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PERSPEKTIVEN

wERKzEugE

VoN chRISToPhER dEll

mIT chRISToPhER dEll, axEl KufuS, maRc PIESbERgEN, JoachIm SchIRRmachER, JudITh SENg,

VoN JoachIm SchIRRmachER

56 dIE gaNzE gESchIchTE

10 KoauToRENSchafT VoN JüRgEN Schulz uNd aNdREaS gallINg-STIEhlER 15 ImPRoVISaTIoN alS TEchNologIE VoN JudITh SENg

25 41 RücKblIcK alS auSblIcK

dESIgN REaKToR bERlIN

VoN axEl KufuS

STaNdbEIN/SPIElbEIN 2 6

Music Drop

Musik in Form eines Tropfens, der wie ein Pfropfen ins Ohr passt. Sie kommt in zwei Varianten: als Schnittstelle oder als Ding gewordenes Musikstück. Das Interface hält Musik als Daten, so wie wir es von digitalen Medien gewohnt sind. Auf diese Weise kann der Tropfen mehr, ist aber weniger. Er lässt sich laden, löschen, überschreiben, abspielen. Als MusikDing dagegen kehrt der Tropfen in den beinahe vergessenen Modus Material gewordenen Klangs zurück. Denn dann spielt jeder Tropfen nur ein Lied, sein eigenes Lied, singulär wie eine Single.


PERSPEKTIVEN

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StAnDBEin/SPiELBEin

notiz des initiators von Axel Kufus

Das Spiel mit dem Standbein ist ein riskanter Akt, der Gleichgewichts- und Reaktionsvermögen herausfordert, damit wir nicht stolpern oder gar fallen: wohin mit dem anderen Bein, wie die Balance halten, welche neue Position finden? Vorbild ist die klassische Figur des Kontrapost, in der die Aufgaben seit dem Altertum harmonisch verteilt sind: Durch Übernahme aller Lasten ermöglicht das Standbein dem Spielbein Aktionsbereitschaft und liefert damit den Ausgangspunkt für ein ganzkörperliches Zusammenspiel von Spannung und Entspannung, Ruhe und Bewegung, Grundlage und Möglichkeit. Wer dagegen mit beiden Beinen auf dem Boden steht, erzeugt paradoxerweise eine labile Statik, die nur in Fällen gewichtiger Belastungen von oben ratsam erscheint, falls die Dynamik der Situation nicht ohnehin den Ausfallschritt zur Erweiterung der Standfläche erfordert. Beide Beine im Spiel hingegen machen schnell atemlos und kanalisieren die Energie aller Sinne in Richtung Kraftreserve für den weiteren Ablauf des einmal Begonnenen.


STaNdbEIN/SPIElbEIN

Das Standbein kommt häufig als Metapher für das Grundvermögen, die Kernkompetenz oder Produktionsbasis zum Einsatz, das Spielbein verkörpert Forschung und Entwicklung. Doch ist mit dieser straffen Funktionsteilung schon das ideal einer Persönlichkeit oder eines Betriebssystems erreicht? Wer will schon – zu Lebzeiten – als klassische Statue enden? Oder – etwas sportlicher – als Basketballer im Sternschritt, der im Radius um sein einmal gesetztes Standbein nur noch den Ball abgeben kann? Dagegen hilft es, Standbein und Spielbein immer wieder zu wechseln, um in Bewegung und am Leben zu bleiben. Wer das Standbein aufs Spiel setzt, stellt im übertragenen Sinne die eigenen Ressourcen und Standards auf die Probe, wirft sie in den Ring, konfrontiert sie mit Forschung und Entwicklung, mobilisiert Experimentier- und innovationskraft, verknüpft das Gesetzte mit dem Freien, das Gekonnte mit dem noch Vagen, um dann das Gewagte kennen und können zu lernen. Denn auf diesem neuland, dem neu Gekonnten, können Standbeine Halt finden und sich auf das nächste Spiel vorbereiten. Ein derartiges Wechselspiel ist riskant; es erfordert viel Offenheit und Energie und überfordert möglicherweise das Alltagsgeschäft der Routiniers, es bringt Unruhe in die Konzentration der Disziplinen, kann ungeahnt und ziellos verrauschen, oder – im besten/schlimmsten Fall – enorme Potenziale freisetzen, die kaum abwarten können, genutzt zu werden. Mit dem Design Reaktor Berlin haben wir ein experimentelles Projekt gestartet, das die Stand- und Spielbeine vieler Beteiligter aus Hochschule, Unternehmen und Markt in Bewegung setzt. Die Spielregeln der Reaktor-Prozesse sind grenzüberschreitend. Die Verknüpfung kreativer Strategien aus dem Design mit technologischen Strategien aus Betrieben jeglicher Couleur und den ökonomischen Strategien diverser Verwertungswege öffnet den Weg für neue Produktideen unabhängig von vorhandenen Produktionskapazitäten und Vertriebsmöglichkeiten, also unabhängig vom jeweiligen Standbein. Diese gemeinsame Entwicklung fördert gleichzeitig Qualitäten, die durch klassische Designdienstleistung oder im Rahmen hauseigener Produktion nicht entstehen könnten. Die Werkstatt wird zum temporären Labor, der Standort zum Spielfeld, die vereinzelten Disziplinen zur gemeinsamen Entwicklungskompetenz. Der Prototyp ist das Produkt, der Markt ist global. Ein treffer, der seinen Weg in die Welt findet, die vielen Hürden zur innovation überwindet oder unterläuft und Rückflüsse erzeugt, ist damit selbstverständlich noch nicht garantiert. Aber riskiert.

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PERSPEKTIVEN

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—> RESONANZ, S. 118

Schon die ersten heißen Monate des Design Reaktors Berlin haben über Verknüpfungen, Verdichtungen und Wechselwirkungen das enorme Potenzial künftiger Kooperationen sichtbar gemacht. Die Spitze eines Eisbergs, der bei Weitem noch nicht ausgelotet ist. natürlich fehlt es an Erfahrungen mit geeigneten Formaten und der praktischen integration in verschiedene Kontexte, es fehlen kreative Plattformen zwischen den forschenden und lehrenden Disziplinen und vitale Verknüpfungen zum Markt. Es fehlt aber nicht an Möglichkeiten, sie zu schaffen. Die Bereitschaft wächst. Zunehmend wird der Standort Charlottenburg als gemeinsamer Campus von technischer Universität und UdK begriffen, der einen vielfältigen Zugang zu den versammelten technischen, wissenschaftlichen und künstlerischen Einrichtungen und Kompetenzen ermöglicht. Offene Spielplätze in der Forschungslandschaft werden zum idealen Pflaster für die Gründung, Ansiedlung und Beteiligung von Unternehmen. Die Zeit ist reif für ein weitreichendes Zusammenspiel, für den tanz von Standbein und Spielbein.


STaNdbEIN/SPIElbEIN

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M

it dem Design Reaktor Berlin haben wir ein experimentelles Projekt gestartet, das die Standund Spielbeine vieler Beteiligter aus Hochschule, Unternehmen und Markt in Bewegung setzt.

Axel Kufus


PERSPEKTIVEN

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DESiGn REAKtOR BERLin

ingredienzen der Projektgestaltung von Judith Seng

—> StANdbEiN/ SpiElbEiN, S. 2

—> pROZESS, S. 76

Der Design Reaktor Berlin beschreibt einen definierten Raum, der mit verschiedenen ingredienzen angereichert wird, um experimentelle Reaktionen zu erzeugen. Übergeordnetes Ziel dieses Reaktors war der Anstoß zukunftsweisender Entwicklungsstrategien für postindustrielle Standorte wie Berlin. Unsere these und Aufgabenstellung: Das Zusammenspiel kreativer und produzierender Milieus in einem gemeinsamem Produktentwicklungsprozess. nach 12-wöchiger Reaktor-Phase bezeugen viele Bilder und über 50 Prototypen¹ das dynamische und fruchtbare Geschehen. Weniger sichtbar sind die vielfältigen Prozesse, die im Rahmen der Produktentwicklung angestoßen wurden; die persönlichen Begegnungen und Erfahrungen, neuen Perspektiven und impulse, die weit über das spezifische Projekt hinaus wirken. trotz der Schwierigkeit, diese flüchtigen und unsichtbaren Ergebnisse als Wert begreifbar zu machen, haben diese Elemente ebenso wesentlich zum Erfolg der Reaktor-Prozesse beigetragen. in diesem Sinne möchten wir mit dieser Publikation einen differenzierten Blick auf die sichtbaren bis unsichtbaren, auf die kurz- bis langfristigen Effekte dieser Prozesse werfen. 1 Vorabexemplar oder erste Ausführung eines Produkts vor der Serienfertigung, das zur Erprobung von Eigenschaften dient.


dESIgN REaKToR bERlIN

Produkte als Vehikel Die große Stärke eines Produkts liegt in seiner Körperlichkeit. Ein Objekt besitzt einen Ausdruck und kann einen nutzen haben; es ist immer fassbar, meist herstellbar und manchmal verkaufbar. Diese Formgebung einer idee, ihre „Geburt“ als Prototyp, zählt zu den eindrucksvollsten Kompetenzen der Designdisziplin. Als greifbares Objekt kann die idee plötzlich begehrt oder gehasst, erprobt und sogar besessen werden. Vor allem aber scheinen Konsumenten, Vermarkter, Designer, Wissenschaftler und Journalisten diese fassbare Sprache gleichermaßen zu verstehen. Übertragen auf die Produkte des Design Reaktors Berlin sollten sie nicht nur ihre emotionale bis funktionale Alltagsaufgabe erfüllen, sondern gleichzeitig als Mittler zwischen verschiedenen Gestaltungsdisziplinen und Berliner Produktionsbetrieben, zwischen Hochschule und Markt agieren, um so die unterschiedlichen Kompetenzen, Rhythmen, Sprachen und Werte in einem gemeinsamen Vorhaben zusammenzubringen. Prozessgestaltung Von der idee bis zur Verwertung sind viele Austauschprozesse nötig. im Umkehrschluss kann auch die Produktentwicklung in ebendiese Prozesse eingreifen. im Design Reaktor Berlin provozierte die zeitliche Verdichtung und das disziplinäre Zusammenrücken eine inhaltliche und räumliche Erweiterung der beteiligten institutionen. Schon während der ersten ideenfindung wurden unterschiedlichste Akteure aus Vermarktung, Produktion und Recht involviert, um die Entwicklung von Anbeginn aus diversen Perspektiven mitzugestalten. Aus Sicht der sozialen Prozessgestaltung sind die entstandenen Produkte in erster Linie Vehikel für Kooperationsprozesse zwischen Disziplinen, Hochschule und Markt. nutzen und Vermarktung stehen demnach zwar an zweiter Stelle, sind aber gleichzeitig unverzichtbar für den Austausch zwischen den Milieus. Sie stellen den eigentlichen Anreiz für die Entwicklung vitaler Eigendynamiken und den Aufbau von Kompetenznetzwerken zwischen Patentrecht, Vermarktung, Produktion und Gestaltung. Open Briefing Ein Plan beschreibt meist, was aus der aktuellen Perspektive schon vorstellbar ist. in der Praxis zeigte sich, wie viel mehr entstehen kann, wenn ein Briefing ² nur minimale 2 Der Begriff „Open Briefing“ wurde im Design Reaktor Berlin als Beschreibung eines Projektplans mit minimaler Vorgabe diskutiert. Diese Unschärfe soll ungeplante Prozesse ermöglichen und die identifikation mit dem Projekt stärken, da sie Spielraum für individuelle Aufgaben schafft.

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—> SiEbEN WEgE dER ENtWicKluNg uNd VERWERtuNg, S. 82

—> diE gANZE gESchichtE, S. 56


PERSPEKTIVEN

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—> RücKblicK AlS AuSblicK, S. 43

Strukturen vorgibt. Ausgangspunkt des Design Reaktors Berlin war eine kaum zweiseitige Vorhabensbeschreibung mit kurzer Planungsphase, in der grundlegende Meilensteine definiert und teilnehmer gewonnen wurden. Erst im eigentlichen Projektverlauf entwickelte sich der Design Reaktor Berlin zu dem, was er heute ist, denn im offenen Prozess entfalten sich ungeahnte Potenziale: Erwartungen können hier übertroffen, aber auch unterlaufen werden. Aus dieser Erfahrung ergaben sich spannende Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen an die Steuerung dynamischer und komplexer Prozesse.

Heterogenes netzwerk Das Besondere am Design Reaktor Berlin? Hier trafen Menschen zusammen, die sonst kaum miteinander in Berührung gekommen wären. interessante Heterogenität war durch die sorgfältige Auswahl der Projektpartner garantiert: Von insgesamt 75 persönlich angesprochenen, mit—> WERKZEugE, telständischen Kleinunternehmen aus dem Berlin konnS. 28 ten 52 zur teilnahme am Design Reaktor Berlin gewonnen werden. Auch innerhalb der Universität der Künste Berlin beteiligten sich vier verschiedene Fachrichtungen der —> bEtEiligtE, Fakultät Gestaltung, ergänzt durch zahlreiche externe S. 129 Experten. All diese Projektteilnehmer haben den Design Reaktor Berlin als tatkräftige Akteure, konstruktive Beobachter, Berater oder Unterstützer entscheidend definiert und mitentwickelt. Verbindende Räume Wie sieht ein Ort, eine Plattform aus, die eine heterogene Mischung von Disziplinen, Branchen und institutionen temporär zusammenbringt? Wie können die spezifischen Arbeitsweisen, Sprachen und Werte einander verstärken? Gleich zu Beginn des Projekts wurde über einen Kooperationsvertrag, der allen Urhebern eine Beteiligung am mög—> WERKZEugE, lichen Profit zusichert, ein „Vertrauensraum“ definiert, S. 26 der Prozesse mit offenem Ausgang fördert. Auf anderer Ebene lieferte das Corporate Design des Design Reaktors einen übergreifenden „identifikationsraum“. Ganz im Sinne des Projekts entstand das Corporate Design parallel zu den Produktentwicklungen und verkörpert als Abbild der entstehenden Projektidentität den —> WERKZEugE, institutions- und bereichsübergreifenden, symbolischen S. 31 Projektraum. Die eigentlichen, physischen Projekträume wurden hingegen nur temporär bespielt. Zwei „Open Spaces“³ 3 Unbesetzte Räume, die immer wieder neu bespielt werden können und nicht von einer Gruppe oder Person dominiert werden.


dESIgN REaKToR bERlIN

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an der Universität der Künste dienten als Plattform für kleinere und größere Zusammenkünfte, ein kleines Design Reaktor-Büro als kontinuierliche Anlaufstelle für das weit verstreute netzwerk. Die meisten der 180 Beteiligten arbeiteten in ihren eigenen Werkstätten und Büros in ganz Berlin. Öffnende Räume Durch konkretes Handeln und sichtbare Ergebnisse hat das Projekt große Resonanz erzeugt. Gleichzeitig wirft diese praxisorientierte Arbeitsweise viele übergreifende Fragen auf, die über das spezifische Projekt hinaus von Bedeutung sind. Denn was bedeutet es, wenn eine Kunsthochschule Patente anmeldet? Oder sollten angewandte künstlerische Strategien vielmehr das Diskussionsfeld zwischen „Open Source“ und „intellectual Property Rights“ ⁴ erweitern? Denn wer ist bei der multiperspektivischen Produktentwicklung überhaupt der eigentliche Urheber? Und welche Auswirkungen hat dies auf unseren Umgang mit Autorenschaft? in der Praxis wird deutlich, welche Herausforderungen bei der Organisation komplexer Prozesse auftreten, wenn sich die Strukturen erst durch das Projekt herausbilden. Wie also könnten Handlungsstrategien für eine integrative Planung und Umsetzung aussehen, um von „top-down“ und „bottom-up“ Steuerung zu profitieren? Fragestellungen dieser Art könnten zukünftig in entsprechenden „Denkräumen“ vertieft werden, die den praktischen Prozess begleiten. Es könnte ein Zusammenspiel aus schnellem, wirksamem Handeln und übergeordneter Reflexion entstehen, das eine nachhaltige, vielschichtige Wirkung erzeugt. Der Design Reaktor – als definierter Raum für den Anstoß experimenteller Entwicklungen – würde so zum umfassenden Prototyp¹ für exemplarische Handlungsszenarien, um Dinge, Prozesse, Räume und Denkräume iterativ zu gestalten.

4 Debatte zwischen Befürwortern frei verfügbarer Software, welche quelloffen ist, verändert und weitergegeben werden darf, und Verfechtern des Schutzes der Rechte an geistigem Eigentum.

—> RESONANZ, S. 113

—> tEmAE, S. 96

—> KOAutORENSchAft, S. 10

—> impROViSAtiON AlS tEchNOlOgiE, S. 16


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KOAUtOREnSCHAFt

Die Entstehung von neuem aus der Unschärfe der Verhältnisse von Jürgen Schulz und Andreas galling-Stiehler

Entwerfer, Berater, Projektemacher, Experten, Juroren, kleinere und mittlere Unternehmen – im Design Reaktor Berlin treffen unterschiedlichste Menschen aufeinander. Die wechselseitige Einwirkung dieser Menschen, ihre Auseinandersetzung mit Materialien, Unternehmen, Ästhetik und Wissenschaft, sollte kreative Gegenwirkungen erzeugen. Zum Modus des Design Reaktors Berlin gehört dabei auch die Suche nach etwas, von dem anfänglich niemand genau wusste, was es eigentlich sein würde. Dieser Ansatz widerspricht zunächst der rationalen Vorstellung zielgerichteter Planung, bei der das Ziel von Anbeginn feststeht. in der Praxis ist diese Unschärfe weit weniger ungewöhnlich – es ist der Modus der Entdeckung und Bricolage (Bastelei). im Design Reaktor Berlin ging diese Unschärfe des Gestaltungsprozesses mit einer weiteren einher – der Unschärfe hinsichtlich Verfasser und Urheber. Die Konzeptualisierung dieser Koautorenschaft in innovationsprozessen ist eine zentrale Anschlussperspektive des disziplinübergreifenden Forschungsprojekts Design Reaktor Berlin.


KoauToRENSchafT

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Ein offener Prozess – das ist zunächst abstoßend. Wer mit einer Überfülle an Eindrücken, informationen, Material und Kommunikation konfrontiert wird, zieht sich erst einmal zurück und entwickelt eine Abwehrreaktion, die sich an das nächstliegende hält und auf dem Vertrauten beharrt. Paul Arden, Ex-Creative Director bei Saatchi & Saatchi: „We try to make sensible decisions based on the facts in front of us. the problem with making sensible decisions is that so is everyone else.”¹ Die soziale Qualität des Design Reaktor-Prozesses lag in der Umkehrung der individuellen Abwehrreaktion in ein kollektives Handeln – aus Konkurrenz sollte Emergenz entstehen. Rollen wie Student, Professor oder Unternehmer wurden für einen dialogischen Gestaltungsprozess genutzt. Koautorenschaft als Austausch im Sinne Boris Groys´ ging es darum, innovation durch eine neuinterpretation und Kontextualisierung² von Material, Produktion und Kommunikation zu erreichen. Für Groys vollzieht sich innovation „hauptsächlich in der kulturökonomischen Form des tausches. Dieser tausch findet zwischen dem profanen Raum und dem valorisierten kulturellen Gedächtnis statt, das aus der Summe der kulturellen Werte besteht, die in Museen, Bibliotheken und anderen Archiven aufbewahrt werden, sowie aus den Gepflogenheiten, Ritualen und traditionen im Umgang mit diesem Archiv.“ ³ Der Design Reaktor Berlin zwingt die Autoren dieses symbolischen tausches sozusagen in den gegenseitigen Austausch – in die Koautorenschaft. Es entstehen Gespräche, die über ein Werk – ein Produkt – weitere Gespräche auslösen. Die zwangsläufigen semiotischen Unschärfen – was bedeuten diese ungewohnten Produkte, welchen Sinn haben sie? – lassen auf Produzenten- wie Konsumentenseite Raum für neue interpretation. Der „valorisierte Raum“ wird aufgemacht, die Gestaltung des Produktes wird zwangsläufig auch eine Gestaltung von Kommunikation. Aus diesem Grund war auch der Studiengang Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an dem Projekt beteiligt. Koautorenschaft zwischen theorie und Praxis Die „Öffnung des valorisierten Raumes“ – das Zulassen des neuen nicht nur in der Gestaltung konkreter Produkte, sondern auch in der Gestaltung der Beziehungen zwischen 1

Arden, Paul, „Whatever you think, think the opposite.“; London 2006

2 Vgl. Groys, Boris, „Über das neue. Versuch einer Kulturökonomie.“; Frankfurt a. M. 2004, S. 50 3

Ebenda, S. 119

—> fRAgmENt StORE, S. 88


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W

ir stützen uns auf den Ablauf des Prozesses „ statt auf unsere Werkzeuge, um die erwünschte Wirkung zu erzielen; wir versuchen nicht, Pläne zu entwerfen, sondern ziehen nutzen aus dem, was durch die Situation gegeben ist und was ihre Entwicklung uns verspricht“ François Jullien


KoauToRENSchafT

den Akteuren – hatte auch für das „Forschungsprojekt“ Design Reaktor Berlin Konsequenzen: eine Unschärfe in den Beziehungen zwischen theorie und Praxis. Von theorie wird heute erwartet, dass sie die Praxis anleitet, als Arbeitsprogramm einer Wissenschaft dient. Praxisgerecht als manisches Wissenschaftskonzept – das drückt sich heute nicht zuletzt in der inflation von Studiengängen aus, die sich auf hoch spezialisierte Funktionen und am Zeitgeist orientierte Praktiken wie Markenführung oder Digitalisierung fokussieren. Ein solches Konzept der Koautorenschaft von theorie und Praxis hätte dem Design Reaktor Berlin zu vielen plausiblen Rezepten verholfen, aber nicht zu seiner Energie. Stattdessen werden den Akteuren Unterscheidungen angeboten, die ihnen als Ausgangspunkt für weitere Unterscheidungen dienen. Ob dabei auch wissenschaftliche theorieangebote – die Unterscheidung von Begriffen, ideen, Perspektiven, Modellen, Methoden etc. – Anwendung finden, bleibt der Praxis überlassen. Wie Günther Ortmann es ausdrückt: „Die theorie muss sich beim Praktiker selbst ereignen. Ob es bei ihm ‚funkt’, ist immer höchst zweifelhaft“.⁴ Eine treffende Beschreibung für dieses Verhältnis von theorie und Praxis liefert der systemtheoretische Begriff der „losen Kopplung“ im Gegensatz zur „strukturellen“. Bei einer strukturellen Kopplung nutzen zwei Systeme gemeinsam ein Medium, um sich zu konstituieren. Ein Beispiel für ein derartiges Medium wäre die Verfassung, über die sich die Systeme Politik und Recht gleichermaßen konstituieren. Bei einer losen Kopplung dienen Medien lediglich der Beobachtung, um den Systemen wechselseitig Anstöße zur Veränderung zu liefern. in diesem Sinne beobachten sich im Design Reaktor Berlin theorie und Praxis – sie schreiben sich keine Verfassung, keine Modelle vor. Koautorenschaft als situative Strategie Eine kreative Strategie, die auf Modelle im Sinne einer idealistischen Ästhetik verzichtet, erinnert eher an das fernöstliche Prinzip kreativer Wirksamkeit, wie es François Jullien beschreibt. Jullien setzt dem westlichen Verständnis von Wirkung als geplanter Zielerreichung die chinesische Auffassung der Wirksamkeit als strategische Ausnutzung von Situationspotenzialen entgegen: „Wir stützen uns auf den Ablauf des Prozesses statt auf unsere Werkzeuge, um die erwünschte Wirkung zu erzielen; wir versuchen nicht, Pläne zu entwerfen, sondern ziehen nutzen aus dem, was durch die Situation gegeben ist und was ihre Entwicklung 4

Ortmann, Günther, „Organisation – ein Handlungsfeld mit Eigensinn. Gespräch

mit Günther Ortmann“ in: Bardmann, theodor M. / Groth, torsten: Zirkuläre Positionen 3; Wiesbaden 2001, S. 72–90

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uns verspricht“ ⁵. im Design Reaktor wurde die Koautorenschaft zur kreativen Strategie, indem sie als Situation, nicht als Modell den Prozess prägte. So konnte die Empirie triumphieren. Unschärfe der Verhältnisse Offener Prozess, lose Kopplung, keine Modelle – unsere Beobachtungen lassen sich auf eine Pointe zuspitzen: Ebenso wie die interaktionen zwischen Disziplinen, Rollen und Akteuren war der Gestaltungs- und Produktionsprozess im Design Reaktor Berlin „unscharf“ im Sinne etablierter Prozesse in wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Systemen. Unschärfe per se ist allerdings nicht ohne Risiken. Kunsttheoretiker Wolfgang Ulrich erkennt in der „gegenwärtigen Kultur der Unschärfe“ immer auch beängstigendes Ausschlusspotenzial: „Vom Ausblenden des Profanen und dem Dementi des normalen, vom Misstrauen gegen das Sichtbare bis zur Abwehr der Abbildhaftigkeit, von der informationsverweigerung über die Reizminimierung bis zur Verbannung all dessen, was nicht perfekt ist, reicht das Spektrum der Exklusionen.“ ⁶ So musste der Design Reaktor Berlin zwei Gefahren der Unschärfe begegnen: der Beliebigkeit von Prozess und Produkt sowie der Willkür von Entscheidungen. Die drohende Beliebigkeit des Prozesses wurde durch das Konkrete der Materialien, Methoden und Anwendungen aufgefangen. im Produktdesign für Unternehmen setzen die Produktionsbedingungen der Beliebigkeit eine Grenze, während die Kommunikationsbedingungen wenig Raum für Willkür lassen. Denn der Design Reaktor Berlin ist auf Koautorenschaft ausgelegt – die Willkür eines Autors endet an der seines Koautoren. Auch auf den „Konsumenten“ wurde dieses Prinzip ausgeweitet. —> fRAgmENt Paradebeispiel wäre das im Design Reaktor Berlin entstanStORE, S. 88 dene „Labor für individuell kombinierbare Produktfragmente“ (Fragment Store). Es versetzt den Konsumenten in die Rolle des Bricoleurs, der sich über den vorgegebenen Umgang mit den Produkten hinwegsetzt und sein Produkt selbst mitgestaltet. Auch in diesem Fall wird deutlich: An den Design Reaktor Berlin und seine Produkte muss man als Urheber, als Autor herangehen – denn erst dadurch entsteht dort etwas neues.

5

Jullien, François, «Über die Wirksamkeit»; Berlin 1999, S. 32 f

6

Ullrich, Wolfgang, „Die Geschichte der Unschärfe“; Berlin 2003, S. 128


ImPRoVISaTIoN alS TEchNologIE

mprovisation ist der konstruktive Umgang mit Unordnung in Gemeinschaft.

Christopher Dell

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iMPROViSAtiOn ALS tECHnOLOGiE

Arbeiten in komplexen Prozessen gesprochen von christopher dell, zum text verdichtet von Judith Seng

Das Projekt Design Reaktor Berlin startete mit einer relativ kurzen Vorlaufzeit und zählte bald über 180 Beteiligte. Schon früh wurde deutlich, dass dieses dynamische und sich selbst entwickelnde Projekt am Besten mitten aus dem Geschehen heraus zu steuern war. So konnten aus der täglichen Praxis auch ungeahnte und ungeplante Aspekte entstehen. Wir sprachen von improvisation und Echtzeitsteuerung. Gegen Ende des Projekts konnten wir den Musiker und improvisationstheoretiker Christopher Dell für einen gemeinsamen Rückblick auf die Prozesse des Design Reaktors Berlin gewinnen. Er eröffnete das dreistündige Gesprächsformat mit einer Art paradoxen intervention, indem er den Gesprächsraum mit seinem thema der improvisation „flutete“. Mein interesse an dieser Diskussion liegt in der Frage der Prozessgestaltung. ich komme eigentlich aus der Musik, und Musik beschäftigt sich mit der Organisation von Zeit. natürlich hat man dabei auch mit Produktion zu tun. Aber die geschaffenen Produkte sind nicht sichtbar, sie bestehen in der Strukturierung von Zeit. Wie auch beim Fußball. Auf die Frage, was Fußball ist, erwiderte der griechische Fußballnationalspieler ioannis Amanatidis: „Fußball ist Zeit.“ Das fand ich sehr interessant. Wie ich gelesen habe, beschäftigt sich der Design Reaktor Berlin mit postindustriellen Strategien. Diese Strategien sind noch nicht richtig definiert. Daraus entnehme ich, dass man das Gefühl hat – da ist etwas unterwegs, man ist teil dieser Bewegung. noch aber ist nicht ausformuliert, was da genau unterwegs ist. Man steckt mitten im Experiment: wie in einem Raumschiff, das man während der Reise repariert, ohne eine Anleitung dabei zu haben. Klar ist: Es soll kein linearer Prozess sein, Zeiten sollen sich überlagern. Ein Beispiel: Statt erst ein Produkt zu entwickeln und dann den Vertrieb zu organisieren, sollte ein Prozess entstehen, der offen für neue Prozesse bleibt. Das definiere ich als improvisation.


ImPRoVISaTIoN alS TEchNologIE

improvisation in der Musik improvisation hat es in der Musik schon immer gegeben. improvisation war das Erste, was überhaupt gemacht wurde. Später mussten komplexere Strukturen musikalisch bewältigt werden, und so entstand die Arbeitsteilung. Für Karl Marx war Arbeitsteilung der entscheidende Faktor der industriellen Epoche. Doch das Orchester gab es schon vor der industrialisierung. Man musste sich also überlegen, wie man das Bewusstsein im Orchester verteilt. Es gibt einen Autor und einen Dirigenten, die die Übersicht über die gesamte Struktur und Gestaltung haben. Daneben gibt es ausführende instrumentalisten, die technisch sehr gutes Können besitzen, aber nicht über den kompletten Verlauf Bescheid wissen müssen. Je komplexer die Musik, desto weniger Überblick müssen sie haben. Selbst bei einem A-Orchester kann ein Pauker, der 300 takte Pause hat, hinausgehen und ein Bierchen trinken, ohne den Überblick zu verlieren. Das ist ein bestimmtes mentales Modell der Arbeitsteilung, das sich in der Musik entwickelt hat. Damals gab es noch keine Dokumentationsmittel, um performative Verläufe zu registrieren. Das hat dazu beigetragen, die verschriftlichte Form dieses performativen Verlaufs zu verfestigen. Wir sprechen dann von fixen Strukturen oder einer schönen Partita von Bach. Wenn Sie einem Musiker heute sagen: nehmen Sie mal nur das erste Motiv dieser Partita und spielen Sie dann einfach selbst weiter, dann flippt der aus, das ist Johann Sebastian Bach! Katastrophe! Obwohl der Raum eigentlich frei wäre. Alles ist möglich, aber da ist gar nichts möglich. Stattdessen herrscht dort totale Angst, dass die Gestaltung nicht hinreichen wird, um diesen zeitlichen Rahmen zu bespielen. Dieses mentale Modell der Arbeitsteilung wurde immer weiter entwickelt, bis es, wie bei dem Komponisten Brian Ferneyhough¹, implodiert. Diese „new Complexity“² der neuen Musik können Sie überhaupt nicht spielen. Oder nehmen wir die DDR: Dort gab es ein derart komplexes Verwaltungssystem, dass man improvisieren musste, denn man hätte den Plan nie erfüllen können. insofern ist das eine Art Diktatur, die Blüten der improvisation erzeugt. Das wird aber nicht so benannt, denn dann würde Brian Ferneyhough seinen Job als Professor für neue Musik verlieren. Deshalb kann daraus auch kein Wissen entstehen. 1 englischer Komponist, dessen Kompositionen dafür bekannt sind, höchstmögliche technische Anforderungen an die Musiker zu stellen. Wikipedia, http://de. wikipedia.org/wiki/Brian_Ferneyhough, letzter Abruf am 6.8.08 2 Kompositionsrichtung der neuen Musik des 20. Jahrhunderts, in der oftmals die Betonung auf dem Performativen liegt. Hauptvertreter sind Brian Ferneyhough sowie dessen Schüler Claus-Steffen Mahnkopf, Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/ neue_Musik, letzter Abruf am 6.8.08

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Von mir aus darf er den Job ruhig behalten. Aber ich würde es begrüßen, wenn man die tatsache, dass die Musiker so eingespielt sind und einfach Pi mal Daumen ästhetisch sehr gut darüberspielen, auch benannt und damit erlebbar gemacht wird. Denn der Komponist, der hier noch auf sein alleiniges Autorenrecht beharrt, hat in Wirklichkeit den Kontakt zu dem verloren, was passiert. Gleichzeitig hat sich in der Musik des 20. Jahrhunderts auch das genaue Gegenteil entwickelt, der Jazz. Der Jazz lebt nur dann, wenn alle Beteiligten komplett über den Verlauf Bescheid wissen. Er hat ganz simpel angefangen und ist heute so komplex wie die neue Musik. Er funktioniert nur nach einem völlig anderen mentalen Modell als dem der Arbeitsteilung. Dokumentieren, um die Performance weiterzuentwickeln Dass der Jazz sich so schnell entwickeln konnte, liegt vor allem daran, dass man ihn dokumentieren und daraus das performative Ereignis weiterentwickeln kann. Denn darum geht es ja. Wenn wir Musikaufnahmen oder Videos davon hätten, wie Beethoven ein Konzert spielt, dann wären wir in der Musik schon viel weiter. Das gilt auch für andere Bereiche. in den letzten zehn Jahren hat sich da viel getan; inzwischen kann man Programme in Echtzeit strukturieren. Mir geht es darum, diesen Echtzeitprozess zu steuern und in der Zeit zurückgehen zu können. Dokumentation ist deshalb das A und O. Wer neue Prozessstrukturen gestalten will, muss experimentieren, um neue Wege zu finden, wie man den Prozess nützlich dokumentiert. Aus meiner Lehrerfahrung mit Architekturstudenten muss ich sagen, dass sie in Diskussionen und Entwürfen unheimlich viel generieren. Dann muss aber auch der Entwurf, ein Produkt, innerhalb eines Semesters stehen. Denn wenn nächste Woche jemand von der Baustelle vorbeikommt, braucht er Details, und zwar schnell. Man muss dort nicht darlegen, was performativ im Entwurfsprozess abgelaufen ist, um die ganzen Möglichkeitsfelder des Entwurfsprozesses nachzuvollziehen. Während des Prozesses sind die Studenten überzeugt, jederzeit zurückgehen zu können. Fragt man drei Wochen später nach, ist davon nichts mehr übrig. natürlich ist es für sie erst einmal toll, einen Gegenstand zu manifestieren, da ein noch offenes Möglichkeitsfeld für Studenten oftmals mit Angst behaftet ist. Man möchte wissen, wo es langgeht, aber nach dem Studium ist der Raum so frei, dass man erst recht Angst bekommt. Eigentlich ist es genau das, was man wollte: in einer kreativ-urbanen Welt diese


ImPRoVISaTIoN alS TEchNologIE

Verflüssigungen erleben. Man muss lernen, den Wert dieser Prozesse darzustellen, denn sonst wird man weiterhin zu Hause anrufen, in Sindelfingen, Göttingen oder Hamburg: „Mama, ist Papa nicht da? Ach, schickt mir doch noch mal hundert Euro, bei mir wird es gerade unheimlich knapp.“ improvisation als technologie improvisation ist für mich der konstruktive Umgang mit Unordnung in Gemeinschaft. Damit ist aber nicht improvisation als reparierender Modus gemeint. Man redet ja gern davon, dass man improvisieren muss, weil man nicht richtig geplant hat und etwas schief gegangen ist. Heutzutage ist die verstädterte Gesellschaft, wie sie von Henri Lefèbvre³ bezeichnet wird, so komplex, dass die Planung grundsätzlich zu spät kommt. Das ist wie bei einem tödlichen Pass im Fußball. Wer die Übersicht verliert und den Pass nicht antizipiert, kommt immer zu spät. Das funktioniert nicht ohne taktisches und strategisches Verständnis. insofern hat es keinen Sinn mehr zu sagen, Unordnung sei etwas „zu Bewältigendes“. Wer das tut, wird krank. im körperlichen Bereich haben sich die Arbeitsplatzbedingungen zwar sehr verbessert, aber die psychische Belastung nimmt extrem zu. Meiner Meinung nach liegt es daran, dass sich das mentale Modell der Arbeitsteilung gerade verschiebt und das der improvisation nicht anerkannt ist. Man ist die ganze Zeit am improvisieren, muss aber das, was man macht, schlecht finden. Da wird unheimlich viel Energie verschossen – gerade in Deutschland, wo man viel Wert auf Ordnung legt. Das finde ich übrigens super, das ist ja die große Stärke. ich fände es toll, wenn man es schaffen könnte, diese Ordnung zu überschreiten, da sie sowieso schon vorhanden ist. ich spreche von improvisation als technologie, weil es sich dabei um einen bewussten technologischen Vorgang handelt, statt einfach etwas passieren zu lassen. Sie ist für mich die Überschreitung dieser Ordnung. Es gibt vier Modi der improvisation. Modus eins ist, überhaupt keinen Plan zu haben. Das zweite Modell wäre ein Plan, der alles überschaut. Beispiele hierfür wären der universelle Architekt der Revolutionsarchitektur oder später Großmeister wie Schinkel, die alles im Blick haben. Damals war man heilfroh über solche Leute, denn mit dem Klerus und Adel war alles in sich zusammengebrochen, und die Bürgergesellschaft musste sich neu ordnen. Zum Glück waren ein paar Weltmeister darunter, die felsenfest behaupteten, dass ihr Plan der richtige sei. Gleichzeitig 3

