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DA S U R LA UBSMAG AZ I N DE S S ÜDBU R G EN L A N D Es Herbst – Winter 2011/2012

HEILIGER MARTIN

Auf den Spuren des europäischen Missionars aus dem Südburgenland.

GENUSSVOLL Edle Tropfen, Ganslbraten, süße Versuchungen und Gutes vom Apfel.

STILL, STILL Wie Sie beim Wandern im Winter Ruhe finden und Stress abbauen.

www.suedburgenland.info


WIEN S L O WAK EI

A4 SALZBURG LINZ

BRATISLAVA

A21

Kittsee

Neusiedl am See Nickelsdorf

Neu sied ler S e

E59

e

A3 Wiener Neustadt

Eisenstadt

S4

Bad Sauerbrunn GesundheitsZentrum Bad Sauerbrunn

Zugverbindung Graz

Frauenkirchen St. Martins Therme & Lodge

Mattersburg Klingenbach Pamhagen

Deutschkreutz

S31

A2

BUDAPEST

Lutzmannsburg

Oberpullendorf

Sonnentherme Lutzmannsburg Frankenau

Abfahrt Pinggau/Friedberg

Zugverbindung Graz

Rattersdorf

Abfahrt Pinkafeld

Bad Tatzmannsdorf GesundheitsRessort AVITA Therme

Abfahrt Lafnitztal/Oberwart

Oberwart

Abfahrt Sebersdorf/ Bad Waltersdorf

Rechnitz Schachendorf

U N G AR N

Stegersbach

Reiter’s Familientherme Stegersbach

Abfahrt Ilz-Fürstenfeld

Eberau

GRAZ

Güssing Heiligenbrunn Therme Loipersdorf

Zugverbindung Graz

Heiligenkreuz

Jennersdorf

Bonisdorf

S LOWEN I EN

IMPRESSUM: Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich: ­ Mittel- und Südburgenland Tourismus GmbH Waldmüllergasse 2-4, 7400 Oberwart, Tel. +43(0)3352 313 13-0, Fax: DW 20, info@suedburgenland.info, www.suedburgenland.info Cover: schnitzkunst.co.at - Harald Peuschler Fotos: Südburgenland Tourismus, Avita Therme & Hotel, Gästeinformation Bad Tatzmannsdorf, Kur- & Thermenhotel Bad Tatzmannsdorf, Reiter’s Familientherme, Wiesenhofer, Therme Loipersdorf, Diözese Eisenstadt, iStockphoto.com, Fotolia, Larimar Hotel, Walter Laschober, Franz Weber, Robert Seier, Innes, shotshop.com, Weinidylle Südburgenland, Weingut Vinum Ferreum, Naturpark Geschriebenstein, Weinbauverein Rechnitz, Weinbauverein Csaterberg, Steve Haider, Südburgenland - Ein Stück vom Paradies®, Kaplan, Lendl, Träger, Dujmovits, Gemeinde Kukmirn, ökoEnergieland, Biomassekraftwerk Güssing GmbH, Stadtgemeinde Güssing, HBLA Oberwart, Hofer, Janisch, Bildein, Spitzzicken, Mag. Marianne Seper. Gestaltung & Konzept: seier.com – worldwide partners; Redaktion & inhaltliches Konzept: Isabella Hofmann-Mähr, Bakk., MAS; Redaktion: Ursula Wastl. Lektorat: Mag. Sylvia Eisenreich; Druck: Gröbner Druck


INHALT

Wellness & Gesundheit

Entspannung total mit Ölgüssen, Schwitzstuben, Moorpackungen und Tipps für die Schönheit.

Seite 4–15

11 Editorial Einfach schön. Ich bin viel herumgekommen in der Welt, habe in Lech, Pörtschach, Graz und den USA gelebt und gearbeitet. Oft war es schön, doch immer wieder hat es mich ins Südburgenland gezogen. Und heute bin ich froh, wieder hier zu leben. Denn nirgendwo sonst kann man so in sich ruhen wie hier. Stellen Sie sich vor, Sie leben in einer Region, wo Sie direkt von Ihrem Fenster aus den Wald oder die Hänge mit den Weinbergen sehen können. Am Morgen hängt der Nebel im Tal, während am Bergkamm die ersten Sonnenstrahlen auf die Weintrauben fallen. Ein Reh äst am Waldrand. Würden Sie tauschen wollen? Ich nicht, denn solche Bilder geben mir Kraft. Gerade der Herbst und der Winter haben im Südburgenland einen ganz eigenen Zauber. Der Wein wird getauft, man sitzt zusammen, genießt das Leben oder das heilende Wasser der Thermen. Selbst in der „dunklen“ Zeit hilft das Südburgenland gegen den Winterblues. Der Heilige Martin ist unser Landespatron – er wurde hier geboren – ihm verdanken wir viele Bräuche wie das Laternenfest oder das Ganslessen. Wir zelebrieren dies bewusst und nehmen uns einfach Zeit: Zeit zum Entspannen, Zeit zum Leben, Zeit zum Fröhlichsein. Genießen Sie die stille Zeit im Südburgenland. Wer weiß, vielleicht wollen Sie ja auch nicht mehr weg. Das soll schon vorgekommen sein.

Gabriele Haidwagner Geschäftsführerin der Mittel- und Südburgenland Tourismus GmbH

Cover

Laternenumzüge, Martinigansl und Weintaufen – auf den Spuren des Heiligen Martin.

Seite 16–19

16 Kulinarik & Wein

Von glücklichen Gänsen, edlen Tropfen aus der Weinidylle und süßen Versuchungen.

Seite 20–31

21 atur & Brauchtum N In der Stille liegt die Kraft – Wandern im Winter. Äpfel aus dem Paradies und das, was daraus wird.

Seite 32–47

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WELLNESS & GESUNDHEIT

Sauna für Venus & Mars

Saunatipps für Sie und Ihn. Relaxen im Warmen ist im Winter angesagt. Der Heiß/kalt-Effekt stärkt das Immunsystem und hält gesund.

Für Ihn

Für Sie

Männer haben es gerne „echt heiß“ – deshalb ist die finnische Sauna fast immer in Männerhand. Frauen sieht man seltener und wenn, dann in der unteren Reihe. Abwehrkräfte steigern ist seine Devise – mit allen Mitteln. Dabei sollte aber auch er vorsichtig sein, denn man kann alles übertreiben. Der Wechsel zwischen Hitze und Abkühlung ist an sich ein ausgezeichnetes Training für die Blutgefäße in der Haut. Die hohen ­Temperatu­ren erweitern die Adern, das kalte Wasser im Tauch­ becken oder unter der Dusche lässt sie augenblicklich wieder eng werden. Auf diese Weise lernt der Körper, sich vor Wärmeverlusten zu schützen. Das beugt Erkältungskrankheiten vor und stärkt die Abwehrkräfte. An folgende Regel sollte er sich halten: 8–15 Minuten Aufheizen (also Schwitzphase, ca. 15 Minuten), dann Abkühlphase (Luft- und Wasserkühlung) und ca. 15 Minuten Ruhen. Stark im Kommen bei den Männern ist auch das Dampfbad. Hier wird geseift, gedehnt, massiert und entspannt. Denn schon die Römer wussten, wo Männer sich richtig erholen: in der Therme. Wichtig für Männer: Duschen und abtrocknen nicht vergessen, denn trockene Haut schwitzt besser.

Frauen lieben es, angenehm zu entspannen. Bei ihnen zählt mehr das Ambiente. So ist für „Sie“ die Kräutersauna mit würzigen Düften oder die Infrarotkabine (wirkt Wunder gegen Verspannungen) sehr gefragt. Die Vorliebe der Damenwelt zum eher softeren Saunieren hat auch mit ihrer körperlichen Konstitution zu tun. Das Bindegewebe von Frauen ist weicher, da es sich in der Schwangerschaft dehnen muss. Dadurch neigen viele Frauen häufiger zu Besenreisern, Krampfadern oder Couperose. Starke Schwankungen zwischen warm und kalt verstärken oft das Problem. Schon allein deshalb sollten es Frauen lieber vorsichtig angehen, damit die Saunawelt auch ein V ­ ergnügen bleibt. Richtig genossen kann die Hitze auch bei Hautproblemen den Heilungsprozess beschleunigen. Und durch die starke Durchblutung der Haut und die Öffnung der Poren wird sie wieder weich und erhält eine gesunde Farbe – die Alterung wird verlangsamt. Somit ein gesundes Anti-Aging-Mittel.

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tipp

Eine Massage zwischen oder nach den Saunagängen unterstützt die Entspannung physisch und psychisch.


AVITA Resort: Wellness in neuen Dimensionen Besondere Momente an einem besonderen Ort erleben: Eintauchen in wohligwarmes Thermalwasser, Saunieren und den Körper verwöhnen. Das kann man nirgendwo besser als in der AVITA Therme, vormals Burgenlandtherme. Diese punktet vor allem mit ihrer unverwechselbaren Atmosphäre: Das Thermalinnenbecken schafft mit seinen Wasserattraktionen wie Schwallbrausen und Massagedüsen sowie Licht- und Farbeffekten ein unverwechselbares, inspirierendes Sinneserlebnis. Komfortable Liegeflächen und die Gestaltung von Rückzugsnischen garantieren ein exklusives Ambiente. Die Wasserflächen in der AVITA Therme erstrecken sich über 2.000 m2. Zu den besonderen Highlights der AVITA Therme zählen der Naturbadeteich mit integriertem Thermalbecken, die Einbindung von Teilflächen des Freilichtmuseums als Nostalgiebereich, das neue Thermenrestaurant Medita mit Panoramablick, Ruhebuchten im In- und Outdoorbereich sowie die Vergrößerung des Sauna Gartens Eden.

Schönste Saunalandschaft Die Saunalandschaft der neuen AVITA Therme erhielt die Auszeichnung „Schönste Saunalandschaft Österreichs“ vom deutschen online „SAUNA +

FREIZEITFÜHRER live“ mit 4 Perlen. In dieser einmaligen Saunaoase eröffnet sich eine neue Welt des Wohlfühlens. 16 Saunakabinen, wie z. B. Suhle, Seesauna, Darre, Bergwerksauna oder Kräuterdampfbad, lassen die Herzen der Saunaliebhaber wahrlich höher schlagen. Einzigartige Neuerungen im Indoorbereich haben nur eines im Sinn: Ruhe und Behaglichkeit. Ruhebuchten, ein harmonischer Sauna Garten – umspielt vom Bachlauf der Kneippzonen, ein prickelnder Wasserfall, ein kleiner Teich, ein Steingarten sowie 5.000 m² begrünte Liegefläche, wo jeder sein Lieblingsplätzchen findet – so macht das Saunieren 365 Tage im Jahr Spaß.

Gestärkt in die kalte Jahreszeit! Die wohltuende Wirkung des Thermalwassers und regelmäßiges Saunieren stärken das Immunsystem und bringen Körper, Geist und Seele in harmonische Balance. Ein energetisierendes „Heiß-kalt-Erlebnis“ wird im Sauna Garten Eden geboten. Ein regelmäßiger Saunabesuch trainiert die Blutgefäße, der Blutdruck wird reguliert und die Abwehrkräfte werden gestärkt. Diese positive Wirkung aus heilsamem Thermalwasser und richtigem Saunieren ist in der AVITA Therme eine reine Inspiration für Körper, Geist und Seele.

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AVITA Hotel Exklusives Ambiente Warme Farben, stilvolles Interieur und ein geschmackvolles Ambiente – wie ein roter Faden zieht sich die spürbare gestalterische Harmonie durch alle Bereiche des AVITA Hotels. Mit Liebe zum Detail und einem Auge für das Wesentliche. Ein direkter Zugang zur AVITA Therme und dem Sauna Garten Eden führt die Gäste in eine Wohlfühloase, die Ruhe und Erholung bietet. Die lukullischen Genüsse aus traditionellen Schmankerln sowie internationaler Küche sorgen für delikate Gaumenfreuden. AVITA Hotel ****Superior 7431 Bad Tatzmannsdorf, Thermenplatz 1 Tel. +43(0)3353 89 90-0 www.avita.at info@avita.at

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WELLNESS & GESUNDHEIT

Von Sinn & Sinnlichkeit

Ein besonderes „Reich der Sinne“ können Gäste im Thermen- & Vitalhotel ****Superior in Bad Tatzmannsdorf erleben. 6 I

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Riechen: Im „DuftReich“ werden Essenzen durch Auflösen im Wasserbad oder in geräucherter Form freigesetzt. ­Gedämpftes Licht unterstützt die persönliche Empfindung.

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anchmal ist es Zeit, seine Sinne neu zu öffnen. Um das zu sehen, was uns sonst verborgen bleibt. Um das zu hören, wofür wir sonst kein Ohr haben. Um das wahrzunehmen, was uns gerade in den Sinn kommt. Einfach um das Leben wieder ganz zu spüren. Im Thermen- & Vitalhotel ****Superior Bad Tatzmannsdorf erwartet den Gast keine Badelandschaft im herkömmlichen Sinn. Vielmehr könnte man es als eine außergewöhnliche Reise zu sich selbst betrachten. Fernab von Alltag und Hektik der Neugierde folgen. Sich leiten lassen.

Schmecken: Im „GeschmackReich“ laden zwei zentral positionierte Trinkbrunnen zum Kosten des charakteris­ tischen Bad Tatzmannsdorfer Heilwassers ein.

Raum für Raum erkunden und bewusst wahrnehmen, wie sich das Leben anfühlt. Fühlen, Riechen, Sehen, Hören und Schmecken – Fähigkeiten, die unser Körper besonders in Zeiten der Reizüberflutung immer weniger wahr­ nehmen kann, sind hier Bestandteil einer inspirierenden Architektur. Jedem der fünf Sinne wurde in der hoteleigenen Thermen-, Sauna- und Sinneswelt ein einzelner Entspannungsbereich gewidmet. Ganz leicht gelingt es hier, die Sinne wieder zu schärfen und sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Hören: Im „KlangReich“ auf bequemen Wasserbetten die Augen schließen und sich von sanften Klängen berühren lassen.

