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Moralisierung der M채rkte Neue ohnMacht des Konsumenten

bayreuther dialoge


Macht

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Macht

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6-7

Bayreuther Dialoge

8-9

Philosophy & Economics

10 - 11

Vorbildspreis

12 - 13

Moralisierung der Märkte

14 - 15

Essays

16 - 23

Programm

26 - 29

Referenten

32 - 41

World Café

42 - 43

Sponsoren & Partner

44

Danksagung

45

Team

Impressum

Ohnmacht

Inhaltsverzeichnis

Grußworte

48 - 49

50

4|5


6-7

Bayreuther Dialoge

8-9

Philosophy & Economics

10 - 11

Vorbildspreis

12 - 13

Moralisierung der Märkte

14 - 15

Essays

16 - 23

Programm

26 - 29

Referenten

32 - 41

World Café

42 - 43

Sponsoren & Partner

44

Danksagung

45

Team

Impressum

Ohnmacht

Inhaltsverzeichnis

Grußworte

48 - 49

50

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Grußwort

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir heißen Sie zu den fünften Bayreuther Dialogen zum Thema „Die Moralisierung der Märkte – Neue ohnMacht des Konsumenten?“ an unserer Universität willkommen.

ich freue mich sehr, Sie zu den fünften Bayreuther Dialogen auf dem Campus unserer Universität begrüßen zu dürfen.

Vor fast einem Jahr fand sich eine Hand voll Erstsemester des Studiengangs „Philosophy & Economics“ zur ersten inhaltlichen Sitzung zusammen: die Köpfe voll von guten Ideen und Ratschlägen, vor ihnen nichts als ein leeres Blatt Papier. Das Thema sollte aktuell und an der Schnittstelle von Philosophie und Ökonomie sein. Es sollte allgemein genug sein, um von Referenten aus verschiedenen Disziplinen behandelt werden zu können und speziell genug, um wissenschaftlichen Ansprüchen zu genügen.

Das Thema, „Die Moralisierung der Märkte“, führt zwei Begriffe zusammen: „Moral“ und „Markt“. Diese Begriffe entspringen verschiedenen Wissenschaftsfeldern. Um „Moral“ geht es eher in den Geisteswissenschaften, während „Markt“ ein zentraler Begriff der Wirtschaftswissenschaften ist. Schon im Titel des Symposiums wird somit der interdisziplinäre Ansatz deutlich. Dieser spiegelt sich auch im Programm der Veranstaltung und der Auswahl der hochkarätigen Referentinnen und Referenten wider.

Schnell war klar: Begriffe wie „Markt“ und „Macht“ würden eine Rolle bei den Bayreuther Dialogen 2008 spielen. Auch „Moral“ durfte als zentraler philosophischer Begriff nicht fehlen. „Mag der Markt Moral?“, „Der Markt des Kunden?“: trotz zahlreicher Vorschläge – überzeugend war keiner. Statt die Ökonomisierung der Lebensbereiche zu thematisieren, wollten wir die Moralisierung der Ökonomie zum Thema machen. Damit war aber noch kein Titel gefunden. Unsere Recherchen führten uns dann zu dem Soziologen Nico Stehr. Der Titel seines Buches sollte uns als Thema der fünften Bayreuther Dialoge dienen: „Die Moralisierung der Märkte“. Wir fügten den Untertitel „Neue ohnMacht des Konsumenten?“ hinzu, um den Bogen zwischen Wissenschaft und Praxis zu schließen. Während die „Moralisierung der Märkte“ dem Wissenschaftler zusagt, bietet die Frage nach der Rolle des Konsumenten viel Raum für Praktiker aus Wirtschaft und Politik.

Diese Interdisziplinarität ist eben auch ein Charakteristikum der Universität Bayreuth. Es sind die ausgezeichneten interdisziplinären Forschungsschwerpunkte und Studiengänge wie Sportökonomie, Bioingenieurwissenschaften oder eben „Philosophy & Economics“, die das Profil der Universität ausmachen und sie auszeichnen.

Mit den politischen Entwicklungen rückte unser Thema immer mehr in den Blick der Öffentlichkeit. Ob Managerskandale, Berichte über Kinderarbeit, verseuchte Babymilch oder die Finanzkrise – die Frage nach Moral in der Wirtschaft ist aktuell. Der Boom von Corporate-Social-Responsibility-Programmen, Fairtrade-Produkten und Bio-Artikeln zeigt die Relevanz unseres Untertitels: Gibt es die neue Macht des Konsumenten? Mit dem Thema ist es gelungen, vieles zu verbinden: Interdisziplinarität mit Aktualität, Theorie mit Praxis, studentischen Pioniergeist mit Jahrhunderte alten Konzepten großer Denker. Diese Kombinationen zeichnen die Bayreuther Dialoge aus.

Grußwort

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ein weiteres Charakteristikum der Universität Bayreuth ist ihr Alter. Mit nur 33 Jahren gehört sie auch zu den modernsten staatlichen Hochschulen der Bundvesrepublik. Ebenfalls noch recht jung sind die Organisatoren der diesjährigen Bayreuther Dialoge. Das war nicht immer so. In den ersten drei Jahren setzte sich das Organisationsteam vorwiegend aus älteren Studierenden des Bachelorstudiengangs „Philosophy & Economics“ zusammen. Jeweils ein Jahr lang übernahmen diese die Organisation der Veranstaltung. Seit 2007 stellen jedoch Erst- und Zweitsemester die Bayreuther Dialoge selbstständig auf die Beine. Dass das gut funktioniert, möchten Ihnen unsere Studierenden auch in diesem Jahr beweisen. Zum Thema des Symposiums kann man ihnen jedenfalls nur gratulieren. Produkte werden zu Ladenhütern, weil den Kunden die Produktionsmethoden nicht gefallen. Manager wandern wegen schwarzer Konten oder gefälschter Bilanzen ins Gefängnis. Angesichts einer beispiellosen Finanzkrise wird der Ruf nach einem moralischen, den Kapitalismus zügelnden Staat immer lauter. All diese Beispiele zeigen: Ein Dialog zur „Moralisierung der Märkte“ trifft den Nerv der Zeit.

In den Vorträgen und Diskussionen, den Workshops, dem World Café und der Podiumsdiskussion wollen wir mit Ihnen in einen spannenden Dialog treten. Wir wünschen Ihnen zwei informative, inspirierende und nicht zuletzt unterhaltsame Tage bei den Bayreuther Dialogen 2008!

Als Präsident der Universität Bayreuth und Gastgeber wünsche ich Ihnen, werte Gäste, Referenten und Teilnehmer - aber auch den Organisatoren - spannende und interessante Bayreuther Dialoge 2008!

Im Namen des Teams der Bayreuther Dialoge

Professor Dr. Dr. h. c. Helmut Ruppert Präsident der Universität Bayreuth

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Grußwort

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir heißen Sie zu den fünften Bayreuther Dialogen zum Thema „Die Moralisierung der Märkte – Neue ohnMacht des Konsumenten?“ an unserer Universität willkommen.

ich freue mich sehr, Sie zu den fünften Bayreuther Dialogen auf dem Campus unserer Universität begrüßen zu dürfen.

Vor fast einem Jahr fand sich eine Hand voll Erstsemester des Studiengangs „Philosophy & Economics“ zur ersten inhaltlichen Sitzung zusammen: die Köpfe voll von guten Ideen und Ratschlägen, vor ihnen nichts als ein leeres Blatt Papier. Das Thema sollte aktuell und an der Schnittstelle von Philosophie und Ökonomie sein. Es sollte allgemein genug sein, um von Referenten aus verschiedenen Disziplinen behandelt werden zu können und speziell genug, um wissenschaftlichen Ansprüchen zu genügen.

Das Thema, „Die Moralisierung der Märkte“, führt zwei Begriffe zusammen: „Moral“ und „Markt“. Diese Begriffe entspringen verschiedenen Wissenschaftsfeldern. Um „Moral“ geht es eher in den Geisteswissenschaften, während „Markt“ ein zentraler Begriff der Wirtschaftswissenschaften ist. Schon im Titel des Symposiums wird somit der interdisziplinäre Ansatz deutlich. Dieser spiegelt sich auch im Programm der Veranstaltung und der Auswahl der hochkarätigen Referentinnen und Referenten wider.

Schnell war klar: Begriffe wie „Markt“ und „Macht“ würden eine Rolle bei den Bayreuther Dialogen 2008 spielen. Auch „Moral“ durfte als zentraler philosophischer Begriff nicht fehlen. „Mag der Markt Moral?“, „Der Markt des Kunden?“: trotz zahlreicher Vorschläge – überzeugend war keiner. Statt die Ökonomisierung der Lebensbereiche zu thematisieren, wollten wir die Moralisierung der Ökonomie zum Thema machen. Damit war aber noch kein Titel gefunden. Unsere Recherchen führten uns dann zu dem Soziologen Nico Stehr. Der Titel seines Buches sollte uns als Thema der fünften Bayreuther Dialoge dienen: „Die Moralisierung der Märkte“. Wir fügten den Untertitel „Neue ohnMacht des Konsumenten?“ hinzu, um den Bogen zwischen Wissenschaft und Praxis zu schließen. Während die „Moralisierung der Märkte“ dem Wissenschaftler zusagt, bietet die Frage nach der Rolle des Konsumenten viel Raum für Praktiker aus Wirtschaft und Politik.

Diese Interdisziplinarität ist eben auch ein Charakteristikum der Universität Bayreuth. Es sind die ausgezeichneten interdisziplinären Forschungsschwerpunkte und Studiengänge wie Sportökonomie, Bioingenieurwissenschaften oder eben „Philosophy & Economics“, die das Profil der Universität ausmachen und sie auszeichnen.

Mit den politischen Entwicklungen rückte unser Thema immer mehr in den Blick der Öffentlichkeit. Ob Managerskandale, Berichte über Kinderarbeit, verseuchte Babymilch oder die Finanzkrise – die Frage nach Moral in der Wirtschaft ist aktuell. Der Boom von Corporate-Social-Responsibility-Programmen, Fairtrade-Produkten und Bio-Artikeln zeigt die Relevanz unseres Untertitels: Gibt es die neue Macht des Konsumenten? Mit dem Thema ist es gelungen, vieles zu verbinden: Interdisziplinarität mit Aktualität, Theorie mit Praxis, studentischen Pioniergeist mit Jahrhunderte alten Konzepten großer Denker. Diese Kombinationen zeichnen die Bayreuther Dialoge aus.

Grußwort

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ein weiteres Charakteristikum der Universität Bayreuth ist ihr Alter. Mit nur 33 Jahren gehört sie auch zu den modernsten staatlichen Hochschulen der Bundvesrepublik. Ebenfalls noch recht jung sind die Organisatoren der diesjährigen Bayreuther Dialoge. Das war nicht immer so. In den ersten drei Jahren setzte sich das Organisationsteam vorwiegend aus älteren Studierenden des Bachelorstudiengangs „Philosophy & Economics“ zusammen. Jeweils ein Jahr lang übernahmen diese die Organisation der Veranstaltung. Seit 2007 stellen jedoch Erst- und Zweitsemester die Bayreuther Dialoge selbstständig auf die Beine. Dass das gut funktioniert, möchten Ihnen unsere Studierenden auch in diesem Jahr beweisen. Zum Thema des Symposiums kann man ihnen jedenfalls nur gratulieren. Produkte werden zu Ladenhütern, weil den Kunden die Produktionsmethoden nicht gefallen. Manager wandern wegen schwarzer Konten oder gefälschter Bilanzen ins Gefängnis. Angesichts einer beispiellosen Finanzkrise wird der Ruf nach einem moralischen, den Kapitalismus zügelnden Staat immer lauter. All diese Beispiele zeigen: Ein Dialog zur „Moralisierung der Märkte“ trifft den Nerv der Zeit.

In den Vorträgen und Diskussionen, den Workshops, dem World Café und der Podiumsdiskussion wollen wir mit Ihnen in einen spannenden Dialog treten. Wir wünschen Ihnen zwei informative, inspirierende und nicht zuletzt unterhaltsame Tage bei den Bayreuther Dialogen 2008!

Als Präsident der Universität Bayreuth und Gastgeber wünsche ich Ihnen, werte Gäste, Referenten und Teilnehmer - aber auch den Organisatoren - spannende und interessante Bayreuther Dialoge 2008!

Im Namen des Teams der Bayreuther Dialoge

Professor Dr. Dr. h. c. Helmut Ruppert Präsident der Universität Bayreuth

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Bayreuther Dialoge

Im Sinne der interdisziplinären Lehre des Studiengangs Philosophy & Economics ist es das Ziel der Bayreuther Dialoge, aktuelle gesellschaftspolitische Themen und Fragestellungen aus unterschiedlichsten Blickwinkeln mit philosophischer Grundsätzlichkeit und ökonomischem Sachverstand zu erörtern und nachhaltige und zukunftsweisende Lösungsansätze zu finden. Dabei soll die Verbindung von Philosophie und Ökonomie ihre Anwendung auch in der Praxis finden und nicht in der Theorie verhaftet bleiben.

verliehen. Der Preisträger wird von einer Jury aus Kuratoriumsmitgliedern, Lehrenden und Studierenden des Studiengangs Philosophy & Economics gewählt, um vorbildliches Verhalten von Entscheidungsträgern aus Wirtschaft und Gesellschaft zu würdigen. Im vergangenen Jahr erhielt Dr. Thomas Middelhoff passend zum Thema der Bayreuther Dialoge 2007 den Bayreuther Vorbildspreis für sein vorbildliches und verantwortungsvolles Verhalten in risikoreichen Situationen.

Das in Deutschland einzigartige Symposium der Bayreuther Dialoge führt daher jährlich Theoretiker sowie Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Gesellschaft auf dem modernen Campus der Universität Bayreuth zusammen, um gemeinsam gesellschaftspolitische Fragen und Problemstellungen zu erörtern.

Das Thema der diesjährigen, fünften Bayreuther Dialoge lautet: „Die Moralisierung der Märkte – Neue ohnMacht des Konsumenten?“.

Das besondere Potential der Dialoge liegt zum einen in der Kombination aus Vorträgen und Workshops, zum anderen in dem vielfältigen Teilnehmerkreis, der sich aus Studenten und interessierten Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammensetzt. Die Workshops bieten dabei die ideale Grundlage zur offenen Diskussion. Der entstehende Dialog zwischen allen Beteiligten in den Workshops führt zu einem regen Ideen- und Gedankenaustausch, der innovative Lösungsansätze hervorbringt. Zwischen Workshops und Vorträgen oder auch beim festlichen Dinner bleibt Zeit, um neue Kontakte zu knüpfen und alte zu pflegen. Im Zuge der Bayreuther Dialoge wird seit dem Jahr 2005 der Bayreuther Vorbildspreis

Markt und Moral, das passt nicht zusammen, würde so mancher Ökonom sagen. Doch bringen nicht heutzutage Konsumenten und Unternehmen Moral in den Markt, wie sich beispielsweise an der Schwemme neuer „Bio“-Produkte, dem Ausbau von CSR-Abteilungen usw. zeigt? Inwieweit ist dies ein Hinweis auf eine „neue Macht“ des Kunden? Oder ist und bleibt der Kunde machtlos?

deren Seite fällt es dem Kunden aber auch schwer, in der großen Vielfalt an Wahlmöglichkeiten und Angeboten den Überblick zu behalten. Somit bleibt wieder die Frage, inwieweit der Kunde tatsächlich an Macht gewonnen hat. Eine mögliche, „neue Macht des Konsumenten“ wird inzwischen vielfach als Chance begriffen. Von der Korruptionsbekämpfung, über den Klimaschutz, die Erhaltung von Menschenrechten in Entwicklungsländern, bis hin zur Regulierung globaler Märkte – alles scheint möglich. Doch sind diese Hoffnungen berechtigt? Am 24. und 25. Oktober 2008 wollen wir zusammen mit unseren Referenten und Teilnehmern Antworten auf diese Fragen finden.