Henri Lefèbvre, „the Production of Space“, Oxford 1991

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konnte man Beethoven hören, auch ein Mann des Plans, und war beruhigt. Mir wird ganz mulmig, wenn ich Menschen in der Staatsoper sehe, die sich heute noch bei Beethoven beruhigen. Der dritte Modus ist Kybernetik und Systemtheorie. Ein Modell, dass sich schon in den Zwanzigerjahren entwickelte, aber erst im Zweiten Weltkrieg zum Durchbruch kam, als norbert Wiener⁴ und seine Kollegen darüber nachdachten, weshalb sie so viele Bomben über Schweinfurt abgeworfen wurden und trotzdem nichts passierte. Dabei wurde ihnen klar, dass das team nicht funktionierte und sie nur in Material dachten. Daraus ist das Konzept der Kybernetik entstanden. Kurz gesagt geht es darum, dass man strukturell so weit denkt und anerkennt, dass ein Prozess komplex und kontingent ist, aber auch weiß, dass man aus den komplexen Daten des Prozesses ein Produkt machen kann. Das ist auch Strukturalismus, wie man ihn bei Herzberger ⁵ findet. Damals glaubte man noch, dass mit Rechenleistung alles möglich wäre. Damit ist jetzt glaube ich Schluss. Der vierte Modus ist „Prozess gleich Prozess gleich improvisation“. Das heißt, man verhält sich zu einem Prozess, zu einer Planung, als sei es an sich ein Prozess. Die Herausforderung liegt darin, dass man sich teilweise auch zu sich selbst so verhalten muss. Das bedeutet nicht, dass man von all den anderen Modi nichts lernen kann. Früher sagte man immer, vorher war alles Quatsch, ich habe das neueste. ich persönlich halte das für misslich, gerade wenn man prozessual oder historisch kontingent denkt. ich versuche, diese Parameter in den Prozessverlauf mit einzubeziehen. Das kann ich tun, weil ich den Prozess nicht aus einer ideologie heraus betrachte, sondern aus einem pragmatischen, aber nicht instrumentellen Ansatz. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass ich immer wieder loslassen muss, damit sich mein Deutungshorizont erweitert. ich muss auch mal ein Ziel loslassen. Das klingt vielleicht wie postmodernes Laisser-faire. Aber postmodernes Laisser-faire oder ironie sind eher Ausdruck der Enttäuschung darüber, dass ein Produkt kein Produkt ist. insofern ist es ein Bildungsprozess, denn es gilt, die Darstellung der Wertschöpfung durch improvisation zu lernen. Sonst rennen alle in den freien Raum, ohne das überhaupt zu beherrschen. Und dann folgt die totale Gegenreaktion. 4 norbert Wiener wurde als Gründer der Kybernetik, der Wissenschaft von der Funktion komplexer Systeme, bekannt. http://de.wikipedia.org/wiki/norbert_Wiener, letzter Abruf am 6.8.08 � norbert Wiener, „the Human Use of Human Beings: Cybernetics and Society“, Garden City/new York 1959 5 Herman Hertzberger in: Lüchinger, Arnulf, „Strukturalismus in Architektur und Städtebau“, Stuttgart 1981


ImPRoVISaTIoN alS TEchNologIE

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ama, ist Papa nicht da? Ach, schickt mir doch „ noch mal hundert Euro, bei mir wird es gerade unheimlich knapp.“ Christopher Dell


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Wenn ich von diesen vier Modellen ausgehe, dann ist die improvisation der Modus, der darauf abzielt, einen Sinn zu erzeugen, der aber in der Handlung selbst erstellt wird. Das ist ein völlig anderer Ansatz, als erst eine Struktur zu entwickeln, die dann angewendet wird. Das wäre Kybernetik oder Strukturalismus. Man sagt, Strukturen überdauern die Zeit. Dieser tisch, zum Beispiel, ist eine Struktur, an der ich mich orientieren kann. Das ist natürlich richtig. Aber gerade in kontingenten Prozessen werden viele Strukturen erst in den Prozessen selbst geschaffen. An einer Dokumentation wird das sehr schön deutlich. Für die improvisation ist es deshalb wichtig, neue Darstellungsmöglichkeiten zu finden. Damit klar wird, dass in der Unordnung Ordnung entsteht, obwohl man die Unordnung weiter bestehen lässt. Denn wenn wir die Ordnung fixieren, dann nehmen wir uns selbst die Möglichkeit zu agieren. Das ist der Modus der Organisation, der die höchste Mehrdeutigkeit einer Situation und eines Prozesses zulässt, aber gleichzeitig Handlungsfähigkeit sicherstellt. Man muss immer einen Zielkorridor scannen, um von den vielen Möglichkeiten nicht gebremst zu werden. Denn sobald man sich auf prozessuales Arbeiten einlässt, wird der Möglichkeitsraum an Metaebenen unheimlich groß. Auch die beteiligten Personen sind teil des Prozesses, denn sie bringen ihre interessen mit ein. Das wollte Foucault⁶ in seinen Gedanken über Machtbeziehungen analysieren. Seine Aussage war nicht, dass wir alle von Machtbeziehungen oder neoliberalen Unternehmen gelenkt werden. Sondern dass das Subjekt, wenn es nicht verschwindet, aber sich selbst konstruiert – wie einen prozessualen Verlauf, als kritische Ontologie und als eine Haltung zum Prozess –, immer in Machtbeziehungen verflochten ist. Der neoliberale Ansatz, der dritte Weg, wäre, alles ohne Konflikte im Konsens zu lösen. Das ist bei der improvisation gerade nicht der Fall, denn sie ist von Konflikten nur so durchsetzt. Diese Energie kann ich nutzen, allerdings nur, wenn ich kontinuierlich eine Haltung zum Prozess einnehme, was wiederum Selbstbewusstsein erfordert. Das ist die kritische Ontologie des Seins: Die ganze Zeit daran zu arbeiten, sich kohärent oder – ganz lapidar – gut zu fühlen, obwohl alles so kontingent ist; sich also selbst auf die Metaebene zu begeben und Bewertungen loszulassen. Auf keinen Fall bedeutet es, sich herauszuziehen, sondern es bedeutet, genau zu beobachten und die Kräfte im richtigen Moment zu nutzen. Die Griechen nannten diesen richtigen Moment Kairos.⁷ 6 Michel Foucault, „Analytik der Macht“, Frankfurt a. M. 2005, und „Ästhetik der Existenz“, Frankfurt a. M. 2006 7

Siehe hierzu ausführlich: Dell Christopher, „Prinzip improvisation“, Köln 2002


ImPRoVISaTIoN alS TEchNologIE

Angewandte theorie Mir geht es nicht um eine allgemeine, universelle Erkenntnistheorie. Sondern mich interessiert das, was ich als angewandte theorie bezeichne. Also eine theorie, die ich für das, was ich erreichen will, nutzen kann, um die Metaebene zu haben. An der Universität ist das oftmals nicht der Fall. Diesen Raum der Reflexion als „Angewandtes“ zu betrachten, steht noch in weiter Ferne. Denn dabei vergeht sehr viel Zeit, in der noch kein Produkt erkennbar ist. natürlich brauchen wir das Praktische, aber gleichzeitig muss auch die Metaebene laufen. Bei der Musik ist man schon Profi, wenn man in die Universität eintritt, da kann man ganz anders arbeiten. Das Problem an Produktdesign oder Architektur ist, dass man beides gleichzeitig erarbeiten muss. Man muss die Basics lernen, denn das Wesen von improvisation ist, dass die Disziplin stimmt. Aber Disziplin allein reicht nicht aus, denn sonst kann man als hochgerüsteter Soldat in den irak fahren, weiß aber gar nicht, was man da soll. Ohne die Metaebene ergibt die Rüstung keinen Sinn. Wenn man sagt, improvisation sei der konstruktive Umgang mit Unordnung, ist das inhaltlich leer, wie bei Kant⁸ auch. Doch es muss leer sein, damit eine Auseinandersetzung darüber stattfindet, was Unordnung eigentlich ist. Und welche Struktur und welche Funktion wollen wir überhaupt? Für mich sind die Parameter Form, Struktur und Funktion wichtig. ich finde es interessant, dass im Design Reaktor Berlin Vertrieb und Produkte gleichzeitig entwickelt wurden. Obwohl die Funktion noch nicht geklärt war, waren Sie trotzdem schon unterwegs. Sie gehen hier also davon aus, dass die Funktion ein Parameter ist, der sich innerhalb des Verlaufs entwickeln kann. Das heißt, im Design Reaktor Berlin werden alle drei Parameter – Form, Struktur und Funktion – gesteuert. Wie bei einem Musiker an einem elektronischen Mixgerät, der an den verschiedenen Filtern dreht. Den Raum, der durch diese Parameter entsteht, betrachte ich als tetraeder, als Vektorfeld. Was sich dazwischen abspielt, ist die Differenz, der berühmte Unterschied aus der Kybernetik. Dauernd zu differenzieren – das ist die Leistung, die man in der improvisation bringen muss. Foucault sagt dazu: Die Grenze nicht sein, aber immer an der Grenze sein. Und jetzt komme ich zum eigentlichen Kern, dem Urteilen, um Differenz zu erzeugen. Alles muss abgewogen und entschieden werden. Ohne das Urteilen entstehen keine Verbindungspunkte, denn Urteilen ist mit Struktur verknüpft, 8

immanuel Kant, „Kritik der Urteilskraft“

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und Struktur ist ein Regelwerk. Struktur bringt Funktion und Form zusammen, oder: inhalt und Regelung. Mit der Regelung ist man hauptsächlich beschäftigt. neben den praktischen Fähigkeiten ist das Wichtigste deshalb die sogenannte Urteilskraft, wie Kant sie nennt. Die Metaebene muss sehr stark entwickelt werden, denn wenn der reale Raum so unordentlich wie möglich bleiben soll, muss man im Gegenzug die Metaebene, den Überblick, viel mehr ordnen. Ohne sie dabei zu fixieren. in seiner Kritik der Urteilskraft erwähnt Kant zwei Phänomene. Die bestimmende und die reflektierende Urteilskraft. Die bestimmende Urteilskraft wendet Regeln an. Die reflektierende Urteilskraft denkt darüber nach, weshalb eine Regel überhaupt da ist und welche neu entstehen muss. interessant ist, dass Kant dies immer in Beziehung zu einem Sensus communis⁹ setzt. Das heißt, Formen und Regelungen liegen nicht in der natur (es ging um die naturgesetze), sondern werden von uns beigefügt. Das war damals revolutionär. Seither hat es in diesem Feld keine Entwicklung gegeben, da dieser Ausgang aus der eigenen Unmündigkeit eine Überforderung darstellt, die man gleich wieder ad acta gelegt hat. Für mich bedeutet der Ansatz von Kant: Welche Öffentlichkeit ist möglich und welche muss ich herstellen, um diese bestimmende und reflektierende Urteilskraft zu üben und zu lernen? Wenn wir nachher über den Design Reaktor Berlin diskutieren, ist das zum Beispiel ein öffentlicher Raum. insofern gehören für Kant Ästhetik und Politik zusammen. Das sage ich hier, weil der Design Reaktor Berlin ein gesellschaftliches Projekt ist. Sie haben nicht irgendetwas für sich selbst gemacht. Sondern Sie wollten mit kleinen und mittelständischen Unternehmen zusammenarbeiten, die teil des urbanen Phänomens sind, um den politischen Raum zu scannen, einen Austausch anzustoßen und neue Strategien zu entwickeln. Wie man diesen Raum organisiert, das ist für mich das Politische. Deshalb ist der Design Reaktor Berlin ein sehr interessanter Fall: Es geht darum, wie dieser Raum organisiert werden kann und was dabei – auch abgesehen von den Produkten – entstehen könnte.

9 lateinisch für Gemeinsinn, Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Sensus_ communis, letzter Abruf am 6.8.08


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Werkzeuge in einem Prozess sind mittel Wie ein ideenblatt, ein PrototyP, ein WorkshoP, ein Formular – dinge und VerFahren, die etWas beWirken. in einem Frei und beWeglich VerlauFenden Prozess dienen sie dazu, ergebnisse zu bündeln und zu besPrechen, um dann die nächsten schritte anzustossen.

–1 – Vertrag Was steht in dem Vertrag, den Designer, Studenten, udk und unternehmen schließen? Niemand verrät eine Idee oder ein Betriebsgeheimnis nach draußen, es sei denn, es weiß eh schon jeder. Ideen zu klauen ist innerhalb des reaktors erlaubt, aber die Quelle muss genannt und dokumentiert werden. Schutzrechte melden erfinder und udk gemeinsam an, finanziert vom Projekt-Budget. Alle einnahmen werden zwischen der udk und den urhebern – Studenten oder unternehmen – geteilt. Die udk darf alle ergebnisse publizieren, nach Absprache und honorarfrei. Berlin, den ...


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–2 – Jury Aus 400 Ideen wählen Studenten 103 Projekte aus, um sie als Studie auszuarbeiten. zur ersten Jury sind neben Professoren und Projektleitern externe gutachter geladen: experten für Marketing, Patente, Technik und gestaltung. Ihr urteil markieren sie farblich in Form kleiner und größerer bunter Punkte, die sich zu einem Muster gruppieren und auf einen Blick die Bewertung zeigen. rot steht für Design, gelb für Verwertung, schwarz für schutzrechtlich unbedenkliche oder besonders schützenswerte Ideen. Die erste Jury beschließt, 55 der 103 Projekte zu realisieren. Parallel dazu küren Studenten ihre eigenen Lieblinge und Bestseller. Am ende bewertet eine weitere Jury die Prototypen und spricht empfehlungen für deren Vermarktung aus.


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Werkzeuge sind Wie hebel, die an einem Festen Punkt ansetzen, um das ganze Voranzubringen. die gestaltung der Werkzeuge nimmt deren gebrauch auF und greiFt gleichzeitig in ihn ein.

–3– Steckbriefe zu den unternehmen Die Abkürzung kMu steht für kleine und mittlere unternehmen. In Berlin gibt es davon mindestens 300. Sie fertigen Nanobeschichtungen, Bonbons, Mieder, Platinen,… Studenten haben die Betriebe in Hinterhöfen, in den gelben Seiten, im Internet, bei der IHk und in gewerbegebieten ausfindig gemacht. Sie haben sie aufgesucht, Proben und Material geprüft, Verfahren und kompetenzen abgefragt und Arbeitsvorgänge dokumentiert. Für jeden Betrieb hält ein Steckbrief fest, wer ihn persönlich aufgesucht hat und was es zu berichten gibt. Diese Steckbriefe werden schließlich in einem großen rund im raum aufgehängt, um einen Überblick über mögliche Produkte und Verfahren zu erhalten. So können die Designer vergleichen und auswählen, mit welchen Betrieben sie kollaborieren möchten. Von den 75 angefragten unternehmen sagen am ende 52 zu.


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–4– Projektdokumentationen Der ganze Weg, von der Idee zum Projekt zum Produkt, soll durchgehend dokumentiert werden. Von der ersten Skizze zum ausformulierten Projekt, das in einer Machbarkeitsstudie überprüft wird. Weiter zur technischen zeichnung, einer Aufstellung der benötigten komponenten und kooperierenden unternehmen und schließlich zur entwicklung des Prototypen. Aber nicht allein der Arbeitsprozess wird übersichtlich festgehalten, auch persönliche erfahrungen sollen hier einfließen; gedanken, auch abwegige und verworfene, subjektive einschätzungen oder kontakte und gesprächsnotizen. Die Dokumentation hat zwei gesichter – ein formelles in den Vorlagen und Formularen, die in jeder Prozessstufe immer wieder eingefordert werden, und das individuelle des jeweiligen Produkts.


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sie Verändert und Formt lauFende Prozesse, indem sie deren Funktionale asPekte konzePtuell begleitet und im corPorate design eine gemeinsame identität erzeugt.

–5– Ideenblätter 400 Ideen kommen im Laufe des zweiwöchigen Workshops zusammen. Jede wird auf Papier festgehalten, als zeichnung, Skizze, Foto oder Modell, das auf dem Blatt befestigt wird. Daneben stehen Angaben zur Person, zum involvierten Betrieb und zum Material, aber auch Auskünfte darüber, was diese Idee angestoßen hat, auf welche gedanken, Anregungen oder Quellen sie zurückgeht. Am ende hängen die Blätter nebeneinander an der langen Wand der Aula. Dann wird geprüft, welche Vorschläge tatsächlich umgesetzt werden können und welche Ideen weiter verfolgt werden sollten.


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–6– Visuelle gestaltung grafische gestaltung und Corporate Identity wurden aus dem laufenden Prozess heraus und als Teil des Design reaktors von der klasse von Fons Hickmann zusammen mit Peter Bünnagel entworfen. Sie reflektieren die Methoden und Abläufe des Projekts, in das sie involviert sind, und gestalten sie mit. Die grafische und konzeptuelle umsetzung gibt dem temporären Projekt eine verbindende Identität. Im Bild eines Schwarms von Linien finden sich die einzelprojekte wieder, wie sie auseinander streben, um dann wieder im ganzen des gesamtprojekts zusammengeführt zu werden. Mal laufen sie parallel, mal verdichten sie sich. Sie folgen einander in kreisen oder sie stehen gegeneinander, kreuz und quer. Jedes einzelne Muster wird für sich generiert. Jedes folgt den gleichen Prinzipien, aber alle unterscheiden sich voneinander. keine zwei Visitenkarten und keine zwei Bögen Briefpapier zeigen genau dasselbe Bild. Aus der Bewegung der veränderlichen elemente entfaltet sich die visuelle erscheinung für ein Projekt, das sich als Prozess entwickelt und über Disziplinen und Institutionen, Orte und unternehmen hinweg Synergien hervorbringt.


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ir sprechen von Querforschung als Methode, um mehr Potenzial aus den Spannungsfeldern zwischen den Disziplinen herauszufischen und Synergien zu erzeugen. Alex Kufus


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Ein Gespräch über wesentliche Aspekte der Reaktor-Prozesse mit christopher dell, Axel Kufus, marc piesbergen, Joachim Schirrmacher, Judith Seng, zusammengefasst von Judith Seng

cd

ich hatte sofort eine Affinität zum Design Reaktor Berlin. Ein zweiseitiger Projektantrag und dann gleich loslegen! Aber wenn man sich erst mit dem Projekt auseinandersetzt, kann man die Metaebene logischerweise nicht gleichzeitig mitgestalten. Daher jetzt dieser Diskussionsrückblick, dieses „Back in History“, um die Prozesse, die im Design Reaktor Berlin stattgefunden haben, zu reflektieren.

AK

Aber „Back in History“ bedeutet hier so viel wie: auf einem trampolin nach vorn springen. Das finde ich wichtig, deswegen machen wir diese Diskussion.

mp

Es sollte eine Reflexion sein, die über das Eintauchen in den Rückblick die Kraft für die nächste Stufe hervorbringt.

JS

Wir wollen die Metaebene des praktischen Projekts reflektieren, um eine Einordnung und damit Übertragbarkeit der Prozesse zu erreichen.


RücKblIcK alS auSblIcK

Ermöglichen statt Steuern AK ich weiß immer noch nicht genau, was diese unglaubliche Motivation ausgelöst hat. Letztendlich haben sich insgesamt 180 Menschen am Design Reaktor Berlin beteiligt, eine derartige Resonanz hatten wir nicht erwartet. Und dabei gab es kaum Störfeuer oder Handbremsen, die wir mühsam lösen mussten, sondern von allen Seiten viel Vertrauen in den Prozess. Es war kein überraschendes Experiment, sondern eine einfache Rezeptur des Zusammenarbeitens. Ein Semester lang wurden die Regeln der Hochschule außer Kraft gesetzt. JSch Anfangs waren die Studenten wegen des hohen tempos ziemlich am Schlucken. Eine Gruppe wollte sich sogar mit einem eigenen Projekt absondern. Das hätte den Gesamtprozess sprengen können, aber wir haben sie schließlich als eigenständige Gruppe wieder eingebunden. Während der zwei Workshop-Wochen haben die Studenten sehr schnell Lust bekommen. Dabei haben wir bewusst auf Atmosphären gesetzt, um den komplexen Prozess zu steuern. Zum Beispiel über ein Café inmitten der Arbeitsräume, das zum Austausch und Bleiben einlud. Gleichzeitig war von allen Projektbeteiligten ein sehr hohes Maß an Flexibilität gefordert. Durch die enge taktung der Ereignisse, zum Beispiel Workshop-Cluster, erste und zweite Jury oder verschiedenen Ausstellungen, wurde ein starker Zeitdruck erzeugt. cd

Dieser Zeitrahmen war sehr wichtig, denn sonst zerfasert ein derart offener Prozess. Die gewollte Unschärfe des offenen Briefings bringt bestimmte Problematiken mit sich. Deswegen benötigt man eine Minimalstruktur, die dann zwischen lose und fest justiert werden kann. Das ist die Aufgabe jedes Einzelnen, und gerade daraus kann eine große Motivation entstehen. Man muss lernen, mit konstanter Überforderung umzugehen, denn das ist ein allgemeines Problem der kreativen Welt. improvisation entsteht nicht aus strukturfreier Flexibilität, sondern braucht einen gemeinsam geschaffenen sozialen Raum, in dem diese Freiheit überhaupt erst stattfinden kann. Denn sobald das Vertrauen fehlt, ist sofort wieder ein Plan gefragt.

Entwicklung durch infektion AK Die Übertragung des Reaktor-Prozesses und der Einbezug verschiedener Mitspieler funktioniert meiner Ansicht nach nur über eine direkte Beteiligung an einem möglicherweise inszenierten, aber dann doch tatsächlich ablaufenden Prozess. Daraus resultiert – in den einzelnen Feldern – eine

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—> pROZESS, S. 69


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hohe Komplexität, die von der Projektleitung so nie vorhergesehen, geplant oder gesteuert werden könnte. Das Wesentliche bleibt die infektion. natürlich können sich derartige Prozesse verselbstständigen oder ins Leere laufen. Und man benötigt bestimmte Voraussetzungen, um solche Prozesse zu implementieren, durchzuführen und zu diskutieren; um schließlich auch selbst daraus zu lernen. Hilfreich wäre möglicherweise ein Buch oder andere nachvollziehbare Strukturen, die den Projektablauf abbilden oder nachzeichnen. Zentrales Moment bleibt jedoch die infektion und Beteiligung an einem Prozess. cd

Das ist eine Frage der Strategie. Die idee und Umsetzung dieses infektionsgedankens wurde mit dem Design Reaktor Berlin bereits erprobt. Zukünftig könnte man die infektion und Prozessdarstellung parallel angehen.

AK

Wir haben zum Beispiel einen Antrag für ein Folgeprojekt, den Patent Reaktor, eingereicht. Und obwohl die Finanzierung noch nicht steht, ist das Projekt schon im Gespräch. Man könnte fälschlicherweise denken, das reicht schon. Aber wir müssen das Projekt mit großer Sorgfalt und Verantwortung durchführen, um möglichst viele Berührungspunkte zu erzeugen. Damit auch Dinge entstehen, die wir im Moment noch gar nicht absehen können.

cd

neben der eigentlichen infizierung wäre es also ihre Bildungsaufgabe zu vermitteln, wie man solche Prozesse selbst entwickelt.

JSch Statt traditioneller Seminare haben wir eine Verführungsstrategie angewandt, um gemeinsam das Denken der Köpfe, also der Designer, und das „Denken mit den Händen“ der Handwerker zusammenzubringen. Wir brauchen beide Fertigkeiten. individualisierbare Methoden cd ich gehe davon aus, dass Handlungen Strukturen schaffen. Die Frage ist, wie lehrt man das? Wie formalisiert man diesen Prozess? Gerade bei lose strukturierten Projekten ist die Begeisterung schnell geweckt, aber sie ist ebenso schnell wieder vergessen. Viele sind unfähig, auch bei hochgradiger Unschärfe das eigene interesse wachzuhalten. Wie formalisiert man also das informelle? AK

Genau an diesem Punkt finden wir uns wieder. Momentan können wir den Prozess noch nicht formalisieren, sondern nur mit einem neuen thema, einer neue Klientel, einem


RücKblIcK alS auSblIcK

an neue Bedingungen angepassten Verfahren das nächste Projekt starten. Gleichzeitig werden wir versuchen, den gesamten Prozess abzubilden, um daraus ein eigenständiges Produkt zu machen. Das wäre die Produktion der Methode. cd

Dieses Bewusstmachen der Steuerung ist nicht einfach. Wie lässt sich das informelle formalisieren, ohne es gleichzeitig zu fixieren? Es gilt, eine technologie zu beschreiben, die offen bleibt, deren Wert aber trotzdem klar wird. Für diese räumliche und zeitliche Erweiterung benötigt der Design Reaktor Berlin eine Art Rezept, ich würde sagen: ein Programm.

JS

Einem Rezept liegt der Effizienzgedanke zugrunde, es im nächsten Projekt einfach wieder anzuwenden. Aber dieses Programm muss immer wieder neu überdacht und angepasst werden, da auch jede Situation und Aufgabe neu sein wird. Die wesentliche Frage bleibt also: Wie kann etwas Altes und zugleich neues entstehen? Wie können Prozesse sowohl standardisiert als auch individualisiert werden? Wir suchen eine Art „Mass-Customisation“ für Prozesse.

AK

Vor Kurzem habe ich den Design Reaktor Berlin neben der d-School am Hasso-Plattner-institut in Potsdam¹ und dem Royal College of Art aus London² vorgestellt. Die Fotos der d-school waren von Post-it-Zetteln in Magenta und Giftgrün dominiert. ich habe mich gefragt, ob die Feinheiten des Prozesses nicht stark durch diese Farben beeinflusst werden. Wird die Stimmung, der Klang, die Atmosphäre nicht durch eine Methodik dominiert? Und wie kann man eine Methodik zwar anwenden, aber gleichzeitig in den Hintergrund stellen?

JS

interessant an dieser Konstellation ist, dass das Royal College für Produkte und Autorenschaft steht, während an der d-school transdisziplinäre teams gemeinsam an einem thema arbeiten. Der Design Reaktor Berlin steht dazwischen, indem er eine Form zwischen subjektiver Autorenschaft und multiperspektivischen teams herausfordert. Wir sprechen von „Koautorenschaft“. Ebenso entwickelt das Royal College physische Produkte, die d-school eher Dienstleistungen oder Prozesse, also unsichtbare Dinge. Wir wollen, je nach Bedarf, beides in Wechselwirkung entstehen lassen. ich betrachte diese Post-its als „physischen Anker“, um diese unsichtbaren Prozesse sichtbar zu machen. Die bisherigen tools für flüchtige Prozesse sind einfach noch nicht weit genug entwickelt. Wir leben im Zeitalter der Post-its! 1

http://www.hpi.uni-potsdam.de/d-school

2

www.rca.ac.uk

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—> KOAutORENSchAft, S. 10


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AK

Der Kontext, in dem etwas entsteht, ist für die Arbeit sehr wichtig und sollte nicht von der Methodik dominiert werden. So kann die Abstraktionsebene vom konkreten Machen profitieren, und die Methodik entwickelt die unterschiedlichsten Formen und Farben.

cd

Für einen derartigen Raum, der das Metalernen ermöglicht, brauchen wir Know-how. Denn wie in der Chemie wollen wir die Methode aus den Prozessen herausziehen und entwickeln. Beim Design Reaktor 1.0 ist das fast nicht mehr möglich, da die Prozesse nicht für eine Auswertung festgehalten wurden. Wenn man zukünftig ein offenes Feld wie den Design Reaktor Berlin eröffnet, könnte man parallel zur Verwertung der Produkte auch eine Metaverwertung anstreben und dazu den Prozess an sich auswerten und darstellen. Was ist da eigentlich passiert? Jemand muss dafür zuständig sein, diese Metaebene zu formulieren und zu kommunizieren.

mp

Wichtig ist hier der Unterschied zwischen Flexibilität und improvisation. Wir haben gesagt, die Disziplin muss selbstverständlich sein. Aber die Disziplin, die in der improvisation steckt, wird immer noch als Flexibilität missverstanden. Daher möchte ich Sie, Herr Dell, nach ihren Erfahrungen aus der Musik fragen. Wo sind die Grenzen ihres instruments? Wann sagen Sie beim improvisieren – jetzt muss ich in die Struktur zurück?

cd

Genau diese Grenze ist wichtig – sie ist nicht statisch, weil ich jeden tag übe, und es gilt, sie ständig zu bearbeiten. immer wieder verschiebt sie sich; manchmal auch zurück, dann bin ich total müde und frustriert. Diese Anstrengung beschäftigt mich immer, denn ich kann nicht einfach sagen – das ist der gute Bach, da kann ich mich ausruhen. Sondern ich muss mich jeden tag aufs neue damit auseinandersetzen, was mein instrument selbst produziert.

Metalabor cd in der heutigen Gesellschaft wird Arbeit sehr unterschiedlich bewertet. Pläne sind mehr wert als improvisation. Das ist widersinnig, denn improvisation verlangt deutlich mehr Leistung. Daher stelle ich meinen Studenten die Aufgabe, dieses nichts in jedem Arbeitsprozess darzustellen und mir als Kunde zu verkaufen, also den Wert des Prozesses im Detail sichtbar zu machen. Dabei müssen sie ihre Methodik festhalten, um sie hinterher darstellen zu können. Anders gesagt: Wenn das Arbeiten nur auf ein


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W enn das Arbeiten nur auf ein Produkt abzielt und es beim Endprodukt, zum Beispiel einer tollen Badewanne, bleibt, doch der Kunde am Ende sagt: Wir wollten aber eine Dusche! Dann ist das ganze Projekt umsonst gewesen. in Zukunft muss der Prozess verg端tet werden.

Christopher Dell


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Produkt abzielt und es beim Endprodukt, zum Beispiel einer tollen Badewanne, bleibt, doch der Kunde am Ende sagt: Wir wollten aber eine Dusche! Dann ist das ganze Projekt umsonst gewesen. in Zukunft muss der Prozess vergütet werden. Und das funktioniert nur, wenn das Verfahren des Design Reaktors Berlin darstellbar ist. Über die Öffentlichkeit einer bunten Ausstellung hinaus benötigt man eine Debatte über die zugrunde liegenden Prozesse. JS

Den Senat konnten wir glaube ich damit gewinnen, dass hier Forschung mal ganz praktisch stattfindet. Das Ergebnis ist etwas ganz Konkretes, nicht nur Papier. Der nächste interessante Schritt wäre die lose Kombination angewandter theorie oder theoretischer Praxis in einem gemeinsamen Entwicklungsprozess, damit die Reflexion von der Praxis profitiert und umgekehrt, ohne sich gegenseitig zu dominieren.

JSch in einer anderen Stadt wäre das Projekt sicher anders verlaufen. nehmen wir die Erfinderinnen der Strickkollektion —> tRiKOtON, S. 84 trikoton. Ursprünglich wollten sie Produkte mit individualisierten Mustern verkaufen, die sich aus Stimmaufnahmen generieren. im Zuge der Ausgründung steht der Fertigungsprozess mit kleinsten Stückzahlen im Vordergrund. Damit könnten sie in Deutschland eine Vorreiterrolle für zukünftige Produktionsprozesse einnehmen. in einer Stadt wie Berlin, die im Umbruch steckt und Möglichkeitsräume bietet, ist das leichter möglich. ich selbst lebe in Hamburg, da gibt es kaum Raum für neues. cd

Das bringt den nächsten Vektor³ in unsere Diskussion, den urbanen Raum, der sich historisch aus einem industriellen Planfeld entwickelt hat. in Hamburg funktioniert das noch, da ist der Leidensdruck nicht so groß. Aber in Berlin ist der Leidensdruck sehr hoch, daher ist Berlin das urbane Labor schlechthin. Wer heute etwas lernen oder wissen will, der kommt nach Berlin. Diesen Aspekt könnte der Design Reaktor Berlin thematisieren, wenn er die Schnittstelle zwischen Design- und Wissensproduktion besetzt.

JS

in der Projektleitung haben wir viel über Metathemen des Design Reaktors diskutiert, aber bisher konnten nur wenige teilnehmer davon profitieren.

AK

Wer eine Affinität zu diesen Metathemen besitzt, könnte schnell mitreden. Aber nicht jeder ist zu dieser Reflexion in der Lage oder möchte sich damit überhaupt auseinandersetzen. 3 lateinisch für jemanden, der trägt, zieht oder befördert. Hier ein Element eines Vektorraums oder Projekts.


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JS

Aufgabe des Studiengangs sollte auch sein, Position zu beziehen, welche Haltung zum Produktdesign gelehrt wird. Gerade wenn jemand seine Ebene nie verlässt, sollte er trotzdem wissen, welche anderen Ebenen er dabei vernachlässigt. Aber in Zukunft wird niemand mehr vorgeben, was wann, wie und wo gemacht werden soll. Jeder muss selbst einen gewissen Überblick haben. Man sollte die Leute anspornen sich zu erweitern, denn wir sprechen ja auch von Persönlichkeitsbildung.

JSch Es wird immer Generalisten geben, die diesen Überblick besitzen, und Spezialisten, die einfach machen. Aber auch ein Spezialist profitiert von Projekten wie diesen. Er bekommt eine Ahnung, dass andere Leute anders ticken. cd

Entscheidend ist, was auch Beuys wollte: Das Verfahren, den Entstehungsprozess seiner Kunst, nachvollziehbar machen. Die Arbeit an der eigenen transformation, an einem Sein, das kohärent mit dem thema umgehen kann, und die Darstellung dieses Prozesses – das ist die wahre Aufgabe. Was andere damit machen, bleibt offen. Aber man hat etwas angeboten. Und dieses Angebot findet zu selten statt. Aus genau diesem Grund überlegen wir, wie der Design Reaktor Berlin die hier entstandene Qualität darstellen und vermitteln kann. Wir wollen einen Raum schaffen, der diese Prozesse thematisiert. Die Frage ist also, wie viel Zeit nimmt man sich für so einen Reflexionsprozess? Und das ist wichtig, da er fast nie stattfindet.

JSch Kann die Reflexion zeitgleich mit der Aktion erfolgen? cd

Das müssen wir lernen. Es gibt immer Leute, die sagen: „Ach, Herr Dell, Sie spielen so schön, da muss man ein Genie sein!“ Da geht mir der Hut hoch! natürlich lebe ich davon, dass ich als einer der weltbesten Vibrafonisten gehandelt werden und die Leute im Konzert ein Genie erwarten. Aber es gibt nichts Schlimmeres als Menschen, die das Konzert verlassen und daraus nichts gelernt haben. Doch ich darf die Prozesse dort nicht thematisieren. Stellen Sie sich vor, ich würde im Konzertsaal über Form, Struktur und Vektoren sprechen. Die würden sofort ihre Karten zurückgeben und denken, ich wolle sie fertigmachen.

JSch im Design verfügen wir leider nur über eine begrenzte theoretische Praxis. Die Deutungshoheit liegt oft bei den Kulturhistorikern, die das Design aus ihrer Perspektive betrachten und mit ihren Erkenntnissen nicht selten

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genau am Kern dessen vorbeizielen, was Design eigentlich ausmacht. in Deutschland ist es bislang kaum möglich, seinen Doktor in Design zu machen, nur in der Philosophie. Das ist schade, denn interessant an Promotionen ist das dadurch entstehende Wissen. cd

—> impROViSAtiON AlS tEchNOlOgiE, S. 23

JS

Vielleicht könnte der Design Reaktor Berlin zukünftig drei oder vier Doktoranden betreuen, die sich mit „angewandter theorie“ beschäftigen. Denn momentan müssen sie sich für ihre Doktorarbeit noch an einen Kulturhistoriker oder Philosophen wenden. Da werden sie erst mal klein gemacht und haben dann schnell keine Lust mehr. Denn wir reden hier von Leuten, die aus der Praxis kommen und ihre Arbeit gleichzeitig einordnen und übertragen wollen.

