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PREVIEW


Dieses Projekt wurde mit Unterstützung aus Mitteln des Fonds Soziokultur und der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.


→ www.phase0.org


Danksagung Eine Idee lebt von ihren Unterstützern und Unterstützerinnen. PHASE 0 wäre ohne die Hingabe, das Geld, die Leidenschaft dieser Menschen nicht möglich gewesen. Wir danken ihnen von Herzen.

Andrea Weiss ⁄ Annika Esser ⁄ Antonia Jenner ⁄ Barbara Schmidt ⁄ Bernd Volker ⁄  Bob Massarczyk ⁄ Christina Förster (Grafische Werkstätten Zittau) ⁄ Christoph v. Braun ⁄  Cinzia Pagano ⁄ Claudius Siebel ⁄ Conrad Schneider ⁄ Cornelius Häschel ⁄ Daniel Sauer ⁄  Dietmar Keil ⁄ Enrico Merker ⁄ Hanna-Luise Lippold ⁄ Helmar Trompelt ⁄ Holger John ⁄  Jana Lübeck ⁄ Kai Dechert (Decent Network) ⁄ Kerstin Stöcker ⁄ Klaus Farin ⁄  Klaus Kussauer ⁄ Marcus Tschaut ⁄ Markus Lippold ⁄ Martin Ludenia (ML Eventainment) ⁄  Martin Pleiß ⁄ Matthias Riesterer ⁄ Maxi Kretzschmar ⁄ Mehrgenerationenhaus Berlin Kreuzberg - Nachbarschaftshaus Centrum e.V. ⁄ Michael Lippold (STYLEJUNKIES) ⁄  Robert Winkler ⁄ Roland Merker (Baudienstleistungen Apelt) ⁄ Ruben Pfizenmaier ⁄  Sebastian Kubasch ⁄ Susanne Janetzki ⁄ Thomas Dumke ⁄ Tobias J. Knoblich ⁄  Ulrike Janetzki ⁄ Ute Janetzki und allen hier vergessenen Helferinnen und Helfern, Partnern sowie Unterstützerinnen und Unterstützern unserer Crowdfundingaktion auf visionbakery.de

Mit freundlicher Unterstützung von


VORWORT

How to make? How to use? How to start? Es ist unser erstes Mal. Wir haben es getan! Wir hatten die Idee und den festen Willen, dieses Buch zu machen, ohne je zuvor ein Buch herausgebracht zu haben. Wir haben durchgehalten. Wir haben es geschafft! Wir haben Partner gesucht und die richtigen Partner haben uns gefunden. Sie haben uns gefunden und sie haben uns unterstützt. Eine Gruppe von Projektemachenden hat sich zusammengefunden und sich dazu entschlossen, über ihre Erfahrungen zu berichten. Ein Jahr lang haben wir PHASE 0 mit den Akteuren gemeinsam entwickelt. Anstrengung und Freude spielten mit den gleichen Karten. Jetzt hast du es in der Hand! Dieses Buch ist voller Geschichten. Geschichten rund um das Anfangen und das Projekte-machen, das Scheitern und den Neubeginn; das Lernen, Erfahrung sammeln und Bessermachen. Projekte können auch schnell zum eigenen Leben werden, oder umgekehrt.

Diese Geschichten sind mit Tags ( A – G ) versehen. Damit wird kein Beitrag in eine Schublade gesteckt, sondern zu anderen in Verbindung gesetzt. Am Ende des Buches führen wir die wichtigsten Punkte und Themen zusammen und geben eine Anleitung zum Machen, Starten, Lostreten, Anfangen. Das ist nicht komplett, aber es ist unsere Idee, unsere Vorstellung. Von Menschen also, die schon einige Jahre im Feld der Praxis wühlen, aber dabei immer noch nicht alt geworden sind. Wir möchten den Lesespaß nicht mit gedruckten Tabellen verderben, die man doch am besten im Excel-Format herunterladen kann. Dieses Buch ist kein Handbuch, aber der Schlüssel zu allen handbuchähnlichen Hinweisen im Netz. Denn PHASE 0 ist mehr, PHASE 0 ist die Symbiose aus spannenden Projektideen und erhellenden Videobeiträgen, nützlichen Tools und Musterdokumenten, die auf dem Webportal → www.phase0.org zusammen finden. Ließ dieses Buch bei deiner Lieblingsmusik! Ließ es in der Frühlingssonne auf der Wiese im Park. Lies es, wenn es winterlich kalt ist, mach den Ofen an oder setz dich vor den Kamin im Café um die Ecke. Nimm es mit und lass dich entführen.

Starte, so starte; starte deine Action!


Inhalt


1. Einleitung

Einfach machen - über den Umgang mit Ideen

f o k u s F e s t i v a l 9

2. Von der Idee zum Kulturbetrieb

S i n n b u s 15

3. Tools, Kommunikation und einmal etwas richtig GroSSes machen

l a p a m p a F e s t i v a l 31

4. Lohnt sich die Aufmerksamkeit? Netzwerken, Mitmachen, öffentlich sein

D i n g f a b r i k 51

5. Eine ungeschönte Darstellung von Nerds und Chaos

m a c h i n a e X 65

6. D.I.Y. und Stadtentwicklung

Mit urbaner Kunst Freiräume schaffen

Z o n e n k i n d e r C o l l e c t i v e 93

7. Problembekämpfung in letzter Sekunde

S i l e n t C l i m a t e P a r a d e 107

8. Über den Wolken oder Scheitern auf hohem NiveaU

E n d P i l o t F e s t i v a l 127

Nachwort

K l a u s F a r i n v o m A r c h i v d e r J u g e n d k u l t u r e n 147

Glossar

160


1 Einleitung

EInfach machen

端ber den Umgang mit ideen F ok u s fest i va l


»Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu handeln: erstens durch Nachdenken, das ist der edelste; zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste; und drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste.« Konfuzius

Wir haben es getan. Und wir sind auf dem Weg.

Egal, ob als Architekt, Programmierer, Seefahrer, Pilot oder Komponist. Uns alle verbindet so ein Grummeln im Magen, ein Gedanke, der uns nicht schlafen läßt. Wir teilen den Gedanken, dass wir selbst auch etwas können und etwas bewegen wollen. Und es kribbelt wie frisch verliebt, wenn es dann endlich los geht. Wir träumen, wir schweifen ab, wir haben eine Idee. Wir sprechen darüber. Im Wohnzimmer unserer Eltern. Im Biergarten. Im Proberaum. Wie wär’s, wenn wir unsere Sachen selbst veröffentlichen? Können wir unsere Lieblingsmusik in die eigene Stadt bringen? Können wir selbst entscheiden, welche Künstlerin und welcher Künstler bei einer Ausstellung gezeigt werden? Irgendeine Stimme in uns hat gesagt: »Ja, Du kannst das. Du musst das nur machen.« Und als die Stimme etwas lauter wurde, haben wir es nach Außen getragen. Gespräche und Bestätigung gesucht. So eine Idee ist spannend und anziehend für jeden, mit dem sie in Kontakt kommt. Sie löst in jedem Kopf etwas aus, gerade weil sie noch so allgemein ist. Jeder verbindet mit dieser Idee andere Varianten, andere Bilder und andere Sehnsüchte. Aber auch das eigene Bewusstsein wird bei der Auseinandersetzung mit einer Idee bedient. Du hast nun die Möglichkeit etwas ganz »eigenes« gemeinsam zu verwirklichen. Da liegt auch die große Chance, die Idee zu entwickeln, gedeihen zu lassen und zu etwas gemeinsamen zu formen. Und wir haben Bestätigung bekommen. Bei Gesprächen haben wir Freunde gefunden und Mitstreiter; und Mitstreiter, die Freunde wurden. Es ist okay, wenn sich Menschen entscheiden zu gehen, nicht weiter dabei zu sein. Bei einigen von uns war das hart. Es haben alle anderen weitergemacht. Wir haben ein Verlangen in uns gehabt, ein Verlangen, dass dann doch machen zu müssen. Das Verlangen, die eigene Idee Wirklichkeit werden zu lassen und dabei – ganz ehrlich – ein Stück weit auch immer sich selbst zu verwirklichen. Kritiker verteufeln die Selbstverwirklichung aber wir lassen uns davon nicht