In diesem Zusammenhang spielt eine große Rolle, dass durch die modernen Medien und den immensen globalen Informationsfluss immer mehr Menschen auch Zugang zu einer Fülle von Informationen über die Geschäftspraktiken von Unternehmen haben und somit bewusster einkaufen können. Für die Unternehmen kann eine als unmoralisch empfundene Unternehmenspraxis also zu langfristigen Imageschäden und Umsatzeinbußen führen. Auf der an8|9


Bayreuther Dialoge

Im Sinne der interdisziplinären Lehre des Studiengangs Philosophy & Economics ist es das Ziel der Bayreuther Dialoge, aktuelle gesellschaftspolitische Themen und Fragestellungen aus unterschiedlichsten Blickwinkeln mit philosophischer Grundsätzlichkeit und ökonomischem Sachverstand zu erörtern und nachhaltige und zukunftsweisende Lösungsansätze zu finden. Dabei soll die Verbindung von Philosophie und Ökonomie ihre Anwendung auch in der Praxis finden und nicht in der Theorie verhaftet bleiben.

verliehen. Der Preisträger wird von einer Jury aus Kuratoriumsmitgliedern, Lehrenden und Studierenden des Studiengangs Philosophy & Economics gewählt, um vorbildliches Verhalten von Entscheidungsträgern aus Wirtschaft und Gesellschaft zu würdigen. Im vergangenen Jahr erhielt Dr. Thomas Middelhoff passend zum Thema der Bayreuther Dialoge 2007 den Bayreuther Vorbildspreis für sein vorbildliches und verantwortungsvolles Verhalten in risikoreichen Situationen.

Das in Deutschland einzigartige Symposium der Bayreuther Dialoge führt daher jährlich Theoretiker sowie Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Gesellschaft auf dem modernen Campus der Universität Bayreuth zusammen, um gemeinsam gesellschaftspolitische Fragen und Problemstellungen zu erörtern.

Das Thema der diesjährigen, fünften Bayreuther Dialoge lautet: „Die Moralisierung der Märkte – Neue ohnMacht des Konsumenten?“.

Das besondere Potential der Dialoge liegt zum einen in der Kombination aus Vorträgen und Workshops, zum anderen in dem vielfältigen Teilnehmerkreis, der sich aus Studenten und interessierten Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammensetzt. Die Workshops bieten dabei die ideale Grundlage zur offenen Diskussion. Der entstehende Dialog zwischen allen Beteiligten in den Workshops führt zu einem regen Ideen- und Gedankenaustausch, der innovative Lösungsansätze hervorbringt. Zwischen Workshops und Vorträgen oder auch beim festlichen Dinner bleibt Zeit, um neue Kontakte zu knüpfen und alte zu pflegen. Im Zuge der Bayreuther Dialoge wird seit dem Jahr 2005 der Bayreuther Vorbildspreis

Markt und Moral, das passt nicht zusammen, würde so mancher Ökonom sagen. Doch bringen nicht heutzutage Konsumenten und Unternehmen Moral in den Markt, wie sich beispielsweise an der Schwemme neuer „Bio“-Produkte, dem Ausbau von CSR-Abteilungen usw. zeigt? Inwieweit ist dies ein Hinweis auf eine „neue Macht“ des Kunden? Oder ist und bleibt der Kunde machtlos?

deren Seite fällt es dem Kunden aber auch schwer, in der großen Vielfalt an Wahlmöglichkeiten und Angeboten den Überblick zu behalten. Somit bleibt wieder die Frage, inwieweit der Kunde tatsächlich an Macht gewonnen hat. Eine mögliche, „neue Macht des Konsumenten“ wird inzwischen vielfach als Chance begriffen. Von der Korruptionsbekämpfung, über den Klimaschutz, die Erhaltung von Menschenrechten in Entwicklungsländern, bis hin zur Regulierung globaler Märkte – alles scheint möglich. Doch sind diese Hoffnungen berechtigt? Am 24. und 25. Oktober 2008 wollen wir zusammen mit unseren Referenten und Teilnehmern Antworten auf diese Fragen finden.

In diesem Zusammenhang spielt eine große Rolle, dass durch die modernen Medien und den immensen globalen Informationsfluss immer mehr Menschen auch Zugang zu einer Fülle von Informationen über die Geschäftspraktiken von Unternehmen haben und somit bewusster einkaufen können. Für die Unternehmen kann eine als unmoralisch empfundene Unternehmenspraxis also zu langfristigen Imageschäden und Umsatzeinbußen führen. Auf der an8|9


Es werden zwei Disziplinen zusammengeführt, deren Probleme sich häufig überschneiden: etwa wenn es um Gerechtigkeit zwischen den Generationen, ein gerechtes und effizientes Steuersystem, ethisches Management, den Umgang mit Risiken oder die Gestaltung sozialstaatlicher Ein-

richtungen geht. Es ist also kein Zufall, dass ökonomische Nobelpreisträger wie James Buchanan, John Harsanyi oder Amartya Sen heute als Ökonomen und als Philosophen betrachtet werden. Ziel des Studiengangs ist es, Absolventen auszubilden, die analytisch und grundsätzlich mit schwierigen und komplexen Entscheidungsproblemen umgehen können. Ein Schwerpunkt liegt hierbei besonders auf normativ-ethischen Entscheidungsproblemen. Vor solchen Herausforderungen stehen nicht nur Unternehmen, sondern auch Verbände, Körperschaften, internationale Organisationen, Parteien, Stiftungen und ganze Gemeinwesen. Absolventen des Studiengangs Philosophy & Economics können über solche Probleme reflektieren

und zielgerichtet Herangehensweisen präzisieren, für die sie prägnant argumentieren können. Vor diesem Hintergrund wurde der Studiengang im Jahr 2003 vom Stifterverband der Deutschen Wirtschaft für seinen innovativen, dynamischen und zukunftsweisenden Charakter ausgezeichnet. Mit Blick auf die beruflichen Perspektiven der Absolventen wurde dem Studiengang ein beratendes Kuratorium an die Seite gestellt. Dieses bilden renommierte Praktiker aus der Wirtschaft. Während die Fächerkombination aus Philosophie und Ökonomik aus dem englischen Oxford kommt und mittlerweile im Ausland einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat,

Philosophy & Economics

In der Tradition großer Philosophen wie Aristoteles, David Hume und Adam Smith zielt der Studiengang Philosophy & Economics der Universität Bayreuth seit dem Jahr 2000 auf den Erwerb einer neuartigen, gesuchten philosophisch-ökonomischen Verbundqualifikation ab. Philosophische Grundsätzlichkeit und ökonomischer Anwendungsbezug werden in einem entscheidungsorientierten Studiengang verbunden.

ist Philosophy & Economics an der Universität Bayreuth ein in Deutschland nahezu einmaliges Studienangebot. Dies erleichtert den Studierenden einen Aufenthalt an einer der zahlreichen Partneruniversitäten im Ausland. Außerdem bereichern der vom DAAD geförderte Adam-Smith-Gastlehrstuhl und die Wittgenstein-Professur das Studienangebot durch hochkarätige ausländische Gastdozenten.

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Es werden zwei Disziplinen zusammengeführt, deren Probleme sich häufig überschneiden: etwa wenn es um Gerechtigkeit zwischen den Generationen, ein gerechtes und effizientes Steuersystem, ethisches Management, den Umgang mit Risiken oder die Gestaltung sozialstaatlicher Ein-

richtungen geht. Es ist also kein Zufall, dass ökonomische Nobelpreisträger wie James Buchanan, John Harsanyi oder Amartya Sen heute als Ökonomen und als Philosophen betrachtet werden. Ziel des Studiengangs ist es, Absolventen auszubilden, die analytisch und grundsätzlich mit schwierigen und komplexen Entscheidungsproblemen umgehen können. Ein Schwerpunkt liegt hierbei besonders auf normativ-ethischen Entscheidungsproblemen. Vor solchen Herausforderungen stehen nicht nur Unternehmen, sondern auch Verbände, Körperschaften, internationale Organisationen, Parteien, Stiftungen und ganze Gemeinwesen. Absolventen des Studiengangs Philosophy & Economics können über solche Probleme reflektieren

und zielgerichtet Herangehensweisen präzisieren, für die sie prägnant argumentieren können. Vor diesem Hintergrund wurde der Studiengang im Jahr 2003 vom Stifterverband der Deutschen Wirtschaft für seinen innovativen, dynamischen und zukunftsweisenden Charakter ausgezeichnet. Mit Blick auf die beruflichen Perspektiven der Absolventen wurde dem Studiengang ein beratendes Kuratorium an die Seite gestellt. Dieses bilden renommierte Praktiker aus der Wirtschaft. Während die Fächerkombination aus Philosophie und Ökonomik aus dem englischen Oxford kommt und mittlerweile im Ausland einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat,

Philosophy & Economics

In der Tradition großer Philosophen wie Aristoteles, David Hume und Adam Smith zielt der Studiengang Philosophy & Economics der Universität Bayreuth seit dem Jahr 2000 auf den Erwerb einer neuartigen, gesuchten philosophisch-ökonomischen Verbundqualifikation ab. Philosophische Grundsätzlichkeit und ökonomischer Anwendungsbezug werden in einem entscheidungsorientierten Studiengang verbunden.

ist Philosophy & Economics an der Universität Bayreuth ein in Deutschland nahezu einmaliges Studienangebot. Dies erleichtert den Studierenden einen Aufenthalt an einer der zahlreichen Partneruniversitäten im Ausland. Außerdem bereichern der vom DAAD geförderte Adam-Smith-Gastlehrstuhl und die Wittgenstein-Professur das Studienangebot durch hochkarätige ausländische Gastdozenten.

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Vorbildspreis

Sein Erfolg und seine Achtung basieren auf Werten, die er nicht vorschreibt oder predigt, sondern die er persönlich verkörpert: Mut und Verantwortungsbewusstsein, Glaubwürdigkeit und Charakter, Bescheidenheit und Sensibilität. So wurde er zum Pionier und Vorbild für „Ethik im Management“ und „moralische Menschen- und Unternehmensführung“ - schon lange bevor diese Begriffe in der Management-Literatur und den Medien benannt und bekannt wurden. Er schuf dafür bei Nestlé keine CSR-Systeme und Regelwerke, sondern lebte selbst das gewünschte Verhalten vor. Sein Credo: „Menschen machen Moral – nicht Regeln und Systeme.“

Maucher

Herr Dr. Maucher hat die Schweizer Nestlé AG als Generaldirektor und Präsident in der Zeit von 1980 bis 2000 zu einem echten Weltkonzern mit 260.000 Mitarbeitern geführt. Er gilt wegen seiner Tatkraft sowie seiner mutigen und weisen Führung als eine der angesehensten Führungspersönlichkeiten unserer Zeit.

Herr Dr. Maucher wird nicht müde, Rückgrat, Mut und Aufrichtigkeit in der Führung zu fordern. Dabei spricht er gerne Klartext und ist nie bequem. Auch heute noch sind sein Rat und seine Kompetenz vom jetzigen Nestlé-Management sehr gefragt. Das persönliche Verdienst von Dr. Maucher ist das Erkennen und Umsetzen moralischer Werte im unternehmerischen Handeln als die entscheidenden Erfolgs-Faktoren, die in der ganzen Welt Gültigkeit haben. Seine Vorstellungen und Erfahrungen hat er u.a. in seinem „Management Brevier“ niedergelegt, das 2007 im Campus Verlag erschienen ist und exzellente Kritiken bekommt.

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Vorbildspreis

Sein Erfolg und seine Achtung basieren auf Werten, die er nicht vorschreibt oder predigt, sondern die er persönlich verkörpert: Mut und Verantwortungsbewusstsein, Glaubwürdigkeit und Charakter, Bescheidenheit und Sensibilität. So wurde er zum Pionier und Vorbild für „Ethik im Management“ und „moralische Menschen- und Unternehmensführung“ - schon lange bevor diese Begriffe in der Management-Literatur und den Medien benannt und bekannt wurden. Er schuf dafür bei Nestlé keine CSR-Systeme und Regelwerke, sondern lebte selbst das gewünschte Verhalten vor. Sein Credo: „Menschen machen Moral – nicht Regeln und Systeme.“

Maucher

Herr Dr. Maucher hat die Schweizer Nestlé AG als Generaldirektor und Präsident in der Zeit von 1980 bis 2000 zu einem echten Weltkonzern mit 260.000 Mitarbeitern geführt. Er gilt wegen seiner Tatkraft sowie seiner mutigen und weisen Führung als eine der angesehensten Führungspersönlichkeiten unserer Zeit.

Herr Dr. Maucher wird nicht müde, Rückgrat, Mut und Aufrichtigkeit in der Führung zu fordern. Dabei spricht er gerne Klartext und ist nie bequem. Auch heute noch sind sein Rat und seine Kompetenz vom jetzigen Nestlé-Management sehr gefragt. Das persönliche Verdienst von Dr. Maucher ist das Erkennen und Umsetzen moralischer Werte im unternehmerischen Handeln als die entscheidenden Erfolgs-Faktoren, die in der ganzen Welt Gültigkeit haben. Seine Vorstellungen und Erfahrungen hat er u.a. in seinem „Management Brevier“ niedergelegt, das 2007 im Campus Verlag erschienen ist und exzellente Kritiken bekommt.

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„Der Kunde ist König“, spricht der Volksmund. Doch hat er Recht? Inwieweit ist der Kunde mächtig, inwieweit verantwortlich? Verantwortung zu übernehmen, das hieße auch, moralisch zu handeln. Doch bringt er tatsächlich Moral in den Markt oder ist er lediglich Moralapostel? Abwegig ist der Gedanke vom Konsumenten als moralischen Entscheider keineswegs. So kam es in der Vergangenheit immer wieder dazu, dass entrüstete Verbraucher Umweltverschmutzungen oder die Produktion unter schlechten Arbeitsbedingungen mit Boykotten ahndeten. Folglich bietet der Markt dem Konsumenten tatsächlich einen Weg der aktiven Einflussnahme auf die Geschäftspraktiken der Anbieter. Aber kann der Konsument von dieser Möglichkeit auch effektiv Gebrauch machen? Wie kommt er eigentlich zu seiner Macht? In den letzten Jahrzehnten ließ sich eine rasante Entwicklung der elektronischen Informationssysteme, allen voran des Internets, beobachten. So haben heute breite Bevölkerungsschichten Zugang zu einer Fülle an Informationen über die Geschäftspraktiken von Unternehmen und können bewusster einkaufen. Oder lässt sich heute vielmehr eine wachsende Ohnmacht des Konsumenten beobachten? Die große Vielfalt an Wahlmöglichkeiten und Angeboten erschwert es ihm, den Überblick zu behalten. Und eine gezielte Auswahl nach ethischen Kriterien erfordert vor allem eines: Zeit. Gerade an der mangelt es immer mehr Menschen.

Unternehmer versuchen diesem Risiko entgegenzuwirken: Durch neue Marktstrategien, veränderte Produktionsbedingungen und offenere Informationspolitiken. Doch wie gelingt es eigentlich Führungskräften, moralisches Verhalten ihrer Mitarbeiter zu gewährleisten, also etwa Korruption zu verhindern? Welche Chancen ergeben sich für Unternehmer, die ihre Entscheidungen in besonderem Maße an ethischen Kriterien ausrichten? Die „Moralisierung der Märkte“ (Nico Stehr) wirkt sich auch auf den Handel zwischen Unternehmen aus. Ein Autohersteller wird sich beispielsweise vor seinen Kunden für die Arbeitsbedingungen seiner Zulieferer rechtfertigen müssen. Wie beeinflusst diese Tatsache die Kaufentscheidungen des Autoherstellers? Welchen Einfluss hat der Autohersteller, hier selbst in der Rolle des Kunden, auf seine Zulieferer?

