Schulblatt 3 2016

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Kanton Zürich Bildungsdirektion

Schulblatt

3/2016

Vom Wissen und Können

Abschied

Martin Wendelspiess blickt zurück

Studienwahl

Auseinandersetzung mit der eigenen Zukunft

Maurerin

Bei Wind und Wetter auf der Baustelle

Was Kompetenzorientierung für die Schule bedeutet


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12 Magazin 4

Meine Schulzeit Christian Amsler, Präsident D-EDK

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Im Lehrerzimmer

Schuleinheit Neubühl in Zürich Wollishofen

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Persönlich

Joy Schuurmans Stekhoven will mehr Frauen an die ETH bringen

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Bildungsdirektorin

Silvia Steiner ist überzeugt vom neuen Lehrplan

Fokus: Vom Wissen und Können 12 Im Gespräch

Lernprozesse werden immer wichtiger, sagt Dieter Rüttimann

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Volksschule

Selbstständigkeit wird an der Schule Dietlikon ­grossgeschrieben

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Mittel- und Berufs­ fachschulen

Kompetenzorientierung ­gehört zum Alltag

Volksschule 24 Abschied

Martin Wendelspiess blickt auf 38 Jahre Volks­ schulamt zurück

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Flüchtlingskinder

Wie die Gemeinde Bauma Schulkinder aus Syrien und dem Irak integriert

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Stafette

Die Primarschule Vogtsrain setzt auf «PFADE»

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Grundkompetenzen

Jetzt werden die Bildungsziele in Mathematik überprüft

33 Schulblatt Kanton Zürich 3/2016 Inhalt

Bildungsdirektion: www.bi.zh.ch Generalsekretariat: 043 259 23 09 Bildungsplanung: 043 259 53 50 Bildungsstatistik: www.bista.zh.ch Volksschulamt: www.vsa.zh.ch, 043 259 22 51 Mittelschul- und ­Berufsbildungsamt: www.mba.zh.ch, 043 259 78 51 Amt für Jugend und Berufsberatung: www.ajb.zh.ch, 043 259 96 01 Lehrmittel­ verlag Zürich: www.lehrmittelverlag-zuerich.ch, 044 465 85 85 Fachstelle für Schulbeurteilung: www.fsb.zh.ch, 043 259 79 00 Bildungsratsbeschlüsse: www.bi.zh.ch > Bildungsrat > Beschluss­ archiv Regierungsratsbeschlüsse: www.rrb.zh.ch

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In Kürze

Titelbild: Dieter Seeger

Wichtige Adressen

Impressum Nr. 3/2016, 13.5.2016

Herausgeberin: Bildungsdirektion Kanton Zürich, Walcheplatz 2, 8090 Zürich Erscheinungs­ weise: 6-mal jährlich, 131. Jahrgang, Auflage: 19 000 Ex. Redaktion: reto.heinzel@bi.zh.ch, 043 259 23 05; jacqueline.olivier@bi.zh.ch, 043 259 23 07; Sekretariat schulblatt@bi.zh.ch, 043 259 23 14 Journalistische Mitarbeit an dieser Ausgabe: Walter Aeschimann, Iwona Eberle, Andreas Minder, Sophia Siegenthaler, Charlotte Spindler Abonnement: Lehr­ personen einer öffentlichen Schule im Kanton Zürich können das S ­ chulblatt in ihrem ­Schulhaus gratis beziehen (Bestellwunsch an Schulleitung). Bestellung des Schulblatts an Privat­adresse ­sowie Abonne­ment weiterer ­Interessierter: abonnemente@­staempfli.com, ­ estaltung: www.­bueroz.ch 031 300 62 52 (Fr. 40.– pro Jahr) Online: www.schulblatt.zh.ch G Druck: www.staempfli.com Inserate: inserate@staempfli.com, 031 767 83 30 ­Re­daktionsund ­Inserateschluss nächste Aus­gabe: 26.5.2016 Das ­ nächste Schulblatt erscheint am: 1.7.2016


26 Mittelschule 36

Berufs­bildung 42

Wie Schüler bei der Studien- und Berufswahl ­unterstützt werden

Für die Berufslehre an die ETH oder die Uni

Studien- und ­Laufbahnberatung

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Schulgeschichte(n)

Kantonsschule Limmattal in Urdorf

41

In Kürze

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Amtliches

Hochschulen als Lehrbetriebe

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44

Kurse und Module

Maurerin EFZ

Stellen

Berufslehre heute

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Lehrstellenkonferenz Der Lehrabschluss unter der Lupe

Weiterbildung

Klassenführung kann man lernen

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schule & kultur

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Agenda

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Reto Heinzel

Die Redaktion freut sich über Reaktionen auf das Schulblatt: reto.heinzel@bi.zh.ch, jacqueline.olivier@bi.zh.ch

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Editorial

Im Kanton Zürich wird in den kommenden Monaten viel über den Lehrplan 21 diskutiert und geschrieben werden. Die im April gestartete Vernehmlassung im Kanton Zürich bietet dazu reichlich Gelegenheit. Ein Wort wird mit Sicherheit immer wieder auftauchen – Kompetenzorientierung. Es ist einer der ­zentralen Begriffe im neuen Zürcher Lehrplan 21 und steht für Lernziele, bei denen nicht nur das Wissen, sondern auch das Können eine Rolle spielt. Doch was bedeutet Kompetenzorientierung für Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler? Damit beschäftigen wir uns in diesem Heft. Wir ergründen, welche grundsätzlichen Überlegungen hinter diesem didaktischen Ansatz ­ ­stehen, ob es sich um einen Paradigmenwechsel oder um die Weiterführung von Bestehendem handelt. Zudem berichten wir, wie kompetenzorientierter Unterricht konkret aussehen kann. Dabei beschränken wir uns nicht nur auf die Volksschule, sondern gehen auch der Frage nach, welche Bedeutung dem Begriff in der Berufsbildung und im Gymnasium zukommt.  

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In Kürze


Meine Schulzeit

«Dann und wann eher zu brav» Fünf Fragen an Regierungsrat Christian Amsler, Präsident der D-EDK

Christian Amsler (52) ist Vorsteher des Erziehungsdepartements des Kantons Schaffhausen. Der FDP-Politiker ist Vater von drei Kindern und präsidiert die Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz (D-EDK). Vor seiner Wahl in den Regierungsrat im Jahr 2009 war der ausgebildete Pädagoge Prorektor der Pädagogischen Hochschule Schaffhausen (PHSH).

Wenn Sie an Ihre Schulzeit denken, was kommt Ihnen als Erstes in den Sinn? Spezielle Lehrpersonen, gute Freundschaf­ ten und besondere Momente im Schul­ alltag. Etwa, als uns der Physiklehrer mit Pfeifenrauch, den er in unsicht­ bare Laser­strahlen blies, ins Thema Optik einführte. Vieles verblasst aber auch und kommt nur noch gelegentlich an die Oberfläche zurück. Welcher Lehrperson geben Sie rückblickend die Note 6 und warum? Karl Isler, mein Primarlehrer in der Mittelstufe, hat mich enorm gefördert mit seiner ansteckenden Freude an Geografie, Geschichte und handwerklichem Arbeiten und vor allem mit seiner steten Offenheit gegenüber Neuem. Später war ich dann als Lehrerstudent sogar bei ihm in einem Praktikum. Inwiefern hat Ihnen die Schule ­geholfen, Bildungsdirektor des ­Kantons Schaffhausen und Präsident der D-EDK zu werden?

Selbstverständlich hat mich die Schule stark geprägt. Auch als Bildungsdirektor habe ich ja täglich mit Schule zu tun. Ich war eigentlich immer ein recht guter und fleissiger Schüler, dann und wann aber wohl eher zu brav. Ich glaube aber auch, dass man den Stellenwert der Schule allein nicht zu hoch einschätzen sollte für den eigenen biografischen Weg. Hier spielen noch viele andere Faktoren mit wie Prägung, eigener Wille, gesellschaftliches Umfeld und wohl auch der liebe Zufall. Was ist das Wichtigste, was Kinder heute in der Schule lernen sollten, und warum? Im Schulgesetz des Kantons S ­ chaffhausen steht der Satz: «Gute und glückliche Menschen heranzubilden ist das Ziel unserer Erziehung. Die Schule fördert deshalb zusammen mit dem Elternhaus die sittlichreligiösen, verstandesmässigen und körperlichen Anlagen der Kinder.» Der Satz gefällt mir, obwohl er seit 1981 so dort steht. Ich glaube, dass es darum geht, den anvertrauten Kindern ein Fenster zur Welt zu öffnen – eine wunderbare, aber auch anspruchsvolle Aufgabe. Warum wären Sie eine gute Lehrperson – oder eben nicht? Tatsächlich war ich ja viele Jahre Lehrer, und dies mit viel Herzblut. Die Frage müsste man also meinen ehemaligen Schülerinnen und Schülern stellen. Bei meinen Schulbesuchen reizt es mich immer, wieder selber vor der Klasse zu stehen. Ja, ich spüre immer noch das päda­ gogische Feuer in mir, das kann ich auch gut in meiner Funktion als Bildungs­ direktor einsetzen.

Bildungs-Slang

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Ruedi Widmer, Cartoonist, interpretiert Begriffe aus Bildung und Schule – diesmal: Begabungsreserven


Im Lehrerzimmer

Schuleinheit Neubühl in Wollishofen Wo Lehrpersonen und (ausgestopfte) Tiere sich in der Pause ein Stelldichein geben

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Fuchs und Hase: könnten sich auf dem Areal der Schuleinheit Neubühl durchaus Gute Nacht sagen, die grosszügige Anlage am Stadtrand verfügt über viel Grün und schattenspendende Bäume. Zweigleisig: Neben der Regelschule – 1. bis 6. Klasse – und dem Kindergarten gehört auch eine Tagesschule zur Schuleinheit. Sie wurde vor 24 Jahren eingerichtet. Rund die Hälfte der insgesamt 160 Kinder besucht sie. Glasmenagerie: Auf einem Schrank im Lehrerzimmer grüsst der Fuchs von hoch oben den Hasen, der mit anderen ausgestopften Tieren in einer Vitrine steht. Openair-Unterricht: Durch die breite Fensterfront blicken die Lehrpersonen auf den eingeschossigen Trakt der Tagesschule. In der Stadt Zürich einmalig sind die umfriedeten Gärten, welche den Schulzimmern vorgelagert sind. Sie dienen dem Unterricht im Freien. Das war 1960, als die Schule gebaut wurde, der letzte Schrei in der Pädagogik. Rastlos: Der Schulleiterin Maya Peter bereitet der Reformeifer der heutigen Bildungspolitik etwas Sorge. Der Lehrplan 21, der neu definierte Berufsauftrag und die Tagesschule 2025 sind auch im Lehrerzimmer immer wieder Gesprächsthema. Stabil: sind hin­ gegen das fünfzehnköpfige Team der Lehrpersonen und die Mitarbeitenden der zwei Horte und des Hausdiensts. [ami]

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Fotos: Marion Nitsch


Persönlich

«Da wird Potenzial verschwendet» Joy Schuurmans Stekhoven, Studentin der Elektrotechnik, möchte mehr Frauen für technisch-mathematische ­Studiengänge gewinnen.

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Text: Walter Aeschimann  Foto: Stephan Rappo

In Mathe zu brillieren war «uncool». Wer «cool» sein wollte, musste in Philosophie, Geschichte und den Sprachen glänzen, er­ innert sich Joy Schuurmans Stekhoven an ihre Zeit am Literargymnasium Rämibühl in Zürich. Dies könnte ein Grund sein, warum sie zunächst vor allem in Englisch und Französisch punktete. Erst als ein neuer Mathematiklehrer die Theorie mit praktischen Beispielen veranschaulichte, wurde ihr Interesse wieder geweckt. Denn im Grunde war sie immer eine talentierte Matheschülerin gewesen. Das merkte sie bereits als Achtjährige. Ihr Vater stellte ihr damals gerne kleine Rechenaufgaben: «x – 7 = 0. Wie gross ist x?» Die richtige Antwort wusste sie spontan, sie hatte ein intuitives Verständnis für die Mathematik. «Das machte mir Spass und motivierte mich für den Unterricht in der Schule.» Heute ist Joy Schuurmans Stekhoven 20 Jahre alt und studiert im sechsten Semester Elektrotechnik an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich. Als es für sie um die Studienwahl ging, schwankte sie zwischen Philosophie und einem sogenannten MINT-Fach (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). Sie entschied sich «für eine Richtung, die Zukunft hat». Selbstbewusst und voller Energie erzählt sie, wie diese Zukunft aussehen könnte: In der Bio­ medizintechnik könnte sie neue Apparate entwickeln, fürs Internet neue Versionen, die Kommunikation brauche kleinere und komplexere Chips, die Solartechnik transparente Zellen, und die Regelungstechnik löse Probleme der Stromverteilung.

Das Selbstvertrauen stärken Von rund 400 Studierenden ihres Fachs sind etwa 12 Prozent Frauen. Die Tendenz sei zwar minimal steigend, was aber bei Weitem nicht genüge, wie Joy Schuurmans Steckhoven findet. Um mehr junge Frauen für ein Studium im MINT-Bereich zu motivieren, engagiert sie sich bei LIMES, der Frauenkommission des ETH-Fachvereins für Studierende in Maschinenbau, Verfah-

renstechnik, Informationstechnologie und Elektronik. Zurzeit ist sie Präsidentin. Gegen Ende des Jahres veranstaltet LIMES an der ETH jeweils einen Schülerinnentag. Rund 100 Mittelschülerinnen erhalten so die Möglichkeit, sich über mathe­ matisch-naturwissenschaftliche Studien­ gänge zu informieren und aktuelle Forschungsprojekte zu besuchen. Sie erleben beispielsweise, wie Geräte in der medizinischen Diagnostik eingesetzt werden, oder schauen Robotern beim Fussballspielen zu. Wenn die Besucherinnen sähen, wie Frauen in den Labors arbeiteten, erzeuge dies einen «positiven Rollenmodell-Effekt», sagt Joy Schuurmans Stek­ hoven. LIMES ist ausserdem im Rahmen von «ETH unterwegs» engagiert, einer Wanderausstellung, die an Schulen in der ganzen Schweiz über ein Studium an der ETH informiert. Dies allein genüge aber nicht, um den Anteil junger Frauen in MINT-Studien­ fächern signifikant zu steigern, meint die LIMES-Präsidentin, vielmehr müsste man auf verschiedenen Ebenen ansetzen. Zuerst bei der Förderung im Elternhaus. «Die Buben erhalten Legos, die Mädchen Puppen, die sie in Richtung Pflegeberufe lenken.» Das sei durchaus auch umgekehrt denkbar. In den Schulen, findet Joy Schuurmans Stekhoven, sollten Lehrerpersonen öfter technische Dimensionen in den theoretischen Physik- oder Mathe-

unterricht einbauen – etwa Radios auseinandernehmen oder Geräte basteln. Gerne erinnert sie sich an eine Technikwoche in ihrer Gymi-Zeit. Viele Schülerinnen könn­ ten ihre technischen Fähigkeiten nicht richtig einordnen, solche Themenwochen böten ihnen dazu die Gelegenheit. Mit ihrem Engagement will Joy Schuur­ mans Stekhoven das Vertrauen junger Schülerinnen in ihre eigenen Fähigkeiten stärken. Wer eine Begabung für die Technik und auch Freude daran habe, solle den Mut aufbringen, in einen entsprechenden Beruf einzusteigen. Immer wieder höre sie von Frauen: «Wow, das ist spannend, was du machst! Ich war auch gut in Mathe, aber ich hätte mir das nie zugetraut.» Das Selbstvertrauen könne auch durch kluge Kommunikation gefördert werden. Elektrotechnik offeriere eben nicht nur Berufe in Waffenfirmen, in der Auto- oder der Flugzeugindustrie, Sparten, die jungen Frauen womöglich weniger lägen. «Es gibt auch Chancen, in der nachhaltigen Energieerzeugungsforschung oder im Medizinalbereich tätig zu werden, wo etwa mit der Entwicklung von Herzschrittmachern Menschen geholfen werden kann.»

Naturwissenschaften «im Blut» Joy Schuurmans Stekhoven ist Holländerin, in der Schweiz geboren und aufgewachsen und hat kürzlich das Schweizer Bürgerrecht erhalten. Ihre naturwissenschaftliche respektive technische Begabung wurde ihr quasi in die Wiege gelegt. Die Mutter ist Physiotherapeutin, der Vater Inhaber einer auf Medizinaltechnik spezialisierten Firma. In der Freizeit besucht sie gerne Jazzkonzerte, hört Pink Floyd und debattiert bei Model United Nations – Veranstal­ tungen an Schulen und Hochschulen, an denen die Arbeit der Vereinten Nationen simuliert wird. Wie gerne sie immer noch rechnet, zeigt sie am Ende des Gesprächs: Wenn die technisch begabtesten Männer und Frauen einen technischen Beruf ergreifen würde, meint sie, müsste das ­ Geschlechterverhältnis bei 50:50 liegen. Stattdessen mache der Frauenanteil in technischen Berufen nur 10 Prozent aus. «Da wird unermessliches Potenzial verschwendet.»  

Die Kommission LIMES der ETH Zürich LIMES steht für «Ladies in mechanical and electrical studies» und ist die Frauen­ kommission des Akademischen Maschinen- und Elektro-Ingenieur-Vereins (AMIV), des Fachvereins für Studierende der Departemente «Maschinenbau und Verfahrenstechnik» und «Informationstechnologie und Elektrotechnik». Zu den von LIMES organisierten Veranstaltungen gehören der halbjährlich stattfindende Frauenabend für Studentinnen, der jährlich durchgeführte Schülerinnentag für Mittelschülerinnen sowie diverse Besuche in Ingenieurunternehmen. LIMES wurde im Januar 2012 gegründet und ist das erste Frauen­ netzwerk in den Ingenieurwissenschaften an der ETH Zürich. Das Präsidium wird jährlich neu besetzt. [red]  www.amiv.ethz.ch/limes


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Junge Frauen, die Freude an der Technik haben, sollten den Mut aufbringen, ein entsprechendes Studium in Angriff zu nehmen, findet Joy Schuurmans Stekhoven, Präsidentin der Kommission LIMES.


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Gesunde Ernährung ist für Kinder sehr wichtig. Das heisst für uns: frische, abwechslungsreiche und gesunde Menus kommen auf den Tisch. Aus hochwertigen Produkten. Und schonend zubereitet. Qualität mit Geschmack für Ihren Mittagstisch: So macht Kinderverpflegung allen Spass.

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Bildungsdirektorin

«Wir müssen den Blick in die Zukunft richten» Bildungsdirektorin Silvia Steiner freut sich über den neuen Lehrplan. Dieser erfinde die Schule nicht neu, sondern nehme das auf, was Kinder heute können müssten. Ziel bleibe, im Schulfeld für bestmögliche Rahmen­bedingungen zu sorgen. Interview: Reto Heinzel

«Der Zürcher Lehrplan 21 erfindet die Schule nicht neu.»

und mit ihr die Schule. Wir müssen un­ seren Blick in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit richten. Wo liegen die grössten Heraus­ forderungen? Die grösste Herausforderung und mein persönliches Ziel ist es, den Menschen, die im Schulfeld arbeiten, bestmögliche Rahmenbedingungen zu bieten. Am wichtigsten scheint mir, dass es motivierte und kreative Lehrerinnen und Lehrer gibt, die ihr Wissen mit Freude an die jüngeren Generationen weitergeben. Ich bin zuversichtlich, dass der Zürcher Lehrplan 21 zu diesem Ziel beiträgt.  

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dem schlägt der Bildungsrat eine mode­ rate Reduktion der Handarbeitslektionen vor. Diese sollen zur Stärkung anderer Bereiche wie beispielsweise «Medien und Informatik» eingesetzt werden. Mit der Streichung oder Anpassung des Artikels gäbe es künftig also mehr Spielraum zur Ausgestaltung der Lektionentafel. Gegner des Lehrplans bemängeln, die Kinder müssten künftig nur noch lernen, was mess- und überprüfbar ist. Damit verabschiede man sich vom Ziel einer umfassenden Bildung. Das Gegenteil ist der Fall. Der Lehrplan 21 berücksichtigt, was junge Menschen heute wissen und können müssen. Die Schule muss Fertigkeiten vermitteln, welche die Kinder später im Leben brauchen. Genau darauf zielt die Kompetenzorientierung des Lehrplans 21 ab. Es geht ja gerade nicht darum, jede Kompetenz in allen ­Details minuziös zu überprüfen. Der Bildungsrat hat entschieden, den Lehrplan 21 ab dem Schuljahr 2018/19 schrittweise einzuführen. Welche Weiterbildungen müssen die Lehrpersonen bis dahin absolvieren? In diesem Punkt sollen die Schulleitungen weitgehend frei entscheiden können. Es wird ein breites Angebot geben, das vom Volksschulamt mitfinanziert wird. Obligatorische Weiterbildungen sind aber vom Kanton nicht vorgesehen.

Die Volksinitiative «Lehrplan vors Volk» will den Kantonsrat über die Einführung entscheiden lassen. Was halten Sie davon? Ich bezweifle, dass der Kantonsrat das richtige Gremium ist, um die rund 550 Seiten des gesamten Lehrplans zu begutachten und zu diskutieren. Dafür braucht es ein Fachgremium wie den Bildungsrat. Dieser wird vom Kantonsrat gewählt. Was passiert, wenn die Initiative eine Mehrheit findet? Wird der ­Fahrplan zur Einführung des Lehrplans dadurch nicht gefährdet? Wir treiben die Arbeiten wie geplant vo­ ran, und zwar so lange, bis ein rechtskräftiger Volksentscheid vorliegt. Man darf nicht vergessen, dass viele Lehrpersonen bereits heute kompetenzorientiert unterrichten. Die Gesellschaft entwickelt sich

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Sie haben zusammen mit den Verbänden die Vernehmlassung zum Zürcher Lehrplan 21 eröffnet. Neben Befürwortern melden sich aber auch kritische Stimmen zu Wort. Bereitet Ihnen das Bauchschmerzen? Nein, überhaupt nicht. Ich bin begeistert vom neuen Lehrplan und zweifle nicht da­ ran, dass die Lehrpersonen dessen Vorteile schätzen werden. Mit dem Lehrplan 21 können wir den Harmonisierungsauftrag der Bundesverfassung erfüllen und gleichzeitig auf neue Entwicklungen in der Gesellschaft reagieren. Es ist mir wichtig zu sagen: Der Lehrplan erfindet die Schule nicht neu, sondern setzt eine Entwicklung fort, die sich in der Aus- und Weiterbildung bereits etabliert hat. Dass die Einführung nicht diskussionslos über die Bühne geht, ist klar. Die Schule ist heute stärker im Fokus der Öffentlichkeit. Da ist es normal, dass sich kritische Stimmen zu Wort melden. Der Kanton Zürich ist einer von wenigen Kantonen, die eine Vernehmlassung zum Lehrplan durchführen. Weshalb haben Sie sich zu diesem Schritt entschlossen? Für eine erfolgreiche Einführung des Lehrplans müssen wir mit dem Schulfeld eng zusammenarbeiten und die Diskus­ sion offen führen. Die Vernehmlassung ist ein Mittel, die Anliegen aller interessierten Kreise abzuholen und wenn möglich einfliessen zu lassen. In der Vernehmlassung wird ­gefragt, ob der § 21a des Volksschul­ gesetzes aufgehoben oder a ­ ngepasst werden kann. Um was geht es dabei? Hier geht es um die Handarbeit. Das Fach heisst neu «Textiles und technisches Gestalten». Diesem Umstand muss im Gesetz formell Rechnung getragen werden. Es geht aber noch um etwas anderes: Heute ist die Handarbeit nämlich das einzige Fach, das mit einer definierten Anzahl Stunden im Gesetz verankert ist. Dies will der Bildungsrat ändern. Künftig sollen alle Fächer gleich behandelt werden. Ausser-


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Fokus

Vom Wissen und Können

Mit dem Lehrplan 21 hält die Kompetenz­ orientierung Einzug im Schulzimmer. Kommt es nun zur pädagogischen Revolution? Mit­ nichten, sagt Fachdidaktiker und Schulleiter ­Dieter Rüttimann im Gespräch. Zudem zeigt ein Augenschein in Dietlikon, dass es schon jetzt Schulen gibt, die ihren Unterricht auf Kompe­ tenzen ausrichten. Und ein Blick in die Lehr­ pläne von Mittel- und Berufsfachschulen macht deutlich: Auch auf der Sekundarstufe II spielen Kompetenzen eine immer wichtigere Rolle.

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Fotos: Der Fotograf Dieter Seeger hat eine Primar- und eine Sekundarklasse der Schule Dietlikon begleitet.


Im Gespräch

«Es gibt kein K ­ önnen ohne W ­ issen» Dieter Rüttimann, Leiter der Gesamt­ schule Unterstrass, über die Vorteile des kompetenzorientierten Unterrichts und die Bedeutung von Lernprozessen.

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Interview: Reto Heinzel Fotos: Dieter Seeger

Herr Rüttimann, jahrzehntelang haben sich Lehrpersonen an Lernzielen orientiert. Jetzt sprechen ­plötzlich alle von Kompetenzen. Wird die Schule gerade neu erfunden? Keineswegs. Wir haben es vielmehr mit ei­ ner Weiterentwicklung bereits bestehen­ der Ansätze zu tun. Bei all diesen spielt neben dem Wissens- auch der Könnens­ begriff eine wichtige Rolle. Mit anderen Worten: Es geht nicht nur um Lerninhalte, sondern auch um die Strategie, wie ich mir Wissen aneignen kann. Dieser Grund­ satz ist schon im heutigen Lehrplan ange­ legt und hat auch in vielen Lehrmitteln seinen Niederschlag gefunden. Was heisst Kompetenz im Bildungs­ wesen genau? Grundsätzlich geht es um die Fähigkeit, Probleme in einem sozialen Kontext an­ gemessen und verantwortungsvoll zu lö­ sen. Im Idealfall kommt es zur Verbindung

von Wissen, Können und Wollen. Dieses Wollen ist für Lernprozesse von grösster Wichtigkeit. Die Lehrpersonen müssen einen Unterricht anbieten, der attraktiv, problemorientiert und mit spannenden Aufgaben gespickt ist. Der Unterricht soll den Kindern Lust aufs Lernen machen. Inwiefern unterscheidet sich der kompetenzorientierte Unterricht von der bisherigen Praxis? In den früheren Lehrplänen ist man von bestimmten Wissensstoffen ausgegangen und hat diese beschrieben. Daraus sind dann die Lernziele entstanden. Die gesell­ schaftliche Bedeutung des Wissens hat sich allerdings im Lauf der Geschichte dramatisch verändert. Während es zu Gu­ tenbergs Zeiten noch 300 Jahre dauerte, bis sich das Weltwissen verdoppelt hatte, sind es heute ungefähr zwei Jahre. Was bedeutet das für die Schule der Gegenwart?

Wir müssen uns folgende Grundsatzfrage stellen: Ist es richtig, dass wir den Schüle­ rinnen und Schülern immer mehr Wissen vermitteln oder sollten wir uns nicht viel­ mehr überlegen, wie sich dieses Wissen sinnvoll aneignen lässt? Die Frage nach der richtigen Strategie, nach dem Vor­ gehen, hat zweifellos einen ganz neuen Stellenwert erhalten. Eine oftmals geäus­ serte Kritik an Unterricht und Schule lau­ tet ja, dass das dort vermittelte Wissen «träge» und damit nicht in sinnvollen Kontexten abrufbar respektive nutzbar sei. Dabei sollte genau dies das Ziel eines jeden Lernprozesses sein: dass wir etwas nicht nur wissen, sondern auch anwenden können. Wann gilt ein Kind in einem ­Fachbereich Ihrer Meinung nach als kompetent? Es geht einerseits um das Denken, das Wissenschaftliche, um Sprache und Zah­ len, andererseits um die Fähigkeit des Ausdrucks. Kinder müssen lernen, mit Zahlen umzugehen, damit sie quantitative Probleme lösen können. In der Sprache müssen sie die Fähigkeit entwickeln, eine Erzählung zu verstehen und wiederzuge­ ben. Sie müssen aber auch in individuel­ ler Hinsicht kompetent werden, indem sie zum Beispiel eine persönliche Art des Ausdrucks entwickeln. Ein Sechstklässler sollte meiner Meinung nach über einen eigenen Schreibstil verfügen. Ich müsste erkennen können, dass es seine Texte sind. Auch müsste er einen eigenen Strich beim Zeichnen und eine eigene Art der Bewegung entwickelt haben – allesamt Formen des Ausdrucks, die wir bislang eher stiefmütterlich behandelt haben. Gibt es auch Nachteile eines ­kompetenzorientierten Unterrichts? Ich lese jeden Beitrag, der gegen die Kom­ petenzorientierung gerichtet ist. Falls sie – wie in den angelsächsischen Ländern – zu


Steins, der von einem hohen Turm fallen gelassen wird? Wir bilden dann zunächst verschiedene Hypothesen wie zum Bei­ spiel: Der Stein beschleunigt, er fällt mit konstanter Geschwindigkeit oder er wird langsamer wegen des Luftwiderstands. Danach suchen wir nach Möglichkeiten, wie wir dies mit einfachen Mitteln über­ prüfen könnten. Besonders geeignet ist der Blaue Turm in Zürich Oerlikon, wo wir dann Messungen mit unterschiedlicher Fallhöhe durchführen. Die mit den Han­ dys erfassten Resultate werden zunächst in einer Tabelle und danach als Graph dargestellt. Die ganz Gewieften finden

«Keine Schule ist nur durch den Lehrplan geleitet.» immer, was die Lehrpersonen in der Pra­ xis machen. Und das lässt sich nicht über einen Lehrplan steuern. Wie sieht kompetenzorientierter Unterricht konkret aus? Lassen Sie mich ein Beispiel geben. Wenn ich mit meiner Klasse den freien Fall durchnehme, frage ich sie jeweils: Was ­geschieht mit der Geschwindigkeit eines

dann sogar die Formel für den freien Fall heraus. Diese Art des vorwissenschaftli­ chen Vorgehens ist eine einfache, aber zentrale Strategie, wie Kinder angehalten werden können, sich in einem sozialen Kontext mit spannenden Problemen zu beschäftigen. Wie wichtig ist dieser soziale ­Kontext für den Unterricht?

Er ist absolut zentral. Deshalb spreche ich ja auch von Aufgaben, welche die ganze Klasse gemeinsam bearbeitet. Die Lehr­ person muss allerdings auch verschie­ dene Tiefen des Verstehens zulassen. Ziel des erwähnten Experimentes ist ja nicht, dass alle Schülerinnen und Schüler die Formel herausfinden. Aber natürlich freue ich mich als Lehrer darüber, und viele der Kinder kriegen das auch hin. Ich hinge­ gen hätte das mit 11 oder 12 nie geschafft. Zu meiner Zeit hatten wir aber auch noch keine Schule des Denkens, sondern des Auswendiglernens. Es galt das behavioris­ tische Lernprinzip: Der Lehrer gibt etwas rein und das Kind soll dann was zeigen. Die Prozesse dazwischen waren völlig ir­ relevant. Die Idee ist also auch, dass die schwächeren von den stärkeren Schülern profitieren können? Absolut! Die Schülerinnen und Schüler ar­ beiten oft in Zweiergruppen, gerade wenn sie Tabellen ausfüllen, Graphen zeichnen oder Formeln finden. Und danach geht es immer um die Präsentation des Weges und des Ergebnisses. Diese Präsentation ist kompetenzorientiert, denn es braucht die Fähigkeit, vor einer Gruppe Gleich­ altriger den Lösungsweg an der Wand­ tafel oder am Computer darzustellen. Das führt dann auch zu spannenden Diskus­ sionen. Das muss auch gar keine physika­ lische oder mathematische Aufgabe sein. Genauso gut könnten wir von Sprache, 

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Dieter Rüttimann, Professor ZFH, Dozent am Institut ­Unterstrass für allgemeine Didaktik und Kommunikation, leitet dort den MA-Studiengang inklusive Pädagogik und ­Kommunikation. Er ist Leiter der Gesamtschule Unter­ strass, wo er mit einem 50-Prozent-Pensum ­unterrichtet. Daneben führt er an Schulen in der Schweiz, Deutschland und Österreich Weiterbildungen durch.

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einem Ranking von Schulen führen würde, wäre das bedauerlich. Abgesehen davon bin ich allerdings nur auf ideologische Ar­ gumente gestossen. Kompetenzorientie­ rung, heisst es da etwa, sei die Praxis der Unbildung schlechthin oder bedeute das Ende der Aufklärung. Aber keine Schule ist nur durch den Lehrplan geleitet, son­ dern vor allem auch durch seine Lehr­ mittel. Wenn ich Weiterbildungen durch­ führe, frage ich jeweils die Lehrpersonen, wer den Lehrplan in den letzten zwei, drei Monaten konsultiert habe – meistens sind es etwa fünf von hundert. Daran wird der Lehrplan 21 also nichts ändern? Nein. Lehrpläne haben immer einen tech­ nokratischen Aspekt. Der Lehrplan 21 ist aber immerhin ein Versuch, zu definieren, was Kinder vor einem Stufenübertritt überhaupt können müssen. Und die Kom­ petenzen sind, im Gegensatz zum alten Lehrplan, auch wirklich kumulativ ge­ dacht, über alle Stufen hinweg. Das ist ein grosser Gewinn. Entscheidend ist aber


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Zeichnen, Werken oder Musik sprechen. Wichtig ist einfach, dass die Aufgaben­ stellung sehr attraktiv ist und den Kindern erlaubt, sich vertieft mit einer Materie auseinanderzusetzen. Der Lehrplan 21 folgt dem Grund­ satz der Kompetenzorientierung, der in der Ausbildung schon heute zur ­Anwendung kommt. Auch ein Gross­ teil der heutigen Lehrmittel ist bereits nach kompetenzorientiertem Verständ­ nis aufgebaut. Fehlt also gar nicht mehr viel, damit die Umstellung ­gelingt? Viele Lehrpersonen erfüllen die Anforde­ rungen an einen kompetenzorientieren Unterricht seit Langem. Ich behaupte ­sogar, sehr gute Lehrerinnen und Lehrer haben das schon immer so gemacht. Dass der Aufwand für die Lehrperson viel grös­ ser wird, denke ich nicht. Eine wichtige Voraussetzung ist aber, dass sich die Lehr­ personen auf die Fragen und Probleme einlassen, die sich mit dieser Art des Un­ terrichtens stellen. Nur so ist es möglich, dass sie die Kinder zu kompetenten Ler­ nenden bilden können. Inwiefern lässt sich das Erreichen einer Kompetenz mit dem Erreichen eines Lernziels vergleichen? Ein Lernziel ist auf die Bewältigung des Wissens gerichtet. Man erfährt nicht, mit welcher Strategie, durch welches Vorge­ hen dieses Lernziel erreicht werden soll. Klassische Lehrerbildung hat sich vor ­allem mit den Lehrprozessen beschäftigt. Heute denken wir dagegen intensiver über die Prozesse des Lernens nach. Besteht nicht die Gefahr, dass ­angesichts der vielen im Lehrplan 21 geforderten Kompetenzen das Wissen auf der Strecke bleibt? Diese Befürchtung ist unbegründet. Zahl­ reiche Studien haben gezeigt, dass es kein

Können ohne Wissen gibt. Je mehr je­ mand weiss, desto mehr kann er auch – und umgekehrt. Die Schule wird nie auf Wissen verzichten können. In einem Bild ausgedrückt: Die Wissensinhalte sind eine Art Bausteine, während die Strategie der Mörtel ist, der die Bausteine in sinnvoller Weise gliedert und zusammenhält. Wie werden Kompetenzen im Schulalltag geprüft? Dies kann zum Beispiel schriftlich oder in Form einer Präsentation geschehen. Es ist heute nicht mehr nur interessant, wie das Ergebnis lautet. Wichtig ist herauszufin­ den, auf welchem Weg der Lernende zu

schiedenen Kompetenzstufen ausgewie­ sen werden. Dafür wären entsprechende Definitionen nötig. Doch so weit wird es nicht kommen, weil das politisch nicht durchsetzbar wäre. Im Kanton Zürich hat man sich deshalb entschieden, am beste­ henden Beurteilungssystem so weit als möglich festzuhalten. Wie beurteilen Sie die gegen­ wärtigen Diskussionen rund um den Lehrplan 21? Es ist bedauerlich, dass sich die aktuelle Diskussion kaum den wirklich spannen­ den Fragen widmet. Stattdessen reden die Gegner das Ende der Bildung oder gar

«Heute denken wir intensiver über die Prozesse des Lernens nach.»

einer Lösung gelangt ist. Ich sehe, was das Kind verstanden hat, wo allenfalls noch etwas unklar ist, und kann ein ent­ sprechendes Feedback geben. Das alles geschieht während des Unterrichts. Die Kinder sitzen vielleicht im Kreis, während zwei aus der Klasse vorne an der Tafel das eben Gelernte präsentieren. Im Anschluss diskutieren wir darüber. Was ändert sich an der Schüler­ beurteilung, an der Promotion, an den Zeugnissen? Die Kompetenzorientierung würde in der Konsequenz eigentlich zu einer transpa­ renteren Bewertung führen. Die Kriterien müssten klarer benannt und die ver­

den Untergang des Abendlandes herbei. Das sind Behauptungen, die jeglicher Grundlage entbehren. Die Fokussierung auf Kompetenzen ist aufgrund berech­ tigter Schulkritik entstanden. Viele dieser Elemente sind längst erprobt und wis­ senschaftlich gut abgestützt. Dass wir mit dem Lehrplan 21 klare Ziele haben und in den einzelnen Fächern genau wissen, welche Themen wir vom Kindergarten bis zur Oberstufe behandeln müssen, ist eine grosse Erleichterung. Es sind nicht mehr die 1200 Seiten der Bücher und Arbeits­ blätter, die durchgearbeitet werden müs­ sen. Es geht um eine Fokussierung auf das Wesentliche.  