abschrecken. Und meist gibt es dann kein zurück mehr, wie einige von uns zu berichten wissen. Ideen müssen nicht in erster Linie für die Allgemeinheit realisiert werden. Die ist sowieso betroffen. Wenn ich ein Konzert machen möchte, sind es die potentiellen Besucherinnen und Besucher und natürlich die Bands. Bringe ich eine Zeitung oder ein Buch heraus, dann sind es die zukünftigen Lesenden und bei dem Herstellen der eigenen CD die neuen Hörerinnen und Hörer. Die Motive müssen nicht immer der Hunger in der Welt oder globale Klimakatastrophen sein. Ganz persönliche Wünsche und Ziele bewegen schon eine ganze Menge. Natürlich kann der Wunsch, den Klimawandel aufzuhalten und die Welt zu verändern auch die Grundlage der Idee sein. Auch das ist cool. Es muss nicht nur ernst und große Politik sein, sondern kann einen Riesenspaß machen, wie wir wissen und erzählen werden. Es kommt darauf an, wie ich meine Idee umsetze. Dann kommt zum Beispiel ein Konzert heraus, das das Bewusstsein zum Klimawandel steigern möchte. Und prompt sind die Ideen, welche erst so weit von einander entfernt schienen, ganz nah beieinander. Die Angst, dass unsere Idee kopiert wird, hatten wir nicht. Im Gegenteil: Nachahmen erwünscht! Denn jeder von uns würde die Idee anders umsetzen und herauskommen würde wieder etwas ganz anderes. Unserer Meinung nach gilt die Devise »Spread the word!«. Wie schön ist es, auf völlig unbekannte Gesichter zu stoßen, sympathische Menschen auf der anderen Seite unseres Universums zu treffen, die von unserer Idee gehört haben und diese unterstützen möchten. Das gibt echte Energie. Einer Idee Aufmerksamkeit zu schenken ist das eine. Wir sind dem Pfad zur Realisierung gefolgt und in einen Tunnel geraten. Und so richtig weiß niemand, was einem in diesem Tunnel erwartet. Einige von uns haben für das eigene Grummeln im Bauch über 1.000 Euro bezahlen müssen. Erfahrungslernen nennt man das wohl. Teures Erfahrungslernen nennen wir das. Wir wollen etwas mehr Licht in den Tunnel bringen. Und auf dem Weg dieser Idee sind wir zu Mitstreitern geworden. Wir haben keine Lichtleiste aus Neonröhren durch den Tunnel gezogen. Wir haben Spotlights aufgebaut. Damit wird der ein oder andere Ziegel und diese oder jene Ecke im Tunnel beleuchtet. Wenn man sich nun entscheidet, in den Tunnel zu gehen, sieht das nach dem Zugang zum Club oder dem Hinterhof einer Kunst-Fabrik aus. Die Party steigt noch nicht, aber die Angst ist zu Bock geworden.


Das erste Spotlight oder wie das alles anfing Ich selbst hörte einmal zufällig im einzigen Görlitzer Jugendklub einen Freund von mir sagen: »Jetzt will die Stadt die Jugend- und Freizeitmesse auch noch aufgeben.« Die Stadt organisierte diese Netzwerkveranstaltung zehn Jahre lang selbst im Stadtzentrum, um aufzuzeigen, welche Möglichkeiten für Jugendliche noch vorhanden sind. »Damit zeigen die doch klar, dass sie keinen Bock mehr auf uns haben«, fuhr er fort. Ein Jahr darauf flogen Flyer von eben jener Person mit der Aufschrift E P I Z E NT R U M durch die Stadt – seine Antwort auf die vorgegebene Auflösung der städtischen Jugend- und Freizeitmesse. Er war laut geworden. Laut auch im Stadtrat und kurzerhand stellte ihm das Jugendamt 10.000 EUR für die Weiterführung bereit. Nun war das noch Anfang der 0er Jahre, in denen die öffentlichen Kassen keine so großen Probleme wie heute hatten. Aber es ist ein Signal, dass laut werden funktionieren kann. Im darauffolgenden Jahr fand ich mich vor einer Graffiti-Wand auf dem Hochschulcampus wieder. Der gleiche Jugendklub führte einen Graffiti-Workshop auf F R I TZ – D i e F r e i z e i t m e s s e durch. Links der Karnevalsverein, rechts Ponyreiten. Das war Jugendkultur vor Ort? Klar geht es hier um eine schrumpfende Stadt, aber so geschrumpft? Was ist passiert? Das Jugendamt hatte Gelder für die Jugendund Freizeitmesse ausgeschrieben und prompt war nicht mehr das EPIZENTRUM, sondern die scheinbar günstigere FRITZ an der Reihe. Nun, noch während der Veranstaltung, spürte ich einen Drang, es selbst besser machen zu wollen und einen gefühlten Augenschlag entfernt befand ich mich mit meinen eigenen Vorstandskollegen des Second Attempt e.V. im Kinderzimmer eines Freundes. Die Begriffe »Vorstand« und »Kollege« benutzten wir damals allerdings nicht so oft. Gesagt, gefragt, entschieden: Wir möchten die Jugend- und Freizeitmesse durchführen. Viel besser und viel, viel größer als es bis dato der Fall war. Und wir werden ein Stück weit die Weltherrschaft an uns reißen, ohne einen einzigen Masterplan zu haben. Und ohne überhaupt zu wissen, ob wir das einfach so machen können. Und – immerhin – mit dem Bewusstsein, dass es das größte und umfangreichste »Ding« ist, was wir je gemacht haben werden. Fortan war diese Veranstaltung zentrales Thema jeder Kommunikation innerhalb des Vereins – und außerhalb. Eine Idee fordert ihren Tribut, nimmt dich mit. Die Familie, Mitbewohnerinnen und Mitbewohner, Studierende, die uns auf dem Campus begegneten und alte Weggefährten zwischen Fritz und Epizentrum bekamen Aussagen


voller Stolz und undenkbar viele Fragen in den Rucksack geladen. Keiner hatte eine Ahnung, aber alle wollten dabei sein. Es brauchte Gespräche mit dem Jugendamt, um zu erfahren, wie das überhaupt so läuft. Zahlreiche Entwicklungstreffen in dem immer größer werdenden Team aus eben jenen, die im Kreuzfeuer der Kommunikation nicht schnell genug weg waren, und viele, viele Aufgaben, bei denen sich das Team schnell in Spreu und Weizen trennte. Nach der Absage aller Gelder seitens der Stadt und dem damit verbundenen Tiefpunkt jeder Motivation, schaffte es die Zusage von JUGEND für Europa nicht nur das Projekt in letzter Alter Schlachthof Görlitz während des Sekunde überhaupt bezahlbar zu Festivals 2006 ⁄ © Pawel Sosnowski machen, sondern auch unseren Antrieb noch einmal um 100% nach vorn zu richten. Da machte es auch nichts mehr, dass Büro und Übernachtungsstätte ein und das selbe WG-Zimmer für fünf Personen war. Plötzlich standen wir auf einem Gelände, das durchaus für mehr als 10.000 Jugendliche interessant und raumgebend sein könnte, mit etwas unter 1.000 Besucherinnen und Besuchern und etwa 17 Akteuren aus der Region. Ein Schnitt nur knapp über FRITZ, aber immerhin. Nur geschlafen hat irgendwann keiner mehr.

