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DEEZ

14. Jahrgang | Ausgabe 09.2017 ­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­ monatlich und kostenlos

ISSN 2366­4908

Die Erste Eslarner Zeitung ­ Das Magazin zum täglichen Blog. www.eslarn­net.de

DEEZ 09.2017 Bildquelle: Jürgen Thier, linsenfutter.wordpress.com.

Passend zur "ISEK­Agenda": Feste und Feiern ohne Ende!

Ortspfarrer, Stifter, Vermittler, Missionar

Pfarrer Martin Rupprecht

"Das hab jetzt ich! Basta!"

Freundschaften und Feindschaften

Seehofers letzte Einladung. Ging diese Freundschaftsbekundung doch zu weit?

DEEZ ist ein Produkt von ZBE, Dept. OIKOS™ News & Media. ­ www.zach.eu.org. Verfügbar nur Online, unter: www.issuu.com/smde | Redaktionskontakt: www.oikosmedia.tk


Owa pfalt's ­ Kurioses und Mysteriöses

Aitza owa

[Oberpfälzer Dialekt "Aitza owa" für "Jetzt aber".]

Neues aus dem "Pflege­Marktl" Man hüllt sich weiter in Schweigen.

Reprint des Info­Newsletters vom 04.Januar 2017

Was Größe, Ausstattung und mögliche Inte­ gration einer Apotheke und eines Cafés betrifft, hüllt man sich weiter in Schweigen. So muß es nicht verwundern, dass auf dem gesamten

Ein extra großes Partyzelt zeigte am 29.08.17 ab 10.00 Uhr, dass hier etwas gefeiert wird. Neben dem AWO­Ortsvorsitzenden, MdL a. D. (SPD) Fritz Möstl, waren auch der geschäftsführende Beamte der Marktgemeinde Eslarn VOAR Georg Würfl, und der Eslarner kath. Orts­geistliche Erwin Bauer vor Ort.

Wir bauen! Das ist die Devise, welche seit 29. August 2017 auf dem Gelände des früher sog. "Hammerl­An­ wesens" am Eslarner Tillplatz gilt. Ende August fand eine Art "Baubeginnsfeier" statt, und schon begann das Vohenstraußer Bauunternehmen Reger Bau Gmbh damit, die Bodenplatte zu realisieren. Gebaut wird mit YTONG®, dem Baustoff wel­ chen man in unserer Region nur sehr selten sieht. Zumeist sind es reine Fertigteilhäuser die hier erstellt werden. Ziegel, also die Verwendung des roten Ziegels ist etwas aus der Mode ge­ kommen..

Baugelände keine sog. "Bautafel" zu sehen ist.. Bisher hatte eigentlich nur das Projekt "Arztprais mit Betreutem Wohnen" am Marktplatz eine richtige Bautafel. Diese stand im Jahr 2011 so­ gar bereits vor dem eigentlichen Baubeginn. Beim Leuchtturmprojekt "Biererlebnis Kommun­ brauhaus" steht die Bautafel aktuell immer noch, und verweist auf die Förderung durch Bund, Land und EU. Beim "Wohn­ und Pflegeheim" der K & S Le­ benswelten zeigte man sich am 19. Juni 2013 höchst kreativ, und die Bautafel bestand von Anfang bis Ende der Baumaßnahme ­ wohl erstmalig im Geltungsbereich des Baugesetz­ buches der Bundesrepublik Deutschland ­ aus einem laminierten A4­Zettel, der am Bauzaun angebracht war. "Ein Herz für Eslarn". Heutzutage gibt es einfach zu viele neugierige Leute, und was einmal im Internet steht ist kaum noch wegzubringen. Dabei geisterte schon im Jahr 2006 mit dem Slogan "Ein Herz für Eslarn" die Absicht der Marktgemeinde Eslarn durch den Ort, Eslarn für die Zukunft ertüchtigen zu wollen. Fortsetzung auf Seite 4 


INHALT

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Zahlungshinweise & Termine

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Freundschaften und Feindschaften

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Ortspfarrer, Stifter, Vermittler, Missionar

Pfarrer Martin Rupprecht

Seehofers letzte Einladung. Ging diese Freundschaftsbekundung doch zu weit?

Passend zur "ISEK­Agenda": Feste und Feiern ohne Ende!

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Eslarn, im September 2017

Liebe Leserinnen und Leser, mit großen Schritten nähern wir uns nun dem vierten Quartal des Jahres 2017. Allzu viel ist in der Marktgemeinde Eslarn in diesem Jahr nicht geschehen, und die restlichen drei Monate wird es wohl ­ wie alle Jahre um diese Zeit ­ darum gehen, die Fördermittelanträge für das kommende Jahr auszufüllen und auf den Weg zu bringen. Über 1,2 Mio. Euro liegen ­ so unsere Informationen ­ in der Marktgemeinde Eslarn seit über 2 Jahren brach, und warteten bis zur Projektierung und nun Realisierung es AWO­Tagespflege­ zentrums. Davon hat die Mehrzahl der Bürger_innen keinen besonderen Mehrwert, und kann im nächsten Jahr mit Präsentation der Planungen für die neue kommunale Kläranlage erkennen was es bringt abzuwarten. Aber keine Sorge, denn im nächsten Jahr sind in Bayern Landtags­ und Kommunalwahlen. Wie es derzeit aussieht, könnte sich Eslarn bald wieder "CSU­regiert" präsentieren. Ob es damit besser wird, steht wie immer in den Sternen, bzw. für das bayerisch­ tschechische Grenzgebiet mehr als irgendwo sonst auf der Agenda der jeweiligen Bayerischen Staatsregierung.

In diesem Sinne beste Wünsche!

Die Redaktion

IMPRESSUM/ IMPRINT: "DEEZ ­ Die Erste Eslarner Zeitung" erscheint regelmässig monatlich, und wird herausgegeben von ZBE, Theresia M. Zach, Ludwig­Müller­Strasse 2, D­92693 Eslarn. Die Redaktion erreichen Sie über die vorgenannte Postanschrift, sowie per Telefon: + 49(0)163 709 30 31, Telefax: +49 (0)9653 40 70 001, oder email: oikos­sms@office.eu.org. Leserbriefe nehmen wir ebenfalls gerne unter vorbezeichneten Kontaktmöglichkeiten entgegen. Wir behalten uns jedoch vor, diese vor einem Abdruck zu prüfen, und bei einem Verstoß gegen unser mission statement "Projekt gegen Antisemitismus, Rassismus, Extremismus und Fremdenfeindlichkeit" abzulehnen. V.i.S.d.P.: (Verantw. Redakteur): Michael W. Zach ­ Erreichbar über vorgenannte Anschrift bzw. die genannten Kontaktmöglichkeiten.