Thermengenuss vom Feinsten Das Thermen- & Vitalhotel ****Superior Bad Tatzmannsdorf bietet seinen Gästen sanftes Thermenvergnügen mit viel Platz und eleganten Raffinessen. Mit wohligem Thermalwasser in großzügigen Innenund Außenpools sowie in sprudelnden Whirlpools. Mit einer kaum zu überbietenden Vielfalt an Saunaerlebnissen: Von Kräutersauna, Biosauna, Finnische Sauna, Blocksauna am romantischen Naturbiotop bis hin zur Damensauna mit separatem Ruheraum u. v. m. Und wer damit nicht genug hat, wagt einen Seitensprung in den Thermengarten des angeschlossenen Kur- & Thermenhotels. Dort erwartet Sie ein „Thermengarten“, der inspiriert vom ausgeprägten Bade- und Schönheitskult der Römer mit Laconicum, Tepidarium, Sudatorium und Frigidarium und großzügigen Thermalpools ein ganz besonderes Ambiente zum Wohlfühlen bietet. Thermen- & Vitalhotel ****Superior 7431 Bad Tatzmannsdorf, Elisabeth-Allee 2 Tel. +43(0)3353 82 00-7204 www.thermen-undvitalhotel.at info@thermen-undvitalhotel.at

Sehen: Im „SehReich“ schweift der Blick über das Wasser. Gezielte Beleuchtung und Lichteffekte regen zum Beobachten an. IDYLLE Südburgenland

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WELLNESS & GESUNDHEIT

Geschichten aus dem Moor

Es sieht aus wie Schlamm und würde alle Kinderherzen erfreuen. Tatsächlich hat die Erde aus dem Moor in Bad Tatzmannsdorf ganz besondere Heilwirkungen.

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or mehr als 120 Jahren begann man im damaligen Tarcsa­fürdö, heute Bad Tatzmannsdorf, das Moor als Heilmittel zu verwenden. Mit der Rückbesinnung auf natürliche Heilmethoden erlebt die Moortherapie eine Renaissance. Heute bestätigen wissenschaftliche Untersuchungen des örtlichen Ludwig Boltzmann-Instituts das, was zufriedene Kurgäste seit Jahrzehnten spüren: das Bad Tatzmannsdorfer Heilmoor lindert chronische Schmerzen.

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Heilendes Moor

Für Generationen sichern

Die Wirkung des Heilmoores geht von physikalischen und chemischen Faktoren aus. Insbesondere die Eigenschaft des Moores, eine hohe Temperatur über einen längeren Zeitraum konstant zu halten, sowie seine entzündungshemmenden Inhaltsstoffe machen es zu einem höchst wirksamen Heilvorkommen zur Behandlung von chronischen Beschwerden des Bewegungsapparates wie Abnützungserscheinungen der Wirbelsäule und Gelenke, rheumatischen Beschwerden, nach orthopädischen Operationen und bei Osteoporose.

Das Bad Tatzmannsdorfer Heilmoor ist ein wertvolles Geschenk der Natur. Nach der einmaligen Verwendung wird das gebrauchte Moor gesammelt und zu den Moorfeldern zurückgebracht. Die aufgelassenen Deiche werden aufgefüllt und verlanden sehr schnell. Dort kann das Heilmoor ausruhen, bis es in 20 Jahren der nächsten Generation wieder als Naturheilmittel zur Verfügung steht und seine wundersame Wirkung erneut entfalten kann.

Immer frisch Täglich frisch gestochen, in der Moormühle von unerwünschten Holzstücken und Steinchen befreit, wird das Heilmoor in Rührwerken mit Thermalwasser vermengt und in die gewünschte Konsistenz gebracht. Dieser Brei wird dann auf 46 °C für die Moorpackungen bzw. 42 °C für die Moorbäder erwärmt.

3-mal bessere Wärmehaltung Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, das Bad Tatzmannsdorfer Heilmoor hat ein 3-mal besseres Wärmehaltungsvermögen als vergleichbare Heilmittel wie Fango oder Schlamm. Daher können die Mooranwendungen in Bad Tatzmannsdorf mit höheren Temperaturen durchgeführt werden, ohne eine temperaturbedingte Rötung der Haut hervorzurufen. Rund zwei Drittel des gesamtösterreichischen Moorverbrauches werden allein in Bad Tatzmannsdorf abgebaut. Jedes Jahr werden rund 2.500 m3 Moor gestochen. Kein Wunder, werden doch für eine ganze Moorpackung rund 20 kg und für ein Moorbad rund 40 kg frisches Heilmoor benötigt.

Das Moorbad: Die Dosierung eines Moorbades erfolgt über Temperatur, Wasserstandshöhe und Badedauer. Je nach Indikation und Kreislaufsituation wird ein Halb-, Dreiviertel- oder ein Vollbad verordnet. Moorbäder werden als Überwärmungsbäder eingesetzt. Bei einem länger dauernden Vollbad kommt es zum Anstieg der Körpertemperatur, was in der Wirkung mit einem „Heilfieber“ vergleichbar ist. Ideal bei: chronischen Beschwerden des Bewegungsapparates und rheumatischen Beschwerden.

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„Ein Top-Haus für klassische Kuren ...“ – Zitat Relax Guide 2011 Das Kur- & Thermenhotel ****Superior Bad Tatzmannsdorf ist ein Haus ganz im Zeichen der Gesundheit und des Wohlbefindens. Schmerzlindernde Anwendungen mit Moor, belebende Kohlensäurebäder, entspannende Massagen, ein ergänzendes Therapieangebot und kurärztliche Leistungen stehen direkt im Hotel zur Verfügung. Eine 4.000 m2 große Thermen-, Saunaund Sinneswelt lädt zum Relaxen im zeitgeistigen „Reich der Sinne“ oder ganz im Stil römischer Sauna- und Badekultur ein. Kur- & Thermenhotel ****Superior 7431 Bad Tatzmannsdorf , Elisabeth-Allee 1 Tel. + 43(0)3353 89 40-7166 www.kur-undthermenhotel.at info@kur-undthermenhotel.at

Die Moorpackung: Für Packungen wird das Moor zu einer dickbreiigen Masse verrührt. Anders als beim Moorbad kann die Packung lokal begrenzt und zielgenau eingesetzt werden. Da eine Moorpackung die Wärme konstant und schonend an den Körper abgibt, kann diese mit einer relativ hohen Temperatur von bis zu 46 °C aufgetragen werden, ohne den Kreislauf zu belasten. Bei Krampf­ adern können die Stellen ausgespart werden bzw. haben sich kühle Moorpackungen sehr bewährt.

Gästeinformation Bad Tatzmannsdorf 7431 Bad Tatzmannsdorf, Joseph Haydn-Platz 3 Tel. +43(0)3353 70 15 www.bad.tatzmannsdorf.at info@bad.tatzmannsdorf.at

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WELLNESS & GESUNDHEIT

Schönheitstipps für die kalte Jahreszeit

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raußen minus acht Grad, nebelig, feucht. Drinnen plus 23 Grad, trockene Heizungsluft. Unsere Haut muss im Winter Höchstleistungen vollbringen. Die trockene Luft in den Räumen entzieht ihr Feuchtigkeit. In der Kälte zieht sich die Haut zusammen und ist weniger stark durchblutet. Ergebnis: Die Haut spannt oft, schuppt sich und juckt. Deshalb ist gerade in der kalten Jahreszeit ein reichhaltiges Pflegeprogramm angesagt. Eine gute Isolationsschicht bietet ganz einfach Fett. Am besten sind jetzt Pflegeprodukte aus einer „Wasser-in-Öl-Emulsion“. Dabei sind die Wassertropfen von Öl umkapselt. Solche Cremen hinterlassen eine Schutzschicht auf der Haut. „Denn ab einer Temperatur von acht Grad verringern unsere Talgdrüsen ihre Arbeit, das heißt, es 10 I

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wird weniger Fett produziert. Die unter der Haut liegende Feuchtigkeit löst sich blitzschnell auf, sodass sie trocken und spröde wird“, weiß Diplomkosmetikerin Birgit Gratzl, im Refugium des Reiter´s Resort Stegersbach. Für den Winter empfiehlt sie deshalb Behandlungen mit Nachtkerzenöl, Ayurasan oder Bäder im schwefelhaltigen Wasser.

Alle Behandlungen gibt es im Refugium, Reiter´s Resort Stegersbach 7551 Stegersbach, Golfstrasse 1 Tel. +43(0)3326 500–130 www.allegriahotel.at www.dietherme.com info@allegriahotel.at

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Heilendes Wasser Das Thermalwasser der Quelle 1 in Stegersbach hat eine besonders hohe Schwefel-Konzentration. Es ist vor allem bei trockener, gereizter Haut und Allergien sehr wirksam. Genießen kann man ein solches Bad auch bei einer Aquafloating-Massage. Dabei schwebt man mit Schwimmhilfen im Wasser. Der Masseur lockert mit Spezialgriffen Blockaden. Wirkt optimal bei Rückenleiden und ist auch sehr entspannend für Schwangere.


Unsere Haut bekommt es jetzt im wahrsten Sinne des Wortes kalt/warm. Nun braucht sie eine extra Portion Pflege. Das Refugium für Massagen und Kosmetik im Reiter´s Resort Stegersbach hat dafür die besten Rezepte parat.

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Nachtkerzenölpackung

Das wertvolle Öl der Nachtkerze beruhigt empfindliche, trockene Haut und macht sie geschmeidig. Dabei wird die Nachtkerzenölpackung am ganzen Körper aufgetragen. Wohlig warm eingepackt folgt eine Ruhe- und Einwirkphase von 20 Minuten. Tipp: Vorher ein Peeling machen, so kann die Haut den Wirkstoff besser aufnehmen. Danach ist die Haut streichelzart und verjüngt. Denn Nachtkerzenöl ist auch ein Anti-Aging-Mittel.

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Ayurasan Body

Durch ein trockenes Körperpeeling mit Handschuhen aus Rohseide werden auf ganz sanfte Art abgestorbene Hautschüppchen entfernt. So wird die Haut aufnahmefähiger für das

Ayurasan-Körperöl. Das Öl bindet die Rückstände, die teilweise über den Magen-Darm-Trakt und die Haut ausgeschieden werden. Als krönender Abschluss wird ein Körperbalsam aufgetragen. Effekt: Superglatte Haut und ein angeregter Energiefluss.

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Ayurasan Gesicht

Mit sanft kreisenden Massagegriffen wird zuerst Ihr Seh-, Riech-, Hör- und Tastsinn stimuliert. Beim anschließenden Stirnguss mit dem hochwertigen Sesamöl werden Haare und Kopfhaut sanft massiert. Danach gibt es eine entspannende Gesichtsmassage, wobei die Vitalpunkte aktiviert werden. Die Behandlung stärkt die körpereigene Abwehrkraft, pflegt mit Sesamöl die Haut und fördert die Durchblutung. IDYLLE Südburgenland

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Für immer jung Jeder von uns würde gerne das Altern hinauszögern. Wie Sie Gefahrenquellen für jugendliche Vitalität umschiffen, zeigt das ganzheitliche Anti-AgingProgramm des Larimar Hotels in Stegersbach.

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So bleiben Sie jung Bewegung: ist der wahre Jungbrun-

Im Herzen jung: Wer sich selbst

Glücklich sein: Menschen, die glück-

nen. Vor allem Schwimmen ist gesund und schont den Muskel- und Bewegungsapparat. Durch die Wärme und die Mineralstoffe des Thermalwassers im Larimar Hotel ****Superior werden diese Effekte zusätzlich verstärkt.

Altersgrenzen setzt, hat schon verloren. Zu ihrem 80. Geburtstag kletterte Astrid Lindgren auf einen Baum. „Es gibt doch kein Verbot für alte Weiber auf Bäume zu klettern“, meinte die Kinderbuchautorin. Eine positive Lebenseinstellung wirkt sich positiv auf das optische Erscheinungsbild aus. Bei negativem Stress werden Hormone ausgeschüttet, die nicht nur schlechte Laune hervorrufen, sondern auch negative Folgen für die Gesundheit haben können. Dass Lachen gesund ist, ist kein Geheimnis und auch jedermann bekannt. Lebensstil-Beratung zur Lebenssinn-Findung und -Vertiefung gibt es ebenfalls im Larimar Hotel.

lich sind, sind mit sich in Balance. Sie wirken oft jünger. Glücklichsein hat nichts mit den Lebensumständen zu tun, sondern mit unseren Gefühlen. Glückstrainerin Uschi Witek, zeigt im Larimar Hotel, wie Sie Glücksmomente bewusst hervorrufen und verstärkt spüren können.

Gesund essen: Überdurchschnittlich viele Hochbetagte leben in Japan, speziell in Okinawa, und in Italien, vor allem in Sizilien. Die Menschen essen hier viel Gemüse, Obst und Fisch. Gesunde Nahrung hält auch jung. Wie man daraus Gaumenfreuden zaubern kann, können Sie im Larimar Hotel selber genießen. Lassen Sie sich inspirieren für die Küche zu Hause.

Unsere innere Uhr kennt keinen ­Lebenskalender. Wie früh oder wie spät Altersvorgänge sichtbar werden, hängt nur zu einem geringen Teil von Vererbung ab. Nach heutigem Wissen wird die gesamte Lebenserwartung etwa zu zwei Drittel durch unseren „Lifestyle“ geprägt. Dass wir schneller altern, als uns lieb ist, lässt sich verhindern, indem wir einfach Gefahrenquellen für jugendliche Vitalität umschiffen. Die Zigarette zwischendurch, ein bisschen zu viel Alkohol, zu wenig Schlaf, Fast Food, Stress in der Arbeit und zu wenig Bewegung lassen uns schneller altern. Im Larimar Hotel in Stegersbach helfen Experten, die innere Uhr langsamer laufen zu lassen und ein hohes Alter bei relativ jugendlichem Aussehen zu erreichen. Das Angebot des Spa-Hotels beinhaltet nicht nur Tipps zur richtigen Ernährung und Bewegung, sondern auch Ratschläge und Coachings zu einer positiveren Lebenseinstellung. Ein wichtiger Aspekt für alle, die auch geistig jung bleiben wollen.

Tipp: Entspannen bei der „Méthode Aphrodite“ Das Wellnesserlebnis mit intensivem Anti-Aging-Effekt. Während Sie eine wohltuende Behandlung genießen, werden mit den exklusiven Multibalance-Pflegeprodukten mit Phytohormonen die Zeichen der Hautalterung wirksam bekämpft. Gibt es exklusiv im Larimar Hotel in Stegersbach.

Richtige Pflege: Schon ab 25 beginnt die Hautalterung. Mit richtiger Pflege kann man das Altern verzögern. Im La­rimar Spa werden besondere AntiAging-Behandlungen geboten: Decléor, eine Symbiose aus Wissenschaft und Na­ tur, und Jean D’Arcel, seit 50 Jahren Erfahrung im Erhalten der Jugendlichkeit.

