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SCHENNA MAGAZINE

Das Hohelied der Einfachheit: S체dtirol Balance

Dem Ifinger die Schneid abkaufen Selbstfindung im Fels auf dem neuen Ifinger-Klettersteig Schenna schmeckt Dem Geschmack des Urspr체nglichen auf der Spur Heimisches mundet immer mehr Der Herr der Dinge Eine Scheune voller Gegenst채nde und deren H체ter voller Geschichten

2017 | www.schenna.com


EDITORIAL

Grüß Gott! Liebe Leserinnen und Leser, Schennas Frühling ist bunter geworden. Natürlich vollzieht sich in gewohnter Abfolge das reizvolle Frühlingserwachen. Glasklare Luft, prickelnde Sonnenstrahlen auf der Haut, wärmende Tage, das Crescendo des Blühens, Adagio erst an sonnengeschützten Stellen bis hin zum Fortissimo der Baumblüte. Was lag da näher, als in diese Aufbruchsstimmung der Natur ein Wohlfühl-Programm hineinzutragen, das alle Sinne in Hochstimmung versetzt, die Lebensfreude sprudeln und eine neue Ausgeglichenheit finden lässt? Südtirol Balance heißen die Aktionswochen offiziell, genauer müsste es bei uns Schenna Balance heißen. Denn wir in Schenna haben das mit unseren Gästen – und Einheimischen – schon seit geraumer Zeit praktiziert: ein Frühlingserwachen der leisen Töne, der kleinen Glücksmomente, des Innehalten-Könnens in unserer hektischen Zeit. Viel ist die Rede von Regionalität, von kurzen Kreisläufen, von einer Gastronomie, die sich von heimischen Produkten speist. Wir sind das konkret angegangen. In unseren sommerlichen Abendveranstaltungen »Schenna schmeckt« werden nur »Schmankerln« aus heimischen Zutaten angeboten, und wir haben dafür den grünen (nicht den »roten«) Teppich ausgerollt. Wir leben in einem gesegneten Fleckchen Erde, wo die Natur uns mit Gaben überschüttet: Wozu also kulinarisch immer »in die Ferne schweifen«? Der große Zuspruch dieses Jahr gab

uns recht, und »Schenna schmeckt« werden wir in Zukunft noch »gschmackiger« aufziehen. Schenna ist weltoffen geworden: Bloggerin Elisabeth hat eine große und treue Leserschaft im gesamten deutschen Sprachraum. Ihre Ausführungen zur Kunst des Weingenusses finden begeisterte Aufnahme. Schenna ist auch sportlicher geworden. Über den Südwest-Sporn des Ifingers haben wir einen neuen, sicheren Klettersteig gezogen: eine verlockende Variante, dem Ruf der Berge zu folgen. Nur wer seine Wurzeln kennt, hat Stehvermögen und braucht seine Fahne nicht immer in den Wind zu hängen. Dafür stehen Schennas Charakterköpfe. Einen haben wir porträtiert. Inmitten seiner Sammlung alter Gegenstände erlebt er nochmals seine Kindheit und Jugend wieder. Und lässt augenfällig werden, welch wundersamen Aufstieg unser einstiges Bauerndorf genommen hat, dank natürlich auch dem unermüdlichen Fleiße seiner Menschen. Geschichtsträchtig ist unser Dorf immer schon gewesen. Jüngste Ausgrabungen am Kirchhügel belegen, dass bereits die Römer unsere beneidenswerte Lage zu schätzen wussten. Die wissenschaftliche Forschung darüber ist noch nicht abgeschlossen, aber es könnte gut sein, dass die eine oder andere Passage unserer Geschichte neu geschrieben werden muss. Plätze mit besonderer Ausstrahlung haben Menschen immer schon angezogen. Das gilt natürlich und vor allem für Schenna. In diesem Sinne herzlich Ihr Direktor des Tourismusbüros Schenna

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COVERSTORY

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Das Hohelied der Einfachheit: Südtirol Balance

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Die neue Ausgeglichenheit steckt in kleinen Dingen. Und ist voller Frühlingsgefühle. Aufblühen im Erwachen der Natur.

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Schenna schmeckt Dem Geschmack des Ursprünglichen auf der Spur. Heimisches mundet immer mehr. Kulinarisches an einem Sommerabend auf grünem Teppich.

Dem Ifinger die Schneid abkaufen Selbstfindung im Fels auf dem neuen Ifinger-Klettersteig. Er hat es in sich. Der Ausblick auf dem Gipfel verschlägt einem den Atem: Ich hier oben!

Der Herr der Dinge

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Eine Scheune voller Gegenstände und deren Hüter voller Geschichten. Ein skurriler Ausflug in eine Welt, die noch einfach funktionierte.

7 Sonnenlage 8 Erlebniswelten 26 Bauernjugend

Aufgedeckt

Engagiert und traditionsverbunden. Und Freundschaften, die ein Leben lang halten werden

31 Richtschwert

Schennas Geschichte wird neu geschrieben. Die Ausgrabungen in der alten Pfarrkirche bringen Sensationelles zutage.

Das Prunkschwert bewahrte den letzten Henker nicht vor Armut

38 Bloggerin

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Botschafterin des guten Geschmacks und Stimme Schennas in der Welt

40 Mei liabste Tour ...

Drei Tipps von Insidern

42 Laufen

Nur wer sich bewegt, der lebt

44 Kinder

Hexenküche, Märchenwald und Kräuterwerkstatt

46 Winter

Romantisch und beschaulich

48 Event-Kalender 2017 51 Impressum

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Sonnenlage Das architektonische Dreigestirn Schloss, Kirche und Mausoleum ist Schennas Aushängeschild. In ihnen leben Geschichte, gewachsene Tradition, Heimatverbundenheit. Ein privilegierter Platz, dessen Wurzeln weit in die Vergangenheit zurückreichen. Die einmalige Sonnenlage hoch über dem

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Meraner Talkessel ist aber auch gleichzeitig ein Symbol für die Offenheit, für den Blick nach außen. Schenna hat es stets verstanden, das gewachsene historische Erbe zu wahren und dabei für alles Neue offen zu sein.

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ERLEBNISWELTEN Schennas Berg- und Wanderwelt ist der Inbegriff für Vielfalt und Abwechslung. Wer sich in der freien Natur bewegen will, der hat hier reichlich Gelegenheit dazu. Schenna bietet neben großartiger Naturlandschaft das ganze Jahr hindurch milde Temperaturen.

Beste Voraussetzungen für Spaziergänge, Wanderungen im Mittelgebirge oder hochalpine Touren bis hinauf zu den Gipfeln von Ifinger und Hirzer. Ein Naturerlebnis zwischen 400 und 2800 Meter Meereshöhe.

HIRZER 2781 m

IFINGER 2581 m

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MERAN 2000 2000 m

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DOLOMITEN

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TALL 1425 m

VIDEGG 1536 m

SCHENNABERG 1450 m HAFLING 1300 m

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VERDINS 842 m

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PASSEIERTAL

ST. GEORGEN 716 m

SCHENNA 600 m

RIFFIAN 504 m

Freibad Schenna Lido Gärten von Schloss Trauttmansdorff

DORF TIROL 594 m MERAN 325 m Therme Meran 8

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COVERSTORY

Das Hohelied der Einfachheit: Südtirol Balance VON SEBASTIAN MARSEILER

Es lag ja in der Luft, und es ging nicht darum, etwas neu zu erfinden. Frühlingserwachen hatte in Schenna schon lange Tradition. Mit Südtirol Balance hat das Kind eigentlich nur einen neuen Namen und einen offiziellen Anstrich bekommen. Was gibt es Schöneres als an der Süd-Sonnenseite sich die Frühjahrssonne auf den »Winterpelz« scheinen zu lassen? Und dann das »kleine Glück«, dieses scheue Vögelchen, behutsam in die Hände nehmen: sich freuen an kleinen Dingen, die Sonnenstrahlen auf der Haut zu fühlen, barfuß durchs taunasse Gras zu gehen, an einem Kraftort das sonderbare Prickeln spüren, meditativ in sich selbst versinken, die Kraft der Frühlingskräuter entdecken. »Schönheit macht das Herz auf«, heißt eine Redewendung, aber oft müssen wir erst wieder lernen, Schönheit überhaupt wahrzunehmen, uns Zeit nehmen zum Entschleunigen. In Südtirols kontrastreicher Landschaft steckt viel Kraft, viel Inspiration. »Mit und in der Natur sich selbst neu erleben« – das ist der Frühlingsleitgedanke. Die Bandbreite ist weit: Frühjahrsmüdigkeit ade mit Wasser und Kneipp. Unbedingt gehört das Erleben eines Wasserfalls dazu. Sind Sie schon einmal am Fuß des Fragsburger oder Partschinser Wasserfalls gestanden, mitten im Tosen und im feinen, prickelnden Wasserstaub und haben seine Kraft gespürt? Sind dagestanden und haben einfach nur gestaunt? Gerade das ist es: wieder schauen, wieder die Augen öffnen. Und die Nasenflügel. Ja doch! Tief durchatmen in frischer Frühlingsluft. Da gehören die rechten Atmungstechniken natürlich dazu. Schenna lässt seine Frühlingsfans nicht allein. Geprüfte Wanderführerinnen geben wertvolle Tipps. Es ergibt ja wenig Sinn, gleich einmal schnell loszurennen und nach ein 10

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paar Hundert Metern japsend feststellen zu müssen, dass den Lungen die Luft und den Beinen die Kraft fehlt. Man lässt es ruhig und gemächlich angehen, lernt, richtig zu atmen, plant Pausen ein. Ist doch schön, an einem Aussichtspunkt die Augen zu schließen, die Frühlingsbilder vor dem inneren Auge aufzurufen und gleichzeitig tief ein- und auszuatmen. Auch wer mit »Walla-Walla«-Techniken wenig am Hut hat, wird feststellen, dass richtiges Ein- und Ausatmen in sauberer Luft ein ganz neues Gefühl des Wohlbefindens bringt. Die Sportlicheren werden da bereits mit den Füßen scharren und losstürmen wollen. Gut so! Richtige Lauftechniken sind verinnerlicht, und weiter geht es auf dem federnden Waldboden. Und ach ja: Inzwischen gibt es schon den Ausdruck »Waldbaden«! Ehrlich gesagt, das kannte ich schon, bevor dieser Ausdruck von der alternativen Medizin geprägt wurde. Hineingehen in den Frühlingswald, wenn die Lärchen die ersten frischen Nadeln und die roten Blütenkätzchen tragen, wenn die Fichtenspitzen in frischem Grün aufleuchten, wenn ein erfrischender Harzgeruch durch die Nase strömt und die Singvögel die Begleitmusik angestimmt haben – ach, das ist Frühling! Eigentlich meine ich da immer, man müsste »Seelenbaden« sagen: die Seele gleichsam nach außen kehren, sie in die frische Frühlingsluft halten, sie einmal ordentlich durchschütteln und den ganzen Seelenmüll des Winters vom Frühlingswind verwehen lassen! 12

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Natürlich wüsste man dann gern auch, was da so wächst und wuchert am Waldesrand. Elisabeth Karnutsch ist geprüfte Kräuterpädagogin. »Für die Wanderungen suche ich immer Wege und Steige abseits von Straßen und Obstwiesen, die etwas in den Wald hineinführen.« Da seien die Pflanzen gesünder. Ihr Interesse gilt den üppig wuchernden »Unkräutern«, dabei betont sie die Vorsilbe »Un« ganz besonders. Natürlich sind es für sie keine Unkräuter, sondern Pflanzen, die alle etwas Wertvolles oder eine besondere Geschichte haben. An ihren Führungen nehmen nicht nur Gäste, sondern in vermehrtem Maße auch Einheimische teil. »Kräuter muss man mit allen Sinnen erleben, man muss sie in die Hand nehmen, daran riechen, sie ›begreifen<!«, erklärt sie. Auch Brennnesseln? Elisabeth kann herzlich lachen. »Nein!« Aber sie könne viel über die Nützlichkeit dieser Pflanze erzählen. Und überhaupt liefert sie immer auch Rezepte zu den Pflanzen und Kräutern, wobei das für den Löwenzahnhonig eines der gängigsten sei. Darüber hinaus weiß sie immer ganz interessante Geschichten, wie über den Beifuß zum Beispiel. Diese an Wegrändern wuchernde Pflanze spielte im Volksglauben und in der Volksmedizin einmal eine wichtige Rolle. Gegen Frauenleiden oder Epilepsie wurde sie eingesetzt, bei Sonnwendfeiern verbrannt, sie diente zum Ausräuchern des Stalles gegen Viehkrankheiten. Wanderer steckten Beifußblätter in die Schuhe, weil sie angeblich beim Gehen Ausdauer verliehen. Ich verkneife mir die Frage, ob sie

schon fußlahmen Mitwanderern Beifuß habe in die Schuhe stecken müssen – wäre ja die Probe aufs Exempel gewesen. Aber Elisabeth hat immer ein natürliches Erste-Hilfe-Mittel im Rucksack: eine Tinktur vom Spitzwegerich, sie hilft gegen Insektenstiche oder gegen Brennnesseln. Gerade diese Tinktur bereitet sie dann gemeinsam mit ihrer Gruppe zu. Zum Schluss werden essbare Kräuter gesammelt, fein zerhackt und als Aufstrich auf Brotscheiben – das Brot bäckt Elisabeth selbst – mit Blüten garniert. So kann man Frühling schmecken – im wahr­ sten Sinn des Wortes. Frühling ist Spargelzeit. Ende Februar tauchen in den Gemüseläden die ersten Spargel auf; sie kommen aus Übersee, später aus Marokko, aus Süditalien, und ich lasse sie links liegen. Und dann sind sie da, unsere Südtiroler Spargeln aus den Flinzböden der Etsch, knackig, aromatisch, erntefrisch. Frühling wäre nicht Frühling, wenn keine Spargeln auf den Tisch kämen. In Schenna Spargel zu essen auf einer Sonnenterrasse, einen hellgolden leuchtenden Schenner Chardonnay im Glas und den Blick ins Etschtal schweifen lassen, wo der Spargel frisch gestochen wurde, der gerade auf den Tisch kommt – so lässt sich’s leben. Vielleicht geistert durch den Hinterkopf noch der Gedanke, dass ein Kalif in Bagdad im Mittelalter den Spargel als Aphrodisiakum empfahl – doch das wären Frühlingsgefühle anderer Art. Legendär sind Priska Wegers »wilde« Kräuterknödel und hätten sich längst schon

