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14. Jahrgang | Ausgabe 02.2017 ­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­ monatlich und kostenlos

ISSN 2366­4908

Die Erste Eslarner Zeitung ­ Das Magazin zum täglichen Blog. www.eslarn­net.de

Bild: Bruckmandl auf der Steinernen Brücke in Regensburg | Quelle: WikimediaCommons, user: Karsten Dörre (grizurgbg) [2006], Liz.: CC BY­SA 3.0 DEEZ.EN

DEEZ 02.2017

Aus dem Inhalt: Owa pfalt's ­ Kurioses und Mysteriöses aus der Oberpfalz Die causa "Wolbergs", eine causa der Oberpfalz? Oberpfälzer Köpfe Diesmal: Reinhard Pappenberger, Weiihbischof

Das Regensburger Bruckmandl

Kirchenseiten "Wie es geschrieben steht, so sollt Ihr es glauben!" POLITIK direkt. Die Bundestagsabgeordneten der Region. Kunst, Kultur & Literatur Leseempfehlungen von Textflash Deutsch­Tschechische Zusammenarbeit Ohne Sudetendeutsche wäre das Grenzland ärmer dran.

DEEZ ist ein Produkt von ZBE, Dept. OIKOS™ News & Media. ­ www.zach.eu.org. Verfügbar nur Online, unter: www.issuu.com/smde | Redaktionskontakt: www.oikosmedia.tk


Reprint des Info­Newsletters vom 04.Januar 2017

Eine Aktion von ZBE und OIKOS™ News & Media (www.oikosmedia.tk)

I

Veranstaltungen 700 Jahre Karl IV. ­ Wenn ein Kaiser stirbt. Prag, 30.11.2016 ­ 26.02.2017

Ledárium in Spindlermühle Ostböhmen, 10.12.2016 ­ 31.03.2017

Grand Restaurant Festival Prag, 15.01.2017 ­ 28.02.2017

hr direkter Weg zum Infoportal unter www.czechtourism.com

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EDITORIAL | INHALT

Eslarn, im Februar 2017

Liebe Leserinnen, Liebe Leser! mitten in der Faschingszeit kommt nun gerade die aktuelle DEEZ­Ausgabe 02.2017.

Wir hoffen Sie finden Zeit, sich diese Ausgabe zu Gemüte zu führen. Falls nicht, auch kein Problem, denn DEEZ ist auf "längere Wirkung" ausgelegt, und wird deshalb seit letztem Jahr auch in der Deut­ schen Nationalbibliothek langzeitarchiviert.

Gesellschaft & Sozial

Wenn wir es mal schaffen, dann geben wir auch die zurückliegenden Ausgaben zur Archivierung frei. In dieser Ausgabe wieder einmal etwas zur/ über die Bezirkshauptstadt Regensburg. Da geht es ziemlich rund in der Stadt mit Dom, und natürlich müssen auch wir unseren Senf dazugeben.

Kirchenseiten | S. 17

In Eslarn huldigt man noch dem Winterschlaf, dies heißt, dass die "Eslarner Seiten" diesmal Pause machen, und wir hoffentlich für die nächste Ausgabe eine passende Grundlage finden. Wir wünschen Ihnen noch schöne restliche Faschings­/ Karnevals­, Fastnachttage, und lesen uns hoffentlich wieder gegen Mitte/ Ende März. Beste Grüße!

DE/CZ­Koopeation | S

Die Redaktion

IMPRESSUM/ IMPRINT: "DEEZ ­ Die Erste Eslarner Zeitung" erscheint regelmässig monatlich, un Eslarn. Die Redaktion erreichen Sie über die vorgenannte Postanschrift, sowie per Telefon: + 49(0 oikos­sms@office.eu.org. Leserbriefe nehmen wir ebenfalls gerne unter vorbezeichneten Kontaktm prüfen, und bei einem Verstoß gegen unser mission statement "Projekt gegen Antisemitismus, Ra Redakteur): Michael W. Zach ­ Erreichbar über vorgenannte Anschrift bzw. die genannten Kontaktm

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les | S. 5 f.

7 ff.

Regensburg ­ aktuell | S. 7 ff.

POLITIK direkt | S. 23 ff.

Oberpfälzer Köpfe | S. 15 f.

Kunst, Kultur, Literatur | S. 27 f.

S. 29 f.

nd wird herausgegeben von Theresia M. Zach, Ludwig­Müller­Strasse 2, D­92693 0)163 709 30 31, Telefax: +49 (0)9653 40 70 001, oder email: möglichkeiten entgegen. Wir behalten uns jedoch vor, diese vor einem Abdruck zu assismus, Extremismus und Fremdenfeindlichkeit" abzulehnen. V.i.S.d.P.: (Verantw. möglichkeiten.

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© 2017 Czechtourism

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Quelle: Sämtliche Bild­ und Textbestandteile stehen im Eignetum von czechtourism.com. Alle Rechte vorbehalten. Die Informationen sind jeweils auf die externe Website unter czechtourism.com verlinkt.

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E S L ARN

- direkt

 

Amtliche Zahlungstermine 01. März 2017: Abschlag ­ Waser/ Abw. Wasser/ Abwasser

Offizielle Veranstaltungen Haus­ und Kommunbrauer­ versammlung 2017 ­ noch nicht terminiert ­

Restmüll­Entsorgung | Recycling Restmülltonne (Fa. Schmidt & Zweck) 01. März 2017, 15. März 2017, Gelber Sack ­ DSD

Papiertonne(n) ­ Fa. Kraus / Fa. Bergler 01. März | 30. März ­ Fa. Bergler 09. März ­ Fa. Kraus DEEZ 01.2017 | 06

Antranias@pixabay.com

17. März 2017


O w a p fa l t' s ­ K u r i o s e s u n d My s te r i ö s e s a u

= Solide Parte

Die causa "Wolbergs", ein "Eine Spende bringt die Wende!" Noch Mitte der 1990er Jahre hatte es ein renom­ mierter Politiker der nordoberpfälzer CSU regel­ mässig auf den Lippen, was jetzt einem Regensburger Oberbürgermeister der SPD ­ na­ türlich in vollkommen anderer Art und Weise ­ angelastet werden soll. Dieser längst verstorbene CSU'ler tönte immer wieder mit den Worten "Eine Spende bringt die Winde!", und war nicht zuletzt deshalb sehr ger­ ne beim Parteivolk gesehen und gehört. Was ist dies jetzt in der Bezirkshaupstadt Re­ gensburg, dass man ob Parteispenden, nur ein kleiner Teil all derjenigen Spenden, welche man geben kann, so einen Aufruhr macht? Nicht wenige alteingesessene Oberpfälzer_innen sagen zu der, seit einigen Monaten sehr heiß gekochten "Regensburger Spendenaffäre", dass sich da "einfach jemand übernommen" hat, "je­ mand den Hals nicht voll genug bekommen konnte", oder ­ in bester bayerischer Tradition ­ "sich dummerweise erwischen liess". Trifft dies aber wirklich den Kern der Sache? War ein Oberbürgermeister Joachim Wolbergs ­ ge­ rade mal seit Mitte 2014 im Amt ­ wirklich raffgierig oder so dumm? Wir haben hier ein paar interessante

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Informationen zusammen getragen, welche wir Ihnen nicht vorenthalten wollen. Zunächst jedoch klären wir einmal ein paar Begrifflichkeiten, nicht dass es daran scheitert die Sache richtig verstehen zu können.

