Schlossseiten Frühlings &Sommerausgabe 2022

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magazin.schlossseiten.at

AUSGABE 01/2022 • € 12,80

SCHLOSSSEITEN SCHLÖSSER, ARCHITEKTUR, INTERIORS, KUNST UND HANDWERK

SCHLOSS ZWENTENDORF GUT ALTHANN

MARINA BLANCA

SPIELERISCHE KUNST

SALZBURG INSIDE

SAMMELSURIUM AN BESONDERHEITEN

SCHLOSS TOTZENBACH

GUT VERSTECKT IM WIENERWALD

REISEFIEBER

WOHNEN WIE KAISER UND KÖNIGE IM SOMMER 2022

GARTEN IM WANDEL - SCHAFFEN SIE SICH IHRE RUHEOASE SCHLOSS SALM - WEIN MUSS SEIN


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SCHLOSSSEITEN

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Schloss Zwentendorf, Seite 12

EDITORIAL SCHLOSSSEITEN – AUSGABE 01/2022

Liebe Leserinnen und Leser,

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ROZET & FISCHMEISTER, DAS TRADITIONSHAUS AM WIENER KOHLMARKT UND EHEMALIGER K.U.K. HOFLIEFERANT, GILT ALS EINE DER ERSTEN ADRESSEN FÜR FEINSTES TAFELSILBER, HISTORISCHEN SCHMUCK UND MODERNE KREATIONEN. KOHLMARKT 11, 1010 WIEN | TELEFON: +43 (1) 533 80 61 INSTAGRAM: ROZETFISCHMEISTER | WWW.ROZET-FISCHMEISTER.COM 4

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wir haben es geschafft! Ein weiterer Winter mit Lockdowns und einem alles andere als unbeschwerten Leben liegt hinter uns. Aber diesen Sommer können wir uns freuen: Wir dürfen endlich wieder reisen, und deshalb widmen wir uns in der neuen Ausgabe der SCHLOSSSEITEN im Speziellen auch diesem Thema. Dass wir in Österreich großartige Schlosshotels und Herrenhäuser für einen Urlaub haben, wissen Sie ja sicherlich bereits. Und falls nicht, dann blättern Sie bitte aufmerksam durch die aktuelle Ausgabe unseres Magazins.

Einblicke in ihr architektonisches Können geben uns Marie-Therese Harnoncourt-Fuchs und Ernst J. Fuchs, die the next ENTERprise Architects. Es ist schier unglaublich, wo die beiden bereits überall gewirkt und gewerkt haben. Schade nur, dass man oftmals die Architekten selbst gar nicht so auf dem Schirm hat, wenn man vor ihren Projekten der letzten Jahre steht – zwei davon sind der Wolkenturm im Schlosspark Grafenegg und die Salzwelten in Hallein. Inmitten der pittoresken Altstadt von Kitzbühel erwarb The European Heritage Project im Jahr 2012 das geschichtsträchtige Alte Berggericht, modernisierte das in die Jahre gekommene Gebäude und landete mit dem neuen Lokal in der Innenstadt einen Volltreffer. „Absolut einen Besuch wert“ – dies meinten auch schon Fachkritiker und zeichneten das Restaurant „Berggericht“ aus. Absolut empfehlenswert!

Wussten Sie, dass Spanien über ganz herausragende historische Residenzen verfügt, in denen man nächtigen kann? Nein? Dann gehen Sie bitte auf die Seite 122! Wir haben für Sie Schloss Zwentendorf besucht, wo Quintin und Tina Althann neben einem normalen Bürojob auch noch eine Landwirtschaft betreiben. Auf Seite 12 erfahren Sie mehr über die historischen Mauern, die nun einen Kuhstall beheimaten. Marina Blanca fasziniert uns mit ihren Skulpturen und gewährt uns Einblick in ihr Schaffen.

Das Ehepaar Herbert und Johanna Berger hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte des Schlosses Totzenbach auf sanfte Weise weiterzuentwickeln. Wie die beiden das gemacht haben und wie das Wasserschloss heute erstrahlt, lesen sie ab Seite 222. Falls Sie nicht wissen sollten, was Sie bei Ihrem Schlossbesuch oder zur Festspielzeit tragen sollen – auch hierfür haben wir Tipps und Anregungen für Sie. Und wer den Sommer mit gutem Essen und herrlichem Wein genießen möchte, der wird bei Annabelles Sommerküche sowie bei der Familie Salm in Deutschland fündig, wo Prinz Felix und Prinzessin Victoria von Salm-Salm ein Weingut betreiben.

Kennen Sie die Burgen und Schlösser rund um Salzburg? Gehört haben Sie sicherlich bereits davon, aber diesen Sommer können Sie sie besuchen, gemeinsam mit der Familie tolle Ausflüge planen und Geschichte spielerisch erleben. Unsere Redakteurin Beatrice Tourou widmet sich dem Thema Garten: Die Sehnsucht nach Stille und Frieden im Grünen war noch nie größer, und noch nie gab es so viele Möglichkeiten, sich sein eigenes Refugium zu schaffen. Dazu interviewte sie auch Annina Gräfin Fugger-Babenhausen.

Ich bin zutiefst davon überzeugt, für uns alle zu sprechen, wenn ich sage: Holen wir uns die Leichtigkeit von früher ein kleines Stück zurück. Genießen Sie den Sommer! Lisa Gasteiger-Rabenstein

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INHALT 196 SCHLOSS WALLHAUSEN 214 SCHLOSSHOTEL MIT FLAIR 14 GUT ALTHANN

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GUT ALTHANN

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Kunstsommer in der Galerie

Landwirtschaft am Schloss

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KONRAD FRIEDEL

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SALZBURGS SCHÖNSTE BURGEN

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BARRIE KOSKY

Entdecken Sie wunderbare Plätze

Der Regisseur im Porträt

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STILVOLLE SALZBURGER(INNEN) Perfekt gekleidet in der Festspielstadt

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RESIDENZ ZUM VERKAUF Salzburgs royales Immobilien-Juwel

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PMU 20 Jahre Paracelsus Medizinische Privatuniversität

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MULTISTORAGE

SCHLOSSSEITEN

HOTEL GOLDGASSE Small-Luxury-Hotel in Salzburg

Der Selfmakeman

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L.ART

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SALZBURG RESIDENZ

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A.E. KÖCHERT

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SCHLOSS LEOPOLDSKRON

Museale Orgeluhr des Pierre Jaquet-Droz

The next Generation

La Chaux-de-Fonds/Schweiz, um 1780 Viertelstunden-Schlag auf Glocken Orgelwerk mit 14 Metall-Pfeifen und acht Melodien | Gangdauer 1 Woche 84 x 47 x 28 cm Provenienz: Sammlung Bertele, Wien

Feiern und Wohnen wie ein König

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SUVRETTA HOUSE

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STETS GUT GEKLEIDET

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GARTEN IM WANDEL

Alpines Märchen in St. Moritz

Ideen zur Gartengestaltung

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INHALT 46 RESIDENZ ZUM VERKAUF 102 MARINA BLANCA

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90 96

GRÜNER DAUMEN URLAUBSSTIMMUNG

110 116

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SCHLOSS AHLDEN

Skulpturen sind Kunst

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FROOTS

THE NEXT ENTERPRISE ARCHITECTS

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JUL. HÜGLER

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WIE WIR WOHNEN

DENKMALNEO MARINA BLANCA

KITZBÜHELER STADTENSEMBLE The European Heritage Project, Teil 5

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122 REISEFIEBER Spaniens Schlosshotels und Luxusresorts

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GERSTNER 175 Jahre kulinarische Verführung aus Wien

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Träumen, planen und feiern

DESIGN-PARADIES

Wir haben eine Mission

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TRAUMWERK PORSCHE

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Womit man heute so verreist

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SCHLOSSSEITEN

Inside Nina Litchfield

Kunstauktionshaus

Investment – aber wie?

Zukunft aus Tradition

Zu Besuch bei Theresa Witt-Dörring

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GIAMPIERO CELANI Illustrationen und Porträts eines Rastlosen

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VILLA ALMA Sommerfrische am Wolfgangsee SCHLOSSSEITEN

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INHALT 240 REISEFIEBER

180 SOMMERKÜCHE

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SOMMER-KOCHBUCH

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KINDER-KLASSIKER

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TISCHKULTUR

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GUSTAV, DER SCHLOSSHUND

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DIE MESSEMACHERIN

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PRINZ SALM

Alexandra Graski-Hoffmann

Wein muss sein

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WEINBERGE Picknick & Gemütlichkeit

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KUNST AUS ÖSTERREICH

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HARTUNG & HARTUNG Antiquariat und Auktionen

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116 STADTENSEMBLE

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GALERIE SUPPAN

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BEI KÖNIGS ZUHAUS

SCHLOSSSEITEN

Aus dem Tagebuch eines Magyar Vizsla

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WASSERSCHLOSS TOTZENBACH

Cooper Colours Schlossseiten Kollektion

Gut versteckt im Wienerwald

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MARKUS MEINDL Meindl Authentic Luxury

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REISEFIEBER Wohnen wie Könige in Österreich

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Ferdinand

Maximilian

Vincentia

SMALL TALK – GREAT RESULTS Kolumne von Eva-Maria von Schilgen

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REISEN

Franziskus

Theodora

Josephine

Kolumne von Beatrice Tourou

250

IMPRESSUM

MAria Theresia

Leopold

Probedöschen oder Castle Colours bestellen: office@coopercolours.com oder Tel: +43 2236 378471

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SCHLOSS ZWENTENDORF Gut Althann

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Etwa 70 naturnah gehaltene Rinder haben hier ihr Zuhause.

GUT ALTHANN SO FÜHRT DAS EINE ZUM ANDEREN Die Landwirtschaft auf Gut Althann funktioniert als geschlossener Kreislauf. Glückliche, naturnah gehaltene Rinder, biologisch angebautes Getreide und Gemüse sowie ein elegantes Schloss samt Wirtschaftshof und Nebengebäuden bilden den Kosmos der Althanns im niederösterreichischen Zwentendorf. Das junge Ehepaar Quintin und Tina Althann hat sich der Tradition der Eltern verschrieben und führt die Demeter-zertifizierte Landwirtschaft in moderne Zeiten. Wer kennt es nicht, das stillgelegte beziehungsweise nie in Betrieb gegangene Atomkraftwerk in Zwentendorf? Von der Ferne sieht man die zwei großen Türme und das viele Rundherum, das in jedem von uns allerlei Assoziationen hervorruft. Von der Abstimmung, die der damalige Bundeskanzler Bruno Kreisky im Jahr 1978 Quintin, seine Frau Tina und die beiden fröhlichen Töchter leben im sogenannten Gästehaus. 14 SCHLOSSSEITEN

vom Zaun brach und die zur Ablehnung führte, bis zu dem immer wieder diskutierten Für und Wider der Atomkraft reicht die Palette. Dass der Komplex auf einem ehemaligen Grundstück der Grafen Althann steht und dass diese Familie nach wie vor im selben Ort lebt, wissen wahrscheinlich nur wenige. Die Einfahrt durch das große Tor führt direkt vor das Schloss. Ein barockes, kompaktes Juwel, das Fischer von Erlach entwarf und das bis heute wunderbar in Schwung ist. Es ist umgeben von lang gestreckten Wirtschaftsgebäuden, die alle in Funktion sind. Von Wohnungen für Angestellte bis zu Kühlkammern, von Garagen für Nutzfahrzeuge und Geräte bis zu den großen Freiluftstallungen reicht ihre Verwendung.

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Es helfen alle mit - sogar die Kleinsten.

Fröhliches Muhen ist zu hören, und während wir beobachten, wie die Kälber um ihre Mütter springen, erzählt Hausherr Quintin die Geschichte seiner Familie. Es ist lange her, dass seine Vorfahren aus dem damals von den Franzosen in Brand gesteckten prunkvollen Stammsitz der Familie auf der Goldburg in Murstetten in das nicht weit entfernte Zwentendorf übersiedelten. Direkt an der Donau gelegen, war das neue Zuhause als spätbarockes Landschloss konzipiert. Um- und Ausbauten bis ins späte 19. Jahrhundert geben dem Ensemble im Wesentlichen die heutige Gestalt. Quintins Großeltern verließen Österreich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Richtung Afrika. Rhodesien wurde bis 1957 ihre Heimat. Zurück in Österreich, wagte Quintins Vater Alexander sein neues Leben in Zwentendorf. Die Russen waren abgezogen, das Schloss in desolatem Zustand und der Betrieb mehr schlecht als recht vorhanden. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Maria, die während ihrer Schulzeit in der Schweiz mit der Gedankenwelt der Anthroposophie in Kontakt gekommen war, verwirklichten sie eine damals noch ungewöhnliche Idee: Es sollte eine Biolandwirtschaft entstehen, die als geschlossener Kreislauf funktioniert – ohne Mithilfe von künstlichen Dünge- und Spritzmitteln wird der Boden

ressourcenschonend und nachhaltig bearbeitet. Dazu kommt das Vieh, dessen Mist auf den Feldern verteilt wird. In den Futtertrögen der Rinder landet dann wieder eigenes Heu. „Außer Salzlecksteinen kaufen wir bis heute nichts zu“, bestätigt Quintin Althann. „Demeter“ ist das Zauberwort, hinter dem sich die konsequente Weiterführung von Naturprozessen und ein geschlossener Hoforganismus verbirgt. Die Zertifizierung bedeutet, dass biologisch-dynamisch produziert und jährlich streng kontrolliert wird. Die 130 Hektar Ackerland und 70 Stück Vieh des Guts Althann werden den Anforderungen gerecht. Gerste, Mais, Dinkel, Hirse, Roggen, Kürbis, Sonnenblumen und Luzerne wachsen auf den Feldern rund um Zwentendorf, und was Quintin und Tina unter dem Vermarktungstitel „Von Grund auf Gut“ verkaufen, kann sich sehen lassen. Der Dinkel geht nach der Verarbeitung in Deutschland zum Großteil zu Hofer Österreich, die Hirse wird in einem Schweizer Unternehmen zu Babybrei und das Sonnenblumenöl wird von der Firma Weleda zu Hand- und Sonnencreme verarbeitet. Der Popmais, das Öl und das vom Fleischereibetrieb Berger professionell zerwirkte und verpackte Rindfleisch wird zum Teil ab Hof verkauft. Einige wenige Mitarbeiter helfen im Stall und auf den Feldern, im Auwald und im Garten. Den Rest macht die Familie selbst. An den Wochenenden füttert Hausherr Quintin die Tiere oft selbst.

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Modernes Design trifft auf altes Gemäuser.

Eine elegante gläserne Tür führt in die privaten Räume.

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Der Naturgarten reicht bis zu den Gebäuden und wird von Quintins Mutter professionell und liebevoll gepfelgt.

Quintin Althann selbst hat alles von der Pike auf gelernt: Die Landwirtschaftsschule in Wieselburg, das Wirtschaftsstudium in Wien und Learning by Doing vom Traktor-Fahren bis zum Verpackungsdesign bilden die Grundlage. Nicht nur für das Führen des Guts Althann, sondern auch für einen Fulltime-Job in Wien. Als Partner einer M&A-Boutique in Wien hat er eine Fünftagewoche im Büro voller spannender Projekte im Bereich Unternehmenskauf und -verkauf. Vieles nimmt Tina ihm ab. Die gebürtige Wienerin hatte in der Hotellerie und in der Modebranche gearbeitet, bevor sie sich in den Betrieb einbrachte. Hier sind es neue Ideen zu Social Media, zur Website, zur Produktauswahl und zur Verpackungsgestaltung – und nicht zuletzt für das Zuhause der jungen Familie. Das ehemalige Gästehaus des Schlosses wird Stück für Stück renoviert und adaptiert. Ein gläserner Eingang, eine lässige offene Küche, ein großer Salon, jede Menge fesche Lichtquellen und moderne Bilder sind nur einige der Interventionen, die die alten Parkettböden, die meterhohen Räume und den eleganten Terrazzo so genial ergänzen. Durch die großen Fenster sieht man in den Park. Hier spielen die eigenen

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Kinder mit einer Schar von Cousins und Cousinen, die ebenfalls hier leben. „Ich gehe gerne im Anzug zu meinen Wiener Terminen und ich sitze genauso gerne hier in Zwentendorf auf dem Traktor“, sagt Quintin Althann. Während der Autofahrten hin und her bleibt ihm Zeit, um nachzudenken: darüber, wie man die Vermarktung optimieren und die Produkte an ausgewählte Bioläden liefern könnte, wie sich die Verpackung auf die Qualität der Ware auswirkt, wie hoch die Preise sein müssten, damit sich biologische Erzeugnisse ohne Förderungen rechnen und vieles mehr. „So führt das eine zum anderen“, sagt er. Und es scheint richtig Freude zu machen. Text: Clarissa Mayer-Heinisch I N F O B OX

GUT ALTHANN Schlossgasse 8 A-3435 Zwentendorf an der Donau www.gutalthann.at info@gutalthann.at

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Foto: © Andreas Weiss

Foto: © Konrad Friedel

Konrad Friedel beim Lackieren im Atelier, 2021

KONRAD FRIEDEL

Der Selfmakeman Ein großzügiges, helles und loftartiges Atelier, jede Menge ungewöhnlicher Lampen an Wänden und Plafonds, coole Designobjekte, kreative Möbelstücke und penibel geordnete Arbeitsmaterialien sind das, was sogleich ins Auge fällt. Wer das Glück hat, vom Künstler und Universalhandwerker Konrad Friedel in seine Werkstatt eingeladen zu sein, der taucht in einen ganz eigenen Kosmos ein. Text: Clarissa Mayer-Heinisch

„Kügling“, Gartenskulptur, Pottenbrunn, 2017 22

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Foto: © Clarissa Mayer-Heinisch

ast mitten im Ort Klein-Neusiedl befinden sich die Reste einer ehemaligen Papierfabrik. Hinter der verfallenen Mauer und einem mit Löwen besetzten Einfahrtstor steht der ehemalige Herrschaftssitz samt einigen Hallen und Gebäuden. Zerborstene Fenster, halb eingestürzte Dachlandschaften, völlig desolate Fassaden und mittendrin uralter, wunderschöner Baumbestand lassen eine Art Zauberwelt entstehen. In einigen Gebäuden regt sich Leben. Da sind einmal die Lager- und Verkaufsräume mehrerer Antiquitätenhändler, verschiedene Reparaturwerkstätten, ein Pferdestall, aber auch gemütliche Wohneinheiten und das genannte Atelier von Konrad Friedel. Ein paar Stiegen führen hinauf in sein Reich, wo die eigene Familie, aber auch seine Kunden ein und aus gehen. Stehlampen, Appliken, schwebende und hängende Lichtskulpturen, Sitzobjekte, Sideboards, Wandverbauten, Küchenzeilen, Bibliothekswände, Badezimmermöbel, Sofas oder auch meterhohe Skulpturen stellen nur eine kleine Auswahl an Dingen dar, die Konrad Friedel in Häusern, Wohnungen und Gärten installiert hat. Jedes Stück ist ein Unikat, jede Idee maßgeschneidert und jeder Handgriff selbst vollführt.

Atelier, 2022

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Foto: © Martin Brack

Foto: © Andreas Weiss

Küchenbeleuchtung „Waschbecken“, Privathaus in 1190 Wien, 2018

Konrad Friedel lackierend im Atelier, 2021

Wie es dazu kam, ist schnell erzählt: Aufgewachsen im niederösterreichischen Kilb, einem Ort, den man dank Thomas Bernhard im Gedächtnis hat, half Konrad Friedel nach der Matura seinem Freund Richard Polsterer beim Tischlern. Geschick und Talent kamen schnell

zutage, und so durfte er bleiben und „begann zu pfuschen“, wie er schmunzelnd erzählt. „Ich habe alle Maschinen ausprobiert, viele Fehler gemacht und aus den Reklamationen gelernt.“ Ein Jahr in der Entwicklungshilfe in Nicaragua, wo Konrad Friedel für den Jesuitenpater Sigmund Kripp tätig war, war prägend. Danach hatte er großes Glück: Hans und Dorli Trauttmansdorff, die gerade dabei waren, ihr Zuhause in Schloss Pottenbrunn nahe St. Pölten zu renovieren, stellten Friedel an. „Ich habe dort alle Holzarbeiten gemacht, vom Entwurf bis zur Ausführung. Später dann auch noch eine mehr als fünf Meter hohe Skulptur aus hellgrünen Kugeln, die im Brunnen von Wasser umspült wird.“ Ein Crashkurs und die abschließende Meisterprüfung zum Tischler folgten, um dann, allerdings ohne Gewerbeschein, als freischaffender Künstler tätig zu werden. „Ich bin so kreativ, dass ein Entwurf nach dem anderen entsteht“, erzählt Konrad Friedel selbstbewusst. Die Objekte im Atelier, die Ausstellungen von Salzburg bis Linz oder auch in Shanghai, in der „Wohnkultur 66“ in Hamburg oder im Belvedere sowie die Referenzen in zahlreichen privaten Häusern treten den besten Beweis dafür an. Es sei an dieser Stelle noch einmal betont: Jedes Detail wird in der Werkstatt von Hand gefertigt. Hier stehen Geräte aller Größen und Verwendungen: von der Standfräse bis zur Drehbank, von der Punktschweißmaschine bis zum Sandstrahlgerät, von der Kalt-

säge bis zur Schlagschere. In einer Art Lager sind neben Schrauben, Nägeln, Zangen oder Feilen auch Leder, Stoffe, Metallstücke, Farben und Pinsel aufbewahrt. „Do it yourself“ – so lautet Konrad Friedels Motto, und jede dieser Maschinen und Werkstoffe verleitet ihn zu neuen Ideen und Kreationen. „Ich baue Lampen aus Leidenschaft“, erzählt der Designer und zeigt uns eine Serie mit dem Namen „Schalentiere“. 104 unterschiedliche Stücke sind bereits entstanden, jedes davon signiert und selbstverständlich handgefertigt. Metallene Halbkugeln, die Friedel bei einem Industriebetrieb gefunden hat, werden zerschnitten und neu zusammengesetzt. Auf diese Weise ergeben sich interessante Formen, die sich als Lichtquellen auf und über Gegenständen, Tischen oder anderen Möbelstücken eignen. Meist sind sie zweifarbig, wobei die selbst gemischte Palette diverse gedeckte Nuancen von Gelb, Orange, Rot, Blau oder auch Grün umfasst. „Olymp“ ist der Name einer Wandleuchten-Serie. Das handgefertigte Drahtgestell wird vom Künstler mit gehärtetem Stoff überzogen und lässt sich mittels Magneten in jedweder Richtung auf dem technischen Untergrund fixieren. So entstehen immer neue Licht- und Schattensituationen. Unter dem Namen „Fleurette“ sind neun unterschiedliche Lampen entstanden, die ihrem Namen – „Blümchen“ – alle Ehre machen. Die Lampen der Serie „Rosi“ sind durch ihre handgeschnitzte hölzerne Basis charakterisiert. Sehr kreativ sind auch die Beine

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Foto: © Martin Brack

RESSE IHRE AD H-CLASS FÜR HIG IEN IMMOBIL Küche mit Betonfronten und auflaminierten historischen Etiketten, Privathaus in Wiener Neudorf, 2013

Foto: © Martin Brack

der Stehlampen „Lou“ – benannt nach einer Tänzerin mit Afro-Look, deren Konturen Konrad Friedel offensichtlich beim Entwerfen des Lampenschirms, aber auch beim Biegen des Blechs für den Fuß der Lampe im Kopf hatte.

Einbaumöbel mit Sitzmöglichkeit, Privathaus in 1190 Wien, 2018

„Ich freak mich durch jedes Detail“, sagt der Künstler, während er uns die verschiedenen Leuchtköpfe, die Halterungen der Kabel, die Kappen und Schrauben, die Drähte und Nähte zeigt, die allesamt von ihm erdacht und in kleinteiliger, akribischer Arbeit von Hand gefertigt sind. So werden Lampen zu Skulpturen und lassen sich in jedem Umfeld wunderbar platzieren. „Meine Stücke haben Authentizität, und jeder spürt: Da waren Hände dran.“

Foto: © Clarissa Mayer-Heinisch

Kleine Skulpturen, Schmuckstücke und Anhänger waren lange Zeit ein wichtiges Feld für seine Arbeit. Doch seit ihn die Mundpropaganda von Auftrag zu Auftrag trägt, geht es um weit mehr. Erst kürzlich hat Konrad Friedel damit begonnen, ein elegantes Haus in Grinzing für eine Großfamilie zu adaptieren. Hier wird in intensivem Austausch mit den Eigentümern besprochen, geplant und gezeichnet, um dann „Möbel und Licht gleich mitzudenken“, wie er sein Vorgehen beschreibt. Auch bei diesem Projekt werden Konrad Friedels Fantasie und präzise Handwerkskunst zum Einsatz kommen. I N F O B OX

Atelier, 2022

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Konrad Friedel www.konradfriedel.com

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Foto: © Tourismus Salzburger Lungau

Foto: © Burgen & Schlösser

Burg Mauterndorf

bu Salz

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CES PLA GO TO

SEHEN.STAUNEN. LERNEN.SPASS HABEN Salzburgs schönste Burgen www.salzburg-burgen.at

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ahrhundertelang waren sie Mittelpunkt des politischen und gesellschaftlichen Lebens gewesen. Mit der Einführung der Feuerwaffen in Europa ab dem 14. Jahrhundert verloren die Burgen ihre Funktion, 1918 schwand mit der Ausrufung der Österreichischen Republik die Bedeutung vieler österreichischer Schlösser. Sinnentleert waren sie jahrzehntelang oftmals dem Verfall preisgegeben. In Salzburg hat man die Wende von der Nutzlosigkeit zur Nützlichkeit

innovativ und originell geschafft. Heute sind Salzburgs Burgen und Schlösser wieder als „Hotspots“ gleichermaßen beliebt bei Einheimischen und Touristen, bei Erwachsenen und Kindern. Und wenn ein persönlicher Besuch nicht möglich sein sollte: Kostenlose virtuelle und sehr spannende Rundgänge mit Hintergrundinformationen von Experten lassen Sie sogar jene Stellen besuchen, die für Besucherinnen und Besucher normalerweise unzugänglich sind.

Blick von der Burg Hohenwerfen auf das Salzachtal 28

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Fotos: © Burgen & Schlösser

Foto: © Burgen & Schlösser

Zeughaus Festung Hohensalzburg

Salzmodell der Stadt Salzburg

Festung Hohensalzburg

DIE FESTUNG HOHENSALZBURG – SALZBURGS WAHRZEICHEN TOP-SPOTS: Festungsbahn, Panorama-Tour mit 3-D-Salzmodell der Salzburger Altstadt, Goldene Stube, „Salzburger Stier“, Fürstenzimmer, Zeughaus, Magisches Theater, Rainer-Regimentsmuseum, Festungs- und Marionetten-Museum, Konzerte, Adventmarkt, Gastronomie, „Jedermann“-Theateraufführungen.

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Alle Veranstaltungen unter: www.festung-hohensalzburg.at Telefon: +43 662 842430-11

ie größte vollständig erhaltene Burg Mitteleuropas thront erhaben und mächtig über der Stadt Salzburg. Schon die alten Römer nutzen die strategisch günstige Lage als Schutz vor den einfallenden Germanen. Wenig ist aus der Spätantike und aus dem Mittelalter überliefert. Erzbischof Gebhard I. lässt 1077 eine Befestigungsanlage für die Stadtbevölkerung bauen, seine Nachfolger erweitern Stück für Stück. Der Salzburger Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach (*1442; 1495–1519), der Salzburg zu einem der reichsten Fürstentümer des Heiligen Römischen Reiches Deutscher

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Handwerksvorführung im Burghof der Festung

Nation machte, lässt die Festung zu einem vornehmen Regierungssitz ausbauen. Mit einer Ausdehnung von über 33 000 m² ist sie heute eine der weitläufigsten Burgen Europas und mit über einer Million Besuchern die am häufigsten besuchte Sehenswürdigkeit Österreichs außerhalb von Wien. Etwa dreißig Minuten dauert der Aufstieg zu Fuß zur Festung, nur eine Minute die Fahrt mit Österreichs ältester in Betrieb befindlichen Standseilbahn. In der Rekordzeit von nur 78 Tagen wurde sie im Jahr 1892 errichtet und wegen ihrer Antriebsart mit dem Wasser

des Almkanals als „Tröpferlbahn“ bezeichnet. Seit 1959 wird sie elektrisch betrieben, 2011 erfolgte eine Generalsanierung. Auf der Festung angelangt, führt ein neu installierter Panorama-Rundgang vom Salzmagazin mit einem großartigen 3-D-Altstadtmodell aus Salz über den Reckturm und die Wehrtürme vorüber am „Salzburger Stier“, dem ältesten noch in Betrieb befindlichen Hornwerk der Welt. Auf dem Weg zur Festung lernt der Besucher die Geschichte des Bauwerkes kennen, und nicht nur Kinder lieben die entzückend gestalteten mechanischen Guckkästen mit Salzburgs Sagenwelt. Oben angelangt, begeistert der atemberaubend schöne Blick über die Altstadt und das Salzburger Umland. „Angriff und Verteidigung“ auf einer mittelalterlichen Burganlage kann der Besucher mittels interaktiver Modelle in der Ausstellung von Geschützen, Rüstungen und Handwaffen im Zeughaus simulieren. Die Festung selbst wurde nie von Feindeshand zerstört und bietet daher beispiellose historische Einblicke, darunter die Fürstenzimmer mit einem der schönsten mittelalterlichen Profanräume Europas: die mit einem prachtvollen Kachelofen ausgestattete „Goldene Stube“. Die faszinierende Vergangenheit der Festung wird im Magischen Theater mit Lichteffekten, Videoinstalla-

tionen und Musik inszeniert. Historische Uniformen und Waffen aus dem Ersten Weltkrieg sind in dem seit dem Jahr 1924 auf der Festung befindlichen RainerRegimentsmuseum in insgesamt acht Sälen ausgestellt. Dokumentiert wird die Chronik des ehemaligen Salzburger Hausregiments, des k. u. k. Infanterieregiments „Erzherzog Rainer No. 59“, von seinem Gründungsjahr 1682 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. Auch vielen Salzburgern unbekannt ist das Museum des Salzburger Marionettentheaters „Welt der Marionetten“ in den ehemaligen Fürstenkellern der Festung. Neben der Ausstellung einzelner Marionetten wird die Herstellung der Puppen gezeigt, und auch aktiv darf man hier „die Puppen tanzen lassen“. Die Festung ist ein beliebter Veranstaltungsort. Hugo von Hofmannsthals Theaterstück vom reichen Mann, dem „Jedermann“, wird im stimmungsvollen Burghof im Sommer aufgeführt. Im Winter lockt der romantische Adventmarkt und ganzjährig finden Konzerte statt. International wird es bei der Sommerakademie der bildenden Kunst Salzburg: 1953 von Oskar Kokoschka als „Schule des Sehens“ gegründet, versammeln sich auf der Festung jedes Jahr mehr als 300 Teilnehmer aus über 46 Staaten der Welt.

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Foto: © Burgen & Schlösser

Burg Hohenwerfen

BURG HOHENWERFEN – EINE ZEITREISE INS MITTELALTER TOP-SPOTS: Heiraten in der Burgkapelle, Sonderausstellungen, Flugvorführungen mit Greifvögeln und Jagdmusik, Sommerkino im Burghof, Kinder-Rätselrallye, Ritteressen, Adventmarkt, „Mystische Nacht“, mittelalterliches Treiben mit Gauklern, Handwerkern und Rittern, Sonder­ ausstellung „Mythos Jackl – Zauberer und Hexen in Salzburg“ mit Zauberkults aus aller Welt und Multimedia-Shows.

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Alle Veranstaltungen unter: www.burg-hohenwerfen.at Telefon: +43 6468 7603

ie an der antiken Alpenquerung gelegene Wehrburg Hohenwerfen ist eine der schönsten Burgen Österreichs. Von der Spitze eines 155 m hohen Felsens überblickt sie das Salzachtal. Erbaut wurde sie, um im unruhigen Mittelalter die etwa 50 km nördlich entfernte Stadt Salzburg vor Angriffen aus dem Süden zu schützen. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Burg im Jahr 1077, große Ausbauten erfolgen im 12. und Anfang des 15. Jahrhunderts sowie aufgrund der Zerstörung in den Bauernkriegen und der drohenden Gefahr durch

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ALPINER GOLFGENUSS

die Türken im 16. sowie Anfang des 17. Jahrhunderts. Die zweitgrößte Burg des Landes umfasst heute drei Vorburgen, die Hauptburg, den Palas und den Zwinger, den Waller-, Salzach-, Marien-, Binder-, Glocken- und Fallturm, den Pfauenschweifzwinger, die Kapelle, ein Zeughaus und einen großen Burghof. Die im letzten Jahr generalsanierte Burgkapelle ist dem heiligen Sigismund gewidmet. Sie wurde vermutlich im 11. Jahrhundert errichtet und erhielt im 16. Jahrhundert ihre heutige Form. Der Hochaltar ist eine um 1650 entstandene Arbeit des Werfener Tischlermeisters Konrad Schwarz.

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Golf Alpin im SalzburgerLand – das ist Golfvergnügen für jeden Anspruch. Ob inmitten imposanter Berggipfel oder am malerischen See, über 30 Golfplätze im SalzburgerLand und in den angrenzenden Regionen lassen Golferherzen höherschlagen. Für volle Flexibilität steht die SalzburgerLand Golf Alpin Card mit wahlweise drei, vier oder fünf Greenfees. Sie kann bei allen Golf Alpin Partnerclubs eingelöst werden. Perfektes Urlaubsfeeling mit Rundum-Komfort und dem gewissen Extra an Service und Golfkompetenz genießt man in den über 20 Golf Alpin Partner Hotels. SCHLOSSSEITEN

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Foto: © Burgen & Schlösser

Fotos: © Burgen & Schlösser

Greifvogel-Vorführung auf Burg Hohenwerfen

Bereits Anfang des 18. Jahrhunderts wurde die Anlage als militärisch nutzlos erkannt, 1876 wurde sie als Heeresstandort aufgegeben und an Oswald Graf von Thun verkauft. 1898 erwarb Erzherzog Eugen von Österreich die Burg und brachte hier seine große Kunstund Waffensammlung unter. Am 8. Januar 1931 kam es zu einem folgenschweren Brand, der große Teile der Burg sowie der Kunst- und Waffensammlung vernichtete. Die durch den Burgbrand verursachten Schäden wurden durch Erzherzog Eugen wieder instandgesetzt. Nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland musste er seinen Besitz 1938 an die nationalsozialistische Gauleitung verkaufen, die hier eine Gauschule für die NSDAP einrichtete. Nach Kriegsende ging die Burg in den Besitz des Landes Salzburg über und war bis 1987 Ausbildungsort der Gendarmerie. Weltweit bekannt wurde sie durch internationale Filme wie „The Sound of Music“ (1965) oder „Agenten sterben einsam“ (1968) mit Richard Burton und Clint Eastwood. Seit 1987 wird die Burg Hohenwerfen als „Erlebnisburg“ für Familien mit Kindern genutzt. Sie ist mit einem Lift vom Autoparkplatz aus mühelos zu erreichen. Mit einem geführten Rundgang durch die Festung – fremdsprachige Besucherinnen und Besucher erhalten Audioguides in 13 Sprachen – lernt man die Burg kennen. Unter anderem werden Kerker und Folterkammern gezeigt, wo zeitweise auch die aus Werfen stammende und als Hexe verfolgte Barbara Koller, genannt „Schinder-Bärbel“, gefangen gehalten worden war. Sie war die Mutter des bekannten „Zauberer-Jackls“, eines jugendlichen Salzburger Bandenführers. Er selbst wurde nie gefasst, doch seiner Bande von Bettelkindern (auch anderer Regionen) wurde der größte Hexenprozess in der Geschichte Salzburgs gemacht, bei dem unter Androhung und Anwendung von Folter

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Mittelalterliche Ritterspiele auf Burg Hohenwerfen

Geständnisse erzwungen wurden. Insgesamt 133 Kinder, Jugendliche und Erwachsene wurden hingerichtet, viele Kinder unter 10 Jahren wurden an Pflegefamilien übergeben. Kinder von heute lernen auf der Burg spielerisch Geschichte mit einem kindgerechten Audioguide in sechs Sprachen. Auf Schatzsuche gehen sie bei der Rätselrallye, eine kleine Belohnung bei richtiger Beantwortung der Fragen erwartet sie am Ende der Besichtigungstour im Ritterladen. Aufregend für alle Altersgruppen ist der historische Landesfalkenhof. Einstmals Jagdtradition der Fürsterzbischöfe, wird diese alte Kunst der Jagd mit Greifvögeln wie Adler, Geier, Falke, Bussard und Milan heute als lebendiges Kulturgut gezeigt. Im Jahr 2010 wurde die Falknerei von der UNESCO in die weltweite „Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ aufgenommen. Eine Besonderheit bietet zudem die Gastronomie der Burgschenke. Neben regionalen Schmankerln werden auch mit Minnesang begleitete 7-gängige Ritteressen angeboten.

Burg Mauterndorf

BURG MAUTERNDORF – GESCHICHTE SPIELERISCH ERLERNEN TOP-SPOTS: Wehrturm, gotische Kapelle, nachgestellte Szenen aus dem Mittelalter mit lebensgroßen Figuren, Handwerkskunst des Mittelalters heute, Lungauer Landschaftsmuseum, Mittelalterfest, stimmungsvolle Abendführungen im Wehrturm, Abenteuer-Ritterspielplatz sowie Ferien- und Schulprogramme für Kinder, Oster- und Adventmarkt, mittelalterliches „Spectaculum“, Sommerkino, „Lange Nächte“, Sonderausstellung Eppenstein, Burgschenke mit Sonnenterrasse.

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Alle Veranstaltungen unter: www.burg-mauterndorf.at Telefon: +43 6472 7426

m vierten Jahrhundert nach Christus führt hier der römische Handelsweg, die „Via Imperialis“, von Süden gen Norden. Um 1002 wird bereits eine Mautstelle errichtet, 1253 erstmals eine Burg urkundlich erwähnt und mit dem Bau des 44 Meter hohen Wehrturmes begonnen. Ihr endgültiges Aussehen erhält sie unter Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach (1442–1519). Jahrhundertelang nützen die Fürsterzbischöfe die Burg als Sommerresidenz, Mautstelle und Administrationszentrum, bis der Besitz 1806 in das Eigentum des Habsburgerreiches übergeht. Im Jahr 1894

erwirbt der preußische Stabsarzt Dr. Hermann Epenstein die bereits stark verfallenen Gebäude und lässt sie originalgetreu wiederaufbauen. Dank dieses Verdienstes erhebt Kaiser Franz Josef ihn 1908 in den Adelsstand. Ritter von Epenstein-Mauternburg stirbt 1934, seine Witwe setzt dessen Patenkind, den damaligen deutschen Reichsminister Hermann Göring, als ihren Erben ein. Da dieser jedoch verabsäumt, seinen Besitz grundbürgerlich eintragen zu lassen, verliert die Schenkung ihre Gültigkeit; Erben werden Verwandte der Witwe. 1968 geht die Burg in den Besitz des Landes Salzburg über

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Fotos: © Burgen & Schlösser

Audienz in der Burg

Lange Nacht auf der Burg

und wird seitdem laufend saniert und restauriert. 2019 wurde die Restaurierung der Burgkapelle mit den aus dem 14. Jahrhundert stammenden Fresken und dem spätgotischen Flügelaltar abgeschlossen und die Kapelle den Besuchern über eine Empore zugänglich gemacht. Mit innovativen Ideen hat man den alten Gemäuern wieder junges Leben eingehaucht und aus der Not eine Tugend gemacht. In Ermangelung originaler Einrichtungsgegenstände wurden mittelalterliche Szenen mit lebensgroßen Figuren nachgestellt. Besonders erwähnenswert sind die Privatgemächer des Erzbischofs Leonhard von Keutschach. Ausgestattet mit einem Audioguide in neun Sprachen, kann die Burg individuell erkundet werden. Beeindruckend ist der Ausblick vom 44 Meter hohen Wehrturm. Auf sechs Etagen wird die Nutzung des Turmes erzählt. Grauenvoll ist die Vorstellung, als Gefangener zur Strafe in das „Angstloch“, ein fenster- und türloses Verlies in 30 Metern Tiefe, abgeseilt zu werden. Für große und kleine Besucher gleichermaßen aufregend sind die in den Sommermonaten stattfindenden Veranstaltungen wie das Mittelalterfest im Markt Mauterndorf und auf der Burg, die „Lange Nacht“ oder das mittelalterliche „Spectaculum“ mit Schaukämpfen, Bo-

Ritteressen auf Burg Mauterndorf

genschießen, Handwerksvorführungen u. v. m. Speziell für Kinder werden Programme wie „Ritter Junior“, „Vom Knappen zum Ritter“ oder „Des Ritters und der Prinzessin neue Kleider selber basteln“ angeboten. Ein romantisches Erlebnis für Einheimische wie auch für Gäste sind im Frühjahr der Ostermarkt und im Dezember der Adventmarkt auf der Burg. Das auf der Burg beheimatete Lungauer Landschaftsmuseum präsentiert unter der Devise „Land-Leute-Leben“ in 14 Räumen die besonderen Siedlungs- und Hofformen der Region, althergebrachte Werkzeuge, Traditionen oder Bräuche. Auch einem „Riesen Samson“ kommt man hier sehr nahe. Der einzigartige Volksbrauch, diese mehr als 100 Kilogramm schwere Figur durch den Ort zu tragen, stammt aus dem 16. Jahrhundert. Ebenso beeindruckend ist die Ausstellung von Mineralien aus dem Lungau. Vom vielen Schauen müde geworden, nimmt man gerne in der Burgschenke Platz, sei es für eine gemütliche Jause oder für Lungauer Spezialitäten. Das mehrgängige „Ritteressen“ beginnt mit der Auswahl von Kostümen und einer Händewaschung. Ob Ritter und Burgherrin, Knappe oder Magd, dieses amüsante Festmahl wird in Erinnerung bleiben.

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Foto: © Monika Ritterhaus, Salzburger Festspiele

Foto: © Komische Oper Berlin

„Orphée aux Enfers“

BARRIE KOSKY

provokant.sensibel.aufregend.vielseitig Er ist einer der weltweit populärsten Regisseure, bekannt für seine spektakulären und exzentrischen Inszenierungen. Bei den Salzburger Festspielen 2019 überraschte er das Publikum mit einer frivolerotischen, witzigen und rasanten Interpretation der Operette „Orphée aux Enfers“ (Orpheus in der Unterwelt) von Jacques Offenbach aus dem Jahr 1858. 2022 widmet er sich Leoš Janáčeks im Jahr 1921 uraufgeführter Oper „Káťa Kabanová“, deren Protagonistin den einzigen Weg aus ihrer von religiösen Moralvorstellungen dominierten, klaustrophobisch eingeengten Welt im Suizid sieht.

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arrie Kosky wird im Jahr 1967 in Melbourne geboren. Er stammt von polnischen, russischen und ungarischen jüdischen Einwanderern ab; seit 2017 ist er deutscher Staatsbürger. Bereits während seiner Schulzeit steht Kosky auf der Bühne und inszeniert. An der Universität Melbourne studiert er Klavier und Musikgeschichte, bevor er sich der Regie zuwendet. Von 1990 bis 1997 ist Kosky Künstlerischer Leiter der Gilgul Theatre Company in Melbourne/Australien, 1996 Künstlerischer Direktor des Adelaide Festival of the Arts. Von 2001 bis 2005 arbeitet er als Co-Direktor am Schauspielhaus Wien und verbindet in vielen seiner Arbeiten Schauspiel und Oper. In den darauffolgenden Jahren entwickelt er sich zu einem der gefragtesten Opernregisseure mit einem schier unglaublichen

Barrie 38 Kosky SCHLOSSSEITEN

Arbeitspen­ sum. Stationen sind Amsterdam, Berlin, Bremen, Essen, Frankfurt, Hannover, München, Edinburgh, Glyndebourne, London, Basel, Zürich, Dijon, Paris, Aix-en-Provence, Los Angeles, Melbourne, Sydney, New York, Graz, Salzburg und Wien. Als Intendant und Chefregisseur der Komischen Oper Berlin von 2012 bis 2021 führt Barrie Kosky das Haus wieder ins internationale Rampenlicht. Unter seiner Leitung wird es mehrfach ausgezeichnet, so unter anderem als „Opernhaus des Jahres 2013“ oder mit dem International Opera Award. Legendär sind seine Inszenierungen wie „Die Zauberflöte“, die er gemeinsam mit der britischen Theatertruppe „1927“ realisiert und bei welcher Papageno auf einem fliegenden Elefanten reitet und die Königin der Nacht als riesige Spinne ihr Netz webt. Spektakulär sind seine Operetteninsze

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Fotos: © Iko Freese, Komische Oper Berlin

Foto: © Monika Rittershaus, Komische Oper Berlin

„Candide“

nierungen wie „Ball im Savoy“ und „Die Perlen der Cleopatra“, mit denen er die Operette der Weimarer Republik wiederbelebt. Bei dem sarkastischen Musical „Candide“ von Leonard Bernstein – als Vorlage diente der satirische Roman „Candide oder der Optimismus“ des französischen Philosophen Voltaire über die Beschränktheit des Menschen – steckte Kostümbildner Klaus Bruns die Darsteller unter anderem in Dirndl und Lederhose, in rosa Schafskostüme, verpackte sie in Goldlamé oder in Rettungswesten. Die begeisterungsfähige Berliner Fangemeinde Koskys liebte jedoch alle seine Produktionen wie „Rusalka“, „Die Hochzeit des Figaro“, „Kiss me, Kate“ (diese wurde von der TheaterGemeinde Berlin zur „Aufführung des Jahres 2008“ gekürt), „Orpheus“, „West Side Story“, „Moses und Aron“, „Ball im Savoy“ oder „Die Bassariden“. „Das Faszinierende an Barrie Kosky ist, dass er sich immer wieder neu erfindet“, sagt Ulrich Lenz, langjähriger künstlerischer Wegbegleiter des Regisseurs und seit der Spielzeit 2012/13 Chefdramaturg an der Komischen Oper Berlin. „Kaum eine seiner Inszenierungen gleicht der anderen. Wer Claudio Monteverdis ,Orpheus‘, Arnold Schönbergs ,Moses und Aron‘ und Paul Abrahams ,Ball im Savoy‘ sieht, würde, ohne es zu wissen, nicht glauben, dass es sich dabei um Arbeiten ein und desselben Regisseurs handelt. Kosky entwickelt die Bildersprache seiner Inszenierungen aus dem jeweiligen Werk – und daher jedes Mal neu.“

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Immer wieder setzt Kosky sich mit dem Antisemitismus auseinander. Daher nimmt er im Jahr 2017 das Angebot Katharina Wagners, nach Bayreuth zu kommen, erst nach einiger Überlegung an. Als erster jüdischer Regisseur inszeniert er dort Richard Wagners „Meistersinger“ als hochpolitisches Stück, welches vom Publikum frenetisch bejubelt wird.

