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15. Jahrgang | Ausgabe 06.2018 ­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­ monatlich und kostenlos

ISSN 2366­4908

Die Erste Eslarner Zeitung ­ Das Magazin zum täglichen Blog. www.eslarn­net.de

TOP­THEMA

Die EU ­ Ein Jahrhundert­Projekt deutscher Macht­ und Restitutionsinteressen?

Euro­Bild: hslergr1@pixabay.com, Liz: CCO

DEEZ 06.2018

A u s d e m w e i t e re n I n h a l t Z u m E s l a r n e r F e s tg e s c h e h e n I n te r k o m m u n i o n ­ Mögliche wahre Hintergründe des speziell "deutschen Streits" B e tr e u te s B a y e r n ­ Nur f ür den " F all der F älle" .

DEEZ ist ein Produkt von ZBE, Dept. OIKOS™ News & Media. ­ www.zach.eu.org. Verfügbar nur Online, unter: www.issuu.com/smde | Redaktionskontakt: www.oikosmedia.tk


Unser Bild des Monats Es zeigt, dass beim großen Festumzug zum 150jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Eslarn e. V. wirklich Kostproben vom Zoigl kostenlos abgegeben wurden, man dafür Kosten sparende Möglichkeiten nutzte, und zudem gleich Werbung für den kommenden "Barthl­Markt" machte.


DEEZ 06.2018

Inhalt DIE EU ­ Ein Jahrhundertprojekt deutscher Macht­ und Restitutionspolitik?

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Das "Coudenhove­Projekt" und aktuelle Bezüge.

Neues Europa ­ Bundesstaat, Staatenbund oder was nun? Die Bredouille der deutschen Kanzlerin

Zum Eslarner Festgeschehen ­ Rückblick auf den Festzug zum Feuerwehr­Jubiläum

Was wäre ein Dorf ohne Brunnen? Zum "Bierbrunnen­Projekt" der Marktgemeinde Eslarn.

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IMPRESSUM

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Interkommunion ­

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Mögliche Hintergründe dieses speziell "deutschen Streits".

Betreutes Bayern ­ Nur für den "Fall der Fälle".

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Liebe Leserinnen undLeser, wir begrüßen Sie sehr herzlich bei einer neuen

nicht, aber diese kann durchaus bewußt "wie-

Ausgabe von DEEZ.

derholt" werden, sollte es bestimmten Gruppie-

Sie sehen, dass diese Ausgabe etwas sehr kurz

rungen "in die Kram passen". So könnte die

geraten ist, doch ist zurzeit einfach zu wenig

Gründung der "EU" zwar durchaus sinnvoll,

los, um darüber mehr berichten zu können. Wir

deren Entwicklung der letzten 25 Jahren proble-

haben deshalb auch mal ein älteres Projekt aus-

matisch gewesen sein.

gegraben, bei dem wir uns mit der Europäischen

Machen Sie sich einfach mal "eigene Gedan-

Idee und deren Grundlage in der Geschichte be-

ken", auch zu den anderen Themen in dieser

schäftigt hatten.

Ausgabe.

Was uns dabei aufgefallen ist, können Sie wie nebenstehend gelistet, auf mehreren Seiten

Ihre Redaktion

nachlesen. Geschichte wiederholt sich per se

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DIE EU ­ Ein Jahrhundertprojekt deutscher Macht­ und Restitutionspolitik? Fertig wird dieses "Europa" wohl nie werden. Immer wieder gibt es Neues, und immer wieder wird durch Besitzstandswahrung Fortschritt verhindert. Nun hat man nicht nur im Blick auf die Anwandlungen so mancher konservativer PolitikerInnen immer

tanten. Die Protestanten bestimmten selbtändig ganz ohne Papst, was Gott den Menschen zu sagen hatte. Eine gewisse "Variabilität" war damit möglich geworden. Dahin scheinen einige Leute zurück zu wollen. Neu ist das nicht. Die Idee stammt aus

mehr den Eindruck, dass dieses "Europa" von Anbeginn falsch strukturiert worden war, und deshalb bis zum heutigen Tag, mit allen daraus resultierenden aktuellen Problemen aus den eigenen Reihen heraus boykottiert werden konnte.

den 1920er Jahren, von keinem Geringeren als einem Abkömmling eines böhmischen Adelsgeschlechts. Dieser vertrat selbstredend die Interessen der damals Herrschenden, die nach einem Ersten und Zweiten Weltkrieg noch mehr in Bedrängnis gekommen waren.

Als Gott noch (allein) das

Sagen

hatte. Wagen wir doch mal einen kurzen Blick in die Geschichte auf dem Kontinent Europa. Nicht geschönt oder verklärt, wie es in letzter Zeit immer häufiger präsentiert wird. Einfach so wie es damals gewesen war, bevor Napoleon I. diese Idylle radikal zerstörte. Über Jahrhunderte hatte auf dem Kontinent der christliche Gott das Sagen. Da er sich selbst nie zu Wort meldete, übernahmen dies ursprünglich die Röm.-Kath. Kirche, später dann auf Luthers Wirken hin, zusätzlich die Protes-

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Heiliges Römisches Reich Lat.: Sacrum Romanum Imperium Offizielle Bezeichnung für den Herr­ schaftsbereich der römisch­deutschen Kaiser vom Spätmittelalter bis 1806. Die Herrschaft war als Gottes heiliger Wille im christlichen Sinne legitimiert, so genanntes "Gottesgnadentum".

Ende der "Vereinigten Staaten von Europa 1.0" - Der Reichsdeputationshauptschluß von 1803 Die deutschen Herrschenden hatten bereits nach 1803 deren "Heiliges Römisches Reich (deutscher Nation)" - sozusagen die erste Version der "Vereinigten Staaten" aufgeben müssen. Historiker sind sich letztlich zwar noch uneins ob der Reichsdeputationshauptschluß von 1803 wirklich das Ende des "Heiligen Römischen Reiches" bedeutete, doch gemäß Christopher Clark war die Daseinsberechtigung dieses Reiches, nämlich die ""politische und ständische Vielfalt des alten Mitteleuropa" zu schützen nicht mehr gegeben. Das

große Reich mit dem römisch-deutschen Kaiser war zerschlagen. Das damals schon vereinigte Europa unter Führung eines (römisch)-deutschen Kaisers war Geschichte. Im Jahr 1806 hatte Franz II. die „deutsche Kaiserkrone“ niedergelegt, womit das Alte Reich erloschen war. Napoleon Buonaparte der diese Dinge letztlich ausgelöst hatte, sah sich als Volkssouverän und nicht, wie alle römischen Kaiser zuvor, als von Gott gekrönter Kaiser (Gottes-

gnadentum). Damit hatte er zugleich die über Jahrhunderte gedeihliche Rückbindung der Herrschaft an Überweltliches zerstört. Die grundsätzliche Trennung von Staat und Kirche überwandt 1801 ein Konkordat mit Papst Pius VII.. Danach war der Katholizismus nicht mehr Staatsreligion, aber als Religion der Mehrheit des Staatsvolkes anerkannt. Napoleon nahm sich heraus die Bischöfe zu ernennen, und der Papst dufte diese durch Weihe bestätigen.


