleiter), Anton Tauschmann (Kursbegleiter), dann weiter Helga Krenn (Premstätten), Esther Murg (Graz-Stadtpfarre), Maria-Theresia Peßl (Passail), Heidi Schweinzger (Wettmannstätten), Anita Fenz (Pischelsdorf), Christine Habith (Premstätten), Sr. Maria Leopold (Dobl), Bischof Wilhelm Krautwaschl, Michaela Eichinger (Graz-Don Bosco), Eva Maria Hieden (Köflach), Andrea Reich (Köflach), Christine Kapellari (Köflach), Christa Berger (Eggersdorf) und Cäcilia Paßler (Passail). Nicht im Bild: Hubert Auer (Fladnitz). – Mit Juni 2019 und (in Planung) Frühjahr 2020 starten die nächsten Ausbildungskurse. Foto: Plankensteiner

Qualität und Vielfalt Für Begräbnisleitung ausgebildet wurden weitere 15 Frauen und Männer. „Durch die Ausbildung erhoffe ich mir, ein gutes Rüstzeug für meine Tätigkeit als Begräbnisleiterin zu erhalten, Ansätze für einen möglichen Umgang mit verschiedenen heiklen Situationen zu bekommen und durch einen regen Austausch mit den Teilnehmern zu profitieren und zu lernen.“ Erwartungshaltungen wie diese standen am Anfang des aktuellen Ausbildungskurses des Begräbnisleitungslehrgangs, der mit der feierlichen Verleihung der Dekrete an die 15 Teilnehmenden durch Bischof Wilhelm Krautwaschl zu Ende ging. Mit ihnen wurden im Laufe der vergangenen fünf Jahre bereits 70 Frauen und Männer zu Begräbnisleiterinnen

◗ Freispruch mangels Beweisen Jener dienstfrei gestellte Priester der Diözese Graz-Seckau, der im Jänner wegen Ausnützung eines Autoritätsverhältnisses angeklagt wurde, wurde (noch nicht rechtskräftig) vom Straflandesgericht Graz wegen Mangels an Beweisen freigesprochen. Das laufende kirchliche Gerichtsverfahren, das während des staatlichen Verfahrens ausgesetzt wurde, wird nach dem endgültigen staatlichen Urteil fortgesetzt.

und -leitern ausgebildet. Waren sie zunächst hauptsächlich in Graz tätig, breitet sich deren Wirkbereich mehr und mehr über weite Teile der Steiermark aus. Eine Entwicklung, die gerade auch in größer werdenden Seelsorgestrukturen dafür sorgen soll, dass Menschen eine verlässliche und qualitätvolle Begleitung in dieser sensiblen Zeit rund um das Begräbnis eines lieben Menschen erhalten. Ziel der Ausbildung ist es, die hohe Qualität von Begräbnisfeiern weiterhin zu gewährleisten. In vier Modulen (Umgang mit Trauernden, Einführung in das Gespräch mit Angehörigen, Liturgie der kirchlichen Begräbnisfeier, Predigt anlässlich eines Begräbnisses) werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch engagierte und fachlich kompetente Referentinnen und Referenten darauf vorbereitet. Daneben sollen sie in Hospitationen für die Vielfalt, aber auch die Herausforderungen einer sensiblen Begräbnisgestaltung aufmerksam werden. Im Segensgebet, das die Dekretverleihung abschloss, betete Bischof Krautwaschl: „Er segne eure Augen, dass ihr verborgene Nöte erkennt. Er segne eure Ohren, dass ihr leise Töne versteht. Er segne euren Mund, dass ihr Worte des Trostes sagt.“ – Worte, die viel über das Wesen dieses wertvollen Dienstes aussagen und deren Inhalt für eine qualitätvolle und einfühlsame Feier von Begräbnissen unabdingbar ist. A. TAUSCHMANN / CH. KAINRADL

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PFARRLEBEN

SEELSORGERAUM OBERES ENNSTAL. Das Gremium KinderJugend-Familie des Seelsorgeraumes lud zu einem Erlebnisnachmittag nach Weißenbach. Für etwa 40 Kinder mit Eltern und BegleiterInnen waren die sieben Tage der Schöpfungsgeschichte Grundlage, um an verschiedenen Stationen die in der Bibel geschilderte Erschaffung der Welt in Spiel und Abenteuer intensiv zu erleben.  Foto: Griesebner

KOBENZ. Zwölf Kinder aus der Ostukraine verbringen drei Wochen in der Marktgemeinde Kobenz. Die Halb- und Vollwaisen können in dieser Zeit die Probleme im eigenen Heimatland ein wenig ausblenden. Der Pfarrgemeinderat gestaltete mit den Mädchen und Buben auf der Pfarrwiese einen gemütlichen Spiele-Nachmittag unter dem Motto „Spiele verbinden“.Foto: Pfarre

SCHÖDER. Über den Besuch von Bischof Wilhelm Krautwaschl freuten sich die Ministrantinnen und Ministranten des Seelsorgeraumes. Beim Mini-Treffen wurde gespielt, gerätselt, gesungen und mit dem Bischof eine Andacht gefeiert.  Foto: Pfarre


Kirche Steiermark

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IM BLICKPUNKT

ST. VEIT AM VOGAU. Über einen besonderen Hörgenuss freuten sich (v. l. n. r.) Pfarrer Robert Strohmaier, Organisator Rudolf Pauli und viele Zuhörer. Beim Orgelkonzert mit Johannes Ebenbauer (Orgel), Susanne KurzEbenbauer (Sopran) und Philipp Stastny (Zink) waren barocke Werke zu hören.  Foto: Ruckenstuhl

STEIRER MIT HERZ

Johann Wukonig

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o man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder! „Kein Satz könnte besser für unseren Hans passen“, teilt uns die Dorfgemeinschaft von Leitring im Bezirk Leibnitz mit. Hans Wukonig, geboren am 23. Juni 1949 in Leitring bei Leibnitz, wuchs mit seiner Ziehschwester Gretl auf dem elterlichen Bauernhof auf. Eine harmonische Ehe führte er mit seiner Frau Rosi. Sie schenkte ihm drei Söhne – Johann, Thomas und Andreas. Thomas machte ihn Anfang Juni zum „glücklichsten Großvater“. Leider verstarb Rosemarie im Jahr 2011 an Krebs. Selbst durch Schicksalsschläge wurde Johann Wukonig in seinem Glauben nie erschüttert. Er war Initiator des Baus des Leitringer Glockenturms. Schon im Jugendalter prägte die Musik sein Leben. Er eignete sich selbst das Ziehharmonikaspielen an und verbrachte seine Freizeit mit den Nachbarbuben beim Musizieren. Seit vielen Jahren gestaltet er an jedem 13. des Monats die Marienandachten in der Retzhofer Schlosskapelle, musikalisch wie mit schönen Fürbitten und Texten. Zum runden Geburtstag bedankt sich die Dorfgemeinschaft Leitring bei Hans und wünscht ihm vor allem Gesundheit und Gottes Segen. Weiterhin viel Humor und Freude an der Musik, denn „du bist ein Ton in Gottes Melodie“. Foto: Bauer Schlagen auch Sie uns ein Vorbild des Alltags vor. Zuschriften bitte an die Redaktion.

ST. STEFAN OB LEOBEN. Ein Konzert mit Gospels und Spirituals war der Abschluss des Chorjahres von „Primavera“. Unterstützt wurden die Sängerinnen von Musikern. Auch Suse Lichtenberger wusste durch Texte aus dem Buch Hiob und solistische Gesangseinlagen das Publikum zu begeistern. Foto: privat

ST. ANNA AM LAVANTEGG. Am 26. Mai gestalteten „Olli 8ti“ gesanglich den Dankgottesdienst anlässlich des 80. Geburtstages von Seelsorger Ferdinand Sattler. PGR-Obfrau Gabriele Bloderer dankte für das seelsorgliche Wirken des Jubilars, welches weit über den Obdacher Pfarrverband reicht. Foto: Moitzi

„Der Herr hat gerufen!“ Dreifach Diamantene Profess bei den Elisabethinen in Graz. Mit einem großen Festakt würdigten die Grazer Elisabethinen im Rahmen eines feierlichen Hochamtes drei Profess-Jubilarinnen, Sr. Consolata Maderbacher, Sr. Theresia Krobath und Sr. Veronika Silgener, die vor 60 Jahren ihre erste Profess abgelegt haben. Eigentlich wären sie zu fünft, jedoch konnten Sr. Katharina Scheer (verstorben 1993) und Sr. Magdalena Hirtl (verstorben 2016) diesen Tag nicht mehr mit ihren ehemaligen Mitnovizinnen feiern. Bei der Profess binden sich die Ordensfrauen an ihre Gemeinschaft und geloben ein Leben in Armut, Gehorsam und Ehelosigkeit. Das Hochamt zelebrierte Erzbischof Franz Lackner, der, wie auch Sr. Theresia, die verstorbene Sr. Magdalena und Sr. Katharina aus der steirischen „Berufungs-Hochburg“ St. Anna am Aigen stammt. Sr. Consolata Maderbacher, die aus Köppelreith bei Pöllau

stammt, ist ausgebildete OP-Schwester. Sie war 30 Jahre Generaloberin und von 2001 bis 2013 Generalvikarin (Stellvertreterin der Generaloberin). Sr. Veronika Silgener stammt aus St. Lorenzen ob Eibiswald. Zahlreiche Gäste und Radio Maria ließen es sich nicht nehmen, mit „ihren“ Schwestern zu feiern – alle drei Ordensfrauen waren mehrere Jahrzehnte in leitenden Funktionen im Krankenhaus tätig und sind daher vielen Grazern bekannt. „Es ist ein schönes Leben, ich würde sofort wieder eintreten und diesen Weg gehen.“ – Jede der drei Jubilarinnen ist sich dessen sicher, und es ist ihnen anzusehen: Der Berufung und Gottes Willen zu folgen macht zufrieden und glücklich. Der Orden wurde von der Aachenerin Apollonia Radermecher 1622 gegründet und hat die heilige Elisabeth von Thüringen mit ihrer Armen- und Krankenfürsorge als Patronin. Im Grazer Konvent leben zwölf Schwestern und eine Kandidatin.

Diamantene Profess (von links): Sr. Consolata Maderbacher, Sr. Theresia Krobath und Sr. Veronika Silgener. Foto: Elisabethinen


Serie

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Illustration: Ivan Rajič, Foto: Sonntag

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Neues. Neues zu wagen heißt auch, Abgründe zu überspringen und die eigene Angst zu überwinden. Die Figur in Bewegung ist entweder zögerlich und bereits im Übersetzen begriffen, oder sie ist leichtfüßig auf die andere Seite gesprungen und hat somit den Sprung bereits hinter sich. Womöglich ist das, was man eher zu sehen scheint, ein Spiegel in das eigene Innerste.

Innovation ist zu einem vielzitierten Begriff geworden. Im Beruf, im privaten Umfeld und auch in der Kirche gilt es heutzutage, innovativ zu sein, neue Ideen zu haben und dadurch eine Art Erfolgsgeschichte zu schreiben. Aber steckt das alles wirklich hinter dem, was unser Zukunftsbild mit Innovation und Experimentierfreude sagen will? Bei Innovation geht es um das Ausprobieren und Erproben von Ideen, die, wenn sie Anklang bei den Menschen finden, als innovativ gelten. Dazu muss man neue Wege beschreiten. Wie es Woody Allen sagt, kann man dabei auf die Nase fallen. Aber wird dieses Risiko nicht in Kauf genommen, bleibt man stehen. In der Tradition der Kirche steckt Innovation drinnen. Nur weil Neues gewagt, weil experimentiert und versucht wurde, ist die Kirche auch heute noch lebendig.

 Welche Projekte, auch außerhalb der Kirche, fallen uns ein, die wir als innovativ einstufen würden? Können wir daraus etwas für unsere Pfarre/Einrichtung oder unseren Seelsorgeraum ableiten?  Wie können wir Kreativität in unserer Pfarre/Einrichtung wecken? Was braucht es dafür?  Welche Menschen wollen wir ansprechen? Mit wem möchten wir Neues wagen und uns auf Innovatives einlassen?  Sind wir auch bereit, etwas loszulassen, damit Neues entstehen kann? Wie können wir unsere Ressourcen bestmöglich verteilen, damit Platz für Neues frei wird?

Wenn ein neues Projekt, ein neuer Erfahrungsraum von kirchlichem Leben oder Ähnliches entstehen soll, ist es wichtig, zuerst an das WARUM zu denken. Viel zu schnell konzentrieren wir uns in unserem Tun auf das Wie und verlieren das Warum aus den Augen.

 Was bedeutet es für dich, dich auf Neues einzulassen und dafür möglicherweise auch Altvertrautes loszulassen? Mein persönliches Leben hat mich bis jetzt immer wieder dazu herausgefordert, mich auf Neues ein- und Vertrautes loszulassen. Und nein, das war nicht immer einfach, und oft wurde mir erst im Nachhinein klar, warum neue Schritte nötig gewesen waren.  Welche Menschen wollt ihr in euren Pfarren ansprechen, und mit welchen PartnerInnen wollt ihr Neues wagen? Eines meiner größten Anliegen ist es, das Verbindende vor das Trennende zu stellen. Es gibt keinen Menschen, den ich nicht ansprechen möchte. Interreligiöse Beziehungen spielen in unserer Pfarre eine immer wichtigere Rolle, das erfüllt mich mit unaussprechlicher Freude.  Was ist dir besonders wichtig an der Begegnung mit Menschen aus anderen Religionen? Wir können so viel voneinander lernen, wenn wir beginnen, über den eigenen Tellerrand zu blicken. Viele unserer Meinungen übernehmen wir, etwa von den Medien, wenig rührt aus persönlichen Erfahrungen. Im Glauben soll es nicht darum gehen, wer Recht hat und wer nicht, diese Einstellung hat selten etwas Friedvolles hervorgebracht. Lernen wir voneinander, uns gegenseitig zu respektieren, zu stärken und zu unterstützen, unabhängig davon, ob wir alle genau dasselbe glauben! Seien wir füreinander da, schlicht deswegen, weil wir alle durch unser Menschsein miteinander verbunden sind! Dadurch verlieren wir nichts – im Gegenteil, wir gewinnen vieles dazu. Imam Zekan Sakib hat es bei unserem letzten interreligiösen Friedensgebet wunderschön zusammengefasst: „Es war ein Miteinander-Staunen über die Hoffnung, die viel größer ist als alles, was uns entzweit.“  Wie versucht ihr in eurem Pfarrverband, Menschen zu diesem neugierigen Zugehen auf andere zu motivieren? Indem wir das nötige Angebot dafür bereitstellen und darauf achten, dass es mit dem alltäglichen Leben der Menschen in Berührung steht. Dann kann der Glaube wirken und man selbst etwas be-wirken. Das geht nicht von heute auf morgen, man muss den Menschen Zeit lassen, ihre Neugierde innerhalb der eigenen Religiösität zu entdecken.