Spenden, Almosen und Sponsoring Vielleicht der christlich­abendländisch geprägten Tradition geschuldet sprechen wir immer wieder auch von "Spenden", wenn tatsächlich Geld­ gaben an politische Parteien gemeint sind. Ganz richtig ist das nicht, denn eine "Spende" ist regemässig eine zielgerichtete Bereicherung Dritter. Gem. "Duden", dem Rechtschreibwörterbuch der deutschen Sprache, wird die "Spende" als "Geld, das man freiwillig für einen sozialen oder wohltä­ tigen Zweck gibt" definiert. Der Bundesfinanzhof hingegen definierte den Begriff "Spende" in dessem Urteil 25. November 1987, Az. I R 126/85 wie folgt: "Eine Spende ist eine freiwillige Zuwendung für einen religiösen, wissenschaftlichen, gemeinnüt­

Bild (Hintergrund): Stadttheater Regensburg am Bismarckplatz, WikimediaC


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= eiDisziplin?

ne causa der Oberpfalz?

zigen, kulturellen, wirtschaftlichen oder politischen Zweck". In der "Wikipedia®" lesen Sie noch etwas mehr zum Begriff: "Spendenempfänger können gemeinnützige Vereine, Stiftungen, politische Par­ teien oder Religionsgemeinschaften sein. Spen­ den können in Geld oder Sachleistungen bestehen oder in einem Verzicht auf Entlohnung für geleistete Arbeit (Zeitspende)." Dem (deutschen) Zivilrecht ist der Begriff "Spen­ de" vollkommen unbekannt. Gem. Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) "[...] ist die Spende eine Schenkung, deren Merkmale des § 516 Abs. 1 BGB von der Spende erfüllt werden. Es handelt sich um eine Zuwendung, durch die je­ mand aus seinem Vermögen einen anderen berei­ chert, wenn beide Teile darüber einig sind, dass die Zuwendung unentgeltlich erfolgt."

Unentgletlich ­ und dies ist wichtig ­ ist eine Schenkung aber nur dann, wenn keine Gegen­ leistung gefordert wird. Dies in jedweder Hinsicht, womit man bei Gaben an politische Parteien aber bereits beim rele­ vantesten Problempunkt angekommen wäre.

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Eigentlich wär's doch "Sponsoring", oder? Hier findet sich nämlich der Begriff der "Bereiche­ rung eines Dritten". Nun will niemand, zumindest nicht grundlos politi­ sche Parteien bereichern. Damit ist der Begriff der "Parteispende" eigentlich falsch gewählt, und es müßte besser "Sponso­ ring" heißen. Sponsoring dient Zwecken des Sponsors. "Aufwendungen des Sponsors sind Betriebsaus­ gaben, wenn der Sponsor wirtschaftliche Vorteile, die insbesondere in der Sicherung oder Erhöhung seines unternehmerischen Ansehens liegen kön­ nen, für sein Unternehmen erstrebt oder für Pro­ dukte seines Unternehmens werben will." Na, da haben wir es doch, und besser kann es die Sache zu Regensburg auch nicht beschreiben. Stellt sich trotzdem die Frage, wer hier in der doch etwas provinziell anmutenden Bezirkshaupt­ stadt Regensburg gegenüber wem besser dastehen, sein "unternehmerisches Ansehen sichern oder gar erhöhen wollte"?

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O w a p fa l t' s ­ K u r i o s e s u n d My s te r i ö s e s a u Wer wollte hier aber gegenüber wem besser stehen?

regionales "Monopoly®"­Spiel vorstellte, und dabei die Bezirkshauptstadt als "Schlossallee" war. Es ging also politisch gesehen um Regens­

Unausgesprochen sind die bislang in diese "Parteispenden­Affäre" involvierten Immobilien­ Unternehmen ­ Man sollte wohl eher "regionale Immobilienkonzerne schreiben? ­ seit über 20 Jahren die "Platzhirsche" in Regensburg und der näheren Region. Da wollte mit Sicherheit niemand dem Mitbewerber den Platz streitig machen. Nur fremde Unternehmen dieser Branche kamen eben nahzu nicht zum Zuge, und dies seit Jahr­ zehnten. So etwas findet sich aber nicht nur in der Be­ zirkshauptstadt der Oberpfalz, sondern wenn man genauer hinsieht in nahezu jeder größeren Kommune dieses, unmittelbar an die Tsche­ chische Republik angrenzenden Regierungsbe­ zirks. Die Schlossallee heißt Regensburg. Die Sache mit dem regionalen "Monopoly®"­ Spiel könnte wegweisend sein. Das Tischspiel "Monopoly®" kennt fast jedes Kind, und es hat leider nicht den Ruf, dass es hier (immer) mit christlich­abendländischen Grundwerten zugeht, wenn allzu raffgierig ge­ spielt wird. Zugegeben, das Spiel ist wunderbar, aber eben nicht, wenn es in der Realität zu Las­ ten einfacher Bürger_innen geht. Wir hatten es schon einmal erwähnt, und uns da­ mals im Jahr 2009 bereits gewundert, dass die damalige Bezirksregierungspräsidentin der OBerpfalz, die in Oberviechtach (LKr. Schwandorf) gebürtige Birgitta Brunner ein

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burg als profitable Geldanlage. Zumindest aber scheint bereits 2009 die Zeit reif gewsen zu sein, Regensburg so für die Zukunft fit zu machen, wie man es sich dort vorstellte, wo das Geld zuhause

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= Solide ParteiDisziplin? war und ist. Außerdem war Regensburg schon immer der "Hort des röm.­kath. Glaubens", und auch von dieser Seite wurde und wird sehr sorg­ sam darauf geachtet, dass bei allem Spieltrieb die

Wolberg, der seit Januar suspendierte Ober­ bürgermeister Regensburg gerade mal etwas über ein Zeitjahr als dritter Bürgermeister, und damit als Sozialbürgermeister der Stadt tätig. Regensburg, das war schon immer "CSU"! Dass man für die Kommunalwahlen im Jahr 2014 für Regensburg gerade einen SPD­Kandidaten wählte, vermag angesichts der übergroßen Be­ liebtheit dessen Amtsvorgängers Hans Schaidin­ ger (CSU) verwundern. Nur einmal gab es in der Geschichte Regensburgs bislang einen solchen "Ausrutscher", und der passierte Partei politisch geschrieben Anfang der 1990er Jahre, als eine Christa Meier plötzlich nicht nur einen Schüssel für eine Schule, sondern beide Schlüssel des Re­ gensburger Stadtwappens in der Hand hielt. Die Ära "Meier" ­ Bürgerwille oder politisches Kakül? Die Stadt Regensburg ist keine Insel, und dieser in den letzten Monaten immer mehr im politischen Wortschatz zu findende Vergleich hat gerade hier seine Berechtigung, wo einstmals aufgrund deren unterschiedlichen politischen Ausrichtung höchst verfeindete Staaten gegenüber lagen, und bald als Partner einer europäischen Staatengemein­ schaft zusammen arbeiten sollten.

wichtigsten Dinge im eigenen Portfolio bleiben. Zu dieser Zeit als Regensburg ­ vielleicht nicht nur spielerisch ­ den Interessen des schönden Mammon preisgegeben wurde ­ war Joachim

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Richtig, wir sprechen von Tschechien, beziehen uns auf den Fall des sog. "Eisernen Vorhangs", und insinuieren zugleich die bis vor wenigen Monaten noch heftig geforderte "Wiederge­ winnung der Heimat", welche sich einige Gruppen aus dem Kreise der sog. "Heimatvertrieenen auf