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Anti-Aging-Tage im Larimar Hotel

Besonders wirksam sind Anti-AgingBehandlungen im Larimar Hotel ****Superior. Das Thermalwasser, Saunieren und die Aktivitäten des Wellnessprogramms haben einen sofortigen positiven Effekt auf unser Wohlbefinden. Die frische und gesunde Ernährung aus der Gourmet- und Vitalküche, die mit der Grünen Haube gekrönt ist, ergänzt die Anti-AgingWirkung perfekt. Tipp: Mit dem Schlaf- und VitalitätsCheck und einer 24-Stunden-Herzfrequenzmessung können Sie Ihr biologisches Alter testen. Larimar Hotel ****Superior 7551 Stegersbach, Panoramaweg 2 Tel. +43(0)3326 551 00 www.larimarhotel.at urlaub@larimarhotel.at

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Zeit für mich! Stress bis zum Umfallen? Dann wird es Zeit, an sich selbst zu denken. Leere Batterien lädt man am besten in der Therme Loipersdorf wieder auf. Hier gibt es Experten, die einem zeigen, wie es geht.

Einfach Loslassen

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ft sieht man den Wald vor ­lauter Bäumen nicht mehr. Das kommt vor, wenn man stark unter Stress steht und einem die Arbeit alles abverlangt. Doch gera­de dann braucht man die Fähigkeit, im entscheidenden Moment auf die ­eigenen Ressourcen zurückgreifen und vertrauen zu können. Das erfordert vor allem mentale Stärke. In einer Zeit, in der wir überflutet werden von ­äußeren Reizen, wird es immer wichti­ ger, auf unseren inneren Puls zu hören und bei uns selbst zu bleiben. Impulse 14 I

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von außen bewusst zu reduzieren und sich auf die wesentlichen inneren Impulse zu fokussieren, kann Körper und Ge­danken in Einklang bringen und uns im Alltag stärken. Spitzensportler trainieren genau das: im richtigen Moment ihre Reserven zu nutzen. Einer, der genau weiß, wie das geht, ist Felix Gottwald. 23 Medaillen hat der Sportler im Laufe seiner Kar­rie­re bei Olympischen Spielen und Weltmeis­terschaften gewonnen. Alle, sagt er, seien nur eine Folge seines ersten Erfolgs gewesen. Loslassen – Erle­ben – Stärken: Diesen

Zyklus inne­ren Wachstums immer wieder neu zu durchschreiten, sei für ihn das Prinzip inneren Erfolgs, der sich in die äußere Wirklichkeit überträgt. In dieser Haltung schrieb er den Bestseller „Ein Tag in meinem Leben“. In Vorträgen und Impulsveranstaltungen vermittelt er nunmehr sein Wissen. Selbst erleben kann man den Sportler bei den Impuls­tagen in der Therme Loipersdorf. Das richtige Wort, die richtige Übung, der richtige Impuls kann Sie Ihrem persön­lichen Erfolg einen Schritt näher bringen.


Mich stärken

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u bist, was du isst. In dem alten Sprichwort steckt ein Körnchen Wahrheit. Eine, die es genau weiß, ist die Ernährungs­ beraterin Sasha Walleczek. Im Rahmen der Ernährungstage im Herbst ist sie zu Gast in Loipersdorf und zeigt Ihnen, wie gut ausgewogene Ernährung schmecken kann. Gerichte nach Rezepten von Sasha Walleczek können Sie übrigens auch in der Therme probieren, denn zwei ­davon stehen täglich auf der Speisekarte. Mit ihren einfachen Grundregeln gelingt es auch Ihnen, nachhaltige Ernährung ganz unkompliziert in den Alltag einzubauen und davon langfristig zu profitieren. Immer im Fokus: Nachhaltige Gewichtsreduktion ohne Jo-Jo-Effekt sowie Spaß und Geschmack beim Essen! Die „Walleczek Methode“ arbeitet im Einklang mit dem Körper und lässt ohne Hunger-

tipp gefühl die Kilos purzeln. Die sechs Walleczek-Regeln zum Schlankbleiben: 1. Pro Woche kannst du zwischen einem halben und einem Kilo abnehmen. 2. Die 80/20-Regel: Verhältst du dich die meiste Zeit richtig, darfst du auch mal Fehler machen. 3. Nicht hungern! Kalorien zählen bringt nichts, weil die Lebensmittel mit den wenigsten Kalorien nicht gesund sein müssen. 4. Kein Stress mit Koffein, Alkohol und Nikotin! Durch Koffein, Alkohol und Nikotin wird mehr Insulin ausgeschüttet und der Körper gestresst. Zu viel Insulin verhindert den Fettabbau. 5. Das Frühstück ist wichtig! Iss spätestens zwei Stunden nach dem Aufstehen etwas, der Körper braucht die Energie. 6. Genug trinken! Am besten Wasser, auch Kräutertee oder Früchtetee sind ok. Fruchtsäfte besser verdünnen.

Etwas erleben

Nicht nur für Erwachsene bietet die Therme Loipersdorf Wasserspiele vom Feinsten. Am 20.11.2011 wird es so weit sein: Der neue Rutschenpark mit dem Wasserspielpark wird eröffnet. Eine der Rutschen wird eine Weltneuheit sein, die es sonst noch nirgendwo gibt! Den ultimativen Kick bietet die High-SpeedRutsche, bei der man unglaubliche Geschwindigkeiten erreichen kann. Der Wasserspielpark ist ein besonderes Pilotprojekt – er wird ganz aus Holz bestehen: grenzenloser Spaß auf 120 m2 und zwei Ebenen. Thermalquelle Loipersdorf 8282 Loipersdorf, Nr. 152 Tel. +43(0)3382 82 04-0 www.therme.at info@therme.at

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Heiliger Martin Er ist der Landespatron des Burgenlandes, aber weit 端ber die Grenzen bekannt. Um den 11. November feiern wir gerne Lichter足feste und das ber端hmte Ganslessen. Das alles und vieles mehr verdanken wir dem Heiligen Martin.

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DER MYTHOS


Martin als Bischof in einen Mantel gehüllt. ­ Die „cappa“ – von diesem Wort leitet sich unsere Kapelle ab. Hier eine Bronzefigur von Paul Mühlbauer.

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ie Laternen erhellen die Dunkelheit und leuchten den Weg, die Kinder singen und marschieren. Unsere Laternenumzüge (Lichterfeste) und der Ganslbraten gehen auf die Legende des heiligen Martin zurück, lange Zeit Bischof von Tours. Jedes Kind in Europa kennt die Legende des heiligen Martin. Er war der römische Soldat, der seinen Mantel mit dem frierenden Bettler am Stadttor von Amiens geteilt hat und dem Jesus daraufhin im Traum erschienen ist. Von da an verlief das Leben von Martin anders, aus dem Soldaten wurde ein Christ. Doch was hatte dieser Mann an sich, dass sein Mythos noch heute so tief in unserer Kultur verankert ist?

Der Patron Europas Fragen, die auch heute noch Forscher beschäftigen, so wie sein Geburtsort. Geboren wurde er um 316/317 zu Sabaria in Pannonien. Heute nennt sich der Ort Szombathely oder Steinamanger und liegt in Ungarn, nahe der burgenländischen Grenze. Dieses kleine Wörtchen „zu“ ließ aber Raum für Interpretationen. So zeigen jüngste Forschungen von Dr. Otto Osztovits anhand von lateinischen Schriften, dass der Geburtsort von Martin von Tours wahrscheinlich im burgenländischen Rumpersdorf lag, in der Nähe von Rechnitz. Eigentlich ist es ja ganz egal, welches Land ihn nun vereinnahmen möchte, denn fest steht,

dass Martin bereits damals „der Patron Europas“ war. Er zog vom südlichen Burgenland aus nach Italien, in die Schweiz, nach Frankreich und noch weiter. Er verbreitete das Christentum in ganz Europa. Kein Wunder, dass er noch heute so verehrt wird.

Soldatenlaufbahn ausgeschlagen Martin wurde in Pavia (Oberitalien) als Sohn eines römischen Tribunen und einer Keltin zum Soldaten erzogen. So musste er bereits mit 15 Jahren in die römische Armee eintreten, wo er in Gallien in der Garde unter Kaiser Constantius II. (324-361) diente. In diesen Jahren spielte sich angeblich auch die berühmte Szene mit dem Bettler ab, mit dem er seinen Soldatenmantel geteilt hat. Ab dann war es vorbei mit der militärischen Karriere: Martin ließ sich mit 18 Jahren taufen und verließ die Armee. Er wurde Schüler des Bischofs Hilarius von Poitiers.

Ein echter Missionar In seiner Heimat bekehrte er seine Eltern. 361 gründete er in Ligugé das erste Cönobitenkloster des Abendlandes. Zehn Jahre später wurde er zum Bischof von Tours (Westfrankreich) gewählt. Eine Ehre, die er nicht annehmen wollte. So, sagt die Legende, hat er sich in einem Gänsestall versteckt. Leider schnatterten diese so laut, dass Martin sich der Verantwortung stellen musste. Für das

Christentum war das die beste Wahl, denn Martin gründete in der Nähe von Tours das Kloster Marmoutier, das zu einer Schule für künftige Missionare und Bischöfe wurde.

Legende zu Lebzeiten Schon zu Lebzeiten hatte Martin in Europa viele Anhänger. Als er auf einer Seelsorgereise zu Candes (westlich von Tours) am 8.11.397 starb, pilgerten Menschenmassen zu seinem Begräbnis nach Tours. Martin ist übrigens einer der ersten Nicht-Märtyrer, der es geschafft hat, in die römische Liturgie aufgenommen zu werden. Über seinem Grab in Tours erhob sich im 5. Jahrhundert eine Kapelle, die spätere Abtei St. Martin. Das Grab war bis ins späte Mittelalter hinein fränkisches Nationalheiligtum. Mehr als 3.000 Kirchen sollen in Frankreich ihm geweiht sein. Als Schutzherr des fränkischen Reiches und Heeres kam er um das Jahr 800 mit Kaiser Karl dem Großen wieder zurück in unser Gebiet. Und mit ihm die Bräuche wie das Laternenfest und das Ganslessen, die uns helfen, die dunkle Zeit zu überstehen.

Die berühmte Mantelteilung: Fast jedes Kind in Europa kennt diese Szene. Der Heilige Martin teilt seinen Mantel mit einem frierenden Bettler vor den Stadttoren von Amiens. Aus Martin, dem römischen Soldaten, wurde daraufhin der Missionar der katholischen Kirche. Was aber nur wenige wissen: Martin stammte aus dem Südburgenland, aus der Gegend um Rechnitz.

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Der Martinstag

Der Mantel

Der Martinssegen

Das Fest des heiligen Martin wird am 11. November gefeiert, angeblich sein Todestag. Dieser Tag wird auch „Martiniloben“ genannt. Traditionell werden um diese Zeit die Martinigänse gegessen. Früher gab es nach diesem Fest eine Fastenzeit, die bis Weihnachten dauerte. Auch die Knechte und Mägde bekamen dann ihren Lohn. Im Burgenland wird der neue Wein (Weintaufe), der beim Martiniloben zum ersten Mal gekostet wird, gesegnet. Tipp: 11. Novem­ber Weintaufe in Rechnitz.

Martin wird meist als römischer Soldat zu Pferd, seinen Mantel mit dem Schwert für einen Bettler zu seinen Füßen teilend, dargestellt. Dieser Mantel soll von den fränkischen Königen auch in Schlachten als Siegessymbol mitgenommen worden sein. Der Mantel wurde bei den Römern als „cappa“ bezeichnet. Die Reliquie wurde in einer eigens dafür geschaffenen „capellanus“ aufbewahrt. Davon leiten sich unsere Worte Kapelle und auch Kaplan ab.

Beim „Martiniloben“ kamen die Knechte mit der Martinsgerte, einer Wacholderrute, zum Bauern, um den Lohn abzuholen. Der Brauch ist noch heute teilweise in burgenländischen Gemeinden lebendig. Dabei schlägt der Viehhüter symbolisch den Bauern mit der Gerte – das ist der so genannte „Martinisegen“. Man verteilte sozusagen Segen bringende Schläge, welche für reichlich Nachwuchs und gute Ernte im folgenden Jahr sorgen sollten.

Die Mission

Der Landespatron

­ ie Lichterfeste D

Martin wollte die heidnischen ländlichen Gebiete Galliens zum Christentum bekehren. So hat er auch seine Mutter, eine keltische Matronin, getauft (siehe Bild). Dies, obwohl die Frauen bei den Kelten im Wesentlichen den Männern gleichgestellt waren. Auf seinen Missionsreisen kam er quer durch Europa – vor allem in das Gebiet der mittleren Loire, ins Gebiet des heutigen Sens und zu den Häduern (gallischer Stamm). Er predigte auch in Paris und in Vienne.

Durch seine historische Vergangenheit hatte es das Burgenland schwer genug, ein eigenes Landesbewusstsein zu entwickeln. Deshalb wollte man einen Landespatron, der eine enge Beziehung zum Burgenland hatte. Am 19. Juli 1924 ersuchte die burgen­ ländische Landesregierung die Apostolische Administration um Zustimmung für den heiligen Martin als Landespatron. Zum ersten Mal wurde das Fest des Landespatrons dann am 11. November 1925 gefeiert.

Kinder haben Spaß daran, Laternen für den Lichterumzug zu basteln. Die Laternenumzüge der Kinder gehen ebenfalls auf den Heiligen Martin zurück, sie haben eine jahrhundertealte Tradition. Das Entzünden von Kerzen und Lichtern soll einem in der dunklen Jahreszeit die Furcht vor der immer früher beginnenden Nacht nehmen. Die Lichterfeste werden um den 11. November mit Laternenumzügen und Gesang gefeiert. Noch mehr Infos zum Heiligen Martin unter: www.martinus.at

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Gans im Glück Die Weidegänse im Südburgenland haben ihren Schnatterkollegen etwas voraus: Sie werden artgerecht und naturnah gehalten. Eine Seltenheit in Zeiten der Massentierhaltung.

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ass wir um den 11. November gerne Gansl essen, kommt nicht von ungefähr. So haben schon unsere Vorfahren, die Kelten, um diese Zeit ihre Gänse geschlachtet, um nicht alle über den Winter füttern zu müssen. Glaubt man der Legende, soll auch der Heilige Martin etwas dazu beigetragen haben – so hat er sich angeblich im Gänsestall versteckt, um die Bischofswürde nicht annehmen zu müssen. Doch die Gänse haben ihn verraten und so gab es kein Entrinnen.