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1 »Purzigagele måchn« heißt auf Südtirolerisch, einen Purzelbaum schlagen: Wer beneidet die junge Frau nicht auf der Wiese? 2 In unserer Plastikwelt ist für Kinder natürliches Begreifen besonders spannend. 13


einen Michelin-Stern verdient. Priska weiß alles über Kräuter, und wer einmal nach dem gemeinsamen Knödelkochen die »wilden« Knödel genossen hat, wird den wunderbaren Geschmack so schnell nicht mehr vergessen. Abgesehen davon, dass die frühlingsfrischen Kräutersäfte einen ordentlichen Vitalitätsschub bringen – womit wir fast schon wieder bei der Wirkung des Spargels laut Kalifen wären. Manchmal sind es die selbstverständlichen Dinge, die mehr Aufmerksamkeit verdienten. Das kann ein Krug frischen Wassers sein, der auf dem Tisch steht. »L’aqua si può bere?«, fragen italienische Gäste gerne, die zum ersten Mal in Schenna Urlaub machen, kann man das Wasser trinken? Und gerade sie sind es dann, die nicht mehr genug davon bekommen können. Ist auch verständlich, Schennas Trinkwasser wird aus frischen Bergquellen gespeist, hat nicht tagelang in Reservoirs gestanden, und vor allem hat es keine Chlorbeigaben. Wer will, kann sich Schennas Trinkwasserqualität im Internet googeln, und ein versierter Laie wird feststellen können, dass diese Qualität nicht weit entfernt ist von Mineralwasser-Werten. Dieses Wasser ist ein großzügiges Geschenk der Natur – vor allem wenn man sich vor Augen führt, dass in europäischen Ballungszentren das Abwasser bis zu sechsmal als Trinkwasser aufbereitet wird. Priska Pföstl ist Schennerin und betreibt das Zentrum »Lebensglück« für ganzheitliches Wohlbefinden und persönliches Wachstum. Ihr Wirkungsbereich deckt sich in vielem mit Südtirol Balance. »Was bringt dein Herz zum Singen?«, fragt sie manchmal bei einer Therapiesitzung. Eine der Antworten ist sicher ein Frühlingstag in Schennas freier Natur: »Wir leben in einer Landschaft mit viel Schönheit und Kraft!« Dem ist nichts hinzuzufügen. 14

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Lauftraining, Lauftechnik, Bewegungsangebot in der Natur, Waldtherapie, Atemtechnik: Das ist Nature Fitness Schenna. Ein Fitnessprojekt, das aus einer Kombination von Laufen und Krafttraining in Zusammenhang mit Ernährung besteht. 15


KULINARISCHES

Schenna schmeckt VON SEBASTIAN MARSEILER

Regionalität, Saisonalität, kurze Wege: Schlagworte, die in letzter Zeit zum Thema Kulinarik regelmäßig die Kolumnen füllen. Und die Sonntagsreden der Politiker. Schenna setzt da aber Zeichen. In einem Gemeindegebiet, das von der Talsohle bis ins Hochgebirge und – leicht übertrieben formuliert – in den Klimazonen vom Mittelmeer bis zur Tundra reicht, da gibt es auch zum Kochen eine Produktvielfalt, von der anderswo nur geträumt werden kann. Was liegt da näher, als diese Produkte einem interessierten Gästepublikum näherzubringen? Die Anfänge sind gesetzt. Schennas Naturprodukte haben einen festen Platz am Frühstücksbuffet. Und sind Stars bei den Abendvorstellungen im Dorf.

Die Inszenierung hat etwas Vornehmes. Auf der Hauptstraße ist der grüne Teppich ausgerollt. Im Blickfeld dahinter erheben sich Kirchhügel und Schloss, darüber als dramatische Kulisse die Mutspitze, hinter der die Abendsonne »Versteckelus« spielt mit den Wolken und lange Strahlen in den Abendhimmel schickt. Von den Essensständen duftet es verführerisch. Fröhliche Menschen flanieren im Abendlicht, bleiben an Ständen mit heimischen Produkten stehen oder lassen sich die Köstlichkeiten schmecken. »Schenna schmeckt!« geht diesen Sommerabend das dritte Mal über die Bühne. Es ist eine Initiative des HGV Schenna und dem SBB (Südtiroler Bauernbund) Schenna, ein Unterfangen, das einiges logistisches Talent und Überzeugungskraft erforderte, sagt Hansi Pichler, der Gemeindereferent. Aber was lag näher, als Hotellerie und 16

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bäuerliche Produzenten zusammenzubringen? Eine Win-winSituation für beide. Und eine Win-Situation natürlich auch für den Konsumenten und Gast. Dementsprechend liest sich auch die Menükarte für die Vorspeisen beim Schennerhof: luftgetrocknetes Rindfleisch mit Rucola, gehobeltem Knottnkaas und Roggenfocaccia; gebratenes Saiblingsfilet mit krossem Frühkohl und lauwarmem Kohlrabisalat mit Kresse; Spinatnocken mit Frischkäsecreme, Radieschen und Salbeibutter. Stefan Egger und Reinhold Steger, begnadete Künstler am Herd, waren an der Menüzusammenstellung federführend beteiligt. »Der Leitgedanke«, sagt Stefan Egger, »war, ein ganzes Menü von zehn Gerichten mit ausschließlich Schenner Produkten zusammenzustellen.« Bei so einem Menü darf ein guter Tropfen nicht fehlen. Es ist erstaunlich, was der Weinbau für Fortschritte gemacht hat. »Wir vom HGV machen regelmäßig Blindverkostungen unserer Weine«, erklärt Hansi Pichler. »Da waren letzthin auch drei junge Burschen dabei, die sich recht schüchtern und bescheiden mit ihrem ersten Wein beteiligten. Und bei der Verkostung zählte dieser Wein zu den besten! Sie hatten all das in die Praxis umgesetzt, was sie auf der Weinbauschule gelernt hatten. Überhaupt waren wir überrascht von der überdurchschnittlichen Qualität aller Weine.« Zu den erfolgreichen Pionieren des gehobenen Weinbaus in Schenna gehört Karl Pichler vom Weingut Innerleiterhof. An diesem Abend ist er mit 18

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einem Ausschank und mit einem Hauptspeisenmenü vertreten: Boarbichl’s Weibele vom Grill mit Schüttelbrotkruste, Blattsalaten und Apfeldressing; gebackene Praline von der Seeforelle, Rote Bete und Weißburgundersauce; gebratenes RindfleischHamburgerle im Bauernbrot, Speck und Salat vom Spitzkraut. Da hat sicher auch wieder der bekannte Koch Stefan Egger in der Zusammenstellung der Speisenfolge sein geschicktes Händchen mit im Spiel gehabt. Ich bin eigentlich alles andere als ein Freund von Burgern, aber hier in der Verkleinerungsform und mit hiesigem Rindfleisch darf man schon einmal von seinen Überzeugungen Abstand nehmen. Und wirklich: So ein Hamburgerle würde ich mir öfters schmecken lassen. Muss ein glückliches Rindviech gewesen sein vom Rieferhof am Schenner Berg! Da braucht es jetzt natürlich einen »ordentlichen« Roten. Karl Pichler schenkt Blauburgunder auf. Blauburgunder in Schenna? Blauburgunder ist doch eine zickige Primadonna für den Weinbauern und -produzenten. Innerleitners Blauburgunder überrascht: Er schmeichelt der Nase mit einem erstaunlich komplexen Aroma von Beeren, aber auch ein wenig von den wilderen Noten wie Leder und Waldboden, er hat leise Töne und eine frische Säure. Ich tue mich etwas schwer mit der Vorstellung, dass dieser edle Tropfen da unten am Talhang wächst, aber vielleicht ist es gerade diese geschützte Lage, die ihn so auszeichnet. Ach, und dann fällt mir ein, warum es Forelle gibt. Kaum mehr als einen

Steinwurf vom Innerleiter entfernt befindet sich im Talboden die Landesfischzucht für Forellen und Saiblinge, die sich in den Becken mit dem frischen Passerwasser tummeln. Übrigens haben auch die Kormorane, die Haubentaucher und Fischreiher zum Leidwesen der Fischzüchter die Delikatessen entdeckt. Einige Kormorane sollen sich inzwischen bereits bis zu den pittoresken Teichen in den Hotelgärten vorgewagt und sich an Goldfischen und teuren Kois gütlich getan haben. Sagten wir’s doch: Schenna schmeckt! Der Chronik halber seien auch die anderen Weine genannt: Chardonnay vom Hasler und Weinmesser (nomen est omen), Vernatsch vom Farmer und Zmailer und ein Lagrein nochmals vom Zmailer. Neben mir spöttelt jemand, der Zmailer habe den Lagrein wohl mit der Wärmflasche bei ihm oben aufgezogen. Stänkern gehört offensichtlich auch im weiteren Sinne zu Schennas bodenständigen »Produkten«. Meine gute, »alte« Bekannte Sieglinde vom Boarbichl treffe ich am Käsestandl. Lebendig, spritzig und freundlich wie eh und je. Dabei war sie heute sicher wie immer um fünf aufgestanden – und jetzt ist es bald zehn Uhr abends. Die Energie muss man erst einmal haben. Und auch den Mut, mit Mann und Kindern vom Dorf auf einen Berghof hinaufzuziehen, eine Sennerinnenausbildung zu machen und mit einer Hofkäserei zu beginnen. Im Wort Beruf steckt Berufung, und das ist es für Sieglinde allemal. Dafür schmecken ihre verschiedenen Käse auch so unverwechselbar, schließlich kennt sie doch, überspitzt formuliert, jeden Halm, den ihre Kühe zu fressen bekommen. Und schlussendlich verstehen wohl auch die Kühe, dass Schennas Bergheu besser schmeckt als irgendein fischig-gepanschtes »Kraft«-Futter der Futtermittelindustrie. Schenna schmeckt auch den Rindviechern, mit Verlaub! Von Sieglinde will ich wissen, warum ein Käse in ihrem Sortiment »Weibele« heißt. Ganz einfach, weil ihn die Frauen so gern mögen. Zeit für die Nachspeisen beim Hotel Christoph: Tallner Joghurtcreme (natürlich von Sieglinde) mit Eis von der Zitronenmelisse; Variation vom Schenner Apfel (bei der üppigen Apfelproduktion gibt es noch viel zu variieren – war nur ein nicht ganz netter Gedanke); Holundertörtchen mit Eis von der Zitronenmelisse und Kompott von eingelegten Schenner Früchten. Entscheide mich für Letzteres – und sofort habe ich die Erinnerung an den intensiven Duft blühenden Holunders auf dem Schenner Höfeweg in der Nase und an das wunderbare Durststillen mit einem frischen Holundersaft an einem der Höfe. Der Holundersaft kommt vom Gröberhof, der auch den Natur-Apfelsaft liefert. Hansi Pichler wünscht sich noch mehr Zusammenarbeit zwischen Bauern und Hotellerie: »Ein guter Anfang ist gemacht, aber es muss weitergehen.« Und noch einen Wunsch hat er: Die Kreation eines Aperitifs auf der Basis vom Schenner Apfel. Phantasie und Kreativität sind gefragt. Daran hat es den Schennern nie gefehlt. Prosit – auf nächstes Jahr.