Moralisierung der Märkte

Markt und Moral? Das passt nicht zusammen, würde Mancher sagen. „Der Markt hat kein Herz, der Markt hat kein Gehirn. Er tut, was er tut“, schreibt der Ökonom Paul Samuelson.

Die neue Macht des Konsumenten wird inzwischen vielfach als Chance begriffen. Von der Korruptionsbekämpfung, über den Klimaschutz, die Erhaltung von Menschenrechten in Entwicklungsländern, bis hin zur Regulierung der globalen Märkte - alles scheint möglich. Doch sind diese Hoffnungen berechtigt? „Die Moralisierung der Märkte - Neue ohnMacht des Konsumenten?“ ist ein Thema an der Schnittstelle von Ökonomie, Philosophie und Soziologie. Zusammen mit Ihnen wollen wir all diese Fragen im Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis beleuchten und nach neuen Antworten suchen.

Für die Unternehmen hat die Macht des Konsumenten weitreichende Konsequenzen. So können als unmoralisch empfundene Unternehmensentscheidungen zu langfristigen Imageschäden führen. Viele 14 | 15


„Der Kunde ist König“, spricht der Volksmund. Doch hat er Recht? Inwieweit ist der Kunde mächtig, inwieweit verantwortlich? Verantwortung zu übernehmen, das hieße auch, moralisch zu handeln. Doch bringt er tatsächlich Moral in den Markt oder ist er lediglich Moralapostel? Abwegig ist der Gedanke vom Konsumenten als moralischen Entscheider keineswegs. So kam es in der Vergangenheit immer wieder dazu, dass entrüstete Verbraucher Umweltverschmutzungen oder die Produktion unter schlechten Arbeitsbedingungen mit Boykotten ahndeten. Folglich bietet der Markt dem Konsumenten tatsächlich einen Weg der aktiven Einflussnahme auf die Geschäftspraktiken der Anbieter. Aber kann der Konsument von dieser Möglichkeit auch effektiv Gebrauch machen? Wie kommt er eigentlich zu seiner Macht? In den letzten Jahrzehnten ließ sich eine rasante Entwicklung der elektronischen Informationssysteme, allen voran des Internets, beobachten. So haben heute breite Bevölkerungsschichten Zugang zu einer Fülle an Informationen über die Geschäftspraktiken von Unternehmen und können bewusster einkaufen. Oder lässt sich heute vielmehr eine wachsende Ohnmacht des Konsumenten beobachten? Die große Vielfalt an Wahlmöglichkeiten und Angeboten erschwert es ihm, den Überblick zu behalten. Und eine gezielte Auswahl nach ethischen Kriterien erfordert vor allem eines: Zeit. Gerade an der mangelt es immer mehr Menschen.

Unternehmer versuchen diesem Risiko entgegenzuwirken: Durch neue Marktstrategien, veränderte Produktionsbedingungen und offenere Informationspolitiken. Doch wie gelingt es eigentlich Führungskräften, moralisches Verhalten ihrer Mitarbeiter zu gewährleisten, also etwa Korruption zu verhindern? Welche Chancen ergeben sich für Unternehmer, die ihre Entscheidungen in besonderem Maße an ethischen Kriterien ausrichten? Die „Moralisierung der Märkte“ (Nico Stehr) wirkt sich auch auf den Handel zwischen Unternehmen aus. Ein Autohersteller wird sich beispielsweise vor seinen Kunden für die Arbeitsbedingungen seiner Zulieferer rechtfertigen müssen. Wie beeinflusst diese Tatsache die Kaufentscheidungen des Autoherstellers? Welchen Einfluss hat der Autohersteller, hier selbst in der Rolle des Kunden, auf seine Zulieferer?

Moralisierung der Märkte

Markt und Moral? Das passt nicht zusammen, würde Mancher sagen. „Der Markt hat kein Herz, der Markt hat kein Gehirn. Er tut, was er tut“, schreibt der Ökonom Paul Samuelson.

Die neue Macht des Konsumenten wird inzwischen vielfach als Chance begriffen. Von der Korruptionsbekämpfung, über den Klimaschutz, die Erhaltung von Menschenrechten in Entwicklungsländern, bis hin zur Regulierung der globalen Märkte - alles scheint möglich. Doch sind diese Hoffnungen berechtigt? „Die Moralisierung der Märkte - Neue ohnMacht des Konsumenten?“ ist ein Thema an der Schnittstelle von Ökonomie, Philosophie und Soziologie. Zusammen mit Ihnen wollen wir all diese Fragen im Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis beleuchten und nach neuen Antworten suchen.

Für die Unternehmen hat die Macht des Konsumenten weitreichende Konsequenzen. So können als unmoralisch empfundene Unternehmensentscheidungen zu langfristigen Imageschäden führen. Viele 14 | 15


Essays

Moral als Marke

Corporate Social Responsibility

Ethik in der Unternehmensf端hrung

Medien

Politik

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Essays

Moral als Marke

Corporate Social Responsibility

Ethik in der Unternehmensf端hrung

Medien

Politik

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Ethik in der Unternehmensführung

Zuerst stellt sich nicht mehr die Frage ob Führungskräfte Verantwortung zu tragen haben, sondern wie und wofür diese zu gelten hat. Neben dieser unternehmerischen und gesellschaftlichen Verantwortung, welche die Share- und Stakeholderorientierung beinhaltet, geht es vor allem um die Frage, was für eine Rolle das persönliche Ethos von Führungskräften für die moralische Qualität eines Unternehmens spielt. In moderneren Konzeptionen wird Management vor allem als Dienstleistung verstanden. Diese fokussiert neben der erwähnten Verantwortung genauso die Entfaltung der Mitarbeiter, indem sie so viel Freiheit wie möglich und so wenig Kontrolle wie nötig zum Ziel hat. Doch was zeichnet eine „gute“ Unternehmensführung aus? Neben der Überlegung, inwieweit sich Führung in immer flacher werdenden Hierarchien und immer vernetzteren Systemen überhaupt noch legitimieren lässt, ist vor allem die Frage, wie diese umgesetzt

werden kann, entscheidend. Wie kann ein Verhaltenskodex für Führungskräfte als Vorbildfunktion für das ganze Unternehmen dienen? Wie kann eine Unternehmenskultur ihren Forderungen in Bezug auf Identifikation, Motivation, Integration oder Koordination ihrer Stakeholder und potentiellen Mitarbeitern gerecht werden? Auf Fachsymposien oder in Wirtschaftsjournalen wird vermehrt die Nützlichkeit von Ethik- und Verhaltenskodizes in allen ihren Formen und Farben hinterfragt. Was nützt ein Erfolg versprechendes Stück Papier, wenn, wie zum Beispiel im Fall Enron, ansonsten nur neuer Lack auf ein rostendes Auto gesprüht wird. Oft wird in diesem Kontext eine pragmatische Verantwortungsethik gefordert, welche in erster Linie transparente Kommunikation, eine klare Zielvorgabe sowie die Umsetzung optimaler Wertschöpfung verlangt. So wird vor allem auf lange Frist versucht eine Konvergenz zwischen ethischen und wirtschaftlichen Interessen umzusetzen. Diese Themenpunkte und noch viele andere werden den Gegenstand von mehreren Workshops und Vorträgen darstellen, die im Rahmen der Bayreuther Dialoge durchgeführt werden.

„Der Markt hat kein Herz, der Markt hat kein Gehirn. Er tut, was er tut“ Paul Samuelson Nach diesem Verständnis wird der Unternehmer seiner gesellschaftlichen Verantwortung allein dadurch gerecht, dass er die Gewinne maximiert. Das mehrt den Wohlstand in der gesamten Volkswirtschaft und nützt letztlich allen. Doch ist das alles? In den Augen der Befürworter von Corporate Social Responsibility (CSR) reicht das allein nicht aus. Unter CSR versteht man das freiwillige soziale Engagement von Unternehmen, das über die gesetzlichen Mindeststandards hinausgeht. Ziel ist es, eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Einerseits ist es ein Anliegen, innerhalb des eigenen Unternehmens die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu gewährleisten, auf ökologische Probleme Rücksicht zu nehmen und den Interessen der Stakeholder gerecht zu werden. Andererseits geht es darum, auch außerhalb des eigenen Unternehmens durch Stiftungen, soziale Projekte und Kooperationen mit Universitäten gesellschaftliche Werte zu schaffen. Doch warum sollten Unternehmer sich in solchen Bereichen engagieren? Es gibt durchaus Unternehmer, die diese Frage aus einer ethischen Überzeugung heraus beantworten würden, die sich aus moralischen Motiven zu CSR-Aktivitäten berufen fühlen. Wer als Unternehmer und Bürger dieser Gesellschaft zu wirtschaftlichem und privatem Erfolg gelangt ist, der möchte der Gesellschaft oft auch etwas zurückgeben und sie an seinem Vermögen partizipieren lassen. Doch das ist nicht der einzige

Grund, der für eine Beschäftigung mit CSR spricht. In den letzten Jahrzehnten haben Unternehmen es mit immer aufmerksamer und kritischer werdenden Konsumenten zu tun, die von erfolgreichen Konzernen mehr erwarten als qualitativ hochwertige Produkte. Miserable Arbeitsbedingungen in Niedriglohnländern, als unanständig empfundene Managergehälter, rücksichtslose Umweltverschmutzung und unkritische Zusammenarbeit mit korrupten und despotischen Regimen – das alles sind Aspekte der Unternehmenspraxis, die sich schnell zu weiten Vertrauensverlusten unter den Konsumenten ausweiten können. Seit der Brent-Spar-Krise, die Shell Umsatzeinbußen von bis zu 50 % einbrachte, ist dies allgemein bekannt. „Es kann 100 Jahre dauern, eine gute Marke aufzubauen und 30 Tage, sie fertig zu machen.“, so dazu der Präsident der John Hancock Mutual Life Insurance, David D’Alessandro.

Corporate Social Responsibility

Dass eine stimmige Führungskonzeption für die Umsetzung einer funktionierenden Unternehmensethik bedeutend ist, wird von niemandem bestritten. Im Rahmen der Bayreuther Dialoge wird sich deshalb auch die Frage stellen, wie es eigentlich Führungskräften gelingen kann, sowohl in ihrer Vorbildfunktion wie als Steuerungsinstanz aller Beteiligten eines Unternehmens moralisches Verhalten vorzuleben. Durch die erfolgreiche Realisierung einer solchen ethischen Unternehmenskultur können sich Unternehmer an einen kritischer werdenden Konsumenten anpassen und auf diese Weise eine Wertschöpfung durch Wertesteuerung gewährleisten.

Wer also langfristig die Gewinne seines Unternehmens maximieren will, der kommt an einer Implementierung von CSR-Aktivitäten nicht mehr vorbei. Mittlerweile hat das die überwiegende Mehrzahl der großen international tätigen Unternehmen erkannt und umgesetzt. Jährlich erscheinende CSRBerichte sind heute ebenso üblich geworden wie ambitionierte ethische Grundsatzprogramme. Doch wird das auch in Zukunft so bleiben? Ist CSR eine langfristige Entwicklung oder nur eine Modeerscheinung, die schon in naher Zukunft wieder von der Bildfläche verschwunden sein wird? Das ist eine der Fragen, mit der wir uns auf den V. Bayreuther Dialogen beschäftigen wollen. 18 | 19


Ethik in der Unternehmensführung

Zuerst stellt sich nicht mehr die Frage ob Führungskräfte Verantwortung zu tragen haben, sondern wie und wofür diese zu gelten hat. Neben dieser unternehmerischen und gesellschaftlichen Verantwortung, welche die Share- und Stakeholderorientierung beinhaltet, geht es vor allem um die Frage, was für eine Rolle das persönliche Ethos von Führungskräften für die moralische Qualität eines Unternehmens spielt. In moderneren Konzeptionen wird Management vor allem als Dienstleistung verstanden. Diese fokussiert neben der erwähnten Verantwortung genauso die Entfaltung der Mitarbeiter, indem sie so viel Freiheit wie möglich und so wenig Kontrolle wie nötig zum Ziel hat. Doch was zeichnet eine „gute“ Unternehmensführung aus? Neben der Überlegung, inwieweit sich Führung in immer flacher werdenden Hierarchien und immer vernetzteren Systemen überhaupt noch legitimieren lässt, ist vor allem die Frage, wie diese umgesetzt

werden kann, entscheidend. Wie kann ein Verhaltenskodex für Führungskräfte als Vorbildfunktion für das ganze Unternehmen dienen? Wie kann eine Unternehmenskultur ihren Forderungen in Bezug auf Identifikation, Motivation, Integration oder Koordination ihrer Stakeholder und potentiellen Mitarbeitern gerecht werden? Auf Fachsymposien oder in Wirtschaftsjournalen wird vermehrt die Nützlichkeit von Ethik- und Verhaltenskodizes in allen ihren Formen und Farben hinterfragt. Was nützt ein Erfolg versprechendes Stück Papier, wenn, wie zum Beispiel im Fall Enron, ansonsten nur neuer Lack auf ein rostendes Auto gesprüht wird. Oft wird in diesem Kontext eine pragmatische Verantwortungsethik gefordert, welche in erster Linie transparente Kommunikation, eine klare Zielvorgabe sowie die Umsetzung optimaler Wertschöpfung verlangt. So wird vor allem auf lange Frist versucht eine Konvergenz zwischen ethischen und wirtschaftlichen Interessen umzusetzen. Diese Themenpunkte und noch viele andere werden den Gegenstand von mehreren Workshops und Vorträgen darstellen, die im Rahmen der Bayreuther Dialoge durchgeführt werden.

„Der Markt hat kein Herz, der Markt hat kein Gehirn. Er tut, was er tut“ Paul Samuelson Nach diesem Verständnis wird der Unternehmer seiner gesellschaftlichen Verantwortung allein dadurch gerecht, dass er die Gewinne maximiert. Das mehrt den Wohlstand in der gesamten Volkswirtschaft und nützt letztlich allen. Doch ist das alles? In den Augen der Befürworter von Corporate Social Responsibility (CSR) reicht das allein nicht aus. Unter CSR versteht man das freiwillige soziale Engagement von Unternehmen, das über die gesetzlichen Mindeststandards hinausgeht. Ziel ist es, eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Einerseits ist es ein Anliegen, innerhalb des eigenen Unternehmens die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu gewährleisten, auf ökologische Probleme Rücksicht zu nehmen und den Interessen der Stakeholder gerecht zu werden. Andererseits geht es darum, auch außerhalb des eigenen Unternehmens durch Stiftungen, soziale Projekte und Kooperationen mit Universitäten gesellschaftliche Werte zu schaffen. Doch warum sollten Unternehmer sich in solchen Bereichen engagieren? Es gibt durchaus Unternehmer, die diese Frage aus einer ethischen Überzeugung heraus beantworten würden, die sich aus moralischen Motiven zu CSR-Aktivitäten berufen fühlen. Wer als Unternehmer und Bürger dieser Gesellschaft zu wirtschaftlichem und privatem Erfolg gelangt ist, der möchte der Gesellschaft oft auch etwas zurückgeben und sie an seinem Vermögen partizipieren lassen. Doch das ist nicht der einzige

Grund, der für eine Beschäftigung mit CSR spricht. In den letzten Jahrzehnten haben Unternehmen es mit immer aufmerksamer und kritischer werdenden Konsumenten zu tun, die von erfolgreichen Konzernen mehr erwarten als qualitativ hochwertige Produkte. Miserable Arbeitsbedingungen in Niedriglohnländern, als unanständig empfundene Managergehälter, rücksichtslose Umweltverschmutzung und unkritische Zusammenarbeit mit korrupten und despotischen Regimen – das alles sind Aspekte der Unternehmenspraxis, die sich schnell zu weiten Vertrauensverlusten unter den Konsumenten ausweiten können. Seit der Brent-Spar-Krise, die Shell Umsatzeinbußen von bis zu 50 % einbrachte, ist dies allgemein bekannt. „Es kann 100 Jahre dauern, eine gute Marke aufzubauen und 30 Tage, sie fertig zu machen.“, so dazu der Präsident der John Hancock Mutual Life Insurance, David D’Alessandro.