„Zauberflöte“

Zahlreich sind Koskys Ehrungen. So erhält er u. a. 2009 den Faust-Theaterpreis für Beste Regie im Musik­ theater, 2012 den Laurence Olivier Award, die höchste Auszeichnung des britischen Theaters, für die beste Opernneuproduktion „Castor et Pollux“ an der English National Opera. Im Mai 2012 ernennt ihn die Akademie der Künste in Berlin zum Mitglied. Den International Opera Award 2014 erhält er als Regisseur des Jahres, die Goldene Iffland-Medaille des Berliner Theaterclubs 2015, ebenso den BZ-Kulturpreis Berliner Bär, der seit 1991 jährlich an herausragende Künstlerinnen und Künstler verliehen wird und zu dessen Preisträgerinnen und Preisträgern Größen wie Daniel Barenboim, Helmut Newton, Christa Ludwig, Hildegard Knef, Billy Wilder oder Daniel Libeskind zählen. 2016 wird Kosky „Regisseur des Jahres“ bei der Kritikerumfrage der Opernwelt und 2020 wird er von der Nationalen Rhein-Oper Straßburg mit der Ehrentrophäe „Les Trophées de la Comédie Musicale“ für „Un Violon sur le Toit“, die französische Version von „Anatevka“, ausgezeichnet.

„Die Perlen der Cleopatra“ 41 SCHLOSSSEITEN


Foto: © Monika Ritterhaus, Salzburger Festspiele

„Ich glaube, wir brauchen diese Stücke. Gerade jetzt.“ BARRIE KOSKY ZU SEINER INSZENIERUNG BEI DEN SALZBURGER FESTSPIELEN 2022 (Auszug aus dem Interview mit Mag.a Ulla Kalchmair, Pressebüro der Salzburger Festspiele) Über den Komponisten: Janáček ist nicht nur durch seine Art zu komponieren einzigartig im Opernrepertoire, er durchlebte auch ein sehr interessantes Kapitel der Musiktheatergeschichte. Er wurde 1854 geboren – ein Jahr nach der Uraufführung von „La Traviata“ und in der Zeit, als Wagner den Text von „Rheingold“ fertig schrieb. Gestorben ist er wiederum 1928, ein paar Jahre nach der Premiere von „Wozzeck“ und ein Jahr nachdem „Oedipus Rex“ uraufgeführt worden war. Er saß also zwischen diesen Göttern – zwischen Verdi und Wagner, im 20. Jahrhundert dann zwischen Berg und Strawinsky – und fand in dieser Gesellschaft zu seiner ganz eigenen Sprache. Er ist einer der Komponisten, bei denen man einen einzigen Takt hört und sofort weiß: Das ist Janáček … Über die Oper: Ich beschränke mich in meiner „Káťa“ im Wesentlichen auf Körper, Gesang, Text und Klang – und Licht. Das muss atemberaubend klar und intensiv sein. Die Oper spielt in einem Ort an der Wolga. Der Fluss klingt aus dem Orchester. Wenn man versucht, das Wasser auf die Bühne zu bringen, hat man keine Chance. Die Musik sagt alles, und ich möchte das nicht verdoppeln … Über die Spielstätte: Die enorme Wand der Felsenreitschule wirkt an sich schon erdrückend. In dieser Atmosphäre erleben wir die Ereignisse aus der Sicht Káťas, durch ihr albtraumartiges Gefühl, dass niemand mit ihr sprechen möchte. Das Gefühl des Eingesperrt-Seins wird aber nicht allein von Mauern oder von einem kleinen Raum verursacht. Jedes Wort, jede Bewegung muss dazu beitragen. So entsteht eine Form von thea­ tralischer Intensität, die die archaische Kraft eines grie-

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„Orphée aux Enfers“

chischen Dramas hat. Ich glaube, dass Janáčeks glühende, berührende, hoch emotionale Klangwelt, die Jakub Hrůša mit den Wiener Philharmonikern erschaffen wird, auf unserer Bühne in einen großen, spannenden Dialog mit diesem furchtbaren Dorf treten wird … Über den Gegenwartsbezug des Stückes: Ich glaube, wir brauchen diese Stücke. Gerade jetzt. Sie haben nichts mit Ironie zu tun und auch nichts mit politischer Dogmatik. Sie haben vielmehr mit dem Kern des Menschseins zu tun und stellen dabei wesentliche Fragen: Was ist mein Leben? Wie kann ich jemanden lieben? Was ist Liebe? Was ist das Beengende am bürgerlichen Leben? Text: Eva von Schilgen

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Salzburger Festspiele 2022 Leoš Janáček (1854–1928) „Káťa Kabanová“ Oper in drei Akten (1921) Libretto von Leoš Janáček nach dem Schauspiel „Das Gewitter“ (1859) von Alexander Nikolajewitsch Ostrowski, in der tschechischen Übersetzung von Vincenc Červinka Premiere: So, 7. August 2022; weitere Vorstellungen am 11., 14., 21., 26. und 29. August 2022

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8. salzburgerfestspiele.at

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Das richtige Outfit für einen Festspielabend in Salzburgs Altstadt

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STILVOLLE SALZBURGERIN

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Wir zeigen Ihnen, wie sich in diesem Sommer die Salzburgerinnen kleiden. Elegant, zurückhaltend, aber etwas exzentrisch darf es sein. Edle Blau- und Grüntöne, Accessoires mit Mustern und aufheiternde Schuhe umgeben sich mit höchster Qualität. 5. reisevergnuegen.com Ungewohnte Perspektive – die Festung Hohensalzburg vom Kapuzinerberg aus gesehen

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STILVOLLER SALZBURGER

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Sommerabende in Salzburgs Altstadt. Stilvoll, modern, aber zugleich auch traditionell – das ist ein stilvoller Salzburger. Ein Drink in der „Blauen Gans“, ein Abendessen im „Hirschen“ und ein Spaziergang über den Alten Markt – das sind unsere Modetipps!

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ZUM VERKAUF Salzburgs royales Immobilien-Juwel

Es ist eine Immobilie von großem Seltenheitswert: Die elegante historische Residenz liegt inmitten eines Parks von mehr als 3 ha und gewährt einen herrlichen, unverbaubaren Ausblick auf ein prachtvolles Bergpanorama. Hier traf Kaiser Franz Joseph I. den deutschen Kaiser Wilhelm I., hier verbrachte Österreichs Thronfolger Rudolf mit seiner Gemahlin Prinzessin Stephanie die Flitterwochen, hier feierte eine internationale Gesellschaft. Heute präsentiert sich die generalsanierte Villa im Bestzustand mit allem modernen Komfort, einschließlich Spa-Bereich mit Indoor-Swimmingpool und Sicherheitsraum.

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ur 15 Minuten dauert die Autofahrt von Salzburgs Zentrum, dem Festspielbezirk, zu dem Besitz in nächster Nähe des Schlosses von Hellbrunn. Die Liegenschaft im geschützten Grünland ist vollständig umzäunt und von altem Baumbestand umgeben. Einmalig ist die Ausrichtung der Villa mit Blickachsen in alle vier Himmelsrichtungen: Gegen Norden sieht man auf die Festung Hohensalzburg, südlich liegen das Tennen- und das Hagengebirge, der Untersberg im Westen beindruckt mit unvergesslichen Sonnenunter­ gängen, östlich ist der Tierpark Hellbrunn beheimatet.

samte Wohnnutzfläche des Hauses und der Nebengebäude beträgt 1540 m². Im Erdgeschoss befinden sich auf ca. 280 m² die stilvollen Repräsentationsräume, teilweise mit prachtvollen Adneter Marmorböden ausgestattet, von denen man Zugang zu den Loggien und Terrassen hat. Ein eleganter Stiegenaufgang führt ins Obergeschoss mit 5 Schlafräumen und Bädern auf ca. 285 m² und einer Terrasse. Das ausgebaute Dachgeschoss beherbergt ebenfalls auf ca. 285 m² vier reizende Gästeappartements. Über eine Wendeltreppe gelangt man auf den Turm, von dem aus man einen wunderbaren Rundblick genießt.

Francesca und Karl Habsburg-Lothringen ließen das Anwesen mit viel Liebe und exquisitem Geschmack umfassend und unter Berücksichtigung alter und wertvoller Bausubstanz restaurieren und modernisieren.

Die exklusive, ca. 250 m² Wellness-Landschaft mit Indoor-Pool, Hamam, Sauna und Fitnessbereich ist ein beeindruckendes Gesamtkunstwerk. Die durchgehende Glasdecke entwarf der britische Architektur­ künstler und Maler Brian Clarke.

Das mit dem Umbau, der Generalisierung und Erweiterung der Liegenschaft beauftragte bekannte Architekturbüro Scheicher aus Hallein schuf hier höchsten Wohnkomfort. Sämtliche Einbauten sind Maßanfertigungen, alle Kunstgegenstände stammen entweder aus der Privatsammlung der Familie oder wurden für das Haus ausgesucht. Eingebaut wurden ein zeitgemäßes Heizsystem sowie moderne Bäder und Küchen. Die ge-

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Im Gartengeschoss (Halbsouterrain) befindet sich die Einliegerwohnung für das Personal, und in einem Nebengebäude mit ca. 175 m² Fläche sind Büro, Werkstätte, Heizraum sowie mehrere Garagenplätze untergebracht. Alle Gebäude sind mit Sicherheitsanlagen ausgestattet.

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Mit dem Verkauf dieser Immobilie wurden zwei der renommiertesten Immobilienkanzleien Österreichs beauftragt, Elisabeth Rohr Real Estate e. U. in Wien und Marlies Muhr Immobilien GmbH in Salzburg. Sollten Sie weitere Informationen wünschen, übermitteln sie Ihnen diese oder recherchieren für Sie. Video-Besichtigungen sind möglich, doch den besten Eindruck erhalten Sie im Rahmen einer persönlichen Besichtigung dieses besonderen und einzigartigen Anwesens in Salzburg, dem Herzen Europas.

Cartier sig.

Text: Eva von Schilgen I N F O B OX

Elisabeth Rohr Real Estate e. U. Elisabeth Rohr Mariahilfer Straße 47/5/2 1060 Wien Tel. +43 1 5853663 rohr@rohr-real-estate.com www.rohr-real-estate.com Marlies Muhr Immobilien GmbH KR Marlies Muhr Müllner Hauptstraße 2 5020 Salzburg Österreich Tel. +43 662 431545 office@muhr-immobilien.at www.muhr-immobilien.at U N I V E R S I T Ä T S P L AT Z 5 U N D 1 6 · 5 0 2 0 S A L Z B U R G · + 4 3 ( 0 ) 6 6 2 . 8 4 3 4 7 7 · W W W. L A E H R M . C O M

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PRAXISNAH.FORSCHUNGSSTARK.PERSÖNLICH. 20 JAHRE PARACELSUS MEDIZINISCHE PRIVATUNIVERSITÄT SALZBURG (PMU) Sie war eine der ersten Privatuniversitäten Österreichs und ist seit ihrer Gründung im Jahr 2002 mit den Studiengängen Humanmedizin, Pflegewissenschaft und Pharmazie zu einem bedeutenden gesundheitswissenschaftlichen Zentrum geworden. Benannt ist sie nach dem 1541 in Salzburg verstorbenen Arzt Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus. Die PMU bietet in Salzburg und an ihrem zweiten Standort in Nürnberg eine multiprofessionelle Ausbildung, gepaart mit starken Forschungsleistungen, an. Interdisziplinäres Lehren und Forschen wird gelebt, Praxis ist ein zentrales Credo aller Studienrichtungen. Hier studieren hochmotivierte junge Menschen mit einem ausgeprägten naturwissenschaftlichen Interesse.

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ie Berufsaussichten der Absolvent*innen der PMU sind hervorragend. Allein die Österreichische Ärztekammer schätzt derzeit den Nachbesetzungsbedarf bei Ärztestellen auf rund 1460 pro Jahr. Der Mangel an Pflegekräften wurde in der Pandemie noch einmal deutlicher. Und auch Pharmazeut*innen werden von Apotheken über die Industrie bis zur Forschung überall gebraucht. Humanmedizin als Herzstück. Nur 125 Studierende, 75 in Salzburg und 50 in Nürnberg, erhalten jedes Jahr einen Studienplatz. Dies führt zu einem engen Kontakt mit den Lehrenden, einer per-

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sönlichen Betreuung, sichert allen Student*innen einen Laborplatz und ermöglicht so die kurze Studienzeit von nur fünf Jahren. Das Curriculum ist vielseitig und an internationalen Standards orientiert, das US-amerikanische Staatsexamen USMLE (United States Medical Licensing Examination) ist verpflichtend. Einen frühen Praxisbezug erhalten die Studierenden durch Initiativen wie „Premedics“, das sind Dienste im Rettungswagen, oder „Sono4You“, das Peer-Projekt für Ultraschall. Die klinische Ausbildung der angehenden Mediziner*innen erfolgt in Salzburg an den Universitätskliniken Salzburg und in weiteren Lehrkrankenhäusern sowie in Nürnberg am Klinikum Nürnberg.

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Internationalisierung ist eine starke Säule an der PMU. Es gibt weltweite Partner für Auslandsaufenthalte: Das Spektrum reicht von Austauschprogrammen mit der renommierten Mayo Medical School in den USA bis zur Famulatur in einem nepalesischen Spital, wo Studierende viel über die Versorgung in Schwellenländern erfahren. Über das Institut für Allgemein-, Familienund Präventivmedizin ist eine spätere Spezialisierung auf eine Hausarztlaufbahn fest verankert.

„Das grundlegende Prinzip der Medizin ist die Liebe.“ Paracelsus Pharmazie wie noch nie. Seit 2017 wird an der PMU Pharmazie gelehrt. Je nach Eignung, Neigung und Spezialisierung stehen den Studierenden vielfältige Wege offen. Pharmazeut*innen, die später eine Apotheke führen wollen, lernen bereits während ihres Studiums die betriebswirtschaftlichen Aspekte und Unternehmensführung. Neben diesem klassischen Weg stehen den Absolvent*innen die unterschiedlichsten Sparten – von Klinik bis Forschung und Industrie – offen.

„Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.“ Paracelsus

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Neue Ära in der Pflegewissenschaft. Als dritte Säule bietet die Paracelsus Universität das Studium der Pflegewissenschaft an. Die Tätigkeitsfelder reichen in dem Institut von der Etablierung einer universitär begleiteten klinischen Pflegeexpertise bis zu Goldstandards wie der Spezialisierung auf „Advanced Nursing Practice“. Pflegende gehen vom Bachelor bis zum PhD-Studium auf der akademischen Leiter meist berufsbegleitend noch einen Schritt weiter. Schon lange vor der COVID-19-Pandemie wurden Onlineformate ausgebildet. Über 600 Studierende in neun Studiengängen holen sich so akademisches Know-how für den Berufsalltag.

Einrichtungen, die zelltherapeutische Produkte in Reinraumumgebung herstellen.

gie am Uniklinikum Salzburg), Dr. Jama Nateqi (Gründer des digitalen Gesundheitsassistenten „Symptoma“).

„Dieweil nun die Krankheit aus der Natur, nit vom Arzt und die Arznei aus der Natur, auch nit vom Arzt kommt, so muss der Arzt der sein, der aus denen beiden lernen muss.“ Paracelsus

Rechtsträger der PMU ist die Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg – Privatstiftung, die aus einem dreiköpfigen Stiftungsvorstand sowie einem Stiftungsrat mit zwölf Mitgliedern besteht. Sie wird finanziert durch das Land Salzburg, Studiengebühren und durch Forschungsmittel; der Anteil der privaten Sponsor*innen beträgt fast 30 Prozent. Der größte Einzelspender war der Unternehmer Dietrich Mateschitz mit 70 Millionen Euro (die bis dahin drittgrößte Privatspende in der Geschichte Europas). Mateschitz ist Mitglied des Stiftungsrates der Universität; seine Unterstützung trug wesentlich dazu bei, dass die PMU die medizinische Ausbildung als Universitätsklinikum aufrechterhalten konnte.

Namhafte Absolvent*innen der PMU, darunter ein sehr großer Frauenanteil, sind unter anderem: Dr. Isa-Maria van Wersch (Assistenzärztin für Allgemeinchirurgie am Klinikum Nürnberg Nord), Dr. Nina V. Kraguljac (Psychiaterin in Birmingham/Alabama), Dozentin Dr. Stefanie Corradini (Leitende Oberärztin an der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Klinikum der Universität München [LMU Klinikum]), Dr. Elisabeth Aichinger (Epidemiologin beim Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg), Dr. Florian Enzmann (Facharzt für Allgemein- und Gefäßchirurgie an der Universitätsklinik Innsbruck), Prof. Dr. Christian von Rüden (Unfallchirurg und Leitender Oberarzt für rekonstruktive Unfallchirurgie und Orthopädie am Unfallklinikum Murnau), Prof. Dr. Falk Schrödl (Zellbiologe in Salzburg), Dr. Lukas J. Lehner (Facharzt für Innere Medizin und Intensivmedizin an der Charité in Berlin), Dr. David Niederseer (Oberarzt für präventive Kardiologie, Sportkardiologie und kardiologische Rehabilitation am Universitätsspital Zürich), Prof. Dr. Christoph J. Griessenauer (Leiter der Neurochirur-

Seit 2020 ist Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sperl als Rektor für die beiden Standorte der Universität in Salzburg und in Nürnberg verantwortlich. Der ehemalige Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Salzburg und Leiter des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin war in einem Dreiervorschlag der Findungskommission als erstgereihter Kandidat für den Rektorenposten hervorgegangen. Als Stifter der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, Mitglied in der Curriculumsentwicklung und Universitätsprofessor für Pädiatrie war er der PMU schon seit deren Gründung im Jahr 2002 eng verbunden.

„Du musst helfen wollen und der Geist der Wahrheit wird dich leiten und führen.“ Paracelsus Starke Forschungsleistungen. In den ausgewiesenen Forschungsinnovationszentren „Novel Therapies & Regenerative Medizin“ sowie „Public Health & Versorgungsforschung“ leisten die Forschenden erstklassige Arbeit; unter anderem werden neue Mechanismen der Organ- und Geweberegeneration erforscht. Große Hoffnung wird in den Einsatz von Vesikeln, das sind winzig kleine Zellabsonderungen, gesetzt. Das GMP-Labor (Good Manufacturing Practice) ist weltweit eine der wenigen akademischen

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sperl, Rektor Auf der nächsten Seite finden Sie ein Interview mit ihm – bitte umblättern.

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Die PMU feiert 2022 ihr 20-Jahre-Jubiläum. Wie beurteilen Sie den aktuellen Status, wie die zukünftige Entwicklung? WS: Die PMU ist eine private unternehmerische Universität, die auch neue Geschäftsfelder ergründet, sei es in der Zusammenarbeit mit dem Uniklinikum, in der Gründung von Spin-off-Unternehmen wie der PMU-A oder auch im Transfer von Errungenschaften aus der Forschung. Das Zweite ist die Internationalisierung, die durch unsere Kooperationen mit der Mayo Medical School in den USA, mit Harvard, Yale, Cape Town und Dhulikhel in Nepal bereits besteht. Für die Zukunft sehen wir es als klare Zielrichtung. Das Dritte ist ein Nachhaltigkeitskonzept. Wir wollen eine grüne Universität sein. Unser USP ist ganz klar die Dreiteiligkeit von Medizin, Pharmazie und Pflegewissenschaft. Rückblickend ist es so, dass wir uns in 20 Jahren sehr erfolgreich entwickelt haben. In der aktuellen Phase brauchen wir auch eine Stabilisierung der Universität, das heißt, wir wollen uns in allen Belangen professionalisieren – von Forschungs- und Technologietransfer bis zu IT und Verwaltungssoftware. Insgesamt arbeiten wir am Hochschulstandort Salzburg vernetzt. Die Zusammenarbeit mit der Paris Lodron Universität Salzburg und mit der Fachhochschule ist sehr wichtig. Akademisch werden wir nur gemeinsam stark sein können, die Kombination „privat-public“ ist die Zukunft. Hat die Pandemie die gesundheitswissenschaftliche Ausbildung verändert? WS: Die Pandemie hat zweierlei bewirkt: Das eine ist die Bremswirkung in dem Beziehungs- und Vor-Ort-Un-

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Café Salzburg

Orte. Menschen. Geschichten. 8.4.–4.9.2022 Salzburg Museum, Mozartplatz © Stadtarchiv Salzburg/Fotoarchiv JOBA

terricht, in der persönlichen Kraft, die in der Lehre liegt. Vorbildwirkung fällt weg, die Studierenden waren zu Hause und damit auf Distanz. Aber wir haben durch diese Digitalisierungsnotwendigkeit auch unglaublich viel dazugelernt. Neue Formate wurden entwickelt. Wir sind nicht nur daheim gesessen und haben gewartet. Es war trotz Pandemie eine große Arbeitsfülle möglich. Im Pflegebereich ist das Interesse an der Ausbildung durch die Pandemie gestiegen, in der Humanmedizin ist es ungebrochen. Mit der PMU-A und den angebotenen PCR-Screenings wurden wir binnen kürzester Zeit für das Land zum Qualitätslabor. Größter Wermutstropfen war für mich, dass ich genau in der Pandemiezeit eingestiegen bin und dadurch nur eher im Hintergrund der Studierenden arbeiten konnte. Das An-der-Front-Sein und Tuchfühlen ist leider deutlich eingeschränkt. Es ist mein großer Wunsch für die Zukunft, dass das wieder möglich sein wird. Das Studentenleben hat gelitten, aber auch das „rektorale Erleben“ der Studierenden. Es geht ja schließlich darum, ein Gespür für sie zu bekommen. Digitalisierung und PMU – was hat sich geändert? WS: Die Digitalisierung ist weltweit und europaweit ein Querschnittsthema. Hier am Standort sind wir eine sehr überschaubare Einheit. Es gibt eine digitale Fakultät an der Paris Lodron Universität. Unser Vorteil ist, dass wir für die Digitalisierung im Gesundheitswesen ein Partner sind. Es wird gerade sichtbar, wie man Digitalisierung als Instrumentarium für die Ärztin und den Arzt nutzen kann. Da spielen Big Data und selektives Screening eine wichtige Rolle. Digitale Tools werden wie das Stethoskop in die praktische Anwendung gehen. Wie sehen Sie die Zukunft der PMU? WS: Ich bin stolz, dass die PMU krisenfest und stark durch die Zeit gegangen ist. Wir haben in diesem Sturm die Zeit zum Aufräumen und Neuausrichten genutzt. Die PMU wird gestärkt aus der Krise gehen. Textmitgestaltung: Eva von Schilgen I N F O B OX

Paracelsus Medizinische Privatuniversität SALZBURG/NÜRNBERG www.pmu.ac.at

Salzburg Museum Neue Residenz Mozartplatz 1, 5010 Salzburg office@salzburgmuseum.at +43 662 620808-700

www.salzburgmuseum.at www.facebook.com/Salzburg.Museum www.instagram.com/Salzburg_Museum www.twitter.com/SalzburgMuseum

Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag 9–17 57Uhr SCHLOSSSEITEN


WOHNGARTEN

EXKLUSIV LEBEN IM GRÜNEN. STILVOLL WOHNEN IN ANIF. Wer hohe Ansprüche an das Leben hat, im Grünen wohnen möchte und gleichzeitig die Möglichkeit wünscht, jederzeit ins Stadtleben einzutauchen, findet im „Wohngarten Anif“ das perfekte neue Zuhause.

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DER „WOHNGARTEN ANIF“ SCHAFFT DIE PERFEKTE BALANCE ZWISCHEN MODERNEM WOHNEN UND BERUHIGENDER UMGEBUNG.

Von der Gartenmaisonette bis zur Penthousewohnung, von 58 bis 140 m2. Modernes Wohnen und zeitloses Design mitten im Grünen. Die Grenzen zwischen Wohnraum und Natur verschmelzen scheinbar ineinander – ein Maximum an Lebens- und Wohnqualität entsteht.

WIR HABEN IHR INTERESSE GEWECKT? Dann freuen wir uns auf ein persönliches Gespräch, um Ihnen den „Wohngarten Anif“ genauer vorstellen zu können. Harlander Anif GmbH

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Marktplatz 1

Tel.: +43 (0)664 430 47 36

5620 Schwarzach im Pongau

E-mail: info@harlander.cc

Impressum: Medieninhaber: Harlander Anif GmbH, 5620 Schwarzach i. Pg. GF: Bmstr. Ing. Martin Harlander | Visualisierungen: Zuchna Visualisierung e.U. Bildnachweis: Harlander Baumanagement GmbH | Satz- & Tippfehler vorbehalten | Stand: 09.2021

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Fotos: ©

WO WAHRE WERTE DISKRET UND SICHER LAGERN Tradition und Innovation – das zeichnet heute MultiStorage, Salzburgs größtes und professionellstes Lagervermietungsunternehmen, aus. Vor vielen Jahren führte eine Geschäftsreise Mag. Eduard Mainoni in den sonnigen Süden der USA. In Florida gefiel ihm ein als „Storage“ bezeichnetes Unternehmen so gut, dass 2008, ein Jahr nach seiner Rückkehr von der Reise, der Neubau seines „MultiStorage Salzburg“ erfolgreich finalisiert war.

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ls Geschäftsführer und Alleineigentümer der MultiStorage GmbH setzt Mag. Eduard Mainoni – damals wie heute – mit seinen innovativen und weit über den branchenüblichen Horizont hinausgehenden Konzepten neue Maßstäbe in der „Storage“-Branche. Effektive Sicher­ heitskonzepte wie PIN-Code-Zugang zum Gelände und separat zu den Lagergebäuden, weiters Rund-umdie-Uhr-Videoüberwachung, Alarmaufschaltung zur Exe­ kutive, automatische Temperaturkontrollen der Lagerräumlichkeiten und Hilfestellung bei nahezu allen Anforderungen, sind nur einige Benefits, die ein Lager

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im MultiStorage bietet. Für interessierte Eigentümer sensibler Güter, die „ihre Schätze bestens gesichert und gelagert“ wissen wollen, steht Mag. Eduard Mainoni persönlich für eine Terminvereinbarung und Beratung zur Verfügung. I N F O B OX

MultiStorage GmbH www.multistorage.at T 0800 208003 (gebührenfrei) office@multistorage.at 5020 Salzburg, Scherenbrandtnerhofstr. 11

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Dorothee Golz, „Die Schwestern d’Estrées im Entrée“, 2015/16, C-Print/Acrylglaskaschierung, 140 x 185 cm © by the artist

l-art.at

(KUNST-)SOMMER IN DER L.ART GALERIE

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in besonderes Highlight im vielfältigen Jah­ res­ programm mit Ausstellungseröffnungen, Kulturveranstaltungen und exklusiven Abenden mit Künstlerinnen und Künstlern ist jedes Jahr die Sommerausstellung, die heuer wieder zwei herausragende österreichische Positionen präsentiert: Dorothee Golz’ poetischen, sinnlichen, humorvollen Arbeiten werden die kraftvollen, intensiven Werke von Jakob Gasteiger gegenüberstehen. Mit ihren „digitalen Gemälden“ entführt und verführt Dorothee Golz die Betrachtenden. Ebenso individuell und subjektiv, manchmal irritierend, ist ihr bildhauerisches Werk. Und immer wieder überraschend. Neben „digitalen Gemälden“ werden auch neuere Bronzeskulpturen und skulpturale Wandobjekte zu sehen sein. Seit vielen Jahren zählt der gebürtige Salzburger Jakob Gasteiger zu den wichtigsten österreichischen Künstlern, dem die Albertina zuletzt 2021 eine große Werkschau

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widmete. Wer kennt sie nicht, seine monochromen Bilder mit den reliefartigen Strukturen, die er durch den Farbauftrag mit einer Kammspachtel erreicht. Dieses Werkzeug ersetzt ihm den Pinsel und macht seine Werke so unverwechselbar. I N F O B OX

L.art Galerie Linzergasse 25, 5020 Salzburg www.l-art.at Ausstellungen: INGE DICK 28.05.2022 – 09.07.2022 DOROTHEE GOLZ JAKOB GASTEIGER 16.07.2022 – 17.09.2022 JULIA AVRAMIDIS 24.09.2022 – 19.11.2022

Jakob Gasteiger, 2020, Acryl auf MDF, DM 200 cm © Rainer Iglar

Im Herzen von Salzburg vertritt die L.art Galerie (vormals Galerie Weihergut) in ihren historischen Räumlichkeiten international etablierte wie auch junge, aufstrebende Kunstschaffende und ist längst zu einem Fixpunkt für kunstinteressierte Salzburgerinnen und Salzburger wie auch für Gäste aus aller Welt geworden.

DOROTHEE GOLZ

JAKOB GASTEIGER

16.07. - 17.09.2022 SCHLOSSSEITEN

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RG ZBU L A S CES PLA GO TO

HOTEL GOLDGASSE: SALZBURGS SMALLLUXURY-HOTEL Eine der romantischsten Ecken der Salzburger Altstadt – abseits des Trubels, und doch mitten im Festspielbezirk. Das Hotel „Goldgasse“ inszeniert mit großformatigen Festspiel-Kunstfotos authentisches Salzburg-Feeling.

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in bisschen versteckt in einem der ältesten, engsten und ruhigsten Gässchen der Salzburger Altstadt, und dennoch auf Tuchfühlung mit den Festspielen. Dom, Residenz, Mozartplatz und Festspielhäuser sind leicht zu Fuß erreichbar. Das Haus selbst atmet 700 Jahre Geschichte. Davon zeugen die historischen Marmorböden, die engen Steinstiegen, die originalen mittelalterlichen Holzdecken und die kunstvoll stuckverzierte Beletage. Jeder Raum eine Inszenierung Das Hotel „Goldgasse“ ist Salzburgs einziges Small-Lu-

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xury-Hotel, ein außergewöhnliches, sehr persönliches Schmuckstück. Das Ambiente ist heimelig und weltoffen zugleich; dicke Mauern, Dachschrägen und Schiffböden erzählen in jedem der 16 verwinkelten Zimmer Salzburger Geschichte(n). Sie tragen Namen wie Zauberflöte, La Bohème, Don Giovanni oder Il Trovatore. Überdimensionale Kunstfotografien von Luigi Caputo projizieren legendäre Festspielaufführungen auf Möbel und Wände. Zuhause in der Altstadt Wellness-Duschen, Herbal Treats von Susanne Kaufmann, ein trendiger SMEG Kühlschrank, feine Tees und

Bio-Espressi inszenieren ein modernes Hotelerlebnis. Kunst, Design und Moderne gehen im Hotel „Goldgasse“ eine geglückte Symbiose ein. Wahrscheinlich der außergewöhnlichste Platz: die Rooftop-Suite Jedermann mit einer kleinen, privaten Dachterrasse und einem atemberaubenden Blick auf die Festung. Kupferpfannen und Hauben Über 500 Jahre befand sich im Haus Goldgasse 10 eine Kupferschmiede. Daran erinnern der Eyeball Copper Chair im ersten Stock und alles, was unten im haubenprämierten Gasthof „Goldgasse“ im Kupfertopf aufgetragen wird. Die Küchencrew verzaubert Feinschmecker in der holzgetäfelten Stube mit einem köstlichen Frühstück und moderner, haubendekorierter Küche. Trotz der Lage

in der Fußgängerzone ist das Aus- und Einladen am Residenzplatz um die Ecke erlaubt. Zum Auto in die nahe gelegene Altstadtgarage im Mönchsberg sind es lediglich sechs Gehminuten. I N F O B OX

HOTEL GOLDGASSE Goldgasse 10, 5020 Salzburg Tel. +43 662 845622 info@hotelgoldgasse.at www.hotelgoldgasse.at 16 Zimmer & Juniorsuiten Hotellobby & Rezeption | Terrassen | Gasthof „Goldgasse“

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Fotos: © Mag. Michael Gerauer

Rittersaal

Thronsaal, Ausschnitt aus dem Deckengemälde von Johann Michael Rottmayr

DAS LEBEN ALS THEATER Als hochrangiger Reichsfürst musste sich der Fürsterzbischof von Salzburg im Verband der Höfe des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation dementspre­ chend positionieren und seinen Hof ebenso angemessen (re-)präsentieren.

Thronsaal

FEIERN SIE „FÜRSTLICH“ IN SALZBURGS RESIDENZ DAS SCHÖNSTE AUF DER WELT KANN MAN NICHT KAUFEN, ABER MAN KANN ES MIETEN.

Vor mehr als 400 Jahren schufen die mächtigen Salzburger Fürsterzbischöfe ein barockes städtebauliches Meisterwerk, das heute zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt. Glamouröse Feste waren damals ein wesentlicher Faktor des höfischen Alltags. Theater- und Opernaufführungen, opulente Bankette mit Tafelmusik, kunstvolle Feuerwerke, Festbeleuchtungen und Triumphbögen, Umzüge sowie „festlicher Lärm“ mit Glockengeläut, Gewehrsalven, Kanonenschüssen, Pauken und Trompeten reihten sich in dichter Abfolge aneinander.

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n unvergleichlicher Atmosphäre, prachtvoll und außergewöhnlich, kann man auch heute inmitten der Salzburger Altstadt in der ehemaligen Residenz der Fürsterzbischöfe feiern. Empfänge, Konzerte, Bankette, Tagungen, Produktpräsentationen, Ehrungen, Ausstellungen, Seminare, Konferenzen oder Cocktails – jedes Event wird hier zu einem ganz besonderen Erlebnis. Damit steht man in einer langen

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Reihe von zahlreichen illustren Gästen, die hier von den Fürsterzbischöfen willkommen geheißen wurden. Auch der Innenhof der Residenz mit den Arkaden und dem Herkulesbrunnen mit über 1000 Quadratmetern mitten in der Stadt bietet zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten: vom Sommerfest über Cocktailempfänge im Freien bis hin zur Konzertaufführung.

Auch die Kunst stand im Dienste dieser repraesentatio maiestatis – sie diente nicht nur dem Vergnügen und der Unterhaltung, sondern war auch Medium der fürstlichen Selbstdarstellung. Architektur und Malerei, dekorativ ausgestaltete Räume, kostbare Textilien oder prachtvolles Tafelgeschirr verliehen der fürstlichen Repu­tation sichtbaren Ausdruck. Die Prunkräume waren schon immer ein Ort der Feste, Bälle, Musik- und Theateraufführungen. So auch der Carabinierisaal. Er ist der Schauplatz historischer Premieren. Der Orfeo, der hier am 10. Februar 1614 in Szene gesetzt wurde, ging als erste Opernaufführung außerhalb Italiens in die Musikgeschichte ein. Auch der Rittersaal diente gelegentlich als Ort musiktheatralischer Aufführungen. Hier gingen frühe Werke Mozarts wie Die Schuldigkeit des Ersten Gebots (KV 35) oder Il re pastore (KV 208) unter seiner Leitung das erste Mal über die Bühne. Im Konferenzzimmer – dieses war das politische Herz der Residenz, hier versammelte sich der „hochfürstliche geheime Rath“, der aus Grafen und Freiherren bestand – fanden beinahe täglich musikalische Abendgesellschaften statt. Als Siebenjähriger gab Mozart in diesem Raum sein erstes Hofkonzert.

Konferenzzimmer

UND ZU ALLEM MUSIK! In der Residenz herrschte einst emsige Betriebsamkeit, der Veranstaltungsreigen drehte sich im dichtgedrängten zeremoniellen Jahresablauf des fürstlichen Hofes unablässig. Ständig ergingen neue Aufträge für den nächsten Anlass – auch an die Hofmusiker, die Musik für szenische Produktionen zu schreiben hatten, für die „fürstliche Cammer“ und zur Tafel. Sie arbeite­ ten unter Hochdruck. Kaum vollendet, wurden ihnen die Noten förmlich aus der Hand gerissen und von den Kopisten vervielfältigt. Für Proben blieb kaum Zeit. MAN SCHMAUST UND MACHT MUSICKEN ... Zu Zeiten der Fürsterzbischöfe war der Thronsaal das Gesellschaftszimmer und der Ort, an dem Haus- und Hoftafeln abgehalten wurden. Unter dem Deckenfres­ ko, welches ein Festmahl der antiken Götter darstellt, wurden regelmäßig festliche Bankette veranstaltet und mit Musik umrahmt. Ein Festbankett lief wie ein wohl­ inszeniertes Schauspiel ab, mit prachtvollem Tafelge­ schirr, adeligen Mitgliedern des Hofstaates in der Rolle der Bedienung und feiner Tafelmusik im Hintergrund.

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Ferdinand Georg Waldmüller (1793-1865), Kinder im Fenster (Ausschnitt) © 2022 RGS/Ghezzi

Sonderausstellungen

Audienzsaal

DAS AUDIENZZIMMER – IM ZENTRUM DER MACHT Dies ist das Herzstück der Machtdemonstration, der Ort des inszenierten Ausdrucks absolutistischer Herrschaft und der Größe des geistlichen und weltlichen Fürsten Salzburgs. Die Sitzgarnitur aus dem Jahr 1775 stammt aus dem Pariser Atelier von Henri Jacob und ist weltweit die einzige vollständig erhaltene Garnitur. Eine kostbare Rarität ist auch der Brüsseler Gobelin aus Wolle, Seide, Gold- und Silberfäden aus der Zeit um 1600. I N F O B OX

PLUSpunkte. 400 Jahre Universität Salzburg

VERANSTALTUNGSZENTRUM DomQuartier Salzburg GmbH Residenzplatz 1 5020 Salzburg

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Weißer Saal

www.domquartier.at

Anfragen und Buchungen Michael Gerauer +43 662 80422118 residenz@domquartier.at

27. Jänner – 31. Oktober 2022, Nordoratorium des Salzburger Doms

Meisterwerke. Residenzgalerie Salzburg

23. Februar – 3. Juli 2022, Residenzgalerie

Stadt – Land – Berg. Salzburg und seine Umgebung ab 30. Juli 2022, Residenzgalerie

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Fotos: © Köchert

Schmuckstücke der Werkstätte „Pioté et Köchert“ werden bei Hofe so beliebt, dass bereits 1831 dem Unternehmen der Titel „k. u. k. Hofjuwelier“ vom Kaiserhaus verliehen wird. So wird das Haus Köchert 1838 mit der Anfertigung der Reichsinsignien zur Krönung Kaiser Ferdinands als König von Lombardo-Venetien betraut. 1849 wird Jakob Heinrich Köchert Allein­ inhaber der Firma und zum Kammerjuwelier des Kaisers ernannt, ein besonders ehrenvolles Amt, welches unter anderem mit der Pflege der Kronjuwelen verbunden war.

Ohrgehänge, orange Jade, Diamanten € 4.900,–

Ohrgehänge, Steinquasten € 500,–

THE NEXT GENERATION – JUWELIERE A.E. KÖCHERT INSPIRIERENDER, ZEITLOS SCHÖNER SCHMUCK Seit der Gründung im Jahr 1814 zählt das Traditionshaus A.E. Köchert zu den Topjuwelieren. Als bisher einziges österreichisches Unternehmen wurde es 2014 Mitglied der weltweiten Organisation „Association les Hénokiens“ von derzeit 51 Familienunternehmen, welche seit mindestens 200 Jahren durchgängig im Besitz der Gründerfamilie sind. Wolfgang Köchert und die Brüder Christoph und Florian Köchert sind die sechste Generation des traditionsreichen Familienunternehmens. Ihre gelebte Philosophie: „Das Alte bewahren und Neues schaffen.“ DIE GRÜNDERVÄTER Wien 1814 – Mehr als 200 Vertreter europäischer Staaten versammeln sich beim Wiener Kongress, um nach der Niederlage Napoleon Bonapartes unter der Leitung von Klemens Wenzel Fürst von Metternich über die neuen Grenzen des Kontinents zu verhandeln. Im gleichen Jahr gründet der aus Limoges kommende Emmanuel Pioté eine Goldschmiedewerkstätte im aufblühenden Wien. Seine kunstvoll emaillierten Juwelen nach „französischer Art“ finden beim Adel bald großen Anklang. 1819 bewirbt sich der aus Riga stammende Jakob Heinrich Köchert, der in St. Pe-

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tersburg die Kunst des Steine-Fassens erlernt hat, bei Pioté als Geselle. Die Allianz der beiden Handwerks­ künstler wird mit der Heirat Jakob Heinrichs mit Piotés Schwägerin besiegelt, das gemeinsame Unternehmen firmiert nun unter „Pioté et Köchert“. Ein bedeutender Kunde und Mäzen wird Fürst Metternich, der im Jahr 1827 seiner Geliebten, der Herzogin Dorothea von Lieven, ein wertvolles Armband mit den Worten schickt: „Zu den Dingen, die man in Wien überaus gut zuwege bringt, gehört alles, was mit Schmuck und edlen Steinen zusammenhängt.“

Bei Jakob Heinrichs Sohn und Nachfolger Alexander Emanuel bestellt Kaiser Franz Joseph I. 1858 ein Set von 27 Diamantsternen als Geschenk zum ersten Hochzeits­ tag für seine Gemahlin, Kaiserin Elisabeth von Österreich. Auf dem Gemälde von Franz Xaver Winterhalter (1805–1873) trägt die Kaiserin diese im Haar, ein bisher unbekanntes Schmuck-Statement, welches einen wahren Sternenhype unter den europäischen Aristokra­tinnen auslöst. Weitere Glanzstücke der Werkstätte aus dieser Epoche sind ein Prunkkreuz für Papst Pius X. zu dessen 40-jährigem Priesterjubiläum, der Hals­ schmuck für Viktoria Luise von Hannover oder der Iffland-Ring, der bis heute an den „würdigsten Schauspieler deutscher Zunge“ verliehen wird. 1871 wird Alexander Emanuel Köchert als Hof- und Kammerjuwelier die Inventarisierung der Schatzkammer und die Komplettierung der österrei­ chischen Kaiserkrone übertragen. Mit dem ersten Preis der internationalen Jury der Weltausstellung 1873 in Wien werden Köchert und der Wiener-Ringstraßen-Architekt Theophil von Hansen für das sog. „Byzantinische Diadem“ und die sog. „Schwanen-Parure“ ausgezeichnet. Seit damals wird jedes Schmuckstück aus dem Hause Köchert mit den Insignien AEK punziert. Theophil von Hansen entwarf auch die heute unter Denkmalschutz stehende Innenausstattung des Haupthauses am Neuen Markt 15, Wiens ältestes Innenstadt-Geschäftslokal, das starke Ähnlichkeiten mit dem ebenso von ihm konzipierten Goldenen Saal des Wiener Musikvereins aufweist. Das Unternehmen A.E. Köchert wird nach Alexander Emanuels Tod von seinen Söhnen Heinrich und Theo­

dor weitergeführt. Zu den Kunden zählen nach wie vor sowohl der Kaiser, der für seine Geliebte, die Burgschau­ spielerin Katharina Schratt, prachtvolle Juwelen anfertigen lässt, als auch der Adel und das gehobene Bürgertum. Künstler des Wiener Jugendstils wie der Architekt Josef Hoffmann und der Designer Oswald Haerdtl entwerfen nun Schmuckstücke für die Firma. Trotz aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg können Theodors Söhne Wilfried und Erich die Firma fortführen. Nach dem Zwei­ ten Weltkrieg übernehmen Erichs Sohn Gotfrid und Wilfrieds Sohn Dieter gemeinsam das Unternehmen. THE NEXT GENERATION Einen unverwechselba­ ren neuen Stil haben seit der Übernahme 1991 die „jungen Köcherts“ Christoph, Wolfgang und Florian entwickelt, teils nach eigenen Entwürfen, teils in Zusammenarbeit mit namhaften Künstlern wie Erwin Wurm, Xenia Hausner oder mit dem renommierten amerika­ nischen Künstler George Condo. Ebenso liefern junge Designer wie Julia Obermüller, welche die „Segel­knoten“-Kollektion kreierte, Ent­würfe für A.E. Köchert. Gotfrid Köchert, begeisterter Porsche- und FerrariRennfahrer der Fünfzigerjahre und enger Freund Jochen Rindts, stand Pate für die elegante Herrenuhr von A.E. Köchert. Auch die Neuauflage der „Sisi“ Sterne ist ein großer Erfolg. Sie entsprechen den alten Entwürfen, sind in der Ver­ arbeitung jedoch dem modernen Zeitgeist angepasst. Eine sehr aufwendige Knüpftechnik der Wiener Werkstätten der 1920er-Jahre lässt A.E. Köchert bei der Kollektion „Coccinella“ mit farbenprächtigen Ohrringen, Colliers und Armbändern aufleben. Die Aus

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Fotos: © Vogl-Perspektive.at, Michael Preschl Photography, Marco Riebler

wahl der zauberhaften und leichten Ohrgehänge, vielfach unter Verwendung von feinster Jade, begeistert mit ihren schmeichelnden Proportionen. Und zum „Schmuck-Halali“ lädt die elegante Jagd-Kollektion, teilweise basierend auf historischen Entwürfen für Kaiser Franz Joseph I., nicht nur Jäger*innen ein, ist sie doch auch eine perfekte Ergänzung zur Trach­t. Liebhaber*innen antiker Schmuckstücke werden ebenfalls bei A.E. Köchert fündig oder vertrauen diese den talentierten und erfahrenen Goldschmieden zur Aufoder Umarbeitung an.