1 Jung, frisch, schräg: Die Gruppe »Jütz« macht der Volksmusik Beine. 19


KLETTERSTEIG

Dem Ifinger die Schneid abkaufen Sicher im Seil auf den Heini-Holzer-Klettersteig Kleiner (2552 m) und Großer Ifinger (2581 m)

VON CHRISTJAN LADURNER

Der Ifinger ist die »Landmarke« der Kurstadt Meran und des Ferienortes Schenna. Obwohl Meran von weitaus höheren Bergen umgeben ist, zeigt sich der Ifinger von einer markanten Seite. Steil, abweisend und alleine dastehend richtet sich der gar nicht so hohe Granitklotz fast schon ein wenig überheblich über dem Dorf Schenna auf. Der Ifinger hat es in sich. Er schaut immerzu ins Tal und lockt die Meraner hinauf in seine Steilwände. Früher war die Ifinger-Nordwand eine gefürchtete Klettertour, von der allerhand gruselige Geschichten erzählt wurden. Mein Vater ist einmal durch diese Wand gekraxelt, was mir als Bub einen gehörigen Respekt vor meinem alten Herrn einflößte. Als ich zwölf Jahre alt war, ließ mir der Ifinger keine Ruhe mehr. Mein Vater hatte lange schon das Bergsteigen aufgegeben, aber er ließ sich dazu überreden, mit mir auf den Berg zu steigen. Seine Ausrüstung war nicht gerade auf dem neuesten Stand, er trug eine Knickerbockerhose aus Schnürlsamt, dazu eine alte blaue Windjacke und schwarze Skischuhe zum Schnüren. Skischuhe benutzte man früher nicht nur zum Skifahren, man ging damit auch ab und zu in die Berge. Wir fuhren mit der alten Seilbahn nach Meran 2000, es mag wohl Anfang Juli gewesen sein, und wanderten zum Kuhleiten-Sessellift. Den gibt es heute nicht mehr. Bei der Auffahrt war der Nebel so dicht, dass ich meinen Vater im Sessel vor mir kaum sehen konnte. Trotzdem stapften wir hinauf zum Einstieg. Vor uns ging ein Vater mit seinem Sohn. Bald schon erreichten wir die Abzweigung zum Großen Ifinger, aber die Querung auf der Nordseite war noch schneebedeckt. Eine Spur im Schnee leitete hinüber zum Einstieg mit den ersten Sicherungshaken. Wir hatten keine technische Ausrüstung dabei, kein Seil, kei20

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nen Klettergurt, wobei mein Vater wahrscheinlich wohl kaum mehr gewusst hätte, wie damit umzugehen ist. So sagte er den geplanten Gipfelsturm ganz einfach ab. Diese Entscheidung wäre noch zu ertragen gewesen, hätte nicht der andere Vater ein Seil und einen Klettergurt aus dem Rucksack gezogen und seinen Sohn fachmännisch angeseilt. Dann stapfte dieser durch den Schnee hinüber zu den ersten Sicherungsketten, wo er den Buben einklinkte. Ich war damals so enttäuscht, dass ich wohl insgeheim den Entschluss fasste, Bergführer zu werden und das richtige Sichern zu lernen, um meinen zukünftigen Begleitern so eine herbe Enttäuschung zu ersparen. Der Ifinger ist von der Seite, von der wir ihn zumeist betrachten, nicht einfach zu besteigen; Nordwand und Südwestgrat sind anspruchsvolle Kletterrouten! Der Normalweg versteckt sich auf der Nordostseite, und der Aufstieg zum Vorgipfel, dem Kleinen Ifinger, ist zwar im letzten Teil eine relativ steile, aber einfache Bergwanderung. Wenn man dann am schmalen, grasbewachsenen Kamm steht und in die Tiefe blickt, muss man zugeben, dass auch der Kleine Ifinger ein richtiger Gipfel ist! Seit 2016 führt über den Grat, der am Kamm endet, ein neuer Klettersteig nach oben: der Heini-Holzer-Klettersteig. Der Ifinger, das Wahrzeichen von Schenna, ist für Bergbegeisterte noch attraktiver geworden. Wer war Heini Holzer? Die ältere Generation wird sich noch an diesen außergewöhnlichen Bergsteiger erinnern. Heini Holzer, der freundliche Schornsteinfeger, der in der Gemeinde Schenna unterhalb des steil aufragenden Ifinger lebte und arbeitete, war einer der größten Alpinisten seiner Zeit. Holzer, mit seinen 153 Zentimeter Körpergröße von kleiner Statur, ließ viele der »Großen« hinter sich. Er kletterte damals mit den besten Alpinisten seiner Zeit und eröffnete neue, extrem schwierige Felsrouten zusammen mit Spitzenbergsteigern wie Reinhold Messner, Claudio Barbier und Renato Reali. Ein Zufall katapultierte Heini Holzer in eine alpine Randdisziplin des Bergsteigens, in der in den 1970er Jahren nur sehr wenige Alpinisten zu Hause waren. Man kann Holzer als den Vater des Steilwandfahrens bezeichnen; er betrieb diese neue Spielform des extremen Skifahrens so konsequent wie die meisten Dinge in seinem Dasein. Als echter Alpinist erkundete er alle Steilwände, die er befuhr, im direkten Aufstieg. Die einzelnen Abfahrten plante er bis ins letzte Detail, denn Holzer wollte nichts dem Zufall überlassen. Über 100-mal gelang dem »Feger« (sein Spitzname, der auf seine Arbeit als Schornsteinfeger sowie auf das Hinunterfegen über die Eiswände verwies) die erste Befahrung einer Steilwand. Sein Aktionsradius erstreckte sich über den gesamten Alpenbogen, wobei die Abfahrt über die Ifinger-Südwestflanke eines seiner schwierigsten Steilwandunternehmen war. Fast drei Jahre hatte er auf den geeigneten Zeitpunkt gewartet, um die 55 Grad steile und mit Felsriegeln durchzogene Wand zu befahren. Heute verläuft an der Kante direkt neben dieser Flanke der neue Heini-Holzer-Klettersteig. 1977 verunglückte Holzer tödlich am Piz Roseg (3937 m) in der Berninagruppe, Graubünden, Schweiz. Nach fast 40 Jahren setzte der Tourismusverein Schenna dem Ausnahmealpinisten Holzer ein kleines Denkmal, das noch lange an den Pionier in der Disziplin Steilwandfahren erinnern wird. 22

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GROSSER IFINGER

KLEINER IFINGER

2581 m

2552 m

Abstieg

TOP

Heini-Holzer-Klettersteig Der 500 Höhenmeter lange Aufstieg, der mit 1000 Meter Stahlseil perfekt gesichert ist, weist mittlere Schwierigkeitsgrade (A – B – B/C) auf und ist deshalb auch für den weniger starken Alpinisten oder für Familien mit geh- und kletterfreudigen Kindern geeignet. Für die Begehung des Klettersteiges sind ein früher Aufbruch, alpine Erfahrung sowie eine gute Gesamtkondition Grundvoraussetzung. Die Ausrichtung des Aufstieges nach Südwesten hin erlaubt eine sehr frühe Begehung des Klettersteiges. Die Bergsaison reicht bis weit in den Spätherbst hinein. Für den versierten Bergsteiger wird der Heini-HolzerSteig auch während vieler Wintermonate begehbar sein. Der Auffahrt mit der Großkabinenbahn ins grandiose Wandergebiet Meran 2000, das sich im Winter in ein familienfreundliches Skigebiet verwandelt, folgt ein relativ gemütlicher Zustieg. Vom Ausstieg des Klettersteiges kann man entweder den Gipfel des Kleinen (2552 m) und des Großen Ifinger (2581 m) besteigen bzw. direkt über die Kuhleitenhütte zum Ausgangspunkt absteigen. Der Große Ifinger, der ebenfalls über einen einfachen Klettersteig erklettert wird, ist einer der imposantesten Aussichtsberge im Raum Meran und in der westlichen Landeshälfte Südtirols. Die Begehung des Klettersteiges ist eine abwechslungsreiche Angelegenheit; steile, aber durch Tritthilfen entschärfte Wandstufen wechseln sich mit einem messerscharfen Grat,

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einem Wäldchen und einer steil aufstrebenden Kante mit Westalpencharakter ab. Auf ungefähr halbem Weg gibt es den Heini-Holzer-Rastplatz mit einer gemütlichen Bank, von der man einen Blick in die schauerliche Südwestflanke werfen kann, über die Holzer mit den Skiern abfuhr. Der Klettersteig ist auf der gesamten Länge mit Stahlseil gesichert, es gibt keine Passagen, die in freier Kletterei oder im ungesicherten Gelände bewältigt werden müssen. Entlang des Aufstieges begegnet der Kletterer immer wieder einmal einem Hinweis auf einen besonders großartigen Abschnitt des Klettersteiges; da gibt es das Einstiegswandl, den Geistergrat, das Waldele, den Heini-Holzer-Rastplatz, ein Wandbuch, die Engelskante (benannt nach einer Erstbegehung Heini Holzers) und die Ausstiegsmeile. Der Ausblick vom Klettersteig reicht weit über den Meraner Raum bis hinunter in den Süden Südtirols. Die Umgebung, durch die man steigt, ist wild und beeindruckend. Obwohl die Tour dem Kletterer eine relativ gute Kondition abverlangt, halten sich die Schwierigkeiten in Grenzen und schenken auch dem weniger versierten Bergsteiger ein wunderbares Gesamterlebnis! Wer Lust auf einen weiteren, gut gesicherten Gipfelanstieg hat und früh genug dran ist, der kann noch den einfachen Klettersteig auf die Verdinser Plattenspitze (2681  m) mitnehmen oder diese Tour für einen anderen Tag einplanen.

Ausstiegs­ meile

B Ski-Steilwand­ abfahrt 13.05.1974

B

A

Engelskante

AVS-Schenna-Kanzel

B

Heini-HolzerRastplatz

A Goasberg

A

Waldele

B Geistergrat

A B

B – C

Dolomitenpanorama

Bergführerweg Gsteier-Blick

A B – C

Steilaufschwung

Einstiegswandl

START

Anseilplattform »Ochsenboden«

Ifinger-Schartl-Weg

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DAS GELEBTE DORF VON SONJA STEGER

Die Bauernjugend von Schenna zählt stolze 85 Mitglieder zwischen 14 und 35 Jahren. Es ist ein sehr rühriger Verein, der sich die Pflege von Kultur und Brauchtum auf die Fahne geschrieben hat. Die jungen Frauen und Männer sind keine Kinder von Traurigkeit, denn »a Hetz muss aa sein!«, daneben aber stehen auch Fortbildung und Lehrfahrten auf der Tätigkeitsliste. Die Freundschaften schweißen zusammen und halten auch dann noch, wenn man/frau in die gestandenen Jahre kommt.

Aufgeschlossen und traditionsbewusst Die Bauernjugend Schenna Die Südtiroler Bauernjugend (SBJ) ist eine unabhängige Jugendorganisation. Es gibt 148 Ortsgruppen in Südtirol, eine davon ist jene von Schenna mit ihren 85 Mitgliedern, junge Männer und Frauen zwischen 14 und 35 Jahre alt. Insgesamt zählt die SBJ stolze 9164 Mitglieder. Mitglieder können nicht nur Menschen aus bäuerlichen Familien werden oder solche, die in der Landwirtschaft tätig sind, sondern all jene, die sich mit den Werten und Zielen des Vereins identifizieren. Die Gleichstellung von Mann und Frau ist selbstverständlich, einem jeden jungen Ortsobmann steht eine Ortsleiterin zur Seite. Zu den Zielen der SBJ zählen das Angebot von sinnvoller Freizeitbeschäftigung genauso wie Aktivitäten zur Pflege von Kultur, Brauchtum und Landschaft. 26

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Fesche Burschen in Trachten stemmen die mannshohe Traube auf einem der zahlreichen Festwägen beim Herbstfest der Schützen in Schenna. Schon seit Jahrzehnten fertigt die Bauernjugend die große Traube aus erntefrischen Weinbeeren an. »Natürlich steht das traubenbehangene Gerüst von alleine, und die Burschen dienen als Zierde«, verrät schmunzelnd Michael Illmer, der Obmann der Bauernjugend Schenna. Michael arbeitet als Betriebsleiter in der Landwirtschaft: Obstbau, Weinbau, Kiwi und Kastanien. »Die Pflege von Tradition und aktive Teilnahme am Dorfleben sind uns Jungbauern ein wichtiges Anliegen«, betont er. In der holzgetäftelten Stube sitze ich zwei jungen Burschen gegenüber, dem Obmann des Vereins und dem Vorstandsmitglied Christoph Mair. Christoph bewirtschaftet mit seiner Familie einen Hof; gehalten werden Milchkühe und »Hennen« (Hühner). Das angebaute Gemüse findet seinen Weg zu den Kunden auf dem Bauernmarkt in Meran. Befragt zur Jugendkultur im Dorf meint er: »Auffallend ist, dass wenn sich jemand engagiert, dann tut er dies meist bei mehreren Vereinen. Ich selbst bin außerdem bei den Schützen und bei der Feuerwehr aktiv. Der Michael ist auch bei der Feuerwehr.« Da gilt es, sich die Zeit gut einzuteilen, denn es gibt gar einige Fixtermine, bei denen die Bauernjugend dabei ist. Christlicher Brauch Bei der Fronleichnamsprozession ist es immer jemand von der Bauernjugend, der die Statue des heiligen Urban trägt. Auf der Flucht versteckte sich der Heilige hinter einem Weinstock, sein ikonografisches Attribut ist daher die Traube. Der Schutzpatron der Winzer bewahrt vor Frost, Hagel und Unwettern und steht somit allen Landwirten bei. Weltlicher Brauch – das Holepfannfeuer am 1. Fastensonntag Vermutlich stammt das Wort vom gotischen »heile fona« – heilsames Feuer – ab. Manche meinen, der Brauch reiche in dunkle Vorzeit und sei ein Ritual, um den Winter auszutreiben, andere wiederum glauben, er gehe auf die Feuer zurück, welche die Überlebenden der Pest als Signal nutzten. Nun kommt die Bauernjugend ins Spiel, sie ist es, die diesen Brauch, der vor