Corporate Social Responsibility

Dass eine stimmige Führungskonzeption für die Umsetzung einer funktionierenden Unternehmensethik bedeutend ist, wird von niemandem bestritten. Im Rahmen der Bayreuther Dialoge wird sich deshalb auch die Frage stellen, wie es eigentlich Führungskräften gelingen kann, sowohl in ihrer Vorbildfunktion wie als Steuerungsinstanz aller Beteiligten eines Unternehmens moralisches Verhalten vorzuleben. Durch die erfolgreiche Realisierung einer solchen ethischen Unternehmenskultur können sich Unternehmer an einen kritischer werdenden Konsumenten anpassen und auf diese Weise eine Wertschöpfung durch Wertesteuerung gewährleisten.

Wer also langfristig die Gewinne seines Unternehmens maximieren will, der kommt an einer Implementierung von CSR-Aktivitäten nicht mehr vorbei. Mittlerweile hat das die überwiegende Mehrzahl der großen international tätigen Unternehmen erkannt und umgesetzt. Jährlich erscheinende CSRBerichte sind heute ebenso üblich geworden wie ambitionierte ethische Grundsatzprogramme. Doch wird das auch in Zukunft so bleiben? Ist CSR eine langfristige Entwicklung oder nur eine Modeerscheinung, die schon in naher Zukunft wieder von der Bildfläche verschwunden sein wird? Das ist eine der Fragen, mit der wir uns auf den V. Bayreuther Dialogen beschäftigen wollen. 18 | 19


Autoren wie Tanja Busse in ihrer „Einkaufsrevolution“ halten Konsum für ein politisches Statement. Sie behauptet, dass Konsumenten, wenn sie nach ethischen Gesichtspunkten einkaufen, mehr Macht auf Konzerne ausüben, als Regierungen durch Regulierung könnten. Zugegeben: Stimmen, die behaupten, dass nationale Regierungen internationalen Riesenkonzernen an Macht unterlegen sind, nehmen zu. Haben sie Recht oder handelt es sich um ein mediales Schreckgespenst? Ist die Politik wirklich so ohnmächtig? Fehlt nicht gerade eine zentrale Kraft, die gezielt eingreift, um Missbrauch entgegen zu wirken? Kann der moralische Konsument dies ersetzen? Kann der Bürger - umgeben von Werbung und medialem Overkill - wirklich erkennen, was wahr und was „fake“ ist? Gerade im Internet gibt es Milliarden von Informationen, die vermehrt auch von Privatpersonen stammen. Wie soll man da zwischen relevanten und irrelevanten Informationen unterscheiden? Wie soll der Einzelne da noch den Überblick behalten und richtig handeln? Vielleicht geht diese Frage aber auch am Kern des Themas vorbei. Kann man nicht sogar behaupten, dass unsere Generati-

Politik

on viel politischer ist, als behauptet wird? Wenn Konsum wirklich eine politische Meinung ausdrückt: Handelt unsere konsumorientierte Generation dann über ihre Produktwahl demokratisch? Hat sich nur das Medium der Politik gewandelt? Ist die Kombination aus Bloggen und Kaufen die moderne Form der Basisdemokratie? Ersetzt dann der tägliche Einkauf die Wahl alle vier Jahre? Es bleibt offen, welche Bedeutung eine Moralisierung der Märkte für die Politik hat: Ist sie Gefahr oder Segen? Ist es auch für die Politiker erfreulich, wenn die Menschen den Markt kontrollieren oder ist es eine Gefahr? Was sind die Grenzen der Moralisierung der Märkte, wo muss die Politik eingreifen? Arbeiten beide Seiten für dieselbe Sache? All diese Fragen sind nicht einwandfrei zu beantworten. Dennoch haben sie für unsere Gesellschaft eine große Bedeutung. Genau deshalb würden wir uns freuen, mit Ihnen auch über dieses Kapitel der Moralisierung der Märkte zu reden.

Bei den diesjährigen Bayreuther Dialogen soll diskutiert werden, ob tatsächlich eine Moralisierung der Märkte zu beobachten ist und welche Bedeutung bei diesem Prozess den Konsumenten zukommt. Betrachtet man die Moralisierung der Märkte als die Auswirkung eines Umdenkens innerhalb der Gesellschaft, als Konsequenz einer Veränderung der Präferenzen und damit des Kaufverhaltens der Konsumenten, so sollte man meinen, dass die Bedeutung der Konsumenten entsprechend groß ist. Die Konsumenten – so die Idee – achten nicht mehr ausschließlich auf Preise und den persönlichen Nutzen, den sie aus einem Gut ziehen, sondern legen vermehrt Wert auf ökologische und soziale Standards bei der Produktion von Gütern, was rückwirkend Einfluss auf den Markt hat. Doch an dieser Stelle ist es notwendig, eine weitere Größe in die Diskussion um die Macht der Konsumenten einzubeziehen: die Medien. Zum einen scheinen die Medien durch Werbung, Filme und TV-Shows Einfluss auf die Präferenzen der Konsumenten nehmen zu können. Zum anderen sind die Medien zumeist eine der Hauptinformationsquellen der Konsumenten, wodurch sie zu einem wichtigen Akteur bei der Moralisierung der Märkte werden. Denn Konsumenten benötigen Informationen über die Wirtschaft, um überhaupt gemäß ihren moralischen Präferenzen agieren zu können. Was nützt den Konsumenten eine Präferenz für Bioprodukte, wenn die Fälschung eines Biosiegels niemals aufgedeckt und publik gemacht wird? Was hätte 1995 der Aufruf von Greenpeace, Shell zu boykottieren für einen Erfolg gehabt, wäre er nicht über die Medien an die Konsumenten weitergeleitet worden?

Es zeigt sich also, dass die Konsumenten, ihre präferenzgerechten Kaufentscheidungen betreffend, zumindest in gewissem Maße von den Medien abhängig sind.

Medien

Was geschieht mit der Politik, wenn der Markt die Moral entdeckt? Wird die Politik hierdurch unterstützt, oder stellt diese Veränderung eine Gefahr für sie dar? Nehmen die Konsumenten der Politik ihre Aufgaben ab?

Wie groß ist die daraus resultierende Macht der Medien über den Konsumenten, über sein Konsumverhalten und mithin über die Moralisierung der Märkte? Es muss einerseits beleuchtet werden, wie stark die Präferenzen der Konsumenten letztendlich durch Werbung und Medien beeinflusst werden, und andererseits, wie gut die Konsumenten von den Medien mit wichtigen Informationen über das wirtschaftliche Geschehen versorgt werden. Wie viel wird aus Desinteresse oder aufgrund von Zensur verschwiegen? Wie viel Einfluss haben PR-Agenturen und Werbung auf die Berichterstattung, d.h. wie groß ist die Gefahr der Manipulation von Informationen? Unterstützen die Medien die Moralisierung der Märkte, nutzen sie ihre Machtfülle, ihren Einfluss auf die Konsumenten ausreichend? Mit diesen und anderen Fragen wollen wir uns während der V. Bayreuther Dialoge beschäftigen, denn wenn über die Moralisierung der Märkte und die Macht der Konsumenten gesprochen wird, ist dies notwendigerweise auch eine Diskussion über die Macht der Medien.

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Autoren wie Tanja Busse in ihrer „Einkaufsrevolution“ halten Konsum für ein politisches Statement. Sie behauptet, dass Konsumenten, wenn sie nach ethischen Gesichtspunkten einkaufen, mehr Macht auf Konzerne ausüben, als Regierungen durch Regulierung könnten. Zugegeben: Stimmen, die behaupten, dass nationale Regierungen internationalen Riesenkonzernen an Macht unterlegen sind, nehmen zu. Haben sie Recht oder handelt es sich um ein mediales Schreckgespenst? Ist die Politik wirklich so ohnmächtig? Fehlt nicht gerade eine zentrale Kraft, die gezielt eingreift, um Missbrauch entgegen zu wirken? Kann der moralische Konsument dies ersetzen? Kann der Bürger - umgeben von Werbung und medialem Overkill - wirklich erkennen, was wahr und was „fake“ ist? Gerade im Internet gibt es Milliarden von Informationen, die vermehrt auch von Privatpersonen stammen. Wie soll man da zwischen relevanten und irrelevanten Informationen unterscheiden? Wie soll der Einzelne da noch den Überblick behalten und richtig handeln? Vielleicht geht diese Frage aber auch am Kern des Themas vorbei. Kann man nicht sogar behaupten, dass unsere Generati-

Politik

on viel politischer ist, als behauptet wird? Wenn Konsum wirklich eine politische Meinung ausdrückt: Handelt unsere konsumorientierte Generation dann über ihre Produktwahl demokratisch? Hat sich nur das Medium der Politik gewandelt? Ist die Kombination aus Bloggen und Kaufen die moderne Form der Basisdemokratie? Ersetzt dann der tägliche Einkauf die Wahl alle vier Jahre? Es bleibt offen, welche Bedeutung eine Moralisierung der Märkte für die Politik hat: Ist sie Gefahr oder Segen? Ist es auch für die Politiker erfreulich, wenn die Menschen den Markt kontrollieren oder ist es eine Gefahr? Was sind die Grenzen der Moralisierung der Märkte, wo muss die Politik eingreifen? Arbeiten beide Seiten für dieselbe Sache? All diese Fragen sind nicht einwandfrei zu beantworten. Dennoch haben sie für unsere Gesellschaft eine große Bedeutung. Genau deshalb würden wir uns freuen, mit Ihnen auch über dieses Kapitel der Moralisierung der Märkte zu reden.

Bei den diesjährigen Bayreuther Dialogen soll diskutiert werden, ob tatsächlich eine Moralisierung der Märkte zu beobachten ist und welche Bedeutung bei diesem Prozess den Konsumenten zukommt. Betrachtet man die Moralisierung der Märkte als die Auswirkung eines Umdenkens innerhalb der Gesellschaft, als Konsequenz einer Veränderung der Präferenzen und damit des Kaufverhaltens der Konsumenten, so sollte man meinen, dass die Bedeutung der Konsumenten entsprechend groß ist. Die Konsumenten – so die Idee – achten nicht mehr ausschließlich auf Preise und den persönlichen Nutzen, den sie aus einem Gut ziehen, sondern legen vermehrt Wert auf ökologische und soziale Standards bei der Produktion von Gütern, was rückwirkend Einfluss auf den Markt hat. Doch an dieser Stelle ist es notwendig, eine weitere Größe in die Diskussion um die Macht der Konsumenten einzubeziehen: die Medien. Zum einen scheinen die Medien durch Werbung, Filme und TV-Shows Einfluss auf die Präferenzen der Konsumenten nehmen zu können. Zum anderen sind die Medien zumeist eine der Hauptinformationsquellen der Konsumenten, wodurch sie zu einem wichtigen Akteur bei der Moralisierung der Märkte werden. Denn Konsumenten benötigen Informationen über die Wirtschaft, um überhaupt gemäß ihren moralischen Präferenzen agieren zu können. Was nützt den Konsumenten eine Präferenz für Bioprodukte, wenn die Fälschung eines Biosiegels niemals aufgedeckt und publik gemacht wird? Was hätte 1995 der Aufruf von Greenpeace, Shell zu boykottieren für einen Erfolg gehabt, wäre er nicht über die Medien an die Konsumenten weitergeleitet worden?

Es zeigt sich also, dass die Konsumenten, ihre präferenzgerechten Kaufentscheidungen betreffend, zumindest in gewissem Maße von den Medien abhängig sind.

Medien

Was geschieht mit der Politik, wenn der Markt die Moral entdeckt? Wird die Politik hierdurch unterstützt, oder stellt diese Veränderung eine Gefahr für sie dar? Nehmen die Konsumenten der Politik ihre Aufgaben ab?

Wie groß ist die daraus resultierende Macht der Medien über den Konsumenten, über sein Konsumverhalten und mithin über die Moralisierung der Märkte? Es muss einerseits beleuchtet werden, wie stark die Präferenzen der Konsumenten letztendlich durch Werbung und Medien beeinflusst werden, und andererseits, wie gut die Konsumenten von den Medien mit wichtigen Informationen über das wirtschaftliche Geschehen versorgt werden. Wie viel wird aus Desinteresse oder aufgrund von Zensur verschwiegen? Wie viel Einfluss haben PR-Agenturen und Werbung auf die Berichterstattung, d.h. wie groß ist die Gefahr der Manipulation von Informationen? Unterstützen die Medien die Moralisierung der Märkte, nutzen sie ihre Machtfülle, ihren Einfluss auf die Konsumenten ausreichend? Mit diesen und anderen Fragen wollen wir uns während der V. Bayreuther Dialoge beschäftigen, denn wenn über die Moralisierung der Märkte und die Macht der Konsumenten gesprochen wird, ist dies notwendigerweise auch eine Diskussion über die Macht der Medien.

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Moral als Marke

Die Marke ist ein Merkmal eines Produktes. Sie dient der Abgrenzung gegenüber gleichartigen Produkten anderer Hersteller und Anbieter und soll dem Konsumenten helfen, die Qualität eines Artikels einzuschätzen. Aber nicht nur die Qualität der Produkte spielt für den Ruf einer Marke eine Rolle. Um Marken im Markt zu etablieren wird viel Geld für Werbung ausgegeben. Sollte eine Marke dann nicht auch versuchen, die Moralvorstellung der Konsumenten zu integrieren? Einige Firmen versuchen diesen Weg zu gehen: Volvic spendet Brunnen in Afrika für jeden gekauften Liter VolvicWasser, Krombacher lässt Günther Jauch verkünden, dass für jeden verkauften Bierkasten Bäume gepflanzt würden und Lufthansa bietet CO2-neutralere Flüge für ein paar Euro extra. Was ist überhaupt moralisch? Inwiefern kann ein Produkt oder eine Marke moralisch sein? Schon diese Fragen lassen sich nicht eindeutig beantworten. Was aber, wenn ein Unternehmen viel in die Einhaltung ethischer Standards investiert und somit teurer produziert als die Konkurrenz? Ist dann nur der Kunde moralisch, der sich die teurere Ware leisten kann?

unmoralisch ist und dass krankmachende chemische Abfälle nicht mit moralischer Produktion vereinbar sein können, genauso wenig wie die ständige Überwachung der Mitarbeiter. Ein Moralsiegel, ähnlich dem Biosiegel, könnte vor Missbrauch, Unklarheiten und irreführende Werbung schützen. Viele Konsumenten meinen, dass eine Kampagne, die Werbezwecken dient, nicht moralisch ist. Auf der anderen Seite haben die Weltläden, die allein aus moralischen Gründen gegründet wurden, ein eher verstaubtes Image. Manche Marken schaffen trotzdem den Durchbruch: „Bislang galt politisch korrekte Kleidung als langweilig. Mit Marken wie Edun, American Apparel und Kuyichi hat sich das geändert“, schrieb die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Aber der Weg ist schwierig. Noch sind es wenige etablierte Firmen, die Moral als besonderen Aspekt ihrer Marke etablieren wollen und dies auch umsetzen. Nur ein aufgeklärter Konsument, Transparenz und gültige Bewertungskriterien können zu einer Moralisierung der Märkte und Marken führen.