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O w a p fa l t' s ­ K u r i o s e s u n d My s te r i ö s e s a u deren, ja man muß wohl sagen "Kampfschild" geschrieben hatten. Dies seit Beginn der 1950er Jahre, und seitdem unwidersprochen durch die Bayerische Staatsregierung, welche die Schirm­ herrschaft auch für diese Klientel der Heimat­ vertriebenen übernommen hatte, ja übernehmen mußte. Keine allzu gute Voraussetzung die hier sehr hellhörigen Bürger_innen Tschechiens zu einer arglosen Zusammenarbeit, überhaupt zu einem Betritt zur Europäischen Gemeinschaft zu bewe­ gen. Bayerische Politik mit einem roten Mäntelchen. Da mußte man schon andere Dinge auffahren, um die vom Kommunismus, zuvor vom National­ sozialismus im wahrsten Sinne des Wortes "ge­ beutelten" Bürger_innen Tschechiens zum Mit­ machen zu bewegen. Schon immer schaute man von dort direkt ins benachbarte Grenzland, und die dort befindliche Bezirkshauptstadt Regens­ burg. Was also lag näher, hier zumindest einmal ein Stadtoberhaupt zu präsentieren, welches nicht der schirmherrschaftlichen CSU angehört? Ja, so etwas geht, geht vor allem in der Oberp­ falz, und deren Bezirkshauptstadt.

Die "Euronovelle" von 2002. Im Jahr 2002 nun trat in Tschechien endliche ei­ ne Verfassungsnovelle, die so genannte "Euro­ novelle" in Kraft. Diese enthielt zwei wesentliche Neuerungen, die nicht nur für den Beitrit Tschechiens zur EU sehr bedeutsam waren.

1. Kompetenzübertragung auf internationale Organisationen/ Institutionen.

Tschechien kam einfach nicht voran. Dumm nur, dass die sog. "Transformation" der Tschechischen Republik in einen freiheitlich demokratischen, und den EU­Aufnahmericht­ linien genehmen Staat nicht so schnell voran kam, wie dies zu Anfang den Eindruck erweckte. Erst ab 2002 war die Tschechische Republik rich­ tig "bereit" für den Betritt zur EU, welche aber schliesslich erst zum 01. Mai 2004 vollzogen

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wurde. Beretis 1993 jedoch wurden die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Dezentralisierung der Staatsverwaltung geschaffen ­ 14 Bezirke ge­ gründet. Die ersten Wahlen zu den Bezirksver­ tretungen fanden 2001 in 13 Bezirken statt; in Prag wurde erst 2002, parallel zu den Kommu­ nalwahlen abgestimmt. Es war also bereits zur nächsten Wahl nach Oberbürgermeisterin Christa Meier klar, dass man mit Tschechien nicht so schnell rechnen, schon gar keine (völkerrechtlichen) Verträge ab­ schliessen konnte, Tschechien vor der Jahr­ tausendwende kaum der EU beitreten würde. So lange ­ man kann/ könnte es verstehen ­ wollten die etablierten Kreise nicht abwarten, und auf die Oberbürgermeisterin ohne Mehrheit im Stadtrat folgte ­ wie die Tradition verpflichtete ­ wieder jemand aus der CSU. Man hatte ja noch Zeit, mutmasslich jede Menge Zeit.

Es wurde bestimmt, dass einige Kompetenzen der Tschechischen Republik auf eine internatio­ nale Organisation oder internationale Institution übertragen werden können, was sich auf den EU­Beitritt bezieht. "Durch Verfassungsgesetz kann in diesem Zusammenhang die Abhaltung eines verbindlichen Referendums angeordnet werden."

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= Solide ParteiDisziplin? „Es hieß immer:

‚Halten Sie fünf Jahre die Klappe!’“ [Ex­OB­Kandidat (2014) Christian Schlegl] 2. Implementierung von Völkerrecht mit Widerspruchs­vorrang des Völkerrechts

Weiterhin ­ nun besonders wichtig ­ wird durch die Verfassungsnovelle die Frage der Implementie­ rung des Völkerrechts berührt. "Alle internationa­ len Verträge, die durch das tschechische Parlament genehmigt und durch das Staatsober­ haupt ratifiziert werden, werden in das tschechi­ sche Recht inkorporiert. Im Fall eines Widerspruchs zwischen einem innerstaatlichen Gesetz und einem für die Tschechische Republik verbindlichen internationalen Vertrag hat der Ver­ trag Vorrang vor dem Gesetz." Dieser Teil der "Euronovelle" dürfte den Aus­ schlag dafür gegeben haben, dass zu Regens­ burg wieder ein SPD­Stadtratsmitglied ­ andere wären zu unberechenbar gewesen ­ als OB­ Kandidat gehandelt wurde.

haben ein SPD­Oberbürgermeister "halten" kann, dürfte sich auch sonst viel zum Besseren ge­ ändert haben. Dies, so denken wir, war der Plan, der aufgehen sollte. "Verschnupft" hingegen war der von und für die CSU präsentierte Kandidat Christian Schlegl, dem nicht nur der aktuell im Kreuzfeuer befindliche Spendengeber Volker T. anlässlich einer Spen­ denbitte sagte, dass Wolbergs die Wahl gewinnen würde, sondern sogar Hans Schaidinger darum bat, dass er "fünf Jahre die Klappe halten" soll. Die Sache war also ­ wie man auf gut bayerisch sagt "gegessen". Sowohl der noch amtierende OB Schaidinger, aber auch Leute wie dieser Immobilienhai ­ der Schlegl durchaus eine "Parteispende" für den be­ vorstehenden Wahlkampf gab ­ wollten Wolbergs.

Man brauchte wieder ein "rotes Mäntelchen".

Die berühmten drei Worte, äh "fünf Jahre"!

Wolbergs hatte sich, wie im Vorlauf seine SPD­ Vorgängerin im Amt, ebenfalls hinreichend prüfen lassen. Als Sozialbürgermeister hatte er mit allen denjenigen Kreisen und Leuten zu tun, die deren "OK" geben konnten, und ­ so sehen nicht nur wir die Oberpfalz ­ auch geben mußten. Wolbergs war der Mann, um Regensburg liberaler erscheinen zu lassen, wie es die CSU jemals ­ auch nicht mit einer Oberbürgermeisterin hätte darstellen können. Wenn sich dort, wo CSU und Röm.­Kath. Kirche seit Jahrzehnten bzw. Jahrhunderten das Sagen

Wieso sollte Schlegl gerade fünf Jahre "die Klap­ pe halten"? Nun, lassen Sie uns weiter spekulie­ ren, und auf diejenigen Dinge rekurrieren, die wir in zurückliegenden Ausgaben bereits näher be­ trachtet hatten. Die reguläre Amtszeit eines berufsmäßigen Bür­ germeisters beträgt übrigens gem. Art. 42 Absatz 1, Satz 1 BayGLKrWG (Bayerisches Gemeinde­ und Landkreiswahlgesetz, BayRS 2021­1/2­I) sechs, und nicht fünf Jahre. Wieso also sollte

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O w a p fa l t' s ­ K u r i o s e s u n d My s te r i ö s e s a u