JSch Die Frage ist – wie sehen Werke aus, die nicht nur mit Worten, sondern auch visuell, also in der Fachsprache des Designs arbeiten? in der Musik hat man sich darüber geeinigt, aber wie sähe z.B. eine Designpartitur aus? Oder ein eigenes Wissenschaftsverständnis des Designs gegenüber anderen Disziplinen? cd

Könnte das auch auf eine Analyse hinauslaufen, wie man solche Prozesse üben könnte? improvisation als Methode ist Humbug, aber improvisation braucht Methode. improvisation muss sich immer wieder aus sich selbst heraus entwickeln und sieht jedes Mal anders aus. Da funktioniert kein Rezept, man muss die Kontexte selbst kreieren und die Darstellungsform entwickeln.

AK

Das ist Authentizität.

JS

Da kommt Autorenschaft ins Spiel.

cd

Das ist eine Autorenschaft, die alle Ebenen eines Projekts mit einbezieht und die natürlich kooperativ ist.

mp

Das steht dann im wahrsten Sinne nicht zwischen dem Produkt oder Prozess, sondern darüber. Der materialistische Ansatz sagt: Das Sein bestimmt das Bewusstsein. Das ist das Lineare. Der idealistische Ansatz sagt: Unser Bewusstsein bestimmt das Sein. Letztendlich wird da ein Umgang mit identität geübt, der vermittelt, wie man damit spielt, daraus Prozesse generiert und den Umgang mit der eigenen identität reflektiert.


RücKblIcK alS auSblIcK

Gestaltung von Schnittstellen JS ich finde die Schnittstellen in einem derart heterogenen Projekt interessant – also zum Projekt, zu euch und zu meinen ganzen anderen Projekten. Die unterschiedlichen Rhythmen, Geschwindigkeiten und Sprachen lassen ganz praktische Probleme aufkommen. Angenommen, ein paralleles Projekt erfordert von mir eine tägliche telefonkonferenz zwischen 11 und 12 Uhr. Das würde auch euren Rhythmus verändern. im Design Reaktor Berlin war das zum Beispiel bei einigen der beteiligten Unternehmen der Fall, die aufgrund neuer Aufträge plötzlich weniger Zeit hatten. Oder bei den Studenten der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation, denen laut Lehrplan nur zwei Stunden pro Woche zur Verfügung standen. Die Kultivierung dieses Schnittstellengeflechts, ohne Abstriche bei der Komplexität, ist ein ganz wesentlicher und bisher ungelöster Punkt. Das war – und ist – eine anstrengende und zugleich spannende Herausforderung, die auch in anderen Bereichen greift. Dafür brauchen wir neue Organisationsstrukturen. JSch ist das überhaupt lösbar? Heute müssen informationen und Wissen permanent aktualisiert werden. Das ist einer der Hauptgründe für das „Hamsterrad“-Gefühl, ständig der eigenen informationsverarbeitung hinterherzulaufen. cd

Genau darum geht es: Wer das thematisiert, vollführt den nötigen Bewusstseinssprung, um das eigene Sein so zu transformieren, dass der Ausbruch aus dem Hamsterrad möglich wird. Denn sonst schwindet irgendwann die Motivation, sich immer wieder neu auf improvisierte Prozesse einzulassen, und man kann einfach nicht mehr.

JSch Wir leben momentan in zwei Welten. Einerseits der zunehmend improvisierten Welt der new Economy, andererseits erwartet mein Vermieter pünktlich die Miete. Übersetzung JS ich habe ein Bild vor Augen: Uns ist klar, dass ein Projekt Anfang und Ende haben muss. Wenn wir in der Analogie der Musik bleiben, braucht es auch Pausen und einen takt, die dem Projekt Struktur verleihen. in diesen Rhythmus fallen verschiedene Stimmen, oder Aufgaben, die wir beispielsweise „infizieren“ oder „Beurteilen“ nennen könnten. Also eine qualitative Definition, die weniger formal geprägt ist wie z.B. „Öffentlichkeitsarbeit“. in diesem zeitlich, räumlich und rhythmisch abgesteckten Aktionsfeld kann, darf und muss sich jede Stimme frei entwickeln.

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—> bEtEiligtE, S. 129


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enn wir in der Analogie der Musik bleiben, braucht es auch Pausen und einen takt, die dem Projekt Struktur verleihen. in diesem zeitlich, r채umlich und rhythmisch abgesteckten Aktionsfeld kann, darf und muss sich jede Stimme frei entwickeln. Judith Seng


RücKblIcK alS auSblIcK

cd

Das finde ich sehr gut. Denn es ist ja unser Anliegen, Menschen zu fördern, die in ihrem Kleinunternehmen alles gleichzeitig tun: infizieren, beurteilen und so weiter. noch ist diese Kompetenz nicht ganz da. Daher verteilen wir die Aufgaben, wie damals beim Schlagzeug: Früher wurde es von fünf Leuten gespielt, heutzutage beherrscht ein Schlagzeuger alle Aspekte. Doch ohne das Vorher würde es das Heute nicht geben.

JSch Wer infizieren als Aufgabe in den Werkvertrag schreibt, wird seinen Spaß mit der Personalabteilung haben. JS Das erfordert eine Übersetzungsleistung. mp

Diese Übersetzung ist die Essenz, die eigentliche Dienstleistung, die man zum Beispiel anderen institutionen anbieten kann. Damit gelangt man über die reine Produktentwicklung hinaus, denn solange wir in klassischen Stellenprofilen und Produkten denken, hört der Reaktor sofort auf. Wenn wir jedoch eine qualitative Essenz, einen gesellschaftlichen Wertschöpfungsraum beschreiben, der sich über infizieren, Urteilen und so weiter definiert, dann können wir diesen Bildungsprozess als Reaktor-Prozess anbieten.

JSch Das Entscheidende war, dass wir alle unser Wissen auf den tisch gelegt und in Auseinandersetzungen gemeinsam einen guten Weg gefunden haben. Dieser Abgleich der unterschiedlichen impulse war sehr wichtig. im Prinzip haben immer alle Schlagzeug gespielt. Wir haben diesen Aufwand nicht gescheut und so effektiv, aber nicht effizient gearbeitet. cd

Das wäre im Prinzip der transfer vom Qualitativen oder Vektoriellen zum Funktionalen. Was wir denken, ist vektoriell, wir müssen es nur in eine Funktion übersetzen, um damit Geld zu verdienen.

Querforschung AK Wir sprechen von Querforschung als Methode, um mehr Potenzial aus den Spannungsfeldern zwischen den Disziplinen herauszufischen und Synergien zu erzeugen. Die Querforschung ist nicht à priori da – sie ist eine zusätzliche Möglichkeit, die erst zum tragen kommt, wenn exzellente Disziplinen ihr Fach ausüben. Ein zusätzliches Potenzial der Verdichtung, möglicherweise der Effizienz oder auch nur der Ausweitung des Fantastischen, des traums, der Verführung.

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PERSPEKTIVEN

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JS

Die besondere Qualität des Designs ist die Fähigkeit in Gesamtbildern, also in Kontexten, Szenarien oder Problemen, zu denken, die das Wissen verschiedener Disziplinen integrieren. Diese Fähigkeit kann nicht nur bei einer Produktentwicklung, sondern auch bei der Konzeption und Durchführung von komplexeren Projekten zum tragen kommen.

AK

Wir haben uns nur auf unsere Kernkompetenz besonnen. Wir haben die Potenziale dessen, was hier an der Universität der Künste und in Berlin versammelt ist, zusammengebracht. Wir haben einer Universität und einer Stadt einfach mal ein Zentrum gegeben und die Leute zusammengeführt. Das Ergebnis: ein extremer Energiestrom und eine Wertschöpfung. Daher ist es auch ein exemplarisches Projekt für das Arbeiten an einer Hochschule. Und dafür, was entstehen könnte, wenn man die verschiedenen Disziplinen in einem Verdichtungsprozess zusammenbringt. Auf einem Campus Charlottenburg, zum Beispiel, könnten alle das tun, was sie sowieso können, nur dichter zusammen.

—> StANdbEiN/ SpiElbEiN, S. 2

JSch Wenn wir das nicht schaffen, haben wir in Europa keine postindustrielle oder irgendeine andere Zukunft. Die einfache Produktgestaltung und Produktion findet in anderen Ländern statt – in der türkei, in Asien. Dort werden tausende von Designstudenten auf mittlerweile gutem niveau ausgebildet. Wir müssen die verschiedenen Schnittstellen zusammenzubringen, also die Gleichzeitigkeit der Prozesse fördern, um bedeutsamere Produkte mit Seele zu schaffen, die schneller auf den Markt kommen. Das funktioniert nur über ein Aufgeben des klassischen Abteilungsdenkens, und davon sind wir in Europa noch sehr weit entfernt. Erweiterung von Potenzialen AK ich hätte nicht damit gerechnet, dass wir so viele Potenziale aufdecken. Wir haben den Prozess angestoßen, aber die Potenziale haben sich durch die entstandene Eigendynamik selbst verstärkt. Dadurch wurde deutlich, wie viele Möglichkeiten in diesem offenen Prozess stecken, der wiederum selbst kleinere vitale Prozesse erzeugt. Das Projekt war letztendlich größer, lauter und hat mehr En—> tEmAE, S. 96 ergie erzeugt, als wir jemals gedacht hätten. nicht die Pro—> muSic dROp, dukte Music Drop oder temae sind im Gespräch, sondern S. 100 der Design Reaktor Berlin, als innovationsplattform oder -prozess. in dieser Erweiterung der Potenziale sehe ich den größten Erfolg.


RücKblIcK alS auSblIcK

JS

Aus heutiger Sicht bin ich erstaunt, wenn ich mir unsere damaligen Förderanträge durchlese. Das Projekt ist wesentlich vielschichtiger geworden, als zunächst geplant. Aus der Praxis haben wir neue Qualitäten angestoßen und Dimensionen aufgedeckt, die man anfangs vielleicht erahnen aber noch nicht planen konnte, das halte ich für unseren größten Erfolg. Die theoretische Dimension ergab sich aus der konkreten Praxis. Leider fehlten uns im ersten Projekt die Ressourcen, um diese themen zu vertiefen und festzuhalten. Es wäre spannend, auf Basis dieser Erfahrungen weiterzumachen. Wie kann man diese Art der praktischen Forschung verbessern, um eine neue, relevante Qualität zwischen Praxis und theorie zu entwickeln? Und zwar nicht nur über neue Produkte, sondern auch über den prototypischen Prozess des Projekts.

AK

Wir sind da gerade dabei, auf Basis des Design Reaktors Berlin eine Plattform zu gründen. Eine Plattform zwischen Hochschule und Markt, die in beiden Bereichen eine Rolle spielt. Ein Gebilde, das aus mehreren identitäten besteht und in beiden Feldern agiert. Diese Plattform, diesen Prozess, gilt es zu entwerfen. Da die Grenze mitten durch die Plattform verläuft, können wir an dieser Grenze arbeiten. Wir wollen sie nicht auflösen, sondern Grenzüberschreitung betreiben, den kleinen Grenzverkehr möglich machen. Das ist genau der Zwischenraum, den dieses Projekt und die zukünftige Plattform beschreiben.

mp

Wir wollen ein institut in der Lehre gründen, das sich gleichzeitig über Aufträge aus der Wirtschaft finanziert. natürlich stellt sich dadurch immer wieder die Legitimationsfrage, inwieweit das institut der Wissenschaft verhaftet ist und wie es zur Universität der Künste Berlin steht. Diesen künstlerisch-wissenschaftlichen Kern könnte ein interdisziplinärer Doktoranden-Lehrstuhl bilden. in einem derartigen „think und Act tank“, würden die Doktoranden das „think“ verkörpern, während „Act“ der Wirtschaft Prozesse anbietet, die Einkünfte generieren. im institut sind beide Bereiche vereint.

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—> RESONANZ, S. 118


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DiE GAnZE GESCHiCHtE

Designmanagement – integration von Produktentwicklung, Kommunikation und Distribution nicht nur Produkte, auch Prozesse bis hin zu Geschäftsmodellen können gestaltet werden. Experten geben Einblicke aus der Praxis. von Joachim Schirrmacher

Kaum waren die ersten Produktideen entstanden, wurden im Design Reaktor Berlin erste Vermarktungsstrategien entwickelt. Diese frühe Verbindung war Konzept, um schon in der Entwurfsphase von den Wechselwirkungen zu profitieren. immerhin ist heute fast jedes Produkt in jeder Stil- und Preisklasse erhältlich. Da bedarf es einer präzisen Positionierung. traditionell wird erst das Produkt entwickelt, dann der Vertrieb und schließlich die Kommunikation geplant. Dieses Designmanagement steigert die Effizienz der Entwicklung ¹, stärkt die identität der Produkte und trägt wesentlich dazu bei, dem Kunden die Geschichte des Produkts zu vermitteln und damit Akzeptanz oder sogar Begehren auszulösen. 1 in Japan, over 60 per cent of design changes occur during the definition stage and only 10 per cent during a redesign priod prior to launch. in contrast, the characteristics displayed by UK and USA companies showed only 17 per cent of the changes during the definition stage compared to over 50 per cent during the period prior to introduction. Design Council (Hrsg.): Organizing [product design] and development; London 1991, S. 14–15


dIE gaNzE gESchIchTE

Strategisches Designmanagement Was unter Designmanagement verstanden wird, ist äußert heterogen² und in Deutschland immer Meinung von Einzelpersonen geblieben. Hier geht es nicht um das operative Projektmanagement – also die Umsetzung von Zielvorgaben durch Organisation, Kommunikation, Budget- und Rechtsfragen –, sondern vielmehr um strategische Ziele. Designmanagement ist ein komplexer, nichtlinearer, dynamischer Prozess gestalterischer, kommunikativer, ökonomischer, organisatorischer, technologischer, sozialer, kultureller und ökologischer Faktoren. Ein Prozess, der die intuitiven, kreativen Aspekte respektiert, aber auf strategischer Arbeit beruht. Vor allem ist Designmanagement ein lösungsoffener Prozess, der für jedes Projekt eine individuelle Strategie erarbeitet. Ausgangspunkt bleibt die Frage: Was ist das eigentliche Problem? Ohne eine derartige Analyse kann es leicht passieren, dass das falsche Problem handwerklich richtig gelöst wird.³ neben dem gestalterischen impuls des Designers muss deshalb auch die Sicht des Kunden in den Prozess einfließen. im Design Reaktor Berlin kam uns zudem die große Bandbreite an Erfahrungen der Beteiligten zugute. Effizientes Chaos Designmanagement ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel Erfahrung voraussetzt, um die in Gestaltungsprozessen auftretenden Widersprüche abzuwägen⁴. in der Praxis herrscht oft ein Ringen zwischen der offiziellen, offensichtlich breit akzeptierten „professionellen linearen Arbeitshaltung, […] in der Planungsschritte sukzessive und planmäßig erfolgen“ (z.B. Pläne mit konsistenten und folgerichtigen Projektschritten) und einem verschwiegenen, inoffiziellen und chaotischen Arbeitsablauf, der aber der effizientere zu sein scheint, wie Andreas Knierim in seiner Studie „Coaching und Produktentwicklung – Beratungsprozesse im Designmanagement“ analysiert. im Design Reaktor Berlin haben wir uns daher von Anfang an für eine dynamische Projektsteuerung entschieden, um die Planung immer wieder neu mit dem Stand der Erkenntnisse abzugleichen. Das stellte hohe Anforderungen 2 Einen Überblick und z. t. eine Analyse der Literatur zum Designmanagement geben u. a.: Enders, Gerdum: Design als Element wirtschaftlicher Dynamik; Herne 1999; Knierim, Andreas: Coaching und Produktentwicklung – Beratungsprozesse im Designmanagement; Kassel 1999; Meier-Kortwig, Hans Jörg: Designmanagement als Beratungsangebot; Köln 1997 3 „Der ‚1. Denkfehler: Probleme sind objektiv gegeben und müssen nur noch klar formuliert werden‘ (Gomez/Probst, 1987, S. 16) ist nur zu vermeiden, wenn man das Problem aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet.“ Enders 1999, S. 121ff 4

siehe: Knierim, Kassel 1999, S. 178

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—> RücKblicK AlS AuSblicK, S. 43


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an die Projektleitung; nicht zuletzt, da die teilnehmer immer wieder verlässliche Pläne einforderten. Beispiele aus der Praxis im Design Reaktor Berlin ging es nicht darum, ein bestehendes Kundenproblem zu lösen, sondern nur auf Basis der Fähigkeiten der beteiligten Unternehmen eigene Entwürfe und Produkte für den Markt zu entwickeln. Darüber hinaus fehlte es den Studierenden naturgemäß an Erfahrung, zumal Designmanagement nicht auf dem offiziellen Lehrplan der UDK steht. Aus diesem Grund wurde der Design Reaktor Berlin durch öffentliche Expertengespräche zu Markt-, Kommunikations- und Distributionsstrategien ergänzt, um Studierenden und Unternehmen an Praxisbeispielen die Vorteile einer ganzheitlicheren Herangehensweise zu verdeutlichen. Den Auftakt bildete die Veranstaltung „Designmanagement – die ganze Geschichte“ im Rahmen des „Designmai“ 2007, einer Art Leistungsschau Berliner Designer, im dortigen Auditorium. Später folgten weitere Veranstaltungen zu „Erfolgsfaktoren im Einzelhandel“ und der Verbindung von „Hochschule und Markt“, denn all diese Prozesse und deren interaktion stellen erweiterte Gestaltungsoptionen dar, um das Potenzial neuer Produktideen bestmöglich auszuschöpfen. —> RESONANZ, S. 123 nicht beabsichtigt war jedoch, in den beteiligten Unternehmen eine Basis für Designmanagement zu schaffen. Weder wurde für sie entworfen, noch wollte man sie von den Vorteilen des Designs überzeugen, sondern es wurde gemeinsam gearbeitet – sie waren gleichberechtigte Partner. Konsequente individualität Das Schweizer Unternehmen Freitag ⁵ ist ein gutes Beispiel, welche Bedeutung nicht nur die integration von Produktentwicklung, Kommunikation und Distribution, sondern auch eine konsequent erzählte Geschichte haben kann. Die Freitag-taschen und Accessoires aus recycelter LKW-Plane sind an sich einfache Produkte. Die Frage, warum Freitag damit seit 14 Jahren erfolgreich ist, lassen die beiden Gründer, Daniel und Markus Freitag, in ihrer Präsentation von einem „Marketingarschloch“ beantworten: „Freitags USP ist individualität. Das ist das Erfolgsgeheimnis.“ Und das nicht nur bei den Produkten, die von den Kunden seit 2001 auch online selbst gestaltet werden können, sondern auch in der Kommunikation oder den eigenen Geschäften in Davos, Hamburg und Zürich. Der Stil ist sofort erkennbar: „Wir mögen das Rohe, Radikale, 5

www.freitag.ch


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Einfache und das ironische, Widersprüchliche, Witzige. ich langweile mich, wenn alles aufgesetzt und angepasst daherkommt“, sagt Markus Freitag. Auch wenn das Unternehmen locker erscheint, steckt doch die Erfolgsformel vieler Firmen dahinter: „Community, Content and Commerce“. Der große Unterschied: Während die Brüder im separaten Büro überwiegend am Content, z.B. der Produktentwicklung, arbeiten, sind angestellte Geschäftsführer für das Alltagsgeschäft verantwortlich. Zumuten statt anbiedern Auch Dienstleistungen, wie die der Diakonie in Düsseldorf ⁶, müssen in ihren Prozessen, Gebäuden und Atmosphären gestaltet werden. Und das für rund 70 Einrichtungen mit 1.400 Angestellten, 1.000 ehrenamtlichen Helfern und die gesamte Palette sozialer Arbeit – vom Haus für minderjährige Mütter bis zum Seniorenheim. Doch statt der tradierten Ästhetik sozialer Einrichtungen setzt der Vorstandsvorsitzende thorsten nolting auf Architektur, Design und Kunst. Er möchte bei seinen Klienten die Sehnsucht nach einem anderen Leben wecken und gleichzeitig das Selbstverständnis der Diakonie von innen erneuern. „Das Ambiente ist nicht hochgradig designt, aber so gestaltet, dass sich niemand abgewertet und ausgegrenzt fühlt. Auch jeder von uns sollte da gern sitzen.“ in diesem Sinne arbeitet nolting mit renommierten Gestaltern wie Baumschlager-Eberle (Campus), Fons M. Hickmann (Grafik), Axel Kufus (Café), Mischa Kuball (Kunst) oder tobias Rehberger (Berger Kirche) zusammen. nolting gab auch Einblick, welche Anforderungen die Arbeit der Gestalter an einen Auftraggeber stellt. So hat der Anspruch von Hickmanns Plakaten nolting in seiner Arbeit herausgefordert. Zudem musste er immer wieder „Dinge entscheiden, die ich eigentlich gar nicht überlegen wollte. ich wurde gezwungen, über Prozesse nachzudenken, die ich nur erahnen konnte. Es war wie beim Fußball – die Gestalter haben immer wieder den Ball nach vorne gespielt“. Das Wichtigste ist die Präsenz Das künstlerische Experiment „Chicks on Speed“⁷ ist nicht nur aufgrund der Verflechtung von Kommerz, Subkultur und Kunst interessant, sondern auch ihr Weg zum weltweiten Ruhm. Diesen Erfolg verdanken die „Meisterinnen der Markenprofilierung im Zeitalter der Markenseuche“⁸ 6 www.diakonie-duesseldorf.de,siehe auch: Schirrmacher, Joachim: Aktualität behaupten. in: Design Report 12/2003, S. 52–55 7

www.chicksonspeed.com

8 Siehe: Liebl, Franz: Unbekannte theorieobjekte der trendforschung (LVii): Versuchsanordnungen: Künstler als strategische Akteure. in: kunstaspekte; Düsseldorf 2007

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einer Vielfalt an Verweisen innerhalb ihrer Projekte, die sich gegenseitig stärken. Ob Minimal-Electro-Band mit Videos und Livekonzerten, selbst gestalteten CD-Covern und dem Plattenverlag „COS-Records“, Modelabel, Performances in Kunstinstitutionen wie dem Museum of Modern Art in new York oder einer installation, in der produziert und verkauft wird und die sich per Webstream in einen Onlineshop verwandelt. Diese durchgängige Do-it-yourself-Ästhetik – eine Collage aus Jugendkulturen wie Punk, Graffiti oder Hip-Hop – fand sich dann auch in der PowerPoint-Präsentation von Alex Murray-Leslie, einer der Gründerinnen, wieder. ihre Botschaft: „Ob bezahlt oder unbezahlt – das Wichtigste ist die Präsenz“. Sei es in klassischen Medien oder auf mySpace, dem „eigentlichen Fenster zur Welt“. nicht dort zu sein bedeutet „in der Branche inexistent zu sein.“ Und so lautet dann auch ihre Showeinlage: „mySpace, your Space, whose Space is it?“. Getreu ihres Mottos „Alles, was fehlt, machen wir selbst“, haben Chicks on Speed dem Ruhm auch schon mal nachgeholfen; ihr Prototyp einer Chanel-tasche fand in den Medien große Resonanz. „Oft kannst du Storys erfinden. Wenn du genug Fantasie reingibst, dann wird es real. Vor allem, wenn es in den Medien erscheint“. So entstanden Spuren, die sich wie ein Virus verbreiteten und in zahlreichen Mode- und Lifestylemagazinen, aber auch in den Kollektionen von Yves Saint-Laurent, Martine Sitbon, Louis Vuitton, Dior oder H&M auftauchten. Erfolgsfaktoren im Einzelhandel Während auf Produktentwicklung und Kommunikation meist großer Wert gelegt wird, setzt man bei der Distribution oft auf bestehende Kontakte oder die Gepflogenheiten der Branche. Welch großer Gestaltungsspielraum hier vorhanden ist, wurde auf der Veranstaltung „Erfolgsfaktoren im Einzelhandel“ deutlich. Denn die Wahl des Vertriebswegs kann die angestrebte Positionierung und Umsatzchancen entscheidend beeinflussen. neue und klassische Fachgeschäfte, große und kleine Vertikale, kultige und kommerzielle Anbieter, nischen- und Massenmärkte, Multi- und Monobrand-Shops, Einkaufsstraßen und Einkaufszentren, stationäre und temporäre Geschäfte, Versand- und Onlinehandel sowie deren Mischformen (Multi-Channel-Vertrieb) stehen als Gestaltungsoption zur Auswahl. Anstelle der klassischen Parameter des Handels wie Standort, Frequenz, Kundenprofile, Sortimentsbildung, Visual-Merchandising, Beratungsqualität


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esign weitete sich in eine Grundlagendisziplin an den höheren Lehranstalten aus, weil eben Design – als entwurfsorientiertes Handeln verstanden – alle anderen Bereiche menschlicher Praxis tangiert. Design [ist …] – wie die Sprache – ein Grundmodus des Verhaltens in der Welt und zu der Welt.“ Gui Bonsiepe


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oder Kennzahlen wie Quadratmeterumsatz und Lagerumschlagsgeschwindigkeit standen drei sehr unterschiedliche Konzepte im Mittelpunkt der Veranstaltung. Berlinomat⁹ ist eine Verkaufsplattform für Berliner Designer. Auf 260 Quadratmetern werden Mode, Möbel und Accessoires von 150 Berliner Gestaltern angeboten. Der Gründer, Jörg Wichmann, zeigte, wie er darüber hinaus durch zahlreiche Kooperationen mit der industrie Berliner Design national und international vermarktet. Spannend war, wie ähnlich die instrumente dieses kleinen nischenanbieters und die der ECE¹⁰ – Europas größtem Betreiber von Einkaufszentren – sind. ECE-Bereichsleiter Matthias Brink verwendete allerdings ein anderes Vokabular als Wichmann, als er über die Steigerung der Kundenfrequenz durch Events oder die Beratung seiner Mieter sprach. nische und Kommerz verbindet thomas Lipke in seiner Arbeit als Geschäftsführer bei Globetrotter¹¹. Das 1979 auf 150 Quadratmetern gegründete „Spezialgeschäft für Expeditionen, Safaris, Survival und trekking“ entwickelte sich schnell zum Lifestyle-Unternehmen und ist heute europäischer Marktführer. Möglich wurde dies durch das teilhaben an zwei Communitys: Lipke ist nicht nur begeisterter Outdoorfan, sondern, wie er verriet, auch Mitglied im Chaos Computer Club. So gelang es ihm sehr früh, eine vielfach ausgezeichnete Multi-Channel-Strategie mit einem herausragenden Community-Management aufzubauen. Hochschule und Markt Anregungen und gute Vorbilder gibt es viele. Doch diese Erkenntnisse an einer Universität nicht nur zu studieren, sondern auch umzusetzen, ist eine große Herausforderung. Wie sehr beide Systeme nach ihren eigenen Gesetzen und Geschwindigkeiten arbeiten, wurde bei der Veranstaltung „Hochschule und Markt“ deutlich. Die Burg Giebichenstein, Hochschule für Kunst und Design Halle¹², betreibt in der innenstadt ein eigenes Geschäft. Prof. Klaus Michel zeigte die Erfolge des Geschäfts und von Aktionen auf dem Berliner Designmai sowie auf Messen in Köln und Frankfurt auf. Er machte aber auch deutlich, dass die notwendige kontinuierliche Betreuung auf Dauer nicht von einer Hochschule zu leisten ist. Vom Anspruch an die eigene Arbeit und dem Absatz an renommierte 9

www.berlionomat.com

10

www.ece.de

11 www.globetrotter.de Siehe auch: Müller, Martin U.: 5-Sterne-Campinski in: Der Spiegel, 12.09.2008 12

www.burg-halle.de


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Einzelhändler des Modelabels der FHtW Berlin, „30 Paar Hände“¹³, berichtet Prof. Uwe Janssen. Studierende mehrerer Fachgebiete erproben hier den Alltag. Für ein stärkeres Unternehmertum trat Prof. Dr. Günter Faltin¹⁴ ein, der an der FU-Berlin Entrepreneurship lehrt. Er stellte unter anderem sein bekanntestes Beispiel für schlanke Unternehmen, die „teekampagne“¹⁵, vor. An der Hochschule für technik und Wirtschaft in Dresden¹⁶ hat Prof. Dr. Jörg Petruschat mit den Studierenden einen Designcheck¹⁸ für regionale kleinund mittelständische Unternehmen angeboten. Akzeptanz und Positionierung ihrer Produkte, Auftritt und Selbstdarstellung des Unternehmens sowie vorhandene innovationspotenziale wurden analysiert. Auch hier wurde deutlich, dass Markteinführungen und Veränderungsprozesse meist mehrere Jahre brauchen. Business Design Grundsätzlich können Designer nicht nur Produkte, sondern Prozesse bis hin zum „Business Design“, dem Entwurf von Geschäftsmodellen, gestalten. in seinen „Spekulationen über eine zukünftige Geschichte der Gestaltung“ sagte daher auch Gui Bonsiepe¹⁸: „Design weitete sich in eine Grundlagendisziplin an den höheren Lehranstalten aus, weil eben Design – als entwurfsorientiertes Handeln verstanden – alle anderen Bereiche menschlicher Praxis tangiert. Design [ist …] – wie die Sprache – ein Grundmodus des Verhaltens in der Welt und zu der Welt.“ So wie der Design Reaktor Berlin zahlreiche Beispiele für eine Zukunft des Designs aufzeigte, so auch die Experten in ihren Vorträgen. Sie waren fast alle, ganz im Sinne Bonsiepes, keine Designer. Dennoch konnte das Design viel von ihnen lernen. Es geht immer um die ganze Geschichte.

13

www.fhtw-berlin.de/Forschung/Forschungskatalog/Projekt.html?id=672

14

http://fu-faltin.de/cv_faltin.html

15

www.teekampagne.de

16

www.htw-dresden.de/~gwww

17

www.d-base1.de

18 Bonsiepe, Gui: Spekulationen über eine zukünftige Geschichte der Gestaltung. in: Form 164, 4/1998, S. 25

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Dune

Aschenbecher zu Sandburgen. Wechselsand nennt der Designer den überschüssigen Sand, den er im Paket mitliefert. Streu für die Asche. Im Gebrauch löst sich die Sandburg nach und nach aus ihrer gepressten Form und zerbröselt. Kein Bauwerk für die Ewigkeit, eine moderne Fassung eines Bilds der Eitelkeit, der Vanitas. Darin gleicht der vergängliche Aschenbecher der Zigarette, einschließlich der Gesundheitswarnungen auf der Packung, die er in seinem unaufhaltsamen Zerfall begleitet. Unter Wasser würde alles sofort auseinanderfließen.


PROZESS

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76 ÜbER 50 PROtOtyPEn 82 SIEbEn WEGE dER EntWIcklunG und VERWERtunG 84 tRIkOtOn 88 FRaGmEnt StORE 92 dunE 96 tEmaE 100 muSIc dROP 104 nOla 108 3d lab

der design Reaktor berlin ist ein Praxis- und Forschungsprojekt an der universität der künste berlin. Er soll neue Formen der kooperation zwischen Hochschule und unternehmen anstoßen und innovative Produktentwicklungen von der Idee bis zur marktreife begleiten. Gestalter und unternehmer tauschen Erfahrungen aus. Produzenten, Professoren und Studenten setzen gemeinsam ihre Vorhaben um. aufseiten der udk sind die disziplinen Produkt- und modedesign, Visuelle kommunikation und Wirtschafts- und Gesellschaftskommunikation beteiligt. dazu kommen als Partner 52 ausgewählte unternehmen aus berlin. der design Reaktor berlin versteht sich als experimentelles Forschungsprojekt, das die Perspektiven eines postindustriellen Standorts wie berlin praktisch untersucht und neue Strategien kreativer Zusammenarbeit zwischen Produktion und design auslotet.


britze Am Ende des Arbeitsprozesses kontrolliert eine Kamera die Platinen Stück für Stück, durchleuchtet Leiterbahnen und Löcher, um zu prüfen, ob Beschichtungen und Bohrungen stimmen. Der Betrieb stellt die Platinen in Kleinserien her. Hier entsteht die Basis digitaler Schaltungen in Handarbeit. Das Material wird analog belichtet, in Galvanisierbädern beschichtet und dann gebohrt. Noch beim abschließenden Test sitzt der Mitarbeiter neben der Kamera, um mit eigenem Auge nachzusehen, ob etwas schief gegangen sein konnte.

52 bEtRIEbE autotuner und mozzarellakäserei, Graveur und kofferfabrik, neoprenverarbeitung und Pastaproduktion – von Handwerk bis Hightech ist alles vertreten. Im Frühjahr 2007 werden viele kleine und mittlere unternehmen aufgesucht und für die Zusammenarbeit mit den designern der Hochschule gewonnen.

Workstation Am großen Tisch werden nicht nur die Maße genommen und zugeschnitten, sondern auch geklärt, was geht und was nicht. Um eines gleich vorwegzunehmen: Das meiste geht nicht. Denn Neopren und Gummi sind spezielle Materialien, die genau und nach bestimmten Regeln verarbeitet werden wollen. Schließlich sollen Nähte und Klebestellen dauerhaft halten, manche müssen sogar wasserdicht sein. Wasser hin, Surfer her – das meistverkaufte Stück des Betriebs ist ein Fitnessanzug namens Vacunaut.

Quadratfuss Zwei Räume voller Leder, zwei Personen, Mann und Frau, die die kleine Firma führen. Vorn im Laden befindet sich die Kollektion und eine Auswahl von Stücken, Taschen, Gürteln, Handschuhen und Schmuck. Hinten wird gen��ht, geschnitten und geklebt. Und in beiden Räumen lagert das Material. Kaum ein Tier, dessen Haut hier nicht vertreten wäre: vom Strauß zum Känguru, das gewöhnliche Rind ebenso wie der ausgefallene Rochen.


PROZESS

mondo Pasta Nudelnester kommen aus Spritzdüsen. Nudelschlingen wollen von Hand gelegt sein. Mit den Eiernudeln werden Berliner Restaurants beliefert. Was macht den Unterschied zur normalen Nudel aus? Die Frische der Eier. Noch fehlt der Showroom für den Direktvertrieb der Teigobjekte an Gourmets, eine im Wachsen begriffene Bevölkerungsgruppe. Er wäre ganz in Pasta ausgekleidet. Denn Pasta könnte mehr als nur gegessen werden: Leuchten, Raumteiler, schwebende Verbindungen, ganze Wände ließen sich aus ihr formen.

novak Siebdruck Der eigentliche Prozess erledigt sich in einem kurzen Ritsch-Ratsch, mit dem die Rakel die Farbe durch das Sieb drückt. Voraus geht das Geräusch des Kompressors, der Papiere oder Folien auf dem Untergrund festsaugt. Alle Arbeiten laufen auf diesen Moment zu, das Erstellen der Druckvorlage, das Belichten der Siebe, die Auswahl von Farbe, Papier oder Folie. Ein Tanz um die Maschine in der Mitte des Raums, die dann ritsch-ratsch! macht.


drechslerei Heider Es riecht nach Harz und Spänen, überall liegt Staub. Die halbe Firma ist das Lager, vor allem einheimische Hölzer werden verarbeitet. Die gedrechselten Stücke auf der einen Seite, die Roh-

mieder manufaktur Drei Nähmaschinen hinter einem Schaufenster. Drei Personen, eine Chefin, ein Azubi, eine Praktikantin, Hierarchien kaum merklich. Eine Puppe, ein Kleiderständer. Und die Vielzahl der Materialien, die verarbeitet werden. Gläserne Schmucksteine, Pailletten, Bänder und Knöpfe aller Art, Stoffröschen, Paspelbänder, Metallspiralen, Rüschen, Seide, Spitzen. Fünf Lagen Stoff müssen es mindestens sein, damit das Mieder hält. Anfang des 20. Jahrhunderts, als sich die große Zeit der Korsetts schon ihrem Ende zuneigte, linge auf der anderen. Ein Griff und das wurde Fischbein als Stütze durch FederstahlbänStück Holz ist eingespannt in der Drech- der ersetzt. selbank, wo es in präziser Handarbeit zum geschwungenen Treppenpfosten geformt wird.