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Das "Coudenhove-Projekt". Zurück zum "Gottesgnadentum"? Was der österreichische Schriftsteller und Politiker Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi (1894–1972) im Jahr 1950 dem Europarat vorschlug würde heutzutage vielleicht eher gutiert.

Die Flagge der von Richard Nikolaus Coudenhove 1922 gegründeten "Paneuro­ pa­Union". ­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­ Bildquelle: WikimediaCommons, user: Ssolbergj, gemeinfrei.

Er wollte die europäische Flagge mit einem Kreuzsymbol versehen wissen, was jedoch nicht angenommen wurde.[1] 1955 schlug er die Ode an die Freude, also Beethovens Vertonung von Schillers Gedicht An die Freude als Europäische Hymne vor.[2] Seit 1972 ist die Melodie die Hymne des Europarats und seit 1985 die Hymne der Europäischen Union.

Coudenhove's Europa -

Neo-Aristokratie, Kolonien und ein lockerer Staatenbund

Als Politiker und Aristokrat seiner Zeit war Coudenhove­Kalergi natür­ lich darauf bedacht die Interessen Seinesgleichen zu bewahren. So sah er die Aristokratie als am bes­ ten zum Herrschen geeignet an, wofür selbstverständlich "Vereinigte Staaten von Europa" mit einer zen­ tralen Verwaltung hinderlich gewe­ sen wären. So wollte er einen "lockeren Staatenbund" mit genü­ gend Souveränität für die Mitglieds­ staaten. Auch wollte er eine Ein­ bindung der Kolonien der europäi­ schen Mitgliedsstaaten in ein sol­ ches "Vereintes Europa". Natürlich betonte er ­ sein späterer

Otto von Habsburg 1991 bei der Verleihung des Coudenhove­Kalergi­Preises der Paneuropa­Union an Helmut Kohl ­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­ Bildquelle: Bundesarchiv, B 145 Bild­F087872­ 0011 / Reineke, Engelbert / CC­BY­SA 3.0

Vorschlag für eine, mit einem Kreuz versehene Flagge eines "Vereinten Europa" weist darauf hin ­ die Christlichkeit Europas, denn nur darauf gründete letztlich auch der Herrschaftsanspruch eines moder­ nisierten Adels. Kommt Ihnen nun Einiges davon aus neuerer Zeit sehr bekannt vor, dann ist dies kein Irrtum. EVP und CSU, frei nach Coudenhove. Genau dieselbe Argumentations­ weise wie Coudenhove vertreten seit Jahren die konservativen

Parteien im Europäischen Parla­ ment. Außerhalb vor allem die CSU im Freistaat Bayern, und hier mit besonderer Vehemenz seit dessen Tätigkeit dals Bayerischer Minis­ terpräsident, der Ehrenvorsitzen­ der der CSU Dr. Edmund Stoiber. Nichts anderes besagt dessen Terminus "Europa der Regionen", den ­ und da wird es besonders spannend ­ auch die "älteste europäische Einigungsbewegung, die sog. "Paneuropa­Union" ver­ wendet. Diese verwendet als Flag­ ge auch die Version der Europa­ Flagge, welche Coudenhove im Jahr 1950 dem Europarat vor­

[1] The European Flag, Memorandum presented to the Council of Europe by Richard Coudenhove­Kalergi, President of the Pan­European Movement, Secretary General of the European Parliamentary Union. Gstaad, 27 July 1950. In: Archives historiques du Conseil de l'Europe – Historical archives of the Council of Europe, Strasbourg. (Flashplayer erforderlich.) [2] Briefwechsel zwischen Richard Coudenhove­Kalergi und Paul M. G. Lévy, dem Direktor des Pressedienstes beim Europarat vom August und September 1955. In: European anthem, Documents, Council of Europe, Library and Archives, 19. September 2005. Abgerufen 4. Februar 2009 (Flashplayer erforderlich). [3] Emmanuel Richter: Die Paneuropa­Idee. Die aristokratische Rettung des Abendlandes. In: Jürgen Nautz (Hrsg.): Die Wiener Jahrhundertwende. Einflüsse, Umwelt, Wirkungen. Böhlau, Wien 1993, ISBN 3­205­98038­7, S. 788–812, hier: S. 808.

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Neues Europa ­ Bundesstaat, Staatenbund oder was denn nun? geschlagen hatte. So weit, so gut, aber das ist noch nicht die ganze Wahrheit, denn seit 1950 hatte sich Einiges mehr getan. Der Freistaat Bayern wurde Schirm­ herr der sog. "Heimatvertriebenen", und nach und nach wurde die sog. "Paneuropa­Union" mit der Übernah­ me der Leitung durch Otto von Habsburg nicht nur dem Führungs­ anspruch des ehemaligen öster­ reichischen Adels in der Bewegung verpflichtet[3]. Karl von Habsburg, der Sohn von Otto von Habsburg leitet derzeit das Präsidium. Viel interes­ santer ist jedoch, dass mit dem deutschen Bundesvorsitzenden der Paneuropa­Union wie auch der Pan­ europa­Jugend zumindest mit MdEP a. D. Dr. h.c. Bernd Posselt und dessen Sohn (Paneuropa­Jugend) Nachkommen ehemaliger sog. "Hei­ matvertriebener" bzw. der Bundes­ vorsitzende der Bundesvereinigung "Sudetendeutsche Landsmannschaft e. V." mit der Paneuropa­Union und deren Interessen verbun­den fühlen.

Die Verbindung zum konservativen Zirkel der Röm.­Kath. Kirche Deut­ schlands findet man mit Dr. utr. Dirk Hermann Voß. Dieser war von 1984 bis 1990 Lan­ desvorsitzender der Paneuropa­Ju­ gend Bayern, von 1990 bis 1998 Schatzmeister der Paneuropa Union Deutschland, seit 1998 deren Vize­ Präsident und auch Landesvorsit­ zender der Paneuropa­Union Bayern. Voß ist seit 2009 auch internationaler Vizepräsident der Paneuropa­Union. Er ist Mitglied des Rotary Clubs Augsburg­Fuggerstadt und Familiare des Deutschen Ordens, und ist ­ nicht unbedeutsam in diesem Zusammen­ hang, von 1984 bis Ende 2010 ­ ab 1987 Leiter des Sachgebietes Staats­ kirchenrecht der Bischöflichen Fi­ nanzkammer Augsburg ­ war er ­ unter Bischof Dr. Walter Mixa ­ für das Bistum Augsburg tätig. Von 1987 bis Ende 2010 hatte er zudem die Geschäftsführung der Mediengruppe Sankt Ulrich Verlag inne, die dem Bistum Augsburg gehört, und war

• Gemeinsame Institutionen mit einzelnen Hoheitsrechten möglich. • Umfassende Kompetenzenhoheit verbleibt den Mitgliedstaaten. • Recht, aus eigener Entscheidung aus dem Bund auszutreten.

