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August / September 2019

DROGISTENSTERN Die Zeitschrift aus Ihrer Drogerie

Dossier «Gesund beraten»

Fragen Sie die Fachleute Mmh!

Tipps für ein gesundes Znüni Trockenshampoo

Sauber gesprayt


Donau-Flusskreuzfahrten mit dem Luxus-Suitenschiff MS Thurgau Ultrabbbbbk

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Qualität & Preis Deluxe Suite (ca. 22 m2) mit franz. Balkon

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1. Tag Zürich/St. Margrethen–Passau Ind. Anreise zum Einsteigeort. Busfahrt nach Passau, Einschiffung und um 18.00 Uhr heisst es«Leinen los!». 2. Tag Melk–Wien Ausflug(1) zum Stift Melk. Weiterfahrt nach Wien. Besuch klassisches Konzert(2) oder individueller Besuch des Vergnügungsparks Prater. 3. Tag Wien Rundfahrt/-gang(1) durch die Kaiserstadt. Ausflug(2) zum Barockschloss Schönbrunn. 4. Tag Budapest Rundfahrt/-gang(1) durch Budapest. Spaziergang(2) und Fahrt mit U-Bahn und Panoramastrassenbahn. Besuch Markthalle und St. Stephan Basilika. Romantische Lichterrundfahrt(2) am Abend. 5. Tag Budapest–Visegrád Ausflug(1) in die ungarische Puszta. In Viségrad Rundgang(2) mit Besichtigung des königlichen Palastes und Weinprobe. 6. Tag Bratislava Rundfahrt/-gang(1) und Fahrt zur imposanten Burg. Rundgang durch die wunderschöne Altstadt. Freie Zeit für eigene Erkundungen. 7. Tag Dürnstein Rundgang(1) durch den Weinort mit mittelalterlichem Stadtkern und Weinprobe. 8. Tag Passau–St. Margrethen/Zürich Ausschiffung, Busrückfahrt und individuelle Heimreise.

1. Tag Zürich/St. Margrethen–Passau Ind. Anreise zum Einsteigeort. Busfahrt ab Zürich Flughafen um 09.00 Uhr, St. Margrethen Bahnhofplatz um 10.30 Uhr. Einschiffung und «Leinen los!». 2. Tag Regensburg–Kelheim In Regensburg Rundgang(1) durch die einzige erhaltene mittelalterliche Grossstadt Deutschlands. Fahrt(1) mit Ausflugsboot zum Donaudurchbruch und Kloster Weltenburg. 3. Tag Nürnberg Rundfahrt/-gang(1) durch die Metropole Frankens mit zahlreichen Baudenkmälern innerhalb der imposanten Stadtmauern. 4. Tag Bamberg Transfer(1) in Innenstadt und Rundgang durch die denkmalgeschützte Altstadt. 5. Tag Würzburg Transfer(1), Besuch der bischöflichen Residenz und Altstadtrundgang. 6. Tag Wertheim–Miltenberg Rundgang(1), Besuch des Glasmuseums mit wertvollen Exponaten. Rundgang(1) durch die «Perle des Mains». 7. Tag Flusstag Erholung an Bord. 8. Tag Kehl/Strasbourg Rundfahrt/-gang(1) durch die Europastadt. Weiterfahrt am Abend. 9. Tag Basel Ausschiffung und ind. Heimreise.

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Flavia Trachsel

Susanne Keller

DOSSIER

Heinrich Gasser Chefredaktor h.gasser@drogistenverband.ch

Rezepte gegen hohe Kosten

DROGISTENSTERN 8–9/19

Gesund beraten

8 Weniger Gesundheitskosten: Das Rezept heisst 10 11 12 13

Fachhandel Mehr Medikamente in der Drogerie Sichere Beratung garantiert Vorsicht beim Versandhandel Natürlich ist nicht gleich ungefährlich

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Kurz & knapp Mitmachen & gewinnen

Eidgenössische Wahlen 18 Kostenexplosion im Gesundheitswesen –

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Nationalrätin Ruth Humbel im Interview Acht Kandidierende und ihre Rezepte gegen steigende Kosten

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Eine Portion Gesundheit

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So erkennen Hobbysportler ihre Grenzen

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Es muss nicht immer Wasser sein

Das beste Znüni für die Kleinen Wie der Körper signalisiert, dass er genug hat

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Trockenshampoos – der schnelle Weg zu schönem Haar Produkte aus der Drogerie

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Weisser als weiss

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Wundpflege – mehr als ein Verband

Was Sie über Whitening-Zahnpasten wissen sollten Mit der Spitex auf Hausbesuch Florian Bärtschiger

Susanne Keller

Sich selber Medikamente zu verschreiben und sich damit selber zu behandeln, ist eine feine Sache. Denn Selbstmedikation be­ deutet nicht bloss, Gesundheitskosten ein­ zusparen (Seite 8), sondern stärkt auch die eigene Gesundheitskompetenz. Allerdings: Kein Medikament ist harmlos, auch wenn es nicht immer ein Rezept braucht. Und auch Selbstmedikation hat ihre Grenzen. Deshalb ist die gesetzliche Regelung sinnvoll, dass die meisten Arzneimittel nur durch Fach­personen abgegeben werden dürfen. So ist sichergestellt, dass auch Risiken, Neben- oder Wechselwirkungen mit ande­ ren Medikamenten sorgfältig abgeklärt werden. Und so ist auch klar, weshalb Arz­ nei­mittel nicht in die Selbst­bedienungs­ regale gehören. Mit welchen Rezepten Politikerinnen und Politiker die Eigenverantwortung fördern wollen, erfahren Sie ab Seite 20: Wir haben dazu acht Persönlichkeiten befragt, die sich im September ins nationale Parlament wählen lassen wollen. Der Gesundheit nicht immer zuträglich ist die grassierende Selbstoptimierung, die nicht selten in zu viel Sport und zu wenig Regenerationszeit ausartet. Woran man ­erkennt, wenn’s zu viel wird, erklärt eine Sportwissenschaftlerin auf Seite 24 und rät: «Es lohnt sich, auf den Körper zu hören, unbedingt aber auch auf den Kopf.» Auch das ein gutes Rezept gegen überbordende Gesundheitskosten. Bleiben Sie gesund!

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Kurz & knapp

Buchtipp Die 3000er-Grenze habe ich noch nie geknackt. Knapp darunter blieb ich bei einer Wanderung über die Fuorcla Muragl mit «nur» 2891 Metern. Vielleicht ändert sich das jetzt mit dem neuen Buch von Fredy Joss «Zu den höchsten Wander­gipfeln der Schweiz. Leichte Wege auf die schönsten 3000er». Ich kann nicht klettern und von Seilschaften verstehe ich eben­ falls nichts – zumindest nicht von jenen in den Bergen. So bleibe ich bei meinen Wanderungen immer relativ nah am Boden und komme selten über 2500 Meter über Meer. Aber sie lockt schon, diese magische 3000er-Grenze. Fredy Joss’ Buch ver­ spricht leichte Wege auf die schönsten 3000er und das mit normaler Wanderaus­rüs­ tung. Das kommt mir als Genusswanderin gerade recht. Allein die Fotos lohnen den Kauf. Was ist die Schweiz doch schön! Die einzelnen Wanderungen, die meisten im Wallis und im Bündnerland, sind ausführlich beschrieben, inklusive möglicher Schwierigkeiten für uns normale Wandersleut. Gluschten täten mich alle 30 Gipfel, mit meiner ausgeprägten Höhenangst kommen aber wahrscheinlich höchstens zwei davon infrage, alle anderen haben ausgesetzte Stellen oder kurze Passagen mit Seilen oder Leitern. Macht nichts. Geniesse ich halt die Fotos und stelle mir vor, wie es wäre, ganz hoch nach oben zu wandern. Und für alle ohne Höhenangst: Ab in die Berge!  Bettina Epper Fredy Joss: «Zu den höchsten Wandergipfeln der Schweiz», AT-Verlag, 2019, ISBN: 978-3-03800-950-4

Immer mehr Menschen in der Schweiz greifen auf komplementärmedizinische Leistungen zurück. Gemäss der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2017 des Bundesamtes für Statistik machen 29 Prozent der Bevölkerung im Laufe eines Jahres Gebrauch von zumindest einer komplementärmedizinischen Behandlung wie Akupunktur, chinesischer Medizin, Homöopathie oder Osteopathie. Bundesamt für Statistik

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Komplementärmedizin ist beliebt

Natur hilft gegen Stress Schon ein kurzer Spaziergang kann Stress deutlich reduzieren, wie eine Studie der US-amerikanischen Universität Michigan zeigt. Demnach genügen 20 Minuten im Grünen, um den Cortisolspiegel im Körper zu senken. Das Stresshormon Cortisol wird in der Nebennierenrinde hergestellt und in der Leber abgebaut. Dauerhaft ­erhöhte Cortisolwerte können zu Über­ ge­wicht führen, das Immunsystem schwächen und Herz-Kreislauf-Stö­run­ gen, Depressionen sowie eine Reihe ­weiterer Erkrankungen begünstigen. www.spiegel.de

Kleinkinder brauchen viel Bewegung Kleinkinder sollten sich nach einer Emp­ fehlung der Weltgesundheits­orga­ni­sa­ tion (WHO) mindestens drei Stunden täg­ lich bewegen, höchstens eine Stunde sitzen und möglichst wenig Zeit vor Bild­ schirmen verbringen. Die WHO emp­ fiehlt, unter Zweijährige gar nicht vor einen Bild­schirm zu setzen. Ziel der Richtlinien ist es, Übergewicht vorzubeu­ gen sowie die geistige und körperliche Entwicklung von Kindern zu fördern. www.who.int

Erholung am Sarnersee

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DROGISTENSTERN 8–9/19

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Rheumaliga Schweiz

Rheuma-Broschüren in leichter Sprache Für Menschen mit Lese- oder Lernschwierigkeiten sind viele Texte zu kompliziert oder zu lange. Um diese Menschen über rheumatische Krankheiten aufzuklären, hat die Rheumaliga Schweiz die neue Reihe «kurz & knapp» lanciert. Den Text hat die Rheumaliga in Zusammenarbeit mit Pro Infirmis Zürich nach den Regeln der leichten Sprache verfasst. Um auch Menschen mit Migrationshintergrund Zugang zu gesund­ heitsrelevanten Informationen zu ermöglichen, erscheinen die Broschüren der Reihe «kurz & knapp» neben den Landessprachen auch in Albanisch, Bosnisch/Kroatisch/ Montenegrinisch/Serbisch, Portugiesisch, Spanisch und Türkisch. Die erste Broschüre widmet sich dem Thema Gicht. Sie ist kostenlos bei der Rheumaliga erhältlich. www.rheumaliga.ch

Viele schlucken Medikamente

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Die Hälfte der Schweizer Bevölkerung ab 15 Jahren nimmt über einen Zeitraum von sieben Tagen mindes­ tens ein Medi­­ka­ment ein. Dies zeigen Daten der Schwei­zerischen Gesundheitsbefragung 2017 des Bundesamtes für Statistik. Am meisten kon­­su­miert werden Schmerzmittel (24 Prozent). Medikamente gegen Blut­hochdruck wurden von 16 Prozent der Bevölkerung eingenom­ men, Mittel gegen zu hohes Cholesterin von 8 Prozent, ­solche für das Herz von 7 Prozent. Schlaf-, Beruhigungsmittel und Anti­de­pres­ siva haben rund 5 Prozent konsumiert. Bundesamt für Statistik

Jedes 6. Kind übergewichtig Gesundheitsförderung Schweiz hat den Body-Mass-Index (BMI) von 13 916 Kindern und Jugendlichen aus den Städten Basel, Bern und Zürich analysieren lassen. Dem­nach ist die Anzahl der Kinder und Jugendlichen in der Unter- und Mittelstufe mit Über­gewicht oder Adipositas mit 19,3 Prozent auf einen neuen Tiefstand ge­ sunken. Über alle Schulstufen gesehen sind aktuell 17,3 Prozent oder ungefähr jedes sechste Kind übergewichtig oder adipös. Gesundheitsförderung Schweiz Adipositas Kindergarten/1. Klasse Unter-/Mittelstufe

3,2 %

Alle Schulstufen 0 %

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Übergewicht (inkl. Adipositas)

12,4 %

4,0 %

19,3 % 6,2 %

Oberstufe

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24,8 %

4,1 %

17,3 % 5 %

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DOSSIER

GESUND BERATEN 82,5 Milliarden Franken oder 814 Franken pro Einwohner und Monat. So viel kostete das Schweizer Gesundheitssystem 2017. Tendenz steigend. Ein Rezept dagegen ist die Selbstmedikation. Wer bei leichten Beschwerden Rat in der Drogerie sucht, statt zum Arzt zu gehen, spart Geld und wird trotzdem gesund. Darum lohnt sich das Motto «Fragen Sie Ihre Drogistin oder Ihren Drogisten» für alle. Nach den besten Mitteln gegen steigende Gesundheitskosten geforscht haben Vanessa Naef (vn) und Bettina Epper (epp)

13,1 %

des Gesamtumsatzes aller Medikamente in der Schweiz entfielen 2017 auf rezeptfreie Arzneimittel (rund 762 Mio. Fr.).