Francia mozzarella Die Käserei mitten in der Stadt hinter dem Flughafen Tempelhof kündigt sich mit demselben süßsäuerlichen Geruch an, der alle Milch verarbeitenden Betriebe markiert. Die frische Butter geht nach Deutschland, aber ansonsten wird viel – vor allem Ricotta und Mozzarella – nach Italien exportiert, wo das Stammhaus der Firma seinen Sitz hat.


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VERknÜPFunGEn der erste gemeinsame, zweiwöchige Workshop-cluster findet im april 2007 an der udk statt. kompetenzen und Verfahren der unternehmen werden vorgestellt und diskutiert. davon ausgehend entwickeln die designer Ideen für Produkte. Es kommen hunderte von Ideen und Skizzen zusammen, die sich aus der Verknüpfung von material, technologie, Verfahren, kompetenzen und themen ergeben.


PROZESS

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Eine Jury beurteilt die Qualitäten der Vorschläge und prüft, ob und wie sie sich umsetzen lassen und welchen Erfolg sie am markt versprechen. 57 Produkte werden zusammen mit den unternehmen weiterentwickelt, für sechs von ihnen Schutzrechte angemeldet. Im Juli 2007, während des Rundgangs an der universität der künste, sind 52 Prototypen erstmals öffentlich zu sehen.


ExPERImEnt und maRkt Produktentwicklung, kommunikation und distribution werden von anfang an als Einheit betrachtet. Im Gegensatz zu dem üblichen Weg, das Produkt erst zu entwickeln und dann anschließend kommunikation und Vertrieb zu planen, verknüpft und parallelisiert der design Reaktor berlin diese Prozesse. Experimentelle Ideen und kommerzielle Erwägungen gehen hier Hand in Hand. Externe Experten begleiten den Entwicklungsprozess. Ziel ist es, die Identität der Produkte zu stärken und deren mögliche Reichweite am markt von anfang an im auge zu behalten.


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PRaxIS und ExPERImEnt die wesentlichen merkmale des arbeitsprozesses sind: Entwicklungen und Planungen gehen nahtlos in die Praxis über; Verschiedene disziplinen sind von anfang an beteiligt; die unterschiedlichen kompetenzen werden effektiv miteinander verknüpft; autorenschaft ist kooperativ zwischen udk, unternehmen und designern verteilt; das Projekt wird dynamisch und flexibel gesteuert; marktrelevanz spielt von anfang an eine große Rolle; aus persönlichen Initiativen ergeben sich vielfältige neue beziehungen.

POtEnZIalE Schon zu beginn zeigt sich, dass der design Reaktor berlin möglichkeiten der kooperation zwischen der udk und Partnern aus der Wirtschaft eröffnet, die bisher kaum erkannt und viel zu selten genutzt wurden. Für die kommerzielle umsetzung werden erfahrene Partner hinzugezogen, deren kompetenzen und Verbindungen den aufbau eines netzwerks für künftige Vorhaben unterstützen.


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ScHRIttE In dEn maRkt ab September 2007 werden erste Produkte in kleinserie verkauft. die leuchte „nola“ kommt im april 2008 auf den markt. „dune“ wird im museumsshop des deutschen Guggenheim vertrieben, der „Spitzenschmuck“ im Shop der neuen nationalgalerie. die Internetplattform betterplace.org bestellt eine Sonderedition des Stricklabels „trikoton“. Fünf weitere Objekte werden derzeit zur marktreife entwickelt. Jedes Produkt benötigt seine eigenen lösungen, individuell abgestimmte Strategien und spezielle kompetenzen. Eine große Herausforderung für die Hochschule: Sie initiiert kooperationen, hilft bei der Entwicklung und unterstützt die akteure am markt.


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Garden Gun 5.1 GARTEN SPRENGEN?!

la lampa

Jacob Diezinger, Markus Dilger, Rayk Sydow Fast Part Kunststofftechnik GmbH

ZWEI LEUCHTEN IN EINEM SWING

Liran Levi Günther Bachert Lampenschirme und Elektroinstallation

mozzabrilla VoR DEM GENUSS KüHLT DAS PACK DIE AUGEN

Nadine Henche, Vanessa Manthey Francia Mozzarella GmbH, Novak Siebdruck

mercado music EIN BARCoDESCANNER QUITTIERT DEN EINKAUF MIT MUSIK

Strecknetz

Karsten Eichstedt

UNTERTASSE, HENKEL UND ISoLIERUNG AUF EINEN STREICH

Rast-Stätte

A Min Cui, Jing Lu LKM Laseranwendung für Kunststoffe und Metallverarbeitung GmbH

oRTHESE AM STUHLBEIN FüR FLASCHEN UND BECHER

Marie Jacob, Julia Reischel Knabe & Co GmbH & Co KG Stanztechnologie Ornament and crime

UNGLüCK SCHMüCKT UNSERE TELLER

Von Skalp EIN HAARIGER KAMM

Sabina Turek, Miriam Lehnart Quadratfuss Lederverarbeitung, Haarmanufaktur Petra Kalkstein

Théo Mercier Short-Cut Lasercutting

Handysoap EINE HAND WäSCHT DIE ANDERE

mount n count

Marlene Schaefermeyer, Ana Aguilera, Asia Piascik, Marion Stahel 1000&1 Seife

DIE ZEIT BEWEGT SICH AUF DAS EREIGNIS ZU

Frédéric Eyl

laamp STRETCHLEUCHTE

bulletproof

Liran Levi Günther Bachert Lampenschirme und Elektroinstallation

mischtennis MATERIALSCHLACHT ALS SPIELSTRATEGIE

HERZSCHUTZWESTE

Jörg Höltje Quadratfuss Lederverarbeitung, Workstation Muster und Service GmbH Neoprenverarbeitung, Spezialnäherei und Kunststopferei W. Post

Moritz Grund, Lea Bumsack

treibgut

3d lab WER FINDET DEN SCHNELLSTEN WEG UM DEN GLoBUS?

Ein Spiel für 2–6 Personen Thomas Hiemann

GEMEINSAM AUF EINER INSEL IM BoJENRESTAURANT

Elisabeth Warkus, Marc Pohl, Michael Jonas Carbon Tex GbR Leichtbau, Auto- und Bootssattlerei Michael Meier, Gummi Kontor, Bootsbau Welkisch GmbH, Spezialnäherei und Kunststopferei W. Post

Solar.plant SoLARZELLEN BEWACHSEN UNSERE HäUSER

James Cruz Garcia Solarkonzept GmbH, Gummi Kontor Handyhat KoPFBEDECKUNG AUS VERSCHRäNKTEN HANDSCHUHEN

Electronic Ruler

Marion Stahel, Ana Aguilera, Marlene Schaefermeyer, Asia Piascik Quadratfuss Lederverarbeitung, Ganterie Jürgen Traxel Strickerei

temae DER TEEBEUTEL, DER ANZEIGT, WANN DER TEE FERTIG IST

EIN SENSIBLES LINEAL MISST ZWISCHEN A UND B

Shay Shafranek, oded Webman Britze Elektronik Berlin

Janja Maidl blendend EINE REFLEKTIERENDE STRUMPFHoSE

Hairytales

Katharina Weidenmüller, Katharina Peter Novak Siebdruck

FRISUREN AUS LEDER

Marie Jacob, Julia Reischel Quadratfuss Lederverarbeitung

nola LEUCHTE oHNE LAMPE

Lars Dinter Hugo Bräuer Metallwaren

mensch, iss mich nicht! SüSSE BELoHNUNGEN FüR CLEVERE SPIELER

Eva-Maria Heinrich, Nora Smahelova Bonbonmacherei Kolbe & Stecher, Novak Siebdruck, Fast Part Kunststofftechnik GmbH


PROZESS

Helping Hands

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al contrario

ABHILFE GEGEN DEN KABELSALAT

PASTA IM PLASTISCHEN SPIEL

A Min Cui, Jing Lu LKM Laseranwendung für Kunststoffe und Metallverarbeitung GmbH

Asia Piascik, Ana Aguilera, Marlene Schaefermeyer, Marion Stahel Mondo Pasta Manufaktur Berlin Spitzenschmuck GEFoRMTE SPITZE ZUM ANLEGEN

Eva-Maria Heinrich, Nora Smahelova Braun Spitzen und Tülle Braun GmbH und Co.KG ... eine art von kerzenlicht LICHT AUS DER Box

Lars Dinter Aucoteam Feinblechverarbeitung und Gehäuseanfertigung GmbH

nets

lupenrein

SPINNT TEMPoRäRE RäUME UND NISCHEN

SCHMüCKENDE LESEHILFEN

Katrin Mashalova MC optique Brillen- und Contaktlinsenstudio

Markus Dilger Stephanie Siepmann Strickerei trikoton VoM STIMMMUSTER ZUM STRICKMUSTER

Hanna L. Wiesener, Magdalena Kohler Stephanie Siepmann Strickerei, Watebo Lasercutting, Spezialnäherei und Kunststopferei W. Post

croc Ovale EINE BRoSCHE ALS BRILLENHALTER AUS RESTEN DER HoRNBRILLENPRoDUKTIoN

Miriam Lehnart, Sabina Turek Friedrich & Campbell Brillen

music drop JUST oNCE

chapter nine EINE NACHTTISCHLAMPE ALS LESEZEICHEN

Annalisa Gottardo, Liran Levi

Noa Lerner Fast Part Kunststoff-Technik GmbH Britze Elektronik Berlin Fragment Store 01 – leuchte LABoR FüR INDIVIDUELL KoMBINIERBARE PRoDUKTFRAGMENTE

Joscha Brose, Fionn Dobbin, Soo-Chung Lee/Produktdesign Martinka Edoga, Jörg Kopec, Linda Löser/Strategie und Forschung Günther Bachert Lampenschirme und Elektroinstallation, Drechslerei Heider, LKM Laseranwendung für Kunststoffe und Metallverarbeitung GmbH, Neuser GmbH Pulverbeschichtungen, Schurbohm Galvanik Eloxierung Handyphones ZWEI HäNDE VoLL MUSIK

Story tail THINK IT oVER!

Liran Levi Haarmanufaktur Petra Kalkstein

Ana Aguilera, Marlene Schaefermeyer, Asia Piascik, Marion Stahel Peters Werkstatt

ÜbER 50 PROtOtyPEn Wach! EIN ACCESSoIRE ZIEHT DICH WIEDER AUF

Hasso & Friends

Marie Jacob, Julia Reischel Bätz GmbH Maschinengravuren

HUNDEHALSKRAUSE

Fragment Store 02 – Schuhe LABoR FüR INDIVIDUELL KoMBINIERBARE

PRoDUKTFRAGMENTE Soo-Chung Lee/Produktdesign Martinka Edoga, Jörg Kopec, Linda Löser/Strategie und Forschung Der Herr der Schuhe, Quadratfuss Lederverarbeitung, Gummi Kontor, Watebo Lasercutting

Astrid Weber, Dorothea Koch, Bernd Reuss, Arndt Menke-Zumbrägel LKM Laseranwendung für Kunststoffe und Metallverarbeitung GmbH, Novak Siebdruck, Quadratfuss Lederverarbeitung dune Have a Seat! EINE ART, STüHLE ZU RESERVIEREN

nero DER oRDEN ALS ZEICHEN VoN MACHT WIRD ZUM KNoPF DEGRADIERT

Jörg Höltje LKM Laseranwendung für Kunststoffe und Metallverarbeitung GmbH, Spezialnäherei und Kunststopferei W. Post

THE SANDMAN’S ASHTRAy

Jacob Diezinger H. & PH. Behr Giesserei GmbH & Co. KG

Annalisa Gottardo Watebo Lasercutting, Novak Siebdruck m-Shirt DAS MIEDER FüR JEDERMANN oHNE HEFTIGES SCHNüREN UND BINDEN

Katharina Weidenmüller, Katharina Peter Novak Siebdruck, Berliner Miedermanufaktur


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ÜbER 50 PROtOtyPEn


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StRuktuREn GEStaltEn mit der universitätsleitung und möglichen kooperationspartnern wird derzeit an der Weiterentwicklung des design Reaktors berlin gearbeitet. dabei stellen sich die folgenden Fragen: Wie lässt sich eine dynamische und offene transferplattform zwischen universität, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft aufbauen? Wie soll die Wertschöpfungskette ausgedehnt werden – von der Erfindung über die verschiedenen Entwicklungsstufen und Verwertungsstrategien bis hin zum Start-up? Wie können die Synergien genutzt werden, die sich im umfeld der universität ergeben? Wie kann der design Reaktor berlin die kooperation zwischen der designszene und bereits beteiligten und bisher noch nicht involvierten unternehmen weiter vorantreiben?


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SIEbEn WEGE dER EntWIcklunG und VERWERtunG von marc Piesbergen

Im Experimentierfeld des design Reaktors berlin sind lehre und Forschung, Hochschule und markt, Entwicklung und Verwertung nicht getrennt, sondern Wissens- und Handlungsräume, die aufeinander aufbauen, sich austauschen und gegenseitig befruchten. die Entwicklungs- und Verwertungsprozesse waren ebenso vielfältig und individuell wie die beteiligten akteure.

als Startschuss für die heiße Phase der Entwicklung diente ein zweiwöchiger Workshop-cluster mit insgesamt 16 Workshops zu themen wie „Freie Radikale“, „1001 accessoires“ oder „Genetic design“. Während dieser zwei Wochen wurde das arbeiten von 81 Studierenden aus insgesamt vier Gestaltungsdisziplinen räumlich und zeitlich verdichtet, um möglichst viele unterschiedliche Ideen zu entwickeln. Zentrum des Geschehens: die aula der Fakultät Gestaltung der universität der künste berlin.


SIEbEn WEGE dER EntWIcklunG und VERWERtunG

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anhand von bildern, texten und materialproben stellten hier 52 Plakate im „Reaktor-kreis“ die beteiligten kleinen und mittelständischen unternehmen mit ihren spezifischen kompetenzen vor. Erste Ergebnisse der vier parallelen Workshops wurden nach nur zweieinhalb tagen gemeinsam präsentiert. dann wechselten die teams, themen und leiter, und ein neuer Zyklus begann, der das Spektrum um aspekte wie corporate design und Vermarktung erweiterte. Im dritten Workshopzyklus hatte sich der design Reaktor berlin schon eigenständig vergrößert – die Zahl der parallelen Workshops war auf sechs angewachsen. Während dieser Workshopwochen entstanden mehr als 300 Ideen, präsentiert als schnelle mock-ups und Ideenblätter, die nach und nach den Reaktorkreis füllten. In der folgenden Sondierungs- und beurteilungsphase wurden die Entwürfe auf ihr innovatives und wirtschaftliches Potenzial überprüft. 57 der 105 Einreichungen erhielten ein budget und beratung zur Weiterentwicklung bis zum Prototyp. Parallel zu diesen Entwicklungsprozessen fanden mehrere Experten-Hearings statt, bei denen themen rund um Vertrieb und Vermarktung diskutiert wurden. der ursprüngliche Gedanke einer „design Reaktor berlin-kollektion“ wich schnell der Erkenntnis, dass die offenen Prozesse des design Reaktors eine sehr breit gefächerte mischung an Produkten, Stilen, autoren, Zielgruppen und Verwertungs- und Entwicklungsprozessen hervorbringen, die individuell gehandhabt werden wollen. die folgenden sieben Projekte aus dem design Reaktor zeigen das beispielhaft auf.


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tRIkOtOn Magdalena Kohler, Hanna L. Wiesener – www.trikoton.com Projektgruppe Neoanalog – www.design.udk-berlin.de/IDK/Neoanalog Textildesign Stephanie Siepmann, Berlin – www.stephanie-siepmann.de Strickchic GmbH, Apolda – www.strickchic.de OMP Unternehmensberatung, Berlin – www.om-p.de Betterplace, Berlin – www.betterplace.org Lars Grau – Programmierung Alexandra Dammann – Businesskonzeption Joel Horwitz, Frederic Eyl, Hanna L. Wiesner – Fotos

mIt dER EIGEnEn StImmE StRIckEn bei trikoton von magdalena kohler und Hanna lisette Wiesener wird der kunde zum mitgestalter des Produkts. Im Rahmen des „neoanalog“-Workshops verknüpften die modedesignerin und die Produktdesignerin ganz unterschiedliche Welten: analog und digital, kunst und technik, Sprechen und Stricken. Herausgekommen ist die Stimmstrickmaschine Gelsomnia, die klänge in (Strick-)muster verwandelt.


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Zu diesem Zweck wurde zunächst eine mechanische Strickmaschine aus den 1970er Jahren „gehackt“ und zum interaktiven Fashiongenerator umgebaut. anstelle der herkömmlichen Steuerung übernimmt nun ein eigens programmiertes audioprogramm die Generierung der Strickmuster: Sobald das angeschlossene mikrofon Sprache registriert, wird die Stimme nach lautstärke, Frequenz und modulation aufgeschlüsselt und in einen digitalen code verwandelt, der von der maschine zum persönlichen Strickmuster verarbeitet wird.


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OnlInE-kOllEktIOn mittlerweile haben die beiden designerinnen ihr Projekt, dass 2007 auf der ars Electronica noch als interaktive Installation präsentiert wurde, zur eigenständigen trikoton-kollektion weiterentwickelt. auf der Onlineplattform trikoton.com können Interessenten eine Sprachnachricht oder einen Song hinterlassen und ihr persönlich generiertes Strickmuster auf dem monitor überprüfen. Gefallen botschaft und design, wird die audiodatei verschickt – und wenige tage später ein einmaliges gestricktes kleidungsstück geliefert.


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tRaGbaRER klanG Weit mehr als nur Spielerei – das erkannten auch die Juroren des designpreises Halle, mit dem trikoton 2007 ausgezeichnet wurde. mit digitaler Open-Source-technologie löst trikoton den Widerspruch zwischen Einzelstück und maschineller Produktion – jedes kleidungsstück ist individuell. Ein konzept, das in sehr unterschiedlichen bereichen auf Interesse stößt: z.b. bei der mercedes-benz Fashion Week in berlin oder auch als Sonderedition für das gemeinnützige netzwerk betterplace.de, deren Erlös internationalen Hilfsprojekten zugute kam. ROllEnWEcHSEl Gleichzeitig demonstriert das trikoton-modell ein neues Rollenverständnis: Hier ist es der kunde, der – über Stimme oder lieblingsklang – die Idee generiert und das Ergebnis unverwechselbar macht. der designer wird zum Prozessgestalter, der ein System von möglichkeiten vorgibt, in dem der kunde die Produkte mitgestalten kann. mit trikoton.com entsteht daraus ein selbstständiges Internet-Startup, dessen Initiatorinnen magdalena kohler und Hanna lisette Wiesener sind.


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FRaGmEnt StORE

labOR FÜR IndIVIduEll kOmbInIERbaRE PROduktFRaGmEntE

J. Brose, F. Dobbin, S. Lee, M. Edoga, J. Kopec, L. Löser – www.fragment-store.com Leuchten und Elektro Bachert – www.elektro-bachert.de Drechslerei Heider – Holzdrechslerei LKM GmbH – www.lkm-berlin.de Neuser GmbH – www.neusergmbh.de Schurbohm Galvanik – www.schurbohmeloxal.cabanova.de Der Herr der Schuhe – www.derherrderschuhe.de Quadratfuß – www.quadratfuss.de Gummi Kontor – www.gummikontor.de WATEBO – www.watebo-online.de Andreas Velten – Fotos


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das Ergebnis des Projekts Fragment Store ist kein einzelnes Produkt, sondern ein gesamtes Herstellungs-, Produkt- und Vertriebskonzept. ausgangspunkt waren der Workshop „1001 accessoires“ und die Idee, dass „die kleinen und mittleren unternehmen (kmu) und ihre Geschichte teil eines Experiments sind, in dem traditionelles und neues zu ungewöhnlichem verarbeitet werden.“ keine leichte Übung, die beim Fragment Store in einen besonders umfangreichen und gelegentlich kontroversen designprozess mündete, der neben Entwurf und Prototyping auch konzeption, Strategie und kommunikation erforderte. das interdisziplinäre Projektteam setzte sich jeweils zur Hälfte aus Entwerfern aus dem design- und modestudium und Strategen des Studiengangs Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation zusammen.


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PaRcOuR und FRaGmEntE die Grundidee bildete der ansatz, die Fertigungskompetenzen der kmu zu einem Parcours zu verbinden, in dem Produkte modular entwickelt, produziert und vertrieben werden: Jeder betrieb stellt ein „Fragment“ des Endprodukts her. die einzelnen Elemente sind beliebig kombinierbar und der kunden kann sich sein Endprodukt aus den angebotenen Fragmenten selbst


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zusammenstellen. So verbinden sich die kmu zu einem netzwerk und ergänzen sich in den Fertigungsschritten und komponenten zum anbieter modularer Endprodukte. lEucHtE alS PROtOtyP als Prototyp für den Fragment Store entwickelte das Projektteam eine leuchte: Über eine frei kombinierbare niedervolt-Steckverbindung können Fuß, korpus und Schirm der leuchte individuell kombiniert werden. Je nach kundenpräferenz ist der Fuß gegossen, gelasert, eloxiert oder poliert erhältlich, der korpus als ahorn- oder buchenausführung, schlicht oder verziert, der lampenschirm als einfarbige bzw. bunte textil- oder Glas-variante. darüber hinaus können mehrere Schirme oder Füße verwendet werden – für den Einsatz als Stehleuchte, tischleuchte oder Wandleuchte. kOnZEPt, REalItät und WEIcHEnStEllunG Eine Frage der Weichenstellung: Ein derart vielseitiges Herstellungs- und Vertriebskonzept lässt viele Richtungen offen. Grundlegende Fragen, die hierbei auftreten, spiegeln viele der Punkte wider, die auch bei anderen Projekten des design Reaktors berlin zur diskussion standen: Sind und bleiben die lokalen kmu bei einem solchen konzept die Produzenten? Soll die serielle Fertigung handwerklich oder industriell erfolgen, vor Ort oder im ausland? Entwickeln die lokalen kmu eine gemeinsame Infrastruktur, oder wird die Realisierung an einen „Verleger“ übergeben, der z.b. ein Franchisingkonzept entwickelt, das modulare Produkte orts- und branchenübergreifend vertreibt? Sollte man sich auf nachhaltiges Wirtschaften vor Ort konzentrieren, um lokale Fertigkeiten zu revitalisieren, oder sollte man bewusst in konkurrenz zu etablierten anbietern und deren internationalen distributionskanälen treten? nicht zuletzt: Wie kann eine kunstuniversität solche studentischen Geschäftsideen unterstützen, um den absolventen einen Weg in die eigene Existenz zu ermöglichen?


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dunE Jakob Diezinger H.& Ph. Behr Gießerei GmbH & Co KG – www.behr-giesserei.de Jörg Klambt, muse concept – www.muse-store.de Andreas Velten, Jakob Diezinger, Rayk Sydow – Fotos

tHE Sandman’S aSHtRay

1

2

4 3

5

6


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das negativ zum Positiv gemacht hat Jakob diezinger mit dune. Sein Entwurf, der in der Gruppe „d-kat“ entstand, zeigt einen aschenbecher aus gepresstem Sand, der normalerweise in metallgussformen zum Einsatz kommt – Formen, die nach dem Guss wieder zerstört werden. bei dune wird das Werkzeug zum Produkt und das äußere zum Innern. Ein ansatz, der die Grundidee des design Reaktors berlin, im austausch zwischen kmu und Gestaltern unerwartetes, Spielerisches und Innovatives zu entdecken, einfach und überzeugend verkörpert.


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POtEnZIal und EntWIcklunG auch Jörg klambt, der mit seiner Firma muse bundesweit designartikel für museumsshops entwickelt, erkannte das Potenzial des Entwurfs und beauftragte Jakob diezinger mit der Entwicklung zur Serienreife. Ein Prozess, der mehrere Wochen intensiver Recherche und detailarbeit in anspruch nahm, da zwischen Prototyp und verkaufsfertigem Produkt ein weiterer vollständiger Entwicklungsschritt liegt. nIcHtS alS Sand dunes charakteristische materialität – in Form und Funktion gebrachter Sand, der sich durch Zugabe von Wasser rückstandslos in seine unendlich recycelbare urform zurückverwandelt – sollte auf jeden Fall erhalten bleiben. dazu wurden die zahlreichen Formsandsorten auf ihre jeweilige Eignung geprüft. Herstellungs- und Schadstoffverordnungen für den Einsatz in Gastronomie und Privathaushalten mussten beachtet, material- und arbeitszeitkalkulationen für Produktion und Verkauf erstellt sowie eine Verpackung entworfen werden, die ressourcenschonend, transportfest und ansprechend ist.


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kOOPERatIOn und VaRIatIOn auch hier funktionierte die Zusammenarbeit sehr gut, und die Gießerei behr produzierte eine erste kleinserie, die über muse unter anderem im museumsshop der deutschen Guggenheim angeboten wird. Ein reizvoller anstoß für weitere Projekte: Sand lässt sich einfärben, in jede Form pressen und ist sicher nicht nur für aschenbecher ein spannendes Experimentiermaterial.


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tEmaE Janja Maidl – www.janjamaidl.de Synidea AG – www.synidea.com Kanzlei Zimmermann&Partner – www.zimpat.com Stefan Höderath, Janja Maidl – Fotos

dER tEEbEutEl, dER anZEIGt, Wann dER tEE FERtIG ISt mit einem Glücksrad begann die Entwicklung von temae. Inzwischen ist eine Patentanmeldung daraus geworden – und ein kleiner Exkurs in Sachen Schutzrechte und Vermarktung. als der Zufallsgenerator der „neoanalog“-Projektgruppe, bestückt mit Objekten aus der analogen und begriffen aus der digitalen Welt, auf teebeutel und „Progress bar“ fiel, hatte Janja maidl einiges vor sich. Ihre aufgabe: ein Entwurf, der beide aspekte miteinander verbindet.


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JaPanIScHE tEEZEREmOnIE die designerin reagierte mit einem Entwurf zur kulturgeschichte der japanischen teezeremonie, die auf einem hochkomplexen System aufeinanderfolgender Rituale mit religiÜsem ursprung beruht. Zur Erläuterung entwickelte sie ein leitsystem aus Elektrolumineszenzfolie, das laien durch die komplizierte abfolge von Handlungen begleitet.


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dIREktE VERbIndunG Herrmann klöckner, einer der betreuer der Projektgruppe, konterte mit einem radikalen anstoß: das Ganze darf am Ende nur einen Euro kosten. und: Was wäre, wenn teebeutel und Scrollbar direkt in Verbindung gebracht werden müssten? Eine Herausforderung, die Janja maidl neu inspirierte. aus der teezeremonie wurde temae, der teebeutel mit Ziehzeitanzeige. Ein erfolgsversprechender Entwurf, der von der Jury des design Reaktors berlin als Favorit für die Weiterentwicklung empfohlen wurde. Patentanwalt dr. Steinbach, der von beginn an in die betreuung aller Entwürfe miteinbezogen wurde, attestierte zudem die möglichkeit einer Patentanmeldung. Wenige Wochen später wurde das Prinzip als Gemeinschaftsanmeldung der Erfinderin und der udk beim deutschen Patentamt zur Prüfung eingereicht und wenig später mit dem campus Preis 2007 der ars Electronica ausgezeichnet – als rein analoges Produkt mit digitalem Entwurfshintergrund. POtEnZIalE und PROZESSE temae war einer der ersten Entwürfe des design Reaktors berlin, der für die umsetzung einer kommerziellen Vermarktungsstrategie ausgewählt wurde. die weiteren Schritte machen deutlich, wie viel arbeit in der Entwicklung von der ersten Idee zum erfolgreichen Produkt steckt: allein der Schutzrechtsprozess von der anmeldung über die Prüfung bis zur anerkennung eines Patents kann Jahre in anspruch nehmen und kostet schnell mehrere tausend Euro. Vereinbarungen mit der Industrie erfordern eine detaillierte marktsondierung, diskrete kontaktaufnahme und professionelle Verhandlungen auf Vorstandsebene. Verträge müssen juristisch geprüft und die unterschiedlichen Interessen von Erfinder, Hochschule und unternehmen gleichwertig berücksichtigt werden. bei kalkulationen zur Serienfertigung kommen hohe Produktionszahlen und kostenstellen von wenigen Zehntel cent ins Spiel. doch temae hat das Potenzial, all diese Hürden Schritt für Schritt zu meistern.


PROZESS

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muSIc dROP Noa Lerner Fast Part Kunststoff-Technik GmbH – www.fastpart.de Britze Electronic – www.britze.de Kanzlei Schwarz Kelwing Wicke Westpfahl – www.skskw.de Andreas Velten, Noa Lerner – Fotos

JuSt OncE Ein Geschenk, einen persönlichen und wertvollen moment zum Weitergeben, wollte noa lerner mit dem music drop verwirklichen. der mP3-Player im miniaturformat materialisiert einen Song, ein Gedicht, eine botschaft. Genau einmal spielt er seinen Inhalt ab, nur für den ausgewählten Hörer.


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der music drop verkehrt die unendliche Reproduzierbarkeit digitaler daten in ihr Gegenteil: mit dem luxus der einmaligen Wiedergabe, dem nicht wiederholbaren moment, setzt er einen kontrapunkt zur permanenten Verfügbarkeit der Onlinewelt. So bekommt die digitale aufnahme dieselbe Qualität wie ein livekonzert – sie ist nicht wiederholbar.


PROZESS

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VIElVERSPREcHEnd aus der kombination dieses künstlerisch-medi- alen aspekts und der technischen Innovation eines winzigen mP3-Players, der Energiequelle, datenträger, abspielgerät und lautsprecher in sich vereint, entsteht ein außergewöhnliches Produkt. kurz nach seiner Vorstellung wurde der Prototyp des music drops auf der internationalen musikleitmesse midem (cannes) zur zweitbesten Weltneuheit gekürt. Im Februar 2008 präsentierte das new york museum of modern art den Entwurf im Rahmen der ausstellung „design and the Elastic mind“, im mai 2008 erhielt er den karl Hofer Preis der udk berlin.


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WEItEREntWIcklunG Im design Reaktor berlin konnte der Entwurf, der zuvor im Rahmen des „luxus“-Workshops entstanden war, entscheidend weiterentwickelt werden. Gemeinsam mit kleinen und mittleren unternehmen wurde hier also nicht an neuen Ideen gefeilt, sondern ein relativ weit entwickelter Prototyp durch technische beratung und unterstützung bei der umsetzung auf die Serienreife vorbereitet. Weiterhin auf der to-do-liste steht die anmeldung eines internationalen Patents, Recherche nach umweltfreundlichen batteriealternativen sowie das konzept einer wiederbespielbaren Variante, die über klare Speicherbeschränkung die eigentliche Intention, das abspielen eines einzigen Songs, beibehält. diese Punkte werden nun in kooperation mit Experten aus Rechtsberatung, Finanzierung, technologie und Vertrieb ausführlich analysiert, um den music drop international zu vermarkten.


PROZESS

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nOla Lars Dinter – www.larsdinter.de Metalldrückerei Bräuer – www.hugo-braeuer.de Anta Leuchten – www.anta.de Moormann – www.moormann.de Andreas Velten, Lars Dinter – Fotos

dIE lEucHtE OHnE lamPE Von der ersten Idee zum serienfertigen Produkt mit internationalem Vertrieb: In nur einem Jahr landete die leuchte nola im Programm von anta, einem der bekanntesten deutschen Hersteller von designleuchten.


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SECTION DRAWING NOT TO SCALE

OUTER CASING

LUSTER TERMINAL REFLECTOR

TOP COVER

LED

ALUMINIUM

SUPPORT STRUCTURE

EntWuRF und kRItIk Zwei Schritte vor, einer zurück – in jeder Phase der Entwicklung gab es Punkte, die ein umdenken und neue ansätze erforderten. So äußerte die erste Expertenjury zahlreiche kritikpunkte am Originalentwurf, den lars dinter im von mark kwami geleiteten Workshop „Potenziale“ skizziert hatte. Zurück blieb die Idee einer indirekten lEd-beleuchtung, ohne sichtbare lampe. der zweite Prototyp überzeugte umso mehr und führte zur kontaktaufnahme mit anta leuchten zwecks auslotung einer gemeinsamen Weiterentwicklung. dEtaIlaRbEIt damit begann eine intensive detailarbeit. In Zusammenarbeit mit der metalldrückerei bräuer wurden weitere Prototypen gefertigt, die bereits Serienanforderungen entsprechen sollten. besonders wichtig: elektrische Sicherheitstests, Haltbarkeit, transportfähigkeit, Oberflächenqualität und vor allem – Herstellungskosten.


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SERIE und auSZEIcHnunG die geplante umsetzung mit lEd-technik scheiterte letztendlich am Preis. damit hätte nola das Preisgefüge des Sortiments gesprengt und die Hauptzielgruppe nicht mehr erreicht. auch hier fand lars dinter eine clevere alternative: das handgefertigte Serienmodell wird ohne ästhetische oder funktionale Einbußen in Halogentechnik realisiert. dank fallender Preise stehen die chancen für eine zukünftige lEd-Version allerdings nicht schlecht, sie könnte noch im nächsten Jahr auf den markt kommen. bereits kurz nach der öffentlichen Präsentation erhielt nola die auszeichnung „light of the Future 2008“ des deutschen Rats für Formgebung und der messe Frankfurt.


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3d lab Thomas Hiemann Synidea AG – www.synidea.com Kanzlei Zimmermann&Partner – www.zimpat.com Andreas Velten, Thomas Hiemann – Fotos

EIn PlanEt alS SPIElFläcHE Ein Raumschiff befindet sich auf Erkundungsflug zu einem fremden Planeten – und absolviert eine bruchlandung. alle Energiezellen sind verloren, Rettung scheint ausgeschlossen ... dramatisch, aber nicht hoffnungslos startet thomas Hiemanns Familienspiel 3d lab in die Zukunft.


SIEbEn WEGE dER EntWIcklunG und VERWERtunG

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die mission ist klar: Es gilt, die verlorenen Energiezellen einzusammeln, um den Heimatplaneten wiederzusehen. aber wer findet den schnellsten Weg durch die verdrehten G채nge? mit dieser Spielidee realisierte thomas Hiemann innerhalb des design Reaktors berlin einen eigenen Entwurf, den er konsequent bis zur marktreife entwickelte.


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GEScHmackSmuStER und SPIElIdEE In den beiden Juryrunden wurde der Entwurf zwar positiv beurteilt, das spätere Vermarktungspotenzial jedoch noch nicht erkannt. dennoch riet dr. Steinbach, der Patentanwalt des design Reaktors berlin, zur Geschmacksmusteranmeldung des dreidimensionalen Spielbretts. bei der Gestaltung der Spielausstattung, die aus einer Vielzahl von cnc-gefrästen drehelementen, Spielfiguren und zwei tiefgezogenen Halbkugeln besteht, experimentierte thomas Hiemann in der darauf folgenden Weiterentwicklungsphase mit den möglichkeiten der verschiedenen udk-Werkstätten.


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bRancHEnblIck und -IntERESSE trotz erster Zweifel entwickelte sich die Idee in kurzer Zeit zur echten Erfolgsgeschichte: der mit dem design Reaktor berlin kooperierende Vermarktungsexperte wählte 3d lab als potenziellen kandidaten für das Programm der großen Spielehersteller aus. nach Erteilung der Geschmacksmusteranmeldung und einer vertraglichen kooperationsvereinbarung zwischen Entwerfer, udk, Projektleitung und beratern stieß das Spiel bei internationalen Spieleherstellern auf großes Interesse. dennoch ist auch hier langer atem nötig – zwischen Vertragsabschluss und markteinführung vergehen in dieser branche durchschnittlich zwei Jahre. Zeit, die thomas Hiemann zu nutzen weiß: Gemeinsam mit dem design Reaktor berlin meldete er vor wenigen Wochen das Geschmacksmuster für ein weiteres Spiel aus eigener Hand an.


PROZESS

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Garden Gun 5.1

Sprengt den Garten! <althochdeutsch> sprengen, transitive Ableitung von springen; eigentlich springen machen. Damit ist nichts gelöst, nur verschoben, denn die Doppeldeutigkeit bleibt auch bei der Herleitung des Wortes erhalten. Ein Pferd springt, ein Glas springt. Wegspringen, zerspringen. Rund um die Kraft des Wassers ist die Garden Gun nicht die erste Ding gewordene Metapher. Wer einmal vor dem Wasserwerfer stand, weiß um die nasse Gewalt der Spritzpistole in Großausgabe. Dinge dieser Art materialisieren einen Begriff. Ihr Gebrauchswert? Die Bedeutung eines Wortes liegt in seinem Gebrauch.