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Steirische Missionare

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Wie’s auch komm ZU BESUCH bei den STEIRISCHEN MISSIONAREN EINE SONNTAGSBLATT-SERIE | TEIL 8

Sr. Elfriede Prem, die von Hartberg aus Missionarin wurde und 53 Jahre in Brasilien wirkt, sieht Wechsel vom Geben zum Empfangen. JOHANN A. BAUER

M

Brasilien

Nova América Caiapônia São Luís de Montes Belos

Goiânia

Campestre

Zu einem ganz jungen Orden im Bundesstaat Goiás gehört Sr. Elfriede Prem in Brasilien: Missionsinstitut Göttlicher Heiliger Geist (Instituto Missionario Divino Espirito Santo). Die Schwester war in den Städten Campestre, Nova América, Trindade, Caiaponia, Goiânia (etwa 150 Kilometer südwestlich von Brasilia) aktiv, jetzt in São Luís de Montes Belos.

Missionsinstitut Göttlicher Heiliger Geist „Unsere Diözese São Luís in der Stadt São Luís de Montes Belos, 120 Kilometer von Goiânia, der Hauptstadt vom Bundesstaat Goiás in Zentralbrasilien, ist etwas kleiner als die Hälfte von Österreich“, berichtet Sr. Elfriede Prem. Der Bischof ist ein Italiener, Dom Carmelo Scampa. Die Diözese habe rund 312.000 Einwohner und 37 Pfarren „oder Quasi-Pfarren, ohne dort wohnenden Priester“. Besonders freue sie sich, teilte Sr. Elfriede Prem öfter mit – „im Gebet verbunden“, schrieb sie am Schluss ihrer Grüße über E-Mail –, „im Sonntagsblatt Notizen aus meinen Heimatgemeinden zu lesen: Pischelsdorf (bis 14 Jahre) und Hartberg, von wo ich 1959 nach Deutschland ging“. Sie war ursprünglich bei den Missionarinnen Christi eingetreten. Über den Namen ihrer neuen, kleinen Gemeinschaft, Missionsinstitut Göttlicher Heiliger Geist, sei sie glücklich, verriet Sr. Elfriede Prem bei ihrem Heimatbesuch im Sommer 2010 in einem Sonntagsblatt-Gespräch (vom 20. Juni). Sinn und Kraft könne man nicht allein „machen“. Es gehe „nur durch den Heiligen Geist“. Damals bekannte sie, für ihre 50 Jahre als Missionarin – nächstes Jahr sind es 60 – wolle sie „Gott lobsingen“. Im Juli wird sie 79 Jahre alt.

it zwei Mitschwestern lebe sie, schreibt die gebürtige Pischelsdorferin Sr. Elfriede Prem aus dem Bundesstaat Goiás mitten in Brasilien, in der Stadt São Luis de Montes Belos. Der heilige Aloisius von Gonzaga, gefeiert am 21. Juni, ist auch Patron der Diözese São Luís de Montes Belos. „Wir beten, frühstücken und gehen zur Arbeit“, schildert Sr. Elfriede. Sie helfe im Haus und im Garten mit, sie gehe „jeden Tag spazieren – Anordnung des Arztes nach meinen zwei Schlaganfällen“. Was sie jauchzen lasse? Sr. Elfriede antwortete am Pfingstdienstag: „Zu erleben, dass oft kranke und alte Leute, aber auch jüngere so ein großes Gottvertrauen haben, dass sie trotz aller Not und Krankheit und Armut Gott danken für alles, wie es kommt. ‚Deus é grande – Gott ist groß –, ich vertraue auf ihn.‘ Das hört man oft, auch heute, als ich eine Familie besuchte: die alten Eltern krank, der Sohn ist Rechtsanwalt und hat alles aufgegeben, um bei seinen Eltern zu sein, sie zum Arzt zu bringen, manchmal auch zu kochen usw.“ Und was bedrückt sie? Sr. Elfriede Prem streift kurz die Politik: „Die Sorge um Millionen Familien in Brasilien, die an der Armutsgrenze stehen und in Zukunft, nach den letzten Wahlen, noch tiefer abrutschen werden. Und vor allem geht es um die alten Menschen. Viele bekommen nur eine kleine Rente, wovon mehr als die Hälfte für Medikamente ausgegeben wird.“ Früher habe sie viel mit der Jugend gearbeitet, berichtet die Schwester, die zuerst bei den

Missionarinnen Christi war – nach der Ausbildung in Deutschland reiste sie bereits vor 53 Jahren nach Brasilien aus – und jetzt zu einer ganz jungen Gemeinschaft gehört, dem „Instituto Missionario Divino Espirito Santo“ (Missionsinstitut Göttlicher Heiliger Geist). Geboren (am 3. Juli 1940) und aufgewachsen ist die Missionarin in Pischelsdorf, mit 14 Jahren übersiedelte sie mit ihrer Familie nach Hartberg. Der Liturgiewissenschafter Prof. Philipp Harnoncourt war damals ihr Kaplan. In Hartberg unterstützt vor allem der Kreis „Hoffnung durch Liebe“ die Brasilienprojekte, die Sr. Elfriede vorschlägt. Nach ihren Schlaganfällen sei die Arbeit mit den Jugendlichen nicht mehr möglich, berichtet die Schwester, die auch als Lehrerin angestellt war. „Mein Sprechen ist nicht mehr

Die Arbeit mit Jugendlichen (links) war stets ein Herzensanliegen von Sr. Elfriede Prem, die auch Fotos: Zerche, privat als Lehrerin wirkte. Im rechten Bild tauft sie das Kind einer armen Familie.


Steirische Missionare

23. Juni 2019

mmt, Gott ist groß

Gemeinsam auf dem Weg mit den Armen Brasiliens war und ist die in Pischelsdorf geborene Missionarin Sr. Elfriede Prem (rechts). „Geht und macht zu meinen Jüngern alle Völker“, verkündet die Brasilianerin links (nach Mt 28,19) mit ihrem T-Shirt. Foto: Zerche ganz gut geworden, und das Gedächtnis hat auch gelitten“, gesteht sie. Doch „jetzt mache ich halt, was ich kann, so weit es mir möglich ist“. Die Kranken und Alten haben Freude an ihren Besuchen. Einmal in der Woche bete sie mit einer Gruppe den Rosenkranz, jeweils in einem anderen Haus. Dabei werde das Evangelium des Tages gelesen, für die Anliegen aller werde gebetet. „Da lerne ich die Leute in ihrer Umgebung kennen und bewundere ihren Glauben“, erfährt Sr. Elfriede Prem. Bei der beiläufigen Frage, ob sie manchmal überlege, lieber daheim in der Oststeiermark ihre Jahre zu verbringen, begehrt Sr. Elfriede fast auf: „Bei aller Liebe zu Hartberg, meiner Familie, zur Heimat, ich werde hier bleiben. Im Juli werden es 53 Jahre, dass ich hier in Brasilien bin, seit 1970 im Bundesstaat Goiás.“ Mit ihrer Rente, die sie als Lehrerin von Österreich und von Deutschland bekomme, könne sie für ihre Gesundheit sorgen und vielen Leuten helfen. Über den Sinn ihres Lebens habe sie sich „Gott sei Dank! keine Fragen gestellt“. Von Anfang an habe sie aktiv am kirchlichen Leben teilgenommen und alle Veränderungen miterlebt; sie sei im Jahr nach dem Konzil, 1966, ausgereist. Sr. Elfriede bilanziert: „Ich habe erlebt, wie sich mein Bewusstsein als ‚Missionarin‘ im Lauf der Jahre geändert hat: vom Geben zum Empfangen! Es ist eine Wechselwirkung – wobei das, was ich empfangen habe, in diesen Jahrzehnten weit wertvoller und vielseitiger ist.“

O-Ton

Magdalena Prem in Hartberg ist die Schwägerin von „Frieda“ Prem und mit Karl, einem ihrer Brüder, verheiratet.  Foto: privat Auf ihrem Heimaturlaub in Hartberg wohnt Sr. Elfriede Prem immer bei uns, bei ihrem Bruder Karl und mir, seiner Frau Magdalena. Sie erzählt immer spannend, wie die Menschen drüben so anders leben. Einmal, 2008, habe ich mit einer Bekannten meine Schwägerin drei Wochen in Brasilien besucht. Sie hat uns die Orte gezeigt, an denen sie gewirkt hat. Die Leute sind so lieb und nett, da wird man gleich umarmt, ganz anders als bei uns. Ich habe „die Frieda“, wie wir sie nennen, bewundert, wie sie gesagt hat, sie wird Missionsschwester. Nach ihrer Einschulung in Deutschland wurde sie dann nach Brasilien gesendet. Sie fährt immer wieder gern nach dem Urlaub zu ihren Leuten zurück. Leider kann sie jetzt wegen ihrer Krankheit nicht mehr leicht allein zu uns fliegen. Wir bleiben telefonisch in Kontakt. Was sie tut, lässt uns nicht kalt.

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EINBLICKE Von den Armen Gott vertrauen lernen Das Lebenszeugnis unserer steirischen Brasilienmissionarin erinnert mich an meine Missionserfahrungen gar nicht so weit vom Bundesstaat Goiás entfernt, wo Schwester Elfriede zufrieden und glücklich jetzt ihre alten Tage verbringt. Ja, Elfriede, es ist schon lange her, dass wir uns einmal begegnet sind, und wie gerne würde ich mit Dir darüber reden, was wir so alles von den einfachen Leuten an Glauben und Lebensweisheit gelernt haben. Und dabei sind wir doch mit der Vorstellung groß geworden, dass es die Missionare sind, die den Menschen „den Glauben bringen“ und ihnen zeigen, wie „Kirche geht“. Bist Du damals vor 53 Jahren nicht auch mit dieser Absicht „in die Mission gegangen“? Ich war bei meiner Ausreise auch voll von eigenen Ideen, die ich möglichst rasch in die Tat umsetzen wollte. Diese „Flausen“ haben mir die brasilianischen Ordensschwestern und pastoralen Mitarbeiter gleich zu Beginn gehörig ausgetrieben und mir klipp und klar erklärt, ich hätte zuerst einmal gut hinzuhören und zu lernen – vom Glauben der Armen. Ja, und so war es dann auch. Ich habe diesen Landarbeiterinnen und Kleinbauern am Rio Balsas nicht den Glauben gebracht. Ich habe von ihnen – wie Du mit den Armen – selbst ganz neu glauben gelernt: „Deus é bom – Gott ist gut“, sagen sie, „und er wird für uns sorgen in aller Not und Gefahr.“ Dieses Gottvertrauen gibt ihnen Kraft zum Leben und Überleben! Grüß mir die Leute dort, denen wir so viel verdanken! Ich kann Dich gut verstehen, Elfriede, dass Du auch in Deinen alten Tagen bei ihnen bleiben möchtest.

em. Univ.-Prof. Dr. Franz Weber


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Sakramente – Hospiz



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Gleich viel wert „Brennendes Thema“ ist die Sakramentenspendung an Jugendliche wie die Firmung, hat die „Junge Kirche“ Wien erforscht.Foto: Neuhold

Experimente mit 17 Neue Wiener Wege der Sakramentenpastoral für Kinder und Jugendliche. „Kardinal Schönborn war es wichtig, nicht von oben herab eine Veränderung des Firmalters zu verordnen und auch keinen radikalen Bruch mit der bisherigen Tradition einzuleiten, sondern eine behutsame Weiterentwicklung zu ermöglichen.“ So wird in einem 8-Punkte-Plan der Erzdiözese Wien die Frage des „Standard“-Alters für Firmungen beantwortet. Es bleibt unverändert bei 14 Jahren, doch sollen „Experimentierräume errichtet bzw. ermöglicht werden, in denen punktuell auch mit einem anderen Firmalter gearbeitet werden kann“, bemerkt Simon Schmidbaur, der Leiter der Servicestelle „Junge Kirche“. Die Erzdiözese wolle künftig neue Wege in der Sakramentenpastoral für Kinder und Jugendliche gehen. Nach einem knapp einjährigen „Zukunftsprozess“ mit Studientagen hat die „Junge Kirche“ eine schrittweise Erneuerung der Sakramentenpastoral vorgeschlagen. In vielen Pfarren herrsche „eine gewisse Ratlosigkeit“, registrierte Schmidbaur gegenüber Kathpress, wie man zeitgemäß an Jugendliche, aber auch an junge Familien herantreten solle. Einig seien sich alle der 900 Menschen, die sich am Zukunftsprozess beteiligt haben, darin gewesen, „dass wir gerade in der Sakramentenpastoral viele Chancen ungenutzt lassen“. Dass über 40 Prozent der Pfarren beim Prozess mitgemacht haben, zeige, „dass das Thema ein brennendes ist“ (Schmidbaur).

Waltraud Klasnic trat bei einem Kinderhospiz-Kongress in Salzburg dafür ein, dass Hilfe für Sterbende nicht von Spenden abhängt.

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chwerstkranke und sterbende Kinder haben die gleiche Würde wie gesunde Kinder, darum „müssen wir uns für sie einsetzen“: Das wünscht Waltraud Klasnic, die Präsidentin des Dachverbandes Hospiz Österreich. Sie sprach beim 2. Österreichischen Pädiatrischen Hospiz- und Palliativkongress in Salzburg-St. Virgil. „Miteinander bewegt“ war das Motto. Die Politik müsse ein österreichweites öffentliches Finanzierungsmodell erarbeiten, „damit es nicht vom Spendenaufkommen abhängt, ob und wie Kindern geholfen werden kann“, verlangte Klasnic. Kinderhospiz- und Palliativangebote müsse auch die kommende Regierung in ihr Programm aufnehmen und ausreichend finanzielle Mittel für die dringend benötigten Palliativbetten in ganz Österreich zur Verfügung stellen. Das Thema sei in den letzten Regierungsprogrammen vorhanden gewesen, doch österreichweite Lösungen seien nicht umgesetzt worden. So gebe es aktuell nur ein stationäres Kinderhospiz mit psychosozialer Ausrichtung. Der Bedarf liege jedoch bei zwei bis drei Standorten in Österreich. Klasnic pochte darum auf pädiatrischen Palliativbetten an jeder der 43 Kinder- und Jugendabteilungen in Österreich. Derzeit 5000 Kinder und Jugendliche in Österreich leiden an lebensverkürzenden Erkrankungen. Davon benötigen rund 1000 samt ihren Familien die Unterstützung durch spezialisierte Kinderhospiz- und Palliativangebote. Diese würden Kindern und Familien

„ihr Schicksal nicht nehmen“. Doch es sei „unsere menschliche und gesellschaftliche Pflicht, sie auf ihrem schweren Weg zu begleiten und ihre Interessen bestmöglich zu vertreten“, hob Martina Kronberger-Vollnhofer hervor. Sie leitet das Wiener mobile Kinderhospiz „Momo“. Eltern und Geschwister schwerkranker Kinder werden laut Kronberger-Vollnhofer „mit Sorgen und Ängsten, aufwändiger Pflege des Kindes, zu wenig Zeit für gesunde Geschwister und soziale Kontakte sowie mit finanziellen Belastungen konfrontiert“. Nicht alle Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter seien heilbar. Umso wichtiger sei Begleitung der Familien schwerkranker Kinder. Familien leisten 24 Stunden Unglaubliches Christof Eisl, Leiter der Hospizbewegung Salzburg, stellte fest, der höchste Respekt gelte den Familien, „die 24 Stunden pro Tag sieben Tage in der Woche Unglaubliches leisten und somit zu Experten werden“. Trotz des starken Aufschwungs der Palliativ- und Hospizversorgung für Kinder und Jugendliche brauche es neben den bereits vorhandenen Angeboten im häuslichen Bereich in Zukunft unter anderem pädiatrische Palliativbetten in Krankenhäusern. Derzeit stehen diese in nur drei Spitälern in Kärnten, Niederösterreich und Tirol. Ein Beispiel für Aktivitäten in Niederösterreich: Das Hospizteam für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene HoKi NÖ stellt sich auf einem Plakat so vor: „HoKi NÖ unterstützt Familien mit einem lebensbedrohlich oder lebensbegrenzend erkrankten Kind oder Jugendlichen sowohl zu Hause als auch im Krankenhaus. Speziell geschulte Ehrenamtliche begleiten im Zeitpunkt der Diagnose, im Leben, im Sterben sowie über den Tod hinaus.“ KATHPRESS

In der Kapelle der Grazer Kinderklinik hat schon mancher seine Sorge um ein sterbendes Kind in das Fürbittenbuch geschrieben. Waltraud Klasnic (kleines Bild) nimmt auch die Politik in die Pflicht. 