6 GESUND BERATEN

Medikamente machen

13 %

aller Gesundheitskosten in der Schweiz aus.

7576

Humanarzneimittel waren 2017 beim Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic zugelassen.

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DROGISTENSTERN 8–9/19

Susanne Keller

GESUNDHEITSTIPPS ZUM LESEN – GRATIS IN IHRER DROGERIE Der Drogistenstern ist eine der ­renommiertesten Gesundheits­ zeitschriften der Schweiz.

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DOSSIER

Fachhandel hilft Kosten sparen Bei leichten gesundheitlichen Beschwerden sind Drogerien gute erste Anlaufstellen. Das spart Gesundheitskosten und stärkt die Eigenverantwortung.

17 Uhr. In der Toppharm Apotheke und Drogerie Höschgasse in Zürich herrscht Hochbetrieb. Apothekerinnen und Dro­gis­ tinnen kümmern sich um die Kund­schaft. Mal helfen sie, das ideale Medi­ka­ment zu finden, mal messen sie den Blut­ druck, dann beantworten sie Ernährungsfragen. Für das Schweizer Gesundheitssystem, das immer teurer wird (siehe Kasten rechts), sind solche Dienstleistungen ein guter Ansatz, Ärzte und Spitäler zu ent­ lasten und somit Kosten zu senken. Denn mit über 65 Prozent machen Spital­auf­ enthalte und Arztbesuche den grössten Teil der Gesundheitskosten aus.

Nutzen der Selbstmedikation Wer im Fachhandel wie in der Apotheke und Drogerie Höschgasse arbeitet, hat eine lange Ausbildung hinter sich. Und einen riesigen Erfahrungsschatz. Davon profitiert die Kundschaft. Fabian Vaucher, Präsident des Schweizerischen Apothe­ker­ verbands pharmaSuisse: «Drogisten und Apotheker sind ideale erste Anlaufstellen bei gesundheitlichen Problemen.» Jürg Stahl, Präsident des Schweizerischen Dro­ 8 GESUND BERATEN

Steigende Gesundheitskosten Die Kosten des Schweizer Gesund­heits­­wesens haben 2017 laut Bundes­ amt für Statistik insgesamt 82,5 ­ Mil­li­arden Franken betragen. Pro Ein­ wohner und Monat beliefen sich die Ausgaben auf etwa 814 Fran­ken. Jähr­ lich steigen die Kosten um durch­

gistenverbands SDV, ergänzt: «Sie hören zu und geben Tipps. Ist der Arzt tatsäch­ lich nötig, erkennen sie das und weisen einen darauf hin.» Laut Experten können durch eine Selbst­­ medikation mit Hilfe des Fach­han­dels jährlich Kosten in Mil­li­ o­­nenhöhe ge­spart werden. Stahl prä­zi­ siert: «Selbst­medi­kation hat einen mar­ kanten Einfluss auf die Kostenentwicklung des Ge­sund­heitswesens. Es gibt zwar schon viele, die sich bei einem h ­ armlosen Schnup­ fen oder verstauchten Knö­ chel Hilfe im Fach­han­del holen, aber der Kreis sollte sich noch erweitern.»

schnittlich 2,6 Prozent. Gründe für die steigenden Gesundheitskosten sind die wachsende Bevölkerung, immer mehr ältere und chronisch kranke Men­­schen sowie wissenschaftliche und technische Entwicklungen für neue Behandlungsmöglichkeiten.

Wer sich selber therapiert, stärkt da­ rüber hinaus seine Gesundheits­ kompe­ tenz und Eigenverantwortung und spart Zeit. «Ärzte und Spitäler sollten ihre Kapa­zitäten dort einsetzen können, wo sie wirk­lich gebraucht werden», sagt Stahl. Ein weiterer Pluspunkt: Seit der Re­­vision des Heilmittelgesetzes ist die Medi­ka­men­ ­tenversorgung noch einfacher geworden (siehe auch Artikel auf Seite 10).

Risiken der Selbstmedikation Bestimmte Gesundheitspräparate wie bei­ spielsweise Bach­blüten oder Tees können DROGISTENSTERN 8–9/19


iStock.com/Cecilie_Arcurs

Die Kosten des Schweizer Gesundheits­ systems sind bereits heute mehr als im roten Bereich.

bei Gross­verteilern gekauft werden sowie viele Arz­neimittel ohne Rezept illegal im In­ter­net. Oft günstiger als in der Apo­the­ke oder Drogerie, aber ohne Fachberatung. Doch das ist nicht immer ungefährlich: «Me­di­kamente sind keine harmlosen Kon­ ­sum­güter», sagt Fabian Vaucher. «Wenn ich zum Bei­ spiel zu viele Sugus esse, setze ich vielleicht etwas Speck an oder bekomme Durchfall. Bei Medikamenten kann aber einiges mehr schiefgehen.» Es besteht das Risiko von Überdosierung und Neben­wir­kungen (siehe auch Artikel auf Seite 12). Oder die Leute nehmen die falsche Arznei ein oder solche, die sich nicht gut mitein­ ander vertragen. Jürg Stahl: «Der Schweizer Fachhandel mini­ miert Risiken und bietet am meisten Sicher­heit.» Auch für Drogist HF Joachim Klemm von der Zürcher Toppharm Apotheke und Drogerie Höschgasse ist gute Beratung im Gesundheitsbereich das A und O: «Da­ für nehmen wir uns gern die Zeit, die es braucht. Unsere Kundschaft schätzt das und bedankt sich regelmässig dafür.»  vn DROGISTENSTERN 8–9/19

Drogerien sind starke Partnerinnen bei der Beratung zur sogenannten Selbstmedikation. Selbstmedikation bedeutet, leichte Erkrankungen ­selber mit nicht verschreibungs­ pflichtigen Arzneien, sogenannten OTC-Präparaten («over the coun­ ter», engl. «über die Verkaufs­theke», siehe auch Artikel unten), zu be­ handeln. Darunter fallen zum Bei­spiel akute Kopfschmerzen, Er­käl­tungen oder Durchfall, aber auch die Gesund­ heits­vorsorge, also Krankheiten vor­

beugen, etwa durch einen gesunden Lebensstil. Selbst­medikation hilft, Kosten im Gesund­heitswesen zu sen­ ken, weil sie den Gang zum Arzt oft ­erspart. Aber: Selbst­medikation heisst nicht, dass der Laie einfach selber drauflos­ doktern soll. Er kann Drogis­tinnen und Drogis­ten ­be­ratend hin­zuziehen, die dank ihres fundierten Fachwissens einzuschätzen vermögen, wann jemand zum Arzt sollte und wann eine Selbst­medika­tion in welcher Form ­angesagt ist.

Was bedeutet OTC? «OTC» bedeutet «over the counter» (engl. «über die Verkaufstheke»). OTC-Arzneimittel sind nicht ver­ schreibungspflichtige Arzneimittel und Nah­rungsergänzungsmittel, die nur durch Fach­personal abgege­ ben werden dürfen. In der Schweiz fallen alle Arz­nei­ mittel der Ab­ gabe­kategorie D (siehe auch Artikel auf Seite 10) dar­ unter. Von den OTC-Arz­nei­ mitteln abge­ grenzt sind die

ausschliesslich gegen Rezept er­hält­ lichen sogenannten Rx-Präparate (von lat. recipe), die in die Abgabe­kategorie B respektive A fallen. Quelle: Bundesverband der Arzneimittel­ hersteller e.V. / pharmawiki.ch

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82,5 MILLIARDEN FRANKEN, TENDENZ STEIGEND

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Selbstmedikation

GESUND BERATEN 9


DOSSIER

Vielfältigeres Angebot Dank des revidierten Heilmittelgesetzes bieten Ihnen Drogerien noch mehr Gutes für Ihre Gesundheit: Jetzt sind dort alle nicht rezeptpflichtigen Medikamente erhältlich. Unverändert bleibt die fachlich fundierte Beratung durch den Drogisten oder die Drogistin. Selbstmedikation hilft, Gesundheits­ kos­ ten zu sparen (siehe auch Artikel auf Seite 8). Es lohnt sich also, bei leichten Beschwer­den zuerst in die Drogerie oder Apotheke zu gehen und sich dort durch Fach­perso­nal beraten zu lassen. Mit dem ­revidierten Heilmittelgesetz, das seit dem 1. Januar 2019 in Kraft ist, ist der Gang in den Fachhandel jetzt noch sinnvoller.

Mehr in der Drogerie Mit der Liberalisierung der Arzneimittel­ abgabe sind neu rund 550 Präparate, die bislang in der Abgabekategorie C einge­ teilt und somit nur in Apotheken zu kau­ fen waren, in allen Drogerien erhältlich. Darunter sind unter anderen Arz­nei­mit­ tel gegen Magen-Darm-Beschwer­den wie Durch­­fall und Verstopfung, Allergien oder Schmerzen.

Mit dem neuen Heilmittelgesetz än­ dert sich auch für Apotheken einiges. Bis­ her durften Apothekerinnen und Apo­the­ ker rezeptpflichtige Arzneimittel nur in Aus­ nahmefällen in eigener Verant­ wor­ tung abgeben, in der Regel war immer ein ärzt­liches Rezept nötig. Neu dürfen sie bestimmte Medikamente ohne Rezept abgeben – wenn eine persönliche Vorab­ klärung stattgefunden hat und die Ab­ gabe dokumentiert wird. Konsumenten und Kon­ su­ mentinnen können sich bei alltäglichen Beschwerden also den kost­ spieligen Gang zum Arzt sparen. epp

Elisabeth von Grünigen-Huber, Leite­ rin Politik und Branche beim Schweize­ rischen Drogistenverband SDV, sieht diese Neuerung positiv: «Drogistinnen und Dro­gisten können jetzt noch spezifischer auf die Krankheiten der Kundschaft ein­ gehen, weil das Sortiment breiter ist und teilweise auch neue Anwen­dungs­gebiete umfasst.» Im Bereich der Be­hand­lung von Allergien beispielsweise erweitert sich das Angebot erheblich. Nicht nur für die Kundschaft, auch für die Drogistinnen und Drogisten ist die neue Produktepalette eine Um­ stel­ lung. «Sie müssen aber nicht alles neu ler­ nen», sagt Elisabeth von GrünigenHuber. «Das nötige Fachwissen haben alle Drogis­ tin­ nen und Drogisten schon immer – und jetzt können sie es richtig ausschöpfen.»