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Volksschule

«Pauken reicht nicht mehr aus» In der Schule Dietlikon hat Kompetenz­ orientierung seit mehreren ­Jahren einen hohen Stellenwert – und das über alle Volksschulstufen hinweg. Text: Reto Heinzel

Die Vorboten des Frühlings machen sich an diesem Mittwochmorgen Ende März nur zaghaft bemerkbar. Doch die 2. Pri­ marklasse der Schule Dorf in Dietlikon lässt sich von den frischen Aussentem­ peraturen und dem milchig-trüben Him­ mel nicht aus dem Takt bringen: «Schmö­ cked iir dee wunderbaari Duft? Früelig isch wider i de Luft», tönt es lautstark aus dem Kreis heraus, den die Kinder zu­ sammen mit Lehrerin Petra Wimber und der Heilpädagogin gebildet haben. Es ist 9.15 Uhr. Der Unterricht in der Halbklasse hat gerade begonnen. Die Kinder beschäftigen sich mit dem Einmaleins. Zunächst löst die Gruppe mehrere Aufgaben gemeinsam. «Wer holt mir 3 mal 7?», fragt die Lehrerin in die Runde. Ein Mädchen kommt in die Mit­ te des Kreises, nimmt drei weissfarbige ­Perlenschnüre à sieben Perlen aus einer Schachtel und legt diese behutsam ne­ beneinander. Es rechnet vor: «1 mal 7 ist 7, 2 mal 7 ist 14, 3 mal 7 ist 21.» Bald haben die meisten Kinder auf diese Weise eine Rechnung gelegt.

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Das Einmaleins verstehen Dann ist es Zeit für den zweiten Teil der Stunde. Das Thema bleibt dasselbe, doch jetzt arbeiten die Kinder alleine oder zu zweit. Jedes hat einen Arbeitsplan mit un­ terschiedlichen Aufgaben vor sich – den «1×1-Plan», mit dem es sich für den Rest der Stunde selbstständig und in eigenem Tempo beschäftigen soll. Die Kinder han­ tieren mit allerlei: Kästchen, Zahlenkärt­ chen, Arbeitsblättern, Arbeitsheft. Dabei gehen die Kinder nach dem Lustprinzip vor, jedes schlägt einen eigenen Weg ein. Auch mehrfache Wiederholungen bereits gelöster Aufgaben sind möglich. Während Demir am Pult über ­ einer Seite im klassischen Arbeitsheft brütet, haben sich Debora und Celine auf einen weichen Teppich am Boden zurückgezo­

gen – «weil wir dort mehr Platz h ­ aben», wie Celine sagt. Gemeinsam versuchen die beiden Mädchen, anhand einzelner Zahlenkärtchen die gesuchte R ­ eihe zu er­ kennen und auf einem Zahlenstrahl ein­ zutragen. Die Ruhe im Schulzimmer ist beeindruckend, die Konzentration der Kinder gut spürbar. Die Lehrerin bleibt im Hintergrund, sie agiert als Lerncoach und unterstützt die Kinder dort, wo sie nicht weiterkommen oder wenn Verständnis­ fragen auftauchen. Petra Wimber hat mit ihren Kindern nach den Sportferien mit dem Einmaleins begonnen. das Rechnen spielte am An­ fang noch gar keine Rolle. «Ich lege gros­ sen Wert darauf, dass die Kinder erst ein­ mal verstehen, was Einmaleins überhaupt bedeutet», sagt sie. Schritt für Schritt tas­ tete sich die Klasse vor, zunächst folgten die Kernaufgaben und schliesslich be­ gann das «richtige» Rechnen. Wer auf ein falsches Resultat kommt, den fragt Wimber stets nach dem Lösungs­ weg: Warum machst du das so, wie kommst du auf dieses Resultat? Auf diesem Weg fänden viele Kinder oft selber heraus, wo der Fehler liege, sagt sie. Es gehe auch

nicht darum, den richtigen Lösungsweg zu zeigen, denn oftmals gebe es verschie­ dene Rechenstrategien, die alle zulässig seien und zum Ziel führten.

Fit für das 21. Jahrhundert Das Beispiel lässt es erahnen: An der Schule Dietlikon interessiert nie nur das Resultat, sondern vor allem auch der in­ dividuelle Lösungsweg. Bereits ab dem ersten Schuljahr lernen die Kinder, selbst­ verantwortlich und selbstständig zu ar­ beiten – Eigenschaften, die für den kom­ petenzorientierten Unterricht, wie er hier stattfindet, von zentraler Bedeutung sind und vom Kindergarten an eingeübt wer­ den. «Die koordinierte Entwicklung über alle Schulstufen hinweg ist uns sehr wich­ tig», sagt Schulleitungskoordinator Reto Valsecchi. Man gehe von der Grundfrage aus, über welche Schlüsselkompetenzen die Schülerinnen und Schüler nach elf Jahren Volksschule verfügen müssten. Die Kompetenzorientierung ist an der Schule Dietlikon bereits seit 2012 ein ­Thema. Damals wurde das Projekt «Gute Schule Dietlikon» gestartet – nach Ab­ schluss mehrerer grösserer Schulpro­ jekte. Der Entscheid für die Kompetenz­ orientierung war die Folge eines 2010 gestarteten, intensiven Diskussionspro­ zesses über die Weiterentwicklung der Schule. Daran beteiligten sich alle Gre­ mien – Schulleitungen, Lehrpersonen und Behörden. Sie alle sorgten für eine gute Akzeptanz des Projekts. «Die Kompetenzorientierung ist für uns zentraler Bestandteil des Unterrichts und von grosser Bedeutung, um unsere Schülerinnen und Schüler auf die Anfor­ derungen des 21. Jahrhunderts vorzube­ reiten», sagt Valsecchi. Die Kompetenzen sollen die Kinder befähigen, konkrete Si­ tuation erfolgreich meistern zu können. Gleichzeitig ermöglichten sie dem Ein­ zelnen, die persönlichen Ressourcen zu aktivieren: Wissen, Fertigkeiten und Wert­ haltungen. Die klassische Vermittlung von Wissen soll dabei nicht auf der Strecke bleiben: «Lern- und Wissensziele gibt es weiterhin, und dies ist auch richtig so»,

Vernehmlassung zum neuen Lehrplan für die Volksschule Der Bildungsrat gibt den Zürcher Lehrplan 21, der auf der Grundlage des Lehr­ plans 21 ausgearbeitet wurde, von April bis September 2016 in eine breite Ver­ nehmlassung. In Zusammenarbeit mit schulnahen Verbänden und Institutionen wurden in den vergangenen Monaten für den Kanton Zürich notwendige An­ passungen und Ergänzungen, insbesondere eine Lektionentafel, erarbeitet. Bis zum 9. September können die angeschriebenen Partner des Schulfelds, die politischen Parteien sowie weitere Organisationen ihre Stellungnahme abgeben. Ausgehend von den Ergebnissen der Vernehmlassung beschliesst der Bildungs­ rat Ende 2016, welche Anpassungen notwendig sind. Im Frühling 2017 ent­ scheidet der Bildungsrat über die Inkraftsetzung des Lehrplans (www.vsa.zh.ch/ lehrplan21). Für Lehrpersonen beginnen die Vorbereitungsarbeiten und Weiter­ bildungen ab Schuljahr 2017/18. Im Schuljahr 2018/19 wird der Lehrplan auf der Kindergarten- und der Primarstufe bis zur 5. Klasse in Kraft treten, in der 6. Klasse und auf der Sekundarstufe I im Schuljahr 2019/20. [red]


Enge Zusammenarbeit nötig Der Fokus liege aber stets auf den Schü­ lerinnen und Schülern, sagt Valsecchi. Diese sollten später möglichst sagen kön­ nen, sie seien hier gut auf ihre Zukunft vorbereitet worden. Und hier kommen die Kompetenzen ins Spiel. «Ein grosser Teil des heutigen Wissens wird in 20 Jahren veraltet sein», sagt Valsecchi. Wer heute einen Glaskeramikherd bedienen wolle, müsse sich durch eine dicke Bedienungs­ anleitung kämpfen. «Früher genügte es, einen Schalter zu dre­hen.» Genauso ver­ halte es sich mit dem Unterricht. Die ­Praxis des «Paukens» reiche längst nicht mehr aus, um als Erwachsener bestehen zu können. Für die Umsetzung der pädagogischen Grundsätze ist es unabdingbar, dass die Lehrpersonen aller Stufen eng zusam­ menarbeiten, wie Valsecchi betont. Ent­ scheidend sei, dass man die Lehrerinnen und Lehrer für die Kompetenzorientie­

rung begeistern könne. Wichtig seien auch gemeinsam geteilte Normen und Werte – «das sind die Säulen unserer Arbeit». Nach rund fünf Jahren intensiver Ar­ beit und vielen Weiterbildungen über alle Schulstufen hinweg sind laut Valsecchi immer mehr Erfolge sichtbar. «Es zeigt sich auch, dass es wichtig war und ist, ein gemeinsames Verständnis und Vokabular aufzubauen. Erst so wird es möglich, dass alle Beteiligten vom Gleichen sprechen und in die gleiche Richtung arbeiten.» Eine Befragung von 2014 gibt dem Schul­ leitungskoordinator recht. Das Projekt «Gute Schule Dietlikon» wird von einer grossen Mehrheit der Lehrpersonen ge­ tragen: Von 90 befragten Lehrpersonen äusserten sich 96 Prozent positiv oder eher positiv zum Projekt, wie Valsecchi erklärt. Dem Lehrplan 21, der ebenfalls die Kompetenzorientierung ins Zentrum rückt, steht die Schule Dietlikon grundsätzlich positiv gegenüber. Der Lehrplan führe ­einerseits zu einer Harmonisierung unter den Kantonen, vor allem aber würden die Kompetenzen am Ende von 11 Jahren Schulzeit klar definiert, so Valsecchi.

«Ich will Klarheit schaffen» Ein Augenschein in der Sekundarklasse B2 im Schulhaus Hüenerweid zeigt, dass kompetenzorientierte Fragestellungen in der Regel über den behandelten Sachge­

genstand hinausweisen. Lehrerin Denise Meier nimmt an diesem Morgen gerade ein neues Thema in Angriff – die Industriali­ sierung im 19. Jahrhundert. Als Einstieg wählt sie ein Zitat des Autofabrikanten Henry Ford: «Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.» Ihr Ziel: Die Schülerinnen und Schüler dafür zu sensibilisieren, dass man Ge­ schichte auch für morgen lernt. «Wandel und Umbrüche wird es auch in Zukunft geben. Deshalb ist es wichtig, damit um­ gehen zu können», erzählt sie ihren Schü­ lerinnen und Schülern. Bereits nach wenigen Minuten ver­ teilt die Lehrerin ein Blatt mit den zu er­ reichenden Lernzielen der Unterrichts­ sequenz. «Transparenz ist wichtig», wird Meier später im Gespräch sagen, «ich will für die Schüler Klarheit schaffen. Die Auf­ gaben und Prüfungen können sie in direk­te Beziehung zu den Lernzielen setzen.» Im weiteren Verlauf der Stunde setzen sich die Jugendlichen zunächst individuell mit dem Thema auseinander: Auf einem Kärtchen notieren sie stichwortartig, wel­ che Erfindungen oder Ereignisse sie ken­ nen, die zu Umbrüchen oder Veränderun­ gen in der Arbeit, der Freizeit und anderen Lebensbereichen geführt haben. Nach drei Minuten klingelt der Wecker. Nun werden Gruppen gebildet. Die Mitglieder tragen ihre Gedanken auf einem Plakat zusam­ 

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betont Valsecchi. Allerdings sollten die Schülerinnen und Schüler möglichst selbst­ ständig lernen können. Valsecchi räumt ein, dass dies nicht in allen Schulbereichen gleich gut umsetz­ bar ist. In gewissen Fällen geschehe Ler­ nen zwangsläufig «auf Vorrat» und könne nur schwer lebens- oder praxisnah ver­ mittelt werden.

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Schülerinnen und Schüler der Primarschule Dorf in Dietlikon üben das Einmaleins. Wichtig ist nicht nur das Resultat, sondern auch der individuelle Lösungsweg.


und dieses präsentieren wollen, also ob sie zum Beispiel Mindmaps, Lernkarten oder Merkblätter erarbeiten. Wichtig ist laut Valsecchi eine förder­ orientierte Leistungsbeurteilung: «Wir le­ gen grossen Wert auf ein Feedback wäh­ rend des Arbeitens, denn es ist nichts hinder­licher als eine schlechte Note, das drückt aufs Selbstvertrauen.» Deshalb gebe es immer wieder konkrete Arbeits­ aufträge, damit die Schülerinnen und Schüler ihren momentanen Wissensstand überprüfen könnten. Auf diese Weise sieht die Lehrperson, wo allenfalls Stoff­ lücken bestehen oder ein Sachverhalt un­ klar ist, und kann dem Schüler während des etwa alle drei Wochen stattfindenden Coaching-Gesprächs ein konkretes Feed­ back geben. Dennoch bleibt die Prüfung die wichtigste Form der Leistungsbeurtei­ lung: Ihren Anteil schätzt Valsecchi nach wie vor auf rund 60 bis 80 Prozent.

Den Kindern etwas zutrauen

Schritt für Schritt tastet sich die Klasse von Petra Wimber ans neue Mathematik-Thema heran. Das selbstständige Arbeiten spielt dabei eine wichtige Rolle.

men und halten die wichtigsten Ideen auf Kärtchen fest. Schliesslich präsentiert ein Sprecher oder eine Sprecherin das Er­ gebnis dem Rest der Klasse.

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Die eigene Haltung überprüfen Diese erste Lektion zur Industrialisierung dient nicht nur dazu, Wissen zu vermit­ teln. Es geht auch darum, in der Diskus­ sion mit den anderen die eigene Haltung zu überprüfen. «In dieser Klasse kann ich relativ wenig voraussetzen», erklärt De­ nise Meier nach der Stunde. Da nur zwei Schüler zu Hause Deutsch sprächen, seien nur wenige Begriffe bekannt. Wichtig sei deshalb der persönliche Bezug, aber auch die Verknüpfung von Gegenwart und Ge­ schichte. Meier ist überzeugt: «Nach die­ ser Stunde ist die Klasse bereit für das Thema, es hat eine gewisse Relevanz für sie bekommen.» Dazu beigetragen habe auch, dass sich die Jugendlichen zurzeit

stark mit der Berufswahl beschäftigten: An der Schule ist soeben die Berufswahl­ woche zu Ende gegangen, und viele haben schon eine Schnupperlehre hinter sich. Dieser «Link zur Lebenswelt» sei bei der Behandlung eines Themas absolut zent­ ral, meint Meier. Den Schulstoff erarbeiten die Dietliker Sekundarschülerinnen und -schüler zu einem nicht geringen Teil selbstständig. Jede Woche findet ein dreistündiges «Lern­ atelier» statt. Während dieser Zeit arbei­ ten die Jugendlichen an Aufträgen der Lehrperson oder an eigenen Projekten. Im persönlichen Lernjournal halten die Schüler ihre Fortschritte fest. Die Idee da­ hinter: Lernen sichtbar zu machen. «Wir wollen in den Lernprozess hineinblicken. Auf diesem Weg können wir feststellen, ob die Zusammenhänge richtig erkannt wurden», sagt Valsecchi. Den Schülern steht es frei, wie sie sich Wissen aneignen

Neben den Fachkompetenzen geniesst der Aufbau von sogenannt überfachlichen Kompetenzen an der Schule Dietlikon einen hohen Stellenwert. Dazu gehören ­ Methoden-, Selbst-, Wirkungs-, Kommu­ nikations- und Sozialkompetenz. Ver­ schiedene Umfragen, aber auch die Er­ fahrung zeigten, dass diese Bereiche bei der Lehrstellensuche von zentraler Be­ deutung seien, betont Valsecchi. Eine so­ genannte «Kompetenzbox» soll den Schü­ lerinnen und Schülern dabei helfen, ihre überfachlichen Kompetenzen weiterzu­ entwickeln. «Die Kompetenzbox ist eine Art Schatztruhe», sagt Vanessa, die die Sek A2 im Schulhaus Hüenerweid besucht, «in der wir unter anderem unsere Stär­ ken festhalten.» Dazu gehört auch ein «Stolz-Portfolio». Es enthält selbstredend Dinge, auf die Vanessa besonders stolz ist, und so berichtet sie zum Beispiel von ihrer Bewerbung für die Schülerorgani­ sation SMH (Schülermitwirkung Hüener­ weid). Das persönliche Portfolio ist nicht zuletzt für die Lehrstellensuche wichtig: «So kann ich zeigen, dass ich mich an der Schule engagiert habe», sagt Vanessa. «Kompetenzorientierung ist eine Frage der Haltung», sagt Reto Valsecchi. Als Lehrer muss ich zeigen, dass ich den Kin­ dern ­etwas zutraue und an ihren Lerner­ folg glaube. Würde das eine Lehrperson nicht tun, könnte sich seiner Meinung nach auch die Haltung der Kinder nicht ent­wickeln. Bei aller Selbstständigkeit im Lernprozess kommt der Beziehung zwi­ schen Lehrperson und Schüler also wei­ terhin eine wichtige Rolle zu. «Das Ganze steht und fällt mit der Beziehung», betont Sekundarlehrerin Denise Meier: Ihrer Meinung nach ist dieser Kontakt durch die Kompetenzorientierung gar noch in­ tensiver geworden: «Noch mehr als früher geht es heute um den Menschen und da­ rum, wo er gerade steht.»  


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Im neuen Rahmenlehrplan für die Be­ rufsmaturität wiederum sind für jedes Fach fachliche und überfachliche Kom­ petenzen definiert. Ausserdem wird darin das «Interdisziplinäre Arbeiten in den ­Fächern» (IDAF) vorgeschrieben, mit dem insbesondere überfachliche Kompetenzen gefördert werden sollen. Wie IDAF im ­Unterricht konkret umgesetzt werden soll, ist für Claudio Caduff noch unklar. Denn aus wissenschaftlicher Sicht könne Inter­ disziplinarität eigentlich nur zweierlei ­bedeuten: beim Forschen selber über die eigene Disziplin hinauszudenken oder Forschungsmethoden aus einer anderen Disziplin in der eigenen Arbeit anzuwen­ den. «Beides ist für Lernende aber zu an­ spruchsvoll.» Es werde darum eher auf eine inhaltliche Zusammenarbeit zwi­ schen zwei Fächern hinauslaufen. Er sel­ ber begleitet die Umsetzung von IDAF wissenschaftlich an der Berufsmaturitäts­ schule der Berufsbildungsschule Winter­ thur und ist gespannt, wie man dort vor­ gehen und welche Resultate man erzielen wird.

Alles andere als graue Theorie In der Berufsbildung und an den Gym­ nasien spielen Kompetenzen eine grosse Rolle. Und dies nicht erst seit gestern. Text: Jacqueline Olivier

Als dritter Lernort der Berufsbildung gel­ ten die überbetrieblichen Kurse. Sie wer­ den von den Berufsverbänden organisiert und sind daher inhaltlich unterschiedlich. Die Jugendlichen eignen sich zusätzliche praktische Fertigkeiten an und reflektie­ ren Gelerntes. «Diese Kurse sind deshalb per se kompetenzorientiert», konstatiert Claudio Caduff. Um die Berufslehrpersonen auf ihre Tätigkeit vorzubereiten, wird heute auch in der Lehrerausbildung kompetenzorien­ tiert unterrichtet. Doch ob nun Erwach­ sene oder Jugendliche die Schulbank drü­ cken – die Schwierigkeit sieht der Dozent für Fachdidaktik in der Beurteilung von Kompetenzen. Vor allem überfachliche Kompetenzen zu prüfen sei eine Heraus­ forderung. «Einige, insbesondere Sozial­

kompetenzen, lassen sich kaum bewer­ ten.» Und auch viele Fachkompetenzen seien nicht unmittelbar beobachtbar, wes­ halb nur indirekt – über die Beurteilung von beobachtbaren Leistungen – auf vor­ handene Kompetenzen geschlossen wer­ den könne. «Umgekehrt hat man in gewis­ sen Fächern schon immer Kompetenzen geprüft, etwa im Lesen, Schreiben, Text­ verständnis oder Rechnen.»

Optimierung der Schnittstelle In den Mittelschulen hat man sich in den vergangenen Jahren intensiv mit Kom­ petenzen auseinandergesetzt. Christoph Wittmer, Präsident der Schulleiterkonfe­ renz Mittelschulen, findet allerdings, der Begriff der Kompetenz habe in den letzten Jahren etwas allzu viel «Definitionsmacht» 

Basale fachliche Kompetenzen In der Mathematik oder in der Erstsprache weist eine markante Minderheit von Maturanden erhebliche Lücken auf – zu diesem Schluss kam die Studie EVAMAR II, deren Resultate 2008 präsentiert wurden. Ein Teil des Wissens und Könnens aus diesen beiden Fächern sei aber für viele Studienrichtungen eine wichtige Voraussetzung, kam Studienleiter Franz Eberle vom Institut für Er­ ziehungswissenschaften der Universität Zürich damals zum Schluss. Im Auftrag der EDK und des eidgenössischen Amtes für Wirtschaft, Bildung und Forschung leitete der Professor für Gymnasialpädagogik deshalb in den vergangenen Jah­ ren ein wissenschaftliches Projekt, in dessen Rahmen die sogenannten «basalen fachlichen Kompetenzen für allgemeine Studierfähigkeit in Erstsprache und Mathematik» ermittelt wurden. Diese wurden nun als neunseitiger Anhang dem Rahmenlehrplan für Maturi­ tätsschulen von 1994 beigefügt. Darin wird umschrieben, was Maturanden in verschiedenen Bereichen der beiden Fächer an Wissen und Können mitbringen müssen, um diesem für viele Studienfächer wichtigen, das heisst basalen fachli­ chen Teil der allgemeinen Studierfähigkeit zu genügen. Ausserdem sollen vor ­allem in der Erstsprache die basalen fachlichen Kompetenzen nicht nur im Fach selber, sondern auch in anderen Fächern gefördert werden. Umgesetzt werden müssen die neuen Vorgaben nun in den kantonalen Lehrplänen und letztlich in den Schulen selbst. Gemäss dem Projektleiter wäre es wünschenswert, dass auch die Lehreraus- und -weiterbildung in Mathematik und Erstsprache das Thema der basalen fachlichen Kompetenzen aufnehmen würde. In der Lehre­ rinnen- und Lehrerbildung Maturitätsschulen (LLBM) an der Universität Zürich jedenfalls wird er die entsprechenden ­Arbeiten in Gang setzen. [jo]

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Mehr interdisziplinär arbeiten

Mittel- und Berufsfachschulen

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Keine Ausbildung ist mehr auf die Praxis ausgerichtet als die Berufsbildung. Jugend­ liche, die eine Lehre abschliessen, müssen neben den schulischen auch betriebliche Prüfungen bestehen. Sie müssen also nicht nur ihr Wissen unter Beweis stel­ len, sondern ebenso zeigen, was sie kön­ nen. Kurz: Es geht um fachliche und per­ sönliche Kompetenz. Um darauf hinzuarbeiten, stütze sich die Berufsbildung seit Langem auf zwei Hauptmodelle, erklärt Claudio Caduff, Dozent für Fachdidaktik in der Ausbil­ ­ dung von Berufsschullehrpersonen an der Pädagogischen Hochschule Zürich. Das sogenannte Kompetenzen-Ressour­ cen-Modell (Ko-Re-Modell) geht von drei ­Ressourcen aus: Kenntnisse, Fertigkeiten, Haltung. Auf deren Basis entwickeln die Lernenden in der täglichen Arbeit be­ stimmte praxisbezogene Handlungskom­ petenzen. Das andere Modell beruht auf den drei Kompetenzbereichen Selbst-, Sozial- und Sachkompetenzen. Das Ziel beider Modelle ist letztlich das gleiche: Die angehenden Berufsleute sollen theo­ retisches Wissen und praktische Erfah­ rungen in verschiedenen Situationen an­ wenden können. Mehr als früher würden heute deshalb auch in den Berufsfachschulen Theorie und Praxis miteinander verknüpft, sagt Claudio Caduff. Im vor rund 10 Jahren ein­ geführten Rahmenlehrplan für den All­ gemeinbildenden Unterricht (ABU) bei­ spielsweise werden für die beiden Lern­ bereiche «Sprache und Kommunikation» sowie «Gesellschaft» diverse Kompetenzen formuliert. Auch die detailliert ausgeführ­ ten Bildungsziele lassen sich zu einem gu­ ten Teil als Kompetenzen verstehen.


bekommen. Ein Paradigmenwechsel müs­ se an den Gymnasien nicht erfolgen. Das Bild, Gymnasiasten lernten zu viel graue Theorie, sei noch nie zutreffend gewesen. Das habe nicht zuletzt HSGYM deutlich gemacht, das gemeinsame Projekt von Mittel- und Hochschulen zur Optimie­ rung der Schnittstelle. Es wurde 2006 mit rund 500 Lehrpersonen und Hochschul­ dozenten gestartet, um in 25 Fachberei­ chen zu eruieren, was Maturanden wissen und können müssen, um ein Hochschul­ studium in Angriff zu nehmen. Für jeden Fachbereich wurden fachliche und über­ fachliche Kompetenzen zusammengetra­ gen und analysiert, welche davon erreicht werden und wo Handlungsbedarf besteht. «Die Hauptbotschaft von HSGYM lautete und lautet aber: Die Maturanden sind auf ein Studium grundsätzlich gut vorberei­ tet», fasst Christoph Wittmer, Mitglied der HSGYM-Leitung, zusammen. Und der Prozess geht weiter. Bis heute wird der Austausch zwischen den Gymnasien und den Hochschulen gepflegt und immer wieder diskutiert, wo Probleme an der Schnittstelle auszumachen sind und wie man diesen begegnen soll. Stärker in den Fokus gerückt sind in den letzten Jahren die überfachlichen Kompetenzen, nicht zuletzt dank HSGYM. Im Bericht genannt wurden etwa kritisch-

forschendes Denken, Selbstständigkeit und Selbstverantwortung, das Verstehen von wissenschaftlichen Texten, das Ab­ fassen schriftlicher Abhandlungen, Quel­ lenkritik, Debattieren und Argumentie­ ren oder Reflexion und Kritikfähigkeit. Diese Auflistung gelte bis heute, sagt Christoph Wittmer. Und ebenso die Er­ kenntnis, dass die Förderung überfachli­ cher Kompetenzen stets im fachlichen Kontext erfolgen müsse.

Durch die Blume Das Rad neu erfinden musste man aller­ dings nicht. Bereits der Rahmenlehrplan für Maturitätsschulen, der von der EDK 1994 verabschiedet wurde, baut auf dem Kompetenzgedanken auf. In Form e ­iner Blume wird eingangs das Bildungsprofil dargestellt (s. Abbildung): Fünf Kompe­ tenzfelder bilden die Blütenblätter, in der Mitte befindet sich das Feld der gemein­ samen Grundkompetenzen, die für alle Jugendlichen – also auch für Nichtgymna­ siasten – gelten. In den Rahmenlehrplä­ nen für die einzelnen Fächer wird jeweils zwischen Grundkenntnissen, Grundfertig­ keiten und Grundhaltungen unterschie­ den. Die formulierten Ziele sind stets da­ rauf ausgerichtet, was die jungen Leute am Ende ihrer gymnasialen Ausbildung können müssen.

Nun wurde dieser Rahmenlehrplan um einen neunseitigen Anhang ergänzt. Da­ rin werden die sogenannten basalen fachlichen Kompetenzen für allgemeine ­ Studierfähigkeit in Erstsprache und Ma­ thematik definiert (s. Kasten). Mit diesen soll sichergestellt werden, dass Matu­ randen in Erstsprache und Mathematik über das Wissen und Können verfügen, das für einen grossen Teil der Studien­ richtungen vorausgesetzt wird. Wie diese basalen fachlichen Kompetenzen von al­ len Schülerinnen und Schülern erreicht werden können, ist eines von zwei The­ men, die laut Christoph Wittmer derzeit in den Kerngruppen von HSGYM disku­ tiert werden. Dass für die Umsetzung der neuen Vor­ gaben der Unterricht auf den Kopf gestellt werden muss, davon geht der SLK-Präsident nicht aus. «Vielmehr wird man sich den schwächeren Schülern stär­ ker zuwenden müssen, um sie entspre­ chend zu fördern. Ohne dabei die besse­ ren Schüler zu vernachlässigen», meint er. «Wie gut dies gelingen wird, ist letztlich eine Frage der Ressourcen.» Denn eines sei klar und gehe auch aus dem neuen Anhang zum Rahmenlehrplan hervor: «Der allgemeinbildende Charakter des Gymnasiums muss trotz der basalen fach­ lichen Kompetenzen bestehen bleiben.»

Kompetenzen sind nicht alles

Die allgemeinen Ziele der Maturitätsbildung

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Im Rahmenlehrplan für ­Maturitätsschulen von 1994 werden die fünf Kompetenzfelder als Blume dargestellt. In der Mitte überschneiden sie sich mit den Grund­ kompetenzen, die für alle ­Jugendlichen gelten.

Kompetenzfeld der Informations-, der Lern- und der Arbeitstechniken sowie des Technik­ verständnisses

Kompetenzfeld der eigenen Person, der Gesundheit und des Körpers

Soziales, ethisches und politisches Kompetenzfeld Feld der gemeinsamen Grundkompetenzen

Kompetenzfeld der intellektuellen und wissenschaftstheoretischen Grundlagen

Kommunikatives, kulturelles und ästhetisches Kompetenzfeld

Das zweite grosse Thema von HSGYM ist momentan die Wissenschaftspropädeutik. Die Mittelschülerinnen und -schüler sol­ len sukzessive an das wissenschaftliche Arbeiten, das sie an den Hochschulen erwartet, herangeführt werden. Auch da ­ sei in den vergangenen Jahren schon viel passiert, etwa mit der Einführung der Ma­ turarbeiten oder des selbstorganisierten Lernens (SOL). Überhaupt habe eine ge­ wisse Verschiebung vom «Thinking» zum «Doing» stattgefunden. Im Unterricht ­zeige sich dies etwa darin, dass man ra­ scher von der Theorie zur Anwendung übergehe. Auch werde heute enger mit Forschungsinstituten von Hochschulen zusammengearbeitet, die heute attraktive Angebote für die Schulen bereitstellten. Und in vielen Schulen finde heute ein stärkeres Engagement im sozialen Be­ reich statt. Nach Einschätzung von Christoph Wittmer läuft also vieles in die richtige Richtung, gleichzeitig hält er fest: «Man sollte den Kompetenzbegriff nicht unnötig strapazieren, sondern ihn dort verwen­ den, wo er angebracht ist.» Die «allgemei­ ne Studierfähigkeit» oder die «vertiefte Gesellschaftsreife» seien komplexe An­ sprüche; um sie zu erfüllen, könnten sich die Schulen nicht ausschliesslich an Kom­ petenzen orientieren. «Der Kompetenz­ begriff birgt ausserdem das Risiko, alles auf den Output auszurichten, das wider­ spricht dem offenen Bildungsbegriff, der dem Gymnasium zugrunde liegt.»  


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Abschied

38 Jahre im Dienst der Volksschule

«Die Arbeit wurde mir leicht gemacht, weil ich von den Vorgesetzten, dem General­ sekretariat und den anderen Ämtern immer Vertrauen und Unterstützung bekam. So traf man sich auch gerne zu informellen Aktivitäten, wie hier beim Geburtstag von Alfred Gilgens Vorzimmerdame.»

Fast sein ganzes Berufsleben hat Martin Wendelspiess im Volksschulamt verbracht. Ende Mai geht er in Pension. Der Volks­ schulamtschef kommentiert Ereignisse und Begegnungen in seiner Laufbahn. Fotos: zvg

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Martin Wendelspiess (*1951) ist in Zürich aufgewachsen. Nach der Primarschule im Schulhaus Chriesiweg in Zürich Altstetten besuchte er das Gymnasium an der Kantons­ schule Freudenberg. Das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Zürich schloss er 1976 mit dem Lizenziat ab. Parallel zur Uni jobbte er im Büro für Adoptionen des Sozialdepartements der Stadt Zürich, danach für kurze Zeit in der städtischen Vormundschaftsbehörde. Anfang 1978 trat er als Jurist in die damalige Abteilung Volksschule der Erziehungsdirektion ein. Hier wurde er in den folgen­ den Jahren mit verschiedenen Aufgaben betraut – er war Projektleiter für die Umstellung des Schuljahresbeginns, ­Leiter des Rechtsdienstes und stellvertretender Abteilungs­ leiter. 1998 wurde Martin Wendelspiess Chef des kurz davor neu geschaffenen Volksschulamts (VSA). Während seiner 38-jährigen Tätigkeit im VSA arbeitete er mit vier Regierungsräten zusammen und begleitete ­diverse wichtige Geschäfte, darunter die Umstellung vom Frühlings- zum Sommerschulbeginn, das neue Volksschul­ gesetz und die Einführung der Quereinsteiger-Ausbildung. Ende Mai geht Martin Wendelspiess in Pension. Seine Nachfolgerin heisst Marion Völger. Die promovierte Juristin leitet seit 2014 den Rechtsdienst des VSA. Zwischen 2007 und 2014 war sie an der Zürcher Hochschule für Ange­ wandte Wissenschaften tätig. [red]

er wurde «Und immer wied aufge­ der Arbeitsalltag artete lockert durch unerw im be r hie e wi , hts lig High allstar Treffen mit Fussb in Zürich.» ­Diego Maradona

«Der Wechsel von Alfred Gilgen zu Ernst Buschor fühlte sich an wie r. Feuer und Wasse r In einer Karikatu t wurde meine (erns gemeinte) Einstel­ lung offengelegt.»

«Am Re oder au dnerpult fd zu stehe er Bühne n, zu den A gehören ­eines Am ufgaben ts immer m chefs. Fast das gern achte ich . viele Hu Aber wie n cher Au derte sol­ ft ich in d ritte hatte en im Volks 38 Jahren schulam t?»


«Seit Jahrzehn ten entspann ZSC-Heimsp e ich mich be ielen und ge niesse die Er i den Mannschaft. folg Und wenn m an die Saison e ‹meiner› dem General kart se Widmer, und kretär der Bildungsdirekt e neben de io kann man be r Kantonsrätin Esther G n, Stephan i langweiligen uyer hat, politische D Spielen auch ebatten führ bildungs­ en.»

Alfred Gilgen «Der Wechsel von war hart, zu Ernst Buschor g. Es ent­ fan An am r nu er ab mit dem ch au h sic e elt ck wi te und gu e ein ef Ch n neue narbeit.» me sam Zu e nd spanne

«Die Jubiläumsveran­ staltungen ‹175 Jahre Volksschule› waren ein Höhepunkt in meiner Amtszeit. Es ist schön, für eine ­Institution zu arbeiten, die eine solche ­Tradition und Bedeu­ tung hat und in der ­Bevölkerung derart stark verankert ist.»