Der Fehler liegt im Detail Wir alle sind dem Sog einer so anziehenden Idee gefolgt. Eine Mischung aus Schatzsuche und Weltherrschaft hat das im Beigeschmack. Immer. Es ist aufregend, selbst seine und damit auch immer die Welt an sich zu verändern. So viel Aufregung braucht Struktur. Wie kommuniziere, strukturiere und finanziere ich meine Idee? Da geht dann alles ganz schnell. Und wenn ich dann keinen Plan als Fußmatte vor der abenteuerlichen Vision liegen habe, bin ich auch schon ausgerutscht. Phase 0 ist hier so etwas wie das Polster vor dem Fall. Uns tat die Planlosigkeit mal mehr und mal weniger weh. Und genau deswegen möchten wir etwas von der Erfahrung weitergeben.


Ob die Dingfabrik die Frage der Struktur beantwortet oder Sinnbus zeigt, wie viel Hartnäckigkeit dazu gehört. La Pampa und machina eX vom »über den Kopf wachsen« überwältigt werden und immer noch die Antwort auf die Vermittlung des eigenen Inhalts suchen. Mit genügend Engagement kann auch ein sonniger Tag Auslöser weltverändernder Klimaproteste sein oder die bunt verteilten Freunde die neuen Stars der Hamburger Kunstszene werden. Und die Zonenkinder wissen zu berichten, dass es dafür nicht immer die große Finanzierung braucht. Die Fragen noch einmal stellen, vor denen wir so ratlos waren. Das Erlebte ein wenig Revue passieren lassen. Wir haben abertausende Fehler gemacht. Auch das führte dazu, dass einige von uns nicht weiter machen wollten. Die Fehler wollte in jedem Fall keiner noch einmal machen. Wir liefern keinen vollständigen Fehlerkatalog. Aber Fehler machen ist nicht so schlimm. Wir liefern eine Idee davon, seine ganz eigene Idee irgendwo zwischen sanft und Punk auf Reisen zu schicken – und begleiten diese dabei mit der Fußmatte.

Über den Autor

Marcus Rüssel veröffentlichte 2011 ein Projektmanagement-FAQ als E-Book

im Auftrag der bkj, Bereits 2008 veröffentlichte er die Arbeit „Netzwerkstrukturen für Jugendkultur“ und 2007 ein Handbuch zur Projektorganisation am Beispiel des fokus Festivals 2007. Er versteht sich jedoch nicht als Autor sondern als Coach für Jugendprojekte und Kunstschaffende. Darüber hinaus ist er seit 2001 mit Leidenschaft Ideengeber, Netzwerker und Projektmanager. Die Leidenschaft hat er 2010 endgültig zum Beruf gemacht: → www.cultureconsulting.de


2 Von der Idee zum Kulturbetrieb Sinnbus

A

Konzepterstellung

C

Planung

D

Finanzierung


Sinnbus Genre

Musiklabel

Wirkungsort

Berlin

Gründungsjahr

2003 (Label)

Rechtsform

GbR

TeamgröSSe

5-7

Kontakt

→ www.sinnbus.de → www.facebook.com/sinnbus

Es w a r e i n n ac h k e i n e n M a ßst ä b e n sc h ö n e r Sat z. Er stand einfach da, unnötig und grundlos, als Einleitung zu einer Kurzbesprechung des Bodi-Bill-Debüts No More Wars: »Sinnbus ist ein D.I.Y.- Freizeit-Label, das zwar Unmengen an Manpower hat, aber nicht wirklich funktioniert.« Das herablassende Urteil der Rezensentin hatte damals durchaus auch persönliche Gründe und nicht nur damit zu tun, dass über verschiedene Kanäle »mindestens fünf« Exemplare des Albums auf ihrem Schreibtisch gelandet waren. Dennoch hinterließ diese Häme-Breitseite an der Wand, gegen die sie klatschte, einen ungefähren Umriss von Sinnbus 2007: Eine noch immer junge Labelgesellschaft, die bislang unter dem etablierten Hype/Pop/Party-Radar agiert hatte, mit der Suche nach einer sicheren Position zwischen Kumpelkreissprachrohr und Szenegröße noch immer beschäftigt war und jetzt gerade eine neue Band alter Bekannter in der Hand hielt, die sie unglaublich euphorisierte. Es hätte damals nicht verwundert, hätte jeder Rezensent und jede Rezensentin fünf Exemplare des ersten Bodi-Bill-Albums bekommen. Einfach so. Weil es geil ist. Peter Gruse, Mitgesellschafter von Sinnbus: »Klar kann man das kritisieren: Wir haben da früher viel gearbeitet, und hätten es eigentlich leichter haben können. Denn am Ende zählt natürlich das Know-How und nicht die reine Menge der Arbeit, die man reinsteckt.« Vier Jahre später spielen Bodi Bill vor tausenden von Leuten auf Deutschlands wichtigsten Popfestivals, haben Sinnbus insgesamt 40 Alben veröffentlicht und Kunstschaffende von beeindruckendem Format mit aufgebaut. Frühe Mitstreiter wie Seidenmatt oder Kam:As, alte Idole wie Troy von Balthazar und vor allem umwerfende neue


Drei von vier Gesellschaftern (»Martin hat nie Zeit«).

Bands wie Hundreds, Ter Haar, I Might Be Wrong und Bodi Bill sind heute Teil des Sinnbuskatalogs. Das Label kann auf eine bewegte und spannende Vergangenheit voller Fehler, Glückstreffer und hart erarbeiteter Erfolge zurückblicken und verfügt über ExcelListen, Posteingänge und Wandkalender, die eine ebenso bewegte und spannende Zukunft ankündigen. Die von Peter Gruse, Daniel Spindler, Uwe Bossenz und Martin Eichhorn geleitete Labelgesellschaft hat es, unterstützt von Freunden, Freundinnen und helfenden Händen, auf eine Ebene geschafft, die einen Blick in die Zukunft ermöglicht. Selbstverständlich war das nie, und häufig genug steckt der Kopf auch heute noch komplett in der Gegenwart, im täglichen Klein-Klein der Überlebenssicherung. Doch wenn Sinnbus gerade, Manpower hin, Vollzeithobby her, irgendetwas vorzüglich tut, dann ist das dies: Es funktioniert! Es funktioniert! Es ist n ic ht le ic ht, e i n e g e n a u e G e sc h ic ht e d e ss e n z u sc h r e i b e n, w a s h e ut e Si n n b u s ist. Die exakte zeitliche und kausale Reihenfolge der einzelnen Aktivitäten und Entscheidungen hat kaum einer der damals und heute Beteiligten im Kopf, und die Dokumentation der frühen Jahre erfolgte vor allem als laufende und unübersichtliche Diskussion im internen Online-Gästebuch