"Ein Grundherr war in der Regel ein Ange

Dynastie, eine Institution der Kirche oder Schlegl gerade fünf, und nicht sechs Jahre die Klappe halten? Denkbar wäre, dass man ja mindestens ein Jahr vor den bevorstehenden Kommunalwahlen wie­ der mit dem Wahlkampf beginnen muß. Doch ein Jahr ist ziemlich kurz gegriffen, wenn die Be­ völkerung das zweite Mal in der neueren Ge­ schichte Regensburgs ­ von einer politischen Kehrtwende überzeugt werden muß. Wir halten uns da mal lieber an Daten, und ge­ gebene Fakten. Es ist zwar nicht genau bekannt, wann Hans Schaidinger seinem Parteifreund Schlegl diesen Ratschlag gab, doch es ist auch egal ob im Jahr 2013 oder 2014. Interessanter ist, was außer der nächsten OB­ Wahl fünf Jahre nach 2013/ 2014 angesagt ist. Wir hätten da zwei sehr wichtige Termine für Sie, die wir aber zurückliegend schon ein paar Mal erwähnt haben. Das Geheimprojekt "R.U.D.I.", denn ohne politische Unterstützung geht es nicht. 2018 stehen in der Tschechischen Republik zwei markante Daten im Kalender. Im Oktober 2017 finden die Parlamentswahlen statt, und Anfang 2018 wird der Staatspräsident Tschechiens neu gewählt. Wir hatten uns mit den Parlaments­ wahlen mal um ein Jahr vertan, aber die Wahl des Staatspräsidenten ist für diejenigen Dinge, welche einige Leute mit Abschaffung der sog.

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"Benes­Dekrete" bewirken wollen, sowieso viel interessanter. Ende April 2018, genauer sagte am 26. April 2018 hat zudem der Primas von Böhmen, der Prager Erzbischof Dominik Kardinal Duka wegen Erreichens der Altersgrenze dem Papst unaufge­ fordert seinen Rücktritt anzubieten. Es ist also viel "geboten", 2018 in Tschechien. Es grenze an ein Wunder, wenn Hans Schaidinger nicht genau diese Dinge meinte, als dieser Christian Schlegl, den verschmähten OB­ Kandidaten zum Schweigen aufforderte.

Und nun? Jetzt hat Regensburg einen suspendierten Ober­ bürgermeister, und eine "Parteispenden­Affäre" am Hals. Ob man diese jetzt als "riessig", und den OB als "raffgierig" bezeichnen kann, ist die Frage. Nicht wenige Leute sprechen davon, dass es "schon die letzten Jahre hätte krachen" müssen. Fakt ist, dass das meiste Geld nicht beim OB selbst, also in dessen Taschen gelandet war, sondern dem Ortsverein der SPD gegeben wur­ de. Fakt ist auch, dass über die letzten Jahre klein­ teiliger Grundbesitz zu größeren Arealen zusam­ men gefasst, prominente Areale in die Verfü­ gungsgewalt nur weniger Unternehmen gegeben wurden.

Bild (Hintergrund): Stadttheater Regensburg am Bismarckplatz, WikimediaC


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= Solide ParteiDisziplin?

ehöriger des Adels, einer herrschenden

r ein wohlhabendes Kloster." {Wikipedia® ­ Feudalismus]

Alles war schon mal da! Ältere Leute betonen immer wieder, dass "Alles schon mal da war", also sich die Geschichte wiederholt. Grundsätzlich ist so etwas einmal abhängig von den größeren Akteuren, und da hat zumindest in Regensburg ­ bei, seit dem europäischen Mittel­ alter nahezu gleich gebliebender Einflußmög­ lichkeit der Röm.­Kath. Kirche ­ das Unterneh­ mertum den Adel abgelöst. Wer jedoch tatsächlich hinter Unternehmen stek­ ken könnte, auch wenn diese sich in privater Hand befinden, weiß man zumeist erst, wenn es zu spät ist, d. h. einmaliges Immobilien­ und Grundstückseigentum für immer die Eigentüme­ rin/ den Eigentümer gewechselt hat. Lassen wir uns also überraschen, was die Aufklärung dieser "Spenden­Affäre" ­ sollte diese wirklich vollends aufgeklärt werden ­ noch so alles zu Tage fördert. [x]

Commons, user: Hajotthu, Liz.: CC BY­SA 3.0 DEEZ

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Städtisches Wohnhaus, Halberstadt

Bild aus den Mittheilungen der kaiserl. königl. Central­Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale Band 3, 1858., WikimediaCommons, Liz.: gemeinfrei

Damit wurde jetzt, für wen auch immer, das erreicht, was der bekannte "Armenforscher", Christoph Butterwegge als "Neofeudalismus" be­ zeichnet, und in seinem Buch „Neofeudalismus im Finanzmarktkapitalismus“ eingehend be­schreibt.

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SERIE

Oberpfälzer Köpfe

Weihbischof R

Von Grafenwöhr, über Weiden und Fockenfeld, bis nach Regensburg:

Hintergrundbild: Günter,Gumhold@pixelio.de

Weihbischof Monsignore Reinhard Pappenberger Die hatte Reinhard Pappen­ berger bis zur Ernennung selbst nicht geglaubt, dass er einmal als Weihbischof seiner Heimatdiözese vorstehen würde. Zwar kein echter "Spätberufener", der hier über das Spätberufenengymnasi­ um St. Josef in Fockenfeld bei Konnersreuth in die Leitungs­ ebene der Diözese Regens­ burg gelangte. Dafür aber einer, der wie nur wenige ehe­ malige Fockenfelder immer noch darauf schwört, dass Therese Neumann, die sog. "Resl v. Konnersreuth" selig­ und heilig gesprochen werden muß. Vielleicht gerade deshalb wurde er am 6. Februar 2007 ­ nach langer Vakanz beider Weihbischofsämter ­ zum Weihbischof der Diözese Re­ gensburg ernannt, und bei der Konsekration wirkte nicht nur der frühere Regensburger Weihischof und ehemalige Bi­ schof von Passau Wilhelm Schraml, sondern auch der bis 12. Februar 2016 noch amtierende Bischof von Plzen, František Radkovský mit.

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Auf die besondere Bedeutung einer künftigen Hl. Theresia v. Konnersreuth für die Re­ Mission Tschechiens, bzw. einstiger böhmischer Gebiete, wollen wir hier nicht näher eingehen. Wieder mal jemand aus der Nordoberpfalz.

Wie auch immer wurde mit Reinhard Pappenberger, der sich seine Sporen von 1990 bis 1995 als Diözesanpräses der Katholischen Arbeitneh­ mer­Bewegung und der Christlichen Arbeiterjugend verdienen mußte (Anm: Er stammt aus einer Arbeiterfa­ milie mit vier Kindern.) , nach langer Zeit wieder einmal ein echter Nordoberpfälzer zum Bischof ernannt und geweiht. Der letzte aus der Nordober­ pfalz stammende Weihbischof der Diözese Regensburg war von 1986 bis 2001 Wilhelm Schraml, ein gebürtiger Er­ bendorfer.

Liturgie, Kirchenmusik, Ju­ gend und Vereine Auch Pappenberger leitete, 1996 zum Ordinariatsrat er nannt, wie schon Schraml, die diözesanen Referate Liturgie und Kirchenmusik, Ehe und Familie und Jugend­ und Ver­ bandsseelsorge, und wurde 2003 zum Mitglied des Re­ gensburger Domkapitels er­ nannt.