Quellen: Schweizerischer Drogistenverband SDV /  pharmaSuisse / Bundesamt für Gesundheit BAG /  Swissmedic / medinside

Die Abgabekategorien rezeptpflichtig oder auf Entscheid des Apothekers Verantwortung: Medizinalperson (Arzt oder Apotheker)

B

C

An Fachberatung durch eine Medizinalperson gekoppelt

Arzneimittel sind keine harmlosen Konsumgüter

D

E

An Fachberatung gekoppelt

Keine Fachberatung nötig

Medizinalprodukte oder Nahrungsergänzungsmittel

A Einmalige Abgabe auf ärztliche Verschreibung (Apotheke) B Abgabe auf ärztliche Ver­schreibung, bestimmte Medikamente in der Apotheke ohne Verschreibung C Abgeschafft. Medikamente umgeteilt in Abgabekategorie D oder B D Abgabe nach Fachberatung (Apotheke und Drogerie) E Abgabe ohne Fachberatung (Apotheke, Drogerie, Grossverteiler …) Quelle: Bundesamt für Gesundheit BAG / Grafik: pharmaSuisse

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iStock.com/Cecilie_Arcurs

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rezeptfrei Verantwortung: Kunde


DROGISTIN HELENE ELMER BERÄT IHRE KUNDSCHAFT GERN … … und freut sich ­darüber, wie oft ihr dies verdankt wird.

Fragen Sie Ihre Drogistin oder Ihren Drogisten Zu Helene Elmer in die Drogerie in Bät­ter­ kinden kommen immer mehr Men­schen, die sich in Gesundheitsfragen beraten lassen möchten. «Viele recherchieren heute im Internet über Krankheiten und Symptome und sind dann oft überfordert mit den Informationen, die sie finden», sagt die Drogistin HF. «Diese Menschen sind froh, wenn sie bei uns in der Dro­ge­ rie eine sichere Beratung bekommen.»

Eine breite Palette Drogisten und Drogistinnen sind in sehr vielen Themenbereichen ausgebildet. Die An­ge­bots­­palette an Beratungsleistungen geht denn auch vom Anpassen von Kom­ pres­sions­strümpfe oder Blutdruckmessen über Make-up-Beratung bis hin zu bei­ spielsweise Haaranalysen oder Tipps zur Schädlingsbekämpfung. Eine fast e­ ndlose Liste. Natürlich bieten nicht alle Drogerien alles an. «Jede Drogerie hat ihre eigenen Stärken», sagt Helene Elmer. Die einen DROGISTENSTERN 8–9/19

sind besonders spezialisiert in der An­ wen­ dung von Phytotherapie, andere haben Zusatzausbildungen in Homöo­ pathie oder Schüssler-Salzen. «Aber wir alle sind grundsätzlich versiert bei Naturheil­mitteln, und auch bei schul­me­ dizinischen Medikamenten kennen wir uns aus, genauso wie in Sachen Er­näh­ rung, bei Putzmitteln, Haushalts­pro­duk­ ten … da komme ich sofort ins Schwär­ men. Ich bin halt eine Vollblut­drogistin», sagt sie und lacht.

Helene Elmer Die 32-jährige Helene Elmer ist seit 2015 Inhaberin der swidro drogerie elmer in Bätterkinden (BE). Ihre Spezialgebiete sind Naturheilmittel, insbesondere Spagy­ rik, Aromatherapie sowie Tinkturen­ mischungen und Naturkosmetik. www.swidro-drogerie-elmer.ch

Fundiertes Fachwissen Besonders wichtig ist die fachkundige Be­ ratung in der Drogerie bei der Selbst­ medi­ kation bei leichten Beschwerden. «Ohne unser Fachwissen wäre eine sichere und effiziente Selbstmedikation gar nicht möglich», sagt Drogistin Elmer. «Wir können den Kunden sagen, wann sie auf­ passen müssen und wann sie besser zum Arzt gehen sollten. Und die Kund­schaft kann auf unser Fachwissen vertrauen.»

Elmer selbst liebt ihren Beruf wegen der Beratung der Kundschaft. «Das macht die Arbeit in der Drogerie spannend. Schön ist auch, dass die Beratung oft ver­ dankt wird. Die Kunden sagen Merci, das freut mich. Und wenn diese Menschen dann immer wieder kommen und zu Stammkunden werden, zeigt das für mich deutlich, dass sie unsere fachliche Bera­ tung schätzen.» epp GESUND BERATEN 11

Susanne Keller

Egal, ob es um Gesundheitsfragen, Blutdruckmessen, passende Kompressionsstrümpfe oder die gesunde Ernährung geht – in Drogerien wird Beratung grossgeschrieben.


DOSSIER

Medikamente per Mausklick Im Schweizer Versandhandel gelten für Medikamente strenge Gesetze. Zur Sicherheit der Patientinnen und Patienten.

Besondere Güter

Zahlen und Fakten • Die Hälfte der im Internet angebotenen Medikamente sind gefälscht. • Beim Handel mit gestohlenen oder gefälschten Medikamenten erwirtschaften Betrüger eine ­höhere Marge als mit dem Handel von Drogen. • Jedes Jahr sterben etwa eine Million Menschen aufgrund von gefälschten Medikamenten. • 27 illegale ausländische Web­seiten, die als Schweizer Online-Apotheken auf­ treten, sind 2018 identifiziert worden.

Kontrolle illegale Arzneimittel beim Heilmittelinstitut Swissmedic, warnt vor illegalen Arzneimitteln und Bestellungen aus dem Ausland: «Sie können die Ge­ sund­ heit massiv gefährden. In solchen Prä­ paraten können zu viele, zu wenig, die falschen oder gar keine Wirkstoffe enthalten sein. Sie können auch mit

Diese Regeln haben gute Gründe. Elisabeth von Grünigen-Huber, Leiterin des Be­reichs Politik und Branche beim Schwei­ ze­ ri­ schen Drogistenverband SDV: «Me­ di­ ka­ mente sind besondere Güter. Vor der Ein­nahme braucht es eine professionelle Abklärung der Be­ schwerde und eine Fachberatung. Der Patient muss über die richtige Dosierung und Anwen­dung in­ formiert werden.» Die Ge­setze sorgen also da­für, dass der Versand­handel mit Arz­ nei­mit­teln die Pa­tien­tensicherheit nicht gefährdet. Das Beispiel USA zeige, dass es im Gesundheits­be­reich Regeln brauche, sagt von Grünigen. «Dort kann man viele Me­ di­kamente im Super­markt kaufen oder im Internet bestellen. So schlucken die Leute unwissentlich falsche, zu viele oder zu wenige Medikamente.» Dro­gerie­ personal ist gut ausbildet und kann dar­ auf aufmerksam machen, wenn es besser ist, zum Arzt zu gehen.

Nicht im Aus­land einkaufen! Statt in der Schweiz Medikamente ein­ fach im Ausland online zu kaufen, ist keine gute Idee. Ruth Mosimann, Leiterin 12 GESUND BERATEN

PRAKTISCH, ABER GEFÄHRLICH Medikamente online kaufen ist nicht ratsam.

Schwermetallen oder Pestiziden verun­ reinigt sein oder enthalten zusätzliche Stoffe, die nicht deklariert sind. Es kommt auch vor, dass Medika­ mente aus dem Ausland bei ungünstigen Be­din­­gun­gen gelagert und transportiert werden, was die Arz­nei­mit­telwirkung negativ be­ein­ flussen kann.» vn

iStock.com/fotostorm

Der Versandhandel mit Arzneimitteln ist in der Schweiz faktisch verboten. Nur we­nige Apotheken haben eine Ausnahme­ bewilligung und verschicken Medika­ mente – auch rezeptfreie – nur gegen ärzt­liches Rezept Möglich ist einzig, rezeptfreie Medi­ kamente online zu bestellen und in einer Apotheke oder Drogerie abzuholen. In Onlineshops gibt es zudem freiverkäuf­ liche Produkte wie bestimmte Tees, Nah­ rungsergänzungsmittel, Kosmetika so­wie Medizin- und Pflegeprodukte. Ge­setzlich erlaubt ist in Ausnahmefällen auch der Nachversand von Medika­menten. Ist bei­ spielsweise das Arzneimittel im Moment, wenn der Patient im Laden ist, nicht vor­ handen, dürfen Drogerien und Apo­the­ ken es ihm zuschicken.


NICHT OHNE BERATUNG EINNEHMEN Auch pflanzliche Arzneimittel können Nebenwirkungen haben.

Natürlich ist nicht gleich ungefährlich Hanspeter Michel Der 40-jährige Hanspeter Michel ist seit zehn Jahren In­haber der Drogerie Michel in Teufen (AR). Seine Leidenschaft gilt der Naturheil­ kunde, namentlich der Phytotherapie. Er und sein Team stellen selbst diverse Natur­heilmittel, für ihre Kundschaft häufig auch individuelle Mischungen her. www.drogerie-michel.ch

Natürliche Heilmittel sind immer belieb­ ter. Nicht zuletzt, weil sie als schonender und verträglicher als chemische gelten. Drogist und Heilkräuterspezialist Hans­ peter Michel: «Viele natürliche Heilmittel sind tatsächlich völlig problemlos. Ich denke hier an Bachblüten, Spagyrik, Schüss­ler-Salze oder homöopathische Mit­ tel in tiefen Potenzen. Sie alle sind sehr gut verträglich.» Auch Tees sind in den meisten Fällen unproblematisch, wie Dro­ gist Michel erklärt. Sie enthalten eine ver­ DROGISTENSTERN 8–9/19

gleichsweise milde Wirkstoff­konzen­tra­ tion. Tees etwa mit Kamille können allen­falls für Men­schen, die auf Korbblütler allergisch sind, ungeeignet sein.

Gute Beratung lohnt sich Wichtig ist für alle Arten von Heilmitteln, ob natürlich oder synthetisch, immer die Beratung durch eine Fachperson. «Beson­ ders aufmerksam sind wir bei Säuglingen und Kleinkindern, bei Frauen, die stillen, und bei Schwangeren, vor allem im ersten und letzten Drittel der Schwan­gerschaft.» So kann in der Schwangerschaft Vor­ sicht geboten sein bei g ­ e­wissen Arznei­ tees. Etwa solchen mit Sen­ nesblättern, bei denen sogar ein Abort­­risiko besteht. Auch Nieren-Blasen-Tees sind in der Schwangerschaft nicht immer ­angebracht. Enthalten sie Bärentrauben­blätter, soll­­ten sie nicht getrunken werden.

Öl ist nicht gleich Öl Eine Fachperson um Rat fragen soll­ten Schwangere, Stillende und Eltern GESUND BERATEN 13

fotolia, Montage: zVg/SDV

Arzneimittel mit pflanzlichen Inhaltsstoffen sind in der Regel verträglicher als chemisch-synthetische Mittel – ohne fachliche Beratung sollten sie trotzdem nicht eingenommen werden.