Moral als Marke

Corporate Social Responsibility

Ethik in der Unternehmensführung

Medien

Politik

Was muss gegeben sein, damit eine Marke mit Moral werben darf? Müssen die Löhne höher sein als die durchschnittlichen Löhne? Dürfen nur ökologisch verwertbare Materialien verwendet werden? Müssen auch Zulieferer diese Kriterien erfüllen? Die Antworten auf diese Fragen sind unklar. Auf der anderen Seite besteht jedoch ein Konsens darüber, dass Kinderarbeit 22 | 23


Moral als Marke

Die Marke ist ein Merkmal eines Produktes. Sie dient der Abgrenzung gegenüber gleichartigen Produkten anderer Hersteller und Anbieter und soll dem Konsumenten helfen, die Qualität eines Artikels einzuschätzen. Aber nicht nur die Qualität der Produkte spielt für den Ruf einer Marke eine Rolle. Um Marken im Markt zu etablieren wird viel Geld für Werbung ausgegeben. Sollte eine Marke dann nicht auch versuchen, die Moralvorstellung der Konsumenten zu integrieren? Einige Firmen versuchen diesen Weg zu gehen: Volvic spendet Brunnen in Afrika für jeden gekauften Liter VolvicWasser, Krombacher lässt Günther Jauch verkünden, dass für jeden verkauften Bierkasten Bäume gepflanzt würden und Lufthansa bietet CO2-neutralere Flüge für ein paar Euro extra. Was ist überhaupt moralisch? Inwiefern kann ein Produkt oder eine Marke moralisch sein? Schon diese Fragen lassen sich nicht eindeutig beantworten. Was aber, wenn ein Unternehmen viel in die Einhaltung ethischer Standards investiert und somit teurer produziert als die Konkurrenz? Ist dann nur der Kunde moralisch, der sich die teurere Ware leisten kann?

unmoralisch ist und dass krankmachende chemische Abfälle nicht mit moralischer Produktion vereinbar sein können, genauso wenig wie die ständige Überwachung der Mitarbeiter. Ein Moralsiegel, ähnlich dem Biosiegel, könnte vor Missbrauch, Unklarheiten und irreführende Werbung schützen. Viele Konsumenten meinen, dass eine Kampagne, die Werbezwecken dient, nicht moralisch ist. Auf der anderen Seite haben die Weltläden, die allein aus moralischen Gründen gegründet wurden, ein eher verstaubtes Image. Manche Marken schaffen trotzdem den Durchbruch: „Bislang galt politisch korrekte Kleidung als langweilig. Mit Marken wie Edun, American Apparel und Kuyichi hat sich das geändert“, schrieb die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Aber der Weg ist schwierig. Noch sind es wenige etablierte Firmen, die Moral als besonderen Aspekt ihrer Marke etablieren wollen und dies auch umsetzen. Nur ein aufgeklärter Konsument, Transparenz und gültige Bewertungskriterien können zu einer Moralisierung der Märkte und Marken führen.

Moral als Marke

Corporate Social Responsibility

Ethik in der Unternehmensführung

Medien

Politik

Was muss gegeben sein, damit eine Marke mit Moral werben darf? Müssen die Löhne höher sein als die durchschnittlichen Löhne? Dürfen nur ökologisch verwertbare Materialien verwendet werden? Müssen auch Zulieferer diese Kriterien erfüllen? Die Antworten auf diese Fragen sind unklar. Auf der anderen Seite besteht jedoch ein Konsens darüber, dass Kinderarbeit 22 | 23


Wer hat die Macht? [ ] der Markt [ ] die Unternehmen [ ] der Konsument [ ] die Politik [ ] Ich

Wer tr채gt die Verantwortung? [ ] der Markt [ ] die Unternehmen [ ] der Konsument [ ] die Politik [ ] Ich

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Wer hat die Macht? [ ] der Markt [ ] die Unternehmen [ ] der Konsument [ ] die Politik [ ] Ich

Wer tr채gt die Verantwortung? [ ] der Markt [ ] die Unternehmen [ ] der Konsument [ ] die Politik [ ] Ich

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Programm

Begrüßung Projektleitung der V. Bayreuther Dialoge

10:10 Uhr

Gruß-Dialog Prof. Dr. Bernhard Herz & Thomas Ebersberger Lehrstuhl VWL I & 2. Bürgermeister der Stadt Bayreuth

10:30 Uhr

Die Moralisierung der Märkte – Wunsch oder Wirklichkeit? Prof. Dr. Nico Stehr Karl-Mannheim-Lehrstuhl für Kulturwissenschaften an der Zeppelin University

11:30 Uhr

Der Konsument - ein mündiger Bürger? Rainer Brüderle Stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP

12:15 Uhr

Mittagessen

13:15 Uhr

Workshops Die Referenten finden Sie am Ende des Programms.

15:45 Uhr

Pause

16:15 Uhr

Die Moral der Medien - Im Zwiespalt zwischen Qualität und Profit

Freitag, 24. Oktober 2008

10:00 Uhr

Bodo Hombach Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe Von 1998-1999 Chef des Bundeskanzleramts 17:00 Uhr

Wert und Werte - Wie passt das zusammen? Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel Universität Regensburg

18:00 Uhr

Pause

18:30 Uhr

Lohnt sich Moral im Geschäft? - Der Stellenwert von Moral für nachhaltigen Erfolg Dr. h.c. Helmut O. Maucher Ehrenpräsident der Nestlé AG

19:15 Uhr

Verleihung des IV. Bayreuther Vorbildspreises

19:45 Uhr

Transfer zum Aktienkeller

20:15 Uhr

Abendessen

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Programm

Begrüßung Projektleitung der V. Bayreuther Dialoge

10:10 Uhr

Gruß-Dialog Prof. Dr. Bernhard Herz & Thomas Ebersberger Lehrstuhl VWL I & 2. Bürgermeister der Stadt Bayreuth

10:30 Uhr

Die Moralisierung der Märkte – Wunsch oder Wirklichkeit? Prof. Dr. Nico Stehr Karl-Mannheim-Lehrstuhl für Kulturwissenschaften an der Zeppelin University

11:30 Uhr

Der Konsument - ein mündiger Bürger? Rainer Brüderle Stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP

12:15 Uhr

Mittagessen

13:15 Uhr

Workshops Die Referenten finden Sie am Ende des Programms.

15:45 Uhr

Pause

16:15 Uhr

Die Moral der Medien - Im Zwiespalt zwischen Qualität und Profit

Freitag, 24. Oktober 2008

10:00 Uhr

Bodo Hombach Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe Von 1998-1999 Chef des Bundeskanzleramts 17:00 Uhr

Wert und Werte - Wie passt das zusammen? Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel Universität Regensburg

18:00 Uhr

Pause

18:30 Uhr

Lohnt sich Moral im Geschäft? - Der Stellenwert von Moral für nachhaltigen Erfolg Dr. h.c. Helmut O. Maucher Ehrenpräsident der Nestlé AG

19:15 Uhr

Verleihung des IV. Bayreuther Vorbildspreises

19:45 Uhr

Transfer zum Aktienkeller

20:15 Uhr

Abendessen

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Samstag, 25. Oktober 2008

09:45 Uhr

Der Einfluss der Non-Governmental Organizations (NGOs)

Dr. Ulrich van Gemmeren Geschäftsführer MADE-BY Label Deutschland

Prof. Dr. Hansjörg Elshorst Gründungsmitglied von Transparency International und ehemaliger Vorsitzender von TI Deutschland

Des Kaisers neue Kleider - MADE-BY bringt Transparenz und Nachhaltigkeit in die Mode

World-Café World Café ist ein Dialogverfahren für große Gruppen. Das Ziel dieses Gespräches besteht darin, das Verständnis der Moralisierung der Märkte zu vertiefen und gemeinsam weiterführende Fragen zu entwickeln. Ulrich Soeder & Sabine Soeder Kommunikationsberater und Leiter von Integral Development

12:45 Uhr

Mittagessen

13:45 Uhr

Die Macht des Kunden – Wie der Kunde unsere Produkte mit entwickelt

14:30 Uhr

Dr. Alexandra Hildebrandt Leiterin Gesellschaftspolitik der Arcandor AG

Workshops

09:00 Uhr

Die Andersmacher – Wie die neue Ökologiebewegung die Wirtschaft verändert

Katrin Hundhausen Marketing-Leiterin für Deutschland der innocent GmbH Erarbeitung von Themenansätzen für eine deutsche innocent Nachhaltigkeits-Promotion

Jürgen Jaworski Geschäftsführer der 3M Deutschland GmbH

Michael Kern Vorsitzender der Geschäftsführung der A.T.U GmbH

„Das trojanische Pferd“ – Die Macht der Werbung

Will der Kunde wirklich König sein? - Was ein Automobil-Konzern erreicht, wenn er den Kunden wertschätzt

Henner Blömer Stellvertretender Geschäftsführer Jung von Matt/Alster Werbeagentur GmbH 15:15 Uhr

Pause

15:45 Uhr

„Next Markets“ – Was kommt nach dem Moralhype? Andreas Steinle Geschäftsführer des Zukunftsinstituts von Matthias Horx

16:45 Uhr

Podiumsdiskussion

Martin Sambauer Geschäftsführung & Regie, Das Integral - Büro für Inszenierung und Kommunikation GmbH Die Brandschatzung Trojas

Dr. Holger Schlageter Geschäftsführer des Schlageter-Instituts Macht und Moral – Wie menschliche Führung gelingen kann

Wer bringt die Moral in die Wirtschaft? 18:15 Uhr

Zusammenfassung und Abschluss

Dr. Ingo Schoenheit Geschäftsführer des Instituts für Markt-Umwelt-Gesellschaft

Projektleitung der V. Bayreuther Dialoge Die moralische Qualität von Produkten - Das Zukunftsthema des Marketing?

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Samstag, 25. Oktober 2008

09:45 Uhr

Der Einfluss der Non-Governmental Organizations (NGOs)

Dr. Ulrich van Gemmeren Geschäftsführer MADE-BY Label Deutschland

Prof. Dr. Hansjörg Elshorst Gründungsmitglied von Transparency International und ehemaliger Vorsitzender von TI Deutschland

Des Kaisers neue Kleider - MADE-BY bringt Transparenz und Nachhaltigkeit in die Mode

World-Café World Café ist ein Dialogverfahren für große Gruppen. Das Ziel dieses Gespräches besteht darin, das Verständnis der Moralisierung der Märkte zu vertiefen und gemeinsam weiterführende Fragen zu entwickeln. Ulrich Soeder & Sabine Soeder Kommunikationsberater und Leiter von Integral Development

12:45 Uhr

Mittagessen

13:45 Uhr

Die Macht des Kunden – Wie der Kunde unsere Produkte mit entwickelt

14:30 Uhr

Dr. Alexandra Hildebrandt Leiterin Gesellschaftspolitik der Arcandor AG

Workshops

09:00 Uhr

Die Andersmacher – Wie die neue Ökologiebewegung die Wirtschaft verändert

Katrin Hundhausen Marketing-Leiterin für Deutschland der innocent GmbH Erarbeitung von Themenansätzen für eine deutsche innocent Nachhaltigkeits-Promotion

Jürgen Jaworski Geschäftsführer der 3M Deutschland GmbH

Michael Kern Vorsitzender der Geschäftsführung der A.T.U GmbH

„Das trojanische Pferd“ – Die Macht der Werbung

Will der Kunde wirklich König sein? - Was ein Automobil-Konzern erreicht, wenn er den Kunden wertschätzt

Henner Blömer Stellvertretender Geschäftsführer Jung von Matt/Alster Werbeagentur GmbH 15:15 Uhr

Pause

15:45 Uhr

„Next Markets“ – Was kommt nach dem Moralhype? Andreas Steinle Geschäftsführer des Zukunftsinstituts von Matthias Horx

16:45 Uhr

Podiumsdiskussion

Martin Sambauer Geschäftsführung & Regie, Das Integral - Büro für Inszenierung und Kommunikation GmbH Die Brandschatzung Trojas

Dr. Holger Schlageter Geschäftsführer des Schlageter-Instituts Macht und Moral – Wie menschliche Führung gelingen kann

Wer bringt die Moral in die Wirtschaft? 18:15 Uhr

Zusammenfassung und Abschluss

Dr. Ingo Schoenheit Geschäftsführer des Instituts für Markt-Umwelt-Gesellschaft

Projektleitung der V. Bayreuther Dialoge Die moralische Qualität von Produkten - Das Zukunftsthema des Marketing?

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„Wir sind im hohen Grade durch Kunst und Wissenschaft cultivirt. Wir sind civilisirt bis zum Überlästigen zu allerlei gesellschaftlicher Artigkeit und Anständigkeit. Aber uns für schon moralisirt zu halten, daran fehlt noch sehr viel. Denn die Idee der Moralität gehört noch zur Cultur; der Gebrauch dieser Idee aber, welcher nur auf das Sittenähnliche in der Ehrliebe und der äußeren Anständigkeit hinausläuft, macht blos die Civilisirung aus. [...] Alles Gute aber, das nicht auf moralisch=gute Gesinnung gepfropft ist, ist nichts als lauter Schein und schimmerndes Elend.“ Kant


„Wir sind im hohen Grade durch Kunst und Wissenschaft cultivirt. Wir sind civilisirt bis zum Überlästigen zu allerlei gesellschaftlicher Artigkeit und Anständigkeit. Aber uns für schon moralisirt zu halten, daran fehlt noch sehr viel. Denn die Idee der Moralität gehört noch zur Cultur; der Gebrauch dieser Idee aber, welcher nur auf das Sittenähnliche in der Ehrliebe und der äußeren Anständigkeit hinausläuft, macht blos die Civilisirung aus. [...] Alles Gute aber, das nicht auf moralisch=gute Gesinnung gepfropft ist, ist nichts als lauter Schein und schimmerndes Elend.“ Kant


Referenten

„Das trojanische Pferd“ – Die Macht der Werbung

Blömer

Henner Blömer Stellvertretender Geschäftsführer Jung von Matt/Alster Werbeagentur GmbH

Henner Blömer, Jahrgang 1968, studierte Betriebswirtschaftslehre an der Johann-Wolfgang- Goethe-Universität in Frankfurt. Nach seinem Abschluss im Jahre 1995 stieg er als Senior Berater bei der Managementberatung Accenture ein. Nach verschiedenen Stationen innerhalb der Werbebranche kam Blömer 2003 als Chefberater zu Jung von Matt/Spree. Heute ist er stellvertretender Geschäftsführer des Hauptsitzes der Agentur in Hamburg. Jung v. Matt ist eine der progressivsten und erfolgreichsten Werbeagenturen in der ganzen Welt. Bekannte Produktionen wie „3..., 2..., 1... Meins!“ oder „Bild dir deine Meinung“ stammen aus der Feder der Hamburger Werbeprofis.

Der Konsument - ein mündiger Bürger? Rainer Brüderle, geboren am 22. Juni 1945 in Berlin, studierte Publizistik, Jura, Volkswirtschaft und Politische Wissenschaften an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz und schloss 1971 als Diplomvolkswirt ab.

Brüderle

Rainer Brüderle Stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP

Seit 1973 ist Brüderle Mitglied der FDP und wirkte hier in zahlreichen Funktionen auf Landes- und Bundesebene. Seit 1983 ist Brüderle Landesvorsitzender der FDP in Rheinland-Pfalz und Mitglied des Bundesvorstandes der FDP. Seit 1995 ist Rainer Brüderle stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP und seit 1998 Mitglied des Deutschen Bundestages. Außerdem ist er wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion sowie Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Technologie des Deutschen Bundestages.

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Referenten

„Das trojanische Pferd“ – Die Macht der Werbung

Blömer

Henner Blömer Stellvertretender Geschäftsführer Jung von Matt/Alster Werbeagentur GmbH

Henner Blömer, Jahrgang 1968, studierte Betriebswirtschaftslehre an der Johann-Wolfgang- Goethe-Universität in Frankfurt. Nach seinem Abschluss im Jahre 1995 stieg er als Senior Berater bei der Managementberatung Accenture ein. Nach verschiedenen Stationen innerhalb der Werbebranche kam Blömer 2003 als Chefberater zu Jung von Matt/Spree. Heute ist er stellvertretender Geschäftsführer des Hauptsitzes der Agentur in Hamburg. Jung v. Matt ist eine der progressivsten und erfolgreichsten Werbeagenturen in der ganzen Welt. Bekannte Produktionen wie „3..., 2..., 1... Meins!“ oder „Bild dir deine Meinung“ stammen aus der Feder der Hamburger Werbeprofis.