In der Deutschen Bischofs­ konferenz ist Pappenberger Mitglied in der Liturgiekom­ mission, der Kommission Weltkirche und deren Unter­ kommission für Missionsfra­ gen (insbes. MISSIO) sowie der Kommission für Ehe und Familie. Gerade als Mitglied der Kommission X der DBK hat Pappenberger, der auch noch der Unterkommission

Bildquelle(Wappen): WikimediaCommons, user: I, SajoR, Liz.: CC BY­SA 20


Reinhard Pappenberger Um Haaresbreite Bischof von Regensburg.

Ein Verwandter Pappenbergers, Monsignore Ludwig Schmidt, machte den Anfang: Die private Berufsschule "St. Michaels­Werk e. V. Grafenwöhr" Oberpfalz weit seit 1982 einmalig.

MISSIO angehört, nicht nur mit der hier als Auftrag vorge­ gebenen Pflege internationa­ ler Beziehungen und der Zusammenarbeit mit anderen (kontinentalen, regionalen und nationalen) Kirchen, son­ dern der Koordination der Hilfswerke und deren Geld­ flüsse zu tun.

In verwandtschaftlicher Tra­ dition Pappenberger folgt in seinem Hilfsengagement in gewisser Weise einem seiner Verwand­ ten, für den er unmittelbar nach seiner Bischofsweihe in der Marktgemeinde Waidhaus 2006 einen abendlichen Pon­ tifikalgottesdienst zelebrierte.

0.5 DEED

Monsignore Ludwig Schmidt, so der Name dieses Geistli­ chen stammte aus Waidhaus und war Jahrzehnte lang Stadtpfarrer von Grafenwöhr. Schon 1975 hatten er sich zu­ sammen mit dem damaligen Landrat des Landkreises Neustadt/ Wn., Landrat Christian Kreuzer und Andre­ as Lutz für eine Berufsschule dieser Art stark gemacht. Seit 1982 ist das St.­Michaels­ Werk, dessen Einzugsbereich bis nach Bad Kötzing und nach Neumarkt/ Opf. reicht ­ eine feste Institution in Gra­ fenwöhr. Die Berufsschule ar­ beitet nach den Prinzipien der Sonderpädagogik. Gedacht ist sie vor allem für Schüler mit Lernschwierigkeiten und anderen Einschränkungen.

Nur um Haaresbreite ­ so gut informierte Kreise der Pries­ terschaft der Diözese Re­ gensburg ­ wäre Monsignore Pappenberger im Jahr 2013 in Nachfolge seines früheren Ortsbischofs Dr. Gerhard Lud­ wig Müller, Bischof von Re­ gensburg geworden. Die Ehre eines Diözesanbi­ schofsamtes wurde bisher aber nur dem Erbendorfer Wilhelm Schraml zuteil, der in von 2001 bis 2012 als Bischof von Passau wirkte, und in den 1970er bis Anfang der 1990er Jahre als Diözesan­Kolping­ präses wie ich für die Liturie und Kirchenmusik gute Diens­ te leistete. Was es da zu tun gab, erschliesst sich erst seit 2010, und wir denken, dass sich hier noch einige sehr in­ teressante Details finden las­ sen werden. [x]

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KIRCHENSEITEN ­ A u f w e l c h e r S e i t e s Ein Opfer geht publizistisch an die Öffentlichkeit:

Wie es geschrieben steht, so sollt Ihr es glauben! Niemand versteht es so gut wie die Röm.­Kath. Kirche, dass der Mensch Aufmerk­ samkeit und Zuneigung be­ darf, sich in seinen Anliegen angenommen fühlen will. Die Betonung liegt dabei auf dem "Gefühl", der subjektiven Wahrnehmung welche dabei erzeugt werden soll, und mit welcher die Röm.­Kath. Kir­ che vor allem bei deren Fest­ tags­Gottesdiensten bis ins Äußerste übersteigert zele­ briert. Wohlgefühl trotz Jahre lan­ ger Zurücksetzung Dieses Gefühl scheint man nun zumindest einigen Opfern vormaliger höherer Geistlicher der "Regensburger Domspat­ zen" vermittelt zu haben, als Mitte September 2016 der ak­ tuelle Regensburger Bi­schof nahezu herabstieg, sich auf die Ebene der Opfer ­ genau­ er gesagt zweier Opfer aus der ehem. "Domspatzen­ Grundschule Etterzhausen" ­ begab, und diese bei einer

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bislang einmaligen Presse­ konferenz zum Thema sogar zu dessen Rechten sitzen durften. Good guy ­ bad guy ­ Ein Spiel das immer noch wirkt?

Wie einfach doch der Mensch gestrickt ist, dass er durchaus in seinem Verhalten manipu­ liert werden kann, wenn er nicht damit rechnet, bzw. von Kleinauf "passend" konditio­ niert wurde. Deshalb ist es Täterorganisa­ tionen gleich welcher Art im­ mer ein Greuel, wenn sich Opfer auf keinerlei persön­li­ che Gespräche ohne ge­ schulte Dritte einlassen, ja sich von der Opferorganisa­ti­ on konsequent trennen. Die beiden bei der Presse­ konferenz präsentierten Op­ fervertreter sollen durch wei­ tere Opfer aus dem Kreis der­ er gewählt worden sein. Bislang fehlt dafür jedweder Nachweis, eher scheint sich ein Vielzahl der Opfer hinter­ gangen zu fühlen, denn Miß­ brauch gab es nicht nur an der Internatsgrundschule der

Domspatzen in Etterzhausen. Auch und vor allem an der sog. "Dompräbende", dem In­ ternat der Domspatzen in der Regensburger Reich­strasse, aber auch in vielen anderen kirchlichen Einrich­tungen der Diözese Regens­burg soll es Mißbrauch ge­geben haben.

"Gerhard der Streitbare"­ The bad guy Ab 2010 sprach nur Bischof Gerhard Ludwig, und nur zu den "Domspatzen­Fällen". 2010 kam auch für die Diö­ zese Regensburg die große Erleuchung, dass es auch dort massives Mißbrauchsge­ schehen durch Geistliche gab. Von vornerherin aber wurde Mißbrauch in anderen als den sog. "Domspatzen­ Einrichtungen" ausgeklam­ mert. Der damals amtierende Ortsbischof Gerhard Ludwig Müller schon Jahre vorher medial als "streitsüchtig" auf­ gebaut, konnte seine Linie fortführen, und nicht wenigen Opfern aber auch Journa­


stehen Sie?

Ganz kleine Auswahl aus der Berichterstattung von "Regensburg­Digital.de". Sie finden da noch jede Menge mehr. list_innen eine geplante Zer­ störung des Rufes eines welt­ berühmten Chores vor­halten. . Sein Generalvikar Fuchs, den er wenig später nach Amts­ übernahme dem altgedienten Generalvikar Dr. Wilhelm Ge­ genfurtner vorgezogen, und aus der Stadtpfarrei Waldsas­ sen nach Regensburg zu­ rückgeholt hatte, mußte ins selbe Horn stossen, und Op­ fern nicht unbedingt eines kirchlichen Würdenträgers würdige Briefe schreiben (las­ sen). Man wollte die Sache so durchziehen, wie man dies

vielleicht schon mit Amtsüber­ tragung an Bischof Gerhard Ludwig Müller geplant hatte, nämlich in streitiger, wenn es sein muß auch bis zum Bun­ desgerichtshof reichender Art und Weise.