High Society Europas. Ebenfalls begehrt sind die Einladungen zu den exklusiven Schmuckpräsentationen in Wien, Lech, New York oder jene „In the presence of Princess Caroline of Hannover“ in Monte Carlo sowie bei internationalen Kunstmessen. Damals wie heute zählen zu A.E. Köcherts Kund*innen prominente Persönlichkeiten, damals wie heute herrscht jedoch darüber Diskretion. Doch wenn eine Hochzeit wie jene der Schwiegertochter von Prinzessin Caroline stattfin­ det, dann entdeckt man auf den internationalen Pressefotos so manche Juwelen aus dem Hause A.E. Köchert – unverwechselbar, elegant und von höchster Qualität. Text: Eva von Schilgen

DER PURE GESCHMACK

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Über die Jahrhunderte gleich geblieben ist der Quali­ tätsanspruch: Verarbeitet werden nur edelste Materia­ lien, und jedes Schmuckstück wird im hauseigenen Atelier von Hand gefertigt. Die von Florian Köchert geführte Filiale in Salzburg wurde im Jahr 2005 eröffnet und entwickelte sich bald zum Hotspot von Festspielbesuchern und Künstlern. Der in Gold oder Silber erhältliche „Festspielring“, ein Entwurf von Florian Köchert, ist beliebtes „Souvenir“ der Gäste. Seither wird ein Exemplar an jene Schau­ spielerin, welche die Rolle der Buhlschaft in Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ übernimmt, für ihre hervorragende Leistung verliehen. Im Sommer 2021 durfte sich Verena Altenberger über ihren personali­ sierten Festspielring freuen. Und ein wahres „G’riss“ herrscht um eine Einladung zum alljährlichen Schmuck-Brunch im Hotel Schloss Fuschl, dem Treffpunkt prominenter Künstler und der

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Das stimmungsvolle Ambiente der Ceconi-Villa mit dem einzigartigen Festungsblick ist bereits seit 5 Jahren die Wirkungsstätte für Brunnauers 3-Hauben-Küche. A.E. KÖCHERT KUK HOF UND KAMMERJUWELIERE WIEN Neuer Markt 15 1010 Wien +43 1 5125828 aek@koechert.at

SALZBURG Alter Markt 15 5020 Salzburg +43 662 843398 salzburg@koechert.at

Leidenschaft zum Handwerk, naturbelassene Aromen, schonende Zubereitung und der respektvolle Umgang mit den Grundprodukten bilden das Rezept für puren Geschmack. Zusätzlich zur Speisekarte und zu den Spezialitätenwochen runden tägliche Mittagsmenüs das Angebot im Rhythmus der Jahreszeiten ab.

Fürstenallee 5, 5020 Salzburg Tel.: +43 662 251010 office@restaurant-brunnauer.at www.restaurant-brunnauer.at SCHLOSSSEITEN

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HOTEL SCHLOSS LEOPOLDSKRON

Auszeichnung in der Kategorie „Best property for intimate weddings“ bei den APEX Awards auf der Exotic Wedding Planning Conference (EWPC) in Dubai

E EXKLUSIV UND BESONDERS. Unsere Zimmer und Suiten verleihen Ihrem Besuch in Salzburg noch mehr Glanz.

EXCLUSIVE AND EXQUISITE. Our rooms and suites will ensure your Salzburg experience ends on a high note.

s ist wohl eine der schönsten Auszeichnungen, die in diesem Bereich vergeben werden: Das Hotel Schloss Leopoldskron wurde Anfang März dieses Jahres bei der Exotic Wedding Planning Conference (EWPC) in Dubai als beste Räumlichkeit für kleine, feine Hochzeiten prämiert! Die EWPC Dubai ist die zentrale Anlaufstelle für Hochzeitsplaner, Gastgewerbeanbieter, Tourismusverbände, Reiseexperten und andere Hochzeitsanbieter aus der ganzen Welt, um neue Geschäftsbeziehungen aufzubauen, die es ihnen ermöglichen, ihre Marke auf internationaler Ebene zu platzieren. Das Hotel Schloss Leo­poldskron, das unter anderem für seine Mikro-Weddings bekannt ist, hat sich beworben und konnte sich aufgrund der wunderschönen Räumlichkeiten gegen internationale Größen durchsetzen. Die APEX Awards sind, wie der Name schon sagt, eine Auszeichnung für außergewöhnliche Leistungen. Bei der 9. Ausgabe der EWPC werden die APEX Awards herausragende Talente und lobenswerte Initiativen hervorheben und die harte Arbeit derjenigen in der Luxusund Destination-Hochzeitsbranche anerkennen, die ihr

ultimatives Engagement für Innovation und Kreativität gezeigt haben und die Hochzeitsgemeinschaft durch ihre bemerkenswerte Arbeit inspirieren. Hochzeitspaaren stehen im Hotel Schloss Leopoldskron verschiedenste Räumlichkeiten zur Verfügung – je nachdem, ob sie ganz intim oder im großen Rahmen feiern möchten! Die schlosseigene Kapelle, der Marmorsaal für ein rauschendes Fest oder das neu gestaltete Gartenparterre mit Blick auf den Leopoldskroner Weiher und den Untersberg machen Ihren schönsten Tag im Leben zu einem unvergesslichen Erlebnis. I N F O B OX

Hotel Schloss Leopoldskron Mag. Karin Pfeifenberger Salzburg Global Seminar Leopoldskronstraße 56–58 5020 Salzburg, Austria T +43 662 83983-2124 | F DW 80 M +43 660 8398307 E kpfeifenberger@schlossleopoldskron.com www.schloss-leopoldskron.com

www.schloss-leopoldskron.com

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Fotos: Suvretta House

Empfangsbereich des Suvretta House St. Moritz

SUVRETTA HOUSE ST. MORITZ Über hundert Jahre alpines Märchen in der Schweiz Frische, regionale Kulinarik

Bei jeder Kurve steigt die Vorfreude, bis sich endlich das beeindruckende Suvretta House in voller Pracht auf dem vornehmen Suvretta-Hang, rund zwei Kilometer vor Sankt Moritz, auftürmt. Am Eingang empfängt ein freundlicher Portier, und häufig begrüßt das herzliche Direktoren-Ehepaar Peter und Esther Egli persönlich mit leuchtenden Augen. Das Gepäck wird sofort auf die Zimmer gebracht und im Eingangssalon werden duftender Tee, Kaffee, unwiderstehliche Süßigkeiten, englische Scones, Gebäck und Sandwiches auf Etageren serviert. Auf einem großen Flügel, der mitten im Salon steht, spielt ein verträumter Pianist. Beim ersten Bissen in ein warmes Scone mit Marmelade versinkt man genüsslich in den weichen Sesseln und Sofas. Während der Blick aus dem riesigen Panoramafenster auf die gewaltige Bergwelt schweift, durchfließt ein glücklicher Schauer den ganzen Körper. Der Gedanke, dass es sich nur um einen Traum handeln könnte, lässt einen kurz an der Realität des Moments zweifeln. Kein Wunder, dass es in den letzten hundert Jahren zahlreiche berühmte Persönlichkeiten an diesen geschichtsträchtigen Ort gezogen hat, wie zum Beispiel den Herzog von Windsor und seine Frau Wallis Simpson, Deutschlands Literaturkönige Thomas Mann und Hermann Hesse sowie Sir Charles Spencer „Charlie“ Chaplin.

eiz SchwCES

PLA GO TO

Suvretta House St. Moritz 76

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WIE ALLES BEGANN

Gratis Suvretta-Shuttle

Teestunde im Empfangsbereich

Begonnen hat alles mit der Idee des aufgeweckten Ge­ schäftsmannes Anton Sebastian Bon, der Anfang des 20. Jahrhunderts fest davon überzeugt war, dass sich St. Moritz eines Tages zu einer der Top-Urlaubsdestinationen entwickeln würde. Gemeinsam mit dem Eng­länder Sydney Goldman begannen im Jahr 1911 die Bauarbeiten für das stilvolle Luxushotel nach Plänen des schweizerischen Architekten Karl Koller. Bis zum heutigen Tag ist das Hotel in vierter Generation im Besitz der Familie Candrian-Bon. Anton Bon war bei der Eröffnung des Suvretta House am 21. Dezember 1912 bereits fast 60 Jahre alt, aber es fehlte ihm nicht an Elan und Ideen­ reichtum. Sein Traum wurde Wirklichkeit, das märchenhafte Gebäude im Stil der Belle Époque und die Großzügigkeit des Hotels übertrafen die eigenen Erwartungen bei Weitem. Sein Hotel strahlte vom ersten Tag an eine besondere Anziehungs­ kraft aus, die bis heute den Erfolg des Suvretta House ausmacht. Nachdem Anton Bon im Januar 1915 einem Krebsleiden erlegen war, bestimmte seine Frau Maria über viele Jahre hinweg die Geschicke des Hotels mit. „Mama Bon“, wie sie von vielen Gästen und Angestellten liebevoll genannt wurde, war eine beeindruckende Frau. Sie prägte den Stil des Suvretta House bis zu ihrem Tod im Oktober 1944 nachhaltig und war die eigentliche Seele des Hotels. Auch heute noch besuchen die Besitzer das Hotel regelmäßig, geführt wird es aber vom ManagerEhepaar Egli. EIN MAGISCHER ORT FÜR OUTDOOR- UND INDOOR-ERHOLUNG

Suvretta House, Empfangsbereich

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Mit Süßigkeiten, Sandwiches, Champagner, Kaffee und Tee werden die Gäste empfangen.

All die Jahre schon strömen Gäste aus aller Welt an diesen verzauberten Ort. Manche Familien feiern bereits seit Generationen den Heiligen Abend hier mit ihren Kindern und Enkelkindern. Für viele Gäste ist

das Suvretta House ein Zuhause. Mit seinen 181 eleganten Zimmern, Junior-Suiten und Suiten sowie einem 1700 m² großen Wellness- und Spa-Bereich inklusive eines 25-Meter-Schwimmbeckens ist das Suvretta House nicht nur für Outdoor-Sportler eine Erholung, sondern auch für Indoor-Aktivitäten eine Oase. Im beheizten Outdoor-Whirlpool beobachtet man Eisläufer auf der Eisbahn direkt vor dem Schwimmbecken. Im Winter schlägt das Skifahrerherz im berühmten Skigebiet von Corviglia und Corvatsch höher. Ein hoteleigener Skilift bringt die Gäste zum Skiparadies mit über 200 Pistenkilometern. Äußerst fröhliche und motivierende hauseigene Skilehrer entfachen auch bei eher skifaulen Gästen einen gewissen Ehrgeiz auf der Piste. Ein alljährliches Highlight von Sankt Moritz sind das Snow Polo und das White-Turf-Pferde­ rennen auf dem Sankt Moritzersee. Hier reisen neben vielen Einheimischen fröhliche Gäste aus aller Welt an, die hier stolz in Begleitung ihrer Hunde in auffälliger, modischer Vielfalt die edlen Vollblüter beim Galoppieren über den See be­ staunen. Der Sommer bietet Abwechslung mit Golf, Mountainbiken und eigenen Tennisplätzen. Nicht zu verachten sind auch romantische Spaziergänge rund um die nahe gelegenen Seen sowie sportliche Bergwanderungen durch eine atemberaubende Bergwelt. KULINARISCHER HOCHGENUSS Im Grand Restaurant gilt noch ein eleganter Dresscode mit Krawatte, serviert wird eine exquisite Hauben-Küche. Die gemütliche Suvretta-Stube sowie zwei Bars, die Clubhalle und die legendäre Hotelhalle sorgen für kulinarische Abwechslung. Zusätzlich gehören auch das nahe gelegene Restaurant Chasellas (14 GaultMillau-Punkte) sowie das Bergrestaurant Trutz zum Suvretta House. Raum für die unterschiedlichsten Events bietet der modern ausgestattete Konferenz-

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Das Restaurant „Chasellas“ mit Sonnenterrasse liegt direkt am Einstieg ins Ski- und Wandergebiet.

und Bankettbereich. Hier findet jedes Jahr, ganz am Puls der Zeit, eine hochmoderne Kryptowährungskonferenz statt, zu der Manager aus der ganzen Welt anreisen. Wer einmal im Suvretta House zu Gast war, kommt mit Sicherheit wieder. Zu groß ist der Wunsch, an diesen friedlichen Ort der altmodischen Ruhe und Gelassenheit zurückzukehren. Sankt Moritz mit all seinem Glamour ist schon eine Welt für sich, aber das Suvretta House nimmt einen ganz besonders liebevoll in seinen Kokon aus Wärme und Geborgenheit auf. Text: Cécile von Fürstenberg I N F O B OX

Deluxe-Suite: Im Suvretta House versprechen die 171 komfortabel eingerichteten Zimmer und 10 großräumigen Suiten viel mehr als Ruhe und Erholung – sie laden ein zum Sein.

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Hotel Suvretta House Via Chasellas 1 CH-7500 St. Moritz Tel.: +41 81 8363636 info@suvrettahouse.ch

Aus Liebe zur Tracht Auf den ersten Blick mag es wie ein Trachtengeschäft anmuten, doch das Salzburger Heimatwerk ist viel mehr und verfolgt eine weit größere Mission. Als Kultur-, Gewerbe- und Handelsunternehmen führt es in seinen historischen Räumlichkeiten in der Neuen Residenz im Herzen der Salzburger Altstadt ein

vielfältiges Angebot an regionalem Kunsthandwerk, Geschenkideen, edlen Stoffen, Trachtenmode und individuell gefertigter Kleidung aus der Maßschneiderei. Jedes Dirndl wird hier aus hochwertigen Stoffen individuell zusammengestellt. Aus Liebe zur Tracht.

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ST. MORITZ CHIC

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Nur im Winter? Nein! Auch im Sommer ist St. Moritz wunderschön und einen Aufenthalt wert. Hochwertige Materia­ lien, Chic und Charme zeichnen den Luxusort aus. Für ein Wochenende im Suvretta House kann man die ausgewählten Produkte perfekt kombinieren, um mit der Sonne um die Wette zu strahlen.

GARTENZAUBER 9.

Die während der letzten beiden Jahre neu entdeckte Liebe zu unseren Gärten wird diesen Sommer durch Eleganz und Gemütlichkeit perfektioniert. An lauen Sommerabenden sitzen wir gerne mit einer kusche­ ligen Decke und einem schicken floralen Kleid, umgeben von hochwertigen Möbeln, Leuchten und Pflanzen, um den Zauber der Natur auf uns wirken zu lassen.

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1. Sommerliche Wollweste in Salzburger Blau und Rosé mit Hirschknöpfen, von www.alippa.com, um € 319 | 2. Handbag „Florentine“ von KOKOBASKET, perfekt zum Verstauen von Kleinigkeiten, von www.kokobasket.com, um € 99,90 | 3. Kuschelige Wolldecke im Fischgrätmuster, von www.urbanara.at, um € 140 | 4. Das neue Lieblingssommerkleid mit seitlichen Taschen, von FRANKEN & Cie, um € 1.349 | 5. Praktische Mules, von www.bellas-vienna.at, um € 159 | 6. Outdoor-Esstischstuhl „Altana“, um € 529 | 7. Pflanzenschaufel „Good garden tools are like best friends“, von www.torquato.at, um € 48 | 8. Lounge „Prague“, für entspannende Stunden im Freien, um € 6.982 | 9. Sitzsack „RIVA“, sehr strapazierfähig und wetterfest, kann sogar im Pool verwendet werden, um € 490 | Lounge und Sitzsack erhältlich bei GEHMACHER OUTDOOR, Judengasse 7, 5020 Salzburg 82

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1. Baumwoll-Pyjama in Hellblau mit rotem Saum nach Maß, für den besonderen Schlaf, von www.waescheflott.at, um € 120 | 2. Für den fürstlichen Auftritt im Restaurant: einfaltbare Hundedecke in Toile-de-Jouy, ab € 120 | 3. Halsband aus Liberty London Stoff für den vierbeinigen Begleiter, von www.paulis-hundeausstatter.at, um € 36–€ 39 | 4. Kuschelige Wolldecke, um in den Bergen draußen zu sitzen, 200 x 130 cm, hergestellt in Dänemark, von Elvang Denmark, um € 140 | 5. RETTL Kleid, aus Seide mit Kärntner Karo, um € 1.150 | 6. Tasselloafer in Blau für den Herrn, von www.bellas-vienna.at, um € 199 | 7. Glockiger Trach­ tenrock „Annemarie“, in Petrol, von josefine-tracht.de, um € 179 | 8. Buch „St. Moritz Chic“, von Assouline Publishing, um € 95 | 9. Soleil Toujours Sonnenschutz-Pflegeprodukte, via net-a-porter.com, ab € 22 SCHLOSSSEITEN

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Fotos: © Shutterstock

GARTEN IM WANDEL

Ideen zur neuen Gartengestaltung Plötzlich sehen wir den Garten mit ganz anderen Augen. War er bislang ein Freund, der umsorgt werden wollte, ist er uns nun Stütze und Versorger. Der Weg zum Nutzgarten, ohne allerdings die Schönheit zu verlieren.

Text: Beatrice Tourou

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DER GARTEN

VOM THERAPEUTEN ZUM ERNÄHRER

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er sich nun in der privilegierten sei­ner Rede schon prophezeite, hat der 26. Februar Situation wiederfindet, einen Gardieses Jahres eine Zeitenwende eingeleitet. ten sein Eigen zu nennen, geht nicht nur als großer Gewinner der Wir hatten uns zwar eine andere – schönere – Welt Coronakrise und der steigenden Immobilienpreise erhofft, aber die Dinge sind nun einmal, wie sie sind, (vor allem im Grünbereich) hervor, sondern macht im und im besten Fall sind sie grün und bepflanzbar. Wir Schatten der gegenwärtigen politischen Lage und der drehen jetzt mal kollektiv sämtliche Nachrichten ab angedrohten Nahrungs- und Energieengpässe auch und ersinnen uns einen wunderbaren Garten, der uns einen großen Schritt in die gewünschte Autarkheit. In nicht nur Zuflucht und Schutz bietet, sondern auch einem Garten kann man schließlich Obst und Gemüse Kraft und Nahrung spendet. Also sprechen wir vom anbauen, Tiere halten und Feuerholz sammeln. Als klassischen Gemüsegarten, dem Kräutergarten, erwäich im Januar anfing, diesen Artikel zu konzipieren, gen zudem noch einige Hühner, denn ein paar Eier zu hätte ich mir letztere Überlegungen wohl nicht in dieviel schaden nie. sem Ausmaß gestellt – aber tatsächlich ist ein Garten im Jahr 2022 nicht mehr nur Symbol für Rückzug, Wir finden nicht nur Nahrung, sondern auch Sinn Frieden und Erholung. Das Stück Eigen­grund ist nun und Frieden, wenn sich unsere Hände durch den vielmehr Sicherheit, Selbstbestimmtheit und Lebens­ fruchtbaren Kompost graben, den wir selbst angelegt hilfe, er ist jetzt offiziell notwendig und kein Luxus haben. Der Lauf der Dinge und der Zyklus der Zeit mehr. Sagte doch Cicero noch, wer einen Garten und werden nun Teil unseres Alltags, anstatt abstrakt in eine Bibliothek besäße, hätte einer Obi-Filiale eingekauft alles, um glücklich zu sein. Und worden zu sein. Es ist eine Zeit, „Jeder Gärtner wächst auch mit damit behielt er scheinbar auch die uns näher an unseren spiriseinen Pflanzen“, recht. tuellen Ursprung führt, die uns sagt schon Martin Gerhard Reisenberg. lehrt, uns auf uns selbst zu verDoch wie wir unser letztes Geld lassen und uns vielleicht auch nun sinnvoll in einen Garten investieren sollen, be­vor nicht vor dem zu fürchten, was da auf uns zukomdie galoppierende Inflation das für uns erledigt, muss mt. Denn wie Martin Reisenberg, den Sie (wie auch man vorher genau abklären. Auch in Krisenzeiten wie ich) nicht gekannt haben, einmal gesagt haben soll, diesen, die uns mit Sorge in die Zukunft bli­cken las„wächst auch der Gärtner mit seinen Pflanzen“. sen, darf man sich sein Heim, sein Fort, auch schön gestalten, nicht nur pragmatisch. Selbst wenn wir geSo wachsen wir also an den Aufgaben und an der hofft hatten, dass die Pandemie nun endlich überstanneuen Realität. Vielleicht ist jetzt auch gut daran geden ist und wir uns wieder in die Welt da draußen tan, einen Wald zu versorgen und Feuerholz selbst stürzen können, haben wir gemerkt: So schnell ist zu verdienen. Es wird archaisch. Gerade, als wir erstens der Virus nicht beseitigt, und zweitens gibt es noch den Mars besiedeln wollten, bebauen wir nun noch größere Probleme, die uns im sicheren Schoß mit ganz einfachen Hilfsmitteln unser eigenes Land. unseres Eigenheims ausharren lassen. Aber auch zu Wichtig ist, in den Stunden des Chaos einen kühlen Hause kann und soll man gesellig sein. DementspreKopf zu bewahren. Es beginnt und endet alles mit eichend darf ein Garten für Abende mit Freunden oder nem Plan und mit Struktur. Das weiß auch Gräfin für einen schönen Sommer-Lunch mit TomatenFugger-Babenhausen, die uns im folgenden Interview Ziegenkäse-Salat (die Ersteren sind selbst gezüchtet erklärt, wie kluge Gartengestaltung richtig geht. Wenn und der Käse stammt vom Nachbarn als Tauschge­ man sich vom Notwendigen in das Schöne arbeitet, schäft für den hauseigenen Honig – denn wir lernen entsteht auto­matisch Harmonie. Und diese brauchen jetzt Imkern statt Netflix) genutzt werden. wir in Tagen wie diesen vielleicht genauso notwendig wie einen Apfelbaum vor dem Fenster. Und nicht verWir sind also gewappnet für das, was das Leben uns gessen: Nicht jeder besitzt einen Garten! Also schenentgegenwirft, und bereiten uns nun im schlechtesten ken Sie Zugang und teilen Sie Ihre Ernte. Denn am Fall auf eine neue Welt vor. Denn wie Olaf Scholz in Ende sind wir alle nur Teil der Erde, die wir bestellen.

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Fotos: © divinehome.cz, Shutterstock, teNeues

NEBENGEBÄUDE

Ob Wintergarten oder Pavillon, ob Poolhaus oder Hasenstall – das Wohnhaus muss nicht der einzige Baubereich im Garten sein. Dekorativ sind die Zubauten allemal.

SICHTACHSEN

Flächen schaffen Spannung mit Sichtachsen ist das beste Stilmittel, um moderne Komplexität in den Rasen zu bringen. Denn Wiese war gestern.

INSPIRATION

SKULPTUREN

Nicht alles im Garten muss nützlich sein. Skulpturen sind genauso dekorativ wie Bänke, Tische oder Schirme, nur üblicherweise groß dimensioniert.

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STEIN

Ebenen schaffen Struktur – auch in die Horizontale arbeiten. Die klassische Mauer rahmt, stützt und schützt, leitet aber auch das Auge.

Klassische Gartengedichte und Zitate begleiten den Leser durch diesen Bildband und auf dem gedanklichen Spaziergang in der Natur mit Clive Nichols, einem Meister der Lichtstimmung. Paradiesische Gärten, von teNeues, um € 30

BUCHTIPP

Anspruchsvolle Gartenkonzepte, die international wichtigsten Supplier und aktuelle Gartentrends in einem umfassenden und üppig bebilderten Nachschlagewerk – sorgfältig kuratiert von einem hochkarätigen Expertenteam – 256 Seiten Inspiration gewähren Einblick in die kreative Arbeit der besten Gartendesigner und Landschaftsplaner – Gartengestaltung der Welt Garden Design Review, von teNeues, ab € 20

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Alle Fotos: © Fugger-Babenhausen

GRÜNER DAUMEN

Die SCHLOSSSEITEN haben die Landschaftsgärtnerin Annina Gräfin Fugger-Babenhausen zu einem kleinen Garten-Gespräch gebeten.

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ie Gartenarchitektin hat ihre Ausbildung in Weihenstephan, Versailles, Madrid und Edinburgh absolviert und sich 2007, direkt nach ihrem Studium, mit einem eigenen Gartenarchitekturbüro selbstständig gemacht. Seitdem hat sie sich auf private Parks und Gärten im Lu­ xussegment spezialisiert. Ihre Projekte ran­gieren zwischen Stadtgärten und Stadtgartenterrassen, Ferienhäusern im In- und Ausland, Bauerngärten, Familiengrabstätten, Schlossparks sowie Luxushotel- und Wohnanlagen.

Annina Gräfin Fugger-Babenhausen greenAnnina Landscape Design www.greenannina.com 90

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SCHLOSSSEITEN: Was sind die populärsten Garten­ anfragen im Moment? Wie wünscht sich der Kunde meistens seinen Garten? Gräfin Fugger: Es gibt, wie in jedem Bereich, tatsächlich auch Moden und Trends bei den Gärten, die oftmals ein Spiegel des Zeitgeistes sind. Derzeit erlebe ich, dass die meisten meiner Kunden zwar durchaus Struktur und formale Elemente im Garten wünschen – quasi einen Halt –, diese dann aber durch unkonventionelle

Pflanzungen aufgelockert werden. Gräser, Stauden und mehrstämmige Büsche sind hier immer gut geeignet. Wo beginnt man bei der gelungenen Gartenplanung, wo endet man? Bei mir fängt eine gelungene Gartenplanung mit einem Verständnis für die größere Umgebung an: In welcher Gegend befinde ich mich? Wie wurde hier historisch ge­baut? Welche Pflanzen wachsen gut und warum? Welche Materialien kommen natürlich vor? Welches Klima herrscht im Allgemeinen? Wo sind spezielle wind- und frostgeschützte Bereiche, welche Areale sind exponiert? Wie ist der Boden beschaffen? Wie verläuft die Sonne? Welche Schwierigkeiten und Potenziale bietet das Grund­stück? Dann beschäftige ich mich intensiv mit dem Ge­bäude: Wann wurde es gebaut und in welchem Stil? Wie ist die Raumaufteilung innen? Von wo aus betrete ich den Garten? Welche sind die wichtigsten Sichtachsen? Wie nutze ich den Garten und wo halte ich mich schon jetzt am liebsten auf – und warum? Mein Ziel ist es, dass

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die Architektur des Hauses, das Interieur, der Garten und die weitere Landschaft eine harmonische Einheit werden. Dafür möchte ich auch den Stil und die Bedürfnisse und Interessen der Besitzer verstehen. Diese Analyse ist für mich ein ganz entscheidender Faktor – interessanterweise entsteht der Garten dann wie von selbst. Und wie eine Gartenplanung endet? Eigentlich nie! Zwar kann man einen Garten natürlich planen, umsetzen und dem Kunden übergeben, aber ein Garten ist immer im Werden und im Wachsen – und muss damit immer wieder überdacht und angepasst werden. Deshalb ist es mir auch sehr wichtig, dass ich immer wieder vorbeikommen darf, um zu sehen, wie sich alles entwickelt. Was wird meistens nicht berücksichtigt, birgt aller­ dings große Wirkung? Sichtachsen. Ich gehe in mei­ nen Projekten immer wieder die wichtigsten und meistbegangenen Wege ab oder halte mich an den meistbenutzten Orten im Haus und im Garten auf. Von dort aus plane ich, wo ich am besten meine Akzente setze – ein schönes Törchen, eine besondere Bank, ein Vogelhaus, einen attraktiven Zierstrauch, einen plätschernden Brunnen ... Diese werden dann mit Pflanzen einge­ rahmt, überhöht oder umspielt. Womit kann man bei der Gartengestaltung am Quadratmeter rechnen, wenn man sich dem Garten mit Hingabe widmen möchte? Also bei der Erstellung und bei der anschließenden Pflege? Wie immer bei solchen Fragen: Das kommt ganz darauf an! Das Spektrum ist riesig! Je größer die Flächen und je weniger darauf passiert – wie z. B. in Parks oder großen Gärten mit ausgedehnten Rasenflächen –, desto gerin­ ger sind natürlich auch die Kosten. Kleine, vollgepackte Stadtgärten mit Mauern und vielen baulichen Elemen­ ten wie Treppen, Brunnen, Natursteinplatten, Pavillons, Pools, Beleuchtungskonzepten sind natürlich entspre­ chend teurer. Komplexe Projekte mit schwieriger Zufahrtssituation, wo schwere Maschinen nicht ungehindert arbeiten können, oder weite Wege treiben ebenfalls die Kosten in ungeahnte Höhen. Preisspannen von 150 Euro bis 450 Euro je Quadratmeter sind hier möglich.

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Was sind die wichtigsten drei Faktoren, die man bei der Erstellung des Gartens berücksichtigen muss? Die wichtigsten? Eine schwierige Frage ... Licht-, Wasser-, Bodenverhältnisse? Aber das wäre viel zu kurz gefasst ... Es gibt viel, viel mehr Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt. Und wenn nur einer falsch bedacht ist, kann das ganze Projekt kippen. Deshalb merke ich auch mit jedem Berufsjahr mehr, wie komplex unser Beruf ist. Wir arbei­ten mit lebenden Pflanzen, die sich permanent verändern, übers Jahr selbst (Stauden, Blumenzwiebeln), zueinander durch ihre Geselligkeit bzw. Konkurrenzsi­ tuation, über die Jahrzehnte und Jahrhunderte durch ihr Wachstum, durch Umwelteinflüsse, durch Klima, Schädlinge und Nütz­ linge, durch Licht-, Wind-, Wasserbedingungen, durch Bodenbeschaffenheit usw. Und kei­ ner dieser Faktoren ist statisch! Man muss als Garten­architekt nicht nur ein einziges Bild er­ zeugen wie ein Architekt oder ein Innenarchitekt, welches in Proportionen und Farben überzeugt, sondern eigentlich 365 Bilder für jeden Tag im Jahr, und zudem noch sämtliche oben genannten Faktoren im Auge behalten! Darüber hinaus muss ein Garten von jeder Blickrichtung und von jedem Winkel gut aussehen – 3D-Denken pur! Deshalb kann und muss ein Garten auch immer wieder ein Expe­ rimentierfeld sein. Was muss man bei der Gartenbeleuchtung berücksichtigen? Ich persönlich finde, dass eine Beleuchtung sich möglichst wenig aufdrängen, sondern nur untermalen sollte. Am Tag, denn das ist immer noch die häufigste Zeit, in der ich den Garten nutze, sollte die Lampe so wenig auffallen wie irgend möglich. Nachts kann sie dann gezielt Akzente anstrahlen – aber kein Flutlicht, sondern sensible Lichtpunkte, die weiterhin den Zauber der Nacht erlauben. Was ist bei der Bewässerung zu beachten? Am liebsten mag ich es, wenn Pflanzen es ohne Bewässerungsanlage schaffen! Dann hat man die richtige Pflanze für den Standort gewählt. Aber natürlich ist das nicht immer möglich. Wenn man denn eine Bewässerung einbaut, dann sollte man sehr vorsichtig sein, dass sie richtig eingestellt und immer wieder kontrolliert wird. Standschwäche und Krankheiten können die Folge von zu viel

Vom Entwurf zum fertigen Garten. Aber richtig fertig ist ein Garten schließlich nie.

Wasser sein. Schläuche können beschädigt werden und auslaufen, Ventile verstopft sein etc. Natürlich nimmt einem eine Bewässerungsanlage viel Arbeit ab. Aber ganz ohne das gärtnerische Auge, welches die Pflanzen im Blick hat und sich um sie sorgt, geht es trotzdem nicht. Wo sind die schönsten Gärten, die Sie persönlich besucht haben? Die englischen Gärten sind für mich weiterhin die schönsten – so gekonnt in ihrer Lässigkeit, und trotzdem unfassbar elegant und erhaben. Great Dixter ist mein Lieb­ lings-Cottagegarten im Süden Englands, Stowe mein schönster Park, die Highline in New York vermutlich mein favorisierter moderner Stadtpark. In Frankreich war ich besonders fasziniert vom XXL-Küchengarten Villandry. Aber ich muss gestehen: Ich liebe das Reisen und ich begeistere mich so sehr für Schönheit und Ästhetik – ich finde manchmal auch in den trostlosesten Orten noch Dinge, für die ich mich begeistern kann. Wenn man seinem Garten ein neues Gesicht ohne viel Aufwand geben möchte, welche Stilmittel sind da immer willkommen? Kübel und Bänke sind sehr praktisch, um mit wenig Aufwand viel Effekt auf Terrassen, Hauseingängen und im

Garten zu schaffen. Wenn man den Pflegeaufwand des Anstrichs nicht scheut, sind diese Elemente in Farbe eine perfekte Möglichkeit, auch im Winter oder in langweiligen, pflegeleichten Gärten Farbtupfer im Garten zu setzen. Dafür empfehle ich die Farbtöne von der englischen Firma Farrow & Ball. Diese wirken natürlich und nicht zu knallig – was besonders im Winter sehr wichtig ist. Was war der kleinste Garten, den Sie je angelegt haben? Was der größte? Und worin lagen die unterschiedlichen Herausforderungen? Ein Mini-Vorgarten in Frankfurt, der nur ca. 2,5 Meter breit und 10 Meter lang war. Dafür sehr komplex, weil man Mülltonnen in schönen, selbst entworfenen Spalierboxen, ein Beet und einen 2 Meter abgesenkten Bereich für einen Indoor-Pool-Austritt andenken musste. Das größte Projekt war bislang ein 42 ha großer Park im Privatbesitz, der neben einem fantastischen Arboretum auch viele kleinere Themengärten beinhaltete, bei denen ich zum Teil mitdenken, umgestalten oder auch ganz neu gestalten durfte. Was kann in einem Garten unerwartet teuer werden, worüber man sich meistens nicht bewusst ist? Pflasterflächen, Natursteinmauern und -treppen, jede Art

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von Wasserelementen, Gartenbauwerke und Erdmodulationen können unter anderem sehr teuer sein. Vor allem aber gilt: Wenn der Garten kein Standardreihenhausgarten ist, sondern von der Norm abweicht, kann es teuer werden. Wenn es sich z. B. um eine alte Burg oder ein Schloss an einem steilen Abhang handelt, einen Hotelinnenhof ohne Zufahrtsmöglichkeit, eine Hütte in einer Waldlichtung ohne Strom- oder Wasseranschluss, ein Hotel mit laufendem Betrieb, dessen Garten auf ei­ ner Tiefgarage sitzt – dann wird in der Kostenkalkulation des Bauherrn oft die Logistik unterschätzt oder sogar ganz vergessen. Lange oder schwierige An- und Abfahrtswege, Gärten, bei denen Maschineneinsatz nur bedingt möglich ist und Kräne sowie Big Packs statt Schüttgut verwendet werden müssen, Entsorgungskosten, Fundamentarbeiten ... Solche Kosten haben Laien oft gar nicht auf dem Schirm. Aber genau diese Herausforderungen machen es meiner Meinung nach ja gerade spannend. Immer wieder muss ich in der Hinsicht über den Satz eines meiner Kunden schmunzeln: Einfach kann ja jeder! Wie sieht Ihr Traumgarten aus? Mein Kindheitstraum war es immer, auf einer kleinen Almhütte in den Bergen zu wohnen, umringt von Gams, Latschen und Bergwiesen. Da kommt viel Landschaft, aber wenig Garten vor. Daher wäre es heute vielleicht ein Cottagegarten an der englischen Südküste oder ein bayrischer Bauerngarten.

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Die Grabstätte

Was war das schönste Projekt für Sie? Die schönsten Projekte sind die, bei denen ich mit dem Kunden gemeinsam passioniert und in engster Zusammenarbeit einen Garten entwickeln darf. Nicht nur, weil dieses Miteinander Spaß macht, man sich darüber sehr gut kennenlernt und dieser Gedankenaustausch besonders wertvoll ist, sondern auch, weil ich weiß, dass meine Vision nicht nach der Umsetzung des Gartens endet, sondern durch und mit dem Kunden weiterleben darf. Text: Beatrice Tourou

Grünflächen, die oft nicht bedacht werden, sind Gräber. Ob auf dem eigenen Anwesen oder auf einem Gemeinschaftsfriedhof, ob klassisch oder ein imposantes Mausoleum – ein Grab hat stets Gestaltungswillen für Grünpflanzen. Ob wie in der Zeichnung für eine fürstliche Grabstätte in Deutschland, aus der Feder von Gräfin Fugger, mit einladendem Tor und üppiger Vegetation, oder ein bürgerliches Grab mit kleinem Pflanzenkasten – die Auswahl der Begrünung ist ausschlaggebend, um das Gedenken an die verstorbene Person würdig zu erhalten. Die Auswahl geeigneter Pflanzen für die letzte Ruhestätte ist groß. Zuerst sollte man sich Gedanken darüber machen, welche Pflanzen der/die Verstorbene besonders schätzte. Welche Farben mochte er/sie und welche Blu-

men konnte er/sie nicht leiden? Auch die das Grab pfle­ genden Menschen sollten sich fragen, welche Pflanzen sie selbst besonders gern mögen und welche gar nicht. Eine Grabbepflanzung ist meist nach einem klaren Grundgerüst gegliedert: Ein sogenanntes Rahmengehölz wie japanischer Ahorn, Eibe oder Buchsbaum verbindet den Grabstein optisch mit den Bodendeckern, die rings­herum das gesamte Grab bedecken und im Idealfall auch blühen. In der Mitte zwischen den Bodendeckern ist Platz für eine jahreszeitlich wechselnde Bepflanzung mit frischen Blumen. Besonders schön ist es, wenn auch die bodendeckenden Pflanzen blühen. Geeignet sind beispielsweise Golderdbeeren. Zwerggehölze, pflegeleichte Sommerblumen, Blattschmuckstauden und Winterblüher sorgen das ganze Jahr über für einen gepflegten Eindruck.

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URLAUBS

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FLAIR

Keine Farbkombination nähert sich dermaßen an den Sommer an wie Azurblau und Weiß. Keine Textur fühlt sich mehr nach Strand und Erholung an als Bast und solides Holz. Kein Geruch erinnert so sehr an Unbeschwertheit wie der von überreifen Zitronen – gepflückt von einem Baum an der Amalfi­küste.

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HEIM

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Urlaub beinhaltet nicht immer das Verreisen in die Ferne – oftmals ist der eigene Garten die beste Erholung. Man widmet sich den Pflanzen, man genießt das Vogelgezwitscher, das Herz blüht auf. Eine Hängematte lädt zum Mittagsschlaf, der Bistrostuhl zur Rast nach dem morgendlichen Semmeln-Holen. Die Stunden schlagen langsam.

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1. Großer Shopper „Helen“, von kokobasket.com, um € 75 | 2. Liegetuch aus Baumwolle, von Frescobol Carioca, bei matchesfashion.com, um € 165 | 3. Buch „Athens Riviera“, gebunden, von Stéphanie Artarit, erschienen bei Assouline, um € 95 | 4. Sommerduft „Mediterranean Honeysuckle“, von AERIN, ab € 79 | 5. Sandalen „Gwyneth“ aus MetallicLeder, von Gianvito Rossi, um € 590 | 6. Liegestuhl aus massivem Teakholz, von Maisons du Monde, um € 259 | 7. Wasserglas Rauchblau (4-er Set) www.thesalonette.de um 72,00€ | Krug mit Noppen in Rauchblau von www.thesalonette. de um 109€ | 8. Tafelservietten “Casablanca” in Blaugrau & Sand (4er-Set), von www.thesalonette.de um 48,00€

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1. Gießkanne aus Kupfer, bei Manufactum, um € 94 | 2. Orangenbaum, beim Gärtner Ihres Vertrauens, ab € 29 | 3. Panamahut „Ausseer“, von Mühlbauer, um € 298 | 4. Französischer Bistrostuhl, von Café de la Paix, um € 729 | 5. Hängematte aus Baumwolle mit Fransen, von Maisons du Monde, um € 28 | 6. Gestreiftes Nackenkissen für Liegestuhl, von Manufactum, um € 50 | 7. Sommerliche Trachtika aus der Limited Edition STICK von Lotta Leben, von lotta-leben.com, um € 349 | 8. Gerstners Süßes Potpourri designed by Lena Hoschek. Gerstner K.u.K. Hofzuckerbäcker www.gerstner-konditorei.at, um € 59,90 | 9. Klassischer Tasselloafer in salbeigrün mit lila Einfassung und Tassel von www.bellas-vienna.at, um € 169

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Foto: © Niko Havranek

Typischer Innenhof in Steyr

DENKMALNEO WIR HABEN EINE MISSION Denkmalschutz – na und? Wir helfen, wo andere nicht mehr weiterwissen! Alte Kirchen und Klöster, in die Jahre gekommene Zinshäuser oder Villen, historische Gebäude und verlassene Höfe sind jene Objekte, für die sich die fünf jungen Damen von DenkMalNeo interessieren. Vor etwa einem Jahr gegründet, hat das Unternehmen eine Mission – nämlich Bauwerke mit Geschichte gemeinsam mit deren Besitzern behutsam und umsichtig in die Zukunft zu führen. Die Bauingenieurin Helga Noack, die Bauhistorikerin Nina Harm und drei Architektinnen denken Revitalisierungen, Renovierungen oder auch sinnvolle Nutzungen neu. Dem SCHLOSSSEITEN-Team haben sie Einblick in ihre Arbeit gewährt.

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CHLOSSSEITEN: Der Unternehmensname „DenkMalNeo“ regt bereits zu Assoziationen an. Was können unsere Leser/-innen, von denen viele in jahrhundertealten Gemäuern zu Hause sind, erwarten? Helga Noack: Zuallererst ... Bauwerke mit Geschichte prägen die Identität unserer Gesellschaft. Sie fordern uns heraus, wollen erhalten und weitererzählt werden, und wir – DenkMalNeo – gehen für diesen Prozess in Verantwortung.

SS: Wie kann man sich das konkret vorstellen? Nina Harm: Wir setzen uns zu Beginn mit der Ge­ schichte der Bauwerke auseinander, mit der gewordenen Substanz, wir analysieren die verwendeten Materialien und angewendeten Handwerkstechniken, den Zustand vom Keller bis zum Dach und den Stil, in dem sie erbaut wurden. Mit all diesem Wissen entwickeln wir nachhaltige Möglichkeiten für die Zukunft des Gebäudes, sei es gestalterisch, technisch, energetisch oder wirtschaftlich. Helga Noack: Wir stehen als ganzheitliche Gesamtdienst­

Geschäftsführerin Helga Noack mit Bauhistorikerin Nina Harm 98

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Foto: © Ingo Rack

leisterin außerdem an der Seite der Bauherren und unterstützen von der Wirtschaftlichkeitsberechnung bis zur praktischen Handwerksleistung. SS: Wer steht hinter DenkMalNeo und woher kommt die Expertise? Helga Noack: Wir sind ein Joint Venture zwischen dem Vorarlberger Bauunternehmer Hubert Rhomberg und den Gebrüdern Jäger aus dem süddeutschen Raum. Als JaKo Baudenkmalpflege beschäftigen sie sich bereits in dritter Generation mit Translozierungen und Gesamt­ restaurierungen. Ursprünglich ging JaKo aus einem Handwerksbetrieb hervor und hat sich durch Innovationen stetig weiterentwickelt. Beispielsweise wurde von ihnen eine Methode erfunden, mittels der ganze Mauerzüge transloziert werden können, ohne ihr Gefüge Stein für Stein auseinanderzubauen oder zu zerstören. Wir, das DenkMalNeo-Team, bestehen aus fünf beziehungsweise in Kürze sechs Frauen, die aus dem Ingenieurswesen, der Kunstgeschichte und der Architektur kommen.