Der Konsument - ein mündiger Bürger? Rainer Brüderle, geboren am 22. Juni 1945 in Berlin, studierte Publizistik, Jura, Volkswirtschaft und Politische Wissenschaften an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz und schloss 1971 als Diplomvolkswirt ab.

Brüderle

Rainer Brüderle Stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP

Seit 1973 ist Brüderle Mitglied der FDP und wirkte hier in zahlreichen Funktionen auf Landes- und Bundesebene. Seit 1983 ist Brüderle Landesvorsitzender der FDP in Rheinland-Pfalz und Mitglied des Bundesvorstandes der FDP. Seit 1995 ist Rainer Brüderle stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP und seit 1998 Mitglied des Deutschen Bundestages. Außerdem ist er wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion sowie Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Technologie des Deutschen Bundestages.

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Elshorst

Der Einfluss der Non-Governmental Organizations (NGOs) Hansjörg Elshorst studierte Literatur, Geschichte und Philosophie, erwarb einen Doktortitel in moderner Literatur und arbeitete dann als Redakteur. Er erwarb einen Master-Abschluss in den USA und lehrte in Argentinien. In dieser Zeit engagierte er sich auch in NGOs. Nach seiner Rückkehr arbeitete Elshorst im Bundestag. Zwischen 1970 und 1995 war er im Bundesministerium für Entwicklung und Zusammenarbeit tätig und Mitbegründer und Geschäftsführer der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit. 1996 bis 1997 arbeitete er für die Weltbank.

Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel Universität Regensburg Wert und Werte - Wie passt das zusammen?

Die Andersmacher – Wie die neue Ökologiebewegung die Wirtschaft verändert Dr. Alexandra Hildebrandt, geb. 1970, studierte Literaturwissenschaft, Psychologie und Buchwissenschaften an den Universitäten ErlangenNürnberg und Bamberg. Sie promovierte über die deutsche Romantik. Von 2000 bis 2005 leitete sie die interne Kommunikation bei einem internationalen Baustoffhersteller. Seit 2006 ist Alexandra Hildebrandt Leiterin des Bereichs „Kommunikation & Gesellschaftspolitik“ bei der Arcandor AG. Neben Lehraufträgen, Gastdozenturen und zahlreichen Beiträgen für Funk und Fernsehen ist sie Herausgeberin und Autorin mehrerer Sachbücher: „Die Spur des Grenzgängers. Leben als Passion“, „Die Sprache von Mode und Design“, sowie „Die Andersmacher. Unternehmerische Verantwortung jenseits der Business Class“. Bodo Hombach Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe Von 1998 bis 1999 Chef des Bundeskanzleramts Die Moral der Medien - Im Zwiespalt zwischen Qualität und Profit

Ulrich Hemel studierte katholische Theologie, Philosophie, Sprach-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. 1979 begann er sein Promotions- und Habilitationsstudium sowie die Lehrtätigkeit an der Universität Regensburg. Von 1989 bis 1991 war Hemel Privatdozent für katholische Theologie sowie akademischer Oberrat an der Uni Regensburg. Parallel dazu begann er mit wirtschaftlichen Aktivitäten und ging 1991 zur Boston Consulting Group. 1996 wurde er Professor in Regensburg und in die Europäische Akademie der Wissenschaften und der Künste berufen. Von 1996 bis 2007 war er bei zahlreichen Unternehmen in leitenden Positionen tätig. 2003 wurde er vom BDU als „Manager des Jahres“ ausgezeichnet. 2005 veröffentlichte er das Buch „Wert und Werte – Ethik für Manager“. Aktuell ist er Geschäftsführender Gesellschafter der „Strategie und Wert Beratungs- und Beteiligungs-GmbH“.

Nach einer Ausbildung zum Fernmeldehandwerker studierte Bodo Hombach Sozialwissenschaft auf Diplom. Von 1976 bis 1979 war er Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft NRW und später von 1979 bis 1991 Landesgeschäftsführer der dortigen SPD. Von 1990 bis 1998 war Hombach Abgeordneter des Landtags NRW sowie Wirtschaftspolitischer Sprecher der SPDLandtagsfraktion NRW. Von 1991 bis 1998 war er Geschäftsführer der Preussag Handel GmbH und der Preussag International GmbH in Düsseldorf. 1998 war Hombach Minister für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr des Landes NRW und dann Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes. Von 1999 bis 2001 wirkte Hombach als Sonderkoordinator beim Stabilitätspakt für Südosteuropa mit. Seit 2002 ist er Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe in Essen.

Hombach

Hemel

Elshorst ist Gründungsmitglied von TI und hatte verschiedene Führungspositionen bei TI und TI Deutschland inne. Seit 2003 lehrt er an der Uni Potsdam, seit 2006 als Honorarprofessor.

Dr. Alexandra Hildebrandt Leiterin Gesellschaftspolitik der Arcandor AG

Hildebrandt

Prof. Dr. Hansjörg Elshorst Gründungsmitglied von Transparency International und ehemaliger Vorsitzender von TI Deutschland

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Elshorst

Der Einfluss der Non-Governmental Organizations (NGOs) Hansjörg Elshorst studierte Literatur, Geschichte und Philosophie, erwarb einen Doktortitel in moderner Literatur und arbeitete dann als Redakteur. Er erwarb einen Master-Abschluss in den USA und lehrte in Argentinien. In dieser Zeit engagierte er sich auch in NGOs. Nach seiner Rückkehr arbeitete Elshorst im Bundestag. Zwischen 1970 und 1995 war er im Bundesministerium für Entwicklung und Zusammenarbeit tätig und Mitbegründer und Geschäftsführer der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit. 1996 bis 1997 arbeitete er für die Weltbank.

Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel Universität Regensburg Wert und Werte - Wie passt das zusammen?

Die Andersmacher – Wie die neue Ökologiebewegung die Wirtschaft verändert Dr. Alexandra Hildebrandt, geb. 1970, studierte Literaturwissenschaft, Psychologie und Buchwissenschaften an den Universitäten ErlangenNürnberg und Bamberg. Sie promovierte über die deutsche Romantik. Von 2000 bis 2005 leitete sie die interne Kommunikation bei einem internationalen Baustoffhersteller. Seit 2006 ist Alexandra Hildebrandt Leiterin des Bereichs „Kommunikation & Gesellschaftspolitik“ bei der Arcandor AG. Neben Lehraufträgen, Gastdozenturen und zahlreichen Beiträgen für Funk und Fernsehen ist sie Herausgeberin und Autorin mehrerer Sachbücher: „Die Spur des Grenzgängers. Leben als Passion“, „Die Sprache von Mode und Design“, sowie „Die Andersmacher. Unternehmerische Verantwortung jenseits der Business Class“. Bodo Hombach Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe Von 1998 bis 1999 Chef des Bundeskanzleramts Die Moral der Medien - Im Zwiespalt zwischen Qualität und Profit

Ulrich Hemel studierte katholische Theologie, Philosophie, Sprach-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. 1979 begann er sein Promotions- und Habilitationsstudium sowie die Lehrtätigkeit an der Universität Regensburg. Von 1989 bis 1991 war Hemel Privatdozent für katholische Theologie sowie akademischer Oberrat an der Uni Regensburg. Parallel dazu begann er mit wirtschaftlichen Aktivitäten und ging 1991 zur Boston Consulting Group. 1996 wurde er Professor in Regensburg und in die Europäische Akademie der Wissenschaften und der Künste berufen. Von 1996 bis 2007 war er bei zahlreichen Unternehmen in leitenden Positionen tätig. 2003 wurde er vom BDU als „Manager des Jahres“ ausgezeichnet. 2005 veröffentlichte er das Buch „Wert und Werte – Ethik für Manager“. Aktuell ist er Geschäftsführender Gesellschafter der „Strategie und Wert Beratungs- und Beteiligungs-GmbH“.

Nach einer Ausbildung zum Fernmeldehandwerker studierte Bodo Hombach Sozialwissenschaft auf Diplom. Von 1976 bis 1979 war er Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft NRW und später von 1979 bis 1991 Landesgeschäftsführer der dortigen SPD. Von 1990 bis 1998 war Hombach Abgeordneter des Landtags NRW sowie Wirtschaftspolitischer Sprecher der SPDLandtagsfraktion NRW. Von 1991 bis 1998 war er Geschäftsführer der Preussag Handel GmbH und der Preussag International GmbH in Düsseldorf. 1998 war Hombach Minister für Wirtschaft und Mittelstand, Technologie und Verkehr des Landes NRW und dann Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes. Von 1999 bis 2001 wirkte Hombach als Sonderkoordinator beim Stabilitätspakt für Südosteuropa mit. Seit 2002 ist er Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe in Essen.

Hombach

Hemel

Elshorst ist Gründungsmitglied von TI und hatte verschiedene Führungspositionen bei TI und TI Deutschland inne. Seit 2003 lehrt er an der Uni Potsdam, seit 2006 als Honorarprofessor.

Dr. Alexandra Hildebrandt Leiterin Gesellschaftspolitik der Arcandor AG

Hildebrandt

Prof. Dr. Hansjörg Elshorst Gründungsmitglied von Transparency International und ehemaliger Vorsitzender von TI Deutschland

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Hundhausen

Erarbeitung von Themenansätzen für eine deutsche innocent Nachhaltigkeits-Promotion

Will der Kunde wirklich König sein? - Was ein Automobil-Konzern erreicht, wenn er den Kunden wertschätzt

Geboren 1971 in Köln, studierte Katrin Hundhausen zunächst Betriebswirtschaftslehre in Deutschland. Bald zog es sie jedoch ins europäische Ausland: Sie verbrachte einige Semester in England.

Michael Kern wurde 1955 in Wuppertal geboren. Dort studierte und promovierte er im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften.

Heute ist sie als Head of Marketing & Trade bei innocent Deutschland tätig. Innocent ist ein junges deutsches Unternehmen, das mit dem Konzept, kleingemixte Früchte zu Säften zu verarbeiten und in handliche Flaschen zu verpacken, auszog, die Welt zu erobern. Innocent ist ein Unternehmen, das bei der Vermarktung seiner Produkte auf moralische Kriterien setzt. Als Deutschlandchefin für Marketing hat Katrin Hundhausen Erfahrung auf dem Gebiet, wie sich Unternehmen mit ethischen Argumenten sowie ökologischen und nachhaltigen Produktionsbedingungen auf dem Markt behaupten können. Jürgen Jaworski Geschäftsführer der 3M Deutschland GmbH Die Macht des Kunden – Wie der Kunde unsere Produkte mit entwickelt Jürgen Jaworski ist seit über 35 Jahren in der Wirtschaft, insbesondere in Sales- und Marketingfunktionen tätig. Nach langjähriger Erfahrung in deutschen Unternehmen war Herr Jaworski von 1995 bis 2000 Direktor eines europaweit tätigen Unternehmens mit Sitz in Paris. Seit 2000 ist er Mitglied der Geschäftsleitung der 3M Deutschland GmbH und als Direktor verantwortlich für die Industrie- und Transportmärkte in Deutschland. In seiner Funktion bei 3M trägt er dazu bei, dass das Unternehmen nicht nur seinen Beitrag zum wirtschaftlichen Wachstum sondern auch zum Umweltschutz und dem gesellschaftlichen Umfeld leistet. Bereits 1975 führte das Unternehmen ein Umweltprogramm ein, das bis heute als Musterbeispiel für erfolgreichen Umweltschutz gilt.

In seiner beruflichen Karriere operierte Kern in hohen Managerpositionen bei namhaften Unternehmen, darunter die Mars Inc. Mc Lean., die Benckiser GmbH und die Kaufhof Warenkonzern AG. 1996 wechselte Kern in den VW Konzern, übernahm schließlich den Vorsitz der Geschäftsführung der Europcar Autovermietung und stieg innerhalb von drei Jahren zum Chief Executive Officer von Europcar International auf. 2003 wechselte er als Vorstandsvorsitzender zur Kampfs AG und kehrte 2004 zu VW zurück. Hier war er für Marketing und Vetrieb in der Nutzfahrzeugsparte verantwortlich. Danach wechselte er in den VW-Vorstand. Heute ist Michael Kern CEO von A.T.U. Dr. h. c. Helmut O. Maucher Ehrenpräsident der Nestlé AG Lohnt sich Moral im Geschäft? - Der Stellenwert von Moral für nachhaltigen Erfolg Nach dem Abitur machte Herr Maucher eine kaufmännische Lehre bei Nestlé in Eisenharz, anschließend besetzte er bei Nestlé in Frankfurt verschiedene Positionen. Gleichzeitig verfolgte er ein betriebswirtschaftliches Studium, welches er als Diplomkaufmann abschloss. Er wurde schließlich am 1. Oktober 1980 zum Generaldirektor der Nestlé AG in die Schweiz berufen.

Maucher

Jaworski

Michael Kern Vorsitzender der Geschäftsführung der A.T.U GmbH

Kern

Katrin Hundhausen Marketing-Leiterin für Deutschland der innocent GmbH

Vom 1. Juni 1990 bis zum 5. Juni 1997 war er Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates. Anlässlich der Generalversammlung vom 5. Juni 1997 trat er als Delegierter zurück, blieb aber weiterhin Präsident des Verwaltungsrates. Am 25. Mai 2000 endete sein Mandat als Präsident des Verwaltungsrates und er wurde in der Folge zum Ehrenpräsidenten ernannt. Herr Maucher erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Preis Soziale Marktwirtschaft und drei Ehrendoktoren. 36 | 37


Hundhausen

Erarbeitung von Themenansätzen für eine deutsche innocent Nachhaltigkeits-Promotion

Will der Kunde wirklich König sein? - Was ein Automobil-Konzern erreicht, wenn er den Kunden wertschätzt

Geboren 1971 in Köln, studierte Katrin Hundhausen zunächst Betriebswirtschaftslehre in Deutschland. Bald zog es sie jedoch ins europäische Ausland: Sie verbrachte einige Semester in England.

Michael Kern wurde 1955 in Wuppertal geboren. Dort studierte und promovierte er im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften.

Heute ist sie als Head of Marketing & Trade bei innocent Deutschland tätig. Innocent ist ein junges deutsches Unternehmen, das mit dem Konzept, kleingemixte Früchte zu Säften zu verarbeiten und in handliche Flaschen zu verpacken, auszog, die Welt zu erobern. Innocent ist ein Unternehmen, das bei der Vermarktung seiner Produkte auf moralische Kriterien setzt. Als Deutschlandchefin für Marketing hat Katrin Hundhausen Erfahrung auf dem Gebiet, wie sich Unternehmen mit ethischen Argumenten sowie ökologischen und nachhaltigen Produktionsbedingungen auf dem Markt behaupten können. Jürgen Jaworski Geschäftsführer der 3M Deutschland GmbH Die Macht des Kunden – Wie der Kunde unsere Produkte mit entwickelt Jürgen Jaworski ist seit über 35 Jahren in der Wirtschaft, insbesondere in Sales- und Marketingfunktionen tätig. Nach langjähriger Erfahrung in deutschen Unternehmen war Herr Jaworski von 1995 bis 2000 Direktor eines europaweit tätigen Unternehmens mit Sitz in Paris. Seit 2000 ist er Mitglied der Geschäftsleitung der 3M Deutschland GmbH und als Direktor verantwortlich für die Industrie- und Transportmärkte in Deutschland. In seiner Funktion bei 3M trägt er dazu bei, dass das Unternehmen nicht nur seinen Beitrag zum wirtschaftlichen Wachstum sondern auch zum Umweltschutz und dem gesellschaftlichen Umfeld leistet. Bereits 1975 führte das Unternehmen ein Umweltprogramm ein, das bis heute als Musterbeispiel für erfolgreichen Umweltschutz gilt.