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Owa pfalt's ­ Kurioses und Mysteriöses Fortsetzung von Seite 2

m u r t n e z e g e l f p s e g AWO-Ta Eslarn 04 | DEEZ 09.2017


ESLARN

- direkt

Amtliche Zahlungstermine 01. Oktober 2017 Fälligkeit der Schlußrate zur Verbesserung der kommunalen Wasserversorgung (gem. Bescheid)



Offizielle Veranstaltungen Sehen Sie dazu bitte den Artkel unter "Gesellschaft und Politik".

Wertstoff­ und Restmüll­Abfuhr ­ TERMINE

Gelber Sack (DSD)

Papiertonne

Restmülltonne

17. Oktober

02. Oktober [Bergler]

11. Oktober [Kraus]

17. November

11. Oktober [Kraus]

25. Oktober [Kraus]

02. November [Bergler]

08. November [Kraus]

Der zu dieser Zeit veröffentlichte Handzettel mit dem Bild des "Justl­Anwesens" konnte bereits damals erahnen lassen, was hier realisiert werden soll. Trotzdem bediente man sich bei der Schaffung des Projekts "Arztpraxis mit Betreutem Woh­ nen" auf dem Grundstück des ehem. "Justl­ Anwesens neben dem früheren "Helfer vor Ort" (BRK) Stefan Hammerl zusätzlich noch eines Zimmerer­ und Dachdeckermeisters Ge­ org Schmid aus Hohenirlach bei Schwarzen­ feld im Landkreis Schwandorf. Beim Wohn­ und Pflegeheim der K & S Le­ benswelten GmbH soll unter anderem sogar

ein früherer Arzt aus der Nähe von Sindel­ fingen oder Sigmaringen beteiligt sein, und man kann unschwer erkennen wie viele "Her­ zen" hier auch außerhalb der Region für die Marktgemeinde Eslarn vorhanden sind. Wichtig ist aber nur noch, dass die Maßnahme frühzeitig vor der Landtags­ und Kommunal­ wahl 2018 fertig gestellt werden kann. Schliesslich wird es als "Leuchtturm­Projekt" von Eslarns Städtebaubemühungen gelten, und die Leitungsfähigkeit von Eslarns SPD­ Ortsverein herausstellen sollen. ▄

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Gesellschaft & Politik spezial

Bundestagswahl 2017 ­ Liebling, nimmst das kleine Braune? Anmerkungen zur Bundestagswahl 2017. Vorbemerkung: Eigentlich erdreisten wir uns ja, die Bundestagswahl 2017 über­ haupt kommentieren zu wollen. Nie­ mand unserer Redaktion ist bei einer Partei, und niemand in irgendeiner Wei­ se mit irgendener/ irgendeinem Abge­ ordneten affiliiert. Unsere Veröffentlichung, ordnungsge­ mäss smit ISSN versehen und bei der Deutschen Nationalbibliothek gelistet, wird vor allem regional nicht akzeptiert. Trotzdem schreiben wir was zum Aus­ gang der Bundestagswahl 2017, denn es tut unseres Erachtens Not.

fast 20 Jahren der Welt geöffnet, und da gibt es auch in Deutschland Leute wel­ che das nicht mögen, wenn außer Wa­ renex­ und importen auch sog. "fremde Kultur" ins Land kommt. Was sollte man denn hier im bayerisch­tschechischen Grenzland sagen, wo den Bewohner_ innen immer noch sehr viele Dinge fremd sind, oder der für "Fremde" zu­ ständige Ortsverein sich noch immer "Fremdenverkehrsverein" nennt?

Abgeschottet ­ ausgebrütet?

Von 1949 bis 1990, also etwas über 40 Jahre war die Gegend am ehemaligen Die Angst der Ängstlichen? "Eisernen Vorhang" vom Osten abge­ schnitten, mußte irgendwie über die Vor der Wahl, während des Wahlkamp­ Runden kommen, und verstand sich fes und jetzt danach noch mehr: Jam­ noch nicht einmal richtig mit den sog. mern, Jammern und Jammern! "Heimatvertriebenen", die unter der Be­ Es wurde erstmals seit 1949 eine Partei zeichnung "Sudetendeutsche" auch hier in den Bundestag gewählt, welche nicht seßhaft wurden. nur rechtsnationale sondern vielmehr Glauben Sie es uns, dass man es von auch Leuten mit rechtsextremen Ge­ dieser Warte aus etwas gelassener dankengut Heimat gibt, zumindest bis­ sieht, was sich zu dieser Bundestags­ lang gegeben hatte. wahl ereignete. Schlimm? Schlimm! Aber in einem de­ Es "brach sich eben mal Bahn", was so mokratisch verfassten Staatswesen manche Leute sich bisher nur denken eben auch nicht zu verhindern, auch in aber nicht zu sagen trauten. Schliess­ der Bundesrepublik Deutschland nicht. lich ist die Bundesrepublik Deutschland Deutschland hat sich schliesslich seit mittlerweile (wieder) sehr mächtig, hatte

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in unmittelbarer Folge nach dem Jahr­ tausendwechsel nicht nur einen deut­ sch­bayerischen Papst, sondern auch eine Fußball­Weltmeisterschaft gewon­ nen. Man war wieder jemand, auch wenn sich die Fußball­Weltmeister­ schaft als "gekauft" herausstellte, und dem deutsch­bayerischen Papst durch Bekanntwerden Jahrzehnte lang ver­ tuschter Mißbrauchsfälle an Schutzbe­ fohlenen "ein Bein gestellt" wurde.