Steckeisengitter aus geschmiedeten Stäben, die noch oft zu finden sind, aber selten neu hergestellt werden

Foto: Niko Havranek

Typisch wienerisches Stiegenhaus mit Zementfliesen und einem schmiedeeisernen Geländer

SS: Was ist für DenkMalNeo in Sachen Renovierung besonders wichtig? Nina Harm: Wir wollen Eigentümer/-innen wertvoller historischer Bausubstanz dabei unterstützen, diese zu erhalten und weiterzuentwickeln. Das beginnt beim Thema Nachhaltigkeit und einem maßgeschneiderten Ener­ giemodell. Fernwärme, Geothermie oder Solarpaneele sind nur einige der möglichen Lösungen. Genauso wichtig sind uns alle baufesten Ausstattungselemente, also Elemente, die in einem baulichen Zusammenhang mit dem eigentlichen Gebäude stehen, wie beispielsweise Stuck, Vertäfelungen, wandfeste Sonderteile wie Schränke und Spiegel, Türen, Fenster, Böden oder Lampen. Für die Erhaltung schaffen wir ein Netzwerk an Handwer­kerinnen und Handwerkern, die mit uns arbeiten und auf Dinge spezialisiert sind, die heute fast in Vergessenheit geraten sind. Die Holzimitationsmalerei beispielsweise, durch die es möglich war, ungleiche Holzarten optisch einander anzugleichen und somit zu veredeln. Oder die Anfertigung und Reparatur von Terrazzoböden. Oder ein Nassestrich, der durch dekorative Zuschläge aus Marmor, Kalkstein oder Dolomit eine besondere Aura entfaltet, die durch einen aufwendigen Prozess von Schleifen und Polieren entsteht. Auch das Anbringen von Stuckmarmor bedarf einer besonderen Kenntnis und eines Gespürs für das Material. SS: Was muss man bei der Restaurierung historischer Fenster und Türen beachten? Nina Harm: Alte Fensterrahmen wurden mit Ölfarbe gestrichen und mit einem ölhaltigen Fensterkitt befestigt. Diese Materialien benötigen eine gewisse Kenntnis bei der Verarbeitung. Dasselbe gilt für Türen. Die bereits erwähnte Holzimitationsmalerei muss zuerst als solche erkannt werden. Bei besonders alten Türen können historische Beschläge fehlen, die wir bei entsprechenden Unternehmen beziehen, die sich darauf spezialisiert haben, historische Beschläge nach Vorbild anzufertigen,

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Ein historisches Gebäude nach der Sanierung

oder eigene Serien haben, die sich an historischen Vorbildern orientieren. SS: Was unterscheidet DenkMalNeo vom Denkmalamt? Helga Noack: Wir sind ein klassisches Dienstleistungs­ unternehmen. Nina Harm: Und wir arbeiten intensiv mit dem Bundesdenkmalamt zusammen. Diese Expertise ist uns wichtig. Eine offene Kommunikation über alle Aspekte ist dabei der Schlüssel. Ich selbst verstehe mich als Anwältin des Bauwerkes und bin der Denkmalpflege stark verbunden. Dennoch versuchen wir immer, zwischen Behörde und Bauherren so zu vermitteln, dass am Ende eine Lösung gefunden wird, die für das Bauwerk am nachhaltigsten ist. Wenn unsere Analyse des Bauwerks, die Zustandserfassung und die Planungs- und Restaurierungskonzeption abgeschlossen sind, bieten wir die bauliche Umsetzung, also den Sanierungsprozess, zum Festpreis an. Das gelingt uns nur, weil wir akribisch vorgehen und ein Netzwerk zur Hand haben, das verlässlich arbeitet. Wir haben noch einen weiteren Ansatz, der uns sehr wichtig ist – nämlich für die Nutzung eines Gebäudes und damit für dessen Existenzberechtigung zu sorgen. Denn das Allerschlimmste für historische Gebäude ist Leerstand. Wenn erwünscht, bringen wir Eigentümer/-innen mit möglichen Nutzern oder Ankermietern zusammen und moderieren so einen Prozess des Gelingens. SS: Wie erfahren potenzielle Kundinnen und Kunden von DenkMalNeo? Nina Harm: Wir gehen das offensiv an, sind täglich mit vielen Menschen im Gespräch, was spannend ist und den Horizont erweitert. Es gibt viele unterschiedliche Zugänge und auch unterschiedliche Motivationen, His-

torisches in die nächste Generation zu führen. Manch­ mal braucht es kreative Lösungen, damit Ideen auch finanzierbar sind. Wir haben deshalb vor, in Zukunft gemeinsam mit Partnern, beispielsweise in den Räumlichkeiten der Firma J. & L. Lobmeyr, die Denkmalsprechstunde abzuhalten, bei der ganz ergebnisoffen über Fragestellungen rund um das eigene historische Bauwerk geredet werden kann und wo Interessierte sich unverbindlich und niederschwellig Rat einholen können. Wir haben nämlich gemerkt, dass gerade im Bereich Denkmalschutz und Sanierung viele Vorurteile herrschen, und dem wollen wir mit kreativen Lösungs­ ansätzen begegnen. SS: Gibt es ein Credo, das dem Team von DenkMalNeo zugrunde liegt? Helga Noack: Das Bauwerk ist Mittelpunkt und Ziel. Unser Handeln und Vernetzen ordnet sich dem Weitererzählen seiner Geschichte unter. Text: Clarissa Mayer-Heinisch

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Denkmalneo JR GmbH Gertrude-Fröhlich-Sandner-Straße 13a A-1100 Wien +43 1 715 0030 3500 office@denkmalneo.at www.denkmalneo.at

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MARINA BLANCA Spielerische Kunst

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Fotos: © Ela Angerer

MARINA BLANCA SKULPTUREN Gemütlich aussehende Fauteuils auf der grünen Wiese, die sich bei näherem Hinsehen als metallene Skulpturen erweisen, lebensechte Bronzen als Porträts von Freunden und Verwandten, aus Glas geblasene Lampenfüße mit kreativen Stoffschirmen obendrauf oder auch ungewöhnliche Vasen und Keramikgefäße sind nur einige der Dinge, für die Marina Blanca bekannt ist.

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as SCHLOSSSEITEN-Team hat die Künstlerin in ihrem Atelier besucht und sogleich Feuer gefangen.

Wer mit dem gläsernen Lift in die oberste Etage des eleganten Hauses fährt, steht schon mittendrin in je­ der Menge Kunst. Die Farben sind bunt, die Formen ästhetisch und die Vielfalt ist beinahe unermesslich. Alles zeugt von einem inspirierten Leben, von jeder Menge Energie und Fantasie. Marina Blanca – die Familiennamen „Spitzy“ und „Seilern“ aus ihrer Vergangenheit lässt sie in ihrer Kunst einfach weg – gewährt uns einen Blick in ihre Welt. Wir sitzen in der Küche, trinken Kaffee und hören einfach nur zu. In Schleswig-Holstein an der Hamburger Stadtgrenze aufgewachsen, verbunden mit der Natur und doch ganz hanseatisch groß geworden, geht Marina Blanca

schon früh nach Paris. An der École du Louvre ist sie inskribiert, doch die Nachmittage bei einem Pariser Bildhauer sind noch viel, viel spannender. Hier lernt sie den Umgang mit den Materialien Wachs, Gips, Ton und Bronze. Hier erfährt sie, wie man formt, brennt, ausrinnen lässt und eingießt und wie schlussendlich entsteht, worauf man gehofft hat. Ein Besuch der Salzburger Sommerakademie mit dem renommierten österreichischen Künstler Josef Zenzmaier bringt Marina Blanca noch tiefere Einblicke in die Kunst der Arbeit an Bronzen, dazu kommen die ersten Aufträge. Die oberste Etage des großen Bücherregals im Atelier zeugt davon. Hier stehen etliche Köpfe, einer davon auch der von Walter Scheel, dem ehemaligen deutschen Bundespräsidenten. Daneben welche von ihren Söhnen, Schwiegertöchtern und Freunden.

Marina Blanca in ihrem Atelier in Wien 104

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Manche sind ganz klassisch, andere expressionistisch, wieder andere bemalt. Der Gestaltung sind keinerlei Grenzen gesetzt. Das Figurative bildete also den Beginn der künstlerischen Karriere von Marina Blanca. Grundprinzipien wie das permanente Ausloten von Möglichkeiten und Grenzen sowie das ewig Leichtfüßige und Spielerische liegen ihrer Arbeit zugrunde. Ganz wichtig ist ihr auch die „soziale Plastik“, ein Ausdruck, den Marina Blanca von Joseph Beuys entlehnt hat und den sie bis heute immer wieder in die Realität umsetzt. Beinahe schon legendär sind ihre Workshops, die sie seit den späten 1990er-Jahren organisiert. In einer alten Sägehalle irgendwo in den steirischen Bergen, in ei­ner idyllischen Gegend an der niederösterreichisch-steirischen Grenze, auf einer Finca in Mallorca, aber auch in ihrem Atelier in Wien. Sie lädt Menschen ein, um je­ weils 10 Tage lang miteinander zu arbeiten und voneinander zu lernen. Allen voran war es der kürzlich verstorbene Keramikkünstler Franz Josef Altenburg, „der ein Vorbild ist und großen Einfluss auf mich und meine Arbeit gehabt hat“, so Marina Blanca. Auch Künstler wie Jakob Gasteiger, die junge Malerin Adriana Czernin und auch viele weitere Kunstinteressierte, Kunststudenten, Hausfrauen, Mütter, Ärzte, Geschäftsleute und „wer auch immer gerne etwas macht“ war und ist bei Marina Blanca herzlich willkommen. Ihr Credo lautet: „Jeder kann ein Künstler sein.“ Nicht weniger Freude bereitet Marina Blanca inzwischen die jährliche Orangenernte samt Einkochen von himm­ lisch guter Marmelade in Mallorca. „Schon als Kind

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wichtig“, meint sie und fügt hinzu: „Ich versuche immer, an die Grenzen zu gehen.“ Beim Glasblasen sind da schon manchmal Risse und Brüche entstanden, Formen geplatzt oder geborsten. Doch auch aus den Scherben lassen sich noch schöne Dinge machen, wie man im Sammelsurium der Artefakte sieht. Inzwischen hat Marina Blanca dieses Können perfektioniert, fährt sie doch mindestens einmal jährlich nach Murano, um dort mit den Besten der Zunft zu arbeiten. Und trotz konkreter Vorhaben und Pläne, trotz geplan­ ter Form und Farbe gibt es immer wieder Überraschungen. Im Wiener Atelier entstehen die dazu passenden Ergänzungen wie Drahtgitter für Lampenschirme, die dann, mit Stoff bezogen, unkonventionelle Formen bilden, Podeste für Objekte, malerische Interventionen und vieles mehr, was immer aus dem kreativen Fundus der Künstlerin und ihres Materialarchives zu machen ist.

habe ich den Zauber von der Gemeinschaft der Menschen bei der Ernte kennengelernt. Meine Mutter saß mit Tanten und den Frauen vom Hof zusammen und sie kochten Kompotte und Marmeladen oder pulten Erbsen“, erzählt sie. Gemeinsam mit unterschiedlichen Freundinnen entstehen mittlerweile mehrere Hundert Gläser Orangenmarmelade jährlich, die im Shop von „Zum Schwarzen Kameel“ und auch beim feinen Onlineportal „Torquato“ zu kaufen sind. Ganz wichtig in Marina Blancas Kunstbetrieb sind ihre Kataloge, die professionell, liebevoll und wunderschön gestaltet sind. So entdeckt man beispielsweise die variantenreiche Lampenkollektion, die momentan entsteht. Es ist eine der jüngsten Leidenschaften Marina Blancas, mit Glas zu arbeiten. „Eigentlich war es eine Zufallsidee meines Elektrikers“, erzählt die Künstlerin lachend. Als er nämlich in ihrer Küche eine Lichtinstallation montierte und gleichzeitig auf die ungewöhnlichen und lustigen Skulpturen, die Atelier und Wohnung bevölkern, blickte, schlug er vor, sie solle doch Lampen machen. Gesagt, getan. Eine Einladung von Cornelius Grupp in die Werkstatt von Stoelzle Oberglas kam da gerade recht. Gemeinsam mit professionellen Glasbläsern vor Ort und der Freiheit, sämtliche Materialien und Pro­ zesse durchzutesten, entstanden Marina Blancas erste Objekte aus Glas. Sie sahen wie Viren aus – „stachelig, ekelig, unförmig“, wie sie selbst beschreibt –, und doch zugleich auch schön und lustig, jedenfalls wunderbar als Lampenfüße zu gebrauchen. „Das Spielerische ist mir

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Inspiration und Ideen kommen von großen Vorbildern. Sie nennt zum Beispiel die vor wenigen Jahren verstorbene Louise Bourgeois, eine französisch-amerikanische Bildhauerin, deren „Mut zu Materialien“ Marina Blanca bewundert. Aber auch die österreichische Grande Dame der Malerei Maria Lassnig oder die englischen Künstler Tony Cragg und Grayson Perry beeindru­cken sie. Letzterer ist bekannt für seine Keramikvasen, die mit ungewöhnlichen, collageähnlichen Malereien versehen sind, die nebenbei auch noch sozialkritischen Inhalt transportieren. „Künstler sind Umformer von verschiedenen Materia­ lien“, konstatiert Marina Blanca. Mit dieser Erkenntnis steht ihr noch vieles offen.

Mit unseren Pflanzen werden Ideen verwirklicht Ihr Gärtner Starkl 3430 Frauenhofen/Tulln 02272/64242-33 planung.tulln@starkl.at www.starkl.at

Text: Clarissa Mayer-Heinisch I N F O B OX

MARINA BLANCA SKULPTUREN – VIENNA www.marinablanca.at contact@marinablanca.at

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Fotos: © Lukas Schaller

Die Freiluftbühne verschmilzt mit dem historischen Landschaftsgarten.

THE NEXT ENTERPRISE ARCHITECTS Vom Denken in Raumsequenzen Fantasievolle und nie zuvor gesehene Räume, großartige Durch- und Ausblicke sowie ein Mix an unterschiedlichen Materialien sind die Markenzeichen von „the next ENTERprise Architects“, die heuer ihr „20+“-Jubiläum begehen.

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in kleiner Eingang führt in ein übervolles Büro im hippen zweiten Bezirk. Eine Menge junge Leute sitzen an Computern, dazwischen große Tische, um Skizzen, Pläne und Modelle ausbreiten und zusammenbauen zu können. Regale, die von Büchern und Ordnern überquellen, und Wände, die mit Gesehenem und Geplantem behängt sind. Hier ist es also, das kreative Kraftwerk des Architekturbüros, dessen Name in gewisser Weise schon Programm ist. Es geht um weiterdenken, weiter­ entwickeln, weiterplanen, umgestalten, neu erfinden. Grundlage für jeden Entwurf sind eine eingehende Recherche, das Mitdenken des Umfelds und die erwünschte Funktion. „Uns ist immer wesentlich, dass

es nicht von vornherein so aussieht, wie es funktio­ niert“, sind sich Marie-Therese Harnoncourt-Fuchs und Ernst J. Fuchs einig. Und: „Wir wollen etwas machen, was es davor noch nie gab.“ Gemeinsam sind die beiden „the next ENTERprise Architects“, und die Liste der in den letzten Jahren realisierten Projekte liest sich eindrucksvoll: der Wolkenturm in Grafenegg, das Seebad am Kalterer See in Südtirol, die Salzwelten in Hallein oder das Heidi-Horten-Museum in Wien, um nur einige zu erwähnen. Begonnen haben Marie-Therese Harnoncourt und Ernst J. Fuchs schon während ihres Studiums. Sie haben sich in diversen Kollektiven kreative Dinge ausgedacht. Ein leer stehendes Geschäftslokal in einer

Der Wolkenturm in Grafenegg bietet dank seiner einzigartigen Form eine besonders gute Akustik. 110

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Wiener Einkaufsstraße beispielsweise, das die beiden durch radikale Öffnungen zu einem Treffpunkt für Vorbeigehende transformiert haben, ein lang gestrecktes, begehbares Objekt als raumhältiger Zaun für die Kulturwerkstätte in Hof am Leithaberge oder Interventionen in Museen wie die „Audiolounge“ in der Secession in Wien. Als Teil einer Ausstellung erfanden Harnoncourt und Fuchs damals ein rollbares Objekt, dessen Öffnungen verschiedene Soundtracks hörbar machten. Die Fantasie der „the next ENTERprise Architects“ kennt kaum Grenzen. Wir sitzen im Büro vor dem Modell des neuen Museums, das sich die Mäzenin Heidi Goëss-Horten im ehemaligen erzherzoglichen Kanzleigebäude im Hanuschhof bauen lässt, um ihre spektakuläre Kunstsammlung der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich zu machen. „Wir sind Experten für die Emotionalisierung von Raum“, so das ArchitektenDuo. „Bei der Entwicklung einer Vision für das Palais Goëss-Horten standen wir vor der Herausforderung, Historie und Gegenwart symbiotisch zu verbinden.“ Am Modell kann man unschwer erkennen, dass es gelungen ist. Ein Stück der Außenmauer wurde für den Eingang so ausgeschnitten, dass dieser von zwei Seiten gut erkennbar ins Foyer und in den Empfang leitet.

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In Dachbodenausbauten können Räume neu gedacht und gestaltet werden.

Fotos: © Lukas Schaller

Fotos: © Lukas Schaller

In Aussee haben „the next ENTERprise Architects“ ein traditionelles Haus um einen modernen Anbau erweitert.

Mit dem Seebad Kaltern ist es „the next ENTERprise Architects“ gelungen, den Blick auf den See und die Landschaft zu erhalten.

Ansonsten bleibt die Fassade im Bestand erhalten und bildet mit dem Vorplatz ein Ensemble, das begrünt und mit umlaufender Sitzbank zum Verweilen einlädt, als wäre es immer schon so gewesen. Das Innere jedoch haben Harnoncourt und Fuchs entkernt und durch drei übereinander gebaute und zueinander verdreh­ te Ausstellungsebenen ersetzt. Objekthafte Treppen verbinden die Plattformen miteinander. Von ihnen aus kann man die gebäudehohen Lufträume und die unterschiedlichen Blickwinkel auf die Kunst in den einzelnen Etagen genießen. Der architektonische Raum ist das Medium für die Ausstellung der Sammlung. Nicht weniger einfühlsam sind die Architekten bei der Planung des Wolkenturms im Schlosspark von Grafenegg vorgegangen. In der Ausschreibung war eine Freiluftbühne mit natürlicher Akustik für klassische Konzertaufführungen in den Sommermonaten gefordert. „the next ENTERprise Architects“ haben jedoch anders gedacht und ein Bauwerk entworfen, das über den gesamten Jahreskreis als Teil des 31 ha großen Landschaftsgartens für die Besucherinnen und Besucher erlebbar ist und drei Monate davon zur Bühne wird. „Der Park hat uns inspiriert, allem voran seine Topografie“, erzählt Ernst Fuchs. Die Elemente der Landschaft wie Mulden und Hügel, Schneisen und Baumgruppen bilden das Umfeld, auf das die Architek

Unter den Schwimmbecken befinden sich Schatten- und Ruhezonen.

Im Industriebestand der Salzwelten bei Hallein haben die Architekten Hand angelegt.

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ten eingegangen sind. „Unser Gebäude sollte mit dem historischen Landschaftsgarten verschmelzen.“ Geworden ist es ein Turm aus Hohlraum und Schrägen, die gemeinsam wie ein Schalltrichter wirken und optimale Akustik schaffen. Auf der halb offenen Bühne finden die Musiker/-innen und die Technik Platz. Auf den Stufen der gegenüberliegenden Arena können 1700 Zuhörer/-innen sitzen. „Uns war es wichtig, einen logischen Flow zu schaffen und überraschende Blicke zu bieten“, so Fuchs. Nach der Inspiration für eine solche Kreation gefragt, ist die Antwort kurz und prägnant: „Es gibt Tausende – eine davon ist der Turmbau zu Babel.“ Spektakulär ist auch, was in Kaltern entstanden ist. Fast unmerklich in die kostbare und naturgeschützte Landschaft rund um den See gesetzt, sind Details des Entwurfs erst bei näherem Hinsehen zu entdecken. Da bilden kleine Pavillons Eingang und Service, die Pools sind auf einer Plattform, dem sogenannten „Sonnendeck“, über dem See platziert, darunter gibt es beschattete und vor Regen geschützte Freiflächen zum Rasten, Spielen, Essen oder für Events. Hier befinden sich auch Raumeinschlüsse wie Whirlpool, Regenraum und Flüsterfelsen sowie ein rundum geöffneter Freiraum, der, mit Glasaugen versehen, von Licht erfüllt ist und zu­ gleich den Blick auf die darüber Schwimmenden freigibt. Beide Ebenen sind über die Sonnentribüne verbunden, am Tage für die Schwimmenden, am Abend für Kulturveranstaltungen. Die gesamte Anlage ist an die öffentliche Promenade des Städtchens angebunden. „Es ist eine Platzerweiterung gelungen, Blicke auf den See wurden nicht verstellt, und in gewisser Weise ist das Seebad zum neuen Dorfplatz geworden“, so die Architekten. Alte Gemäuer waren schon immer interessant für „the next ENTERprise Architects“. Dachgeschosswohnungen in Graz und Wien, Erweiterungen und Veränderungen in alten Villen, ein winzig kleiner, fantastisch optimierter Friseursalon oder die Eingriffe in der Feldherrenhalle des Heeresgeschichtlichen Muse-

ums, das vor mehr als 150 Jahren von Theophil Hansen geplant wurde, bezeugen ihre Einfühlsamkeit. Auch bei diesen Interventionen geht es immer um den Perspektivenwechsel über Durch- und Ausblicke, um den klugen Umgang mit dem Raum und der in die Raumarchitektur integrierten Technik. Ähnliche Grundgedanken liegen ebenfalls den Salzwelten Salzburg zugrunde, einem Projekt, das erst kürzlich fertiggestellt wurde. Am Dürrnberg bei Hallein, im Industriebestand, wo unterschiedliche Gebäude aus mehreren Epochen auf einem großen Areal verteilt bis heute von der Salzerzeugung vor Ort erzählen, war die Anforderung an die Architekten, ein Gesamtkonzept für ein Kulturerlebnis zu entwickeln, das Besucherinnen und Besucher informiert, unterhält und zeitgemäße Services bietet. „Wir haben punktuelle Interventionen vorgeschlagen, die den Besuchern eine natürliche Orientierung und atmosphärische Zirkulation ermöglichen“, erzählt das Architekten-Duo. Es wurde Mauerwerk geöffnet, in die Tiefe gegraben, es entstanden Glasüberdachungen und neue Zugänge, getrennte Gebäude wurden miteinander verbun­ den – und all das voller Empathie für das Thema. Salz bildet sich in seiner kristallinen Gestalt in den verwendeten Materialien ab und spiegelt sich in den orange, weiß und silbrig schimmernden Tönen wider. Von einer Wallfahrtskirche Maria Dürrnberg aus dem 16. Jahrhundert, die über dem Areal errichtet wurde, bis zu Ausgrabungen aus der Keltenzeit, von den Werkstätten bis zur Bergeinfahrt, von Filmen bis zu Texten wird eine Erlebniswelt für alle Sinne erschaffen. „Wir haben alle vorhandenen Bezugsbereiche involviert, ihre zirkulierende Wechselbeziehung macht das Projekt zur Architektur“, so Ernst J. Fuchs. Der rote Faden, der sich durch all diese fantasievollen Entwürfe der „the next ENTERprise Architects“ zieht, ist das Denken in Bezugsfeldern, in Blickbezügen, in aussagekräftigen Materialien und – ganz wesentlich – in Raumsequenzen. Text: Clarissa Mayer-Heinisch I N F O B OX Foto: © tnE Architects ZT GmbH

Foto: © Lukas Schaller

Die Audiolounge in der Wiener Secession war Teil einer Ausstellung.

MAK – Museum für angewandte Kunst

Marie-Therese Harnoncourt-Fuchs & Ernst J. Fuchs the next ENTERprise Architects Ausstellungsstraße 5/2 1020 Wien www.tne.space

Geymüllerschlössel © MAK/Wolfgang Kraus

MAK-Expositur

GEYMÜLLERSCHLÖSSEL Vergangenheit und Gegenwart im Dialog Geymüllerschlössel Innenansicht © MAK/Mika Wisskirchen

Im Biedermeierjuwel Geymüllerschlössel in Wien Pötzleinsdorf zeigt das MAK Möbel aus dem Empire und Biedermeier, Alt-Wiener Uhren der Sammlung Franz Sobek sowie Interventionen zeitgenössischer Künstler und Designer. Das mit originalen Möbeln aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eingerichtete Geymüllerschlössel wurde nach 1808 im Auftrag des Wiener Handelsherrn und Bankiers Johann Jakob Geymüller (1760– 1834) als „Sommergebäude“ errichtet und ist heute einer der wenigen Orte in Österreich, an dem sich ein originalgetreuer Einblick in die Vielfalt biedermeierlicher Ausstattungskunst bietet. In seiner Architektursprache zeigt das Gebäude selbst die am Beginn des 19. Jahrhunderts vor allem für Lustgebäude übliche Mischung von gotischen, indischen und arabischen Stilelementen. Umfangreiche Renovierungen Ende der 1980er Jahre versetzten die Fassade und Teile der Ausmalung der Innenräume wieder in den Originalzustand. Das Geymüllerschlössel samt Park, in dem auch der Skyspace des amerikanischen Künstlers James Turrell präsentiert wird, bildet ein Ensemble, in dem Natur und Kunst, aber auch historische und zeitgenössische Positionen in Dialog treten. In der Saison 2022 widmet sich das Geymüllerschlössel als (CON)TEMPORARY FASHION SHOWCASE dem Phänomen Mode. Pötzleinsdorferstraße 102, 1180 Wien 7. Mai bis 4. Dezember 2022, Sa. & So.11–18Uhr

www.MAK.at/geymuellerschloessel 114

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James Turell, Skyspace The Other Horizon

© Gerald Zugmann/MAK

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Fotos: The European Heritage Project

Die Projekte, Teil 5

Der schmuckvolle Ausleger an der Fassade bezieht sich auf die historische Funktion des Gebäudes als Berggericht.

KITZBÜHELER STADTENSEMBLE AM KATHARINENPLATZ NEUER GLANZ UND GASTRONOMISCHE HIGHLIGHTS IM HERZEN DER GAMSSTADT Das European Heritage Project ist eine innenfinanzierte Initiative des Unternehmers Prof. Dr. Peter Löw, der sich zur Aufgabe gesetzt hat, wichtige europäische Baudenkmäler vor dem Verfall zu retten und nach Instandsetzung der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen. Bisher konnte die Initiative bereits über zwanzig solcher gefährdeter Baudenkmäler erwerben und Rettungsmaßnahmen einleiten.

Die Fassade des Alten Berggerichts nach Abschluss der Sanierungsarbeiten. Die Windläden, das Holzschindeldach und die Rekonstruktion des einst das Gebäude schmückenden Trompe-l’œils orientieren sich am historischen Originalzustand von 1620. 116

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Die SCHLOSSSEITEN möchten diese einzigartige Initiative unterstützen. Bisher haben wir bereits über die Projekte Palais Sonnenhof in Starnberg (1/2020), Schloss Hofhegnenberg im Wittelsbacher Land (2/2020), Schloss Frankenberg im Steigerwald (1/2021) und die Palazzi Tron a San Beneto und Belloni Battagia am Canal Grande in Venedig (02/2022) berichtet. Wer sich über The European Heritage Project informieren möchte, wird fündig unter: www.europeanheritageproject.com

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Inmitten der pittoresken Altstadt erwarb das European Heritage Project im Jahr 2012 das geschichts­ trächtige Alte Berggericht. In dem damals stark heruntergekommenen Gebäude in der Hinterstadt war einstmals seit dem Ende des 16. Jahrhunderts über drei Jahrhunderte hinweg über alle Streitigkeiten im Zusammenhang mit dem Silberbergbau Recht gesprochen worden. 2013 konnte das gegenüberliegende Lacknerhaus erworben werden. Die beiden inzwischen sanierten Anwesen bilden zusammen mit der gotischen

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Foto: The European Heritage Project

Foto: The European Heritage Project

Im Juni 2021 eröffnete das Fine Dining Restaurant „Berggericht“ im ersten Obergeschoss des Gebäudes in der Hinterstadt.

Der sich über zwei Stockwerke erstreckende Breiterker an der Fassade des Alten Berggerichts wird heute wieder durch Renaissance-Fresken und filigrane Elemente geschmückt.

Foto: The European Heritage Project

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Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen machten den Erhalt der historischen Bausubstanz im Alten Berggericht möglich.

Foto: © 2020 Martin Raffeiner

Foto: © 2020 Martin Raffeiner

Das historische Ensemble am Katharinenplatz befindet sich im Herzen der Kitzbüheler Altstadt, vis-à-vis dem Casino.

itzbühel – die mondäne Stadtgemeinde in den Tiroler Alpen ist heute vor allem als einer der bedeutendsten alpinen Wintersportorte und Treffpunkt des europäischen Jetsets bekannt. Doch bereits seit dem Mittelalter ist Kitzbühel wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der gesamten Region. Diese Stellung gründete vor allem auf dem Silberbergbau, welcher der Stadt zu Reichtum und Macht verhalf.

Das Lacknerhaus befand sich zum Zeitpunkt des Erwerbs in einem besorgniserregenden Zustand. Durch umfassende Sanierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen konnte das Gebäude wieder instand gesetzt werden.

Katharinenkirche ein historisch bedeutsames Ensemble, das endlich wieder seiner besonderen geschichtlichen Bedeutung für Kitzbühel gerecht wird. Als höchster Profanbau der Stadt errichtet, um institutionelle Macht und wirtschaftlichen Einfluss zu demonstrieren, hatte das imposante Berggericht das historische Antlitz der Stadt seit jeher entscheidend geprägt. In seiner judikativen Funktion übte dieses Repräsentationsgebäude Einfluss auf das ökonomische, kulturelle, gesellschaftliche und politische Klima der Stadt aus. Das Anwesen wurde baulich nicht wie die anderen Häuser des mittelalterlichen Stadtkerns in die Häuserzeilen eingegliedert, sondern stand schon immer als einziges Gebäude frei im Zentrum der Altstadt, um damit auch die Unabhängigkeit der Silbergerichtsbarkeit zu demonstrieren. Nach der Einstellung des Silberbergbaus zog schließlich im Jahr 1935 das Finanzamt in das Gebäude in der

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Foto: © kirchgasser-photography

Foto: © 2020 Martin Raffeiner

Foto: © 2020 Martin Raffeiner

Das gotische Netzgewölbe verleiht der Bar im Restaurant einen ganz besonderen Charme.

Hinterstadt ein. 1963 wurde es umfangreich „moder­ nisiert“, doch durch den Einzug von Leichtbauwänden, den Einbau von Kunststofffenstern und weitere wenig rücksichtsvolle Maßnahmen ging ein Großteil der historischen Bausubstanz verloren. Dann verließ das Finanzamt das Gebäude und es stand mehr als ein Jahrzehnt lang leer. Tauben, Ungeziefer und andere ungebetene Gäste bewohnten jetzt das altehrwürdige Gemäuer. Die bröckelnde Fassade sowie die marode Substanz im Inneren machten das einst das Stadtbild prägende Gebäude zum Schandfleck der Altstadt.

Foto: © kirchgasser-photography

Urig und gemütlich – das Séparée des Restaurants

Nach Abschluss der Sanierungs- und Renovierungs­ arbeiten durch das European Heritage Project wird das Berggericht seiner historischen Bedeutung für die Kitzbüheler Altstadt endlich wieder gerecht. Ziel war es, den spätgotischen Ursprungszustand wiederherzu­ stellen. Wichtige historische Details wie die gotischen Gewölbedecken, die Renaissance-Fresken oder die barocken Fenster konnten überwiegend original wiederhergestellt werden. In einem ähnlich besorgniserregenden Zustand befand sich das gegenüberliegende Lacknerhaus, welches das European Heritage Project im Jahr 2013 erwerben konnte. Den Eigentümer hatte der damals bereits sichtbare Fortschritt am Berggericht sowie die enge Zusammenarbeit des European Heritage Project mit dem Bundesdenkmalamt und der Stadtgemeinde Kitzbühel überzeugt, seine Immobilie der Initiative zur Übernahme anzudienen. Der äußere Anblick des Gebäudes deutete eher in Richtung Abbruch, denn eingeschlagene und fehlende Fenster, marode Leitungen, ein einsturzgefährdeter Dachstuhl, Wasser- und Frostschäden sowie heftiger Schädlingsbefall ließen die Sanierungsfähigkeit des Gebäudes mehr als fragwürdig erschei­ nen. Umfangreiche Rettungsmaßnahmen machten den Erhalt der historischen Bausubstanz schließlich doch möglich. Nachdem nunmehr auch die letzten Arbeiten an der Fassade abgeschlossen wurden, konnte das Gebäude wieder geöffnet werden.

Küchenchef Marco Gatterer wurde bereits kurz nach der Restauranteröffnung 2021 unter die Top 50 des Rolling Pin Awards Austria’s Best Chefs gewählt.

Ziel des European Heritage Project ist es, die historischen Objekte nach Abschluss der Arbeiten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Alten Bergge­ richt hat dazu bereits im Juni 2021 das Fine Dining Restaurant „Berggericht“ seine Pforten geöffnet. Unter spätgotischem Tonnengewölbe serviert Küchenchef Marco Gatterer authentische Tiroler Haute Cuisine, die mit modernen Techniken neu interpretiert wird. Das Konzept kommt an – „Kitzbühel hat eine neue Top­adresse“, urteilte Falstaff bereits wenige Wochen nach der Eröffnung. Auch im Lacknerhaus wird es ab Sommer 2022 kulinarisch: Im Erdgeschoss entsteht ein Bistro, das ebenfalls von Küchenchef Marco Gatterer betreut wird. Feinkostprodukte aus eigener Herstellung, darunter Weine aus Franken und Südafrika, toskanisches Oli­ venöl sowie Limoncello vom Gardasee, bringen die Welt des European Heritage Project mitten in die Kitzbüheler Altstadt. I N F O B OX

Die von Prof. DDr. Peter Löw ins Leben gerufene Initiative The European Heritage Project engagiert sich mit unermüdlicher Geduld und hohem wissenschaftlichen und finanziellen Aufwand aktiv für die Bewahrung von kulturhistorisch bedeutenden Monumenten und Denkmälern. Informationen zu allen Objekten unter: www.europeanheritageproject.com

Marco Gatterer serviert im Restaurant „Berggericht“ einen Tiroler Festschmaus in sieben Gängen. 120

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Fotos: Helguera Palacio Boutique & Antique, Hotel Eugenia de Montijo, Toledo (beide bereitgestellt)

REISEFIEBER WO TEMPERAMENTVOLLE GASTFREUNDSCHAFT AUF ARISTOKRATISCHES REISEN TRIFFT. Spaniens historische Gebäude haben dem SCHLOSSSEITEN-Aficionado viel zu bieten. Text: Beatrice Tourou

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Fotos: bereitgestellt von PREIPER Luxe - Authentic Heritage

Helguera Palacio Boutique & Antique

La Casa del Presidente

Cantabria Küstennähe, Norden Spaniens; nächster Flughafen: Santander/Bilbao

Ávila Landesmitte, Nähe Madrid; nächster Flughafen: Madrid

SCHMUCKKASTEN

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nweit der Küstengegend des Golfo de Vizcaya im Norden Spaniens, wo sich die Stimmung und das Licht immer mehr an den französischen Charme der Landesgrenze annähern, ruht ein Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert in einer immergrünen Hügellandschaft mit Blick auf das spanische Hinterland. Interior-Traum. Das authentische Interior Design des prachtvollen Anwesens Helguera Palacio Boutique & Antique wurde vom Interior Designer Malales Martínez Canut entworfen, der das Studio Malmaca y María Mas Interiors führt. Das kleine Boutique-Hotel hat für jedes der 11 Zimmer einen unterschiedlichen Einrichtungsstil gewählt, wie es auch in einem privaten Sommerhaus der Fall wäre. Denn Individualität abseits des Mainstreams wird hier großgeschrieben. Hervorzuheben ist nicht nur die respektable Sammlung spanischer Antiquitäten und Kunstgegenstände, sondern auch der Umstand, dass diese allesamt erwerbbar sind. Auf diese Weise will man die Ge­ schichte des Hauses erlebbar machen. Ursprünglich ein Insidertipp für großbürgerliche spanische Reisende, legt das familiengeführte Hotel größten Wert auf angenehmes Personal und regionale Zutaten, die der Küchenchef José Antonio Llorente des renommierten Restaurants Trastámara auf Sterne-Niveau zubereitet. Eingebettet in die Hügel hinter dem 21 km entfernten Hafen von Santander darf man sich über absolute Abgeschiedenheit und ein anspruchsvolles Spa mit Infinity-Pool und Fitnesscenter freuen. Die Unterkunft liegt 22 km von Puerto Chico und ebenso weit vom Santander Festival Palace ent­ fernt. Sehens­würdigkeiten wie die Halbinsel La Magdalena und den gleichnamigen Palast La Magdalena erreichen Sie in einer halbstündigen Autofahrt. Wen die Sehnsucht nach Strand und Sonne treibt, der kann nach 20 Minuten Autofahrt den Playa de El Puntal genießen. Adults only!

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DIE FESTUNG

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a Casa del Presidente (das Haus des Präsidenten) ist eine Oase inmitten einer Festung des historischen Dorfes Ávila mit ausgeprägtem mittelalterlichem Charme. Ummantelt von einer starken Burgmauer, nippt man im paradiesischen Poolbereich des weitläufigen Gartens an einem kalten Rosé und entflieht der Großstadthektik von Madrid, das circa eine Autostunde entfernt ist. Herrschaftlich. La Casa del Presidente ist mehr als ein Luxushotel – es ist ein Stück Geschichte. Der Palast wurde vom Herzog von Suárez erbaut und war auch die Heimat des ehemaligen Präsidenten Adolfo Suárez González, des Nachfolgers Francisco Francos. Die Mauern sind Zeit­ zeugen vieler politischer Ereignisse, die das Land geprägt haben. Zum Beispiel fanden hier die Verhandlungen zwischen Suárez and Santiago Carrillo statt, um die Diktatur Francos in Richtung Demokratie zu lenken. Die Ener­gie der feurigen Diskussionen steckt hier noch in den Mauern. Sein ehemaliges Büro ist jetzt der Empfang und mehr oder weniger unberührt. Im Bücherregal gibt es ei­nen geheimen Ausgang, den Suárez dafür nutzte, um unbemerkt ein und aus zu gehen. Das kleine Hotel mit nur 10 Zimmern hat sich noch immer das Flair der Sommerresidenz des spanischen Präsi­ denten erhalten. Man fühlt sich hier nicht als Tourist, sondern als Gast. Das Haus wurde im 11. Jahrhundert erbaut und ist nur einen Steinwurf von der Kathedrale in der Ortsmitte entfernt, genauso wie viele Restaurants, Bars und Museen. Man muss das Hotel aber nicht verlassen, wenn man nicht möchte, denn der Küchenchef kocht das Beste auf, was Ávilas Gastronomie zu bieten hat – für den moderaten Menüpreis von 45 Euro inklusive zwei Gläser Wein aus einem eindrucksvollen Weinkeller und eigener Weinerzeugung.

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Fotos: bereitgestellt von PREIPER Luxe - Authentic Heritage

Hotel La Malvasía El Rocío, Andalucía, Küstennähe, Süden Spaniens; nächster Flughafen: Sevilla

PFERDETRAUM

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aturfreunden wird hier das Herz aufgehen. Das Hotel La Malvasía liegt am Rande des verschlafenen Dorfes El Rocío, das am Wochenende ein beliebtes Pilgerziel ist. Am Pfingstwochenende zählt man hier gut und gerne bis zu einer Million Besucher (die Internetrecherche warf mir diese riesige Zahl entgegen, persönlich kann ich es nicht bestätigen). Dem Tumult soll ein Feuerwerk beiwohnen, gefeiert wird typisch spanisch mit Flamenco bis Mitternacht. Abgeschiedenheit. Das historische Dorf scheint förmlich unberührt, fehlen doch befestigte Straßen; der Verkehr wird durch Kutschen oder Pferde ersetzt. Man hat auch beim Interior Design des Hotels versucht, so authentisch wie möglich zu bleiben, ohne es allerdings an modernem Luxus und Komfort fehlen zu lassen. Das Hotel La Malvasía besteht aus zwei benachbarten Häusern, von denen eines erst kürzlich im typischen Hacienda-Stil des Dorfes renoviert wurde. Bars und Restaurants wie das berühmte Restaurant Toruño, das lokale Spezialitäten serviert, sind nur fünf Gehminuten vom Hotel entfernt am See Charco de la Boca zu finden. Wissenswert ist auch, dass das Dorf Gatekeeper zum Nationalpark Doñana ist und somit nur eine 10-minütige Fahrt vom La Malvasía entfernt liegt. Besucher können geführte Touren mit einem Geländewagen unternehmen oder ausgewiesenen Wanderwegen folgen und vom Flamingo bis zum Luchs zahlreiche Tiere in freier Wildnis beobachten. Der nächste Sandstrand ist Matalascañas, nur 19 km vom Hotel entfernt, die nächste Stadt, Huelva, erreicht man dann erst in 65 km aus der Abgeschiedenheit des Dorfes. Den gleichen Anreiseweg hat man übrigens auch zum nächsten Flughafen. Eine Reise in die Vergangenheit, in die Abgeschiedenheit eines echten spanischen Dorfes ist das Abenteuer allemal wert.

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Palacio de Villapanés Sevilla, Süden Spaniens; nächster Flughafen: Sevilla

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evilla ist eine Stadt, die es wie nur wenige versteht, zeitgenössisches Design mit Geschichte zu verbinden. Das Hotel Palacio de Villapanés ist das beste Beispiel, dass sich die Reise allein schon wegen des Interior Designs des Hauses lohnt. Zeitgenössisch. Der Palast wurde ursprünglich im 18. Jahrhundert vom Ersten Marqués de Torre Blanca de Aljarafe erbaut und behutsam, aber modern renoviert. Das Dekor vereint nordafrikanische Einflüsse – man darf nicht vergessen, dass Spanien wie kein anderes Land kolonisierte und damit über ein sehr weites Designspektrum verfügt – mit sevillanischen und zeitgenössischen Elementen. Man schwelgt in opulentem Marmor, Türen aus handgeschnitztem Mahagoni öffnen die Sicht zu einem historischen Stiegenhaus mit geschwungenem Schmiedeeisengeländer, wie man es nur aus Geschichtsbüchern kennt. Bis 2007 lebten noch direkte Nachfahren des Marqués de Villapanés in dem historischen Gebäude, ehe man sich ent­schied, das Haus an die Alma Hotelkette zu verkaufen. Man hat gut daran getan, denn die Bauherren haben mit größtem Respekt die Geschichte des Hau­ ses erhalten. Wappen und teils originale Fliesen zieren das Gebäude. Über 50 Zimmer sorgen für ein lebendiges Hotelleben. Man erlebt Andalusien von seiner luxuriösesten Seite. Der Dachpool mit Dachterrasse lässt die Stadt von der Vogelperspektive aus erfahren, während das Terrassencafé im Innenhof zu Tapas und Aperitif einlädt. Dazu gilt es, die fußläufig erreichba­ ren benachbarten Cafés und Restaurants zu erkunden. Man muss das Haus aber nicht verlassen, denn das ausgezeichnete Spa wie auch die gefeierte Küche machen den Abschied schwer.

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Palacio de Luces Asturias Küstennähe, Norden Spaniens; nächster Flughafen: Asturias Airport in Oviedo Relais & Châteaux Hotel

STRANDPERLE

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REISEBEGLEITER

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ie Geschichte dieses Anwesens reicht zurück bis in die Zeit vor der Entdeckung der Neuen Welt durch Christoph Columbus, der im Jahre 1451 in Genua geboren wurde.

er einen besonders gediegenen Weg sucht, um Spaniens Küsten und Landwege zu erkunden, sollte den motorisierten Nationalstolz Hurtan Test fahren. Mit den Leihwägen wähnt man sich auf Zeitreise in verzauberten mittelalterlichen Dörfern oder zwischen Weinbergen in Jerez, wo man ein schönes Glas Sherry zum Ausklang kosten darf. Eine authentische Form der Fortbewegung für einen gelungenen Spanien-Trip, denn die Firma werkt bereits seit einigen Jahrzehnten an der Retro-Anmutung von individuellen Autos.

Das Hotel zählt zu den Best Kept Secrets in Asturien und umfasst mit seinen 13.000 m² großen Grünflächen einen hauseigenen Minigolfplatz. Keine zwei Kilometer vom Stranddorf Lastres entfernt, zählt dieses zu den pittores­kesten Dörfern Spaniens, das ähnlich wie Positano architektonisch eine Steilküste erklimmt. Umringt von Kirsch- und Pinienbäumen kehrt dort die spanische Lässigkeit ein: Die Siesta darf man am Pool oder unter dem Sonnenschirm am Kantabrischen Meer verbringen. Das Relais & Châteaux Hotel umfasst 44 Zimmer, ein Restaurant mit lokaler Küche in ausgezeichnetem Format, eine alte Kapelle, Indoor- wie Outdoor-Pool und ein märchenhaftes Panorama, das man im klimatisierten Restaurant genießen darf, wenn die spanischen Nächte auf der hauseigenen Terrasse doch zu hitzig sein sollten. Das hoteleigene Restaurante Balcón del Sueve serviert unter seinem Küchenchef Nacho García Canellada Ravioli in einer Glace-Sauce, für die ganz Spanien anreisen soll. Hummer-Reis, fangfrischen Fisch aus der anliegenden Bucht sowie Fabada Asturiana gibt es innerhalb eines Tasting-Menüs schon um moderate 80 Euro.

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Bilder: bereitgestellt von PREIPER Luxe - Authentic Heritage

Der Palacio de Luces gehörte zu jener Zeit der Familie Victorero, einem alten Adelsgeschlecht, das sich im 16. Jahrhundert nach viel Kriegstreiberei für das friedliche Leben als Fischer am nahe gelegenen Playa de La Griega entschie­d und sich hier häuslich niederließ. Ein Teil der Familie übersiedelte nach der Entdeckung Ame­ rikas nach Mexiko, um dort ihr Glück zu versuchen.

Vintage Charme. Juan Hurtado González stellte 1969 einen Prototyp her. Knapp 30 Jahre später gründete er das Unternehmen in Maracena und begann mit der Produktion von Automobilen. 2008 übersiedelte das Unternehmen nach Santa Fe, 10 Kilometer westlich von Granada. Hergestellt werden Fahrzeuge, die optisch an Automobile der 1930er- und 1950er-Jahre erinnern. Karosserie, Arma­ turenbrett und Verblendungen werden von den sieben Mit­­arbeitern der Firma in Handarbeit gefertigt. Zwei bis drei Fahrzeuge verlassen pro Monat das Werk. Modellübergreifend entstanden so rund 800 Fahrzeuge. 1997 wurde das zweisitzige Modell, der auf dem Renault R4 basierende Roadster T2, vorgestellt, im Jahr 2000 folgte das viersit­ zige Modell T2+2. 463 Stück wurden insgesamt gebaut. Zum 25-jährigen Bestehen des Unternehmens wurde das sechste Modell mit dem Titel „Author“ vorgestellt. Der Preisrahmen liegt zwischen 35.000 und 45.000 Euro. Im Jahr 2019 wurden die ersten neuen Vintage-Modelle auf Basis von „Jeep Wrangler Sahara“-Fahrzeugen gebaut. Buchbar unter veryvipcars.com (nur auf Spanisch) oder (auf Englisch) unter www.preiperluxe.com.

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INTERVIEW

STILGETREU

nes Pferdes, ein herrliches Weingebiet kennenlernen oder sich gediegen dem Jagdsport widmen.