Fotos Neuhold, Rupprecht


Weltkirche

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GOLDENE PROMOTION

Univ.-Prof. Dr. Grigorios Larentzakis feierte am 14. Juni an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck seine Goldene Promotion. Hier war er vor 50 Jahren als erster orthodoxer Christ an einer Katholisch-Theologischen Fakultät zum Doktor der Theologie promoviert worden. Larentzakis lehrte jahrzehntelang an der Grazer Katholisch-Theologischen Fakultät orthodoxe Theologie und wirkt darüber hinaus bis heute als Pionier und Vorantreiber des ökumenischen Dialogs. Die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung in Graz 1997 und die daraus resultierende „Charta Oecumenica“ gehen auf seine Initiative zurück. Larentzakis, Träger höchster Auszeichnungen, ist Mitglied der Stiftung Pro Oriente, zahlreicher Gremien und Autor und Herausgeber vieler Publikationen. Generationen von Studierenden prägte er durch Vorlesungen und Exkursionen zur Theologischen Akademie in Kreta. Beim panorthodoxen Konzil 2016 wirkte er im Auftrag des Ökumenischen Patriarchates mit. – Im Bild links der Jubilar mit Gattin Dr. Rosa Margund Larentzakis und ProOriente-Graz-Vorsitzendem Dr. Peter Piffl-Percevic. Foto: Uni Innsbruck

Essenziell für den Dialog, aber immer umstritten „König Abdullah Zentrum in Wien.“ Kann das Zentrum seinen Aufgaben gerecht werden? Nach dem Parlamentsvotum zum Ausstieg Österreichs aus dem in Wien ansässigen „König Abdullah Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog“ (KAICIID) machen sich internationale Religionsvertreter und Partner des Zentrums für die Einrichtung stark. In auf der KAICIID-Website veröffentlichten Stellungnahmen teilen sie die bereits zuvor vom multireligiös besetzten Leitungsgremium des Zentrums geäußerte Kritik, wonach der im Nationalrat mehrheitlich beschlossene Schritt die Dialogarbeit des KAICIID in einigen der schlimmsten Krisenregionen der Welt nachhaltig gefährde. Zu den Schwerpunktländern der Programme zählt die von Gewaltwellen heimgesuchte Zentralafrikanische Republik. Von dort meldeten sich der katholische Erzbischof von Bangui, Kardinal Dieudonne Nzapalainga, und Imam Oumar Kobine Layama. Angesichts der „Herausforderungen“ in ihrem Heimatland hofften sie auf anhaltende Unter-

stützung, „um den Dialog zwischen Christen und Muslimen aufrechtzuerhalten, um Frieden und Zusammenhalt zu fördern“. Aus Myanmar reagierte eine vom Wiener Zentrum mit aufgebaute Plattform muslimischer und buddhistischer Religionsvertreter, die „Peaceful Myanmar Initiative“, auf die jüngsten Entwicklungen. In den vergangenen drei Jahren sei durch die Zusammenarbeit mit dem KAICIID ein weitläufiges Netzwerk aus Experten für den interreligiösen Dialog aufgebaut worden. Außerdem sei ein Ausbildungszentrum für den interreligiösen Dialog entstanden, 3000 Menschen hätten an Dialog- und Friedensworkshops teilgenommen. Der ägyptische Großmufti teilte mit, er bete darum, „dass das Zentrum seine Arbeit fortführen kann, um Gottes Willen der Liebe, des Respekts und des Zusammenhalts zwischen uns allen weiter zu fördern“. Das nach dem saudischen König Abdullah benannte Zentrum wurde 2012 von SaudiArabien, Österreich und Spanien gegründet; eingebunden ist auch der Heilige Stuhl. Es wird mit Geldern aus Riad finanziert und steht wegen möglicher saudischer Einflussnahme massiv in Kritik. KATHPRESS

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EINE WELT

Neuer Nuntius. Der spanische Vatikandiplomat Erzbischof Pedro Lopez Quintana hat sein Beglaubigungsschreiben an Bundespräsident Alexander Van der Bellen überreicht. Damit ist der neue Apostolische Nuntius offiziell akkreditiert. Gemäß diplomatischen Usancen steht der Nuntius auch dem Diplomatischen Corps in Wien als Doyen vor. In dieser Ehrenfunktion wird Erzbischof Lopez künftig beim traditionellen Neujahrsempfang des Bundespräsidenten für das Diplomatische Corps das Wort ergreifen. Der 65-jährige Erzbischof ist der 92. Vertreter des Heiligen Stuhls und folgt auf Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen. Foto: Carina Karlovits ◗ EXTERN ÜBERPRÜFT Der Orden der Salesianer Don Boscos will zur Aufklärung sexuellen Missbrauchs sämtliche Personalakten und relevanten Daten durch eine externe Anwaltskanzlei überprüfen lassen. Ein Beschluss der Provinzleitung ist vom Provinzkapitel unterstützt worden. ◗ GOTTESDIENST NACH BRAND In der Pariser Kathedrale NotreDame ist der erste Gottesdienst seit dem verheerenden Brand vor zwei Monaten gefeiert worden. Der Pariser Erzbischof Michel Aupetit leitete die Messe, zu der etwa 30 geladene Teilnehmer in eine unbeschädigte Seitenkapelle gekommen waren. Zum Schutz vor herabfallenden Trümmern trugen alle weiße Bauhelme. ◗ IM INTERNET NEU Mit einem neuen Internetauftritt will der Vatikan die Dienste des päpstlichen Kleinstaates besser präsentieren. Vor allem Angaben zu den Vatikanischen Museen dürften interessant sein. Daneben finden sich unter vaticanstate.va Informationen zur Basilika Sankt Peter, zu den Vatikanischen Gärten, dem Apostolischen Palast und der früheren Sommerresidenz.


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Jubiläum



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IM ORIGINALTON Clemens Sedmak und Matta Wagnest bei ihrer dialogischen Festrede. Sedmak ließ dabei den „kleinen Prinzen“ zu Wort kommen.

St. Martin aus der Sicht des kleinen Prinzen Eines Tages kam der kleine Prinz in den Himmel. Das ist gar nicht so schwer, wie manche vielleicht glauben. Josef Steinberger stand an einem Fenster und blickte auf die Erde hinunter. „Guten Tag“, sagte der kleine Prinz. Denn er war ein höflicher Prinz. Josef Steinberger hörte ihn nicht. Er hatte ja ein Ohrenleiden und konnte nicht immer alles gut hören. Das hat wohl auch etwas Himmlisches. Der kleine Prinz zupfte ihn am Ärmel. Josef Steinberger blickte zu ihm herab und sagte freundlich: „Grüß Gott!“ „Was machst du da?“ fragte der kleine Prinz. Denn er war ein neugieriger kleiner Prinz. „Ich schaue auf das Bildungshaus Schloss St. Martin“, sagte Josef Steinberger. Denn er wird dem Haus immer verbunden bleiben. „Was ist ein Bildungshaus?“ fragte der kleine Prinz. „Ein Bildungshaus“, sagte Josef Steinberger, „ist eine Oase in der Wüste der Unwissenheit.“ Der kleine Prinz hatte nur das Wort „Wüste“ verstanden. „In der Wüste ist es etwas einsam“, sagte er. Das hatte er schon einmal gesagt. „Ja, in der Wüste ist es einsam“, sagte Josef Steinberger. „Und deswegen brauchen wir Oasen, wo Menschen zusammenkommen.“ „Dann sind sie nicht mehr einsam“, sagte der kleine Prinz. „Ja, und dann sind sie nicht mehr in der Wüste“, sagte Josef Steinberger. „Die Wüste ist groß“, sagte der kleine Prinz. Josef Steinberger nickte. Und seufzte. Und sagte: „Die äußeren Wüsten wachsen in der Welt, weil die inneren Wüsten so groß geworden sind.“ … Der kleine Prinz hatte keine Ahnung, was der Satz bedeuten sollte. Und weil er nichts verstanden hatte, stellte er eine Frage. Denn er war ein kluger Prinz. Kluge Menschen stellen Fragen, wenn sie etwas nicht verstehen. „Darf ich auch einmal hinunterschauen?“ Und Josef Steinberger in seiner Güte rückte zur Seite, und der kleine Prinz blickte auf Schloss St. Martin.

◗ Buchpräsentation am 26. Juni Am 26. Juni um 19.30 Uhr wird der Jubiläumsband feierlich präsentiert. Auch die Ausstellung „100x St. Martin“ ist geöffnet.

Unter den Gästen des Jubiläumsfestes (von links): der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl, Landesrat Johann Seitinger, Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer; 6. v. l. Generalvikar Erich Linhardt als Vertreter der Diözese.  Fotos: Neuhold

Begegnen, begei Im Schloss St. Martin bei Graz wird seit 100 Jahren Bildung und Lebenskultur für Herz, Hand und Hirn vermittelt an einem Ort für Begegnung, Kunst und Diskussion.

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m Anfang des Geburtstagsfestes von St. Martin intoniert Bertl Mütter die Europahymne. Am Ende singen alle die steirische Landeshymne. Österreichs ältestes Bildungshaus, zu dessen 100. Geburtstag sich am 14. Juni viele Gratulantinnen und Gratulanten eingefunden haben, ist wahrhaft eine steirische Initiative von europäischem Format. Rund 1300 Veranstaltungen mit etwa 30.000 Teilnehmenden finden hier jährlich statt. Es geht um Erwachsenenbildung, Familienbildung, Kunst, Kultur und Diskurs über Zeitfragen. Von einem guten Ort für Bildung, einem Denk- und Begegnungsraum, wo Demokratie gelernt wird, spricht Anna Thaller, seit 2013 Direktorin des Hauses. Landesrat Johann Seitinger nennt drei Dinge, die besonders mit St. Martin zu tun

haben: Erstens das St. Martiner Kochbuch, diese bereits in 24. Auflage erschienene „Bibel“ der steirischen Küche. Zweitens das Bildungshaus, das für lebenslanges Lernen steht. Und drittens St. Martin als Haus der Begegnung, gerade auch für Kunst und Kreativität. Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl spricht von Bildung mit Begeisterung als einem Markenzeichen des Hauses. Am Anfang der 100-jährigen Geschichte von St. Martin stand das wache Gespür eines in der Oststeiermark wirkenden obersteirischen Priesters. Josef Steinberger (1874–1961) stammte aus Aichdorf bei Fohnsdorf. Speziell in seiner Zeit als Kaplan in Stubenberg erlebte er die große materielle Armut der ländlichen Bevölkerung, Mangel an Schulbildung und an Wissen über Hygiene und Ernährung. Ihm wurde klar, dass Bildung der Ausweg ist. Und, revolutionär für die damalige Zeit – er setzte bei der Bildung der Frauen an, deren entscheidende Rolle er erkannte. Nach der Einrichtung von Kursen fand er nach dem Ersten Weltkrieg in St. Martin den Ort für sein Werk. Das Schloss auf dem Kehlberg war im Besitz des Stiftes Admont und wurde 1936 an das


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Inspiration – nicht nur beim Wein Zum Fest. Buch, Film, Dirndl, Wein, Ausstellung und eine Dialogrede.

D Die Hymne an ein Schloss brachten unter der Leitung des Komponisten Franz Herzog der Singkreis St. Martin und der Landesbedienstetenchor zu Gehör. Mona Fischer (Bildmitte) rappte den von ihr geschaffenen Text.

istern, bilden Land Steiermark abgetreten. Von St. Martin aus wurden im ganzen Land Schulen gegründet, die bis heute neben fachlichen und hauswirtschaftlichen Kenntnissen viel Lebenskultur vermitteln. Steinberger ging auch in die Politik, um sein Werk voranzutreiben. Nach 1945 konnte er das zwischenzeitlich von den Nationalsozialisten für ihre Zwecke okkupierte und dann durch Bombentreffer zerstörte St. Martin nach Wiederaufbau wieder „im Sinne des Erfinders“ führen. Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer hat St. Martin schon als junger Politiker in

der Amtszeit von Wilhelm Kahlbacher (Direktor 1961–1986) erlebt als Ort erfrischender Diskussionen mit Persönlichkeiten aus verschiedensten Geisteswelten. In seiner Festrede zeigt er sich erfreut über Gespräche mit jungen Menschen, bei denen es um die Zukunft geht. In einer Welt, die manchmal wie ein großer Krisenherd erscheint und in der oft die eigene Befindlichkeit ganz oben steht, ist St. Martin ein Ort, wo es um Werte geht und um Erziehung zu einem Leben, das die Herausforderungen von heute und morgen bewältigen kann. HERBERT MESSNER

Anna Thaller leitet seit 2013 das Haus als Ort der Bildung, Begegnung und Kultur und als Denk- und Begegnungsraum für Zukunftsfragen.

ie Klänge der Trachtenkapelle Straßgang grüßen die Ankommenden, denen gleich eine Erfrischung gereicht wird. Die Linde im Schlosshof spendet zusammen mit den aufgestellten Schirmen den am heißen 14. Juni begehrten Schatten. Das St. Martiner Motto „Begegnen – begeistern – bilden“ steht über dem Festakt „100 Jahre Bildungshaus Schloss St. Martin“. Neben den Festansprachen hat Direktorin Anna Thaller als Moderatorin viele besondere Festgaben anzukündigen. „Film ab“ heißt es für den Jubiläumsfilm von Stephan Herzog und Emanuel Droneberger, in dem Peter Uray der kleinen Emma die Welt von St. Martin erschließt. Sehen lassen kann sich erst recht der 256 Seiten starke Jubiläumsband. Katharina Bergmann-Pfleger, Barbara Stelzl-Marx und Eva-Maria Streit, alle unter anderem für das Ludwig-Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen tätig, haben die Geschichte von Schloss und Bildungshaus St. Martin eingehend recherchiert (siehe Seite 20). „Inspiration“ nennt sich der Jubiläumswein. Schülerinnen präsentieren das St. Martiner Alltagsdirndl, das sich in die Reihe von St. Martiner Trachten, etwa Sonntagstracht und Festtagstracht, bestens einfügt. Der St. Martiner Singkreis und der Landesbedienstetenchor vereinigen sich zur Uraufführung einer von Franz Herzog komponierten St. Martiner Hymne mit der jungen Texterin Mona Fischer. „Wenn Menschen sich begegnen …“ Ein zukunftsweisendes Format bringen die Künstlerin Matta Wagnest, deren Jubiläumsausstellung dann nach dem Genuss der St. Martiner Küche eröffnet wurde, und der Theologe und Philosoph Clemens Sedmak auf die Bühne. In einer spontanen „dialogischen Festrede“ gehen sie der Kunst als Verlebendigung, Verjüngung und Mittel gegen Versteinerung nach: „Wir sind die Kunst!“ St. Martin atmete immer den Geist christlicher Werte und Lebenskultur. Die Bildungseinrichtung des Landes Steiermark vermied aber immer institutionelle Geschlossenheit. Auch nach Josef Steinberger wurden Bildungshaus (früher Volksbildungsheim) und Schulwerk lange von Priestern geleitet. Auf Steinberger folgte Johann Kern (1950–1961). Unter Wilhelm Kahlbacher (1961–1986) und Martin Schmiedbauer (1986–2013) erlebte St. Martin große Innovationen, zuletzt auch Partnerschaften nach Lateinamerika, Afrika und Indien. St. Martin verdankt dabei viel von seiner Bedeutung führenden Frauen, so Emilie Zeidler und Elfriede Temm, Anna Stölzle, Anna Maria Thaller, Veronika Schaller – und seit 2013 führt es Anna Thaller zukunftsfit mit ihrem engagierten Team.