Tradition wieder entdeckt Gänse zu halten hat im Burgenland eine lange Tradition. Allerdings verschwanden die schnatternden Zeitgenossen in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts fast gänzlich aus den burgenländischen Dörfern.

Erst 2002 haben sich aufgeschlossene Bauern im Südburgenland zu einer Gruppe zusammengeschlossen und die Gänsehaltung wieder aufgenommen. Seitdem schnattern wieder Gänse auf Burgenlands Wiesen und Weiden. Wie eine Weidegans zu halten ist, ist genau in den Statuten des Vereins „Südburgenländische Weidegans“ festgelegt. So dürfen höchsten 100 Tiere auf einem Hektar leben, das entspricht in etwa der Größe eines Fußballfeldes.

Ab auf die Weide Bereits der Name verrät die Haltung der Tiere. Nach einer sehr behutsamen Gösselaufzucht (Gössel ist der Name der Gänseküken) im Stall dürfen die Tiere nach der 6. Lebenswoche auf die Weide. Die Gänse fressen hier frisches, saftiges burgenländisches Weidegras.

Durch ihre Haltung werden Wiesenflächen, die bis dato kaum bewirtschaftet wurden, wieder gepflegt. Morgens und abends gibt es eine Portion hofeigenes Getreide, das unter der pannonischen Sonne gereift ist, dazu. Durch diese natürliche, tiergerechte und stressfreie Haltung wachsen die Weidegänse, im Gegensatz zu Gänsen aus Schnellmastbetrieben, in 26 bis 28 Wochen zu köstlichen Martinigänsen heran.

Großer Unterschied Den Unterschied zur Mastgans sieht man nicht nur, sondern man schmeckt ihn auch. Weidegänsefleisch ist äußerst geschmackvoll, hat viel weniger Fett als eine Mastgans, verliert beim Braten weniger Wasser und das Fleisch ist feinfasriger und hat eine dunkle Fleischfarbe. IDYLLE Südburgenland

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KULINARIK & WEIN

Ganslbraten Das Rezept

Das Rezept wurde uns von den Jungköchen der Tourismusschule in Oberwart zur Verfügung gestellt. Die Redaktion hat gekostet und war begeistert.

Zutate n: 1 Gan s (ca. 3 ,5 kg) Salz Zubere itung: 3 altba Semme ckene ln in Milc Semm 250 m ein Sie h einw eln l Milch b passie eichen, 1 EL B ausdrü r e n M und in aroni k cken, d utter Butter le in urch s 250 g c h andüns n S eiden u emmeln Gänse ten. n d u le n m d Lebe ber it Eiern (keine mit der r verm , Salz, Stopfl Masse engen. eber) f 12 ges f ü Gans s ll S a e a n und schiert lz, Pfef chälte alzen, zunähe fer, Ma und w gekoch n. Run joran u Eine gr eich te Mar d n um mit o d Beifu ße oni 3 Eier ß würz mit heiß Bratenpfann e n e . em Wa etwa ein Pfeffer sser fü en Fing unten e llen, G au inlegen er hoch ans mit 1 gestr s der Mühle u n b d e i der Bru im vor 220 °C ichene geheizt st nach Farbe n r EL gemah en Roh auf 160 ehmen lener M r °C redu lassen. ajoran 1 KL g zieren Hitze s regelm emahle und die tufenw äßigem ner Be eise Gans u Mehl z Begieß 3 5 if M u nter um Sta en je n ß inuten a uben p c h r o Größe Kil Bratzeit etwa wenden o braten. Nac h der h . Sobald alben die Gan sd 4 Teile tranchie urch ist, Fett abgieß r en und Begieß en; die en weit bei star Gans in e k r er Ober e Fülle w 5 bis 1 hitze o 0 Minu ährend hne dessen ten knu Braten warm h s rücksta alten. D prig braten. nd mit Gansls en entf etwas M uppe a etteten ehl sta ufgieße Soße e u b n en, mit Als Be u in n d k o z c u h ilage p einer s en. asst w ämigen underb a r Rotkra Tipp: ut, wa Beifuß rmer K da Beifuß rautsa wirkt v rf nicht fehle lat ode erdauu n. r Linse bei ihr ngsför n. er Arb d e ernd – it, son oder a dern a er unt uch ge erstütz uch die trockn Geschm t nicht Bauch et) für ack – nur de s p e h eicheld e deshalb r fettre n Mag rüse. S iche G en und eher sp o wird erichte arsam den Da er als v erwen verwen rm Gewür det. Er den. z (frisch hat ein en leic ht bitt eren

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Ganslbraten vom Feinsten finden Sie im südlichen Burgenland von Mitte Oktober bis Mitte Dezember in guten Landgasthöfen. Hier zwei Empfehlungen: Landhotel Schwabenhof 7522 Hagensdorf, Nr. 22 Tel. +43(0)3324 7333 www.schwabenhof.at hotel.schwabenhof@aon.at Ganslessen von 1. bis 13. November 2011 Gasthof Gerlinde Gibiser 7561 Heiligenkreuz/L., Obere Hauptstraße 10 Tel. +43(0)3325 4216 www.g-gibiser.at info@g-gibiser.at Ganslessen von 15. Oktober bis 15. Dezember 2011

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Genuss Burgenland: Die Messe für Feinschmecker

Unternehmen Sie eine Genussreise durch das Burgenland: von 5. bis 6. November findet die „Genuss Burgenland“ im Messegelände in Oberwart statt. Köstlichkeiten vom Moorochsen, Kukmirner Äpfel, hausgemachte Mehlspeisen, Qualitätsweine aus dem gesamten Burgenland, Fleisch und Selchwaren sowie Essige und Edelbrände sind nur einige der Gaumenfreuden, die bei der 5. Genussmesse verkostet werden können. „Es wird immer wichtiger für uns zu wissen, wo unser Essen herkommt und wie es produziert wurde. Die Besucher unserer Messe kommen hautnah in

Kontakt mit den regionalen Herstellern und Produzenten. Vielleicht ändert dies das Denken der Menschen, dass man z. B. keine Äpfel aus Übersee kaufen muss, wenn sie bei uns auch wachsen. Die Besucher können die heimischen Produkte mit allen Sinnen erleben“, erklärt Markus Tuider vom Veranstaltungsteam. Für Besucher ist es ratsam, mit leerem Magen zur Messe zu kommen. Bei jedem Stand gibt es Kostproben, und diese können auch direkt vor Ort gekauft werden. Den krönenden Höhepunkt bildet ein Genussbuffet am Abend des 5. November, für das aus

Burgenlands besten Produkten ein exklusives Herbstbuffet zubereitet wird. Reservierung unter: +43(0)664 914 99 01

Burgenland Messe Betriebsges.m.b.H. & Co. KG 7400 Oberwart, Messegelände Tel. +43(0)3352 33022 www.burgenland-messe.at office@burgenland-messe.at

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KULINARIK & WEIN

Der Blaufränkische

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s ist eine echte Idylle. Fast zu schön, um wahr zu sein: die sanften Hügel, die Sonne, die hier länger scheint, die freundlichen Menschen, das gute Essen und vor allem der Wein. Nicht umsonst nennt sich das Weinbaugebiet im Südburgenland die Weinidylle. Typisch hier ist der Blaufränkische. Die Weinstöcke fühlen sich auf den steinigen, schiefer- und eisenhaltigen Böden der Weinidylle wohl und bringen einen besonderen Blaufränkischen hervor, der vor allem am Eisenberg und um die Gegend von Deutsch Schützen eine hervorragende Qualität aufweist. So besitzt der

Weinidylle Südburgenland 7540 Moschendorf, Weinmuseum 1 Tel. +43(0)3324 6318 www.weinidylle.at office@weinidylle.at 22 I

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Blaufränkische aus dem Südburgenland eine deutliche Tanninstruktur, ist dennoch samtig-fruchtig, oft mit Brombeer-, Weichsel- und Johannisbeernoten. Er gilt als sehr gut lagerfähig und besticht im Allgemeinen mit vollmundiger Fruchttiefe und trockener Grundstruktur. Die Weine haben ein charakteristischwürziges, sehr fruchtiges Bukett und eine dunkle, rubinrote Farbe mit violettem Schimmer. Sie zeigen Struktur und Charakter. Zweifellos zählt der Blaufränkische aus dem Südburgenland zu den edelsten heimischen Rotweinsorten und man sollte ihn sich nicht entgehen lassen.


Eisenberg/Dt. Schützen

Ortsvinothek Eisenberg

Vinothek Vinum Ferreum

Zu den Dingen, die man in der Wein­ idylle keinesfalls verpassen sollte, gehört das Erlebnis eines Sonnenunterganges auf dem Eisenberg – natürlich mit einem Gläschen hervorragenden Blaufränkischen in der Hand, den Blick auf die Weite Ungarns gerichtet. Ebenso berühmt sind die Weinberge von Deutsch Schützen. Weinbauern mit großen Namen sind hier zu finden. Neben den Weinen gilt es auch die gute Küche zu entdecken.

30 Winzer aus Eisenberg und Deutsch Schützen bringen hier ihre besten 70 Weine zum Verkauf. Die Vinothek liegt verkehrsgünstig direkt an der Bundesstraße am Fuße des Eisenbergs. 7474 Eisenberg, Am Naturpark Tel. +43(0)3365 26 66, www.vinothek.eisenberg.at Palmsonntag bis Martini: Mo–Sa 14–19 Uhr / So, Ft 13–19 Uhr, 12. November bis Weihnachten: Sa, So, Ft, 13–17 Uhr

In einzigartiger Lage am Eisenberg thront die Vinothek Vinum Ferreum. Die Weine des gleichnamigen Weinguts sind hier ebenso erhältlich wie die Eisenberg DAC Weine der engagierten südburgenländischen Winzer. 7474 Eisenberg, Obere Kellergasse 35 Tel. +43(0)3365 20090 www.vinum-ferreum.at weingut@vinum-ferreum.at Mi–Fr 11–17 Uhr, Sa & So 14–18 Uhr IDYLLE Südburgenland

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KULINARIK & WEIN

Der Welschriesling

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s gibt Weine aus aller Welt, die oft kaum voneinander zu unterscheiden sind. Die Technologie des Weinmachens wurde vereinheitlicht und mit ihr auch der Wein. Wirkliche Weinliebhaber sind daher immer hoch erfreut, wenn sie eine außergewöhnliche Entdeckung machen. Der Welschriesling aus dem Südburgenland ist eine solche Entdeckung. Er ist das Pendant zum Blaufränkischen dieser Region. Angebaut wird er um die Gegend von Rechnitz, am Csaterberg und rund um Moschendorf. Sein Geschmack ist frisch, mit leicht spritziger Fruchtigkeit und mit einer

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feinwürzigen, reschen Geschmacks­ note. Ein guter Welschriesling erinnert im Geschmack an einen saftigen Apfel. Der Welschriesling liefert in erster Linie frisch-fruchtige, in ihrer Jugend zu genießende Weine. Er kann aber auch ausgezeichnete Prädikatsweine hervorbringen, deren Blume und Rasse lange anhält. Seine Farbschattierungen reichen von Gelbgrün bis ins Zartgrüne. Der Welschriesling gehört zu den eleganten, spätreifenden Weißweinen. Und er muss unter guten Bedingungen reifen (keine Trockenheit, windgeschützt). Die Winzer im Südburgenland wissen genau, wie der Fruchtige seine Rasse bekommt.

Tipp: Entdecken Sie die Weinidylle im Südburgenland. Sie ist mit 450 Hektar Rebfläche, die von ca. 1.400 Familien bewirtschaftet wird, eines der kleinsten Weinbaugebiete Österreichs, hat aber dafür einiges zu bieten, wie verträumte Weinorte, historische Kellerviertel, die jeden verzaubern, und vor allem hervorragende Weine. www.weinidylle.at


Ortsvinothek Rechnitz

Steinmuseum & Wein

Genuss am Weinberg

Ein Besuch der Ortsvinothek von Rechnitz ist unbedingt zu empfehlen. Hier können von Mai bis Oktober die besten und erlesensten Tropfen der Rechnitzer Winzer degustiert werden. Die Weine der Woche können auch glasweise verkostet werden. Charakteristisch für die Weine in Rechnitz ist eine mineralische, leicht salzige Note, hervorgerufen durch das Klima (die Weinberge liegen bis 450 Meter hoch) und den Schieferboden. www.rechnitz.at

Die weißen Trauben (Welschriesling, Grüner Veltliner, Weißburgunder) werden vor allem im Norden um Rechnitz und im Süden um Moschendorf kultiviert. Der Wein ist elegant, spritzig und fruchtig. Auch am Csaterberg nahe Kohfidisch werden in idyllischer Lage vor allem feine Weißweine gekeltert, die in einer Vinothek mit Steinmuseum (gezeigt werden u. a. Süßwasseropale und versteinertes Holz) verkostet werden können. www.csaterberg.at

In der Vinothek Südburgenland kann nach Herzenslust verkostet und dabei gleichzeitig das idyllische Ambiente des Weinmuseums genossen werden. In dieser Gebietsvinothek der Weinidylle werden nur die Topweine aus dem Südburgenland angeboten, ermittelt von einer strengen Kostjury. Alle Weine können auch im Internet bestellt werden. Geöffnet: Ostern bis Martini, täglich von 14–19 Uhr www.weinidylle.at IDYLLE Südburgenland

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KULINARIK & WEIN

StephanO Das-Wein-Gut

„Wenn Du schwimmen kannst wie eine Ente, so kannst Du trinken wie eine Gans.” (Shakespeare - Stephano)

Charakter, Tiefe, Würze, Exotik, Klassik – gute Weine sind wie ein Lustspiel von Shakespeare. StephanO DasWein-Gut produziert mit der gleichen Leidenschaft wie Shakespeares Stephano, der berauschte Kellermeister aus „Der Sturm“, Spitzenweine von Blaufränkisch bis zu Merlot, die auf den schweren lehmigen Böden der

südburgenländischen Weinberge in Deutsch Schützen und Eisenberg ausgezeichnet gedeihen. StephanO DAS-WEIN-GUT Dr. Stephan Oberpfalzer 7474 Deutsch Schützen, Weinberg 150 Tel. +43(0)664 263 69 39 www.stephano.at office@stephano.at

wachter-wieslers ratschen restaurant & vinothek

„Der Boden macht den Wein.” (Wachter-Wiesler)

Ein Ort zum Wohlfühlen und Genießen – das ist „wachter-wieslers ratschen“ in Deutsch Schützen. Ein Restaurant, in dem ausschließlich nach regionalen und saisonalen Schwerpunkten gekocht wird, ein Kaufladen, in dem edle Lebensmittel aus der Region angeboten werden, und vor allem eine gut sortierte Vinothek.