Rafael Pérez Navazo Hotel Verbund Preiperluxe www.preiperluxe.com

SPANIENS TOURISMUS EINMAL ANDERS Was genau macht Ihr Unternehmen? The Authentic Heritage Collection von Preiperluxe ist der Zusammenschluss einzigartiger Hotels in Spanien mit geschichtsträchtigem Hintergrund und ausgezeichnetem Standard. Hier findet man handverlesene Hotels abseits des Massentourismus. Spanien ist ein einzigartiges Land, welches die europäische mit der amerikanischen Geschichte stark verknüpft – diese reicht sehr lange zurück. Überwiegend arbeiten wir mit Familienunternehmen, in deren Besitz es ein historisches Anwesen gab, aus dem man zu dessen Erhalt ein Hotel geschaffen hat. In der Gemeinschaft ist man allerdings stärker, also vermarkten sich die Hotels über unsere Plattform The Authentic Heritage Collection, ähnlich wie die Schlösser beim Schlossseiten-Verbund. Wir planen auch Incentive-Events für Firmenkunden, Hochzeiten oder spezielle Events von Reisenden aus dem Ausland. Wir holen also die Welt nach Spanien und betten sie in die geschichtsträchtigsten Häuser des Landes. Wie hat sich der spanische Tourismus durch Corona verändert? Die letzte Zeit war ja für die ganze Welt dramatisch, für Spanien besonders aufgrund der strikten Pandemiemaßnahmen und Lockdowns. Speziell für kleinere Familienunternehmen war es eine sehr herausfordernde Zeit. Positiv war aber, dass die Einheimischen mehr im Land verreist sind, um die lokale Tourismus­ industrie zu unterstützen. Das half natürlich auch innerhalb Spaniens, „Hidden Secrets“ wie unsere Hotels mehr ins Scheinwerferlicht zu rücken. Mehr Menschen erkennen, dass Spanien auch abseits von Strand und Sommerurlaub viel zu bieten hat. Man kann zum Beispiel einen sehr anspruchsvollen Kultururlaub machen oder eine luxuriöse Woche auf dem Rücken ei-

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Was ist Ihr persönlicher Favorit? Das ist schwer zu sagen, weil wir alle Estates lieben. Sie vereinen ja die Tradition, die gleichen Werte und der gleiche Pedigree. Man muss allerdings wissen, dass Spanien topografisch gesehen ein großes Land mit mehreren Klimazonen ist. Diese Vielfältigkeit schlägt sich natürlich auch auf die Art des Urlaubs nieder. Im Süden hat man 250 Tage Sonne, in Norden 220 Tage Regen. Leichten Regen zwar, aber Regen. Das verändert nicht nur die Fauna und Flora, sondern auch die Menschen und ihre Angewohnheiten, den Stil und die Bauweisen. Diese Vielfalt möchten wir natürlich gerne vorstellen. Vor allem Destinationen, die noch nicht dem ausgeprägten Tourismus so verfallen sind, wie Jerez und dessen berühmte Weinberge, oder unberührte Orte wie El Rocío, wo man in bewusster Ermangelung befestigter Straßen überwiegend zu Pferd unterwegs ist. El Rocío ist übrigens auch das Tor zu dem berühmten Doñana Nationalpark, wo man eine unbeschreibliche Artenvielfalt von Flamingos bis zum Luchs findet. Welches sind eigentlich die besten Restaurants in den Authentic Heritage Hotels? Gastronomie ist ein wichtiger Aspekt für unsere Hotels. Das Tella (Palacio de Luces) oder das Trastámara (Palacio Helguera) sind Restaurants in Norden Spaniens und stehen eher für sophistizierte Küche, das T22 (Casa Palacio María Luisa) oder das La Boca (La Malvasía Hotel) im Süden eher für eine starke mediterrane Speisekarte. Natürlich muss man auch das Atrio 2* in Cáceres probieren; dort erfährt man mit einem 12bis 14-gängigen Degustationsmenü eine kulinarische Offenbarung. Oder die traditionelle kastilische Küche von Molino de Alcuneza 1* mit einem sehr kreativen Zugang zu regionalen Produkten, wo man Spaniens Küche in 5 bis 7 Gängen neu kennenlernt. Was sind Ihre Geheimtipps unter den Hotels? Wir arbeiten ja mit wahren Schatzkammern der europäischen Geschichte. Wenn Sie einen handgeschriebenen Brief von Christoph Columbus sehen möchten, als er gerade dabei war, einen neuen Kontinent zu entdecken, oder wenn Sie im gleichen Zimmer wohnen möchten wie der erste Duke of Wellington, als dieser gerade seine Strategie für die Schlacht gegen Napoleon plante, um den spanischen Truppen beim Krieg gegen Frankreich zu helfen, dann sind Sie bei Authentic Heritage Collection genau richtig.

Ledersessel „1919“, von Poltrona Frau, ab € 5.570

Marmorfliesen im Cabochon-Stil, von Devon & Devon, ab € 149

Lithografie „Torero“, von Picasso, gerahmt, über chairish.com , $ 1.035

Wandfarbe „Castle Colours“, von Cooper Colours, 1 Liter ab € 48

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KINDERTRAUM

TIPP Mit dem hoteleigenen Motorboot können Sie die vorgelagerte Insel Ammouliani mit ihren netten Buchten ansteuern, dort ankern und baden gehen sowie in einer hoteleigenen Taverne am Strand essen.

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Strandurlaub mit Kleinkind und Kids Club werden Sie, verehrte Leserinnen und Leser, in einem revitali­ sierten Luxus-Schlosshotel vergebens suchen. Wer dennoch Tiefe, Stille und Reflexion sucht, wird nur 90 Flugminuten von Wien entfernt im Geburtsland unserer Zivilisation fündig. Das Land, wo modernes und anspruchsvolles Hoteldesign auf zeitgenössische Kulinarik und weitläufige Kinderunterhaltung trifft, ohne dass man sich in einem Kindergarten wähnt. Sandstrände, die fein genug für zarte Kinderfüßchen und flach genug für ungeübte Schwimmer sind. Das Klima, das auch in Sommernächten noch das Fenster öffnen lässt. Es ist erprobt und bestätigt, dass der erholsamste aller Sommerurlaube mit Kleinkind und Wettergarantie nur einen Augenblick entfernt ist. Die Rede ist vom gelobten Urlaubsland Griechenland. Eagles Resort in Chalkidiki. Eltern, Großeltern, Kinder und Teenager werden sich alle gleichermaßen über den Hotelaufenthalt freuen. Der umfassende Kids Club treibt nicht nur jungen Müttern die Freudentränen in die Augen – geschultes Personal beaufsichtigt hier Kinder von 4 Monaten (!) bis 10 Jahren –, sondern auch den Kindern selbst, da der Aquapark für wirklich jedes Alter gerechte Wasserspielmöglichkei­ ten bietet. Der 5-Sterne-Charakter ist nicht nur im Design des Hauses, sondern auch im Service ersichtlich. So erhalten Kinder selbstverständlich frische Bio-Gerichte (jenseits von Pommes und Schnitzel)

Bild oben: Eagles Resort Chalkidiki, Gewinner des Trip­ advisor Travellers’ Choice Award, setzt auf erwachsene Atmosphäre, allerdings mit Kinderlachen. Bilder links: Eagles Palace, eine weitläufige, aber diskrete Anlage für Ruhesuchende, mit Blick auf das weite Meer.

ELTERNTRAUM Das mehrfach ausgezeichnete Hotel ist auch Mitglied der Small Luxury Hotels of the World. Das Eagles Palace Chalkidiki Resort liegt an der Grenze zur Mönchsrepublik Athos. Ab hier setzt das Resort auf Erholung pur und nimmt dem Reisenden alles ab, was der absoluten Entspannung im Wege steht. Nicht nur die abgeschiedene Lage, sondern auch der umfassende Service hilft.

mit Rücksicht auf persönliche Präferenzen. Denn auf Wunsch wird im Kids Club gegessen, während die Eltern einen Erwachsenen-Lunch am Strand genießen dürfen. Teenager finden im Teen Club Anschluss, wo auf die Bedürfnisse der Heranwachsenden Rücksicht genommen wird. Sie sind unter sich. Während sich das Kleinkind im Nap Room einen Mittagsschlaf unter Aufsicht genehmigt, dürfen sich die Eltern abseits von Strand- und Spa-Freuden auch kulturell etwas zumuten: zum Beispiel einen Ausflug zum Geburts­ort von Aristoteles. Wem das zu viel Philosophie ist, der bucht einen kurzen Boottrip. Es bleibt entspannt luxuriös. Eagles Villas. Unter dem Schirm Eagles Resort findet man zum einen Hotelzimmer und zum anderen großzügige Villen für jene, die auch gleich die Großeltern mit einladen möchten. Jede Villa verfügt über einen eigenen Garten und Pool, kann allerdings den Service des Kids Clubs und Babysitterdienste aus dem Resort in Anspruch nehmen. Während sich die Kinder mit anderen Gleichaltrigen amüsieren, darf man sich dem vielfach ausgezeichneten Spa anvertrauen und der Ruhe des Ortes hingeben; denn fernab sämtlicher Touristenströme wird man hier eher Ruhesuchende finden als spektakuläres Nachtleben. Die gediegene Ausstattung und die Speisekarten lassen hier keine Restaurantausflüge vermissen. Will man dem Resort (das sich aufgrund seiner Weitläufigkeit nicht als ein solches anfühlt) entfliehen, bucht man ein Motorboot samt Picknick auf der nächstgelegenen Insel. www.eaglespalace.gr

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Foto: © GERSTNER

Events als verlässlicher Partner in der Branche bewährt. Ob bei der Romy-Gala, dem Life Ball, beim alljährlichen Wiener Opernball, bei Staatsbanketten oder bei privaten Feiern in kleinerem Rahmen – Gerstner setzt immer auf ein Fest für alle Sinne. Leidenschaft, Flexibilität, Verlässlichkeit und langjährige Erfahrung runden die maßgeschneiderten Gesamtkonzepte jedes Events ab. Gemäß dem Motto „Traditionelle Werte treffen auf moderne Umsetzung“ wird hier auf Zeitgeist und Innovation gesetzt. Qualität, Verlässlichkeit und Herzlichkeit sind die Eckpfeiler der Unternehmenskultur. Es ist gelungen, die traditionellen Werte nicht nur zu bewahren, sondern zudem auch kreativ ins 21. Jahrhundert zu transportieren.

Der Blaue Salon im Café-Restaurant Gerstner im Palais Todesco

GERSTNER 175 JAHRE KULINARISCHE VERFÜHRUNG AUS WIEN Ob 1873 bei der Wiener Weltausstellung oder 1911 beim Hochzeitsessen von Erzherzog Karl mit Prinzessin Zita von Bourbon-Parma, ob 1955 beim Galadiner im Schloss Schönbrunn anlässlich der Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrages oder 1961 beim Gipfeltreffen von John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow – Gerstner, das älteste Cateringunternehmen Österreichs, war als kulinarischer Partner immer dabei. Vornehmste Standorte des traditionsreichen Unternehmens sind der Gerstner K. u. K. Hofzuckerbäcker im historischen Palais Todesco, die Wiener Staatsoper und der Wiener Musikverein. 2022 feiert die Firma ihr 175-Jahre-Jubiläum. „SÜSSE“ GESCHICHTE Am 24. April 1847 eröffnen Anton und Barbara Gerstner eine kleine Zuckerbäckerei am Stock-imEisen-Platz in der Wiener Innenstadt. Ihre Produkte, Mehlspeisen und naturgetreue Nachbildungen von Obst und Blumen aus Zuckerguss und Tragant, finden so großen Anklang, dass sie u. a. bei der Pariser Welt­ausstellung 1867 eine Medaille für Patisserie erhalten und im Jahr 1869 die Gastronomie des damaligen Wiener k. u. k. Hofoperntheaters (die heutige Staatsoper) übernehmen – eine Partnerschaft, die bis

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heute währt. 1873 erfolgt ein erster „Catering-Auftrag“ für die Weltausstellung im Wiener Prater, im gleichen Jahr ernennt Kaiser Franz Joseph I. Anton Gerstner zum „k. u. k. Hoflieferanten“. Mag sein, dass dabei auch die Vorliebe der Kaiserin Elisabeth für Gerstners kandierte Veilchenblüten eine Rolle gespielt hat, welche die Firma Gerstner bis heute produziert. GENUSS IN VOLLENDUNG Neben dem Standbein der Gerstner K. u. K. Hofzuckerbäckerei und Manufaktur hat sich Gerstner Catering &

HEUTE WIE EINST IMPERIAL SPEISEN UND FEIERN IM PALAIS Genuss auf drei Etagen erwartet Feinschmecker beim Gerstner K. u. K. Hofzuckerbäcker in der Kärntner Straße 51 im ehrwürdigen Palais Todes­ co. Eindrucksvoll wurde eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart geschlagen: Das ehemalige Gerstner-Haus, das sich in der Kärntner Straße 6 befand, wurde mit einem frischen Konzept neu interpretiert und erfreut sich als beliebter Treffpunkt in- und ausländischer Gäste. Erbaut wurde das Palais Todesco von 1861 bis 1864 von dem Architekten Ludwig von Förster. Die Innenausstattung überantwortete Förster seinem Schwiegersohn, dem Dänen Theophil von Hansen, der auch das Parlament in Wien, den Wiener Musikverein und viele Ringstraßen-Prachtbauten entwarf. Die wunderbaren Deckengemälde stammen von Carl Rahl. Auftraggeber war Eduard Freiherr von Todesco, Unternehmer und Philanthrop, einer der vermögendsten und bekanntesten Persönlichkeiten der Habsburgermonarchie. Er leitete mit seinem Bruder Moritz das Großhandelshaus Hermann Todesco’s Söhne sowie eine angeschlossene

„Allem kann ich widerstehen, nur der Versuchung nicht.“ Oscar Wilde, Schriftsteller (1854–1900) Privatbank und war Eigentümer der Textilfabrik Marienthal. 1861 wurde er von Kaiser Franz Joseph in den Ritterstand erhoben und 1869 zum Freiherrn ernannt. In den berühmten Salons seiner Ehefrau Sophie servierte man vermutlich schon damals den Gästen Gerstner-Köstlichkeiten. In der Beletage des Palais traf sich die Wiener Gesellschaft unter anderem bei den „Tableaux vivants“, privaten Theateraufführungen, in welchen berühmte Gemälde und Opern szenisch dargestellt und durch Texte von Literaten untermalt wurden. Johannes Brahms, Anton Rubinstein und Franz Liszt gaben hier Konzerte, Franz Grillparzer, Hugo von Hofmannsthal, Eduard von Bauernfeld und Ferdinand von Saar hielten Lesungen. Der Komponist Johann Strauss lernte im Palais Todesco seine Frau und spätere Managerin kennen, die in erster Ehe mit Moritz Todesco verheiratet war. Bis 1935 war das Palais im Privatbesitz, danach ging es in den Besitz der Österreichischen Bundesländerversicherung (seit 1999 UNIQA) über. Naschkatzen werden heute im Erdgeschoss im Shop fündig, wo feinste Köstlichkeiten aus der Gerstner Patisserie und Confiserie wie Torten, Cupcakes, Petits Fours, Trüffel, Konfekt, Pralinen oder Tafelschokoladen zum Kauf angeboten werden. Wo Gerstner draufsteht, ist Handarbeit drin. In Zeiten der Pandemie hat sich der Onlineshop auch international bewährt. Die Bar im ersten Stock mit elegantem Wohnzimmerambiente erlaubt einen wunderbaren Blick auf die Staatsoper.

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Foto: © GERSTNER

Foto: © Bill Lorenz

Im Café-Restaurant in der Beletage im zweiten Stock erwarten Sie wahrhaft imperiale Räume mit vergoldeten Holzvertäfelungen, elegantem Stuck, historischen Deckengemälden und wertvollen Gemälden. Beliebter Treffpunkt ist die elegante Bar im Salon Paris nicht nur bei den Opernbesuchern vor der Vorstellung, sondern auch bei Kunstliebhabern. Das imposante Deckengemälde wurde von Carl Rahl konzipiert und von Christian Griepenkerl ausgeführt. Es zeigt die berühmte Szene vom „Urteil des Paris“. Die Geschichte des Palais auch interaktiv zu erleben, ermöglicht eine spannende Installation, bei der man mittels QR-Codes, die in allen Salons aufgestellt sind, Informationen erhält, wie man früher in den jeweiligen Räumlichkeiten lebte. Neben spannenden Fakten erfährt man unter anderem, wo sich das frühere Schlafzimmer Eduard Todescos befand, dass der Architekt und Bildhauer Lorenz Gedon seine Finger im Spiel hatte, oder man begibt sich auf die Suche nach den Initialen des ehemaligen Inhabers, die sich in den Salons elegant verstecken (mehr Information finden Sie unter salonsprives.gerstner.at).

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Untertags wird neben den hervorragenden Strudeln und berühmten Torten, darunter die Gerstner-Torte mit feiner Schoko-Sandmasse und Pariser Creme oder die beliebte Klimt-Torte mit Walnussbiskuit, Schokolade-Obers-Creme, Marzipan und Goldflocken, feine Wiener Küche angeboten.

Foto: © Carletto

Hier genießt man Süßes zu Kaffee oder Pikantes zu einem Glas Schlumberger Sekt.

Foto: © Peter Baier

Gedeckte Tafel im Festsaal in den Gerstner Salons Privés im Palais Todesco

Aus Anlass des Firmenjubiläums kreierten die Gerstner-Zuckerbäcker gemäß dem Motto „Große Tradition – neu interpretiert“ eine neue Schokoladevariation. Nach den berühmten Punschkrapferl-, Mozartkugelund Sachertorten-Schokoladen folgt nun die Germknödel-Schokolade – feinstes Mohnbiskuit trifft auf Powidl in einer Hülle aus weißer Schokolade. Diese ist beim Gerstner K. u. K. Hofzuckerbäcker sowie online unter www.gerstner-konditorei.at erhältlich. Beim Gerstner Mittagstisch im wohl schönsten „Ess­ zimmer“ Wiens treffen smarte Manager/-innen und Innenstadt-Shopper aufeinander. Ebenso beliebt ist der Gerstner Brunch am Sonntag. Eine Tischreservierung ist ratsam, zumal sonntags eine Kooperation mit der Wiener Hofmusikkapelle besteht. Bei dem Programm „Wiener Genuss-Duett“ wird der Besuch eines Gottesdienstes in der Wiener Hofburgkapelle mit her-

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Fotos: © Bill Lorenz

Der Gerstner Shop im Erdgeschoss des Palais Todesco

Gerstners „Süße Vitrine“

Die exquisiten Gerstner Salons Privés können für Feiern aller Art einzeln angemietet werden, aber auch das gesamte Stockwerk ist möglich, und zwar sowohl untertags als auch am Abend. Ein besonderes Highlight: Bei Gerstner kann standesamtlich geheiratet und anschließend in den prunkvollen Sälen ausgiebig gefeiert werden. So ist es zu verstehen, dass mein Besuch in Wiens Innenstadt meist mit einem Besuch beim Gerstner verbunden ist, denn ich halte es mit Oscar Wilde: „Versuchungen sollte man nachgeben. Wer weiß, ob sie wiederkommen.“ Text: Eva von Schilgen

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Gerstner K. u. K. Hofzuckerbäcker Kärntner Straße 51 1010 Wien www.gerstner.at | info@gerstner.at | +43 1 31665-0 Folgen Sie uns: @gerstner.culinary

Abb.: Trachten der Kronländer des Habsburgerreiches, Tschechien, ca. 1890 Region Kyjov mit einem Kopfschmuck von Susanne Bisovsky. Foto: Wolfgang Pohn

vorragenden musikalischen Darbietungen angeboten, anschließend geht es zum Genusserlebnis mit kulinarischen Gaumenfreuden ins Café-Restaurant im Palais Todesco.

Gerstner Standorte: Gerstner K. u. K. Hofzuckerbäcker in der Kärntner Straße 51 Gerstner K. u. K. Hofzuckerbäcker im Auhof-Center Gerstner in der Wiener Staatsoper Café im Opernfoyer Gerstner im Wiener Musikverein Gerstner Catering & Events Gerstner Exhibition & Congress Center, Messe Wien

11.06. – 31.10.22

www.ooekultur.at

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Foto: © Luigi Caputo

Foto: © Traumwerk /iconic-turn

TRÄUMEN.PLANEN.FEIERN. ZUM FEIERN, ZUM TAGEN, ZUM PRÄSENTIEREN – DAS TRAUMWERK BIETET ALL DAS UND NOCH VIEL MEHR ALS EINZIGARTIGE EVENT-LOCATION.

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as Hans-Peter Porsche Traumwerk ist eine nostalgische Zauberwelt in zeitgemäßem Design. Moderne Architektur beherbergt schnelle Autos und einzigartige Spielzeuge. Eine Kombination, die zahlreiche Menschen vielfach begeistert: Tagesgäste ebenso wie geladene Teilnehmer von Events und Sonderveranstaltungen. Ob geschäftlich oder privat – für jede Veranstaltung bietet das Traumwerk den perfekten Rahmen. Und was Qualität und Service angeht, gibt es nur einen Maßstab: Top-Performance durch professionelles, internes Eventmanagement. Denn der Name „Porsche“ steht auch hier einmal mehr für Leistung und höchsten Anspruch. DAS AREAL: 35.000 QUADRATMETER. Die Möglichkeiten – schier unbegrenzt. Drei Räume, die einzeln oder kombiniert für Veranstaltungen genutzt werden können. Eine Parkanlage. Ein Restaurant mit Außenterrasse. Dazu zwei faszinierende Ausstellungsbereiche. Alles technisch auf höchstem Niveau. Nicht zu vergessen: die 150 Gratisparkplätze direkt vor dem Haus.

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Die gesamte Architektur des Traumwerks kann in ein Event eingebunden werden. Der Aperitif mitten in der Ausstellung zwischen historischem Blechspielzeug oder auf der Terrasse mit Blick auf das beeindruckende Bergpanorama, eine Führung durch die Modelleisenbahnwelt, anschließend ein Galadinner im Wechselwerk, bevor der DJ im Foyer die Party startet. Unzählige Möglichkeiten für ein unvergessliches Event. DAS WECHSELWERK HÄLT, WAS ES VERSPRICHT. In einem Raum, der Ihren Gästen immer wieder neue Perspektiven eröffnet. Nützen Sie die Vielseitigkeit des Wechselwerks und die Größe von 465 m². Für 50 bis zu 500 Gäste. Für einen stimmungsvollen Cocktailempfang, für eine äußerst effektvolle Präsentation oder für einen stilvollen Galaabend. Seine ungewöhnliche Geometrie und exklusive Ausstattung, flankiert von modernster Video-, Licht- und Tontechnik, schaffen eine Stimmung, der sich hier niemand entziehen kann. In Verbindung mit dem Foyer erweitern Sie außerdem den Spielraum Ihrer Möglichkeiten.

FÜR SEMINARE MIT SPEED. Im Vergleich zu seinem automobilen Namensvetter bietet der Seminarraum 911 deutlich mehr Platz. Je nach Bestuhlung für bis zu 36 Personen. Viel Tageslicht und die großzügige Architektur ermöglichen Konzentration und Kreativität. Die Seminarpauschale gibt es mit oder ohne Businesslunch. Zum „Boxenstopp“ geht es direkt ins Restaurant. Für Abwechslung im Kopf bietet sich ein Besuch der Eisenbahnwelt und der Spielzeugausstellung oder ein Spaziergang im Garten an. Danach sind bestimmt alle Akkus wieder aufgeladen. EIN RESTAURANT FÜR VIELE MÖGLICHKEITEN. Das Traumwerk-Restaurant ist ein kulinarisches Highlight. In stylischer Gemütlichkeit feiern kleinere Gruppen oder größere Gesellschaften Hochzeit, Taufe, Geburtstag, Business-Lunch, Weihnachten oder was immer Ihnen einfällt – bei schönem Wetter gerne auch draußen auf der Panoramaterrasse.

HAUSEIGENES CATERING. Das Traumwerk-Team setzt individuelle Vorstellungen von einem perfekten Event-Catering in die Tat um. Ob Flying Buffet, Kulinarik-Stationen oder Gala-Menü. Und das geht weit über Speisen und Getränke hinaus. Das Event-Team kümmert sich auch um passende und stilgerechte Dekoration und lässt mit seinem aufmerksamen Service und eingespielter Organisation während der Veranstaltung keine Wünsche offen. Lassen Sie sich Ihr individuelles, persönliches und einzigartiges Event planen. I N F O B OX

Informationen unter www.traumwerk.de event@traumwerk.de Hans-Peter Porsche TRAUMWERK Zum Traumwerk 1 D-83454 Anger-Aufham (nahe Salzburg) +49 8656 98950-0

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Fotos: Rebecca Reid

Businesspartnerinnen: Nina Litchfield und Blanca Pérez González

Für die maßgefertigten Küchenschränke wurde ein sanftes Taubenblau gewählt, die Kupfer-Aufhängungen der Pendelleuchten und die roten Beine zweier Barhocker sind ein Farben-Highlight.

DESIGN-PARADIES Zu Besuch bei der Interior Designerin Nina Litchfield

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ina Litchfield ist eine der führenden Interior Designerinnen Londons und wurde 2022 vom Architectural Digest Maga­ zin zu den 100 Topstars aus Design und Architektur ernannt. Aufgewachsen in Brasilien und Deutschland, bringt sie Farbe und Lebendigkeit in jede Umgebung. Sie studierte an der Londoner Inchbald School of Design, bevor sie ihr florierendes Unternehmen mit heute fünf Angestellten gründete. Zu ihren aktuellen Projekten gehören eine atemberaubende Renovierung in Portugal, eine entspannte Wohnung in Chelsea und ein schickes Stadthaus in Notting Hill. Wir von SCHLOSSSEITEN haben Nina in ihrem kreativen Büro in London getroffen und sind begeistert von ihrer mitreißenden Energie und der positiven Ausstrahlung. Mit funkelnden braunen Augen erzählt uns Nina in lässigen Jeans und weißem Hemd von ihrem Alltag als Interior Designerin. „Es ist nicht alles immer so kreativ und glamourös in diesem Job, wie es vielleicht auf den Fotos wirkt“, erzählt sie. „Interior Design bedeutet auch viel harte Büroarbeit. Wir richten private Häuser und Wohnungen ein und möchten unsere Kundinnen und Kunden immer positiv überraschen. Es dauert monatelang, bis ein Zuhause richtig perfekt ist. In meinem Studio sammle ich schon vorher Möbel und Einrichtungsgegenstände, und wenn ich ein neues Projekt be-

sichtige, gehe ich im Kopf durch, welche der Möbel, Stoffe und Designstücke ich wo platziere. Danach zeich­nen wir alles selbst per Hand auf und visualisieren somit unsere Gedanken auf Papier. Es kommt aber auch immer wieder vor, dass mir ein Möbelstück vor Ort nicht gefällt, und dann lasse ich es wieder in mein Studio bringen, bis ich das passende Stück gefunden habe. Geduld ist unsere größte Stärke, denn Einrichtung muss wachsen. Ich arbeite viel mit Architekten, Tapezierern, Malern und Logistik-Unternehmen und bin ständig am Organisieren.“ Zu tun gibt es genug, denn Nina kann sich vor neuen Aufträgen kaum retten. Seit einem Porträt über ihre Arbeit im House & Garden Magazin im letzten Jahr richtete sich die Aufmerksamkeit der Hochglanzmagazine auf Ninas Arbeit als Interior Designerin. Wer einen Auftritt im House & Garden bekommt, hat es ge­schafft. Nina liebt den Stil von House & Garden, denn ein Haus muss persönlich sein, es muss darin gelebt werden. „Erst dann fühlt man sich richtig wohl.“ Sie mag es nicht zu nüchtern, am liebsten ist ihr eine Mischung aus modern und traditionell. „Freunde müssen dein Zuhause an deinem persönlichen Stil erkennen“, findet Nina. Nina zog mit 21 Jahren nach London, um an der Kingston University International Relations zu studieren. Zu

Die Wände in der Küche ziert eine Arts-and-Crafts-Tapete mit Blumen- und Vögelmotiven, die auch das Esszimmer schmückt. 142

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Mittelpunkt des Wohnzimmers ist das geschwungene Sofa von George Smith, Litchfield ließ es mit Schumachers

diesem Zeitpunkt wusste sie noch nicht genau, wohin ihr beruflicher Weg sie führen würde. Sie nahm verschiedene Jobs in der Mode-PR und auch bei Sotheby’s in der Fotografie-Abteilung an und probierte sich aus. Ihre Leidenschaft galt dennoch immer der Architektur, aber beruflich hatte sie sich dort nicht gesehen. Dann kam ihr die Liebe dazwischen: Nina heiratete einen Briten und wurde eine junge Mutter. Erst dann erkannte sie, dass die Modebranche nicht ihre Bestimmung war, und so begann sie das Studium an der Inchbald School of Design, einer der berühmtesten Designschulen in Großbritannien. „Ich habe das Studium schnell durchgezogen, um mich dann vollkommen auf das Arbeiten zu konzentrieren. Im Jahr 2014 habe ich endlich mein eigenes Unternehmen gegründet – mit einer Praktikantin, die auch eine gute Freundin ist, und einem ersten Auftrag. Vier Jahre haben wir nur zu zweit gearbeitet und hatten sehr viel Spaß. 2018 entschied sich meine Partnerin, zurück nach Brasilien zu gehen, und ich war allein.“ „Ich habe mich auf die Einrichtung meines eigenen Hauses im Westen von London konzentriert, das ich zusammen mit meinem Mann 2014 gekauft hatte. Ursprünglich bestand es aus einem Duplex und einer sepa­ raten Wohnung im Souterrain. Da wir sparen mussten, ließen wir zu Beginn die untere Wohnung erst mal leer stehen und zogen in das frisch gestrichene weiße Dup­ lex ein. Erst zwei Jahre später haben wir größere Bauarbeiten beauftragt, um die beiden Teile miteinander zu verbinden. Auf diesem Wege habe ich die hochtalentierte Blanca Pérez González, meine heutige Businesspartnerin und enge Freundin, kennengelernt. Sie arbei­

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tete damals für das Architekturbüro, das den Umbau unseres Hauses durchführte. Ich war sofort fasziniert von ihrem Talent. Sie war ein perfekter Match für mein Business, und wir beschlossen, zusammenzuarbeiten.“ Das Duo ging mit viel Energie und Freude verschiedene Projekte in London an. Mit großer Neugier und Leidenschaft dekorierten die beiden private Wohnungen und kleine Häuser in London mit kreativen Farben, Stoffen, Tapeten und Möbeln. Nina und Blanca gehen mit ihren Klienten und einem Architekten durch die Immobilien und planen jedes Detail: Welche Räume werden Kinderzimmer? Wie wird das Badezimmer eingerichtet? Was technisch geht und was nicht, bestimmt der Architekt. Nina betont, dass sie ihre Arbeit „nur auf Design und nicht auf Architektur“ fokussiert. Mit jedem fertigen Projekt und der Anerkennung vonseiten der Kunden wachsen die Begeisterung und der Tatendrang des dynamischen Teams. In ihrem eigenen Haus im Westen Londons hat Nina ihre Interior-Einflüsse aus Brasilien, verschiedenen Reisen (u. a. nach Indien) und aus ihrer Zeit in Deutschland verewigt. Das Ergebnis ist ein Mix aus CountryHouse-Stil mit brasilianischem Tropicalismo und ein wenig deutschem Bauhaus. Der Eingang in das Haus führt durch einen „magischen Tunnel“, wie Nina es bezeichnet, mit einem leicht verbreiterten Entree mit gewölbter Decke. Dahinter empfängt ein großer Doppelraum, bestehend aus einem gemütlichen Wohnzimmer mit einer anschließenden Bibliothek. Litchfields brasilianische Wurzeln machen sich deutlich bemerkbar, indem sie die Natur in das Innere integriert: Ein riesiges geschwungenes Sofa in Leopardenmuster füllt

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HARDING MEYER moving curtains 05. MAI - 09. JULI 2022

Die Regale der Bibliothek sind in „Hunter Dunn“ von Paint & Paper Library lackiert, das Sofa trägt Samt von Abbott + Boyd. Der Fifties-Schreibtisch stammt aus Skandinavien, ebenso der Philip Arctanders „Clam“-Sessel.Über dem Kaminsims von Arbon Interiors hängt eine Fotografie der deutschen Künstlerin Anna Skladmann.

den Raum, vor dem Fenster steht ein Pachirabaum und über dem Kamin strahlt ein großes Foto einer bunten Paradiesvogelblume. In der dahinterliegenden Bibliothek mit den moosgrünen Wänden, einem apfelgrünen Sofa und den regenwaldgrünen Bücherregalen fühlt man sich wie im Dschungel. Damit das Tageslicht durch die Wohnung strahlen kann, hat Nina einige Stahl-Glas-Wände eingesetzt, die den Lichteinfall optimieren. Die maßgefertigten Küchenmöbel strahlen in einem Taubenblau und die Wände ziert eine Artsand-Crafts-Tapete mit Blumen- und Vögelmotiven, die auch das Esszimmer schmückt. Über dem Esstisch hängt eine Fotografie, die eine romantische Landidylle in Norddeutschland zeigt. Das Badezimmer wurde von der Künstlerin Eugenia Barrios Osborne, die häufig für Projekte von Nina Litchfield Studios mitarbeitet, mit einem zarten Altrosa angestrichen, das einen wie unter einem freien Wolkenhimmel schweben lässt.

Im Schlafzimmer, hat Litchfield oberhalb des Lambris Weiß verwendet, was ihr ein Gefühl der Ruhe gibt, und darunter „Hague Blue“ von Farrow & Ball.

Auch in den beiden Kinderzimmern im Dachgeschoss hat Nina die Natur ins Haus geholt. Ninas Tochter träumt in einem Rattanbett mit einer „Cherry Blossom“-Tapete an den Wänden in knalligem Pink und Weiß von John Stefanidis. Der Raum des jüngeren Sohnes ist in Nicholas Herberts blauem „Toile des La­ pins“ tapeziert, auf dem Hasen an Blättern knabbern. Ein Besuch im Zuhause von Nina Litchfield und ihrer Familie fühlt sich an wie ein Spaziergang durch die tropische Natur.

„OHNE TITEL“, 2022, ÖL AUF LEINWAND, 150 X 190 CM

Text: Cecile von Fürstenberg GALERIE FREY Wien, Gluckgasse 3, 1010 WIEN, Austria +43 1 513 82 83, art@galerie-frey.com, www.galerie-frey.com Öffnungszeiten: Di.-Fr.: 11 bis 18:30 Uhr, Sa.: 11 bis 16 Uhr

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Fotos: © Kunstauktionshaus Schloss Ahlden

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Kunstauktionshaus Im ehemaligen Wasserschloss an der Aller treffen sich internationale Sammler, Liebhaber und der führende Kunsthandel zur Besichtigung und Ersteigerung exquisiter Kunst und Antiquitäten in historischem Ambiente. Unter der Leitung von Daniel Cremene und seiner Frau, der Salzburgerin Magdalena Schmuck-Cremene, avanciert das Auktionshaus zu einem der führenden Kunstversteigerer in Deutschland. Nach Österreich unterhält man ebenfalls beste Verbindungen und ist mehrmals jährlich zu Kundenberatung und Akquise hochwertiger Kunstobjekte und -sammlungen vor Ort.

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Historismus-Prunkpendule und Amphorenvasen mit feiner Limoges-Emailmalerei, Meissen, 2. Hälfte 19. Jahrhundert, Erlös 237.000 € Das Kunstauktionshaus Schloss Ahlden zählt seit über 30 Jahren zu den führenden Häusern in Deutschland und ist Anziehungspunkt für Kunstfreunde, Sammler, Museen und den führenden Kunsthandel aus dem In- und Ausland.

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elche schönere und authentischere Bühne kann man sich für Kunst und Antiquitäten wünschen als ein Schloss? Noch mehr gilt dies für ein Auktionshaus, das sich der Vermittlung ebendieser le­ bens­bereichernden, geschichtsträchtigen Luxusgüter an Sammler, Liebhaber und Museen auf der ganzen Welt verschrieben hat. Der Kunsthistoriker Daniel Cremene und seine Frau, die Salzburgerin Magdalena SchmuckCremene, haben sich vor knapp vier Jahren genau diesen Wunsch erfüllt und übernahmen Leitung und Inhaberschaft des internationalen Kunstauktionshauses Schloss Ahlden. Hier im idyllischen Örtchen Ahlden an der Aller, im nördlichen Zentrum Deutschlands im Herzen der Lünebur­ger Heide zwischen Hannover, Bremen und Hamburg, kommt gewissermaßen zusammen, was zusammengehört. Bereits seit 1975 kommen hier jährlich weit über 10 000 hochwertige Gemälde, Möbel, Porzellane und Skulpturen aus allen erdenklichen Epo­ chen der Kunstgeschichte und aus aller Herren Länder unter den Hammer, dazu Schmuck, Silber, Uhren und alles, was das kunst- und kulturaffine Sammlerpublikum darüber hinaus begehrt. Der Platz für ein Stelldichein mit geschmackvollen Dingen, die das Leben schöner machen, könnte dabei nicht besser gewählt sein. Einst als romantisches Wasserschlösschen zwischen 1579 und 1698 mit Elementen aus dem Barock und reichhalti-

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gen Schnitzereien im Stil der Renaissance an der Aller erbaut, gewann der ehemalige welfische Adelssitz nicht zuletzt als Verbannungsort von Prinzessin Sophie Dorothea von Braunschweig-Lüneburg, der ungekrön­ten nominellen Königin von England, beträchtliche historische Bedeutung. Die Gemahlin des Kurfürsten und späteren ersten welfischen Königs von England, Georg Ludwig von Hannover, wurde 1694 nach einer Liaison mit dem Grafen Philipp Christoph von Königsmarck lebenslang nach Schloss Ahlden verbannt, wo sie 32 Jahre später mit großem Übergewicht und mehr als 60 Gallenstei­ nen verstorben sein soll. Das Schicksal Sophie Do­rotheas wird aus heutiger Sicht sicherlich nicht zu Unrecht gerne als Beleg der patriarchalischen Doppelmoral der damaligen Zeit herangezogen, hielt sich ihr Gatte doch gleichermaßen Mätressen. Tatsächlich genoss sie dank eines üppigen Ausstands nichtsdestotrotz ein luxu­riöses, wenn auch überaus isoliertes Leben auf Schloss Ahlden. Der Geliebte verschwand spurlos und wurde weder jemals wieder lebend gesehen noch fand man seine Leiche. Auch ihre beiden Kinder sollte sie Zeit ihres Lebens nicht mehr zu Gesicht bekommen und schmerzlich vermissen. Ihrer dynastischen Bedeutung tat dies allerdings keinen weiteren Abbruch. Der Sohn bestieg 1727 als Georg II. den englischen Thron, der Enkel, Sohn ihrer Tochter Sophie Dorothea der Jüngeren, sollte als König Friedrich der Große von Preußen in die Annalen eingehen. Sophie Dorothea wurde so gewissermaßen zur

„Urmutter“ Europas. Ihr persönliches Schicksal indes beschäftigte schon die Zeitgenossen der ausgehenden Barockzeit und bewegt noch bis in die Gegenwart. Von Friedrich von Schiller (dessen dramatischer Entwurf leider unvollendet blieb) über Theodor Fontane bis hin zu Arno Schmidt verhalfen ihr über die Jahre zahlreiche bedeutende Schriftsteller und Autoren in über 30 Romanen und in dem 1950 Oscar-nominierten Historienfilm „Königsliebe“ mit Stewart Granger zu weitreichender kultureller Berühmtheit und machten Schloss Ahlden zu einem der literarischsten Orte der Welt. Noch heute pilgern nicht selten Besucherinnen und Besucher, oftmals auch aus Großbritannien, nach Ahlden, um den Ort der damaligen Ge­schehnisse kennenzulernen.

beim Schopfe und zogen, nun als neue Schlossherren und Betreiber ihres eigenen Auktionshauses, erneut auf Schloss Ahlden ein. Mit Verve, kaufmännischem Sachverstand, einem ausgezeichneten Blick für Qualität und einem kompetenten jungen Team aus Kunsthistorikern öffnen sie das renommierte Traditionsunternehmen vermehrt auch für Themen wie zeitgenössische Kunst, Digitalisierung und Internationalisierung, ohne dabei die tradierten Werte und Leistungen wie Kundennähe, Beratung vor Ort sowie die ebenso aufwendig wie umfassend gestalteten Auktionskataloge und Vorbesichtigungen im historischen Ambiente von Schloss Ahlden zu vernachlässigen. Der stetig wachsende Erfolg gibt den beiden Jungunternehmern dabei zweifelsohne recht.

Nach wechselhaften Jahren als Jagdschloss, Kaserne, Gerichtsstelle, Amtsgericht und Gefängnis konnte auf Schloss Ahlden schließlich vor knapp 40 Jahren das gleichnamige Auktionshaus etabliert werden, welches nun unter Daniel Cremene und Magdalena SchmuckCremene zu einem der führenden Kunstversteigerer in Deutschland avanciert. Die Kunsthistorikerin und der Kunsthistoriker hatten sich vor rund 10 Jahren über ihre gemeinsame Arbeit bei einem süddeutschen Auktionshaus kennen- und lieben gelernt. Nach einem ersten kurzen Abstecher in die Assistenz der Geschäftsleitung auf Schloss Ahlden, dem er jedoch auch darüber hinaus als freiberuflicher Kunstversteigerer und Berater die Treue hielt, ließen sich Daniel Cremene und seine Frau als Kunsthändler im Salzbur­ger Land, Magdalenas Heimat, nieder, wo sie in leitender Position im renommierten Bergbau- und Gotikmuseum Leogang tätig war. Als Schloss Ahlden zum Kauf angeboten wurde, ergriffen die beiden kurzentschlossen die Gelegenheit

Das Angebot der dreimal pro Jahr im Mai, September und Dezember stattfindenden, groß angelegten Kunstauktionen zählt nicht zuletzt in den Bereichen Schmuck, Porzellan, Flämische Kunst und Möbel zum Besten, was der internationale Kunstmarkt zu bieten hat, und kann mit etlichen Spitzenergebnissen und Rekordpreisen aufwarten. So konnten etwa im vergan

Brillant-Solitärohrringe, sog. „Twins“, je ca. 5 ct., Erlös 325.000 €

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Pieter Brueghel der Jüngere (1564–1638), „Der dicke Bauer und der Händler“, Öl/Eichenholztafel, Ø 16,5 cm, Erlös 231.000 €

genen Jahr Gemälde von Pieter und Jan Brueghel dem Jüngeren für 231.000 €, 163.000 € und 120.000 € versteigert werden. Eine Historismus-Prunkpendule und drei Amphorenvasen mit feiner Limoges-Emailmalerei brachten es auf ein Ergebnis von 237.000 €, während ein Paar exorbitanter Brillant-Solitärohrringe von jeweils ca. 5 ct., sogenann­te „Twins“, 325.000 € erzielte. Gleichzeitig werden über die eigene Website regelmäßig auch kuratierte Online-Auktionen angeboten, die Handhabung und Möglichkeiten des Telefon- und OnlineBietens weiter vereinfacht und ausgebaut, die Präsenz auf diversen Auktionsplattformen verstärkt sowie unter anderem über eine gänzlich umstrukturierte und neu ausgerichtete Repräsentanz in Berlin neue Akquise- und Absatzmöglichkeiten auch für moderne und zeitgenössische Kunst geschaffen. Dabei kommt den Schlossbesitzern auch ihre bleibende private wie berufliche Verbundenheit mit der alten Heimat zugute, stammen doch nicht wenige Einlieferungen aus Süddeutschland und dem österreichischen Raum, wo man mehrmals jährlich zu Kundenberatungen und Akquise hochwertiger Kunstobjekte und -sammlungen unterwegs ist. Als Käuferschaft spielt – neben dem deutschen und dem auch auf dem europäischen Kunstmarkt zunehmend dominanter auftretenden asiatischen,

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arabischen und amerikanischen – der österreichische Kundenkreis ebenfalls eine nicht unwichtige Rolle. Mit seinem Ambiente und dem authentischen Zugang zu Kunst und Antiquitäten von internationaler Spitzenqualität bietet das Kunstauktionshaus Schloss Ahlden bei gleichzeitig modernstem Bietkomfort und erleichterter Zugänglichkeit Einlieferern wie Käufern eine Kunst­ erfahrung, wie man sie nur selten erlebt. Schloss Ahlden ist von nah wie fern immer einen Blick wert. I N F O B OX

Kunstauktionshaus Schloss Ahlden Große Str. 1, D-29693 Ahlden/Aller Tel.: +49 5164 80100 E-Mail: info@schloss-ahlden.de www.schloss-ahlden.de

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Fotos: © Froots

David Mayer-Heinisch und Dirk van Wassenaer

FROOTS DER ZINSESZINS – DAS ACHTE WELTWUNDER Mit David Mayer-Heinisch und Dirk van Wassenaer wagen sich zwei junge Männer mit einer Mission in den Dschungel der Finanzwelt: Sie wollen „normalen“ Menschen dabei helfen, Vermögen aufzubauen. Die Art des Sparens, mit der alle Generationen bisher ihre Zukunft absichern wollten, funktioniert nicht mehr. Niedrige Zinsen und eine hohe Inflation haben das System auf den Kopf gestellt. Jeder gesparte Euro wird über die Zeit marginalisiert. „Bei Froots zeigen wir unseren Kunden, wie man dank langer Laufzeit mehr aus seinem Geld machen kann“, so David Mayer-Heinisch, „und warum Private Banking, wenn es digital gemanagt wird, nur einen Bruchteil der üblichen Kosten verursacht.“ Investiert wird nach streng nachhaltigen Kriterien. Durch die große Glastür, den Eingang zum FrootsBüro, sieht man schon das Ziel: Dagobert Duck, der voller Lust und überglücklich mit einem Salto in seinen

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mit Geld gefüllten Tresor springt. Einen Stock darüber rauchen die Köpfe. In den loftartigen, hohen Räumen sitzen an langen Tischen neun junge Menschen, deren Skills in diesen Tagen gefragt sind und die Erfahrung aus FinTechs, Beratungsfirmen oder Investmentbanken mitbringen. Andere verstehen etwas von Onlinemarke­ ting und IT. Und alle gemeinsam bauen sie an diesem Start-up. Die beiden Gründer könnten unterschiedlicher nicht sein. Dirk, ein gebürtiger Holländer, stammt aus ei­ner großen Unternehmerfamilie und war bereits als Architekt tätig. David arbeitete nach seinem Wirtschaftsstudium in Wien mehr als fünf Jahre lang für einen

deutschen Investmentfond. Während eines MBA in der Spanischen Hochschule IE in Madrid haben die beiden einander zum ersten Mal getroffen. Die interessanten Vorträge, Seminare und Workshops in den Hörsälen, die nächtelangen Diskussionen und Brainstormings mit der internationalen Crowd waren Inspiration und führten schlussendlich dazu, sich gemeinsam selbstständig zu machen. „Our dream is to help normal people to afford things, that are normally only considered for the lucky few“, bringt es Dirk, der seine Deutschkenntnisse erst noch perfektionieren muss, auf den Punkt. Das SCHLOSSSEITEN-Team hat mit den beiden Unternehmern gesprochen, um die wesentlichen Punkte ihres Start-ups besser zu verstehen. @ Grundsätzliches: Was kann Froots, was „normales“ Spa­ren nicht kann? Wir sind die ersten Vermögensaufbauer, also Vermögensverwalter für all jene, die noch kein Vermögen haben. Bausparen, Sparkonto und Co sind Geldvernichter. Mit Froots bringen wir Kunden in nur 15 Minuten vom Sparen zum Investieren und schaffen so die finanziellen Wurzeln für ihren Vermögensaufbau. @ Zielpublikum: Für wen macht es Sinn, auf diese Weise zu sparen? Wann sollte man sinnvollerweise damit beginnen und ab welcher monatlichen Summe ist man akzeptiert?