des Kollektivs. Sicher ist: In den auslaufenden neunziger Jahren bildete sich im Südosten Berlins ein Schwarmwesen aus Musikund Kunstschaffenden, ein Konstrukt aus sich überschneidenden Freundeskreisen und einander sympathischen Bands. Es ist praktisch unmöglich, hier einen Gründungstermin oder Gründungsmitglieder auszumachen, denn wie und wann gründen sich Freundeskreise? Ab wann genau ist ein Zusammenschluss von Musikerinnen eine Band? In welchem Moment werden Freunde, die einander bei der Aufnahme oder Veröffentlichung von Musik helfen, zu einem Label? Klar: Es gibt einen eindeutigen Termin der Namensfindung, an dem sich Sinnbus gegen ebenfalls aussichtsreiche Kandidaten wie Anoraq und Rnzlgrnf durchsetzte. Doch das Miteinander, die Pläne, die Ideen und die Beziehungen hatte es ja zuvor schon gegeben, und sie sollten sich in den kommenden Jahren noch auf viele Weisen verändern. Eine Motivation für ein stärker zielgerichtetes Miteinander formuliert Daniel Spindler als früher Schwarmteilnehmer: »Wir haben uns gewundert, warum niemand unsere geilen Bands buchen will. Und


B

Arbeitsgruppen ⁄ Seite 164

wir waren unzufrieden mit dem üblichen Konzertritual: Man geht rein, die Band spielt, man kauft sich artig etwas, man geht nach Hause.« Sinnbus setzte dieser Tradition ganz einfach eigene Veranstaltungen entgegen: Detailverliebt konzipierte und weit offene Konzert-, Kultur-, Party- und Gemeinschaftsabende mit Musik, Humor und Style. Mal wurden Filme vertont, mal gab es Suppe für alle, mal konnte man seine eigenen Shirts, Hosen, Kleider per Livesiebdruck zum Fanartikel machen lassen. Der Sinnbuskreis erregte Aufmerksamkeit, ließ sich zu immer aufwändigeren Veranstaltungen hinreißen, stellte aber unter anderem durch die gemeinsame Radrundfahrt Tour De Sinnbus auch immer wieder das freundschaftliche Miteinander in den Vordergrund. Die Möglichkeit, mit all dem Geld zu verdienen, wurde nur sehr langsam zu einem eigenen Antrieb. Was man heute als »Selbstausbeutung« romantisch verklären oder ökonomistisch denunzieren kann, war schlicht der Wille, gemeinsam und befreundet gute und einzigartige Sachen zu unternehmen. »Besser als Fernsehen«, hieß es damals, und der junge Uwe Bossenz stellte in einer Reportage über das zweite Sinnbus-Der-Seefahrer-Festival fest, dass er gerade einfach jung und in der glücklichen Situation sei, Dinge nicht wegen Geld machen zu müssen. Daniel: »Es gab dann dieses gemeinschaftliche Gefühl: Alles geil, richtig fett, wir müssen jetzt mal richtig ausholen.« Innerhalb der Sinnbusgruppe wurden Arbeitsgemeinschaften gegründet, die sich den Möglichkeiten eines Sinnbus-Clubs, eines Sinnbus-Vertriebs, eines Sinnbus-Labels widmeten. »Man muss das alles selber machen«, war die Idee, wobei es natürlich auch um Unabhängigkeit, vor allem aber darum ging, es einfach gut zu machen, besser als andere, den eigenen Ansprüchen genügend. Dieser Schritt bedeutete aber auch eine Zäsur im Miteinander. So gab es plötzlich vermehrt Diskussionen um Verantwortung, um interne Politik und um Gerechtigkeit. Wie zum Beispiel wäre damit umzugehen, wenn etwa die Label-AG eine Veröffentlichung einer Sinnbus-Band ablehnen würde? Wie frei sollen die einzelnen Arbeitsgemeinschaften sein, wenn sie als kleine, begrenzte Gruppen Entscheidungen unter dem Namen Sinnbus treffen? Diese Sinnfragen brachten die ersten Auflösungserscheinungen mit sich, beschleunigt dadurch, dass der hip-nonkonforme Style der Gruppe und der zart antikonsumistische Überbau ihrer Aktionen am Ende eben doch eher fin de Oberstufe als fin de siècle waren, und sich einige Mitspieler und Mitspielerinnen auf eigene Wege verabschiedeten und sich für ein Studium oder für eine Familie, auf jeden Fall aber gegen Sinnbus entschieden. So blieb das »Mal richtig Ausholen« im Großen und Ganzen eben das: Ein Ausholen.


Nic ht s d e st ot r ot z e rsc h ie n 2002 m it S i n n b u s Tr a n s p o r t d ie e rst e Ve r öffe nt lic h u n g d e s K r e is e s. »Sinnbus Records haben wir darauf geschrieben, ohne dass Sinnbus als Label, wie es heute existiert, ein konkreter Plan war.«, erklärt Martin Eichhorn. Als stilistisch breit gefächerte Zusammenstellung von Bands und Liedern vermittelte Sinnbus Transport nicht nur einen guten Überblick über die damals beteiligten Künstler, Künstlerinnen und Bands, sondern schob auch die Idee Sinnbus, so wenig konkret sie sein mochte, zum ersten Mal auf die Tische der Schreibenden, in Musikmagazine und in anderer Leute Aufmerksamkeit. Ein Jahr später schon machte das Debüt der Sinnbusband Seidenmatt die Sache konkreter. Die Labelarbeit trat neben der an originellen Veranstaltungen in den Vordergrund und mit der Gründung einer eigenen GbR wurde aus der LabelAG offiziell das Label Sinnbus, das mit den Debütalben der Hausband Torchous und der Zugezogenenband Kate Mosh schnell Achtungserfolge feierte. In den knapp zehn Jahren der Labelarbeit ist Sinnbus mittlerweile bei der vierzigsten Veröffentlichung angekommen und kann in seinem Katalog mit Namen wie Bodi Bill, Troy von Balthazar und Barra Head angeben. Einige der hier veröffentlichten Bands – Seidenmatt, Bodi Bill, Hundreds – sind längst kein Geheimtipp mehr, einige sind von den Zeitläuften verschluckt worden, beim einen oder anderen ging es über ein einmaliges Gastspiel nicht hinaus. Die Urmitglieder des Kollektivs sind heute nur noch sehr lose miteinander verbunden, der Sinnbuskern aus verschiedenen Gründen auf die Mitglieder der Labelgesellschaft geschrumpft. Zugleich jedoch existiert Sinnbus nach wie vor als Netzwerk, arbeitet mit ähnlichen Labels und Kollektiven in ganz Europa zusammen und funktioniert, wie Peter Gruse verdeutlicht, doch noch immer als großes Zusammenspiel: »Es sind trotz allem doch mehr Leute als früher, die damit beschäftigt und emotional involviert sind. Früher gab es halt das Seefahrer-Festival oder eine andere Veranstaltung, dann war zwei Monate nichts. Dann gab es lange und schwierige Treffen, denen aber auch nicht automatisch Arbeit folgte, zumindest nicht für zwanzig Leute. Für viele von den zwanzig Leuten gab es halt dieses Treffen. Und dann gab‘s wieder ein Treffen. Und irgendwann mussten Sofas verschoben werden.«