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Hier findet sich also ein durchaus bemerkenswerter Zusammenhang zwischen all denjenigen als "kon­ servativ" zu bezeichnenden Kreisen, welche deren Einfluß für ein Europa nach dem Willen eines Richard Niko­ laus von Coudenhove­Kalergi geltend machen können. Staatsorganisatorische Optionen für ein "neues Europa". Sehen wir uns mal an welche Op­ tionen für ein "neues Europa" zur Verfügung stehen, wenn man denn keinen sog. "lockeren Staatenbund" nach Coudenhove­Kalergi, oder wie bisher und vor einigen Jahren durch das Bundesverfassungsgericht so be­ zeichnet ­ einen "Staatenverbund" haben will.

Bundesstaat

Staatenbund • Vertraglicher (völkerrechtlicher) Zusammenschluss souveräner Staaten.

Herausgeber der Katholischen Sonn­ tagszeitung für Deutschland.

Diiese beiden staatsorganisatorischen Möglichkeiten werden zurzeit für ein "Vereinigtes Europa" präferiert.

• Staatsrechtlicher Zusammenschluss . souveräner Staaten zu einem souveränen Gesamtstaat. • Teilstaatliche Befugnisse, jedoch Bündnistreue • Mitgliedstaaten nur in Teilbereichen souverän (~ Bundesrepublik Deutschland)


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Die Bredouille der deutschen Kanzlerin Dr. Angela Merkel die deut­ sche Bundeskanzlerin präfe­

hängen. Da sind noch Güter im Osten, resp. Osteuropa,

riert einen künftigen "Bun­ desstaat Europa". Dieser An­ sicht folgt auch Frankreich, sozusagen in bester "napo­ leonischer Tradition".

derer die Vorfahren nach und nach infolge zweier Welt­ kriege verlustig gingen.

Konservative gegen den Bundesstaat Nicht so die deutschen ehe­ mals oder noch immer "herr­ schenden Häuser". Deren Konservativismus scheint mehr denn ja auch eine Re­ stitution alter Werte, auch an Grund und Boden ausgerich­ tet zu sein. Eine solche Re­ stitution wäre bei einer künf­ tig immer mehr zentral orga­ nisierten Regierung Europas nicht mehr möglich, und da­ mit auch ­ man muß es wohl so schreiben ­ das Ansinnen "unverbesserlicher" Heimat­ vertriebenen­Verbände auf "Wiedergewinnung der Hei­ mat" passé. Besitzstandswahrung oder Freiheit? Warum man sich gerade in Deutschland so viele Gedan­ ken um die Zukunft Europas macht, dürfte in nicht gerin­ gem Masse mit dem histo­ rischen Dingen zusammen

Wer in der Diskussion um die künftige Verfassung Europas die sog. "christlich­abendlän­ dischen Grundwerte" in aus­ serordentlicher, staatorgani­ satorisch wie völkerrechtlich nicht bedeutsamer Weise überbetont, der scheint ge­ nau auf diese Vergangenheit ab zu zielen, und derart resti­ tutive Ziele zu verfolgen.

Cuius regio, ... Europa kann, wenn es sich denn weiterhin so ergibt, auch ohne solche Dinge "christlich verfasst" bleiben. Dies aber eben nicht auf Grundlage alt hergebrachter, und für einen modernen Bundestaat völlig gleichbe­ rechtigter Partnerstaaten un­ passender Herrschaftside­ en. Anstrengungen das "christ­ liche Weltbild" in einer künf­ tigen EU­Verfassung zu ver­ ankern wurden bereits mehr­ fach unternommen. Die Sa­ che war bisher immer ge­ scheitert. [x]

„Ich bin dafür, dass die Kommission eines Tages so etwas wie eine europäische Regierung ist.“1 Bundeskanzlerin Angela Merkel, am 07.11.2012 Bildquelle: WikimediaCommons, EU2017EE Estonian Presidency, CC BY­SA 2.0 generic (us)

Gegen eine "Europäische Regierung" (einen "Bundesstaat Europa") Vor allem PolitikerInnen aus Bayern aus. So der frühere Bundesinnenminister Hans-Joachim Friedrich (CSU) auf die Propagierung einer "Europäischen Regierung" durch den damaligen französischen Staatspräsidenten François Hollande, am 14. Juli 2015. ­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­ [https://www.welt.de/politik/ausland/article144204035/~ Hollande-fordert-die-EU-Regierung.html]

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DEEZ 06.2018 ZUM

ESLARNER FESTGESCHEHEN den Mühlweg, die Kapellenstras­ se und die Roßtränker Strasse den Weg zum Festplatz zu fin­ den. Fast zweimal durch den ganzen Ort. Die Strecke war beachtlich, und hätte ­ da geben wir einigen zum Teil etwas erbosten Leserbrief­ SchreiberInnen recht ­ noch viel mehr Spaß gemacht, hätten sich auch an der Strecke ab dem Wohnheim in der Ludwig­Müller­ Strasse zujubelnde Zaungäste befunden. Bis zum Beginn wußte niemand den genauen Streckenverlauf?

An der Werbung kann es nicht gelegen haben. Diese war hoch professionell, und überall im Ort zu sehen. Hier oben z. B. in der Moosbacher Strasse, unmittelbar beim "Netto­Discount­Markt".

Also so schlimm war es nun auch wieder nicht, oder? Der große Festzug anlässlich des 150jährigen Bestehen der Frei­ willligen Feuerwehr Eslarn e. V. war wirklich großartig! Fast 100 unterschiedlichste Ver­ eine aus dem Landkreis Neu­ stadt/ Wn. sowie dem Nachbar­ landkreis Schwandorf hatten teil­ genommen, und machten diesen Sonntag­Nachmittag ab 14.00

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Uhr zu einem besonderen Erleb­ nis. Es dürften an die 2000 Teilneh­ merInnen gewesen sein, die mit beibehaltener Organisationspra­ xis vom "Heimatfest 2015" im Be­ reich "Brennerstrasse ­ Mühlweg" Aufstellung nahmen, um dann den Weg in Richtung Marktplatz, von dort über die Kirchenstrasse, die Ludwig­Müller­Strasse, zu­ rück in die Brennerstrasse, über