DOSSIER ARZNEITEES SIND NICHT IMMER ­ANGEBRACHT

fotolia, iStock.com/pamela_d_mcadams

Vor allem Schwangere sollten vorsichtig sein.

von Klein­­ kindern auch beim Gebrauch von ätherischen Ölen. «Beispielsweise Pfeffer­minze oder Salbei können eine ab­ stillende Wirkung haben», sagt Drogist Michel. Da­bei kommt es natürlich immer auf die Umstände an. «Es macht einen Un­ter­­schied, ob sich jemand von Kopf bis Fuss mit einem Öl einreibt oder ob er nur kurz daran riecht. All das beziehe ich beim Beratungsgespräch mit ein.» Ausserdem gibt es verschiedene soge­ nannte Chemotypen bei ätherischen Ölen, wie Drogist Hanspeter Michel erklärt. «Ver­­­wen­det man beispielsweise nicht Euca­lyptus globulus, sondern Eucalyptus radiata, ist die Verträglichkeit viel b ­ esser. Radiata kann auch – bei entsprechender Ver­ dünnung – bereits bei Kindern ab einem Jahr angewendet werden, globulus hingegen nicht unter zwei Jahren. Wich­ tig ist, dass man die Unterschiede kennt

und weiss, was möglicherweise kritisch sein kann.»

Fachpersonen helfen weiter In der Drogerie gibt es auch Phyto­phar­ maka zu kaufen. Diese pflanzlichen Heil­ mittel enthalten keine exakt definierte Einzelsubstanz, wie es bei «chemischen» Arzneimitteln der Fall ist, sondern sie sind aus vielen verschiede­nen Substanzen zusammengesetzt. Pflanz­liche Arznei­mit­tel sind oft risi­ koärmer als chemisch-synthetische, die in der Regel isolierte und stark wirksame Arzneistoffe enthalten. Phytopharmaka eignen sich deshalb gut für leichte bis mittlere und chronische Beschwerden. Trotzdem können, wie bei allen Medi­ka­ menten, Neben- und Wechselwirkungen (siehe auch Kas­ten unten) auftreten. Aller­ dings pas­siert das vor allem bei unsach­

gemässer Ein­ nahme oder ungewollter Über­­ dosierung. Bei sachgemässem Ge­ brauch besteht in der Regel ein geringes Risiko. «Bei Phytopharmaka ist es immer wichtig, sich durch eine Fachperson be­ raten zu lassen, aber auch die Packungs­ beilage zu studieren», sagt Hanspeter Michel. «Dort sind Neben- und Wechsel­ wirkungen mit anderen Medikamenten beschrieben. Eine Fachperson kann ein­ schätzen, wann die Einnahme unproble­ matisch und wann Vor­sicht geboten ist. Und sie weiss auch, wann eine ‹sanftere›, praktisch risiko­freie Therapie, etwa mit Spagyrik oder Homöo­pathie, angebracht sein kann.» epp Quellen: Drogist HF Hanspeter Michel / pharma­ wiki.ch / aerzteblatt.de / primary-hospital-care.ch /  pharmazeutische-zeitung.de / uni-frankfurt.de /  lra-aic-fdb.de

Wechselwirkungen mit Arzneimitteln Manche Kräuter können im Körper die Wirkung anderer Arzneimittel ­beeinflussen, also sogenannte Wechsel­ wirkungen mit ihnen eingehen. • Ein bekanntes Beispiel ist das Johan­niskraut, das gegen leichte depressive Verstimmungen helfen kann. Wer bestimmte Arz­ neien wie die Anti­babypille, das Immunsystem unterdrückende Medi­ kamente, ­gewisse Krebs­medika­ mente usw. einnimmt, sollte sich mit einer Fachperson beraten. Johannis­

14 GESUND BERATEN

kraut kann, je nach Verabreichungs­ form und Dosierung, die Wirkung dieser Arzneien verstärken oder herabsetzen. • Ginkgo-Präparate helfen bei Durch­blutungsstörungen und Gedächtnis­problemen. Das Kraut beeinflusst da­neben auch die Fliesseigenschaften des Blutes. Das kann im Zusammenspiel mit der Ein­ nahme von Medikamenten mit ge­ rinnungshemmenden Wirk­stoffen wie ASS (Acetylsalicylsäure) möglicher­ weise die Blutungsneigung erhöhen. Allerdings ist das wissenschaftlich

nicht abschliessend geklärt. Ein Bera­ tungsgespräch mit dem Drogisten, der Drogistin oder in der Apotheke ist wichtig. • Weidenrinde enthält Salicylsäure, die eine blutverdünnende Wirkung hat. Allerdings gilt Weidenrinde als gut verträglich und es ist wissenschaft­ lich nicht abschliessend geklärt, ob Nebenwirkungen bei bestimmungs­ gemässem Gebrauch auftreten können. Gerade deshalb ist eine Fach­ be­ratung unbedingt sinnvoll.

DROGISTENSTERN 8–9/19


Das Interesse an der Pflanzenheilkunde führte ein Filmteam aus Südkorea nach Sigriswil – zu Drogist Peter Brechbühl.

Der 59-jährige Peter Brechbühl ist seit 1992 Inhaber der PedroDrogerie Brechbühl in Sigriswil (BE). Seine Spezialgebiete sind Heilpflanzen, und er macht Führungen zum Kennenlernen der einheimischen Pflanzen sowie auch im Mittelmeergebiet und in tropischen Gegenden. www.pedro-drogerie.ch

angeschrieben. «Mich freut dieses Inte­ resse. Ich musste auch nicht lange über­ legen, ob ich mitmache, mich kennt ja in Südkorea niemand», erklärte er augen­ zwinkernd. Das Team wollte den Drogis­ ten auch in seinem Drogeriealltag filmen, also im Kundengespräch und bei der Her­­stellung einer spagyrischen Mischung. Über zwei Stunden stand er Red und Ant­ wort und führte das Filmteam durch seine Drogerie oberhalb des Thunersees.

Peter Brechbühl holt kurz Luft und be­ ginnt dann – als hätte er nie etwas ande­ res gemacht – über die heilende Kraft der Zitronenmelisse zu sprechen. Die Kamera begleitet ihn dabei, er spricht deutlich und laut. Das südkoreanische Filmteam ist schnell angetan vom fundierten Wis­ sen des Drogisten aus der Pedro Drogerie in Sigriswil. Weil Brechbühl mit über 40-jähriger Erfahrung in der Pflanzenheilkunde ein ausgewiesener Fachmann ist, hat ihn die südkoreanische Journalistin Hanna Lee

Das Bewusstsein für die Natur und die heilende Kraft von Pflanzen zu stärken, findet Peter Brechbühl wertvoll. Der Griff zu chemischen Arzneien sei oftmals bequemer als die Zubereitung von auf­ wendigen Tinkturen und Kräutertees, gerade in einem industrialisierten Land wie Süd­ korea. «Vielleicht können wir mit dem Bei­trag den einen oder anderen Süd­ korea­ ner anregen, wieder vermehrt auf die heilende Kraft der Natur zu set­ zen. Es würde mich freuen», sagt Peter Brech­bühl. Denise Muchenberger

Peter Brechbühl

Heilkraft der Natur

Manfred Meienberg

Klappe, die erste … Die Drogerie Früher führten Drogerien einige Arzneimittel und Kräuter, haupt­ sächlich aber Haushaltsartikel, Lebensmittel, Farben oder Gar­ tenzubehör. Manche verkauften auch Spirituosen, vom Magen­ bitter bis zum Schnaps, oder sie machten Passfotos. Mit dem Auf­kommen von Warenhäusern und Frischmärkten hat sich das Sortiment seit den 1950er-Jahren immer mehr hin zu Arznei­mit­ teln spezialisiert, aus Schul- und Komplementärmedizin nota­bene, oft haben sie auch eigene Haus­ spezialitäten (siehe auch Artikel auf Seite 16) im Ange­bot. Die Drogerien sind damit eine wich­ tige Anlaufstelle bei allen Fragen rund um die Selbst­medikation (siehe auch Artikel auf Seite 9). Weiterhin bieten Dro­gerien ­jedoch ein breites Sor­timent an Reformprodukten, Haushalts­ artikeln oder Nah­rungs­ergän­ zungsmitteln.

Consumer Healthcare

Gabriel Mondaca, Susanne Keller

Der Begriff «Consumer Healthcare» ist seit einigen Jahren gebräuchlich, viele Pharmaunternehmen haben unter­ dessen Consumer-Healthcare-Sparten. Dazu gehören neben rezeptfreien Arz­ neimitteln (OTC-Arzneimitteln, siehe auch Artikel auf Seite 9) auch Produkte aus den Bereichen Ernährung oder Schönheitspflege. Consumer Health­ care soll den Einzelnen (Consumer/ Konsument) dazu befähigen, sich selber um seine Gesundheit zu kümmern, es geht also im Grund um Selbstmedi­ ka­tion (siehe auch Artikel auf Seite 9). SIGRISWIL GOES SÜDKOREA Drogist HF Peter Brechbühl im Fokus.

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Quellen: Allied Market Research / Consumer Healthcare Products Association CHPA

GESUND BERATEN 15


DOSSIER

Hausspezialitäten

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Hausspezialitäten werden Arzneimittel genannt, die Droge­ rien nach eigener Formel selbst herstellen. Das können ­beispielsweise spagyrische Sprays, Cremen oder Tees sein. Haus­speziali­täten dürfen von Drogerien nur in kleinen Mengen und nur für die eigene Kundschaft hergestellt wer­ den, da sie von der Swissmedic nicht zugelassen sind. Ausserdem müssen die Drogerien sie beim Kantons­apothe­ker anmelden. Dies gilt nicht für die Ad-hoc-Herstellung von spagyrischen Sprays, die direkt vor dem Kunden gemischt werden. Quelle: Swissmedic

Indikation Der Begriff «Indikation» oder «Heil­ anzeige» bezeichnet in der Medizin den Grund zur Verordnung eines be­ stimmten diagnostischen oder thera­ peutischen Verfahrens. Das Schwei­­ze­rische Heil­mittelinstitut Swissmedic prüft die Indi­ka­tionen von Arzneimit­­­ teln bei der Zulassung. Um zu ­wissen, welche Behand­lung in einem Fall ­angebracht ist, muss die Fach­person die Art und die Schwere der Krank­ heit kennen. Im Wissen über drohende Komplikationen und den Ver­lauf einer Erkrankung, verbunden mit Informationen über den Patien­ten wie Alter oder mögliche Begleiter­kran­ ­kun­gen, kann die Fachperson ent­ scheiden, welche Behandlung ange­ bracht ist. iStock.com/sturti

Quellen: Bernhard Kunz: «Pharmakologie/ Patho­physiologie 1/6», Lehrmittel Drogistin EFZ / Drogist EFZ, Band C, Careum Verlag, 2012 / «Der Brockhaus Gesundheit. Krank­ heiten e­ rkennen, verstehen und heilen», F. A. Brockhaus GmbH, 2004

Was ist ein Generikum? Wenn Pharmaunternehmen neue Medikamente auf den Markt ­bringen, lassen sie sie in der Regel durch ein Patent schützen. Ist dieser Patent­schutz abgelaufen (nach 20 Jahren), darf davon ein Nach­ folgemedikament, ein ­sogenanntes Generikum, ent­wickelt und her­ gestellt werden. Der Wirkstoff in diesem Gene­rikum ist der gleiche wie jener im Originalpräparat. Gene­rika sind in der Regel günstiger als Original­präparate, da der ­enorme For­schungsaufwand, der bei der Ent­wicklung eines ­Original­medi­kamentes anfällt, beim Generikum wegfällt. Quellen: «Pharma-Markt Schweiz», Inter­pharma, Verband der forschenden ­pharmazeutischen Firmen der Schweiz, 2018 / pharmawiki / Branchenverband Intergenerika

Kontraindikation

16 GESUND BERATEN

Quellen: Bernhard Kunz: «Pharmakologie/ Pathophysiologie 1/6», Lehrmittel Drogistin EFZ / Drogist EFZ, Band C, Careum Verlag, 2012 / «Gesundheit Österreich», öffentliches Gesundheitsportal des ­österreichischen Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz fotolia

Eine Kontraindikation oder Gegen­anzeige gibt an, unter welchen Um­stän­den ein Arzneimittel nicht angewendet werden darf. Eine solche Gegenanzeige kann zum Bei­spiel eine Schwangerschaft oder eine Über­empfindlichkeit gegen einen Stoff im Arzneimittel sein.