«Nicht jeden Trag trifft man Maradona, aber fast jeden Tag ist man im Büro und dort vor dem Computer, insbesondere seit die E-Mails erfunden wurden und man so leicht erreichbar ist.»

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«Ja, die Handarbeit und die politischen Debatten darüber haben mich von der Einführung der ­Koedukation vor dreissig Jahren bis zu den Diskus­ sionen zum Lehrplan 21 viel Arbeitszeit gekostet.»

«Fussball hatte in der Ära ­Gilgen einen hohen Stellen­ wert. Immer wieder gab es Freund­ schaftsspiele gegen andere Bildungs­ direktionen oder Lehrer­ verbände. Hat mich ­Alfred Gilgen seinerzeit wohl ange­ stellt, weil er meine fuss­ ballerischen Fähigkeiten überschätzte?»

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«Schulbesuche wie die ser mit Regine Aeppl i gehörten zu meinen schönsten Aufgaben . Als Amtschef ist man oft mit ­Beschwerden, Kla gen und Reklamationen über tiert. Auf Schulbesuche die Schule konfron­ n zeigt sich, dass die Schule gut funktionie rt, Lehrpersonen eng a­ giert arbeiten und die Kinder glücklich sin d.»


Flüchtlingskinder

«Jetzt wollen wir sie nicht mehr gehen lassen» Die Gemeinde Bauma hat mehrere ­Flüchtlingsfamilien aus Syrien und dem Irak aufgenommen. Die Integration der schulpflichtigen Kinder ist anspruchsvoll. Text: Iwona Eberle  Foto: Sophie Stieger

Über 20 Jahre wurde in der Zürcher Ober­ länder Gemeinde Bauma ein kantonales Durchgangszentrum für Asylsuchende be­ trieben. Während dieser Zeit gab es wie­ derholt Probleme mit den dort unterge­ brachten jungen Männern – bis zu 180 gleichzeitig –, die der Gemeinde zugewie­ sen wurden. Als die Bewilligung Ende Ok­ tober 2014 auslief, entschied sich die Ge­ meinde deshalb gegen die Verlängerung. «Wenn wir schon Flüchtlinge aufnehmen müssen, dann lieber Familien», sagt Rudolf Bertels, Gemeinderat und Präsident der Schulpflege Bauma. Diesen Wunsch gab die G ­ emeinde den Behörden weiter. Und so kam es tatsächlich. Im Okto­ ber kündigte die Organisation ORS drei

Familien aus Syrien an. Um Weihnach­ ten 2014 waren sie dann da: sechs Er­ wachsene und 16 Kinder im Alter von 4 bis 16 Jahren, Arabisch sprechend. Man brachte sie in Wohnungen unter. Die Gemeinde hat gemäss Volksschulgesetz den Auftrag, alle schulpflichtigen Kinder einzuschulen. Derzeit besuchen in Bauma 515 Kinder die Volksschule. Es gibt 5 Kin­ dergärten, 16 Primarschul- und 8 Sekun­ darklassen. Der Schulleiter der Primarschule Bauma, Erich Schnider, veranlasste das Naheliegende: dass die Kinder erst ein­ mal Deutsch lernen, damit sie dem Klas­ senunterricht möglichst bald (zumindest in Teilen) würden folgen können. Gemäss

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Kosten und Finanzierung in der Schulung der Flüchtlingskinder Da Asylsuchende auf alle Gemeinden im Kanton proportional verteilt werden, werden auch die Kosten ihrer Schulung grundsätzlich auf alle Gemeinden ­verteilt. Gemäss kantonalem Recht ergeben sich bei Kindern, die ohne Deutschkenntnisse in die Primar- und Sekundarstufe eingeschult werden, im ersten Jahr zusätzliche Kosten für zwei Wochenlektionen Deutsch als Zweitsprache (DaZ) pro Kind, im zweiten und dritten Jahr noch 0,5 bis 0,75 Wochenlektionen pro Kind (§ 14 Ver­ ordnung über sonderpädagogische Massnahmen). Zusätzlich können im Einzel­ fall Kosten von Nachhilfeunterricht hinzukommen. Das kantonale Schulrecht legt den Kostenteiler zwischen Kanton und Gemein­ den fest. Es sieht vor, dass die Kosten der Volksschule zur Hauptsache von den Gemeinden getragen werden: allgemeine Lehrpersonenstellen zu 80%, DaZ-Stellen und Nachhilfe zu 100%. Die Schule – mit den verschiedenen Mass­ nahmen für die besonderen Bedürfnisse von Kindern – gehört damit zu den grossen Ausgabenposten einer Gemeinde. Der Kanton trägt mit Staatsbeiträgen die Kosten aus den Gemeinden, die Flücht­ lingskinder aus kantonalen Durchgangszentren (1. Phase) schulen. Damit werden die Gemeinden entlastet, in denen überdurchschnittliche Kosten für die Schulung anfallen. [VSA]

Volksschulgesetz hat jedes fremdspra­ chige Kind Anrecht auf regelmässigen Unterricht in Deutsch als Zweitsprache (DaZ). Dafür wurde eine zusätzliche DaZLehrperson angestellt. Jedes Flüchtlings­ kind in Bauma kann nun im ersten Jahr je 8 bis 14 Deutschlektionen pro Woche besuchen.

Jahrelang auf der Flucht Eines dieser Kinder ist die 13-jährige Sedra aus Damaskus in Syrien. Sie ist ein gross gewachsenes Mädchen mit oliv­farbener Haut, einer Brille und dunk­ lem Zopf. Sedra geht in Bauma in eine Mehr­ jahrgangsklasse. Daneben besucht sie zusammen mit ihrer Zwillingsschwes­ ter wöchentlich 6 Lektionen Deutsch als Zweitsprache bei Beatrix Spaltenstein. In deren Schulzimmer hängen an allen Wänden Poster mit Wimmelbild-Alltags­ szenen, zum Beispiel von einem Pausen­ platz, Wohnhaus oder Bahnhof. Beatrix Spaltenstein lässt Sedra eine Bildkarte ziehen. Sedra soll dazu denjenigen Satz aus einer Liste auswählen, der passt. «Das Mädchen spielt Fussball», liest Sedra vor. «Gut», quittiert die DaZ-Lehrerin. Wenig später steht ein Memory-Spiel mit den Karten auf dem Programm. Sedra findet die Bildpaare und sagt nun die passenden Sätze dazu auswendig. «In Deutsch macht Sedra es recht gut, aber in Mathe hat sie riesige Defizite», be­ richtet Beatrix Spaltenstein. Verwunder­ lich findet sie das nicht – die Familie war fast drei Jahre auf der Flucht. Zwar hätten die Eltern versuchte, die Kinder selbst zu unterrichten. Bei all dem Stress in der damaligen Lebenssituation sei allerdings nicht viel möglich gewesen. Immerhin: Die syrischen Schwestern hätten in ihrer Heimat ein gutes Schulniveau gehabt und stammten aus bildungsnahen Schichten.

Lernlücken schliessen Anders sieht es bei einer Flüchtlings­ familie aus dem Irak aus, die ein gutes Jahr später in Bauma ankam. «Ein Bub ­einer irakischen Flüchtlingsfamilie wuchs beim Grossvater auf und ging gar nie zur Schule. Er ist jetzt in der dritten Klasse. Seine zwölfjährige Schwester kann ge­ rade knapp bis 20 zählen», berichtet Eric Schnider. Die Schulgemeinden müssen Kinder in der Regel allerdings altersge­ mäss (oder um ein Jahr zurückversetzt) einschulen. Das macht die Integration in die Regelklassen schwierig. «Im Gegen­ satz zu ausländischen Kindern, die im Rahmen des Familiennachzugs hierher­ kommen, sind die Lernlücken bei den meisten Flüchtlingskindern riesig.» Liegt der Fokus im ersten Jahr in der Schulgemeinde Bauma auf dem Deutsch­ unterricht, so steht im zweiten Schul­ jahr laut Erich Schnider das Verkleinern von Lernlücken an – je nachdem durch die DaZ-Lehrpersonen, die Klassenlehr­


Er sorgt sich, wie die Gemeindeversamm­ lung auf die hohen Kosten für die Flücht­ lingsfamilien reagieren wird. «Das Geld ist zwar gut investiert, aber die Mehrkos­ ten fallen in eine schlechte Zeit. Es sind immerhin drei Steuerprozente, das hat Auswirkungen auf den Finanzhaushalt.» Er hält es für überlegenswert, dass der Bund mit Unterstützung der Kantone die Mittel anders verteilt. «Ein finanzieller Ausgleich wäre nicht das Dümmste.» Eine weitere Herausforderung für die Schulleitung ist die Pensenplanung. «Man würde gerne Kaffeesatz lesen können, um zu wissen, ob und wie viele Flücht­ lingsfamilien wir dieses Jahr erhalten», sagt Schulleiter Erich Schnider. Leider sind die Vorlaufzeiten kurz. «Wir erfuhren es im vorliegenden Fall gerade mal sechs Wochen vorher. Notabene ohne die Jahr­ gänge der Kinder, weil die entsprechen­ den Dokumente fehlten.» Die jetzt un­ terrichtenden DaZ-Lehrpersonen möchte die Schulgemeinde unbedingt behalten, weil sie sich kulturelles Know-how und ein Beziehungsnetzwerk zu Übersetzern aufgebaut hätten. Auch seien es die DaZLehrpersonen, bei denen bis jetzt die Fä­ den zusammengelaufen seien: Etwa Velos für die Schulwege der Kinder organisie­ ren, Elternbriefe übersetzen lassen oder zusammen mit Dolmetschern Elternge­ spräche führen, zum Beispiel wenn die Kinder wiederholt unentschuldigt dem Unterricht fernbleiben. «Aus Kostengrün­ den können wir DaZ-Lehrpersonen aber nicht auf Zusehen hin behalten oder neu anstellen», sagt Erich Schnider.

personen, Schulische Heilpädagogen oder Klassenassistenzen. «Ziel ist, dass die Flüchtlingskinder im dritten Jahr dem Re­ gelklassenunterricht gut folgen und sich leicht verständigen können», sagt Erich Schnider. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass ein Teil der Kinder im nächsten Jahr viel Nachhilfeunterricht brauchen wird. Dieser wird für die Gemeinde finanziell zu Buche schlagen. «Schon jetzt kosten uns der Deutschunterricht für die Flücht­ lingskinder und das Integrationsjahr für Oberstufenabgänger 280 000 Franken pro Jahr», rechnet Rudolf Bertels vor. Dazu kämen noch Kosten für Nachhilfeunter­ richt und eventuell für psychologische Therapien. «Die irakischen Kinder haben

Krieg erlebt und könnten entsprechende Trauma-Symp­ tome zeigen», erzählt Ru­ dolf Bertels, «darunter rasche Ermüd­ barkeit, eine geringe Frustrationstoleranz, schlechte Konzentrationsfähigkeit und Ge­ waltbereitschaft.» Die Schulgemeinde steht auch dafür in der Pflicht, angemes­ sene Massnahmen zu treffen.

Anspruchsvolle Pensenplanung In finanziellen Angelegenheiten fühlt sich Rudolf Bertels allein gelassen. «Für die Le­ benshaltungskosten der Flüchtlinge leis­ tet der Bund Kostenersatz an die Gemein­ den. Wir hingegen, die Kinder aufnehmen, müssen die zusätzlichen Schulmassnah­ men aus der eigenen Tasche berappen.»

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Die 13-jährige Sedra kam im Dezember 2014 nach Bauma, wo sie eine Mehrjahrgangsklasse besucht. Die Syrerin war mit ihrer Familie fast drei Jahre auf der Flucht.

Die Schulleitung, die Schulpflege und die Fachstelle für Sonderpädagogik, wel­ che die sonderpädagogischen Massnah­ men der Schuleinheit steuert und koor­ diniert, erarbeiten derzeit ein Konzept für die Beschulung von Flüchtlingskindern, um für künftige Fälle optimal vorbereitet zu sein. «Es geht im Wesentlichen darum, festzuhalten, was wann und wie gemacht werden soll, damit Zuständigkeiten ge­ klärt sind und Doppelspurigkeiten ver­ mieden werden», erklärt Rudolf Bertels. Er glaubt, dass der Flüchtlingsstrom aus dem arabischen Raum nicht so schnell abnimmt, aber wenn doch, werde die nächste Krise bald kommen. Trotz der anspruchsvollen Situation ist Rudolf Bertels zuversichtlich: «Wir machen einfach das Beste und werden ­ es schaffen.» Er hofft, dass dem Wunsch der Gemeinde entsprochen wird, dass die nächsten Flüchtlingsfamilien aus den­ selben Ländern stammen: «Das hält un­ seren Aufwand kleiner.» Ebenso hofft er, dass die Flüchtlingsfamilien nicht verlegt werden. «Jetzt, wo wir so viel Zeit und Geld in die Kinder investiert haben, ­wollen wir sie natürlich nicht mehr gern gehen lassen.»  

Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Volksschule

Doppelspurigkeiten vermeiden


Stafette

«Das ganze Team muss dahinterstehen» Das im letzten Schulblatt vorgestellte Schulinternat Ringlikon gibt den Stab weiter an die Primarschule Vogtsrain in Zürich Höngg. Sie arbeitet mit PFADE, einem Programm, das die sozialen Kompetenzen fördert. Text: Andreas Minder  Fotos/Collage: Marion Nitsch


Stafette Das Schulblatt besucht Schulen, die im Unter­ richt und Schulalltag interessante Wege entwickeln. Die vorgestellte Schule bestimmt, welche Primar- oder ­Sekundarschule in der kommenden Schulblatt-Ausgabe vorgestellt wird. Die in dieser Ausgabe vorgestellte Schule wünscht sich als Nächstes: die Oberstufe für Gehörlose und Schwerhörige in Zürich Wollishofen.

«Wenn ich mit jemandem Streit habe, denke ich zwar nicht unbedingt an die PFADE-Regeln. Aber im Hinterkopf habe ich sie schon. Sie sind ja auch überall im Schulhaus aufgehängt. So wissen wir etwa, dass wir nicht bloss zuschauen soll­ ten, wenn andere Streit haben oder wenn jemand unfair behandelt wird. Wenn es möglich ist, sollten wir eingreifen und hel­ fen. Natürlich kann man nicht mit allen gut Freund sein. Aber das muss man auch nicht. Wenn man das ‹Kind der Woche› nicht mag oder nicht so gut kennt, muss man ihm auch kein ganz persönliches Kompliment machen. Man kann zum Beispiel einfach sagen, dass es einen ­ guten Kleidergeschmack hat. Ich leite ­ den Schülerrat, und auch dort kümmern wir uns um Themen wie beispielsweise gegenseitiger Respekt. Jetzt steht gerade Mobbing auf dem Plan: Wir sammeln ­Ideen, was man dagegen tun könnte. Wir können auch sonst unsere Meinung sa­ gen, zu neuen Regeln zum Beispiel.»

«Ein grosser Pluspunkt von PFADE ist, dass man damit auch Buben gut abholen kann. Sie lernen ihre Gefühle verstehen. Das heisst nicht, dass es keine Raufereien mehr gibt. Das darf auch sein. Aber wir haben ein geeignetes Instrument, um ­solche Konflikte zu lösen. Natürlich gibt es Kinder, die man weniger gut erreicht. Aber am ‹Kind der Woche› zum Beispiel haben fast alle Freude. Der PFADE-­ Ordner bietet gut durchdachte Lektionen, die man übernehmen kann, aber nicht muss. Man kann auslassen, ergänzen, ­selber etwas entwickeln. Das ist sehr be­ friedigend. Auf der Ebene der Gesamt­ schule gibt es einen gemeinsamen Nen­ ner. Probleme werden nach ähnlichem Muster angegangen. Es war im Vogtsrain schon vorher friedlich, aber ich stelle fest, dass jetzt eine noch wohlwollende­ re Grundstimmung herrscht. Mich hat ­PFADE so überzeugt, dass ich Elemente davon auch daheim in meiner Familie ­eingeführt habe.»

Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Volksschule

«Das Schlüsselerlebnis war für mich ein Vortrag von Mark Greenberg, einem der Väter des Programms. Was er erzählte, hat mich sehr beeindruckt. Nicht weil das Vogtsrain bezüglich Konflikten ein Prob­ lem gehabt hätte – wir bewegen uns diesbezüglich im durchschnittlichen Be­ ­ reich –, sondern weil es eben um viel mehr geht: um Gemeinschaft, Lernklima, Sozial­ kompetenz. PFADE ist kein Allheilmit­ tel, aber wir fahren gut damit. Skeptikern, die den Aufwand fürchten, entgegne ich zwei Dinge: Das Programm macht die Kin­ der lernfähiger und es vermittelt ihnen Lebenskompetenzen, also Fähigkeiten, denen auch der Lehrplan 21 als ‹Über­ fachliche Kompetenzen› Platz einräumt. PFADE ist kein Korsett, sondern ein offe­ nes, unterstützendes Programm, das den Bedürfnissen vor Ort angepasst werden kann und muss. Ich weiss nicht, wo wir ohne PFADE stehen würden, aber es ist etwas entstanden, was die ganze Schul­ gemeinschaft verbindet.»

und die einzelnen Lehrpersonen die passenden Instrumente nehmen und auf ihre Bedürfnisse zuschneiden. Die Schulge­ meinschaften stellen zum Beispiel eigene Regeln auf, die sie ­leben und weiterentwickeln. «Wir haben in einem Theaterpro­ jekt zehn Leitsätze erarbeitet, auf die wir regelmässig zurück­ kommen», sagt Heidi Zandbergen. «Unser Spiel ist fein, egal ob gross oder klein!», lautet der Leitsatz, der jetzt gerade an der Schulvollversammlung, an Spieltagen und in einem vom Eltern­ rat organisierten Unihockey-Turnier konkretisiert wird. Kind der Woche: Ein wichtiges PFADE-Ritual ist das «Kind der Woche». Es sitzt auf einem geschmückten Stuhl und hat besondere Auf­ gaben und Privilegien in der Klasse. Am Ende der Woche erhält es von den Mitschülern Komplimente. «Diese ‹Komplimenten­ dusche› stärkt das Selbstwertgefühl des Kindes, und die anderen lernen, wie man echte Komplimente macht», sagt Heidi Zand­ bergen. Tipps: PFADE sollte in der ganzen Schule umgesetzt werden, inkl. Betreuung, finden die Co-Leiterinnen. «Nur so ­entsteht eine gemeinsame Basis und Sprache, die für den Er­ folg des Programms wichtig ist», sagt Nora Borschberg. Ausser­ dem: «Das ganze Team muss hinter dem Programm stehen, wenn es funktionieren soll. Alle müssen bereit sein, es konti­ nuierlich und mit Leidenschaft voranzutreiben.» Weitere Infos: www.schulen-zuerich.ch/vogtsrain, www.pfade.ch  

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Steckbrief: Vier Kindergärten, neun Primarschulklassen und drei Horte gehören zur Schule Vogtsrain. 75 Personen, darunter 36 Lehrpersonen, kümmern sich um rund 290 Kinder. Auf dem Schulareal werden auch zwei Klassen der Heilpädagogischen Schule (HPS) der Stadt Zürich unterrichtet. In einigen Primar­ schulklassen und in einem der Kindergärten werden auch Schü­ lerinnen und Schüler der HPS geschult. Lage der Schule: Die Anlage wurde Anfang der 1970er-Jahre in den Hang oberhalb des Meierhofplatzes gebaut. Zahllose Treppen verbinden die Gebäudestufen. Herkunft: Höngg ist ein Mittelschichtsquartier. Die Eltern sind bildungsnah, die Nachbarschaft der ETH Höng­ gerberg ist spürbar. Leitung: Nora Borschberg und Heidi Zand­ bergen leiten die Schule gemeinsam. Nora Borschberg ist zu­ sätzlich für die Horte und den Morgentisch verantwortlich. Spezialität: Seit sechs Jahren setzt die Schule das Programm PFADE (Programm zur Förderung Alternativer Denkstrategien) in allen Klassen und Horten um. Es will den gegenseitigen Res­ pekt fördern, die Schulgemeinschaft stärken und das Lernklima verbessern. Die Kinder lernen mit Gefühlen wie Wut, Frust oder Traurigkeit umzugehen. Gewalt, Unaufmerksamkeit oder sozia­ ler Rückzug sollen so reduziert werden. PFADE wurde in den USA entwickelt. In der Schweiz bietet ein Team am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich das Programm an. Es informiert, berät und begleitet die Schulen und bildet die Lehrpersonen aus. Auch die Fachstelle für Gewaltprävention der Stadt Zürich unterstützt das Programm. Die Materialien: Ein Lehrmittel für jede Schulstufe enthält Lektionen, Spiele, Poster, Puppen etc. Ein zentrales Thema ist die Selbstkontrolle. Die Kin­ der lernen, angemessen zu handeln, wenn sie starke Gefühle empfinden. Das Ampelposter – im Schulhaus omnipräsent – er­ innert daran. Rot: Stopp, durchatmen, was ist das Problem? Gelb: Lösung suchen, was könnte ich tun? Grün: Los! Probiere die beste Idee aus und schau, obs funktioniert. Flexibles Methodenset: Aus dem Werkzeugkasten von PFADE können die Schulen


Grundkompetenzen

per Bundesverfassung verpflichtet, dass sie zentrale Eckwerte der obligatorischen Schule vereinheitlichen. Dazu gehören auch die Bildungsziele, welche als «Grund­ kompetenzen» formuliert sind. Von Wald ZH bis Villeneuve VD – überall in der Schweiz sollen die Schülerinnen und Schüler vergleichbare Bildungsangebote erhalten. Ziel der jetzigen Überprüfung ist es, herauszufinden, in welchem Aus­ mass die Schülerinnen und Schüler diese festgelegten Grundkompetenzen im Fach Mathematik am Ende der obligatorischen Schulzeit erreichen und wo die Kantone handeln müssen.

Gleich gute ­Bildung von Wald bis Villeneuve In allen Kantonen werden in diesen Wochen die nationalen Bildungsziele in der Mathematik überprüft. Auch die ­Sekundarschule Burg in Wald ist daran ­beteiligt.

Dank Pilot gut vorbereitet Im Kanton Zürich sind insgesamt 85 Schu­ len mit 2100 Schülerinnen und Schülern des 9. Schuljahrs von öffentlichen und privaten Gymnasien und Sekundarschu­ len an der Überprüfung beteiligt. Zufällig ausgewählt wurde auch die Walder Se­ kundarschule. Wie beim bekannten Stell­ werk-Test müssen alle Jugendlichen die Aufgaben am Computer lösen. Alle zur gleichen Zeit an einem Vormittag. Dies hat an einigen Schulen Fragen aufgewor­ fen: Genügt die Anzahl Computer in der Schule? Klappt die Internetverbindung? ­ Die Schule Burg ist gut gerüstet; sie war schon bei der Piloterhebung im letzten Jahr dabei und kann deshalb abschätzen,

Text: Stephan Pfäffli, Bildungsplanung

Susanne Suter ist zuversichtlich: Die Schulleiterin der Sekundarschule Burg in Wald hat sich mit ihrem Team gut auf den Juni-Vormittag vorbereitet, an dem ihre Schule an der Überprüfung des Er­ reichens der Grundkompetenzen (ÜGK)

teilnimmt. Vor drei Jahren hat die Schwei­ zerische Konferenz der kantonalen Er­ ziehungsdirektoren (EDK) beschlossen, die festgelegten «Grundkompetenzen» zu überprüfen. Gestützt auf die Volksabstim­ mung vom 21. Mai 2006 sind die Kantone

Evaluation der Grundkompetenzen: Zeitplan, Klassenstufen und Fächer 2012

2013

2014

PISA Mathematik

2015

2016

2017

2018

PISA Naturwissenschaften

PISA Lesen Mögliche Eckwerte der Evaluation ab 2019, noch nicht entschieden

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Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Volksschule

Grundkompetenzen Grundkompetenz zen

Aufgabendatenbank

Aufgabendaten Betrieb Aufgabendatenbank

11. Klasse (HarmoS-Zählweise*) Haupterhebung April–Mai

Mathematik

2020 Schulsprache, 1. Fremdsprache

8. Klasse (HarmoS-Zählweise*) Haupterhebung April–Mai 4. Klasse (HarmoS-Zählweise*) Haupterhebung April–Mai

2023

2019

Bildungsbericht 2014

* Gemäss HarmoS-Zählweise dauert die obligatorische Schule elf Jahre. Kindergarten und Primarstufe umfassen dabei acht, die Sekundarstufe I drei Jahre.

Bildungsbericht 2018

Die Termine für die ÜGK Mathematik, Schul- und Fremdsprachen wurden so gelegt, dass die Erhebungen nicht gleichzeitig mit PISA stattfinden. (Grafik: EDK)


Doch nicht nur die Technik muss funk­ tionieren. «Voraussetzung fürs Gelingen ist vor allem die Organisation und Koor­ dination aller relevanten Informationen vor Ort», meint Susanne Suter. Das kos­ tet Zeit. Rund zwei Arbeitstage hat die Schule Burg aufgewendet. Die Schullei­ terin konnte diese Aufgabe ihrer Sach­ bearbeiterin übertragen. Zusammen mit dem schulinternen ICT-Supporter – einer Lehrperson – und einer externen testver­ antwortlichen Person bilden sie das ÜGKTeam, das Fragen aus dem Lehrerteam und vonseiten der Schülerinnen, Schüler und Eltern beantworten kann. Zugute kommt dem Projekt, «dass bei den Lehr­ personen ein grundsätzliches Verständnis für die Durchführung der ÜGK vorhan­ den ist», sagt die Schulleiterin. Für die Information der Eltern diene vor allem ­ der «Elternbrief», der die Anonymisierung der Daten zusichert und die lokale Über­ prüfung der Grundkompetenzen in den nationalen Kontext stellt. «Die Erklärun­ gen bleiben allerdings theoretisch», meint Susanne Suter, «denn es ist zum jetzigen Zeitpunkt der Erhebung nicht möglich, ­einen direkten Nutzen zu formulieren.»

Erkenntnisse für den Kanton Geplant ist, dass die Ergebnisse erstmals im Bildungsbericht 2018 publiziert wer­ den. Der Umfang zu den Ergebnissen der Kantone soll dabei rund 15 Seiten um­ fassen. Darüber hinaus wird ein umfas­ sender nationaler Bericht erscheinen. Klar ist, dass die Auswertungen der Er­ hebung keine Aussagen über einzelne Schulen, Klassen, Lehrpersonen oder ein­ zelne Schülerinnen und Schüler enthal­ ten. D ­ iese Überprüfung bringt also Er­ kenntnisgewinn für den Bildungsraum Schweiz und die Kantone. Susanne Suter wünscht sich im Umgang mit den Resulta­ ten vor allem «eine grösstmögliche Sorg­ falt und dass sich die Weiterentwicklung der Volks­schule nicht ausschliesslich auf diese ­Daten stützt».  

Mit der Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK) 2016 schaffen die Kantone Transparenz darüber, wie gut ihr Schulsystem bei Schülerinnen und Schülern grundlegende mathematische Kompetenzen aufbauen können. Hintergrund Im Jahr 2006 hat das Schweizer Stimmvolk mit 86 Prozent JaStimmen die neuen Bildungsartikel in der Bundesverfassung angenommen. Seither ist in der schweizerischen Bundesverfas­ sung festgehalten, welche Eckwerte im Bildungswesen harmoni­ siert sein sollen. Dazu gehören auch nationale Bildungsziele.

Erste Überprüfung im Mai und Juni 2016 Die nationalen Bildungsziele beschreiben, welche Grundkom­ petenzen die Schülerinnen und Schüler in der Schulsprache, in den Fremdsprachen sowie in Mathematik und Naturwissen­ schaften erwerben sollen. In diesem Frühjahr findet die erste Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen (ÜGK) statt. Einbezogen sind Jugendliche am Ende der obligatorischen Schulzeit, geprüft wird das Fach Mathematik. Im Frühjahr 2017 folgen Überprüfungen zur Schulsprache (Deutsch) und zur ers­ ten Fremdsprache (Englisch) bei Schülerinnen und Schülern am Ende der Primarstufe (siehe Grafik).

Kantonsgenaue Ergebnisse Die Überprüfungen sollen Aussagen zur Leistungsfähigkeit ­kantonaler Bildungssysteme ermöglichen. Ergebnisse einzelner Schulen werden nicht veröffentlicht. Die Ergebnisse zu Mathe­ matik, zur Schulsprache und zur ersten Fremdsprache werden im Bildungsbericht Schweiz 2018 publiziert.

Teilnahme Kanton Zürich Im Kanton Zürich beteiligen sich 2100 Jugendliche der 3. Sekun­ darklassen (11. Schuljahr nach HarmoS-Zählweise) aus 85 zu­ fällig ausgewählten Schulen an der Erhebung. Diese findet an einem Vormittag zwischen 2. Mai und 10. Juni 2016 statt.

Ablauf Zuständig für die Erhebung ist die Pädagogische Hochschule St. Gallen. Die Erhebungen werden durch ausgebildete testver­ antwortliche Personen durchgeführt. Die Erhebung besteht aus einem Mathematiktest und einem Fragebogen, in dem unter an­ derem Fragen zum Lernen oder zu den Ausbildungsplänen der Schülerinnen und Schüler im Anschluss an die obligatorische Schule gestellt werden. Die Schülerinnen und Schüler lösen die Aufgaben am Computer.  Weitere Infos: ÜGK Bildungsdirektion Kanton Zürich: www.bi.zh.ch/UeGK Nationale Bildungsziele: www.edk.ch/dyn/12930.php Website PHSG: www.phsg.ch > Forschung > Institut Professions­ forschung & Kompetenzentwicklung > ÜGK

Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Volksschule

Aufwendige Organisation

Erreichen die Zürcher Jugendlichen die mathematischen Grundkompetenzen?

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was auf sie zukommt: Die Computer sind vorhanden, die Datenverbindungen getes­ tet und die Schülerinnen und Schüler er­ fahren im Umgang mit digitalem Lernen und Arbeiten. Zudem sind ihnen die tech­ nischen Geräte und die Räumlichkeiten im Schulhaus vertraut. Eine Einschrän­ kung gegenüber der Piloterhebung aber macht Susanne Suter: «Es stehen jetzt ­weniger testverantwortliche Personen aus dem externen Projektteam zur Verfügung. Für 26 Jugendliche ist eine verantwortli­ che Person vor Ort. Dies bedeutet, dass alle Schülerinnen und Schüler in einem Raum mit 26 Computern arbeiten werden. Fällt ein Gerät aus, sind die Ausweich­ möglichkeiten sehr eingeschränkt.»


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Schulblatt Kanton Zürich 3/2016

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In Kürze Forum Schulleitung

Im Austausch mit dem Volksschulamt

Besser in Geometrie dank Training

Rund 600 Winterthurer Primarschülerin­ nen und -schüler von über 20 Primar­ schulen haben sich während eines Jah­ res am Forschungsprojekt «Kids-Win» beteiligt. In der von der Universität Zü­ rich und der Johannes Gutenberg Uni­ versität Mainz (D) durchgeführten Stu­ die wird untersucht, wie grundlegende, fächerübergreifende Eigenschaften, zum Beispiel Konzentrationsfähigkeit, Motiva­ tion, Geduld und Selbstregulation, gezielt trainiert und nachhaltig verbessert wer­ den können. Nach den ersten Auswertungen zie­ hen die Projektverantwortlichen eine äus­ serst positive Zwischenbilanz. Demnach erwiesen sich die speziellen Arbeitsge­ dächtnis- und Selbstregulations-Trainings als äusserst positiv. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler zeigten zwölf Monate nach der Durchführung des Trai­ nings signifikant bessere Resultate als die Kontrollgruppe, und das in den meisten Bereichen. Die positiven Auswirkungen waren sowohl bei stärkeren als auch bei schulschwächeren Kindern ausgeprägt.