Wir müssen aber einwenden, dass nicht einmal der Eslarner Bevölkerung bis zum Beginn des Festzugs bzw. dessen Sichtbar­ werden an der Abbiegung "Kir­ chenstrasse ­ Ludwig­Müller­Strasse" bekannt war wie die Strecke verläuft. Die Halteverbotsschilder standen be­ reits zum "Totengedenken" am Samstagabend, und waren eben­ falls nur bis zu den Abzweigun­ gen der Ludwig­Müller­Strasse in die beiden Teile der Schulstrasse zu finden. Sorry, da mußten Sie danach einen sehr weiten Weg


Der Festzugs­Parcour

zum Nacherleben

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Ludwig­Müller­Strasse

Ludwig­Müller­Strasse

Gasthof "Brauerei Bauriedl"

Biergarten "Brauerei Bauriedl"

Festplatz "Brauerei Bauriedl"

Einmündung "Brennerstrasse"

Biererlebnis "Kommunbrauhaus"

Brennerstrasse Ri "Mühlweg"

An der Brennerstr. ­ anged. Festplatz

Abzweigung Ri "Mühlweg"

"Mühlweg" Ri "Kapellenstrasse"

Einmündung "Kapellstrasse" (links)

"Kapellstrasse" ­ "Pizza Anno"

Mühlweg" Ri "Kapellenstrasse"

"Kapellstrasse" Ri. "Roßtränker Str."

Überall wo Sie auf dem Bild das "Stern­Symbol" sehen hätte man den Festzugs­ TeilnehmerInnen zujubeln können. Dort wäre eigentlich ein gastronomischer Betrieb, der aber ­ wenn geöffnet ­ Vereinsfesten den Umsatz vermiesen würde.

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ESLARNER FESTGESCHEHEN

Direkte, indirekte, dauerhafte und temporäre Monopole

Ihre Fragen Bildquelle "3 Frösche": Alexas_Fotos@pixabay.com, Lic.: CCO

relevanten Menge von Orts-BesucherInnen innerorts weder etwas zu Essen noch zu Trinken gibt, bemühen sich diese Leute eher in Richtung Festplatz, um dort deren Durst und Hunger zu stillen.

Besonderheit: Ladengeschäfte Ladengeschäfte die an der Festzugsstrecke

Erlauben Sie uns zu einer weiteren Beschwerdemail an uns einige Hinweise zu geben. Darin wurde beklagt, dass man während man auf den Festzug wartete gerne irgendetwas zu Trinken zu sich genommen hätte. Leider jedoch - das stimmt - hatte keine (naheliegende) Gastwirtschaft geöffnet, und war auch sonst nichts zu Trinken zu erhalten. Dazu gleich mal ein kleiner Scherz unsererseits, dass der "Bierbrunnen" am Rathaus leider noch nicht funktionsfähig war. Andererseits man aber das dortige Wasser dann auch nicht trinken kann, weil es über eine Umwälzpumpe aus einer Zisterne immer wieder neu hochgepumpt werden wird. Nun aber gerne zur Beantwortung der email. Es stimmt, dass an Sonntagen, und dazu gehörte

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liegen, oder auch anderweitig ggf. öffnen würden, steht konkret in der Marktgemeinde Eslarn die sog. "Marktregel" entgegen. Diese stammt zwar aus dem Mittelalter, doch gilt sie, in bayerisches Gewerberecht übernommen nach wie vor. auch dieser Festsonntag in be- Wir haben Ihnen diese untenstehnd abgesonderer Weise, in Eslarn seit bildet, von der Amtstafel der Marktgemeinde Jahren nahezu kein gastrono- Eslarn abfotografieren lassen. mischer Betrieb geöffnet hat. Öffnungszeiten muß man den entsprechenden Online-Seiten der noch vorhandenen Betriebe entnehmen, bzw. weiß es weil dort gerade Festbetrieb herrscht.

Ungeschriebene Loyalitätspflicht örtlicher Gastronomen An Tagen mit Vereinsfestbetrieb, hier also diesem dreitägigen Feuerwehrfest besteht eine ungeschriebene Loyalitätpflicht der noch verbliebenen örtlichen Gastronomien, dem/ den jeweils Fest betreibenden Vereinen nicht den Umsatz madig zu machen. Nur wenn es an solchen Tagen mit Festzeltbetrieb und einer

Um also auch an solchen Festzugstagen öffnen zu dürfen benötigt man eine (kosten-pflichtige) Extra-Erlaubnis der Marktgemeinde Eslarn. Diese ist nicht nur früheitig zu bean-


DEEZ 06.2018 Auich der Betrieb beim "Atzmannsee", hier beim bewirtschafteten Kiosk des neuen so genannten "Fischerei­Infozentrums" war während der drei Festtage tabu. Dem kleineren Bild kann man entnehmen, dass am 09.07. der Festplatz bereits wieder aufgeräumt wurde, denn am 21. Juli findet am Schloßberg das "Schloßbergfest" statt. Wettbewerb ist natürlich auch dort nicht erwünscht!

tragen, sondern muß auch pingelig genau eingehalten werden. Eine ansonsten extra, und mit entsprechendem Monate langem Vorlauf verbundene sog. "Schankerlaubnis" ist damit nicht verbunden. Es wäre also sehr genau darauf zu achten, dass kein Getränk ausgeschenkt wird, bzw. etwa angebotene Sitzgelegenheiten derart interpretiert werden könn(t)en. Wie bereits zur "ungeschriebenen Loyalitätspflicht der Gastronomie" zu entnehmen, sollte man so etwas außer in wirklichen Krisenfällen, bei denen dann andere Gesetze gelten - wirklich bleiben lassen.

Bedenken Sie bitte immer, dass die Geschäftsleute in solchen kleinen Orten möglicherweise auch gerne dort bleiben wollen. Da "verscherzt" man es sich nicht mit der dort immer noch so genannten "Obrigkeit", da diese - vom Bezirk und vom Land unterstützt - letztlich am so genannten "längeren Hebel" sitzt.

müssen sich nur den Aufwand vorstellen, der dann vom Gesamtum-

Fehlende Sitzgelegenheiten beim Festzug

Wenn man - gerade auf dem oberpfälzer Land - was finden will, dann findet man was, und damit haben dann hilfsbereite Personen auch keine Freude mehr.

vor allem für ältere Leute geboten wurden. So etwas - also angebotene Sitzgelegenheiten gab es in der Marktgemeinde Eslarn bei solchen Anlässen noch nie. Sie

Auch das hat in der Marktgemiende Eslarn Tradition. Öffentliche Toiletten gibt es nur im Rathaus, und dort während der Geschäftszeiten nutzbar. Ansonsten gilt auch hier der Verweis auf den Festplatz, bzw. an sonstigen Tagen auf dann möglicherweise geöffnete gastronomische Betriebe. Wir hoffen Ihre Fragen zur Zufriedenheit beantwortet zu haben. [x]

Eine/r unserer LeserInnen hat auch richtig bemerkt, dass beim Festzug auch keinerlei Sitzgelegenheiten

satz abfliessen würde. Außerdem sollen die Leute - gerne auch ohne sich den Festzug anzusehen - sich im Fest-/ Bierzelt niederlassen. Dort bringt das Sitzen den erwarteten Ertrag.