In seiner beruflichen Karriere operierte Kern in hohen Managerpositionen bei namhaften Unternehmen, darunter die Mars Inc. Mc Lean., die Benckiser GmbH und die Kaufhof Warenkonzern AG. 1996 wechselte Kern in den VW Konzern, übernahm schließlich den Vorsitz der Geschäftsführung der Europcar Autovermietung und stieg innerhalb von drei Jahren zum Chief Executive Officer von Europcar International auf. 2003 wechselte er als Vorstandsvorsitzender zur Kampfs AG und kehrte 2004 zu VW zurück. Hier war er für Marketing und Vetrieb in der Nutzfahrzeugsparte verantwortlich. Danach wechselte er in den VW-Vorstand. Heute ist Michael Kern CEO von A.T.U. Dr. h. c. Helmut O. Maucher Ehrenpräsident der Nestlé AG Lohnt sich Moral im Geschäft? - Der Stellenwert von Moral für nachhaltigen Erfolg Nach dem Abitur machte Herr Maucher eine kaufmännische Lehre bei Nestlé in Eisenharz, anschließend besetzte er bei Nestlé in Frankfurt verschiedene Positionen. Gleichzeitig verfolgte er ein betriebswirtschaftliches Studium, welches er als Diplomkaufmann abschloss. Er wurde schließlich am 1. Oktober 1980 zum Generaldirektor der Nestlé AG in die Schweiz berufen.

Maucher

Jaworski

Michael Kern Vorsitzender der Geschäftsführung der A.T.U GmbH

Kern

Katrin Hundhausen Marketing-Leiterin für Deutschland der innocent GmbH

Vom 1. Juni 1990 bis zum 5. Juni 1997 war er Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates. Anlässlich der Generalversammlung vom 5. Juni 1997 trat er als Delegierter zurück, blieb aber weiterhin Präsident des Verwaltungsrates. Am 25. Mai 2000 endete sein Mandat als Präsident des Verwaltungsrates und er wurde in der Folge zum Ehrenpräsidenten ernannt. Herr Maucher erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Preis Soziale Marktwirtschaft und drei Ehrendoktoren. 36 | 37


Sambauer

Die moralische Qualität von Produkten - Das Zukunftsthema des Marketing?

Martin Sambauer hat in den frühen 90ern als kreativer TV-Gestalter (Cutter, Designer, Regisseur) im Bereich Promotion, Werbung und Showinszenierung begonnen, die heutige Medienwelt mit zu gestalten. Als Regisseur steht er für ungewöhnliche, raumgreifende Inszenierungen und hat komplexe Performance-Dokus entwickelt. Seine Wurzeln liegen im Broadcast-Design für viele Fernsehsender.

Ingo Schoenheit ist der geschäftsführende Vorstand des imug Instituts für Markt-Umwelt-Gesellschaft an der Leibniz Universität Hannover. Herr Schoenheit hat 1992 das imug Institut für Markt-

So hat Sambauer u.a. Kommunikationsmittel für Unternehmen wie BMW, Mercedes, Allianz und Microsoft entwickelt. Mit seinem Büro „Das Integral“ versucht er heute, der Idee einer „nachhaltigen Kommunikation“ den Weg zu ebnen: einer Kommunikation, die durch Offenheit und Dialogorientierung eine Kultur der gegenseitigen Anerkennung erzeugen soll.

Herr Schoenheit ist seit 1982 Lehrbeauftragter an der Leibniz Universität Hannover. Von 1979 bis 1990 arbeitete Herr Schoenheit als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Stiftung Verbraucherinstitut in Berlin.

Dr. Holger Schlageter Geschäftsführer des Schlageter-Instituts Macht und Moral – Wie menschliche Führung gelingen kann Holger Schlageter, Jahrgang 1973, studierte am Institute of Pastoral Studies in Chicago katholische Theologie und absolvierte dort sein psychotherapeutisches Master Studium. Seit seinem Studium geht er verschiedenen Tätigkeiten nach: Er arbeitete bereits als Seelsorger, therapeutischer Berater und Projektmanager sowie in der Erwachsenenbildung im Bistum Mainz. Neben seiner Tätigkeit im kirchlichen Sektor arbeitet er hauptsächlich im Personalwesen, unter anderem in den Bereichen Personal- und Führungskraftentwicklung, Management Audit, Personalwahl und Eignungsdiagnostik, Assessment- und Developmentcenter, Training, Coaching und Paartherapie. Bekannt ist Holger Schlageter unter anderem durch die Moderation der Radioshows „Nachttalk“, „Das Profiteam“ und „Love Academy“, die alle im Hessischen Rundfunk zu hören sind. Er ist Gründer und Geschäftsführer des Schlageter-Institus.

Umwelt-Gesellschaft an der Universität Hannover gegründet. 1995 etablierte er zusätzlich die imug Beratungsgesellschaft, deren geschäftsführender Gesellschafter er ist.

Das imug Institut und die angeschlossene imug Beratungsgesellschaft forschen und beraten heute an der Schnittstelle zwischen Unternehmen und Gesellschaft. Dipl. Ing. Sabine Soeder Kommunikationsberater und Leiter von Integral Development World Café Sabine Soeder, geboren 1966 in Karlsruhe, studierte von 1986 – 1992 Architektur an der Technischen Universität München. Im Anschluss an ihr Studium arbeitete sie als angestellte Architektin unter anderem bei „von Gerkan, Marg und Partner“ in Hamburg und im „Studio De Lucchi“ in Mailand.

Soeder

Schlageter

Die Brandschatzung Trojas

Dr. Ingo Schoenheit Geschäftsführer des Instituts für Markt-Umwelt-Gesellschaft

Schoenheit

Martin Sambauer Geschäftsführung & Regie, Das Integral - Büro für Inszenierung und Kommunikation GmbH

Im Jahr 2001 gründete die Dipl. Ing. Architektin ihr eigenes Unternehmen „Lichtraum“ und verdiente ihr Geld als Beraterin in Sachen Lichtplanung. Seit 2007 arbeitet sie als Moderatorin mit der Methode der „Graphic Facilitation“, mit der Standortbestimmungen, Visionen und Strategien visualisiert werden können. Unter anderem werden mit dieser Vorgehensweise Workshops oder Dialogveranstaltungen wie z.B. das World Café grafisch aufgearbeitet und für die Nachwelt festgehalten. 38 | 39


Sambauer

Die moralische Qualität von Produkten - Das Zukunftsthema des Marketing?

Martin Sambauer hat in den frühen 90ern als kreativer TV-Gestalter (Cutter, Designer, Regisseur) im Bereich Promotion, Werbung und Showinszenierung begonnen, die heutige Medienwelt mit zu gestalten. Als Regisseur steht er für ungewöhnliche, raumgreifende Inszenierungen und hat komplexe Performance-Dokus entwickelt. Seine Wurzeln liegen im Broadcast-Design für viele Fernsehsender.

Ingo Schoenheit ist der geschäftsführende Vorstand des imug Instituts für Markt-Umwelt-Gesellschaft an der Leibniz Universität Hannover. Herr Schoenheit hat 1992 das imug Institut für Markt-

So hat Sambauer u.a. Kommunikationsmittel für Unternehmen wie BMW, Mercedes, Allianz und Microsoft entwickelt. Mit seinem Büro „Das Integral“ versucht er heute, der Idee einer „nachhaltigen Kommunikation“ den Weg zu ebnen: einer Kommunikation, die durch Offenheit und Dialogorientierung eine Kultur der gegenseitigen Anerkennung erzeugen soll.

Herr Schoenheit ist seit 1982 Lehrbeauftragter an der Leibniz Universität Hannover. Von 1979 bis 1990 arbeitete Herr Schoenheit als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Stiftung Verbraucherinstitut in Berlin.

Dr. Holger Schlageter Geschäftsführer des Schlageter-Instituts Macht und Moral – Wie menschliche Führung gelingen kann Holger Schlageter, Jahrgang 1973, studierte am Institute of Pastoral Studies in Chicago katholische Theologie und absolvierte dort sein psychotherapeutisches Master Studium. Seit seinem Studium geht er verschiedenen Tätigkeiten nach: Er arbeitete bereits als Seelsorger, therapeutischer Berater und Projektmanager sowie in der Erwachsenenbildung im Bistum Mainz. Neben seiner Tätigkeit im kirchlichen Sektor arbeitet er hauptsächlich im Personalwesen, unter anderem in den Bereichen Personal- und Führungskraftentwicklung, Management Audit, Personalwahl und Eignungsdiagnostik, Assessment- und Developmentcenter, Training, Coaching und Paartherapie. Bekannt ist Holger Schlageter unter anderem durch die Moderation der Radioshows „Nachttalk“, „Das Profiteam“ und „Love Academy“, die alle im Hessischen Rundfunk zu hören sind. Er ist Gründer und Geschäftsführer des Schlageter-Institus.

Umwelt-Gesellschaft an der Universität Hannover gegründet. 1995 etablierte er zusätzlich die imug Beratungsgesellschaft, deren geschäftsführender Gesellschafter er ist.

Das imug Institut und die angeschlossene imug Beratungsgesellschaft forschen und beraten heute an der Schnittstelle zwischen Unternehmen und Gesellschaft. Dipl. Ing. Sabine Soeder Kommunikationsberater und Leiter von Integral Development World Café Sabine Soeder, geboren 1966 in Karlsruhe, studierte von 1986 – 1992 Architektur an der Technischen Universität München. Im Anschluss an ihr Studium arbeitete sie als angestellte Architektin unter anderem bei „von Gerkan, Marg und Partner“ in Hamburg und im „Studio De Lucchi“ in Mailand.

Soeder

Schlageter

Die Brandschatzung Trojas

Dr. Ingo Schoenheit Geschäftsführer des Instituts für Markt-Umwelt-Gesellschaft

Schoenheit

Martin Sambauer Geschäftsführung & Regie, Das Integral - Büro für Inszenierung und Kommunikation GmbH

Im Jahr 2001 gründete die Dipl. Ing. Architektin ihr eigenes Unternehmen „Lichtraum“ und verdiente ihr Geld als Beraterin in Sachen Lichtplanung. Seit 2007 arbeitet sie als Moderatorin mit der Methode der „Graphic Facilitation“, mit der Standortbestimmungen, Visionen und Strategien visualisiert werden können. Unter anderem werden mit dieser Vorgehensweise Workshops oder Dialogveranstaltungen wie z.B. das World Café grafisch aufgearbeitet und für die Nachwelt festgehalten. 38 | 39


Soeder

World Café Ulrich Soeder wurde 1963 in Freiburg im Breisgau geboren. Nach seinem Studium der Psychologie in Heidelberg und einer Ausbildung in körperorientierter Psychotherapie arbeitete er von 1996 bis 2002 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Dresden. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit im medizinisch-psychologischen Bereich ist er außerdem als freier Fotojournalist tätig.

Prof. Dr. Nico Stehr Karl-Mannheim-Lehrstuhl für Kulturwissenschaften an der Zeppelin University Die Moralisierung der Märkte – Wunsch oder Wirklichkeit? Nico Stehr studierte Ökonomik und Soziologie in Deutschland und den USA. Bis 2007 war er 30 Jahre Herausgeber des Canadian Journal of Sociology und ist Fellow der Royal Society (Kanada). Von 1967 bis 2000 forschte und lehrte er an amerikanischen und kanadischen Universitäten. Nico Stehr ist seit 2004 Karl-Mannheim-Professor für Kulturwissenschaften an der Zeppelin Universität und leitet dort seit 2006 ein dreijähriges, von der EU gefördertes, Forschungsprojekt zum gesellschaftspolitischen Umgang mit den so genannten “converging technologies”. Nico Stehr ist Autor zahlreicher Bücher, zuletzt: „Knowledge Politics: „Governing the Consequeneces of Science and Technology“, „Knowledge“, „Die Moralisierung der Märkte“ und „Moral Markets“.

„Next Markets“ – Was kommt nach dem Moralhype? Andreas Steinle ist Geschäftsführer des Zukunftsinstituts in Kelkheim/Frankfurt. Er verantwortet dort den Consulting-Bereich des Unternehmens und betreut nationale wie internationale Kunden in Strategie- und Innovationsprozessen. Andreas Steinle ist als Referent auf internationalen Kongressen tätig und hat mehrere Studien sowie Bücher veröffentlicht, u.a. „Zukunft machen - Wie Sie von Trends zu Business-Innovationen kommen“. Eine monatliche Kolumne von ihm erscheint im Manager-Magazin Online. Bevor Andreas Steinle zum Zukunftsinstitut wechselte, war er als Geschäftsführer des Hamburger Trendbüros tätig. Seinen Abschluss als Dipl.-Kommunikationswirt machte er an der Hochschule der Künste, Berlin, am Institut für Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation. In Berlin lehrte er auch neben seiner beruflichen Tätigkeit am Institut für Sprache und Kommunikation der Technischen Universität.

Dr. Ulrich van Gemmeren Geschäftsführer MADE-BY Label Deutschland Des Kaisers neue Kleider - MADE-BY bringt Transparenz und Nachhaltigkeit in die Mode Herr Ulrich van Gemmeren kommt ursprünglich aus einem Gebiet, welches wenig mit Markt und Moral zu tun hat. Von 1974 bis 1985 studierte er an der Universität Bonn und promovierte in physikalischer Chemie.

van Gemmeren

Stehr

Seit 2002 ist er freiberuflicher Kommunikationsberater und baute das Unternehmen INTEGRAL DEVELOPMENT auf. Mit SecondView® entwickelte er eine innovative Methode, die Fotografie als kreatives Medium in Beratungsprozesse integriert. Werte von Teams und Organisationen werden somit sichtbar gemacht, um auf diese Weise Kommunikation und Zusammenarbeit zu fördern. Seit 2006 begleitet er zudem gesellschaftliche Kommunikations- und Dialogprozesse von Großgruppen – dem World Café.

Andreas Steinle Geschäftsführer des Zukunftsinstituts von Matthias Horx

Steinle

Ulrich Soeder Kommunikationsberater und Leiter von Integral Development

Nach dem Studium stieg er 1985 als Produktspezialist bei einem japanischen Großkonzern ein und wurde 1998 zum Vertriebs- und Marketingleiter für ganz Europa ernannt. Auf der Suche nach neuen Herausforderungen wechselte er als Geschäftsführer zu einem mittelständischen deutschen Unternehmen im gleichen Bereich. Heute ist Herr van Gemmeren als Geschäftsführer von MADE-BY tätig. MADE-BY berät Mode- und andere Textilunternehmen bei der Verbesserung der sozialen, ökonomischen und ökologischen Bedingungen der gesamten Produktionskette ihrer Kollektionen. 40 | 41


Soeder

World Café Ulrich Soeder wurde 1963 in Freiburg im Breisgau geboren. Nach seinem Studium der Psychologie in Heidelberg und einer Ausbildung in körperorientierter Psychotherapie arbeitete er von 1996 bis 2002 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Dresden. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit im medizinisch-psychologischen Bereich ist er außerdem als freier Fotojournalist tätig.

Prof. Dr. Nico Stehr Karl-Mannheim-Lehrstuhl für Kulturwissenschaften an der Zeppelin University Die Moralisierung der Märkte – Wunsch oder Wirklichkeit? Nico Stehr studierte Ökonomik und Soziologie in Deutschland und den USA. Bis 2007 war er 30 Jahre Herausgeber des Canadian Journal of Sociology und ist Fellow der Royal Society (Kanada). Von 1967 bis 2000 forschte und lehrte er an amerikanischen und kanadischen Universitäten. Nico Stehr ist seit 2004 Karl-Mannheim-Professor für Kulturwissenschaften an der Zeppelin Universität und leitet dort seit 2006 ein dreijähriges, von der EU gefördertes, Forschungsprojekt zum gesellschaftspolitischen Umgang mit den so genannten “converging technologies”. Nico Stehr ist Autor zahlreicher Bücher, zuletzt: „Knowledge Politics: „Governing the Consequeneces of Science and Technology“, „Knowledge“, „Die Moralisierung der Märkte“ und „Moral Markets“.