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Glaube



Mitten in der Nacht

Boden streifte. Auch war ich nicht sehr stark gebaut. Mein Bruder war neun Jahre älter als ich und hätte alles leichter gemeistert. Aber er hat sich bei so etwas geweigert. Nun kam der Priester heraus, und wir bekamen auch noch eine Jause. Und ab ging es heimwärts. Jetzt musste ich die Lampe nicht mehr so vorsichtig halten, weil sich keine brennende Kerze darin befand. Auch das kleine Versehglöckchen musste ich nicht mehr in der Hand halten, sondern ich steckte es ein. Wenn der Priester guter Laune war, musste ich die Lampe, welche ja fast als ein Heiligtum betrachtet wurde, nicht mehr in die Kirche bringen, sondern ich nahm diese am nächsten Tag beim Schulgang mit.

Der Versehgang, von Ferdinand Franz Joseph Waldmüller, österreichischer Komponist, Pianist und Maler, 1836 (Ausschnitt). Foto: Archiv

Der Eibiswalder Heinrich Mörth, Jahrgang 1931, erinnert sich an seine Ministrantenzeit, als er Priester bei Versehgängen begleitet hat.

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ls ich ein Bub von acht bis zehn Jahren war, musste ich öfters, meist in der Nacht, für Nachbarn einen Priester holen, weil jemand schwer krank war und die Gefahr des nahenden Todes bestand. Meist war es in der Nacht, wo uns die Gefahr des Sterbens gemeldet wurde. So musste ich aufbrechen und im Pfarrhof läuten und schreien, bis mir endlich aufgemacht wurde. Es war natürlich nicht so leicht, mitten in der Nacht jemand aus dem gesunden Schlaf zu wecken. Zudem schliefen die Priester im ersten Stock des Pfarrhofes. Dass der Kaplan, welcher gerade zuständig war, nicht guter Laune war, lässt sich denken. Meist waren zu der Zeit noch der Pfarrer und zwei Kapläne anwesend. Heute wäre es leichter, aber damals gab es noch kein Telefon. Oft, etwas missmutig, gingen wir dann in die Kirche, um die heilige Hostie und was sonst noch gebraucht wurde zu holen. Ich holte die große schwere Lampe heraus und

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zündete die Kerze an. Auch das Glöckchen wurde hervorgeholt. Es wurde dabei fast nichts gesprochen. Ich konnte kaum Schritt halten Nun ging es los, meist in der Nacht, im Winter, es war kalt und sehr unangenehm. Zudem konnte ich mit meinen kleinen Füßen mit dem Erwachsenen fast nicht Schritt halten. Wir waren vielleicht vier bis fünf Kilometer unterwegs und wurden schon mit Sehnsucht erwartet. Als wir eintraten, knieten die Hausleute schon im Vorhaus und beteten. Der Priester wurde gleich ins Krankenzimmer beordert. Ich musste im Vorraum oder in der Küche warten. Meine Versehlampe mit der brennenden Kerze wurde jetzt nicht mehr gebraucht, weil im Krankenzimmer schon eine Kerze brannte. Auch das Weihwasser und das Kruzifix standen am Tisch. Öfters dachte ich, hoffentlich hat er beim Kranken lange zu tun, damit ich mich in der Zwischenzeit ausrasten kann. Die Lampe war schwer und groß Wie gesagt, meist war es in der Nacht, wo ein Kind gerne schlafen möchte, zum Zweiten war die Lampe sehr schwer und vor allem sehr groß. Beim Gehen musste ich die Lampe immer hoch halten, damit sie nicht am

Die ungläubige Lehrerin Einmal geschah es, dass ich in aller Früh den Priester holen musste. Ich musste warten, bis die Frühmesse vorüber war, und mit nüchternem Magen ging der Kaplan mit mir mit. Viele Schulkinder kamen uns entgegen. Sie mussten am Straßenrand niederknien und sich bekreuzigen, wenn sie den Segen vom Priester bekamen. Ich bildete mir fast etwas ein, weil die Kinder sahen, welches Amt ich bekleidete. Bei der Lehrerin musste ich mich entschuldigen, weil ich erst einige Stunden später in die Schule kam. Ich musste erzählen, wie so ein Versehgang abläuft, und erklärte dabei auch, dass da gebetet wurde. Sie sagte der ganzen Klasse, dass das Beten ein großer Unsinn ist. Es sei niemand damit geholfen, und wir sollten lieber an andere Dinge denken. Viele von uns waren selbstverständlich mit dieser Aussage nicht einverstanden. Wir waren doch alle christlich erzogen, aber was sollten wir als Schüler schon dagegen sagen. Wir hatten schon ein Jahr der Nazizeit, und ab 1939 durfte man sich öffentlich sowieso fast nicht mehr mit solchen Unternehmungen zeigen. Es war immer große Angst vorm Sterben Bei einigen älteren Leuten mussten wir öfter zum Versehen kommen. Ich hatte schon immer Angst, wenn es hieß, dass der oder die krank ist. Ich kann mich aber auch nicht erinnern, dass jemand gleich nach dem Versehen-Werden gestorben ist. Es war halt immer große Angst vorm Sterben dahinter. Heute ist alles viel leichter, man ruft an, und der Priester kommt in kurzer Zeit mit dem Auto angefahren. Außerdem verzichten heute schon sehr viele auf die Hilfe der „Sterbesakramente“. So hat sich im Lauf der Jahrzehnte sehr viel geändert. Ob alles als gut angesehen werden kann, bleibt für mich dahingestellt.


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Reden von Gott – Kommentar

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POSITIONEN Alltagsdemo Die Freude am Glauben soll ansteckend sein. So wüscht sich Papst Franziskus – hier mit einer Delegation von Missio Österreich –, dass Mission betrieben wird. Foto: Missio

Jeder ist eine Mission Stärkeren Einsatz für die Verbreitung des Glaubens verlangt Papst Franziskus von der Kirche.

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ie Kirche brauche weiterhin „Männer und Frauen, die kraft ihrer Taufe großherzig auf den Ruf antworten, hinauszugehen aus ihrem Zuhause“, um das Wort Gottes zu verkünden und das Evangelium zu bezeugen, schreibt Franziskus in seiner Botschaft zum Weltmissionssonntag, die der Vatikan am Pfingstsonntag veröffentlichte. Der Weltmissionssonntag wird dieses Jahr am 20. Oktober begangen. Die PapstBotschaft dazu nimmt das Thema des von Franziskus ausgerufenen und im Oktober bevorstehenden „Außerordentlichen Monats der Weltmission 2019“ auf: „Getauft und gesandt: die Kirche Christi auf Mission in der Welt.“ Er betont darin besonders, dass Missi-

Monat der Mission Getauft und gesendet Im Oktober soll sich die katholische Kirche intensiver mit ihrer Mission befassen und der Verkündigung neuen Schwung verleihen. Dies ist das Anliegen eines „Außerordentlichen Monats der Weltmission 2019“. Mit der Initiative will Papst Franziskus neuen Schwung in die „missionarische Umgestaltung des Lebens und der Seelsorge“ bringen. Mission nach katholischem Verständnis bedeute, durch das eigene Lebensbeispiel anderen Menschen den christlichen Glauben anzubieten und vorzustellen. Die Verkündigung des Glaubens an alle, die Christus fern sind, sei nicht nur „erste Aufgabe der Kirche“, sondern auch ihre „größte Herausforderung“.

on alle Getauften betrifft und dringend mehr Aufmerksamkeit in der katholischen Kirche braucht. Pater Karl Wallner, Direktor von Missio Österreich, sieht das Motto als „essenzielle Erinnerung“ an etwas, das viele Katholikinnen und Katholiken oft vergessen: „Bei der Taufe bekommen wir einen Schatz. Dieser wird uns nicht dazu gegeben, dass wir ihn im eigenen Herzen vergraben, sondern dass wir ihn nach außen bezeugen und weitergeben. Wir müssen uns darauf besinnen, dass wir alle gerufen sind, missionarisch zu wirken.“ „Die Notwendigkeit der Rettung von der Sünde und die Befreiung vom persönlichen und gesellschaftlichen Übel erfordern die Mission bis an die äußersten Grenzen der Erde“, heißt es in der Papstbotschaft. Deutlich erteilt Franziskus darin zugleich dem Proselytismus, dem Abwerben von Mitgliedern anderer Religionen und Konfessionen, eine Absage: „Dieses göttliche Leben ist nicht eine Verkaufsware, sondern ein Reichtum, den man weiterschenken, mitteilen, verkündigen muss.“ Der Ruf zur Umkehr müsse stets unter Achtung der persönlichen Freiheit und der Menschenwürde sowie im Dialog mit den Kulturen und Religionen der Völker erfolgen. Scharf kritisiert der Papst zunehmenden Säkularismus, der sich „zur ausdrücklichen und kulturellen Ablehnung der aktiven Vaterschaft Gottes in unserer Geschichte“ auswachsen könne. Dies verhindere die Geschwisterlichkeit aller Menschen. „Ohne den Gott Jesu Christi wird jeder Unterschied zu einer höllischen Bedrohung, die jegliche brüderliche Aufnahme und fruchtbare Einheit des Menschengeschlechts verunmöglicht.“ Ebenso verurteilt Franziskus Selbstbezogenheit und bekräftigt, dass Gott alle Menschen retten wolle und alle Christen gerufen seien, ihm dabei zu helfen: „Jeder von uns ist eine Mission in der Welt, weil er Frucht der Liebe Gottes ist.“ KATHPRESS / MISSIO

Zu Fronleichnam wird in vielen Pfarren das zum Leib Christi gewandelte Brot von einer Prozession begleitet durch Straßen, Gassen und manchmal auch Wiesen – also aus der Kirche hinaus, in die Welt getragen, oder wie es das Wort Monstranz nahelegt: hergezeigt. Für manche Katholikinnen und Katholiken ist das eine wichtige Form des Bekenntnisses zu ihrem Glauben, für andere ist es eine gute Tradition und für einige vielleicht ein schöner Brauch. Weil wir als Christinnen und Christen dankbar an die verändernde Kraft der Botschaft und des Handelns Jesu glauben und daran, dass er uns bis heute ganz und gar verwandeln möchte, wissen wir auch, dass Feiertagsdemonstrationen allein sicher nicht ausreichen, um die Gegenwart Jesu auch heute lebendig zu halten. Was es bedeutet, Christin oder Christ zu sein, wird vielmehr durch die im Alltag gelebte Botschaft Jesu sichtbar: Wenn Brot und alle anderen Nahrungsmittel dankbar genossen werden, wenn mit Menschen, die das eigene Denken herausfordern, respektvoll kommuniziert wird, wenn die Vielfalt der Schöpfung gepflegt wird, wenn anerkennende Freundlichkeit die Antwort auf meist übersehene Selbstverständlichkeiten ist, wenn gestresstes Schimpfen über alles und jedes in ein entspanntes Lächeln münden kann, wenn … (Sie, liebe Leserin und lieber Leser, sind herzlich eingeladen, diese Reihe fortzusetzen, mit Beispielen, die Ihnen einfallen und die Sie gerne in Ihrem Alltag umsetzen oder zumindest einmal ausprobieren.) So könn(t)en wir als lebendiger Leib Christi die Welt als ganze wandeln!

Monika Prettenthaler


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Familie



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ZUM NACHDENKEN Als Familie unterwegs Das Unterwegssein als Familie hat sich für uns im Laufe der Jahre stark verändert. Als junge Familie trafen wir uns oft mit anderen Familien zum gemeinsamen Spielen. Als die Kinder größer wurden, stellte sich heraus, dass die Kinder unserer Freunde nicht immer auch die Freunde unserer Kinder sind. So veränderten sich diese Beziehungen zu Freunden. Unsere Kinder fanden FreundInnen im Kindergarten und in den Schulen; es wuchsen Freundschaften mit deren Eltern, daraus folgten gemeinsame Urlaubsreisen. Mittlerweile sind drei unserer vier Kinder erwachsen und ausgezogen; sie gehen ihre eigenen Wege. Dennoch gibt es Fixpunkte in unserer Familie, Begegnungen, bei denen wir wieder ein Stück gemeinsam unterwegs sind. Geburtstagsfeiern sind solche Treffen. Auch Feiertage und die „heiligen Zeiten“, an denen wir als Familie versammelt sind, wie beispielsweise Weihnachten und Ostern, sind für uns wertvolle Zusammenkünfte im Familienkreis. Wir leben mit unseren Kindern den Grundsatz: „Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen“ – und wir gingen diesen Weg viele Jahre mit ihnen. Nun bestimmen sie ihn selbst, gehen ihn mit ihren Freundinnen und Freunden. Auch wir als Eltern definieren unsere Beziehung neu und sind herausgefordert, zwischen unseren älter werdenden Eltern einerseits und den erwachsenen Kindern andererseits eine gute Balance zu finden, gemeinsame Zeit(en) qualitätvoll zu nutzen. Wir leben unsere Zweisamkeit in einer neuen Qualität und sind dankbar für das gemeinsame Unterwegssein. Die Autorin ist pädagogische Mitarbeiterin im Familienreferat.  Foto: Langusch

Silvia Kirchberger

Naturbelassene Stationen – auf unserem Bild der Märchenwald – stärken die Beziehungen in der Familie zueinander.  Foto: Geißler

Beziehungen auf der Spur Wertvolle Mußestunden bereichern das Familienleben. Im Familienleben gibt es kaum Stillstand – permanent ist Tun und Bewegung angesagt. Besonders bei den jüngeren Kindern sind wir mit Hinbringen und Abholen zu und von diversen außerschulischen Aktivitäten wie Musikunterricht, Ballett, Fußball, HipHop, Leichtathletik, Reiten, Schwimmen und anderem mehr gefordert. Wir meinen, die Zeit inzwischen nutzen zu müssen, und lassen kaum Leerlauf zu. Und doch sind solche Mußestunden sehr wertvoll. Haben wir nicht auch gerne unsere ruhigen Minuten, unsere „Einkehrzeiten“? Gerade in diesen Momenten der Stille kommen wir zur Ruhe und meistern danach wieder tatkräftig den (Familien-)Alltag. Eine gute Möglichkeit