Bei uns kann man schon ab 150 Euro im Monat star­ten. Also jeder, der sich langfristig eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit schaffen möchte, ist bei uns an der richtigen Adresse. Oft sind es Eltern oder Großeltern, die für ihren Nachwuchs sparen, aber auch erträumte Anschaffungen oder die eigene Pension können Ziele sein. Investieren macht nur langfristig Sinn, denn langfristig kann das Geld wirklich für die Kunden arbeiten. Schon Albert Einstein wusste es: Der Zinseszins ist das achte Weltwunder. @ Einblick: Kann ich als Sparer mitverfolgen, was mit meinem Geld passiert, wo es angelegt wird und wie es sich entwickelt? Transparenz ist eines der höchsten Gebote für uns bei Froots. Wir haben eine Plattform entwickelt, auf der man mit dem eigenen Computer oder Handy zu jeder Zeit und an jedem Ort das eigene Investment nachverfolgen kann. So sieht der Kunde auch, ob er auf gutem Weg ist, das selbst definierte Ziel zu erreichen. @ Investment: Was kann man sich unter „nachhaltiger Geldanlage“ vorstellen? Welchen Grundprinzipien folgt ihr? Gott sei Dank geht auch am Finanzmarkt vieles in Richtung Nachhaltigkeit. Nur so können wir sicherstellen, dass wir das Geld auch in einer lebenswerten Welt genießen können. Wir investieren für unsere Kunden in

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MÖ C H T EN S I E AU C H EI N S O FA FÜ R D I E

NACHTWANDELN?

David Mayer-Heinisch vor dem FROOTS Büro in 1010 Wien

Finanzprodukte, die Unternehmen bevorzugen, die nach den ESG-Kriterien besser abschneiden. „E“ steht für Environment: Hierbei geht es um den Umgang mit Umweltverschmutzung oder -gefährdung, Treibhausgasemissionen oder Energieeffizienzthemen. „S“ wie Social beinhaltet Aspekte wie Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Diversity oder gesellschaftliches Engagement. Und „G“ steht für Governance: Darunter wird eine nachhaltige Unternehmensführung verstanden. @ Start-up: Diverse namhafte Investoren machen euer Start-up möglich. Nach welchen Kriterien habt ihr sie ausgewählt? Was fasziniert euch an ihnen und was (außer Geld) können sie einbringen? Alle unsere Investoren glauben an unsere Mission. Das ist uns sehr wichtig, weil Investoren, die nur die reine Geldvermehrung im Auge haben, es lieber sehen würden, dass wir ein Business für reiche Menschen aufbauen. Dem gegenüber stehen Visionäre. Allen voran ist es beispielsweise Andreas Treichl, der ehemalige Generaldirektor der Erste Bank und jetzige Vorstandsvorsitzende der Erste Stiftung, dem es ein echtes Anliegen ist, einen Impact zu schaffen. Wir haben aber auch andere Partner mit an Bord, die mit uns gemeinsam ein Unternehmen aufbauen wollen und daran glauben, dass es tatsächlich für jedermann möglich ist, über die Zeit finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen. Unsere Investoren sind erfolgreiche Manager oder Unternehmer. Sie lassen uns „junge Wilde“ Einblick in ihre Erfahrung machen. Ihre Weitsicht fließt in unsere Entscheidungen ein.

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@ Marketing: Wie werdet ihr sichtbar? Wie könnt ihr euer Businessmodell erklären und wie und wo erfährt man davon? Die meiste Interaktion mit unseren Kunden passiert online über unsere Website „froots.io“. Weil wir aber wissen, wie wichtig es ist, sich gegenseitig in die Augen zu schauen und auszutauschen – besonders, wenn es um etwas so Essenzielles wie das Sparen geht –, haben wir unser Büro gleich hinter dem Stephansdom eröffnet. Wir lieben es, wenn Kunden einfach vorbeikommen, um uns kennenzulernen, um zu verstehen, was wir genau machen, und uns ihre Ziele und Erwartungen zu kommunizieren.

A K T I O N

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Schlafsofa MEX B 188 – 215 cm bei waagrecht ausgeklappten Armlehnen | T 98 cm | H 87 cm | Sitzhöhe 44 cm Liegefläche 157 x 209 cm in Stof f:

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Schlafsofa PAULA B 152 – 200 cm bei waagrecht ausgeklappten Armlehnen | T 94 cm | H 88 cm | Sitzhöhe 44 cm Liegefläche 133 x 209 cm in Stof f:

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Armlehnen abklappbar, Stoff gegen Aufpreis komplett abziehbar. Beide Modelle in verschiedenen Breiten in Stoff und Leder erhältlich, *ohne Zusatzkissen.

Egal, ob du dich einfach nach einem guten Kaffee sehnst oder über „langfristiges Investieren“ philosophieren willst – wir freuen uns über deinen Besuch bei uns. Froots Rauhensteingasse 12 1010 Wien www.froots.io

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Kleiner Einblick in die Goldschmiede in der Habsburggasse 9, 1010 Wien

NEUE FILIALE: Plankengasse 6, 1010 Wien

JUL. HÜGLER ZUKUNFT AUS TRADITION Franziskus Kriegs-Au und sein Team beraten Schmuck- und Uhrenliebhaber mit Witz, Charme und fundiertem Wissen. Wohin geht man, wenn man den heißgeliebten Schmuck der Großmutter nicht anlegt, sondern lieber in eine Uhr investieren will, die man täglich trägt? Oder umgekehrt – wenn man einen Verlobungsring sucht, der nicht neu sein soll, sondern mit Geschichte? Oder die Brosche für den klassischen marinefarbenen Pulli? Bei Jul. Hügler sind Sie richtig. DIE GESCHICHTE – Qualität verpflichtet Nach nunmehr fünf Generationen und im 5. Jahr steht die Juwelierlegende Julius Hügler an der ehrwürdigen Wiener Innenstadtadresse Habsburgergasse 9 für erlesenes Goldschmiedehandwerk mit beeindruckender Tradition und ungewöhnlichen Perspektiven.

Die neue Generation (von links nach rechts): Volker Hanisch, Goldschmiedelehrling Franziska Mayer, Goldschmied Reinhard Stark sowie Alleskönner und Tausendsassa Franziskus Kriegs-Au in ihrer Filiale in der Habsburgergasse 9, 1010 Wien 158

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Gegründet im Wien des Jahres 1875 durch den 27-jährigen Goldschmied Julius Hügler, wird die neue Marke rasch vom Wiener Großbürgertum sowie von Adel und Kaiserhaus mit Wohlgefallen angenommen. Bereits im Jahr 1899 wird Hügler zum K. u. K. Hoflieferanten. In den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts führt die zweite Generation die Marke zu internationaler Akzeptanz. 1924 eröffnet eine Dependance im mondänen Kurort

Bad Gastein, auf der legendären Weltausstellung 1925 in Paris wird das Haus Hügler für seine innovative Ästhetik prominent ausgezeichnet. 1928 folgt ein Hügler-Store in Kairo, später Filialen in Berlin und Karlsbad. 1949 eröffnet eine erste Filiale im brasilianischen Rio de Janeiro. In den folgenden Jahrzehnten zählen zu den Stammkun­ den gekrönte Häupter wie der Schah von Persien oder Königin Paola von Belgien und Filmstars wie Elizabeth Taylor, Richard Burton oder Rex Harrison. Seit 2017 findet man Jul. Hügler wieder in der Wiener Innenstadt. DAS TEAM – Ideen wachsen gemeinsam besser Im Zentrum von Jul. Hügler steht Franziskus Amazonas Julius Kriegs-Au, 36-jähriger Spross des etablierten Familienunternehmens. Nach internationalen Heraus­

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Franziskus Kriegs-Au ist Young & Oldtimer Liebhaber – und hat sein Faible zum Beruf gemacht.

forderungen bei Chopard in Genf, als damals jüngster Schätzmeister des Wiener Dorotheums sowie Schätzmeister eines renommierten Auktionshauses in Berlin, revitalisiert der Goldschmiedemeister, Diamanten­ gutachter und Schätzmeister die Marke mit neuen Ge­ schäftsbereichen und scharfem Blick für die Zukunft. Ihm zur Seite steht seit den gemeinsamen Jugendtagen an der Ferlacher Goldschmiedeschule Reinhard Stark, der als Werkmeister für die Maßanfertigung von exquisitem Schmuck sowie von Verlobungs- und Hochzeits­ ringen vom Feinsten verantwortlich zeichnet. Das erfahrene Team verstärken zudem die Newcomer Franziska Mayer, Volker Hanisch und Yavor Yotov. Mit erfrischenden 18 Jahren ist Franziska Mayer als junger Gold- und Silberschmiedelehrling ein überaus erfreulicher Einzelfall in der mit Lehrlingen seit Jahrzehnten spärlich besetzten Zunft. Volker Hanisch ist als ausgewiesener Master of Music etablierter Wagner-Tenor und neben seinen frequenten Bühnenauftritten für das Shop- und Sales-Management bei Jul. Hügler zuständig. Als Experte und vielfach erprobtes „Trüffelschwein“ für den Ankauf seltener und wertvoller Chronographen fungiert Yavor Yotov, Uhrenspezialist und Uhrenkenner von außergewöhnlichem Format. Ihm verdankt die Habsburgergasse so manche einzigartige Entdeckung und damit verbundenes Standing im heiß umkämpften Markt exquisiter Haute Horlogerie. WWW.MOTORAUCTIONS.AT Das Faible für einzigartige Autos verbindet Franziskus Kriegs-Au mit Stephan Hommel, der firmenintern den boomenden Geschäftszweig Oldtimer- & YoungtimerAuktionen betreut. Mit jahrzehntelanger Erfahrung

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Stephan Hommel leidenschaftlicher Rallyfahrer ist mit Kriegs-Au für Classic Cars Auktion verantwortlich.

bringt der leidenschaftliche Rallye-Teilnehmer und Spezialist für klassische Fahrzeuge ein umfassendes Fachwissen über Fahrzeuge aller Art in das engagierte Joint Venture ein. Gemeinsam mit den etablierten Partnern Oldtimer-Messe Tulln sowie der Classic Austria in Wels veranstaltet Hügler regelmäßig Auktionen von Oldtimern und Youngtimern – heuer wieder am 22. Mai in Tulln. DIE ZUKUNFT – Wagen heißt gewinnen Waren es viele Generationen lang erlesene Steine von ungewöhnlicher Größe für den Wiener Hof und den internationalen Jetset, liegt der Fokus von Jul. Hügler im Jahr 2022 auf neuen, aktuellen Geschäftsbereichen. Im Zentrum der Expansion stehen weitere Filialen im In- und Ausland, wie zum Beispiel das neue Outlet im Wiener Antiquitätenviertel an der Adresse Plankengasse 6 – nur einen Steinwurf vom ehrwürdigen Wiener Dorotheum entfernt – oder eine knapp vor der Eröffnung stehende Filiale in Berlin. Ein wachsender Geschäftszweig ist dabei der Ankauf von Gold und Schmuck, besonderen Edelsteinen und gefragten Uhren, bestimmt für den Weiterverkauf an Händler oder auch zum Recycling in neuen, eigenen Kreationen. Die Präsentation dieser einzigartigen Stücke und deren erfolgreicher Kommissionsverkauf zu erfreulichen Preisen erfolgt nicht zuletzt über internationale Kontakte und ein europaweites Händlernetzwerk. Einen großen Stellenwert haben dabei auch Storys und Feeds auf Instagram unter @jul.huegler, welche im Tagesge­ schäft die wertvolle Funktion eines Onlineshops abde­ cken. Nach fast 150-jähriger Geschichte stellt sich damit Jul. Hügler mit Erwartung und Freude den spannenden Herausforderungen der nächsten Generation.

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Fotos: © Laurenz Feinig

Die Küche ist das Zentrum des Hauses. Das Gewölbe war ursprünglich die Malztenne der Brauerei.

WIE WIR WOHNEN DIE UNTERNEHMERIN THERESA WITT-DÖRRING ÖFFNET IHRE TÜREN. Beim Anblick von alten Gemäuern will man meinen, dass alles immer schon genau so war. Das eigene Leben zeigt aber, wie wir in Bewegung sind – gerade beim Wohnen. Die Geschäftsführerin von M. Faber & Co. zeigt uns ihr Zuhause. Aufgezeichnet von ihrer Tochter Louise Kislich.

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as große, grüne Tor geht auf und es eröffnet sich ein kleines Paradies. Sandkiste, Schaukeln und Fahrräder sind im Hof zu sehen. Zwei große Platanen und Kirschbäume stehen auf der Wiese. Es gibt viele Fenster, dazwischen wuchern Rosen an grünen Spalieren. Hier wohnen mehrere Familien zusammen, nebeneinander, als wäre es immer schon so gewesen. Meine Eltern haben uns ein Zuhause geschaffen, das nur mit Glück und Fleiß zu erklären ist. Vorher bewohnten wir eine innerstädtische Traumwohnung mit Blick in den gegenüberliegenden Park. Mein Vater Johann kommt heute noch ins Schwärmen: „Sternparkett, Balkon, Bürofenster mit Blick hinunter zum Kindergarten.“ Aber die Stadt ist für einen gebürtigen Pongauer, der grundsätzlich am liebsten barfuß das Haus verlässt, immer ein Kompromiss. Also sollte ein Wochenendhaus her. Nachdem er den Süden Wiens während der Planung des Colony Golf

Clubs in Himberg für sich entdeckt hatte, suchte er dort nach etwas Wohnraum im Grünen. Über familiäre Ecken wurde ihm eine alte, teilweise verfallene Mühle mit Brauerei und Braugasthof zum Kauf angeboten. Die erste Besichtigung war im Spätwinter. Er kam von der Gartenseite über einen Zaun hinein – und nicht mehr aus dem Staunen heraus. Danach gab es in seinem Leben nur noch ein Ziel: Dieses Haus, oder besser gesagt, diese Häuser! Es ist ein gewachsenes Ensemble, das aus drei Höfen besteht. Die erste Erwähnung der Mühle stammt aus dem 12. Jahrhundert, der große Rest wurde im 18. und 19. Jahrhundert errichtet. Das Projekt „Wochenendhaus“ wurde unverhofft größer als geplant. Besonders für meine Mutter Theresa war es unerwartet, ihr frisch saniertes Heim gegen unendlich viel unausgebauten Platz am südlichen Stadtrand zu tauschen. Es

Drei Generationen Frauenpower: Anna, Theresa, Louise und Lioba. Die Übergabe an die nächste Generation findet bereits statt. 162

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Die Biedermeier-Bank im Vorzimmer ist mit einem belgischen Leinen bezogen. Lampe mit dem Schwein: Lori Rosenberg

Malerei: Manuel Strasser

Bettüberwurf aus Baumwolle von HAOMY. Schlafzimmer in „Sofia Rosemary“ von Cooper Colours, mit schlichten weißen Leinenvorhängen. Theresa liebt es, schon am Vorabend des Festes den Tisch vorzubereiten.

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„Mein Wohnen hat sich über die Jahre verändert – genauso wie unsere Bedürfnisse. Vor allem will ich mich zu Hause wohlfühlen.“

Theresas größte Freude im Haus ist das Blumenstecken.

war nicht die einzige große Wendung in ihrem Leben. Damals, Anfang der Neunziger, war sie noch Geschäftsführerin eines mittelständischen Textilproduzenten. In sechster Generation und unter strenger Beobachtung ihrer Onkel, ihres Vaters und des Cousins leitete sie die Firma M. Faber & Co. Eine zierliche Frau in einem Männerhaus. Mit viel Ehrgeiz erarbeitete sie sich Anse­hen und Vertrauen im Unternehmen. Doch dann, 1999, wurde die Firma insolvent. Damals ging es vie­ len Textilproduzenten in Österreich ähnlich. Außerdem war ihr Produkt, der Spitzenvorhang, aus der Mode gekommen. Mit einem Ausgleich konnten der Standort und die Firma erhalten bleiben, und ein komplett neues Familienunternehmen startete durch. Diesmal im Team: Theresas Schwester und zwei Mitarbeiterinnen. Gemeinsam verkauften sie die großen Lagerbestände von Spitzenvorhängen. Viel Staub, Einsatz und Demut waren der neue Alltag. Die Marke Texx Factory Outlet wurde geschaffen, um gemeinsam mit dem Fabriksverkauf der Firma Backhausen einen Standort für textilen Abverkauf zu etablieren. Aber auch dabei sollte es nicht bleiben. Der Kachelofen im Salon kommt aus dem Landschloss Orth.

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Die Nachfrage nach Dekorstoffen war groß, und so wurde schrittweise neue Lagerware zugekauft. Die erste Charge war sogar noch ein Gegengeschäft für die Ausrüstungsstraße der Textilproduktion. Als meine Mutter

dann zum ersten Mal als Einkäuferin auf eine Stoffmesse fuhr und nicht mehr als Ausstellerin ihrer eigenen Firma, nahm sie mich mit (und ein paar Tage aus der Schule). Seitdem bin ich mit dem Unternehmen mitgewachsen. Genauso lief es bei meiner Schwester Anna, die das Beraten ihrer Kundinnen und Kunden zur Kunst erhoben hat. Mit unserem Einstieg veränderte sich das Geschäft zusehends. Die Stoffauswahl wurde über die Jahre größer und einer strengeren Geschmackskontrolle unterzogen. Wir haben viel technische Expertise angesammelt, fast schon nebenbei wurde der Geschäftsraum immer schöner und – worauf wir besonders stolz sind – unser großartiges Team ist gewachsen. Das alles geschah nicht von allein. Mit der Hilfe einer systemischen Unternehmensberaterin setzen wir uns seit vier Jahren mit unserer Arbeitsumwelt auseinander. Dabei erarbeiten wir unsere Vision und die bevorstehende Übergabe – eine wertvolle Erfahrung mit viel Mehrwert. Vor allem haben wir das Glück, dass wir uns als Familie auch beruflich mit einer gemeinsamen Leidenschaft befassen: dem Gestalten und Einrichten von Räumen. Das Wohnen ist der gemeinsame Nenner in unserer Familie. Da gibt es zwar auch das Kochen, Essen und Feste-Feiern, aber viel leidenschaftlicher wird umgestellt (Möbel), umgehängt (Bilder) und neu gedacht (Wände). Schon früh wurde dieses Interesse sichtbar: Die Kinderzimmer wurden regelmäßig umgestellt und unsere Wohnwünsche erfüllt. Dann haben sich alle Möbel einmal im Kreis gedreht, Wände wurden umgestrichen, Betten an die Decke gehängt. Heute ist es nicht anders: Wir verbringen ganze Sonntage damit, Möbel von einer Ecke des Hauses in eine andere zu tragen, zu schieben,

zu rollen – um dann am Ende doch alles wieder rückgängig zu machen. Aber wir versichern uns gegenseitig, dass es sich trotzdem gelohnt hat. Für das eine Stück, das jetzt an einer besseren Stelle steht als vorher. Natürlich kann es passieren, dass dabei etwas übrig bleibt, dass sich der eine oder die andere aus der Umstellerei herausnehmen muss, denn es gibt ja noch die Küche und die Wäsche, die kleinen Kinder, irgend­ eine andere wichtige Beschäftigung, und die Umgestaltung bleibt stehen. Dieser Zustand ist für manch eine (Theresa) besonders schwierig auszuhalten, aller­dings weiß auch sie seit der Lektüre von Marie Kondo: So muss es sein. Vor der Ordnung kommt das Chaos. Und natürlich wird zwischendurch oft innegehalten, viel diskutiert, was, wie und warum besser wäre. Und viel Probe gesessen: „Der Blick von hier ist super!“ Oder auch aufgegeben: „Ich fahr’ jetzt nach Wien.“ Was dann als Letztes kommt, ist ganz besonders wichtig. Da wird begutachtet und gelobt: „Warum sind wir nicht schon früher daraufgekommen?“ Oder: „Ihr seid großartig!“ Ja, das kann man ohne Übertreibung sagen. Bei jeder Umräumaktion gibt es viel Freiheit und (bei allen Ansprüchen) wenig Perfektionismus. „Lieber prompt selber machen als perfekt“, so lautet die Devise. Es sind vergnügliche Familienmomente, wenn wir dann den Tee in der neu geschaffenen Sitzecke trinken. Die alten Nägel bleiben sicherheitshalber noch eine Zeit lang in der Wand ... vielleicht brauchen wir sie ja noch für die nächste Runde. I N F O B OX

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GIAMPIERO CELANI EIN RASTLOS KREATIVER AUF REISEN

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underschöne Illustrationen von Landschaften, Tieren und auch Menschen zaubert der italienisch-öster­rei­ chische Künstler Giampiero Celani wie mit einem Zauberstab auf Papier. Um mehr über den Kreativen und dessen Arbeit zu erfahren, verabrede ich mich mit ihm im berühmten Café „Zum Schwarzen Kameel“ in Österreichs Hauptstadt Wien. In Gedanken versunken, in dunkelgrüner Trachtenjacke, Jeans­hemd, grauer Flanellhose und polierten braunen CollegeSchuhen, entdecke ich den attraktiven blonden Mann mit hellblauen Augen sofort. Er blickt abwesend aus dem Fenster, in den Händen hält er einen zerfledderten Roman. Das lebendige Caféhaustreiben scheint er gar nicht wahrzunehmen und seine Gedanken schweifen in weiter Ferne. Als ich ihn vorsichtig an der Schulter berühre, zuckt er leicht zusammen. Sofort hat er sich wieder gefasst und steht freudig auf, begrüßt mich mit einem dezenten Lächeln und rückt mir höflich den

Stuhl zurecht. Bei einer Wiener Melange zeigt er auf sein Buch, einen Roman seines Lieblingsautors Patrick Leigh Fermor. In England ist der 2011 verstorbene britische Schriftsteller und ehemalige SOE-Agent bis heute ein verehrter Autor. Sein Reisebuch „Eine Zeit der Stille“ beschreibt den Aufenthalt Fermors als Gast in französischen Klöstern, wo er Ruhe und Gelassenheit fand. In weiteren Romanen nimmt er seine Leserschaft mit auf seine spartanischen Reisen und beschreibt, wie er beispielsweise zu Fuß von England nach Istanbul reiste. Entweder übernachtete er spontan bei Freunden oder in der freien Natur. Giampiero erzählt, dass er den Reisestil des Autors, zu Fuß zu reisen, bewundert und ebenso öffentliche Transportmittel bevorzugt: „Nachdem ich einige Bü­ cher von Fermor gelesen hatte, verstand ich den Unterschied zwischen einem Touristen und einem Reisenden. Während Ersterer bereits glücklich ist, die Welt

Schloss Stein (Dellach im Drautal) – Kärnten, Österreich 168

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Eckartsau – Donau

„Schnee von gestern“ – Schloss Emslieb, Salzburg

„Museo Pietro Canonica“ – Villa Borghese, Rom

„Die Welt von gestern“

„Le Grand Chalet“ – Rossinière, Schweiz

auf eine oberflächliche Weise zu erkunden, möchte Letzterer ein tiefes Verständnis für die Kultur und die Menschen vor Ort gewinnen. Bei beiden herrscht eine unterschiedliche Neugier für die Dinge.“ Inspiration für seine Illustrationen findet Giampiero am besten, wenn er unterwegs ist und sich einfach treiben lässt. „Wenn ich zu Fuß gehe, kann ich die unterschiedlichen Landschaften viel besser genießen und wahrnehmen.“ Häufig übernachtet er, nur mit Rucksack, Papier und Stiften ausgestattet, in Wäldern unter freiem Himmel. Sobald die Dämmerung hereinbricht, beginnt im Wald ein beruhigendes Konzert der Tiere. Seine Beobachtungen und Erfahrungen, die er unterwegs sammelt, verewigt er mit seinen Illustrationen. Am liebsten wandert er quer durch Mitteleuropa, aber auch in Afrika war er schon, um seine Eindrücke dort zu kalligraphieren und zu illustrieren. Sein nächstes Ziel wird definitiv Siebenbürgen in Rumänien sein, denn „die Natur dort muss faszinie­rend sein“, schwärmt er.

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Wenn es zu kalt ist oder regnet, gibt es auch viele Freunde und Bekannte, die Giampiero herzlich willkommen heißen. „Meine Zeichnungen entstehen häufig durch die Inspirationen von warmherzigen und großzügigen Menschen und Freunden, die immer eine offene Türe für mich haben. Ich bin kein Mensch vieler Worte“, meint Giampiero, „da ich eher schüchtern bin. Aber ich versuche, meine Dankbarkeit mit meiner Kunst auszudrücken.“ Irritiert beobachte ich, wie er plötzlich den Löffel nimmt und etwas von dem hellbraunen Kaffee über das Buch tropfen lässt. „Kaffee ist eine super Farbe, um sowohl Büchern als auch meinen Illustrationen eine gewisse Patina zu verleihen“, erklärt Giampiero. Er verwendet in fast allen Illustrationen neben Tinte, Bleistift und Wasserfarben auch Kaffee, erläutert er. Ich bin beeindruckt und möchte natürlich sofort einige seiner Lieblingskunstwerke sehen, die er mir stolz auf seinem

iPhone zeigt. Besonders gefallen mir mit schwarzer Tinte und leuchtenden Farben gezeichnete Illustrationen aus Italien. Sie zeigen die Villa Discopoli in Capri vor einem flammenden Sonnenuntergang mit Palmen sowie Details der Schönheit Venedigs, umrahmt von Kalligrafie. Neben vielen weiteren Naturschauspielen zeigt er mir auch Zeichnungen von exotischen Vögeln mit aufwendigen Bommeln auf eleganten Schuhen. „Das ist meine aktuelle Kooperation mit dem französischen Schuh-Label Chatelles“, erzählt Giampiero. Seine Papagei-Designs sind seit Mitte April auf den Loafers in knalligen Farben zu kaufen. Das sei aber nicht die einzige Kooperation mit einem Fashion-Label, auch für die Brillenmarke L.G.R entwirft er kreative Designs mit Kakadus und Leoparden. Auf Tapeten sind Giampieros Illustrationen ebenso zu bewundern. Am liebsten würde er berühmte Hotels mit seinen Illustrationen auf Tapeten bereichern: „Passend zu den jeweiligen Örtlichkei­ ten möchte ich die Natur und lokale Wahrzeichen für

die Hotelgäste als einzigartige und maßgeschneiderte Handarbeit auf Wände zeichnen.“ Hotels faszinieren Giampiero. So hat er zum Beispiel auf seinem Weg zu unserem Treffen im „Zum Schwarzen Kameel“ einen Blick auf das mittelalterliche Hotel Orient geworfen, dessen Architektur und Design ihn faszi­ nierte. Wie ich später recherchiere, stammt der Name des Hotels daher, dass hier Beiboote von Donauschif­ fen, die mit Waren aus dem Orient beladen waren, Halt machten. Spontan entscheiden wir, das Café zu verlassen, und auf einem Spaziergang zum Palais Schwarzenberg zeigt mir Giampiero auch gleich das Hotel Orient. Neugierig betrete ich die Eingangshalle, die burlesk im üppigen Makart-Stil eingerichtet ist. Eine Dame am Empfang fragt mich, für wie viele Stunden sie mir ein Zimmer anbieten darf. Mit knallrotem Gesicht verlasse ich fluchtartig das Hotel. Ein sogenanntes „Hotel für romantische Stunden zu zweit“, das schon in einigen

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Bild links oben: Pinie vor dem „Schloss Miramare“, Triest, Italien Bild links unten: „African Memories“ – Safari in Kenia Bild rechts oben: Slippers von Chatelles (Kooperation)

bekannten Filmen zu sehen war, darunter in „Der dritte Mann“ mit Orson Welles, recherchiere ich auf meinem Handy. Das Interior Design des Hotels hat allerdings auch mich sehr beeindruckt. Seine Kindheit verbrachte er in Rom. In der Großstadt fehlte ihm einfach die Nähe zur Natur. „In der Natur, speziell in Wäldern, bekomme ich das unglaubliche Gefühl von Freiheit“, schwärmt Giampiero. Erst als seine Familie nach Friaul zog – Friaul-Julisch Venetien ist eine Region im Nordosten Italiens, die an Österreich, Slowenien und das Adriatische Meer grenzt –, fühlte er sich vom stickigen Großstadtleben befreit. Bekannt ist diese Region für die gezackten Gipfel der Dolomiten und für die Weingüter, auf denen Weißweine hergestellt werden. Plötzlich bleibt Giampiero vor einem gewalti-

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gen Tor stehen. Er sperrt es auf und erklärt, dass er von Freunden eingeladen wurde, um hier in Ruhe seiner Arbeit nachgehen zu können. Hinter dem Tor erblicke ich einen prachtvollen Park, der zu einem antiken Palais inmitten von Wiens Zentrum gehört. Spontan zeigt mir Giampiero bei einem Kaffee in der Gästewohnung seine aktuellen Projekte. Auf einem Tisch liegen Stifte und unzählige seiner wunderschönen Illustrationen von verschiedenen Städten, Ländern und Tieren. Beim Anblick der Bilder verspüre ich sehnsüchtiges Fernweh. Ich verabschiede mich und bedanke mich für ein interessantes Treffen mit einem beeindruckenden Künstler. Text: Cécile von Fürstenberg I N F O B OX

Kontakt: www.instagram.com/giampiero_cp

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Foto: @brancoprata

Foto: @peachesandmint

Dr. Martina Toifl, CEO Heym Collections

VILLA ALMA BOUTIQUE-HOTEL Sommerfrische und „Lakeside Stories“ am Wolfgangsee Nicht nur den Kaiser, sondern auch die feine Gesellschaft zog es im 19. Jahrhundert in den Sommermonaten zur Erholung von Wien in das Salzkammergut – die Sommerfrische war geboren. Heym Collections legt diesen Kult neu auf und zelebriert mit der Villa Alma in St. Gilgen am Wolfgangsee ein modernes Comeback. Das mit viel moderner Kunst ausgestattete feine Boutique-Hotel bietet einen individuellen und diskreten Rahmen, lädt aber jeden Gast ein, seine eigene „Lakeside Story“ zu schreiben.

Blick auf die Villa Alma vom Boot aus 174

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Foto: @gregorhofbauer

Foto: @gregorhofbauer

Foto: @gregorhofbauer

Sitzecke mit Seeblick in der Junior Suite Nr. 9

Petrol meets Peach

Alma’s Vintage Bikes

Foto: @brancoprata

modernem Design, urbaner Optik und einer gewissen Lässigkeit bei höchstem Servicelevel. Und die alten Mauern geben Raum für Inspiration. Wir stellen den Gästen keine iPads oder E-Bikes, sondern Brettspiele und Vintage-Radios zur Verfügung. Natürlich gibt es auch Fahrräder – ohne E-Motor – und Paddle Boards zum kostenlosen Verleih für Hotelgäste. In der klei­ nen integrierten Greißlerei Alma’s Deli gibt es Produkte von regionalen Produ­zenten. Der Sommerfrischler unterstützt wie damals die regionale Wirtschaft und wird für ein paar Tage ein wichtiger Teil des Ortes.“

Alma’s Deli

Foto: @gregorhofbauer

D

ie Villa mit 8 Zimmern und Suiten, davon alle mit Terrasse oder Balkon samt Seeblick, mutet mehr wie ein privates Refugium denn ein Hotel an. Stilvolles Interior Design, großzügige Aufenthaltsräume im EG, ein fantastisches Frühstück, ein großer Garten mit eige­nem Seezugang und beste regionale Kulinarik in Alma’s Deli machen die frisch renovierte Jugendstil­ villa zur traumhaften Kulisse für den Urlaub im male­ rischen Salzburger Seenland.

Deluxe Lakeside-Zimmer

Welcome to your Lakeside Story! Nach The Mozart, The Maximilian und der Villa Ivy in Salzburg gelingt Heym Collections ein weiterer Coup: In die außergewöhnliche Boutique Hotel Collection reiht sich ab sofort die neue Villa Alma. Das stilvolle Hideaway liegt knappe 30 Autominuten von Salzburg entfernt und führt in das Herz des Salzkammerguts, in das beliebte Seenland mit seiner einzigartigen Landschaft, nach St. Gilgen am Wolfgangsee. Heym Collections CEO Martina Toifl zu ihrem jüngsten Projekt: „Mit Familie und Freunden zusammen jausnen und sich zum Nachtmahl treffen, unkompliziert und easy going – das wollen wir als moderne Sommerfrische weiter pflegen. Das Ganze in Kombi mit

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Zur Ruhe kommen, Erdung finden und back to the roots: „Das gelingt an schönen Orten wie an einem See und in der Natur besonders gut. Das wusste auch schon der Kaiser“, so Toifl. Vintage-Vibes mit Seeblick Villa Alma trägt die Handschrift von Heym Collections und hat dennoch einen ganz eigenen Charme. Auch bei diesem Projekt zeichnet die Salzburger Interior-Muse Pia Clodi für das Innendesign verantwortlich. Fischgrätparkett, helle Rattanmöbel, frisches Mint und Petrol an den Wänden und Akzente in Rosa und Sonnengelb verleihen den Räumen ein aufgeräumtes und einladendes Ambiente. Die Jugendstil

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Foto: @gregorhofbauer

Frühstücken mit Seeblick

villa aus dem Jahr 1900 wurde mit regionalen Hand­ werksbetrieben liebevoll von Grund auf saniert. Wie bei allen Boutique-Hotels von Heym Collections wurde die Ursprünglichkeit dabei berücksichtigt, und was im Original erhalten werden konnte, blieb erhalten, ganz nach dem Motto: „Was heute noch gut ist, bleibt auch in Zukunft gut.“ Vintage-inspirierte Stoffe und moderne Einrichtungselemente verleihen der Villa Alma ein charismatisches Retro-Flair, das mit aktuellen Interior-Trends harmonisch verschmilzt. Der Seeblick vom Zimmerfenster, der großzügige Garten, der zum Kaffeetrinken und Sonnenbaden einlädt, sowie der eigene Seezugang und das Bootshaus für die Yoga-Session machen diese Location zu einem echten Juwel. In der hauseigenen Greißlerei, genannt „Alma’s Deli“, kann man sich mit regionalen und frischen Leckerbissen eindecken und verwöhnen lassen. Für Gruppen oder Familien gibt es auch die Möglichkeit, die gesamte Villa samt kulinarischer Begleitung (Outdoor-Küche) zu buchen. Wo würde sich das Leben schöner feiern lassen? Auf dem hoteleigenen Elektroboot kann man seine Runden über den See ziehen und dabei das umliegende Pano­

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rama bewundern. Exklusiv und down to earth: Acht wunderschöne Zimmer und Suiten befinden sich in der Villa Alma, und ihre Gäste finden an diesem ganz besonderen Rückzugsort am Wasser eine sehr private und diskrete Auszeit vom Alltag. Dieses Comeback der Sommerfrische hätte dem Kaiser auch gefallen! I N F O B OX

Villa Alma – A Lakeside Story Boutique Hotel 8 Zimmer und Suiten Mondseestraße 20 5340 St Gilgen am Wolfgangsee www.villaalma.at Instagram: @villaalma.lakeside hello@villaalma.at Tel.: +43 664 2403000 Alma’s Deli in der Villa Alma Regionale Spezialitäten, Snacks, Coffee-to-go und vieles mehr im Sommer täglich 10–18 Uhr

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Annabelle Knaur verführt mit kulinarischen Genüssen.

ANNABELLES SOMMER-KOCHBUCH Annabelle Knaur packt den Sommer ihrer Kindheit in ein inspirierendes Kochbuch. „Entspannte Ferien mit Familie und Freunden“, so lautet der Untertitel des vierten Kochbuchs von Annabelle Knaur, das sie diesmal der warmen Jahreszeit widmet. Das Buch ist dem „Sommer von früher“ gewidmet, stilvoll ergänzt mit raffinierten Rezepten mit modernem Twist.

A

nnabelle ist es gelungen, die fröhlichen Sommer ihrer Kindheit auf Gut Dornau bei Wien wiederaufleben zu lassen. Umringt von Freunden und Familie, zelebriert sie auf 184 inspirierenden Seiten eine unbeschwerte Woche an diesem wunderschönen Ort. Als Kulisse dienen die Fischteiche von Bruder Ferdinand. „Ich möchte das unbändige Freiheitsgefühl, das einen jeden Sommer zu Ferienbeginn erfasst, in diesem Buch vermitteln“, kommentiert Annabelle Knaur ihr neues Buch. „Für mich gibt es nichts Schöneres, als mit Fami­ lie und Freunden die Ferien zu verbringen und dabei als Gastgeberin nicht allein in der Küche zu stehen, sondern gemeinsam zu schneiden, schälen, rühren und kochen, um anschließend miteinander genießen und Spaß haben

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zu können.“ In sieben Kapiteln, die für sieben Ferien­tage stehen, erwarten die Leserinnen und Leser charmante Menüs für fröhlich-entspannte Sommertage in der Natur. Die verschiedenen Menüvorschläge können nach Lust und Laune kombiniert werden. 63 Rezepte hat Annabelle für das Buch entwickelt und zusammenge­ tragen. Einfache, doch köstliche Gerichte wie ZucchiniCarpaccio mit Ricotta, einen marokkanischen Saibling aus dem Ofen oder ein Rhabarberkompott mit roten Beeren kommen auf den liebevoll gedeckten Tisch oder in den Picknickkorb. Dazu liefert Annabelle Tipps zur Organisation, sodass alles geradezu spielend von der Hand geht.

ROASTBEEF MIT SENFKRUSTE UND SPICY KRENSAUCE

Als Köchin und Mutter von drei Kindern ist es ihr wichtig, über saisonale Küche nachzudenken. Eine

Sensationell auch kalt – das Roastbeef lässt sich herrlich braten und am Tag darauf in den Picknickkorb packen. Die Krensauce hält bis zu 5 Tage im Kühlschrank.

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Ein Nachmittag am Fluss

Angelegenheit, die in unserer ganzen Menschheitsge­ schichte nie ein Thema war, denn es kam stets nur das auf den Tisch, was der Garten gerade hergab. So ist sie auch aufgewachsen. „Bei uns kamen selbstverständlich nur saisonale Lebensmittel auf den Teller. Seit wenigen Jahrzehn­ten bekommen wir in den Supermärkten das ganze Jahr hindurch fast alle Obst- und Gemüsesorten aus aller Herren Länder – und schon ist das Bewusstsein für saiso­nale Produkte beinahe verloren gegangen.“ Wer Annabelle und ihre Bücher kennt, weiß, dass es in ihrer Familie niemals langweilig wird. So präsentiert sie auch dieses Mal wieder Anleitungen für ihre beliebte „Familien-Olympiade“: In acht Wettbewerben messen sich Familie und Freunde auf höchst unterhaltsame Weise und verbringen so wertvolle Stunden mitei­ nander. Gegen Abend kommt die Ferientruppe wieder zusammen für die Zubereitung und den Genuss eines festlichen Mahls. Und unbeschwert lachende Kinder verschwinden spielend im Dunkel der milden Sommernacht ... Fotografisch begleitet wurde Annabelle von Nuno Filipe Oliveira (Lifestyle-Fotos) und Xabier Mendiola (Food-Fotos). Es entstanden romantische Bilder eines sommerlichen Idylls zwischen Badesee, Picknickdecke und Lagerfeuer, gespickt mit Fotos von köstlichen Mahlzeiten und spritzigen Getränken. Wir empfehlen mit Herzen ihr Buch und wünschen einen tollen Sommer!

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ZUBEREITUNG FRISÉE-SALAT MIT GEBRATENEN EIERSCHWAMMERLN UND POCHIERTEM EI ZUTATEN FÜR 6 PERSONEN 800 g Eierschwammerl oder andere Pilze, in Scheiben geschnitten 7 El Olivenöl 3 EL Zitronensaft 6 Eier 1 Kopf Frisée-Salat, in mundgerechte Stücke geschnitten

ANNABELLES SOMMER-KOCHBUCH ENTSPANNTE FERIEN MIT FAMILIE UND FREUNDEN Verlag: Eigenverlag Annabelle Knaur 184 Seiten, ISBN: 978-3-033-08984-6 € 29,00 [D] / € 29,00 [A] / CHF 35,00 [CH] Kochbuch bestellen unter: www.knaur.com

1 Bund Radieschen, in Scheiben geschnitten Salz und Pfeffer aus der Mühle

Den Backofen auf 190 °C vorheizen. Die Pilze in einer ofenfesten Form mit 4 EL Olivenöl beträufeln, mit Salz und Pfeffer würzen und im Ofen etwa 25 bis 30 Minuten braten, bis sie braun sind. Vollständig auskühlen lassen. Für die pochierten Eier eine große Pfanne zu drei Vierteln mit Wasser füllen, etwas salzen und zum Sieden bringen (bis kleine Luftblasen aufsteigen). Das Wasser mit einem Löffel zum Kreisen bringen, ein Ei nach dem anderen aufschlagen und vorsichtig in den Wasserstrom gleiten lassen. Die Eier 3 Minuten kochen, mit einem kleinen Sieb oder einem Schaumlöffel aus dem Wasser heben und mit Küchenrolle abtropfen. Dann beiseitestellen.

Die restlichen 3 EL Olivenöl mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer zu einem Dressing verrühren. Salat mit Radieschen und Pilzen in einer Schüssel anrichten, mit dem Dres­ sing übergießen und vermengen. Salat auf 6 Teller verteilen, jeweils 1 pochiertes Ei daraufsetzen, mit dem Dressing übergießen und vermengen und mit Schnittlauch dekorieren.

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LACHS-CARPACCIO MIT FENCHEL UND KAPERN ZUTATEN FÜR 6 PERSONEN 450 g frisches Lachsfilet, ohne Haut und Gräten, in ganz dünne Scheiben geschnitten 2 El Kapern, grob gehackt Olivenöl, gute Qualität FENCHELSALAT 2 Fenchelknollen, fein gehobelt 1 EL Minze, fein gehackt 1 EL Dill, fein gehackt 2 TL Zucker Saft von 1 Zitrone Salz

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ZUBEREITUNG Alle Zutaten für den Salat vermengen und mindestens 1 Stunde marinieren lassen. Die Lachsscheiben auf Teller verteilen und etwas Fenchelsalat darübergeben. Gehackte Kapern darüberstreuen und jeweils etwas Olivenöl über den ganzen Teller träufeln. TIPP Um den Lachs leichter dünn schneiden zu können, gibt man das Filet für 1 Stunde in den Tiefkühler. Der Fenchelsalat steht auch für sich allein gut da (Olivenöl nicht vergessen!). Ich verwende hier ein wenig Zucker, um den Fenchelge­schmack zu betonen, aber natürlich kann man ihn auch weglassen.

Das Sommer-Kochbuch entstand bei Annabelles Bruder Ferdinand Trauttmansdorff auf GUT DORNAU in Niederösterreich.

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ZEIT FÜR DIE GUTEN DINGE. • • • • • • •

ZUBEREITUNG TRIFLE MIT BEEREN UND SAUTERNES ZUTATEN 200 g frische Himbeeren 250 g Erdbeeren, in Würfel geschnitten 100 g Biskotten 150 ml Sauternes (Süßwein) MASCARPONECREME 3 Eier, getrennt 110 g Zucker 1 Päckchen Vanillezucker 250 g Mascarpone 200 g Schlagobers, geschlagen

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Für die Creme Eigelb mit Vanillezucker und 55 g Zu­cker ein paar Minuten schlagen. Vorsichtig Mascarpone und geschlagenes Schlagobers unterheben. Keine Sorge – wenn der Mascarpone mit Zucker in Verbin­ dung kommt, verflüssigt sich die Masse etwas.

die Mascarponecreme legen. Beeren über die Biskotten verteilen.

Eiweiß fest schlagen, den restlichen Zucker (55 g) dazugeben und steif schlagen. Nun auch den Eischnee unter die Mascarponecreme ziehen. Die Hälfte der Mascarponecreme in eine Glasschüssel füllen.

TIPP

Den Sauternes in eine flache Schüssel gießen. Die Biskotten darin auf beiden Seiten kurz eintunken und auf

Zum Schluss die restliche Creme über die Beeren verstreichen, zugedeckt kühl stellen. Vor dem Servieren mit geriebener Schokolade dekorieren.