Hier kann man nach Herzenslust Weine der Region Südburgenland verkosten und vor allem Eisenberg DAC Weine zu Ab-Hof-Preisen kaufen. wachter-wieslers ratschen 7474 Deutsch Schützen, Nr. 254 Tel. +43(0)3365 20082 www.ratschen.at office@ratschen.at

Rechnitz: Einkehr im Buschenschank Ein Urlaub im Südburgenland ohne Einkehr bei einem Buschenschank ist kein Urlaub. So viel Zeit muss schon sein. Denn Gemütlichkeit ist hier Teil der Lebensphilosophie. Bei einem Verhackerten-Brot oder einer Brettljausn darf der richtige Wein dazu nicht fehlen. Den kredenzen die Weinbauern rund um Rechnitz gerne selbst. 40 bis 50 Weinbauern haben hier zu unterschiedlichen Zeiten „ausg’steckt“. Die Buschenschankkultur hat hier Tradition. So wie der Wein, der von den Hügeln des Geschriebensteins kommt und eine ganz einmalige Note aufweist. Das Geheimnis ist die Prägung des Bodens, der hier sehr löss- und schieferhaltig ist. Das gibt dem Rechnitzer Wein eine leicht salzige, mineralreiche Note. Unverkennbar für dieses Gebiet. Nicht nur der Boden, auch das Klima sorgt

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hier für einen ganz einmaligen Wein. Ein Klima, das durch Fallwinde und hohe Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht geprägt ist. Das und die Liebe der Weinbauern ergeben nicht nur einen exzellenten Welschriesling, sondern auch eine Sortenvielfalt, die man an anderen Orten lange suchen kann. Tipp: Laternenwanderung & Weintaufe Am 11. November findet in Rechnitz die Taufe des Geschriebenstein Welschrieslings statt. Am Samstag zuvor trifft man sich um 17 Uhr beim Naturparkbüro und startet zu einer 5 km langen Laternenwanderung durch das Rechnitzer Weingebirge. Naturpark Informationsbüro 7471 Rechnitz, Bahnhofstraße 2a Tel. +43(0)3363 791 43 www.naturpark-geschriebenstein.at


Prickelndes Der Duft in der Nase und das Prickeln im Bauch machen ein Fest mit edlen Perl-Getränken aus Uhudlertrauben unvergesslich. Zart rosig und spritzig fließt er die Kehle hinunter, schmeckt leicht nach Erdbeeren und hat einen trockenen Abgang. Ein Uhudler-Sekt ist geschmackvoll erfrischend am Gaumen und hat einen sauberen Fruchtton in der Nase. Der perfekte Begleiter zum Anstoßen auf schöne Zeiten. Denn feiern tun die Südburgenländer gerne: so sitzt man bei einem Glaserl, plaudert und lacht. Und weil es nicht immer Wein sein muss, haben sie das Nationalgetränk des Südburgenlandes gleich abgewandelt in verschiedene Variationen von Perl-Getränken. So gibt es neben dem Uhudler-Sekt auch den Uhudler-Frizzante. Ürigens Uhudler: Die Bezeichnung „Uhudler“ dürfen nur Weine verwenden, die einer sensorischen und chemischen Überprüfung unterzogen wurden. Genießen sollte man den Uhudler am besten dort, wo er herkommt – in den verträumten Weindörfchen in den südburgenländischen Bezirken Jennersdorf und Güssing. Uhudlerverein 7540 Moschendorf Weinmuseum 1 Tel. +43(0)3324 6318 www.uhudlerverein.at

Uhudler-Sekt: So einzigartig der Geruch in der Nase, so unvergesslich der Geschmack des Uhudlers. Als Sekt ausgebaut, ist er ­geschmackvoll erfrischend am Gaumen, hat einen sauberen Fruchtton in der Nase und ist trocken im Abgang. Beim Uhudler-Frizzante sorgt die fein eingebundene Kohlensäure für ein besonders prickelndes Uhudlervergnügen. Das beerig-fruchtige typische Aroma des Uhudlers kommt schön zur Geltung. Der UhudlerFrizzante eignet sich hervorragend als Aperitif.

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KULINARIK & WEIN

Süßes für die Seele Der Duft von Weihnachten spricht nicht nur unseren Gaumen an. Er hat etwas von glücklichen Kindertagen. Im Südburgenland wurde immer schon leidenschaftlich gebacken. „Idylle“ hat für Sie die besten Kekse, Trüffeln, Lebkuchen und Christstollen probiert.

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s duftet wunderbar nach Vanille, Neugewürz, Honig und Mandeln. Es ist der Geruch von Weihnachten. Kekse und andere süße Köstlichkeiten gehören einfach dazu. Backen zu Weihnachten ist eine schöne Tradition. Doch leider haben die meisten Menschen keine Zeit mehr, diese Tradition zu pflegen. Im Südburgenland ist das anders, hier zelebriert man die Backtradition. So kommen noch immer Frauen aus dem Ort zusammen, um gemeinsam zu backen. Kinder stechen Kekse aus, sie werden verziert, dabei wird Tee getrunken und gescherzt. Einfach Weihnachten eben. Viele Zuckerbäckermeister pflegen die alten Traditionen noch bis heute. So gibt es uralte überlieferte Rezepte, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Diese süßen Versu-

chungen sollte man sich nicht entgehen lassen, wenn man hier Urlaub macht. Tipp: Bestellen Sie Ihre Weihnachts­ bäckerei am besten vor, denn ab Ende Oktober geht es hoch her in den Backstuben im Südburgenland (siehe Adressen). So haben Sie auch ausreichend Zeit zum Gustieren. Die Zuckerbäcker, die hier angeführt sind, übernehmen gerne Aufträge für individuelle Geschenke. Damit Weihnachten auch Weihnachten bleibt. Dass wir zu Weihnachten süße Kekse backen, kommt übrigens nicht von ungefähr. Süßes hilft gegen den „Winterblues“. Wenn wir Vanillekipferl & Co. genießen, wirken diese wie ein Stimmungsaufheller, da unser Körper dann verstärkt die so genannten Glücks­ hormone (Endorphine) produziert.


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Aloisias Kekse

Aloisia ist die Inkarnation der südburgenländischen Backtradition. Die 1948 geborene Burgenländerin zog schon im Volksschulalter mit ihrer Mutter und ihrer Tante, beide berühmte Hochzeitsbäckerinnen, durch das Land und half bei der Herstellung der Kekse. Der verführerische Duft des Gebäcks hat sie ein Leben lang nicht losgelassen. So hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht. In Aloisia’s Mehlspeiskuchl & Kaffeestub’n in Badersdorf wird nicht nur zu Weihnachten gebacken, was das Zeug hält. Mehr als 60 verschiedene Sorten von Keksen werden von den kundigen „süßen Damen“ hergestellt. Quirlig geht es in der Backstube der Keks-Königin zu. Da werden riesige Bleche mit Biskuitteig in den Ofen geschoben, imposante Rührmaschinen produzieren Berge cremiger Füllungen, die anschließend zwischen den Kekshälften verschwinden. Scho-

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kostreusel-Regen geht auf Legionen zierlicher Kekse nieder und winzige Schaumrollen werden gekonnt gefüllt. Und was sind jetzt die beliebtesten Kekse? „Wahrscheinlich die Husarenkrapferl“, meint Aloisia Bischof, „und natürlich die Nussstangen. Und die Orangenkrapferl.“ Wer sich angesichts der großen Auswahl in der „Mehlspeiskuchl“ nicht entscheiden kann,

dem packt Aloisia Bischof einfach eine „Blindverkostung“ ein. Unser Tipp: Die „Fenster“ – zarte Mürbteigkekse mit Mandeln und Marmelade.

der Region. Und außerdem backen wir mit Liebe“, lacht der junge Konditor. So ist ein Kaplan Christstollen auch wirklich frisch, da haben künstliche Farbstoffe oder Konservierungsstoffe nichts verloren.

Kaplan am Kurpark 7431 Bad Tatzmannsdorf, Kirchenstraße 8 Tel. +43(0)3353 254 76 www.kaplanamkurpark.at info@kaplanamkurpark.at

Aloisia‘s Mehlspeiskuchl & Kaffeestub‘n 7512 Badersdorf, Untere Dorfstraße 29 Tel. +43(0)3366 773 69 www.aloisia.at aloisia.bischof@a1.net

Kaplans Christstollen

Christian Kaplan kann es nicht lassen. Den ersten Christstollen im Jahr, den er bäckt, muss er selber essen. „Es geht nichts über einen warmen Christstollen“, meint der Meister, dessen Konditorei direkt am Kurpark in Bad Tatzmannsdorf liegt. Kaplan am Kurpark in Bad Tatzmannsdorf ist mittlerweile eine Institution, so wie der Zauner in Bad Ischl. Und das, obwohl das Unternehmen noch jung ist. Christian Kaplan hat sich mit süßen Versuchungen in die Herzen der Gäste gebacken. Gelernt hat er das Handwerk in renommierten Unternehmen wie beim Heiner in Wien oder eben beim Zauner in Bad Ischl. Was er in den besten Häusern Öster­ reichs gelernt hat, verbindet er heute mit Kreativität, Qualität und Innovation. Das schmeckt man. Sein Geheimnis beim Christstollen? „Wir geben keine kandierten Früchte dazu, sondern nur frische Zutaten aus

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Lendls Lebkuchen

Er ist der Meister des Lebkuchens. Aus der Backstube des Konditormeisters Erich Lendl in Bildein stammt der berühmte „Pinkataler Lebkuchen“. Er hat bei der Fachmesse „die genuss“ im Jahr 2007 österreichweit den ersten Platz erlangt. Gefüllt mit Uhudlermarmelade, Nuss- oder Kürbiskernfüllung aus der Region zählt der „Pinkataler“ zu den Feinsten seiner Gattung. Nach dem Backen und Füllen wird er in Streifen geschnitten und in edle Schokolade getunkt. Die neueste Lebkuchen­ kreation des Meisters ist der Bildeiner Lebkuchen. Er unterscheidet sich vom „Pinkataler“ durch eine andere Zusammensetzung des Teiges. Gefüllt wird er mit Nougat oder ebenfalls mit Nuss- oder Kürbiskernmischung. Zur Weihnachtszeit, wenn im Garten die große Weihnachtskrippe aufgebaut

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ist, und wir alle auf das Christkind warten (darauf legt der Meister wert), geht’s in Lendl´s Backstube hoch her. Es wird geknetet, ausgestochen und verziert. Das macht Erich Lendl noch immer am liebsten selbst. So sind manche Verzierungen – besonders auf seinen Torten – echte Kunstwerke zum Naschen. Unser Tipp: Weihnachtsbäckereien ­können ab Oktober bestellt werden. Lendls Lebkuchen-Krippen, Christbaum-Behang und Schatullen aus Lebkuchen sind ideale Geschenke. Bestellen können Sie auch im OnlineShop, allerdings nur bis zum 30. November. Gerne bäckt Lendl auch Vollwertwertkekse oder mit glutenfreiem Mehl. Lendl’s Backstube-Konditorei 7521 Bildein, Hauptstraße 132 Tel. +43(0)3323 29 15 www.lendls.at lendls@gmx.at

be Sonnengartl-Backstuabe r nicht

dies Wer gerne selber bäckt, Sonnengartlder in ist l, wil alleine tun igen Gastgeber Backstube der gleichnam goldrichtig. Hier mit individuellem Flair Weihnachten wird mit Resi Ruck vor acken. Ge­öffnet in kleinen Gruppen geb tl-Backstube hat die kleine Sonnengar ber. Am besten im November und Dezem ren Keksdose kommt man mit der lee gebackener und füllt diese mit selbst eits ab kleinen Weihnachtsbäckerei. Ber t Personen Gruppen von zwei bis ach se backen wie zu kann man mit Resi Kek sten: rund Großmutters Zeiten. Ko ludiert ca. ein 25 Euro pro Person, ink mappe und Kilogramm Kekse, Rezept ang mit Resi einen gemütlichen Auskl nen Most aus und Ernst Ruck, der sei ne verkosten lässt. dem eigenen Keller ger +43(0)3329 24 91 Anmeldung bei Resi Ruck astgebern. oder bei den Sonnengartl-G www.sonnengartl.at

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Kaffeehauskultur vom Feinsten

Ein kleiner Schwarzer, ein extra Kurzer, ein Einspänner oder doch ein Fiaker? Sie wissen nicht, wovon die Rede ist? Natürlich von Kaffee. Während sich in den Großstädten immer mehr schnelllebige Kaffeehausketten breitmachen, lebt man im Südburgenland noch die gute alte Kaffeehaustradition. In vielen Orten gibt es hier noch

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besondere Kaffeehäuser. Das hat schon seit den Türkenkriegen Tradition. Wer glaubt, dass die Kaffeehäuser, meist mit eigener Konditorei, den städti­ schen Standard nicht halten können, irrt gewaltig. Denn Gault Millau und JACOBS-Kaffee (Kraft Foods) vergeben die Goldene Kaffeebohne für CaféKonditoreibetriebe, und diese wanderte

schon zum wiederholten Male ins südliche Burgenland. Neben jungen, modernen Unternehmen wie „Kaplan am Kurpark“ in Bad Tatzmannsdorf, gibt es hier auch Traditionsbetriebe wie das „Träger“ in Pinkafeld. Dort wird Kaffeehauskultur vom Feinsten zelebriert. Wer hierherkommt, weiß das und genießt schweigend.