Am 6. Juli unterwegs am Wanderweg für Familien In Zeutschach in der Region ZirbitzkogelGrebenzen eröffnete im Herbst das Familienreferat den Wanderweg „Alles Familie! Beziehungen auf der Spur“. An den beiden Rundwanderwegen – wovon der eine barrierefrei gestaltet ist – werden die Wandernden über naturbelassene Rast-, Spielstationen und Zitate angeregt, den Beziehungen nachzuspüren. Besonderer Höhepunkt der 16 Stationen sind die Jakobikirche, der Märchenwald und die Riesenhängematte aus Holz. Das Familienreferat der Diözese lädt am 6. Juli zum gemeinsamen Wandern ein. Gestartet wird um 11 Uhr mit einer Andacht mit Familienseelsorger Michael Kopp beim Rüsthaus in Zeutschach. Info: Tel. (0 31 6) 80 41-297.

zum Innehalten kann eine gemütliche Wanderung darstellen. Der Themenwanderweg „Alles Familie! Beziehungen auf der Spur“ in Zeutschach bietet diese Möglichkeit. Bei diesem Rundweg ist der Weg das Ziel! Genau genommen sind es zwei Rundwege. Der eine ist mit einer Länge von drei Kilometern barrierefrei, der andere knapp sechs Kilometer lang. Mit Spiel- und Raststationen entlang der Wege können die Beziehungen innerhalb der Familie spielerisch nachgespürt werden. Wenn wir als Familie unterwegs sind, den Beschreibungen entlang des Weges folgen und die nachfolgenden Zitate auf uns wirken lassen, so wird dieses Unterwegssein eine bereichernde Familien-Zeit. Die Familie kann auf diesem Weg beispielsweise an der Ursprungsquelle Vergangenes reflektieren und Gegenwärtiges ansprechen. Info: www.familienreferat.online

FÜR SIE GELESEN 55 Orte zum Aufatmen Stephan Sigg, 10,30 Euro, Butzon & Bercker

Im Stadtpark, im Kino, auf der Brücke, in der Fußgängerzone, am Seeufer oder einfach nur nachts beim Blick durch das Fenster: Unser Alltag hält viele Gelegenheiten bereit, um über sich, Gott und das Leben nachzudenken, abzuschalten und neue Kraft zu tanken. Stephan Sigg stellt 55 solcher Pausenzeiten im Alltag vor. Ein Buch voller Entdeckungen mit konkreten Impulsen und Übungen.


Zum Leben

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CARITAS – SOS

MUTWORTE

Zahnbehandlung

Zur Versöhnung ein Eis gemeinsam schlecken

SOS-Ruf 3523

Spendenkonten – IBAN: PSK: AT34 6000 0000 0792 5700. – Sparkasse: AT08 20815 0000 1691 187. – Raiffeisenbank: AT40 3800 0000 0005 5111. Kennwort: SOS-Ruf 3523. Online-Spenden unter www.caritas-steiermark.at

STEIRISCHER KOCHTOPF Ribiselkuchen mit Topfen 25 dag Butter, 25 dag Staubzucker, 1 P. Vanillezucker, Rum, Salz, Schale einer halben Orange, 5 Eier, 25 dag griffiges Mehl. Belag: 25 dag Topfen, 2 Eier, 4 dag Staubzucker, 4 dag Kristallzucker, ½ kg Ribisel. Butter mit Gewürzen schaumig rühren, nach und nach die Eier mit dem Zucker einrühren. Die Masse muss schön flaumig sein. Zum Schluss das Mehl einarbeiten. Den Teig auf ein befettetes Backblech streichen. Feinen Topfen verwenden, mit den 2 Dottern und dem Staubzucker verrühren, die 2 Eiklar zu festem Schnee schlagen, mit dem Kristallzucker ausschlagen und unter die Topfenmasse heben. Die Topfenmasse auf den Teig streichen, darüber die Ribisel verteilen. Das Ganze im auf 180 ° C vorgeheizten Backrohr ca. 40 Minuten backen. AUS: DAS KOCHBUCH MIT HERZ, PFARRE WEIZ

Sieger bei der Future Challenge der Wiener Zeitung.  Foto: ORG Schulschwestern/Steiner

Blick auf EU erweitert Gold Award für ORG der Grazer Schulschwestern. Die Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen des ORG der Grazer Schulschwestern freuen sich über ihren 1. Preis (unter 74 Einreichungen), den sie bei der Future Challenge der Wiener Zeitung errungen haben. Das Thema des österreichweiten Videowettbewerbs drehte sich mit #europa4me um die EUWahl. Mit tatkräftiger Unterstützung des Kunstunterrichts entstand das einminütige Video, das

die Jury überzeugen konnte. Bildungsministerin Dr. Iris Rauskala gratulierte den Schülerinnen und Schülern zu ihrem Video, das auf youtube (https://youtube.com/ watch?v=CB1BFjJOlKM) abrufbar ist. Durch die Recherche im Vorfeld zum Videodreh hat sich der Blick aller Beteiligten auf die EU erweitert. Dazu eine Stimme aus der Jury: „Dermaßen professionell, gut gelaunt und wuchtig inszeniert und so gescheit geschrieben, dass es einen mitreißt.“ (Paul Poet, Filmemacher)

Eiskugel-Wettstreit Wer hatte wie viele Eiskugeln in seiner Waffel? Lies die Aussagen der Freunde genau durch!

Auflösung: Karl hat fünf Kugeln, Konrad drei, Kevin sechs und Kalle vier.

Die Zähne des Mannes sind vollkommen desolat, die Eltern hatten in seiner Kindheit nicht auf die Zahnhygiene geachtet, er selbst hat es dadurch auch nie gelernt. Ein Zahn wurde wurzelbehandelt, wobei die lokale Anästhesie nicht gegriffen hatte, davon resultiert eine panische Angst vor Zahnbehandlungen. Es kam zu einer massiven Verwahrlosung des Gebisses. Nun ist eine Zahnsanierung in Vollnarkose geplant, wobei die Kosten nur zu einem kleinen Teil übernommen werden.

Nach einer Studie des amerikanischen Psychologen John Protzko sollen Kinder heute länger auf das von ihnen Erwünschte warten können als noch vor rund 50 Jahren. Erstaunlich. Ich wurde damals nicht getestet, sonst hätte sich die Zahl relativiert. Wie auch immer – wirklich erstaunlich ist für mich ein Puppenspiel, das in den Wochen vor Schulschluss von Schülerinnen und Schülern verschiedener Herkunft und Religionszugehörigkeit im Projektunterricht geschrieben wurde. Es geht darin nicht um Selfies, Likes und „Willhaben“, vielmehr um Liebe und Versöhnung, die stärker sind als Tod und Schuld. In einer Szene vertraut Maxi – natürlich streng geheim – seiner Schulkollegin Marie an, dass er in ihre Freundin Katrin verliebt ist. Und wie es mit anvertrauten Geheimnissen oft so ist – Marie erzählt die Geschichte an ihre Schulkolleginnen und Freundin Katrin weiter. Maxi ist enttäuscht und verletzt. Er verweigert sich vorerst jedem Versuch des Mädchens, die Sache wieder gutzumachen. Am nächsten Tag steht Marie vor Maxis Wohnung. „Maxi, ich entschuldige mich bei dir. Wir haben in unserer Clique vereinbart, immer dann, wenn wir Mist gebaut haben, dem anderen ein Eis zu schenken, um es zur Versöhnung gemeinsam zu schlecken. Hier, Maxi.“ Und Maxi nimmt an. Ob Maxi von Katrin „erhört“ wurde, schreibe ich hier nicht – versprochen. Doch, wie immer es kommt im Leben – einst werden wir erkennen: Es hatte alles seinen Sinn. Christa Carina Kokol ist dipl. psychosoziale Beraterin in Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor E. Frankl.  Foto: Neuhold

Christa Carina Kokol


Veranstaltungen

Foto: wmc/CC0

◗ Zum Mitmachen!

1989: Erzählen Sie uns Ihre Geschichte! 27. Juni 1989: Ein sonniger Frühsommertag, der Geschichte schrieb: Im Grenzgebiet zwischen Ungarn und Österreich zerschneiden Alois Mock und Gyula Horn den Stacheldraht am einstigen „Eisernen Vorhang“. Zwar war das Foto gestellt und die Grenze schon längere Zeit durchlässig, doch wurde das Bild zu einem Symbol der Wende im Sommer und Herbst 1989. Dieser Einschnitt im politischen Gefüge Europas hat ein neues Bewusstsein für Zusammengehörigkeit erzeugt. In der Steiermark haben sich einzelne Menschen, Pfarren und Initiativen in diesem Sinne engagiert: Sie haben Flüchtlinge aufgenommen, Hilfsaktionen für Menschen im früheren Ostblock gestartet, es entstanden Partnerschaftsaktionen auf verschiedenen Ebenen. In den Folgejahren gab es gegenseitige Besuche, steirische Familien luden osteuropäische Kinder in den Ferien ein, viele private Verbindungen sind entstanden. Diese Geschichten möchte die Caritas nun sammeln und im Herbst in einer Ausstellung präsentieren. Dabei geht es auch um die Frage, wie der Geist des Aufbruchs und der Solidarität wiederbelebt werden kann, um auch heute Hilfe aufrechtzuerhalten und zu intensivieren, wo es nötig ist. Wir rufen Sie auf: Erzählen Sie uns Ihre Geschichte von der Wende! Wie haben Sie persönlich die Monate des Aufbruchs und der Hoffnung erlebt? Welche Erinnerungen verbinden Sie mit 1989? Bitte bis 15. September als Brief oder E-Mail senden (ev. mit Fotos, Videos, Zeichnungen …) an: Caritas Steiermark, Kennwort „Mein 1989“, Grabenstraße 39, 8010 Graz, oder: Mein.1989@caritas-steiermark.at Info: Tel. 0676/880 15-173.

GRAZ Seelsorgeraum im Grazer Süden und Osten: Sänger/innen aus diesen Pfarren gesucht, für Sendungsgottesdienst am 7. September. Keine Vorkenntnisse erforderlich. Notenproben (ohne Anmeldung): 23. Juni, 19 Uhr, Liebenau-St.Paul. Zusammenklang-/Ablaufproben: 1. und 6. September, jeweils 19 Uhr, Pfarrkirche St. Christoph-Thondorf. Künstlerische Leitung und Info: Maria Fürntratt, singakademie@aon.at Afro-Asiatisches Institut: Hadas Duchan – The Girl is Singing to the River, Installation, 25. Juni, 19 Uhr, Leechgasse. • Fiston Mwanza Mujila – Fluss im Bauch, UA, Performance mit Tanz, Lyrik, Theater, Musik und Video; Produktion: GoetheInstitut Kinshasa in Kooperation mit Schauspielhaus Wien und Nationaltheater Mannheim, 30. Juni, 1. Juli, 20 Uhr, Theater am Lend, Wienerstraße 58a. Karten: www.theateramlend.at • Das Land ist unser Leben, unsere Identität, unser Erbe!, Gespräch mit den Guarani-KaiowáFrauen Janete und Alenir über das Leben als Indigene in Brasilien, 2. Juli, 19 Uhr, Leechgasse 24. www. aai-graz.at Andritz: Sommerkonzert – Operette, Musical, Cabaret, Werke von J. Strauß, F. Lehar, R. Stolz u. a.; Doris Valeskini (S), Istvàn Szècsi (Bar), Dietmar Hirzberger (T), Georgi Mladenov (Klavier), Mitglieder der Oper Graz, 24. Juni, 19 Uhr, abc, Haberlandtweg 17. Basilika Mariatrost: Feier des 38. Jahrestages der Erscheinung von Medjugorje, 26. Juni, 19 Uhr, hl. Messe mit Neupriester Niklas Müller, anschließend Eucharistische Anbetung und Primizsegen. Bildungshaus Mariatrost: Kinder brauchen Grenzen – Eltern setzen Grenzen, Dr. Jan-Uwe Rogge, 25. Juni, 9 bis 16 Uhr. – Anmeldung: Tel. (0 31 6) 39 11 31, www.maria­trost.at Bildungshaus Schloss St. Martin: Die bewegte Geschichte von St. Martin, Buchpräsentation von Barbara Stelzl-Marx und Katharina Bergmann-Pfleger, 26. Juni, 19.30 Uhr. Keine Anmeldung erforderlich. • Ein Schloss für alle, Schlossspaziergang mit Christine HeinzMelbinger, 29. Juni, 10 bis 12 Uhr. Anmeldung: Tel. (0 31 6) 28 36 55, st.martin-kurs@stmk.gv.at – www. schlossstmartin.at Bürgerspitalskirche zum Hl. Geist: Dankgottesdienst zum Silbernen Priesterjubiläum von Militärdekan Mag. et Dr. theol. Christian Thomas Rachlé, 29. Juni, 19 Uhr. Christkönig: Familiengottesdienst, 23. Juni, 10.30 Uhr. • Johann- und PaulFest, 30. Juni, 10.30 Uhr, anschließend Frühschoppen. Diözesanmuseum: Tiere in der Bibel und in unseren Kirchenräumen, Ausstellung, Di. bis Fr. 9 bis 17 Uhr, Sa., So., Feiertage 11 bis 17 Uhr. Gruppen n. V., Bürgergasse 2. – dioezesanmuseum@graz-seckau.at, Tel. (0 31 6) 80 41-890. Dom/Katharinenkirche Mausoleum: Der Dom ist wegen Renovie-



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◗ Elisabethinen: Ethik-Impuls

Zukunft der Pflege

Foto: Neuhold

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Zum Nachdenkabend laden Konvent und Krankenhaus der Elisabethinen. Grundlage für die Diskussion bilden Statements von Mag. Christopher Drexler (LR für Gesundheit und Pflege), Mag.a Petra Prattes (Caritas) und DGKP Mag.a Marianne Raiger (Akademie für Gesundheitsberufe, Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband). – 27. Juni, 18.15 Uhr, Festsaal, Elisabethinergasse 14, Graz. Anmeldung: Tel. (0 31 6) 70 63-64 42, natascha.widmann@elisabethinen.at

rung geschlossen. Priesterweihe, 23. Juni, Basilika Seckau. Siehe Kasten, Seite 19 oben. – Hl. Messe, Musik: Gemeindegesang, 23. Juni, 10 Uhr. Herz Jesu: Wanderfalken, Tauben und Bienen, Führung mit Friedrich Bouvier sowie Gabriele und Herbert Krones, 27. Juni, 17 Uhr, anschließend Herz-Jesu-Honigverkostung, Anmeldung: (0 31 6) 80 41-890. Kulturzentrum bei den Minoriten: Spielplatzgeschichten – Theaterworkshop, für Kinder von 6 bis 10 Jahren, Mezzanin Theater Graz, 25., 26. Juni, 9 und 15 Uhr. – Mariahilfer Platz 3/I, Tel. (0 31 6) 71 11 33, office@kultum.at Mariatrost: Felix Mendelssohn Bartholdy – Sommerkonzert des Chors der Basilika Mariatrost, Chor der Basilika Mariatrost und Grazer Instrumentalisten, Leitung: Fritz Lippe. 30. Juni, 19.30 Uhr, Basilika. Karten: Tel. (0 31 6) 30 43 81 (Mo.–Fr.), christine.pfeifhofer@gmail.com, Sänger, Abendkassa. Gratis Pendelbus vom Fuß des Kirchbergs. – www.chor-mariatrost.at Münzgraben: Legio Mariens – Glaubensgespräch, „Warum muss ich vergeben?“, 26. Juni, 18.30 Uhr, Annensaal. • Gospelkonzert mit dem Gospelchor Graz, 27. Juni, 20 Uhr, Pfarrkirche. • Gorettifest, 30. Juni, 10 Uhr hl. Messe, anschließend Sommerfest im Pfarrgarten. Pestalozzigymnasium: Lesung, Susanne Niebler, Dietwin Koschak und Johannes Ithaler, 28. Juni, 19 Uhr.