Trifle ist eine wahre Köstlichkeit der englischen Küche und obendrein sehr praktisch, weil man es auch für viele Gäste gut vorbereiten kann. Statt der Biskotten eignen sich auch AmarettiKekse. Man kann fast jedes Obst verwenden, je nach Saison Marillen, Pfirsiche oder Heidelbeeren etc.

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Fotos: © Callwey Verlag

Barbara Becker beim Arrangieren eines Picknicks

The Salonette alias Insa Lachauer deckt mit ihren selbst designten Servietten und Tischtüchern – viele Farben sind bei ihr im Spiel.

TISCHKULTUR

GROSSARTIGE GASTGEBER UND AUSGEZEICHNETES DESIGN Wenn Gastgeberinnen und Gastgeber ihre Rolle nicht genießen können und nach vielen Vorbereitungen für das „perfekte Fest“ eigentlich schon erschöpft sind, ist die gute Stimmung dahin, meint Julia Dettmer aus eigener Erfahrung. Hektik kann nämlich das ganze Spektakel verderben und statt Freude nur Frust bereiten. Damit es gar nicht so weit kommt, suchte sie viele entspannte Gastgeber/-innen auf und bat sie im Interview um Tipps, wie man durch gute Planung und Vorbereitung als Teil des Ganzen schon Vorfreude empfindet. Barbara Becker, bekannt für ihre rauschenden Feste, verrät, wie man beim Picknick eine herrliche Atmosphäre kreiert. Schauspielerin Sabine Vitua lebt das Motto „Ungezwungenheit“ – sowohl bei der Vorbereitung als auch am großen Tag beim Gartenfest. Auch Nina Ruge hilft sorgfältige Planung beim Genießen des eigenen Happenings. Sie beginnt nämlich schon eine Woche davor und ist bereits am Vortag mit fast allem fertig für die Weinprobe. Thomas Anders und seine Frau Claudia schalten direkt um in den Gastgebermodus und lassen den Alltag draußen; so kön-

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nen sie sich voll und ganz auf ihre Gäste einlassen und auch selbst die gemeinsame Zeit genießen – was ja eigentlich das Ziel des Beisammenseins ist. Bei der Salonette alias Insa Lachauer wird in der letzten halben Stunde, bevor es klingelt, eine Flasche geköpft und auf die folgenden beschwingten Stunden angestoßen; so stimmen sie und ihr Mann sich auf die Gäste locker ein. Und Schauspieler Michael Brandner findet, dass die Eingeladenen sich automatisch entspannen, wenn sie gut und liebevoll umsorgt werden. Besonders interessant fand die Autorin den Blick über die Schulter der Spitzengastronomen Cornelia Poletto, Marie-Anne Wild und Mathieu Mermelstein. Eine Fülle an guten Tipps kann man sich hier holen! Der Knigge-Experte Herr Mikael wusste natürlich auch,

was einen guten Gastgeber ausmacht: Herzlichkeit und Ruhe sind essenziell, dann wird das Fest nicht zur Prüfung für die Gastgeber/-innen, sondern lädt auch die Gäste ein, sich zu entspannen und dem Alltag zu entfliehen. Dann bleiben die schönen Momente und die angenehme, gelockerte Stimmung und viele nette Gespräche in Erinnerung. Und auch, wenn einmal etwas nicht so klappt wie geplant, ist das keine Katastrophe, sondern nur die Erinnerung daran, dass zu perfekt sehr oft langweilig sein kann, während ein kleines Missgeschick manchmal auch die persönliche Note ist. Die lukullische Spritztour zu den unterschiedlichsten Feiern großartiger Gastgeber/-innen mit Tischkultur führt Julia Dettmer von der Toskana bis nach Hamburg. Von Tamara Gräfin von Nayhauß, die einen Traum von Kindergeburtstag arrangiert, über ein Boho-Picknick von Barbara Becker am Meer und Dr. Fabian Riedel, der sensationelles Seafood aus Bayern auftischt, bis zur Tea Time mit Insa Lachauer oder einer Weinverkostung in der Toskana. So unterschiedlich wie die Anlässe, sich zusammenzufinden, sind auch die verschiedenen Orte und Gastgeber/-innen. Man sieht nicht nur die perfekt eingedeckten Tische, sondern bekommt auch einen lebendigen Eindruck von den Tafelrunden. So meint Nina Ruge, die erfahrene Society-Reporterin und Mo-

deratorin, dass „unser Zusammenkommen eine Leichtigkeit atmet, die uns für jede Art Austausch Raum lässt, für heiteres Geplänkel bis zu tiefer Begegnung“. Das ist das Wichtigste. „Das ist nur möglich in einem Umfeld, das nicht durch Etikette und Überperfektion bestimmt ist.“ Hilfreich ist die Unterstützung durch Haushälterin und Köchin oder, wenn nicht vorhanden, durch Freunde, die selbst kochen und bei der Vorbereitung mithelfen. So liegt die Vorbereitungsarbeit nicht nur auf den Schultern der Gastgeber/-innen, sondern gelingt leichter im Teamwork. Das Foto der Tafel mit der Auswahl an Speisen und Getränken, schöne Dekoration, vor allem aber die zufriedenen Gäste, die ins Gespräch vertieft sind, zeigen, worauf Hausherrin und Hausherr Wert legen: einer gelungenen Mischung aus Gästen zu vermitteln, dass sie sich freuen, dass ihre Gäste gekommen sind, um mit ihnen zu feiern. Passende Tipps werden gleich mitgeliefert, damit die Weinprobe gelingt. Wenn Tea Time (um 17 Uhr, nicht um 15 Uhr) angesagt ist, wird ganz liebevoll und sorgfältig mit schönen Dingen gedeckt. Da kommen auf die feine Leinentischdecke handbedruckte Servietten aus Indien sowie die silberne antike Teekanne und das besonders edle Porzellan zum Einsatz. Neben Gläsern und Karaffen und dem alten Silberbesteck werden dann die Speisen aufgedeckt. Neben Schokokuchen mit Schlagobers und

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Fotos: © Callwey Verlag

Franziska Hardenberg und Lili Radu dinieren über den Dächern von Berlin.

There is no second chance for a first impression: Gute Events überzeugen dadurch, dass sie in Erinnerung bleiben!

Beeren, Macarons und Butterkuchen dürfen natürlich die klassischen englischen Tea Time Sandwiches samt Gurken, Datteln und Gorgonzola nicht fehlen. Zum Trinken werden Schwarztee, Kaffee und Munich Mule gereicht. Übrigens: Bei so dekorativem Gedeck und exquisiten Speisen reichen ein paar dezente Blumen und Kerzen als Tischschmuck aus. Die Gäste sollen es ja gemütlich haben und sich wohlfühlen. „Ein bisschen wie im Urlaub“, meint Insa Lachauer. Kostbare Familienerbstücke sollen die Tafel komplettieren, aber nicht überladen. Die Gäste sollen nur die Wertschätzung ihres Besuchs spüren und dass die Gastgeberin/der Gastgeber sich Mühe gegeben hat, es ihnen „schön“ zu machen, ohne jedoch ein steifes Spektakel zu veranstalten. Franziska „Franzi“ von Hardenberg und Lili Radu laden auf Berlins coolste Dachterrasse zum „Ladies Aperitivo“ ein. Die beiden Unternehmerinnen verbindet nicht nur der Gründergeist, sondern auch eine besondere Vorliebe für die Gastgeberinnenrolle. „Wir lieben es, Gäste zu entertainen, mein Mann und ich sind Social Animals. Es ist Teil unseres Charakters. Hinzu kommen ein gute Portion Aufmerksamkeit, Fantasie und Liebe zum Detail“, beschreibt sich Lili Radu. Und Franzi fügt hinzu: „Ich glaube, bei mir ist es eine Mischung aus optischer Ästhetik, Kulinarik und einem guten Gäste-Mix.“ Gute Veranstaltungen leben von den Gästen, die eine gute Dynamik mitbringen. Sich selbst beim Fest wie

ein Gast zu fühlen, wäre wohl das Ziel. Produkte, die eine Tafel aufs Beste dekorieren und glänzen lassen, werden im Buch vorgestellt und beschrieben, einschließlich Preis und Bezugsquelle. Man findet Geschirr exquisiter Ästhetik aus Frankreich und Deutschland, Gläser aus Finnland, Bowls aus Portugal und viele andere tolle Ideen. Nicht umsonst wurde der Bildband 2022 mit dem DINEUS, dem „Grand Prix der Tischkultur“, ausgezeichnet. Text: Hannelore Lensing

Tischkultur 2022 – Großartige Gastgeber und ausgezeichnetes Design Callwey Verlag ISBN: 978-3-7667-2570-7 176 Seiten | Preis: € 46,00

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Fotos: ART&ANTIQUE © wildbild, VIEVINUM © Barbara Zeininger

Mag. Alexandra Graski-Hoffmann (Mitte) mit ihrem Team von links nach rechts: Sheela Rapf, Katharina Brandtner, Theresa Weiß, Tina Patronovits, Julia Hafner

MESSEMACHERIN AUS LEIDENSCHAFT Die kunst- und weinaffine Unternehmerin Alexandra Graski-Hoffmann hebt gemeinsam mit ihrem Team die österreichische Messeszene mit innovativen Ideen auf das nächste Erlebnislevel.

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enn in den historischen Räumlichkeiten der Wiener Hofburg oder der Salzbur­ ger Residenz Kunstwerke in aufwendig inszenierten Kojen platziert werden, um zahlreichen Besucherinnen und Besuchern einen interessanten und bereichernden Messebesuch zu ermöglichen, oder wenn Topwinzer/-innen für Sommeliers, Journa­ listen und Weinliebhaber ihre Flaschen zur Verkostung öffnen, dann ist Alexandra Graski-Hoffmann nicht weit. Ihre Talente in Sachen Organisation, Management und Netzwerken wurden ihr in die Wiege gelegt, und professionelles „Hosting“ ist ihre Visitenkarte. Die Trauer um ihren Vater Gerd A. Hoffmann sitzt tief, ist doch der Doyen der österreichischen Messeszene vergangenen Sommer gestorben. Er hat Messen hierzulande zu dem gemacht, was sie heute sind, hat mit Visionen

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und persönlichem Einsatz unzählige österreichische und internationale Fach- und Publikumsmessen organisiert. „Er war ein Ermöglicher“, sagt Alexandra Graski-Hoffmann voll Respekt. Und vieles hat sie von ihm gelernt. Allem voran ist es die Leidenschaft für Kunst und Wein. „Ich bin damit aufgewachsen“, erzählt sie. Sowohl Groß­ eltern als auch Eltern haben immer schon Kunst gesam­ melt; von Biedermeier bis zu bäuerlicher Kunst, von klassischer Moderne bis zu Zeitgenössischem reicht die Bandbreite. „Wenn man nahe am Kunst- und Gale­rien­ handel ist, gibt es verlockende Gelegenheiten, etwas zu erwerben“, meint Graski-Hoffmann schmunzelnd und er­innert sich, wie sie schon als Kind bei diversen Jury­ rundgängen mitgehen durfte und zu „honorigen Herren“ wie Prof. Kurt Rossacher oder Reinhold Hofstätter auf­ schaute. „Da durfte ich viel lernen“, sagt sie rückblickend.

ART&ANTIQUE Salzburg

Gleich nach ihrem BWL-Studium an der Wirtschaftsuni Wien gründete Alexandra Graski-Hoffmann 1994 gemeinsam mit ihren Eltern die M.A.C. (Messen.Ausstellungen.Congresse), und sowohl die Hofburg als auch die Salzburger Residenz wurden für entsprechende Events gemietet. Die Kunst- und Antiquitätenmessen, aber auch Messen für die Branchen Design, Schmuck oder Wein, wurden jährlich wiederkehrend programmiert. Heute ist die M.A.C. ein Unternehmen mit zahlrei­chen Messen und Events, einer Hundertschar an Aus­stellern, vielen Tausenden Besucherinnen und Besuchern und je­der Menge an neuen Ideen. Das Team besteht ausschließ­lich aus Frauen; das hat sich im Laufe der Jahre ergeben, und die Zusammenarbeit während der Pandemie ist viel kreativer geworden. Die Erarbeitung von neuen Zugängen und an die Pandemie angepassten Konzepten war auch während der Covid-Krise möglich, allen voran die Digitalisierung und der Ausbau diver­ ser Kommunikationskanäle. Dazu zählen regelmäßige Newsletter, Blogs, Galerie-Videos und die Entwicklung eines Premium-Onlineportals, das es Händlern ganzjährig ermöglicht, auch außerhalb der Messeöffnungszeiten im Netz präsent zu sein. Dieser Service ist notwendig geworden und inzwischen State of the Art. Auf den Messen findet regelmäßig ein intensiver Austausch unter Experten, Sammlern, Galeristen und Kunsthändlern statt.

Als Veranstalter darf man dabei professioneller Partner sein und mit einem spannenden Programm zur Messe begleiten. Die letzten beiden Jahre haben auch der ART&ANTIQUE eine Pause abverlangt, die von Graski-Hoffmann und ihrem Team für Brainstormings und Neuorientierung genützt wurde. Qualitätskriterien wurden neu formuliert, Positionen junger Kunst halten zunehmend Einzug und die Anzahl der Messetage in der Hofburg wurde auf fünf Tage verkürzt. Die ART&ANTIQUE dauert nun von Donnerstag bis Montag, wobei der „Kunstmontag neu installiert und erfolgreich von Aus­ stellern und Besuchern angenommen wurde“. In Salz­ burg wird die Residenz in bewährter Form während der Oster- und Sommerfestspiele als ART&ANTIQUE bespielt. Hier wird ebenfalls neben den bekann­ten Sparten an Kostbarkeiten von antiken Möbeln bis Skulpturen, von bildender Kunst und Fotografie bis zu Schmuck auch die nächste Generation an Künstlerinnen und Künstlern vertreten sein. Nicht nur auf den Kunstmessen, sondern auch während der biennal stattfindenden VieVinum ist Alexandra Graski-Hoffmann mit ihrem schlagkräftigen Team täglich vor Ort. Die „schönste Weinmesse der Welt“, wie in einem Magazin zu lesen stand, vereint alle guten

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VieVinum Internationales Weinfestival, Hofburg Wien, von 21. bis 23. Mai 2022

Eigenschaften in sich: Das Ambiente der Hofburg und die zentrale Lage, Wien als Kultur- und Weinstadt – hier fühlt man sich einfach wohl. Alle Winzer/-innen sind persönlich anwesend, Service für Aussteller und Besu­ cher hat einen hohen Stellenwert. Die langjährige gute Zusammenarbeit mit der Österreich Wein Marketing ist ein besonderer Vorzug und ermöglicht den Winzerinnen und Winzern, zahlreiche Einkäufer, Journalisten und Weinliebhaber aus der ganzen Welt kennenzulernen. Gastfreundschaft ist das Zauberwort, das Alexandra Graski-Hoffmann antreibt und das die Grundlage für viel persönlichen Austausch und Begegnung vor Ort bietet. All das spiegelt sich auch in einem MentoringProgramm wider, das die Unternehmerin kürzlich ins Leben gerufen hat. 24 junge Winzer/-innen werden mit Persönlichkeiten aus der Gastronomie, aus Politik und Gesellschaft „gematcht“, um einander gegenseitig zu beflügeln. So kümmert sich die renommierte Winzerin Eva Pölzl um die junge Katharina Baumgartner aus Untermarkersdorf, Gastroprofi Stefanie Herkner begleitet den Illmitzer Jungwinzer Helmut Lang und Sportmanager Johannes Graski steht Lisa Paschinger vom Urbanihof in Fels am Wagram zur Seite, um nur einige Paarungen zu nennen. „Es geht um Themen wie Generationswechsel, nachhaltige Landwirtschaft, biodynamisches Produzieren oder neue Technologien. Die Mentoren sorgen für entsprechenden Austausch und Vernetzung“, erklärt Alexandra Graski-Hoffmann. Was die Messemacherin

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antreibt, ist schnell auf den Punkt gebracht: sich mit schönen und ansprechenden Themen und Locations zu umgeben, Menschen zusammenzubringen, Kontakte und Begegnungen zu ermöglichen. Wenn sich die Tore der Messe nach intensiven Tagen schließen, atmet Ale­ xan­dra Graski-Hoffmann kurz durch, um schnell für ihr nächstes Projekt bereit zu sein: die ART VIENNA, ein neues Format, das im September in der Orangerie Schönbrunn Kunst und Design für einige Tage an einem wunderschönen Ort zusammenbringt. Text: Clarissa Mayer-Heinisch I N F O B OX

SAVE THE DATE VieVinum Internationales Weinfestival Hofburg Wien 21. bis 23. Mai 2022 ART&ANTIQUE Residenz Salzburg 12. bis 21. August 2022 ART VIENNA Orangerie Schönbrunn 16. bis 18. September 2022 M.A.C. Hoffmann & Co GmbH Hofburg-Schweizertor PF 22, 1016 Wien T +43 1 5871293 www.mac-hoffmann.com

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SCHLOSS WALLHAUSEN Zu Gast bei Prinz Salm

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Photos © Ela Angerer unless otherwise stated

VDP.Großes Gewächs, FELSENECK, auf Grünschiefer gewachsen

PRINZ SALM WEIN MUSS SEIN Die Leidenschaft zum Beruf machen – das ist ein Traum, den sich nur wenige Menschen tatsächlich erfüllen. Es gehört nicht nur Glück dazu, sondern auch eine ganze Menge Mut. Felix Prinz zu Salm-Salm ist dies gelungen. Anstatt des geplanten BWL-Studiums hat er sich nach seiner Zeit beim Militär in Pfullendorf am Bodensee im Jahr 2001 kurzerhand entschlossen, das Studium einfach sein zu lassen, um Vollzeitwinzer zu werden, erfahre ich im Interview für die SCHLOSSSEITEN. Fotos: Carla Nagel, Robert Dieth

Als Prinz Felix nach seiner Stationierung nach Hause ins elterliche Weingut an der Nahe fuhr, begann plötzlich ein heftiger Schauer. Seine Sorge galt sofort der anstehenden Weinlese und er betete zu Gott, dass die Reben nicht im Regen „ertrinken“ würden. Wie einen Geistesblitz sah er seine Bestimmung vor sich, und ihm war klar, dass er Winzer werden wollte. Eine Entscheidung, die seinen Vater Michael Prinz zu Salm-Salm mit Freude erfüllte. Schließlich besitzt die Familie der Prinzen zu Salm-Salm bereits in der 32. Generation das Weingut Prinz Salm in Wallhausen an der Nahe mit knapp 11 Hektar Rebfläche und in Bingen/Rheinhessen mit 7 Hektar; dazu gehören auch noch 175 Hektar Wald sowie 15 Hektar Landwirtschaft.

Prinz Felix und Prinzessin Victoria führen heute das VDP.Weingut – von der Arbeit im Weinberg über die Kellerarbeit hin zu Marketing und Verkauf. Hier sieht man sie im Barrique-Reifekeller. 198

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Allerdings war es bislang nicht üblich gewesen, dass ein Mitglied der Familie zum Vollzeitwinzer wird. Es

hatte immer einen angestellten Verwalter und einen Kellermeister gegeben. Prinz Felix hatte sich zu diesem Zeitpunkt schon austoben können und vieles von der Welt gesehen. Während seiner Zeit im Internat bei Bath im Süden Englands schloss er Freundschaften mit Mitschülern aus der ganzen Welt. Es war also der richtige Zeitpunkt, um endlich nach Hause zu kommen. Auch stand ihm keines seiner fünf Geschwister bei seiner Entscheidung im Wege, alle hatten einen anderen beruf­ lichen Weg als Ziel. Prinz Felix zog seine Entscheidung durch und absolvierte das Studium der Önologie an der Hochschule Geisenheim mit Erfolg. Als ausgebildeter Winzer stieg er 2007 als Betriebsleiter in den elterlichen Betrieb ein, um das Weingut im Jahr 2018 zur Gänze zu übernehmen. Gott sei Dank konnte er hier allerdings nicht nur auf die Unterstützung seiner Eltern zählen, sondern auch auf die seiner heutigen Ehefrau, Prinzessin

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Méthode champenoise, 32-monatiges Hefelager

Victoria, die leidenschaftlich und in Vollzeit im Familienbetrieb mitarbeitet. Die beiden kennen sich schon seit ihrer Jugend, es war also kein Zufall, dass sie sich ineinander verliebten, heirateten und heute drei Kinder zusammen haben: zwei Söhne und eine Tochter im Alter von 4 Jahren und 11 Monaten. „Ich habe ein paar Praktika in anderen Weingütern absolviert, aber eine Ausbildung zur Winzerin habe ich nie gemacht“, erzählt Victoria mit strahlendem Lächeln. Learning by Doing sei ihr Erfolgsrezept. Vor ihrer Hochzeit mit Prinz Felix studierte sie Grafik & Werbung so­ wie Politikwissenschaft. „Während unserer ersten beiden Ehejahre wollte ich nicht im familiären Betrieb mitarbei­ ten, aber nach zwei Jahren war meine Leidenschaft für den Wein so groß, dass ich meinen ursprünglichen Job in der politischen Kommunikation an den Nagel gehängt habe, um voll in den Weinanbau einzusteigen“, berichtet die Prinzessin. Außerdem habe sie gemerkt, wie wichtig es ist, dass in einem Familienbetrieb alle mit anpacken. „Wir produzieren zu 70 Prozent Riesling sowie Pinot und Merlot. Das Besondere sind die gehaltvollen, mineralischen, sehr strukturierten Rieslinge. Da wir sehr unterschiedliche Böden hier in Rheinhessen und an der Nahe haben und der Riesling ein Botschafter des Bodens ist, bieten wir eine große Palette an vielfältigen Rieslingen an. Mein Lieblingsriesling ist der Grünschiefer, der auf dem gleichnamigen Felsen, auch als Chloritschiefer bekannt, gewachsen ist. Wir sind tatsächlich das einzige Weingut, das einen Grünschiefer führt. Der Geschmack hat durch die Schwefeleinschlüsse, die im Gestein ent­ halten sind, eine schön tänzelnde Salzigkeit auf der

Victorias Experiment: Weißburgunder „V“

Zunge. Und das ist wirklich mein absoluter Lieblingsriesling mit seiner eleganten Mineralität“, schwärmt Prinzessin Victoria.

FELSENECK, VDP.Große Lage, Nahe

Neben Victoria und Felix arbeiten drei weitere Ange­ stellte im Außenbetrieb, dazu gibt es einen Kellermeister sowie eine Teilzeitkraft fürs Büro, um die 25 Weinarten herzustellen. Die Arbeit im Weinberg zieht sich über das ganze Jahr: Von Dezember bis Februar werden die Reben zurückgeschnitten, es folgt das Biegen und Heften der neuen Rute. Dann kommen der Austrieb und die Blüte. „Winzer zu sein bedeutet in unserem Fall viel Handwerk: Wir berühren jeden Rebstock über das Jahr circa 12- bis 18-mal“, erzählt Prinzessin Victoria. „Wir haben zusätzlich acht Galloway-Rinder und 160 Hühner, da wir das Prinzip der regenerativen Landwirtschaft verfolgen, um die Böden zu verbessern.“ Ist der Wein dann einmal in die Flaschen abgefüllt, wird er natürlich auch in vollen Zügen genossen. Einerseits von der Familie und engen Freunden, aber auch von Gästen: Jedes Jahr finden Vermählungen im Standes­ amt im Schloss der Prinzen zu Salm-Salm statt, danach wird angestoßen. Im Frühjahr und im Advent werden bei Verkostungen die neuen Jahrgänge im Rahmen eines gesetzten Dinners probiert, das ein Koch aus der Region zubereitet. Gäste sind Topkunden, alles private Wein­ liebhaber, die unterschiedliche Privilegien genießen, wie zum Beispiel die besonderen Verkostungen. Der Klimawandel und das damit verbundene wärmere Wetter hat eher positive Auswirkungen auf den Weinan Galloways im SCHARLACHBERG, VDP.Große Lage, Rheinhessen

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Wir schenken Ihnen ein Lächeln.

Im FELSENECK, VDP.Große Lage, Nahe

bau. „Noch vor zehn Jahren war die Ernte längst nicht so voll und sonnengereift, wie sie es heute ist. Außerdem haben wir früher auch später gelesen. In den letzten Jahren haben wir schon Ende August geerntet, während damals eine Lese erst im Oktober stattfand. Unsere Rinder und Hühner verbessern die Wasserspeicherkapazität der Böden, somit überstehen wir große Dürrejahre“, erklärt Prinzessin Victoria. „Kann Wein auch verderben? Oder je älter, desto bes­ ser?“– „Klar, aber die meisten Weine sind für 25 bis 30 Jahre gemacht, bis dahin sind in der Regel alle Flaschen bereits ausgetrunken“, erwidert die Prinzessin und lacht. Es gibt auch edelsüße Weine, die reifen noch länger. Aber die Lagerung gilt natürlich auch hier nicht für die Unendlichkeit. „Und was kostet eine Flasche Wein bei euch?“ – „Unsere Weine kosten zwischen 9 und 170 Euro pro Flasche, je nach Alter und Aufwand in der Herstellung. Es gibt unseren Wein weltweit zu kaufen. Die USA sind ein guter Markt, der unseren Riesling sehr schätzt. Japan, China, Russland, Skandinavien, die Tschechische Republik und Holland bilden ein Exportmarktgeschäft mit 30 Prozent Anteil.“ Prin­ zessin Victoria empfiehlt außerdem die Sushi Bar in der Marschallstraße 2 in München, denn „dort gibt es das beste Sushi und unseren Salm Wein.“ Ein sehr netter Grieche betreibt den Laden. „Lass dir dort Fisch-Carpaccio empfehlen“, schwärmt die Prinzessin. Der Pschorr am Viktualienmarkt verkauft ebenfalls Salm Wein, und das große Ziel ist es, den Salm Wein auf dem Oktoberfest in München auszuschenken, und zwar im belieb-

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ten Käferzelt. Eine weitere Vision für die Zukunft ist es, das nachhaltigste Spitzenweingut Deutschlands zu werden. „Und wir sind auf einem guten Weg dorthin. Mein Schwiegervater hat bereits Ende der 80er-Jahre das Weingut biologisch zertifizieren lassen und war damals absoluter Vorreiter, was Nachhaltigkeit angeht“, erklärt Victoria voller Stolz. Ich bedanke mich für das Gespräch, und natürlich habe ich im Anschluss sofort eine Flasche Salm Wein aufgemacht und mir ein Glas eingeschenkt. Während ich all die schönen Eindrücke noch mal in Gedanken erlebe, genieße ich ein Glas des köstlichen Salm Rieslings.

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Ein Muss im Sommer ist ein Ausflug in die Weinregionen Österreichs. Hier kann man noch herrlich wandern, bei einem Heurigen einkehren und die Landschaft genießen. Und gleich Wein einkaufen für zu Hause, um sich das Gefühl der Weinberge wieder in Erinnerung zu rufen. 8. 5.

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Fotos: Wikipedia

KUNST AUS ÖSTERREICH 50 MENSCHEN, DIE DAS 20. JAHRHUNDERT PRÄGTEN

Michael Horowitz ist Fotograf, Journalist, Schriftsteller, Verleger und offensichtlich auch ein sehr kunstaffiner Mensch, der seit Jahren mit Künstlerinnen und Künstlern vertraut ist und sich interessiert den jeweiligen Strömungen annähert. Dem Buch, das sich in präziser Gliederung mit den künstlerischen Lebensläufen befasst, muss eine sehr intensive Recherchearbeit vorausgegangen sein. Wie sonst wäre es möglich, so spannend und detailreich die oft im Zickzack verlaufenen Lebensstationen und Lebensläufe zu beschreiben? Auf welche Weise funktioniert das „From Zero to Hero“ und wer bestimmt eigentlich, was Kunst ist, wer als Künstlerin oder Künstler anerkannt wird und erfolgreich ist? Der Autor zitiert Pablo Picasso zur Frage des Kunstbegriffes so: „Wenn ich wüsste, was Kunst ist, würde ich es für mich behalten.“ Wodurch behauptet sich eine Künstlerin oder ein Künstler am Kunstmarkt? Bestimmt wirklich die Kunst selbst den Marktwert? Oder ist vor allem forciertes Marketing auf dem Weg zum Erfolg entscheidend? Allen diesen Fragen geht Horowitz nach und ergänzt seine Suche mit Zitaten und persönlichen Sichtweisen von Künstlerinnen und Künstlern zu ihrer Arbeit. Wer definiert den Kunstbegriff? Ist „Kunst“ definiert als gesellschaftliche

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Übereinkunft und Wertschätzung „großer Kunstwerke“ wie etwa der Mona Lisa oder ganz im Gegenteil durch zeitkritisch-avantgardistische Auseinandersetzung mit Leben und Umwelt? Allgemein gesagt ist Kunst jedenfalls nicht nur das, was schön und gefällig ist, sondern auch Kontroversielles, das uns intellektuell und emotional berührt. Auf eine andere Ebene gehoben fühlen sich Menschen oft nach einen Musikerlebnis oder dem Besuch einer Ausstellung – ein Ausstieg aus dem Alltag zum Nachklingen-Lassen. Kunst generieren kann bekanntlich nicht jeder. So meinte Karl Valentin treffend: „Kunst kommt von können, nicht von wollen, sonst müsste es ja Wunst heißen!“ Hätte man einen gewissen Adolf Hitler 1907 oder 1908 an der Kunstakademie Wien aufgenommen, was wäre der Welt möglicherweise an Schrecken und Leid erspart geblieben? Es gibt also Qualitätskriterien für Kunst und Kulturverständnis.

„Künstler sein ist kein Beruf, sondern eine Form zu existieren, eine passionierte Art, ein Mensch zu sein.“ „Lebe lieber außergewöhnlich“ – so könnte die Überschrift über den Biografien dieser 50 Künstlerinnen und Künstler lauten. Das, was sich im Laufe einer großen künstlerischen Karriere zeigt, mag anfangs noch ganz unspektakulär erscheinen, zeigt aber oft schon erste richtungsweisende Interessen und Fähigkeiten, die sich später zur eigenständigen, unverwechselbaren „Marke“ entfalten. Umso spannender ist es, die unterschiedlichsten Wege zum Erfolg zu begleiten. Dies gelingt dem Autor Michael Horowitz in seinem Buch „Kunst aus Österreich“ auf hervorragende Weise, indem er in pointierten Kurzporträts Künstlerinnen und Künst­ ler vor den Vorhang treten lässt. Es sind Maler/-innen und Bildhauer/-innen, Architektinnen und Architekten, Kunsthandwerker/-innen und Objektkünstler/-innen, die internationales Renommee genießen und alle aus Österreich stammen. Der Prolog im Buch gibt Aufschluss über seinen ganz persönlichen Zugang zur Kunst und zur Künstlerin Kiki Kogelnik, der Horowitz als 18-Jähriger nach ei­ner Einladung bei einem Galeriebesuch als Fotograf nach

New York folgen durfte. Fotos für ihren Katalog wa­ren die erste Aufgabe und Eintrittskarte ins bunte Kunst­ universum der New Yorker Kreise um Andy Warhol, Claes Oldenburg und Roy Lichtenstein. Kiki Kogelnik zählte bereits in den 1950er-Jahren an der Akademie der bildenden Künste neben Arnulf Rainer, Josef Mikl und Maria Lassnig zum Kreis der jungen Avantgarde in Wien und fand Anschluss an die internationale Szene. Ihr Lebensmotto lautete: „Künstler sein ist kein Beruf, sondern eine Form zu existieren, eine passionierte Art, ein Mensch zu sein.“ Dieses Buch erzählt Lebensgeschichten der unterschiedlichsten Künstlerinnen und Künstler: Vom exzessiven Enfant terrible des Wiener Jugendstils Egon

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Schiele bis zu den Körpergefühlsbildern einer Maria Lassnig. Von Adolf Loos, dem provokanten Wegbereiter der modernen Architektur, bis zu Friedensreich Hundertwasser, dem weltweit hoch gehandelten Meister der Fantasie. Von Alfred Kubin mit seinen düsteren Stimmungen bis zum manischen Farbenrausch des Überma­ lers Arnulf Rainer. Von der provozierenden Feministin Valie Export bis zum großen Expressionisten Oskar Kokoschka. Von Erwin Wurm und seinen skurrilen, surrealen Skulpturen, der es liebt, mit Idee, Ironie, aber auch Zynismus Aufsehen zu erregen, bis zu Menschen, die die Unebenheiten des Lebens ausgleichen. Oder von der Art Brut, dem schmalen Grat zwischen Genialität und Wahnsinn, wie bei Oswald Tschirtner in Gugging im „Haus der schlafenden Vernunft“, bis zum streitbaren Universalkünstler Oswald Oberhuber, den die österrei­ chische Pathetik ärgerte: „Mozart oder Klimt – manche Leute werden hinaufkatapultiert, und der Rest bleibt auf der Strecke. Es gibt auch den Rest!“ Alle 50 Künstlerinnen und Künstler in ihrer Vielfalt besser kennenzulernen, dies gelingt dem Autor in einer für die Leserinnen und Leser angenehmen Weise. Wer die üblichen bekannten Namen kennt und von den weniger bekannten bis dato nur gehört hat, erfährt in diesem Buch viel Spannendes und Neues. Der Autor möchte gern Reiseführer durch die Welt der bildenden Kunst in Österreich werden – mit seinem Buch scheint dieses Ziel erreicht. Stichwortartige Beschreibungen der Künstlerinnen und Künstler, ihre Mission und einen biografischen Überblick findet man neben Fotoporträts

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und dem Abbild eines für sie typischen Werks. Absolut lesenswert – auch in kleineren Abschnitten – und jedenfalls viel schöner als Nachschlagen in Wikipedia. Text: Hannelore Lensing I N F O B OX

Kunst aus Österreich 50 Menschen, die das 20. Jahrhundert prägten Michael Horowitz Molden Verlag in Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG Gebundene Ausgabe € 35,00

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Foto: SUPPAN / kunst-dokumentation.com

Ausstellungsansicht: „Sinnesrausch“, SUPPAN Wien, 2021

GALERIE SUPPAN SUPPAN ist eine seit 1974 in der Wiener Innenstadt ansässige Kunstgalerie mit Schwerpunkt auf internationale zeitgenössische und moderne Kunst. An zwei Standorten präsentiert die Galerie mittlerweile in der 2. Generation jedes Jahr zahlreiche Ausstellungen mit etablierten und aufstrebenden Künstlerinnen und Künstlern.

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Mit SUPPAN EDITION wird ein eigener Hausverlag betrieben, in dem bisher über 50 Publikationen, darun­ ter Werkverzeichnisse, Künstlermonografien und kunst­ historisch zusammengestellte Bücher erschienen sind. Die Galerie nimmt regelmäßig an nationalen und internationalen Kunstmessen teil, darunter die ART COLOGNE in Köln oder die viennacontemporary und die SPARK Art Fair in Wien.

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H OT E L S T H AT D E F I N E T H E D E S T I N AT I O N™ Feiern Sie die Liebe und machen Sie den schönsten Tag im Leben zu einem unvergesslichen Erlebnis voller Eleganz, Exklusivität und Romantik im Hotel Imperial, a Luxury Collection Hotel, Vienna. Bereits 1863 ließ Erzherzog Philipp von Württemberg das heutige Hotel Imperial als Zeichen der Liebe zu seiner Frau, Erzherzogin Marie Therese, erbauen. Wenige Jahre später wurde das prachtvolle Privatpalais der beiden aufwendig umgebaut, um anlässlich der Weltausstellung 1873 als Luxushotel zu eröffnen. Seither ist das Hoteljuwel auch exklusive Location für unvergessliche Hochzeitsfeiern. Die luxuriöse Atmosphäre der prunkvollen Räumlichkeiten und Suiten des Hotel Imperial Wien bietet einen unvergesslichen Rahmen für jede Traumhochzeit.

Claudia und Sebastian Suppan

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FOTO © INGE PRADER

Seit 1974 hat die Galerie mehr als 200 Ausstellungen organi­siert und das Galerieprogramm an ihren Stand­ orten wie auch offsite mit Ausstellungsprojekten u. a. in Wien im Museum Belvedere 21, in der Albertina und im Künst­lerhaus, im Szépművészeti Múzeum in Budapest oder im Österreichischen Kulturforum in New York und London präsentiert.

Foto: SUPPAN / Andrea Sojka

as Ausstellungsprogramm umfasst Einzel­ ausstellungen und große Retrospektiven sowie thematisch kuratierte Gruppenausstellungen mit dem Ziel, einen Dialog zwischen zeitgenössischen Künstler*innen und ausgewählten Künstler*innen des 20. Jahrhunderts herzustellen.

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Fotos: © Castello di Monterado, Castello di Montegridolfo

Foto: © Schlosshotel Kronberg/Einsiedel

Das 5-Sterne-Superior-Hotel liegt oberhalb des pittoresken Taunus-Städtchens Kronberg bei Frankfurt.

BEI KÖNIGS ZUHAUS

Gastfreundschaft ist eine Familientradition im Castello di Monterado in Italien.

SCHLOSSHOTELS MIT FLAIR UND GESCHICHTE Nach mehreren Lockdowns und Einschränkungen steigt das Verlangen nach Freiheit und Reisen, um die eigenen vier Wände hinter sich zu lassen. Es müssen ja nicht unbedingt die von Palmen gesäumten Sandstrände sein, wenn man einen einzigartigen Urlaub verbringen möchte. In Zeiten des Klimawandels kann auch eine Auszeit mit Stil in einem der zahlreichen hervorragenden Schlosshotels in Europa gerade richtig sein, um seine Batterien wieder aufzuladen, und das ohne langen Flug. Wer träumt nicht davon, einmal in einem Schloss zu wohnen – wenn auch nur für kurze Zeit. Himmelbetten und geölte Holzdielen, antike Teppiche und geschichtsträchtiges Mobiliar, funkelnde Kronleuchter … In den schönsten Schlosshotels Europas findet man noch immer jene Annehmlichkeiten, in deren Genuss einstmals adelige Gäste kamen. Ein weitläufiger Park und ein unaufdringlicher Service, der Wünsche ausführt, noch bevor man sie formuliert hat, gehören ebenso dazu wie die Schönheit der umliegenden Landschaft. Die großen Häuser haben sich in der Zwischenzeit zu Gourmettempeln und Wellnessoasen weiterentwickelt, zu entschleunigten Refugien am Land oder zu trendigen Stadthotels. Damit man sich nicht mit der Recherche im Internet herumplagen muss, entführt dieses Buch zum fürstlichen

Urlaub in elegante Herrenhäuser und auf weitläufige Weingüter, hinter mittelalterliche Mauern und in barocke Prunkräume. Folgt man der Einladung der Autoren, so findet man eine bunte Palette hervorragender Schlosshotels und historischer Landsitze, die einen Besuch lohnen. Alte stilvolle Gemäuer erzählen Geschichten von Zeiten, in denen der Hochadel dort zu Hause war und wo Gäste sich heute noch wie Könige fühlen können. Sollten Sie eine Vorliebe für ein bestimmtes Land hegen, dann finden Sie im wunderschön gestalteten Bildband Anregungen für Schweden, England, Irland, Lettland, die Niederlande, Frankreich, Deutschland, Österreich, die Schweiz, Polen, Tschechien, Slowenien, Italien, Spanien, Portugal, Kroatien, Griechenland und Malta. Das Buch entführt uns aber nicht nur in opulente SchlossInteriors, sondern beschreibt auch die Lage, die jeweilige Geschichte des Hauses und seiner Bewohner sowie architektonische Besonderheiten. In einer Infobox findet man den Standort samt E-Mail-Adresse, eine Beschreibung des Restaurants mit Hinweisen auf Spezialitäten

Das Castello di Montegridolfo Spa Resort in Italien lässt keine Wünsche offen. 214

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Foto: © Schlosshotel Kronberg/Einsiedel

Wie die früheren Könige leben? Im Schlosshotel Kronberg können Sie das! der Küche und Aktivitäten im Haus sowie Tipps und Anregungen für Ausflugsziele in der Nähe, wie z. B. besondere Sehenswürdigkeiten, die einen Besuch lohnen. Wer im ersten Moment nicht gleich an Schlösser denken sollte, erfährt, dass Schweden abseits von Abba und Ikea ein Land mit langer monarchischer Tradition ist und selbstverständlich einige imposante Schlösser vorweisen kann, die vom Königshaus oder von anderen Adeligen bewohnt wurden. Vor allem im Süden dieses Landes trifft man auf prächtige Herrenhäuser und Höfe, die oftmals romantisch am Wasser an einem der unzähligen Seen oder direkt an der Ostseeküste liegen. Vielleicht mag man auch Polen, Tschechien, Kroatien oder Slowenien nicht gleich mit hochherrschaftlichen Bauten in Verbindung bringen, aber die Geschichte zeigt uns, dass allen Widerwärtigkeiten zum Trotz von ihrem Erbe imposante Schlösser und einiges an schöner Bausubstanz geblieben ist und gegenwärtig in neuem Glanz erstrahlt. Dass ihre Neuausrichtung und Nutzung den Gebäuden ein neues Leben beschert hat, sodass sie touristisch als First-Class-Hotels weiterbestehen können, erfreut Besitzer wie Besucher. Bei England denkt man natürlich sofort an großartige Schlösser mit Vergangenheit, und auch hier ist der Weg in die Zukunft durch die Öffnung für Besucher und Schlossliebhaber geebnet, die sorgenfrei aus Berufsleben und Gegenwart aussteigen, um eine Zeitreise in die Vergangenheit anzutreten. Wer sich in ruhigen Stunden Zeit nimmt, das Buch „bei KÖNIGS

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zuhaus“ durchzublättern, findet anhand der schönen Bilder und Beschreibung royaler Wohnsitze bestimmt den ein oder anderen Sehnsuchtsort, den er besuchen möchte. Unaufgeregt sachlich, nicht schönfärberisch gepostet wie im Netz oder in Prospekten, lässt sich anhand der Beschreibungen eine exquisite Auszeit in den Schlössern planen. Natürlich dürfen es bei dieser großen Vielfalt an schönen Schlosserlebnissen, die hier beschrieben werden, auch durchaus mehrere Reiseziele sein. Vielleicht fällt es schwer, sich für ein Land zu entscheiden, das man noch gar nicht so auf dem persönlichen Ferienradar hatte, aber Neues – oder eigentlich Altes und Altehrwürdiges – zu entdecken und zu genießen zahlt sich bestimmt aus. Versuchen Sie es doch und lassen Sie sich inspirieren! Text: Hannelore Lensing

Bei Königs zuhaus Schlosshotels mit Flair und Geschichte Verlag: Kunth Verlag ISBN 978-3-95504-886-0 228 Seiten | € 30,80

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Stets richtig gekleidet

BUBEN KLASSIKER

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Ein junger Herr weiß Bescheid über die nötigen Essentials: Dazu gehört, den ganzen Tag in Lederhose und Gummistiefeln herumzulaufen. Besser gekleidet geht es nicht, um die Landschaft im Sommerurlaub zu erkunden.

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Eine junge Dame genießt es, sich im Dirndl zu präsentieren. Dennoch sollte man für den Strand ein paar Kleinigkeiten parat haben, die Sandförmchen gehen ja zur Not auch in der Sandkiste.

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Copyright: Daisy Seilern-Aspang

KOLUMNE

GUSTAV – der Vizsla

GUSTAV, DER SCHLOSSHUND

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a, man glaubt es kaum, aber fast hätte ich in meinem Zuhause Konkurrenz bekommen. Nicht nur, dass die Tochter des Hauses ihren heißgeliebten Spielzeughasen, den ich natürlich nicht anrühren darf, überall mit sich herumschleppt – nein, nun will sie auch noch eine Katze! Und zwar will sie keine aus Plüsch, die ich ja ignorieren könnte, sondern eine echte! Reicht es ihr denn nicht, dass sie reiten gehen darf und dort die Pferde streichelt oder dass sie im Zoo alle möglichen Tiere beobachten kann? Auf den Wiesen rund um das Schloss sieht sie, wenn sie mag, Rehe, Hasen, Fasane und vielleicht sogar einen Wiedehopf, wenn sie Glück hat. Aber nein! Ich kann wedeln, so viel ich will, und sie mit freundlichem Hundeblick anschauen, doch sie will partout eine „Schmusekatze“. Hat sie etwa noch nie davon gehört, dass Katzen sehr eigenwillig und unabhängig sein können? Bei Hunden heißt es ja: „Hast einen Hund, dann hast einen Freund.“ Und der Hund ist seinem Menschen treu ergeben. Für die Katze ist der Besitzer nur Servicepersonal, sagt man, der Futter liefern und, wenn sie das will, sie auch streicheln darf. Vor Kurzem ist eine Streunerkatze in mein Revier eingedrungen. Die war unglaublich präpotent, hat sich mitten auf den Weg gelegt und alle angefaucht, die in ihre Nähe gekommen sind. Gott sei Dank hat sich das Problem von selbst erledigt, als ein Nachbar ein Foto von ihr ausgehängt und gepostet hat. Da war sie plötzlich weg, angeblich wurde sie abgeholt. Ich selbst war davon ja nicht betroffen, weil mich Katzen nicht besonders interessieren. Aber jetzt kommt’s: Gleich in unserer unmittelbaren Nähe wohnt ein angeblich ganz süßes, zärtliches, schwarz-weißes Schmusekätzchen. Ich liege gerade brav auf der Couch – ja, ich darf das inzwischen (Wuff!) – und sehe, wie die Tochter des Hauses das Kätzchen beim offenen Tor hereinlocken will. Etwas irritiert beobachte ich die Szene. Tatsächlich nähert sich der kleine Stubentiger mit freundlich erhobenem Schwanz und umschnurrt alle Anwesenden. „Ah, wie lieb die ist!“, höre ich sie sagen und: „So ein seidiges, weiches Fell hat

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das Kätzchen!“ Wenn ich jetzt aufspringe und sie verjage, sind alle böse auf mich, denke ich mir. Wenn ich aber ganz ehrlich tief in meine traurige Hundeseele hineinblicke, muss ich zugeben, dass ich ein bisschen eifersüchtig bin. Meine langjährige Treue und Pflichterfüllung als Schlosshund ist plötzlich vergessen, wenn Miss Kitty auftaucht und ein bisschen schnurrt. Doch während ich noch darüber sinniere, was ich tun soll, wendet sich mein Schicksal zum Guten. Das Kätzchen hat genug vom Streicheln, dreht sich um und läuft davon. Die Tochter des Hauses ist sichtlich enttäuscht, aber ich kann frohlocken, denn nun höre ich die Erwachsenen sagen: „Schau, du hast doch den Gustav, das ist so ein lieber Hund. Der mag dich und läuft nicht davon und wedelt schon, wenn er dich sieht. Gustav wohnt hier und bewacht uns – das kann die Katze nicht. Katzen fangen außerdem Mäuse und fressen sie. Blöd, gell, weil Mäuse magst du ja auch.“ Damit war die Situation für mich geklärt. Die Katze darf vorbeischauen, muss aber eh wieder gehen. Ich selbst darf bleiben. Und das Schönste, was ich gehört habe, ist, dass auch ich mich auf meine Familie verlassen kann, weil wir uns gegenseitig mögen. Ganz im Vertrauen: Ich habe heute sogar ein Stück vom Tafelspitz abbekommen, was sicherlich besser schmeckt als jede Maus. Also, ich bleibe Einzelhund im Schloss und spiele weiter mit Hundefreunden, die mich besuchen kommen, jedoch nicht mit Katzen, die ich sonst aber auch okay finde. In Zeiten wie diesen ist es doch gut, zu wissen, dass wir einander wenigstens zu Hause alle gern mögen und füreinander da sind.