Kaffeehaus Träger

Seine Gäste kommen schon mal von Wien zum „Träger“ auf eine Mehlspeise. Ein Genießer meinte: „Wenn Sie den Demel am Land suchen, dann haben Sie ihn hier gefunden.“ Dabei ist das Träger keine Kopie, sondern ein Original. So werden die Torten des Meisters Reinhard Träger auch von den ganz großen Zuckerbäckern des Landes gerne kopiert. Das „Träger“ hat eben wirklich Tradition. Bereits seit dem 18. Jahrhundert verwöhnt die Familie Träger die Bewohner von Pinkafeld mit köstlichen Backwaren. Täglich werden hier rund 30 verschiedene Mehlspeisen zubereitet. Was das „Träger“ am Hauptplatz von Pinkafeld auszeichnet, ist seine Kaffeehauskultur. Hier gibt es sie noch: die Einspänner, den extra Kurzen, die Melange und wie sie alle heißen mögen. Natürlich trifft das „Träger“ hier auch

auf Zeitgeist, so ist gegen einen Caffè Latte mit Caramel nichts einzuwenden. Solange er im Sitzen getrunken wird, denn „Coffee to go“ gibt es hier nicht. Dafür nehmen sich die Gäste auch gerne Zeit, denn immer wieder werden im „Träger“, besonders um Weihnachten, auch kulturelle Genüsse serviert. Im Advent fast schon eine Pflicht: ­das

Adventkonzert beim „Träger“. Da gibt es feinste Weihnachtsbäckerei und Punsch. Besonders zu empfehlen, auch als kleines Präsent, sind die zarten Trüffeln. Im Gegensatz zu jenen der Konkurrenz sind diese ganz leicht und zergehen auf der Zunge. Die Schokolade dazu kommt aus Belgien. Und wenn Sie schon da sind, lassen Sie sich die Herrentorte nicht entgehen, oder auch besonders delikat: die D ­ obostorte. Konditorei Träger 7423 Pinkafeld, Bruckgasse 3 Tel. +43(0)3357 422 86 www.traeger.at office@traeger.at IDYLLE Südburgenland

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NATUR & BRAUCHTUM

Die Stille des Winters Raureif an Bäumen, kristallklare Luft und absolute Ruhe. Wie im Märchen wandert es sich im Winter durch die Landschaft am alpannonia® Weitwanderweg.

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er Wald sieht aus, als hätte ihn die Schneekönigin mit Zuckerguss überzogen. Die feinen Kristalle glitzern in der aufgehenden Morgensonne. Der Atem gleicht einem Nebelhauch. Es ist so still, zu still, um wahr zu sein. Bei jedem Schritt knirscht der Boden und es wird einem wärmer. Langsam kommt Bewegung in den Körper, die Durchblutung steigt, man beginnt, das Gehen zu genießen.

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Alternative zur Hüttengaudi Immer mehr Menschen entdecken den Reiz des Wanderns im Winter. Vor allem lockt Stressgeplagte die Ruhe. Abseits jeder Hüttengaudi bietet das Südburgenland mit dem Weitwanderweg alpannonia®, der am Semmering beginnt und bis an den Rand der pannonischen Ebene bei Köszeg führt, die Alternative. Die Gesamtlänge des alpannonia® beträgt gute 120 km.

Im Sommer oder Herbst kann man diese gemütlich in 7 (ab Fischbach) oder 6 (ab Semmering) Tagesetappen zwischen 15 km und 21 km pro Tag erwandern. Im Winter ist das anders. Hier bieten sich kleinere Tagesetappen an, denn im Schnitt wandert man im Winter 9,6 km am Tag. Am alpannonia® kann man die Natur noch intensiv erleben. Da vergisst man wirklich alles.


Wandertipps für den Winter 1. Kürzere Strecken

3. Pausen genießen

Planen Sie kürzere Strecken ein. Vor allem auf tiefem Boden kommt man langsamer voran, dazu kommt auch die kürzere Tageszeit. Unter www.weltzeituhr.com im Internet finden Sie, wann es wo dämmert. Taschenlampe nicht vergessen.

Rechtzeitig eine Rast einlegen (mindestens alle zwei Stunden eine Zehnminutenrast). Während der Tour ausreichend trinken und essen. Packen Sie heißen Tee oder Kaffee und gute Jausenbrote ein. Ein Sitzkissen hält auf kalten Bänken warm. Und genießen Sie die Pausen, schauen Sie sich um und saugen Sie die Natur in sich auf. Das gibt Kraft.

2. Richtig ausgerüstet Nicht dick einpacken. Kleiden Sie sich besser in viele dünne Schichten als in wenige dicke. Auf der Haut sind synthetische Materialien am besten. Das hat den Vorteil, dass die Feuchtigkeit nach außen transportiert wird und der Körper nicht so schnell auskühlt. Handschuhe sind extrem wichtig, da Hände und Füße Kälterezeptoren haben. Verwenden Sie keine Socken aus Baumwolle, diese speichern die Feuchtigkeit und erhöhen die Ableitung von Wärme. Besser: Gemische aus Wolle und Synthetik. Auch ein leichter Fleece-Pullover sollte dabei sein.

4. Gefahren meiden Passen Sie Ihre Tour an die eigene Kondition an. Niemals den markierten Weg verlassen. Bei Gefahr oder Wetterverschlechterung die Tour rechtzeitig abbrechen.

Tipp: alpannonia® Herbstwanderwoche So. 2. bis Sa. 8. Oktober 2011 – geführte Tour von Bad Tatzmannsdorf aus, nähere Infos: www.bad.tatzmannsdorf.at

alpannonia® Winter-Wandertipp: Willersdorfer Schlucht alpannonia® ist der Weitwanderweg für Genusswanderer. Im Winter kann man hier kleine Etappen planen, wie zum Beispiel eine Wanderung durch die Willersdorfer Schlucht. Sie beginnt bei Gschaidt in Niederösterreich und reicht im Süden bis Willersdorf im Burgenland. Westlich schließt sie an das Joglland in der Steiermark an. Die Wege sind gut beschildert. In der Schlucht ist ein Naturlehrpfad angelegt. Über viele Brücken führt der Weg immer am Bach entlang und durch die Willersdorfer Schlucht. Vorüber geht es an der Valtlmühle (nicht mehr in Betrieb) zum Drei-Länder-Eck und dem Drei-Länder-Stein. Eine hübsche Wanderung durch eine liebliche und

friedliche Landschaft mit Blick ins weite Land. Länge: 16,5 km. Besonders schön ist hier das Wandern mit Schneeschuhen, vorausgesetzt es gibt Schnee. Auch eine Loipe gibt es hier. Schneeschuhwandern kann man übrigens auch im Naturpark Geschriebenstein bei Unterkohlstätten.

Auskunft über Herbst- und Wintertouren: Südburgenland Tourismus Region Oberwart – Bad Tatzmannsdorf 7400 Oberwart, Wiener Straße 2 Tel. +43(0)3352 317 61 www.suedburgenland.info www.alpannonia.at info@alpannonia.at

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Die Boarderin

Das Südburgenland hat von den guten Dingen immer die besten. So auch bei den Sportlern. Kaum zu glauben, aber hier gibt es im versteckten Sulz eine junge Weltklasse-Snowboarderin: Julia Dujmovits.

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ange, braune Haare, ein absolut durchtrainierter Körper, ein umwerfendes Lächeln – völlig relaxt, so sitzt sie einem gegenüber – die Julia. Nimmt dabei ab und zu einen Schluck Espresso – „ob das Sportler auch dürfen?“ – „ ja, sicher, aber ich achte schon darauf, was ich esse“, plaudert sie frei von der Leber weg. Sie ist eine waschechte Südburgenländerin, in Sulz aufgewachsen, zur Volksschule in Gerersdorf gegangen und dann weiter in die Sporthauptschule und das Gymnasium Güssing. Und heute? Ist Julia Dujmovits eine WeltklasseSnowboarderin. Ihr Talent gefördert hat neben ihrer Familie vor allem die Schule in Güssing. So bekam sie immer frei für ihr Training sowie für Wettkämpfe, „wenn die Noten stimmten“. Die wichtige Stütze dabei war Mag. Robert Antoni – zu der Zeit Snowboardreferent im Burgenland und Lehrer am Gymnasium. „Er koordinierte das Training, sprach mit dem Direktor, stimmte Schularbeiten ab und ist Obmann des Vereins ‚Red Hot Chilli Güssing‘, über den ich zum Snowboarden gekommen bin und für den ich heute noch starte. Seit der Saison 2010/11 ist er wieder für mein Konditionstraining zuständig und er ist jemand, der mir immer mit viel Motivation zur Seite steht“, erzählt Julia.

Schöne Kindheit am Land Ihre Kindheit in Sulz hätte sie sich nicht anders vorstellen können, „auf keinen

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tipp

Fall wäre ich gerne in einer Großstadt groß geworden, das möchte ich für ­meine Kinder auch nicht“. Aber bis dahin ist noch ein bisschen Zeit. Denn die Saison 2010/11 war für Julia ihre beste Weltcupsaison bisher: Gesamtparallelwertung 6. Platz, sieben Mal Top 10 im Weltcup, davon zwei Podestplätze und zwei 10. Plätze bei der WM in La Molina plus Staatsmeisterin. „Es war seit Jahren meine erste verletzungsfreie Saison. Zwei Kreuzbandrisse, Knöchelbruch, Bänderrisse im Sprunggelenk und eine Kopfverletzung haben mich in den letzten Jahren immer wieder zurückgeworfen.“ Doch Julia ist ehrgeizig und eine Kämpferin. So möchte sie unter die Top vier in der Gesamtwertung der Weltspitze kommen. Übrigens für alle Skifahrer: Julia be­ strei­­tet die Disziplinen Parallelslalom und Parallelriesenslalom – diese gibt es auch im Snowboardsport. In ihrer Freizeit macht sie schon mal ab und zu Freestyle. Aber die ist spärlich, denn ­Julia lebt für ihren Sport. Das zeigt schon der Inhalt ihres Kofferraumes. „Ich weiß, es sieht aus, als würde ich zwei Wochen auf Urlaub fahren. Aber ich habe immer alles mit, von den Inlineskates bis zur Slackline. Letztere brauche ich, um mein Gleichgewicht zu trainieren, und zwei Bäume, um sie zu befestigen, finden sich überall“, lacht sie. Zurzeit trainiert sie ca. 20 Stunden die Woche: Ausdauer- und Krafttraining.

Zum Relaxen nach Hause Die Sportbegeisterung liegt in der Familie. „Als Kinder haben wir alles gemacht – von Basketball, Volleyball bis Fußball. Bis 12 Jahre habe ich wahnsinnig gerne im Ort mit den Jungs Fußball gespielt

und dann ist es ja schon losgegangen mit dem Training und den Reisen.“ Jetzt kommt noch ihr Studium dazu, natürlich Sport. Und die Saison, die hat es in sich, erstreckt sie sich doch von August bis Ende März, dazwischen wird trainiert, überall auf der Welt. Diesen Sommer geht es zum Konditionstraining nach Hawaii. Das klingt abenteuerlich. „Reisen tue ich schon gerne, aber genauso gerne komme ich nach Hause nach Sulz.“ Denn nirgendwo sonst kann sie sich so wunderbar entspannen. Was sie hier liebt? „Meine Familie, die Natur und die Ruhe.“ Da kann es dann schon passieren, dass man Julia im Wald beim Joggen begegnet. Das tut sie hier am liebsten ganz entspannt ohne Druck und Pulsuhr.

Ein bisserl verrückt Julia ist dann gerne auch mit ihren Brüdern unterwegs. So macht sie mit dem Größeren „einfach so“ ganz verrückte Sachen. „Letztes Jahr haben wir uns auf die Mountainbikes gesetzt und sind bis nach Salzburg geradelt. Mit Umwegen waren wir zehn Tage unterwegs.“ Julias Brüder sind ihre treuesten Fans, sie unterstützen sie, wo es nur geht, genauso wie ihre Eltern. Durch ihren Cousin kam sie auch zum Snowboarden. „Ja, jeder fragt das, wie ausgerechnet eine Südburgenländerin dazu kommt, denn normalerweise kommen alle Alpinsportler aus dem Westen. Bei mir war das ganz einfach: Skifahren habe ich mit 5 Jahren gelernt. Mein Cousin fuhr Snowboard. Das wollte ich natürlich auch! Mit neun Jahren gab es dann das erste Snowboard. Das erste Rennen bin ich mit elf Jahren gefahren.“ So einfach ist das.

Wintersport in Kukmirn

In Kukmrin kann man wunderbar Carven lernen. Schon Julias Bruder hat es hier als echter Südburgenländer gelernt. Der Calvados-Hang in Kukmirn ist nicht auf echten Schnee angewiesen. Schneekanonen sorgen für ein optimales Wintervergnügen. Mit dem Schlepplift erreicht man das übersichtliche Skigebiet am Zellenberg. Große und kleine Pistenflitzer tummeln sich mit Begeisterung hier im Schnee. Und das auch zu später Stunde, denn es gibt eine Flutlichtanlage. www.kukmirn.at

Steckbrief Julia Dujmovits Geburtsdatum: 12.06.1987 ÖSV Trainer: Felix Stadler, Bernd Krug Konditionstrainer: Mag. Robert Antoni Hobbys: Snowboarden, Surfen, Reisen, Studieren, Fallschirmspringen Lieblingsplätze: daheim zum Relaxen, Las Vegas, Neuseeland, Bali, Sulz City Steht auf selbstgemachte Salzstangerl von der Oma, Pizza, aber nur wenn sie in Italien ist, und Sushi. Würde gerne öfters ohne Wecker aufwachen (kommt leider nicht oft vor). Entspannt am besten beim Joggen im Wald in der Nähe von Sulz. Fährt einen Skoda Octavia Scout, der immer voll mit Sportutensilien ist. Mag gerne ausgefallene Sachen, „die nicht jeder hat“.

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NATUR & BRAUCHTUM

Echt nachhaltig

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Wenn im Osten der Gashahn abgedreht wird, regt das in der Stadt Güssing im Südburgenland niemanden auf. Denn hier hat man früh auf erneuerbare Energien ­gesetzt und ist heute fast ganz unabhängig. Die Energiekrise lässt die Güssinger kalt. Schon lange nicht mehr müssen sich die Bewohner Gedanken über die Ölpreise machen, um ihre Häuser zu heizen. Das Biomasse-Fernheizwerk Güssing deckt mehr als 85 % des jährlichen Gesamtwärmebedarfes der Stadt ab, wobei vor allem die Betriebe

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ingebettet im sanften Hügelland am Fuße einer geschichtsträchtigen Burg liegt Güssing. Die kleine Stadt mit ihren ca. 4.000 Einwohnern hat etwas Südländisches an sich – Kaffeehäuser reihen sich aneinander, die Menschen sitzen, plaudern, lesen Zeitung. Das milde pannonische Klima und die reizvolle Lage machen Güssing zu einem liebenswerten Ort mit hoher Lebensqualität. Doch wer glaubt, dass es hier nur beschaulich zugeht, irrt. Denn oft bekommt ­Güssing hohen Besuch. Aus ganz Österreich, Europa, USA, Russland, China, Japan und auch aus Afrika kommen Delegationen zu Besuch, um die Ökoenergie-Demonstrationsanlagen in Güssing zu besichtigen. So tummelten sich hier vor kurzem 80 Botschafter von Albanien bis Zimbabwe. Denn Güssing hat mit dem Konzept der absoluten Energieautarkie einen inter-

große Wärmeabnehmer sind. Seit dem Jahr 2001 wird in Güssing auch Strom aus Biomasse erzeugt. Entwickelt wurde dieses neue Verfahren an der Technischen Universität Wien. Güssing ist mittlerweile weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt für seine Quellen der erneuerbaren Energie.

nationalen Ruf erreicht. Zu Beginn der 1990er Jahre stand der Entschluss fest, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu reduzieren und gleichzeitig die schwache Wirtschaftsstruktur zu stärken, indem man lokale Ressourcen für die Abdeckung des Energiebedarfes nutzt. Einer der Initiatoren damals war Peter Vadasz, Bürgermeister von Güssing. Er erkannte, welches Potenzial in nachhaltiger Energiegewinnung lag und liegt und holte die richtigen Menschen hierher. Gemeinsam mit Ing. Reinhard Koch vom EEE und Univ. Prof. Hermann Hofbauer von der TU Wien begann man das Projekt umzusetzen. Güssing ist damit zu einem national und international bedeutenden Standort für die Forschung im Bereich erneuerbarer Energie geworden. Nicht nur Arnold Schwarzenegger sieht dies so. „Die ganze Welt müsste Güssing werden“, meinte er.