„Next Markets“ – Was kommt nach dem Moralhype? Andreas Steinle ist Geschäftsführer des Zukunftsinstituts in Kelkheim/Frankfurt. Er verantwortet dort den Consulting-Bereich des Unternehmens und betreut nationale wie internationale Kunden in Strategie- und Innovationsprozessen. Andreas Steinle ist als Referent auf internationalen Kongressen tätig und hat mehrere Studien sowie Bücher veröffentlicht, u.a. „Zukunft machen - Wie Sie von Trends zu Business-Innovationen kommen“. Eine monatliche Kolumne von ihm erscheint im Manager-Magazin Online. Bevor Andreas Steinle zum Zukunftsinstitut wechselte, war er als Geschäftsführer des Hamburger Trendbüros tätig. Seinen Abschluss als Dipl.-Kommunikationswirt machte er an der Hochschule der Künste, Berlin, am Institut für Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation. In Berlin lehrte er auch neben seiner beruflichen Tätigkeit am Institut für Sprache und Kommunikation der Technischen Universität.

Dr. Ulrich van Gemmeren Geschäftsführer MADE-BY Label Deutschland Des Kaisers neue Kleider - MADE-BY bringt Transparenz und Nachhaltigkeit in die Mode Herr Ulrich van Gemmeren kommt ursprünglich aus einem Gebiet, welches wenig mit Markt und Moral zu tun hat. Von 1974 bis 1985 studierte er an der Universität Bonn und promovierte in physikalischer Chemie.

van Gemmeren

Stehr

Seit 2002 ist er freiberuflicher Kommunikationsberater und baute das Unternehmen INTEGRAL DEVELOPMENT auf. Mit SecondView® entwickelte er eine innovative Methode, die Fotografie als kreatives Medium in Beratungsprozesse integriert. Werte von Teams und Organisationen werden somit sichtbar gemacht, um auf diese Weise Kommunikation und Zusammenarbeit zu fördern. Seit 2006 begleitet er zudem gesellschaftliche Kommunikations- und Dialogprozesse von Großgruppen – dem World Café.

Andreas Steinle Geschäftsführer des Zukunftsinstituts von Matthias Horx

Steinle

Ulrich Soeder Kommunikationsberater und Leiter von Integral Development

Nach dem Studium stieg er 1985 als Produktspezialist bei einem japanischen Großkonzern ein und wurde 1998 zum Vertriebs- und Marketingleiter für ganz Europa ernannt. Auf der Suche nach neuen Herausforderungen wechselte er als Geschäftsführer zu einem mittelständischen deutschen Unternehmen im gleichen Bereich. Heute ist Herr van Gemmeren als Geschäftsführer von MADE-BY tätig. MADE-BY berät Mode- und andere Textilunternehmen bei der Verbesserung der sozialen, ökonomischen und ökologischen Bedingungen der gesamten Produktionskette ihrer Kollektionen. 40 | 41


World Café

World Café ist ein einfacher und wirkungsvoller Dialogprozess für große Gruppen, um im Rahmen einer öffentlichen Reflexion Fragen zu erkunden, die bewegen, um gemeinsame Visionen zu entwickeln, um zu kollektiven Entscheidungen zu finden und um koordinierte Aktivitäten zu planen und einzuleiten, kurz: um die kollektive Intelligenz von Gruppen unterschiedlichster Größe zugänglich zu machen. Das Vorgehen beruht auf der Annahme, dass das Wissen, die Kreativität und die Weisheit für die Lösung komplexer Probleme in Gruppen implizit vorhanden und prinzipiell zugänglich sind. Wenn sich Gruppen als lebendige Systeme auf kreative Weise mit sich selbst verbinden, kann diese Weisheit in Erscheinung treten.

und weiterführende Fragen zu identifizieren, um weise Entscheidungen in Hinblick auf die Moralisierung der Märkte treffen zu können. Integraler Bestandteil dieses Gesprächs ist eine dynamische visuelle Dokumentation (Graphic Recording), um die Gesprächsergebnisse für eine nachhaltige Wirkung zu dokumentieren. Als Werkzeug macht Graphic Recording Perspektiven und neue Zusammenhänge sichtbar, Abläufe begreifbar und baut in Form einer gemeinsamen

Viele kennen die Erfahrung von der Teilnahme an Tagungen oder Kongressen: Die interessantesten Gespräche und Begegnungen finden häufig in den Kaffeepausen statt. Eine der Grundideen von World Café besteht darin, diese Pausen und deren Kommunikationsstruktur zum Tagungsformat selbst zu machen. In diesem Sinne wird das World Café im Rahmen der Bayreuther Dialoge dazu dienen, gemeinsam über „die Moralisierung der Märkte“ zu reflektieren, den Kontakt zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie den Referentinnen und Referenten zu vertiefen und deren vielfältige Perspektiven zu vernetzen. Auf diese Weise können die Komplexität des Themas gewürdigt und neue Handlungsperspektiven entwickelt werden. Das Ziel dieses Dialogs besteht darin, wesentliche Themenbereiche

Bildsprache visuelle Brücken zwischen verschiedenen Fachsprachen. Dipl.-Psych. Ulrich Soeder ist Kommunikationsberater und leitet Integral Development. Er begleitet die Entwicklung von Menschen, Teams und Organisationen sowie gesellschaftliche Kommunikationsprozesse. Die Beratung folgt dem Konzept der »Integration durch Differenzierung« und hat die Bildung von Verantwortlichkeit und Integrität zum Ziel. 42 | 43


World Café

World Café ist ein einfacher und wirkungsvoller Dialogprozess für große Gruppen, um im Rahmen einer öffentlichen Reflexion Fragen zu erkunden, die bewegen, um gemeinsame Visionen zu entwickeln, um zu kollektiven Entscheidungen zu finden und um koordinierte Aktivitäten zu planen und einzuleiten, kurz: um die kollektive Intelligenz von Gruppen unterschiedlichster Größe zugänglich zu machen. Das Vorgehen beruht auf der Annahme, dass das Wissen, die Kreativität und die Weisheit für die Lösung komplexer Probleme in Gruppen implizit vorhanden und prinzipiell zugänglich sind. Wenn sich Gruppen als lebendige Systeme auf kreative Weise mit sich selbst verbinden, kann diese Weisheit in Erscheinung treten.

und weiterführende Fragen zu identifizieren, um weise Entscheidungen in Hinblick auf die Moralisierung der Märkte treffen zu können. Integraler Bestandteil dieses Gesprächs ist eine dynamische visuelle Dokumentation (Graphic Recording), um die Gesprächsergebnisse für eine nachhaltige Wirkung zu dokumentieren. Als Werkzeug macht Graphic Recording Perspektiven und neue Zusammenhänge sichtbar, Abläufe begreifbar und baut in Form einer gemeinsamen

Viele kennen die Erfahrung von der Teilnahme an Tagungen oder Kongressen: Die interessantesten Gespräche und Begegnungen finden häufig in den Kaffeepausen statt. Eine der Grundideen von World Café besteht darin, diese Pausen und deren Kommunikationsstruktur zum Tagungsformat selbst zu machen. In diesem Sinne wird das World Café im Rahmen der Bayreuther Dialoge dazu dienen, gemeinsam über „die Moralisierung der Märkte“ zu reflektieren, den Kontakt zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie den Referentinnen und Referenten zu vertiefen und deren vielfältige Perspektiven zu vernetzen. Auf diese Weise können die Komplexität des Themas gewürdigt und neue Handlungsperspektiven entwickelt werden. Das Ziel dieses Dialogs besteht darin, wesentliche Themenbereiche

Bildsprache visuelle Brücken zwischen verschiedenen Fachsprachen. Dipl.-Psych. Ulrich Soeder ist Kommunikationsberater und leitet Integral Development. Er begleitet die Entwicklung von Menschen, Teams und Organisationen sowie gesellschaftliche Kommunikationsprozesse. Die Beratung folgt dem Konzept der »Integration durch Differenzierung« und hat die Bildung von Verantwortlichkeit und Integrität zum Ziel. 42 | 43


Sponsoren Partner

den Referenten für ihre Bereitschaft, die Bayreuther Dialoge durch ihr Kommen und ihre Beiträge zu gestalten und zu bereichern, den Sponsoren für ihr entscheidendes Engagement. Sie ermöglichen unserer Initiative die Durchführung der Veranstaltung. Als Premiumpartner danken wir der Arcandor AG für die weitreichende Unterstützung. Ebenso möchten wir der Boston Consulting Group GmbH, der Deutschen Bahn AG, der innocent smoothies GmbH, der Memo AG, der Nokia AG, der Sparkasse Bayreuth und der Steinbach GmbH & CO. Spedition KG ganz herzlich danken, ebenso der BrandEins für die Medienpartnerschaft, Herrn Prof. Dr. Dr. Alexander Brink für die vielen Gespräche, Anregungen und die Betreuung der Bayreuther Dialoge seitens der Universität, Herrn Jürgen Fuchs für seine Ideen, sein Engagement und seine bedeutende Hilfestellung in der Praxis, Herrn Prof. Dr. Nico Stehr für die Erlaubnis, den Titel seines Buches zum Thema unseres Symposiums machen zu dürfen, der Stadt Bayreuth für die uns zur Verfügung gestellten Busse und die große Kooperationsbereitschaft, Frau Brigitte Gossler für ihr offenes Ohr und die Unterstützung bei allen Herausforderungen, dem Studentenwerk und der Universität für die zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten, den ehemaligen Projektleitern sowie dem gesamten Beirat der Bayreuther Dialoge für ihr anhaltendes Engagement und die wertvollen Ratschläge, all unseren Teilnehmern für ihr Interesse an unserer Veranstaltung, allen Helfern des P&E-Jahrgangs 2008 und natürlich dem ganzen Organisationsteam für ein Jahr fordernde Vorbereitung für die Bayreuther Dialoge.

Danksagungen

An dieser Stelle wollen wir all denen, die durch ihre Unterstützung zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben, einen herzlichen Dank aussprechen, insbesondere:

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Sponsoren Partner

den Referenten für ihre Bereitschaft, die Bayreuther Dialoge durch ihr Kommen und ihre Beiträge zu gestalten und zu bereichern, den Sponsoren für ihr entscheidendes Engagement. Sie ermöglichen unserer Initiative die Durchführung der Veranstaltung. Als Premiumpartner danken wir der Arcandor AG für die weitreichende Unterstützung. Ebenso möchten wir der Boston Consulting Group GmbH, der Deutschen Bahn AG, der innocent smoothies GmbH, der Memo AG, der Nokia AG, der Sparkasse Bayreuth und der Steinbach GmbH & CO. Spedition KG ganz herzlich danken, ebenso der BrandEins für die Medienpartnerschaft, Herrn Prof. Dr. Dr. Alexander Brink für die vielen Gespräche, Anregungen und die Betreuung der Bayreuther Dialoge seitens der Universität, Herrn Jürgen Fuchs für seine Ideen, sein Engagement und seine bedeutende Hilfestellung in der Praxis, Herrn Prof. Dr. Nico Stehr für die Erlaubnis, den Titel seines Buches zum Thema unseres Symposiums machen zu dürfen, der Stadt Bayreuth für die uns zur Verfügung gestellten Busse und die große Kooperationsbereitschaft, Frau Brigitte Gossler für ihr offenes Ohr und die Unterstützung bei allen Herausforderungen, dem Studentenwerk und der Universität für die zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten, den ehemaligen Projektleitern sowie dem gesamten Beirat der Bayreuther Dialoge für ihr anhaltendes Engagement und die wertvollen Ratschläge, all unseren Teilnehmern für ihr Interesse an unserer Veranstaltung, allen Helfern des P&E-Jahrgangs 2008 und natürlich dem ganzen Organisationsteam für ein Jahr fordernde Vorbereitung für die Bayreuther Dialoge.

Danksagungen

An dieser Stelle wollen wir all denen, die durch ihre Unterstützung zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben, einen herzlichen Dank aussprechen, insbesondere:

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Team

Projektleitung

Bianca

Fliß

Johannes

Phillip Greitens Dokumentation

Auernheimer

Marc

Yannik Bendel Referen-

ten Stephan Gönczöl Leon Jacob Hendryk Suchomski Simon Binder Alexandra Blickling

Anna Hofmann Sponsoring &

Finanzen Maximilian Schwefer Isabell Jehle Saskia Buskies Johannes Tholl Vedat Bayram Operatives Andreas Eichler Anne Warziniak Esther Meyer Hanna Freudenreich Benny Franke Barbara Faria Marketing Daniel Schubert Svenja Hippel Jennifer Feyer Marlene Röhrken Philip Wallmeier André Schmelzer Tim Winke Julius Habenschuss Philipp Schächtele Inhalt & Konzept Julian Langer mann

Julian Zuber

Claussen-Eller

Kim Hecker

Ulrich Berg-

Adrian Wenke Alexander

Gregor Geist

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Team

Projektleitung

Bianca

Fliß

Johannes

Phillip Greitens Dokumentation

Auernheimer

Marc

Yannik Bendel Referen-

ten Stephan Gönczöl Leon Jacob Hendryk Suchomski Simon Binder Alexandra Blickling

Anna Hofmann Sponsoring &

Finanzen Maximilian Schwefer Isabell Jehle Saskia Buskies Johannes Tholl Vedat Bayram Operatives Andreas Eichler Anne Warziniak Esther Meyer Hanna Freudenreich Benny Franke Barbara Faria Marketing Daniel Schubert Svenja Hippel Jennifer Feyer Marlene Röhrken Philip Wallmeier André Schmelzer Tim Winke Julius Habenschuss Philipp Schächtele Inhalt & Konzept Julian Langer mann

Julian Zuber

Claussen-Eller

Kim Hecker

Ulrich Berg-

Adrian Wenke Alexander

Gregor Geist

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Impressum Herausgeber

Team der Bayreuther Dialoge 2008

Redaktion

Julian Langer, Marc Philip Greitens, Bianca Fliß, Johannes Auernheimer, Leon Jacob, Philip Wallmeier, Julian Zuber, Adrian Wenke, Alexander Claussen-Eller, Gregor Geist, Ulrich Bergmann, Kim Hecker

Bildnachweis

[3, 4, 9, 26, 32, 47, 48] Leon Jacob [14, 47] sxc.hu [33 - 41] die Referenten [43] Ulrich Soeder

Gestaltung Corporate Design

Julius W. Habenschuss und André Schmelzer

www.sollenundsein.de

Kontakt

Universität Bayreuth Philosophy & Economics Bayreuther Dialoge 95440 Bayreuth

Die Übernahme und Wiedergabe, auch in Auszügen, bedürfen der Genehmigung des Herausgebers.


Impressum Herausgeber

Team der Bayreuther Dialoge 2008

Redaktion

Julian Langer, Marc Philip Greitens, Bianca Fliß, Johannes Auernheimer, Leon Jacob, Philip Wallmeier, Julian Zuber, Adrian Wenke, Alexander Claussen-Eller, Gregor Geist, Ulrich Bergmann, Kim Hecker

Bildnachweis

[3, 4, 9, 26, 32, 47, 48] Leon Jacob [14, 47] sxc.hu [33 - 41] die Referenten [43] Ulrich Soeder

Gestaltung Corporate Design

Julius W. Habenschuss und André Schmelzer

www.sollenundsein.de

Kontakt

Universität Bayreuth Philosophy & Economics Bayreuther Dialoge 95440 Bayreuth

Die Übernahme und Wiedergabe, auch in Auszügen, bedürfen der Genehmigung des Herausgebers.


www.bayreuther-dialoge.de


Veranstaltungsbroschüre Bayreuther Dialoge 2008