Bischof Müller übte seit Amtsübernahme den Ernst­ fall. Dieser Bischof Gerhard Lud­ wig Müller hatte sich jeden­ falls bereits vorher einen Namen gemacht, in dem er eine ganz übliche Satzungs­ änderung zur Verantwortung

von Ortsgeistlichen so zele­ brieren liess, dass kirchliche Gruppen wie "Wir sind Kir­ che" einsteigen und einen un­ nachgiebigen, fast schon radikalen Bischof konstru­ie­ ren konnten. Es glich einem gut konzipier­ ten Theaterstück, als Bischof Müller regionalmedial wirklich mit Dorfgeistlichen stritt, dann auch noch einen Theologie­ proessor "aufs Korn nahm". Niemandem wurde dabei ernsthaft Schaden zugefügt, alle blieben im Amt, zumin­ dest aber ertragsmäßig gleichgestellt. Niemand verlor sein Amt.

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KIRCHENSEITEN ­ A u f w e l c h e r S e i t e s Dieses Schauspiel dürfte aber gereicht haben, um die Mißbrauchsfälle in der Diöze­ se Regensburg einige Jahre "unter dem Deckel" zu halten, denn 2008 rumorte es bereits in den USA wegen dortiger Mißbrauchsfälle sehr heftig. Zumindest in Regensburg sollte geschwiegen wer­ den? Wäre einstmals der Theolo­ gieprofessor Dr. Joseph Rat­ zinger nicht von Tübingen ins ruhigere Regensburg geholt worden, es wäre wohl egal gewesen, und die Miß­ brauchsfälle bereits beim erstmaligen Aufmucken von Betroffenen geklärt worden. So aber hatte man ­ mut­ masslich liefen die konkreten Vorbereitungen für einen Papst Ratzinger bereits seit Mitte der 1990er Jahre ­ ab April 2005 einen amtierenden bayerisch­deutschen Papst mit Lieblingsdiözese Regens­ burg "an der Backe". Nun durfte nichts mehr schieflaufen. Die Bevölkerung dürfte nicht gering dadurch eingeschüchtert gewesen sein, dass ein Bischof auch vor Professor_innen der örtli­ chen Universität nicht Halt macht. Nicht so die Macher von "Re­ gensburg­Digital.de". Diese nahmen sich eines Miß­ brauchsfalles aus Riekofen an, und erwähnten sogar das Unwort "Schweigegeld". Da­ mit erfüllte sich der Plan, und

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Bischof Gerhard Ludwig Mül­ ler konnte bis zum BGH kla­ gen. Ziemlich substanzlos das Ganze, aber wieder konnten einige Jahre ins Land gehen, die Volksseele über entsprechende Medien­ berichte mit der Hoffnung auf Gerechtigkeit ruhig gestellt werden. Anfragen von Mißbrauchsop­ fern an die Diözese sollen in dieser Zeit ­ so jedenfalls Re­ gensburg­Digital.de ­ manch­ mal sogar etwas unflätig be­ antwortet worden sein. Dafür fühlte sich der sowieso höchst bschäftigte Bischof nicht zuständig, und liess einen Generalvikar Fuchs machen. Der Mensch denkt, Gott lenkt?

Erst die sog. "Vatileaks­Affäre 1.0" (2011­2012) zeigte auf, dass hier mehr im Argen lie­ gen, und man es auf den deutsch­bayerischen Papst "abgesehen" haben könnte. Wer und wie auch immer war klar, dass hier jemand dem fast schon volkstümlichen Theater um die Mißbrauchs­ aufklärung ein weitaus um­ fangreiches Theaterstück, fast schon eine Tragödie ent­ gegen zu setzen wußte. Erstdas zweite Mal in der Ge­ schichte der Röm.­Kath. Kir­ che trat am 28. Februar 2013 ein Papst freiwillig von sei­ nem Amt zurück. Die wahren Gründe liegen noch immer im Dunkel, doch vermuten nicht wenige auch

ein Versagen bei der Miß­ brauchsaufklärung. Stiftskanonikus und "Papstor­ gel­Kustos" Prälat Heinrich Wachter von der "Alten Ka­ pelle" in Regensburg soll der Einzige gewesen sein, der davon sprach, dass der Papst wenigstens noch ein halbes Jahr hätte durchhalten sollen. Nun war auch in der Diözese Regensburg so Einiges "durcheinander" gebracht.

Ein Bischof ging, es kam der Nächste. Noch vor Bekanntgabe seines Rücktritts berief Benedik XVI. den Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller zum Präfekten der Glaubenskon­ gregation, und ernannte ihn zugleich ­ wie dereinst Bi­ schof Michael Buchberger durch Pius XII. widerfuhr ­ Erzbischof ad personam. Bischof Gerhard Ludwig Mül­ ler hatte sich seine Sporen verdient, die Klärung der Miß­ brauchsfälle in der Diözese Regensburg lange Zeit unin­ teressiert verfolgt, und 2008 zudem zur Ehre des deutsch­ bayerischen Papstes das In­ stitut Papst Benedikt XVI. be­ gründet. Nun kam der nächste Bischof an die Reihe, der eigentlich die Aufklärung zügig aufneh­ men sollte.


stehen Sie?

Das "Institut Papst Benedikt XVI." im Jahr 2008 durch Prof. Dr. Rudolf Voderholzer gegründet. (Homepage­Screenshot) Der Gründungsdirektor des Institutes Papst Benedikt XVI. wird Bischof von Regensburg

Es war ein Entgegenkommen gegenüber der Tradition, dass der Gründungsdirektor des Instituts Papst Benedikt XVI. als Bischof von Regensburg nachfolgte. Jedenfalls stand Bischof Rudolf II mit seiner Konsekration am 26.01.2013 bereit, hier den Opfern, den Geschundenen so etwas wie späte Genugtuung zu ver­ schaffen. Es dauerte aber bis Mitte September 2016, bis erstmals der Bischof selbst im Rahmen einer Pressekonferenz das Wort ergriff. War der Bischof nicht er­ reichbar? Möglicherweise war Rudolf II ebenso wenig erreichbar, wie

man es schon gegenüber sei­ nem Vorgänger beklagte. So ein Bischof hat jede Menge zu tun, da kann man auf ein paar Opfer keine Rücksicht nehmen. Wir hatten neben anderen auch ihn zu seiner Haltung zur Fortgeltung des sog. "Pra­ ger Vertrages von 1973" an­ gefragt, und außer von der Bundeskanzlerin der Bundes­ republik Deutschland keine Antwort erhalten. Generalvikar Fuchs ­ Der Mann für diese Fälle?

Wie zuvor nahm sich Gene­ ralvikar Michael Fuchs der Mißbrauchsopfer an, und be­ auftragte neben Rechtsanwalt Guido Paprotta auch den vor­ maligen Leiter der Jugend­ psychiatrie am Bezirksklin­ ikum Regensburg, Dr. Martin Linder mit der Aufklärung der

Mißbrauchsfälle. Wenig spä­ ter folgte dann in Ersatz für Paprotta der aus Weiden/ Opf. stammende Rechtsan­ walt Ulrich Weber. Ein Statement dieses neuen Mißbrauchsaufklärers brauchte nun am 08.01.2016 bis zu 700 Gewaltopfer bei den Regensburger Domspat­ zen" hervor. Jedoch nur in den Einrichtungen des Re­ gensburger Domchors. Ande­ re kirchliche Einrichtungen wurden nicht untersucht. Der bislang im Wortlaut nicht be­ kannte Auftrag von Rechtsan­ walt Weber dürfte auch nur die Aufklärung der Fälle bei den Domspatzen umfasst ha­ ben. Dabei steht mittlerweile fest, dass die damals pädokrimi­ nell handelnden Geistlichen auch außerhalb der Dom­ spatzen­Einrichtungen über­ griffig worden, es sogar eine Art "pädokriminelles System" gegeben haben soll. Ab 08.01.2016 war dann wie­ der länger nichts zu hören, bis die Pressekonferenz Mitte September 2016 angekün­ digt, und medienwirksam ver­ öffentlicht wurde.