Stadtpfarrkirche: Schlussgottesdienst des akademischen Jahres, Predigt: P. Toni Witwer, SJ., musikalische Gestaltung: vocalatelier, 30. Juni, 18.15 Uhr.

STEIERMARK MITTE Haus der Stille: Offener Tanzabend, Kreis- und Gruppentänze, Leitung: Hedi Mislik, 26. Juni, 19 bis 21 Uhr. • Sich zu wiegen in Lichtmusik, eine erholsame und kreative Sommermalwoche, 8. bis 13. Juli. • Immer der Nase nach – meinem Clown auf der Spur, eine kreative Sommerclownwoche, Leitung: Mag. Constanze Moritz, 14. bis 19. Juli. – Anmeldung: Tel. (0 31 35) 82 625. – www.hausderstille.at Rein: Klavierkonzert, Eva Sedova präsentiert am Klavier den Komponisten und Priester Joseph Chmelicek, der seinen Musiknachlass dem Stift vermacht hat, 23. Juni, 15 Uhr, Sommerrefektorium. • Stift Rein und die Habsburger, Ausstellung, Führungen täglich, 10.30, 13.30 Uhr. Info: Tel. (0 31 24) 51 621-53. – www.stift-rein.at Schöckl: Johannes-Feier bei der Johanneskapelle am Schöckl-Ostgipfel, 23. Juni, 11 Uhr Gottesdienst, Musik: Quintett der Polizeimusik Steiermark und Duo Weiß-Grün. Info: Tel. 0664/38 76 762, peter. weberhofer@a1.net; 0664/43 05 344, hans@taucher-erdbau.com Schrems: Das Erbe der Väter, Stück von H. Gnant, 23., 30. Juni und

◗ Symposium und Buchpräsentation im Barocksaal

Christentum, Europa und Memoria Bei einem Internationalen Symposium am 28. Juni ab 9 Uhr im Grazer Barocksaal, Bürgergasse 2, wird anlässlich seines 60. Geburtstages das wissenschaftliche Werk des in Paris und Graz lebenden Historikers Univ.Prof. Dr. Andreas Sohn gewürdigt. Motto: „Christentum, Europa und Memoria“. Nach Begrüßung und Grußworten: 9.15 Uhr Prof. Dr. Andreas Sohn, Paris: „Benediktinisches Mönchtum und Memoria“. – 9.45 Uhr Prof. DDr. Bernard Ardura, Präsident des Päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaften: „Päpste und Memoria“ (französisch). – 11 Uhr Prof. Dr. Jacques Verger, Paris: „Universität im Mittelalter“ (französisch). – 11.30 Uhr Prof. Dr. Thomas Brechenmacher, Potsdam: „Vom Katholizismus zum Katholischsein“. – 12.15 Uhr Präsentation der Festschrift für Andreas Sohn „Europa und Memoria“, hgg. von Michaela Sohn-Kronthaler und J. Verger.


Veranstaltungen

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7. Juli, 18 Uhr; 26., 28., Juni, 3. und 5. Juli, 19.30 Uhr, Bauernhof der Familie Rait. Karten: Tel. 0650/ 91 68 306 (16 bis 19 Uhr) oder online: www.theaterambauernhofschrems.at/spieltermine Stallhofen: 15. Pfarrfest, 23. Juni, 10 Uhr Festmesse, dann weiter auf der Festwiese, mit Kinderprogramm. Voitsberg: Kinder- und Familiengottesdienst, 30. Juni, 10 Uhr, Pfarrsaal.

OSTSTEIERMARK Bergmessen: Fladnitz – Gschoad, 23. Juni, 11.30 Uhr. • Passail – Buchkogel, 30. Juni, 11.30 Uhr. Altenmarkt bei Fürstenfeld: Kleine Taube und der Traumfänger, Theater-Stück für Kinder, von Tünde Gruber, Mini-KAWOST, 28., 29. Juni, 18.30 Uhr; 30. Juni, 17 Uhr, Altenmarkt 83. Karten: Tel. 0664/ 78 78 185, Tel. 0664/30 35 668, Tourismusbüro Fürstenfeld, Bürgerservice Altenmarkt (Di., Fr.). Birkfeld: Marjan Habibian – Bild der Frau, Ausstellung, Galerie Reitbauer, Kaiserfeldgasse 15. Geöffnet n. V.: Tel. 0664/36 56 285. – www. hans-reitbauer.at Gleisdorf Pfarrfest, 7. Juli, 9 Uhr hl. Messe, anschließend Fest rund um die Pfarrkirche. Hartberg: Einkehrtag mit Dr. Gertraud Pflügl, „Leben im göttlichen Willen“, 29. Juni, Kloster Hartberg. Haus der Frauen: Die heilsame Kraft des Singens – einzeln sind wir Töne, gemeinsam ein Lied, Leitung: Melanie Kulmer, 5. Juli, 19 Uhr. Anmeldeschluss: 4. Juli. • Handlettering – Die Kunst des schönen Schreibens, 12. Juli, 14 bis 18 Uhr, Leitung: Maren PressingerBuchsbaum, Anmeldeschluss: 9. Juli. – kontakt@hausderfrauen.at, Tel. (0 31 13) 22 07. – www. hausderfrauen.at St. Magdalena am Lemberg: Welt der Düfte, mit Pfarrer Mario Brandstätter, 30. Juni, 15 Uhr, Pfarrhof. Info: Tel. 0676/87 42-64 51. Vorau: Ärzte der Heiligen – Vergolder und Staffierer, Ausstellung bis 30. September, Barocksaal im Stift. Führungen: Tel. (0 33 37) 23 51, pforte@stift-vorau.at. • Von Nichtigkeit und Liebeslust – Bibeltagung 2019, 7. bis 13. Juli. Referent/ in: Univ.-Prof. Dr. Gerhard Langer,

◗ Basilika Seckau: Priesterweihe

Setz di her do neben mir

„Ich bin bereit“

Am 30. Juni 2019 feiert die Vinzenzgemeinschaft Eggenberg – VinziWerke wieder ihr traditionelles VinziFest. Pfarrer Pucher und alle Mitwirkenden der VinziWerke laden an diesem Tag zur heiligen Messe und zum anschließenden Fest in den Pfarrgarten der Pfarre St. Vinzenz. Alle Besucher können sich über ein gratis Mittagessen und ein umfangreiches Programm freuen. 30. Juni, 9.30 Uhr, St. Vinzenz.

In der Basilika Seckau wird Diözesanbischof Dr. Wilhelm Krautwaschl am 23. Juni Mag. Ioan Liviu Bîlc und Mag. Anton Luu Thai Hong durch Handauflegung und Gebet zu Priestern weihen. Die Liturgie wird vom Kirchenchor der Pfarre Seckau (Leitung: Krisztina Gábor-Handl) und dem Domchor Graz musikalisch gestaltet. Leitung: Josef M. Doeller. 23. Juni, 15 Uhr, Basilika Seckau.

Dr. Elisabeth Birnbaum. Geistliche Leitung: Propst Mag. Gerhard Rechberger. Tagungsgebühr: Eur 170,−, Studierende bis 27 Jahre frei. Anmeldung bis 20. Juni. • Sub Terra- und Stiftsführung der besonderen Art, 21. Juli, 9.30 bis 12 und 14 bis 16 Uhr, Treffpunkt Stiftspforte. Zweites Paar Schuhe erforderlich. – Kontakt: Tel. (0 33 37) 28 15, bildungshaus@stift-vorau.at – www.stift-vorau.at

SÜDOSTSTEIERMARK Gnas: Nachprimiz von Br. Niklas Müller im Kloster Maria Fatima, Trössing, 30. Juni, 15 Uhr Rosenkranz, 16 Uhr Nachprimiz, persönlicher Primizsegen. – www.maria-frieden.at Feldbach: Pfarrfest, 30. Juni, ab 9.30 Uhr, Pfarrhofgelände. 8.30 und 10 Uhr hl. Messe. Ab 10.30 Uhr Frühschoppen mit der Jungsteirerkapelle. • Segensfeier für Familien mit Babys, 1. Juli, 15 Uhr, Kapelle des LKH Feldbach. Straden: Gottesdienst bei der Krusdorfkapelle, Grub, 23. Juni, 11 Uhr.

SÜDWESTSTEIERMARK Bad Gams: Fest anlässlich der Neugestaltung des Kirch-/Dorfplatzes, 22. Juni, 19 Uhr, Dämmerschoppen mit der Musikkapelle. • Festgottesdienst, 23. Juni, 9 Uhr, anschließend Frühschoppen. Deutschlandsberg: Bibel-Morgen, 23. Juni, ab 5 Uhr, Programm: „Der Elija Zyklus“, „Die Fluchpsalmen“, „Variation zu Psalm 23: Der Herr ist mein Hirte“, „Das Buch Kohelet“, Morgenkaffee, 10 Uhr Sonntagsgottesdienst, Pfarrkirche. Gamlitz: Peter und Paul – Pfarrfest, 30. Juni, 9 Uhr, Pfarrkirche. Leibnitz: 380 Jahre Kapuzinerkloster, die Geschichte des Klosters von seiner Gründung bis heute, Referent: Univ.-Prof. Dr. Rudolf Höfer, 27. Juni, 19.30 Uhr, Klostersaal, Kapuzinerkloster. Leutschach: Gottesdienst im byzantinischen Ritus, mit dem Chrysostomus Chor St. Martin, 30. Juni, 8.30 Uhr. Maria Osterwitz: Kantaten und Arien aus der Barockzeit, J. S. Bach, W. A. Mozart u. a., Diana Schnürpel (S), Natascha Trofimova (Orgel), Jakov

Foto: Neuhold

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◗ VinziFest

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Geller (Flöte), 23. Juni, 16 Uhr, Pfarrkirche. Straß: Primiz von fr. Niklas Müller, GemMar., 23. Juni, 9.30 Uhr, Primizprediger: Diözesanbischof Dr. Wilhelm Krautwaschl. St. Stefan ob Stainz: Jubiläumsgottesdienst für Priester und Ordensleute, 28. Juni, 19.30 Uhr, Pfarrkirche.

OBERSTEIERMARK OST Breitenau: Messe in Schüsserlbrunn, 2. Juli, 12.30 Uhr. Eisenerz: Wie Schnecken checken, Kabarett mit Michael Kopp, Familienseesorger, 27. Juni, 19 Uhr, Pfarrheim.

Leoben: Gottesdienst mit Bischof em. Dr. Egon Kapellari zur Aufnahme neuer Mitglieder in den Malteser Ritterorden und Malteser Hospitaldienst, 22. Juni, 11 Uhr, Pfarrkirche Göß. Mariazell: Wallfahrt der Caritas der Diözese Graz-Seckau, 29. Juni, 14 Uhr. Neuberg an der Mürz: Erlebnisführung – Bruder Andreas’ verschiedene Gesichter, auf dem Neuberger Literaturpfad mit Florian Zeilinger, 23. Juni, 20. Juli, jeweils 15 Uhr, Treffpunkt Orientierungsstation. literaturpfade.uni-graz.at – Info & Anmeldung: Tel. 0680/31 880 32. Lesen Sie weiter auf Seite 20

KRAFT FÜRS LEBEN Ihre Freunde und Verwandten denken 52-mal gerne an Sie. Abonnieren Sie rasch ein Geschenksabo – und Sie selber erhalten das Sonntagsblatt_ Buch „Kochen und Feiern im Jahreslauf“. Ausschneiden und einsenden an: Sonntagsblatt, Bischofplatz 2, 8010 Graz

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Veranstaltungen – Tipps

◗ Leoben-St. Alfons



◗ Kreuzschwestern: Stille Tage

St. Lambrecht: Festgottesdienst zum Klosterbierfest, 30. Juni, 10.15 Uhr, anschließend Frühschoppen und Präsentation des Stiftsbieres. • Mystik des Schreibens, Schreibwerkstatt im Kloster, Leitung: Mag.ª Sabine Kroissenbrunner, 12. bis 14 Juli. • Alphalauf im Kloster – Laufen als eine Form körperlicher Meditation, mit Dr. Johannes Huber und Barbara Pirrer, 23. bis 25. August. – Kontakt: Tel. (0 35 85) 23 05-10, kanzlei@schuledesdaseins.at Seckau: Gebetstag für Verantwortungsträger in Kirche und Staat, 22. Juni, 8.15 Rosenkranz, anschließend hl. Messe, Gnadenkapelle.

ENNSTAL & AUSSEERLAND Admont: Pfarrfest, 30. Juni, 10 Uhr Hochamt, Musik: Admonter Kirchenchor, Hemma Augensegen, anschließend Pfarrfest. Bad Aussee: Pfarrfest, 30. Juni, 9.15 Uhr Festgottesdienst, Musik: Kirchenchor und Orchester, Schola, Sound Factory, Paul’s Pumpkins, KiWa-Orchester, anschließend Pfarrfest und Flohmarkt.

TV-TIPP

Zum Patronatsfest der Kirche St. Alfons in Leoben und zur anschließenden ökumenischen Stadtprozession lädt die Orthodoxe Kirchengemeinde „Maria, Mutter von der Immerwährenden Hilfe“ am 23. Juni. – 10 Uhr Liturgie in der Kirche St. Alfons, ca. 12 Uhr Prozession von der Kirche (Gösser Straße 13) zum Hauptplatz und zurück.

Bergmesse: Bei der Glattjoch-Kapelle, 29. Juni, 12 Uhr. Info zu Messe und Taxidienst: Tel. 0664/200 27 60 (Herr Dorfer), Tel. 0664/50 40 171 (Herr Gruber). Gröbming: Chor Surprise and friends in concert, Konzert, 28. Juni, 20 Uhr, Pfarrkirche. • Übers Gebirg, Fußwallfahrt nach Maria Kumitz, 29. Juni, 6 Uhr Treffpunkt in der Lend, Gröbming-Winkl – 8.30 Uhr Frühstück auf der Viehbergalm – 10.30 Uhr Wortgottesdienst am Hochmühleck – Goseritzalmen – 15.45 Uhr Prozession vom Pfarrhaus Knoppen nach Maria Kumitz, 16 Uhr Gottesdienst in der Wallfahrtskirche. Haus: Pfarrfest, 23. Juni, 8.45 Uhr Festgottesdienst, Fronleichnamsprozession, anschließend Pfarrfest. Liezen: 24-Stunden-Anbetung, 25. Juni, 7 Uhr, Pfarrkirche.