Finanzierung ⁄ Seite 168

D

»Wenn man richtig von vorn anfängt, haben sich Martin und Jan damals 1000 Euro von ihren Eltern geborgt, für die erste SeidenmattPlatte.«, denkt Daniel an die finanzielle Grundsteinlegung des Labels zurück, und er erinnert sich auch noch an sein Gefühl dabei: »Oh, sind die krass. Das können wir nie zurückzahlen.« – » Das wurde auch nie zurückgezahlt«, verrät Martin. Stattdessen war diese Investition der Beginn einer stets rollierenden, anfangs eher nebenbei laufenden Finanzplanung und eines Finanzmanagements, dass sich lange nur tagesaktuell um die Mittel zum Ausgleich zwischen Soll und Ist kümmern konnte – und zunächst auch musste. Das damals ungewöhnliche Vergütungsmodell des Labels gegenüber seinen Bands schuf dabei eine gewisse finanzielle Sicherheit: Die Gewinne durch Tonträgerverkäufe flossen bis zum Erreichen der Gewinnschwelle ausschließlich dem Label zu und wurden dann im Verhältnis 60:40 zwischen Label und Band aufgeteilt. Das unterschied sich deutlich vom üblichen 85:15-Modell anderer Tonträgerfirmen und sorgte so dafür, dass jede Veröffentlichung die jeweils nächste finanzieren konnte.

C

Projektplan ⁄ Seite 166

Die Produktionskosten wurden dabei stets niedrig gehalten. Eine Sinnbus-Produktion bedeutete lange Stunden des Coverklebens und Eintütens. Eine erfolgreiche Sinnbusproduktion bedeutete Überstunden beim Coverkleben und Eintüten. All das war Zeit, die letztlich auch gut in die eigentliche Labelarbeit hätte investiert werden können, ins Abtelefonieren langer Adresslisten, in Promoarbeit, in Künstlerbetreuung. Die Finanzlage ließ alternative Produktionsmodi allerdings kaum zu, und die Opportunitätskosten, der durch diese Zeitbinderarbeit entgangene Gewinn also, waren rein virtuell und existierten damals nur in Gedankenspielen ohne jede argumentative Schlagkraft. Doch auch wenn Labelcrew, Bands und Sympathisierende noch mit klebrigen Fingern im Bastelzirkel saßen, hantierte Sinnbus mit relativ beträchtlichen Geldmengen – schon allein die CD- Produktion kostete schließlich mehr, als der eine oder andere Labelmensch im Monat von der Lohnarbeit nach Hause brachte. Die Gründung einer offiziell als solche auftretenden Gesellschaft wurde ein notwendiger Schritt der Professionalisierung. Daniel: »Es war einfach so, dass sich da Geld bewegte. Da würde dann irgendwann mal jemand anklopfen, und deswegen mussten wir dem Ganzen einen offiziellen Rahmen geben. Ein anderer Grund war aber auch, dass wir zu dem Punkt gekommen sind, alles konkreter machen zu müssen. Denn wenn alle irgendwie irgendetwas tun, dann tut am Ende keiner was.« 2004 wurde die Bossenz, Eichhorn, Gruse, Heinemann, Kastning, Spindler GbR gegründet, eine Labelgesellschaft mit Mitgliedern der Sinnbusbands Torchous,


Peter sieht das nüchtern. Er schiebt Geld herum, sagt er. Er kopiert Formeln und Beträge in unterschiedliche Excel-Tabellen. Er budgetiert. Er rechnet mit den Künstlern ab. Er verhindert Notfälle. Selten kann er dabei großzügig verteilen, und in der Vergangenheit ging es oft eher darum, die vielen Löcher im Dach mit dem bisschen vorhandenen Stroh zu stopfen. Das vor allem am Anfang den Labelalltag bestimmende freundschaftliche, oft über Jahre gewachsene Verhältnis zu den Künstlerinnen und Künstlern brachte dabei Vor- und Nachteile. Zum einen konnte Sinnbus in harten Zeiten mit Verständnis und Geduld rechnen, zum anderen aber war Sinnbus auch in der Situation, von vornherein kommerziell schwierige Veröffentlichungen doch aufwändig produzieren und betreuen und den oft hohen Erwartungen ihrer alten Freunde und Freundinnen dabei entsprechen zu müssen. Die Urdiskussion um die Tätigkeit einer Label-AG fand hier implizit ihre umgekehrte Entsprechung: Ihr habt euch dieses Labelding doch ausgesucht. Nun seht mal zu.

D

Die L a b e la r b e it s e l b st: Ve rs u c h u n d Ir r t u m, g ra n d io s e s Sc h e it e r n u n d u n v e rsc h ä mt e s Glü c k. Worauf sollte man sich als junges Label denn auch stützen, in Zeiten des ständig und immer wieder anschaulich vorgeführten Zusammenbruchs herkömmlicher Plattenfirmenstrategien? Der betraf ja nicht nur die fünf großen Entertainment-Riesen: Fast parallel zur Gründung der neuen Labelgesellschaft ging mit der EFA eines der bedeutendsten Vertriebsorgane für das Segment Independent in Deutschland unter und zog diverse kleine Plattenfirmen mit sich. Sinnbus hatte zu diesem Zeitpunkt bereits das Glück, über ein gutes Gespräch bei guten Getränken an den Kölner Vertrieb ALIVE geraten zu sein. »Und dann ging es ja auch auf einmal um ganz andere Beträge, da sind ja dann gleich 300 Stück auf einmal quasi verkauft worden.«, erinnert sich Peter, seit jeher Buchhalter und Finanzplaner des Labels. »Der Überblickbehalter«, nennt ihn Daniel. »Der Chef«, sagt Martin, nur zu etwa zwei Dritteln im Scherz.

Kosten- und Finanzierungsplan ⁄ Seite 168

Seidenmatt, Kate Mosh und Jn Fischer Erf. Heinemann und Kastning gingen ebenso irgendwann eigene Wege wie der Autor dieses Porträts. Die verbliebenen Vier wollen sich jedoch nicht als die Überlebenden sehen. So sieht Peter die frühen Aspekte der Sinnbusarbeit noch immer im Label repräsentiert – »Veranstaltungen haben wir bis vor einem halben Jahr auch noch gemacht.« – und versteht Sinnbus auch weiterhin als Netzwerk, wenn auch die Verbindungen lockerer geworden sind und jede Band ihren eigenen Freundes- und Helferkreis, der nur bedingt dezidiert für Sinnbus arbeitet, mit ins Spiel bringt.