man so etwas wie "die besseren Deut­ schen", also Westdeutsche in den wie­ dergewonnenen Ostteil des Landes. Die Leute dort wären ja nicht fähig gewesen sich selbst neu zu organisieren? Komisch, denn in Westdeutschland klappte dies mit ein wenig Hilfe der Alli­ ierten durchaus, und Westdeutschland wurde sogar ­ obwohl man viele sog. "Altnazis" weiterhin in deren staatlichen, ja sogar in Richterämtern beließ ­ ein demokratischer Staat. Jetzt sollen es Wenn nicht einmal die Heimat bleibt. wieder (nur) die Ostdeutschen sein, die Die Angst der Besitzlosen. "über die Stränge schlagen", und sich von Sozialisten zu Nationalisten wan­ Nur wer Angst hat sich in der Masse zu delten? verlieren, wem außer seiner Heimat In gewisser Weise mag das zutreffen, nichts mehr bleiben würde, der hat wenn man versteht, dass Ostdeutsch­ Angst vor so etwas wie sog. "Überfrem­ land, Jahrzehnte vom Westteil getrennt dung" oder dem Verlust der eigenen durchaus schon immer eine eigene Kultur. Vielleicht ist sogar die fehlende Identität hatte. oder weggenommene eigene Identität Es war aber eine andere Identität, eine der Grund, dass ­ wie die großen deut­ Identität ohne Kirchen und sozialistisch schen Medien immer wieder behaupten geprägt. ­ vor allem in Ostdeutschland so viele einen unerklärlichen Nationalstolz besit­ zen. Leicht hatte man es unseren ost­ Musterland Bayern? deutschen Mitbürger_innen wirklich nicht gemacht, denn einen Staat, nur weil dieser einer anderen Weltanschau­ Im Freistaat Bayern, also nur einem ung, der des Kommunismus/ Sozialis­ Bundesland meinen ja auch einige Leu­ mus verbunden war als "nicht über­ te, dass deren kulturelle Identität über lebensfähig" darzustellen, war etwas zu der Identität anderer deutscher Bür­ viel des Guten. Volkseigentum, so man ger_innen steht, und sich diese der diesen in beiderlei Hinsicht negativ be­ "bayerischen Kultur" unterzuordnen hafteten Begriff einmal verwenden will, hätten. Dabei wäre Bayern ohne eine wurde mit dem Fall der Mauer zügig in Vielzahl von Bundeseinrichtungen, so­ Privateigentum einiger weniger Leute wie große Elektronik­, Rüstungs­ und umgewandelt. "Der Osten" mußte neu Automobilkonzernen noch immer nicht aufgebaut werden, und dazu schickte der Rede wert.

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Gesellschaft & Politik spezial Eines jedoch hatte Ostdeutschland nie, zumindest nicht in der Weise wie es vor allem ­ auch hier ist Bayern Vorbild ­ in Bayern gelebt werden mußte und muß: Eine moralische Instanz in Form zweier sog. "Großkirchen" welche in außerordent­ lich besonderer Weise mit der Landespoli­ tik "Hand in Hand" gehen. Was jedoch Jahrhunderte lang unter nicht geringer Ge­ waltanwendung den Menschen "einge­ bläut" wurde hat nur dann Bestand, wenn es über Generationen weitergegeben wur­ de. Auch diese Identifikationsebene fehlt den meisten Ostdeutschen, bzw. wurde diesen über einige Generationen zum Wohle der sozialistischen Volksgemeinschaft ausge­ trieben. Womit sollte sich die ostdeutsche Bevölkerung nach der Wiedervereinigung identifizieren? Zu Essen hatte man auch im real existierenden Sozialismus, und man mußte ­ um es etwas überspitzt zu formulieren ­ bestenfalls auf Südfrüchte verzichten. Stimmt natürlich nicht so ganz, denn was man unter dem Begriff "Stasi" kennt, hatte durchaus nicht viel mit Demo­ kratie zu tun. Im Osten die Schlechten, im Westen die Guten? Da wären wir wieder beim "gegenseitig Schuld zuschieben", beim "Ossi­Wessi­ Konflikt". Dabei hatte diesmal auch Bayern kräftig "ins Klo gegriffen". Auch im deut­ schen "Vorzeigestaat" erreichte die AfD nahezu dieselben Prozentpunkte wie in den anderen Bundesländern. Dabei ist der Freistaat Bayern doch der "Himmel auf Er­

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den", wird nahezu familiär regiert. Bayern hat Nationale in seinen Reihen? Nie und nimmer! Man wundert sich, dass nicht schon längst der Verdacht aufgekommen ist, es würde sich dabei um importierten Nationalismus aus Ostdeutschland han­ deln. Aber keine Sorge, auch der Nationa­ lismus ist in Bayern originär und "hausgemacht". Von nirgendwo anders konnte sich Ende der 1920er Jahre etwas entwickeln, was in eine Nazi­Diktatur und schliesslich in den Zweiten Weltkrieg mün­ dete. Nirgendwo nämlich scheint man so­ gar übertriebenem Nationalismus noch etwas abgewinnen zu können, außer in Bayern. Vielleicht sollten es manche Ost­ deutsche eher mal in Lederhosn und Dirndl, sowie mit einer Maß Bier in der Hand versuchen. Auf diese Weise lässt sich Nationalismus nämlich auch sehr fein hinter nahezu kindisch wirkender Volkstü­ melei verstecken. Auch nicht überall wo ein Kreuz im Raume hängt müssen Natio­ nalisten fern sein, und so mochte es bis­ her durchaus an der Fähigkeit der jeweiligen Bayerischen Landesregierung im Zusammenspiel mit den sog. "Großkir­ chen" gelegen haben, dass am rechten Rande nichts mehr zu holen war.

Die Ruhe vor dem (Volks)Sturm?

Irgendwie erinnert die Zeit seit einigen Jahren verdächtig an manche Dinge wel­ che Deutschland schon einmal, während der sog. "Weimarer Republik" durchma­ chen mußte.


Politolog_innen sprechen längst davon, doch zugeben würde es niemand, wie auch Hitler nicht zugegeben hatte wenig später nach Abschluß des sog. "Münchner Abkommens" Polen überfallen zu wollen, und dies von einigen ­ sagen wir durchaus "Nationalisten neuerer Prägung" aufgrund frühzeitiger Mobilmachung in Polen in eine Art "Verteidigungshandlung" umgedeutet werden soll(te). Dann haben wir noch ­ nahezu Bayern exklusive ­ die Landnah­ meabsichten in Tschechien, die ­ aufgrund des sog. "Ermacora­Gutachtens" ­ immer noch verhindern, dass andere Staaten mit Deutschland echten Frieden schliessen können. Auch wir sind der Meinung, dass ein andauerndes Erinnern an diese 12 Jahre Massenmörderei nicht unbedingt das Beste hervorbringt. Noch gefährlicher aber dürfte es sein, wenn man eigene deutsche Schuld immer wieder ausblen­ det, aber anderen Leuten und Staaten da­ für umso mehr mit aktueller Gesetz­ gebung "ans Leder" will.