Eine Steigerung stellten die Forschenden in den geometrischen Fähigkeiten, in der Konzentration und in der Impulskontrolle fest. Die Ergebnisse der teilnehmenden gleichaltrigen Schülerinnen und Schüler in Mainz erreichten übrigens nahezu ­identische Ergebnisse wie ihre Schweizer Mitprobanden. Die bisherigen Befunde sind aus Sicht der Wissenschaftler noch vorläufig, die detaillierten Ergebnisse von «Kids-Win» ­ werden zurzeit ausgewertet. Liegt die Studie vor, will die Zentralschulpflege ­ Winterthur entscheiden, ob die «KidsWin»-Trainingsmodule und die dafür ent­ wickelte Software künftig flächendeckend in den Primarschulen eingesetzt werden sollen. [red]  www.schule.winterthur.ch

LKV-Delegiertenversammlung

Diskussion über neuen Berufsauftrag

An der Delegiertenversammlung vom 16. März 2016 berichtete Martin Lampert über seine Arbeit als Vertreter der Volks­ schule im Bildungsrat im Jahr 2015. Im vergangenen Jahr wurden im Rahmen von insgesamt neun Sitzungen 54 Bildungs­ ratsentschlüsse gefasst, wovon zwölf die Volksschule betrafen. Anlässlich eines Workshops befasste sich die Delegierten­ versammlung mit den im März 2017 statt­ findenden Neuwahlen der Delegierten und Ersatzdelegierten für die Amtsperio­ de 2017–2021. Dabei standen insbeson­ dere Fragen zur Wahlorganisation und Wahldurchführung in den einzelnen Be­

zirken im Zentrum des Austauschs. Weiter wurde der neue Berufsauftrag für Lehr­ personen im Kanton Zürich in zwei Refe­ raten vorgestellt, wobei Matthias Weisen­ horn vom Volksschulamt über den aktuel­ len Stand der Teilprojekte informierte und Martin Gehrig den neuen Berufs­ auftrag aus der Sicht eines Schulleiters präsentierte. Eine angeregte Fragerunde im Anschluss an die Referate rundete die Versammlung ab. Das vollständige Proto­ koll ist auf der LKV-Website einsehbar. [Jana Gürth-Peter, Aktuarin LKV]

Förderprogramm ChagALL

Unterstützung für ­Migrantenkinder

Jugendliche mit Migrationshintergrund, die gerne eine Berufsmaturitätsschule (BMS), eine Fachmittelschule (FMS), eine Infor­ matikmittelschule (IMS) oder ein Kurz­ gymnasium besuchen möchten, haben es selbst bei grossem Leistungswillen und Po­ tenzial oft schwer, dieses Ziel zu erreichen. Das 2008 gestartete Förderprogramm ChagALL am Gymnasium Unterstrass un­ terstützt diese Jugendlichen während der 3. Sekundarklasse mit zusätzlichen Trai­ nings am Mittwochnachmittag und Sams­ tagmorgen. Das Programm ist unentgelt­ lich. Voraussetzung für die Teilnahme sind fremdsprachige Eltern, finanziell be­ scheidene Verhältnisse und die Empfeh­ lung einer Lehrperson. Das Programm dauert von August 2016 bis April 2017. ­Anmeldeschluss für 2.-Sekundar-Schüle­ rinnen und -Schüler: 27. Mai 2016. [red]  www.unterstrass.edu/projekte/chagall

Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Volksschule

Forschungsprojekt «Kids-Win»

Das Förderprogramm ChagALL steht für Chancen­ gerechtigkeit durch Arbeit an der Lernlaufbahn. Es hat zum Ziel, motivierte und begabte Jugendliche aus Migra­tionsfamilien so weit zu fördern, dass sie die Aufnahmeprüfung in ein Gymnasium, eine Fachmittelschule oder an eine BMS bestehen. Foto: zvg

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Rund 400 Schulleiterinnen und Schul­ leiter konnte Bildungsdirektorin Silvia Steiner am 4. April zum dritten «Forum Schulleitung» im Casino Winterthur will­ kommen heissen. Thematische Schwer­ punkte bildeten dieses Jahr der neu defi­ nierte Berufsauftrag, die Einführung des Lehrplan 21 und neuste Erkenntnisse zu Bildungsverläufen während der obligato­ rischen Schulzeit. Autor und Kabarettist Bänz Friedli lieferte einige erhellende Einblicke in das Freizeitverhalten von Jugendlichen und gab humorvolle Rat­ ­ schläge, wie der Lehrplan 21 und der ­Berufsstress zu meistern sind. Amtsleiter Martin Wendelspiess wird nach 38 Jahren Tätigkeit in der Bildungsdirektion Ende Mai in Pension gehen. Er nahm die Ge­ legenheit wahr, sich von den Schulleite­ rinnen und Schulleitern zu verabschieden, und freute sich, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Forums seine Nachfol­ gerin, Marion Völger, vorstellen zu kön­ nen. Der rege Austausch an den Themen­ tischen hat einmal mehr gezeigt, dass die Möglichkeit, Fragen und Anliegen mit Fachleuten zu diskutieren, von den Zür­ cher Schulleiterinnen und Schulleitern geschätzt und genutzt wird. [red]


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Schulblatt Kanton ZĂźrich 3/2016


 www.mathematik-sek1.ch

Hilfsmittel

Defizite in Mathematik gezielt angehen Angehende Berufsschülerinnen und Be­ rufsschüler in technischen Berufen kön­ nen ihre Defizite in Mathematik neuer­ dings mit einem Hilfsmittel aus dem Lehrmittelverlag Zürich angehen. Die Übersicht «Auf dem Weg zur Berufs­ schule» ist vor allem für leistungsschwä­ chere Schülerinnen und Schüler gedacht, die ihre Wissenslücken, beispielsweise im Sach- und Prozentrechnen, im Glei­ chungen-Lösen oder bei Termen, gezielt schliessen wollen. Auf diese Weise kön­ nen sie sich optimal auf die neuen Lern­ inhalte vorbereiten. Mithilfe der Über­ sicht haben Lehrpersonen, Berufsbildner und Eltern ausserdem die Möglichkeit, Jugendliche zum Trainieren von Aufgaben anzuregen. Das Hilfsmittel stellt die für einen tech­nischen Beruf relevanten mathema­ tischen Themen auf zehn Seiten tabel­ larisch dar. Es verweist auf die Theorie mit Beispielen im Begleitheft des Lehr­ mittels «Mathematik 1–3 Sekundarstufe I»

Nicht alle jungen Sporttalente im Kanton Zürich besuchen eine der Kunst- und Sportschulen. Damit auch jene talentierten Kinder unbeschwert jubeln können, die eine ­Regelschule besuchen, sind gute ­Lösungen gefragt. Foto: zvg

Vernehmlassung

Einführung von Tagesschulen fördern Im Kanton Zürich besuchen immer mehr Kinder einen Hort oder essen an einem Mittagstisch. Der Regierungsrat will die­ sem wachsenden gesellschaftlichen Be­ dürfnis Rechnung tragen: Die Einführung von Tagesschulen soll gefördert und neue Tagesschulmodelle sollen geprüft wer­ den. Noch gibt es keine Rechtsgrundlage für Tagesschulen. Die Bildungsdirektion hat deshalb einen entsprechenden Ge­ setzesentwurf in die Vernehmlassung ge­ schickt. Dieser sieht eine Änderung des Volksschulgesetzes vor. Tagesschulen sol­ len eine Betreuung während des ganzen Tages anbieten – und dies an mehreren Tagen pro Woche. Ziel ist es, dass Un­ terricht und Betreuung eng miteinander verbunden sind. Die Gemeinden sollen die Möglichkeit haben, Tagesschulen zu führen. Grundsätzlich steht es den Ge­ meinden frei, dies alleine oder in einem Zweckverband mit anderen Gemeinden zu tun. Zudem soll es den Gemeinden freistehen, neue Modelle von Tagesschu­ len zu entwickeln, lokale Gegebenheiten zu berücksichtigen und Schülerinnen und Schüler aus anderen Gemeinden aufzu­ nehmen. Die Vernehmlassung dauert bis zum 15. Juli. [red]

Internationaler Bildungskongress

Reger Austausch über Bildungsthemen

Seit 2011 organisieren die OECD und der Weltverband der Lehrerorganisationen «Education International» jährlich einen internationalen Gipfel zum Lehrberuf. Der diesjährige «International Summit on the Teaching Professions» (ISTP) fand am 3. und 4. März in Berlin (D) statt. Der Schaffhauser Regierungsrat und Präsi­ dent der Deutschschweizer Erziehungs­ direktorenkonferenz (D-EDK), Christian Amsler, leitete die Schweizer Delegation, der Vertreter des Dachverbands Lehre­ rinnen und Lehrer Schweiz LCH, des ­Syndicat des Enseignants Romands SER und des Schweizerischen Schulleiterver­ bands VSLCH angehörten. Laut Christian Amsler bot der Bildungskongress zahl­ reiche Anknüpfungspunkte, um sich über die verschiedenen Aspekte der professio­ nellen Entwicklung von Lehrerinnen und Lehrern sowie über aktuelle bildungspoli­ tische Themenstellungen auszutauschen. Am Rande der Konferenz fanden zudem bilaterale Gespräche mit Bildungsminis­ tern anderer Länder statt. Dabei wurde unter anderem eine Zusammenarbeits­ erklärung von Kanada, Deutschland und Schweiz unterzeichnet. In all diesen Ländern liegt die Zuständigkeit für die ­ Bildung nicht auf der Landesebene, son­ dern bei den einzelnen Bundesländern (Deutschland), Provinzen (Kanada) oder Kantonen (Schweiz). [red]

Sportförderung

Leitfaden für Dispensa­ tion von Sporttalenten Sporttalente stehen in ihrem Leben vor besonderen Herausforderungen. Sie müs­ sen den hohen Trainingsaufwand, die Teilnahme an Wettkämpfen und die schu­ lischen Ansprüche unter einen Hut brin­ gen. Im Kanton Zürich stehen gegenwär­ tig fünf auf Sporttalente zugeschnittene Kunst- und Sportschulen zur Verfügung. Viele der jungen Sportlerinnen und Sportler gehen jedoch weiterhin an ihrem Wohn- oder Trainingsort in Regelklas­ sen und müssen dort adäquate Lösungen finden. Das kantonale Sportamt hat in ­Zusammenarbeit mit dem Volksschulamt und dem Kantonalverband Zürich für Sport in der Schule Empfehlungen und Dispensations- und Vereinbarungsvor­ lagen ausgearbeitet. Diese sollen bei der Koordination der schulischen und der sport­ lichen Förderung an Regelschulen unterstützen. [red]  www.sport.zh.ch/nachwuchsfoerderung, Tel. 043 259 52 98

Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Volksschule

sowie auf ausgewählte Aufgaben in den gedruck­ ten Arbeitsheften und auf die fast unbegrenzten digitalen Trainings­ angebote. [red]

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In Kürze


Studien- und Laufbahnberatung

Matur – und nun? Künftig sollen alle Zürcher Mittelschulen Angebote zur Studien- und Berufswahl ­bereitstellen. Das neue kantonale Rahmenkonzept bietet dazu die nötige Grundlage. Text: Jacqueline Olivier  Foto: zvg

Mit der Matur in der Tasche stehen jungen Leuten alle Türen offen – oder besser alle Studienfächer an Schweizer Hochschulen mit Ausnahme der Medizin. Da kann die Wahl schon zur Qual werden. Gut, wenn man bei der Frage nach dem passenden Studium bereits an der Mittelschule Unterstützung erhält. Diese boten bisher aber nicht alle Schulen im gleichen Masse an. Mit dem vor Kurzem durch den Bildungsrat verabschiedeten kantonalen Rahmenkonzept zur Studien- und Berufswahl an Mittelschulen (siehe Kasten) wird sich dies nun ändern: Gestützt auf das Rahmenkonzept soll jede Schule ein ei­ genes S ­ tudien- und Berufswahl-Konzept

entwickeln. Einige Schulen haben dies bereits auf eigene Initiative getan; für sie gilt es, dieses Konzept an die Vorgaben des Rahmenkonzepts anzupassen. Die Kantonsschule Zürcher Oberland (KZO) in Wetzikon beispielsweise hat seit 2011 ein Studienwahl- und Berufsinformationskonzept. Es sei auf der Basis von damals bereits bestehenden Angeboten erarbeitet worden, erklärt Prorektor Roger Vuk. Eines davon ist die wöchentliche Sprechstunde, für die ein Berater des Berufsinformationszentrums (biz) Oerlikon vor Ort ist und in der auch weitergehende Beratungen vereinbart werden können. Ein anderes ist der Besuch im biz Oerli-

kon für die 5. Klassen. Mit dem Konzept von 2011 hat man jedoch das Spektrum an Beratungen, Kursen, Informationen und ­ Schnuppermöglichkeiten erweitert und in einem Fahrplan festgehalten, was wann wo und durch wen zu erfolgen hat. Gestartet wird in der 1. Klasse des Untergymnasiums. Zu diesem Zeitpunkt ­ geht es noch vornehmlich darum, Informationen zum Beratungsangebot an der KZO an die Schüler und deren Eltern zu bringen, die laut Roger Vuk unbedingt mit ins Boot gehören. In Zusammenarbeit mit diesen wird in der 2. Klasse ausserdem die Möglichkeit eines Schnupper­ tages angeboten. Erste Weichen können Ende der 2. Klasse mit der Profilwahl ­gestellt werden. Der Profilwahlabend ist deshalb ebenfalls Teil des Konzepts. Wobei der Prorektor diesen Entscheid der Schülerinnen und Schüler nicht über­ bewerten möchte. «Es wäre sicher wünschenswert, wenn sie Profil und Schwerpunktfach im Hinblick auf ein späteres Studium wählen würden, und viele treffen ihre Wahl tatsächlich recht gut ihren Neigungen und Fähigkeiten entsprechend. Von einem 14-jährigen Gymnasiasten kann man aber nicht verlangen, dass er weiss, was er in zehn Jahren beruflich ­machen wird.» Denn im Gymnasium lernten die Schüler immer wieder neue Fächer kennen. «Dadurch entwickeln sie im Verlaufe der Zeit vielleicht ganz neue Interessen oder entdecken neue Fähigkeiten.»

Eigenverantwortung gehört dazu

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Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Mittelschule

Schulen entwickeln eigene Konzepte Im März dieses Jahres hat der Bildungsrat das Rahmenkonzept zur Studien- und Berufswahl an Zürcher Mittelschulen verabschiedet (s. Bildungsratsbeschluss Seite 54). Darin werden die Eckwerte festgehalten und ein Studienwahlfahrplan vorgegeben, welche die Grundlage bilden für die nun von den Schulen zu erarbeitenden eigenen Konzepte und Angebote. Grundsätzlich gehe es beim Studien- und Berufswahlkonzept um zwei Dinge, erklärt Bena Keller, Beauftragte Mittelschulen im Mittelschul- und Berufs­ bildungsamt (MBA): «Die Schülerinnen und Schüler sollen die Möglichkeit ­erhalten, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, und sie sollen die nötigen ­Informationen zu Studiengängen und Berufen erhalten.» Dabei brauche es auf der Unterstufe des Gymnasiums, wo die Schüler noch keinen Berufswahlprozess durchlaufen hätten, andere Angebote als auf der Oberstufe. Gerade auch für die Jugendlichen, für die sich herausstelle, dass sie vielleicht doch lieber eine Lehre – mit Berufsmatur – machen würden. Das Rahmenkonzept wurde unter anderem in enger Zusammenarbeit mit dem biz Oerlikon erstellt. Stefan Gerig, Leiter Studien- und Laufbahnberatung, hat im Projektteam mitgearbeitet. Zwar habe das biz schon bisher mit allen Schulen zusammengearbeitet, sagt er, teilweise aber nur in sehr unverbindlicher Form. Besonders positiv findet er, dass das Rahmenkonzept im Untergymnasium ansetzt und auch eine Auseinandersetzung mit der Frage Gymi oder Berufslehre ermögliche. Trotz allem werde das Hauptproblem bleiben: die Jugendlichen im richtigen Moment abzuholen. Wobei letztlich nicht der Zeitpunkt der Studien­ wahl entscheidend sei, sondern der vorangehende Prozess der Selbstfindung und der Auseinandersetzung mit infrage kommenden Ausbildungsmöglichkeiten. Am 12. Mai veranstaltet das MBA eine Kick-off-Veranstaltung für die für die Umsetzung des Rahmenkonzepts verantwortlichen Schulleitungspersonen. Die Schulkonzepte sollen bis Ende des Schuljahrs 2016/17 erstellt sein und auf Beginn des Schuljahrs 2018/19 umgesetzt werden. [jo]  www.bi.zh.ch > Bildungsrat > Beschlussarchiv

Den idealen Zeitpunkt, sich aktiv mit der Studienwahl auseinanderzusetzen, hält Roger Vuk zwei Jahre vor der Matur für gekommen. Ab da verdichten sich im Konzept der KZO die Anlässe und die Möglichkeiten, Einblicke in die Praxis zu erhalten. Zusätzlich zur Klasseninformation und zum erwähnten biz-Besuch werden Fünft- und Sechstklässler beispielsweise am Morgen vor den Notenkonferenzen vom Unterricht dispensiert, wenn sie Einblick in einen Betrieb nehmen möchten. Allerdings werde davon bisher wenig Gebrauch gemacht, stellt Roger Vuk be­ dauernd fest. Wenn Uni und ETH zu ihren Besuchstagen einladen, wird der Unterricht für die 6. Klassen eingestellt mit der Verpflichtung für die Schüler, sich indi­ viduell an den beiden Hochschulen umzusehen. Auch die Elternvereinigung engagiert sich und organisiert zum Beispiel den Anlass «Uni goes KZO». Studierende diverser Hochschulen stellen sich in lockerem Gespräch den Fragen der Schüler zu ihren Studiengängen. Der Erfolg sei unterschiedlich, sagt Roger Vuk. Die Schwierigkeit solch freiwilliger Anlässe bestehe ­darin, dass die Schüler im Zeitalter von Google davon ausgingen, Informationen jederzeit irgendwo abrufen zu können. Und ein Stück weit gehöre es zum Lern-


prozess eines Jugendlichen, Verantwortung für sich zu übernehmen. «Trotzdem finden wir die Unterstützung bei der Studienwahl und das Bereitstellen verbind­ licher Angebote wichtig und sind auch offen für weitere Anregungen.»

Eine Woche für die Zukunft

Diese Woche ermögliche den Schülerinnen und Schülern einen konzentrierten Blick nach vorne, erklärt Rektor Andreas Niklaus. Ausserdem braucht es nach seinem Dafürhalten das Obligatorium, «weil es sonst viele Schüler verpassen, sich rechtzeitig mit der Studienwahl auseinanderzusetzen». Wichtig sei auch, dass das Thema nach dieser Spezialwoche von den Klassenlehrpersonen weiter vertieft werde, sie die Jugendlichen begleiteten und rechtzeitig auf Anmeldefristen für die Hochschulen hinwiesen. Eine weitere Gelegenheit, sich mit der Zukunft auseinanderzusetzen, bietet der Anlass, den die KZN jährlich in Zusammenarbeit mit dem Rotary Club Oerlikon anbietet. Dazu werden jeweils Fachleute aus den unterschiedlichsten akademischen Berufsbereichen gesucht, die über ihr Studium und ihre Tätigkeit informieren. Da diese «Berufsperspektiven-Orientierung» allen Fünft- und Sechstklässlern

offensteht, können interessierte Schüler zweimal daran teilnehmen. Der Zulauf sei erfreulich gross, erzählt Roland Aegerter. Obwohl in der Spezialwoche auch die Maturitätsarbeit und die Ergänzungsfächer thematisiert werden, erwarte man nicht, dass die Schüler die letzten eineinhalb Jahre am Gymnasium ganz auf das spätere Studium ausrichteten, fährt der Prorektor fort, im Gegenteil. «Wenn es um die Ergänzungsfächer geht, weise ich die Schüler jeweils darauf hin, dass es verschiedene Kriterien gibt, diese zu wählen: Man kann sie bewusst als Vorbereitung für das Studium sehen oder sich umgekehrt für ein Fach entscheiden, das man später sicher nie mehr belegen wird.»

Beratung nahm die Angst Allen Angeboten und Konzepten zum Trotz: Die Studienwahl wird für viele Jugendliche ein schwieriges Thema bleiben. Vor allem, wenn sie so viele Interessen haben wie etwa Sascha Deboni. Der Schüler der KZO steht kurz vor der Matur und weiss nach wie vor nicht, in welche Richtung es danach weitergehen soll. Dabei macht er sich schon lange Gedanken darüber. In der 4. Klasse habe er ange­ fangen, sich mit seinen Lehrpersonen aus­ zutauschen, erzählt er. Als hilfreich empfand er den Besuch im biz, der ihm vor allem die Angst vor der Studienwahl und

einer allfälligen späteren Arbeits­losigkeit genommen habe. Beim Berufsberater in der Schule hat er zwei Einzelberatungen in Anspruch genommen. «In diesen Gesprächen konnte ich mich selbst reflek­ tieren und ausschliessen, was sicher nicht infrage kommt. Das ist schon mal was.» Er werde nun erst einmal die Matur absolvieren und anschliessend ein Jahr Zivildienst leisten, sagt Sascha Deboni. Während dieses Zwischenjahrs will er aber auch zwei-, dreimal an der Uni schnuppern gehen. Ohne sich selbst unter Druck zu setzen. «Obwohl ich nach wie vor grosse Fragezeichen habe, finde ich dies inzwischen nicht mehr schlimm.» Die Studienwahl sei ein Prozess, der Zeit brauche und zum Erwachsenwerden gehöre. «In unserem Alter entwickelt man sich noch so schnell; heute sehe ich vieles schon wieder ganz anders als noch vor ­einem Jahr.» Auch wenn er es gut findet, dass die Schule Beratung und gewisse Informations- und Austauschveranstaltungen anbietet, sei der Entscheid für ein Studium letztlich ein ganz persönlicher, niemand könne einem diesen abnehmen. Und: «Die Studienwahl ist zwar sehr wichtig, aber sie bestimmt nicht das ganze Leben.» Selbst wenn er später das Studienfach wechseln oder nach dem Studium auf einem ganz anderen Gebiet tätig würde – «Gelerntes ist nie verloren».  

Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Mittelschule

Vertiefung durch Klassenlehrer

Einmal jährlich geben Mitglieder des Rotary Club Oerlikon an der Kantonsschule Oerlikon den Fünft- und Sechstklässlern Auskunft über ihr einstiges Studium und ihre heutige Tätigkeit.

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Etwas anders handhabt man das Thema bislang an der Kantonsschule Zürich Nord (KZN) in Oerlikon. Hier setzt man seit 2004 auf eine Themenwoche mit obliga­ torisch zu besuchenden Veranstaltungen. Sie findet jeweils in der Woche vor den Sportferien für alle 5. Klassen statt und beinhaltet verschiedene Veranstaltungen: eine Information zur Maturitätsarbeit, eine Einführung in die Zentralbibliothek – oder für Schüler des mathematisch-naturwissenschaftlichen Profils in der Bibliothek der ETH –, eine Information zu den Ergänzungsfächern sowie ein Besuch im biz Oerlikon. Ein Höhepunkt ist sicher das Treffen mit Ehemaligen. Zwischen 60 und 80 Ehemalige aus unterschiedlichen Studienrich­ tungen werden dafür aufgeboten. Jeder Schüler entscheidet sich für drei Studienrichtungen und nimmt an den entsprechenden Gesprächsrunden teil. Die Studenten stellen zunächst ihr Studienfach vor und gehen anschliessend auf die Fragen der Schüler ein. «Das geschieht ­ bewusst ohne die Anwesenheit von Lehrpersonen», sagt der zuständige Prorektor Roland Aegerter. Im Vorfeld geht er jeweils in die Klassen, um die Schüler nach ihren Wünschen betreffend Studien­ fächern zu fragen. «Selbst für exotische Studiengänge wie Sinologie versuchen wir, Ehemalige zu finden.» Dementsprechend seien die Rückmeldungen der Schüler nach diesen Treffen jeweils ausgesprochen positiv.


Schulgeschichte(n)

Zwischen Stadt und Land Das Einzugsgebiet der Kantonsschule Limmattal reicht vom Knonauer Amt bis zur westlichen Agglomeration von Zürich. Dies ist auch dem Zufall zu verdanken.

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Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Mittelschule

Text: Jacqueline Olivier  Fotos: Hannes Heinzer

Auf der Prioritätenliste der Zürcher Mittelschulplanung von 1968 rangierte sie auf dem letzten Platz – eine Mittelschule für das Knonauer Amt. Zu wenige Schüler, lautete damals der Befund. Heute positioniert sich die Kantonsschule Limmattal in Urdorf (KSL) mit ihren knapp 750 Schülerinnen und Schülern im mittleren Feld der Grös­ sentabelle der Zürcher Kantonsschulen. Nachgeholfen hat zunächst die neue Bahnlinie, die das Knonauer Amt über Urdorf und Zürich Altstetten mit der Stadt Zürich verband. Damit vervielfachte sich die potenzielle Schülerzahl einer Mittelschule im Westen der Kantonshauptstadt auf einen Schlag. Gleichzeitig geriet der

Kanton unter Zugzwang, weil einerseits die Kantonsschule Freudenberg aus allen Nähten platzte, andererseits die städtische Töchterschule in Wiedikon ebenfalls aus Platzgründen den Zugang von nicht städtischen Schülerinnen einschränkte. Plötzlich ging es ganz schnell: Im Dringlichkeitsverfahren wurde 1973 eine Filialabteilung der Kantonsschule Freudenberg in einer Pavillonanlage in Urdorf eröffnet. Nur vier Jahre später wurde die Filiale aufgrund der rasant steigenden Schülerzahlen in die Selbstständigkeit entlassen. Erst 1986 konnte die Schule hingegen ihr eigenes Logis beziehen – nachdem ein erster Baukredit 1979 an der Urne abge-

lehnt worden war. Es ging gerade mal um 885 Stimmen. Von Anfang an für das Projekt eingesetzt hatte sich die erste Aufsichtskommissionspräsidentin: die spätere Bundesrätin Elisabeth Kopp.

Ein Mac-Labor für die Kunst Heute findet in dem nach aussen hin fast trutzig wirkenden Gebäude mit grosszügigem Innenausbau – weite Korridore, breite Treppen, geräumige Nischen – ein reichhaltiges Schulleben statt. Als «Landschule» führt die KSL ein Lang- und ein Kurzgymnasium und bietet alle Profile an. Bei aller Vielfalt legt die Schule einen klaren Schwerpunkt auf den naturwissenschaftlich-technischen Bereich. So wurde 2002 erstmals eine Technikwoche durchgeführt, 2004 folgte die Studienwoche «Technik und Engineering» und drei Jahre später der schweizweit erste Tec-Day. Seit Mitte der 2000er-Jahre werden ausserdem bereits in der Unterstufe Physik sowie das Fach Naturwissenschaften und Informatik unterrichtet. Konsequenterweise wird der Qualität des technischen Instrumentariums der Schule grosse Bedeutung beigemessen. Dem musischen Bereich beispielsweise steht das sogenannte Mac-Labor mit AppleComputern zur Verfügung, etwa für gra­ fisches Design, Komposition, Tonaufnahmen und so weiter. Umgekehrt wird an der KSL Wert auf einen verantwortungsvollen Umgang mit den digitalen Medien gelegt. Seit fünf Jahren wird für die Eltern der Erstklässler ein spezieller Elternabend zum Thema ver­


sportlager in verschiedenen Wintersport­ orten der Schweiz, an denen während der Sport­ferien jeweils rund 300 Schüler teilnehmen. Was der Schule bislang fehlt, ist eine Aula. Für die Maturfeier weicht sie deshalb in die Zentrumshalle Spitzacker in Urdorf aus, für die öffentlichen Konzerte,

die Chor und Orchester alle zwei Jahre gemeinsam mit der Musikschule Kno­ ­ nauer Amt veranstalten, in die Kirche Schlieren. In den nächsten Jahren soll die Schule im Rahmen der kantonalen Schulraumstrategie vergrössert werden – mit dem Ergänzungsbau wird auch das Manko der fehlenden Aula behoben.  

Schulgeschichte(n) Die Zürcher Mittelschullandschaft ist während 180 Jahren gewachsen und hat entscheidende Entwicklungsschritte durchlaufen. Das Schulblatt porträtiert in dieser Serie einzelne Schulen, deren Geschichte für eine bestimmte pädagogische oder bildungspolitische Entwicklung steht, und lässt die Rektorin oder den Rektor sowie die Präsidentin oder den Präsidenten der Schülerorga­nisation erzählen, was für sie von der Vergangenheit spürbar ist und wie sie die Schule heute erleben.

Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Mittelschule

anstaltet. Ausserdem gibt es im Schulhaus handyfreie Zonen, namentlich in den beiden Trakten, in denen sich die Schulzimmer befinden. Fortschrittlich zeigte sich die Schule auch immer wieder in nichttechnischen Belangen. So bot die KSL als erste Zürcher Kantonsschule Italienisch als Grundlagenfach oder ein ökumenisches Foyer an, in dem sich die Schüler treffen und austauschen, sich zurückziehen oder mit per­ sönlichen Fragen und Problemen an einen der beiden Religionslehrer wenden können. Diese engagieren sich überdies als Organisatoren freiwilliger Kulturreisen für Schüler und Lehrpersonen – etwa nach Rom, Prag oder Istanbul. Nicht minder beliebt sind die jährlichen Schnee-

Margaux Beuchat, SO-Präsidentin «Die KSL steht im Ruf, eine anspruchsvolle ­Schule zu sein, unter den Schülern herrscht ­jedoch eine sehr gute Stimmung; in den Pausen ist immer ­Betrieb in den Korridoren. Typisch für unsere Schule ist sicher das vielfältige Angebot an Freifächern. Das geht bis zu Chinesisch. Ich mache das musische Profil mit Schwerpunkt Klavier und Sologesang als Freifach. Toll finde ich auch die verschiedenen Möglichkeiten zu reisen. In der 5. Klasse waren wir zum Beispiel eine ­Woche in Cambridge, das fand ich super. Ausserdem gibt es die Schneesportlager oder die Reiseangebote in den Ferien. Wenn man will, kann man jedes Jahr irgendwohin. Ein jährlicher Höhepunkt ist jeweils der Kanti-Ball, an dem alle entsprechend gekleidet erscheinen – dieses Jahr lautete das Thema ‹schwarz-weiss›. An dem Abend ar­ beiten auch viele Lehrer mit, etwa an den Bars, beim Einlass etc. Das zeugt vom guten Verhältnis ­zwischen Schülern und Lehrpersonen.»

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Werner De Luca, Rektor «An unserer Schule kommen Schülerinnen und Schüler aus den ­ländlichen Gemeinden des Knonauer Amts mit jenen der städtischen ­Agglomeration zusammen. Das ist für beide Seiten bereichernd. Auch der Umgang zwischen Schülern und Lehrpersonen ist ungezwungen, ­Letztere singen zum Beispiel im Schulchor mit oder reisen mit in die Schneesportlager. Ich hoffe, dass wir dieses Persönliche beibehalten können, wenn wir nun um rund 50 Prozent wachsen werden. Die ­Vergrösserung der Schule ist eine Herausforderung, birgt aber auch ­Chancen: Wir werden mehr profilreine Klassen bilden oder mehr Schüler für unsere künstlerischen Veranstaltungen beiziehen können, die bei uns einen grossen Stellenwert haben. Neben den öffentlichen Konzerten sind beispielsweise das jährliche Neujahrskonzert sowie die ­Serenade vor den Sommerferien Tradition. Sehr präsent ist bei uns der Ehemaligenverein. Er unterhält unter anderem einen Unterstützungsfonds für Schüler, die für spezielle schulische Anlässe die ­finanziellen Mittel nicht aufbringen können.»


Schulblatt Kanton Z체rich 3/2016

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Externe Fachperson f체r Mitarbeiterbeurteilungen (Unterrichtsbesuche/Integrationsgespr채che) Coaching f체r Lehrpersonen Beratung von Schulpflegen Evaluationsberatung Training Auftrittskompetenz Hans Peter Gilg, lic. phil I Schulungen und Beratungen Weinbergstrasse 93 8802 Kilchberg hp.gilg@bluewin.ch 079 356 93 30


In Kürze Vernehmlassung

Mit der Fachmatur an die Universität Wer eine Fachmittelschule mit der Fachmaturität abgeschlossen hat, soll künftig wie die Absolventinnen und Absolventen einer Berufsmaturität zur Ergänzungsprü­ fung zugelassen werden, die den Übertritt an eine universitäre Hochschule ermöglicht. So lautet ein Beschluss der Konferenz der eidgenössischen Erziehungsdirektoren (EDK). Damit dies möglich wird, ist eine Änderung des entsprechenden Reglements sowie der Verordnung des Bundesrates notwendig. Bis zum 18. Mai 2016 läuft dazu nun die Anhörung der Kantone sowie der betroffenen Bildungsund wissenschaftspolitischen Organe und Organisationen. [red]

Kantonsschule Rychenberg

Sanierung und Er­ weiterung der Mensa Die Mensa der Kantonsschule Rychenberg ist in die Jahre gekommen und stösst an ihre Kapazitätsgrenzen. Der Regierungsrat hat deshalb die Sanierung und Erweiterung beschlossen. 2017 wird das Gebäude um ein Obergeschoss erweitert, in dem 150 zusätzliche Sitzplätze bereitgestellt werden können. Ausserdem bietet das zusätzliche Stockwerk Platz für drei neue Klassenzimmer, die ebenfalls dringend benötigt werden. Während der Bauarbeiten wird ein provisorischer Betrieb der Mensa mit verringertem Angebot sichergestellt. [red]

Schülern Platz bieten. Da für die neue Mittelschule nur ein Teil des Areals benötigt wird, kann eine Teilfläche an Dritte veräussert werden. Zunächst ist aber noch eine Altlastensanierung des Seegrundes erforderlich, für welche die heutige Besitzerin einen grossen Teil der Kosten übernehmen wird. Ausserdem muss für den Neubau der kan­ tonale Richtplan angepasst werden. Im Sommer 2016 wird der Planungsprozess für die Neugestaltung des Areals starten. Um die steigenden Schülerzahlen aufzufangen, soll ab dem Schuljahr 2018/19 in Uetikon am See auf der Rossweid ein Provisorium für rund 500 Schüler errichtet werden. Der Entscheid des Kantonsrats steht noch aus. [red]

mehr präsentiert sie 50 von rund 2500 Arbeiten, die an Zürcher Kantonsschulen Jahr für Jahr verfasst werden. Gymnasiale Bildung in ihrer schönsten Form – jung, kraftvoll, leidenschaftlich. Impuls Mittelschule, die Stelle für ­Öffentlichkeitsarbeit der Zürcher Mittelschulen, präsentiert die 50 ausgezeichneten Maturitätsarbeiten vom 19. Mai bis zum 1. Juni 2016 im Zürcher Stadthaus. Höhepunkt ist der Festakt mit Prämierung am Donnerstag, 19. Mai 2016, um 19 Uhr. Die Ausstellung ist jeweils von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr und am Samstag von 8 Uhr bis 12 Uhr geöffnet. Weitere Informationen und ein Überblick über die Arbeiten der vergangenen Jahre sind auf der Ausstellungswebsite zu finden. [red]  www.maturitätsarbeit.ch

Ausstellung Maturitätsarbeiten

Hoch hinaus

Wo die Idee zur Gewissheit wird, entsteht Energie. Der Augenblick der Erkenntnis setzt Kräfte frei, die den Weg vorzeichnen. Was jetzt zählt, ist der Arbeitsprozess. Das Herantasten. Das Verzweifeln. Der Durchbruch. Eine Reise ins eigene Ich, die tief blicken lässt – und weit über den Horizont des Alltäglichen hinausweist. Die Ausstellung ausgezeichneter Maturitätsarbeiten zeigt, wie spannend und beglückend der Griff nach den Sternen sein kann. Einmal

Personelles

Mutationen in den ­Schulleitungen Der Regierungsrat hat nachstehende Wah­ len vorgenommen: auf Beginn des Schuljahres 2016/2017: – Kantonsschule Zürcher Unterland: Dr. Roland Lüthi als Rektor. Er tritt die Nachfolge von Jakob Hauser an, der auf das Ende des Schuljahres 2015/2016 zurückgetreten ist. [red]

Die diesjährige ­Ausstellung aus­ gewählter Maturitätsarbeiten verspricht nicht weniger als den Griff nach den Sternen. Foto: zvg

Schulraumstrategie

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Bis 2027 wird die Zahl der Mittelschülerinnen und -schüler im Kanton Zürich stark steigen. In der kantonalen Schulraumstrategie wurde deshalb unter anderem der Bau einer neuen Kantonsschule am rechten Zürichseeufer eingeplant. Nun steht fest, wo diese neue Kantonsschule entstehen soll: In Uetikon am See, auf dem Areal der CPH Chemie und Papier Holding AG (Chemie Uetikon). Der Kanton Zürich hat das Areal mit einer Fläche von 65 000 Quadratmetern für 52 Millionen Franken erworben. Mit der Wahl dieses Standorts soll ein Teil der heutigen Schülerströme vom rechten Zürichsee in die Stadt umgeleitet und damit ein Beitrag zu einer sinnvollen Verkehrsplanung im Kanton Zürich geleistet wer­den. Die neue Schule soll rund 1000 Schülerinnen und

Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Mittelschule

Neue Kantonsschule in Uetikon am See


Hochschulen als Lehrbetriebe

Als Lernender an der ETH Mit Hochschulen verbinden die meisten Studenten, Doktoranden und Professoren. Dass die ETH, die Universität Zürich und die Zürcher Fachhochschulen auch Lernende ausbilden, ist wenig bekannt. Text: Sophia Siegenthaler  Fotos: Reto Schlatter

In einem der Chemielabors für Lernende auf dem Campus der ETH Zürich auf dem Hönggerberg steht Simon und führt einen Versuch durch. Der 27-Jährige schliesst im Sommer seine dreijährige Lehre als Laborant EFZ mit Fachrichtung Chemie ab. Ursprünglich hatte der Liechtensteiner nach dem Abschluss der Matur ein Se­ mester Chemie an der ETH studiert. «Ich realisierte aber schnell, dass ich ein Prak­ tiker bin, und erkundigte mich bei mei­ nem Professor Antonio Togni, dem Lei­ ter des Laboratoriums für anorganische Chemie, nach Berufsausbildungen an der Hochschule.» So landete er kurz darauf – dem Zufall sei Dank – als Lernender bei ebendiesem Professor im Forschungs­

team, und zwar als Lernender. An der Ausbildung an der ETH schätzt Simon ­Foser, dass er sich in den letzten drei Jah­ ren vor allem ein enormes Grundwissen aneignen konnte. Und bei der Arbeit wird Englisch gesprochen. «Für meine Forschungsgruppe bin ich sozusagen ein Student», schildert der an­ gehende Laborant die Unternehmenskul­ tur an der ETH. Dass die Hierarchie kaum spürbar ist, erklärt er sich unter anderem damit, dass viele Studenten, Doktoranden und Professoren aus dem Ausland stam­ men und das duale Berufsbildungssystem der Schweiz kaum kennen. Weckte das Arbeiten auf dem Campus nicht doch die Lust auf ein anschliessendes Studium?

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Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Berufsbildung

Berufslehren an Fachhochschulen Auch die Zürcher Fachhochschulen bilden Lernende aus. Die Zürcher Hoch­ schule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) beispielsweise bietet Ler­ nenden insgesamt 12 Ausbildungsplätze für diverse Berufe an, die mit dem ­eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) abgeschlossen werden: Laborant/in, Fachmann/-frau Betriebsunterhalt, Automatiker/in, Chemielaborant/in, ­Biologielaborant/in, Winzer/in. An der ZHAW sind rund 11 500 Studierende ­eingeschrieben, sie beschäftigt 3000 Mitarbeitende. Die Pädagogische Hochschule (PHZH) zählt rund 3500 Studierende (ohne ­Weiterbildungen) und bietet Ausbildungsplätze für folgende Berufe an: Fach­ mann/-frau Betriebsunterhalt EFZ; Informatiker/in Systemtechnik EFZ; Infor­ matiker/in Business Applications EFZ; Mediamatiker/in EFZ; Fachmann/-frau Information und Dokumentation EFZ; Kaufmann/-frau EFZ (über Ausbildungs­ verbund KV Kanton Zürich). Total sind es an der PHZH 13 Lernende inkl. vier Lernenden vom Ausbildungsverbund KV Kanton Zürich. An der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) arbeitet zurzeit ein Lernender im Informationstechnologie-Zentrum (ITZ) der ZHdK. Zwei Lernende haben im Sommer 2015 abgeschlossen. Das ITZ betreut die IT-Infrastruktur der Hoch­ schule, gleist Projekte auf, entwickelt Software und leistet aktiv Support. Die zur ZHdK gehörende Tanz Akademie Zürich (taZ) bietet gar eine Ausbildung zum klassischen Bühnentänzer mit eidgenössischem Fähigkeitsausweis an. Die ZHdK zählt etwa 2740 Studierende (inkl. Weiterbildung), 394 Dozierende (Vollzeitäqui­ valente) und 294 Mitarbeitende (Vollzeitäquivalente). In naher Zukunft sollen mehr Lehrstellen angeboten werden – auch in weiteren Berufsfeldern. [sie]

«Nein, jetzt möchte ich das Gelernte in der Privatwirtschaft anwenden, gezielter an Produkten arbeiten», antwortet Simon Foser. «Bei meinen gegenwärtigen Bewer­ bungen profitiere ich zweifelsohne vom Renommee der ETH, die ich als Referenz ­angeben kann.»