Wo Sie das Symbol des grünen Tropfens sehen, können Sie beruhigt Urlaub machen. Denn hier wird nachhaltig Energie gewonnen. Mittlerweile sind elf Gemeinden rund um Güssing mit dabei. Die Projekte werden auch für einzelne Haushalte zunehmend intere­ssanter. Informieren Sie sich unter: Stadt Güssing, 7540 Güssing, Hauptplatz 7 Tel. + 43(0)3322 44003 oder + 43(0)3326 52052 www.guessing.co.at www.eee-info.net tourismus.guessing@aon.at IDYLLE Südburgenland

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NATUR & BRAUCHTUM

Äpfel aus dem Paradies Herbstzeit ist Apfelzeit. Die wird im Südburgenland besonders zelebriert. Hier gibt es noch viel Gutes aus hiesigen Äpfeln.

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ie reifen Äpfel hängen an den Ästen, auf der Wiese tummeln sich Hummeln, Bienen und Schmetterlinge in der Herbstsonne. Die Apfelwiesen im Südburgenland sind ein Paradies und ein wichtiger Lebensraum für viele Tiere sowie für das Südburgenland typisch. Die Obstwiesen sind Oasen, hier fühlen sich Igel und Libelle, seltene Pflanzen und Stauden wohl. Neben den Plantagen finden sich auch oft noch Streuobstwiesen. Hier gibt es noch alte, köstlich s­ chmeckende Apfelsorten. Strenge Bestimmungen über Form, Größe und Farbe des Obstes und der Bedarf an großen Liefermengen haben alte Apfelsorten in den vergangenen Jahrzehnten aus den Regalen der ­Lebensmittelmärkte gedrängt. Wer kennt heute noch Rosenäpfel und Borsdorfer, Reinetten und Bohnäpfel? 38 I

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Pflege alter Sorten

Vitaminbombe Apfel

Die alten Apfelsorten findet man je­doch wieder verstärkt im Südburgenland – sie sind gesund und ein köstlicher Teil der Landschaft, in der sie wachsen. Im Südburgenland haben deshalb Apfelgerichte wie der Apfelschlankl oder Säfte, Brände und Most eine lange Tradition. In ihnen schmeckt man ein Stück Südburgenland.

„An apple a day keeps the doctor away“ heißt es im angloamerikanischen Sprachraum. Da ist wirklich etwas dran. Über 30 Vitamine und Spurenelemente, wertvolle Mineralstoffe wie Phosphor, Kalzium, Magnesium oder Eisen trägt ein Apfel in und unter seiner Schale. Die meisten von ihnen sitzen übrigens in der Schale oder unmittelbar darunter, weswegen Sie zumindest bei ungespritzten Früchten aufs Schälen verzichten sollten. Ein Apfel hat nur rund 60 Kilokalorien und besteht zu 85 Prozent aus Wasser. Übrigens: Äpfel von Streuobstwiesen haben einen höheren Vitamin- und Mineralstoffgehalt als Äpfel aus dem Supermarkt. Beißen Sie deshalb kräftig zu, wenn Sie das nächste Mal auf Urlaub im Südburgenland sind.


Apfelsaft

Apfelmost

Apfelbrand

Das beliebteste aus dem Apfel hergestellte Produkt ist der Saft. Man presst Äpfel und gewinnt daraus Saft – so einfach lautet die Definition zur Herstellung. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht, denn im Südburgenland gibt es ganz unterschiedliche Apfelsäfte, naturtrüb oder klar, und auch auf die Apfelsorten kommt es an. So schmeckt der naturtrübe Apfelsaft meist auch natürlicher und kräftiger als der schwebstofffreie klare Saft. Gesund sind beide, so wie ein Apfel am Tag. Denn in einer Studie konnte nachgewiesen werden, dass der tägliche Genuss von Apfelsaft das Risiko an Krebs zu erkranken, erheblich senken kann. Also: Ran an den Saft!

Fast vergessen erlebt der Most wieder einen neuen Höhenflug und wird immer mehr zu einem trendigen Getränk. Im Südburgenland wird besonderer Most gebraut. Im südlichsten Zipfel des Burgenlandes liegt die Marktgemeinde Neuhaus am Klausenbach. Hier lohnt es sich, den Most zu verkosten. Der Verein „Mostidylle Südburgenland“ betreibt seit 2005 in der Gemeinde eine Obstdatenbank, welche einzigartig ist.

Kukmirn wird nicht umsonst das brennende Dorf genannt. Das Schnapsbrennmonopol stammt noch aus der Zeit Maria Theresias. In zahlreichen Gasthäusern, Restaurants, Haubenlokalen, Hotels, Feinkostläden und Vinotheken in ganz Europa gibt es ausgezeichnete und prämierte Qualitätsbrände aus Kukmirn. Das südburgenländische Apfeldorf liegt in einer landschaftlich reizvollen Kesselanlage. Verwöhnt vom pannonischen Klima wachsen hier tausende Kern- und Steinobstbäume. Sehenswert in jedem Fall: das Schnapsmuseum in Neusiedl bei Güssing. Man kann sich dort auch selbst als Brennmeister versuchen.

Der trocken ausgebaute Most passt wunderbar zur deftigen Jause und zu Frischkäse, halbtrocken harmoniert er mit Vorspeisen, Geflügel, Salaten und Schnittkäse. Lieblich ausgebaute Moste passen als Aperitif oder zu Süßspeisen.

Apfelschlankl – Süßes vom Apfel Zutaten: 450 g Mürbteig, 60 g Äpfel (säuerlich, geschält, entkernt), 150 g Staubzucker, 30 g Vanillezucker, 50 g Rosinen, 1/2 EL Zimt, 1 EL Rum, Saft von 1 Zitrone, 1 Ei zum Bestreichen, Staubzucker zum Bestreuen. Zutaten für den Mürbteig: 1/2 kg Mehl glatt, 200 g Staubzucker, 230 g Butter, 2 Eier, 1 EL Vanillezucker, Schale von einer halben Zitrone – gerieben, Prise Salz.

Zubereitung Mürbteig: Alle Zutaten in einer Rührschüssel rasch verkneten. Der Teig ist sehr wärmeempfindlich, weshalb er nicht lange bearbeitet werden darf, da er sonst die Bindung verliert. Eine 3/4 Stunde im Kühlschrank rasten lassen. Für die Fülle: Äpfel in dünne Scheiben schneiden, mit Staubzucker, Vanille­

zucker, Zimt, Rum, Zitronensaft und Rosinen vermengen. In einer Pfanne oder Kasserole unter wiederholtem Rühren kernig dünsten, erkalten lassen. 1/3 des Mürbteiges auf 35 x 10 cm Größe ausrollen, auf ein Backblech legen, mit Ei bestreichen. Aus dem Mürbteig zwei 35 cm lange Rollen formen, diese an den äußeren Rändern aufsetzen, etwas andrücken. Den Teig einige Minuten hell an­ backen, Äpfel darauf gruppieren. Aus Restteig ein Gitter über die Äpfel legen, mit Ei bestreichen und im vorgeheizten Backrohr backen. Abgekühlt in 5 cm breite Streifen schneiden. Mit Staubzucker bestreuen. Backrohrtemperatur: 190 °C Backdauer: ca. 25 Minuten IDYLLE Südburgenland

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Die Gastgeber von morgen

Josef, 17

Wovon träumen die Newcomer der Tourismusbranche? Junge Schüler der Tourismusschule Oberwart, der Kaderschmiede junger Starköche und Hoteliers, über ihre Visionen vom Urlaub in der Zukunft.

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Träumt von: einem Restaurant auf einem ­Hügel, „mit viel Glas, einer eigenen Schauküche und einem traumhaften Ausblick. Die Lage muss exquisit sein, etwas abgelegen, aber gut erreichbar. Saisonale Wochen sollte es geben und ein Menü, das sich monatlich ändert. Jeder soll mir beim Kochen zusehen dürfen und vielleicht mache ich auch Kochseminare.“ Mag am liebsten: Chili con Carne „scharf, aber nicht zu scharf“ und kocht eben für sein Leben gerne. Sonst steht er auf Technik und Motoren und bastelt gerne daran herum. Möglicherweise erfindet er mal eine neue Küchenmaschine. Nach der Schule: wird er wahrscheinlich im elterlichen Betrieb einsteigen, einem Reisebüro und Busunternehmen. Hier will er vorwiegend auf Stammgäste setzen und diese ganz individuell betreuen. Wenn das läuft, denkt er daran seinen Traum zu verwirklichen.


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Karin, 17

Träumt von: einem eigenen Wellnessund Beautyhotel auf sehr persönliche Art. „Ich könnte mir vorstellen, einen alten Hof umzubauen. Heimelig sollte es schon sein, mit einer ganz persönlichen Note, verbunden mit Modernem.“ Ihre Gäste hätten wahrscheinlich jeder einen eigenen Butler, wie in einem Fünf-Sterne-Haus. Mag am liebsten: Kochen, vor allem scharfe Sachen mit viel Tabasco und Chili. Zu Hause züchtet sie im Beet ihre eigenen Gewürze. Nach der Schule: will sie „auf einem Schiff arbeiten, nach Australien oder Spanien“. Dann würde sie aber schon wieder zurückkommen, um das neu Gelernte mit dem Südburgenländischen zu verbinden. 2

Hanna Mira, 17

Träumt von: Kongressen auf gehobe­ nem Niveau. Schon von klein auf hat Hanna Mira das Organisieren im Blut. Das kommt nicht von ungefähr, denn Hanna Miras Papa ist Arzt und deshalb kennt sie nur zu gut die Kongresse, auf denen er weltweit unterwegs ist. Sie könnte sich durchaus auch vorstellen, dass es einen großen Ärztekongress, so wie in Grado, auch mal im Südburgenland geben könnte. „Es gibt reichlich Events, die man um einen Kongress ranken könnte, vom Abendessen auf der Burg Güssing über eine Wein­verkostung bis zum Golf Charity Turnier für Mediziner.“ Ideen hat Hanna Mira reichlich, nur das „richtige Hotel“ dazu fehlt ihr noch. Mag am liebsten: Alkoholfreie Cocktails, Freunde treffen, Laufen und eben

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immer gut organisiert sein. Nach der Schule: will sie auf alle Fälle nach Irland – um neue Eindrücke zu bekommen, danach soll es ab auf ein College für Eventmanagement gehen. 3

Matthias, 18

Träumt von: einer kreativen Karriere im Tourismus. So könnte er sich vorstellen, Werbung für Regionen zu machen und diesen mit Facebook und Apps über die Region, wo der Gast hin möchte, einen neuen Touch zu geben. Oder ganz einfach ein Netzwerk von touristischen Partner­ betrieben aufbauen. Mag am liebsten: kreative Dinge, so kocht er auch ein wenig wie Jamie Oliver. Gelernt hat er es im elterlichen Betrieb, einem Gasthof in Bernstein. Dort führte ihn seine Tante in die Kochkunst ein. „Sie schafft es immer, Bodenständiges mit Neuem zu verbinden. Das ist inspirierend.“ So arbeitet sie nach dem Prinzip der drei Gewürze des Südburgenlandes (Knoblauch, Paprika und Zwiebel). Matthias malt „abstrakt“ und als angehender Werber macht er auch schon mal Werbefolder fürs elterliche Gasthaus. Nach der Schule: will er „für ein Jahr nach Amerika oder London“, um dort kreative Luft zu schnuppern.

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Die Kaderschmiede für zukünftige Gastgeber Höhere Bundeslehranstalt für Tourismus 7400 Oberwart, Badgasse 5 Tel. +43(0)3352 344 14 www.mptw.ac.at tourismus@mptw.ac.at Auf der ganzen Welt verstreut sind die Absolventen der Tourismusschule Oberwart zu finden, vom Manager der Crystal Cruises in Los Angeles bis zum kleinen authentischen Familienbetrieb in ganz Österreich. Von überall her kommen hier Schüler, um zu studieren. Die Schule bietet neben einer fundierten Allgemeinbildung spezielles Wissen in der Kochkunst, der Weinkultur, der Erstellung von Tourismuskonzepten, einer kaufmännischen Ausbildung für Touristiker und vieles mehr. So müssen die Jungstars der Branche Praxisluft in unterschiedlichen in- und ausländischen Tourismusbetrieben schnuppern. Es gibt eine fünfjährige Ausbildung zum Tourismusmanager mit Matura und eine dreijährige Hotelfachschule.

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NATUR & BRAUCHTUM

Schick & bodenständig

Der südburgenländische Winzeranzug ist eine junge Tracht. Sie symbolisiert das Leben und die Seele der Menschen hier. Dass Tracht nicht altmodisch ist, zeigt diese Kombination mit lässigen Jeans.

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Kroatische Tracht: Viele Orte im Südburgenland sind von Kroaten besiedelt. Sie pflegen noch ihre Traditionen.