2007 gründete die Labelcrew den Sinnbus Musikverlag, der heute in Zusammenarbeit mit dem international aufgestellten Budde Musikverlag die Verlagsrechte der Künstler und des Labels betreut. Ganz im Sinne der Erweiterung der Labeltätigkeit um eine oder mehrere Komponenten aus den Bereichen Management, Booking und Publishing – wie sie als Konsequenz aus der seit Mitte der Neunziger andauernden Krise der Musikindustrie häufig zu beobachten ist – sichern sich Sinnbus für jede ihrer Veröffentlichungen die Auswertungsrechte als Verlag. Diese Maßnahme dient auch, aber nicht nur dazu, dem Label ein etwas größeres Stück vom stetig schrumpfenden Kuchen zu sichern. Der Sinnbus Musikverlag ist gleichzeitig ein Kostendämpfer, der einen Teil der im Rahmen des Marketing anfallenden Kosten wieder auffängt und zumindest in Teilen an das Label zurückleitet, so etwa die GEMA-Zahlungen Marketing-Kosten für die Veröffentlichung Mit der Größe der Produktionsauflagen und der einzelner Stücke auf Reichweite des Labels haben sich natürlich auch die Musikmagazin-CDs. »Grob Kostenstrukturen im Marketing verändert. So finanziert zusammengefasst«, fasst Sinnbus heute Anzeigen, Werbemittel wie Plakate und Peter grob zusammen, »ist Aufkleber, Online-Werbung und Videoproduktionen. es so, dass sich das Label Zu diesen heute von Künstlern wie Öffentlichkeit heute alles in allem selbst erwarteten Maßnahmen, deren Finanzierung früher schlicht undenkbar gewesen wäre, kommen gewachsene finanziert – plusminusnull. Trivialkosten, so etwa das Porto für eine stetig Und über den Verlag kommt gewachsene Riege von Journalisten und Rezensenten. Im dann noch ein wenig Gewinn Bestfall führen die gesteigerten Marketingaktivitäten ins Haus.« Wobei, wie Daniel zu Einsätzen in Radio und TV, für die - stark anfügt, »es mit dem Verlag vereinfacht - die Sender wiederum Gebühren zahlen, im Prinzip genauso war wie die über die GEMA an Künstler und Verlage gehen. mit dem Label. Wir haben da Sinnbus holt sich als Verlag über diesen Umweg einen eben angefangen, mussten uns Teil der geleisteten Zahlungen zurück. grundlegendes Wissen erst einmal erarbeiten und haben da auch Fehler gemacht. Jetzt lebt und rollt der Verlag, aber alles, was jetzt läuft, wird uns erst in zwei Jahren wirklich zukommen. Und das, was uns jetzt in die Taschen fließen sollte, wurde vor zwei Jahren halt nicht ganz richtig gemacht.« N u r k e i n N e id: Wenn wir hier von einer Selbstfinanzierung des Labels sprechen oder davon, dass Gewinn ins Haus kommt, dann meint das Sinnbus als Label, als Unternehmen, als Nichtperson, als Idee. Daniel erhält als Angestellter des Labels ein symbolisches Gehalt, eine Aufwandsentschädigung. Der Rest geht Berufen nach, in Angestelltenverhältnissen oder selbstständig, wobei vor allem Martin in der glücklichen Situation ist, dass seine Arbeit im Bereich Grafikdesign und Postproduktion seinem Beitrag zum Labelalltag nicht


ganz fremd ist, und sein Input dem Label hochwertige Videos wie Bodi Bills »Brand New Carpet« oder Hundreds »Solace« ermöglicht. Es ist diese prekäre Situation des Labels, dieser erarbeitete Status als sich tragendes Vollzeithobby, der Sinnbus durchaus auch im Weg steht. Ob das nun die Band ist, die sich nicht damit anfreunden will, dass ihr nicht von vornherein die Vollversorgung garantiert werden kann, oder der finanziell besser gestellte Geschäftspartner, der sich beschwert, dass das Label nie »mal richtig Geld in die Hand nehmen« könne, um seine Künstler »richtig« zu vermarkten. Aus solchen Floskeln spricht dann natürlich nicht zuletzt der Zynismus der etablierten Kreativwirtschaft, die stets auf die Grundlagenarbeit des Romantikers, des Selbstausbeuters, des Irren angewiesen ist, aber nach dem Erreichen einer gewissen Aufmerksamkeitsschwelle nur ungern von ihm gestört wird. Martin sieht das noch etwas detaillierter: »Im Grunde haben wir als Sinnbus eine gewaltige Schnittstelle zu Leuten, die angestellt im Musikbusiness arbeiten – und doch gibt es in unserer Arbeit wenig Überschneidungen. So steht denen ja permanent fremdes Geld zur Verfügung. Wir geben selten fremdes Geld aus, und auch wenn wir dabei nicht nicht immer die Schlauesten waren, haben wir uns das hier alles selbst erarbeitet. Natürlich kennen diese Leute, die uns dann sagen wollen, wie der Hase laufen müsste, auch die Schattenseiten dieser Arbeit. Aber im


Gegensatz zu uns können die meisten dort eben auch mal die Tür zu machen, nach Hause gehen oder in den Urlaub fahren, ohne sich groß Gedanken machen zu müssen.« Seit 2008 ist das Label in der glücklichen Lage, ab und an eben doch fremdes Geld ausgeben zu können. Geldgeber ist hier die im Auftrag der Bundesregierung handelnde Initiative Musik, eine vor allem vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien finanzierte gemeinnützige GmbH, die Fördergelder im Bereich zeitgenössische Musik vergibt. Gefördert werden Bands und Musikschaffende, Labels und Agenturen, die Förderung selbst muss dabei von den Kreativen gemeinsam Initiative Musik mit ihren Projektpartnern beantragt → www.initiative-musik.de werden und ist an bestimmte Regeln und Bedingungen gebunden. Eine wesentliche Besonderheit ist der Charakter der Förderung als Fehlbedarfsförderung: Dem Antrag muss eine detaillierte Budgetierung des geplanten Projektes – der CD-Veröffentlichung, der Tour, des Exportprogramms – beiliegen, wobei 60% des Finanzbedarfs von den Antragstellenden selbst aufgebracht werden müssen. »Es muss ein Projekt mit einem Mindestumfang von 25.000 Euro sein, von dem die Initiative Musik dann eben 10.000 Euro finanzieren würde. Das sind in diesen Fällen aber auch die mittlerweile normalen ReleaseAusgaben. Dazu gehört heute ja auch die Finanzierung von Videos, oder von Sampler-Beiträgen. Bei Hundreds zum Beispiel hat es eine riesige Plakatieraktion gegeben.« Das sind natürlich Ausgaben, die nicht immer angebracht sind. Bei einer kleineren Veröffentlichung des Labels ist diese Förderung also weder möglich noch sinnvoll. Bei größeren Unternehmungen, dem Auslandsmarketing für Hundreds etwa, bringt der Zuschuss durch die Initiative Musik zwei Vorteile: Zum einen stellt er natürlich Geldmittel zur Verfügung, die das Label sonst anderweitig und zweifelsohne mit hohen Kosten verbunden beschaffen müsste. Zum anderen bietet die Fördermöglichkeit aber auch den Anreiz, manche Unternehmung überhaupt erst angehen zu können: Man kann es nicht nur machen, man kann es sogar gleich richtig machen. Im Falle von Sinnbus geht es vor allem um Aktivitäten im Ausland: »Uns ist bewusst geworden, dass wir mit unseren einfach auch nötigen Plänen im Ausland auch gute Chancen bei der Förderung haben, da die meisten geförderten Bands halt Platten in Deutschland machen. Das meiste Geld verwenden wir für Promoter und Konzertbegleitung im Ausland.« Wenngleich diese Möglichkeit der Musik-, Kulturund Exportförderung dem Label eine große Hilfe ist, so darf man nicht