allem im Burggrafenamt überlebt hat, heute noch pflegt. Auch in politisch schwierigen Zeiten wie jener des Faschismus und in den 1960er Jahren gelang es nicht, diesen Brauch abzuschaffen. Nur Burschen machen sich an die Arbeit und roden Gestrüpp und Dorngewächse an den Wiesen- und Waldrändern, verfeuert werden auch dürre Äste und altes Holz. In Schenna gab es früher fixe Plätze, an denen die Feuer entfacht wurden. »Heute wechseln die Plätze jedes Jahr. Man fragt jene Bauern, die gerade eine Wiese gerodet haben, um Neuanlagen zu setzen, um Erlaubnis«, erklärt der Obmann. Deshalb werde der Brauch auch nur im kleinen Kreis gepflegt. Selbst das Brennholzsuchen, gestaltet sich oft schwierig, denn Wildwuchs ist in der sehr gepflegten Landwirtschaft eine Seltenheit. Bei hereinbrechender Dunkelheit wird das Feuer entfacht, und die Gemeinschaft der Jugendlichen rückt zusammen. Anschließend hält man Einkehr bei einem der Mitglieder, wärmt sich auf und genießt eine »gschmackige Marende« (geschmackvolle Brotzeit). Weiterbildung und »a Hetz muess sein« »Gemeinsame Ausflüge stärken das Zusammenge­ höri­ g­ keitsgefühl und >aHetz< (Spaß) ist auch immer dabei«, sagt Michael. »Lehrausflüge oder mehrtägige Fahrten werden abwechselnd zu Milchbauern, Weinbauern, Obstbauern unternommen, damit für jeden etwas dabei ist.« Besonders gut gefallen hat den Jungbauern die Lehrfahrt im Frühjahr 2016 zum Gewinner des Raiffeisen-Jungbergbauern-Preises 2016, Martin Schweigl, der gemeinsam mit seiner Familie den Bergbauernhof »Baurnguet« in Pfelders im Passeiertal bewirtschaftet. Man besichtigte den Hofladen, durfte beim Wurstmachen helfen – der Jungbauer ist auch gelernter Metzger, und als Abschluss wurden die wohlriechenden und gut schmeckenden Würste gemeinsam verzehrt. So sieht eine Lehrfahrt bei der Bauernjugend aus, Neues erfahren und Anregungen für den eigenen Hof sammeln. Sport und Spiel »Wir Jungbauern treten gerne bei sportlichen Wettkämpfen an, die regelmäßig von den Dorfvereinen organisiert werden. Etliche Mitglieder sind passionierte Skifahrer, Fußballer oder Eisstockschießer und erzielen gute Ergebnisse«, erzählt Michael Illmer. Eine Riesengaudi sei immer das »Riesen-WuzzlerTurnier« gewesen, ein lebendiges »Calcetto« (Tischfußballspiel) mit echten Menschen, festgebunden an Stangen.« 2016 veranstaltete die Südtiroler Bauernjugend erstmals Wettkämpfe in einer weiteren kuriosen Sportart: Bubble-Soccer. Dabei handelt es sich um ein Fußballspiel, bei dem die Spieler selbst mit dem Oberkörper in einem großen aufblasbaren Ball stecken. Sieht lustig aus! Die Mannschaft der Schenner Bauernjugend lag auf den vordersten Plätzen! 27


MENSCHEN

Der Herr der Dinge

VON SEBASTIAN MARSEILER

Franz Mair hat alles erreicht in seinem Leben. Verheiratet, Kinder, Enkelkinder, Fremdenverkehrspionier, Gründer eines der renommiertesten Hotel-Ensembles Südtirols, Jäger mit beneidenswerter Trefferquote, geachtet und geschätzt im Dorf. Eigentlich könnte er in seinem schicken »Austragshäuschen« sich zurücklehnen, den lieben Gott einen guten Mann und fünf gerade sein lassen. Ihn zieht es aber unweigerlich mit aller Kraft hinauf nach Gsteier, den Berg- und Bauerngasthof hoch über der Noaf-Schlucht. Hier ist sein Reich. Hier hat er Dinge zusammengetragen aus der untergegangenen Bauernwelt seiner Kindheit. Das Stadeltor ist immer offen. »Bauern Museum« steht auf einem Holzbrettchen. Im Halbdunkel der Scheune türmt sich auf den ersten Blick ein zusammengewürfeltes Sammelsurium alter Gerätschaften. An ein paar hängt ein Zettel mit der Bezeichnung. Aber auch die bleibt rätselhaft für den, der keine Ahnung hat vom früheren Alltagsleben auf einem Bauernhof. Was soll schon ein Stadtbewohner mit dem Begriff »Erdstrick« anfangen? »Ich lass immer offen, die Leute können frei herumgehen«, sagt der Franz. Die meisten schauen sich um, blicken eher konsterniert bis gelangweilt, die Kinder drehen an alten Küchengeräten und schmeißen etwa Steinchen in die betagte Muskatmühle. Die Kurbel hat der Franz anbinden müssen. Mitnehmen tun sie eigentlich nichts, doch ja, irgendjemand hat ihm die alte Nähmaschine gestohlen, wird schwer haben tragen müssen. Und lacht. Ältere Besucher rätseln herum, versuchen, die einstige Bestimmung der Arbeitsgeräte zu erkennen. »Wenn Leute interessiert sind, erkläre ich es ihnen gerne« meint der Franz. Und wenn er merkt, dass da einer etwas versteht von früher, dann blüht er auf. Dann wird es eine »recherche du temps perdu«, eine Suche nach der verlorenen Zeit der Kindheit, eine Suche nach den Spuren einer Zeit, die für ein für alle mal verloren ist. Der Franz lässt sie für kurze Zeit wieder lebendig werden, in seine Augen kommt ein freudiger Glanz. »Ein paar Mal im Jahr haben wir Brot gebacken, unser Hof hatte eine eigene Mühle unten am Schnuggenbach, das Mahlen habe bald einmal ich übernommen, als ich noch ein Bub war; das Technische hat mich immer interessiert!« Deshalb hat er auch die alte Gsteirer-Mühle wieder aufrichten lassen, sie zuerst ausgeräumt von all dem alten »Glump«, das sich darin abgelagert hatte. Im Moment stehen wir am Teigfass. An den Innenwänden der Ihrn, des Teigfasses, kleben noch Teigreste: Wie alt sind sie, wie lange ist es her, dass auf Schennas Höfen noch Brot gebacken wurde? 50, 60 Jahre mindestens. »Um zwei Uhr nachts sind wir aufgestanden, wenn gebacken wurde, meistens hat der Vater den Teig gerührt.« Der Teig musste dann »aufgehen«, bis auf dem Wellbrett die Bällchen für die Paarln gedreht werden

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Weitere Informationen: Schloss Schenna Schlossweg 14, Schenna Tel. +39 0473 945630 info@schloss-schenna.com www.schloss-schenna.com

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neuer Schwung mit seiner Frau Anna einzog. Hohenwart wurde daraufhin auch als Café geführt, und der besondere Ruf der selbst gemachten Kuchen verbreitete sich schnell in Schenna. Das bedeutete für Franz früh aufstehen, der Frau zur Hand zu gehen beim Kuchenmachen, je nach Saison Kirschen entkernen – das praktische Maschinchen steht immer noch da – und vor allem Äpfel schälen. Die kleine, manuell betriebene Apfelschälmaschine ist ein genial ausgetüfteltes »Made in Germany«Apparatchen aus der Ära des frühen Wirtschaftswunders und verdiente es, ins Buch der Rekorde aufgenommen zu werden. »Was habe ich da gestanden und gedreht und gedreht und gedreht!« – Ach ja, wir vergaßen, der Franz war mehr fürs Technische, weniger für den Küchendienst. In all den Dingen steckt eine berührende Ästhetik bei genauerem Hinschauen, Funktion und Form passen selbstverständlich zusammen, selbst die vierschrötige Apfelmühle oder die klobige Schnitzbank strahlen die Würde des einstigen Gebrauchtwerdens aus. »Die Dinge sind schön, wenn sie gebraucht sind«, sagte einmal der große Bert Brecht. Franz ist einer, der genau hinschaut: Er sieht die unscheinbaren Verzierungen in den Eisenverstärkungen der Deichseln, eine kleine Eisenblume vielleicht oder das Herz in der Auflage des »Pfannenknechts«. Lebenssymbole und Glücksbringer, würde ein Volkskundler erklären. Für Franz sind es Zeichen, dass da mit handwerklichem Fleiß gearbeitet wurde. »Nichts könnte ich wegwerfen!« Was den Franz fasziniert, ist, zeigen zu können, wie etwas gehandhabt wurde: der Dengelstock, der Uralt-3-PhasenElektromotor, die alte Heuschrote, der Beregnungskopf aus der Pionierzeit der künstlichen Bewässerung. Und seine Apfelschälmaschine natürlich. Hinter jedem Ding steckt eine Geschichte, immer persönlich. Immer mit einer Prise Ironie. Das macht seine Sammlung so spannend. Und lässt für kurze Momente die alte Zeit aufleuchten. Dabei ist er ein begnadeter Schauspieler, dem der Schalk aus den Augen blitzt. In allem klingt der Respekt für die Arbeit durch. Und auch der Respekt vor der eigenen Herkunft und vor der Welt seiner Kindheit und Jugend. Wer die Wurzeln verliert, fällt um. Franz Mair, 85-jährig, ist ein Steher.

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Richtschwert

konnten. Die »Schragen«, die Ständer mit den »Brotbrettern«, stehen gleich daneben. (Schragen ist übrigens auch eine alte, abfällige Bezeichnung für ein ungutes Weibsbild – so viel, weil wir es mit der Welt der Alten zu tun haben, als es noch keine Gender Correctness gab.) Auf die »Brottücher« wurde Mehl gestreut, damit die rohen Teigformen nicht anklebten. Die ärmeren Bauern streuten Kleie, »Grisch«: »Heute verwenden die Bäcker wieder die >Grisch<, wenn’s besonders nach Bio ausschauen soll« – und schmunzelt. »An die zwanzig, dreißig frische Paarln haben wir immer zu zwei, drei Nachbarhöfen getragen, damit die alten Leute dort ein >lindes<, ein weiches Brot hatten, das sie auch noch kauen konnten. So hat man sich höfeweise immer ausgeholfen. Wenn andere gebacken haben, haben wir natürlich auch immer frisches Brot bekommen!« Das Brot blieb nicht lange weich; auf der Hurt, dem Brotrahmen abgestellt, wurde es bald einmal hart und hatte für ein paar Monate zu reichen. Hartes Brot wurde gegrommelt (zerkleinert), und natürlich gehört eine Brotgromml zur Sammlung. In einer Ecke hängt ein Korb, der stark abweicht von der üblichen Form des Ruckkorbes. »Das ist der Brotkorb, mit dem ging der Bäcker einmal in der Woche mit dem alten Weißbrot von Hof zu Hof. Deshalb gab es dann am Sonntag Knödel mit Weißbrot.« Ganz was Feines – und der einstige Herr über eine 5-SterneGourmetküche blinzelt vergnügt. Sperrig im Raum steht eine sonderbare Maschine. Italienische Aufschriften, Drahttrommeln in verschiedenen Größen, Auffangkisten untergestellt. Was ist das, und wie kommt das Ding hierher? Es handelt sich um eine Sortier- und Reinigungsmaschine für Reis. Als die Faschisten in den Zwanzigern und Dreißigern des vorigen Jahrhunderts meinten, den Alto Adige (der Name Südtirol war ja verboten) unbedingt italienisch zivilisieren zu müssen, sollte natürlich auch die Landwirtschaft einen südlichen Anstrich bekommen. Wie eine Reisreinigungsmaschine aber den Weg hinauf nach Hafling fand, bleibt in den dunklen Falten der Geschichte verborgen. Jedenfalls nutzten die Haflinger Bauern das »walsche« Gerät zum Säubern ihres Roggens. Niente riso und kein Risotto. Die ersten Jahre hat Franz Mair seine neue Pension Hohenwart als Junggeselle »geschmissen«, bis nach der Heirat ein

Im Alten Tirol gab es zwei Henker, die ihren grausamen Dienst versahen. Der eine lebte in Hall, der andere in Meran. Zwei Henkersschwerter haben sich erhalten, eines davon befindet sich auf Schloss Schenna. Es wurde 1733 gefertigt, ist 110 Zentimeter lang und und hat eine sechs Zentimeter breite Klinge. Das reich verzierte Exekutionsgerät besitzt eine 21 Zentimeter lange Blutrinne auf beiden Seiten. Auf der einen Seite ist der Satz eingraviert: Wan ich das Schwerdt thuet auffheben, dann gebbet Gott dem armmen Sünder das eweige Leben. Anno 1733 Die andere Seite trägt die Inschrift: Wan den armen Sünder wirdt abgesprochen das Leben, dan wirdt er unter meine Handt gegeben. Anno 1733 Das Schwert befand sich im Besitz der Meraner Henkersfamilie Putzer. Nach der Abschaffung der Todesstrafe 1781 wurde der letzte Henker Franz Michael Putzer arbeitslos, blieb aber bis 1787 im Amt. Ab 1817 bekam er aus dem städtischen Armenfonds eine wöchentliche Rente von einem Gulden und 30 Kreuzern. Er starb 1825. Manchmal trug der Henker bei der Enthauptung Handschuhe, in Rechnung stellen konnte er sie immer. Der Handschuh im Bild hat nur optische Funktion, Henkershandschuhe waren aus geschmeidigem Leder, um eine Fehlrichtung zu vermeiden.