Davon geht die Welt nicht unter, ...? Genau diesen, in der Teilüberschrift ge­ nannten Anfang einer Liedzeile hatten und werden Sie aber in Bezug auf diese Bun­ destagswahl 2017 nie zu Gehör bekom­ men, und es ist gut so, dass niemand auf die Idee kam diesen, ohne Kontext an sich unverfänglichen Spruch vom Stapel zu lassen. Es handelt sich um ein von Zarah Leander gesungenes Lied, welches mit dem NS­Propagandafilm "Die große Lie­ be" erstmals veröffentlicht wurde .

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SERIE

Oberpfälzer Köpfe

Pfarr

Pfarrer Martin Rupprecht Nahzu jeder aus der Markt­ und Pfarrgemeinde Eslarn stammende katholische Geist­ liche hatte in der Vergangen­ heit weit über den Geburtsort hinaus von sich Reden ge­ macht. Auch Martin Rupprecht, eines von fünf Kinder des, vor eini­ gen Jahren verstorbenen, aus der Marktgemeinde Waldthurn stammenden und über mehr als zwei Jahrzehnte zusam­ men mit seiner Ehefrau als Sekretärin die Belange der landwirtschaftlichen Flurberei­ nigung leitenden Landwirts Josef Rupprecht gehört zu diesen Persönlichkeiten des Ortes. Im Juli 2017 feierte er sein 25jähriges Priesterjubiläum in der Marienwallfahrtskirche auf dem Fahrenberg bei Wald­ thurn. Vita und bisheriges Wirken Im Jahr 1992 empfing Martin Rupprecht in seiner Heimat­ diözese Regensburg duch den damaligen Diözesan­bi­ schof Manfred Müller die Priesterweihe. Sein Weg bis

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Pfarrer Rupprecht (gelber Kreis) im Jahr 2013, anlässlich der Feier seines 50sten Geburtstags im Gasthaus "Tillyschanz".

dahin war aber nicht üblich, wenngleich der Vorbereitung auf das Amt eines katho­li­ schen Geistlichen durchaus würdig und insofern bemer­ kenswert. 1986 unterbrach einer das Theologiestudium in Regens­ burg für ein für ein Soziales Jahr im Obdachlosenheim Rupert Mayer Haus in Wien. Nach dem Abschluss des Theologiestudiums war er wiederum ein Jahr in der So­ zialarbeit in Wien, diesmal im Bildquelle: pixabay.com, Ekin Akyurt

Hintergrundbild: Günter,Gumhold@pixelio.de

Pfarr­Seelsorger, Stifter, Vermittler und Missionar

„Jugendhaus der Caritas für jugendliche Haftentlassene und Drogenabhängige“ tätig.. In den Jahren 1987, 1989 und 1990 besuchte er eine jeweils dreimonatige Bibelschule, welche seine Liebe zur Türkei entfachte. Kaplan in Wunsiedel, Pfarr­ gründer in Wien Seine Kaplanzeit verbrachte er in der Stadt Wunsiedel/ Oberfranken, außerhalb sei­


rer Martin Rupprecht ­ Ein Eslarner in Wien und Tansania

­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­ http://www.neufuenfhaus.at/content/bruecken/stiftungjug end/0/articles/2011/04/13/a280/

ner Heimatdiözese. Dennoch erhielt er seine Kontakte nach Wien aufrecht, kam im Jahr 1994 auf persönlichen Wun­ sch des damaligen Erzbi­ schofs von Wien, Kardinal Hermann Groer wieder nach Wien, um zusammen mit dem Jesuitenpater Georg Spor­ schill SJ im Neubaugebiet an der Brünnerstraße in Florids­ dorf die neue Pfarrei „St. Cyrill und Method“ zu grün­den. Die Pfarrei liegt im Stadt­dekanat 21 des zur Erzdiö­zese Wien gehörenden Vikari­ates Wien Stadt. Islamstudien in der Türkei Von 1999 ­ 2000 wurde Rupprecht für ein Studienjahr in der Türkei freigestellt. Seit September 2000 betreut er die Pfarrei(en) "Christkönig" und "Hildegard Burjan" der Gemeinde Neufünfhaus. Neben der Aufgabe als Pfar­

Pfarrkirche "Cyrill und Method" der von Pfarrer Rupprecht 1994 gegründeten Wiener Pfarrei.

rer ist er Ansprechpartner für die Kontakte zu den Musli­ men und zu Fragen des Is­ lam, vor allem auch die Be­ gleitung christlich­muslimi­ scher Familien. . Stifter in Eslarn bzw. Re­ gensburg Am 12. August 2002 gründete Pfarrer Martin Rupprecht die Stiftung "Jugend fördern ­ Grenzen überspringen" mit Sitz in Eslarn. Diese wurde m 11.10.2002 durch die Stif­ tungsaufsicht bei der Regie­ rung der Oberpfalz als öffent­ lich­rechtliche Stiftung aner­ kannt. Mit dieser Stiftung reiht sich Rupprecht, aber über Hilfe für Eslarn hinausgehend, in die Reihe einer mittlerweile be­ trächtlichen Zahl von Stif­ ter_innen aus Eslarn ein. Nicht nur die Schwester des 1984 verstorbenen Diözesan­

Bildquelle: WikimediaCommons, user: Bwag, Liz.: CC­By­SA­4.0

Durch diese Stiftung sollen viele junge Men­ schen die Möglichkeit einer Ausbildung erhal­ ten, damit sie mit ihrer Kraft, ihren Bega­ bungen, ihrer Hoffnung, ihrem Glauben und ih­ rer Liebe am Aufbau einer neuen Weltgemein­ schaft mithelfen können. Kein junger Mensch soll hungern müssen oder nicht zur Schule ge­ hen können. Damit dies ein wenig mehr gelingt, errichte ich diese Stiftung und nenne sie Stif­ tung „Jugend fördern – Grenzen überspringen“.

