Page 1

Sasha Waltz & Guests

Climate change & democracy From complexity to action


Zuhören Es gibt ein zentrales Gebot in vielen Kulturen, die nicht wie unsere die Welt für eine Ansammlung von Dingen halten. Das Gebot lautet, leise zu sprechen, wenn wir nicht allein sind. Im Wald, am Fluss, unter dem Berg, der da war, bevor ich da war, gilt es, die schnelle Rede zu vermeiden. Der Wald vernimmt, was ich sage. Der Berg hört zu. Diese Rücksicht irritiert uns. Ein Berg – was ist das mehr, als ein Haufen Materie? Mag sein, dass wir Menschen im Laufe der Zeit zu diesem Berg Geschichten erfunden haben, von Fabelwesen, Heiligen und Helden. Aber diese Geschichten sagen, so denken wir, nichts vom Berg, nur von uns. Dinge sind stumm. Was wir vernehmen, ist ein Monolog der Kultur. Warum sollten wir auf den Fels lauschen? Es gibt nichts zu erfahren. Wenn wir weghören, erfahren wir tatsächlich das Wichtigste nicht. Wir bleiben taub dafür, dass in dieser Welt alles auf Gegenseitigkeit beruht. Sie ist das Prinzip ökologischer Existenz. Nur weil andere existieren, kann der einzelne sein. Nur weil Pflanzen Sauerstoff ausatmen, kann ich ihn einatmen. Nur weil Hummeln sie bestäuben, blühen die Blumen. Nur weil sich am Berg Wolken bilden, regnet es. 2


Listening There is one central commandment in many cultures that do not regard our world as an accumula­ tion of objects. That commandment states: speak quietly when in the presence of other beings. In the woods, by the river, at the foot of the mountain that was there before I was, loud and rude speech must be avoided. The woods hear me speaking. The mountain listens. The mountain speaks in his own voice, and humans need to pay respect. It irritates us, this deference. What is a mountain other than a heap of matter? It may be that we humans have with time invented stories about this mountain, about mythical creatures, saints, and heroes. But we feel these stories talk about us, not about the mountain. Objects are mute. What we hear is a monolog of culture. Why should we listen to the rock? There’s nothing we can find out from it. When we don’t listen, we miss out on that which is actually most important. We remain deaf to the fact that everything in this world is mutual. That is the principle of ecological existence. Only because others exist can the individual be. Only because plants exhale oxygen can I inhale it. Only because bees pollinate do the flowers bloom. Only because cloud gathers on the mountain does it rain. 3


Das »Shhh!« der Naturvölker gegenüber den Bäu­men, dem Wasser und den Bergen ist eine öko­logische Einsicht. Von den anderen Wesen hängt ab, ob auch der Mensch, ihr jüngstes Geschwister, gedeihen kann. Solche Kulturen nehmen Rück­sicht auf das fundamentale Prinzip der Gegen­seitigkeit. »Hör zu!« lautet es. »Gib den anderen Raum, denn nur so erhältst du deinen.« Wer nicht horcht, negiert sein Gegenüber. Das sprichwörtliche »Du hörst mir nie zu!« heißt eigent­ lich: Du nimmst mich nicht wahr, nicht so wie ich bin. Wer nicht zuhört, verweigert Gegen­seitigkeit. Er missbraucht den anderen als Bühne. Diesen Missbrauch hat unsere Zivilisation zu ihrem Dogma erhoben. Unser Weltprinzip ist der Monolog. Wir glauben, dass alles Gute davon kommt, dass der Stärkste den Ton angibt. Der Stärkste hört gerade nicht zu. Er brüllt andere nieder – oder labert sie voll. Unser Gebot ist nicht das Lauschen, sondern der Narzissmus – das Gegenteil des Zuhörens. Wir wählen Menschen, die Entscheidungen über uns treffen, danach aus, wie geschickt sie anderen über den Mund fahren, also, wie wenig sie zuhören. Um in den Eliten tonangebend zu sein, zahlt sich Eigensucht aus. Nicht Hinhören ist Trumpf. 4


The »shhh!« of the traditional societies in the presence of the trees, the water, and the mountains is an ecological insight. Humanity, the younger sibling, depends on other beings to thrive. Such cultures respect the fundamental principle of mutuality. »Listen,« so it goes. »Give others room so that you can have yours.« To refuse to listen is to erase the ones standing across from you. The proverbial »you never listen!« in truth means, you never perceive me as I am. To not listen is to refuse mutuality. It is abuse, misusing the counterpart as a stage. Our civilization has elevated this abuse to a dogma. The principle of our world is the monologue. We believe that all that is good comes from the strongest setting the tone. The strongest does not listen. He shouts others down — or talks them into submission. Our commandment is not listening, but rather narcissism — the opposite of allowing the other his or her voice. We choose people to make decisions that affect us based on how elegantly they cut us off; how little they listen. To set the tone among the elite, selfishness helps. Not listening trumps.