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So nehmen Sie teil Ihr Lösungswort mit Name und Adresse senden Sie an: Schweizerischer Drogistenverband, Preisrätsel, Nidaugasse 15, 2502 Biel wettbewerb@drogistenverband.ch Teilnahme via SMS: DS Abstand Lösungswort Abstand Name und Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS)



DROGISTENSTERN 8–9/19

Einsendeschluss 30. September 2019, 18.00 Uhr (Datum des Post­­stempels). Das richtige Lösungs­ wort wird im Drogistenstern 10–11/19 ­publiziert.

11.06.19 14:58

Kreuzworträtsel 6–7/19 Das richtige Lösungswort lautete «VERDAUUNG». Die Gewinnerinnen und Gewinner ­werden schriftlich benachrichtigt. Korrespondenz wird keine geführt. ­ Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

MITMACHEN & GEWINNEN 17


EIDGENÖSSISCHE WAHLEN 2019

«Alle sagen immer nur, was nicht geht» Die Aargauer CVP-Politikerin Ruth Humbel amtet seit 16 Jahren als Nationalrätin. Die Vizepräsidentin der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit über ihre Rezepte zur Senkung der Gesundheitskosten und warum es oft so schwierig ist, Lösungen zu finden. Frau Humbel, gehen Sie in die Drogerie? Ruth Humbel: Ja, Drogerien sind gute erste Anlaufstellen bei kleineren Be­ schwer­ den und in Sachen Komplemen­ tär­medizin. Ich finde es wichtig, die An­ gebote und Beratung in der Drogerie oder auch in der Apotheke zu nutzen, das spart Kosten.

Nationalrätin Ruth Humbel ist über­ zeugt: Gingen mehr Menschen bei klei­ neren Beschwer­den in die Drogerie statt zum Arzt, könnten wir Kosten sparen.

Trotzdem gehen viele lieber zum Arzt. Mit dem Resultat, dass die Kosten steigen. Es ist wichtig, die Gesundheitskompetenz der Menschen zu erhöhen. So, wie Sie das beispielsweise tun mit dem Drogis­ten­stern. Oder ich finde auch gut, was die Basler Versicherung gemacht hat. Ihre Ange­ stell­ ten müssen erst nach zehn Tagen Krankheit ein Arztzeugnis bringen. Fir­ men, die ab dem ersten Krankheitstag ein Zeugnis verlangen, treiben die Men­ schen auch mit Bagatellen in die Arzt­ praxen und Notfallaufnahmen. Was die Kosten in die Höhe treibt? Genau. Natürlich muss man bei ernsthaf­ ten Problemen zum Arzt, aber bei kleine­ ren Beschwerden ist das oft nicht nötig.

Gabriel Mondaca

Ruth Humbel Von 1981 bis 2003 sass die studierte Juristin Ruth Humbel für die CVP im Grossen Rat des Kantons Aargau. 2003 wurde sie in den Nationalrat gewählt. Sie ist Vize­präsidentin der ­nationalrätlichen Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit, Präsidentin der Stiftungen Radix, Zurich Vitapar­cours sowie EQUAM und sitzt im Verwal­tungs­rat der RehaClinic Bad Zurzach (AG) sowie der Versicherung Concordia. Ruth Humbel war jahrelang Spitzen­­läu­ fe­rin im Orientierungslauf.

DROGISTENSTERN 8–9/19


Die Menschen bezahlen sehr hohe Krankenkassenprämien, dafür möchten sie auch eine Gegenleistung. Ist das nicht gerechtfertigt? Die Aufgabe unseres Gesundheitssystems ist es, Krankheiten zu erkennen und zu heilen; oder zumindest die Lebensqualität zu verbessern. Aber meinen simplen Schnup­fen zu behandeln, das liegt in der Eigenverantwortung. Die Krankenkassen sind nicht für Erkältungen da? Ich frage mich: Wie können wir die Kran­ kenversicherung wieder auf das zurück­ führen, was sie ursprünglich war. Näm­ lich eine Versicherung, um Menschen da­vor zu schützen, durch Krankheit in finanzielle Not zu geraten. Sie davor zu bewahren, ihr Vermögen zu investieren oder, wenn sie kein Vermögen haben, auf eine Behandlung verzichten zu müs­ sen. Heute aber sind wir schon so weit, dass wir das Gefühl haben, alles müsse von der Kasse bezahlt werden. Aber warum soll ich verschnupft in die Drogerie und Geld ausgeben, wenn der Arzt mir etwas verschreiben kann und es die Versicherung bezahlt? Weil diese Rechnung nicht aufgeht. Wenn Sie in die Drogerie gehen mit Ihrem Schnupfen, bekommen Sie viel­ leicht einen Salzspray für die Nase und etwas gegen den Husten. Sagen wir, das kostet 15 Franken. Gehen Sie zum Arzt, kostet das schnell einmal 150 Franken. Zehn Prozent davon müssen Sie selber übernehmen, also kommen Sie ebenfalls auf 15 Franken. Und dazu haben Sie noch eine Franchise. Leider fehlt in die­ sem Bereich oft das Wissen. Am besten würde man gar nicht krank. Mit Prävention könnte man auch Kosten sparen. Das ist ein wichtiger Punkt, der mir am Herzen liegt. Wir investieren zu wenig in Prävention und Vorsorge. Dabei hat der Lebensstil einen grossen Einfluss auf die Gesundheit. DROGISTENSTERN 8–9/19

Sie sind seit fast 40 Jahren Politikerin, seit 2003 Nationalrätin. In dieser Zeit sind die Gesundheitskosten gestiegen und gestiegen und ein Ende scheint nicht in Sicht. Ist das nicht frustrierend? Bis vor acht Jahren habe ich immer ge­ sagt, ich mache so lange Politik, bis eine grosse Gesundheits- und Sozial­ver­siche­ rungsreform erfolgreich durch ist. (lacht) Denken Sie, Sie erleben das noch? Wir haben aktuell die einheitliche Finan­ zierung ambulanter und stationärer Leis­ tungen, kurz EFAS, auf dem Tisch. Damit sollen die Kosten im ambulanten und sta­ tionären Bereich künftig alle gleich zwi­ schen den Krankenversicherern und Kan­ to­nen aufgeteilt werden. Und es gibt das Kostendämpfungsprogramm mit 38 Mass­ nahmen. Leider sind sich alle Ak­ teure schon einig darüber, was sie nicht möch­ ten. Wir brauchen unbedingt einen Para­ digmenwechsel. Die verschiedenen Ak­ teu­ re sollten sich einmal fragen: Was kön­ nen wir tun? Stattdessen sagen sie im­mer nur, was nicht geht. Es gibt viele Vorschläge, wie die Gesundheitskosten gesenkt werden könnten. Ihre Partei, die CVP, hat die Initiative «Für tiefere Prämien – Kostenbremse im Gesundheitswesen» lanciert. Was bringt sie? Sie ist ein Druckmittel, damit die vorlie­ genden Reformen endlich durchgesetzt

werden. Sie verlangt, dass Bundesrat, Bun­ desversammlung und Kantone ein­ greifen müssen, wenn die Gesund­heits­ kosten im Vergleich zu der Lohnentwick­ lung zu stark steigen. Wird es all diesen Vorschlägen besser ergehen als früheren, die scheiterten? Die grosse Schwierigkeit ist wie gesagt, alle Akteure zum Mitmachen zu bringen. Nehmen wir das Beispiel der ManagedCare-Vorlage von 2012, die an der Urne scheiterte. Wir haben dafür in der Kom­ mission und in beiden Räten überpartei­ lich mit SVP, FDP, CVP, Grünen und SP zusammengearbeitet und eine gute Lö­ sung gefunden – und dann war plötzlich die linke Seite der SP dagegen, später kippte die SVP. Sie sehen, selbst wenn wir einmal etwas gemeinsam zustande bringen, spielen so viele unterschiedliche Interessen mit, dass solche Vor­lagen rasch gebodigt werden. Und trotzdem versuchen Sie es immer wieder? Natürlich ist es zwischendurch frustrie­ rend, weil wir nicht vorwärts kommen. Die Arbeit ist aber total faszinierend. Ich bin zudem eine Art Stehaufmännchen, was sicher auch damit zu tun hat, dass ich immer noch viel Sport treibe. Nach Niederlagen muss man dort auch immer wieder weitermachen. 

Interview: Bettina Epper

Eidgenössische Wahlen 2019 Am 20. Oktober 2019 wählt die Schweiz die 200 Mitglieder des Nationalrates sowie 45 der 46 Ständeräte neu. In Appenzell Innerrhoden wählt die Lands­ gemeinde die Ständevertretung jeweils im April vor den Nationalratswahlen. Die 200 Nationalrätinnen und Nationalräte repräsentieren die rund acht Millionen Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz. Am grössten ist die Zürcher Delega­tion mit 35 Mitgliedern. Die 46 Mitglieder des Ständerats repräsentieren ihren Kanton (Stand). Es sind je zwei pro Kanton. Obwalden, Nidwalden, Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Appenzell Ausser­rhoden und Appenzell Innerrhoden entsenden als «Kantone mit geteilter Standes­stimme» (Halbkantone) nur je einen Vertreter. Quelle: Schweizerische Bundeskanzlei, «Der Bund kurz erklärt 2019», 2018

WAHLEN 19


EIDGENÖSSISCHE WAHLEN 2019

Wie kann die Selbstverantwortun Kandidaten und Kandidatinnen für den National- und den Ständerat präsentieren ihre Rezepte. Eine einfache Massnahme, die Kosten im Gesundheitswesen zu senken, ist eigenverantwortliches Handeln. Statt sofort zum Arzt oder in die Notaufnahme zu gehen, reicht bei leichten Erkrankungen oft der Gang in die Drogerie oder Apo­theke. Aber

Edith GrafLitscher Nationalrätin (SP/TG) seit 2005. SEV-Gewerk­ schaftssekretä­ rin, Präsidentin nationalrätliche Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen, Präsidentin des Dachverbandes Komplementärmedizin Dakomed

Der Dachverband Komple­ men­tärmedizin, den ich präsi­ diere, informiert mit seinem Newsportal Millefolia.ch über die Möglichkeiten der sanften Medizin. Mit spannenden Texten wollen wir zur Er­hö­hung der Gesundheits­ kompetenz in der Bevölke­rung beitragen. Dies ist gerade für junge Personen und Eltern von Kleinkindern wichtig, die dieses Bewusstsein viel­ leicht noch nicht haben. Denn wir wissen, dass Men­ schen bewusster und ge­ sünder leben, die sich für Komplementärmedizin ­interessieren. Prävention ist immer noch die beste In­ves­tition in die Gesundheit.