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WASSERSCHLOSS TOTZENBACH Vor den Toren von Wien

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Johanna und Herbert haben ihre Kaufentscheidung noch nie bereut.

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Das Ehepaar Herbert und Johanna Berger hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte des Schlosses Totzenbach auf sanfte Weise weiterzuentwickeln. Romantisch, idyllisch und einfach wunderschön – das sind die ersten Eindrücke, die man gewinnt, wenn man in den Ort Totzenbach einfährt. Im Mostviertel an der Grenze zum Wienerwald gelegen, inmitten von sanften Hügeln, großen Feldern und schönen Waldstücken, steht man plötzlich direkt davor. Ein Wasserschloss, das vor beinahe tausend Jahren erstmals urkundlich erwähnt wurde und dessen Anlage von einer langen und wechselvollen Geschichte zeugt. Die Totzenbacher, die Polheimer, die Trauttmansdorffs und die Liechtensteins sind nur einige der Besitzer­ dynastien. Als Josef Figl, der vor einigen Jahren verstorbene le­ gendäre Antiquitätenhändler, im Jahr 1973 das Schloss beziehungsweise das, was damals davon noch übrig war, erwarb, stand es kurz vor der Sprengung. Die Gemeinde hatte die Gemäuer als „irreparabel“ eingeIm romantischen Innenhof haben sich schon viele Brautpaare das gegeben. 224 Jawort SCHLOSSSEITEN

stuft. Doch Figl, bekannt dafür, dass er Ruinen mit Gefühl und Geschmack neues Leben einzuhauchen vermochte, wagte sich daran. Das große Tor öffnet sich knarrend, als wir läuten, und schon stehen wir mittendrin im wunderbaren Innenhof. Akribisch geschnittene Eiben, dazwischen jede Menge Lavendel. Rosenstöcke ranken sich an den Wänden der Schlossmauer. Hier haben die kunst- und gartenbegeisterten Bergers seit 2003 ihr Zuhause gefunden. „Wir haben etwas gesucht, das man beleben kann, wo man weiterbauen und es entwickeln muss“, sagen die beiden. Johanna Berger, eine Wienerin, war jahrzehntelang als Kunsterzieherin tätig und auch selbst Malerin. Herbert Berger stammt aus dem Waldviertel, er studierte an der Hochschule für angewandte Kunst Grafik und verbrachte sein ganzes Berufsleben damit. Die beiden eint die Passion, hier in Totzenbach

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1974 – von der Ruine zum Schloss Ein Wintermärchen

etwas zu bewegen. Und was immer es ist – sie tun es mit eigenen Händen. Im Nu ist man im Sog ihrer Begeisterung. Wir beginnen unseren Rundgang entlang der meterhohen historischen Umfriedung, die den Renaissancetrakt im Westen, den rechtwinklig dazu stehenden barocken Teil und den Innenhof umschließt. Mauernischen sind als Relikte der Stal­lungen vorhanden, ein großes gotisches Kellergewölbe, in dem früher Eisblöcke und Vorräte gelagert waren, wurde attraktiv und unverfälscht umgestaltet. Manche der Ziegel, die den Boden bedecken, haben die Bergers im Schloss gefunden, andere wurden zugekauft. „Der Antikhof des Vorbesitzers Josef Figl ist eine Fundgrube für diese Dinge“, so der Hausherr. Nicht minder beeindruckend sind die Dachflächen. Die Ziegel dafür stammen vom Alten AKH in Wien, wo sie während dessen Sanierung und Umgestaltung auf der Müllhalde gelandet wären. Auch die Türme, ein runder und zwei eckige, sind damit gedeckt. Perfekte Harmonie, die ins Auge sticht.

Die ehemalige Zugbrücke über den Schlossgraben

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„Wir haben uns in den Naturteich verliebt“, erklärt Herbert Berger einen der Beweggründe, Schloss Totzenbach zu erwerben. Und er führt uns gleich dorthin, wo man zwischen Wohntrakt und Turm durch ein großes Holztor hinaus auf eine hölzerne Terrasse tritt und dann direkt über dem Wasser ist. Der große Teich ist das Zuhause ei­ner Der große Pavillon in voller Blütenpracht

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Einer der vielen liebevoll gestalteten Plätze rund um das Schloss

ganzen Schar von Enten, einem Reiher-Paar, Bi­bern und jeder Menge Goldfische. Die haben die Bergers von Josef Figl als Geschenk bekommen. Weder er noch die Beschenkten konnten damit rechnen, dass diese sich so reichlich vermehren würden. Die Renovierungsarbeiten begannen an den Fassaden, vor allem an jenen, die im Wasser stehen. „Wir haben Mauerwerk ausgebessert, Dachrinnen montiert, Wände gewaschen und neue Zugänge geschaffen“, erzählt Herbert Berger. Einer davon ist eine stimmig schlichte, gedeckte Holzbrücke, die einige Meter über dem Wasser ins Innere des Hauses und damit auch gleich in ein Herzstück von Bergers Schaffen führt: in den uralt anmutenden Konzertsaal. Hundert Personen finden in dem holzverkleideten Raum Platz, der nicht nur akustisch, sondern vor allem atmosphärisch alle Stückerln spielt. „Ich habe nachgedacht, wie es vielleicht zu Shakespeares Zeiten am Lande gewesen sein könnte“, erläutert Herbert Berger. Zwei Jahre lang hat er gemeinsam mit einem einzigen Helfer an Brücke und Konzertsaal gearbeitet. 250 Jahre alte Fichtenbretter aus einem Waldviertler Haus kamen hier für Paneele und Abdeckleisten zum Einsatz. „Ich bin ein Edelpfuscher“, sagt er lachend, während wir die dekorativen Details bewundern. Vor Corona gingen hier die Gäste ein und aus, sei es, um Lesungen mit Erni Mangold oder Heinz Marecek

zu hören oder um Adventkonzerte zu genießen. Vor allem aber, um Auftritte verschiedenster Künstlerinnen und Künstler zu erleben. Auch der Speisesaal steht für stimmungsvolle Veranstaltungen zur Verfügung, und Hochzeiten sind an diesem besonderen Ort Ereignisse, die den Besucherinnen und Besuchern lange in Erinnerung bleiben. Auf dem Rundweg entlang des Schlossteichs kommen wir am Atelier der Hausfrau vorbei: ein Blockhaus, vor dessen Fenstern sich die Natur ausbreitet, die der Künstlerin als Inspiration für ihre bunten Ölgemälde dient. Nicht weit davon steht ein Halbrund aus Tuffstein, das schon des Öfteren als Filmkulisse oder für Fotoshootings diente, wo die Familie den Sonnenuntergang und die Natur am Teich genießen kann. Sehr eng ist die Verbindung mit dem örtlichen Kulturver­ ein. Man unterstützt einander und kooperiert in vielfacher Hinsicht. Ein Beweis dafür ist, dass die Bergers zu Ehrenbürgern von Kirchstetten ernannt wurden. Der Kauf des Nachbargrundstücks, auf dem ein EU-Schlachthof stand, war von Familie Berger zwar nie geplant gewesen, dieses wurde aber trotz aller Schwierigkeiten über die Jahre in eine Kulturherberge verwandelt. Gemeinsam mit dem „Verein der Freun­de Totzenbachs“ können der Pavillon, ein großes Rondell, das „Agora“ genannt wird, und die halb offene Hofschenke als außergewöhnliches Areal bespielt Die Stirnseite des Konzertsaals

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pA b lO p I C A S S O „femme NUe COUChée“ verkAUfT für 81.250 EURo Südansicht mit davorliegendem Dorfanger

werden. Ein Chorfestival, das Theaterstück „Jugend ohne Gott“ von Ödön von Horvath, Konzerte und Feiern sind für diesen Sommer bereits programmiert. Über den Winter dient einer der Räume als Orangerie für die vielen Topfpflanzen, die in den warmen Monaten Schlosshof und Kulturherberge zieren. Von Schilling- bis Zitronenbäumen, von Oleandern bis zu Papyrus, von Yuccas bis zu Cycas und vielem mehr reicht die Palette. Zurück im Schloss kredenzt die Hausfrau Tee. „Warum machen wir das alles?“, fragt sie selbst, nur um gleich darauf die Antwort zu geben: „Es war Liebe auf den ersten Blick. Wir haben ein Objekt gesucht, das wir entwickeln und dem wir Sinn geben können.“ Und Herbert Berger ergänzt: „Schloss Totzenbach soll ein offenes Haus sein, in dem man schauen, genießen und zur Ruhe kommen kann.“ Die Übung ist gelungen, wie wir bezeugen können. Text: Clarissa Mayer-Heinisch I N F O B OX

Mehrere schöne alte Kachelöfen prägen die Innenräume.

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SCHLOSS TOTZENBACH Schlossstraße 1, 3062 Totzenbach Tel.: +43 664 4133849 www.totzenbach.at

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MARKUS MEINDL Der Mann hinter der Marke „MEINDL Authentic Luxury“ Warm fasst es sich an, samtig, sinnlich und geschmeidig – egal, ob zu einem Kleidungsstück verarbeitet oder als Bezug eines Möbelstückes: Echtes Wildleder ist mehr als nur ein Werkstoff. Die Marke MEINDL ist in Europa und darüber hinaus seit Jahren für diskreten Luxus, Qualität und Authentizität bekannt. Die Produkte vereinen Tradition mit Innovation, modernste Technik mit altüberlieferter Handarbeit, Exklusivität mit zeitgemäßem Design und Zweckmäßigkeit. Markus Meindl führt das Unternehmen bereit in 11. Generation.

Text: Eva von Schilgen

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DAS MATERIAL Seit mehreren Jahrhunderten ist die Herstellung von sämischem Leder bekannt, doch es bedarf großer Erfahrung des Gerbers und 3–4 Monate Zeit, die vom Jäger gebrachten „Decken“ des Rotwildes zu verarbeiten. Nach dem Einsalzen und dem mechanischen Entfernen der Fleischreste liegen diese etwa 4 Wochen in einer Kalkbrühe, dem „Äscherbad“, um die Haarwurzeln zu entfernen. Dieses noch nicht konservierte Leder, die „Blöße“, wird händisch so oft mit Dorschlebertran eingerieben, bis die Haut vollständig mit Tran durchzogen ist. Mit einer Sodalösung wäscht man den überschüssigen Tran aus und legt die nassen Häute in die Sonne zum Bleichen. Danach werden die Leder in einem Millfass so lange gedreht, bis alle Feuchtigkeit verflogen ist, und auf der Stollmaschine weich gemacht. Der samtigen Veloureffekt entsteht durch Schleifen mit stark gekörnten Schleifpapieren. Die Farbe wird anschließend auf die Haarseite der Haut aufgetragen, während die natürliche Farbe des Leders auf der Innenseite erhalten bleibt.

DIE FIRMENGESCHICHTE Im Jahr 1683 wird erstmals ein Schuhmacher namens Petrus Meindl im bayerischen Kirchanschöring erwähnt; seither übte immer ein Meindl dieses Handwerk in fortwährender Tradition aus. Auf dieser Basis erfolgt 1928 die Gründung eines Familienunternehmens für Lederbekleidung aller Art und die Herstellung von Ski­ stiefeln sowie Arbeits- und Bergschuhen. Im Jahr 1974 werden Hannes und sein Bruder Alfons zu gleichen Teilen Firmeninhaber. Meindl-Produkte sind bereits weltweit bekannt und gesucht. So steht 1978 der bayerische Bergsteiger Hubert Hillmaier auf dem Gipfel des Mount Everest, und das in Schuhen der Firma Meindl. Im Jahr 2001 erfolgt ein Firmensplitting in die Bereiche Schuhe und Bekleidung. Markus Meindl: „Mein Vater hat mich schon früh zu Modemessen mitgenommen, und diese Welt faszinierte mich. Kein Wunder, dass mein liebster Spielplatz die Fabrik wurde. Mit acht Jahren durfte ich das erste Mal an eine Nähmaschine, die älteren Mitarbeiter haben mich eingelernt. Mit 16 entwarf ich mein erstes Kollektionsstück, eine hirschlederne Jacke mit Paisley-Futter, die von der Firma LODEN-FREY in München in großer Stückzahl geordert wurde. Neben der Schule arbeitete ich aktiv an den Kollektionen sowie im Ein- und Verkauf mit. Nach der Matura auf der Handelsakademie folgte der Zivildienst in einem Pflegeheim, danach eine Schneiderlehre bei dem deutschen Herrenausstatter Regent in Weißenburg und das 2-jährige Kolleg für Mode und Bekleidungstechnik in Ebensee.

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Markus Meindl: „Nur wenige Spezialisten verstehen sich heute noch auf die traditionelle Be- und Verarbeitung dieses wertvollen Naturproduktes. Die von uns verarbei­ teten Leder werden von erfahrenen Mitarbeitern unse­ rer Gerbereien hergestellt, das garantiert gleichbleibende Qualität. Wir achten dabei zu 100 Prozent auf das Tierwohl. Das Wild hat bis zum Abschuss ein natürliches Leben und unsere Rinder stehen in den Salzbur­ger oder Traunsteiner Bergen. Die Herkunft kann mittels nachweisbarer Nummer bis zum Bauern zurückver­folgt werden. Weder biologisch erzeugtes Olivenleder oder Apfelleder noch Kunstleder ist eine wirkliche Alternative. Alles vom Tier wird in den natürlichen Kreislauf der Natur eingebracht.“ DIE PRODUKTION Produziert werden Lederbekleidung, Taschen, Accessoires und Möbel für den Einzel- wie auch für den Großhandel. Verwendet werden vorwiegend Materialien aus Deutschland, Österreich, Spanien und dem Rest Europas. Einer der Klassiker ist die „Kracherne“, die echte Lederhose. Bis zu 60 Stunden Handarbeit stecken in einem Meindl-Modell, die Wartezeit ist oft beträchtlich. Die gesamte Produktion – Design, Entwicklung, Produkte, Büro, Shops – findet unter einem Dach statt, wodurch schnelle Entscheidungen ohne Aufschub möglich sind. Meindl-Stores findet man in Salzburg, Berlin, München, Kirchanschöring und in Zukunft auch in St. Johann im Pongau. Für BMW produziert der begeisterte Motorradfahrer funktionale und innovative Bekleidung. In Zusammenarbeit mit der Schweizer Luxusuhren-Firma Hublot wurde der Chronograph „Big Bang Bavaria“ produziert. Geplant ist eine limitierte Auflage des BMW X6M, bei dem Meindl das Außenbranding sowie die lederne Innenausstattung gestaltet.

Markus Meindl: „Bei der Produktion legen wir großen Wert auf Nachhaltigkeit. Unsere Produkte werden aus Materialien gefertigt, die natürlichen Kapazitätsgrenzen unterliegen. Eine Massenproduktion ist schon aus diesem Grunde nicht möglich. Die 120 Mitarbeiter in Deutschland sind durchschnittlich seit 25 Jahren bei uns beschäftigt, der älteste fast 60 Jahre. Sie tragen maßgebend zum Erfolg bei. Wir beschäftigen zusätzlich Werkstätten in Kroatien, Bosnien und Ungarn.“ AUTHENTIC LUXURY – DAS DESIGN Zweimal jährlich entsteht eine neue Kollektion. Bei der Entwicklung steht für Markus Meindl gelebte Nach­ haltigkeit an oberster Stelle – seine Modelle und Produkte sollen jahreszeiten- und generationenübergrei­ fend sein und Modernität mit Tradition verbinden. Angesprochen wird eine urbane Käuferschicht, die sich sowohl in den Hochhäusern einer Großstadt als auch auf dem Lande oder im Gebirge in und mit Meindl-Produkten wohlfühlen soll, die unter Luxus Qualität und Exklusivität versteht. Für diese Käuferschicht, die sich in einem Spannungsfeld bewegt, hat Meindl den Begriff des „Gebirgsstädters“ geschaffen. Markus Meindl: „Mein Anspruch ist es, Mode durch das Spiel mit Farben, Formen und Materialien individuell zu interpretieren und damit Zeitgeist, persönliches Lebensgefühl und Lebensfreude zu vermitteln. Die jahrhundertelange Erfahrung meiner Familie mit Leder gibt mir die Basis, dieses vielseitige Material verantwortungsbewusst zu verarbeiten.“ MEINDL & LENA HOSCHEK Eine erfolgreiche Zusammenarbeit verbindet Markus Meindl mit der Wiener Designerin Lena Hoschek, die eine eigene „Meindl Authentic Luxury by Lena

Hoschek“-Kollektion mit extravaganten Reiterhosen, robusten Bikerjacken und taillenbetonten A-Linienrö­ cken aus geschmeidigem Leder in ihrem Wiener Ge­ schäft anbietet. Auf Initiative des Salzburger Unternehmers Max Mayr-Melnhof und in Kooperation mit „Jagd Österreich“ entwarf Hoschek im Jahr 2021 die „erste österreichische Jägerinnen-Jacke“. „Diese Jacke ist so gearbeitet, dass man sie bequem bei der Jagd tragen kann. Sie ist nicht zu eng geschnitten, damit die optimale Bewegungsfreiheit gegeben ist“, sagt Lena Hoschek, und Max Mayr-Melnhof, Salzburger Landesjägermeister, ergänzt: „Es wurde eine Jacke kreiert, die Anerkennung und Respekt für die Natur und Umwelt zeigt und sowohl jagdliche als auch gesellschaftliche Identität hat.“ UNTERNEHMER SEIN IN UNBERECHENBA­ REN ZEITEN Die letzten Jahre waren für zahlreiche Unternehmer eine gewaltige Herausforderung. Der Firma Meindl ist es trotzdem gelungen, sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu halten. Der Krieg in der Ukraine hat die wirtschaftliche Situation nun nochmals verschärft. Bemerkenswertes persönliches Engagement zeigte Markus Meindl, indem er nicht nur eine ukrainische Familie bei sich aufnahm, sondern selbst Flüchtlinge von der deutsch-polnischen Grenze abholte. Markus Meindl: „Wir befanden uns schon vor der Pandemie und vor dem Krieg in der Ukraine in einer Transformation, einem grundlegenden Wandel in der politischen, wirtschaftlichen und technischen Entwicklung. Besonders die Kriegsgefahr hat die Risiken des

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Unternehmers stark wachsen lassen. Europa ist in den letzten 75 Jahren fett und träge geworden, Profitgier, Egoismus, Individualismus bis zur Rücksichtslosigkeit sind vorherrschend. Schwache oder unfähige Politiker sowie eine besonders in Deutschland und der Schweiz schwerfällige Bürokratie erschweren die Lage. Konzerne bestimmen, Mittelständler kommen leicht unter die Räder. Mehr denn je erfordert das vom einzelnen Unternehmer Mut, Risikobereitschaft und die Fähigkeit, neben einem Plan A auch einen Plan B oder C sowie willige, verlässliche Mitarbeiter zu haben, die mit diesen Plänen mitgehen. Die Kriegsgefahr ist nicht zu unterschätzen. Für mich persönlich gilt das Zitat von Benjamin Franklin (1706–1790), der meinte: ,Those who would give up essential liberty to purchase a little temporary safety, deserve neither liberty nor safety.“ (Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.)

Markus Meindl: „Die Familie ist das Wichtigste im Le­ ben. Ich genieße die Zeit mit meinen heranwachsenden Kindern. Mit Freude sehe ich, dass auch deren liebster Spielplatz die Firma ist, denn für mich sind Privatleben und Firma untrennbar miteinander verbunden. Ein wichtiger Teil meines Lebens ist die Jagd, dabei steht jedoch nicht das Töten eines Tieres im Vordergrund. Allein zu sein in der Natur, abseits jeglichen Luxus, erlaubt mir, meine Gedanken zu sammeln. Meine zweite Leidenschaft ist das Motorradfahren, das mir ein Gefühl der Freiheit vermittelt, aber auch Ideengeber für die BMW-Kollektion ist.“

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FAMILIE UND HOBBYS Markus Meindl lebt mit Ehefrau Daniela, den drei Kindern und Hund Romeo in Laufen in einem Haus, das nahe der Salzach auf dem Gelände einer ehemaligen Brauerei entstanden ist. Auf 550 m² hat sich die Familie einen Wohntraum erfüllt. Die Inneneinrichtung des Hauses, eine Kombination aus Holz, Leder und Stein, stammt ebenfalls in der Hauptsache von ihm. Hier steht auch das selbst gebaute Sofa aus 40 m Hirschleder, der Auslöser seiner Möbelkollektion.

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Was ist das Besondere? In jedem Fall eine sehr persönliche Wahrnehmung, die jeder Mensch anders für sich definiert. Was auch immer das Besondere für Sie bedeutet – lassen Sie uns wissen, wie besonders Ihre Lebensqualität sein darf oder wie Sie Ihr Vermögen sinnvoll in hochwertige Immobilien investieren möchten. Wir kümmern uns um alles, damit Sie sich um nichts kümmern müssen – inklusive Vorauswahl und Vorbesichtigungen. Das erspart Ihnen viel – versprochen. Ein „Exquisites Netzwerk“ Sie suchen eine romantische Finca. Ein charmantes Strandhaus. Ein reizendes Bauernhaus oder eine elegante Villa? Oder soll es lieber ein luxuriöses Anwesen, ein schickes Loft, ein stilvolles Apartment oder ein gemütliches Chalet sein? Um an den schönsten Orten der Welt Ihren ganz persönlichen Lieblingsplatz zu finden, nutzen wir seit vielen Jahren ein bewährtes Netzwerk aus Partnern und Experten mit Zugang zu seltenen Offmarket-Immobilien. Für eine „Exklusive Suche“ Im Fokus unserer Passion, der Suche nach exklusiven Immobilien für anspruchsvolle Kunden jenseits des Mittelmaßes, stehen Sie und Ihre sehr individuellen Wünsche. Was wir dafür wissen sollten? Mehr über Sie und Ihre Vorstellungen.

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Fotos: © von den Hotels zur Verfügung gestellt

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SCHLOSSHOTEL SEE-VILLA

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Imperiales Feeling seit 1884

ls historisches Schlosshotel am Millstätter See verbindet die See-Villa die Eleganz der Vergangenheit mit dem Luxus der Gegenwart – genau diese Philosophie wird in diesem Haus gelebt und verzaubert die Gäste mit Tradition und dem Flair der kaiserlichen Geschichte und Zeit. Die Seevilla wird bereits seit über 40 Jahren von der ursprünglich aus Italien stammenden Adelsfamilie Tacoli – aktuell bereits im vierten Jahr von der jüngsten Generation – geführt.

Die Kontinuität, die Liebe zur Hotellerie und der persönliche Einsatz der Familie und des Teams der See-Villa ermöglichen es uns gemeinsam, unsere Vision zu leben und die Atmosphäre des Genusses und des historisch-traditionellen Flairs in der See-Villa für unsere Gäste, aber auch für uns selbst zu erzeugen. Ein Urlaub verzaubert jeden hier, man kann abschalten

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und entschleunigen. In der Früh in den See zu hüpfen, bevor es zum Frühstück geht, ist der oberste Luxus. Zu Mittag und am Abend kann man sich herrlich im hauseigenen Restaurant verköstigen lassen. Kulinarische Genüsse aus moderner internationaler und traditionell regionaler Küche mit besonderem Fokus auf frische Produkte, wie fangfrischen Fisch, Kräuter aus dem eigenen Garten und Wild aus eigener Jagd, werden hier aufgetischt. I N F O B OX

Hotel See-Villa Seestraße 68 A-9872 Millstatt in Kärnten Tel.: +43 4766 2102 kontakt@see-villa.at www.see-villa.eu

SCHLOSSWIRT ZU ANIF

Biedermeierhotel mit exzellentem Restaurant

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rholung in der Festspielstadt Salzburg – wie geht das? Am besten am Stadtrand in Anif beim Schlosswirt. Stephan Gassner und sein Team geben während der Zeit des Aufenthaltes das Gefühl, bei Freunden auf Urlaub zu sein. Einfach alles stimmt: in der Früh ein traumhaftes Frühstück im Gastgarten mit Blick auf das Schloss Anif oder am Abend bei einem Gläschen Wein gemütlich in der Wirtshausstube. Der Schlosswirt ist über 400 Jahre alt und kann auf eine lebendige Geschichte zurückblicken. Das gesamte Interieur sowie die Fassade des Hauses sind im Biedermeier-Stil gehalten. Die gutbürgerliche, traditionell-österreichische Küche wird von unserem Küchenchef Stephan Kleinberger neu interpretiert, und neben Wild aus der

Jagd der Familie Gassner im Lungau werden regionale Köstlichkeiten auf Haubenniveau serviert. Nur 32 Zimmer hat das Traditionshotel „Schlosswirt“. Jeder Raum ist mit echten Biedermeier-Möbeln eingerichtet, und Tapeten, Stoffe sowie Teppiche sind harmonisch aufeinander abgestimmt. Planen Sie gerne mehr Tage ein, denn Sie wollen sicherlich nicht mehr fahren, wenn Sie einmal angekommen sind. Von hier aus kann man auch perfekt die Salzkammergutseen erkunden. I N F O B OX

Schlosswirt zu Anif Salzachtalbundesstraße 7 A-5081 Anif Tel.: +43 6246 72175 info@schlosswirt-anif.at www.schlosswirt-anif.at

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SCHLOSS LUBEREGG

as Schloss Luberegg, gegenüber von Melk gelegen, gehört zu den wohl romantischsten und ungewöhnlichsten Bauten der Region. War das Anwesen einstmals ein kaiserliches Landschloss, so ist es heute eine beliebte Location für Hochzeiten und Feste und beherbergt drei stilvoll renovierte, romantische Suiten.

Einmaliger Rahmen für einmalige Feiern Nach liebevoller Renovierung durch Familie Pichler zieht sich durch Schloss Luberegg nun eine charmante Note, welche zum Entspannen und Feiern einlädt! Die historische Bausubstanz und die lieblichen Gartenanlagen sind wie geschaffen für Feiern und Fotos, die in Erinnerung bleiben. Ein Schmuckstück an der Donau, das Ihren Anlass unvergesslich macht. Übernachten in himmlischen Suiten Einer der Vorzüge von Schloss Luberegg sind dessen romantische Suiten, die stimmig auf die Namen der

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erlauchten Vorfahren „Maria Theresia“, „Elisabeth“ und „Franz Joseph“ getauft wurden. Die drei Suiten sind sehr hell, freundlich und komfortabel eingerichtet und verfügen über moderne Bäder sowie über einen modernen Komfort. Von hier aus kann man es sich perfekt ein Wochenende lang gut gehen lassen, um die Wachau zu erkunden und den Kofferraum mit herrlichem Wein zu füllen. Oder man feiert mit Freunden einen runden Geburtstag und bleibt gleich eine ganze Woche. Es wird hier für einen gesorgt und man fühlt sich wie ein König.

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Schloss Luberegg Luberegg 18 A-3644 Emmersdorf Tel.: +43 2752 71777-0 schloss@donauhof.com www.pichler-wachau.com

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NATURHOTEL SCHLOSS KASSEGG

m Einklang mit der Natur – wer Ruhe sucht, der wird sie im Schloss Kassegg finden. So unberührt die Natur rund um das Anwesen, so einzigartig die Aussicht aus unseren Zimmern. Das 135 Jahre alte Schloss und der riesige Schlosspark bergen viele lauschige Plätze, die zum Träumen, Lesen, Schlummern oder Plaudern einladen. Die großzügige, mit hellem Holz getäfelte Halle vermittelt gleich bei der Ankunft ein gemütliches Ambiente. Wir servieren ganztägig Getränke, Kaffee, Snacks und Erfrischungen, die Sie in einem unserer Salons – dem Clubraum, Kaminzimmer, Jagdzimmer oder Wintergarten – und bei schönem Wetter im Arkadenhof genießen können. Die Zimmer sind einfach gehalten; mehr benötigt man aber auch nicht, denn wie es die Headline schon verrät: Hier geht es um Natur. Ruhigen Gewissens lässt sich behaupten, dass hier im Gesäuse die Natur noch in Ordnung ist. Atemberaubende Aussichten, wun-

derschöne Wanderwege, seltene Tier- und Pflanzenarten ... Diese Landschaft lädt geradezu zum Erkunden und Bestaunen ein. Ob mit dem Raftingboot, dem Fahrrad oder zu Fuß, hier ist alles möglich. Lassen Sie Ihr Auto stehen, der hauseigene Shuttle-Service bringt Sie an den Ort Ihrer Wünsche. Das Naturhotel hat viele interessante Packages im Angebot, die auf einen Wanderurlaub mit oder ohne Familie perfekt zugeschnitten ist. Erholung fernab von Verkehr und Großstadt.

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VILLA ANNA GRUNDLSEE

xklusive Privatsphäre im stilvollen Charme der Zeit. Die Villa Anna Grundlsee ist ein unvergleichlicher Ort abseits des Alltäglichen. Zwischen dem malerischen Grundlsee und den Ausläufern des Toten Gebirges erfährt der Gast der Villa Anna Grundlsee außergewöhnlichen Luxus im Sinne von einzigartigem Ambiente, höchster Privatsphäre und der zauberhaften Authentizität der Umgebung. Der Überlieferung nach von dem berühmten Wiener Ringstraßen-Architekten Viktor Rumpelmayer im typischen Heimatstil des späten 19. Jahrhunderts erbaut, strahlt dieses wunderschöne Haus heute einen ganz eigenen Charme aus. Die Villa Anna Grundlsee erfüllt höchste Ansprüche für besondere Auszeiten und unvergessliche Momente und lädt in herrlicher Ruhe und absoluter Ungestörtheit zum Ankommen und zum Bleiben ein. Die wunderschöne Villa empfängt ihre Gäste mit großzügigen Salons, einer weitläufigen Terrasse zum See und individuell ausge-

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statteten Suiten und Zimmern, in denen man sich unmittelbar wohlfühlt. Ein eigener Koch verwöhnt vom Frühstück bis zum mehrgängigen Dinner und bereitet auch gerne einen köstlichen Picknickkorb oder Wanderrucksack für den Tag in der Natur vor. Mit dem Charme ihrer individuellen Architektur, der ausgesuchten Ausstattung mit erlesenen Designelementen und inspirierender Kunst sowie der entspannenden Ungestörtheit, die der Gast hier erwarten kann – es sind beflügelnde Orte der „Splendid Isolation“, des Wohlfühlens und des Genusses. I N F O B OX

Villa Anna Grundlsee A-8993 Bräuhof, Bräuhof 45 Tel.: +43 662 851892 willkommen@villaanna-grundlsee.at www.villaanna-grundlsee.at Bellas Vienna Hauptgeschäft I Sonnenfelsgasse 8 I 1010 Wien Öffnungszeiten I Mo - Fr: 11:00h-18:00h I Sa: 11:00h-17:00h Kontakt I +43 676 6305105 I info@bellas-vienna.at I bellas-vienna.at

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KOLUMNE

„Die unterhaltsamsten Gäste sind jene, die gern hören, wenn andere sprechen.“

Mag. Eva-Maria von Schilgen

Thomas Carlyle (1795–1881), schottischer Philosoph, Historiker, Essayist, Geschichtsschreiber und sozialpolitischer Schriftsteller

SMALL TALK – GREAT RESULTS „Wie geht’s?“, sagt der Blinde zu einem Lahmen. „Wie Sie sehen“, antwortet der Lahme. Georg Christoph Lichtenberg (1742–1799), Begründer des deutschsprachigen Aphorismus

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alzburg zu Festspielzeiten: Im Museum wird eine Ausstellung eröffnet, gleich nebenan lädt ein Galerist ein, dort wird ein neues Lokal eingeweiht, da veranstaltet ein Juwelier einen Cocktail, ein Stück weiter findet eine Weinverkostung statt, ein Autor stellt sein Buch vor … Ein gesellschaftlicher Event jagt den anderen, und die Besucherinnen und Besucher jagen hinterher. Täglich. Stündlich. Mehrfacher Kleiderwechsel untertags mit eingeschlossen, denn das Angebot an Events ist groß und dem Anlass entsprechende Kleidung erforderlich. Außer man ist der Festspielintendant – dann genügt ein schwarzes Outfit. Die ganze Stadt ist nicht nur „Bühne“, sondern auch ein riesiger gesellschaftlicher „Pool“, in dem sich so manch seltenes und seltsames Fischlein tummelt. Abgesehen davon, dass man sich zu diesen Zeiten günstig – wenn auch sehr einseitig – von Prosecco und kleinen Häppchen ernähren kann, wird sie von vielen hauptsächlich dazu benützt, um alte Kontakte zu erneuern oder um neue Menschen kennenzulernen. Denn keiner der eifrigen Eventbesucher und vor allem Eventbesucherinnen konnte mir die unglaubliche Vielfalt seiner bzw. ihrer Interessen an den sehr unterschiedlichen Veranstaltungen, bei welchen ich ihn/sie traf, bis jetzt glaubhaft erklären. Doch nicht jede „Festspiel-Rallye“ ist von Erfolg gekrönt. Um Ihnen „Leerläufe“ zu ersparen, hier einige nützliche Tipps, die sich natürlich auch andernorts bewähren:

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1. Wenn es möglich ist, erkundigen Sie sich bei den Gastgebern oder Veranstaltern, wer aller bei dem Event anwesend sein wird. Damit können Sie feststellen, wo es sich für Sie lohnt, zu erscheinen. 2. Wenn Sie einen Event in Begleitung besuchen, trennen Sie sich möglichst schon beim Eingang. So haben Sie die Möglichkeit, mit gleichem Zeitaufwand doppelt so viele Menschen kennenzulernen. 3. Steuern Sie nun lächelnd auf den nächsten allein stehenden Gast zu. Er wird bei einer derart freundlichen Begrüßung wahrscheinlich fragen, ob er Sie nicht schon einmal getroffen hat. Männliche Pfauenradschläger zählen nun gerne die hochwertigsten Events auf, die in den letzten Tagen stattgefunden haben – ob mit ihnen oder ohne sie. Ein besserer Einstieg ist eine Bemerkung über das verrückte Wetter. Das passt immer, egal ob die Sonne scheint, es aus allen Kübeln schüttet oder stürmt. 4. Ihr wichtigstes Equipment ist die Visitenkarte, auf welcher Ihr Name, Ihre Mail- und Webadresse sowie Ihre Telefonnummer stehen – deutlich lesbar, denn niemand möchte zum Entziffern eine Lupe benützen müssen. Vermeiden Sie Übergrößen, Signalfarben, ornamentale Muster, Tierbilder oder Sinnsprüche – es sei denn, diese stammen von Ihnen. Wenn Sie aus beruflichen Gründen Ihrem Gegenüber optisch in Erinnerung bleiben wollen, darf auch ein professionell fotografiertes Porträt die Karte schmücken (dieses aufgrund der Wiedererkennung möglichst aus den letzten Jahren).

5. Hat Ihr Vis-à-vis keine eigene Visitenkarte bei sich, handelt es sich entweder um einen sehr prominenten Menschen oder um jemanden, der die Ihnen wichtigen gesellschaftlichen Umgangsformen nicht kennt. Mit beiden sollten Sie sich nicht allzu lange aufhalten, denn Ersterer wird an Ihnen wahrscheinlich kein allzu großes Interesse haben und Letzterer Ihnen vermutlich nicht nützen. 6. Halten Sie es wie die Amerikaner, die Meister des Small Talks sind, und klären Sie, auch um keine wertvolle Zeit zu verlieren, nun schnellstmöglich Herkunft, Beruf und Grund der Anwesenheit Ihres Gesprächspartners ab. Die Frage nach der Höhe seines Einkommens können Sie allerdings nur in Amerika stellen. 7. Beim Small Talk sollten Sie die üblichen Reizthemen wie Politik, Religion, Krankheiten oder Kindererziehung vermeiden. Kommt die Rede trotzdem auf eines dieser Themen und stellen Sie fest, dass Sie gegensätzlicher Meinung sind, verabschieden Sie sich umgehend. Trotzdem kann gerade diese Person für Sie wichtig sein, doch sollten Sie das in vertiefenden Gesprächen bei anderer Gelegenheit herausfinden. 8. Lästern Sie in Salzburg auf keinen Fall über die eben stattgefundenen Opern- oder Theateraufführungen – es sei denn, Sie haben nach dem morgendlichen Zeitungstudium die Meinung der arrivierten Kritiker übernommen. 9. Seien Sie charmant und verteilen Sie jede Menge Lob. Optimisten und großzügige Menschen ziehen andere an. Flirten Sie jedoch niemals! Irgendwo im Raum könnte der Partner bzw. die Partnerin Ihres Gegenübers ebenfalls auf „Kontaktsuche“ sein und unvermittelt bei Ihnen auftauchen. 10. Mokieren Sie sich nicht über Anwesende, auch wenn deren Benehmen eigenartig, die Kleidung verrückt, der Schmuck falsch und das Äußere durch zahlreiche Schönheitsoperationen entstellt ist – es könnte sich um nahe Bekannte Ihres Vis-à-vis handeln.

11. Erzählen Sie nicht zu viel über sich selbst und Ihre eigenen Erfolge. Sind diese sehr groß, wird man Sie unter Umständen als Großmaul betrachten. Untertreiben Sie, verliert das Gegenüber an Ihnen das Interesse. 12. Beschränken Sie das Gespräch mit einem neuen Gesprächspartner/einer neuen Gesprächspartnerin auf eine bestimmte Zeit, vermeiden Sie es aber, dabei auf die (Stopp-)Uhr zu blicken. 13. Stellen Sie fest, dass Ihr Gesprächspartner/Ihre Gesprächspartnerin nicht in Ihr Beuteschema passt, beenden Sie rasch die Konversation. Das kann sich dann als schwierig erweisen, wenn man an Ihnen reges Interesse zeigt. In diesem Fall deuten Sie auf eine entfernt stehende Person und verabschieden sich mit dem Satz: „Entschuldigen Sie mich, ich habe gerade jemanden gesehen, den ich unbedingt sprechen muss.“ 14. Aber auch wenn sich Ihre neue „Eroberung“ als Glücksfall erweisen sollte, denken Sie daran, dass sie möglicherweise ebenfalls an weiteren Kontakten interessiert ist und ihrerseits bereits nach der Möglichkeit eines eleganten Abgangs sucht. 15. Archivierung: Sortieren Sie möglichst noch am gleichen Tag die „erbeuteten“ Visitenkarten und vermerken Sie darauf den Anlass Ihrer Begegnung. Nur wenige Bekanntschaften werden einen so umwerfenden Eindruck bei Ihnen hinterlassen, dass Sie selbst nach Monaten noch wissen, welches Gesicht Sie welcher Karte zuordnen müssen. 16. Nachbearbeitung: Auch mit der größten Adressenkartei kann man sehr einsam bleiben. Halten Sie daher regelmäßig den Kontakt zu all jenen Menschen aufrecht, die Ihnen wichtig erscheinen, selbst wenn es nur Glückwünsche zum Jahreswechsel sind. 17. Und der Rest? Manchmal ergibt sich im Leben eine zweite Chance. Einmal werden Sie sich schon wieder über den Weg laufen – in irgendeiner Galerie, einem Museum, bei einer Weinverkostung, einer Autorenlesung oder …

„Sie haben mich nicht nur nicht eingeladen, ich habe auch abgesagt.“ Joachim Ringelnatz (1883–1934), eigentlich Hans Bötticher, deutscher Lyriker, Erzähler und Maler

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- Ein Wort -

REISEN Reisen bedeutet im Jahr 2022 viel mehr, als dies noch in der jüngsten Vergangenheit der Fall war. Heute überlegen wir: Wie geht die Flugroute? (Luftraum über Russland ist gesperrt und birgt u. a. längere Flugzeiten.) Wie steht es um die Corona-Regelungen vor Ort? Gibt es am Reiseziel Lockdowns? Politische Unruhen? Komme ich im Bedarfsfall zu Luft, zu Wasser oder am Land schnell wieder nach Hause? Hat man Kinder mit im Gepäck, erschwert sich die Logistik. Wagt man es dann tatsächlich in fremde Gefilde (oder auch nur in ein anderes Bundesland), kann es sein, dass sich von einem Tag auf den anderen Gesetze ändern. Durchaus möglich ist es auch, dass Hotels ganz plötzlich ohne Personal dastehen oder dass man – wie beim Hotel EDELWEISS in Großarl – derart positiv überrascht wird, dass man sogar nirgendwo anders mehr hinfahren möchte.

DER MÄUSEKÖNIG Geldanlage Als ich wieder einmal spätnachts auf Facebook herumstöberte, sprang mich die Frage einer jungen Mutter an, die in der gleichen MütterRatgebergruppe ist wie ich: Wie legt ihr das Geld eurer Kinder an? In der Kommentarleiste hatte jemand gepostet, wir sollten uns mal Froots.io ansehen, denn dort finde man sehr einfaches und extrem günstiges Fondsparen auf ETF-Basis (genau danach hatte ich gesucht). Also begab ich mich gleich auf die Seite, um diese eingehend zu studieren. Mit einem Schieber kann man sehen, wie viel Geld man wann erwarten darf und wie oft man bei welcher Risikogruppe das eigene Kapital vervielfachen kann. Der dort gezeigte Vergleich mit Bausparern und Sparbuch trieb mir die Schamesröte ins Gesicht. Vier lange Jahre war ich untätig, habe das Geld meines Kindes einfach so auf dem Konto rumtrödeln lassen – träge, motivationslos, verlustbringend. Dabei wird auf der Seite erklärt, dass das Kind, wenn man von Geburt an jeden Monat € 110,– einzahlt, schließlich als Millionär in Pension geht. Beginnt man erst mit 24 Jahren, sind es noch € 200.000,–, dabei hat man im ersten Fall nur € 33.000,– mehr eingezahlt. Das ist die Magie des Zinseszinseffekts (des „achten Weltwunders“, wie Albert Einstein gesagt haben soll)! Indem das Geld, das man über die Zeit verdient, immer wieder reinvestiert wird, wächst das Vermögen exponentiell. Natürlich habe ich meinem Mann meine neue Erkenntnis gleich mitgeteilt und ihm auch die Seite gezeigt. „Ah so, Froots.io! Klar, kenne ich.“ Letzten Endes bin ich nun Froots.io-Kundin und arbeite neuerdings auch dort. So überzeugt bin ich davon. Beatrice Tourou, bt@schlossseiten.at

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Nachdem sich die Briten aus der Europäischen Union verabschiedet haben, ist Onlinebestellen recht kostspielig geworden. Stichwort: Einfuhrzoll. Das macht einen Städtetrip natürlich gleich viel attraktiver. Man kauft jetzt tatsächlich englische Marken vor Ort. Weil sie eben in Österreich schwer erhältlich sind. Wie dieses Outfit von Marie-Chantal. Fühlt sich fast ein wenig an wie früher. Bevor die Welt so klein geworden ist.

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FRISCHE-KICK Die grauen Tage sind vorbei, wir wollen Farbe! Leichtigkeit! Und Einfachheit. 1. Gestreiftes Leinenhemd, von Cyrillus, um € 39 | 2. Simple Shorts, von Ralph Lauren (halten tatsächlich am längsten), ab € 59 | 3. Halbschuhe „Ingles Puntera Tintado“, von natural world, um € 41 | 4. Haarbürste, von Marie-Chantal, um € 30 | Links: Im Shop bekommt man diese nachhaltige Einkaufstasche.

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IMPRESSUM

SCHLOSSSEITEN MAGAZIN Lensing Kommunikationsagentur Am Mittersteig 7A 3482 Gösing am Wagram Tel: +43 664 527 30 70 http://magazin.schlossseiten.at magazin@schlossseiten.at HERAUSGEBER: Lisa Gasteiger-Rabenstein Joseph Gasteiger-Rabenstein

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REDAKTION: Lisa Gasteiger-Rabenstein Mag. Clarissa Mayer-Heinisch Mag. Eva-Maria von Schilgen-Arnsberg Dr. Hannelore Lensing Maria Theresia Hannak, Beatrice Tourou

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Coverfoto: Schloss Zwentendorf IDEAS & CONNECTIONS: Mag. Eva-Maria von Schilgen-Arnsberg ABONNEMENT: abo@schlossseiten.at +43 1 267 51 72 DRUCK: Gerin Druck GmbH Gerinstraße 1–3, 2120 Wolkersdorf Die Zeitschrift und alle darin enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Für unverlangt eingesandtes Bild- und Textmaterial wird keine Haftung übernommen.

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