Trikoton

Digital ist alles dasselbe: 0 und 1. Die Information, die zu den kleinen blauen Punkten auf Strickpullis führt, nimmt ihren Anfang als Stimme. Eine Kette referenzierter Daten hat immer zwei Seiten: eine geschlossene und eine offene. Die geschlossene Kette lenkt von der offenen ab, sie zeigt die Vorderseite. Eine Stimme wird aufgenommen, digitalisiert, als Datensatz in die Maschine eingespeist und als Muster gestickt. Aber es gibt auch eine Rückseite, denn der Transfer ist nicht festgelegt. Sie umfasst alles, was dazu führt, dass es so und nicht anders aussieht: blau auf grau, viereckige Punkte, ein Pulli, ein Schal. Am Ende gibt es ein Kleidungsstück, das eine Geschichte erzählt, deren anderes Ende man gehört haben könnte.


RESONANZ

Katharina Eulenburg in „Brodelnder Kessel“ im Berliner Tagesspiegel, Juli 2007

113

„ES gEht im DESigN REAktOR Nicht um DEN kuRZfRiStigEN umSAtZ-ERfOlg, SONDERN um ERfAhRuNgSpROZESSE uND NEupOSitiONiERuNg, SAgt kufuS, NAch DEm mOttO: RAuchENDE köpfE StAtt RAuchENDER SchlOtE. uND ES gEht DARum, iDEEN AuS fORSchuNg uND ENtwickluNg DORt EiNZubRiNgEN, wO SONSt DAS AlltAgSgESchäft DOmiNiERt.“

RESONANZ D er Erfolg des Design Reaktors das Projekt einen Nerv getroffen. Und Berlin hat die anfänglichen das alles, obwohl es im „Probelauf“ zum Planungen und Erwartungen ersten Mal stattfand, obwohl viele Ideen

weit übertroffen. In der Öf- noch gar nicht umgesetzt werden konn-

fentlichkeit, in Unternehmen und an ten und obwohl sich das Projekt selbst

Hochschulen stieß er auf eine vielstim- noch in einer Art Forschungs- und Entmige Resonanz. Ganz offensichtlich hat wicklungsstadium befindet.


RESONANZ

116 Kooperationen

w

ährend des Projekts entstanden

vielfältige Kontakte zu den unter-

schiedlichsten Institutionen. Zusammen

mit ipal, der Patentverwertungsagentur der Berliner Hochschulen, wurde ein gemeinsamer Projektantrag gestellt. Ausgehend vom Design Reaktor Berlin grün-

deten die UdK und die TU Berlin im Frühjahr 2008 eine gemeinsame Projekt-

werkstatt. Die Strukturen für weitere Kooperationen befinden sich im Aufbau. Ausstellungen

D BDI Innovationsforum 2007

er Design Reaktor Berlin wurde zu

zahlreichen Präsentationen einge-

laden, unter anderem auf der Ars Elec-

tronica in Linz gemeinsam mit dem Hyperwerk Basel, beim Tag der offenen

Tür des Bundeskanzleramts und bei der

Generalversammlung der UNESCO in

Paris. Außerdem wurde er im Rahmen der Initiative des Bundesverbands der

Deutschen Industrie, „InnovationsstraPresse

D

ie Presse berichtete mehrfach über

das Projekt, unter anderem der

Berliner Tagesspiegel in seinem Wirt-

schaftsteil vom 27.07.2007, das Marketingfachblatt Absatzwirtschaft in der Son-

derausgabe zum Marketingtag 07 sowie

tegien und Wissensmanagement“, sowie auf der 6. Deutschen Designkonferenz

vorgestellt. Anlässlich des Tent London

Festivals präsentiert die Design Initiati-

ve Create Berlin im Rahmen ihrer Ausstellung „20 Jahre Berliner Kreativität“ sechs Projekte, die im Design Reaktor Berlin entstanden sind.

Weiterhin wurde das Projekt in mehr-

das Wirtschaftsmagazin brand eins in der

eren Vorträgen vorgestellt, etwa bei

die Sommerausgabe des Londoner Maga-

in Luxemburg, im Panel „Innovation

Nummer 12 (Schwerpunkt Design). Auch zins Monocle erwähnte den Design Reaktor Berlin im Rahmen eines Berlin-Specials.

der Konferenz zu Design im Handwerk Habitat – Berlin Charlottenburg bei der Arbeit“, dem Symposium des DMY International Design Festival und im Labor

für Entrepreneurship an der Freien Universität Berlin.

Auszeichnungen Create Berlin goes London 2008

E

ine beachtliche Anzahl von Einzelprojekten wurde zwischenzeitlich

mit Preisen gewürdigt. Hanna Wiesener


RESONANZ

117 und Magdalena Kohler erhielten den internationalen Musikmesse Midem.

Designpreis Halle 2007 für ihre Stimm- Janja Maidls Teebeutel Temae wurde mit strick-Kollektion Trikoton, während Noa dem Ars Electronica Campus 2.0 ausge-

Lerner für ihren Music Drop gleich zwei- zeichnet und Lars Dinter erhielt für seine fach ausgezeichnet wurde: mit dem Karl- Leuchte Nola die Auszeichnung Lights of Hofer-Preis 2007 der UdK Berlin und dem the Future 2008 des Deutschen Rats für zweiten Platz der Weltneuheiten auf der Formgebung und der Messe Frankfurt.

UdK Rundgang 2007

Create Berlin goes London 2008

Tag der offenen Tür

Bundeskanzleramt 2007


RESONANZ

118

E

s wäre Top gewesen, hätten wir an dem Projekt ein ganzes Jahr lang ar-

beiten können. Es gab für alles zu wenig Zeit. Vielleicht habe ich gelernt, Zeitpläne zu machen.

Nadine Henche, Studentin

D

as

iNtERDiSZipliNäR

angelegte

Projekt Design Reaktor Berlin hat

-töNE i

ch kann nur sagen, ich war von der

Zusammenarbeit ganz begeistert. Da

deutlich gemacht, wie wichtig der Fak- wir in den letzten Jahren nicht mehr sotor Design bei Innovationen ist. Lang- viel mit jungen Leuten zu tun hatten, fristig würde ich mir wünschen, dass war das für mich eine richtige der Designbranche insgesamt und dem

SchuNg.

ERfRi-

Die Studenten haben ganz

Thema Design mehr politische Aufmerk- neue Ideen mitgebracht. Es waren viele

samkeit und Ressourcen zuteil werden. technische Vorschläge dabei und wir haUnd ich würde mir wünschen, dass die ben gestaunt, was mit Lampenschirmen Umsetzung des zweiten Schritts des und Leuchten gemacht werden kann. Ich

Design Reaktors – der interdisziplinär würde die Arbeit jederzeit wieder ma-

ausgerichteten Transfer- und Verwer- chen, weil es mir auch etwas gebracht tungsplattform – zügiger passiert. In ei- hat mit den jungen Leuten zusammen zu ner zweiten Phase sollte er ein Zuhause arbeiten, deren Ideen zu akzeptieren und bekommen. Also einen Ort, wo unter- meine Erfahrungen mit einzubringen. schiedlichste Kompetenzen zusammengeführt werden, Synergien entstehen

und Experimente möglich sind. Dazu eine solide Organisationsstruktur, ein Team

und ein ergänzendes Netzwerk von Ko-

Marina Bachert, Lampenschirme Bachert

iliNES

ch sehe mich nur am Ausfüllen dieser Templates und zwischen lauter DEAD. Man war ständig am Hecheln

operationspartnern aus allen Bereichen. und kam gar nicht mehr zum Entwurf. So dass er dauerhaft fortgeführt werden kann, weil die Idee einfach großartig ist. Tanja Mühlhans, Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen

Elisabeth Warkus, Studentin


RESONANZ

119

E

men in Kontakt treten konnten. Der

D tER

agiert haben, fand ich sehr spannend.

von der kommerziellen Griffigkeit mit

s war sehr gut, dass wir unter dem

Schutz der Universität mit den Fir-

er Design Reaktor hat nicht nur für die Uni in Berlin

pilOtchARAk-

. Mir ist in Deutschland kein ande-

Kontakt mit den Firmen, und wie sie re- res universitäres Projekt bekannt, das Ich hätte viel früher zusammen mit dem Design Reaktor vergleichbar ist.

einer Firma etwas

ENtwickElN

sol-

Hier wird mit hoher Marktnähe und

len. Im Endeffekt hatte ich vorher noch auch hohem persönlichem Einsatz ein nie mit einer Firma richtig zusammen- Konzept verfolgt, bei dem man sagt: jagearbeitet.

wohl, das braucht der Markt. Das ist et-

Marlene Schäfermeyer, Studentin

D

was, das ausgeweitet werden muss, an

den Unis, und auch gerade an den ande-

urch das Projekt habe ich in diesem ren Berliner Unis. Da entstehen so viele Semester

mEhR gElERNt, als je-

gute Ideen, aber es gibt bislang keinen

mals zuvor in einem Semester. Die en- Mechanismus, außer dem Design Reak-

ge Zusammenarbeit mit den Firmen war tor, der sie schnell voranbringt, nämlich viel effizienter als ein normales Projekt bevor die Märkte wieder weg sind. an der Universität, für mich jedenfalls. Liran Levi, Student

Ansonsten wird an den Universitäten

oft etwas entwickelt, das man dann im Sinn einer klassischen Schutzrechtsver-

marktung irgendwo unterzubringen versucht. Dann wird das nichts oder geht

auf ewig lange Bänke. Aber die strate-

gischen Fenster stehen nicht ewig offen. Also muss man schnell in die kommerzi-

ellen Andockstellen des Marktes hinein-

gehen und sagen: jawohl, das ist unser Angebot, und wir können es so modulieren, dass der Markt etwas damit anfangen kann.

i

Helmut Prahl,

Unternehmensberater, Synidea

nnerhalb unserer Universität hat das Projekt dazu geführt, dass man sich

neu mit der Frage auseinander setzen

musste, was Zusammenarbeit mit der Wirtschaft bedeutet.

Es gab lange Zeit große Berührungs-

ängste. Der Design Reaktor hat die Un-

i

ch habe das Projekt auch persönlich den einen oder anderen Tag mit beglei-

ternehmen mit den Vorzügen einer tet und war vor Ort. Natürlich auch aus

Universität vertraut gemacht und um- Neugier und Wissensdurst, wie das so gekehrt. Aus der Expertise beider wur- weitergeht und wie das alles endet, wie

den gemeinsam Ideen entwickelt, und es sie weiter entschieden und es gestaltet wurde sehr SichtbAR, dass die Univer- haben. Ich war positiv beeindruckt. Wir

sität unserer Wirtschaft aus ihrem nor- wären gerne noch einmal dabei, wenn es malen aber eben auch quer denkenden wieder Studenten gibt, die sich für unser universitären Betrieb heraus neue Impulse geben kann.

Prof. Martin Rennert,

Präsident der UdK Berlin

hANDwERk interessieren, jederzeit.

Thomas Bräuer, Hugo Bräuer Metallwaren


RESONANZ

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Deutsche Design Konferenz 2007

Tag der offenen T端r

Bundeskanzleramt 2007


RESONANZ

Rahel Willhardt in „Design mit Schlagkraft“ im Sonderheft der Absatzwirtschaft, Oktober 2007

„DASS DER wEg DAS ZiEl iSt, viElES AbER im lAufEN ENtStEht, iSt EiNE biNSENwEiShEit, mit DER Nicht NuR fREitAgS tASchEN, SONDERN jEDE StRAtEgiSchE umSEtZuNg Zu kämpfEN hAt. im DESigN-REAktOR Zählt SiE ZuR mEthODE StAtt ZuR läStigEN uNwägbARkEit. DiE kuNSt liEgt DARiN, DEN bAll NAch vORN Zu SpiElEN, wENN mAN Nicht wEiSS, wO ES lANg gEht.“

Ausstellung zum UdK Rundgang 2007

121


RESONANZ

122 Stefanie Dörre in „Möbel für morgen“ in tip-wohnen, März 2008

mANchmAl hilft RADfAhREN. NOch bESSER SiND hOchlEiStuNgSwORkShOpS.

„um EiNfällE ENtStEhEN Zu lASSEN, muSS mAN DAS RichtigE miliEu SchAffEN. mANchmAl hilft RADfAhREN. NOch bESSER jEDOch SiND hOchlEiStuNgSwORkShOpS. DER DESigN REAktOR hAt gEZEigt, DASS iDEEN ENtStEhEN, SObAlD viElE uNtER DRuck ZuSAmmEN ARbEitEN, ihR wiSSEN AuS vERSchiEDENEN DiSZipliNEN ZuSAmmENwERfEN, wENN DiE AufgAbEN Zum QuERDENkEN ANREiZEN uND DiE DESigNER Nicht NuR Am SchREibtiSch ENtwERfEN, SONDERN iN DER AuSEiNANDERSEtZuNg mit DEN hANDwERkERN, DEm mAtERiAl uND DEN tRADitiONEllEN hERStElluNgSmEthODEN NEuE pERSpEktivEN gEwiNNEN.“


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123 Iris Braun in „Design Reaktor Berlin“, Designthemen auf www.goethe.de, Mai 2008

„DASS hANDwERkER iRgENDwANN mAl Auf DESigNER tREffEN iSt gAR Nicht SO uNgEwöhNlich, iNtERESSANt Am uNivERSitätS-pROjEkt DESigN REAktOR bERliN DER hOchSchulE DER küNStE iN bERliN iSt AllERDiNgS, wANN SiE DAS tuN. Nämlich NOch wähREND DES StuDiumS DER ANgEhENDEN gEStAltER. uND Nicht AlS ERfülluNgSgEhilfEN DER DiplOmiERtEN DESigNER iN DEN fERtiguNgSStättEN ihRER SpätEREN ARbEitgEbER, SONDERN Auf AugENhöhE iN ihREN EigENEN bEtRiEbEN uND SchON iN DER ERStEN ENtwickluNgSphASE EiNES ZuküNftigEN pRODuktS.“

Birgit Bauer in „Im Osten was Neues“ im Design Report, Juli 2008

„Ob bREit gEStREutE, füR DiE uNtERNEhmEN kOStENlOSE DESigNlEiStuNgEN DEm REgiONAlEN mARktvERhältNiS vON DESigNERN uND uNtERNEhmERN DAuERhAft wEitERhElfEN, SEi fRAglich. DiE ERgEbNiSSE bilDEN kEiNE mAtRix füR DAS DESigNmANAgEmENt DER kmuS – AbER DAS AufwäNDigE pROjEkt ZEigt, wiE fORSchuNgSuND föRDERiNitiAtivEN ZwiSchEN hOchSchulE uND wiRtSchAft im bEREich pRODuktENtwickluNg ZuküNftig iNEiNANDER gREifEND ORgANiSiERt wERDEN köNNtEN.“


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Rundbuch

N

eben dem Corporate Design und der Webseite für den Design Reaktor Berlin

entwickelte die Klasse Fons Hickmann zusammen mit Peter Bünnagel zwei ge-

stalterische Konzepte für eine Publikation. Eines davon soll hier vorgestellt werden: ein Rundbuch.

Flach liegend sieht das Rundbuch wie ein gewöhnliches Buch aus. Aufgestellt

spreizen sich die Seiten zu einem Zylinder auf. Ohne Buchdeckel sind sie im Kreis

an einen runden Kern gebunden, um dem sie sich konzentrisch anordnen. Um die Kreisform in der Struktur des Buches deutlich zu machen, stehen an Stelle der Seitenzahlen Winkelangaben von 0 bis 360 Grad. Das Rundbuch ist Objekt und Gebrauchsgegenstand in einem. Was im Stehen als auffallender runder Block erscheint, lässt sich liegend ganz gewöhnlich wie ein Buch lesen.

Gelb wurde als Farbe des Design Reaktors Berlin auch für die Navigation in dem

Rundbuch eingesetzt: Von dem eingefärbten Bindungskern aus strahlt die Farbe teils vom Bund her, teils in flächig bedruckten Feldern auf die einzelnen Seiten des

Buches aus. Wie in einem farblich markierten Energiefeld laufen die Inhalte in der

Mitte des Buches zusammen. Ein in seiner Stärke variierender gelber Farbverlauf betont einzelne Abschnitte. Im Buchschnitt finden sich die Angaben, die sonst auf dem Buchrücken stehen, Titel, Verlag und ISBN. Da jede Seite zur Titelseite wer-

den kann, besteht die Möglichkeit, das Buch mit einem jeweils anderen „Cover“ in durchsichtiger Folienverpackung zu versenden und auszulegen.

Am Ende wurde das Konzept des Rundbuchs nicht für die hier vorliegende Pu-

blikation umgesetzt. Die Projektleitung entschied, die Abschlussdokumentation

nicht im eigenen Corporate Design zu spiegeln, sondern mit einem Blick von außen die Prozesse und Ergebnisse aus einer größeren Distanz zu betrachten.


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im kREiS AN EiNEN RuNDEN kERN gEbuNDEN


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derheft der Absatzwirtschaft, Oktober 2007

„um kEiNE miSSvERStäNDNiSSE AufkOmmEN Zu lASSEN – Nicht DAS vON ZEit uND fiNANZEN gEtRiEbENE OpERAtivE pROjEktmANAgEmENt iSt (im DESigN REAktOR bERliN) gEfORDERt, SONDERN StRAtEgiSchES DESigNmANAgEmENt. EiNES, DAS jENSEitS DER liNEARität fuNktiONiERt uND kREAtivität Auf AbSAtZfähigE RENNStREckEN lENkt. DAZu bRAucht ES StRAtEgiE, NAchhAltigkEit, chARiSmA, gENiAlität, iNtuitiON uND wEiShEit...“

kOmpEtENZEN iN EtwAS völlig NEuES EiNZubRiNgEN

Rahel Willhardt in „Design mit Schlagkraft“ im Son-

Andreas Molitor in „Denkende Hände“ in der brand eins, Dezember 2007

„im REAktOR-ExpERimENt hOfft kufuS, tRADiERtE ROllEN SO wEit wiE möglich Zu vERäNDERN. wEDER SOllEN DiE DESigN-StuDENtEN DiE pRODuktE DER hANDwERkER AufhübSchEN, NOch SOll DAS hANDwERk AlS blOSSER fERtiguNgSgEhilfE füR DiE kühNEN ENtwüRfE DER DESigNER hERhAltEN. bEiDE SEitEN wAREN AufgEfORDERt, ihRE kOmpEtENZEN iN EtwAS völlig NEuES, DuRch DiE kOOpERAtiON ERSt ENtStEhENDES EiNZubRiNgEN.“


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Hasso & Friends

Das Haustier als Fashion Victim, eine Fortsetzungsgeschichte. Louis Vuitton hat das Reich der Hunde früh erobert, Accessoires inklusive, von Bändelchen bis zur Transporttasche. Vernachlässigt aber wurde der kranke Hund, der in seinem unverstandenen Leiden noch am ehesten Beistand braucht. Schafft Hasso & Friends hier Abhilfe? Nein, denn im bedruckten Lederkragen leidet der Hund gerade so schlecht und modeunsensibel gegen alle jene Distinktionen, die die Marken ihm aufbürden wollen. Marke ist nicht gleich Marke, die beste Corporate Identity macht keinen ordentlichen Pissfleck. Aber wenn schon das gesunde Tier mit Marken der unhündischen Art vermenscht wird, warum sollte man dem kranken die Vorzugsbehandlung vorenthalten?


Das hohe Engagement aller Beteiligten hat den Design Reaktor erst möglich gemacht. Unser Dank gilt den teilnehmenden Unternehmen, Studierenden, Lehrenden, Experten, der Universität der Künste und dem Berliner Senat, der die notwendigen Mittel zur Verfügung stellte.

..................................................................................

Beteiligte UniversitätsleitUng Prof. Martin Rennert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Präsident der Universität der Künste Berlin Prof. Burkhard Schmitz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Vizepräsident . ProjektleitUng Prof. Axel Kufus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Konzeption und Leitung Marc Piesbergen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Projektkoordination Joachim Schirrmacher . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Designmanagement Judith Seng . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Design- und Prozessentwicklung . Projektassistenz Rea Naber . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Assistentin Tanja Rommelfanger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Assistentin Kerstin Hölzner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Assistentin Ana Aguilera. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tutorin Nadine Henche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tutorin Moritz Kassner. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tutor Marlene Schaefermeyer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Tutorin . leitUng der entwUrfsgrUPPen Peter Bünnagel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Visuelle Kommunikation Gast-Prof. Franz Fietzek . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Digitale Medien


Beteiligte

130

Wilm Fuchs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Produktdesign Prof. Achim Heine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Produktdesign Prof. Fons M. Hickmann . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Visuelle Kommunikation Marcus Keichel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Produktdesign Hermann Klöckner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Digitale Medien Prof. Axel Kufus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Produktdesign Franziska Morlok . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Visuelle Kommunikation Gast-Prof. Dr. Claudia Nicolai . . . . . . Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation Karen Olze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Produktdesign Prof. Valeska Schmidt-Thomsen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Modedesign Franziska Schreiber . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Modedesign Prof. Dr. Jürgen Schulz . . . . . . . . . . . . . Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation Prof. Grit Seymour . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Modedesign Prof. Inge Sommer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Produktdesign Frank Steinert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Produktdesign Konrad Süßkow . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Produktdesign . externe workshoPleiter Reinhard Binder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Visions2form Dr. Nicole Busch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Buschwerk Ronen Kadushin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Open Design Marcus Keichel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Läufer + Keichel Mark Kwami . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Made in Africa Collection Prof. Andreas Mühlenberend . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Resolut Design Azumi P. und David Yamashita . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Azumi and David Peter Zizka . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Heine/Lenz/Zizka . CorPorate design, weBdesign, handoUts, BUChkonzePte Klasse für Grafikdesign Prof. Fons Hickmann . . . . . . . . . . . . . .Maximilian Combüchen, Livius F. Dietzel, Franka Eckart, Katrin Gruber, Anne Güldner, Korbinian Kainz, Lena Panzlau, Christiane Prechtl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Peter Bünnagel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Scrollan . externe jUrymitglieder Prof. Kirsten Langkilde. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dekanin UdK Berlin Wilfried Lembert . . . . . . . . . . .minimumeinrichten GmbH, Vorstand Create Berlin e.V. Nils Holger Moormann . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Möbelverleger Andreas Murkudis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Inhaber Murkudis Shops Jörg Wichmann . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Berlinomat, Berlin Dr. Frank Steinbach . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Kanzlei Zimmermann & Partner . exPertengesPräChe Matthias Brink . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . ECE Shopping-Center Prof. Dr. Günter Faltin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Labor für Entrepreneurship, FU-Berlin Daniel und Markus Freitag. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Freitag Taschen Prof. Uwe Janssen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 Paar Hände, FHTW Berlin Carsten Kunst. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .VorOrt Thomas Lipke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Globetrotter Prof. Klaus Michel . . . . . . . . . . Burg Shop der Hochschule für Kunst und Design Halle Alex Murray-Leslie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Chicks on Speed Torsten Nolting . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Diakonie Düsseldorf Prof. Dr. Jörg Petruschat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Design-Check, HTW Dresden Jörg Wichmann . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Berlinomat . strategisChe BeratUng Prof. Dr. Stephan Breidenbach . . . . . . . Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder) Heike Englisch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Communication Consulting Dr.-Ing. Thomas Kathöfer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . TU Berlin Prof. Dr. Franz Liebl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . UdK Berlin Dirk Radzinski . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Humboldt-Innovation GmbH Dr. Christoph Regierer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kanzlei Röverbrönner Hardy Rudolf Schmitz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Wista Management GmbH . verträge Und sChUtzreChte Dr. Frank Steinbach . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Kanzlei Zimmermann & Partner . verwertUngsPartner ANTA Leuchten GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jörg Klambt. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Guggenheim Museumsshop, Muse Concept Dr. Eberhard Kromer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kanzlei Schwarz Kelwing Wicke Westpfahl Dr. Andreas Müller . . . . . . . Opitz Mueller und Partner Unternehmensberatung GbR


Beteiligte

Helmut Prahl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Synidea AG Dr. Gunther Schmidt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Synidea GmbH Wolfgang Müller . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Steinbeis-Transfer-Zentrum . leitUng foto- Und videoPorträts der kmU Prof. Anna Anders . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Videoworkshop Thomas Kutschker . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Videoworkshop Matthias Brunner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Videoworkshop Donata Wenders. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Fotoworkshop Andreas Velten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Fotoworkshop . foto- Und videoPorträts der kmU Uta Beer, Maria Fountoukis, Jens Franzen, Annalisa Gottardo, Katrin Gruber, Marie Jacob, Birgit Jobst, Michael Jonas, David Kujawa, Marco Magnago, Marc Pohl, Michael Reitz, Elisabeth Warkus, Wendela Loman, Kai Zipse, Tim Schäfer . . . . . . . . . . . foto- Und videodokUmentation Stefan Maria Rother . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Foto, Prozess Andreas Velten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Foto, Produkte Studentischer Fotoservice . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Frederic Gmeiner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Video Torsten Posselt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Video Daniel Urria. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Video Jutta Doberstein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . zero one film GmbH . aUsstellUngsgestaltUng Joscha Brose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Studiohausen Jörg Höltje . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Studiohausen Frank Steinert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . UdK Berlin Studentischer Ausstellungsservice . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . aBsChlUssdokUmentation Sonja Commentz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Lektorat Martin Conrads . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . konzeptionelle Beratung Christopher Dell . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Moderation Andreas Galling-Stiehler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Autor Paul Graves . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Fotograf Stefan Heidenreich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Autor Kurztexte Jenna Krumminga . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Übersetzung Prof. Axel Kufus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Autor Rea Naber . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Redaktionsassistenz onlab . . . . . . . . . . . . . . . . . . Konzeption, Art Direktion, Design und Projektmanagement Nicolas Bourquin, Yassin Baggar, Sven Ehmann, Marte Meling Enoksen, Matthias Hübner, Rainalt Jossé, Sueh Li Tan, Thibaud Tissot, Judith Wimmer, Kasper Zwaaneveld . . . . . . Marc Piesbergen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Autor Marlene Schäfermeyer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Redaktionsassistenz Joachim Schirrmacher . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Autor Prof. Dr. Jürgen Schulz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Autor Judith Seng . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Autorin, Konzeption, Redaktionsleitung . teChnisCher sUPPort Andreas Bergmann . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Technologie und Konstruktion Ferdinand Hübner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Holzwerkstatt Prof. Holger Neumann . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Technologie und Konstruktion Gerold Ochs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Metallwerkstatt Rainer Prüfert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Leiter Werkstätten Wolfgang Schilling . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Druckwerkstatt Frank Spenling . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .CNC Lab Dorothee Warning . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Schneiderei Joachim Weinhold . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Rapid Prototyping Christian Zöllner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .CNC Lab . administration Kristine Dreyer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Buchführung und Abrechnung Gudrun Hering . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Verwaltung Anja Holle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Verwaltung . senatsverwaltUng für wirtsChaft, teChnologie Und fraUen Tanja Mühlhans . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Referentin für Kreativwirtschaft .

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Beteiligte

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stUdenten/entwerfer Ana Aguilera. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Paul Bauer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Modedesign Ania Bauer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Marian Bichler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation Oliver Bischoff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Julia Both . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation Martin Bramer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Joscha Brose . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Lea Brumsack . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Maximilian Combüchen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kommunikationsdesign James Cruz Garcia . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Amin Cui . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Livius F. Dietzel. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kommunikationsdesign Jakob Diezinger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Markus Dilger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Lars Dinter. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Fionn Dobbin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Martinka Edoga . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation Karsten Eichstedt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Frédéric Eyl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Jens-Christian Franzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Annalisa Gottardo . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Katrin Gruber. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kommunikationsdesign Moritz Grund . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Anne Güldner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kommunikationsdesign Mareike Hadeler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Eva Maria Heinrich. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Nadine Henche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Thomas Hiemann . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Jörg Höltje . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Benjamin Holtz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation Marie Jacob . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Michael Jonas . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Korbinian Kainz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kommunikationsdesign Tobias Köbisch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation Dorothea Koch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation Magdalena Kohler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Modedesign Jörg Kopec . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation Nils Kreter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Soo-Chung Lee . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Miriam Lehnart . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Noa Lerner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Liran Levi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Stefanie Littek . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation Linda Löser . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation Jing Lu . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Marco Magnago . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Janja Maidl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Vanessa Manthey . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Katrin Mashalova. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Arndt Menke-Zumbrägel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Theo Mercien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Clemens Münster . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation Rea Naber . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Annika Neitzel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation Jan Odenbach . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation Tanja Pabelick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Laura Paradiek . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation Katharina Peter. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Asia Piascik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Marc Pohl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Christiane Prechtl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kommunikationsdesign Julia Reischel. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Bernd Reuss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Modedesign Anna Ritter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Nora Smahelova . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Katina Sostmann . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Marion Stahel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Rayk Sydow . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Claudia Ruhland . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation Marlene Schaefermeyer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Shay Shafranek . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Sabina Turek . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Elisabeth Warkus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Astrid Weber . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation Oded Webman . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Katharina Weidenmüller . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign Sabine Wetzig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation Hanna Wiesener . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktdesign .


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kmU

kleine Und mittelständisChe Unternehmen

1000&1 seife Herr Kormann Rosenthalerstr. 36, 10178 Berlin Tel. 030 28095354 www.1001seife.de .

a arndt electronic gmbh Herr Arndt Am Schlangengraben 16, 13597 Berlin Tel. 030 35106831 www.arndt-electronic.de . aUCoteam feinblechverarbeitung und gehäusefertigung gmbh Berlin Herr Schuldig Storkower Straße 115a, 10407 Berlin Tel. 30 55779368 www.aucoteam.de/fertigung . auto- und Bootssattlerei michael meier Herr Meier Charlottenstr. 16c, 12557 Berlin Tel. 030 6516960 www.sattlerei-berlin.de .

B günther Bachert, lampenschirme und elektroinstallation Frau Bachert Zum Langen See 10, 12557 Berlin Tel. 030 6515592 www.lampenschirme-leuchten.de . Bartelt & sohn ohg Herr Horn Sperenberger Str. 7, 12277 Berlin Tel. 030 7239090 www.bartelt-sohn.de . Bätz gmbh Herr Gross Weichselplatz 3–4, 12045 Berlin Tel. 030 6238066 www.baetzgmbh.de . h. & Ph. Behr giesserei gmbh & Co. kg Herr Behr Grenzgrabenstraße 9, 13053 Berlin Tel. 030 9831800 www.behr-giesserei-berlin.de . Berliner miedermanufaktur Frau Sabotta Schillerpromenade 5, 12049 Berlin Tel. 030 49786108 www.berliner-miedermanufaktur.de

Beteiligte

von Blythen manufaktur Frau Kabitzsch Brandenburgische Str. 65, 15566 Berlin Tel. 030 64849027 www.von-blythen.de .

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Bonbonmacherei kolbe & stecher katja kolbe & hjalmar stecher gbr Oranienburgerstr. 32, 10117 Berlin Tel. 030 44055243 www.bonbonmacherei.de . Bootsbau welkisch gmbh Herr Welkisch Am Pichelssee 50, 13595 Berlin Tel. 030 3614149 www.bootsbau-welkisch.de . Braun – spitzen und tülle gmbh und Co.kg Frau Braun Rheinstr. 45–46, 12161 Berlin Tel. 030 85070390 www.braun-spitzen.de . Britze elektronik Berlin Herr Garten Gottlieb-Dunkelstr. 47/48, 12099 Berlin Tel. 030 70090373 www.britze.de .

C Carbon tex Produktions- und vertriebsgesellschaft Nonnendamm Allee 36–37, 13599 Berlin . Case manufaktur Herr Mehlhorn Tel. 030 25298062 casemanufaktur@yahoo.de .

d der herr der schuhe Herr Ernst Kurfürstenstrasse 19, 10785 Berlin Tel. 030 26557531 www.derherrderschuhe.de . drechslerei heider Frau Heider Adalbertstr. 30, 10179 Berlin Tel. 030 2793701 drechslerei-heider@hotmail.de . druckerei klaus regel Herr Regel Samariterstr. 7, 10247 Berlin Tel. 030 4201409 regel@online.de .

f fast Part kunststofftechnik gmbh Herr Pohlisch Wolfener Str. 36, 12681 Berlin Tel. 030 9366630 www.fastpart.de


Beteiligte

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francia mozzarella gmbh Herr Winkler Volkmarstrasse 9–11, 12099 Berlin Tel. 030 701736715 www.franciamozzarella.com . friedrich & Campbell Brillen Kurfürstendamm 188, 10707 Berlin Tel. 030 88629809 . fürk karosseriebau Herr Fürk Ringbahnstraße 16–20, 12099 Berlin Tel. 030 7528686 www.fuerk.de .

g gummi kontor Herr Pesall Heidelbergerstraße 65–66, 12435 Berlin Tel. 030 67895742 www.gummikontor.de .

h haarmanufaktur Petra kalkstein Frau Kalkstein Kurfürstendamm 235, 10719 Berlin Tel. 030 6923151 www.haarmanufaktur.de . holzart – die ideentischlerei Frau Linder Meyerbeerstrasse 36–40, 13088 Berlin Tel. 030 92092176 www.holzart-berlin.de . hugo Bräuer metallwaren Herr Bräuer Hobrechtstr. 67, 12047 Berlin Tel. 030 6934287 www.hugo-braeuer.de .

k dietrich kaiser kofferfabrik Herr Kaiser Schönhauser Allee 98, 10439 Berlin . klangwerkstatt Bernhard deutz Herr Deutz Christburger Str. 31 10405 Berlin Tel. 030 44056515 www.deutz-klangwerkstatt.de . knabe + Co gmbh & Co. kg Herr Lejeune-Jung Nazarethkirchstrasse 51, 13347 Berlin Tel. 030 456504850 www.knabe-co.de

l lkm laseranwendung für kunststoffe und metallverarbeitung gmbh Herr Hessel Boxberger Straße 3, 12681 Berlin Tel. 030 5436782 www.lkm-berlin.de .

m mC optique Brillen- & Contactlinsenstudio Reichsstr. 83, 14052 Berlin Tel. 030 30108840 www.mc-optique.de . mondo Pasta – gerstberger & arena gmbh Herr Gerstberger Mertenstr. 63–115, 13587 Berlin Tel. 030 33774890 www.mondopasta.de . detlef müller elektromotorenreparatur gmbh Herr Müller Fürstenwalder Damm 429, 12587 Berlin Tel. 030 6455092 www.elmo-mueller.de . metallschleiferei & eloxal-galvanik Herr Schurbohm Frank-Schweitzer-Str. 3, 12681 Berlin Tel. 030 4481851 .

n nano zentrum Berlin Herr Schneider Döbelner Str. 1, 12627 Berlin Tel. 030 99281877 www.nanozentrumberlin.de . neuser gmbh Pulverbeschichtungen Kärntener Straße 23, 10827 Berlin Tel. 030 78702517 info@neusergmbh.de . novak siebdruck Herr Schmidt-Novak Schlesische Str. 27, 10997 Berlin Tel. 030 6113780 www.novak-siebdruck.de .

P Pappshow Frau Büttelmann Riemannstr. 9, 10961 Berlin www.pappshow.de Paul knopf Herr Knopf Zossener Str. 10, 10961 Berlin Tel. 030 6921212 www.paulknopf.de


Beteiligte

Peters werkstatt Herr Dorscheid Skalitzer Str. 46b, 10997 Berlin Tel. 030 6186549 www.peterswerkstatt.de .

stickerei hpunkt gmbh & r&B modemanagement Ritterstr. 11, 10969 Berlin Tel. 030 7056570 www.rb-mode.de .

Playstixx Frau Dörr Waldemarstr. 24, 10999 Berlin Tel. 030 61659500 www.playstixx.de .

sünkel elektro gmbh Herr Sünkel Franz-Jacob-Str. 1, 10369 Berlin Tel. 030 92795454 www.elektroinstallationen-berlin.de .