Keinerlei öffentliche Toilette(n)

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Was wäre ein Dorf

Die vergangenen vier Wochen in der Marktgemeinde Esla So, mit der Überschrift lieber ... haben wir uns jetzt wieder einmal mindestens so "unbeliebt" gemacht wie Du, dem anlässlich

Redaktionsanwesen zu befinden, was ein in den 1980er Jahren anlässlich von Straßenbauarbeiten am Tillyplatz aufgefundener sog.

des Besuches des Bayerischen Finanz- und Heimatministers Albert Füracker am 30. Juni 2018, scheinbar sogar durch Mißfallenskundgebung gegenüber der Redaktion die offizielle Berichterstattung über dieses Event entzogen wurde. Wir dachten ja, dass die Aussage in einer der letzten Gemeinderatssitzungen - Leuten denen diese Brunnensache nicht gefällt brauchen zu diesem Festtermin nicht erscheinen - irgendwie auch uns treffen sollte. Nun hatten und haben wir ja wirklich nichts gegen diesen Brunnen, der durchaus "eine Bereicherung für die Marktgemeinde Eslarn" darstellt. Noch im Jahr 2013 konnten wir gegenüber unserem Eslarner Redaktionssitz über mehrere Wochen dauernde Bohrversuche auf dem Gelände des heutigen Wohn- und Pflegeheimes beobachten. Verzweifelt scheint man dort Wasser gesucht, aber keines gefunden zu haben. Die ursprüngliche, die Gründung des damaligen Ortes ermöglichende Quelle scheint sich nämlich direkt unter unserem

"Ruhrkasten" belegen dürfte.

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Endlich ein Brunnen, endlich ein Dorf? Nun hat die Marktgemeinde Eslarn endlich deren Brunnen, und mit Hilfe des bayerisch-böhmischen Kulturvereins Bohéme aus Amberg ist es sogar ein Bierbrunnen aus der Hand eines renommierten Künstlers geworden. Den dazu gehörigen "dörflichen Charakter" hat sich die ansonsten sehr auf deren Bezeichnung als "Markt" bedachte Kommune Eslarn jedoch innerhalb der letzten 20 Jahre selbst sehr eifrig verdient. Wie die, in den 1980er Jahren noch im Aufblühen begriffene Marktgemeinde Eslarn seitdem die Fördermittel nicht mehr allzu streng an Auflagen gebunden sind den gerade aufkeimenden Tourismus "schleifen" liess ist wohl preisverdächtig. Nun soll es Heimat gebrautes Bier, das wie der Heimatminister anlässlich seiner Ansprache lobte "finanziell allen zugute kommen soll" wieder richten.


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ohne Brunnen?

arn.

Wir suchen noch die Kuhhaut auf welche dies passt, was man dem Bayerischen Finanz- und Heimatminister da erzählt hatte, um diesen nach Eslarn zu locken. Alternativ auch gerne den Bären, den man ihm sprichwörtlich aufgebunden hatte mit der Mär, dass Eslarns Heimat- bzw. Haus gebrautes Bier der ganzen Kommune, deren BürgerInnen in selbiger Weise zugute kommen würde. Wer wirklich selbst braut, der.kann sein Selbstgebrautes wirklich etwas günstiger trinken, wenn er die dabei aufzuwen-denden Mühen nicht scheut. Als markenrechtlich ge-schütztes RebhuhnZoigl®, oder auch nur als, seit 2004 markenrechtlich geschütztes "Kommunbier®" darf es aber kein/e Eslarner BürgerIn verkaufen oder auch nur in Eslarn ausschenken. Wir sind ja gespannt, wann die erste richtig problematische juristische Auseinandersetzung wegen Verstosses gegen das europäische Wettbewerbsrecht kommt. Unserer Meinung nach ist es nach wie vor eine problematische Wettbewerbsverzerrung welche hier von kommunaler Seite seit 2004 gegenüber berechtigten Gastronomen in Eslarn betrieben wird. Aber nun gibt es ja erst einmal einen mit EU-Mitteln geförderten "Zoigl-Brunnen", dessen Grundfläche ein Sechseck, griech. Hexagramm bildet. Wie man da wohl auf die Bezeichnung "Pentaptychon" (theol. Fachterminus für einen fünfteiligen sog. "Flügel-Altar" kommen konnte? Ein Pentagramm als Grundfläche wäre aber vielleicht wenn auch im christlich-theologischen Bereich erklärbar - zu problematisch gewesen. Der Teufel steckt also sprichwörtlich immer im Detail. ;-) Darauf ein "Prosit der Gemütlichkeit!" [x] .

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Sie müssen nicht mehr auf F

Wir sind wieder Online! Etwas über vier Wochen hat es seit dem 25. Mai 2018, dem

bis heute nur ehemalige Staatskonzerne, de

Tag an dem diese durchaus unausgegorene General Data

ren Konditionen für Privatleute unannehmba

Protection Rule (kurz: GDPR, deutsch: DSGVO ­ Daten­

sind. Klar, dass kostenlose Angebote i

schutzgrundverordnung) rechtskräftig wurde gedauert, bis

gendwo den sprichwörtlichen "Haken" ha

wir unser Blog unter www.eslarn­net.de dieser mit unbe­

ben. Für die USA gesprochen ist dies mei

stimmten Rechtsbegriffen nur so durchsetzten "Rule"

eingeblendete Werbung mit sog. "Trackin

(deutsch: Verordnung) entsprechend angepasst hatten. Ent­

Cookies". Über diese erhält man dann auc

täuscht waren wir ­ seit Jahren journalistisch tätig ­ von den

auf verbundenen Seiten passgenaue We

Antworten, die uns auf Fragen an die beim Bund und auch

bung eingeblendet, bis man man die IP

beim Land zuständigen Stellen erreichten. Man konnte uns dazu nichts sagen, bzw. verwies uns auf folgende Gerichts­ urteile, welche die unbestimmten Rechtsbegriffe genauer definieren würden. Schön, dass man sich mit der Überführung anderer europäi­ scher "Rules" wie z. B. der sog. "Schornsteinfeger­Verord­ nung" Jahre Zeit gelassen, und nationale Befindlichkeiten zum Schutz dieses, aus der Nazizeit stammenden Mono­ pols sehr genau geschützt hatte. Irgendwie beschleicht uns mittlerweile der Verdacht, dass diese schnelle Umsetzung der Verordnung ­ ohne zuvor noch eine nationale Regelung in Form eines Gesetzes zu schaffen ­ Teil eines noch sehr spannend werdenden "Han­ delskrieges" mit den USA ist. Boten ab 2000 eigentlich bis heute nur US­Internetfirmen so etwas wie günstigen Web­ space, und wie die Automattic LLC von Matt Mullenweg für BloggerInnen eine einfache Handhabung von Online­Soft­ ware wie Wordpress®, so gab es in Deutschland ebenfalls