Atemholen für die Seele Zu stillen Tagen laden die Kreuzschwestern in ihr Kloster in Graz ein, damit die Seele nach dem oft stressigen Schul-, Studien- oder Arbeitsjahr bei Gebet, Besinnung und Ruhe Atem holen kann. 15. bis 17. Juli, Kreuzgasse 34, Graz. Info & Anmeldung bitte bis 6. Juli: Sr. Gertraud Johanna Harb, gertraud.harb@graz-seckau.at oder Sr. Antonia Maria Huber, a.m.huber@gmx.at

Foto: Kreuzschwestern

Foto: Archiv

Ökumenische Stadtprozession

OBERSTEIERMARK WEST

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September 2019. Mindestalter: 16 Jahre. Info & Anmeldung bis 15. September: lehrgang@graz-seckau. at – www.jungekirche.info/lehrgang Weiz: WoW – Worship on Weizberg, 5. Juli, 19 Uhr, Emanuelkapelle. Wildon: Sommerfest der Jungschar, 29. Juni, 14 Uhr, Pfarre.

MAGAZIN

Graz: Taizégebet, 25. Juni, 19 Uhr, Stiegenkirche. Junge Kirche: aufZAQ – zertifizierter Lehrgang zur Leitung von Kinder- und Jugendgruppen, ca. vier Wochenenden bis September 2020. Start: 19.

Bibeldialoge: Die Rolle des Geschlechts in den drei monotheistischen Religionen, Symposium für alle Interessierten. 22. bis 25. Juli, Schloss Seggau. Programm/Anmeldung: https://altes-testament. uni-graz.at/de/veranstaltungen/ bibeldialoge/ oder edith.petschnigg @kphvie.ac.at – Anmeldung Übernachtung: Tel. (0 34 52) 82 43572 34, schloss@seggau.com Internationale Pädagogische Werktagung: Geborgenheit finden, Referent/innen: Joachim Bauer, Catherine Walter-Laager, Silke Birgitta Gahleitner, Andrea Bramberger, Karl Heinz Brisch, Anton A. Bucher, Vorträge, Arbeitskreise, 10. bis 12. Juli, Große Universitäsaula, Max-Reinhardt-Platz, Salzburg. Kontakt: Tel. (0 66 2) 80 47-75 18,

KINO-TIPP

BUCH-TIPP

JUGEND

100 Jahre St. Martin

Auf 256 reichlich illustrierten Seiten erfahren Sie alles über St. Martin. Die „Vorgeschichte“ des Schlosses von den Kelten bis zum Ersten Weltkrieg, wo es lange Zeit im Besitz des Benediktinerstiftes Admont stand. Die Idee von Gründer Josef Steinberger und ihre Umsetzung, die bei allen Veränderungen und Innovationen bis heute das Besondere von St. Martin ausmacht. Die dunkle Zeit während der nationalsozialistischen Herrschaft, der das Haus als „Martinshof“ diente. Den Wiederaufbau aus den Trümmern des Kriegsendes und die Weiterführung der Bildungsstätte, verbunden mit einem landesweiten Schulwerk. Den Weg in die Moderne, wo St. Martin zu einer Bildungs- und Weiterbildungsstätte, aber auch zu einem Ort der Begegnung, des Dialogs, der Diskussion sowie der Kultur und Kunst gewor-

Bildungshaus Schloss St. Martin. begegnen begeistern bilden. – Jubiläumsbuch von Katharina Bergmann-Pfleger, Barbara StelzlMarx und Eva-Maria Streit. Leykam.  Foto: Neuhold

pwt@bildungskirche.at – www. bildungskirche.at/Werktagung

FREIZEIT / REISEN Diözesansportgemeinschaft: FünfHütten-Wanderung, mit Gipfelkreuz auf der Packalpe, 29. Juni, 8 Uhr Graz/Ostbahnhof, Leitung Hans Gröbelbauer, Tel. 0650/31 24 444. KMB-Reise: Der Slowenische Jakobsweg – Wanderreise, von Ljubljana bis Svete Višarje – Monte Lussari, 22. bis 25. August, Reiseleiterin: Mag. Vindis-Roesler. Restplätze frei. Info & Anmeldung: Tel. (0 31 6) 70 89-67 41, -67 40 kmb@ gruberreisen.at

KLEINANZEIGE Pflegeagentur Uranschek „Achtsam im Alter“ Wir arbeiten mit gebildeten, deutschsprechenden Pflegerinnen aus Lettland. Tel. 0664/86 54 796. office@achtsam-im-alter.at Fertigteile für URNEN-Friedhöfe Pic-Stein.at

WEB-TIPP den ist. Und die aktuelle Situation des Bildungshauses St. Martin, das in seinem vielfältigen Angebot der Familienbildung viel Raum gibt. Die leitenden Personen von St. Martin werden ebenso vorgestellt wie besondere Frauenpersönlichkeiten. Erschlossen wird auch der Stollen unter dem Schloss. Dahinter stecken umfangreiche Recherchen der Autorinnen. Barbara Stelzl-Marx (Bild) ist Professorin für europäische Zeitgeschichte und Leiterin des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgenforschung Graz–Wien–Raabs. An diesem Institut arbeitet auch die Wissenschafterin und Publizistin Katharina Bergmann-Pfleger. Eva-Maria Streit ist ebenfalls wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ludwig-Boltzmann-Institut. ISBN: 978-3-7011-8135-3.

IMPRESSUM: Herausgeber und Verleger: Bischöf­liches Ordinariat Graz-Seckau, beide Graz, Bischofplatz 4. Redaktion: 8010 Graz, Bischofplatz 2, Postfach 872, Telefon (0 31 6) 80 41-226, Telefax (0 31 6) 80 41-259. Abo-Service: Tel. (0 31 6) 80 41-225. Internet: http://www.sonntagsblatt.at • E-Mail: redaktion@sonntagsblatt.at oder verwaltung@sonntagsblatt.at • Schriftleiter: Dr. Herbert Meßner • Geschäftsführer: Mag. Heinz Finster. Druckvorstufe: Bischöfliches Ordinariat, DigiCorner, alle: Bischofplatz 2, 8010 Graz. • Druck: DRUCK STYRIA GMBH & CO KG, Styriastraße 20, A-8042 Graz • Preis: € 1,00. – Jahresabo: € 38,40. • Erscheinungsort Graz. • Verlagspostamt 8020 Graz. – Offenlegung gem. § 25 MedienG: www.sonntagsblatt.at/offenlegung


teletipps

23. Juni 2019

SONNTAG

23. JUNI

10.00  Abschlussgottedienst zum Evangelischen Kirchentag aus dem Signal-Iduna-Park in Dortmund. „Werft euer Vertrauen nicht weg.“ ZDF 12.30  Orientierung. „Aus“ für Österreichs Beteiligung am AbdullahZentrum in Wien? – Was wollen die umstrittenen Piusbrüder? – Sinti-Messe von Zipflo Weinrich im Stephansdom. ORF 2 15.10  Das Biedermeierfest 2019 aus Bad Gleichenberg. Es ist österreichweit ein einmaliges Fest, bei dem sich alles im Dreivierteltakt dreht. ORF 2 17.05  Fast vergessen (Magazin). 200 Jahre lang war der Schweizer Kanton Aargau ein Zentrum der Strohhut-Industrie. Heute ist Kurt Wismer einer der letzten seines Standes. ServusTV 19.15  Schätze der Welt (Dokumentation). Olinda, Brasilien. Stadt der Klöster. ARD-alpha 20.15  BR-Klassik: Hoffmanns Erzählungen. Oper in fünf Akten von Jacques Offenbach. ARD-alpha 20.15  Mississippi Burning – Die Wurzel des Hasses (Drama, USA, 1988). Die Ermordung dreier Bürgerrechtskämpfer im amerikanischen Süden führt 1964 zu einer Aktion des FBI gegen den Ku-Klux-Klan und den Rassismus in der Bevölkerung. Der Film rückt die Folgen jahrhundertelanger Unterdrückung der Farbigen überzeugend ins Bild. Vorzüglich gespielt und dicht inszeniert. arte 22.15  I Am Not Your Negro. Essayistischer Dokumentarfilm über ein nachgelassenes Manuskript des afro-amerikanischen Schriftstellers James Baldwin (1924 bis 1987), in dem er sich mit der Geschichte So 10.00 Gottesdienst aus Hartberg im Internet.  www.internetgottesdienst.at

DONNERSTAG

Mi 19.00  Stationen. Sünder, Retter und Propheten – der Mensch und sein Klima. Das Klima geht uns alle an: die Klimasünder und die Klimaretter, die Verharmloser und die Schwarzmaler. Auch die Kirchen haben sich die Bewahrung der Schöpfung auf die Fahnen geschrieben. Nur: Was bedeutet das für Christen, für Unternehmen, die umweltschonend arbeiten sollen? BR  Foto: Archiv

Do 21.05  Am Schauplatz. In Österreich sind etwa 14.000 Kinder fremduntergebracht – weil ihre leiblichen Eltern sie vernachlässigt oder geschlagen haben. Etwa 5000 von ihnen werden von Pflegeeltern aufgenommen. Wie ist das Zusammenleben von Pflegekindern, Pflegeeltern und den leiblichen Eltern, denen die Kinder oft unfreiwillig abgenommen wurden? ORF 2  Foto: ORF

des Rassismus in den USA beschäftigt und sich an die Bürgerrechtler Medgar Evers, Malcolm X und Martin Luther King erinnert. arte

22.35  kreuz und quer (Dokumentation). Päpstlicher als der Papst – 50 Jahre Piusbruderschaft. ORF 2 23.10  kreuz und quer (Dokumentation). Ein anderes Land – Die Reformation in Österreich. – Whg. Fr 11.10 Uhr. ORF 2

MONTAG

24. JUNI

19.40  Re: Babys ohne Arme (Reportage). Rätsel um Neugeborene in Frankreich. arte 20.15  Dolomiten – Sagenhaftes Juwel der Alpen (Dokumentation). Erstmals seit hundert Jahren durchqueren wieder Großraubtiere die Dolomiten. 3sat

DIENSTAG

25. JUNI

14.50  Mythen der Alpen (Dokumentation). In extremen Landschaftsräumen wie den Hochalpen treffen die Gewalten der Natur und die Bedürfnisse der Menschen besonders hart aufeinander. Mythen und Legenden erzählen davon. 3sat

MITTWOCH

26. JUNI

20.15  Frauen am Berg (Dokumentation). Caroline Fink hat drei Frauen am Fels und auf Eis begleitet. Entstanden sind inspirierende Porträts moderner Pionierinnen. Darüber hinaus erzählt der Film die Geschichte der frühen Bergsteigerinnen in den Alpen, jener Frauen, die auszogen, um in Reifröcken Gipfel zu erobern, mit Bergabenteuern ihre Familien schockierten und – ausgeschlossen vom Schweizer Alpen-Club – ihren eigenen Club gründeten. Ein Film über Mut, Wut und die Freiheit, überholte Rollenbilder über Bord zu werfen. 3sat

RADIO Morgengedanken von Angelika Pressler, Salzburg. So 6.05, Mo–Sa 5.40, Radio Steiermark. Zwischenruf. Geschichten zur Zeit. So 6.55, Ö1. Religion auf Ö3. So zwischen 6.30 und 7.00, Ö3. Lebenskunst. Lebens- und Glaubensweisen. So 7.05, Ö1. Antenne – Gott und die Welt. So ca. 20.50; Mo–Mi ca. 21.50, Antenne Steiermark. Einfach zum Nachdenken. So–Fr 21.57, Ö3. Gedanken für den Tag. „Entstehen und Erwachen.“ Franz Winter über Weltentstehungs- und Schöpfungsmythen. Mo–Sa 6.56, Ö1. Das Ö1-Konzert. Alte Musik im Konzert. Jean-Baptiste Lully: Te Deum; Jean-Philippe Rameau:

21 27. JUNI

20.15  Ich werde nicht schweigen (Drama, D, 2017). 1948 kämpft die junge Mutter Margarete Oelkers in Oldenburg um ihre Kriegswitwenpension. Nach authentischen Ereignissen packend gestaltetes Drama, das in der sensiblen Interpretation der Hauptfigur überzeugt. arte 23.55  Gräber ohne Namen (Dokumentarfilm). Die Roten Khmer haben in Kambodscha viele Gräber ohne Namen hinterlassen. In diesem Dokumentarfilm kehrt Rithy Panh, Überlebender und Filmemacher, an die Orte des Verbrechens zurück, um sich der Vergangenheit zu stellen und der Toten zu gedenken. arte

FREITAG

28. JUNI

18.15  Planet Wissen: Alzheimer – Kampf gegen das große Vergessen (Gespräch). 1906 beschrieb Alois Alzheimer erstmals charakteristische Veränderungen im Gehirn einer verstorbenen dementen Patientin. Über 100 Jahre später können Forscher immer noch nicht genau erklären, wie und warum die rätselhafte Alzheimer-Krankheit entsteht. Warum ist es so schwierig, eine wirksame Therapie zu entwickeln? ARD-alpha

SAMSTAG

29. JUNI

20.15  Die Berliner Philharmoniker live in der Waldbühne (Konzert). Mit einer „märchenhaften Nacht“ beschließen die Berliner Philharmoniker die Konzertsaison. Tugan Sokhiev, musikalischer Leiter des Moskauer Bolschoi-Theaters, dirigiert Prokofjew und Ravel. 3sat 23.30  Das Wort zum Sonntag spricht Stefanie Schardien, Fürth. Das Erste

AUSGEWÄHLTES IM HÖRFUNK

Katholischer Gottesdienst aus der Pfarre Arnreit, Oberösterreich. Willy Trapp: „Lob und Dank sei Gott“, Deutsches Ordinarium nach Melodien altenglischer Meister; Lieder aus dem Gotteslob. So 10.00, Radio Steiermark.   Foto: Pfarre

Auszüge aus „Les fêtes d’Hébé“ u. a. Mo 14.05, Ö1. Religion aktuell. Mo–Fr 18.55, Ö1. Dimensionen. 10 Mal weniger. Wie viel wir verbrauchen dürften, um klimagerecht zu leben. Mo 19.05, Ö1. Das Ö1-Konzert. Liszt-Festival Raiding. Franz Liszt: Grandes Étüdes d’après Paganini Nr. 4, 5, 6; Consolations Nr. 1, 2, 3; Ouvertüre zu Tannhäuser, Paraphrase de Concert S 442; Sergej Rachmaninow: 13 Préludes op. 32. Di 14.05, Ö1. Dimensionen. In die Stille übersetzen. Dolmetschen für Gehörlose. Di 19.05, Ö1. Praxis – Religion und Gesellschaft. Mi 16.05, Ö1. Alte Musik – neu interpretiert. „Großer König aller Zeiten.“ Werke von Johann Sebastian Bach und Dietrich Buxtehude. Mi 19.30, Ö1.

Salzburger Nachtstudio. Anno 1979. Als die Welt von heute begann. Mi 21.00, Ö1. Radiogeschichten. „Sag, dass du eine von ihnen bist“, von Uwem Akpan. Do 11.05, Ö1. Im Gespräch. „Eine Zauberflöte für St. Margarethen.“ Renata Schmidtkunz im Gespräch mit Carolin Pienkos und Cornelius Obonya. Do 21.00, Ö1. Logos. „Wach auf, du tote Christenheit!“ Weckrufe des Philosophen Augustinus Karl WuchererHuldenfeld zum 90. Geburtstag. Sa 19.05, Ö1.

Vatican News Im Internet: www.vaticannews.va und www.radiovaticana.de Sonntag: Radioakademie. Benedikt XVI. – Was bedeutet Glauben?