Zentral organisiert Die ETH Zürich zählt über 170 Lernende und Praktikanten in 15 Berufsgruppen. Die Berufsbildung ist bei Human Re­ sources angesiedelt und wird von der Schulleitung der ETH Zürich unterstützt. Berufsbildungsverantwortliche und Pra­ xisbildnerinnen und -bildner in den De­ partementen, Instituten und Abteilungen übernehmen in den Bereichen Fach-, Me­ thoden- und Sozialkompetenz die Ausbil­ dung der Lernenden. Das zentrale Team ist verantwortlich für die Administration, die Organisation der Berufsbildung und die Organisation von Anlässen, die Ko­ ordination und die allgemeine Betreuung der Lernenden und Praktikanten, aber auch für die Unterstützung der Berufs­ bildungsverantwortlichen und Praxisbild­ nerinnen und -bildner. Zu diesem Team zählt die 26-jährige Patricia Gsell, stellvertretende Leiterin der Berufsbildung. Zu ihren Kernaufgaben zählen die Betreuung von Lernenden und Ausbildnern, die Selektion der angehen­ den Lernenden, das Ausstellen des Lehr­ vertrages, die Organisation von Informa­ tionsveranstaltungen jeweils im März und Juni, der Stand an der Berufsmesse im November und die Durchführung von Projektwochen. «Selten kommt es zu ei­ ner Lehrvertragsauflösung», stellt Patricia Gsell fest. Gibt es gravierende Probleme, wird zuerst nach anderen internen Lö­ sungen gesucht. Bei schwierigen Ge­ sprächssituationen helfen der Profifuss­ ballerin – sie spielt in der Nationalliga A des FC St.  Gallen und hat selbst eine ­kaufmännische Ausbildung an der United School of Sports absolviert – nicht nur die Erfahrungen aus der Sportwelt, son­ dern vor allem ihre Kaderweiterbildung als Führungsfachfrau. «Diese Weiterbil­ dung hat mich sehr geprägt. Ich gehe ­heute bewusster in Gesprächssituationen hinein», so Patricia Gsell. «Ich kenne mich besser und reflektiere mehr.»

Förderung der Berufsmaturität Auf die Frage, wie sich die berufliche Grundbildung an der ETH von einer Leh­ re in einem Betrieb unterscheidet, weist Patricia Gsell unter anderem auf die ei­ genen Lernlabors hin. Dort werden auch überbetriebliche Kurse durchgeführt, teil­ weise sogar ausserkantonale. Ein grosser Vorteil der Ausbildung an der ETH besteht darin, verschiedene Abteilungen kennenzulernen. Beispiels­ weise wechseln Biolaboranten alle drei bis sechs Monate die Abteilung, die KV-


Simon Foser, Laborant EFZ, Fachrichtung Chemie, bei der Arbeit im Labor auf dem Campus an der ETH Zürich, Hönggerberg.

Patricia Gsell ist stell­ vertretende Leiterin der Berufsbildung an der ETH Zürich.

dem Unterschreiben des Lehrvertrags. Auf grosses Interesse dürfte hingegen die neue Lehrstelle Interactive Media Desig­ ner EFZ stossen. Voraussetzung dafür ist ein gestalterischer Vorkurs.

Lehre bei Bedarf auf das Überbrückungs­ angebot zählen, bis sie beispielsweise ihr Studium beginnen oder ins Militär ein­ rücken können. Obwohl in der Öffentlichkeit wenig bekannt ist, dass die ETH auch Lernende ausbildet, sind die Lehrstellen an der Hochschule sehr begehrt. «Einzig der Aus­ bildungsplatz Tierpflegerin und -pfleger EFZ Fachrichtung Versuchstiere ist we­ niger gefragt», wirft Patricia Gsell ein. Im Bewusstsein, dass dieser Beruf nicht jedermanns Sache ist, ist ein zweiwö­ chiger Schnupperkurs Voraussetzung vor

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Lernenden jeweils nach einem halben Jahr und die Polymechaniker absolvieren zuerst eine zweijährige Grundausbildung, bevor sie in die verschiedenen Abtei­ lungen wechseln. Ausserdem werden die Lernenden für die Berufsmaturität moti­ viert. «Rund 50 Prozent unserer Lernen­ den absolvieren die Berufsmaturität wäh­ rend ihrer Lehrzeit», freut sich Patricia Gsell. Gerne würde die ETH ihre Ler­ nenden nach ihrer Ausbildung weiterbe­ schäftigen. Allerdings ist dies nur bei ­entsprechenden offenen Stellen möglich. Die Lernenden dürfen jedoch nach der

Die ETH ist mit ihren rund 18 600 Studie­ renden, davon knapp 4000 Doktorierende, nicht die einzige Hochschule, welche be­ rufliche Grundbildungen anbietet. Auch die Universität Zürich (UZH) – mit über 26 000 Studierenden und gut 8500 Mit­ arbeitenden – bildet zurzeit rund 90 Ler­ nende aus. Die Berufsbildung an der UZH ist dezentral organisiert und bei den ein­ zelnen Instituten angegliedert. Mehr als die Hälfte aller Lernenden, 46 Dental­ assistentinnen, beschäftigt das Zentrum für Zahnmedizin. Am Tierspital sind 12 Tiermedizinische Praxisassistentinnen in Ausbildung, zusätzlich erlernt eine Tierpflegerin am Zentrum für klinische Forschung an der medizinischen Fakultät ihr Metier. Die mathematisch-naturwis­ senschaftliche Fakultät beschäftigt zehn angehende Laboranten und Laborantin­ nen, drei Polymechaniker und eine Gra­ fikerin. Über die gesamte Universität ver­ teilt werden sechs Informatikerinnen und Informatiker sowie vier Fachfrauen und -männer Information und Dokumentation ausgebildet. Die Abteilungen Personal, Betriebsdienste, Informatik, Studierende, Finanzen und das Institut für Virologie bilden je eine bis zwei kaufmännische ­Angestellte aus.  

Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Berufsbildung

Rund 90 Lernende an der Uni


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Schulblatt Kanton Zürich 3/2016 Berufsbildung


Adrian Geissmann, Leiter Ausbildung der Implenia Einheiten Buildings und Mo­ dernisierung Regionen Mitte und Zürich, ist ebenfalls gelernter Maurer. Er hat im Strassenbau gearbeitet und dann die Aus­ bildung zum Polier und Bauführer ge­ macht. Seit elf Jahren ist er verantwortlich für Aus- und Weiterbildung. 21 Lernende sind es derzeit, die er in regelmässigen Abständen an ihren Arbeitsorten im Kan­ ton Zürich und im Aargau besucht. Dazu betreut er die Ausbildung von angehenden Bauführern und die Weiterbildung von rund 110 Baufachleuten. Amanda Gamal ist die erste und einzige Maurerin unter seinen Lernenden. Bauen ist eine Män­ nerdomäne, ganz klar. «Es herrscht ein rauer Ton auf den Baustellen», sagt Ad­ rian Geissmann, der es begrüssen würde, wenn sich mehr junge Frauen für eine Maurerlehre interessierten. «Aber die ­Atmosphäre ist ehrlich und kollegial.» Die Lernende fühlt sich von ihren Kollegen gut akzeptiert. Im Moment sind Amanda Gamal und ein Baupraktiker EBA im ­ersten Lehrjahr die einzigen Lernenden auf der Baustelle in Dübendorf. Ihre di­ rekte Bezugsperson ist der Polier, der die Lernenden anleitet.

Trittsicher Mit festen Schritten steigt Amanda Gamal über die Armierungen im Untergeschoss der Baustelle; hier sind die Deckenscha­ lungsarbeiten im Gang. In Dübendorf, di­ rekt an der Grenze zu Zürich Stettbach, entsteht derzeit der «Event-Park» als Kon­ gress- und Kulturzentrum. Wo die an­ gehende Maurerin Schalungen erstellt, wird künftig eine Veranstaltungshalle bis 3200 Personen aufnehmen können. Män­

Maurerin EFZ Auf dem Bau arbeiten, auch bei Regen und Schnee – das war Amanda Gamals ­Berufswunsch. Für Ausbildner Adrian Geissmann ist sie die erste weibliche ­Lernende, die Maurerin wird. Text: Charlotte Spindler  Foto: Sabina Bobst

ner in orangefarbener Kleidung tragen Bretter über den Platz, sägen, hämmern, fügen Armierungseisen zusammen. Über ihnen drehen sich drei rote Kräne. Der Beruf der Maurerin, des Maurers ist körperlich anstrengend. Die Arbeit auf dem Bau, das Schalen, Armieren, Beto­ nieren sind Knochenarbeit. Nicht zuletzt wird der Rücken stark beansprucht. Das Unternehmen achtet auf Gesundheits­ schutz und Arbeitssicherheit; alle Mitar­ beitenden besuchen regelmässig Schulun­ gen. Amanda Gamal kennt die Gefahren: «Trotzdem habe ich mir beim Betonieren schon mal Verätzungen zugezogen.» Ihre Arbeitstage sind lang: 50 Minuten muss sie rechnen, bis sie auf ihrer derzeitigen Baustelle ist. Um 7 Uhr morgens ist Ar­ beitsbeginn, um 17.05 Feierabend: 9 Stun­ den mit zwei Pausen.

Pläne zeichnen und verstehen Adrian Geissmann sucht seine Lernenden sorgfältig aus. Bei den Schnupperlehren schaut er genau hin, wie sicher sich je­ mand auf der Baustelle bewegt. Er legt Wert auf die Form der Bewerbungen, ­achtet auf Zeugnisnoten, insbesondere in Mathematik, auf Zuverlässigkeit und auf die Fähigkeit zu logischem Denken. «An der Berufsfachschule haben wir neben den allgemeinbildenden Fächern und der

Berufskunde Fachrechnen und Fachzeich­ nen», erzählt Amanda Gamal. «Wir müs­ sen in der Lage sein, Pläne von Hand zu zeichnen, damit wir sie auch verstehen können.» Zweimal drei Wochen über­ betriebliche Kurse im ersten Lehrjahr, dreimal drei Wochen im zweiten Lehrjahr und eine Woche im dritten Jahr dienen dazu, das fachliche Wissen zu ver­tiefen, dazu führen die Lernenden vor der LAP ein Prüfungsobjekt aus, an dem sie das Gelernte anwenden. Zusätzlich hat Ad­ rian Geissmann zusammen mit P ­olier Gregor Lüthi für die Maurer-Lernenden der Implenia Region Zürich ein Lehrlings­ projekt aufgegleist, bei dem die angehen­ den Berufsleute selbstständig, wenn auch unter Anleitung des Poliers, einen Bau, zum Beispiel ein Mehrfamilienhaus, aus­ führen. Anspruchsvoll! «Die Ausbildung von Baufachleuten ist auf Jahre angelegt», meint Adrian Geissmann. «Sie dauert nicht nur bis zum Qualifikationsverfahren.» Wenn er nach ein paar Jahren auf einer Baustelle einen seiner ehemaligen Lernenden trifft, der nun selbst Polier ist, erfüllt ihn das mit Befriedigung. Amanda Gamal nickt: «Nach der Lehrabschlussprüfung möchte ich das auch: Ein, zwei Jahre arbeiten und dann weitermachen, zur Polierin und Bau­ führerin.»  

Der Beruf Maurer/Maurerin EFZ Ausbildung: dreijährige berufliche Grundbildung mit eidgenössischem ­Fähigkeitszeugnis (EFZ). Anforderungen: abgeschlossene Volksschule, gute Leistungen in Mathematik, handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungs­ vermögen, robuste Gesundheit, körperliche Beweglichkeit und Kraft, Schwindel­ freiheit. Karrieremöglichkeiten: zum Beispiel Vorarbeiter/in, Baupolier/in oder Baustoffprüfer/in mit eidg. Fachausweis, Baumeister/in (HFP), dipl. Techniker/in HF Bauführung, Bachelor of Science (FH) in Bauingenieurwesen.  www.bauberufe.ch

Berufslehre heute Jedes Jahr treten im Kanton Zürich rund 12 500 Jugendliche eine Lehrstelle an. Das Schulblatt porträtiert in einer Serie ­jeweils eine Berufs­ bildnerin oder einen Berufsbildner (Lehrmeister) und eine Lernende oder einen Lernenden (Lehrling) in ihrem Arbeitsalltag.

Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Berufsbildung

«Ich fühle mich gut akzeptiert»

Berufslehre heute

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Auf der Grossbaustelle am Stadtrand ist der Frühling eben erst angekommen. Von Nordost weht ein scharfer Wind, der Him­ mel ist bedeckt. Amanda Gamal ist nicht wetterfühlig. Sie steckt in einer dicken ­Jacke und robusten orangefarbenen Ho­ sen. Schutzhelm und feste Schnürschuhe sind auf der Baustelle obligatorisch. Die 18-Jährige ist Maurerin im zweiten Lehr­ jahr, eine kräftige junge Frau mit kasta­ nienbraunem Haar und freundlich bli­ ckenden dunklen Augen. Ihre lila glän­ zenden Fingernägel sind ein charmanter Blickfang. Amanda Gamals Entscheid, sich für eine Maurerlehre zu bewerben, stand früh fest. «Mein Grossvater war Schreiner und hat in einer Glaserei gearbeitet, aber in der Familie ist er der Einzige, der einen handwerklichen Beruf hatte», erzählt sie. «Ich habe mir einen Beruf gewünscht, bei dem ich draussen arbeiten kann. Zwei Schnupperwochen auf dem Bau konnte ich machen, einmal hat es heftig geregnet und sogar gehagelt.» Das hat sie keines­ wegs abgeschreckt.


Anregendes Podiumsgespräch mit Bruno Juen, Andreas Billeter, Vanessa Munari, Moderatorin Esther Girsberger, Angelika Locher und Marc Kummer (von links).

Lehrstellenkonferenz

Wie gelingt der Lehrabschluss? An der elften Lehrstellenkonferenz stand das Qualifikationsverfahren im Zentrum – respektive die unterschiedlich hohen ­Erfolgsquoten der Branchen und Berufe.

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Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Berufsbildung

Text: Jacqueline Olivier  Foto: Urs Jaudas

Der Lehrabschluss sei für einen jungen Menschen fast noch wichtiger als der 18. Geburtstag und damit das Erreichen der Volljährigkeit, erklärte Marc Kummer den rund 260 Teilnehmerinnen und Teil­ nehmern der diesjährigen Lehrstellenkon­ ferenz in der Messe Zürich. Umso bedau­ erlicher, meinte er, dass rund 10 Prozent aller Lernenden im Kanton Zürich das Qualifikationsverfahren nicht bestünden. Wobei in einigen grossen Branchen die Misserfolgsquote überdurchschnittlich hoch sei. Darum stand die aktuelle Lehr­ stellenkonferenz unter dem Titel: «Lehr­ abschluss bestanden!?» Gemeinsam ging man der Frage nach, welches die Voraus­ setzungen für einen erfolgreichen Lehr­ abschluss sind, welche Rolle die einzel­ nen Akteure spielen und wo insbesondere die Branchen, die eine hohe Zahl nicht bestandener Lehrabschlüsse verzeichnen, den Hebel ansetzen könnten, um diese Zahl zu verringern.

Weniger «Konserven­wissen»? Mit Andreas Billeter, Vorstandsmitglied des Auto-Gewerbe-Verbands Schweiz (AGVS), stand ein Vertreter einer solchen Branche am Rednerpult. Wobei es bei drei der insgesamt sechs durch den Verband

angebotenen Berufe, nämlich jenen in den Bereichen Administration und Detail­ handel/Logistik, gut laufe. Sorgen bereiten hingegen die drei technischen Berufsaus­ bildungen. Sowohl unter den AutomobilMechatronikern als auch unter den Auto­ mobilfachmännern fallen jährlich 20 bis 25 Prozent der Prüflinge durch. Bei den Automobilassistenten EBA sind es etwa 14 bis 18 Prozent. Dies wirft laut Andreas Billeter Fragen auf: Stimmt das Berufs­ bildungsportfolio in den Werkstätten an­ gesichts der rasanten technischen Ent­ wicklungen in jüngerer Vergangenheit noch? Müssen sich die Berufsbildner bes­ ser und regelmässiger weiterbilden? Und wie viel «Konservenwissen» sollen die ­Berufsfachschulen in Zeiten von Google noch vermitteln; sollte der Fokus nicht verstärkt auf das berufliche Know-how gelegt werden?

Zeit für das Lernjournal Angelika Locher, Leiterin Berufsbildung am Kantonsspital Winterthur, konnte aus Sicht einer Branche und eines Betriebs mit überdurchschnittlich hohen Erfolgs­ quoten berichten. Gründe für dieses gute Abschneiden sieht sie in ihrem Betrieb diverse. Zum Beispiel werden den Ler­

nenden wöchentlich 1,5 Stunden für das Führen ihres Lernjournals zur Verfügung gestellt und dieses wird auch regelmässig von den Berufsbildnern kontrolliert. Die Erwartungen an die Lernenden werden schriftlich festgehalten, etwa in Form ei­ ner Kompetenzenliste, auch werden Ta­ ges-, Wochen- und Monatsziele gesetzt. Um Lernschwierigkeiten zu begegnen, hat der Betrieb ein standardisiertes Vorgehen definiert. Auch profitieren die Lernenden von einer Probe-Lehrabschlussprüfung. Angelika Lochers Hauptbotschaft jedoch lautet: «Das Qualifika­ tionsverfahren be­ ginnt mit der Selektion der Lernenden.» Mit anderen Worten: Eine sorgfältige Prü­ fung der Bewerbe­ rinnen und Bewerber ist der erste Schritt hin zu einem erfolg­ reichen Lehrabschluss.

Bestanden im zweiten Anlauf Für das Podiumsgespräch im zweiten Teil gesellten sich zu den drei Referenten Bruno Juen, Präsident der Prüfungskom­ mission der Gebäudetechnik-Berufe, und die «Berufseinsteigerin» Vanessa Munari hinzu. Die gelernte Lastwagenchauffeuse hat den Lehrabschluss erst im zweiten Anlauf geschafft, nachdem sie ein Jahr lang neben einer Teilzeitanstellung noch­ mals die Schulbank gedrückt hatte. Dass es beim ersten Mal nicht klappte, führt sie auf mehrere Faktoren zurück. Sie habe Mühe gehabt mit dem Schulstoff, zu Hause eine problematische Zeit erlebt ­ und die Chemie zwischen ihr und ihrem Ausbildner habe nicht gestimmt. Für Bruno Juen ist klar, dass das ­Qualifikationsverfahren praxisbezogener werden muss. Sein Verband sei am Thema dran. In Zukunft soll die mündliche Prü­ fung kein blosses Abfragen mehr sein, sondern in Form eines Fachgesprächs ab­ laufen. Der Experte tritt quasi als Kunde auf, der Lernende schlüpft in die Rolle des Beraters. Im Laufe der von der Publizistin Es­ ther Girsberger moderierten Gesprächs­ runde wurde klar, dass es viele Gründe geben kann für ein nicht bestandenes Qualifikationsverfahren und es deshalb verschiedene und teilweise branchen­ spezifische Massnahmen braucht, um Ab­ hilfe zu schaffen. Mit den Verbänden der Automobil- und der GebäudetechnikBranche sowie mit zwei weiteren Bran­ chenverbänden ist das Mittelschul- und Berufsbildungsamt derzeit daran, solche Massnahmen zu erarbeiten.  


Studienreise

Albanien entdecken Lehrpersonen aller Stufen, Sozialarbeiterinnen/ Sozialarbeiter Psychologinnen/ Psychologen (max. 15 Personen) Sofern Platz vorhanden auch andere Interessierte

Leitung

Nexhat Maloku, Mediator CAS, Lehrer HSK in Zürich Hagenbuchrain 32 8047 Zürich Tel. 076 569 20 80 E-Mail: nmaloku@sunrise.ch

Preis

Fr. 1710.– (alles Inkl.)

Albanien Albanien war bis zu Beginn der 90er-Jahre von einer kommunistischen Diktatur geprägt. Nach der Öffnung des Landes ist nun Albanien auf dem Weg in die EU und seit April 2009 NATO Mitglied. Mehrere kulturhistorische Stätten gehören zum UNESCOWeltkulturerbe und ziehen gemeinsam mit den bezaubernden Landschaften immer mehr Touristen an. Während unserer Reise werden wir Spuren vergangener Herrscher und Eroberer verfolgen und eindrückliche Kulturdenkmäler aus der Illyrischen, mittelalterlichen und osmanischen Zeit besuchen. Neben der Hauptstadt Tirana besichtigen wir unter anderem die Städte Shkoder und Kruje im Norden, Durres und Sarande an der Küste sowie Berat und Gjirokaster im Landesinneren. Geplant sind zudem Gespräche mit Bildungsverantwortlichen sowie der Besuch zwei Volksschulen und wir erfahren, in welchem Rahmen die Schweiz in Albanien Entwicklungshilfe leistet. Während der Reise durch das Land werden wir die herzliche Gastfreundschaft der Menschen erleben und Albanien mit seinen grossen gesellschaftlichen wie auch landschaftlichen Gegensätzen entdecken.

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Zielgruppe

Schulblatt Kanton Zürich 3/2016

9.–17. Oktober 2016, (Herbstferien)


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Schulblatt Kanton ZĂźrich 3/2016


In Kürze

Die Ausstellung aus­gewählter Abschluss­arbeiten ­ermöglicht ­spannende Einblicke in eine Vielzahl an Themen. Foto: zvg

Ausgewählte Abschlussarbeiten

Von Selbstgesprächen bis zum Berufshund

Dank Kompetenzen zum Wohlstand Der zweite internationale Berufsbildungs­ kongress vom 20. bis zum 22. Juni in Win­ terthur verspricht spannende Referate, Podiumsgespräche und Seminare. Als ­Referenten erwartet werden neben Bun­ despräsident Johann Schneider-Ammann und Mauro Dell’Ambrogio, Staatssekretär für Bildung, Forschung und Innovation, unter anderen Marianne Thyssen, EUKommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobi­ lität, Per Byström, Chefberater des Minis­ teriums für Bildung und Forschung von Schweden, Petya Evtimova, Teamleiterin des Projekts «Swiss Support for the Intro­ duction of Dual-Track Principles in the Bulgarian Vocational Education System» in Bulgarien oder Félicien Moukagni, Be­ rater des gabunischen Ministers für natio­ nale Bildung und technische Ausbildung und zuständig für das Partnerschaftspro­ jekt Gabun-Schweiz.

 www.vpet-congress.ch

Personelles

Mutationen in den ­Schulleitungen Der Regierungsrat hat nachstehende Wah­ len vorgenommen: auf Beginn des Schul­ jahrs 2016/2017 – Baugewerbliche Berufsschule Zürich: Heinz Schlegel als Rektor. Er tritt die Nachfolge von Rainer Hofer an, der auf Ende des Herbstsemesters 2015/2016 seinen Rücktritt ein­ gereicht hat. [red]

Euroskills 2016

Kick-off der Schweizer Delegation Neun junge Berufsleute aus der ganzen Schweiz werden vom 1. bis zum 3. Dezem­ ber 2016 an den Euro-Skills-Competition in Göteborg teilnehmen, unter ihnen ein Elektroinstallateur aus Zürich. Anfang April traf sich die Schweizer Delegation erstmals im luzernischen Dagmersellen für erste Vorbereitungsarbeiten. Schwer­ punktthemen waren Kommunikation und Teambildung. Die Wettkämpferinnen und Wettkämpfer lernten sich selber und ihre Fähigkeiten richtig einzuschätzen und

wie sie mit ihren Experten am effizientes­ ten kommunizieren können. Ausserdem erarbeiteten sie die Ziele für die Vorbe­ reitung und den Wettkampf. Daneben hat das Swiss Team gemeinsam Leitsätze und ein Motto formuliert. Als Abschluss stand am Sonntag sportliche Betätigung auf dem Programm, die natürlich als Team­ aufgabe ausgestaltet wurde. In den kommenden Monaten warten intensive Trainings, eine Medienschulung und ein weiteres Teamweekend im Sep­ tember auf das Swiss Team. In G ­ öteborg werden sich die neun jungen Schweizerin­ nen und Schweizer gegen rund 500 weitere Wettbewerbsteilnehmer aus 27 Nationen behaupten müssen. [red]

Umfrage

Fit für das Berufsleben Neun von zehn Absolventen einer KVLehre fühlen sich gut auf ihre erste Ar­ beitsstelle vorbereitet. Dies hat eine Um­ frage des kaufmännischen Verbands bei 3000 KV-Lehrabgängerinnen und -abgän­ gern ergeben. Vier Monate nach ihrem Lehrabschluss gehen 75,6 Prozent einer regulären Berufstätigkeit nach. 3,7 Prozent absolvieren ein Praktikum und 15,8 Pro­ zent sind anderweitig beschäftigt, leisten zum Beispiel Militärdienst oder absolvie­ ren einen Sprachaufenthalt. 4,9 Prozent sind auf Stellensuche, wobei 3,4 Prozent beim RAV gemeldet sind. Ausserdem wis­ sen die KV-Absolventen, was es für den beruflichen Erfolg in der digitalen Ar­ beitswelt braucht: 93 Prozent aller Befrag­ ten wollen sich weiterbilden. Ein Viertel hat bereits eine Weiterbildung begonnen und ein weiteres Viertel startet damit bis Ende 2016. In der Schweiz schliessen jährlich über 11 000 junge Leute eine KVAusbildung ab. [red]

Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Berufsbildung

Berufsbildungskongress

Der Kongress steht unter dem Motto «Dank Kompetenzen zu Wohlstand – Er­ folgselemente teilen». Getragen wird er vom Staatssekretariat für Bildung, For­ schung und Innovation (SBFI), dem Kan­ ton Zürich, Organisationen der Arbeits­ welt und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). An der Eröffnung am Abend des 20. Juni wird Bildungsdirektorin Silvia Steiner die in­ ternationalen Gäste begrüssen. [red]

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Was hat mehr Speed auf der Autobahn mit den fürsorgerischen Zwangsmassnah­ men der Schweiz vor 1981 zu tun? Oder die Gentrifizierung des Zürcher Stadt­ kreises 4 mit einer Hochzeitstorte? Ganz einfach: Einblicke in alle vier Themen gibt es an der diesjährigen Ausstellung von ausgewählten Vertiefungs- und Be­ rufsmaturitätsarbeiten. Und ebenso in 46 weitere Themen. Aus rund 3600 Abschlussarbeiten, die an sechs städtischen Berufsschulen und einer Berufsmaturitätsschule im Fach Allgemeinbildung oder in einem Fach ­ des Berufsmaturitätsunterrichts entstan­ den sind, wurden 50 ausgewählt, die nun an der Technischen Berufsschule Zürich (TBZ) präsentiert werden. Sie veran­ schaulichen, welche Vielfalt an Themen die angehenden Berufsleute mit enor­ mem Einsatz und erfrischender Origina­ lität angepackt haben. Organisiert wurde die Ausstellung vom Mittelschul- und Berufsbildungsamt in Zusammenarbeit mit den ausstellenden Schulen. An der Eröffnungsveranstaltung präsentierten Lernende aus den betei­ ligten Schulen Ausschnitte aus ihren Ar­ beiten vor den geladenen Gästen, und Schweizer Jugend forscht nominierte die Teilnehmenden für den nationalen Wett­ bewerb. Die Ausstellung dauert bis zum 28. Mai 2016. [red]


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lehrmittelverlag-zuerich.ch

Schulblatt Kanton ZĂźrich 3/2016


Ethik. Anforderungskatalog Lehrmittel 1.– 3.

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Lehrplan «Hauswirtschaft an Mittelschulen» (Neuerlass)

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Studien- und Berufswahl an den Zürcher Mittelschulen; Kantonales Rahmenkonzept

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Anpassungen der Fächerprofile im Studiengang Sekundarstufe I an der Pädagogischen Hochschule Zürich

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Volksschule; Fachstelle für Schulbeurteilung. Zusätzlicher ­Qualitätsanspruch Bildungsrat ab Schuljahr 2016/2017

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Volksschule. Bildungsrätliche ­Kommission Bildungsstandards und Lehrplan 21. Neunomination

1. Ausgangslage Ab Schuljahr 2007/2008 konnten die Gemeinden mit der Ein­ führung des neuen Fachs Religion und Kultur auf der Sekundar­ stufe I beginnen (BRB 4/2006), ab Schuljahr 2008/09 auf der Pri­ marstufe (BRB 29/2007). Spätestens ab Beginn des Schuljahrs 2011/12 mussten alle Schulgemeinden mit der Einführung des Faches Religion und Kultur sowohl auf der Primarstufe wie auch auf der Sekundarstufe I starten. Per Ende Schuljahr 2016/17 wird die flächendeckende Einführung abgeschlossen sein und das Fach Religion und Kultur wird in allen Klassen der Volks­ schule des Kantons Zürich unterrichtet. Beim Fach Religion und Kultur handelt sich um einen be­ kenntnisunabhängigen religionskundlichen Unterricht ohne Ab­ meldemöglichkeit, der das Fach Biblische Geschichte (Primar­ stufe) bzw. den Konfessionell-Kooperativen Religionsunterricht KOKORU (Sekundarstufe I) ablöste. Das Fach wird ab dem 4. Schuljahr benotet. Mit der Inkraftsetzung des Lehrplans 21 (im Kanton Zürich voraussichtlich ab 2018/2019 Kindergarten / 1.– 5. Schuljahr, ab 2019/2020 6.– 9. Schuljahr) wird das Fach Religion und Kultur wahrscheinlich weiterentwickelt zum Fach Religionen, Kulturen, Ethik. Die bislang im Fach Religion und Kultur vermittelten ­Inhalte sind im Lehrplan 21 als Kompetenzen im Fachbereich Ethik, Religionen, Gemeinschaft ERG (1. und 2. Zyklus in Natur, Mensch, Gesellschaft integriert) enthalten. Der voraussichtliche Fachbereich Ethik, Religionen, Gemeinschaft umfasst neben religionskundlichen Kompetenzen auch solche zu Ethik und ­ ­Lebenskunde. Die bis jetzt für den Unterricht in Religion und Kultur vor­ gesehene Wochenlektion wird voraussichtlich auch für das Fach Religionen, Kulturen, Ethik gelten. Die Verankerung der Ethik soll dazu beitragen, dass ethische Fragen auf allen Schulstufen gezielt aufgegriffen und bearbeitet werden. Ethische Fragen be­ rühren alle Schulfächer, weshalb sie im Sinne einer angewand­ ten Ethik zu bearbeiten sind. Für das religionskundliche Fachanliegen gemäss Lehrplan 21 kann weiterhin das Lehrmittel «Blickpunkt – Religion und Kul­ tur», das für das Fach Religion und Kultur im Kanton Zürich ent­ wickelt wurde, eingesetzt werden. Hingegen fehlt für die Berei­ che Ethik ein kompetenzorientiertes Lehrmittel, das «Blickpunkt» ergänzt. Für das vorgesehene Fach Religionen, Kulturen, Ethik soll wie bisher für das Fach Religion und Kultur ein Lehrmittelobli­ gatorium gelten. Bei einem neuen Ethik-Lehrmittel ist eine gewisse Nähe zum Lehrmittel «Blickpunkt – Religion und Kultur» im Sinne einer Verortung im Fachbereich Ethik, Religionen, Gemeinschaft er­ wünscht. Dies kann sich etwa in Aufbau oder der grafischen Gestaltung äussern. Inhaltlich soll sich das Ethik-Lehrmittel ­ aber klar von «Blickpunkt» unterscheiden.

2. Erwägungen Mit einem Anforderungskatalog gemäss Lehrmittelpolitik des Kantons Zürich (BRB 35, 2012) sollen die Eckwerte eines neuen Lehrmittels für Ethik für alle Stufen bzw. Zyklen bestimmt wer­ den. Der Anforderungskatalog bildet die Grundlage für die Er­ arbeitung eines Entwicklungskonzepts.

Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Amtliches

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Ethik. Anforderungskatalog Lehrmittel 1.– 3.

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Amtliches 3/2016

Bildungsratsbeschluss vom 7. März 2016


Themen für ­Anforderungskatalog

Anforderung für ein Ethik-Lehrmittel

Formale Anforderungen Fachbereich: Für welches Fach bzw. welchen Fach­bereich gemäss Lehrplan für die Volksschule des Kantons Zürich (auf der ­Grundlage des Lehrplans 21) wird ein Lehrmittel gewünscht?

Im Lehrplan 21 ist Ethik zunächst im Fachbereich Natur, Mensch, Gesellschaft angesiedelt. Ein Ethik-Lehrmittel soll einerseits die dort aufgeführten Kompetenzbereiche berücksichtigen, anderseits Ethik mit Themen verschiedener Fächer verbinden und fächerverbindendes und fächerübergreifendes Lernen ermöglichen. – Vollständige Abdeckung von: – NMG.11 Grunderfahrungen, Werte und Normen erkunden und reflektieren (1./2. Zyklus) – ERG.1 Existentielle Grunderfahrungen reflektieren (3. Zyklus) – ERG.2 Werte und Normen klären und Entscheidungen verantworten (3. Zyklus) – Teilweise Berücksichtigung von: – NMG.1 Identität, Körper, Gesundheit – sich kennen und sich Sorge tragen (1./2. Zyklus) – NMG.10 Gemeinschaft und Gesellschaft – Zusammenleben gestalten und sich engagieren (1./2. Zyklus) – ERG.5 Ich und die Gemeinschaft – Leben und Zusammenleben gestalten (3. Zyklus) Bei diesen Kompetenzbereichen gibt es Berührungen/Überschneidungen mit anderen Kompetenzbereichen des Fachbereichs NMG (z. B. Räume, Zeiten, ­Gesellschaften oder Natur und Technik), welche situativ berücksichtigt werden wo möglich und sinnvoll. – Bezüge zu ethischen Fragen in weiteren Fächern, die sich aus NMG.11 und ERG.2 ergeben. – Nicht berücksichtigt werden: – NMG.12 Religionen und Weltsichten begegnen (1./2. Zyklus) – ERG.3 Spuren und Einfluss von Religionen in Kultur und Gesellschaft ­erkennen (3. Zyklus) – ERG.4 Sich mit Religionen und Weltsichten auseinandersetzen (3. Zyklus) Diese Kompetenzbereiche werden durch die Lehrmittelreihe «Blickpunkt – Religion und Kultur» 1– 3 (1.– 8. Schuljahr) weitgehend abgedeckt.

Schulstufe/Schuljahre: Auf welche Schulstufen und Schuljahre (nach Kanton ZH bzw. nach HarmoS) soll es ausgerichtet sein?

1., 2. und 3. Zyklus (Kindergarten / 1.– 9. Schuljahr)

Verfügbarkeit (Termin/Schuljahr): Wann sollen das LM bzw. Teile davon für welches Schuljahr verfügbar sein?

Einlaufend ab Schuljahr 2019/20

Nutzergruppen: Für welche Nutzergruppen (Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen, Eltern, andere) soll das Lehrmittel Angebote enthalten?

Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen

Lehrplanvorgabe: Auf welchen Lehrplan muss das Lehrmittel ausgerichtet sein?

Lehrplan für die Volksschule des Kantons Zürich (auf der Grundlage des Lehrplans 21)

Abweichungen zur Lehrplanvorgabe: Welche Abweichungen zum Lehrplan sind vorgesehen? Muss das Lehrmittel etwas Zusätzliches erfüllen oder sind bestimmte Bereiche des Lehrplans ausgenommen?