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racht hat wieder Saison. Geschnürte Dirndl und Anzüge aus Loden erleben eine Art Revival. „Die Menschen wollen sich wieder mit einem Stück Heimat identifizieren. Außerdem ist man mit einer Tracht immer gut angezogen“, weiß Pop-Shop-Chef Georg Popofsits. In seinem Geschäft in Stegersbach gibt es den neuen südburgenländischen Winzeranzug zu kaufen und sonst

Die ungarische Volkstracht (hier von der Volkstanzgruppe Virgonc aus Unterwart) kann man im Südburgenland aufgrund der Grenznähe noch bewundern.

Das Rechnitzer Dirndl in traditionellem Blaudruck freut sich über seine Auferstehung. Die Damen des Ortes haben es wiederbelebt.

noch so einiges, was das Herz begehrt. Der südburgenländische Winzeranzug ist eine junge Tracht. Initiiert wurde sie vom Winzerverein-Obmann Hans Stangl. In ihr spiegelt sich das Winzerleben wider. Die Linie designt hat die Trachtenexpertin Elfi Maisetschlager, produziert wird beim Unternehmen Lodenfrey. Der Janker entpuppte sich bereits als Verkaufsschlager, er wurde 150 Mal verkauft. Demnächst soll

es auch ein Winzerdirndl für Damen geben. Trachten haben im Burgenland eine besondere Tradition. Aufgrund der unterschiedlichen Kulturen finden sich hier kroatische und auch ungarische Trachten, neben denen der kleinen Orte. Nun haben auch die Damen in Rechnitz ihr Dirndl wiederentdeckt. Sie nähen es selbst, der Stoff dazu ist im Blaudruck gefertigt. So kommt hier ein Stück Heimat zum Tragen.

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Pop-Shop Popofsits Stegersbach

Den südburgenländischen Winzeranzug gibt es exklusiv nur im Pop-Shop Popofsits in Stegersbach zu kaufen. Das Traditionsmodehaus wurde vor 125 Jahren gegründet und hat sich neben Anlass- und Freizeitmode für den Herren auf Trachten spezialisiert. Bekannt ist das Modehaus auch für seine italienische Designermode für Damen und sein einzigartiges Service. So sind Maßanpassungen im PopShop in Stegersbach kostenlos.

Pop-Shop Popofsits 7551 Stegersbach, Wiener Straße 23 Tel. +43(0)3326 526 56-0 www.pop-shop.at popshop@gmx.at Öffnungszeiten: Mo–Do: 8.30–12.00, 14.30–18.00 Uhr Fr: 8.30–12.00, 14.30–18.30 Uhr Sa: 8.30–12.30 Uhr, jeden ersten Samstag im Monat: 8.30–17.00 Uhr IDYLLE Südburgenland

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NATUR & BRAUCHTUM

90

Jahre

Ein Land, das eigentlich keines war. Ein Land der Auswanderer, ein Land ohne ­politische Tradition – das Burgenland wird heuer 90. Auf der Suche nach der burgenländischen Seele sollte man sich in die kleinen Dörfer begeben.

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roaten, Ungarn, Deutsche, Roma, Sinti – Volksgruppen gibt es hier viele. Wie ein buntes Mosaik wurden sie zusammengewürfelt. „Die Kroaten sollten die zerstörten Gebiete nach den Türkenkriegen wieder aufbauen“, erklärt Prof. Dr. Walter Dujmovits. Der Historiker beschäftigt sich seit Jahren mit der Geschichte seines Landes, das bis 1921 eigentlich keines war. „Was zu Österreich kam, wurde zwar als Burgenland bezeichnet, aber unser Gebiet war vorher nie eine verwaltungsmäßige Einheit gewesen. Es war ein Land ohne Namen, ohne Grenzen, eher leidendes Objekt als handelndes Subjekt seiner Geschichte. Es war der westliche Teil von vier ungarischen Komitaten. In seiner 90-jährigen Geschichte hat es einen oftmaligen Wechsel der Staatsund Landeszugehörigkeit gegeben.

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Stabilität und Verankerung haben die Menschen nur im eigenen Dorf gefunden. „Das Burgenland bestand und besteht noch heute aus der Kraft seiner Dörfer“, so Dujmovits über die burgenländische Seele.

Hartes Leben 1921 kam das Burgenland zum damals jungen, kleinen und von Kriegswirren gebeutelten Österreich. Es war eine hochpolitische Entscheidung, diesen Grenzstreifen dem Staat Österreich zuzusprechen. Damals hatten die neu entstandenen slawischen Staaten (Polen, Tschechoslowakei, Jugoslawien) großes Interesse an einer durchgehen­ den Grenze gegenüber den Nachbar­ staaten Deutschland, Österreich und Italien. Das Leben im damaligen Bur­ genland war auch alles andere als ein Honiglecken. Walter Dujmovits hat die

30er Jahre des letzten Jahrhunderts schon zum Teil selbst erlebt. Er ist ein „waschechter“ Burgenländer. Sein Vater war Kroate, seine Mutter Deutsche, seine Frau stammt aus Unterwart und hat Ungarisch als Muttersprache. Alle Volksgruppen in der Familie sind im Burgenland seit Jahrhunderten boden­ ständig. Gesprochen wurde in der Groß­familie deutsch, kroatisch, unga­ risch und bei den zahlreichen Verwandten in Amerika auch englisch. Einige ungarische Begriffe sind auch heute noch im Burgenland allgegenwärtig. Dr. Walter Dujmovits: „Wörter, wie ‚baci‘ für Onkel oder ‚banda‘ für Musikkapelle und manche Vornamen sind erhalten geblieben.“ Und das Bur­ genland heute? Es lebt vor allem von Gästen, die hierher kommen, um die einzigartige Natur und ein Stück der burgenländischen Seele zu erleben.


Das Burgenland einst: Das Leben war hart im Land, das eigentlich nie eines war, und 1938 plötzlich von der Bildfläche verschwand, um 1945 wieder aufzuerstehen.

Das Hianzenland

Kriegs- und Nachkriegszeit

Die Deutschen, die hier gelebt haben, haben sich selbst „Hianzen“ bzw. „Heinzen“ genannt. Sie sprachen einen eigenen Dialekt, der noch heute gepflegt wird. Auch Maria Theresia hat „gehianzt“. Daher wurde von einigen Leuten „Heinzenland“ als Landesname vorgeschlagen.

Im Jahre 1938 verschwand mit Österreich auch das Burgenland von der Landkarte, 1945 ist es als Bundesland wiedererstanden.

Der Name Der Name „Burgenland“ hat eigentlich nichts mit Burgen zu tun. Er erinnert daran, dass das Land aus den westlichen Teilen von vier ungarischen Komitaten zusammengesetzt wurde: Pressburg, Wieselburg, Ödenburg und Eisenburg. Daher war damals auch der Name „Vierburgenland“ vorgeschlagen worden. Später ließ man das Zahlwort einfach weg und beließ es bei „Burgenland“. Übrigens: Keine dieser Städte gehört heute zum Burgenland.

Die Hauptstadt Bis 1925 war Bad Sauerbrunn provisorischer Sitz der Landes­ regierung. Danach hatten sich dafür Pinkafeld, Eisenstadt und Sauerbrunn beworben. Detail am Rande: Bis zur neuen Landesverfassung 1982 war Eisenstadt nur „Sitz der Landes­ verwaltung“. Dann erst wurde es offiziell „Landeshauptstadt“.

Die Brücke von Andau Im Herbst 1956 flüchteten zehntausende Ungarn nach der Niederschlagung des ungarischen Volksaufstandes über die Grenze zum Burgenland in den Westen. Die Brücke von Andau wurde das Symbol dieser Flucht.

Fall des Eisernen Vorhangs Der Eiserne Vorhang fiel 1989. Am 27. Juni 1989 schnitten die Außenminister Österreichs und Ungarns, Alois Mock und Gyula Horn, mit Drahtscheren den Stacheldrahtzaun symbolisch durch.

Die Auswanderung Ab 1850 hat die große Auswanderung der Burgenländer nach Amerika begonnen. Mehr als 50.000 Menschen haben für immer ihre Heimat verlassen. Die Auswanderer der ersten Jahrzehnte zogen weit bis in den mittleren Westen bis zur Indianergrenze. Später siedelten sich die Burgenländer vor allem in den neu entstandenen Industriegebieten des Ostens, in Städten wie Chicago, New York oder dem Bundesstaat Pennsylvania an.

Das Burgenland heute hat viele Geschichten zu erzählen. Bild: Geschichtenhaus in Bildein.

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Burgenland erleben

„90 Jahre – 90 Geschichten“ im Burgenländischen Landesmuseum. Die Schau läuft bis 18. Dezember. www.burgenland.at 27. November, voraussichtlich 11 Uhr, „Burgenland-Jubiläumsgala“ in der Messehalle Oberwart. www.burgenland.at Auswanderermuseum in Güssing: Die Geschichte der Amerikaauswanderung sowie das Leben der Burgen­ länder in Amerika ist hier anhand von persönlichen Gegenständen dokumentiert. Alte Hofmühle 7540 Güssing, Stremtalstraße 2 Tel. +43(0)3322 425 98 IDYLLE Südburgenland

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Advent, Advent

Advent im Südburgenland

Advent erleben: Besonders stimmungsvoll der Adventmarkt in Bad Tatzmannsdorf.

Der Duft von Punsch und gebratenen Maroni liegt in der Luft. Die stillste Zeit im Jahr wird im südlichen Burgenland immer mit besonderer Tradition begangen. Romantische Christkindlmärkte in vielen Orten erwecken die Vorfreude auf das Weihnachtsfest, nicht nur Kinderherzen schlagen dann höher. Besonders romantisch ist der Adventzauber auf der Burg Güssing und in Bad Tatzmannsdorf.

Lichtermeer in Spitzzicken

Einmalige Weihnachtsbeleuchtung in „Klein Las Vegas“ (Spitzzicken) im Südburgenland.

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IDYLLE Südburgenland

In der deutsch-kroatischen Ortschaft Spitzzicken im südlichen Burgenland rüstet man sich schon lange vor dem ersten Advent für das große Fest. Es wird geschmückt und Lichterketten werden überall angebracht. Ganz Spitzzicken erstrahlt zu Weihnachten in einem einzigartigen Lichtermeer, das man gesehen haben muss. Manche finden es kitschig, andere einfach schön. Über Geschmack oder Tradition lässt sich streiten, in jedem Fall geht von dem Ort eine besondere Stimmung aus. So kommen die Besucher von überall her, um Spitzzicken im weihnachtlichen Glanz sehen zu können. Das sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.

Adventmärkte im Südburgenland Bad Tatzmannsdorf Der Bad Tatzmannsdorfer Adventmarkt findet am 3. und 4. Dezember an mehreren Schauplätzen statt. Infos auf: www.programmkalender.at Stadtschlaining Mittelalterlicher Christkindlmarkt Stadtschlaining am 4. Dezember. Oberwart Oberwarter Christkindlmarkt im Kulturpark vom 15. bis 18. Dezember. Güssing Der Güssinger Adventmarkt findet am 25. November, 2., 3., 8., 9., 10., 16. und 17. Dezember statt. Die Burg Güssing ist am 4. Dezember ab 14 Uhr Ort eines mystischen Advents. Jennersdorf Adventzauber in Jennersdorf gibt es am 26. November, 2. bis 4., 8. bis 11., 16. bis 18. und am 23. Dezember am Rathausplatz in Jennersdorf. Windisch Minihof 27. November, 4., 8. und 11. Dezember jeweils 14 bis 18 Uhr KunsthandwerkMarkt in der Jost-Mühle in Windisch Minihof. Infos unter Tel. +43(0)664 533 26 22


Sonne für die Seele schenken tipp Die schönste Zeit im Jahr

Wenn es draußen frostig und hektisch ist, dann wird es im Gesundheits­ Ressort in Bad Tatzmannsdorf gemütlich und Geborgenheit wird spürbar. Eindrucksvolle Ausflugsfahrten zum geschichtsträchtigen Schlösslberg in Mogersdorf und zu traditionsreichen Christkindlmärkten in Hartberg und Mariazell stehen am Programm. Zudem bereichern romantische Fackelwanderungen, Klangreisen, weihnachtliche Konzerte, festliche Gaumenfreuden und noch vieles mehr den stimmungsvollen Thermenurlaub von Advent bis Neujahr. GesundheitsRessort Bad Tatzmannsdorf 7431 Bad Tatzmannsdorf Tel. + 43(0)3353 89 40-7166 www.gesundheitsressort.at info@gesundheitsressort.at Zauberhafter Advent: ab 20. November Besinnliche Weihnachten: 18. bis 25. Dezember Stimmungsvolle Jahreswende: 30. Dezember bis 6. Jänner.

Das richtige Geschenk zu finden, wird immer schwieriger. Warum schenken Sie nicht einfach schöne Stunden im Burgenland? Mit den Gutscheinen im Wert von € 10 und € 20 in der Geschenkbox schenken Sie das gesamte faszinierende Angebot des Burgenlandes (ca. 200 Einlösestellen). Von Thermeneintritten bis zu Hotelaufenthalten, von unvergesslichen Sportfreuden bis zu kulinarischen Erlebnissen in Haubenlokalen oder regional-typischen Gast­höfen, von kulturellen Highlights bis zu attraktiven Shopping-Angeboten, von Kaffeehäusern bis Vinotheken – alles ist möglich.

SC H E N K E N S IE D IE F AS Z IN IE R E N D E VI E LF ALT D E S BU R G E N LAN D E S Bestellen Sie online: www.suedburgenland.info oder rufen Sie uns an: +43(0)3352 313 13-0 Gerne schicken wir Ihnen die Gutscheine per Post österreichweit zu (zuzüglich Versandkosten). Oder kommen Sie zu uns ins Büro: Mittel- und Südburgenland Tourismus GmbH, 7400 Oberwart, Waldmüllergasse 2-4, sowie in allen Filialen der Bank Burgenland.


Burgenländische Logik: Wein ist Wein und Geld ist Geld. Und für beides braucht man die richtige Nase. Langjährige Erfahrung und umfassendes Know-how unserer Bankberater macht sie nicht nur zu idealen Ansprechpartnern für all Ihre Geldgeschäfte, sondern verschafft ihnen auch das Gespür für Entwicklungen am Finanzmarkt. Damit Sie sich beim Thema Veranlagung beruhigt zurücklehnen können, sprechen Sie am besten mit uns! bank-bgld.at/sparen

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Mittel- und Südburgenland Tourismus GmbH A-7400 Oberwart, Waldmüllergasse 2–4 Tel. +43(0)3352 313 13-0, Fax: DW 20 www.suedburgenland.info info@suedburgenland.info

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Idylle - Herbst-Winter 2011/2012  

Das Urlaubsmagazin des Südburgenlandes

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