Kirchenmusikdirektors Georg Friedrich Zimmermann hatte um die Jahrtausendwende ­ wenn auch nicht in Form einer rechtsfähigen Stiftung für sich und deren Bruder Geld an die Gemeinde und die Pfarrei Es­ larn übergeben. Die sog. "Benno­Zierer­Stif­ tung" schüttet jährlich an be­ dürftige kinderreiche Familie aus, und die Stiftung von Pfarrer Rupprecht kümmert sich um Kinder und Jugend­li­ che in aller Welt. Startkapital für die Stiftung war ­ so die Regionalpresse ­ der Verkauf seines Citroen Traction Avant, aus dem Jahr 1946, und ein weiterer Old­ti­ mer aus dem Jahr 1973 stand ebenfalls zum Verkauf. Seit Gründung der Stiftung soll ein sechsstelliger Betrag inves­ tiert worden sein, und der Stifter macht sich regel­mäs­ sig selbst ein Bidl über die Verwendung der Gelder..

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Hier könnte sich möglicherweise so mancher andere katholische Geistliche in den staatlich geförderten Landeskirchen ein Beispiel neh­ men. Herzensanliegen "Tansania" East African Community

Ein Herzensanliegen ist Pfar­ rer Rupprecht sein Schulpro­ jekt in Holili (Tansania ­ www.eac.int). Dort errichtete man auf seine Weisung für 110.000.­­ Euro ein Schul­

www.eac.int

zentrum, um auch weniger begüterten Kindern den Besuch einer Schule zu ermöglichen. Aber auch in der Osttürkei hat Pfarrer Rupprecht viele Projekte angestossen und betreut diese weiter.

Gute Kontakte auch in die Bundespolitik So ganz "ohne Beziehungen" geht es natürlich nicht, und hatte der Vater des Bundestags­ abgeordneten Albert Rupprecht (CSU) als früherer Angestellter einer Genossenschafts­ bank schon immer ein Händchen für Geld, so dürfte es Pfarrer Martin Rupprecht zugute komme, dass es sich bei Albert Rupprecht um seinen Cousin väterlicherseits handelt. Hintergrundinformationen (allgemein) Verschweigen darf man natürlich auch nicht, dass solche pesönlichen Engagement nicht selten auch von der Dienstherrin/ dem Dienst­ herrn, hier der Röm.­Kath. Kirche gern gese­ hen und mit jeder Menge Zusatzgeldern ge­

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fördert werden. Solches Engagement gilt auf politischer Ebene als privates Engagement und wird nicht ­ außer bei sehr kritischen Staaten ­ der dahinterstehenden NGO, hier der Röm.­Kath. Kirche zugerechnet. Als "Privatinvestition" ist die Angelegenheit zuem auch von staatlicher Seite zumeist des Her­ kunfts­ wie auch des Empfängerlanes för­ derfähig, was die Investition nicht selten auf ein Vielfaches des ursprünglichen Betrages anwachsen lässt. Andererseits bekommen Sie, auch wenn Sie ernsthaft in einem Schwellenland helfen wollen, ohne NGO nahezu keinen Fuß mehr in die Tür. Auch in diesem Bereich sind die Besitzstände längst aufgeteilt, denn es geht in Afrika vor allem und immer mehr um Rohstoffe wie z. B. die sog. "seltenen Erden". Jeden Quaratmeter Land den Sie in einem solchen Schwellenland mit güten Gründen wie z. B. dem Bau einer Schule erwerben können, wird sich in den kommenden Jahrzehnten tausendfach auszahlen. Vielleicht auch deshalb gab das deutsche Bundeskriminalamt gem. Bericht unter Re­ gensburg­Digital.de schon vor einigen Jahren die Weisung an bundesdeutsche Immo­ bilienmakler_innen weiter, bereits bei Inter­ esse Dritter an Grundstücken oder Immobilien schriftlich davon informiert werden zu wollen. Noch sind nicht alle Länder dieser Erde dazu in der Lage deren Territorium entsprechend zu schützen, und möglicherweise werden dehsalb weitere Millionen Menschen auch in Zukunft nicht in Frieden leben dürfen. ■


ISEK­BERICHT

"ESLARN 2030"

nachgefragt & nachgeschaut

Es war einmal, ...

Ein durchaus gut florierendes Foto­ und Schreibwarengeschäft, welches von eienem gelernten Fotografen des Namens Erich Zimmermann geführt wurde. In den 1970er Jahren erlebte es in zweiter Generation am neuen Firmensitz in der Heubachgasse 3 nicht zuletzt aufgrund der staatlichen Tourismusförderung eine Fortsetzung. Kommu­ nionbilder, Firmbilder und Hochzeitsbilder gehörten neben dem Schreibwarensorti­ ment zum Angebot. Der Firmeninhaber sang auch im örtlichen Männerge­ sangsverein, was die Zusammenarbeit mit ihm erleichtert haben dürfte. Er verstarb vor einigen Jahren, und so blieb nur dieser obige Geschäftsraum übrig. Vielleiht nur aus nostalgischen Gründen immer noch im offiziellen ISEK­Bericht "Eslarn 2030" als aktives Unternehmen geführt, jedoch schon seit mindestens zwei Jahren nicht mehr geöffnet, obwohl die Marktgemeinde Eslarn durchaus Bedarf an Schreibwaren etc. haben müßte, eine Unternehmensnachfolge, zumindest aber eine branchennahe Neugründung möglich wäre. Eslarn stirbt niht aus, Eslarn "stirbt sich aus", denn Unternehmen scheinen hier nicht mehr erwünscht zu sein, außer diese ordnen sich

 Google(R)­ Unternehmenssuhe.

dem immer mehr sozialistisch anmutendem Procedere einer volksgemein­ schaftlichen Unternehmensverwaltung unter.