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KULTUR

Aufgedeckt – Sensationelle Funde in der alten Pfarrkirche VON WALTER INNERHOFER

Buchstäblich aufgedeckt haben Archäologen im Winter 2015/16 in der alten Pfarrkiche von Schenna mehrere über 2000 Jahre alte Mauerreste von profanen Gebäuden aus der Römerzeit und Reste einer romanischen Kirche des frühen Mittelalters. Die bisherigen Erkenntnisse über die Siedlungsgeschichte von Schenna bezogen sich vor allem auf drei große Zeit­ epochen, nämlich 1. auf die ur- und frühgeschichtliche Besiedelung, 2. auf die hoch- und spätmittelalterliche Ausbausiedlung und 3. auf den Bauboom der neuesten Zeit.

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Als Zeugnisse römischer und alpenromanischer Siedler galten bisher lediglich zum Teil heute noch gebräuchliche Flurnamen wie »Gampen« von campus = freies Feld, »Plun« von planus = ebene Fläche, »Riffenolen« von rovinale = Muren und »Stafell« von stavellu = kleiner Stadel; verbliebene Gebäudereste aus dieser Zeit waren bisher keine bekannt geworden. Umso sensationeller ist die Neu-Entdeckung im vergangenen Winterhalbjahr, die auch römerzeitliche Siedlungsreste auf dem Kirchhügel von Schenna ans Tageslicht brachte. Im Zuge der notwendigen Entfeuchtungsarbeiten am Mauerwerk der alten Pfarrkirche mussten auch die natursteinernen Bodenplatten dort aufgerissen werden, und siehe da, es kamen Grundmauern einer frühromanischen Kirche des 6. Jahrhunderts zum Vorschein, gut erhaltene Grablegen aus dem Mittelalter tauchten auf, und schließlich legten die Archäologen des Landesdenkmalamtes die Grundrisse von zwei Gebäuden aus der Römerzeit frei. 32

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Links: Bei den Ausgrabungen wurden Grundmauern zweier Gebäude aus der Römerzeit freigelegt. Oben: Rädchen eines Sporns (Reitersporns) aus dem 14.–15. Jh. 33


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Der Zufall hat mitgespielt: 2000 Jahre Siedlungskontinuität in Schenna Begonnen hatte alles bereits vor längerer Zeit mit dem Vorschlag von Pfarrer Hermann Senoner, den hölzernen und eigentlich provisorischen Volksaltar sowie die beiden Ambos in der neuen Schenner Pfarrkirche durch Werkstücke aus gediegenen Materialien zu ersetzen. Die vom Pfarrgemeinderat eigens dafür eingesetzte Arbeitsgruppe war dann aber der Meinung, dass man, wenn schon, den gesamten Altarraum neu gestalten sollte. Und schon bald stellte sich heraus, dass das Mauerwerk sowohl der neuen als auch der alten Pfarrkirche dringend entfeuchtet und saniert werden musste. Außerdem sollte gleichzeitig auch die Kirchenheizung erneuert werden. Nach den Plänen von Arch.in Renate Marchetti wurde also eine Firma aus Marling mit den Sanierungsarbeiten beauftragt. Diese begann ihre Arbeit an den Außenmauern der alten Kirche, die dann aber auch im Innenraum freigelegt werden mussten, um vollständig entfeuchtet werden zu können. Und damit nahmen die spannenden Entdeckungen des Amtes für Bodendenkmäler der Südtiroler Landesregierung in der alten Pfarrkirche von Schenna ihren Lauf. Unterhalb des erst 1981 neu verlegten Kirchenbodens traten Grabstätten und Mauerreste aus einer ganz alten Zeit ans Tageslicht. Unter der Leitung der Direktorin des Amtes für Bodendenkmäler und Archäologie, Dr. Catrin Marzoli, brachten Archäologen Bauteile aus wenigstens vier Epochen ans Tages34

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licht: die Grundrisse von zwei Häusern aus der Römerzeit, die durch Münzen aus der Zeit der Soldatenkaiser eindeutig ins 1. bis 3. Jahrhundert nach Christi Geburt datiert werden konnten. Auch zwei bronzene Gewandspangen sowie zahlreiche andere Fundgegenstände und Münzen traten zutage. In Sekundärlage wurden Keramikteile aus einer vorchristlichen Siedlungsepoche gefunden: Waren es Räter oder gar Kelten, die den Kirchhügel von Schenna als Erstes besiedelten? Die exponiert günstige Lage im Meraner Becken, die jener von Schloss Tirol und der Zenoburg über Meran absolut ebenbürtig ist, lässt auch daran keine Zweifel. Vermutungen gab es schon immer, dass die sonnenverwöhnte Terrassenlage von Schenna über dem Meraner Talbecken bereits frühe Siedler anlockte. Nun aber liegen handfeste Beweise dafür vor. Über der untersten römischen Siedlungsschicht wurde um 600 n. Chr., als bajuwarische und alemannische Volksstämme die rätoromanischen Völker des 1 So präsentierte sich der Innenraum der alten Pfarrkirche von Schenna während der Ausgrabungsarbeiten im Frühjahr 2016: • Grundmauern zweier Gebäude aus der Römerzeit im Bildvordergrund • Grabstätten von Mitgliedern adeliger Familien des ausgehenden Mittelalters in der Bildmitte • Deutlich zu erkennende Grundmauern einer ersten romanischen Kirche mit Rundapsis aus dem 6. Jh. n. Chr. im Bereich des heutigen Altarraumes 2 Würdevoll restaurierter Innenraum der alten Pfarrkirche 3 Der barocke Hauptaltar zu Mariä Aufnahme in der alten Pfarrkirche 35


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Schennas Siedlungsgeschichte muss neu geschrieben werden

Alpenraumes zu übersiedeln begannen, die erste romanische Kirche in »Scenanum« erbaut, deren Rundapsis in ihren Grundrissen ebenso klar sichtbar ergraben werden konnte. Bauteile davon wurden beim Umbau im Hochmittelalter in eine erste gotische Kirche auf dem Hügel von Schenna integriert, wie der romanische Türbogen über dem gotischen Eingangsportal erkennen lässt. Im Spätmittelalter bzw. in der beginnenden Neuzeit wurde die Kirche dann sogar noch einmal gotisch erneuert. Mit dem zuständigen Landesrat Florian Mussner kam im März 2016 hoher Besuch nach Schenna, um die auch landesgeschichtlich höchst interessanten Ausgrabungen in der alten Pfarrkirche zu besichtigen und zu begutachten. In Anwesenheit des Herrn Pfarrers, des Bürgermeisters, des Präsidenten des Pfarrgemeinderates und mehrerer interessierter Bürger aus nah und fern erzählte Frau Dr. Marzoli die äußerst spannende Geschichte der Besiedlung des Schenner Kirchhügels. Bereits auf grund seiner aussichtsreichen und sonnigen Lage an der späteren Grenze zwischen dem Bistum Trient und jenem von Chur lud der Hügel die Menschen zu einer sehr frühen Besiedelung ein. Am ostseitigen Aufgang zum Friedhof fanden die Arbeiter der Firma Langebner eine steinerne Getreidemühle aus einer sehr frühen Zeit. Die Bodenschicht aus Sekundärmaterial in der alten Pfarrkirche weist in vorchristliche Jahre zurück, und die Münzen, Fibeln und Gebäudegrundrisse aus der Römerzeit zeugen von einer mehr als 2000-jährigen Besiedelungsgeschichte, die 36

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ihre Kontinuität im zuerst romanischen, dann früh- und zuletzt spätgotischen Bau der alten Pfarrkirche zu Mariä Himmelfahrt in Schenna gefunden hat. Bürgermeister Luis Kröll dankte dem Landesrat und den Archäologen für ihre Fleißaufgabe und sprach den Wunsch aus, dass die Ergebnisse, die Erkenntnisse und die Fundstücke aus den Grabungen mithilfe der Landesregierung auch später den Mitbürgern und Besuchern von Schenna in einer musealen Ausstellung dauerhaft gezeigt werden können. Pfarrer Hermann Senoner nannte die Ausgrabungsergebnisse eine Perle in der Kette der auf dem Kirchhügel von Schenna in der alten und auch in der neuen Pfarrkirche noch ausstehenden Arbeiten. Viele Mitbürger haben bereits durch ihre Spenden zur Finanzierung derselben beigetragen.

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1 Wunderschöne Fresken in der Seitenkapelle der alten Pfarrkirche 2 Neben kleinen Devotionalien wie Kreuzchen und Rosenkranzperlen kam auch eine bestens erhaltene bronzene Gewandfibel ans Tageslicht. 3 Wiederverwendete Bauteile aus der Romanik über dem gotischen Eingangsportal zur alten Pfarrkirche 4 Münzen aus drei unterschiedlichen Zeitepochen förderten unsere Archäologen zutage: • Münze A: Denare mit dem Abbild des römischen Kaisers Elagabal (Marcus Aurelius Antoninus 218–222 n. Chr.) • Münze B: Meraner Berner Kreuzer des Tiroler Landesfürsten Meinhard II. aus dem 13. Jh. • Münze C: Maria-Theresien-Thaler aus dem 18. Jh.

Damit müssen wir nun wohl auch die gesamte Siedlungsgeschichte von Schenna neu schreiben und mit den in der alten Pfarrkirche aufgedeckten historischen Zeugnissen und den damit verbundenen Erkenntnissen ergänzen. Im Zuge der Restaurierungsarbeiten wurden die Ausgrabungsergebnisse fotografisch und schriftlich dokumentiert, die Böden der Kirche aber natürlich wieder verlegt und begehbar gemacht. Die Fundgegenstände, ebenso fachgerecht aufbereitet, werden zunächst im Südtiroler Landesarchiv verwahrt, dann aber in geeigneten Vitrinen auch dem interessierten Publikum in Schenna gezeigt werden. Die alte Pfarrkirche zu Mariä Himmelfahrt samt ihren herrlichen Fresken, Altären und Heiligenfiguren ist aber auch sonst sehr schön hergerichtet worden und wird seit dem Patrozinium am 15. August 2016 auch wieder zu Messfeiern und Andachten benutzt, für die sie stets einen erhebenden Rahmen bildet. Sie stellt insgesamt für alle kunstverständigen Besucher ein echtes Kleinod in mehrfacher Hinsicht dar. Seit mehr als zwei Jahrtausenden ist ihr Standort und damit selbstredend auch das schmucke Gotteshaus ein echter Kraftplatz für Schennas Bewohner und viele seiner aufmerksamen Gäste.

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Die Bloggerin Elisabeth Pföstl – Authentische Leidenschaft für Südtirol VON SONJA STEGER

Nicht nur Fleisch! Die Metzgerei Pföstl im Dorfzentrum von Schenna ist heute gleichzeitig ein gut sortiertes Delikatessengeschäft mit vielen regionalen Südtiroler Spezialitäten. Elisabeth Pföstls Schwiegereltern eröffneten die Metzgerei 1956; seit ihrer Hochzeit mit Franz ist der Laden Arbeitsumfeld von Elisabeth und die Quelle für ihre Blog-Inspirationen. Es duftet nach frischem Leberkäse, meine Augen streifen über die Regale: Olivenöl, Balsamico, Destillate, Wein, Schokoladen, Nudeln … Ich probiere eine Scheibe hausgemachten Speck. Mmh. Sehr gut. So angenehm sollten alle Recherchen verlaufen. Elisabeth lächelt mich an, ihr offener und gewinnender Blick heißt mich willkommen. Natürliche Ausstrahlung, fesche Kurzhaarfrisur, modernes Dirndl. Sie kommt hinter der Verkaufstheke hervor, wir ziehen uns zurück, und sie beginnt zu erzählen: »Bevor ich mit dem Bloggen Anfang 2015 begann, hatte ich überhaupt keine Computerkenntnisse. Als ich zu meinen Männern – dem Franz und meinen beiden Söhnen Lukas und Thomas – gesagt habe, »ich möchte einen Blog machen«, meinten die nur: »Mama du spinnst.« Inzwischen helfen mir alle dabei, meiner neuen Leidenschaft nachzugehen. Mein Sohn Lukas zum Beispiel macht die Aufnahmen und den Schnitt der Kurzvideos.« Elisabeths Begeisterung ist fesselnd. 38

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MENSCHEN

Botschafterin des guten Geschmacks

Was ist ein Blog? Das Wort setzt sich aus dem englischen Web (World Wide Web: weltweites Netzwerk, auch Internet) und Log (Logbuch) zusammen. Auf eine Website stellt der sogenannte Blogger / die Bloggerin quasi tagebuchartig Informationen, Erfahrungen und Gedanken. Das Bloggen umfasst meist Aufzeichnungen, Fotografien und manchmal kurze Videofilme. www.passion-suedtirol.com Der Blog über Wein, Delikatessen und Inspirationen von Elisabeth Pföstl.