The good guy Bischof Rudolf II ist der Beste/ muß der Beste sein! Plötzlich galt es den Regens­ burger Bischof so positiv wie nur möglich herauszustellen. Mutmasslich hatte man er

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KIRCHENSEITEN ­ A u f w e l c h e r S e i t e s Rudolf II. ­ Der Aufklärer der Mißbrauchsfälle? Anderer, mit der in den nächs­ ten Jahren "schnellstmög­ lichst" zu klärenden Materie rund um Abschluß der Resti­ tution von Kirchenvermögen in Tschechien und Re­Missio­ nierung zu erledigenden Din­ gen vertraut.

kannt,

da

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am 25.12.2014 im Dom zu Regensburg Bildquelle: WikimediaCommons, user: Mesolithikum, Liz.: CC BY­SA 4.0 DEED

das sehr wichtige Termine im­ mer näher kommen, und ein nicht aufklärender Regensbur­ ger Bischof kaum dafür geeig­ net wäre, künftig ein höheres Amt, schon gar nicht das Amt eines Primas von Böhmen mit einhergehender Kardinalswür­ de zu bekleiden. Wie bereits einmal erwähnt, steht Ende April 2018 das al­ tersbedingte Rücktrittsgesuch des derzeitigen Erzbischofs von Prag (Praha, CZ), Domi­ nik Kardinal Duka an. Für 2018 ist auch ein Besuch von Papst Franziskus in Tschechi­ en vorgesehen, und derzeit ist ­ außer der derzeitige Glau­ benspräfekt würde sich dafür zur Verfügung stellen ­ außer Dr. Rudolf Voderholzer kein

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Weil es dabei ums Geld geht, kann man ­ wie Alexander Probst in seinem, nahezu vom Regensburger Bischof "autori­ sierten" Buch deutlich heraus­ stellt ­ ruhig dem vormaligen Regensburger Bischof (eige­ ne) Untätigkeit unterstellen. Einen Glaubenspräfekten "kratzt" es kaum, wenn er ­ in manchen Kirchenkreisen si­ cher dafür gelobt ­ die Aufklä­ rung der Mißbrauchsfälle um einen Papstbruder Georg Rat­ zinger mit besonderer Penibi­ lität betrieben hatte.

Es geht ums Geld? Es geht um die Macht in Europa! Sicher geht es nicht nur ums Geld, welches weitere gut ge­ plante Restitutionen von Kir­ chenvermögen in Tschechien bringen könnte. Vieles ist be­ reits restituiert, doch das sog. "Staat­Kirche­Verhältnis" in Tschechien ist immer noch nicht völkerrechtlich geklärt. So etwas macht man regel­ mässig in Form eines sog. "Konkordats". Dieses regelt auch, ob und inwieweit der Röm.­Kath. Kirche Schenkun­

gen von Alters her angerech­ net werden können, und diese damit weitaus mehr Land­ und Grundeigentum wie offen er­ sichtlich erlangen könnte. Tschechien ist ein kleines, kompaktes Land, dessen Landflächen im Mittelalter überwiegend unter Einfluß der Röm.­Kath. Kirche standen (Stichwort: Böhmen).

Tschechien, der kraftvollste Wirtschaftsmotor Europas.

Mittlerweile hat das flächen­ mäßig sehr überschaubare Tschechien eine sehr große Bedeutung erlangt. War es schon immer im Blick­ feld der Großmächte USA und Rußland, da man eine An­ näherung Tschechiens an Rußland besorgte, so ist seit der Ukraine­Krise klar, dass Tschechien unbedingt bei/ in Europa, am Westen orientiert bleiben muß. Dies scheint man zumindest in der jüngeren Vergangenheit dadurch versucht zu haben, dass man die Röm.­Kath. Kirche und das Interesse ei­ niger Gruppierungen an "Wie­ dergewinnung der Heimat" dazu benutzte, um zumindest größere Teile Tschechiens infolge eines Eigentumswech­ sels an den Westen binden zu können. Auf territoriale Befindlichkei­ ten der Bevölkerung wurde noch nie Rücksicht ge­ nommen, wenn es um

Hintergrundbild: St. Vitus Kathedrale, Prag, WikimediaCommons, user: Stanislav Kotlinsky, Liz.


stehen Sie? ideologische In­ter­ essen ging. In der Röm.­Kath. Kirche hatte man jedenfalls immer dann eine Ver­ bündete, wenn es ge­ gen den Kommu­ nismus ging. Dieser nämlich war schon immer die ein­ zige Ideologie, wel­ che Weltanschauun­ gen mit Jenseitsver­ tröstung gegenüber Unternehmungen im Diesseits schädlich gesonnen betrachte­ ten. Ideologien sind aber immer nicht gut für den Menschen, denn diese verallgemeinern, wo eine individuelle Bet­ rachtung notwendig ist. Lieder wie "Sei wach­ sam", vom Lieder­ macher­Urgestein Reinhard Mey bereits im Jahr 1994 veröf­ fentlicht, gelten des­ halb auch gerne als "linksmotiviert". Trotzdem können diese diese uns sa­ gen, dass wir überall auf der Welt wo es (noch) eine Demok­ ratie gibt, aufpassen müssen. [x] .

Dieses Lied ist erschienen auf: Lebenszeichen ­ Live Leuchtfeuer Klaar Kiming Klaar Kiming Über den Wolken Darin der "böse" Refrain:

"Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm: Halt du sie dumm, – ich halt’ sie arm!"

.

.: CC BY­SA 3.0 unported

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SERIE

POLITIK direkt Für die Oberpfalz in de

D e n n vi e l e s i n d berufen, aber wenige sind auserwählt. Matthaeus 22:14

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er Bundeshauptstadt

Teil 2: Für Sie fernab der Heimat, in Berlin.

In einem zweiten und weiteren Teilen wollen wir Sie mit denjenigen Personen vertraut machen, welchen die Oberpfälzer_innen das Vertrauen geschenkt haben, diese im Deutschen Bundestag zu vertreten. Wir beginnen mit den Angeordneten der CSU, werden aber auch nicht versäumen auch die Abgeordneten der weiteren Patreien näher vorzustellen. Dies natürlich nur auf der Grundlage der Informationen, die wir verschriftlicht finden konnten, denn für persönliche Gespräche ist unsere Veröffentlichung (gegründet im Jahr 2003) viel zu klein. Auch Abgeordnete des Wahlkreises unseres Redaktionshauptsitzes, wie auch der umliegenden Wahlkreise müssen hier mit weitaus größeren Medien agieren um wieder die benötigten Stimmen zu erhalten.

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SERIE

Für die Oberpfalz in d

POLITIK direkt

Albert Rupprecht Seit 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages

* 10. Juni 1968 in Waldthurn ­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­

Diplom­Volkswirt, parallel Zweitstudium Soziologie ­ römisch­katholisch ­ verheiratet, zwei Töchter

1995 ­ 1999 Stv. Vorsitzender Bezirksverband Oberpfalz JU seit 1997 Vorstandmitglied des CSU­ Kreisverbandes Neustadt an der Waldnaab seit 2003 Vorstandsmitglied des CSU­ Bezirksverbandes Oberpfalz 25 | DEEZ 02.2017

Arbeitsbereiche (seit 11.09) ­ ordentliches Mitglied im Aus­ schuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung ­ stv. Mitglied im Haushaltsausschuss ­ stv. Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Technologie ­ Vorsitzender und damit Sprecher der Arbeitsgruppe Bildung und Forschung der CDU/CSU­Bundestagsfraktion. ­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­

Mitglied der Europa­Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag.