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ESLARN ­ Gesellschaft & Politik

Passend zur "ISEK­Agenda": Feste und Feiern ohne Ende! Hätte es uns jemand gesagt, dass der gute Freund des Eslarner Bürgermeis­ ters Reiner Gäbl, der seit 2013 im Deut­ schen Bundestag amtierende, Pfrent­ sch­Waidhauser Uli Grötsch auch touris­ muspolitischer Sprecher der Bundes­ tagsfraktion ist, wird hätte es schon eingepreist. So aber wunderten auch wir uns lange Zeit, dass die Marktgemende Eslarn ­ sowieso seit Mitte der 1980er Jahre "SPD­regiert" ­ seit ca. drei Jahren sehr tourismusaffin ist. Gebracht hatte es bisher trotzdem nicht viel, denn die sog. "Verkehrsamtstafel", benannt nach dem, in dem 1970er be­ kannten Begriff "Fremdenverkehr", weist immer noch ausschliesslich das sog. "UKVZ" (Unterkunftsverzeichnis) der Marktgemeinde Eslarn auf. Diesjährig fehlte sogar ein plakativer Hinweis auf den sog. "Bartl­Markt", der seit vier Jah­ ren regelmässig Ende August stattfindet. Wenn der diesjährige Markt interessiert, für den hat einer unserer freien Mit­ arbeiter unter http:// marco.newsagenc.tk/repos01

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auch davon einige von uns gemachte Bilder hinterlegt. Es geht weiter, bis zum Schluß (des Jahres).. In diesem Jahr ist aber wirklich "der Bör los", denn auch bis zum Ende des Jah­ res gibt es Feiern und Feste ohne Ende, und ohne dass irgendwo Tourist_innen sichtbar sind. Nebenstehend ein paar dazu gehörende Veröffentlichungen, die wir leider nur durch Schaufenster fotografieren konn­ ten. Die Plakate und Flyer scheinen so begehrt zu sein, dass man diese in nahezu nur homöopathischen Dosen emmittiert.

Eslarns "Kurpark­Bankerl"

Seit Mai 2017 erstmals seit Jahren wieder mal lasiert.


Eslarner Veranstaltungen im Oktober 2017 (auszugsweise, soweit wir Hinweise fanden)

Blechplattennacht Eine Kooperation der "Kreativschmiede Lindner" mit einem Eslarner Fußball­ Fanclub.

Kuchentüten­Verkauf der Festdamen, anlässlich des 150ährigen Jubiläums der FFW Eslarn e. V.

Kürbis­Fest Diesmal nicht bei Alfons Grötsch (Hausname: Binnerl) selbst (Bild oben), sondern als gewerbliche Kooperation mit "Open", dem Wochenend­ Bistro im früheren Gasthof "Hierold" (Singerstrasse), und "Pizza Anno" in der Kapellenstrasse.

Hubert Treml in Eslarn Der promovierte Theologe und singen­ de Kabarettist Hubert Treml aus der Oberpfalz, jetzt auch endlich einmal in der Marktgemeinde Eslarn zu Gast.

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ESLARN ­ Gesellschaft & Politik Volksgemeinschaftlich sozialisierte Veranstaltungen, aber fast kein Gewerbe mehr vorhanden. Volksgemeinshaftliche Veranstaltungen welhe von Vereinen, oder gastronomischen Betrie­ ben in Verbindung mit Vereinen abgehalten werden sind die seit einigen Jahren "neueste" Erfindung um den fehlenden Tourismus zu er­ setzen. Nebenstehend der Blick auf zwei traditionelle gastronomische Betriebe, welhe wie der "Landgasthof Karl", auh "Krone zu Bayern" einstmals einen der zentralen Gastronomie­ betriebe, mit eigener Metzgerei und Fremden­ zimmern darstellte. Links im Bild das mittler­ weile schon ältere Schild eines ebenfalls tradi­ tionellen Wirtshauses, wie man es sich ei­ gentlich immer wieder als Idealzu­stand vor­ stellt, und in der Bayern­Soap "Dahoam is Dahoam" bewirbt. Hier nur noch als "Bierstü­ berl" geführt, denn wo keine Kundschaft, da kein Bedarf für Größeres. Alternativ dazu rechtsseitig das neue "Gastro­ nomie­Treiben" in einem der größten Orte des Landkreises Neustadt/ Wn.: Ein mit EU­, Bundes­ und Landesfördermitteln realisiertes "Bierstüberl" ersetzt die örtliche Gastronomie, und zwar noch während des Sterbens derselben. Anderweitige Veranstal­ tungen werden "gewerbefrei" in Räumlichkei­ ten wie der "Alten Schulturnhalle" oder dem Versammlungssaal der Kath. Pfarrgemeinde abgehalten. Man darf sich also keine Hoff­ nungen machen, dass in einen solchen Ort jemals wieder solches "Leben" einkehrt, wie man es in der besagten Heimat­Soap im Bayerischen Fernsehen gerne vorgibt, und vielleicht auch haben möchte. Der Trend geht zur ­ kontrollierbaren? ­ Volksgemeinschaft, parteikontrolliert und mit vorheriger Anmeldepflicht für Besucher_­ innen. 

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Die Blog­Tour startet am 30.09.2017 auf www.scvincent.com. Eine Leseprobe gibt es in der ersten BOOX™, unter www.issuu.com/ smde WERBUNG


DEUTSCH­TSCHECHISCHE ZUSAMMENARBEIT ­ Was is

Freundsch

Seehofers letzte Einladung. Ging diese Freundschaftsbekundung doch zu weit?

Es ist ­ wir berichten seit mehr als drei Jahren darüber ­ kein Geheimnis, dass sich mächtige Leute im Frei­ staat Bayern nicht damit abfinden wollen, dass einst­ mals deutsche Gebiete im heutigen Tschechien nicht mehr zu Deutschland, nicht einmal zu Bayern gehö­ ren. Jahrzehnte lang stand dies nicht zur Debatte, denn Deutschland hatte sich mit Ziel einer Wiedervereini­ gung beider deutscher Staaten "wohl zu verhalten". Seit geglückter Wiedervereinigung jedoch geht es im­ mer deutlicher zur Sache. Davon aber ist nicht nur das früher sog. "Sudetenland" betroffen, sondern in eben­ solcher Weise auch die ehemaligen Gebiete in Ost­ preussen und Schlesien . Keine konkreten (partei)politischen Stellungnahmen

(Völker)rechtlich scheint die Sache klar.Es gibt hinrei­ chende völkerrechtliche Verträge, dass die Bundesre­ publik Deutschland weder an Polen noch an Tschechien oder irgendeinen anderen Staat mit ehe­ mals deutschen Gebieten Rückforderungsansprüche stellen wird. Einen Bruch von Völkerrecht könnte sich die Rechtsnachfolgerin des sog. "Dritten Reiches"