Genießen, wissen und wertschätzen

Ein künstlerisch-fotografisches Projekt

Mutig und respektvoll widmet sie sich all den Aufgaben, die das Leben ihr stellt, und arbeitet am Erreichen ihrer Ziele. »In unserem Geschäft darf man alles probieren, und wir kennen die Geschichten hinter den Produkten. Gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen besichtigen wir im Winter viele Betriebe. Wenn man die Herstellungsweise, die Produzenten und den Hintergrund kennt, erst dann kann man über ein Produkt wirklich etwas erzählen. All diese Geschichten waren in meinem Kopf, wahrscheinlich deshalb erwachte in mir der Wunsch sie mit mehr Menschen zu teilen. Ein Blog erschien mir ideal dafür.« erzählt Elisabeth. Und das ist er auch. Inzwischen besuchen monatlich fast 100.000 Interessierte »Passion für Südtirol«. So beschreibt sich Elisabeth auf ihrem Blog: Hallo, mein Name ist Elisabeth Pföstl, und meine Leidenschaften sind meine Familie, Kochen, Wein, Käse, Blumen, Mode und mein wunderbares Zuhause: Südtirol. Ich besuchte die Berufsschule Savoy für Köche und Kellner und machte dann meinen Abschluss an der Hotelfachschule Kaiserhof in Meran. Eigentlich wollte ich in die Modebranche oder in die Einrichtungswelt, und gelandet bin ich dann schließlich in Schenna, in der Metzgerei – wo die Liebe so hinfällt! In der Zwischenzeit habe ich eine Ausbildung als Dekorateurin in Innsbruck gemacht und bin Weinsommelier und Käsesommelière. Ich liebe mein Leben und freue mich auf jeden neuen Tag.« Mehrmals wöchentlich postet Elisabeth einen neuen Beitrag auf ihrem Blog. Dazu zählen Berichte, Fotografien, Rezepte und Kochvideos, Kurzfilme über ihre Besuche bei Kellermeistern und Sommeliers. Es gibt eine ganze Serie unter dem Titel »Crashkurs Wein«. »Ganz wichtig ist mir, mich verständlich, d. h. in einfacher Sprache auszudrücken, damit auch der interes­ sierte Laie etwas davon hat und sich für die Feinheiten des Wein zu begeistern beginnt«, betont Elisabeth. Die Vermittlung von Wissen über Wein brachte sie auf eine fabelhafte Idee …

Ausdrucksstark und einzigartig sind die Fotografien, welche Elisabeth gemeinsam mit dem Fotografen Klaus Peterlin verwirklicht hat. Die Farben, Aromen und Düfte der Weine sind auf ästhetische und poetische Weise fotografisch festgehalten worden. »Nach mehreren Wochen der Ideensammlung und der Vorbereitung trafen Klaus und ich uns zu einem MarathonFoto-Shooting. Nach 18 Stunden intensiver Arbeit war unsere Fotoserie im Kasten«, erinnert sich Elisabeth, man merkt, wie glücklich und stolz sie über das Ergebnis ist. Wein ist so vieles, ein Genussmittel, ein Gesprächsthema mit Niveau und Ausgangspunkt für kreatives Schaffen! Viel Kreativität erfordert auch die konstante Führung eines Blogs und eine große Portion Disziplin. Inzwischen beherrscht Elisabeth die Grundlagen und Werkzeuge gut, sie strukturiert ihre Einträge nach Themenschwerpunkten und schafft es somit auch wieder mehr Zeit für die Familie zu haben. So zeitaufwändig das Bloggen auch ist, die Freude daran überwiegt: »Die Arbeit am Blog erweitert ständig meinen Horizont, die positiven Rückmeldungen meiner Leser zeigen mir, es war richtig, diesen Weg zu gehen. Ich durfte und darf vielen sehr interessanten Menschen begegnen und habe mich nie gescheut, >dumme< Fragen zu stellen. Nur fragend erfährt man Neues und vertieft seine Kenntnisse.« Mit vielen Fragen wendeten sich vor Kurzem zwei Schülerinnen der Hotelfachschule an Elisabeth, die beiden nahmen ihren Blog als Vorbild für ihre Abschlussarbeit, und sie konnte ihnen viele Tipps geben. So eröffnen sich immer wieder neue Projekte, die Elisabeth energievoll in Angriff nimmt. Nach dem Gespräch eile ich nach Hause und besuche den Blog von Elisabeth, es dauert nicht lange, und ich verliere mich in interessanten Geschichten, spontan-lockeren Kochvideos und taste mich lesend an die Geheimnisse des Weines heran. 39


WANDERN

FAMILIEN­ WANDERUNG AM SCHENNABERG

Wandertipp vom Wanderführer und langjährigen TourismusbüroMitarbeiter Walter Egger

Mei liabste Tour  Gleich drei Wandertipps aus berufenem Munde. Roswitha Schwienbacher Kröll, Obfrau des AVS Schenna, lässt bei ihrem Tourenvorschlag Kindheitserinnerungen wach werden. Ob Kultur oder Kneipp – überall ist sie bewandert. Jörgl Kaufmann kennt sich in der Höfegeschichte und in der Bergwelt bestens aus und versprüht immer gute Laune. Und von Walter Egger heißt es, er kenne jeden Stein in Schenna.

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Der Taser am Schennaberg ist Ausgangspunkt für kleinere und größere Wanderungen in alle Himmelsrichtungen. Spielgeräte und ein kleiner Streichelzoo laden Kinder zum ersten Stopp ein, die Eltern genießen die Aussicht auf Berg und Tal. Für meine Kinder, die sich früher in den Ferien für 2–3 Wochen zur Sommerfrische beim Taser aufhielten, gehörte die Wanderung zur Ifingerhütte zum festen Programm. Auch unser erstes Etappenziel ist die Ifingerhütte, der schöne, sonnige Platz dort wird von den Granitfelsen des Ifingermassivs überragt, und der große Steinbrocken bei der Hütte lädt zu Kletterversuchen ein. Nach Lenzeben ist es nicht weit, eine Hütte erinnert an frühere Zeiten dieser kleinen Alm. Über die bewaldeten Hänge geht es nun abwärts zum Taser-Höhenweg. Nach links oder nach rechts? Sie können sich hier für den Rückweg über den Taser-Höhenweg zum Ausgangspunkt entscheiden oder die Wanderung fortsetzen. Dieses Mal wandern wir auf dem Höhenweg weiter bis Gsteier, ein Berghof mit Gaststätte. Alte Geräte und Museumsstücke sind in der Scheune ausgestellt und zu bewundern. Der Blick nach oben zur Rotwand lässt den geologischen Übergang von Granit in Porphyr erkennen. Noch eine gute ¼ Stunde, und wir kommen zur Mittelstation der Bergbahn Meran 2000, die uns wieder ins Tal bringt. TOURENINFO Wegbeschreibung: Bergstation Seilbahn Taser > 18A > Ifinger­hütte > 24A > Lenzeben > 24 > Taser-Höhenweg > 40 > Gsteier > 3 > Mittelstation Bergbahn Meran 2000 • Höhenmeter: 520 m Anstieg • Streckenlänge: 8 km • Gehzeit: 3 Std. 10 Min. • Wegbeschaffenheit: markierte Wege • Einkehrmöglichkeiten: Taser, Ifingerhütte, Gsteier

VON ALM ZU ALM IM HIRZERGEBIET

Bauern, die »Videgger Assn«, hinunter geht’s dann zum Weiler Videgg mit der kleinen Bergkirche. Ein besonderes Erlebnis ist diese Wanderung während der Alpenrosenblüte.

Außer der Hirzer-Seilbahn bietet sich für diese Wanderung oberhalb der Waldgrenze in diesem unberührten Gebiet auch die Verdinser Seilbahn und der Sessellift Grube an. Der Blick bei der Bergstation der Hirzer-Seilbahn schweift über das Burggrafenamt hinaus ins Etschtal, zu den Ultner Bergen, zur Brenta- und Ortlergruppe mit Cevedale, Königspitze und Ortler, dem höchsten Berg der Tiroler Alpen. Mehrere 3000er prägen die Silhouette des Naturparks Texelgruppe. Sie halten die kalten Nordwinde ab und bescheren somit dem Meraner Raum mediterranes Klima. Für diesen Wandertipp entscheiden wir uns für eine ausgedehnte Almwanderung. (Von Klammeben kann man natürlich auch kleine Spaziergänge und längere Wanderungen planen.) Die Hirzerhütte wurde 1874 erbaut und ist somit die älteste Schutzhütte des Landes. Hier führt der Europäische Fernwanderweg E5 (Bodensee–Adria) vorbei, der vom Timmelsjoch kommend auch durch die Almen des Hirzergebietes verläuft. In nördliche Richtung bringt uns dieser bequeme Weg zur Hinteregg- und Mahdalm. Auf einem »Marterle« wird auf das tragische Schicksal eines jungen Bauernbuben hingewiesen, der sich auf dem Heimweg im Nebel verirrte. Etwas oberhalb am Rotmoos tut eine kleine Rast gut, Kinder können am Bächlein spielen. Auf den Weiden der Tallner Alm, eine Gemeinschaftsalm von gut 20 Bauern aus Schenna, Verdins und Tall, grasen im Sommer etwa 130 Stück Grauvieh, auch Ziegen und Schafe sind anzutreffen. Auf der Tallner-Alm-Kaser angelangt, geht es im leichten Aufstieg dann weiter zur Sonntagsweide und hinunter zur Stafellalm. Unterhalb der Plattenspitzen queren wir die Bergwiesen der Videgger

TOURENINFO

Wandertipp vom Wanderführer Jörgl Kaufmann

Wegbeschreibung: Klammeben > 40 > Hirzerhütte > E5 > Hintereggalm > Mahdalm > Almenweg > Rotmoos > Tallner-Alm-Kaser > Stafell > Videgger Assn > Videgg > Fahrweg zur Seilbahn • Höhenmeter: 540 m Anstieg • Streckenlänge: 16 km • Gehzeit: 4 Std. 30 Min. bis 5 Std. • Wegbeschaffenheit: markierte Wege, Zufahrtsstraße • Mehrere Einkehrmöglichkeiten

derschöne Bergerlebnis zurück. Ich war damals sechs Jahre alt. Ich war überwältigt von den hoch aufragenden Gipfelkreuzen und den Anstiegen, die uns Kinder enorme Schwindelfreiheit und große Trittsicherheit abverlangten. Auf einem Gipfel stehen, die umliegenden Bergspitzen betrachten und weit ins Tal hinunterschauen, das ließ mein Herz höherschlagen. »Das Mädchen marschiert ja wie ein Bergzieglein«, hörte ich andere Wanderer sagen. Oh, das war für mich ein großes Lob und wahrscheinlich der erste Ansporn für meine vielen steilen, exponierten Gipfeltouren und alpinen Kletterrouten, die ich in all den Jahren noch in mein Tourenbuch eintragen sollte. Meine Mutter, eine Expertin für Fauna und Flora, erklärte mir jede Blume und jedes Kräutlein, welches wir am Wegesrand und am Fels entdeckten, und jedes Tierlein, ob am Boden oder in der Luft, konnte sie beim Namen nennen. Als mein Sohn vier Jahre alt war, war der Hirzer seine erste Gipfeltour, die wir mit ihm unternahmen. Es erfüllt mich mit so viel Freude, dass ich ihm meine Begeisterung für die Natur und die Bergwelt, die ich von klein auf erfahren durfte, weitergeben konnte. TOURENINFO

2-GIFPEL-TOUR IN SCHENNA: HÖNIG (2695 m) UND HIRZER (2781 m) Tourentipp von der Natur- und Landschaftführerin Roswitha Schwienbacher Kröll

Meine Eltern unternahmen mit uns Kindern oft Wanderungen. Meine erste Gipfeltour mit ihnen war der Hirzer mit Überschreitung über die Hönigspitze, ich erinnere mich gerne an dieses wun-

Wegbeschreibung: Hirzer-Seilbahn > Klammeben > Almenweg zur Stafellalm > Weg 7 > Hönig > Hirzerscharte > Hirzer > Hirzerscharte > Hirzerhütte > Klammeben • Höhenmeter: 860 Hm • Streckenlänge: 6 km • Gehzeit: 4 Std. 30 Min. • Wegbeschaffenheit: markierte Wege, Steig im alpinen Gelände, Draht­ seilversicherungen, wegloses alpines Gelände, Grat • Einkehrmöglichkeiten: Hirzerhütte, Resegger Alm, Tallner-Alm-Kaser, Klammeben 41


Schnür deine Schuhe und lauf! Michael Eder Outdoor-Training nennt es Michael Eder, Personalsowie Gruppentrainer aus Schenna. »Mit meinen Trainingseinheiten in der freien Natur schaffe ich einzigartige Lernmöglichkeiten und öffne den Teilnehmern neue Blickwinkel. Mit einem richtigen Aufwärmprogramm, entsprechenden Kräftigungs- und Dehnübungen sowie einem ausgewogenen Flüssigkeitshaushalt finden sie zu einem besseren Lebensgefühl.« Der junge Mann bietet ein betreutes Training für Gäste und Einheimische an, auch die heimische Fußballmannschaft nimmt er mit speziellen Trainingseinheiten unter seine Fittiche.