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Flaschenpost warten:

e­ Adresse welchselt. Dies, da es in Deut­ Kosten um ein Vielfaches steigen, ohne

ar schland feste IP­Adressen auch nur zu sehr dass der Service wenigstens verzögert pro­

ir­ deftigen Preisen gibt, in der Regel automa­ portional steigen würde. Es läuft mitunter

a­ tisch über den Internet­Provider.

derart "automatisiert", dass man auch schon

ist Cookies kann man zudem einfach löschen mal wegen ein paar Cent abweichender

ng Deutsche Unternehmen "locken" mit güns­ Zahlung Post von einem daran mitver­

ch tigen Einstiegsangeboten und langen Ver­ dienendem Inkassounternehmen bekommt.

er­ tragslaufzeiten.

Während

deren

dann

­ In den USA hätte in solchen Fällen längst

P­ vorher kleingedruckt bekannt gemacht ­ die eine Sammelklage für Klärung gesorgt. [x[

www.eslarn­net.de IMPRESSUM/ IMPRINT "DEEZ ­ Die Erste Eslarner Zeitung" erscheint regelmässig monatlich, und wird herausgegeben von Theresia M. Zach, Ludwig­Müller­Strasse 2, D­92693 Eslarn. Die Redaktion erreichen Sie über die vorgenannte Postanschrift, sowie per Telefon: + 49(0)163 709 30 31, Telefax: +49 (0)9653 40 70 001, oder email: oikos­sms@office.eu.org. Leserbriefe nehmen wir ebenfalls gerne unter vorbezeichneten Kontaktmöglichkeiten entgegen. Wir behalten uns jedoch vor, diese vor einem Abdruck zu prüfen, und bei einem Verstoß gegen unser mission statement "Projekt gegen Antisemitismus, Rassismus, Extremismus und Fremdenfeindlichkeit" abzulehnen. V.i.S.d.P.: (Verantw. Redakteur): Michael W. Zach ­ Erreichbar über vorgenannte Anschrift bzw. die genannten Kontaktmöglichkeiten.

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Eslarn ­ Der Vierwochen­Rückblick ­ Teil 2 Ehrengäste mit klar umgrenzt en Aufträgen Im Juni konnten Markt­ und Pfarrgemeinde Eslarn seit langer Zeit wieder einmal Ehrengäste, höhere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens begrüßen: 1. Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer Anlässlich der Spendung des Firmsakra­ mentes an Jugendliche der Pfarreien Moosbach­Etzgersrieth und Eslarn, am 20. Juni 2018

fer. So scheint der letztmalig mit "Mitte des Jahres" über das monatlich erschei­

2. Bayer. Finanz­ und Heimatminister

nende "LebensART"­Magazin bekannt

Albert Füracker (CSU) anlässlich der Ein­

gegebene

weihung des Wander­ und Skulpturen­

wieder verschoben zu sein.

wanderweges der "Zoigl­Gemeinden".

Durch erneute Straßenbauarbeiten in

am 30.06.2018

der Heubachgasse scheint man das

Einweihungstermin

schon

Ausbleiben einer offiziellen Eröffnung Beide Besuche waren trotz bekannter epi­

"überspielen" zu wollen.

scher Breite so terminiert, dass kein Platz für

Wie aber unsere Eslarner Redaktion

irgendwelche Abweichungen vom Besuchs­

bereits seit zwei Wochen bemerkt, ist die

programm blieb. Eine vielleicht spontan avi­

Einrichtung bereits in Betrieb gegangen.

sierte

Be­

Es werden täglich bereits ältere Men­

sichtigung des "AWO­Tagespfle­ gezentrums"

schen in die Einrichtung ver­, und gegen

fiel der durchstrukturierten Planung zum Op­

Abend wieder nachhause gebracht.

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Einweihung,

zumindest

aber


DEEZ 06.2018

Informationen zum einzig relevanten Festgeschehen im Juni 2018 ­ dem 150jährigen Vereinsjubiläum der "Freiwilligen Feuerwehr Eslarn e. V." finden Sie in einem extra Beitrag in dieser Ausgabe. Linksseitig aktuelle Bilder vom "Tagespflege­ Zentrum" der AWO Eslarn. Unten die seit einigen Tagen erneut eröffne­ te Strassenbaustelle in der Heubachgasse. Auch die Außenanlagen, vor allem der vor­ derseitig zum Tillyplatz hin geplante sog. "Hofgarten" lässt noch immer auf sich war­ ten. Obwohl dafür Mittel aus dem, über das ISEK beantragten Städtebauförderprogramm "Eslarn 2030" fliessen sollen. Von den Kos­ ten gesehen realisierbar.

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Inter Ko m m u n i o n

Mögliche Hintergründe dieses speziell "deutschen Streits"

Bildquelle: Jiang_Millington@pixabay.com, Liz.: CCO

Nur in Deutschland, bei den best-finanzierten christlichen Großkirchen scheint es das Problem zu geben welches die restliche gläubige Welt kaum interessiert. . Anderswo auf diesem Globus ist man entweder röm.-katholisch, nur katholisch, altgläubig, protestantisch, gehört einer (noch) nicht anerkannten christlichen Kirchengemeinschaft an, oder ist Agnostiker oder Atheist. Kurz und gut: Man ist gläubig oder nicht-gläubig. In ganz liberalen Staaten sucht

Stichwort

"Interkommunion" "Unter Interkommunion versteht man den gemeinsamen Empfang der eucha­ ristischen Gaben („Kommunion“) durch Mitglieder verschiedener christlicher Konfessionen. Wenn die Feier von Geistlichen verschiedener Konfessionen gemeinsam geleitet wird („Konzelebra­ tion“), spricht man von Interzelebration. Zwischen beiden Ebenen wird vor allem im katholischen Bereich sorgfältig unter­ schieden." [Wikipedia]

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man sich die Weltanschauung die einem gefällt einfach nach Belieben aus. Hier sind die meisten Weltanschauungsgemeinschaften mittlerweile sehr liberal geworden, denn auch deren Obere - soweit es welche gibt müssen von irgendetwas leben, wenn diese die Eigenschaft von Kultvorstehern hauptberuflich betreiben. In Deutschland jedoch geht es um mehr, um viel mehr. Was Luther nicht schaffte, ... Was Martin Luther mit seiner Reformation nicht schaffte, soll nun endlich einmal erledigt werden. Sie kennen ja unsere Arbeitshypothese, dass die Reformation der erste Versuch damals Herrschender war, sich nicht der Annehmlichkeiten einer die Untertanen beeinflussenden und bereits damals über mehr als tausend Jahre "gut durchdachten" Lehre zu nehmen, sondern sich dessen zu entledigen was bei unpassendsten Angelegenheiten "von außen her" mitregierte. Ja mit-regieren konnte, weil man sich seit eweigen Zeiten (Stichwort: "Gottesgnadentum" als


DEEZ 06.2018 Unter dem Pontifikat von Johannes Paul II. gab es diese speziellen deutschen Diskussionen nicht, und man war damit in Deutschland zufrieden!