Q

t

Quadratfuss Frau Kotzerek Helmholzstr. 28, 10587 Berlin Tel. 030 3913143 www.quadratfuss.de .

time tool – gröhler & Behrens gbr Herr Behrens Pankstraße 8–10, 13127 Berlin Tel. 030 91422625 www.time-tool.com .

r

w

rixdorfer schmiede Frau Sawitzki Richardplatz 28, 12055 Berlin Tel. 030 6942232 www.rixdorferschmiede.de .

wateBo Herr Wagner Bochumer Str. 16, 10555 Berlin Tel. 030 32503003 www.watebo.de .

s

workstation muster und service gmbh Herr Weber Gottschedstrasse 4, 13357 Berlin Tel. 030 4613415 www.workstation-service.de

sauerbier spiralfedern gmbh Herr Schwartz Ohlauerstr. 5, 10999 Berlin Tel. 030 6124001 sauerbier-spiralfedern@t-online.de . Paul schulze orthopädie und Bandagen gmbh Frau Menkel Wiener Str. 17/18, 10999 Berlin Tel. 030 6126078 www.paul-schulze-gmbh.de . shortcut fräs- und laserservice till müller hans hauel gBr Herr Gente Wiener Straße 18, 10999 Berlin Tel. 030 6110360 . stephanie siepmann Frau Siepmann Weydingerstr. 6, 10178 Berlin Tel. 030 47009474 ssiepmann@yahoo.com . solarkonzept gmbh Herr Jadke Pasewalkerstr. 76, 13127 Berlin Tel. 030 48626906 www.solkonzept.de spezialnäherei und kunststopferei w. Post Herr Post Holsteinische Str. 41 10717 Berlin Tel. 030 8738257

135


Beteiligte

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imPressUm

Das Projekt Design Reaktor Berlin wurde durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) vom Berliner Senat für Wirtschaft, Technologie und Frauen kofinanziert.

Electronic Ruler

© Universität der Künste 2008, Autoren und Herausgeber Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Publikation darf ohne schriftliche Genehmigung der Herausgeber vervielfältigt oder verbreitet werden. . isBn: 978-3-89462-166-7 Bibliographische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie; detaillierte bibliographische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Leuchten im Holz, furnierte Digitalziffern. Ein Lineal, das nicht einfach nur zum Messen taugt, sondern selbst Maß nimmt. Man zieht eine Linie entlang der Kante, berührt den im Furnier versteckten Druckknopf und liest deren Länge ab. Im Anblick der Zahl zeigt sich ein eigentümlicher Widerspruch zwischen dem ältesten Material, dem Holz, und den digitalen Ziffern, die unter der Maserung hervorstrahlen.

Veröffentlicht von der Universität der Künste, Berlin 2008

Von Skalp 1706 bot der Gouverneur von Pennsylvania 130 Pesos für den Skalp jedes männlichen Indianers über zwölf Jahren und 50 Pesos für jeden Frauenskalp. Mordnachweis in der Kolonieverwaltung der Weißen, unter Indianern dagegen als Trophäe und Schmuck getragen. Für den Skalpierten macht das wenig Unterschied. Wer die Praxis des Skalpierens von wem abgeschaut hat, bleibt nach wie vor umstritten. Indianisch ist in jedem Fall die Wiederkehr von Leder und Haar als Accessoire. Skalp nur dem Namen nach, imitiert in Rochenleder, geschwärztem Silber und echtem Haar, dem einzigen Rest des unmenschlich Menschlichen.

design reaktor Berlin Ein angewandtes Forschungsprojekt der Universität der Künste Berlin www.design-reaktor.de . herausgeber Design Reaktor Berlin Prof. Axel Kufus, Judith Seng, Marc Piesbergen, Joachim Schirrmacher . konzeption und redaktion Judith Seng . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leitung Rea Naber, Marlene Schäfermeyer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Assistenz . konzeption, art direktion, design und Projektmanagement onlab . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Nicolas Bourquin, Yassin Baggar, Sven Ehmann, Marte Meling Enoksen, Matthias Hübner, Rainalt Jossé, Sueh Li Tan, Thibaud Tissot, Judith Wimmer, Kasper Zwaaneveld . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Umschlaggestaltung onlab . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Gesamtkonzept und Design Zeitleiste Paul Graves . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Fotografie . autoren Stefan Heidenreich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kurztexte, Einleitungstexte Christopher Dell, Andreas Galling-Stiehler, Axel Kufus, Marc Piesbergen, Joachim Schirrmacher, Jürgen Schulz, Judith Seng . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . fotografen Stefan Maria Rother . . . . . . . . . . . . . . . . . . Prozessdokumentation und Veranstaltungen Studentischer Fotoservice . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Prozessdokumentation Andreas Velten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Produktfotografie Workshop-Gruppe Donata Wenders. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .KMU Portraits Yves Sucksdorff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Ausstellung Create Berlin goes London onlab . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Werkzeuge und Presse-clippings . lektorat und übersetzung Sonja Commentz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .deutsches und englisches Lektorat Jenna Krumminga . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Übersetzung . Produktion Ruksaldruck GmbH + Co KG, Berlin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Druck/Bindebearbeitung Europrint medien GmbH, Berlin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Lithografie Fedra SerifB, Nobel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Schrift 1500 Exemplare . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Auflage .


english translation

137 1

2

6 ‹

138 perspectives 138 standing leg / Free leg By axel KuFus 139 design reaKtor Berlin

10 ‹

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84 ‹ 88 ‹ 92 ‹ 96 ‹ 100 ‹ 104 ‹ 108 ‹ 66 ‹ 113 ‹ 118 ‹ 120 ‹ 124 ‹ 1

141 143 147

By Judith seng

co-authorship

By Jürgen schulz and andreas galling-stiehler

improvisation as technology

By christopher dell

review as preview

with christopher dell, axel KuFus, marc piesBergen, Joachim schirrmacher, Judith seng

By Joachim schirrmacher

153 the whole story

157 tools 158 process 159 seven paths oF development and distriBution 160 triKoton 161 Fragment store 162 dune 162 temae 163 music drop 164 nola 164 3d laB 165 Kmu 167 FeedBacK 168 Quotes 169 press clips 170 circle BooK 171 products


english translation

138

perspectives S

tanding on one leg is a risky STANDINg Leg/ with his standing leg, puts his own game that challenges a perresources and standards to the test FRee Leg son’s balance and reflexes in orand throws them into the ring, so der to prevent a stumble or, even to speak, confronts them with A Note from the Initiator worse, a fall. What should be done research and development, mobiwith the other leg? How can ballises experimentation and innovaby Axel Kufus ance be maintained? What position, links the fixed to the free and tion should be assumed? the known to the still-vague. All —> PersPektiven, P. 2 For the archetype of one-legthis to get better acquainted with ged balance, look no further than what he gambled and to learn how the classical figure of contrapposto use it. On this virgin soil of new to, depicting a harmonious diviability, the standing leg can find sion of labour since antiquity: By firm ground on which to prepare accepting the body’s full weight, for the next game in line. Neverthe standing leg assures that the free leg is ready theless, this switching of games can be risky. for action and thereby creates the premise for a It requires openness and energy. And it has the full-body interplay of tension and release, still- potential to overwhelm the everyday routines ness and motion, foundation and potential. of the experienced, disturb the concentration of In contrast and paradoxically, someone with the disciplined, create unforeseen erratic noise both feet on the ground has a weak equilibrium, or—at best/worst—set free an enormous potenadvisable only when a heavy burden is imposed tial bursting to be realised. from above—and only if the dynamics of the situWith the Design Reaktor Berlin, we initiated ation do not require a lunge to extend the area an experimental project that sets the standing from the base. Keeping both legs in the game legs of participants from universities, businessmay lead to shortness of breath, but at the same es and the market in motion. The rules of the time, it ensures that the energy of all senses is Reaktor process transcend boundaries. By linkchannelled into a power reserve driving the run- ing creative strategies from the worlds of dening process. sign, technological strategies from a wide range of businesses and economic strategies from The standing leg often serves as a metaphor for diverse applications, we open the door to new property investments, core competencies or product ideas liberated from existing producmanufacturing bases, while the free leg repre- tion capacities and business models—in other sents research and development. However, can words, liberated from their standing leg. At the a person or operating system really achieve its same time, this joint development promotes ideal state by this strict division of function? qualities that would never emerge from tradiWho wants to end up like a classical statue with- tional design services or in-house production. in his or her own lifetime? Or—to use a more Here, the studio becomes a temporary laboraathletic comparison—as a turning basketball tory; the project headquarters a playing field; player whose movement is confined to the cir- the individual disciplines a combined capacity cle around his already-planted standing leg and for development. The prototype is the product whose only option is to pass the ball? and the market is global. Of course, this by itself In order too avoid this stance and remain does not guarantee a successful product—one dynamic and in motion, it helps to continually that will overcome or avoid the many hurdles switch the standing and free leg. He who plays on the path to innovation, find its way in the


perspectives

139 world and generate feedback. The inherent risk, however, does make such a product possible. During the first heated months of the Design Reaktor Berlin, connections, aggregations and reciprocal interactions quickly revealed the enormous potential for future cooperation. However, this was only the tip of an iceberg whose breadth we have yet to fathom. Of course, certain aspects are still missing: experience with suitable formats, practical integration in various contexts, creative platforms between the research and teaching disciplines and vital links to the market. What is not missing, however, is the potential to achieve these things.

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And there is a growing sense of acceptance. The Berlin neighbourhood of Charlottenburg is increasingly seen as the shared campus of the Technical University (TU Berlin) and the Berlin University of the Arts (UdK)—a multifaceted gateway to the collective technical, academic and creative facilities and capabilities of the two university communities. Here, open playgrounds of the research landscape become ideal starting points for business foundation, settlement and investment. Now is the time for a farreaching cooperation, for the dance from standing leg to free leg and back again.

expression—it can have a function, it is always tangible, usually producible and sometimes sellable. This ability—to give shape to an idea, to “give birth” to a Ingredients of prototype—is amongst the most the Process Design spectacular facets of the design discipline. Transformed into a by Judith Seng tangible object, an idea can suddenly become desired, despised, —> PersPektiven, P. 6 tested or even possessed. Above all, an idea can become a solid language that is understood by consumers as well as vendors, designers, scholars and journalists. In terms of the Scores of pictures and over 50 product proto- Design Reaktor Berlin, these products should types ¹ bear tangible witness to the dynamic and not only fulfil their emotional and functional fruitful events of the 12-week Reaktor phase. everyday duties, but also and simultaneously Less visible, but no less important, are the mul- serve as intermediaries between various design tifaceted processes initiated within the frame- disciplines, Berlin-based production compawork of product development: the personal nies, universities and markets, thus bringing encounters and experiences as well as the new together various competencies, rhythms, lanperspectives and impulses that will affect the guages and values in one joint enterprise [cf. text design process far beyond this specific project. "seven Paths of Development and Distribution", p. 159]. Though it may be difficult to define the value of PROCeSS DeSIgN these ephemeral and invisible results, they were no less integral to the project’s success. In this Moving from idea to realisation—that is, the publication, we aim to examine the visible and actual product development—requires many invisible, short-term and long-term effects of processes of exchange. Vice versa, product development can become part of these exchange the Reaktor process. processes. In the Design Reaktor Berlin, the temporal concentration and overlap of disciPRODUCT AS VeHICLe The great strength of a product lies in its plines provoked an expansion of the participhysical existence. every object is a physical pating institutions in both space and content. he Design Reaktor Berlin constitutes a defined space loaded with various ingredients meant to generate experimental reactions. The Reaktor’s overriding goal is to trigger forward-looking development strategies suitable for post-industrial locations like Berlin. Our thesis and project definition encompassed the interplay of creative and manufacturing disciplines in a cooperative product development process [cf. text “standing Leg/Free Leg”, p. 138].

DeSIgN ReAKTOR BeRLIN

1 The first copy or implementation of a product before serial manufacture; used for testing purposes.


english translation

140 Starting with the very first brainstorming session, various protagonists from the worlds of marketing, production and law were involved in the Reaktor process and their diverse and diverging perspectives helped to shape and design the process from the start [cf. text “the Whole story”, p. 153]. From the perspective of social process design, the resulting products are, first and foremost, vehicles for cooperation processes between disciplines, university and market. Though application and marketing become secondary concerns, they are nonetheless indispensable for the exchange between the different disciplines. They represent the underlying incentive for the development of more dynamic processes of self-evolution and the creation of competency networks between patent law, marketing, production and design. OPeN BRIeFINg Usually, a plan describes that which is already conceivable given the current outlook. In practice, it became clear how much more could emerge when a briefing is open ² and provides only minimal structure. The Design Reaktor Berlin starting point was a project description barely two pages in length accompanied by a short planning phase defining fundamental project basics and selecting the participants. Only during the actual course of the project did the Design Reaktor Berlin evolve into what it is today. Open-ended processes carry inconceivable potential; they can exceed expectations, but also undermine them. The Design Reaktor Berlin generated plenty of exciting potential, but also highlighted some important challenges inherent in dynamic and complex processes [cf. text "review as Preview", p. 147]. HeTeROgeNeOUS NeTWORK What is it that makes the Design Reaktor Berlin so special? For one thing, it brought people together whose paths might otherwise never have crossed. The right level of heterogeneity was guaranteed by the careful selection of project partners: We personally met with a total of 75 Berlin-based small businesses, 52 of which opted to participate in the Design Reaktor Berlin. Within the University of the Arts, four different departments of the Design Faculty decided to participate, supported by numerous 2 In the Design Reaktor Berlin, the term “open briefing” described a project plan with minimal parameters. Deliberately vague, this fuzzy description was meant to enable the emergence of unplanned processes and to strengthen participants’ identification with the project by allowing leeway for individual preferences and expression.

external experts [cf. booklet “Beteiligte”, p. 129]. Whether dynamic protagonist or constructive observer, consultant or supporter—each participant was instrumental in defining and co-developing the Design Reaktor Berlin. CONNeCTIVe SPACeS How should we imagine a place or platform that temporarily assembles a broad mix of disciplines, branches and institutions? How can its diverse languages, methods of operation and values strengthen and support one another? At the very beginning of the project, we agreed upon a contract for cooperation that assured all creators, including the businesses, a portion of potential profits; this helped to carve a “space of trust” that encouraged processes with open-ended outcomes. Meanwhile, the Design Reaktor Berlin’s corporate design provided an overall “space of identification.” In keeping with the project’s spirit, the corporate design took shape parallel to product development. A reflection of the emerging project identity, the design embodies the interdisciplinary and cross-institutional symbolic project space [cf. “tools”, p. 157]. The actual, physical project environments, on the other hand, were of a more temporary nature. Two “Open Spaces” ³ at the University of the Arts provided platforms for both meetings and workshops, while a small Design Reaktor Berlin office served as a fixed point of call for the widely scattered network. Most of the 180 participants worked from their own studios or offices spread across Berlin. WIDeNINg SPACeS Through concrete action and visible results, the project triggered a wide resonance. At the same time, its practice-oriented approach raised many overriding questions and their significance extends beyond this specific project. What, for example, does it mean when an art school applies for patents? Shouldn’t applied creative strategies broaden the field of discussion regarding open source and intellectual property rights ⁴ ? For when it comes to multidisciplinary product development, who counts as the actual creator? What implications might this have for our understanding of authorship [cf. text “Co-Authorship”, p. 141]?

3 Uninhabited spaces that allow for continual reconfiguration and are not dominated by one group or person. 4 In this case, these terms refer to the debate between advocates of open-source freeware that may be altered and shared and advocates of the protection of intellectual property rights.


perspectives

141 In practice, it becomes clear what challenges arise during the organisation of complex processes whose structures emerge from the given project. How, then, are we to develop strategic measures for integrative planning and implementation that benefit from both top-down and bottom-up control [cf. text “improvisation as technology”, p. 143]? In future, these types of questions might be considered in associated “thinking spaces”

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that accompany the practical processes. From these, an interplay between fast, effective action and overlying reflection might emerge to produce a sustainable, multi-layered impact. The Design Reaktor—as a defined space for initiating experimental developments—would thus become the exemplary prototype of a comprehensive approach to designing objects, processes, spaces and “thinking spaces.”

esigners, consultants, project nature was rooted in the converCOdevelopers, experts, jurors sion of individual defence reacAUTHORSHIP and small and mid-sized busitions into collective action where nesses—the Design Reaktor Berlin competition generates emerThe emergence brings together a very diverse set of gence. In the Design Reaktor Berof Innovation through people. The reciprocal cross-influ- Loosely Defined Conditions lin, roles like student, professor ence that ensues in their collective or business person enriched the examination of materials, busidialogue-based design process. by Jürgen Schulz and nesses, aesthetics and academics Andreas galling-Stiehler CO-AUTHORSHIP AS exCHANge is meant to trigger creative reacAccording to Boris groys, innotions. From the very beginning, no —> PersPektiven, P. 10 vation arises from the interpreone knew exactly how to define or tation and contextualisation ² of describe precisely what it was that material, production and comparticipants in the Design Reaktor munication in a novel way. For Berlin were trying to discover. This approach entirely contradicts the rational expec- groys, innovation takes place “primarily in the tations of goal-oriented planning, where a goal is cultural-economical form of exchange. This exdefined right from the start. The loosely defined change occurs between secular space and valdesign process of the Design Reaktor Berlin is far orised cultural memory, which consists of the less common; it is the methodology of discovery sum of cultural values as preserved in museand bricolage. This aspect was accompanied by ums, libraries and other archives together with another set of blurred boundaries—the loose the conventions, rituals and traditions that definition of authorship and creatorship. In fact, dictate the way these archives are handled.” ³ the conceptualisation of this co-authorship of in- The Design Reaktor Berlin forces the authors novation processes is essential to the prospective of this symbolic exchange into a consensual continuance of the ideas generated by this inter- exchange—that is, into co-authorship. Discussions about a creation, or product, provoke disciplinary research project. At first, an open process might seem abhor- further discussions. The inevitable semiotic rent. Confronted with an overabundance of im- blur—what do these unusual products mean? pressions, information, materials and commu- what purpose do they serve?—creates room nication, one tends to get defensive, pull back, for new interpretation on both the production stick to the obvious and withdraw to the familiar. and consumption sides. The “valorised space” is Paul Arden, former Creative Director of Saatchi opened up; the designing of the product inevi& Saatchi, explains: “We try to make sensible tably becomes the designing of communication. decisions based on the facts in front of us. The It was precisely for this reason that the Social problem with making sensible decisions is that and Business Communications department was so is everyone else.” ¹ The Design Reaktor’s social involved in the project.

1 Arden, Paul, “Whatever you think, think the opposite.”; London 2006 2 Cf. groys, Boris, “Über das Neue. Versuch einer Kulturökonomie.”; Frankfurt a. M. 2004, p. 50 3 ebenda, p. 119


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142 CO-AUTHORSHIP BeTWeeN THeORy AND PRACTICe The “opening of the valorised space”—that is, the enabling of new factors to influence not only the creation of concrete products, but also the creation of relationships between actors— also had consequences for the research project aspect of the Design Reaktor Berlin. Basically, it blurred the relationship between theory and practice. Today, theory is expected to provide guidelines for practice, a work plan for scholarship. Practice orientation as a manic academic concept becomes obvious in the explosion of disciplines focussing on highly specialised functions and zeitgeist-oriented practices like brand management or digitalisation. A concept of coauthorship between theory and practice might have helped the Design Reaktor Berlin to achieve many plausible blueprints, but not to develop its energy. Instead, the participants were given differentiations designed as starting points for further differentiations. Whether or not the ensuing scholarly theoretical propositions—the differentiations of concepts, ideas, perspectives, models, methods, etc.—were actually applied was left to the practical processes. According to günther Ortmann, “Theory must transpire from the experience of the practitioner himself. Whether he gets that magic spark is always highly doubtful.” ⁴ For an apt description of this relationship between theory and practice, try the system-theoretical term “loose coupling,” as opposed to “structural coupling.” In the latter, two systems use one medium to constitute themselves. A constitution is one example of such a medium: both political and legal systems use it to constitute themselves. In a loose coupling, however, media only serve as monitoring mechanisms that deliver reciprocal impetus for a change to the systems. In the Design Reaktor Berlin, theory and practice monitor one another in precisely this spirit, rather than prescribing models or constitutions to one another. CO-AUTHORSHIP AS SITUATIONAL STRATegy A creative strategy that dispenses with paradigms of an idealistic aesthetic recalls the Far eastern principle of creative efficacy as described by François Jullien. The latter contrasts the occidental understanding of efficacy as premeditated achievement of objectives with the Chinese

4 Ortmann, günther, “Organisation – ein Handlungsfeld mit eigensinn. gespräch mit günther Ortmann.” In: Bardmann, Theodor M. / groth, Torsten: Zirkuläre Positionen 3; Wiesbaden 2001, pp. 72 – 90 5 Jullien, François, “Über die Wirksamkeit”; Berlin 1999, p. 32 f.

notion of efficacy as strategic exploitation of a situation’s potential: “We rely on the natural course of the process rather than our tools to achieve the desired effect; we do not try to draft plans, but rather draw usefulness out of that which the situation has produced and that which its development promises us.” ⁵ In the Design Reaktor Berlin, co-authorship became a creative strategy in that it affected the process not as a paradigm imposed from above, but as a circumstance, thereby allowing empiricism to triumph. LOOSeNeSS OF CIRCUMSTANCeS Open process, loose coupling, lack of models— all our monitoring comes to a head at one point. Just like the interactions between disciplines, roles and actors, both the design and the production process in the Design Reaktor Berlin were “loosely defined” compared to established processes in academic, economic or cultural systems. Looseness per se is admittedly risky. In the “current culture of looseness,” art theorist Wolfgang Ulrich detects alarming potential for exclusion: “The spectrum of exclusion extends from the suppressing of the profane to the denial of the normal, from the mistrust of the visible to the defence of image-making, from the denial of information to the minimisation of stimulus and the banishment of all that which is not perfect.” ⁶ The Design Reaktor Berlin thus had to confront two dangers of blurred definition: the randomness of process and product and the arbitrariness of decisions. The menacing arbitrariness of the process, however, was compensated by the concreteness of the materials, methods and applications. In product design for businesses, moreover, production conditions tend to limit randomness, while communication conditions leave little room for arbitrariness. Based on the concept of co-authorship, in the Design Reaktor Berlin the arbitrariness of any given author ends with that of his co-authors. This principle can even extend to the “consumer”—for example in the “laboratory for individually combinable product fragments” (Fragment Store), which turns him into a bricoleur who defies the prescribed way of handling a given product and instead opts to co-design the product himself. Here, too, it becomes clear that one must approach the Design Reaktor Berlin and its products as both creator and author—for only then something new will emerge.

6 Ullrich, Wolfgang, “Die geschichte der Unschärfe”; Berlin 2003, p. 128


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he Design Reaktor Berlin IMPROVISATION to be mastered and people develproject began with a relaoped a division of labour emerged AS TeCHNOLOgy to facilitate this complexity. Karl tively short lead-time and soon expanded to encompass 180 parMarx considered division of laWorking with ticipants. Almost from the start, bour the defining factor of the Complex Processes it became clear that this dynamic Industrial Age. However, there and self-evolving project was best speech by Christopher Dell, were orchestras before industricontrolled from within to allow summarised by Judith Seng alisation—and back then, too, unexpected and unplanned elepeople had to figure out how to diments to emerge during all stages vide their attention within a given —> PersPektiven, P. 15 of the process. We already touched orchestra. Both the composer and on improvisation and real time conductor see the entire structure management. Towards the end and composition. The performers, of the project, we asked musician however, require great technical and improvisation theorist Chrisskill, yet do not need to grasp the topher Dell to join us for a collective review of entire picture. The more complex the music, the the processes of the Design Reaktor Berlin. He less of an overview they require. even in a firstopened the three-hour discussion with a some- rate orchestra, the percussionist could leave the what paradoxical intervention by “flooding” the room for 300 rest measures without missing a meeting room with his improvisation theme. beat or losing perspective. This is a quite specific mental paradigm of the division of labour that is My interest in this discussion targets the ques- prevalent the world of music. tion of process design. My background is actuIn the beginning, there were no methods of ally in music, which is all about the organisation documentation for the duration of a performof time. Naturally, musicians also deal with pro- ance; their absence contributed to a strong focus duction. In music, however, the final products on the written form. It is precisely this reason are not visible; as in football, they are all about that allows us to discuss fixed structures or a the structuring of time. Faced with the question nice Bach Partita today. If, however, you try to what football is, greek international Ioannis tell a musician to start out with the first theme Amanatidis replied, “Football is time.” A very of that Partita and then take it from there, he interesting answer, I thought. will surely flip out. This is Johann Sebastian Bach I gather that the Design Reaktor Berlin con- we are talking about! What a disaster! In reality, cerns itself with post-industrial strategies. Strat- the space is open. everything is possible, but egies that are not yet defined. We might sense nothing is possible. They are governed by fear— that something is afoot, that we are part of that the fear that their improvisation might not be certain something. Nevertheless, the movement adequate to fill the temporal framework. itself has not been defined; we find ourselves This musical mental paradigm of a division of right in middle of the experiment, akin to re- labour was further refined until it, finally, impairing a spaceship en route, up there in space ploded. Take the composer Brian Ferneyhough. ¹ and without an instruction manual. What we do The “New Complexity” ² of this new music is not know is that it should not be a linear process, even playable! Or consider the example of the but a process where time overlaps with itself. gDR: Here, the administrative system was so Rather than starting with product development complex that it forced its protagonists to imand then moving on to marketing and sales, for provise as the actual plan proved impossible to example, we discover a brand new process that execute. In these cases, something like a dictaremains open to further subsequent processes. torship tends to emerge under which improvisation is allowed to thrive. Naturally, it is not This is what I call improvisation. referred to as such; if it were, Brian Ferneyhough would lose his job as Professor of Music. And for IMPROVISATION IN MUSIC There has always been improvisation in music; af- the same reason, it cannot give rise to new unter all, improvisation came before anything else. derstanding. If it were up to me, Ferneyhough Later on, more complex musical structures had could keep his job; but I would be happy if we also

1 english composer, whose compositions are known for being incredibly technically demanding. Wikipedia, http://en.wikipedia.org/wiki/Ferneyhough,_Brian_John_Peter, accessed 6.8.08

2 Compositional trend of the 20th century’s New Complexity where emphasis is often placed on the performative element. Its principal proponents are Brian Ferneyhough and his student Claus-Steffen Mahnkopf. Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Musik, accessed 6.8.08


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144 acknowledged—and thereby made experienceable—the fact that musicians are extremely wellrehearsed and incredibly adept at capturing the general aesthetic of a piece whilst glossing over its musical intricacies. A composer who continues to insist on exclusive authorship has truly lost touch with what is going on. At the same time, 20th century music saw another, diametrically opposed development: jazz. Jazz only works when all participants keep an eye on the bigger picture. Jazz started out plain and simple, yet today it is just as complex as New Complexity. It merely reflects a mental paradigm entirely different from the division of labour. DOCUMeNTATION AS A MeANS TO ADVANCe PeRFORMANCe Jazz’ speedy evolution owes a lot to the fact that it could be recorded and thus developed further. After all, this is what it is all about. If we had access to audio or video recordings of Beethoven in concert, classical music would be far more advanced. And the same applies to other genres. Much has been accomplished over the past ten years; these days, programmes can be structured in real time. To me, it is about controlling this real-time process and being able to go back in time. This makes documentation the heart of the matter. Anyone who wants to design new process structures has to experiment in order to find new ways of useful documentation. Based on my teaching experience with students of architecture, I must say that they produce an unbelievable amount of output in their discussions and designs. However, a product based on their drafts must be realised within one semester—when someone from the construction site drops by, he needs details fast. We do not need to explain the performative occurrences of the drafting process or its entire field of possibilities. During the process, the students feel certain that they can go back at any time. Ask them three weeks down the line, though, and they will be singing an entirely different tune. At first, it is great for them to manifest a purpose—to many students, a still-open field of possibilities is tainted with fear. They want a clear picture of the road forward. After graduation, they find encounter so much unconstrained freedom that they really get scared. Actually, they get exactly what they

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Henri Lefebvre, “The Production of Space”, Oxford 1991

wanted: the experience of blends and overlaps in a creative urban environment. They need to learn how to demonstrate the value of this process or else they might find themselves on the phone to their parents, once again. “Hey mom, is dad around? Could you wire me another 100 euros; things are pretty tight at the moment.” IMPROVISATION AS TeCHNOLOgy To me, improvisation means dealing with disorder in a constructive way, together with others. I am not talking about improvisation as a way to fix things. People like to talk about how they had to improvise because they did not plan correctly and something went wrong. Nowadays, urbanised society—as described by Henri Lefebvre ³—has become so complex that the planning always lags behind. For an analogy, consider a lethal pass in football. If you lose sight of the big picture and fail to anticipate the pass, you will always be that moment too late. It does not work without a basic understanding of tactics and strategy. In this respect, there is no point anymore in stating that disorder is something we have to “cope” with. Those who do, get sick. In a physical sense –work conditions might have improved a lot, but the psychological strain keeps increasing. In my opinion, this is because the mental paradigm of the division of labour is in the process of shifting, while improvisation is insufficiently acknowledged. In fact, we are constantly improvising and then slap a negative label on it. Unbelievable amounts of energy are wasted doing just that—especially in germany, where order is highly valued. Do not get me wrong: I think that is wonderful; order is, after all, one of germany’s greatest strengths. On the other hand, it would also be great if we could find a way to move beyond this order, which will continue to exist in any case. What I am talking about is improvisation as technology: The conscious initiation of a technological process, instead of just letting things happen. To me, this is the way to go beyond—exceed—order. There are four modes of improvisation. The first mode is having no plan at all. The second mode is having an all-encompassing “grand plan.” Those who followed the latter model include, for example, the universal architects of revolution architecture as well as subsequent masters of their trade like Schinkel who had their eye on


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145 everything at once. Back then, they were hailed for their art, in times of faltering clergy and nobility, civil society required reorientation and reorganisation. Luckily, a few world champions were on hand to insist that their plan was indeed the one to follow. Simultaneously, people would listen to Beethoven, another big planner, and enjoyed the calming effect of his music. It makes me very queasy when I see people in the Opera House soothed by Beethoven even today. The third mode of improvisation concerns cybernetics and systems theory—a model developed back in the 1920s and revitalised during the Second World War when Norbert Wiener ⁴ and his colleagues decided to question why the bombs over Schweinfurt seemed to have no effect. It soon became clear that the bombing team did not work as it should and only considered material input; out of this, the concept of cybernetics soon evolved. In short, cybernetics are about the structural acknowledgement that a process is complex and contingent, but also the recognition that a product can be fashioned from this complex data. This is also structuralism according to Herzberger. ⁵ Back then, people still believed that computing power made everything possible. Those days are over now, I think. The fourth mode is “process equals process equals improvisation.” According to this, a process—a plan—is treated as if the plan itself were a process. The challenge lies in the fact that sometimes we have to apply this principle to ourselves as well. This does not mean that the other modes of improvisation provide no valuable insights. In the past, a lot of people might say, “everything that came before was rubbish. What I have is the latest and greatest.” Personally, I think this statement misses the mark, especially in terms of procedural or historical contingency. I try to incorporate these parameters into the course of any process. I can do this because I do not approach process from an ideological point of view, but rather from a pragmatic, though not instrumental one. At the same time, it means that I must continually disengage in order to broaden my horizon of analysis. At other times, I might have to abandon a goal. This might sound like postmodern laissez-faire, but postmodern laissez-faire or even irony are expressions of disappointment with the fact that a product is not a product. In that respect, it marks a learning process—for one must learn to present the value

created by improvisation. Otherwise, everyone simply runs into open space without controlling it in any way, and that is when the all-out backlash occurs. Taken together, these four models reveal that the goal of improvisation is to generate meaning that evolves throughout the course of the action—a far cry from the cybernetic or structuralist approach of first developing a structure and then implementing it. It is said that structures last an eternity. This table, for example, is a structure around which I can always orient myself. Taken by itself, this statement is true, but in a contingent process, many structures only arise during the process itself. This becomes very clear once processes are documented, which is precisely why it is important to find new methods for doing so. The final result will be a demonstration that order can emerge from disorder even when the disorder is allowed to continue. When order is frozen, we actively seize the possibilities for action. This mode of organisation offers the most scope for ambiguity in a situation and process while at the same time ensuring our capacity for action. We have to keep scanning the whole range of objectives in order to avoid becoming paralysed by the multitude of possibilities. As soon as we engage in procedural work, the number of options becomes inconceivably large on countless of meta levels. The participating parties are also part of the process, for they bring their interests to the proceedings. This is what Foucault ⁶ set out to analyze in his thoughts on power relations. He concluded that while we are not all controlled by power relations or neoliberal companies, the subject, when it constitutes itself instead of disappearing—like a procedural devolution, as critical ontology and attitude towards process— is always closely linked to power relations. The neoliberal approach—the third way—would be to solve everything consensually and without conflict. Improvisation, on the other hand, is riddled with conflict and does not sit easily with this approach. I can only channel the energy of conflict if I adopt a lasting attitude towards process, a stance that in itself requires self-confidence. This is the critical ontology of being: always work on feeling coherent or, put simply, feeling good, despite the fact that everything is so ambiguous—in other words, take yourself to the meta level and let go of the idea of quantification.

4 Norbert Wiener is considered the founder of cybernetics, the science of complex systems. http://en.wikipedia.org/wiki/Norbert_Wiener, accessed 6.8.08 Norbert Wiener, “The Human Use of Human Beings: Cybernetics and Society”, garden City/New york 1959

5 Herman Hertzberger in: Lüchinger, Arnulf, “Strukturalismus in Architektur und Städtebau”, Stuttgart 1981 6 Michel Foucault, “Analytik der Macht”, Frankfurt a. M. 2005, and “Ästhetik der existenz”, Frankfurt a. M. 2006


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146 This in no way entails pulling back, but rather careful observation and using your strengths at exactly the right moment. The greeks called this “right moment” kairos. ⁷ APPLIeD THeORy To me, it is not about a general, universal epistemology. Rather, I am interested in what I call applied theory. In other words, a theory I can use to achieve what I want to achieve in order to reach the meta level. This view is not popular at universities; broad recognition of this space of reflection as something “applied” is still far off in the future as such recognition would be based on the passage of extended periods of time during which no recognisable product exists. Naturally, we require the practical aspect, but the meta level is equally important. Music students are already professionals by the time they enter university, so they can work in very different ways. The problem with product design and architecture is that you have to develop everything at once. you need to learn the basics, as the essence of improvisation requires pre-existing discipline. Discipline alone, however, is not enough; if it were, anyone who is heavily armed could go to Iraq without any plan, purpose or strategy. In the absence of a meta level, the armaments serve no purpose. Stating that improvisation is the constructive handling of disorder might ring hollow in the way that Kant’s ⁸ words often do. Nevertheless, this emptiness is required—it allows for an examination of the true nature of disorder. What kind structure and function do we want? The parameters take shape, structure and function are important to me. I find it interesting that at the Design Reaktor Berlin, sales strategies and products were developed simultaneously. Although a product’s function might still be unclear, they were already working on a marketing plan. The lesson for the participants: function is a parameter that can evolve during a process. In other words, the Design Reaktor Berlin controls all three parameters—form, structure and function—like a musician at an electronic mixing desk tweaking the settings of various filters. The resulting environment, determined by these parameters, is tetrahedral; it could be portrayed as a vector field. Whatever happens within this field is down to variance—the famous variance of cybernetics. And continual differentiation is precisely what improvisation requires.