Umfrage: Bettina Epper

Hans Stöckli

Lorenz Hess

Ständerat (SP/BE) seit 2011. Fürsprecher, Mitglied stände­ rätliche Kom­ mis­­­­sion für ­soziale Sicher­ heit und Gesundheit, erster Vize­ präsident Ständerat, Präsident Allianz Gesunde Schweiz

Nationalrat (BDP/BE) seit 2011. Eidg. dipl. PR-Berater, Gemeinde­ präsident, Mitglied nationalrätliche Kom­ mission für soziale Sicherheit und Gesundheit

Wir Menschen haben einen hervorragend ausgerüsteten Körper, dem wir mehr Auf­ merksamkeit schenken sollten. Jeden Morgen mache ich 10 Liegestützen und höre mir dabei zu. Ich finde es falsch, dass wir in der Schweiz mehr Geld aus­ geben für die Verwaltung des Gesundheitswesens als für die Prävention; das zu ändern, zähle ich auch zu meinen Aufgaben, zum Beispiel mit der Lancierung der Initiative «Kinder ohne Tabak». Wenn wir gesundheitliche Probleme haben, müssen wir unsere Gesundheits­kompe­ tenz und unser Selbst­manage­ ment stärken. Dabei ist es für mich selbstverständlich, dass ich unser Gesundheits­ versorgungssystem verant­ wortungsvoll nutze und zum Beispiel Generika kaufe.

Vorab bin ich auch als Poli­ tiker überzeugt, dass man bei sich selbst beginnen sollte, wenn es um Eigenver­ant­wor­ tung geht. Das bedeutet, ganz einfach, nicht beim ­geringsten Leiden den Arzt ­aufzusuchen. Ich habe die ­positive Erfahrung gemacht, dass Schmerzen oder leichtere Krankheiten oftmals von selbst wieder verschwinden. Und wenn nicht, gibt es die Drogerie oder die Apotheke, wo mir das Fachpersonal mit einem passenden Produkt helfen kann. Politisch kom­ men wir nicht um eine ange­ messene Kostenbeteiligung herum: Die Regelung der Prä­ mienrabatte für Wahl­fran­ chisen und der Selbstbehalt bleiben zentral.

APOTHEKE

20 WAHLEN

wie kann diese Selbstver­ ant­ wortung in der Bevölkerung ge­ stärkt wer­den? Acht Gesundheitspolitikerinnen und -politiker haben dem Drogistenstern diese Frage beantwortet.

Damian Müller Ständerat (FDP/LU) seit 2015. Mitarbeiter bei der Swiss Life, Mitglied stände­ rätliche Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit, Vize­ präsident der ständerätlichen Aussenpolitischen Kommission

Ein verantwortungsvolles Verhalten liegt in unserem ureigenen Interesse. Sind wir aktiv, essen wir gesund und konsumieren wir Tabak oder Alkohol wenn über­ haupt, dann nur massvoll, nehmen wir auch weniger medizinische Leistungen in Anspruch. Zudem fördert die bestehende moderate ­direkte finanzielle Beteiligung an den Kosten (Franchise) ein kostenbewusstes Ver­hal­ ten im Umgang mit medi­zi­ nischen Leistungen. Gene­reller ist ein eigenverant­wortliches Verhalten ein Zeichen des Respekts gegenüber den­jeni­ gen Menschen, welche auf unser Gesundheitssystem an­ gewiesen sind. Allen voran chronisch Kranke und ältere Menschen.

DROGERIE


Heinz Brand

Maya Graf

Nationalrat (SVP/GR) seit 2011. Lic. iur., Berater, Mitglied national­rätliche Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit, Präsident Krankenkassenverband Santésuisse

Nationalrätin (Grüne/BL) seit 2001. Dipl. Sozial­ arbeiterin HFS, Mitbewirt­ schafterin BioBauernbetrieb, Mitglied national­ rätliche Kommission für soziale Sicher­heit und Gesundheit

Ich unterstütze Vorstösse, welche die Eigenverant­wor­ tung der Bevölkerung ­stärken. Wer eigenverant­ wortlich handelt, lebt ­tendenziell gesünder und ver­ ursacht weniger Kosten, die das Kollektiv der Prämienoder Steuerzahler berappen muss. Es geht nicht, dass die Versicherten wegen jeder Bagatelle zum Arzt oder in den Spitalnotfall rennen. Etwas mehr Selbstkompetenz oder der Apotheker bzw. der Drogist kann in vielen Fällen kompetent weiterhelfen – ohne dass Kosten zulasten der Allgemeinheit anfallen. Auch in der kommenden Legislatur werde ich ent­ sprechende Vorstösse einrei­ chen und unterstützen.

Eigenverantwortung ist rich­ tig, es braucht dazu aber mehr Mittel für die Prävention und einen ganzheitlichen gesund­ heitspolitischen Ansatz. Nur in einer gesunden Umwelt und einem guten sozialen Umfeld können die Menschen auch gesund leben und sich gesund ernähren. Genauso wichtig ist die Stärkung der Solida­rität. Immer mehr Menschen ­können die stetig steigenden Krankenkassenprämien nicht mehr bezahlen. Das ist in der reichen Schweiz be­ schämend. Deshalb setze ich mich für die Erhöhung der Prämienverbilligungen und für die Einführung einkom­ mensabhängiger Prämien ein. Die Gesundheitskosten dürfen nicht alleine auf dem Buckel der Versicherten ­erfolgen. Auch die Leistungs­ erbringer wie Krankenkassen, Spezialärzte, Pharma­ branche etc. müssen ihren Beitrag zur Kostenreduktion leisten.

Fotos: zVg; Grafiken: fotolia

g gestärkt werden?

Isabelle Chevalley

Therese Schläpfer

Nationalrätin (Grünliberale/ VD) seit 2011. Dr ès sciences, unabhängige Beraterin, Mit­ glied nationalrätliche Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur

Nationalrätin (SVP/ZH) seit Juni 2019. Gemeinde­ präsidentin

Ich möchte diejenigen be­ lohnen, die aktiv etwas für den Erhalt ihrer Gesundheit tun. Wer zum Beispiel nicht raucht oder damit aufhört, sich regel­ mässig körperlich betätigt oder keine Drogen konsumiert, sollte unterstützt werden. Da­ für gibt es meh­rere Stoss­ richtungen: Prämienreduk­tion, Erhöhung der Kosten­betei­ ligung oder Ände­rungen bei den Franchisen. Zum anderen würden sich die Patientinnen und Patienten bei einer allgemeinen Einfüh­ rung des «Tiers garant»anstelle des «Tiers payant»-­ Systems der Kosten bewusst, die sie verursachen, und könnten zudem die tatsäch­ lich erhaltenen Gesund­heits­leistungen besser kon­ trollieren.

In persönlichen Gesprächen versuche ich, das Bewusstsein für eine gesunde Lebens­ weise zu wecken; gesunde ­Er­näh­rung und Bewegung sind wichtig. Mein Motto ist: Nichts übertreiben, alles mit Mass und dem Körper Sorge tragen. In der Gemeinde unterstütze ich sportliche Aktivi­täten. Bei uns gibt es Walking-Pfade mit unter­ schiedlich langen Strecken und den Anlass «go for five», bei welchem jedes Jahr am 5. Mai um 17.05 Uhr zu 5 km Walking gestartet wird. Zur Förderung der Eigenver­ ant­wortung auf nationaler Ebene befürworte ich auch die Gebühr beim unnötigen Ein­tritt in den Spitalnotfall.

WAHLEN 21


Foto: Susanne Keller/brusheezy.com; Illustrationen: fotolia

Früchte, Gemüse, Nüsse, Vollkornbrot und Milchprodukte sind nie verkehrt.

Eine Portion Gesundheit Was kommt ins Znüniböxli? Wir haben eine 1. Klasse in Basel besucht. Heute ist ein spezieller Tag für die Erst­ klässler im Isaak-Iselin-Schulhaus in Basel. Emma feiert ihren 7. Geburtstag und hat Schoggimuffins mitgebracht. Geduldig stel­len sich die Schülerinnen und Schüler in eine Einerkolonne und reiben sich ge­ nüsslich die Hände. Einer nach dem an­ dern sichert sich das süsse Gebäck – zur Feier des Tages darf herzhaft zugelangt werden. Ansonsten wird aber bereits im Kindergarten eine Kam­pagne für ein ge­ sundes Znüni lanciert – in der Primar­ schule, wo viel Energie fürs Lernen ver­ braucht wird, ist das Thema dann ein zentrales Anliegen. Früchte, Ge­müse, we­ nig Zucker und Vollkorn statt Weiss­mehl 22 ZNÜNI

werden von der Schwei­ze­ri­schen Gesell­ schaft für Ernährung empfohlen. Der Drogistenstern hat bei einigen der Erst­klässler einen Blick in das Znüni-Böxli werfen dürfen. Und mit der diplomierten Ernährungsberaterin Lina Martin, die am Universitäts-Kinderspital beider Basel ar­ beitet, die Inhalte studiert.

ger Nahrungsfasern (Ballaststoffe) drin sind. Ganze Früchte sind deswegen die bessere Alternative. Man darf die Kinder gerne auch an frisches Obst gewöhnen, nicht bei einem Nein gleich aufgeben. Es gibt so viele tolle Apfel- und Birnensorten und es lohnt sich, gemeinsam herauszu­ finden, was den Kindern schmeckt.

Nina, 7

Luca, 7

Quetschi (Pfirsich, Banane, Apfel), Vollkorn-Cracker Lina Martin: Ein Quetschi ist komforta­ bel zum Mitgeben, aber auch trügerisch: Die pürierten Früchte aus dem Quetsch­ beutel sättigen weniger lange, da weni­

Pistazien, Vollkorn-Cracker mit Avocado-Creme gefüllt und ein kleines Sandwich mit Kernenbrot und Avocado Lina Martin: Das ist mal ein kreatives Znüni! Wahrscheinlich braucht Luca viel Energie, weil die Eltern das Znüni-Böxli DROGISTENSTERN 8–9/19


mit reichlich Kohlenhydraten in Form der Cracker und Brot füllen. Die Avocado gehört zu den Ölfrüchten und ist exo­ tisch. Sie liefert aber auch wertvolle Vita­ mine und Mineralstoffe sowie einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Was hier fehlt, ist eine Eiweissquelle, aber wo­möglich war beim Zmorge bereits ein Milch­produkt enthalten.

Matteo, 7 Vollkorn-Cracker, Haselnüsse, ­ge­trock­nete Mangoschnitze, Cherrytomätli, Greyerzerkäse-Möckli Lina Martin: Hier haben wir von allem etwas, wobei bei den getrockneten Mango­ schnitzen gilt: Trockenfrüchte sind gene­ rell sehr viel zuckerhaltiger als frische Früchte. Es lohnt sich, auf die Packung zu achten, um wirklich naturbelassene Früchte ohne Zuckerzusatz zu kaufen. Cherrytomätli sind immer gut, sie passen gut ins Znüni-Böxli und sind bei Kindern dank der Farbe und des milden Ge­ schmacks hoch im Kurs. Käse-Möckli sind zur Abwechslung eine gute Idee, wir emp­

Fra gen Sie nac h

Gr at is M us te r in der Dro ger ie.

fehlen eine Portion von etwa 30 Gramm, was etwa der Grösse einer Zündholz­ schach­­tel entspricht.