Herrschende auch vom Vorstand dieser Kirche abhängig machte. "Bändigen" konnte die nahezu auf Luther's und dessen Auftraggeber gegen den Papst revoltierenden Bauern und Leibeige-nen schliesslich wieder nur die Röm.-Kath. Kirche. Denn die Leute hatten sprichwörtlich "Blut geleckt", und wollten - gegen die Obrigkeit der Röm.-Kath. Kirche in Stellung gebracht - auch gleich die anderen "Obrigkeiten" gestürzt wissen. Das Trauerspiel ging also weiter. Die Deutschen, hier natürlich der damalige Adel, mußte(n) auch den Petersdom mit finanzieren, und hatten davon nicht mehr als die Tröstung der Massen und Verhinderung von diesen gestürzt zu werden. Dies hätte man auch mit der protes-tantischen Kirche Martin Luthers, zudem viel günstiger und weniger ab-hängig bewerkstelligen können. Packen wir es beim Schopfe ....

Bildquelle: Free­Fotos@pixabay.com, Lic.: CCO

Wie es scheint benötigt ein Staatswesen wie Deutschland, egal in welcher staatsorganisatorischen Verfassung sich dieses Land befindet, unbedingt so etwas wie eine "Staatsreligion". Eine Weltanschauung welche auch und vor allem politisch dem Staatsvolk vor- oder auch mitgegeben werden kann, damit sich diese heimeliger fühlen. Anders lässt es sich nicht mehr er-klären, dass sich seit ewigen Zeit in Deutschland auch die Politik - zum Teil höchst persönlich - in Dinge einmischt, welche bei einer korrekt vollzogenen Trennung von Staat und Kirche (So stehts im Grundgesetz) nur das Individuum selbst betreffen. Dieses kann sich dann, auch in Mehrheit gerne bei Problemen an "den Staat" wenden, bzw. entscheidet im demokratisch ver-fassten Staatswesen als sog. "Souverän" aufgrund von Mehrheiten selbst. Aber wie schon erwähnt, in Deutschland scheint man die Schmach welche die Gegenreformation mit sich brachte, noch immer nicht überwunden zu haben. Etwas unbedeutend kommt da-her, was in den Massenmedien unter dem Stichwort "Interkommunion" mit einer Gott gewollten Notwendigkeit der Wiedervereinigung zweier Schwesterkirchen

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Konkordatsunterzeichnung in Rom. ­ Am 20. Juli 1933 wurde zwischen dem Deutschen Reich und dem Heiligen Stuhl in Rom das Reichskonkordat unterzeichnet, durch das zum erstenmal in der Geschichte für das ganze deutsche Reich die Beziehungen der katholischen Kirche zum Staat geregelt werden. Die Unterzeichnung vollzog für Deutschland der Vizekanzler Franz von Papen, für den Heiligen Stuhl der Kardinal Staatssekretär Eugenio Pacelli. Von links nach rechts: Vizekanzler Franz von Papen, (2.v.l.) Kardinal Staatssekretär Eugenio Pacelli und Ministerialdirektor Dr. Buttmann während des Unterzeichnungsaktes. Bildquelle: WikimediaCommons, über Bundesarchiv Koblenz, Bild 183­R24391, / Unbekannt / CC­BY­SA 3.0

propagiert wird.

fallende, durch denselben Nuntius Anfang des 20. Jahrhundert Gerade die Unterschiedlichkeit geschlossener Konkordate beruvon Röm.-Kath. und Ev.-Luth. fen können. Kirche mach(t)en es in Deutschland doch erst möglich, dass die Zum Gelde drängt, am Geld wesentliche Einkommensquelle, hängt ... das so genannte "Reichskonkordat von 1933" beiden Großkir- Erst die vom damaligen deutchen in gleicher Weise zugute schen Nuntius mit Amtssitz in kommen kann. Hätte es nach München (Bayern) mit dem nadem Zweiten Weltkrieg keine tionalsozialistisch ambitionierEv.-Luth. Kirche gegeben, die ten Deutschland ausgehanRöm.-Kath. Kirche hätte sich delte völkerrechtliche Vertrag einzig auf mittelalterliche Kon- brachte beiden Vertragspartkordate mit souverän gar nicht nern, vor allem aber der Röm.mehr vorhandenen Einzelstaa- Kath. Kirche deutscher Proveten bzw. ebenfalls unter eine nienz stetig steigenden VermöAufhebungsvermutung genszufluß, dem damaligen

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Staatswesen die Sicherheit vollkommen nationalsozialistisch werden zu können. Als man nach 1945 diesen völkerrechtlichen Vertrag aufkündigen wollte, konnte die Ev.-Luth. Kirche deren Beitrag leisten, um diese einzige auch ihr zukommende Staatsfinanzierung zu erhalten. Eine Ablösung dieser Sache wurde gesetzgeberisch zwar festgelegt aber bisher nicht vollzogen. Wer weiß jedoch ob dieser neue Papst Franz-iskus, der sich bewußt den Namen eines in Gelddingen sogar gegenüber dem eigenen Vater renitenten später heilig gesprochenen Ita-


DEEZ 06.2018 lieners gegeben hat, nicht vielleicht auf die Idee kommen und von sich aus eine Abgeltung des Reichskonkordats vorschlagen könnte.

Ein Risiko für

Könnte der Papst vielleicht ...

Deutschlands

Die Sicherheit, dass so etwas nicht geschieht, also Papst Franziskus nicht doch noch "auf die Schnelle" eine Auflösung des Reichskonkordats möchte, ist mit der Entlassung des deutsch stämmigen Glaubenspräfekten Dr. Gerhard Kardinal Müller nicht unbedingt größer geworden. Insgesamt ist die Zahl der für deutsche Interessen zur Papstwahl berechtigten Kardinäle im Vatikan auf einen historischen Tiefststand gefallen. Damit hat Deutschland nicht mehr die allerbesten Karten, obwohl sich mittlerweile im deutschen Parlament mehr denn je Abgeordnete befinden welche nicht nur offen zu deren christlichen Großkirche stehen, sondern im Ehrenamt dort auch besonders engagiert wirken.