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schon aus dem Grund nicht leisten, da dies bereits der damalige Reichskanzler Adolf Hitler inbezug auf das sog. "Münchner Abkommen" von 1938 so gehalten hatte, und wenig später nach Abschluß dieses völker­ rechtlichen Vertrages in Polen einmarschiert war, Po­ len angegriffen hatte. Dass hier aber von deutscher Seite noch lange nicht das letzte Wort gesprochen ist, davon sprachen zu­ rückliegend die ehemalige Vorsitzende des "Bund der Vertriebenen e. V." mit Umdeutung des Angriffs der Wehrmacht auf Polen in eine Art "Verteidigungshand­ lung". Dies merkt man aber auch an den diversen Ver­ öffentlichungen einiger mächtiger Ortsverbände der sog. "Sudetendeutschen Landsmannschaft e. V.". Wer sich hier auf Anfrage an demokratisch legitimierte Par­ teien bzw. deren Generalsekretäre Bundes­ oder Lan­ desleitungen eine klärende schriftliche Stellungnahme erwartet, der wartet lange. Da diese Thematik in den bundesdeutschen Medien nicht (mehr) behandelt wird, hatten wir uns zurückliegend die Mühe gemacht, und warten bis heute auf Antworten. Darüber will man scheint es nicht reden, schon gar nicht schreiben. Die AfD ­ Ein letztes Aufbäumen revanchistischer Gedanken? Niemand wir es wundern, dass auch die seit 2013 ­ übrigens in Ebersberg (Bayern) ­ gegründete, als rechtsnational bezeichnete Partei "AfD" die Ansicht

1) Walter Hinck: Kritische Geschichtsdeutung in Balladen Brechts. In: Srdan Bogosavljević (Hrsg.): Die deutsche Ballade im 20. Jahrhundert. Lang, Bern 2009, ISBN 978­3­03911­628­7, S. 82


st, was könnte werden?

haften und Feindschaften.

vertritt, dass Deutschland ein Anrecht auf den Rücker­ halt der ehemals ostdeutschen Gebiete habe. Wäh­ rend man aber bei der AfD durchaus die rechts­ nationalen, ja zum Teil rechtsextremen Äußerungen erkannte und öffentlich darüber diskutierte, blieben diese ­ dritte Staaten betreffenden ­ Dinge außen vor. Stattdessen nimmt man es im Freistaat Bayern in Kau eine sehr schizophrene Politik zu betreiben. Eine Politik, welche Vertreter_innen sog. "revanchistisch gesinnter Gruppen" mittlerweile zu sehr auf die Neren gegangen sein dürfte.

Identifikationsprobleme mit der CSU hatten bislang die allerwenigsten Bürger_innen im Rautenstaat. Nur seit einer bestimmten Versammlung in der Stadt Augsburg, genauer gesagt dem letztmaligen "Sude­ tendeutschen Tag" an Pfingsten 2017 scheint die CSU vor allem mit einem Ministerpräsidenten Seehofer das Vertrauen verloren zu haben. Hätte der tschechische Vize­Premierminister Pavel Bělobrádek nur nicht folgende einleitende Worte ge­ sprochen, und damit die Diskussion über "Freunde und Feinde" eröffnet.

Die AfD ­ Eine "Notgründung" zur Interessenwahrung?

"Ich bin nicht gekommen um mich zu entschuldigen oder um zu versöhnen, ich bin hier um mit

Bei der AfD könnte es sich insofern nicht nur um eine ostdeutscher Unzufriedenheit geschuldete "Protest­ gründung" zu handeln, sondern ebenso um eine Pro­ testpartei unverstandener Nachkommen einstmals Heimatvertriebener. Wieso denn sonst eine Gründung auf dem Boden des Freistaates Bayern, im ba­ yerischen Oberland, und noch dazu im Wahlkreis der bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU)? Wir streiten nicht ab, dass sich auch andere politisch Unvestandene dann einer solchen Partei an­schlies­ sen, doch aufällig ist beim Wahlergebnis der aktuellen Bundestagswahl 2017, dass auch und vor allem die CSU "Federn lassen" musste. Bayern gehts von allen Bundesländern am besten.

Nachbarn zu feiern."

Dies war ­ so unter www.sudeten­obb.de nachzulesen ­ dem Vorsitzenden der mächtigsten Ortsgruppe der SL zu viel. Offener Brief zum "Bayernplan 2017" ­ Ein Ultimatum? Ein nachfolgender offener Brief zum "Bayernplan 2017" ­ einer Quasi­Regierungserklärung der CSU zur Lage der bayerischen Nation ­ gibt deutlich zu er­ kennen, dass man der CSU damit eine Art "Ultimatum" setzte.

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DEUTSCH­TSCHECHISCHE ZUSAMMENARBEIT ­ Was is

Die Forderungen waren klar, wie diese seit dem Jahr 1990 immer lauter und höchst durchdringend geäußert wurden und werden: Tschechien hat "ver­ brecherische Gesetze und Verordnungen" darunter vor allem die sog. "Beneš­Dekrete" zurückzunehmen, und ­ das Wichtigste ­ damit den Nachkommen der Heimatver­triebenen deren verlorenes Eigentum zu ersetzen, sowie anderweitigen Schadensersatz zu leisten. Forderungen die bislang noch von keiner tsche­ chischen Regierung anerkannt, und mit Bayern als einem von mehreren Bundesländern in Deutschland schon gar nicht diskutiert wurden. Ministerpräsident Seehoer "in Zugzwang". Damit war ­ so unsere Ansicht ­ der bayerische Minis­ terpräsident in Zugzwang geraten, und scheint mit der überraschenden Präsentation des vormaligen Ver­ teidigungsministers und Barons Karl­Theodor zu Gut­ tenberg beim Gillamoos­Volksfest in Abendsberg eine Art "Versöhnungsangebot" gemacht zu haben. Versöhnungsangebot "zu Guttenberg"? Ein Adeliger böhmischen Geblüts sollte die Wogen glätten, der CSU die bayerische absolute Mehrheit sichern, und mit einem nicht nur dem bayerischen Spitzenkandidaten und Innenminister Joachim Herr­ mann, sondern auch zu Guttenberg in Aussicht ge­ stellten Posten in der neuen Bundesregierung Wege zu einem Neuanfang in Sachen "Versöhnung mit Tschechien" bereiten. Der "Rettungsschirm" des Schirmherr war aufge­ spannt, doch schienen sich allzuwenige Leute da­ runter geflüchtet zu haben. Die CSU verlor im Stammland genau diejenigen Pro­ zentpunkte, welche die AfD in Bayern gewinnen konnte. Es scheint also nicht ausgeschlossen, dass sich fortan die AfD um einen Teil der Heimatvertriebenen