7 For a detailed discussion, see: Dell, Christopher, "Prinzip Improvisation", Köln 2002 8 Immanuel Kant, "Kritik der Urteilskraft" 9 Latin for public spirit, Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Sensus_communis, accessed 6.8.08

To paraphrase Foucault: one must not be the border, but always be on the border. And now I move on to the true essence of creating difference: judgment. everything must be weighed and determined. Without judgement, there are no junctures, for judgment is linked to structure, and structure is a set of policies. Structure combines form and function—or rather, content and rules. People are primarily concerned with rules. The most important thing after practical skills is the so-called power of judgment, to borrow Kant’s term. The meta level requires thorough development, for in order to allow as much disorder as possible in actual space, we have to put far more effort into organising the meta level—the big picture. Without freezing it in a static state, of course. In his Critique of Reason, Kant refers to two phenomena: determining judgment and reflective judgment. Determining judgment applies rules. Reflective judgment questions why rules exists at all and poses the question which new rules should replace them. It strikes me as interesting that Kant compares the latter to a sensus communis,⁹ stating that forms and rules do not arise from nature (i.e. laws of nature), but from the actions of humankind. In his time, this was a revolutionary proposition. And so far, there have been no further developments in this field, for the exit out of one’s own immaturity presents an excessive demand that is filed away as soon as it rears its head. To me, Kant’s approach boils down to the question: which public sphere is possible and what do I have to do in order to learn and practice this determining and reflective judgment? In our discussion of the Design Reaktor Berlin, for example, we talk about a public space. In that respect and according to Kant, aesthetics and politics go together. I mention this here because the Design Reaktor Berlin is a social project. Its creators did not do something for themselves, but rather sought to collaborate with the small and mid-sized businesses that are an integral part of our urban phenomenon in order to scan the political horizon together, encourage exchange and develop new strategies. In my opinion, the organisation of such a space is quite political. And this makes the Design Reaktor Berlin such an interesting proposition: It is all about how such a space might be organised and what could emerge from it—even beyond the products themselves.


perspectives

147 CD I immediately felt an affinity process. For example, we opened a ReVIeW AS to the Design Reaktor Berlin. café, right among the work areas, PReVIeW A two-page proposal and then for project participants to linger straight into the project! An and swap ideas. At the same time, A Discussion aspect of this approach, howwe expected a great deal of flexibilof essential Aspects ever, is that you could not deity from all participants. The tight of Reaktor Processes vise the meta level at the same schedule of, for example, the worktime. Hence this retrospecshop cluster, the two jury rounds with Christopher Dell, tive discussion—this “move and various exhibitions, created a Axel Kufus, back in time”—to reflect on lot of time-related pressure. Marc Piesbergen, CD This timeframe was very imthe processes that occurred Joachim Schirrmacher, portant, for without it open procin the Design Reaktor Berlin. Judith Seng Ak Well, in this case “moving back esses tend to lose direction. The in time” pretty much means deliberate vagueness of the open summarised jumping forward off a trambriefing goes hand in hand with by Judith Seng poline. That is an important certain problems—which is why thing to bear in mind and, afwe needed a basic structure that —> PersPektiven, P. 41 ter all, the reason for having could be adjusted between open this discussion. and fixed. This adjustment was the MP It should be a reflection that individual responsibility of every plunges us into retrospection participant, a facet of the project to give us strength for the that proved extremely motivating. next level. The students have to learn to deal with the Js We want to reflect the actual project’s meta constant pressure of excessive demands, for level to describe and classify the process and they are a ubiquitous and inherent problem thus assure its transferability. of the creative realm. Improvisation does not come from unstructured flexibility, but ratheNABLINg er requires a collectively determined social RATHeR THAN CONTROLLINg space as a framework for this freedom to imAk I still do not know exactly what triggered the provise. For as soon as faith begins to wane, astounding motivation. In the end, 180 peopeople go straight back to demanding a plan. ple participated in the Design Reaktor Berlin; we never expected that kind of response. DeVeLOPMeNT THROUgH INFeCTION What is more, there were barely any fires to Ak In my opinion, the propagation of the Reaktor process and the inclusion of various put out or frustrating obstructions. Quite to team constellations will only work through the contrary: all parties had complete faith participation in a possibly pre-determined, in the process. It was no surprising experibut actually executed process. The result— ment, but rather a simple recipe for coopin the individual fields—is a high degree of eration. For one whole semester, university complexity that could never be anticipated, rules were suspended. Jsch In the beginning, the students were quite planned or directed by project management. stunned by the project’s inexorable pace. One The essential aspect is the extent of infecgroup even wanted to opt out of the Reaktor tion. Such processes, after all, can develop process and start its own splinter project; a momentum of their own or come to noththis could have disrupted the entire procing. Certain conditions must be met before ess. Fortunately, we managed to re-integrate their implementation, execution or discusthese participants as an independent group. sion, with the ultimate goal of gaining new During the fortnight of workshops, exciteknowledge. Here, a book or similar, easily ment grew quickly among the students. In reproducible structure mapping or retracorganising and conducting the workshops, ing the project process might come in handy. we paid a great deal of attention to the atHowever, the decisive factor remains the inmosphere as a means to steer the complex fection by and participation in a process.


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148 CD It is a question of strategy. The idea and implementation of this notion of infection was already put to the test in the Design Reaktor Berlin. In future, one could tackle the question of infection in conjunction with the question of communication of the process design. Ak We have, for example, presented a proposal for a follow-up project, the Patent Reaktor. Although the project does not have funding yet, its features are already being discussed. One could be tempted to leave it at that, but that would be the wrong approach—instead, we have to execute the project with even greater diligence and accountability in order to generate as many points of contact as possible—to ensure the creation of things that cannot be foreseen. CD In addition to propagating infection, it would also be the project’s educational duty to impart information on how to develop such processes ourselves. Jsch Instead of organising traditional seminars, we opted for a strategy of seduction to bring those who work with their heads—i. e. the designers—together with those who think with their hands—i. e. the craftspeople. Both skill sets are invaluable. ADJUSTABLe MeTHODS CD Action creates structures. The question is: How do we learn to engage in this action? How do we formalise this process? Loosely structured projects tend to inspire the most immediate enthusiasm; but this excitement fades away as quickly as it is inspired. Within loosely defined structures, many people are incapable of sustained interest. So how do we formalise the informal? Ak Again, this is the question we keep returning to. Right now, we cannot yet formalise the process; our only choice is to set the next project into motion with a new theme, a new set of participants and a new method adapted to these new circumstances. We will attempt to map out the entire process in order to create a self-contained product—that is, to produce a method. CD This realisation of control is not easy to achieve. How can we formalise the informal without becoming static at the same time? It is necessary to describe a technology that

remains open, but whose merits are nonetheless clear. For this spatial and temporal expansion, the Design Reaktor Berlin requires a formula—or programme, as I would call it. Js For efficiency’s sake, this formula could be recycled from project to project. However, it requires constant reconsideration and adaptation as every situation and task will be different. The essential question thus remains: How can we create something that is simultaneously old and new? How can a process be both standardised and individualised? What we are searching for is something like a “mass customisation” of process. Ak Recently, I presented the Design Reaktor Berlin alongside representatives from the d-school at the Hasso Plattner Institute in Potsdam ¹ and at London’s Royal College of Art. ² I noticed that the d-school’s images were dominated by Post-it notes in magenta and neon green. So, I asked myself if the intricacies of the process were not strongly affected by these colours. Are mood, tone and atmosphere not dominated by methodology? And how could we apply a methodology, yet relegate it to the background? Js The most interesting aspect of this set-up is that the Royal College stands for products and authorship, while the d-school encourages collaboration between interdisciplinary teams on a given theme. The Design Reaktor Berlin falls somewhere inbetween, in that it attempts to exist at the intersection of subjective authorship and multi-perspectival teamwork; we like to talk of “co-authorship.” ³ What is more, the Royal College develops physical products, while the d-school leans towards services or processes—that is, intangible outcomes. We want to encourage both aspects as needed, through interplay and mutual reciprocity. I see the d-school’s Post-it notes as “physical anchors” intended to make an invisible process visible. The existing tools for ephemeral processes are simply not adequate. We are living in the age of the Post-it! Ak The context of emergence is very important and should not be overshadowed by the methodology. That way, the abstract level can profit from concrete action and the methodology can take the most diverse shapes and colours.

1 http://www.hpi.uni-potsdam.de/d-school 2 www.rca.ac.uk 3 cf. Prof. Dr. J. Schulz, A. galling-Stiehler: “Co-Authorship,” p. 141


perspectives

149 CD We need expertise to profit from the metalearning encouraged by this type of environment. Similar to chemistry, we want to extract the methodology from the process in order to develop it further. For Design Reaktor 1.0, that option is more or less gone as the process itself was never recorded or documented for future review. In times to come, open projects like the Design Reaktor Berlin should not only aspire to create and apply products, but simultaneously draft a meta application to evaluate and describe the process itself. What actually happened? Someone has to be responsible for drafting and communicating this meta level. MP What is important here is the difference between flexibility and improvisation. We said that discipline has to be matter of course. However, the discipline that underpins improvisation is still misinterpreted as flexibility. So, I ask you, Mr. Dell, to share your experience from the realm of music. Where are the boundaries of your instrument? When, during improvisation, do you say to yourself: “It is time to return to the structure?” CD That boundary is very important. It is never static: I practice every day, so I have to confront it every day. It keeps shifting, sometimes even backward, and that is a very exhausting and frustrating experience. I am constantly dealing with the effort required to tackle this boundary, as I cannot simply lean back and say, “This is the great Bach. I can take a rest now.” On the contrary, every day I have to face anew what my instrument itself produces. MeTA LABORATORy CD In today’s society, different types of work are valued differently. Plans rate higher than improvisation. An absurd premise as improvisation requires far more skill. For that reason, I asked my students to clearly illustrate the intangible in their work processes and try to sell it to me, the client— that is, asked them to visualise the value of each process in detail. To this end, they have to stick to their methodology in order to present it afterwards. Or, in other words, when work is aimed at and focussed solely on the final product—such as, for example, a great bathtub—and the client turns around

4 Latin for someone who carries, bears or conveys. Here, an element in a vector space.

and says, “But I wanted a shower!” the whole project was a waste of time. In future, we have to improve on the project development process and this will only happen if the Design Reaktor Berlin’s method takes a demonstrable form. In addition to the publication of a wide-ranging exhibition, we also require a debate on the underlying processes. Js I believe that we could sway the Berlin municipal government with the fact that the Reaktor focuses on practical application. The results are very concrete; they are more than just words on paper. A next interesting step would be the loose combination of applied theory and theoretical application in a bidirectional development process that encourages both reflection and practical application without domination of either aspect. Jsch In a different city, the project would surely have taken a different direction. For example, consider the brains behind the knitwear collection Trikoton. Their prime intent was to sell products with customised patterns generated from audio recordings. During outsourcing, their focus shifted to their very small-scale production process, transforming the Trikoton team into pioneers of future production processes in germany. This is, of course, more easily done in a city like Berlin, which is in constant upheaval and always opening new realms of possibility. I myself live in Hamburg, a city with very little scope and space for something new. CD Which brings us to the next vector ⁴ of our discussion: the urban environment, which historically emerges from an industrial field of concepts. In Hamburg, this environment is still healthy and working; the psychological strain is not so great. In Berlin, however, the psychological strain is very high, turning the german capital into the ultimate urban laboratory. Nowadays, those who want to learn or understand something come to Berlin. The Design Reaktor Berlin could make this its central theme as it occupies the intersection between the production of designs and the production of knowledge. Js We, as the project management, often find ourselves discussing the Design Reaktor’s meta themes, but so far only a few of the project participants have benefited from this discussion.


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150 Ak Those who display an affinity for these meta themes are quite quick to join the conversation. However, not everyone is well versed or interested in this type of reflection. Js Part of the degree programme should be the ability to define your own attitude towards product design as taught in a university department. It is, after all, precisely those people who prefer to remain on a given level who should open up to the other levels they tend to ignore. In future, no one will define when, how and where something should be done any more, much less what that something should be. Instead, each individual will have to develop his or her own specific overview and perspective. All students should be encouraged to improve themselves; this is, after all, also about building character. Jsch There will always be generalists who possess this overview and specialists whose primary focus is on action. These specialists, however, also benefit from projects like this because they force them to face the fact that other people work in different ways. CD Our crucial goal coincides with something that Beuys wanted as well: making the methodology behind the creation process of his art transparent to others. The true task is to work on our own transformation—on creating a self that can coherently deal with the subject matter—and to find a way to present this process to others. What others do with it, of course, remains uncertain. yet at least we have offered something and that is something that happens far too infrequently. It is for exactly this reason that we are trying to figure out how the Design Reaktor Berlin could best present and share the qualities generated as part of the process. We want to create an environment that broaches the issue of this process. The question remains: How much time should we allow for such a process of reflection? This is an important question given that such a process almost never takes place. Jsch Can reflection and action proceed simultaneously? CD That is exactly what we have to find out. There are always people who approach me and say: “Oh, Mr. Dell, you play so well, you must be a genius!” That really winds me up! True, I make a living on the fact that I am

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cf. Dell, Christopher: “Improvisation as Technology,” p. 143

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considered to be one of the world’s best vibraphone players and people expect to hear a genius at my concerts. Nevertheless, there is nothing worse than people who leave one of my concerts without having learned anything from it. Unfortunately, this context does not lend itself to discussion of process. Imagine me talking about form, structure and vectors right there on stage in the concert hall! People would clamour for refunds and think I was trying to make a fool out of them. In design, we only have access to limited theoretical experience. The privilege of interpretation is often the reserve of cultural historians who consider design from their own perspective and in term of their own insights, often looking straight past the essence of what design actually is. In germany, it is still near impossible to do a doctorate in design; those who want to go down this path have to through departments of design philosophy. That is unfortunate because the most interesting feature of doctoral study is the knowledge to which it gives rise. Perhaps in the future, the Design Reaktor Berlin could supervise three or four doctoral students engaged in an examination of “applied theory.” ⁵ At present, students who need a dissertation adviser turn to art historians or philosophers. As a result, they are made to feel small and quickly become demoralised. We are, after all, talking about people who come from applied design, but also wish to classify and reflect on their work. The question is: what do creations look like that operate not only in words, but also in images—that is, in the technical language of design? In the world of music, at least, you have reached an agreement on this question of “linguistics”. What, in turn, might a design score look like? Or an academic self-definition of design research vis-à-vis other disciplines? Might this also amount to an analysis of how such processes could be put into practice? Improvisation as a method is nonsense; yet improvisation requires method. Improvisation needs continual development from within—and when it does, the outcome is different every time. There is no overall formula for all occasions; we have to create the context ourselves and develop the means of presentation.


perspectives

151 Ak That is authenticity. Js That is also where authorship comes into play. CD An authorship that extends to all levels of a project and, naturally, is entirely cooperative. MP Such authorship, in the truest sense, would not apply to product or process, but rather stays above both of them. The materialistic approach states: being determines consciousness. That is linear. The idealistic approach states: consciousness determines being. Ultimately, this approach encourages handling identity in a way that conveys how to play with this identity, generate processes out of it and reflect on the self. DeSIgNINg INTeRFACeS I am fascinated by the interfaces that exist in such a heterogeneous project—the interfaces between me and the project, all of you and my other projects. The different rhythms, rates and languages involved pose many concrete problems. Let us assume, for example, that a parallel project of mine requires a daily telephone conference between 11 and 12 o’clock. That would affect your rhythms as well. Likewise, some of the businesses participating in the Design Reaktor Berlin suddenly had less available time due to a new commission or another new commitment. Or, to use another example, the Business Communications students always had less time than the other participants because their curriculum only offered two free hours per week. Cultivating an interface network without curtailing complexity is a very essential and as yet unresolved issue. It continues to be a difficult, but at the same time exciting challenge affecting many different areas. In order to cope with it, we require new organisational structures. Jsch Can this issue be solved at all? Nowadays, information and knowledge require constant updating; indeed, this is one of the main causes of the all too prevalent “hamster’s wheel” feeling of perpetually chasing our own data processing. CD That is exactly what this is all about—and those who acknowledge this issue take the leap of consciousness necessary for transforming themselves in such a way as to

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make breaking out of the hamster’s wheel possible. If they do not take this leap, their motivation to re-involve themselves in improvised processes again and again will eventually wane and they find that they simply cannot go on anymore. Jsch We are currently living in two different realms. On the one hand, we live in the increasingly improvised world of the New economy; on the other hand, we find ourselves in a world where landlords still expect us to pay the rent on time. TRANSLATION I have a picture in front of my mind’s eye: we know that a project must have a beginning and an end. To stick with the music analogy, we can say that it also requires rests and a metre for the necessary structure. The project rhythm defines various voices, or tasks, which we might call “infection” or “judgment”—qualitative descriptors less formal than, say, “public relations.” In this temporally, spatially and rhythmically defined field of action, each voice can and must develop freely. CD I like that. It is, after all, our goal to support people who do everything in their small businesses at once: infection, judgment and more. The ability to do just that, however, has not yet been fully developed—which is why we divided the project duties among ourselves like drums used to be divided among drummers. In the past, after all, the drums were played by five different musicians; today, however, one musician controls all aspects of the kit. And yet, without yesterday there would be no today. Jsch Anyone who lists “infection” as a duty or responsibility in a service contract might have a lot of fun with the Human Resources department … Js That is why we have to translate the word “infection.” MP This translation is the essence—the true service—that we can offer to other institutions. With it, we reach beyond pure product development because the moment we think in terms of classical job profiles and products, the Reaktor immediately shuts down. However, when we describe a qualitative essence—a social space for value

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english translation

152 creation defined by infection, judgment and similar elements—we can offer this educational process as a Reaktor process. Jsch The decisive factor was that we all laid our knowledge out on the table and together found a good path forward through discussion and debate. This balancing of varied impulses was very important. In principle, everyone played the drums at all times. We did not balk at this complexity and therefore worked effectively, if not efficiently. CD In principle, then, we transformed the qualitative or vectoral into the functional. Our original thoughts were vectoral—we simply had to translate them into functionality in order to earn money with them. CROSS-ReSeARCH Ak When we talk about cross-research, we mean a method for fishing more potential out of overlaps between disciplines in order to generate synergies. Cross-research is not an a priori project element; it is an additional prospect that comes into effect only after disciplined masters have practiced their trade—an additional prospect for aggregation, efficiency or perhaps simply the expansion of the fantastical, the dream-like and the seductive. Js The extraordinary quality of the design is the ability to think in terms of big pictures—that is, in terms of contexts, scenarios or problems—that integrate the knowledge of various disciplines. This ability can be exercised not only during the development of a product, but also during the conceptual design and execution of more complex projects. Ak We only focused on our core competence. We brought together the potential of everything going on here at the University of the Arts and in the city of Berlin. Put simply, we gave a university and a city a central hub and brought people together. The result? An impressive flow of energy and a creation of value that provide an exemplary model of what kind of projects would be feasible at a university. So much, after all, can happen when we bring together various disciplines in a process of aggregation. At a Charlottenburg Campus, for example, everyone could simply continue to do what they have always done—only closer together.

Jsch If we cannot manage to do that, then I do not see a post-industrial or any kind of future for us here in europe. Straightforward product design and production takes place in other countries—in Turkey, in Asia. There, thousands of design students are educated to what by now has become quite a high level. So, we must bring together the various interfaces— in other words, promote the simultaneity of processes—to create more meaningful products with more soul that also reach the market more quickly. This will only happen if we abandon traditional departmental thinking, which is something that we europeans are far from doing, unfortunately. exPANSION OF POTeNTIAL Ak I never expected to discover as much potential as we did. We might have activated the process, but the prospects quickly gathered a momentum of their own and powered themselves. It quickly became clear just how many prospects were hidden inside this open process—and they, in turn, generated many smaller, yet equally vital processes. In the end, the project was larger, louder and generated far more energy than could have imagined. People are not talking about specific products like the Music Drop or Temae, but about the Design Reaktor Berlin itself as an innovative platform and process. I consider this expansion of potential our greatest success. Js Nowadays, reading through our initial funding applications, I am amazed just how much more fundamentally complex and layered the project turned out than we originally set out to do. In practice, we hit upon new qualities and discovered new dimensions that we might have envisioned at the start, but they were certainly not planned. I consider this our greatest success. The theoretical dimension, for its part, emerged from concrete practical experience. Unfortunately, in this first project we did not have the resources to explore this phenomenon further. In future, it would be exciting to build on this experience. How can we improve this type of practical research to create a new and relevant quality between practice and theory—not only through new products, but also through the actual prototypical process of a project?


perspectives

153 Ak We are currently in the process of creating a platform based on the Design Reaktor Berlin—a platform between university and market of relevance to both realms, an entity with multiple identities that operates in two worlds. This platform—this process—remains to be designed. It is already obvious, though, that the boundary between university and market will run right through it. We want to work on that boundary. We do not want to dissolve it, but place one foot on either side to enable smallscale border traffic. This “space between” is precisely what both the Reaktor project and our future platform rest upon.

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he first product ideas had barely been suggested when participants in the Design Reaktor Berlin began devising the first marketing strategies. This early interconnection was part of a concept for profiting from interdependency as early as the very first drafting phase. Nowadays, almost any product is available in every conceivable style and price range. Precise positioning was required. Traditionally, product development comes first, followed by the distribution plan and, finally, the communications strategy. The Reaktor’s synchronous design management, however, enhances the efficiency of development ¹, strengthens the products’ identity and contributes substantially to communicating the story behind those products to the consumer, thus generating product acceptance or even demand.

MP We want to create an educational institution financed by real-world commissions. Naturally, this will raise certain questions of legitimacy: Just how committed to research would this institution be? How would it tie in with the Berlin University of the Arts? Its creative-academic core could establish an interdisciplinary professorship and doctoral programme. In such a Think and Act Tank, the doctoral students would be the “think,” while the “act” would be represented by the revenue-generating economic processes. In this institute, both elements would come together.

THe WHOLe STORy

objectives through organisation, communication, budgetary and legal concerns –, but rather about strategic goals. Design manageDesign Management – ment is a complex, non-linear Integration of Product and dynamic process that comDevelopment, prises creative, communicative, Communications economic, organisational, techand Distribution nological, social, cultural and environmental factors. The procNot just products, ess respects its intuitive creative but anything from aspects, but remains rooted in processes to business strategic work. Above all, design models can be designed. management is an open-ended, experts offer insights from practical experience. solution-oriented process to develop an individual strategy for by Joachim Schirrmacher each project. It always starts with the question: What is the actual problem? If we do not spend time —> PersPektiven, P. 56 on finding that answer, we might end up with the right technology for the wrong problem. ³ In addition to the designer’s creative impulse, the process needs to consider the customer’s view. In the Design Reaktor Berlin, this approach brought enormous advantages, as did the broad spectrum STRATegIC DeSIgN MANAgeMeNT The various definitions of design management of experience of its participating partners. are extremely heterogeneous ² and, at least in germany, down to the eye of each beholder. Here, eFFICIeNT CHAOS it is not about operative project management— Design management is a demanding task that that is, the implementation of predetermined requires much experience in order to balance 1 In Japan, more than 60 per cent of design changes occur during the definition stage and only 10 per cent during a redesign period prior to launch. In contrast, the characteristics displayed by UK and US companies showed only 17 per cent of changes occurring during the definition stage compared to more than 50 per cent during the period prior to introduction. Design Council (editors): Organising [product design] and development; London 1991, pp. 14–15

2 An overview and partial analysis of the literature on design management is provided by, among others, the following: enders, gerdum: Design als element wirtschaftlicher Dynamik; Herne 1999 | Knierim, Andreas: Coaching und Produktentwicklung – Beratungsprozesse im Designmanagement; Kassel 1999 | MeierKortwig, Hans Jörg: Designmanagement als Beratungsangebot; Köln 1997


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154 the inconsistencies that arise during design processes.⁴ In practice, it is often dominated by a wrestling match between the official, seemingly widely accepted “professional, linear attitude towards work […] in which strategic steps follow one another successively and according to plan” (like plans with consistent and sequential project steps) and a tacit, unofficial, chaotic workflow that somehow seems to be the more efficient. Andreas Knierim analysed this phenomenon in his study, “Coaching and Product Development— Consulting Processes in Design Management.” For the Design Reaktor Berlin, we thus opted for dynamic project management from the very beginning to assure that the work plan would be adjusted and readjusted continually in line with the findings. A highly challenging task for project management, not least because the participants continued to demand dependable plans. ⁵

CONSISTeNT INDIVIDUALITy The Swiss firm Freitag ⁶ is a good example of the potential significance of not only the integration of product development, communications and distribution, but also a consistent story. In and by themselves, the recycled tarpaulin Freitag bags and accessories are simple products. The mystery of their continual success for the last 14 years is revealed by the company’s two founding brothers, Daniel and Markus Freitag, in their presentation drafted by a “marketing asshole.” “Freitag’s USP is individuality. This is the secret to our success.” This maxim not only applies to the products, which, since 2001, can be designed online by the customers themselves, but also in the company’s communications strategy and its individual stores in Davos, Hamburg and Zurich. The style is immediately recognisable. “We like the raw, radical and simple and the ironic, contradictory and funny,” explains Markus Freitag. “It bores me when everything comes fitted and adjusted.” Although this business attitude may seem laid-back, it draws on the success formula of many firms—“community, content and commerce.” The biggest difference is that while the brothers work primarily on content— e.g. product development—in an independent office, a separate management takes care of everyday business.

ReAL-LIFe exAMPLeS The Design Reaktor Berlin was not about solving an existing customer problem, but about developing designs and products for the general market based on the abilities of the participating companies. The students, by nature, lacked experience, all the more so because design management is not part of the official UdK curriculum. We therefore expanded the Design Reaktor Berlin by public expert discussions on marketing, communications and distribution strategies to emphasise the benefits of a holistic approach to both students and businesses by presenting real-life examples. The prelude was the “Design Management— The Whole Story” event, presented as part of the “Design Mai” 2007, a fair-like exhibition and platform for Berlin designers. This was followed by further events, including one dedicated to “Retail Success Factors” and another one on the link between “University and Market.” All these processes and their respective interactions lead to additional design options as part of an effort to exploit the potential of new product ideas. However, we never intended to develop a design management basis for the participating businesses. Reaktor contributors neither sketched products with specific businesses in minds, nor did they try to convince those businesses of the advantages of their designs. Instead, all parties worked together on the design management—as equal partners.

CHALLeNge RATHeR THAN CURRy FAVOUR Services, too, require design—like those provided by the deaconry in Düsseldorf ⁷ —and this covers anything from processes to buildings and environments. The deaconry comprises around 70 facilities, 1,400 employees, 1,000 volunteers and an entire range of community services, ranging from a house for teenage mothers to an old people’s home. Rather than reverting to the prevalent and antiquated aesthetic of community facilities, the deaconry’s chairman Thorsten Nolting places great emphasis on architecture, design and art. With this aesthetic, he hopes to stir a longing for a different life and, simultaneously, renew the deaconry from within. “The atmosphere is not highly designed, but it is organised to ensure that no one feels underappreciated or excluded. each and every one of us should be happy to sit there.” To this end, Nolting works with renowned designers like Bamschlager-eberle (the campus) Fons M. Hickmann (the graphics), Axel Kufus

3 “The “first error in reasoning: that problems exist objectively and only require clear definition,” (gomez/Probst, 1987, p. 16) must be avoided when considering a problem from different angles.” enders 1999, p. 121 et sqq. 4 See: Knierim, Kassel 1999, p. 178

5 See also: Dell, Christopher: “Improvisation as Technology,” p. 143 6 www.freitag.ch 7 www.diakonie-duesseldorf.de, see also: Schirrmacher, Joachim: Aktualität behaupten. In: Design Report 12/2003, p. 52–55


perspectives

155 (the café), Mischa Kuball (the art) and Tobias Rehberger (the Berger Church). Furthermore, the chairman offered some insights into what demands the work of a designer can make on an employer. Hickmann’s posters, for example, posed a challenge to Nolting: he constantly had to “make decisions about things I didn’t want to think about. It forced me to reflect on processes that I barely understood. It was like a football match—the designers kept playing the ball upfield.”

virus, cropping up in numerous fashion and lifestyle magazines as well as in the collections of yves Stain-Laurent, Martine Sitbon, Louis Vuitton, Dior or H&M.

THe MOST IMPORTANT THINg IS PReSeNCe The artistic experiment Chicks on Speed ⁸ is not only of interest for its way of merging commerce, subculture and art, but also for its path it towards global recognition. These “masters of behavioural branding in the age of the brand epidemic” ⁹ owe their success to a multitude of cross-references within their projects that tend to reinforce each other. This minimal-electro-pop band offers everything from music videos and live concerts to self-designed CD covers and a dedicated record label, COS Records. They also run a fashion label and look back on a long history of performances in art institutions like the Museum of Modern Art in New york and installations that become online shops (via web streaming), selling items produced during the installation. This integrated do-it-yourself aesthetic—a bricolage of youth culture snippets from punk, graffiti or hip-hop—became evident in a PowerPoint presentation by Alex Murray-Leslie, one of the group’s founding members. Her message was simple: “Paid or unpaid—the most important thing is presence.” No matter whether that presence is achieved via classical media or MySpace, “the true window of the world.” Not being on MySpace, explains Murray-Leslie, means “not existing in the industry.” Appropriate, then, that a Chicks on Speed show interlude poses the question: “MySpace, your space, whose space is it?” Staying true to their motto—“whatever is missing, we make ourselves”—has also helped to fan the fame; their prototype of a Chanel bag, for example, met with great media response. “Often, you can invent stories. When you invest enough imagination, these stories become real—most notably when they appear in the media.” This helps to explain how the group developed small traces of itself that have spread like a

ReTAIL SUCCeSS FACTORS While huge emphasis tends to be placed on the development of new products and communications strategies, distribution often falls back on existing contacts and industry conventions. The “Retail Success Factors” event, however, emphasised the extensive freedom of design that is also inherent in distribution. The choice of distribution channel can decisively influence targeted positioning and sales potential. New and traditional specialised dealers; vertical, cultish and commercial suppliers both large and small; niche markets and mass markets; multi and single brand shops; high streets and shopping malls; permanent and temporary stores; mail order sales, online sales and hybrid forms (i.e. multi-channel sales)—the distribution design options seem almost infinite. The abovementioned event focused on three very different concepts of distribution, rather than concentrating on traditional parameters like location, frequency, customer profile, range of products, visual merchandising, quality of consulting and key figures like sales per square metre or stock turnover rate. Berlinomat ¹⁰ is a sales platform for Berlin design: 260 square metres of fashion, furniture and accessories by 150 local designers. In addition to running this showcase store, its founder, Jörg Wichmann, also markets Berlin design on a national and international scale via numerous cooperations within the industry, as outlined at the event. Particularly fascinating was the similarity of the tools of this small niche vendor to those of the eCe ¹¹, europe’s largest operator of shopping malls—although, naturally, eCe senior manager Matthias Brink employed a different nomenclature when talking about the increase in customer traffic from events and the counsel of his leaseholders. In his work as the CeO of globetrotter ¹², Thomas Lipke combines niche and commerce. Founded in 1979 on 150 square metres, his “specialty store for expeditions, safaris, survival and trekking” soon evolved into a lifestyle company and europe’s current market leader of outdoor supplies. This was achieved by participating in

8 www.chicksonspeed.com 9 See: Liebl, Franz: Unbekannte Theorieobjekte der Trendforschung (LVII): Versuchsanordnungen: Künstler als strategische Akteure. In: kunstaspekte; Düsseldorf 2007

10 www.berlinomat.com 11 www.ece.de 12 www.globetrotter.de. See also: Müller, Martin U.: 5-SterneCampinski, Der Spiegel, 12. 09. 2008


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156 two communities at once: Lipke is not only an enthusiastic fan of the great outdoors, but also, as he revealed at the event, a member of the Chaos Computer Club. Very early on, he started to cultivate a widely celebrated multi-channel strategy based on outstanding community management. UNIVeRSITy AND MARKeT Stimuli and inspiring role models were in no short supply. Nonetheless, it proved quite a challenge to realise that design was not just being studied at a university, but also implemented. The “University and Market” demonstrated just how much both systems work according to their own rules and at their own pace. Burg giebichenstein, the University of Art and Design in Halle ¹³, runs its own shop in the centre of town. Professor Klaus Michel presented the many successes of the store itself and of its campaigns at the Berlin “Design Mai” as well as the trade fairs in Cologne and Frankfurt. Nevertheless, he made clear that, in the long run, the store’s continued mentoring and support would have to be provided by someone other than the university. Professor Uwe Janssen reported on the demands of his own work and on the well-established retailers that serve as distributors for the FHTW Berlin’s in-house fashion label, 30 Paar Hände ¹⁴. This label enables students from various departments to try their hands at everyday design. Meanwhile, Professor Dr. günter Faltin, who teaches entrepreneurship at the FU Berlin, advocated a stronger free enterprise

13 www.burg-halle.de 14 www.fhtw-berlin.de/Forschung/Forschungskatalog/Projekt. html?id=672 15 www.teekampagne.de

system. Among other things, he presented his best-known example of a pared-down business approach: the Teekampagne or Tee Campaign.¹⁵ Professor Dr. Jörg Petruschat, for his part, presented a design check ¹⁶ for small and mid-sized regional businesses, developed in conjunction with his students at the University of Applied Sciences in Dresden.¹⁷ The check examined the acceptance and positioning of the companies’ products, their appearance and image cultivation and their existing potential for innovation. Here, too, it became obvious that market launch and processes of change usually require several years to take effect. BUSINeSS DeSIgN In principle, designers can create both products and processes—including, for example, “Business Design” or the conceptual design of business models. This is why gui Bonsiepe ¹⁸, in his “Speculations on a Future History of Design,” argued that “design is transforming itself into a basic discipline at institutions of higher education because design—understood as conceptoriented activity—affects all other facets of human experience. Design [is…]—like language—a fundamental mode of behaviour in the world and attitude towards the world.” As the Design Reaktor Berlin unveiled numerous models for the future of design, so too did the experts in their presentations. In keeping with the spirit of Bonsiepe’s comment, almost none of them were designers themselves. Still, design has a lot to learn from them. It is, after all, always about the whole story.

16 www.d-base1.de 17 www.htw-dresden.de/~gwww/ 18 Bonsiepe, gui: Spekulationen über eine zukünftige geschichte der gestaltung. In: Form 164, 4/1998, p. 25


tools

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he tools of a process include things like idea sheets, prototypes, workshops and forms— objects and methods that effect something. As part of an open and flexibly executed process, they serve to concentrate and review outcomes so that the subsequent steps of the process may be initiated. Here, tools serve as levers that, pulled at specific moments, move the entire process forward.

exCeRPT

Design Reaktor process by Fons Hickmann’s class together with Peter Bünnagel. They reflect —> Werkzeuge, P. 25 and influence the methods and workflows of the project itself. The graphic and conceptual implementation lends the temporary project a unifying identity. The image of a swarm of lines reflects the nature of the individual projects; splitting apart only to return and fuse in the overall project. At times, they might run parallel, at others they bunch together. They circle or inThe design of the tools reflects their applica- tersect one another, criss-cross. each pattern tions and simultaneously interacts with them. is self-generated, each follows the same prinIt changes and shapes ongoing processes by ciples, but all remain distinct and distinguishaccompanying their functions with respective able. No two business cards and no two sheets concepts and by generating a shared identity of stationary display exactly the same image. through the corporate design. Out of the movement of the shifting elements unfolds the visual manifestation of a project VISUAL DeSIgN that develops as a process and generates synerThe project’s graphic design and corporate gies across disciplines and institutions, places identity were developed as part of the ongoing and businesses.