Emma, 7 1 kleines Rüebli, 1 kleine Gurke, Trauben, Pekannüsse und ein ToastbrotSandwich mit Lyonerwurst Lina Martin: Bunt, abwechslungsreich, Ge­ müse und Früchte sind dabei – und auch naturbelassene Nüsse ohne Salz. Sie sind den gesalzenen Snack-Nüssen unbe­ dingt vorzuziehen! Ein Toastbrot mit Voll­korn würde etwas länger nähren, und bei der Lyoner gilt das Gleiche wie bei der Salami: Frischkäse oder Käse liefern wert­ volles Kalzium und sind längerfristig die bessere Alternative.

Rahel, 7 2 kleine Mini-Bananen und Käse-Vollkorn-Cracker Lina Martin: Die Mini-Bananen liefern schnelle Energie. Bananen haben mehr Zu­­cker als andere Früchte, aber in dieser Menge ist das in Ordnung. Man könnte

eine kleine Banane aber durch eine an­dere Frucht, eine Birne oder einen Apfel, er­set­­­zen. Das macht das Znüni farbiger. Viele Kinder mögen Voll­ korn-Cracker mit zu­ sätz­ lichem Ge­ schmack, etwa mit Käse. Da hier der Fett- und Salz­gehalt höher ist als bei «Nature»-Crackern oder Knä­cke­brot, lohnt es sich auch hier, abzuwechseln.

Marco, 7 Kiwi, Messer, Löffel, Laugensandwich mit Salami und Gurke Lina Martin: Eine Kiwi deckt den Frucht­ anteil, zu dem wir jeweils raten. Die Frucht hat viel Vitamin C und bringt Ab­ wechslung. Allerdings empfehlen wir, nicht allzu oft auf exotische Früchte zu­ rückzugreifen, dies aus ökologischen Grün­den. Ab und zu ist das in Ordnung, weil abwechslungsreiche und bunte Vita­ mine Freude bereiten. Statt Salami würde sich Frischkäse oder ein Hartkäse als Kalzium- und Eiweissquelle anbieten. Ab und zu sind Wurstwaren im Sandwich in Ordnung.  Denise Muchenberger

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«Es lohnt sich, auf den Körper zu hören» Noch mehr Fitness, noch mehr Muskeln, noch mehr Ausdauer – das liegt im Trend. Doch der Körper braucht auch Pausen. Die Frage ist nur: Wann? Wie merkt man in Zeiten von Selbst­ opti­ mierungsApps und Fitnesswahn, dass man zu viel Sport treibt? An schmerzenden Gelenken, Muskeln oder überdehn­ ten Sehnen? «Nicht unbedingt», sagt Sport­physiologin und Ärztin Christina Spengler, die das Labor für Human- und Sportphysiologie an der ETH Zürich lei­ tet. Zwar seien körperliche Anzeichen ernst zu neh­ men und Regenerationszeiten zwischen den Trainings wichtig. Ein Zei­chen, dass man es – auch als gut trai­ nierter Freizeitsportler – übertreibt, sendet aber oft­ mals der Kopf.

«Wer trotz regelmässigem oder gar erhöhtem Trai­ ning nicht besser wird und sich auch Stunden nach dem Sport schlechter fühlt, gereizt ist oder Stim­ mungsschwankungen hat, der mutet seinem Körper womöglich zu viel zu.» Spengler erklärt es an einem Ausdauer­ läufer: Wer korrekt trainiert mit dem Ziel, seine Ausdauerleistung zu verbessern, sollte mit der Zeit sein Tempo länger durchhalten oder schneller laufen können und sich auch besser fühlen. Das Hirn sendet die Signale für diese Leistung an die Muskeln. Fordert sich der Sportler aber übermässig,

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Auf einen gesunden Schulstart! Unsere Kinder brauchen für ihren Alltag eine grosse Portion Energie. Insbesondere zum Schulstart ist das Thema omnipräsent, denn eben diese Energie sollte gesund und nahrhaft sein. Neben Haus­ aufgaben stehen oftmals noch Fussballtraining und Musikunter­ richt auf dem Programm. Weil Kin­ der im Wachstum besonders viele Vitamine und Proteine benötigen, ist der kraftspendende Start in den Tag wichtig. Etwa in Form eines Müeslis oder eines Vollkornbrötlis. Ein buntes «Znüni» mit frischen Früchten und Nüssen kann neue Motivation spenden. Ergänzend zur gesunden Ernährung ist die Einnahme von natürlichen Nähr­ stoffen sinnvoll. Das Schweizer 24 SELBSTOPTIMIERUNG SONNENSCHUTZ

Viele Kinder treten nach den Sommer­ ferien ein grosses Abenteuer an. Mit gesunden Vitaminen gerüstet, kann der Schulstart kommen! Familienunternehmen Bio­Strath vertreibt seit 1961 ein Präparat mit über 60 Vital­ stoffen, darunter Mineralsalzen, Vitaminen,

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Vor allem Sportanfänger sollte mit kurzen Trainingseinheiten beginnen und sich nicht überfordern.

fühlt er sich nach dem Training ausgelaugt, ist schlapp, müde und verstimmt. Eventuell fängt er sich noch ein Virus ein, der Appetit nimmt ab, das Wohl­ befinden leidet. Das könnten Zeichen sein, dass der Körper überstrapaziert ist und dringend eine Pause braucht.

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Abwechslung bringts Und bei Anfängern? «Hier ist der anfängliche Muskel­ kater vorprogrammiert», sagt Spengler. Davon sollte man sich nicht gleich vom Sport abbringen lassen. Es sei vor allem wichtig, zu Beginn kurze Trai­nings­ein­ heiten zu absolvieren, damit ein «Zuviel» nicht gleich in der An­fangs­phase die Freude am Sport trübt. Also etwa 10 Minuten joggen, dann wieder 10 Minuten gehen, und dann wieder 10 Mi­nu­ten joggen. Ausserdem mag es der Bewegungs­ appa­ rat ab­ wechslungsreich: Also mal schwimmen, mal laufen, mal Velo fahren oder Intervalltraining mit dem Ziel unterschiedlicher Belastung für Muskeln und Gelenke – darüber freut sich der Körper. Zwar gibt es gewisse Faustregeln in der Sportwissenschaft, beispielsweise jene, dass pro zurückgelegten Kilometer ein halber Regenerationstag nötig ist, jedoch rät Christina Spengler lieber zu Achtsamkeit und auf ein «In-sichHin­ ein­ horchen». Jeder Mensch habe ­ individuelle Leistungsfähigkeiten, die auch stark von der Psyche abhängen können. «Es lohnt sich also, auf den Körper zu hören, unbedingt aber auch auf den Kopf. Sport sollte das Wohlbefinden erhöhen. Ist dies nicht mehr der Fall, lohnt sich eine Pause.» 

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Trockenshampoo: Zeitsparende Haarpflege Susanne Keller; vielen Dank an die Santag AG in Gwatt (Thun), wo dieses Foto entstanden ist. Montage: zVg/SDV

Die Haare waschen und föhnen braucht – insbesondere bei langem Haar – seine Zeit. Eine gute Alternative sind Trockenshampoos. Manchmal muss es einfach schnell gehen: Eigentlich würde man gerne noch die Haare waschen, weil ein fettiger Haar­ ansatz stört, man fühlt sich nicht richtig wohl in seiner (Kopf)haut. In solchen Momenten ist der Griff zum Trocken­ shampoo ein Segen, weil es im Nu dem Haar einen feinen Duft verleiht und es von Talg und Schmutzpartikeln befreit.

So funktionierts Es richtig anzuwenden, sei aber für ein gutes Ergebnis entscheidend, sagt Priscilla Henriques, dipl. Drogistin HF und Be­ triebsleiterin der der Dropa Drogerie in Glarus. «Wichtig ist, einen Abstand von circa 30 Zentimeter einzuhalten, wenn man das Trockenshampoo auf den Haar­ ansatz sprüht», sagt sie. So kann sich ein ganz feines Pulver auf dem Haar verteilen. Anschliessend lässt man das Tro­ cken­ sham­ poo je nach Fettigkeitsgrad zwi­ schen zwei und fünf Minuten einwirken und bürstet dann das Haar gut aus. «Wir raten zu Bürsten mit Wild­ schwein­borsten, da sie

die Schmutz­ partikel und den Talg am Haar­ansatz gut entfernen», sagt Priscilla Henriques. Da das Haar durch eine Bürste zusätz­ lich gereizt und aufgeraut werden könnte, ist es vor allem bei sehr lockigem Haar sinnvoller, mit den Fingern zu arbeiten. Das Trockenshampoo wie gewohnt auf­ sprühen, einige Minuten einwirken lassen und dann entweder mit den Fingern oder mit einem feuchten Handtuch entfernen.

Stark gegen Talg Schon viele ihrer Kundinnen hätten dank des Trockenshampoos eine übermässige Talgproduktion und einen stets fetten­ den Haaransatz in den Griff bekommen, erzählt Priscilla Henriques. «Vor allem von Mädchen im Teenageralter haben wir positive Rückmeldungen. In der Pubertät spielen die Hormone verrückt und die Talgproduktion läuft auf Hoch­ touren.» Ihnen rät die Drogistin, pro Woche nur

Priscilla Henriques Die 26-jährige dipl. Drogistin HF Priscilla Henriques ist seit 2019 Geschäfts­füh­re­ rin der Dropa Drogerie in Glarus. Ihre Spezial­ gebiete sind Naturheil­ mittel und Kosmetik. www.dropa.ch

zwei- bis dreimal die Haare zu waschen und an den anderen Tagen mit einem Tro­ ­ckenshampoo zu arbeiten. «Das Haar mit warmem bis heissem Was­­ser zu waschen, entzieht ihm immer auch Nähr­stoffe, das Föhnen strapaziert es zusätzlich.» Mit einem Trocken­ sham­ poo, das zwei- bis dreimal wöchentlich angewendet wird, kann eine überschüs­sige Talg­produktion auf schonende Weise reguliert werden. Ausserdem ist da ein erfrischender Duft, der bei korrekter Anwendung das Haar aufwertet. «Schlechte Ge­rü­che wer­ den gebunden und ausgebürstet. So hat man nach der Anwen­ dung nicht nur einen schö­ nen Glanz auf dem Haar, sondern es duftet auch wieder fein.» Trocken­sham­poos gibt es für alle mög­ lichen Kopf­haut- und Haar­ typen, auch für ju­­cken­de oder schup­ pige Haare. Auch ge­ tönte Tro­cken­sham­ poos sind auf dem Markt. Wo­bei es sich lohnt, auf hoch­ wer­ tige und milde In­ halts­stoffe zu achten. Denise Muchenberger

Einfach aufsprühen, ausbürsten, fertig.

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Wer gesunde weisse Zähne möchte, kommt um eine umfassende Zahnpflege nicht herum.

Ein Peeling für die Zähne Wir kennen es fürs Gesicht, für raue Hände und auch für den Körper: ein Pee­ ling, das abgestorbene Hautzellen auf der Oberfläche entfernt. «In etwa so funk­tio­ nieren auch Whitening-Zahn­pasten – es ist quasi ein Peeling für die Zähne», sagt Drogistin Daniela Gilgen aus der Dro­ge­ rie im Schwamedingerhuus in Zürich.