Hermann Alber Tipps für Laufschuhe gibt Hermann Alber vom gleichnamigen Schuhgeschäft in Schenna, selbst passionierter Läufer. Schuhe sind die Basis für gutes Laufen, darum ist es wichtig, die Laufschuhe sorgfältig auszuwählen. »Für unsere wunderschönen Laufstrecken im Gelände eignet sich ein stabiler Trainingsschuh, oder ein Trail-Running-Schuh am besten, um das Laufen genießen zu können.« Hemmi, so wird er im Dorf genannt, weiß es am besten, hat er doch an vielen Langstreckenrennen und Bergläufen teilgenommen.

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JOGGING & WALKING

VON ROSWITHA SCHWIENBACHER KRÖLL

»Wo kann man hier in Schenna joggen?«, diese Frage an den Gastwirt gehört wohl der Vergangenheit an und die verlegenen Antworten auch. Denn der Tourismusverein Schenna hat den leidenschaftlichen Läufer Richard Mitterhofer beauftragt, ein Laufkonzept zu erarbeiten. Das Ergebnis: 17 ausgeschilderte Parcours und eine eigene Karte mit Beschreibungen und Tipps. Für jeden und jede ist etwas dabei, es gibt kurze Distanzen von zwei Kilometern und gar lange bis elf Kilometern. Aber Achtung! – auch der Höhenunterschied muss berücksichtigt werden. Schenna liegt nämlich an einem Hang, einem Sonnenhang. Da muss man schon früh aufstehen, wenn man der Sonne zuvorkommen will. Die meisten Parcours sind Rundstrecken, und wer nach der ersten noch nicht müde ist, kann eine weitere dranhängen. Laufen tut gut, dem Körper und der Seele. Laufen kann jeder, die Jungen und die Junggebliebenen. Bei körperlicher Bewegung werden Glückshormone frei, und beinahe mit einem Lächeln im Gesicht kann neben dem Schwitzen die schöne Landschaft bestaunt werden. Die Laufstrecken führen vorbei an prächtigen Hotels, urigen Bauobjekten, mächtigen Schlössern, ehrfurchtsvollen Kirchen, geschäftigem Dorfkern, aber auch auf ruhigen Wegen. Mitten durch die satten Apfelwiesen und entlang der schattenspendenden Waalwege kann gejoggt und gewalkt werden. Abwechslung ist gefragt. Von der Walking-Strecke im Dorf zum Speed Hiking in die höhere Region, das heißt, vom Mediterranen ins Alpine zu wechseln. Waren es beim Start Palmen, Feigenbäume, Oleander und Kakteen, so werden dem Bergläufer bald Alpenrosen und Heidelbeeren, ja sogar Edelweiß begegnen. Als Rückweg bietet sich da die Fahrt mit der Seilbahn an, das schont auch die Knie. Laufen bedeutet abschalten, den Alltagsstress hinter sich lassen, den Gedanken freien Lauf lassen, jeden Atemzug spüren und das großartige Gefühl erlangen etwas geleistet zu haben. Und das ohne großen Zeitaufwand. Laufen macht auch, oder vor allem, in der Gruppe Spaß. Es ist oft schwer, den inneren Schweinehund zu besiegen, denn auf der Couch ist es so gemütlich. Da ist es schon hilfreich, wenn Zeit und Ort mit der Gruppe vereinbart wurden. Ausreden sind dann keine mehr zulässig. Die Idee eines Laufparcours ist nicht ganz neu. In den 1980er Jahren wuchsen sie wie Pilze aus dem Boden, die unzähligen Trimm-dich-Pfade. Jede Tourismusdestination, die etwas auf sich hielt, errichtete einen Weg mit Übungsstationen. Aber sie gerieten bald in Vergessenheit, die Holzgeräte faulten, und die Wege verwilderten. Warum, weiß keiner. Die Zeiten ändern sich. Der Mensch ist wieder gesundheitsbewusst geworden. Fitness und ausgewogene Ernährung, Ausgeglichenheit von Körper und

Seele stehen wieder im Vordergrund. »In Balance bleiben« ist jetzt das Motto. »Mens sana in corpore sano«, wie schon die alten Römer sagten. Somit ist nun der Start freigegeben für die Fitness-Studios im Freien. Laufen an der frischen Luft in Kombination mit Übungen für Bauch, Bein, Po. Auch das Thema Kleidung darf nicht zu kurz kommen. Dabei gilt: richtig ist wichtig. Ein atmungsaktives Funktions-T-Shirt ist zu empfehlen. Wenn es dazu noch im grell leuchtenden GelbGrün oder Pink ausfällt, sind Sie auf alle Fälle trendig dabei. Einen praktischen Sinn haben diese Modefarben auf alle Fälle, bei Dämmerung oder Nebel sind Sie leicht auszumachen. Beim Hosenbein sind Lauf-tights sehr gefragt. Bei kühlen Temperaturen sind Mütze und Handschuhe Pflicht. Bei längeren Strecken lohnt es sich, eine funktionelle Laufjacke mitzunehmen. Sie sollte Regen-, Wind- und Kälteschutz bieten und atmungsaktiv sein: Laufjacken müssen den Schweiß von innen nach außen transportieren – durch verdeckte Atmungsschlitze oder durch eine atmungsaktive Membran. Laufen ist auch bei den Einheimischen angesagt. Früher waren es die Hirten, die dem Vieh über Stock und Stein nachlaufen mussten. Heutzutage sind es viele im Dorf, die regelmäßig laufen oder walken. Eine sportliche Damengruppe hat sich zum »Steckele-Verein« zusammengeschlossen. Frühmorgens starten sie mit Stöcken ausgerüstet und spulen fleißig ihre Kilometer. Ein Ratscherle hat dabei auch Platz, denn nur wer während dem Walken sprechen kann, atmet richtig und powert sich nicht aus! Jährlich werden zwei Wettkämpfe in Schenna ausgetragen. Da gibt es den Internationalen Berg­lauf Schenna–Meran 2000 im September, bei welchem 1300 Höhenmeter und zehn Kilometer bewältigt werden müssen. Im November findet dann der Berg­lauf Schenna–Taser statt, der von den Teilnehmern 666 Höhenmeter und 5,6 Kilometer abverlangt. 43


Weg mit der Xbox … … und ab in den Wald! Beim neuen Kinderprogramm zeigt Kräuterpädagogin Elisabeth Taibon-Karnutsch, dass sich das wahre Abenteuer draußen abspielt. Wie macht man Seife in freier Natur? Welche Kräuter helfen gegen Brandblasen? Und welches Tier hat an dem Pilz geknabbert? Das lernt Groß und Klein beim wilden Kochen, Tierspurenlesen oder in der Wasserwerkstatt jeweils in den Sommerferien (Mitte Juni bis Ende August), sowie zu Weihnachten/Neujahr, Ostern und Pfingsten.

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KINDER

Hexenküche, Märchenwald und Kräuterwerkstatt

Kurze Wege für kurze Beine Zahlreiche Touren in und rund um Schenna eignen sich auch für kleine Wanderer. Sie führen auf flacher Strecke zu Hütten, Almen sowie entlang von Waalen und können zum Teil sogar mit dem Kinderwagen befahren werden. Alle diese familienfreundlichen Wege bieten kurzweilige Aussichten über den Meraner Talkessel, die Gehzeit beträgt maximal zwei Stunden.

VON JESSICA HARAZIM

We are family!

Schennas Ferienprogramm bringt kleinen Gästen die Natur der Gemeinde oberhalb von Meran näher. Wenn Landschaftsführerin Elisabeth mit den Kids auf Erkundungstour geht, erleben sie ihre Umwelt mit allen Sinnen. Wasserspaß ist im Freibad Lido Schenna geboten, altersgerechte Betreuung in den drei zertifizierten Familienhotels. Und bei kurzweiligen Familienwanderungen wartet sogar ein echter Schatz auf die kleinen Entdecker.

Einige Unterkünfte in Schenna bieten individuelle Kinderprogramme für alle Altersstufen an, darunter die drei zertifizierten Familienhotels. Dort betreuen ausgebildete Fachkräfte die kleinen Feriengäste – kostenlos und an bis zu sechs Tagen pro Woche. Außerdem gibt’s babygerechte Zimmer, Kindermenüs, Spielecken, Buggys und Rückentragen zum Ausleihen. www.familienhotels.com

Unser größter Schatz

Splish Splash

In Schenna bedeutet Wandern mit der Familie nicht einfach nur einen Weg entlanglaufen. Kleine Abenteurer entdecken die Pfade rund um die Gemeinde oberhalb von Meran im Rahmen des Gewinnspiels »Unser größter Schatz«: Dabei begleiten Tipps, Bilder und ein Quiz insgesamt 19 spannende Thementouren. Auf Tafeln entlang der Strecke finden Kinder entsprechende Hinweise, um das Rätsel in ihrem Buch (erhältlich im Tourismusbüro Schenna) zu lösen, und können tolle Preise gewinnen.

Wasserrutsche, Kinderbecken, Jacuzzi und 33-m-Becken: Das Lido Schenna mit Blick über die umliegende Bergwelt offeriert Wasserratten außerdem eine große Liegewiese, ein modernes Restaurant mit Sonnenterrasse und Panoramasteg, vier Bowlingbahnen und zwei Tennisplätze. Tipp: Insgesamt schmücken Schenna fast 200 Pools – wie glitzernde Logen thronen die Schwimmbäder von Hotels, Gast- und sogar Bauernhöfen über den Apfelgärten und Heuwiesen der Gemeinde oberhalb von Meran. www.lidoschenna.com

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VON JESSICA HARAZIM

In Schenna geht es während der Wintermonate beschaulich zu. Spaziergänger freuen sich über geräumte Wege. Ein Eislaufplatz lädt zum Schlittschuhfahren ein, auf gespurten Bahnen sausen große und kleine Urlauber per Rodel hinab. Wer hoch hinaus will, erkundet die umliegenden Gipfel auf Schneeschuh- und Wandertouren. Beim »Winter in Tall« öffnen einige Hütten für Gäste ihre Pforten und servieren Südtiroler Almkost. Und zu Silvester wird’s noch einmal richtig aussichtsreich!

WINTER

Auf die sanfte Tour

Kurstadtflair und Weihnachtswerkstatt

Schlittengaudi

Alljährlich erhellen die kleinen Stände der Meraner Weihnacht das Zentrum von Südtirols zweitgrößter Stadt. Entlang der Passerpromenade und rund ums Kurhaus duftet es nach Gebäck und Glühwein, in stimmungsvoller Atmosphäre erklingen leise Weisen. Geschenkartikel und Weihnachtsdekorationen werden ebenso feilgeboten wie traditionelle Handwerkskunst und bäuerliche Spezialitäten. Auf dem Veranstaltungsprogramm stehen Konzerte, Theatervorstellungen, klassisches Brauchtum und Bastelstunden – von Ende November bis 6. Januar.

Rodler starten vom höher gelegenen Schenner Weiler Videgg zur Tour auf einer bestens präparierten, drei Kilometer langen Naturrodelstrecke, Minis vergnügen sich auf der Kinderpiste. Schlitten hält die Jausenstation Haas­ hof bereit. Und im benachbarten Skigebiet Meran 2000 wartet Italiens längste, ganzjährig geöffnete Schienenrodelbahn auf mutige Bobpiloten.

Schenna auf Kufen Schennas Eislaufplatz bietet Urlaubern vom 18. November 2016 bis zum 8. Januar 2017 sowie vom 17.  November 2017 bis zum 7. Januar 2018 die Möglichkeit, ihre Runden direkt im Dorfzentrum zu drehen. Passendes Schuhwerk kann jeweils ausgeliehen werden.

Vom Schnee in die gute Stube Tall im Hirzergebiet oberhalb von Schenna ist während der kalten Jahreszeit ein ursprüngliches Paradies. Nur Spaziergänger, Schneeschuhwanderer oder Tourenskigeher »verirren« sich – neben dem ein oder anderen Wildtier – hierher. Urlauber erkunden die unberührte Landschaft wahlweise für sich allein oder auf begleiteten Touren. Jeweils von Ende Dezember bis Anfang März (genaue Termine im Tourismusbüro) sperren einige urige Almhütten und Berggasthöfe ihre Türen extra für hungrige Besucher auf und servieren Südtiroler Schmankerl von Schlutzkrapfen bis Kaiserschmaren. Zu den teilnehmenden Betrieben zählen der Gasthof Hochwies, die Jausenstation Haashof (Schneeschuh- und Rodelverleih), das Berggasthaus Hiaslbauer und der Gasthof Sterneck (Schneeschuhverleih).

Bauernadvent

Bequem per Bus nach Schenna München – Schenna – München Termine und Preise 2016/17: 21. und 28. Dezember sowie 4. und 7. Januar 2017 68 €/Pers. hin und zurück Termine und Preise 2017/18: 23., 27. und 30. Dezember 2017 sowie 3. und 6. Januar 2018 70 €/Pers. hin und zurück

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Jahreswechsel mit »Million Dollar View« Dinner im Kerzenschein, Live-Musik, Tanz und ein »Million Dollar View« über eine der schönsten Regionen Südtirols: Im winterlichen Schenna laden einige Hotels und Restaurants zum stilvollen wie aussichtsreichen Jahreswechsel ein. Nach dem mehrgängigen Silvestermenü offeriert die Gemeinde oberhalb von Meran Urlaubern ein weiteres Highlight: Wenn um Mitternacht das neue Jahr begrüßt wird, genießen Sie auf Schennas Panoramaterrassen exklusive Aus­ blicke auf das Spektakel im Tal.