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und deren Restitutionsbelange kümmern sollte. Da war etwas schief gelaufen, sehr schief gelaufen, und es muß nicht wundern, dass sich die CSU nun (Sachstand: 26.09.17) für die nächstjährige Land­ tagswahl in Bayern von derem Ministerpräsidenten verabschieden will. Sogar der CSU­Ehrenvorsitzende Dr. Edmund Stoiber, welcher über drei Legislaturperioden in Ba­ yern als Ministerpräsident die Versöhnung mit Tschechien versuchte, in dem er einen Besuch Tsche­ chiens von einer Rücknahme der sog. "Benes­Dekre­ te" abhängig gemacht hatte, soll nun Minis­ terpräsidenten Seehofer zum Amtsverzicht aufge­ fordert haben. Verzicht vor oder nach der Wahl in Tschechien? Dr. Stoiber denkt also ­ scheinbar im Gegensatz zu Seehofer ­ nicht, dass die im Oktober d. J. in Tsche­ chien anstehende Wahl einer neuen Regierung eine Veränderung der Sachlage bringen wird. Dabei könnte er sich auf aktuelle Informationen stüt­ zen, die vor etwas über einer Woche unter dem Deck­ mantel einer "besseren bilateralen Kooperation" bei einem Treffen von tschechischen KDL­Abgeordneten mit bayerischen Landespolitiker_innen zunächst in Deggendorf dann in München, gewonnen werden konnten. In den regionalen Medien ­ nur dort, und mög­ licherweise zur Besänftigung der schon wanderberei­ ten Volksgenossen ­ wurde das Treffen am 20.09.2017 in Deggendorf mit dem Titel "Parlamente Tschechiens und Bayerns wollen enger zusammenar­ beiten" versehen. Dabei war es kein Trefen "der Par­ lamente" sondern nur ein Treffen einiger Politiker_ innen. Das tschechische Parlament schickte Vize­ präsidenten Jan Bartošek (KDU­CSL) und den Frak­ tionsvorsitzenden der KDU­CSL, Jiří Mihola. Es wurde dann in München eine Erklärung zur freundschaftlichen Zusammenarbeit zwischen dem tschechischen Parlament und dem bayerischen Land­ tag unterzeichnet. (Quelle: br.de)


st, was könnte werden?

Scheinbar ein "zu wenig" für alle diejenigen Partei­ mitglieder der CSU, die wenig Tage darauf zur Bundestagswahl aufgerufen waren, und überlegen mußten wie die Forderung nach einer Restitution schnell umgesetzt werden könnte. Bisher bot sich keine Alternative zur CSU, der seit Anfang der 1950er Jahren in Bayern regierenden Volkspartei an. Da in Tschechien am 20. und 21. Oktober 2017 Wahlen zum Abgeordentenhaus stattfinden, könnte man, so dürfte Ministerpräsideten Seehofer meinen, diese Wahlen abwarten, und die Entscheidung über seinen Amtsverzicht für die Landtagswahlen in Bayern 2018 erst bei der regulären CSU­Sitzung im Novem­ ber treffen können. Schliesslich steckt der Umfragefavorit der Partei ANO, Andrej Babiš seit einiger Zeit in Schwierigkeiten, und könnte den Weg für einen KDU­CSL­Kandidaten frei machen. Ob jedoch Pavel Bělobrádek, der Spitzenkandidat der KDU­CSL nach dessen Begrüs­ sungsworten beim "Sudetendeutscen Tag 2017" als jemand gilt, der den Weg für die gewünschte Re­ stitution ebnen kann, ist zu bezweifeln.

dann eine Wiederereinigung beider deutscher Staaten wollte. Wenn jedoch kein Wunder geschieht, dürfte dies Bayern im nächsten Jahr sehr teuer zu stehen kom­ men, denn dann dürfte voraussichtlich die AfD zu­ mindest mit auf der bayerischen Regierungsbank sit­ zen. Dann dürfte man sich, um der Wählerklientel etwas geben zu können, sehr schnell über eine Verwendung des sog. "Ermacora­Gutachtens" unterhalten, und sogar die hier bislang sehr schweigende Bundesre­ gierung dürfte deren "blaues Wunder" erleben. 

Was nun? Was tun? Sie glauben ja gar nicht, wie wir wegen dieser unserer nunmehr über dreijährigen Berichterstattung zu die­ sem ungelösten Problem auch ganz persönlich und existentiell angegriffen werden. Dennoch ist es not­ wendig, da in Deutschland ­ in Bayern sowieso nie­ mand ­ über diese Dinge schreibt und berichtet. Wie auch immer dieses neuerliche Ränkespiel aus­ geht, es schadet bereits wieder erheblich dem Anse­ hen der Bundesrepublik Deutschland, welche als Rechtsnachfolgerin des sog. "Dritten Reiches" die Verantwortung für die damaligen Verbrechen trägt und zu tragen hat. Dass man diese Dinge nicht schon früher abschliessend geregelt hatte, mag dem Umstand geschuldet gewesen sein, dass Deutschland sich niht dem sog. "Morgenthau­Plan" unterwerfen, später

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ESLARNER SEITEN

Carpe die

Aktuelle Informationen zu Teil 1: Schellenbachstrass

Neues gibt es in diesem Monat vom S

Schellenbachstrasse nicht zu berichte

der Seitenstrassen wurde bereits in di einbezogen.

Mit einer ersten festen Teerdecke dĂźrf

Allerseelen, also Anfang November zu

Wir wissen nicht, ob diese auf einem d

aus fast schon UrgroĂ&#x;vaters Zeiten da

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em! - Jetzt läuft's!

um Eslarner Jahrhundertprojekt "General­Kanalsanierung" ­ se

Strassenbaugeschehen in der

en. Es geht eben voran, und eine

ie Kanalbaumaßnahmen mit

fte nicht vor Allerheiligen/

u rechnen sein.

der Bilder sichtbare Straßenwalze

abei zum Einsatz kommen wird.

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Unser BILD DES MONATS

Unser "Bild des Monats September"

Ungeschlagen wurde dieses Bild von einer alten Strassenwalze für diese Aus "Bild des Monats". So was kannten wir viele unserer Redaktionsmitglieder nu deren Kinderzeit, und wunderten sich, dass solche Maschinen überhaupt noc Einsatz sind. Da konnten wir sie beruhigen, denn in Eslarn findet man im Zwe noch ältere "aktive" Baumaschinen.


sgabe das ur noh aus ch im eifel sogar

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