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process T

he Design Reaktor Berlin is an judges the qualities of the proposOVeRVIeW applied and research project at als, determines whether and how the Berlin University of the Arts. they might be realised and inves—> Prozess, P. 65 Designed to initiate new forms of tigates their potential for market cooperation between university success. Following this assessand business, it encourages innoment, 57 products make it to the vative product development from next round: They are developed initial idea to marketable item. further in cooperation with the Here, designers and producers participating businesses; tradetrade experiences. Businesses, mark rights are registered for six professors and students realise of them. In July 2007, over 50 proprojects together. totypes make their public debut at To this end, the participating the University of the Arts’ annual courses of study—Product Design, open day, the Rundgang. Fashion Design, Visual Communications and Business and Social exPeRIMeNT AND MARKeT Communications—were joined by From the very beginning, product 52 selected Berlin businesses. The development, communications Design Reaktor Berlin considers and distribution are treated as itself an applied research project one single entity. Unlike the trathat examines the prospects of a ditional method of starting out post-industrial location such as with product development and Berlin to sound out new strategies for creative then moving on to communications and sales cooperation between production and design. strategies, the Design Reaktor Berlin combines and these processes and opts for a parallel ap52 BUSINeSSeS proach. Here, experimental ideas and commerFrom car tuner to mozzarella dairy, engraver cial considerations go hand in hand. external to suitcase manufacturer, neoprene treatment experts support the development process. The to pasta production—the project encompassed goal is to strengthen the products’ identity and a wide range of small and mid-sized business keep their potential market reach in mind— from handicraft to high-tech. In the spring of right from the start. 2007, students visited many of these businesses to drum up interest for collaborations with deAPPLICATION AND exPeRIMeNT signers at the university. The work process comprises the following essential aspects: COMBINATIONS Development and planning merge seamlessly The first, collaborate fortnight of workshops with practical application; takes place in April 2007 at the UdK. The busiVarious disciplines are involved from the nesses present their skills and methods and put beginning; them up for discussion. Based on this premise, effective synergies between the different the designers generate their first product ideas. skill sets; They produce hundreds of ideas and sketches, Shared authorship between UdK, businesses generated out of the combination of materials, and designers; technologies, methods, skills and themes. A jury Dynamic and flexible project management;


process

159 Market relevance plays an important role right from the start; Personal initiatives give rise to versatile new relationships. POTeNTIAL It was obvious from the start that the Design Reaktor Berlin would create opportunities for cooperation between the UdK and its commercial partners—a potential barely recognised and exploited only infrequently. experienced partners are at hand for the commercial implementation; their expertise and connections facilitate the development of a future project network. STRIDeS INTO THe MARKeT From September 2007, limited production runs of the first products enter the market. The Nola lamp hits the market in April 2008. Dune is sold in the museum shop of the Deutsche guggenheim, Spitzenschmuck in the museum store of the Neue Nationalgalerie. The website betterplace.org orders a special edition of the Trikoton collection. even as we speak, five further items are prepared for

I

commercial launch. each product requires its own solutions, individually coordinated strategies and special skills—a big challenge for the university, which initiates cooperations, provides assistance during the development phase and supports the participants in the market. STRUCTURAL DeVeLOPMeNT At present, the Design Reaktor Berlin sees further development in conjunction with the university’s board and potential cooperation partners. The following questions come into play: How to establish a dynamic and open transfer platform between university, business, science and society? How far should the value chain be extended— from initial invention through the various development stages and distribution strategies all the way up to the actual launch? How to best harness the synergies emerging on the periphery of the university? How can the Design Reaktor Berlin further promote cooperation between the design scene and the currently participating businesses as well as those not yet involved?

n the experimental field of the SeVeN PATHS OF Arts. The circle comprised 52 postDesign Reaktor Berlin teaching ers introducing the participating DeVeLOPMeNT small and mid-sized businesses and research, university and marAND ket, development and distribution and their specific competencies DISTRIBUTION are not treated separately, but through images, texts and work rather as unified spaces of knowlsamples. After just two and a half edge and action that build on, indays, the initial results of four —> Prozess, P. 82 teract with and cross-fertilise one parallel workshops were preanother. Accordingly, the developsented collectively. Afterwards, ment and distribution processes the workshop teams, themes and were just as multifaceted and leaders changed places and conunique as the participating protagonists. stellations and a new cycle began, broadening A two-week workshop cluster served as the the initial spectrum of themes by facets like starting point for the heated development corporate design and marketing. By the third phase, featuring a total of 16 workshops on workshop cycle, the Design Reaktor Berlin had themes like “Free Radicals,” “1001 Accessories” already expanded: the number of parallel workor “genetic Design.” During these two weeks, the shops had grown to six. Over 300 ideas emerged work of 81 students from a total of four different from these workshops, presented as quick mockdesign disciplines was condensed spatially and ups and idea sheets filling the Reaktor Circle. temporally to allow a huge number of diverse In the subsequent trial and evaluation phase, ideas to emerge. The hub of the event was the the designs were screened for innovative and so-called “Reaktor Circle” in the Faculty of De- economic potential. In the end, 57 of the 103 subsign auditorium at the Berlin University of the missions received a budget and the necessary


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160 support for prototype development. In addition, several parallel expert hearings focussed on themes like sales and marketing. The original idea of a Design Reaktor Berlin collection quickly gave way to the insight that the Reaktor’s open processes would result in a

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ith Trikoton, Magdalena Kohler and Hanna Lisette Wiesener allow clients to co-design their own products. As part of the Design Reaktor Berlin’s “Neoanalog” workshop, the fashion designer and product designer spun connections between some very different worlds: analogue and digital, art and technology, talking and knitting. The result: their voice-knitting machine gelsomnia, a contraption that transforms sounds into (knit) patterns. To make this possible, the designers “hacked” a mechanical knitting machine from the 1970s and then rebuilt it into an interactive fashion generator. The conventional control mechanism was replaced by a self-programmed audio programme for generating knit patterns. As soon as the integrated microphone registers speech, the voice is analysed for volume, frequency and modulation and then transformed into a digital code to be processes into a personalised knit design.

very broad range of heterogeneous products, styles, authors, target groups and development and distribution processes best handled individually. The following seven projects by the Design Reaktor Berlin represent just a few examples to highlight this point.

Trikoton Knitting with One’s Voice —> Prozess, P. 84

Magdalena Kohler, Hanna L. Wiesener – www.trikoton.com Project group Neoanalog – www.design.udk-berlin.de/IDK/ Neoanalog Textile Design Stephanie Siepmann, Berlin – www.stephanie-siepmann.de Strickchic gmbH, Apolda – www.strickchic.de OMP Consulting, Berlin – www.om-p.de Betterplace, Berlin – www.betterplace.org Lars grau – Programming Alexandra Dammann – Business Concept

ONLINe COLLeCTION At the 2007 Ars electronica, the designers presented their project as an interactive installation. Since then, they have developed it further to create a fully-fledged Trikoton collection. On their website trikoton.com, interested customers are invited to leave an audio message—spoken or sung—and then review their personal design

onscreen. If they like the message and design, they can submit the audio data and look forward to delivery of their unique knitwear. WeARABLe SOUND Trikoton is much more than just a gimmick—as the jurors of the Design-Preis Halle acknowledged when they awarded the prize to Trikoton in 2007. With digital, open-source technology, Trikoton dissolves the tension between unique item and mechanical production in that each piece of Trikoton clothing is individual, but also mechanically generated. This concept is drumming up interest in very different contexts—the label not only made its entrance at the Mercedes-Benz Fashion Week in Berlin, but also developed a special edition for non-profit online network betterplace.de, with all proceeds going to international aid projects.

SWITCHINg ROLeS At the same time, Trikoton also demonstrates a new understanding of roles: Here, it is the customer who—with his own voice or favourite sound—generates the idea and makes the result unique. The designer becomes the process designer, the one who creates a system of possibilities for the customer to co-design the products. The result is trikoton.com, an independent Internet start-up initiated by Magdalena Kohler and Hanna Lisette Wiesener.


process

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he great accomplishment of the Fragment Store project is not one single product, but rather an entire manufacturing, production and distribution concept. The project evolved out of the “1001 Accessories” workshop and the idea that “the small and mid-sized businesses (KMU) and their stories are part of an experiment in which the traditional and the new are processed into something unusual.” This, of course, is no simple matter; nevertheless, the Fragment Store managed to develop into an especially wide-ranging and, at times, controversial design process that required not only drafts and prototypes, but also concepts, strategies and communication. Half of the interdisciplinary project team was made up of designers from the Design Department, the other half comprised strategists from the Social and Business Communications Department.

Fragment Store Laboratory for Individually Combinable Product Fragments —> Prozess, P. 88

LAMP AS A PROTOTyPe For a prototype, the Fragment Store team developed a lamp with a base, body and shade that may be assembled in a variety of ways by means of a freely combinable low-voltage plug connection. While the base is available as a cast, lasered, anodised or polished model, the body comes in maple or beech, plain or adorned and the shade as a unicoloured or mixed-colour textile or glass model—all according to customer preference. Moreover, a number of shades or bases may be combined, depending on whether the customer wants a standing lamp, a desk lamp or a wall lamp.

CONCePT, ReALITy AND AgeNDA J. Brose, F. Dobbin, S. Lee, M. edoga, Such a multifaceted manufacturJ. Kopec, L. Löser – www.fragment-store.com ing and distribution concept alLeuchten und elektro Bachert – lows for many possible avenues www.elektro-bachert.de for action. The arising fundamenDrechslerei Heider – Turnery LKM gmbH – www.lkm-berlin.de tal questions reflect many of the Neuser gmbH – www.neusergmbh.de points discussed in other projects Schurbohm galvanik – of the Design Reaktor Berlin: www.schurbohmeloxal.cabanova.de Der Herr der Schuhe – According to this concept—are www.derherrderschuhe.de TeAMWORK AND FRAgMeNTS the local KMU still “producers”? Quadratfuß – www.quadratfuss.de The basic premise revolved Should serial manufacturing be gummi Kontor – www.gummikontor.de around joining the manufacturcarried out manually or industriWATeBO – www.watebo-online.de ing competencies of the KMU in ally? Locally or abroad? a single programme for modular Should the local KMU develop product development, produca common infrastructure or will tion and distribution, with each manufacturing be transferred to business manufacturing a “fraga “publisher” who might come up ment” of the final product. The with a franchise concept for disindividual elements may then be tribution of the modular products combined in any way or order; in across industries and locations? other words, the customer can Should we focus on sustainable assemble his own preferred prodon-site activity to revitalise the uct using any combination of the local skills economy or should we fragments on offer. This joins the encourage competition with estabKMU in a productive network, lished suppliers and their internacomplementing one another in terms of manu- tional distribution channels? facturing steps and components, and brings Last but not least: How could a university of them together as one joint supplier of modular the arts support such a student business venture consumer products. to facilitate the careers of future graduates?


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W

ith Dune, Jakob Diezinger turns the negative into something positive. His design, which emerged out of the “D-kat” group, depicts an ashtray made of pressed sand that is normally used to make foundry casts—transient moulds that are destroyed after casting. In Dune, the tool itself becomes the product, and the outside becomes the inside. An approach that simply and powerfully exemplifies the basic idea behind the Design Reaktor Berlin—namely, to discover the unexpected, playful and innovative by means of an exchange between KMU and designers.

Dune The Sandman’s Ashtray —> Prozess, P. 92

Jakob Diezinger H.& Ph. Behr gießerei gmbH & Co Kg – www.behr-giesserei.de Jörg Klambt, muse concept – www.muse-store.de

POTeNTIAL AND DeVeLOPMeNT Jörg Klambt, whose company muse develops design objects for museum shops across the country, immediately recognised Dune’s potential and commissioned Jakob Diezinger to refine his design into a product suitable for mass production. The process required several weeks of intensive research and fine-tuning, for between prototype and storeready product waits an entire additional phase of development.

T

emae began with a wheel of fortune—and culminated in a patent application and a small excursion into matters of trademark rights and marketing. When the “Neoanalog” project group’s random idea generator— filled with objects from the analogue world and concepts from the digital realm—stopped on “tea bag” and “progress bar,” Janja Maidl knew she was facing a daunting task. Her assignment: to design a concept connecting both elements.

COOPeRATION AND VARIATION Here, too, the Design Reaktor Berlin’s principle of cooperation worked very well. The gießerei Behr foundry produced a limited run of the ashtray, now available—via muse— in stores like the Deutsche guggenheim’s museum shop. Nevertheless, Dune is just a starting point. After all, sand is easily dyed and pressed into any form. As such, it is surely not just an exciting experimental material for ashtrays…

Temae The Tea Bag that Shows When the Tea is Ready —> Prozess, P. 96

JAPANeSe TeA CeReMONy The designer responded with a draft reflecting the cultural history of the Japanese tea ceremony,

NOTHINg BUT SAND In order to conserve Dune’s characteristic materiality—sand that acquires form and function, but is reconverted to its original, perpetually recyclable state upon the introduction of water—numerous varieties of foundry sand were tested for their suitability. In addition, manufacturing and toxin regulations for use in restaurants and private households required consideration, material and labour time was calculated for production and distribution and an eco-friendly, sturdy and appealing packaging was designed.

based on a highly complex system of successive rituals of religious origin. To make the ceremony more accessible to the general western public, she developed a guidance system from electro-luminescent foils to steer laypeople through the elaborate process.

DIReCT COMBINATION Herrmann Klöckner, one of the project group’s supervisors, retaliated with a radical stipulation: the final outcome should cost no more than one euro. Furthermore, he asked, what would happen if tea bag and scrollbar were actually combined? This new challenge only spurred Maidl on and lead to Temae: a tea bag


process

163 with a steep-time-display. The DeJanja Maidl – www.janjamaidl.de demonstrate just how much work Synidea Ag – www.synidea.com sign Reaktor Berlin’s jury recomthe development process, from Kanzlei Zimmermann&Partner – mended the promising design— initial idea to successful product, www.zimpat.com its overall favourite—for further actually entails: the trademark development. In addition, patent application alone—from product attorney Dr. Steinbach, who was included from registration to product review to granting of a the very beginning, suggested a patent applica- patent—can take years and cost several thoution. Just a few weeks later, both designer and sand euros. Agreements with the industry, UdK submitted the Temae principle to the ger- moreover, require detailed market research, man Patent Office for review. Shortly thereaf- discreet establishment of contacts and profester, Temae received the Campus Prize 2007 at sional negotiations at the board level. Contracts Ars electronica—for a purely analogue product require legal review and the different interests with a digital conceptual background. of designer, university and business deserve equal consideration. In mass manufacturing POTeNTIALS AND PROCeSSeS calculations, cost variations of a few tenths of Temae was one of the first designs to come out a cent can make the difference. of the Design Reaktor Berlin that was selected Still, Temae has the potential to overcome for commercial marketing. The following steps all of these hurdles one by one.

W

ith the Music Drop, Noa Lerner wanted to create a gift—a personal and valuable moment to be passed from one person to another. This miniature MP3 player materialises a single song, poem or message. To this end, the Drop plays its content just once— for the selected listener only.

Music Drop Just Once —> Prozess, P. 100

Midem in Cannes. In February 2008, the New york Museum of Modern Art displayed the Music Drop as part of its exhibition “Design and the elastic Mind” and in May 2008, the product received the UdK Berlin’s prestigious Karl Hofer Prize.

FURTHeR DeVeLOPMeNT The original draft, the product of an earlier workshop called “Luxury,” was refined in the Design Reaktor Berlin. In collaboNoa Lerner Fast Part Kunststoff-Technik gmbH – ration with small and mid-sized www.fastpart.de businesses, a relatively advanced Britze electronic – prototype—as opposed to a brand www.britze.de Kanzlei Schwarz Kelwing new idea—was prepared for proWicke Westpfahl – duction by means of technical www.skskw.de guidance and support. Pending tasks include registration of an PROMISINg international patent, research on A truly extraordinary product eco-friendly battery alternatives emerged from the combination and the concept of an unlimitedof this creative-medial approach playback model that retains the and the necessary technical inMusic Drop’s original premise— novation of a tiny MP3 player uniting energy playback of a single song—via clearly defined source, data storage medium, playback mecha- storage limitations. These items are now being nism and speaker in one device. Shortly after extensively analysed in cooperation with legal, its introduction, the Music Drop prototype was financial, technological and marketing experts chosen as the world’s second-best innovation to ensure that one day in the near future the at the leading international music trade fair, Music Drop will be marketed across the world. The Music Drop turns digital data’s endless reproducibility into the opposite: providing the luxury of one-time playback—an irreproducible moment—it counters the online world’s permanent availability. Here, the digital recording has the same quality as a live concert: it is unique and cannot be repeated.


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F

rom initial idea to productionready product with international distribution: It took the Nola lamp just one year to join the roster of Anta, one of germany’s best-known manufacturers of designer lamps.

Nola Lampless Light —> Prozess, P. 104

DRAFT AND CRITIQUe Two steps forward, one step back—every phase of development comprised moments of rethinking existing elements and devising new approaches. The first expert jury extensively criticised the original Nola draft, sketched by Lars Dinter as part of the “Potentials” project workshop led by Mark Kwami. What remained after this first critique was the idea of an indirect LeD illumination without a visible lamp. The second prototype convinced the jury and brought Dinter together with Anta Leuchten to explore the potential of further development.

pared in cooperation with the metal spinning company Bräuer, complying with all requirements of serial production. Of particular importance were: electrical safety tests, durability, transport properties, surface quality and, above all, manufacturing costs.

PRODUCTION RUN AND AWARDS In the end, the original idea of using LeD technology had to be abandoned due to cost constraints. The original Nola deLars Dinter – www.larsdinter.de sign would have disrupted AnMetalldrückerei Bräuer – ta’s price structure and missed www.hugo-braeuer.de its primary target group. Here, Anta Leuchten – www.anta.de too, Lars Dinter found a clever Moormann – www.moormann.de alternative in halogen technology without compromising on function or aesthetics. Moreover, falling prices improve the chances of a future LeD version; it might even come to market as early as next year. Shortly after its public launch, Nola received ALL IN THe DeTAIL the distinction “Light of the FuWhat followed was a period of intensive work ture 2008” from the german Design Council and on the details. Additional prototypes were pre- the Frankfurt Fair.

A

spaceship on a reconnaissance mission to an unknown planet is forced to make a crash landing. All energy cells are lost; rescue seems impossible… Thomas Hiemann’s family game, 3D Lab, might start off with a bang, but all is not lost for its spacefaring players! The pressing mission: collect the lost energy cells to enable a safe return. Who will find the quickest route through these contorted channels? Based on this initial game idea, Thomas Hiemann devised and refined a marketable design within the framework of the Design Reaktor Berlin.

3D Lab A Planetary Playing Field —> Prozess, P. 108

Thomas Hiemann Synidea Ag – www.synidea.com Zimmermann&Partner – www.zimpat.com

DeSIgN PATeNT AND gAMe IDeA The initial draft met with encouraging feedback in first two rounds of jury review, though its market potential was not recognised. Nonetheless, Dr. Steinbach, the Design Reaktor Berlin’s patent attorney, recommended registering the three-dimensional game board for a patent. During the following development phase, Hiemann experimented with the technologies of various UdK facilities for designing the game elements. In the end, he chose a multiplicity of CNC routed rotatable units, various game pieces and two deep-drawn semi-spheres.


process

165 INDUSTRy FeeDBACK AND INTeReST Despite the initial jury reservations, the idea quickly became a success story: The marketing experts working in cooperation with the Design Reaktor Berlin choose 3D Lab as a potential candidate for large game manufacturers. Once the design patent had been granted and a cooperation agreement had been signed by the designer, the UdK, the project management

BRITZe At the end of the process, a camera examines each circuit board and x-rays the conducting paths and cavities to determine whether all coatings and boreholes are in order. The company manufactures the circuit boards in small batches. The templates for the digital circuit boards are created by manual labour. The material is exposed by analogue means, placed in electroplating baths for coating and then drilled. yet for the final test, a staff member sits next to the camera to assure with his own two eyes that nothing has gone wrong.

and the consultants, the game met with great interest by international game manufacturers. Nonetheless, patience is a necessary virtue—in the game industry, it usually takes two years between signing a contract and market launch. Thomas Hiemann, however, refuses to be idle: together with the Design Reaktor Berlin, he recently registered a design patent for yet another challenging game.

KMU Small and mid-sized businesses —> Prozess, P. 66

NOVAK SIeBDRUCK The actual process consists of the short squish-squash of the scraper pressing colour through the screen. This is preceded by the sound of the compressor sticking papers or foils to the subsurface. Indeed, all previous steps lead up to this squish-squash moment—the creation of the print, the exposure of the screen, the choice of colour, paper or foil. A dance around the machine in the middle of the room, which then goes squish-squash! MIeDeR MANUFAKTUR Three sewing machines behind a shop window. A staff of three: a boss, an apprentice and an intern—the hierarchy barely noticeable. A dummy. A clothing rack. A multitude of materials. glassy gemstones, sequins, ribbons and buttons of all shapes and sizes; tiny fabric roses, braided

ribbons, metal spirals, ruches, silks and laces. There must be at least five layers of fabric to ensure that the bodice will hold. At the beginning of the 20th century, with the great era of the corset drawing to a close, whalebone was replaced by spring steel ribbons as a support mechanism.

WORKSTATION The large table is not only where measurements are made and materials tailored, but also where the staff figure out what actually works. Truth be told: most things do not. Neoprene and rubber are, after all, special materials that require precise and unique processing to ensure that the seams and glue hold almost indefinitely; many of the surfaces need to be waterproof. Nevertheless, beyond water and surfing, the company’s best-selling article is a fitness outfit called Vacunaut. MONDO PASTA Noodle nests emerge from nozzles. Pasta slings are looped by hand. And Berlin restaurants love the egg noodles. What sets them apart from regular pasta? The freshness of the eggs! At the time of print, Mondo Pasta has no dedicated showroom for direct sales to gourmands, a growing section of the population. yet if they had one, it would be covered in pasta, back to front—pasta has more uses than mere culinary delights: lamps, partitions, provisional screens and entire walls could be shaped out of this tasty treat.


english translation

166 DReCHSLeReI HeIDeR It smells like resin and wood chips; there is dust everywhere. The inventory takes up half the headquarters of the turnery processing local wood: turned pieces on one side, rough cuts on the other. A single clasp and a piece of wood joins the turning lathe, transformed into a curved newel by painstaking handicraft. FRANCIA MOZZAReLLA Located behind Tempelhof Airport, right in the centre of town, the cheese manufactory announces itself with the same sweet-sour smell that emanates from all dairy businesses. While its fresh butter sells throughout germany,

many of its other output—including ricotta and mozzarella—finds its way to Italy, home to the company’s official headquarters. QUADRATFUSS Two rooms filled with leather. Two people—a man and a woman—who run the small company. While the front room houses the label’s collection, a selection of clothing, bags, belts, gloves and jewellery, the back room is reserved for sewing, cutting and glueing. Both rooms are also used for storage. Barely an animal is missing from the eclectic selection: from ostrich to kangaroo, from common cow to outlandish skate.


FeedBacK

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FeedBacK T

he Design Reaktor Berlin’s success far exceeded initial plans and expectations; the project resonated strongly with businesses, universities and the public alike. It quickly became clear that the Design Reaktor had hit a nerve—despite the fact that it was a first-time trial run, that many of the associated ideas were not ready for implementation and that the project itself still exists in something like a research and development stage.

OVeRVIeW

exHIBITIONS The Design Reaktor Berlin was invited to present its project at nu—> resonAnz, P. 113 merous events including, among others, the Ars electronica in Linz, the Federal Chancellery’s Open Day and the UNeSCO general Assembly in Paris. It was also introduced in the context of the Federation of german Industries’ (BDI) initiative “Innovation Strategies and Knowledge Management” as well as the 6th german Design Conference. At the Tent London Festival design initiaPReSS tive Create Berlin showcased six The project enjoyed extensive projects from the Design Reakmedia coverage—including, for tor Berlin as part of its “20 years example, in the financial secof Berlin Creativity” exhibition. tion of Berlin’s daily newspaper Furthermore, the project was Der Tagesspiegel (27 July 2007); featured in several lectures at, in a special edition of marketing for example, the Design in Handitrade journal Absatzwirtschaft craft Conference in Luxemburg, and in the design issue of busithe “Innovation Habitat—Berlin ness magazine brand eins (# 12, Charlottenburg at Work” panel, 2007). The summer edition of the DMy Design Symposium and London-based magazine Monocle also men- the Laboratory for entrepreneurship at the tioned the Design Reaktor Berlin as part of its Free University of Berlin. Berlin Special. AWARDS COOPeRATIONS A considerable number of individual projects The project also engendered a wide range of received awards. Hanna Wiesener and Magdalecontacts to the most diverse institutions. To- na Kohler received the Designpreis Halle 2007 gether with ipal, the patent exploitation agency for their voice-knit collection Trikoton, while of the Berlin universities, a project application Noa Lerner got two awards for her Music Drop: was filed. Based on the Design Reaktor Berlin, the UdK’s Karl-Hofer-Preis 2007 as well as the the UdK and the Technical University of Berlin runner-up award for global innovation at the (TU) established a joint project studio in early international music trade fair Midem. Janja 2008. Structures for further cooperations are Maidl’s Temae teabag caused a stir at the Ars currently under development. electronica Campus 2.0 and Lars Dinter received the distinction Lights of the Future 2008 for his Nola lamp, awarded by the german Design Council and the Frankfurt Fair.


english translation

168 Thanks to the project, I learned more this semester than in any previous semester. At least for me, the close cooperation with the businesses proved far more efficient than a normal university project.

QUOTeS —> resonAnz, P. 118

additional decisions might affect the design. I was favourably impressed. We would happily do it again if the next round of students showed an interest in our craft. Any time. Thomas Bräuer, Hugo Bräuer Metallwaren

Liran Levi, Student

I find myself caught between all these deadlines and templates that require completing. I was always behind time and barely getting around to the actual designing. elisabeth Warkus, Student

The project forced us, at the university, to revisit the question of what a cooperation with business really entails. For a long time, we had some great reservations. The Design Reaktor Berlin introduced the businesses to the advantages of a university—and vice versa. Ideas were developed in collaboration and drew on the expertise of either side; it became clear that there is scope at the university for injecting new impulses into the economy based on its normal operations as well as its lateral-minded ones. Prof. Martin Rennert, President of the UdK Berlin

The interdisciplinary Design Reaktor Berlin project demonstrated how important the design factor is for innovation. In the long run, I hope that the design industry and the topic of design in general will receive more political attention and resources. I also hope that the second phase of the Design Reaktor—the interdisciplinary transfer and distribution platform—will be realised soon. In this second phase, the Design Reaktor Berlin should get its own home. A place where the most diverse skill sets come together, where synergies emerge and experimentation is possible. This should be accompanied by a solid organisational structure, a team and a subsidiary network of collaboration partners from all sectors to give the project a permanent future— for the idea behind it is simply brilliant. Tanja Mühlhans, Senate Administration for economics, Technology and Women’s Issues

every now and then, I would personally monitor the project on site—out of curiosity, but also out of a thirst for knowledge about how things were proceeding, how it would all end and how

I found the collaboration a complete delight. It was a truly refreshing experience for me because over the last few years we had relatively little contact to the younger generation. The students came up with completely new ideas, many of which were quite technical; we marvelled at the possibilities of lampshades and illumination. I would do it again immediately because I, too, benefited from this collaboration with young people, accepting their ideas and contributing my experience. Marina Bachert, Lampenschirme Bachert

It would have been great to have an entire year for the project. There was too little time for everything. Maybe this taught me something about better scheduling. Nadine Henche, Student

It was great that the project put us in touch with the businesses, supported by the university. I found these contacts—and the responses—very exciting. This is something I should have explored much sooner. Come to think of it, I had never collaborated with a real business before. Marlene Schäfermeyer, Student

The Design Reaktor Berlin is more than just a UdK pilot programme. I know of no other university project in all of germany that has a similar commercial reach. Here, close cooperation with the market and a great deal of personal effort go into the pursuit of a concept that I would say: yes, the market needs it! This concept should be expanded—at all universities and in particular at the other Berlin universities. They produce so many great ideas, but up to now, the Design Reaktor is the only mechanism for quickly promoting those ideas—that is, before the market opportunities disappear again. All too often, something is developed at a university and promoted in terms of a traditional


FeedBacK

169 marketing strategy. The result: it comes to nothing or it is shelved indefinitely. Strategic windows do not stay open forever. you have to go straight for the market’s commercial docking

"It is not so uncommon for craftsmen and designers to sometimes cross paths; what is interesting about the Design Reaktor Berlin project at the Berlin University of the Arts is the timing—it takes place when the prospective designers are still students. Here, the craftsmen do not serve as assistants to graduated designers at the manufacturing sites of their future contractors, but rather during the very first development phase of a future product at the site of the artisans’ own businesses and with both parties working at eye level."

sites and say: yes, this is our proposition and we can adapt it in such a way that it becomes market compatible. Helmut Prahl, Management Consultant, Synidea

PReSS CLIPS —> resonAnz, P. 120

Iris Braun in “Design Reaktor Berlin”, Designthemen, www.goethe.de, Mai 2008

"The journey being an end in itself is a platitude faced not only by bag manufacturer Freitag, but by any strategic implementation. At Design Reaktor Berlin, however, this saying becomes a method instead of a stumbling block. The true skill lies in playing the ball upfield—even when we do not yet know where it might be heading." Rahel Willhardt in “Design mit Schlagkraft”, Absatzwirtschaft, October 2007

"To be perfectly clear: the Design Reaktor Berlin does not promote operative time- and financedriven project management, but rather strategic design management—something that works beyond linearity and steers creativity towards marketability. In order to achieve this goal, it requires strategy, sustainability, charisma, ingenuity, intuition and wisdom …" Rahel Willhardt in “Design mit Schlagkraft”, Absatzwirtschaft, October 2007

"'The Design Reaktor is not about short-term sales success, but rather experience processes and repositioning,' according to Kufus. 'It is all about smoking heads rather than smoking chimneys.' Not to forget the injection of ideas from research and development into areas where everyday business tends to rule." Katharina eulenburg in “Brodelnder Kessel”, Berliner Tagesspiegel, July 2007

"In order to be inspired, you first need the right environment. Bike rides might help, but highperformance workshops are even better. The Design Reaktor Berlin demonstrates the wealth of ideas that transpire when many different people work together under pressure, sharing the knowledge of their individual disciplines and collaborating on tasks that provoke lateral thinking. Here, designers not only draft at their desks, but head out to the field to discover new perspectives by interacting with artisans, materials and traditional manufacturing methods." Stefanie Dörre in “Möbel für morgen”, tip-wohnen, March 2008

"Whether or not widely distributed design services—free for the businesses—will permanently boost regional market relations between designers and businesses is debatable. The outcomes do not establish a matrix for the design management of the KMUs, but the elaborate project demonstrates how research and development initiatives between university and business in the realm of product development can employ interconnected organisation in the future." Birgit Bauer in “Im Osten was Neues”, Design Report, July 2008


english translation

170 "In the Reaktor experiment, Kufus hopes to shift traditional roles as much as possible. Neither should the design students spruce up the products of the craftsmen, nor should the handmade pieces serve as mere manufacturing

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adjuncts to the designers’ bold concepts. Both sides were called upon to contribute their skills and expertise to something entirely new, something emerging from this cooperation for the very first time." Andreas Molitor in “Denkende Hände”, brand eins, December. 2007

n addition to creating a corfrom the pigmented binding CIRCLe BOOK porate design and website for core onto the individual pages, it the Design Reaktor Berlin, Fons emerged partly from the core it—> resonAnz, P. 124 Hickmann’s class and Peter Bünself, partly from two-dimensional nagel also developed two creative printed blocks. Akin to a colourconcepts for a publication. Let us coded energy field, the contents look at one of the results: a circonverge in the book’s core with cular book. a yellow colour gradient of varyFlat on the ground, the circuing strength differentiating the lar book might look like any othindividual sections. Here, the er book. Standing up, its pages information usually found on a spread apart to form a cylinder. book’s spine—title, publisher and Without a distinct front or back ISBN—are located on the book’s cover, they join in a circle, bound outer edges. As any page can beto a cylindrical core. emphasiscome the front page, the book ing the circular character within could be shipped and displayed in the book’s structure itself, angle a transparent sleeve with a differmeasurements from zero to 360 ent “cover” every time. degrees replaced regular page numbers. Thus, In the end, the concept of a circular book was the circular book becomes object and concept in not used for this particular publication. The one. A striking round block when standing up, project management decided not to reflect the it can be read like any other book when placed concluding documentation in its own corporate flat on a table. design, but rather consider the processes and yellow, the colour of the Design Reaktor Ber- outcomes from a greater distance and an outlin, marked the navigational elements: radiating side perspective.


products

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products

MUSIC DROP —> inner Cover, P. 1

Music in the guise of a drop that fits neatly into the ear. A drop that comes in two distinct varieties: interface and music-turned-object. The former stores music as data in the familiar form of digital media—it can do more, but is less. It may be loaded, deleted, overwritten and played. As a music object, on the other hand, the drop represents a return to the almost forgotten idea of materialised sound. In this guise, each drop plays only one song and only once—its own sound, singular like a single. DUNe —> inner Cover, P. 2

From ashtray to sand castle. “Alternate sand,” or so the designer calls the extra sand included in the Dune packaging—mulch for the ashes. In use, the sand castle slowly loses its pressed shapes and eventually begins to crumble. Not structured for eternity. A modern version of an image of vanity. ephemeral to the core, the ashtray resembles the cigarette— including the health warning on its package—and accompanies its inevitable disintegration. Under water, everything falls apart. gARDeN gUN 5.1

is detached, only displaced. A horse jumps, a glass jumps, jump away, shatter. The garden gun is not the first object-turned-metaphor for the power of water. Those who have faced a water cannon will be all too familiar with the wet violence of the high-emission water gun. Objects of this type give material form to a concept. Their practical value? The meaning of a word lies in its application. TRIKOTON —> inner Cover, PP. 4–5

In the digital realm, everything boils down to the same: 0 and 1. And yet, the information that ends up as small blue marks on the sweaters starts out as sound. each chain of referenced data has two sides: a closed one and an open one. The closed chain arises from the open one; it shows the front end. A voice is recorded, digitised, loaded into the machine as a data set and then stitched as a pattern. However, there is also a back end, for the transfer is not pre-determined. It encompasses everything that contributes to the fact that the final piece looks the way it does: blue on grey, square points, a sweater, a scarf. The result is a piece of clothing that tells a story whose other end one might have heard.

—> inner Cover, PP. 3–4

Blast the garden! Old High german: to blast, transitive derivative of to jump; in fact, to make jump. even the derivation of the word hints at its ambiguity: nothing

HASSO & FRIeNDS —> inner Cover, PP. 6–7

Pets as fashion victims: the story continues. Louis Vuitton was among the first to conquer the


english translation

172 canine realm with accessories ranging from tiny ribbons to fashionable transport bags. However, nobody paid attention to the sick dogs that, in their misunderstood suffering, needed help most. Does Hasso & Friends provide relief from canine woes? No, a sick dog sporting a printed leather collar will suffer just as much as one without it and both remain insensitive to the fashion distinctions that so many labels seek to impose. All brands are not alike and the best corporate identity does not leave a decent piss mark. yet if healthy dogs are being humanised by non-canine labels, why should the sick ones be deprived of this treatment? VON SKALP —> inner Cover, PP. 7–8

In 1706, the governor of Pennsylvania offered 130 pesos for the scalp of every Native American male over the age of 12 and 50 pesos for every female scalp. A confirmation of murder for

white colonial administrators or, worn by the Indians, coveted trophies or adornments. For those scalped, it made little difference. Who poached the scalping practice from who remains a hotly debated question. The return of leather and hair as accessories, though, is definitely a Native American custom. Scalp in name alone, von Skalp’s collection reflects the last relic of human inhumanity in skate leather, blackened silver and real hair. eLeCTRONIC RULeR —> inner Cover, P. 10

A glow in the wood. Veneered digital numbers. A ruler for more than just measuring, but also for making measurements. Draw a line along its edge, touch a concealed button and read the length of the line off its surface. A memorable image: the singular opposition between the oldest material, wood, and the digital digits radiating out from the grain.


Der Design Reaktor Berlin hat eine experimentelle Kooperation zwischen Wirtschaft und der Universität der Künste initiiert. In einem offenen Arbeitsprozess treffen kreative Strategien auf klassische Herstellungsverfahren, so dass beide Seiten sich gegenseitig befruchten. Design-Studenten entwickeln mit kleinen und mittleren Unternehmen in Berlin neue Produkte und erarbeiten parallel dazu mit Hilfe externer Partner Konzepte der Vermarktung. Die vorliegende Publikation zeigt, mit welchen Werkzeugen und Methoden das Projekt umgesetzt wurde, sie stellt Ergebnisse und Beteiligte vor, hält Resonanzen fest und blickt voraus auf die Möglichkeiten, die der Design Reaktor Berlin eröffnet.

KMU-RECHERCHE

2007

Februar

ISBN 978-3-89462-166-7 www.design-reaktor.de

B TR B

PR DU E WIC LU VE W TU KO N TIO

Das Projekt Design Reaktor Berlin wurde durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) vom Berliner Senat für Wirtschaft, Technologie und Frauen kofinanziert.


MMU IKA N

WORKSHOPS

R ER NG

KMU-EINLADUNG

O KT NT K NG

April April

M채rz M채rz

E IE E


Mai Mai

B TR B 400 IDEEN

PR DU E WIC LU

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JURY 1

EXPERTENGESPRÄCHE EXPERTENGESPRÄCHE HOCHSCHULE UND MARKT HOCHSCHULE UND MARKT

RR ER ER NG NG

MMU MMU IKA IKA N N

103 MACHBARKEITSSTUDIEN

EXPERTENGESPRÄCHE EXPERTENGESPRÄCHE DESIGNMANAGEMENT DESIGNMANAGEMENT

O O KT KT NT NT K K NG NG


Juli Juli

Juni Juni

PR PR DU DU EE WIC WIC LU LU

VE VE W W TU TU

EXPERTENGESPRÄCHE EXPERTENGESPRÄCHE ERFOLGSFAKTOREN IM EINZELHANDEL ERFOLGSFAKTOREN IM EINZELHANDEL

55 PROTOTYPEN

KMU-TREFFEN

BB TR TR BB

CI-ENTWICKLUNG CI-ENTWICKLUNG

KO KO N N TIO TIO


RR ER ER NG NG

PRESSE PRESSE

MMU MMU IKA IKA N N

JURY 2

O O KT KT NT NT K K NG NG

RUNDGANG UDK

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September September

August August

BB TR TR BB

SHOP SHOP

DEUTSCHE DESIGNDEUTSCHE DESIGNKONFERENZ KONFERENZ

KO KO N N TIO TIO

HANDOUT HANDOUT

TAG DER OFFENEN TÜR BUNDESKANZLERAMT TAG DER OFFENEN TÜR BUNDESKANZLERAMT

VE VE W W TU TU

14 WEITERENTWICKLUNGEN

PR PR DU DU EE WIC WIC LU LU


RUNDBUCH RUNDBUCH

PRESSE PRESSE

VORTRAG VORTRAG „CULTURAL „CULTURAL ENTREPRENEURSHIP“ ENTREPRENEURSHIP“

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