Wie ein Schmirgelpapier Gilgen hat die Inhaltsstoffe von White­ ning-Pasten genau studiert. Bei Pasten mit Bleicheffekt ist der sogenannte RDA-Wert («Relative Dentin Abrasion») erhöht. RDA bezeichnet den Abrieb an den Zähnen und gibt ganz konkret mit einer Zahl an, wie hoch der Anteil der körnigen Putz­ körper in der Paste ist. «Diese körnigen Inhaltsstoffe reiben den Zahn ab wie ein Schmirgelpapier und lösen somit auch Ver­färbungen», erklärt Gilgen. Genau wegen dieses Abrubbel-Effekts ist bei der Anwendung von WhiteningPasten Vorsicht geboten: «Wer zu häufig solche Pasten verwendet, riskiert, den 28 WHITENING-ZAHNPASTEN

natürlichen Schutz unserer Zähne, den Zahnschmelz, abzuschmirgeln und das Zahnfleisch zu reizen. So könnte es zu schmerzhaften, freistehenden Zahn­häl­sen kommen.» Deshalb am besten eine Zahn­ bürste mit weichen Borsten und nicht mehr als einmal wöchentlich Pasten mit erhöhtem RDA-Wert verwenden. Wer die Packung studiert, kann auf die An­gabe des Wertes achten. Bei einer normalen Zahnpasta ohne Whitening-Effekt liegt der RDA-Wert im Schnitt bei etwa 50, bei einer Whitening-Paste kann er schon ein­ mal bei 200 liegen.

Richtig putzen Wichtig sei ferner, die Zähne mit einer Auf-Ab-Bewegung zu reinigen und nicht horizontal, was wiederum zu Reizungen des Zahnfleisches führen könne. Optimal wäre, die Paste mit Weisseffekt nur punk­ tuell anzuwenden und jene Zähne, die von Kaffee, Tee oder Rotwein verfärbt sind, da­mit zu reinigen. «Für die gesun­ den Zähne ist es natürlich nicht gut,

Daniela Gilgen Die 27-jährige Daniela Gilgen ist seit Oktober 2017 Geschäfts­füh­re­ rin der Drogerie im Schwamedingerhuus in Zürich. Ihre Spezial­ gebiete sind Phyto­ therapie, Spagyrik und Orthomolekularmedizin. www.drogerieschwamendingen.com

wenn man mit zu harten Pasten den Zahnschmelz abrubbelt. Der Zahn­schmelz ist ein natürlicher Schutz der Zähne.» Am besten, man lässt sich in der Dro­ gerie beraten und schaut langfristig auf eine umfassende Pflege der Zähne. Dann können auch Verfärbungen durch Tabak oder Lebensmittel nicht so gut anhaften. «Und eine regelmässige Dentalhygiene ist ebenfalls zu empfehlen. Dann werden die Verfärbungen fachgerecht und auf eine schonende Art entfernt.»  Denise Muchenberger­ DROGISTENSTERN 8–9/19

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Zu einem strahlend-weissen Lächeln sagt niemand nein. Doch was ist von sogenannten Whitening-Zahnpasten zu halten?


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«Hygiene hat oberste Priorität» Damit eine offene Wunde gut heilen kann, braucht es Geduld – und die richtige Pflege. Wir haben eine Fachfrau bei einem Hausbesuch begleitet und ihr bei der Wundpflege über die Schulter geschaut. Sinéad Conway nickt zufrieden. «Das sieht doch schon viel besser aus.» Soeben hat die ausgebildete Pflegefachfrau den Ver­ band am Unterschenkel einer Klientin ge­löst. Sie begutachtet den alten Verband und die Wunde ganz genau. Dreimal wöchentlich schaut Conway an dieser Adresse in Basel vorbei. Die Klientin, eine 45-jährige Baslerin, leidet an einem Ulcus cruris, also an einem so­ genannten offenen Bein. Erst hatte sie die Wunde, die durch eine anfangs kleine Verletzung entstanden war, selber verarz­ tet. Doch die Wunde wurde stetig grös­­ser und hatte aufgeweichte Wund­ränder. Die Frau ging schliesslich zum Hausarzt, der

die Wundpflege in geschul­te Hände über­ gab.

Mehr als verbinden Deshalb kommt nun Spitex-Mitarbeiterin Sinéad Conway regelmässig vorbei. Zu Beginn waren es tägliche Visiten, nun, wo sich die Wunde stabilisiert hat, fallen die Besuche noch dreimal pro Woche an. Der Ablauf ist aber immer derselbe: «Als Erstes richte ich mich gut ein. Die Ar­beits­ instrumente lege ich immer auf eine ­ Schutzunterlage, die Hygiene hat oberste Priorität.» Mit Einweghand­schu­hen löst sie den Verband vorsichtig. Sie begutach­ tet ihn, um sich ein erstes Bild vom Wund­

zustand machen zu können. Nun werden die Hände noch einmal desinfiziert und frische Handschuhe angezogen. Dann ­be­gutachtet Conway die Wunde auf ver­ schie­ dene Kriterien hin: Wundsekret, Wund­­umgebung, Schmerz­empfind­lich­ keit und Heilungsverlauf. Wo­ bei zum Bei­spiel Rötungen, Über­wär­mung oder Schwellungen auf eine nicht wunschge­ mässe Heilung hindeuten könn­ ten, die bei Bedarf weitere medizinische Ab­ klä­ rungen erfordern. Heute ist aber alles in Ordnung, der Anblick zufriedenstellend. Sinéad Conway nimmt eine Kom­presse und gibt eine medizinische Koch­ salz­­ lö­ sung drauf. Damit reinigt sie die Wunde.

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Schweizerische Gesellschaft für Wundbehandlung Die Schweizerische Gesellschaft für Wundbehandlung (SAfW) erforscht, entwickelt und fördert die Wundbehandlung in der Schweiz. Der Verein bietet Informationen über sinnvolle und mögliche Untersuchungen, Therapien, Pflege und vorbeugende Massnahmen im Rahmen der Wundbehandlung für Fachkreise und interessierte Laien an. Die SAfW prüft und anerkennt Wund­zentren in der Schweiz. Diese Zentren erhalten das Label «SAfW-­aner­ kannt». Das Ziel ist, die Qualität der Pflege und Be­hand­lung zu sichern und Weiter­bil­dungen im Bereich Wundversorgung zu fördern. www.safw.ch

Drei wichtige Tipps der SAfW 1 Gehen Sie zum Hausarzt, wenn eine Wunde nicht in zwei Wochen heilt. 2 Wenn Sie zuckerkrank sind (Diabetes haben), melden Sie sich auch bei ­kleinen Fusswunden oder Hornhaut an den Füssen bei einer ausgebildeten Fachperson. 3 Halten Sie Ihren Tetanus-Impfstatus (Starrkrampf) aktiv.

«Ich lege die Kompresse mit einer Pinzette auf die offene Wunde und lasse sie min­ destens 10 Minuten einwirken.» Während dieser Reinigungsphase pflegt Conway die Hautumgebung mit einer rückfettenden Hautcreme. Dabei kann sie auch den ge­ samten Hautzustand beurteilen. Anschliessend entfernt sie mit der Pinzette sorgfältig das überflüssige Ge­ webe an der Wundoberfläche, das sich dank der Feuchtigkeit aufgeweicht hat. Auf die offene Hautstelle legt sie eine ste­ rile Hydrofiber-Wundauflage. Sie soll die Wunde feucht halten und den Hei­lungs­ prozess begünstigen. Die Wund­ rän­ der wer­­­ den mit einer speziellen Barriere­ creme versorgt, um sie vor Wundflüssig­ keit zu schützen. Dann kommt eine Kom­presse auf die betroffene Stelle, die mit einer selbsthaftenden Binde gut fi­ xiert wird.

Welche Materialien bei welcher Art von Wunde zum Einsatz kommen, müsse jeweils von Fall zu Fall und vor Ort ent­ schieden werden, erklärt Conway. «Ent­ weder verschreibt ein Arzt oder ein Spital die Wundpflegeprodukte oder wir von der Spitex schlagen dem Hausarzt etwas vor.» Nicht nur die Art der Wunde ist ent­ scheidend, sondern auch mögliche Aller­ gien und Schmerzempfindlichkeit der zu behandelnden Person. Neben Verbands­ material und Wundauflage hat Sinéad Conway immer Schere und Pin­zette zur Hand. Da die Spitex-Mitar­bei­ten­den alle möglichen Arten von Wun­den ­behandeln, lagern sie das ganze Material beim Kun­ den zu Hause. «Alle aus dem Team sind dafür verantwortlich, dass es immer ge­ nug von allem da hat, damit die nächste Kollegin gleich weitermachen kann», er­

klärt Conway. Um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen und alle auf dem­ selben Informa­tions­stand zu halten, füh­ ren die Spitex-Mit­ arbeitenden ein Ver­ laufs­blatt und ein Wund­protokoll.

Dankbarkeit spürbar Sinéad Conway ist schon zehn Jahre auf dem Beruf und hat in ihrer Karriere bei der Spitex schon viele verschiedene Wunden verarztet und gepflegt. Wichtig sei, sich genügend Zeit für eine Wund­ behandlung zu nehmen und nicht vom einen auf den anderen Tag eine wunder­ same Heilung zu erwarten. «Es braucht oft Zeit, bis eine offene Stelle geheilt ist.» Verschlechtert sich der Zustand eines Wundpatienten, kann der Spitex-interne Wundexperte zurate gezogen werden. «Es ist wichtig, bei Komplikationen rasch zu handeln und fachlichen Rat beizuziehen.» Wer zu spät zum Arzt geht, riskiert schwere Entzündungen, die bis zu einer Amputation führen könnten. Neben der korrekten Versorgung und Pflege einer Wunde ist auch der persönliche Kontakt zum Kunden wichtig, sagt Sinéad Con­way. «Unsere Visiten werden geschätzt, ich spüre da eine grosse Dankbarkeit.» Gut möglich, dass gerade dieses persön­liche Kümmern den Heilungsverlauf entschei­ dend beeinflussen könnte.  Denise Muchenberger­

Impressum  39. Jahrgang Auflage 182 907 Exemplare (WEMF-Beglau­bigung 9/2018), 1 092 000 Leser (1 022 000 deutsch­sprachige ­gemäss Mach Basic 2018-2 und rund 70 000 ­franzö­sisch­sprachige)  Herausgeber Schweize­rischer Drogisten­verband, Nidaugasse 15, ­2502 Biel, Telefon 032 328 50 30, Fax 032 328 50 41, info@drogisten­verband.ch, drogisten­verband.swiss Geschäftsführung Frank Storrer  Redaktion Heinrich Gasser, Chefredaktion und Leiter Medien und Kommunikation, h.gasser@drogisten­verband.ch; Bettina Epper, Chef­re­daktorin Stv., b.epper@­drogistenverband.ch; ­Denise Muchenberger, d.muchenberger@drogisten­verband.ch  Fachliche ­Beratung Elisabeth von Grünigen-Huber, Dr. phil. nat. Anita Finger Weber (Wissenschaftliche Fach­stelle SDV); Marisa Diggelmann (Drogistin HF); Isabella Mosca (Drogistin HF); Adrian Würgler (Drogist HF)  Layout Hiroe Mori  Fotogra­f­in ­Susanne Keller  Titelbild ­Susanne Keller  Druck Stämpfli AG, 3001 Bern  Verkauf ­und ­Sponsoring ­Tamara Freiburg­haus, Leiterin Verkauf, ­Vertrieb und Sponsoring, t.freiburghaus@drogisten­verband.ch; Gentiana Hulaj, g.hulaj@drogisten­verband.ch; Daniela Mondaca, Anzeigen­administration, Telefon 032 328 50 51, ­ inserate@drogisten­verband.ch  Abonnemente J­ ahresabonnement Fr. 26.– ­(6 Aus­gaben, inkl. MWSt); Telefon 058 200 55 22, Fax 058 200 55 56, abo@­drogistenstern.ch. Bestellen Sie jetzt ­kostenlos eine Ausgabe des Drogisten­sterns via E-Mail an info@drogisten­verband.ch oder unter Telefon 032 328 50 30.

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