Daniel relativiert: »Man darf auch nicht vergessen, was sich auch durch total viele Sinnbusaspekte zieht: das solche Sachen auch immer durch ein absolutes Aufreiben, sogar durch ein Verheizen von Leuten, uns selbst und unseren Helfern und Helferinnen, angestoßen werden. Und wenn man so etwas gut machen will, regelmäßig Konzerte veranstalten, dann kann das nicht irgendwie neben dem Label laufen, das ist dann ein eigenes Ding - nichts, das wir leisten können, und auch nichts, das wir leisten müssen. Wir hatten auch lange Diskussionen, ob wir da jetzt weitermachen sollten, auch wegen unseres Netzwerkanspruchs: Leute kennenlernen, den Fuß in die Tür bekommen. Aber wir mussten uns auch eingestehen, dass das alles am Ende ein Minus bedeutet. Es gibt echte strukturelle Probleme, und man muss sich auch keine Illusionen machen: Dieser Markt ist in Berlin einfach aufgeteilt. Mit fünf Konzerten im Jahr können wir da nicht groß auftrumpfen.« Also wieder Reduktion, wieder zurück zur Labelarbeit, wieder ein Abschied vom großen Wir-sind-das-alles-Gedanken eines Hippiekonzerns. Gleichzeitig jedoch entdeckt die Label-AG heute neue Aspekte ihrer Kerntätigkeit: Den Blick nach außen, das aktive Bemühen um neue Impulse aus den in den letzten Jahren aufgebauten Beziehungen zu Bands, Labels, Agenturen in Deutschland und Europa. So erschien in diesem Jahr das zweite Album der Dänen Mimas auf Sinnbus,

B

»Ü b e r d ie Ja h r e g a b e s i m m e r w ie d e r et w a s, d a s u n s g e r ett et h at. 2007 zum Beispiel, da hatten wir einfach diese großen Konzerte als Veranstalter.«, erzählt Daniel. In Zusammenarbeit mit der Berliner Bookingagentur Moutique hatte Sinnbus die Berlinkonzerte von Bands wie Blonde Redhead, Explosions In The Sky oder Broken Social Scene veranstaltet – Bands, die zum Sinnbusgeschmack passten und vor ausverkauften Häusern spielten. Die Zusammenarbeit mit Moutique endete jedoch relativ abrupt, und die vom Erfolg beflügelten eigenen Veranstalterversuche konnten mit den größeren Konzerten nie recht mithalten. Peter bedauert dennoch, dass Sinnbus den Aufbau dieses zweiten Standbeins mittlerweile wieder ganz aufgegeben hat: »Da sind damals schon wichtige Gelder geflossen. Hätte man das ausgebaut, hätte man vielleicht den Sprung schaffen können.«

Teamwork ⁄ Seite 164

vergessen, dass der größte Anteil der Ausgaben noch immer vom Label kommen muss. Das bedeutet auch 2011 noch immer, dass eine Veröffentlichung irgendwie die nächste finanziert, dass Peter noch immer flexibel kalkulieren muss, dass alle nicht direkt einer Veröffentlichung zuzurechnenden Fixkosten des Labels – Büromiete, Netz, Strom, Telefon, Club-Mate-Abo – aus einem nicht immer strukturierten Geschäftsalltag heraus finanziert werden müssen.


Evaluation ⁄ Seite 174

G

und für 2012 ist das Deutschlanddebüt des skandinavischen Trios My Bubba And Mi geplant, das über die Verbindung zur holländischen Band We Vs. Death zum Label kam. Großbritannien ist neu auf dem Radar, und auch die oft schwerer als Staatsgrenzen zu überwindenden Bekanntenkreis-Trennlinien in der Heimat halten Sinnbus nicht mehr zurück: Das Berliner Duo Me And My Drummer arbeitet in enger Rücksprache mit dem Label an einem Album für Sinnbus. »Auch das ist für uns ein relativ neuer Aspekt der Labelarbeit: Die gemeinsame Arbeit an einem Album, der gezielte Aufbau eines Künstlers. Für uns war das alles ja immer nur Promo, und jetzt wird das eben stärker zu einer inhaltlichen Arbeit«, beschreibt Peter eine weitere neue Entwicklung, die auch als Reaktion auf Tendenzen der letzten Jahre zu verstehen ist: »Da sind bei Bands wie Bodi Bill auch Sachen untergegangen, die eigentlich wichtig sind, um auch emotional dabei zu bleiben. Wir sind da stark in die Rolle des CD-Produzenten gedrückt worden. So haben wir uns ja nie begriffen, aber letztlich haben wir diese anderen Aufgaben auch nie wirklich wahrgenommen.« »Das hätte aber bei einer Band wie Seidenmatt oder Kam:As auch nie funktioniert«, wirft Martin ein, »und mit Bands wie Alarma Man oder eben Me And My Drummer geht das eben auch deshalb, weil man sich nicht schon ewig kennt, sondern die Zusammenarbeit eher auf gegenseitigem Respekt und Interesse gründet. Auch generell gilt: Diese Fähigkeit zur kommerziellen Entscheidung, die ist ja nur langsam gereift und auch noch immer kompliziert. Da hin zu kommen, eine Platte von Freunden als kommerzielles Desaster zu erkennen und daraus Konsequenzen zu ziehen, das war ein langer und steiniger Weg, und das fühlt sich auch heute noch nicht gut an.« – »Andererseits«, so Peter, »muss man aber sagen, dass manche Band vielleicht einen generell anderen und sogar passenderen Weg gegangen wäre, hätten wir damals schon mehr Mut zur Absage gehabt. Statt dessen sagten wir zu, sind gescheitert, alle waren enttäuscht.« Tat s äc h lic h w a r 2011 e i n Ja h r d e r g r o ß e n U m w ä lz u n g e n b e i Si n n b u s. Zum einen löste sich mit Seidenmatt die letzte große Band der ersten Stunde auf. Zum anderen wurde dem Label im Zuge des großen Erfolges seiner Band Bodi Bill auch bewusst, wie schnell es sich von anderen Interessenten abhängig machen und in welche Gefahr es sich damit bringen kann – gerade weil Sinnbus eben von Release zu Release lebt, weil Peter noch immer das vorhandene Geld von Baustelle zu Baustelle schiebt, ist die Existenz des Labels von unvorhergesehenen Härten schnell bedroht. Der Mangel an konkreten Finanzmitteln spielt dabei fast eine untergeordnete Rolle. Wesentlich sind vielmehr die Zweifel und Fragen: Wie lange kann man sich selbst motiviert halten, wie lange den Bedrohungen trotzen, wie sehr wird die eigene Arbeit von Leuten geschätzt, die