Sonderfall "Ev.-Luth. Kirche" Während aber für die Röm.-Kath. Kirche gleichsam nur "engagierte Abgesandte" im Bundesparlament und den Länderparlamenten tätig sind, handelt es sich bei den ParlamentarierInnen welche der Ev.-Luth. Kirche angehören sehr oft um Personen welche in deren Kirche direkt stimm- und entscheidungsbefugt sind. Die informationelle Rückbindung ist hier um ein Vielfaches schneller wie es die Röm.-Kath. Kirche mit deren ausschliesslich zentral organisierten Autoritäten jemals bewirken konnte.

Die Folgen wären unabsehbar? Wie in der Teilüberschrift dürfte die Aussage lauten, würde man deutsche Parlamentarier von Kirchenfunktionären ganz zu schweigen nach den Folgen einer möglichen Auflösung des Konkordats befragen. In gewisser Weise stimmt das aber trotzdem,

Der Papst ­

künftige Prosperität?

Bildquelle: Wikimedia Com­ mons, user: Casa Rosada (Argentina Presidency of the Nation), Liz.: CC BY­SA 2.0 generic (us)

denn für solche Dinge hat die Bundesrepublik Deutschland kein Geld, und was noch problematischer sein dürfte, sich seit gut 20 Jahren vollkommen darauf verlassen, dass die Großkirchen sich immer mehr um die Versorgung der Alten, Kranken und vor allem auch Pflegebedürftigen kümmern. Gerade um dies beibehalten und das umwägbare Risiko einer überraschenden Aufkündigung des Reichskonkordats ausschliessen zu können, muß die Ev.-Luth. Kirche die "Amtsgeschäfte" deren Schwesterkirche in Deutschland übernehmen können. Eine bessere Gleichstellung wie über eine weltweit geltende Interkommunion-Regelung gibt es nicht. [x] .

"Der Staat macht sich zum devoten Deppen" Politologe Dr. Carsten Frerk 2015 in einem Interview der "Wirtschaftswoche", über die Privilegien der Kirchen in Deutschland. Quellendaten siehe unten!

Zitat Carsten Frerk: https://www.wiwo.de/politik/deutschland/carsten­frerk­ueber­die­privilegien­der­kirchen­der­staat­macht­ sich­zum­devoten­deppen/12559868.htmll

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B etreu tes B ayern

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Nur für den "Fall der Fälle"

Falls Sie hier nun etwas Neues zu dem uns angelegenen Ex-Betreuungsfall und der verschwundenen "Betreuerhandakte" erwarten, so müssen wir Sie enttäuschen. Die Sache liegt seit fast einem Jahr immer noch im Bayerischen Justizministerum, und dort beim Justizminister.

Völlig "verselbständigtes" Chaos? Schieben wir jetzt bitte die Schuld nicht der Bayerischen Justizverwaltung zu. Diese bemühte und bemüht sich redlich Klarheit in die Sache zu bringen. Das Problem scheint eher der Regierungsbezirk Oberpfalz zu sein. Ein Regierungsbezirk der irgendwie "aus den Fugen geraten" ist. Ein Regierungsbezirk der über Jahrzehnte so nah am sog. "kommunistischen Unrechtsregime" in der Tschechoslowakei war, dass nach der sog. "Samtenen Revolution" die "Unrechtsviren" in der nahen Oberpfalz eine neue Heimat gesucht hatten.

Abhängigkeiten mit System Im Regierungsbezirk Oberpfalz gibt es nicht nur die meisten, in konservativ-christlicher Duldungsstarre gehaltenen BürgerInnen, auch die Abhängigkeiten sind massiv wie nirgendwo sonst. Dies liegt vor allem in der Funktion der Oberpfalz während der Nazizeit

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begründet. Hier waren die auf die Fläche gerechnet meisten ZwangsarbeiterInnen beschäftigt, und kamen so unsere bisherigen Recherchen auch nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr nachhause zurück. Von diesen Dingen wußten nach dem Zweiten Weltkrieg nicht nur die nicht im Kriegsdienst befindlichen Einheimischen, sondern auch die damals bei den Großkirchen in den Pfarreien tätigen Geistlichen, und - nur nicht vergessen - die große Zahl an sog. "Heimatvertriebenen", welche wenngleich nicht insgesamt hier seßhaft geworden, zumindet einige Jahre in dieser Region verbrachten/ verbringen mußten. So viel Gras konnte hier über die uns immer wieder mitgeteilten und noch nicht ausgehobenen Massengräber gewachsen sein, dass man diese beim der mindesten Ernährung dienenden Pilze- und Beerensammeln in den bekannten Waldstücken nicht bemerkte. Da Mord bekanntlich nur nach Nazigesetzgebung, nicht aber nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland verjähren konnte wußten die Oberpfälzer, dass sie zu schweigen hatten. Zu Schweigen auch und vor allem über diejenigen Dinge welche man erst 2010, da aber aus politischen gründen geplant - mit den noch immer nicht umfassend geklärten "Mißbrauchsfällen bei den 'Regensburger Domspatzen'" feststellen mußte. Es war vielleicht sogar eine Art

Pervertierung des alttestamentarischen Strafkodex "Auge um Auge, Zahn um Zahn" welchen man den Oberpfälzern auferlegte, um deren Kinder vor allem auch sexuell mißhandeln zu können.

Heimatforschung - Nichts für Oberpfälzer?! Sogar die Möglichkeit nach der eigenen Heimat zu forschen scheint man den OberpfälzerInnen "genommen" zu haben. Dies geschieht so wir mittlerweile auch mitbekomme n haben fast flächendeckend durch sog. "Heimatvertrieben" oder deren Nachkommen. Konkret sind uns hier als sozusagen "echte Oberpfälzer" nur der bei unserem Redaktionssitz geborene und aufgewachsene kath. Geistliche Dr. Josef Hanauer, und der, nennen wir es einmal "Bayerns Geschichte polierende", aus der Nähe von Cham/ Opf. stammende Prof. Dr. Bosl bekannt geworden. Alle anderen Forschungen nach der Oberpfälzer Geschichte werden seit Jahrzehnten mit sog. "heimatvertriebenem Hintergrund" betrieben. Dies muß nicht schlimm sein, erschwert jedoch manchmal - vor allem wenn es um das Herausarbeiten rvanchistischer Tendenzen geht - die professionelle Forschungsarbeit. Alle diese hier genannten Dinge hat man zu beachten, wenn man mit der Oberpfalz "zu tun" hat. [x]

.


Bildquelle: geralt@pixabay.com, Liz.: CCO

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DEEZ - Die Erste Eslarner Zeitung, Ausgabe 06.2018.DE  

Informationen aus, über und für die bayerisch-tschechische Grenzregion. ISSN: 2366-4908

DEEZ - Die Erste Eslarner Zeitung, Ausgabe 06.2018.DE  

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