Mit Weihnachtsmelodien, Lebkuchenduft, Punsch und altem Handwerk lockt der 3. Schenner Bauernadvent zur Baumannsog oberhalb von Schloss Schenna. In und um die historische Säge offerieren Einheimische am 9. (15 bis 19:30 Uhr) sowie 10., 11., 17. und 18. Dezember 2016 (jeweils 10 bis 19:30 Uhr) selbst gemachte Kunst- und Naschwerke. Ob Weihnachtsdekoration aus Holz und Filz, Schuhe aus Schafwolle oder kreative Werke aus geschöpftem Papier – beim Bummel entlang der Stände entdecken Besucher liebevoll gefertigte Geschenk­ ideen und Südtiroler Schmankerl. Für kleine Gäste gibt’s einen Streichelzoo mit Zwergziegen, Schafen und einem Pony. Von 8. bis 10. Dezember 2017 findet der Schenner Bauernadvent auf zwei benachbarten Höfen statt: im Keller des Torggler- und im Stall des Mostragerhofs.

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Event-Kalender 2017

Veranstaltungen 2017 in Schenna

TAGES-HIGHLIGHTS MONTAG

Noch mehr Infos und Veranstaltungstipps finden Sie unter www.schenna.com

21:00 Abendführung im Schloss Schenna

DIENSTAG DATUM VERANSTALTUNG

MÄRZ 08. – 22.03. Kulturwochen »Schenner Langes 2017« APRIL 02.04. – 21.05. Südtirol Balance 01./02.04. Traditionelles Frühlingsfest der Feuerwehr Schenna 09.04. Südtiroler Bauernmarkt auf dem Raiffeisenplatz Bauern aus der näheren und weiteren Umgebung schlagen ihre Stände auf dem überdachten Raiffeisenplatz in Schenna auf. Neben Köstlichkeiten aus Garten, Feld und Keller gibt es auch Südtiroler Handwerkskunst zu bestaunen. Das Markttreiben wird natürlich auch musikalisch umrahmt.

17.05. »Südtirol Balance«-Festl Zum Abschluss der »Südtirol Balance«-Wochen wandeln Besucher einen Nachmittag lang mit allen Sinnen auf dem Raiffeisenplatz. Eine Veranstaltung der besonderen Art zum Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten und natürlich Genießen.

9:00 Dolomiten-Rundfahrt und Tagesfahrt nach Trient* 0 09:30 Mountainbiketour mit der Bikeacademy Meraner Land* 09:30 Dorfführung durchs Zentrum mit anschließender Besichtigung von Schloss Schenna* 09:30 Leben und arbeiten auf dem Bergbauernhof: Wanderung mit Jörgl* (monatlich) 10:00 Themenwanderung am Waalweg oder von Hof zu Hof (Juni–September) 10:00 Törggelewanderung mit Musik und Einkehr in einem Buschenschank* (Oktober und November) 14:30 Südtirol Balance: Wildkräuter am Wegesrand – Kräuterwanderung * (April – Mai)

25.05. Konzert der Musikkapelle Schenna

08:30 Tagesfahrt an den Gardasee* 08.45 Geführte Klettertour am Heini-Holzer-Klettersteig* 0 9:00 Cabriotouren: Gardasee, Dolomiten und Weinstraße* (monatlich) 09:30 Apfelführung durch die Obstwiesen mit Verkostung* (14-tägig) 09:30 Kräuterworkshop beim Oberhaslerhof – Würzkräuter im Hausgarten oder Wildkräuter kennenlernen * (Herbst) 13:40 Höfewanderung »Stadelluft und Morgenduft«* (14-tägig) 15:00 Südtirol Balance: Wildkräuter kennen- und »wilde« Knödel kochen lernen beim Oberhaslerhof * (April – Mai) 20:00 Sommerabend: Open-Air-Konzerte und Ausschank auf dem Raiffeisenplatz und Abend-Shopping (Ende Mai bis Anfang September)

DATUM VERANSTALTUNG

DATUM VERANSTALTUNG

12.05. Konzertabend mit dem berühmten Montanara-Chor

24.06. Fackeltanz der Volkstanzgruppe Schenna

14.05. Muttertag: Bandltanz der Volkstanzgruppe Schenna

MITTWOCH 25.06. Herz-Jesu-Feuer 28.06. Sommerabend mit Live-Musik und Abend-Shopping JULI 02.07. Tallner Sunntig: Kulinarischer Sonntag in Tall 06.07. Berger Pfinstig: Musik und Spezialitäten am Schennaberg

26.05. Schenna schmeckt – 100 Prozent Genuss vom Bauern 31.05. Sommerabend mit Live-Musik und Abend-Shopping

09. – 16.07. Südtirol Classic Schenna 2017 – Oldtimertreffen Diese »Rallye der Sympathie« verzaubert jeden, der atemberaubende Panoramen, herzliche Betreuung und beste Küche zu schätzen weiß. Doch nicht nur für die Teilnehmer ist diese internationale Veranstaltung ein Erlebnis: Jeden Morgen und Abend wird das Dorfzentrum zur Kulisse für jede Menge blitzenden Chroms und zeitlos schöner Karossen.

JUNI 14.04. Musik zum Karfreitag in der Pfarrkirche Schenna

01.06. Berger Pfinstig: Musik und Spezialitäten am Schennaberg

16.04. Osterkonzert der Musikkapelle Schenna

04.06. Tallner Sunntig: Kulinarischer Sonntag in Tall

21.04. Südtirol Balance: Tanzcafé auf dem Raiffeisenplatz

06.06. Konzert der Musikkapelle Schenna

25.04. St.-Georgener-Kirchtag in St. Georgen

08.06. Asfaltart in Schenna: Int. Straßenkünstlerfestival

27.04. Konzert der Musikkapelle Schenna

14.06. Sommerabend mit Live-Musik »Vincent & Fernando«

MAI

FREITAG

04.05. Berger Pfinstig: Musik und Spezialitäten am Schennaberg 07.05. Tallner Sunntig: Kulinarischer Sonntag in Tall 07.05. Südtirol Balance: Unkräutermarktl

16.07. Frühschoppen mit den »Orig. Südtiroler Spitzbuam«

11.05. Konzert der Musikkapelle Schenna

19.07. Sommerabend mit Live-Musik und Abend-Shopping 22./23.07. Feuerwehrfest der FF Tall in Obertall 26.07. Sommerabend mit Live-Musik und Abend-Shopping 21.06. Sommerabend mit den Orig. Südtiroler Spitzbuam Sommerabende in Schenna: Musik & Shopping Open-Air-Konzerte von zeitgenössischen und volkstümlichen Musikgruppen bereichern die Sommerabende auf dem Raiffeisenplatz. Auch die Schenner Vereine unterhalten mit abwechslungsreichen Initiativen, und die Geschäfte sind von 20 bis 21.30 Uhr geöffnet.

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DONNERSTAG Berger Pfinstig: Musik & Kulinarium am Schennaberg (Mai–Oktober, an jedem ersten Donnerstag des Monats) Geführte Wanderungen in die Südtiroler Bergwelt * 0 6:00 Tagesfahrt nach Venedig* 0 9:00 Geführte Wanderung in die Südtiroler Bergwelt* 09:30 Mountainbiketour mit der Bikeacademy Meraner Land* 16:30 Weingutbesichtigung mit Führung und Wein- und Destillateverkostung im Weinkeller Innerleiterhof * 20:30 Konzerte der Musikkapelle Schenna und anderer einheimischer Musikkapellen (April–September)

30.07. Kirchtag mit Unterhaltungsmusik beim Taser AUGUST 02.08. Sommerabend mit Live-Musik und Abend-Shopping 03.08. Berger Pfinstig: Musik und Spezialitäten am Schennaberg 03.08. Konzert der Musikkapelle Schenna

8:00 Tagesfahrt nach Verona* 0 08:00 Südtirol Balance: Nature Fitness Schenna – Lauf- und Krafttraining* (April–Mai) 10: 15 Löwenzahnwanderung und Verkostung* (April)

SONNTAG

Tallner Sunntig: Seilbahn Hirzer und Verdins, Sesselbahn Grube und Hütten laden zum Wandern und zu kulinarischen Schmankerln ein! (Mai–Oktober, an jedem ersten Sonntag des Monats) 11:00 Sonntagskonzert einheimischer Musikkapellen oder Frühschoppen (Oktober) * Anmeldung innerhalb des Vortages im Tourismusbüro Schenna erforderlich! 49


DATUM VERANSTALTUNG

DATUM VERANSTALTUNG

06.08. Tallner Sunntig: Kulinarischer Sonntag in Tall

21.09. Konzert der Musikkapelle Schenna

09.08. Sommerabend mit Live-Musik und Abend-Shopping 16.08. Sommerabend mit »ABBA« 17.08. Konzert der Musikkapelle Schenna 19.08. Schenner Markt: Shopping unter freiem Himmel Die Kaufleute von Schenna präsentieren ihr Angebot, und Schennas Handwerk stellt sich vor. Schennas Bauern bieten ihre hofeigenen Produkte, an und die Gastbetriebe sorgen für das leibliche Wohl. Viele Überraschungen sorgen dafür, dass auch Kinder ihren Spaß haben.

OKTOBER 01.10. – 05.11. Schenner Bauernherbst 01.10. Tallner Sunntig: Kulinarischer Sonntag in Tall 04. – 08.10. Südtirol Classic »Golden Edition« – Oldtimertreffen 05.10. Berger Pfinstig: Musik und Spezialitäten am Schennaberg 05.10. Konzert der Musikkapelle Schenna 08.10. Frühschoppen und Törggelen auf dem Raiffeisenplatz 13.10. Konzertabend mit dem berühmten Montanara-Chor 15.10. Sonntagskonzert auf dem Raiffeisenplatz 19.10. Bäuerinnen machen Dampf: Schenner Bauernkuchl Das Törggelen ist eine alte Tradition, die von Einheimischen und Gästen gleichermaßen geliebt und überall in und rund um Schenna gepflegt wird. Bei der »Bauernkuchl« wird Schenna zur einzigen großen Hofküche. Schennas Bäuerinnen verwöhnen die Besucher auf dem Raiffeisenplatz mit selbst gemachten Spezialitäten. Ein Herbstgenuss mit Festcharakter und Live-Musik.

20.08. Gompm Alm the unplugged taste 23.08. Sommerabend mit den Orig. Südtiroler Spitzbuam 26./27.08. Feuerwehrfest der FF Verdins in Verdins 30.08. Sommerabend mit Live-Musik und Abend-Shopping 31.08. Konzert der Musikkapelle Schenna SEPTEMBER 03.09. Tallner Sunntig: Kulinarischer Sonntag in Tall 03.09. XII. Internationaler Berglauf Schenna–Meran 2000

22.10. Frühschoppen und Törggelen auf dem Raiffeisenplatz

06.09. Sommerabend mit Live-Musik und Abend-Shopping

26.10. Schenner Herbstmarkt

07.09. Berger Pfinstig: Musik und Spezialitäten am Schennaberg

29.10. Frühschoppen und Törggelen auf dem Raiffeisenplatz

07.09. Konzert der Musikkapelle Schenna 16./17.09. Herbstfest der Schützen mit Festumzug Höhepunkt beim Herbstfest der Schützen in Schenna ist der traditionelle Festumzug am Sonntag. Wenn sich die geschmückten Festwägen, Trachtengruppen und Musikkapellen in Bewegung setzen, sind Südtiroler und Gäste gleichermaßen aus dem Häuschen. Neben jeder Menge Musik und guter Laune dürfen beim Herbstbeginn in Südtirol natürlich auch die herzhaften Gerichte der Küche nicht fehlen.

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NOVEMBER 17.11. – 07.01.18 Eislaufen im Dorfzentrum von Schenna DEZEMBER 08. – 10.12. Bauernadvent in Schenna Duftende Köstlichkeiten, handgearbeitete Geschenke und zauberhafte Klänge erwarten die Gäste in Schenna.


Verantwortlich für den Inhalt Tourismusbüro Schenna Redaktionsschluss 25. Oktober 2016 Redaktion Sebastian Marseiler Koordination Cornelia Reiterer Gestaltung Athesia Druck GmbH, Bozen Text Walter Egger Walter Innerhofer Christjan Ladurner Sebastian Marseiler Roswitha Schwienbacher Kröll Sonja Steger Druck Lanarepro Fotografie Amt für Bodendenkmäler der Autonomen Provinz Bozen Archiv Tourismusverein Schenna Florian Andergassen Frieder Blickle IDM/Christian Brecheis Walter Innerhofer Foto Staschitz Christjan Ladurner Georg Mayr MGM/Alex Filz MGM/Stefan Schütz Hannes Niederkofler Stefan Pircher Cornelia Reiterer Renè Photo Collection Martin Rupp Passion für Südtirol by Elisabeth Pföstl Klaus Peterlin Athesia Druck


info: TourismusbĂźro Schenna I-39017 Schenna/SĂźdtirol Tel. +39 0473 945 669 Fax +39 0473 945 581 info@schenna.com www.schenna.com

SCHENNA MAGAZINE 2017  

Das Hohelied der Einfachheit: Südtirol Balance

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