Bild­ u Bild A.


der Bundeshauptstadt

Frage zum Thema "Schärfere Regeln gegen Abgeordnetenbestechung" [gestellt am: 04.07.2013, von Fritz Maschke]

Abgestimmt hatte MdB Rupprecht a, 27.06.ö2013 mit NEIN. Er wollte also keine schärferen Regeln gegen Abgeordnetenbestechung. Beantwortet wurde die Frage von Herrn Maschke leider bis heute noch nicht.

Mehr dazu über diesen QR­Code

Aussagen mit Tschechien­Bezug K a m p f g e g e n C r y s ta l Me th s te h t a u f d e r P r i o r i tä te n l i s te g a n z o b e n (0 5 . 1 2 . 2 0 1 4 ) http://www.bdz.eu/medien/nachrichten/detail/news/albert­rupprecht­csu­kampf­gegen­crystal­meth­steht­oben­ auf­der­prioritaetenliste.html

Sichere deutsche Atomkraftwerke abzuschalten und dafür Atomstrom aus Tschechien zu beziehen sei eine ideologische Dummheit. (2008) http://www.csu­waldthurn.de/Waldthurn_Aktuell/2008/Ruppr_nominiert/Nom_Ruppr_08.htm Insgesamt fällt auf, dass ­ wie bei allen anderen Abgeordneten der Nordoberpfalz ­ auch bei MdB Albert Rupprecht kein direktes Verhältnis zu Tschechien gegeben ist. Eigentlich müßten doch regelmässige Besuche und Konsultationen auf niedriger Ebene stattfinden.

und Datenquellen: Rupprecht: WikimediaCommons, user: Foto­AG Gymnasium Melle 2014, Liz.: CC BY­SA 4.0 DEED

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KUNST, KULTUR & LITERATUR

Dreck snest Stefan Barth

Alle Links auf einen Klick

Warum sollte man Drecksnest von Stefan Barth lesen? Weil die Kombi­ nation von Mafia und meck­pomm­ scher Einöde einfach nur shice span­ nend ist. (Nein, dafür gibt es kein salonfähigeres Wort.) Und ich mir sehnlichst den nächsten Roman wünsche.

Mit freundlicher Unte

Textflash – Social Med

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Michaela Stadelmann


R

Und warum sollte man neben Tödliche Gedanken und Tödliche Wahrheit auch Lelana von Marcus Johanus lesen? Weil Nadine, die großspurige Blonde, einen entscheidenden Fehler macht, den man sich nicht entgehen lassen sollte. (Auch shice spannend!)

erstützung durch

dia für Autoren |

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DEUTSCH­TSCHECHISCHE ZUSAMMENARBEIT ­ Was is

Ohne Heimatvertriebene wäre das Grenzland ärmer dran. .

Ein Vertrag des SL­Vorsitzenden Eschenbach/ Opf. zeigte die Leistungen der Heimatvertriebenen.

Nur sehr wenige der jüngeren Bewohner_innen der Ober­ pfalz ­ außer diese sind Nachkommen einstmals aus dem Sudetenland Heimatver­ triebener ­ dürften wissen, wieviel dieser "vierte Stamm Bayerns" für das Wohlerge­ hen im Regierungsbezirk Oberpfalz geleistet hatte. Ein Ende Oktober 2015 bei der Volkshochschule (VHS) Eschenbach/ Opf. vom dorti­ gen Vorsitzenden der Sude­ tendeutschen Ortsgruppe ge­ haltener Vortrag zeigt, dass die Oberpfalz zu Kriegsende nicht nur an kriegsbedingter Armut zu leiden hatte. Auch die gesamte Gesellschaft war nicht nur kriegsbedingt herun­ tergekommen. Die meisten wehrfähigen Männer waren im Feld ge­ blieben, oder ­ wie es an an­ derer Stelle die Eslarner Hei­ matschriftstellerin Marianne Ach z. B. in derem Roman "Goldmarie Pechmarie" (2009) sehr plastiksch schil­ dert, überwiegend nicht mehr

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in der Lage die notwendige Arbeit zu leisten, ja sogar die ehelichen Pflichten zu er­ füllen. . Verwunderung bei der Ankunft in der Oberpfalz, in Eschenbach. In Eschenbach/ Opf. mußten die Sudetendeutschen mit ei­ nem früheren Lager des Reichsarbeitsdienstes, einem Gasthaus­Saal und Räumen in der Schule als Quartier Vorlieb nehmen. So wunderten sich ­ so der Referent ­ nicht wenige, wo sie denn da hingekommen sind. Konflikte hatte es in allen Lebensbereichen, abwerten­ de Bemerkungen sogar von kirchlicher Seite gegeben. Vielfach aus Angst um die wenigen Arbeitsplätze ent­ standen, wich die Abneigung jedoch bald einer fruchtbaren Zusammenarbeit.

Allen gesellschaftlichen Bereichen nur Gutes gebracht.

Das anerkannt hohe Bil­ dungsniveau und das hand­ werkliche Geschick der Zu­ zügler sorgte bald dafür, dass sudetendeutsche Unterneh­ mer tätig wurden, so dass deren Fleiß der Stadt und der Region jede Menge zukunfts­ trächtiger Arbeitsplätze be­ scherten. Auch der Bildungsbereich er­ fuhr durch die Sudetendeut­ schen eine Bereicherung, so dass der Referent mit Nach­ druck betonte: "Das ausge­ prägte Schulwesen der Ruß­ weiherstadt ist sudetendeut­ schen Pädagogen zu ver­ danken." Es wurde eine private Real­ schule und eine private Han­ delsschule aufgebaut. Auch der Leiter des Vermes­ sungsamtes und der Chef­ jurist beim damaligen Land­ ratsamt waren Flüchtlinge.


st, was könnte werden? Auch der Mitinitiator der Volks­ hochschule und nicht wenige Schulleiter stammten wie nicht wenige Mediziner und Musiker aus dem ehem. Sudetenland, und taten Ihr Bestes Bildung in die Stadt und die Region zu bringen.

"Seinen Vortrag beendete Walt­ her Hermann mit einer Fest­ stellung von Seff Heil, Volks­ tumspfleger des historischen Egerlandes: "Nur Gerechtigkeit und Wahr­ haftigkeit schaffen Frieden". [x].

Lesen Sie diesen Artikel Online unter: http://www.onetz.de/deutschland­und­die­welt­ r/lokales/unrecht­an­minderheit­d967522.html TIPP.

Der "Heimatkalender 2017" der Stadt Eschenbach, befasst sich mit den 1950er Jahren. Es wird sicher noch ein paar Exemplare davon geben. Beziehen Sie sich bitte hierzu ebenfalls auf einen Artikel in der Regionalzeitung "Der neue Tag", vom 29.12.2016:.

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DEEZ - Die Erste Eslarner Zeitung, Ausgabe 02.2017.DE  

DEEZ - Die Erste Eslarner Zeitung, Ausgabe 02.2017.DE. Inhalt: Serie "Oberpfälzer Köpfe": Weihbischof Reinhard Pappenberger Serie "POLITIK k...

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