am Ende eben nicht auch in Herzblut und Zeit, sondern ausschließlich in Geld rechnen? Daniel erinnert sich an entsprechende Momente der Krise, an schwierige Phasen in der jüngeren Labelgeschichte: »Da wird dann eben über Anwälte kommuniziert, da sagt dir dann eben irgendein Controller, dass es ihm völlig egal sei, warum der Release nicht funktioniert hat, jetzt müsse eben dieser und jener Betrag gezahlt werden. Da ist ein Typ – ich weiß überhaupt nicht, wie der aussieht, was das für einer ist, ich hab noch nie mit dem zu tun gehabt – und der kommt hier hin und bringt uns in eine bedrohliche Situation. Als wenn hier einer durchs Fenster sagt: Ich mach euch fertig.« »Es geht ja nie um viel Geld«, fährt er fort. »Das sind Beträge, von denen andere eine Party am Ende der Dreharbeiten feiern. Aber wenn mich dann ein Peter Gruse anruft, zwischen Beträgen und Verträgen verzweifelnd, und meint, wir müssten jetzt mal schauen, ob wir nicht doch den Stecker ziehen, dann ist das ein Tiefpunkt, an dem wir zuvor nie waren. Wenn Peter Gruse so etwas zu mir sagt, dann ist das Alarmstufe Rot. Das ist es, was dann existenzbedrohend ist.« Nach einer kurzen, aber heftigen Sinnkrise – »Da gehst du zu vier ausverkauften Konzerten einer Sinnbus-Band und weißt gleichzeitig, dass das alles hier auch gleich vorbei sein könnte.« – hat das Label die Fragen und Zweifel für sich beantwortet. Und ist mittlerweile so gut aufgestellt wie seit Jahren nicht. Peter: »Im Prinzip ist Sinnbus jetzt in einer Situation, in der wir zum letzten Mal waren, als Audrey und Alarma Man zu uns kamen, als es hieß, dass Sinnbus gerade alles richtig macht. Die größten Bands der Fusion, die größten Bands anderer Festivals, das sind Bands von uns. Wir sind an einem Punkt, an dem wir viel verstanden haben. Das Trial-and-Error-Prinzip all der Jahre zahlt sich aus, und wir können eine Band wirklich begleiten, auch international, und dafür Sorge tragen, dass sich allen Beteiligten Perspektiven auftun – und eben auch Geld fließt.« Es fie le Si n n b u s sc h w e r, d a s s o ü b e r d ie Ja h r e g e w o n n e n e Wiss e n, d ie ü b e r d ie Ja h r e g e w o n n e n e n Pri n zipie n i n a lle r le h r r e ic h e n Kü rz e z u for m u lie r e n. Die Label-AG ist an sich gewachsen, hat sich Strukturen gegeben und Aufgaben verteilt. Natürlich ist das Label noch immer anfällig für die Sorgen, die letztlich jede Unternehmung auf diesem wirtschaftlichen Level und mit dieser Orientierung an einem diffusen Begriff der guten und


Bodi Bill

entstanden

als

gemeinsame

Idee von Fabian Fenk und Alex Stolze.

Die Entscheidung der Band für Sinnbus als Label war nicht nur angesichts der

hervorragenden Demos zum ersten Album ein wichtiger Moment in der Labelgeschichte. Fabian dass

Fenk,

sich

Studiums

ein

zuvor

völlig

Gründungsmitglied,

zu

von

Gunsten

der

seines

Gemeinschaft

abgekapselt hatte, kehrte mit »No More Wars« als Künstler zu Sinnbus zurück. Zum anderen entwickelten sich Bodi Bill

über drei Alben zum größten Erfolg des Labels – und damit zu einer wichtigen wirtschaftlichen Zum

dritten

und

ideellen

schließlich

hatte

Stütze. zuvor

keine und seitdem kaum eine Band die Essenz des Labels derart vollendet in

Musik gegossen: Intelligente, komplexe elektronische

Musik,

Gefühl, Kumpelbasis.

unmittelbares

2011 © Rosa Merk


schönen Künste hat: Der Mangel an Geld und der Mangel an Zeit. Über den Mangel an Motivation und Freude können sich die Beteiligten derzeit jedoch nicht beklagen, und sie schaffen es auch, beides ihren Künstlern zu vermitteln. Dieses emotionale Ding, damit kriegen sie die Leute im Zweifel. Und sie haben genug geschafft, um zu beweisen, dass es eben doch nicht nur um ein gemütliches Beieinander und eine dem Fernsehen überlegene Freizeitgestaltung geht. Dennoch muss an dieser Stelle jeder enttäuscht werden, der sich eindeutige Lehren für sein eigenes Label erhofft oder mit einem Handbuch gerechnet hat. Im Falle von Sinnbus wären die diversen Wie man es nicht macht-Kapitel der Klarheit des Buches nicht eben zuträglich, und am Ende hätte man wohl eher eine Broschüre zum Thema »Lern doch lieber etwas richtiges« in der Hand. Doch Sinnbus hat überlebt, hat sich in den Jahren seines Bestehens verändert, ist an seinen Aufgaben und Fehlern gewachsen und kann die an ihm Beteiligten weiterhin zu neuen Schritten motivieren. Das frühe Kollektiv hat sich massiv verändert, ist dem Kumpelkreis entwachsen und hat ihn gleichzeitig gewaltig erweitert. Die Lehren, die die Beteiligten selbst aus ihrer Geschichte ziehen können, sind zum einen aber eben doch eher Lebenshilfefloskeln als dezidierte DIYPrinzipien und zum anderen doch zu unscharf fürs Leitbildposter im Büro. Dran bleiben, nicht aufgeben, aus Fehlern lernen, sich absichern, nicht zu viel Zeit auf die Absicherung verschwenden, nicht zu naiv sein, naiv genug sein, die Freundschaft nicht vergessen, den Freunden nicht dienen, aufs Geld achten, auf die Liebe achten. Es ist a ls o g a n z e i n fac h. I m m e r a lle s ric ht ig m ac h e n.

Über den Autor Sebastian Cleemann veröffentlichte als Mitglied der Bands Kate Mosh und Sdnmt Alben auf Sinnbus, war von 2004 bis 2007 aktives Mitglied der Gemeinschaft und bis 2008 auch Gesellschafter. Seit 2008 verfolgt er das Labelgeschehen als Freund, Sympathisant und Kritiker. Er spielt heute in den Bands Petula und *U*N*S und arbeitet als Autor, Texter und Übersetzer.


3 Tools, Kommunikation und einmal etwas richtig groSSes machen La P a m pa fest i vaL

A

Konzepterstellung

B

Teamwork

F

Durchf端hrung


»Man sollte nie dem Glauben verfallen, eine kleine Gruppe ideenreicher, engagierter Leute könnte die Welt nicht ändern. Tatsächlich wurde sie nie durch etwas anderes geändert.« Margaret Mead US-amerikanische Anthropologin und Ethnologin (1901–1978)

P H AS E 0 ist ein Aufruf für mehr Mut zur Tat! Voller Motivation und Anregungen zur Umsetzung eigener Ideen. Hier erzählen Projektemacher und –macherinnen, selbst Veranstalter von Events und Festivals, freischaffende Künstler, Labelinhaber oder Klimaaktivisten, von ihren Erfahrungen, von der Entwicklung ihrer Idee, von Fehlschlägen und Erfolgen und bieten damit einen authentischen Blick hinter die Kulissen. Spannende und ehrliche Praxiserfahrung, keine trockene Theorie. P H AS E 0 ist ein Buch über Projekte, ohne dabei klassisches Handbuch oder Tutorial zu sein. Es ist vielmehr voller Geschichten rund um das Anfangen und das Projektemachen, um das Scheitern, das Neuanfangen und das Bessermachen. Am Ende führt es wichtige Themen der Projektarbeit in einem Glossar zusammen. Wer mehr wissen oder selber starten will, findet auf dem begleitenden Webportal → www.phase0.org außerdem Interviews als Video oder Podcast sowie jede Menge praktische Tipps, Links oder Checklisten. P H AS E 0 enthält Beiträge von Sinnbus (Berlin), Zonenkinder (Hamburg), der DingFabrik (Köln), dem fokus Festival (Görlitz), dem End Pilot Festival (Erfurt), machina eX (Berlin), der Silent Climate Parade (Berlin) und dem La Pampa Festival (Hagenwerder). Mit einem Nachwort von Klaus Farin (Archiv der Jugendkulturen ⁄ Berlin). P H AS E 0 ist für 12,95 € überall im Buchhandel erhältlich. Mehr Infos zum Buch gibt es online unter www.phase0.org/das-buch.

ISBN: 978-3-941295-10-0

PHASE 0 - How to make some action (Preview)  

PHASE 0 ist ein Buch über Projekte, ohne dabei klassisches Handbuch oder Tutorial zu sein. Es ist vielmehr voller Geschichten rund um das An...

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