Keine

Spezifische kantonale Vorgaben: Gibt es spezifische Vorgaben des Kantons Zürich, die das Lehrmittel erfüllen muss? Gibt es bei einem interkantonalen Lehrmittel besondere kantonale ­Vorgaben, die es zu berücksichtigen gibt?

Die oben aufgeführten Kompetenzbereiche des Lehrplans 21 werden ­voraussichtlich von den Kantonen unterschiedlich ausgestaltet entsprechend ihren kulturellen und religiösen Traditionen. Ethik und Philosophieren mit Kindern ist in Lehrplänen aller Kantone ein ­adäquates Bildungsanliegen.

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Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Amtliches

Im Kanton Zürich wird das bestehende Fach Religion und Kultur voraus­ sichtlich mit der Einführung des Lehrplans für die Volksschule des Kantons ­Zürich (auf der Grundlage des Lehrplans 21) zum Fach Religionen, Kulturen, Ethik erweitert. Stundentafel / abzudeckende Lektionen: Wie viele Lektionen der Stundentafel müssen sich mit dem Lehrmittel ­abdecken lassen? (Hier ist zu berücksichtigen, dass in der Praxis infolge von Ausfällen und ­anderen schulischen Aktivitäten nicht alle Lektionen stattfinden. Evtl. soll mit dem Lehrmittel auch nur ein Teil der Lektionen abgedeckt werden können.)

Kindergarten: Stunden innerhalb grösserer Themenzusammenhänge

Umfang Über-/Wahlangebot: Wie gross soll der Anteil des stofflichen Überangebotes sein, aus dem die Nutzergruppen auswählen können (müssen)?

Verbindliche Grundlagen und Wahlangebot an Themen angewandter Ethik mit Bezug zu verschiedenen Fächern, insbesondere im 3. Zyklus auch zu Projekten und Wahlangeboten im 9. Schuljahr.

Erprobung: Welchen Stellenwert hat die Praxiserprobung für das Lehrmittelprojekt? (besonders hohe Bedeutung oder normale Bedeutung) Sind bestimmte Voraussetzungen für die Erprobung besonders zu berücksichtigen?

Normale Bedeutung

Projektorganisation: Welche Rahmenbedingungen sind für die Projektorganisation zu ­berücksichtigen? Welche Anforderungen werden an die Zusammenstellung des Autorenteams gestellt? Braucht es bestimmte Gremien? Müssen bei der Zusammensetzung dieser Gremien bestimmte Bedingungen berücksichtigt werden?

Konsultation der Kontaktgruppe Religionen

Konzeptanforderungen: Welche spezifischen Anforderungen werden an das Konzept gestellt?

Keine

1.– 9. Klasse: Für das Fach Religionen, Kulturen, Ethik sind pro Schuljahr 40 Lektionen vorgesehen. Das Ethik-Lehrmittel soll Materialien für rund 20 zum Teil fächerübergreifende Lektionen pro Schuljahr zur Verfügung stellen.

Punktuelle Erprobung parallel zur Entwicklung Beteiligung von Lehrpersonen verschiedener Fächer insbesondere im 3. Zyklus.

Begleitgruppe Fachexperten: Experten aus Fachdidaktik und Bezugs­ wissenschaften Begleitgruppe Praxisexperten: Lehrpersonen aller Zyklen


Themen für ­Anforderungskatalog

Anforderung für ein Ethik-Lehrmittel

Pädagogisch-didaktische Anforderungen Didaktischer Ansatz: Auf welchen didaktischen Ansatz soll das Lehrmittel ausgerichtet sein?

Kompetenzorientierung gemäss dem neuen Lehrplan für die Volksschule des Kantons Zürich (auf der Grundlage des Lehrplans 21). Aufbau von Kompetenzen und Strategien Ethische Fragestellungen in lebensweltlich und schulisch zugänglichen Themen bearbeiten

Fachdidaktische Besonderheiten: Welche fachdidaktischen Besonderheiten sind mit dem Lehrmittel ­abzudecken?

Abgrenzung vom Fachanliegen Religionskunde

Differenzierung: Welchen Stellenwert hat die Differenzierung für das Lehrmittel? (besonders hohe Bedeutung oder normale Bedeutung) Welche Bereiche der Anforderungsniveaus muss die Differenzierung ­abdecken?

Hohe Bedeutung

(LP21: 1./2. Zyklus: NMG 12; 3. Zyklus ERG.4 und ERG.5)

Das Lehrmittel soll auch jahrgangsübergreifenden Unterricht und alters­ durchmischtes Lernen (AdL) unterstützen. Berücksichtigung der Abteilungen auf der Sekundarstufe I Berücksichtigung der sozialen und kulturellen Heterogenität im Schulfeld

Lernzielkontrolle: Welchen Stellenwert haben Lernzielkontrollen für das Lehrmittel? (besonders hohe Bedeutung oder normale Bedeutung) Ist eine bestimmte Ausrichtung (formativ, summativ) besonders zu gewichten?

Normale Bedeutung.

Fächerübergreifende Themen: Welchen Stellenwert haben die fächerübergreifenden Themen (gemäss LP 21) für das Lehrmittel? (besonders hohe Bedeutung oder normale Bedeutung) Sind bestimmte fächerübergreifende Themen besonders zu gewichten?

Hohe Bedeutung

Überfachliche Kompetenzen: Welchen Stellenwert haben die überfachlichen Kompetenzen (gemäss LP 21) für das Lehrmittel? (besonders hohe Bedeutung oder normale Bedeutung) Sind bestimmte überfachliche Kompetenzen besonders zu gewichten?

Hohe Bedeutung

Abgrenzung zu anderen Lehrmitteln: Von welchen Lehrmitteln soll sich das Lehrmittel abgrenzen, d. h., wo sind Redundanzen zu vermeiden?

Ergänzung zum Lehrmittel «Blickpunkt – Religion und Kultur», das das ­religionskundliche Fachanliegen abdeckt.

Einbezug anderer Lehrmittel: Auf welche Lehrmittel soll sich das Lehrmittel beziehen, d. h., wo sind allenfalls sogar Verbindungen, Verweise aufzunehmen?

Schaffung von thematischen Bezugspunkten zu folgenden Lehrmitteln (in Entwicklung): – NaTech (Natur und Technik, Kindergarten / 1.– 3. Zyklus) – «Gesellschaften im Wandel» (Geschichte und Politische Bildung, 3. Zyklus) – «Weltsicht» (Geografie, 3. Zyklus) – weitere ausgewählte NMG-Lehrmittel, die zurzeit in Entwicklung sind (1./2. Zyklus)

Anschluss an andere Lehrmittel: Auf welche Lehrmittel soll das Lehrmittel aufbauen und zu welchen soll es den Anschluss gewährleisten? (über den LP21 hinaus)

Keine

Medienwahl: Gibt es Rahmenbedingungen, die die Verwendung bestimmter Medien (Print, digital) beeinflussen? Wie wirken sie sich auf die Art und den Anteil der betreffenden Medien aus?

Digitales Angebot soweit sinnvoll und möglich.

Bildungsratsbeschluss vom 7. März 2016

Lehrplan «Hauswirtschaft an Mittelschulen» (Neuerlass) In der Volksabstimmung vom 3. März 2013 wurde die Vorver­ legung der Hauswirtschaftskurse an Mittelschulen ins Unter­ gymnasium angenommen. Infolge der Vorverlegung der Haus­ wirtschaftskurse musste der Lehrplan überarbeitet werden. Ein Projektteam, welches sich aus Dozierenden der Pädagogischen Hochschulen Zürich und Luzern sowie der Projektleitung Haus­ wirtschaft an Mittelschulen zusammensetzte und bereits den bisherigen Lehrplan ausgearbeitet hatte, erarbeitete den neuen Lehrplan «Hauswirtschaft an Mittelschulen». Für den Erlass des neuen Lehrplans ist gemäss § 4 Ziff. 1 des Mittelschulgesetzes vom 13. Juni 1999 der Bildungsrat zuständig.

Insbesondere geeignet für Bezüge zu verschiedenen Fächern und fächer­ übergreifenden Themen.

Ausgewogene Gewichtung der überfachlichen Kompetenzen

Bei einem neuen Ethik-Lehrmittel ist eine gewisse Nähe zum Lehrmittel «Blickpunkt – Religion und Kultur» im Sinne einer Verortung erwünscht. Dies kann sich etwa in Aufbau oder der grafischen Gestaltung äussern. Inhaltlich soll sich das Ethik-Lehrmittel aber klar von «Blickpunkt» unterscheiden.

Hohe Bedeutung

Der Bildungsrat nahm am 16. Juni 2014 eine Erprobungsfas­ sung des Lehrplans zur Kenntnis und es wurden im Herbst 2014 zwei Pilotkurse auf der Basis dieses Lehrplans mit je einer K ­ lasse der Kantonsschule Rychenberg und des Literargymnasiums ­Rämibühl durchgeführt. Die Evaluationsergebnisse wurden in den Lehrplan eingearbeitet. Der Lehrplan umfasst die Kom­ petenzbereiche «Ernährung und Gesundheit», «Haushalten und Zusammenleben», «Prozesse und Produkte» sowie «Konsum ge­ stalten». Das Lern- und Unterrichtsverständnis orientiert sich am Lehrplan 21 der Volksschule. Der Bildungsrat hat mit Be­ schluss vom 24. August 2015 die Bildungsdirektion mit einer ­Vernehmlassung zum neuen Lehrplan «Hauswirtschaft an Mit­ telschulen» beauftragt. Im Rahmen der Vernehmlassung gingen insgesamt 18 Stel­ lungnahmen ein. Der Entwurf des Lehrplans findet Zustimmung. Die Bedenken lassen sich wie folgt zusammenfassen: – Für den zur Verfügung stehenden Zeitraum von drei ­Wochen würden zu hohe Ziele gesteckt. – Die Zeit für theoretische Ansätze sei nicht vorhanden und die überfachlichen Kompetenzen seien überbewertet. – Seitens der Elternvereinigungen wurde der Wunsch nach praxisbezogenem Unterricht geäussert. Es seien vermehrt Grundtechniken zu vermitteln. Weiter würden im Kom­ petenzbereich «Ernährung und Gesundheit» ethische und tierethische Aspekte zu wenig berücksichtigt.

Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Amtliches

I. Der Lehrmittelverlag Zürich wird beauftragt, unter Ein­ bezug des Anforderungskatalogs und in Absprache mit dem Volksschulamt bis Ende 2016 ein Entwicklungskonzept für ein neues Ethik-Lehrmittel vorzulegen.

Wie der Fachbereich nach Einführung des Lehrplans für die Volksschule des Kantons Zürich (auf der Grundlage des Lehrplans 21) benotet wird, ist zurzeit noch offen. Eine mögliche Benotung muss bei der Entwicklung ­berücksichtigt werden.

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Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Bildungsrat:

Entwicklung möglicher Methoden für die Evaluation von Unterricht und ­Lernprozessen (inkl. Online-Materialien).


Diesen Bedenken wurde Rechnung getragen: Um der Theorie­ lastigkeit zu begegnen, wird nun vermehrt ausdrücklich fest­ gehalten, dass Grundkenntnisse erlangt werden müssen. Im Weiteren werden im Kapitel 4 die Fachkompetenzen in Kompe­ tenzen und Teilkompetenzen unterteilt. Je nach Kursthema und Situation können so innerhalb der Teilkompetenzen Schwer­ punkte gesetzt werden. Zudem wurden einzelne Teilkompe­ tenzen gestrichen. Sodann wurde die Kompetenz «Prozesse und Produkte» in Anlehnung an den Lehrplan 21 in «Textiles und Technisches Gestalten» umbenannt. Der Lehrplan «Hauswirtschaft an Mittelschulen» soll auf das Schuljahr 2016/2017 in Kraft gesetzt werden.

Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Bildungsrat: I. Der Lehrplan «Hauswirtschaft an Mittelschulen» wird ­erlassen und auf das Schuljahr 2016/2017 in Kraft gesetzt. Der Lehrplan ist abrufbar unter www.bi.zh.ch > Bildungsrat > Beschlussarchiv

Bildungsratsbeschluss vom 7. März 2016

Studien- und Berufswahl an den Zürcher Mittelschulen; Kantonales Rahmenkonzept 1. Ausgangslage

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Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Amtliches

Seit 2001 werden jedes dritte Jahr alle Schulabgängerinnen und -abgänger befragt, die zwei Jahre zuvor eine Zürcher Maturität abgelegt haben. 2012 erfolgte diese Befragung im Rahmen des Projekts «Benchmarking Sekundarstufe II, Teilprojekt 3» der Nordwestschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz (NW EDK). Dabei zeigte sich, dass sich die Maturandinnen und Maturan­ den des Kantons Zürich weniger gut auf die Studien- und Be­ rufswahl vorbereitet fühlten als die Maturandinnen und Matu­ randen anderer Kantone. Zudem absolvierten vergleichsweise viele Abgängerinnen und Abgänger von Zürcher Mittelschulen ein Zwischenjahr, bevor sie ein Studium in Angriff nahmen. Aufgrund dieser Ergebnisse beauftragte der Bildungsrat am ­ 16. Juni 2014 das Mittelschul- und Berufsbildungsamt (MBA), zusammen mit den Zürcher Mittelschulen, der Studien- und Laufbahnberatung des Amtes für Jugend und Berufsberatung (AJB) sowie den Verantwortlichen von Bildungsinstitutionen der Tertiärstufe ein kantonales Rahmenkonzept für die Unter­ stützung der Mittelschülerinnen und -schüler in Fragen der ­Studien- und Berufswahl zu erstellen (BRB Nr. 19/2014). Dieses Rahmenkonzept soll die allen Zürcher Mittelschulen gemeinsa­ men Zielsetzungen, Eckwerte und Angebote umfassen. Überdies enthält es Ausführungen zu den überfachlichen Kompetenzen, die für eine zielführende Studien- und Berufswahl notwendig sind, sowie einen Katalog von guten Praxisbeispielen.

2. Kantonales Rahmenkonzept zur Studienund Berufswahl an Zürcher Mittelschulen A) Entwicklungen im Bereich Studien- und Berufswahl an den Mittelschulen Die Bildungsplanung erarbeitete im Vorfeld des erwähnten Bil­ dungsratsbeschlusses eine Zustandsanalyse über das aktuelle Angebot betreffend Studien- und Berufswahl an den Zürcher Mittelschulen: Mehrere Mittelschulen hatten eigene schulspezi­ fische Angebote zur Beratung bei der Studien- und Berufswahl entwickelt oder ihre bestehenden Konzepte erweitert. Auf ge­ samtschweizerischer Ebene wurde die Thematik ebenfalls auf­ genommen: So enthält das Projekt «Gymnasiale Maturität – lang­ fristige Sicherung des prüfungsfreien Hochschulzugangs» der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) ein Teilprojekt 4 «Studienund Laufbahnberatung». Der Bildungsrat hat dazu im März 2015

Stellung genommen und auf das in Erarbeitung befindliche ­Rahmenkonzept hingewiesen (BRB Nr. 13/2015). B) Ziele bei der Entwicklung des Rahmenkonzepts Das Rahmenkonzept bezieht sich neben den Kenntnissen über die Ausbildungslandschaft und die Berufswelt auch auf weitere überfachliche Kompetenzen, die bei der Studien- und Berufs­ wahl relevant sind. Es umfasst die Angebote der Mittelschulen und von Dritten. Es erstreckt sich über alle Phasen des Gymna­ siums vom Schuleintritt bis zur Matura und macht Angaben zur Beratung von Schulabbrecherinnen und Schulabbrechern (sog. Dropouts). Sodann zeigt es die Bedeutung der Thematik auf. Das Rahmenkonzept beinhaltet Eckwerte mit gewissen Min­ destanforderungen an alle schulspezifischen Studien- und Be­ rufswahl-Konzepte. Es gibt den Mittelschulen Spielraum und unterstützt sie mit Praxisbeispielen und Kontaktmöglichkeiten. Das MBA hat das Rahmenkonzept in Zusammenarbeit mit Vertretungen der Mittelschulen, der Bildungsplanung, des AJB sowie der Studienberaterinnen und Studienberater der Univer­ sität Zürich, der ETH Zürich und des Kantons Schwyz erarbeitet. Um die Praxistauglichkeit des Rahmenkonzepts sicherzustellen, wurde es ausserdem mit Vertretungen der Schulleiterkonferenz und der Lehrpersonenkonferenz der Mittelschulen diskutiert. C) Aufbau und Umsetzung des Rahmenkonzepts Das Rahmenkonzept enthält die zu verfolgenden Eckwerte, ei­ nen Studienwahl-Fahrplan und Ausführungen dazu. Gestützt auf das Rahmenkonzept, insbesondere unter Be­ rücksichtigung der Eckwerte, erstellt jede Schule ihr eigenes Studien- und Berufswahl-Konzept. Dieses setzt sich zusammen aus dem schulspezifischen Studienwahl-Fahrplan und einer ­Dokumentation, in welcher erläutert wird, wie die Schule die Eckwerte erreichen will. Erläuterungen zum Studienwahl-Fahr­ plan und zu den überfachlichen Kompetenzen, eine Linkliste, Praxisbeispiele sowie eine Checkliste zu den Eckwerten sind Beilagen des Rahmenkonzepts und stehen den Schulen als Hilfe zur Erstellung und Umsetzung des Studien- und BerufswahlKonzeptes zur Verfügung. Die Studien- und Berufswahl-Kon­ zepte der Schulen müssen dem MBA bis Ende des Schuljahres 2016/2017 eingereicht und dem Bildungsrat im Herbst 2017 zur Kenntnisnahme vorgelegt werden. Bei der Erarbeitung und Umsetzung des Rahmenkonzepts werden die Mittelschulen durch das MBA unterstützt. Die schul­ spezifischen Studien- und Berufswahl-Konzepte müssen ab Be­ ginn des Schuljahres 2018/19 umgesetzt werden. Die Erarbeitung und Umsetzung des schulspezifischen Stu­ dien- und Berufswahl-Konzeptes ist innerhalb des ordentlichen Schulbudgets zu erfüllen. D) Zielüberprüfung Die Veränderungen, die sich mit der Umsetzung der Studienund Berufswahl-Konzepte ergeben, werden im Rahmen der alle drei Jahre stattfindenden Ehemaligenbefragungen (nächste Be­ fragung 2018) systematisch analysiert und dem Bildungsrat zur Kenntnis gebracht. Ziel der Verbesserung der Studien- und Be­ rufswahlangebote ist, dass der Anteil an Studierenden, die das Studium wechseln oder abbrechen, zurückgeht, und der Anteil an Studierenden, die mit ihrer Studienwahl langfristig zufrie­ den sind, zunimmt. Zudem ist davon auszugehen, dass es weni­ ger Jugendliche geben wird, die sich aufgrund von mangelnder Unterstützung bei der Studien- und Berufswahl für ein Zwi­ schenjahr entscheiden. Das MBA wird die Umsetzung des Rahmenkonzepts im Rah­ men der regelmässig stattfindenden Schulkontakte begleiten und durch die Organisation eines Erfahrungsaustausches zwi­ schen den Mittelschulen unterstützen. Dabei wird insbesondere das Angebot zur Beratung von Schulabbrecherinnen und Schul­ abbrechern (sog. Dropouts) berücksichtigt.


Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Bildungsrat: I. Das kantonale Rahmenkonzept zur Studien- und Berufs­ wahl an Zürcher Mittelschulen vom 19. Januar 2016 wird ­genehmigt. II. Die Studien- und Berufswahl-Konzepte werden dem ­Bildungsrat im Herbst 2017 zur Kenntnisnahme vorgelegt. III. Die Mittelschulen setzen ihre schulspezifischen Studienund Berufswahl-Konzepte spätestens ab Beginn des Schul­ jahres 2018/2019 um. Das Rahmenkonzept und die Beilagen zum Rahmenkonzept sind abrufbar unter www.bi.zh.ch > Bildungsrat > Beschlussarchiv

– Die bisherigen Fächer Geschichte und Geografie werden durch ein neues Studienfach «Geschichte, Geografie, ­Politische Bildung» ersetzt, das als Integrationsfach ­(Studienumfang 40 Kreditpunkte) geführt wird und gemäss Lehrplan 21 dem Fach «Räume, Zeiten, Gesell­ schaft» entspricht. – Das Studienfach «Design und Technik» (Technisches und textiles Gestalten) umfasst die bisherigen Fächer Werken und Werken Textil. – Medienbildung und Informatik wird im Wahlbereich im Umfang von 20 Kreditpunkten angeboten. Die Hochschulleitung der PH Zürich beantragt daher die folgen­ den Studienfächer und Fächerkombinationen für den Studien­ gang Sekundarstufe I:

Bildungsratsbeschluss vom 7. März 2016

Im Rahmen der Reform des Studiengangs Sekundarstufe I an der Pädagogischen Hochschule Zürich (Reform 17) sind die Stu­ dienfächer und die Fächerkombinationen anzupassen. Die vor­ gesehenen Änderungen berücksichtigen den Lehrplan 21 und ermöglichen einen breiteren und besseren Einsatz der Lehrper­ sonen in den Schulen. Gemäss § 17 Absatz 3 des Gesetzes über die Pädagogische Hochschule (PHG; in Kraft ab 1. März 2016) legt der Bildungsrat «gemäss dem Lehrplan der Volksschule die Fächerkombinatio­ nen für die Sekundarstufe I fest: a. für den integrierten Studiengang: vier Unterrichtsfächer, b. für den konsekutiven Masterstudiengang: zwei oder drei Studienfächer». Mit dem vorliegenden Antrag werden die Fächerkombinationen für den integrierten Studiengang (lit. a.) festgelegt, der Antrag betreffend Fächer für den konsekutiven Masterstudiengang folgt zu einem späteren Zeitpunkt. Nach der geltenden Regelung können die Studierenden ihre vier Studienfächer in drei Schritten wählen, wobei vier Fächer­ profile angeboten werden. Das Profil 4 steht nur Absolventinnen und Absolventen des Bachelorstudiengangs «Vermittlung von Kunst und Design» zur Verfügung und wird gemäss BRB vom 21.10.2013 befristet angeboten, bis die Fächerprofile gemäss Lehrplan 21 angepasst werden.

B. Erwägungen Die Pädagogische Hochschule richtet sich bei der Gestaltung der Studiengänge und der Festlegung der Studienfächer nach den Vorgaben der EDK, dem Lehrplan 21 und berücksichtigt die Bedürfnisse des Schulfeldes. Gemäss dem EDK-Reglement über die Anerkennung von Hochschuldiplomen für Lehrkräfte der Sekundarstufe I vom 26.8.1999 beträgt der Studienumfang pro Fach mind. 30 Kreditpunkte und pro Integrationsfach mind. 40 Kreditpunkte (Art. 6. Abs. 3). Im Anhang des Reglements ist die Liste der zulässigen Fächer aufgeführt, die derzeit gemäss den sprachregionalen Lehrplänen überarbeitet wird. An der PH Zürich wirkt sich der Lehrplan 21 insbesondere auf die folgenden Studienfächer aus: – Das Fach Hauswirtschaft wird zum Fach «Wirtschaft, Arbeit, Haushalt» erweitert. – Das bisherige Fach «Religion und Kultur» wird mit Ethik ­ergänzt und im Kanton Zürich neu «Religionen, Kulturen, Ethik» genannt (RRB vom 14.11.2015).

Studienfächer

A: 1 Fach

Deutsch Mathematik

B: 1 Fach

Englisch Französisch Natur & Technik

C: 2 Fächer

Musik Bildnerisches Gestalten Wirtschaft, Arbeit, Haushalt Bewegung und Sport Religionen, Kulturen, Ethik Geschichte, Geografie, Politische Bildung (LP 21: Räume, Zeiten, Gesellschaft) Design und Technik (LP 21: Technisches und textiles Gestalten)

Diese Studienfächer und Kombinationen gelten für den integ­ rierten Studiengang Sekundarstufe I, wobei die PH Zürich für spezielle Studienformate mit einer kleinen Studierendenzahl (z. B. Quereinstieg) die Kombinationsmöglichkeiten einschrän­ ken kann. Die genannten Fächer können auch im Rahmen eines Ergänzungsstudiums für den Erwerb eines Erweiterungsdip­ loms angeboten werden.

Einsatz im Schulfeld Mit Deutsch oder Mathematik wählen alle Studierenden ein Fach, das in allen Klassen an der Sekundarschule mit einer ­hohen Stundendotation unterrichtet wird. In Kombination mit dem zweiten Fach (Natur & Technik, Englisch oder Französisch) werden somit gute Voraussetzungen für den Einsatz als Klassen­ lehrperson geschaffen. Mit den meisten Kombinationen kann sehr gut ein 100%-Pensum erreicht werden. Durch die Zusam­ menführung der Fächer Geschichte und Geografie sowie Wer­ ken und Werken Textil kann eine breitere Lehrbefähigung er­ reicht werden, was von den Schulen sehr erwünscht ist. Im Wahlbereich C können die Fächer Bildnerisches Ge­ stalten sowie Design und Technik (Technisches und textiles Ge­ stalten) kombiniert werden. Dies ermöglicht den Studierenden, einen Schwerpunkt bei den Gestalterischen Fächern zu setzen. Allgemein werden die Fächer im gestalterischen Bereich sowie Musik und Sport gestärkt.

Kombinationsmöglichkeiten Die neuen Fächerprofile lassen einen guten Personaleinsatz zu und ermöglichen dennoch individuelle Kombinationen. Einige Beispiele sollen die Profilierungsmöglichkeiten aufzeigen: – Sprachlicher Schwerpunkt: Deutsch; Englisch oder ­Französisch; Geografie, Geschichte, Politische Bildung; ­Bildnerisches Gestalten. – Mathematisch-naturwissenschaftlicher Schwerpunkt: Mathematik; Natur & Technik; Geografie, Geschichte, ­Politische Bildung; Bewegung und Sport. – Schwerpunkt «Künste»: Deutsch; Englisch; Bildnerisches Gestalten; Musik. – Gemischtes Profil: Mathematik; Englisch; Musik; ­Wirtschaft, Arbeit, Haushalt.

Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Amtliches

A. Ausgangslage

Wahl

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Anpassungen der Fächerprofile im Studiengang Sekundarstufe I an der Pädagogischen Hochschule Zürich


Berufswahlvorbereitung

Bildungsratsbeschluss vom 7. März 2016

In der Stundentafel der Sekundarstufe I ist die berufliche ­Orientierung als eigener themenübergreifender Unterrichtsbe­ reich ausgewiesen. Alle Studierenden erhalten in einem Modul zu 3 ECTS-Punkten eine Grundausbildung in Berufswahlvorbe­ reitung. Sie umfasst Grundkenntnisse der Berufsorientierung und deren Umsetzung im Unterricht, Vorbereitung auf die Ko­ operation mit Beteiligten, Einführung in Lehrmittel, Betriebs­ besichtigung, Berufsfachschulhospitation, Praktikum an Schu­ len für Brückenangebote mit Fokus auf Schüler/innen, die den Übergang in die Sekundarstufe II unter erschwerten Bedingun­ gen bewältigen.

Ausgangslage

Wahlbereich Mit der Studienreform 17 wird in der Masterphase ein Wahl­ bereich im Umfang von 20 Kreditpunkten geplant. Dieser Wahl­ bereich soll den Studierenden die Möglichkeit geben, einen indi­ viduellen Schwerpunkt zu setzen: 1. Medien und Informatik: Alle Studierenden erhalten eine Grundausbildung in Medienbildung. Im Rahmen des Wahl­ bereichs können die Studierenden sich in «Medien und In­ formatik» vertiefen und die erforderlichen Kompetenzen für den Unterricht erwerben. Dieses Angebot ermöglicht es, in sehr kurzer Zeit möglichst viele Lehrpersonen auszubilden, ohne dass die Fächerbreite eingeschränkt würde. Zudem kann die PH Zürich die weiteren Entwicklungen im Kanton Zürich aufnehmen. 2. Zweite Fremdsprache: Gemäss Vorschlag kann kein Profil mit zwei Fremdsprachen (ohne das Fach Deutsch) mehr ­gewählt werden. Es ist deshalb vorgesehen, im Wahlbereich eine zweite Fremdsprache anzubieten, die nach Studien­ abschluss im Rahmen eines Erweiterungsstudiums zu einer Lehrbefähigung ausgebaut werden kann (Erweiterungs­ diplom gemäss EDK-Bestimmungen). 3. Heilpädagogik: In diesem Wahlbereich erhalten Studie­ rende der Sekundarstufe I die Möglichkeit, einen Schwer­ punkt in Schulischer Heilpädagogik zu wählen. Damit ­werden Anreize für ein späteres Studium in Schulischer Heil­pädagogik geschaffen, da die erworbenen Studien­ leistungen voll angerechnet werden.

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Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Amtliches

Vernehmlassung Die Abteilung Sekundarstufe I der PH Zürich hat die neuen Fä­ cherprofile mit internen und externen Anspruchsgruppen breit diskutiert. Zu erwähnen ist das Soundingboard vom 4. Novem­ ber 2015, an dem auch verschiedene Fachpersonen aus der ­Verwaltung und den Verbänden teilnahmen. Ebenso wurde das Fächerprofil mit Vertreterinnen und Vertretern der Universität Zürich diskutiert (Fachkonferenz vom 9. November 2015). Die Verbände ZLV und SekZH konnten zudem im Rahmen einer Vernehmlassung ihre Stellungnahme schriftlich abgeben. Die Rückmeldungen zeigen, dass die vorgeschlagenen Fächerpro­ file im Schulfeld grosse Akzeptanz finden und sehr unterstützt werden.

Weiteres Vorgehen, Zeitplan Die neuen Fächerprofile sollen erstmals per September 2017 an­ geboten werden.

Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Bildungsrat: I. Die Fächerkombinationen für den integrierten Studiengang Sekundarstufe I an der Pädagogischen Hochschule Zürich werden gemäss den Erwägungen beschlossen.

Volksschule; Fachstelle für Schulbeurteilung. Zusätzlicher ­Qualitätsanspruch Bildungsrat ab Schuljahr 2016/2017 Der Bildungsrat hat am 9. März 2015 (BRB 11/2015) das Ver­ fahren der externen Schulevaluation im 3. Zyklus beschlossen. Neuerungen des 3. Zyklus werden mit dem Schuljahresbeginn 2016/2017 wirksam. Dabei wird eine Standardevaluation beibe­ halten, welche die wichtigsten Schul- und Unterrichtsqualitäts­ merkmale in der Form des «Qualitätsprofils» beurteilt. Im Rahmen der Standardevaluation werden im 3. Zyklus die Qualitätsansprüche Schulgemeinschaft, Unterrichtsgestaltung, individuelle Lernbegleitung, integrative sonderpädagogische Angebote, Beurteilung der Schülerinnen und Schüler, Schul­ führung, Qualitätssicherung und -entwicklung sowie Zusam­ menarbeit mit den Eltern beurteilt. Der Bildungsrat kann die acht festgelegten Qualitätsan­ sprüche um aktuelle Ansprüche erweitern, wobei der bisherige Umfang von neun Qualitätsansprüchen nicht überschritten wer­ den soll.

Zusätzlicher Qualitätsanspruch Bildungsrat Die Fachstelle für Schulbeurteilung schlägt dem Bildungsrat vor, in seinem Auftrag einen zusätzlichen Qualitätsanspruch zur Vorbereitung auf berufliche Grundbildung und weiterführende Schulen in der Sekundarstufe I zu evaluieren. In diesem Bereich wurden in den letzten Jahren im Rahmen der Neugestaltung 3. Sek grosse Anstrengungen unternommen. Nun darf die Umsetzung als abgeschlossen betrachtet werden. Damit ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um einerseits den Schulen eine Rückmeldung auf die Qualität ihrer Arbeit zu ge­ ben und um andererseits dem Bildungsrat aufzuzeigen, wie der Stand an den Schulen ist. Der Qualitätsanspruch wird so ausgerichtet, dass er sowohl die Berufswahlvorbereitung im engeren Sinne wie auch in ei­ nem breiteren Verständnis die Vorbereitung auf weiterführende Schulen umfasst. Im Hinblick auf den Übertritt in die berufliche Grundbildung wie auch in weiterführende Schulen werden die systematische Vorbereitung, die Kooperation mit relevanten Partnern sowie die Förderung hinsichtlich individueller Ziele betrachtet. Für die Berichterstattung über die Evaluationsergebnisse dieses zusätzlichen Qualitätsanspruchs bieten sich die bishe­ rigen, bewährten Publikationsmöglichkeiten an: auf der Ebene der einzelnen Schule der jeweilige Evaluationsbericht, auf der Ebene von Regierungsrat, Bildungsrat und interessierter Öffent­ lichkeit der Jahresbericht der Fachstelle für Schulbeurteilung. Für die Schulen wäre es von Nutzen, wenn der Schwerpunkt einen ganzen (fünfjährigen) Evaluationszyklus lang beurteilt würde, damit alle Schulen eine Rückmeldung dazu erhalten. Eine kürzere Periode hätte den Vorteil, dass der Bildungsrat bei Bedarf auch ein anderes Thema zur Evaluation in Auftrag geben kann. Die Bildungsrätliche Kommission «Fachstelle für Schulbeur­ teilung» empfiehlt dem Bildungsrat, der Fachstelle den Auftrag zu erteilen, den Übertritt in die berufliche Grundbildung und in weiterführende Schulen im Rahmen eines zusätzlichen Qua­ litätsanspruchs zu evaluieren. Der Auftrag soll vorerst für zwei Jahre gegeben werden, danach wird über eine Verlängerung ent­ schieden. Die Kommission hat diese Empfehlung an ihrer Sit­ zung vom 3. Dezember 2015 einstimmig beschlossen.


Bildungsratsbeschluss vom 7. März 2016

Volksschule. Bildungsrätliche ­Kommission Bildungsstandards und Lehrplan 21. Neunomination Am 1. Juni 2015 hat der Bildungsrat das Mandat und die institu­ tionelle Zusammensetzung der bildungsrätlichen Kommission Bildungsstandards und Lehrplan 21 beschlossen (BRB 32/2015). Die Fachstelle für Schulbeurteilung ist ein wichtiger Akteur im Volksschulwesen. Sie soll neu in der bildungsrätlichen Kom­ mission Bildungsstandards und Lehrplan 21 eine Vertretung stellen. Die Fachstelle für Schulbeurteilung hat für die Amtsperiode 2015 bis 2019 Dr. Andreas Brunner, Leiter Fachstelle für Schul­ beurteilung nominiert und zur Wahl vorgeschlagen. Die Kommission setzt sich neu wie folgt zusammen: – Prof. Dr. Lucien Criblez (Vorsitz), Bildungsrat – Prof. Kitty Cassée, Bildungsrätin – Priska Brülhart, Bildungsrätin – Martin Lampert, Bildungsrat – Prof. Dr. Kurt Reusser, Universität Zürich, Institut für Erziehungswissenschaft – Prof. Dr. Alois Suter, Pädagogische Hochschule Zürich – Dr. Susanne Schriber, Interkantonale Hochschule für ­Heilpädagogik Zürich – Marlise Fahrni, Verband Zürcherischer Schulpräsidentinnen und Schulpräsidenten (VZS) – Reto Zubler, Schul- und Sportdepartement der Stadt Zürich – David Hauser, Departement Schule und Sport der Stadt Winterthur – Dr. Christoph Wittmer, Schulleiterkonferenz Mittelschulen Kanton Zürich (SLK) – Silvia Anastasiades, Konferenz der Rektorinnen und ­Rektoren der Berufsfachschulen Kanton Zürich (KRB) – Sarah Knüsel, Vereinigung der Schulleiterinnen und ­Schulleiter des Kantons Zürich (VSLZH) – Anna Richle, Lehrpersonenkonferenz der Volksschule des Kantons Zürich (LKV) – Martin Lüscher, Lehrpersonenkonferenz der Mittelschulen des Kantons Zürich (LKM) – Ömer Tutkun, Lehrpersonenkonferenz der Berufsfach­ schulen des Kantons Zürich (LKB) – Christian Hugi, Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverein (ZLV)

Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Bildungsrat: I. Dr. Andreas Brunner, Leiter Fachstelle für Schulbeurteilung, wird per 7. März 2016 neu als Mitglied der bildungsrätlichen Kommission Bildungsstandards und Lehrplan ernannt.

Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Amtliches

I. Die Fachstelle für Schulbeurteilung evaluiert im Auftrag des Bildungsrats den zusätzlichen Qualitätsanspruch ­«Vorbereitung auf berufliche Grundbildung und weiter­ führende Schulen». II. Dieser zusätzliche Qualitätsanspruch ergänzt die acht ­Qualitätsansprüche des Qualitätsprofils des 3. Zyklus ­während der Schuljahre 2016/2017 und 2017/2018. III. Die Berichterstattung der Evaluationsergebnisse des ­zusätzlichen Qualitätsanspruchs erfolgt analog den ­übrigen acht Qualitätsansprüchen. IV. Der Bildungsrat entscheidet vor Ablauf des Schul­ jahres 2017/2018 über eine allfällige Verlängerung. Zusätzlicher Qualitätsanspruch ist abrufbar unter www.bi.zh.ch > Bildungsrat > Beschlussarchiv

– Lilo Lätzsch, Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverein (ZLV) – Eliane Studer Kilchenmann, Zürcher Lehrerinnenund Lehrerverein (ZLV) – Susanne Suter, Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverein (ZLV) – Kaspar Vogel, Sekundarlehrkräfte des Kantons Zürich (SekZH) – Katrin Susanne Meier, Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD), Sektion Zürich, Lehrberufe – Madeleine de Beer, Verband Zürcher Privatschulen – Gabriela Kohler-Steinhauser, Kantonale ElternmitwirkungsOrganisation, Verband der Elterngremien im Kanton Zürich (KEO) – John Kuipers, Kantonale Elternmitwirkungs-Organisation, Verband der Elterngremien im Kanton Zürich (KEO) – Reto Imhasly, Vereinigung Zürcherischer Arbeitgeber­ organisationen – Thomas Hess, Kantonaler Gewerbeverband Zürich – Eva Torp, Gewerkschaftsbund Kanton Zürich – Dr. Beat Schaller, Lehrmittelverlag des Kantons Zürich – Dr. Andreas Brunner, Bildungsdirektion, Fachstelle für Schulbeurteilung – Christina Vögtli, Bildungsdirektion, Mittelschul- und ­Berufsbildungsamt – Konstantin Bähr, Bildungsdirektion, Generalsekretariat, ­Bildungsplanung – Hans-Martin Binder, Bildungsdirektion, Generalsekretariat, Bildungsplanung – Dr. Brigitte Mühlemann, Bildungsdirektion, Volksschulamt – Ueli Landis, Bildungsdirektion, Volksschulamt – Roland Fischer, Bildungsdirektion, Volksschulamt – Kathrin Schmocker Rieder, Geschäftsstelle, Volksschulamt – Max Mangold, Geschäftsstelle, Generalsekretariat, ­Bildungsplanung

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Auf Antrag der Bildungsdirektion beschliesst der Bildungsrat:


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Der gesellschaftliche Wandel wirkt sich auch auf die Schule aus. Gute Klassenführung ist heute anspruchs­ voller denn je.

 www.phzh.ch/weiterbildung

Ideen für gute Klassenführung Eine Tagung bietet Anregungen für den Schulalltag Text: Susanna Abegg, Dozentin PH Zürich Foto: Alessandro Della Bella

den. Lehrpersonen sind täglich gefordert, im Umgang mit den Kindern auf solche Herausforderungen eine Antwort zu finden. Dabei sind heute mehr Absprachen zwischen den Lehrpersonen und mit den Eltern nötig. Dies macht das Führen einer Klasse anspruchsvoller.

Kleine Veränderungen Bereits kleine Veränderungen im eigenen Denken oder Handeln können Schülerverhalten in eine andere Richtung lenken. Vom sparsamen Umgang mit dem Konjunktiv bis hin zur Inszenierung der eigenen Präsenz gibt es zahlreiche Ansatzpunkte. Auch unspektakuläre methodischdidaktische Anpassungen bewirken nicht selten eine andere Dynamik in einer Klasse.

Klassenführung ist nicht ausschliesslich die Angelegenheit einer einzelnen Person. Herausfordernde Situationen mit Kindern lassen sich oft besser und nachhal­ tiger gemeinsam meistern. Dazu bedarf es einer vertrauensvollen und fairen Zusammenarbeit an einer Schule. Dies kann dank einer unterstützenden Schulleitung gelingen. Lehrpersonen sind heute mehr denn je gefordert, eine gute Balance zwischen Autorität und Partizipation in ihrem Führungsstil zu finden. Eine gute Schulkultur liefert dazu die nötige Basis.  

 Die «Tagung Klassenführung» findet am 25. Juni statt. Infos unter: phzh.ch/klassenfuehrung

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Pädagogische Hochschule Zürich Die PH Zürich stellt auf dieser Seite jeweils eines ihrer Angebote vor.

Pädagogische Hochschule Zürich

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Wie eine Klasse erfolgreich geführt werden kann, beschäftigt nicht nur berufs­ einsteigende Lehrpersonen. Es gibt auch erfahrene Lehrkräfte, die trotz langjähriger Praxis im Umgang mit den Kindern plötzlich an ihre Grenzen stossen. Gelingt es einer Lehrperson mit ihrer Haltung und der Gestaltung des Unterrichts die Interaktionen in der Klasse so zu steuern, dass eine möglichst optimale Lernatmosphäre erzeugt werden kann, spricht man von guter Klassenführung. Zahlreiche Studien belegen, dass effiziente Klassenführung nicht nur das Wohlbe­ finden von Lehrpersonen, sondern auch den Leistungserfolg der Kinder massgeblich steigert. Gesellschaftliche Vorstellungen von Autorität und Disziplin haben sich über die letzten Jahrzehnte stark verändert. Unterschiedliche Kulturen treffen in einer zunehmend globalisierten Welt vermehrt aufeinander. Mitbestimmung und Partizipation werden als grundlegendes Recht betrachtet. Kein Wunder, dass Grenzen und Regeln auch in der Schule nicht mehr als unumstösslich gelten und Autoritäten und Anweisungen stärker hinterfragt wer­


Weiterbildungs­ angebote

Kurse

K Angebote zu kompetenzorientiertem Unterricht

731602.01 Eigene Tendenzen im Führungsverhalten Jürg Frick / Do, 22.9., 27.10.2016, 8.30–12 741605.01 Schulentwicklung partizipativ gestalten Martin Retzl / Do, 22.9., 9–17, 29.9.2016, 13.30–17 701601.02 Kommunikationstraining mit Dr. Reinhold Miller in Heidelberg (D)K Niels Anderegg / Fr, 30.9., 14–18, Sa, 1.10.2016, 9–16

Bildungsdirektion Kanton Zürich Volksschulamt Schulungs- und Weiterbildungs­ angebot für Zürcher Schul­ behörden und Schulleitungen B16101.02 Grundlagen für Mitglieder von Schulbehörden Peter Altherr, Martin Stürm / 5./6.9.2016, 8.30–17 B16309.01 Heikles Gespräch – klares Protokoll Hansruedi Dietiker, Walter Stein / 15.9.2016, 8.30–17 B16802.01 Zuweisung zur Sonderschu­ lung und Standardisiertes Abklärungs­ verfahren (SAV) Yvonne Moser, Matthias Obrist / 27.9.2016, 17–19 B16801.01 Integrierte Sonderschulung in der Verantwortung der Regelschule Philippe Dietiker, Yvonne Ehrensperger / 3.11.2016, 17–19

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Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Weiterbildung

Detailausschreibungen, weitere Kurse und Anmeldung: www.vsa.zh.ch > Ausbildung & Weiterbildung > Behörden > Programm der Behörden- und Schul­ leitungsschulung Information: Bildungsdirektion/Volksschulamt, ­Behörden- und Schulleitungsschulung, Walchestrasse 21, 8090 Zürich / behoerdenschulung@ vsa.zh.ch / 043 259 22 58

PH Zürich

CAS PSF 02 Pädagogische Schul­ führung Niels Anderegg, Hansjörg Hophan / 21.9.2016–28.9.2017 Information und Anmeldung: www.phzh.ch/cas / 043 305 54 00 *Finanzielle Unterstützung für amtie­ rende oder designierte Schulleitende. ­Information und Anmeldung: www.vsa.zh.ch > Ausbildung & Weiter­ bildung > Schulleitungen Master of Advanced Studies (MAS) Sie absolvieren drei CAS-Lehrgänge (nach spezifischem Profil) und führen das Ganze im Diplomstudium zu Ihrem MAS-Abschluss zusammen / Info­ veranstaltung, 15.6.2016 Information und Anmeldung: www.phzh.ch/mas Module

K Angebote zu kompetenzorientiertem Unterricht

WM FUE.2016 Führung und ­EntwicklungK Niels Anderegg / Do–Sa, 9.–11.6.2016 WM PAR.2016 Partizipative Schul­ entwicklung Susanna Larcher, Martin Retzl / Mi, 22.6., Fr, 23.9.2016, Do/Fr., 2./3.2., 6./7.4., Fr, 23.6.2017 WM ÖNK.2016 Öffentlichkeitsarbeit – nicht nur in Krisen Peter Stücheli-­ Herlach / Do–Sa, 23.–25.6.2016 WM RSV.2016 Rechnungswesen von Schulen verstehen Daniel Brodmann / Fr/Sa, 2./3., Sa, 10.9.2016

 www.phzh.ch/weiterbildung > Weiterbildung für Volksschulen

WM SIG.2016 Schulfinanzen im Griff Daniel Brodmann / Do–Sa, 3.–5.11.2016

Weiterbildungsangebote für Schulleitende

WM DIS.2016 Der idealtypische Schulentwicklungsprozess?!K Frank Brückel / Mi, 26.10., 23.11.2016

Certificate of Advanced Studies (CAS)

WM QUL.2016 Qualität leben Daniel Brodmann / Do–Sa, 1.–3.12.2016

Info CAS PSF 9/2016 Pädagogische Schulführung Infoveranstaltung Niels Anderegg / 9.6.2016

WM GUT.2016 Gute SchuleK Niels Anderegg / Do–Sa, 8.–10.12.2016

CAS FBO 27 Führen einer Bildungs­ organisation* (EDK-anerkannt) ­Johannes Breitschaft, Eliane Bernet, Niels Anderegg / 6.7.2016–24.3.2018 CAS BBW 12 Bildung und Betriebs­ wirtschaft Daniel Brodmann / 7.7.2016–9.12.2017

WM BIL.2016 Bildung und LernenK Niels Anderegg / Do–Sa, 19.–21.1.2017 Information und Anmeldung: www.phzh.ch/weiterbildungsmodule / 043 305 52 00

741606.01 Aktuelle Trends der Schul­ politik Frank Brückel / Mi, 16.11.2016, 13.30–16.30 721603.01 Schreibend führenK Monique Honegger / Fr, 18.11.2016, 9–12 Themenreihe Schulrecht 7516T05.01 Elternrechte und Eltern­ pflichten in der Schule Hans Frehner / Do, 22.9.2016, 18–20.30 7516T06.01 Anstellungsrecht der Lehrpersonen Hans Frehner / Mo, 24.10.2016, 18–20.30 7516T07.01 Sonderpädagogische Mass­ nahmen Hans Frehner / Mo, 7.11.2016, 18–20.30 7516T08.01 Schullaufbahnentscheide und deren Verfahren Hans Frehner / Mo, 21.11.2016, 18–20.30 Information und Anmeldung: www.phzh.ch/themenreihen / weiter­ bildungs­kurse@phzh.ch / 043 305 51 00 Diverse Angebote Führung im Gespräch – Gedanken­ austausch unter Führungspersonen. Mit Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband. 22.6.2016, 18–19.30. Information und Anmeldung: www.phzh.ch/kurse Tagung Klassenführung, 25.6.2016. ­Information und Anmeldung: www.phzh.ch/klassenfuehrung Sonderschulung in Zeiten knapper ­Finanzen, 3.9.2016. Information und Anmeldung: www.phzh.ch > Veranstaltungen Klassenassistenz – für Personen ohne pädagogische Ausbildung. Information und Anmeldung: www.phzh.ch/weiterbildung > Volks­ schule > Weitere Angebote


Kompetenzorientierung und Lehr­ plan 21 Wir beraten und unterstützen Sie bei Fragen zur Kompetenzorientierung im Unterricht sowie bei der Einführung und Umsetzung des Lehrplans 21. Information und Anmeldung: corinne.stauber@phzh.ch Partizipative Schulentwicklung Den Aufbau von Partizipations­gefässen unter Einbezug der Schulakteure unterstützen und damit die Beteiligungsgefässe und -formen systematisch für Schulentwicklungsprozesse vernetzen und nutzen können. QUIMS: Fokus A – Schreiben auf allen Schulstufen Begleitung für QUIMSSchulen während zwei Jahren bei der Weiterentwicklung der Schreibförderung. Schulinterne Weiterbildungen (SCHILW) Unterstützung und Begleitung von Schulteams in der Planung und Umsetzung Ihres spezifischen Schulund Unterrichtsentwicklungsprojekts. Die Weiterbildungen ­finden an Ihrer Schule statt. Information und Anmeldung: www.phzh.ch/schilw / wba@phzh.ch / 043 305 68 68

Weiterbildungsangebote für Lehrpersonen und weitere Interessierte Certificate of Advanced Studies (CAS) Info CAS ASP 6/2016 Infoveranstaltung Ausbildungscoach Schulpraxis ­Zertifikatsarbeit 7.6.2016 CAS FBO 27 Führen einer Bildungs­ organisation (EDK-anerkannt) Johannes Breitschaft, Eliane Bernet, Niels Anderegg / 6.7.2016–24.3.2018 CAS BBW 12 Bildung und Betriebs­ wirtschaft Daniel Brodmann / 7.7.2016–9.12.2017 CAS MED 2016 Konfliktmanagement und Mediation (in Kooperation ZHAW) Santino Güntert / 29.8.2016–11.7.2017 CAS PICTS 17 Pädagogischer ICT-Support (EDK-anerkannt) Rahel Tschopp / 8.9.2017–16.6.2018 Information und Anmeldung: www.phzh.ch/cas / 043 305 54 00 Master of Advanced Studies (MAS) Sie absolvieren drei CAS-Lehrgänge (nach spezifischem Profil) und führen das Ganze im Diplomstudium zu Ihrem MAS-Abschluss zusammen / Info­ veranstaltung, 15.6.2016 Information und Anmeldung: www.phzh.ch/mas

K Angebote zu kompetenzorientiertem Unterricht

WM KUS.2016 Kooperatives LernenK Petra Hild / Sa, 21.5., 4.6., Mi, 22.6, 6.7.2016 WM KLP.2016 Unterwegs zur gesunden Schule Emilie Achermann Fawcett / September 2016 bis März 2017, Projektcoaching (Mai, Oktober 2017), Abschluss Projekt und Weiterbildung Frühjahr 2018 Heimatliche Sprache und Kultur (HSK) – Deutsch Plus für Fort­ geschrittene Für HSK-Lehrpersonen mit sehr guten Deutschkenntnissen (Niveau B1). 13.9.2016–9.2.2017 www.phzh.ch/Weiterbildung > Weiter­ bildung für Volksschulen > Weitere ­Angebote > Heimatliche Sprache und Kultur (HSK) / 043 305 60 83 WM NKS.2016_2 MST Naturwissen­ schaften be-greifenK Maja Brückmann, Pitt Hild / Mi, 14.9., Sa, 24.9., 5.11.2016, Mi, 8.3.2017 WM NKS.2016_2 Sek 1 Naturwissen­ schaften be-greifenK Maja Brückmann, Pitt Hild / Mi, 21.9., Sa, 1.10., 12.11.2016, Mi, 15.3.2017 WM SNB.2016 Schulbesuche in Berlin Frank Brückel / 5.–7.10.2016 Information und Anmeldung: www.phzh.ch/weiterbildungsmodule / 043 305 52 00

441602.01 Portfolio als Bereicherung der KindergartenarbeitK Helene Hanselmann, Christine Schroer / Mi, 7.9., 2.11.2016, 14.15–17.15 141603.01 Language and Culture Jürgen Capitain / Mi, 7./21.9., 26.10., 9./30.11.2016, 17–19 401610.01 Sing – Snap – Clap in the ClassroomK Elsbeth Thürig-Hofstetter / Mi, 7.9., 26.10., 14.12.2016, 14–17 301613.01 Von Rezepten und Bienen – Informatik zum AnfassenK Eike Carsten Rösch / Mi, 7.9.2016, 13.30–17 301614.01 Erklär’s doch mit einem Video!K Peter Suter / Mi, 7.9.2016, 13.30–17 441605.01 Gut gefragt ist halb gelernt*/K Adina Baiatu, Yvette Heimgartner / Mi, 7.9., 2.11., 13.30–17, Sa, 1.10.2016, 8.30–12 511603.01 AuftrittskompetenzK Yaël Herz / Fr, 9./16./23.9.2016, 17.30–19.30 441603.01 Lern- und Unterrichtsformen konkretK Helene Hanselmann / Mi, 14.9., 26.10.2016, 14.15–17.15 401611.01 Horch! – Was hör ich da?K Helene Sägesser / Mi, 14.9., 5.10., 2.11.2016, 14–16.30 121606.01 Förderung der Schulsprache in allen FächernK Claudio Nodari / Do, 15./22./29.9., 6.10.2016, 17.15–19.30

Kurse

421607.01 Sportspiele spielen und verstehen Florian Wanzenried / Do, 15.9.2016, 18.15–21

301604.01 iPads in der SchuleK ­ itarbeitende des Bereichs Medien­ M bildung / Sa, 20.8., 24.9., 8.30–16.30, 3.12.2016, 8.30–12

601601.01 Bildung für alle Petra Hild / Sa, 17.9., 9–17, Mi, 5.10./9.11.2016, 14–18

* für Berufs- und Wiedereinsteigende gratis K Angebote zu kompetenzorientiertem Unterricht

111602.01 «Lesewelten» und «Sprach­ welt Deutsch»K Thomas Zimmermann / Mi, 24.8.2016, 14.15–17

401612.01 Bewegen und Tanzen im ­Musikunterricht der Primarstufe*/K Elfi Schäfer-Schafroth / Sa, 17.9.2016, 9–16

131601.01 Kompetenzorientierter Französischunterricht*/K Franz Viecelli / Mi, 24.8., 7.9.2016, 14–16.45

601602.01 Interkulturelle Kommuni­ kation und Kompetenz in der SchuleK Zeliha Aktas / Mi, 21.9., 14–18, Sa, 29.10., 8.30–16, Sa, 19.11.2016, 8.30–12

121605.01 Förderung der Schulsprache in allen FächernK Susanne Peter / Mo, 29.8., 5./19./26.9.2016, 17.15–19.30

441604.01 Mit Lernstrategien zum Lernerfolg?K Adina Baiatu, Christine Weilenmann / Mi, 21.9., 9.11.2016, 14–17

531604.01 Umgang mit Konflikten ­Birgitta Schmidt-Braun / Mi, 31.8., 21.9.2016, 14–17

151604.01 Geometrie erforschen mit GeoGebraK René Schelldorfer / Mi, 21.9.2016, 14.15–18

161602.01 Räume wahrnehmen und mitgestaltenK Anita Schneider / Do, 1./15.9.2016, 18–20

401613.01 Bewegen und Tanzen im ­Musikunterricht der Sekundarstufe I*/K Elfi Schäfer-Schafroth / Sa, 24.9.2016, 9–16

501604.01 Aufbruch in die Pensio­ nierung Ursina Anliker, Jürg Frick / Do, 1.9., 18–20.30, Mi, 14.9., 14–17, Sa, 1.10., 9.30–17, Mi, 2.11.2016, 14–17

411607.01 Recycling und UpcyclingK Ruth Kaufmann / Fr, 2.9., 17.30–20.30, Sa, 3.9.2016, 9–16

541603.01 Selbstmanagement ZRM® Birgitta Schmidt-Braun / Sa, 3.9., 9–16.30, Mi, 7./14.9.2016, 13.30–18.30

161603.01 Natur in den vier Jahres­ zeiten erleben – direkt umsetzbar* Danièle Bühler, Matthias Wüst / Mi, 5.10., 7.12.2016, 17.5., 28.6.2017, 13.30–16.30

611602.01 Gewalt und Mobbing in der Schule Otto Bandli / Mi, 7./21.9.2016, 14–17

Information und Anmeldung: www.phzh.ch/kurse / weiterbildungs­ kurse@phzh.ch / 043 305 51 00

Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Weiterbildung

Holkurse – ein Kurs aus unserem Programm in Ihrer Schule. Der Kurs wird ohne Anpassungen an die lokalen ­Gegebenheiten durchgeführt. Sie sind verantwortlich für die organisatorischen Arbeiten zur Durchführung.

Module

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Schulinterne Weiterbildungen (SCHILW)


Themenreihe Schulrecht 7516T05.01 Elternrechte und Eltern­ pflichten in der Schule Hans Frehner / Do, 22.9.2016, 18–20.30 7516T06.01 Anstellungsrecht der Lehr­ personen Hans Frehner / Mo, 24.10.2016, 18–20.30 7516T07.01 Sonderpädagogische Mass­ nahmen Hans Frehner / Mo, 7.11.2016, 18–20.30

WBA LME RKP.UST Blickpunkt 1: Alltag und Chilbi Di, 24.5.2016, 18–21

7516T08.01 Schullaufbahnentscheide und deren Verfahren Hans Frehner / Mo, 21.11.2016, 18–20.30 Information und Anmeldung: www.phzh.ch/themenreihen / weiter­ bildungskurse@phzh.ch / 043 305 51 00

WBA LME RKP.OST Blickpunkt 3: Jihadisten im Unterricht? Mi, 18.5.2016, 14–17.30

Medienbildung

Information und Anmeldung: www.phzh.ch/lehrmitteleinfuehrungen

Medien und Informatik im Schulalltag Hintergrundwissen und konkrete Impulse zu Medien und Informatik im Unterricht. Praxisbetonte Weiterbildungen mit Fokus auf pädagogisch-didaktische Unterrichtsszenarien. Information und Anmeldung: www.phzh.ch/medienbildung

Schulinterne Weiterbildungen (SCHILW) QUIMS: Fokus A – Schreiben auf allen Schulstufen Begleitung für QUIMSSchulen während zwei Jahren bei der Weiterentwicklung der Schreibförderung. Holkurse – ein Kurs aus unserem Programm in Ihrer Schule. Der Kurs wird ohne Anpassungen an die lokalen ­Gegebenheiten durchgeführt. Sie sind verantwortlich für die organisatorischen Arbeiten zur Durchführung. Information und Anmeldung: www.phzh.ch/schilw / wba@phzh.ch / 043 305 68 68

Weiterbildungen im Auftrag des Volksschulamts

Diverse Angebote

WBA QRKS2016 Qualifikation Religion und Kultur Sek I September 2016 bis Juni 2018

Tagung Klassenführung, 25.6.2016. ­Information und Anmeldung: www.phzh.ch/klassenfuehrung

Information und Anmeldung: www.phzh.ch/weiterbildung > Weiter­ bildung für Volksschulen > Weitere ­Angebote > Religion und Kultur / wba@phzh.ch / 043 305 68 68

Klassenassistenz – für Personen ohne pädagogische Ausbildung. Information und Anmeldung: www.phzh.ch/weiterbildung > Volks­ schule > Weitere Angebote

Lehrmitteleinführungen WBA LME MATH1-3 Prim.2016.xx Mathematik 1/2/3 Primarstufe Diverse Termine Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Weiterbildung

WBA LME MATH6 Prim.2016.E1 Lehrmittelkonzept und Einführung Mathematik 6 Primarstufe Mi, 29.6.2016, 14–17

WBA LME RKP.MST Blickpunkt 2 Kurs 1: Warum wandert der Ramadan rückwärts? Mi, 1.6.2016, 14–17.30, Kurs 2: Warum haben wir an Pfingsten frei? Mi, 26.10.2016, 14–17.30

Schulen arbeiten mit Tablets Weiter­ bildung für Schulteams oder Lehrpersonen, die die Arbeit mit Samsung-Tablets (Android) oder iPads (iOS) im Unterricht kennenlernen oder intensivieren möchten. Information und Anmeldung: www.phzh.ch/medienbildung > Lernen mit Tablets

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WBA LME MATH6 Prim.2016.xx Mathematik 6 Primarstufe Diverse Termine

WBA LME MATH4 Prim.2016.xx Mathematik 4 Primarstufe Diverse Termine WBA LME MATH4 Prim.2016.W1 Workshop Mathematik 4 Primarstufe Mi, 21.9.2016, 14–17 WBA LME MATH5 Prim.2016.xx Mathematik 5 Primarstufe Diverse Termine WBA LME MATH5 Prim.2015.W1 Workshop Mathematik 5 Primarstufe Mi, 28.9.2016, 14–17 WBA LME MATH5 Prim.2016.E1 Lehrmittelkonzept und Einführung Mathematik 5 Primarstufe Mi, 29.6.2016, 14–17

Intensivweiterbildungen (IWB): Eine Auszeit nehmen – etwas für Sie? Eine spezielle Auszeit (13 Wochen) vom beruflichen Alltag für Lehrpersonen. Information und Anmeldung: obliga­ torische Infoveranstaltung (beschränkte Platzzahl) / www.phzh.ch/iwb / iwb@phzh.ch / 043 305 57 00 Gesundheitsförderung und Präven­ tion – für eine nachhaltige Schulent­ wicklung. Das kantonale Netzwerk ­Gesundheitsfördernder Schulen Zürich unterstützt Schulen, die ihr Engagement in diesem Bereich verstärken wollen. Information und Anmeldung: www.gesunde-schulen-zuerich.ch

Impulse für den HSK-Unterricht Unter dem Aspekt der Zweit- und Mehrsprachig­ keitsdidaktik werden vorhandene Unterrichtsmaterialien analysiert, überarbeitet, vorgestellt und in der Praxis umgesetzt. Information und Anmeldung: www.phzh.ch/weiterbildung > Weiter­ bildung für Volksschulen > Weitere ­Angebote > Heimatliche Sprache und Kultur (HSK) / 043 305 51 00 NaTech Praxisnahe Lösungen für spezifische Fragen im naturwissenschaftlichen Bereich «Mensch und Umwelt» auf der Mittelstufe / «Natur und Technik» auf der Sekundarstufe I, maja.brueckmann@ phzh.ch / 043 305 52 83

Ergänzungsstudien für Primar­ lehrpersonen

 www.phzh.ch > Ausbildung > Primarstufe > andere Studiengänge > Ergänzungsstudium

ERP Ergänzungsstudien Primarstufe Für den berufsbegleitenden Erwerb einer Lehrbefähigung in einem weiteren Fach. Nächster Start: Herbstsemester 2016. Anmeldeschluss: 1.3.2016 (oder solange freie Studien­plätze) Informa­tion: 043 305 58 36 (Englisch, Französisch, ­Bewegung und Sport), 043 305 61 89 (Bildne­risches Gestalten, Werken, ­Werken Textil, Musik) / www.phzh.ch > Ausbildung > Primarstufe > andere Studiengänge > Ergänzungsstudium / ­ergaenzungsstudium.ps@phzh.ch

Beratungen für Volksund Privatschulen  www.phzh.ch/beratung

Beratungstelefon – kostenloses tele­ fonisches Erstgespräch Mo–Fr, 15–18 / 043 305 50 50 / beratungstelefon@phzh.ch Sprechstunde Stress und Burnout Ein gemeinsamer Check der individuellen Be­ lastungen und Ressourcen am Arbeitsplatz. Tagesschule einführen Gestützt auf das Modell «Qualität in Tagesschulen» QuinTaS bieten wir Schulleitenden und Fachteams Unterstützung bei der Umstellung auf Tagesschulbetrieb. tagesschulen@phzh.ch Laufbahnberatung für Lehrpersonen Ein Angebot für Lehrpersonen, die sich beruflich weiterentwickeln oder ihre Karriere mit einer Fachperson planen wollen. Bewerbungscoaching Wir machen Lehr- und Führungspersonen fit für ihren Stellenwechsel. Beratungsangebote zur Kompetenz­ orientierung Wir unterstützen Schul­ leitende und Teams bei der Umstellung ihrer Schule auf Kompetenzorientierung.


Kurse P05.161 Die Stimme als Instrument und Werkzeug Julia Schürer / Do, 9./30.6.2016, 17.15–20.30 P06.161 Achtsam leben – eine Ein­ führung in die Praxis der Achtsamkeit Yuka Nakamura / Do, 16.6.2016, 9.15–17.15 Z03.161 Praxis im Kanton Zürich Kaspar Senn, Brigitte Hanselmann, Marissa Rosenmund / Di, 17.5.2016, 17.15–19 X02.161 Weiterbildungsapéro: Die Perle im Heuhaufen – erfolgreich recherchieren Eike Rösch / Di, 31.5.2016, 17.15–19 Information und Anmeldung: www.phzh.ch/wb-s2 / 043 305 61 39 CAS/Module F01.1.161 CAS «FiB» – Fachkundige, ­individuelle Begleitung – Modul 1: Coaching-Grundlagen Dagmar Bach / Fr/Sa, 1./2.7., 9./10.9., 2./3.12.2016, Fr, 8.30–17, Sa, 8.30–16, Plus Supervision

Unterstrass.edu  www.unterstrass.edu

Weiterbildungsangebote

STUMST16 Stufenlehrdiplom Kinder­ garten Für Lehrpersonen der Primar­ stufe, die zusätzlich das Stufendiplom Kindergarten anstreben. Berufsintegrierte Ausbildung (Stelle in einem Kinder­ garten von mind. 20%). Anita Schaffner Menn / 18.–20.7.2016, 19.9.2016 bis Juli 2017 Anmeldeschluss: 1.5.2016 (oder solange freie Studienplätze) Kurse 200000.04 Weiterbildung «Mit Kindern lustvoll experimentieren» Für Kindergarten- und Unterstufenlehrperso­nen. Florence Bernhard und Gastdozierende. Sa, 28.5.2016, 9–12.30, weitere Workshops nach Wahl, Abschluss: Sa, 12.11.2016, 9–12.30 Information und Anmeldung: inge.rychener@unterstrass.edu / www.kinderforschen.ch 200000.10 DaZ in der Regelklasse Für Kindergarten- und Unterstufenlehrpersonen. Inge Rychener / Sa, 22./29.10., 5./12./19./26.11., 3.12.2016, 9–12.30 Trampolin und Airtrack Für Lehr­ personen der Sekundarstufen I und II. Vermittlungskonzepte – rechtliche Fragen – Planung / Grégoire Schuwey / Sa, 9.7.2016, 10–16 Diverse Weiterbildungsangebote im Bereich Musik Kurse und diverse Angebote zur schul­ internen Weiterbildung: Teamteaching – Umgang mit Vielfalt – Bildungssprache. Information und Anmeldung: www.unterstrass.edu > Institut > Weiterbildung / inge.rychener@unterstrass.edu

Certificate of Advanced Studies CASKOMM16 CAS Kommunikation, Zusammenarbeit, Coaching Wie gelingt eine effiziente Zusammen­arbeit zwischen schulischen Heilpäda­goginnen, Regelklassen- und DaZ-Lehrpersonen? Wie werden Gespräche am runden Tisch gestaltet? Dieter Rüttimann / 3.6.–12.11.2016 Information: ­dieter.ruettimann@unterstrass.edu CASÖFF17 Im CAS 3 geht es um ­Öffentlichkeitsarbeit, Projekt- und Qualitätsmanagement. In diesem CAS wird auch an der Berufsrolle gearbeitet, v. a. im Sinne der These 1 der EDK 1, dass die Lehrperson «Führungskraft mit gesellschaftlicher Orientierungsfunktion» sein soll. 13.2.–28.4.2017 Master of Advanced Studies (MAS) Der CAS Kommunikation, Zusammen­ arbeit, Coaching ist Teil des MAS Wirk­ samer Umgang mit Heterogenität. Weitere Teile: CAS Didaktik der Vielfalt (nächste Durchführung Oktober 2017 ­geplant) und CAS Öffentlichkeit und Qualität (nächster Start Februar 2017). Information und Anmeldung: www.unterstrass.edu/master

UZH / ETH Zürich

 www.webpalette.ch > Sekundarstufe II > UZH und ETH Zürich

Weiterbildungskurse für Maturitätsschulen Geistes- und Sozialwissenschaften, Medien und Künste FS16.14 Digitale Medien im Philo­ sophie-, Pädagogik- und PsychologieUnterricht. Inspirationen digitaler wie analoger Art Nadja Badr, Peter Gloor / Fr, 10.6.2016, 9.30–16.30 FS16.15 Was ist ein Bild? Ästhetische Erfahrung und Artikulation: Herausforderung Bildkompetenz Roland Reichenbach, Anna Park / Di, 14.6.2016, 9.15–17 FS16.16 Werther, Faust – und Lara Croft? Computerspiele im Deutsch­unterricht René Bauer, Stefan Hofer-Krucker Valderrama / Di, 5.7.2016, 9.30–17 HS16.01 Der Erste Weltkrieg: Neu ­gedacht! – Aktuelle Forschungs­ ergebnisse und zur vertiefenden Aus­ einandersetzung anregende Methoden Urs Roemer, Diethelm Wahl / Mi, 7.9.2016, 9.30–17

HS16.02 ICT im Italienisch- und Französischunterricht, Teil 2 Sara Alloatti / Mi, 7.9.2016, 9.30–16.30 HS16.03 Moderne. Ein selbstverständ­ liches und schwieriges Konzept im ­Geschichtsunterricht Philipp Sarasin, Philippe Weber / Do, 15.9.2016, 9.30–16 H16.04 Gamification – Gamen Sie schon oder spielen Sie noch? René Bauer, Mela Kocher, Heinrich Lüber, Anna Lisa Martin-Niedecken / Sa, 17.9.2016, 9–16 HS16.05 (Online) News Language in the Twenty-First Century: from Theory to Practice Andreas Jucker, Franziska Zeller / Mi, 21.9.2016, 14–17 HS16.06 3D-Druck. Einführung in das Fertigungsverfahren der Zukunft Dario Sala / Mo, 26.9.2016, 9.15–17 HS16.07 Entdeckung der Seele in der Literatur Ulrike Zeuch / Fr, 30.9.2016, 9.30–16 HS16.08 Von der Sehnsucht der Seele wegzufliegen Thomas Fleischhauer, Christoph Riedweg / Fr, 30.9.2016, 9–16 Wirtschaft und Recht HS16.19 Iconomix-Fachtagung 2016: Arbeitsteilung und Handel Diverse Referierende / Sa, 3.9.2016, 9–15.30 Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik HS16.23 Terme und Gleichungen. Eine altbekannte Notwendigkeit neu unter­ richtet Christian Rüede, Fritz Staub / voraussichtlich Fr/Sa, 2./3.9., 9./10.9., Mi, 21./28.9., Sa, 5./12.11.2016 HS16.24 Moderne Biochemie: Von der DNA zu reinem Protein Birgit Dreier, Peter Lindner / Mi, 14.9.2016, 9.30–16.30 HS16.25 Geographie lernen mit allen Sinnen – ein Exkursionsbeispiel Sara Landolt, Itta Bauer / Sa, 24.9.2016, 9–17 HS16.26 Teaching Science with Analo­ gies. Wie Metaphern und Analogien Naturwissenschaften verstehbar machen Kai Niebert / Fr, 30.9.2016, 9.30–12.30 FS16.61 Folgen, Reihen, Grenzwerte Armin Barth / Fr, 27.5., 14–17, Sa, 28.5.2016, 9–16 FS 16.64 Differentialrechnung Armin Barth / Fr, 27.5., 14–17, Sa, 28.5.2016, 9–16 FS16.66 Flussrevitalisierung Armin Barth, Roger Deuber, Patrick Faller, Herbert Rubin / Fr, 3.6., 14–17, Sa, 4.6.2016, 9–16 FS16.69 Landschaftsgenetik Patrick Faller / Fr, 3.6., 14–17, Sa, 4.6.2016, 9–16 FS16.62 Thermodynamik anhand der Geothermie Brigitte Hänger / Fr, 3.6., 14–17, Sa, 4.6.2016, 9–16 FS16.63 Vom Doppelspalt zum Quantencomputer Herbert Rubin / Fr, 3.6., 14–17, Sa, 4.6.2016, 9–16

Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Weiterbildung

 www.phzh.ch/wb-s2

Stufenumstieg

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Weiterbildung für Berufsfachschulen