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Sonntag

BIBEL UND LEBEN In den Fußspuren Jesu Heute wird oft gefordert, die Kirche müsse missionarischer werden. Gemeint ist: Sie müsse die Botschaft Jesu deutlicher vernehmbar in der Öffentlichkeit positionieren. Sie brauche ein besseres Marketing, damit sie in der schrillen, lauten und immer aufdringlicher agierenden Werbe- und Medienwelt Gehör findet. Sie müsse stärker mitmischen im Gerangel um die Aufmerksamkeit der Menschen. Ich bin eher skeptisch, ob der Glaube an Jesus Christus sich dazu eignet, über solche Kanäle transportiert zu werden. Und Jesus selbst scheint das ähnlich zu sehen. Als Petrus sich zu ihm als dem Christus, dem Gesalbten Gottes, bekennt, verbietet er den Jüngern sogar, es jemandem weiterzusagen. Zu groß ist offenbar die Gefahr, dass die Botschaft verkürzt ankommt, falsche Erwartungen schürt oder zu einer Selbstdarstellung des Verkünders verkommt. Stattdessen verfolgt Jesus eine ganz andere „Strategie“. Seine Leitsätze lauten: Geh hinter mir her! Ich soll in den Fußspuren Jesu wandeln und von ihm, von seiner Art, den Menschen zu begegnen, lernen. Verleugne dich selbst! Es soll mir nicht daran gelegen sein, mich selbst darzustellen, sondern Christus ähnlich zu werden, ihn als Gewand anzulegen. Nimm dein Kreuz auf dich! Ich soll auf dem Weg der Nachfolge Jesu auf Unannehmlichkeiten gefasst sein und mit Widerständen rechnen. Die überzeugendste Mission geschieht durch die Art und Weise, wie ich selbst lebe. Die Gemeinschaft der Kleinen Brüder Jesu kennt den Grundsatz: „Sprich mit niemandem über Gott, der dich nicht danach fragt. Lebe aber so, dass man dich danach fragt.“

Alfred Jokesch



23. Juni 2019

12. Sonntag im Jahreskreis (Lesejahr C)

Wer loslässt, gewinnt EVANGELIUM

Lk 9,18–24

1. LESUNG

Sach 12,10–11; 13,1

Hinter Jesus her gehen

Auf den Durchbohrten blicken

In jener Zeit betete Jesus für sich allein, und die Jünger waren bei ihm. Da fragte er sie: Für wen halten mich die Leute? Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elíja; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Christus Gottes. Doch er befahl ihnen und wies sie an, es niemandem zu sagen. Und er sagte: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er muss getötet und am dritten Tage auferweckt werden. Zu allen sagte er: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.

So spricht der Herr: Über das Haus David und über die Einwohner Jerusalems werde ich den Geist des Mitleids und des flehentlichen Bittens ausgießen. Und sie werden auf mich blicken, auf ihn, den sie durchbohrt haben. Sie werden um ihn klagen, wie bei der Klage um den Einzigen; sie werden bitter um ihn weinen, wie man um den Erstgeborenen weint. An jenem Tag wird die Klage in Jerusalem so laut sein wie die Klage um Hádad-Rímmon in der Ebene von Megíddo. An jenem Tag wird für das Haus David und für die Einwohner Jerusalems eine Quelle entspringen gegen Sünde und Unreinheit.

2. LESUNG

Gal 3,26–29

Christus als Gewand anlegen Ihr alle seid durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus. Wenn ihr aber Christus gehört, dann seid ihr Abrahams Nachkommen, Erben gemäß der Verheißung.

◗ Passende Gesänge

Ein Stich ins Herz. Zur Nachfolge Jesu und zur Gemeinschaft mit ihm gehört auch die Bereitschaft, dem Leid ins Auge zu schauen. Peter Paul Rubens zeigt die Erschütterung derer, die miterleben, wie Christus durchbohrt wird.  Foto: Archiv

Gotteslob 270: Kreuz, auf das ich schaue 275: Selig, wem Christus 358: Ich will dich lieben, meine Stärke 361: Mein schönste Zier und Kleinod bist 367: Jesus, dir leb ich 446: Lass uns in deinem Namen, Herr 456: Herr, du bist mein Leben 460: Wer leben will wie Gott auf dieser Erde 461: Mir nach, spricht Christus, unser Held 481: Sonne der Gerechtigkeit 483: Halleluja, Hallelu, Halleluja (mit 1. Str.) 488/1: Die ihr auf Christus getauft seid 491: Ich bin getauft und Gott geweiht 629: Christus, Sieger, Christus König (5 + 6) 722/3: Christus, Gotteslamm 856: Du bist das Licht der Welt 896: Mit dir geh ich alle meine Wege 925: Fest soll mein Taufbund immer stehn 927: Wer glaubt, ist nie allein. du mit uns   65: Jesus Christus starb für mich   67: Crucem tuam 447: Voll Vertrauen gehe ich.


Sonntag

23. Juni 2019

23

◗ GOTTESDIENSTKALENDER 23. Juni: 12. Sonntag im Jahreskreis (grün). Gloria, Credo, Sonntagspräfation. – 1. Lesung: Sach 12,10–11; 13,1; Antwortpsalm: Ps 63,2–6.8–9; 2. Lesung: Gal 3,26– 29; Evangelium: Lk 9,18–24. – Abendmesse auch: Vorabend der Geburt Johannes des Täufers (weiß). Gloria, Credo, eigene Präfation. – 1. Lesung: Jer 1,4–10; Antwortpsalm: Ps 71,5–8.15.17; 2. Lesung: 1 Petr 1,8–12; Evangelium: Lk 1,5–17. – Stundenbuch: 4. Woche. 24. Juni: Geburt des heiligen Johannes des Täufers (weiß). Gloria, Credo, eigene Präfation. – 1. Lesung: Jes 49,1–6; Antwortpsalm: Ps 139,1–3.13–16; 2. Lesung: Apg 13,16.22–26; Evangelium: Lk 1,57–66.80. 25. Juni: Dienstag (grün). Lesung: Gen 13,2.5– 18; Evangelium: Mt 7,6.12–14. 26. Juni: Mittwoch (grün). Lesung: Gen 15,1– 12.17–18; Evangelium: Mt 7,15–20. – Oder: Josefmaria Escrivá de Balaguer, Priester (weiß). 27. Juni: Donnerstag (grün). Lesung: Gen 16,1–12.15–16 (oder 16,6b–12.15–16); Evangelium: Mt 7,21–29. – Oder: Hemma von Gurk, Stifterin von Gurk und Admont (weiß). Heiligenpräfation II. – Oder: Cyrill von Alexandrien, Bischof und Kirchenlehrer (weiß). 28. Juni: Freitag. Heiligstes Herz Jesu (weiß). Gloria, Credo, eigene Präfation (weiß). – 1. Lesung: Ez 34,11–16; Antwortpsalm: Ps 23,1–6; 2. Lesung: Röm 5,5b–11; Evangelium: Lk 15,3–7. 29. Juni: Samstag. Petrus und Paulus, Apostel (rot). Messe „Am Tag“: Gloria, Credo, eigene Präfation. – 1. Lesung: Apg 12,1– 11; Antwortpsalm: Ps 34,2–9; 2. Lesung: 2 Tim 4,6–8.17–18; Evangelium: Mt 16,13–19. 30. Juni: 13. Sonntag im Jahreskreis (grün). Gloria, Credo, Sonntagspräfation. – 1. Lesung: 1 Kön 19,16b.19–21; Antwortpsalm: Ps 16,1–2.5.7–9.11; 2. Lesung: Gal 5,1.13–18; Evangelium: Lk 9,51–62.

Geh aufmerksam! Nimm deinen Körper wahr. Den Atem. Deine Kraft. Die Müdigkeit. Den Schmerz. Den aufrechten Gang. Geh in deinem eigenen Rhythmus! Setze dich nicht selbst unter Druck! Du musst dich mit niemandem messen. Vor Gott bist du dein eigenes Maß. Einige der „Regeln für den Pilgerweg“ des Priesters Andreas Knapp von den „Kleinen Brüdern vom Evangelium“ in seinem Buch „Pace e bene!“, Echter Verlag

Mose begegne Gott als dem Gegenwärtigen, schreibt Andreas Knapp. „Ziehe deine Schuhe aus, denn dieser Ort ist heilig“ (Ex 3,5), grüßt ein Mosaik an der Pfarkirche Terlan in Südtirol die Eintretenden.  Foto: Irmgard Moldaschl

Gehen oder davonrennen Gehen hilft, uns vom Kopf auf die Füße zu stellen. Im bewussten Aufsetzen der Füße und Abrollen der Fußsohlen können sich Spannungen lösen, die sich im Körper festgesetzt haben … So wie über mir Wolken kommen und gehen. Manchmal wird es einem geschenkt, dass mich keine Gedanken mehr beschäftigen, sondern der Himmel über mir frei und heiter geworden ist. Dann lebe ich ganz im Licht der Gegenwart. Vielleicht ertappe ich mich beim Wandern, dass ich innerlich vor jemandem davonrenne – oder jemandem nachlaufe … Oder mir geht auf, dass mir eine geliebte Person fehlt und wie kostbar sie für mich ist. Um mehr im Hier und Jetzt zu sein, ist es hilfreich, noch einmal Abschied zu nehmen und diese Menschen zurückzulassen, ihre Anerkennung und ihre Kritik, ihre Liebe und ihren Hass. Ich will sie nicht mitnehmen, weil ich beim Pilgern jetzt meinen eigenen Weg gehen möchte. Wenn ich merke, dass ich eine ganze Zeitlang unterwegs war, ohne von der äußeren Landschaft viel mitbekommen zu haben, dann hilft es, stehen zu bleiben und mich zu vergegenwärtigen: – Mein Kopf war anderswo – aber jetzt spüre ich wieder den Boden unter meinen Füßen. Selbst wenn mich meine Phantasien weit fortgetragen haben – mein Körper ist auf dem Weg hier stehen geblieben!

– Ich schaue ein paar Minuten aufmerksam in die Landschaft, um wahrzunehmen, was sich mir zeigt. Dabei brauche ich das Gesehene nicht zu analysieren, sondern kann mich einfach dem Schauen überlassen. – Ich schließe für einige Minuten die Augen, um möglichst gut zu hören: die Geräusche einer fernen Straße, den Gesang eines Vogels, das Rascheln von Blättern im Wind, die Stille. – Ich rieche an Kräutern, Blumen, an einer Handvoll Erde, an Früchten. – Ich spüre die Sonne auf meiner Haut, den Wind in meinen Haaren. Ich nehme einen Stein in die Hand, um ihn zu ertasten. – Ich trinke einen Schluck Wasser und esse ein Stück Brot, um auf den Geschmack zu kommen. – Ich ziehe die Schuhe aus, um mich zu erden: Ich mache mir bewusst, dass ich auf „heiligem Boden“ stehe. Denn an jedem Ort dieser Erde können wir Göttliches erfahren, wenn wir achtsam sind. – Mit einer Geste der Ehrfurcht (Verneigung) schließe ich diese Übung ab. ANDREAS KNAPP AUS DEM BUCH „PACE E BENE! EIN SPIRITUELLER PILGERFÜHRER FÜR DEN FRANZISKUSWEG“, ECHTER VERLAG 2019


HUMOR

PFINGSTMESSE MIT TAUBENFLUG

Bauer Franz kommt in den Stall und sieht gerade, wie seine kleine Tochter der Kuh den vollen Milcheimer zum Trinken hinstellt. „Halt!“, schreit er. „Die gute Milch! Was soll denn das?“ – „Na ja, Papa“, antwortet die Kleine, „die Milch schaut heute etwas dünn aus, da wollte ich sie noch einmal durchlaufen lassen.“

Beginnend mit der 800-Jahr-Feier der Diözese wurden in der Pfarre St. Oswald-Möderbrugg jeden Monat im Rahmen des Gottesdienstes Rituale, Symbole und Handlungen der katholischen Kirche besprochen und erklärt. Themen waren zum Beispiel die Feste im Jahreskreis, die Heiligen, liturgische Farben oder Fasching. Im Anschluss konnten die Gottesdienstbesucher die Zusammenfassung auf einem Infozettel mitnehmen und in einem vom Pfarrgemeinderat gestalteten Sammelalbum aufbewahren. Am Pfingstsonntag erfolgte der Abschluss, wo bei einer „Schaumesse“ die Bedeutung der Körperhaltungen – wie stehen, sitzen, knien, gehen – eindrucksvoll erklärt wurde. Als Zeichen des Friedens ließen (von links) Margit Horn, Gottfried Kogler und PfarFoto: Pfarre rer Heimo Schäfmann Tauben fliegen.

SONNTAGSBLATT-RÄTSEL

AUFLÖSUNG DES RÄTSELS AUS NR. 24

„Leib des Herrn“ war des Rätsels Lösung in Nr. 24. Gewinner aus Nr. 23 ist Karl Pucher in Bad Aussee. Priester und Poet ist Andreas Knapp (siehe auch Seite 23). Im Buch „Vom Segen der Zerbrechlichkeit. Grundworte der Eucharistie“ (Echter Verlag) ermuntert er, das geteilte Brot lasse „in aussichtslosen Situationen Hoffnung aufkeimen“. Um „zerbrochene Hoffnungen“ geht es etwa bei den Emmausjüngern. Und ohne „Wandlung“, wenn die Persönlichkeit in ihrer Entwicklung stecken bleibe, liege „eine krankhafte Blockade vor“. Versöhnung heiße „Leben mit offenen Wunden“. Die Felder 1 bis 13 ergeben ein bedeutendes Ereignis für die ganze Diözese am 23. Juni um 15 Uhr in Seckau. Bitte schicken Sie eine Postkarte mit dem Lösungswort bis 25. Juni an das Sonntagsblatt, Bischofplatz 2, 8010 Graz. Der Gewinn kommt aus der katholischen Fachbuchhandlung GRATIA am KaiserFranz-Josef-Kai 14 in Graz, Tel. (0 31 6) 81 02 64.

„Meine Güte“, braust der Lehrer auf, „hast du es schon wieder vergessen? Warum nannte ich dich eben einen kleinen Spinner?“ – „Vielleicht, weil ich noch nicht so groß bin wie Sie, Herr Lehrer?“ „Ich schlafe neuerdings sehr schlecht ein.“ – „Das kenne ich. Ich zähle dann immer bis vier.“ – „Ach, und das hilft wirklich?“ – „Oft, manchmal zähle ich aber auch bis halb fünf.“ „Seit Monaten frage ich mich, wo meine Frau die Abende verbringt …“ – „Und?“ – „Eines Abends kam ich nach Hause, und da war sie.“ Die Eltern Hochmann besprechen sich. „Ich fürchte, unser Sohn misstraut uns.“ – „Was ist denn passiert?“ – „Er deponiert sein Taschengeld auf einem Schweizer Nummernkonto.“

◗ Zitat der Woche

„Niemand käme auf die Idee, einen Unfallfahrer, der unangeschnallt an einen Baum gefahren ist, zur allgemeinen Verkehrserziehung verbluten zu lassen. Und wenn Menschen, die Ertrinkende aus dem Mittelmeer retten, dafür auch noch kriminalisiert werden, dann ist das ein Schande.“ Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Heinrich BedfordStrohm, in der „Bild“-Zeitung.

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