FS16.76 Das Orbitalmodell und die mo­ derne Quantentheorie im gymnasialen Chemieunterricht Juraj Lipscher / Fr, 3.6., 14–17, Sa, 4.6.2016, 9–16 FS16.60 Grundkonzepte der Mechanik Herbert Rubin / Fr, 10.6., 14–17, Sa, 11.6.2016, 9–16 FS16.75 Energie in der Mechanik Fr, 10.6., 14–17, Sa, 11.6.2016, 9–16 FS16.65 Mobile Energiequellen – ­Batterien, Akkus und Brennstoffzellen in der Redox-Chemie Roger Deuber / Fr, 10.6., 14–17, Sa, 11.6.2016, 9–16 FS16.66 Das Periodensystem der ­Elemente auf der Basis des Coulomb­ gesetzes und des Orbitalmodells Roger Deuber / Fr, 10.6., 14–17, Sa, 11.6.2016, 9–16 FS16.67 Zwischenmolekulare Kräfte Juraj Lipscher, Ralph Schumacher / Fr, 10.6., 14–17, Sa, 11.6.2016, 9–16 Überfachliche Kompetenzen und Interdisziplinarität HS16.30 Weniger korrigieren dank Online-Prüfungen mit isTest Andrea Reichmuth, Jürg Widrig / Sa, 3.9.2016, 9.15–17 HS16.31 Ihr Auftritt im Klassenzim­ mer – Basiskurs Pesche Brechbühler / Fr, 16.9.2016, 9.30–16.30 HS16.32 Nur Flausen im Kopf? Jugendliche besser verstehen. Wechsel an Entwicklungsphasen und wie wir damit umgehen können / Esther Lauper / Fr, 16.9.2016, 9.30–16 HS16.33 Mehr Sicherheit bei der Be­ treuung empirischer Maturitäts­ arbeiten Doreen Holtsch, Andrea Reichmuth / Mo, 19.9., 9.15–17, Di, 20.9., 9–12.30 HS16.91 Aus- und Weiterbildung für Immersionslehrpersonen an Gymna­ sien Marcel Jäger / Fr, 16./30.9., 4.11., 2./16.12.2016, 13./20.1., 10.2.2017, 9.30–17 FS16.72 RITA – ein attraktiver Unterrichtsansatz (Fortsetzung) Felix Keller / Do, 19.5.2016, 8.30–16.45

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Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Weiterbildung

FS16.73 RITA – ein attraktiver Unterrichtsansatz Felix Keller / Do, 25.5.2016, 8.30–16.45 FS16.74 Die wichtigsten Erkenntnisse der kognitiven und neurowissen­ schaftlichen Lehr-Lern-Forschung Roland Grabner, Nicolas Lienert / Mo, 13.6.2016, 13.30–17 HS16.81 Einführungskurs für Prak­ tikumslehrpersonen der Universität Zürich Fritz Staub, Anita Pfau, weitere Dozierende / Fr, 9.9., 9–17, Sa, 10.9.2016, 9–14 HS16.82 Vorbesprechung von Lektionen im Praktikum Fritz Staub, Anita Pfau, weitere Dozierende / Sa, 10.9.2016, 9–14 HS16.83 Gestaltung meiner Unter­ richtsbesprechungen im Praktikum Anita Pfau / Holkurs

Information und Anmeldung: Universität Zürich, Institut für Erziehungswissenschaft, Weiterbildung Maturitätsschulen, Kantonsschulstrasse 3, 8001 Zürich, www.weiterbildung.uzh.ch/wbmat, andreas.wittwen@ife.uzh.ch / ETH Zürich, Weiterbildung Maturitätsschulen, Universitätsstrasse 41, 8092 Zürich, peter.greutmann@ifv.gess.ethz.ch

HfH – Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik Zürich  www.hfh.ch

Onlinekurse 2016-84 Neurowissenschaften und Heilpädagogik Dominik Gyseler / Onlinekurs ohne Präsenztage / Anmeldung und Start jederzeit möglich: www.onlinekurse-hfh.ch 2016-81 1×1 der Heilpädagogik Anna Cornelius / Onlinekurs ohne Präsenztage / Anmeldung und Start jeder­zeit möglich: www.onlinekurse-hfh.ch 2016-83 ADHS Dominik Gyseler / Onlinekurs ohne P ­ räsenztage / ­Anmeldung und Start jeder­zeit möglich: www.onlinekurse-hfh.ch Interkantonale Hochschule für Heil­ pädagogik / www.hfh.ch/weiterbildung > CAS, Kurse bzw. Tagungen / 044 317 11 81 / wfd@hfh.ch

Weiterbildungskurse Tagungen 2016-86 Regelschulen lernen von Sonderschulen Markus Matthys / Sa, 10.9.2016, 8.30–16.15 Zertifikatslehrgänge und Zusatz­ ausbildungen 2016-03 CAS Kommunikation und Beratung in der integrativen Schule Markus Sigrist, Regula Häberli / September 2016 bis November 2017 2016-05 CAS Musik und Gestaltung in der Heilpädagogik Ariane Bühler Brandenberger / September 2016 bis Juli 2017 2016-06 CAS Start strong! Heil­ pädagogik in der Eingangsstufe 4–8 Claude Bollier, Anna Cornelius / September 2016 bis März 2018 2016-07 CAS Integration von Schüle­ rinnen und Schülern mit Verhaltens­ störungen Claude Bollier, Markus Sigrist / September 2016 bis Oktober 2017 2016-08 CAS Kinder mit geistiger Behinderung in der Regelschule Roman Manser, Christian Piller / September 2016 bis Juni 2017 Kurse 2016-73 Schulleitung plus! – Neue ­Aufgaben für Schulleitungen in der ­integrativen Schule Claude Bollier, Esther Brenzikofer Albertin / 4., 18.5.2016 und 31.8.2016 2016-50 Mit den «Grundbausteinen» zu orthografischer Bewusstheit Katharina Leemann / 3.6.2016 und 4.11.2016 2016-27 ADHS im Vorschul- und frühen Schulalter Prisca Zulauf / 3., 4.6.2016 2016-80 Onlinekurs Plus: 1×1 der Heilpädagogik für Klassenassistenzen Anna Cornelius, Annette Koechlin / 31.8.2016, 26.10.2016 und 14.12.2016 / Anmeldeschluss: 1.7.2016 2016-43 Stärke statt Macht Claudia Seefeldt / 13., 14.9.2016 und 6.12.2016 / Anmeldeschluss: 1.8.2016

ZAL – Zürcher Arbeitsgemein­ schaft für Weiter­ bildung der Lehr­ personen des Kantons Zürich  kurse.zal.ch

Weiterbildungskurse ZDA21.16.31 Gedächtnis und ­Gedächtnisstörungen Christina Schäfer, Kevin Wingeier / Mi, 25.5.2016, 14–18 ZGA64.16.31 Musikunterricht konkret – macht Spass! Kurt Rohrbach / Mi, 25.5.2016, 15–19 ZP57.16.31 Klassenassistenz?! Katja Lips, Regine Thon / Mi, 25.5.2016, 14–17 ZT35.16.31 «Mein Sprachschlüssel» Tanja Spuler, Elfriede Stalder / Mi, 25.5.2016, 14–17.30 ZP54.16.31 Bleibe stark, egal was ­passiert Eveline Jordi / Sa, 28.5.2016, 9–13 ZDA26.16.31 Erlebte Märchenzeit im Wald Brigit Oplatka, Rosmarie ­Vollenweider / Mi, 1.6.2016, 14–17 / Mi, 7.9.2016, 14–17 ZS52.16.31 Französischunterricht Monika Gisler / Mi, 1.6.2016, 13.30–16.30 / Mi, 8.6.2016, 13.30–16.30 ZV32.16.31 Experimente und Spiele in der Chemie Janine Hermann / Mi, 1.6.2016, 13.30–16.30 / Mi, 15.6.2016, 13.30–16.30 ZDA30.16.31 Besser lernen mit inneren Bildern Priska Flury / Sa, 4.6.2016, 8.30–16.50 ZDA64.16.31 Kinder beobachten, ­erfassen und fördern Lisa Gianutt / Mi, 8.6.2016, 13.30–16.30 ZB12.16.31 Bewegt durch den Wald Alexandra Schwarzer-Kraus / Mi, 8.6.2016, 13.30–20


ZH53.16.31 5 freche Mäuse machen Musik Esther Schwarz / Mi, 15.6.2016, 14.30–17.30 ZG29.16.31 Weidengeflechte Salome Portmann / Sa, 18.6.2016, 9–16.30 ZT34.16.31 Erstlesen – Erstschreiben mit «Anton und Zora» Bernd Jockweg / Sa, 18.6.2016, 13.30–17.30 ZB58.16.31 Stand Up Paddling Markus Strobel / Mi, 22.6.2016, 14–16 ZGA33.16.31 Weidengeflecht – traditionelle Techniken Salome Portmann / Sa, 2.7.2016, 9–16.30 Schulinterne Weiterbildung: Die ZAL organisiert für Teams auch schulinterne Weiterbildungen. Diese richten sich nach den Bedürfnissen der Teilnehmenden und finden in deren Schulhaus statt. Beratung und Coaching: Die ZAL organisiert für Einzelpersonen und Kleingruppen bis maximal 3 Personen auch Beratungen zu konkreten fachlichen ­Fragen und Coachings bei Aufgaben und Fragen im Berufsalltag (Ausgangslage analysieren, Lösungen entwerfen). Information und Anmeldung: www.zal.ch / Zürcher Arbeitsgemeinschaft für Weiterbildung der Lehrpersonen, Bildungs­zentrum für Erwachsene BiZE, Riesbachstrasse 11, 8090 Zürich / info@zal.ch / 044 385 83 94

PS97.16.31 Rückenyoga Barbara Kündig / Mi, 25.5.2016, 18–21.30 LD96.16.31 Sprachtreff «Zürichs ­Gemeinschaftszentren» Milena Di Fazio / Fr, 27.5.2016, 13–16 PA70.16.31 Mehr Zeit – mit Zeit­ management Sibylle Jäger / Sa, 28.5.2016, 9–17 / Sa, 4.6.2016, 9–17 PS35.16.31 Mentaltraining in Beruf und Alltag Michael Harth / Sa, 28.5.2016, 9–17 / Sa, 4.6.2016, 9–17 ID96.16.31 iBooks Author – in Eigen­ regie zum eBook Fritz Franz Vogel / Sa, 28.5.2016, 8.30–16.30 PA50.16.31 Entscheidungen treffen Michael Harth / Mo, 30.5.2016, 9–17 / Di, 31.5.2016, 9–17 PE18.16.31 Schlagfertig und spontan reagieren Roger Nydegger / Do, 2.6.2016, 9–17 / Do, 9.6.2016, 9–17 PM98.16.31 Öffentlichkeitsarbeit für NPO und Kultur Anita Gut / Fr, 3.6.2016, 9–17 BI61.16.31 Transkulturelle Kompeten­ zen für Ausbilder/innen Monika Eicke / Fr, 3.6.2016, 9–17 / Fr, 17.6.2016, 9–17 / Fr, 1.7.2016, 9–17 / Fr, 8.7.2016, 9–17 IO59.16.31 Umsteigen auf Office 2013 Jürg Weilenmann Keller / Fr, 3.6.2016, 8.30–16.30 PS88.16.31 Erfolgreiches Stress-­ Management Evi Giannakopoulos / Sa, 4.6.2016, 9–17 / Sa, 11.6.2016, 9–17

EB Zürich, Kanto­ nale Berufsschule für Weiterbildung  www.eb-zuerich.ch

Weiterbildungskurse IV52.16.31 Video-Schnitt: Final Cut Pro X Gitta Gsell / Di, ab 17.5.2016, 18–21.30, 6 Mal PE11.16.31 Visualisieren: Durch Bilder reden Adrian Kunzmann / Do, 19.5.2016, 9–17 / Fr, 20.5.2016, 9–17 ID88.16.31 Porträt-Fotografie mit der Digitalkamera Claudia Bruckner Achermann / Do, 19.5.2016, 8.30–16.30 / Do, 26.5.2016, 8.30–16.30 / Do, 2.6.2016, 8.30–16.30 IN25.16.31 LearningApps – interaktive Lernbausteine Martina Würmli-Thurner / Fr, 20.5.2016, 14–17 / Fr, 3.6.2016, 14–17 DK19.16.31 Online-Schreibwerkstatt B2/C1 Xavier Molina / Sa, 21.5.2016, 9.45–11.15 / Sa, 2.7.2016, 9.45–11.15 PB19.16.31 Schreiben zur Selbst­ erkenntnis Christian Kaiser / Mo, 23.5.2016, 14–17 / Mo, 30.5.2016, 14–17 / Mo, 6.6.2016, 14–17

IN48.16.31 Prezi: Präsentieren in Beruf und Alltag Franziska Bollinger / Sa, 4.6.2016, 8.30–12 BI52.16.31 Psychodrama-Methoden in der Erwachsenenbildung Sophie Scheurer / Mo, 6.6.2016, 9–17 / Di, 7.6.2016, 9–17 / Mo, 27.6.2016, 9–17 PS84.16.31 Achtsamkeit – ent­ schleunigen und mehr erreichen Evi Giannakopoulos / Di, 7.6.2016, 18–20.30 / Di, 14.6.2016, 18–20.30 / Di, 21.6.2016, 18–20.30 IN20.16.31 Digitale Selbstverteidigung Lorenz Imhof / Di, 7.6.2016, 18.30–21 / Di, 14.6.2016, 18.30–21 PE10.16.31 Gespräche führen – verstehen und verstanden werden Susanne Mouret / Mi, 8.6.2016, 9–17 / Do, 9.6.2016, 9–17 / Fr, 10.6.2016, 9–17 IV62.16.31 iMovie Nicolo Paganini / Do, 9.6.2016, 8.30–16.30 IS49.16.31 Aufbauen einer eigenen Cloud Susanne Maeder / Mo, 13.6.2016, 18–21.30 / Mo, 20.6.2016, 18–21.30 IN24.16.31 Google Classroom Lorenz Imhof / Mo, 13.6.2016, 18–21.30 / Mo, 20.6.2016, 18–21.30 / Mo, 27.6.2016, 18–21.30

BI59.16.31 Visualisieren – Inhalte und Worte sichtbar machen Katharina Eberle / Di, 14.6.2016, 13.30–17.30 PB22.16.31 Bald werde ich pensioniert Daniel Bürki / Fr, 17.6.2016, 9–15 / Fr, 15.7.2016, 9–15 PF61.16.31 Projekte erfolgreich durchführen Serge Schwarzenbach / Do. 23.6.2016, 9–17 / Fr, 24.6.2016, 9–17 / Do, 30.6.2016, 9–17 PA21.16.31 Endlich Ordnung am ­Arbeitsplatz Sibylle Jäger / Fr, 24.6.2016, 9–17 PE13.16.31 Konfliktmanagement im Beruf Vera Stavemann / Fr, 1.7.2016, 9–17 / Sa, 2.7.2016, 9–17 BB60.16.31 Krisen erkennen und adäquat intervenieren Monika Dillier / Mo, 4.7.2016, 9–17 ID97.16.31 Elektronisch publizieren: Der Überblick Fritz Franz Vogel / Do, 7.7.2016, 8.30–16.30 ID83.16.31 Fotografie: Auf nächtlicher Pirsch Philipp Dubs / Fr, 8.7.2016, 20–24 / Sa, 9.7.2016, 0–2 Information und Anmeldung: www.eb-zuerich.ch

Weitere Angebote Jugendliche bei der ersten Berufswahl begleiten und coachen Berufsfindung und Lehrstellensuche sind für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I wichtige Entscheidungsund Handlungsprozesse. Kompetente Unterstützung und Begleitung erfolgt ­dabei durch die Lehrperson. Der CAS ­Berufswahl-Coach der Pädagogischen Hochschule Thurgau bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich vertieftes Wissen anzueignen und konkrete Um­ setzungen für den Unterricht und die ­Begleitung der Jugendlichen zu gestalten. Als Fachperson Berufswahlunterricht können die Teilnehmenden ihre Kollegin­ nen und Kollegen im Team unterstützen. Für Lehrpersonen der Berufsvorbe­ reitungsjahre im Lernfeld «Berufswelt» erfüllt der Lehrgang die vom Kanton ­Zürich geforderten Bedingungen (Bildungsratsbeschluss vom 16. Juni 2014). Der Weiterbildungsstudiengang ist EDK-anerkannt. Anmeldeschluss: 20.6.16 / Start: 10.9.16 / www.phtg.ch/ weiterbildung > Weiterbildungsstudiengänge > CAS Berufswahl-Coach

Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Weiterbildung

ZGA36.16.31 Sticken Regula Schmid / Sa, 11.6.2016, 9–16.30 / Sa, 2.7.2016, 9–16.30

PK15.16.31 Gesprächstraining Ruth Groth / Mi, 25.5.2016, 9–17 / Do, 26.5.2016, 9–17 / Fr, 27.5.2016, 9–17 / Mi, 15.6.2016, 9–17 / Do, 16.6.2016, 9–17 / Mi, 6.7.2016, 9–17 / Do, 7.7.2016, 9–17 / Fr, 8.7.2016, 9–17

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ZDA25.16.31 Schenken und beschenkt werden Margrit Gysin / Sa, 11.6.2016, 9–14 / Sa, 18.6.2016, 9–14


Per 1. August 2016 oder nach Vereinbarung suchen wir zwei

Schulische Heilpädagoginnen/ Schulische Heilpädagogen für ein Pensum von ca. 50% und 100% Sie verfügen über ein EDK-anerkanntes Lehrdiplom und die Zusatzqualifikation als SHP oder sind Lehrperson mit Interesse, die berufsbegleitende Weiterbildung zur SHP an der HfH zu machen? Sie unterrichten mit grosser Freude, spürbarem Engagement und pädagogischem Flair? Sie arbeiten gerne in einem kleinen Team und können sich vorstellen, in Klassen mit 6–8 Schülerinnen und Schülern zu unterrichten? Sie freuen sich darauf, unsere überschaubare Schule aktiv mitzugestalten? Für weitere Informationen steht Ihnen unser Schulleiter, Herr Robert Mosser-Waller, schulleitung@ptsh.ch, Tel. 044 860 23 73 zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

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Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Stellen

Ihre vollständigen Unterlagen senden Sie bitte an: schulleitung@ptsh.ch oder Pestalozzi Tagesschule Höri, Schulhausstrasse 15, 8181 Höri


Kostenloses Coaching-Programm «MyFutureJob – Berufliche Neuorientierung»

Das Programm «Berufliche Neuorientierung» richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre, die nach Abschluss ihrer Erstausbildung ihren gelernten Beruf aus körperlichen oder psychischen Gründen nicht weiter ausüben können, sich beruflich neu orientieren wollen oder keine Weiterbeschäftigung finden und noch keine Unterstützung erhalten (z.B. RAV).

Helfen Sie mit, Jugendarbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Informieren Sie Ihre Schülerinnen und Schüler über dieses kostenlose Programm. Bestellen Sie kostenlose Flyer und Plakate zum Programm «MyFutureJob» auf: www.projuventute.ch/shop

www.myfuturejob.ch


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Schulblatt Kanton ZĂźrich 3/2016


Das aussergewöhnliche ausflugsziel

Musikinstrumente, die selbständig spielen? Ja, das gibt es! zu sehen und live zu hören sind sie im Museum für Musikautomaten in Seewen SO, knapp 20 km südlich von Basel. Hochpräzise Musikdosen aus Schweizer Produktion, Figurenautomaten, Orchestrien – zu deren Musik einst unsere Gross- und Urgrosseltern tanzten – Dreh- und Jahrmarktsorgeln und die grosse selbstspielende Britannic-Orgel vom Schwesterschiff der Titanic. Sie bieten ein ganz besonderes, klingendes Museumserlebnis! Für Schulklassen gibt es zwei verschiedene Angebote: Eine Führung kombiniert mit dem Zauberklang-Rundgang Eine einstündige Spezialführung durch drei Säle führt in die Welt der mechanischen Musikinstrumente ein. Die Kinder und Jugendlichen lernen die Vorfahren ihrer i-Pods kennen, entdecken spielerisch die Vielfalt und Geschichte selbstspielender Musikapparate und können mit kleinen Experimenten zu resonanz, Klang und Mechanik neue Erfahrungen sammeln. Die Lösungen der 10 Fragen des zauberklang-rundgangs kann jedes Kind auf dem eigenen Melodiestreifen knipsen und zum Schluss die fertige Melodie – als Belohnung und zur Kontrolle – auf einer Spieldose zum Klingen bringen. Der Workshop Gloggomobil Die Schülerinnen und Schüler erkunden mit Hilfe des Gloggomobils die Entstehung mechanischer Musik und stellen eine eigene Melodie für Musikdosen her. Die Lehrpersonen können sich anhand einer kostenlos erhältlichen Informations-Lehrermappe auf diesen Workshop vorzubereiten. Museum für Musikautomaten Sammlung Dr. h.c. H. Weiss-Stauffacher Bollhübel 1, 4206 Seewen SO Telefon: 041 58 466 78 80 www.musikautomaten.ch

Sie SchMeTTeRn lauT und fiedeln SanfT… … bewegen Klaviertasten wie von Geisterhand und lassen figuren tanzen: die MuSiKauToMaTen Das Museum für Musikautomaten zeigt, wie Musik ab Konserve entstanden ist und wie viel Erfindergeist dahinter steckt!

Eintrittspreis: CHF 75.– für Schulklassen (bis 25 Schüler/-innen) und zwei Begleitpersonen, inklusive Führung oder Workshop (vgl. Kombiangebot Schulreisen für Anreise mit dem öV, www.sbb.ch/schulreisen > musikautomaten) Anmeldung, Infos und Bezug der Lehrermappe: 058 466 78 80 oder musikautomaten@bak.admin.ch Zauberklang-Rundgang – Geeignet ab 2. Primarschulklasse – Dauer insgesamt rund 90 Minuten – Di bis So, Beginn der Führung ab 9.30 bis 16.00 Uhr Workshop Gloggomobil – Geeignet für 3./4. Primarschulklassen – Dauer rund 1 Stunde – Di bis Fr, Beginn des Workshops zwischen 9.30 und 11.15 Uhr

Weitere Auskünfte erhalten Sie unter www.musikautomaten.ch, Tel. 058 466 78 80 oder musikautomaten@bak.admin.ch Tipp | Postautohaltestelle «Seewen, Musikautomaten» direkt vor dem Museum oder «Seewen, Zelgli» mit 10 min. Spaziergang (vgl. www.sbb.ch) · Schöne Gegend für Wanderungen und Spaziergänge, knapp 20 km südlich von Basel · Museumsshop und Museumsrestaurant

Museum für Musikautomaten Sammlung Dr. h.c. H. Weiss-Stauffacher Bollhübel 1, 4206 Seewen SO T 058 466 78 80

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Alles ist rollstuhlgängig – Postautohaltestelle «Seewen SO, Musikautomaten» und Busparkplatz vor dem Museum – Museumsshop – Museumsrestaurant mit Terrasse – schönes Wandergebiet (Führer mit 21 Wandertipps rund ums Museum ist im Museum erhältlich).

Musik und Anregung sind garantiert, sei es auf einer Spezialführung kombiniert mit dem Zauberklang-Rundgang (für alle Stufen) oder beim Workshop Gloggomobil (3. /4. Klassen, mit Begleitunterlagen).

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Informationen Eine Voranmeldung ist für Schulklassen in jedem Fall erforderlich, Fragen im Vorfeld werden gerne beantwortet.

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Ein Leben hautnah erleben in «Museum of Memories»

schule&kultur

Blickwechsel Wer spät kommt, entdeckt das Leben

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Text: André Grieder Bild: Prˇemysl Bukovský

Das Schuljahr neigt sich dem Ende zu, die Klasse hat viel gelernt, gut gearbeitet und im Kulturkässeli liegt noch ein netter Betrag … Wir von schule&kultur hätten ­ ein paar Ideen, wie das Geld pädagogisch sinnvoll und für die Schülerinnen und Schüler erfrischend umzusetzen wäre. Buchen Sie für Ihre Klasse eine Ver­ anstaltung unseres Festivals Blickfelder ­(2.–12. Juni)! Noch ist nicht alles ausverkauft. Gehen Sie mit Ihrer Klasse in die Sammlung des Kunsthauses, zu der eine Klasse des Liceo Artistico einen Audio­ guide gestaltet hat: mit Rätseln, Zwie­ gesprächen und Gedichten zum Thema Zeitreise. Hautnah dabei sein können Kinder ab acht Jahren bei drei Theaterstücken auf der Pfingstweidbrache, dem

Festivalzentrum: vier Männer gehen in «La Cosa» mit Holzscheiten aufs Ganze; in «A Rovescio» zaubern Zirkus-Requisiteure Leben in die Gegenstände; ein Chirurg wühlt in «Bistouri» äusserst humorvoll in einem ganz besonderen Patienten. Auch für Jugendliche der Volks-, Mittel- und Berufsschule haben wir noch freie Plätze in Stücken, die an internationalen Festivals gefeiert wurden. Matthias macht sich in «Steh deinen Mann» auf die Suche nach schwulen Fussballern; in «Frühlingsweihe» tanzen sieben junge Frauen zuerst verführerisch, dann bedrohlich; fünf Menschen erinnern sich in «Museum of Memories» berührend und musikalisch an einen Verstorbenen; in «Football on Stilettos» tanzen zwei Männer gegen Vorurteile an. Noch

nicht überzeugt? Dann empfehlen wir Ihnen Folgendes: Die Theaterpädagogin ­ und Vermittlerin Christine Faissler entdeckt mit Ihnen in «Blickfelder querbeet» einen Nachmittag lang künstlerische Schulklassenprojekte und eine aussergewöhnliche Tanztheatervorstellung. Diskutieren Sie mit ihr das Erlebte, lassen Sie sich inspirieren. Im Podiumsgespräch «Tagebuch der Zeiten» wird thematisiert, was ein mehrmonatiges künstlerisches Schulhausprojekt voraussetzt, auslöst und bewirkt. Aber vielleicht möchten Sie einfach nur Festivalluft schnuppern: Kommen Sie am Wochenende zum Festivalzentrum Pfingstweidbrache, zu Kunst und Kulinarik. Ohne Schülerinnen und Schüler, aber vielleicht mit der Familie und Freunden.    Mehr Informationen und Anmeldung: schuleundkultur.zh.ch sowie blickfelder.ch

schule & kultur der Bildungsdirek­ tion Zürich bietet Schulen finanziell unterstützte Kulturveranstaltungen an. Eine Auswahl auf diesen beiden Seiten, weitere Angebote:  www.schuleundkultur.zh.ch


Literatur

Literatur aus erster Hand Bei «Literatur aus erster Hand» stehen direkte Begegnungen mit Autoren, ­Illustratorinnen und Liedermachern im Zentrum. Es werden spannende ­Geschichten erzählt und die Schulklassen können mitmachen beim Dichten, ­Singen und Zeichnen. Anmeldung Ende Mai bis Sommerferien.  Lesungen und Workshops im Schulhaus / November bis März / Kindergarten, 1.–10. Schuljahr, Kantons- und Berufsschulen

Kunst und Wissen

Villa Patumbah: Ein Haus packt aus Theatertour mit Workshop zum Thema Baukultur. Der «ewige Butler» Johann begleitet die ­Kinder durch Park und Villa. Seit 1885 in der Villa angestellt, kennt er viele Geschichten rund um den Bau, die Besitzer und das wechselvolle Leben des Hauses. Im Workshop geht es dann um die Frage, wann ein Haus etwas Besonderes ist.  Villa Patumbah / August bis November / 3.– 6. Schuljahr

Kunst und Wissen

Theater

Die Ausstellung ist als kulinarische Weltreise angelegt. Sie fokussiert aufs Essen und die Menschen, die unsere Nahrung produzieren, bringt den Handel ins Spiel, spricht von Genuss und Geschäft. Nach dem interaktiven Ausstellungsbesuch werden aus regionalen Rüebli Dekorationen geschnitzt – zum Verzehr geeignet!

Basteln? Das macht doch jeder gerne! Das findet auch der junge Mann, der sich eine weisse Kugel auf den Kopf setzt und sich seine eigene Welt knetet.

Jetzt im Kino! Kinokultur in der Schule programmiert für Schulklassen spezielle Vorführungen aktueller Filme in einem Kino des Kantons Zürich. Expertinnen und Experten führen in die Werke ein. Lehrpersonen können mit Kinokultur in der Schule Aufführungen weiterer Filme vereinbaren.  Kinos, Filme und Termine wählbar

 Schauspielhaus Zürich, Schiffbau / 10. Juni, Kindergarten, 1.–2. Schuljahr

 Stadtgärtnerei Zürich / 7.–10. Schuljahr, ­Berufs- und Mittelschulen Einführungen für Lehrpersonen: Mi, 24. August, Mi, 9. September, je 17–19 Uhr

Theater Theater

Studio Orka spielt «Der Löwe» Das famose Studio Orka aus Belgien zeigt ein Stück über Masken und Vermummungen, verpasste Chancen und warme Versöhnungen – ein Theaterstück übers (ab und zu) echte Leben in einem Theater.  Schauspielhaus Zürich, Pfauen / 9. und 10. Juni, 3. bis 7. Schuljahr

«Tartuffe» Das Ensemble vom Theater Kanton ­Zürich zeigt eine der berühmtesten ­Komödien der Weltliteratur als Freilichtinszenierung.  Ort: siehe Spielplan Theater Kanton Zürich, 21. Mai bis 15. Juli, 8.–10. Schuljahr, Mittel- und Berufsschulen

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Film

«Leerkopf»

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«Wir essen die Welt»


Agenda Neues Vermittlungsprogramm

«School of Dada»

Dada feiert dieses Jahr den 100. Geburtstag. Aus diesem Anlass bietet das Cabaret Voltaire ein neues Vermittlungsprogramm für Schulen an. Workshops bieten die Möglichkeit, am historischen Ort von Dada in einen Dialog mit der Geschichte zu treten. Die Unterlagen für Schulen ent­ halten vier Themenwege, die neben der Geschichte Dadas auch die künstlerischen Gesten und Aktivitäten der Dadaisten vermitteln. Lehrpersonen können die ­Inhalte im Unterricht vorbereiten und selbstständig thematische Stadtrund­ gänge und Übungen durchführen. Aus­ serdem können sie sich je nach inhaltlichem Fokus ihr Arbeitsmaterial selbst zusammenstellen.

Schulblatt Kanton Zürich 3/2016  Agenda

Kurs für Einsteiger und Erfahrene «Streng geheim» – unter diesem Motto steht die Schweizer Erzählnacht 2016, die am 11. November stattfindet. In dieser Nacht werden im ganzen Land Geheimnisse aller Art aufgespürt, Rätsel geknackt, Geheimschriften entschlüsselt und Verräter entlarvt. Im Vorfeld dazu bietet das Schweizerische Institut für Kinder- und Jugendmedien (SIKJM) an zwei Abenden im Juni je einen Kurs für Veranstalterinnen und Veranstalter an mit Hinweisen und Tipps zur Organisation und Gestaltung der Erzählnacht. Neueinsteiger buchen jeweils den gesamten Kurs, erfahrene Veranstalterinnen und Veranstalter nur den zweiten Teil. Anmeldung erforderlich.  7. und 9. Juni 2016, jeweils 17 bis 20.15 Uhr, SIKJM, Zürich. www.sikjm.ch > Weiter­bildung > Kurse 2016

 www.cabaretvoltaire.ch

Discovery-Week

Ausstellung

Das Swiss Science Center Technorama bietet ein neues MINT-Format für naturwissenschaftlich interessierte Jugendliche von 12 bis 16 Jahren an: Die «Discovery Week» zum Thema Feuer. Die Jugend­ lichen lernen, ausgehend von Alltags­ phänomenen, wissenschaftliche Arbeitsmethoden kennen und wenden diese anhand konkreter Fragestellungen praktisch an. Teilnahmegebühr: CHF 375.– ­inklusive Mittagessen und Exkursion. Anmeldung erforderlich, Plätze für maximal 24 Jugendliche.

«Gotthard – ab durch den Berg»

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Erzählnacht

Ein Gebirge, das in 150 Jahren drei Mal für den Verkehr durchbohrt wird, ist ­einmalig. In der neuen Ausstellung im Schweizerischen Nationalmuseum in Schwyz lassen Tonbeiträge, Bilder und Pläne die Anfänge des Tunnelbaus auf­ leben. Vergleiche zwischen dem Gotthard-Eisenbahntunnel, dem Autobahntunnel und dem Gotthard-Basistunnel führen die verkehrspolitischen, sozialen und technischen Veränderungen vor ­Augen. Für die Erarbeitung mit Schulklassen bietet die Ausstellung verschiedene Themen und Führungen sowie ­Unterlagen mit Arbeitsaufträgen an. ­Führungen und Eintritt sind für Schweizer Schulklassen kostenlos.  Bis 2. Oktober 2016, Schweizerisches Nationalmuseum, Schwyz. www.gotthard.forumschwyz.ch > Schulen

Wissenschaftlich ­arbeiten

 18. bis 23. Juli, jeweils 9 bis zirka 18 Uhr, Technorama Winterthur. www.technorama.ch > Ausstellung > Discovery Week

Ausstellung

«Wer bin ich?» Was kann ich wissen, was soll ich tun, was darf ich hoffen? Die Frage nach der eigenen Identität beschäftigt die Menschheit seit jeher. Die neue Ausstellung im Vögele Kultur Zentrum lädt ein, sich die Komplexität der Identität vor Augen zu führen, sich mit der eigenen, unverwechselbaren Persönlichkeit auseinander­ zusetzen, diese stets wieder von Neuem zu hinterfragen und weiterzubilden. Einführung für Lehrpersonen: 24. Mai 2016, 18 Uhr. Anmeldung: vermittlung@ voegelekultur.ch  Ab 22. Mai 2016, Vögele Kultur Zentrum, Pfäffikon SZ. www.voegelekultur.ch

Agenda Die Redaktion stellt hier Ausstellungen, Führungen, Wettbewerbe etc. vor. Pro Tipp max. 600 Zeichen inklusive Leerschlägen: was, wann, wo, für wen, Kontaktadresse, Bild an: schulblatt@bi.zh.ch. Die Redaktion behält sich Auswahl und Kürzung der Texte vor und übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt.

Internationale Physik-Olympiade

Kettenreaktions­ maschinen bauen

Die internationaIe Physik-Olympiade (IPhO) findet dieses Jahr in Zürich statt. Vom 11. bis zum 17. Juli messen sich 450 Mittelschülerinnen und -schüler aus 90 Ländern auf Olympia-Niveau in ihrem Lieblingsfach. Begleitet wird die IPhO von einer Mitmachkampagne für Schulklassen: Wer ausgeklügelte Kettenreak­ tionsmaschinen baut und filmt, gewinnt tolle Preise im Wert von 10 000 Franken.  Einsendeschluss: 30. Juni 2016. www.einsteinsein.org

Buchvernissage

«schlau × genau» Mathematik spannend erklärt – mit überraschenden Anekdoten und Cartoons. Dies bietet das neue Buch des Lehr­ mittelverlags Zürich «schlau × genau – Gerade und ungerade Geschichten zur Mathematik». An der Buchvernissage wird Bildungsdirektorin Silvia Steiner zur Einführung einige Worte an die Gäste richten, anschliessend stellen sich die Autoren persönlich vor. Erfahren Sie, wie das Buch entstand. Hören Sie Auszüge aus «schlau × genau» und lassen Sie sich Ihre Ausgabe signieren. Eintrittspreis: 20 Franken inklusive eines Exemplars des Buches «schlau × genau» und eines Über­raschungsgeschenks.  6. Juni 2016, 18 bis 20 Uhr, Aula BiZE, Zürich. www.zal.ch > Events

ZHAW Science Week

Jugendliche als ­Forschende Wie produziert man erneuerbare Energie? Was steckt in Kartoffelchips? Wo entdeckt man nachtaktive Wildtiere? Antwort auf diese und weitere Fragen gibt die Science Week an der ZHAW in Wädenswil. Sie wird bereits zum dritten Mal in Folge durchgeführt und richtet sich an Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren, die sich für Naturwissenschaften interessieren. Kosten: 28 Franken pro Kurs inklusive Pausen- und Mittagsverpflegung. Die Teilnehmerzahl ist limitiert.  8. bis 12. August 2016, ZHAW Wädenswil. Anmeldeschluss: 22. Juli 2016. www.zhaw.ch/scienceweek