5


Narzissmus aber ist nicht nur Eigensucht. Narzissmus ist eine ökologische Todsünde. Er zerstört die Gegenseitigkeit, die Leben ermöglicht. Der Sieg des Narzissmus begann in dem Moment, als unsere Kultur der Welt die Stimme abgesprochen hat, als wir erklärt haben, alles außer uns seien nur tote Dinge. Das wichtigste Ethos indigener Kulturen besteht darin, keinen Narzissmus zu dulden. Darum behandeln sie andere Wesen mit Ehrfurcht als Personen. Darum haben sie in der Regel auch keinen »Häuptling«, sondern einen gewählten Ältestenrat. Narzissmus stört Ökosysteme, vergiftet Beziehungen – und er ist inhärent undemokratisch. Der Grundsatz der alten Kulturen lautet nicht wie unserer: »Ich bin, weil ich gegen Dich gewonnen habe.« Sondern: »Ich bin weil du bist.« Es ist ein Gebot, das wir uns schleunigst aneignen sollten. Nur wer zuhört, wird die Welt fruchtbar halten, für jetzt und für alle Zeiten. Andreas Weber

6


But narcissism isn’t just selfishness. Narcissism is a mortal ecological sin. It destroys the reciprocity that makes life possible. The victory of narcissism began at the moment when our culture denied the voice of the world, when we declared that everything that is not us to be mere dead objects. The key ethos of indigenous cultures is to not tolerate narcissism. This is why they treat other beings with reverence, as people. This is why they typically don’t have a »chief,« but rather an elected council of elders. Narcissism disrupts ecosystems, poisons relationships —  and is inherently undemocratic. The principle of ancient cultures is not like ours: »I am because I beat you.« Rather: »I am because you are.« It is a commandment we must urgently adopt. Only those who listen will keep the world fertile, for now and for ever. Andreas Weber

7


Zuhören #4 Climate change & democracy From complexity to action Sasha Waltz & Guests 13.—15. Dezember 2019 radialsystem Berlin

Die vierte Ausgabe von »Zuhören – Dritter Raum für Kunst und Politik«, den Sasha Waltz & Guests wieder öffnet, sucht neue und aktuelle Herausforderungen: Nach drei Editionen 2016 und 2017 rund um das aktive Zuhören, Migration und engagierte Communities rücken nun die drängenden Themenkomplexe Klima- und Demokratiewandel in den Fokus. Sasha Waltz & Guests lädt ein Wochenende lang Menschen ins radialsystem ein, um lokale Initiativen, das Netzwerk der Compagnie und internationale Gäste kennen zu lernen, sich auszutauschen, gemeinsam Neues zu erfahren und Altes in Frage zu stellen. In einem kollektiven Prozess, der Kopf, Herz und Füße anspricht, werden unterschiedliche Blickwinkel auf unser komplexes Heute beleuchtet – um jetzt gemeinsam ins Handeln zu kommen. Workshops, Gespräche und Interventionen werden von Tanz, Musik und gemeinsamem Essen begleitet. Ein Wochenende im Zeichen der Empathie, des genussvollen Lernens und der Partizipation. Für neue Verbindungen über die Grenzen von Kunst, Naturwissenschaft, Demokratie, Philosophie und Zivilgesellschaft hinaus! Wie bei den früheren »Zuhören«-Editionen gestaltet Sasha Waltz  & Guests wieder den zentralen Raum des Saals als Ort der Begegnung, des gemeinsamen Essens und der Musik. Das Ausstattungsund Technikteam der Compagnie recycelt dafür Elemente aus Bühnenbildern und Fundus-Material. Von hier aus startet »FutureLeaks« am Samstag und Sonntag seinen ganztägigen, immersiven Parcours und lädt dazu ein, die Zukunft neu zu schreiben. Ebenfalls am Samstag und Sonntag bringt die Initiative »Restlos Glücklich« zusammen mit dem Publikum »gerettete« Lebensmittel in geschmackvoll-kreativer Zubereitung auf den Tisch. Das »World Human Forum« bietet im Saal »Gesellschafts-Spiele« rund um die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele. Die Studios in den oberen Stockwerken laden mit Filmen und Büchern und verschiedenen Workshops, kleineren Gesprächen und Performances zu einer ruhig-konzentrierten Atmosphäre ein. Der Künstler Olaf Baldini begleitet das Wochenende mit Live-Drawings und ein Team der Sozialgenossenschaft KARUNA hört zu und schreibt mit, um im Frühjahr 2020 eine Ausgabe des Straßenmagazins KARUNA KOMPASS zum Thema »Zuhören« zu verfassen. 8


The fourth edition of »Zuhören — Dritter Raum für Kunst und Politik« — a recurring project by Sasha Waltz & Guests — seeks out new and current challenges: after three editions in 2016 and 2017 dealt with active listening, migration and committed communities, the focus is now on the pressing issues of climate change and democ­ racy. Over a weekend at radialsystem, Sasha Waltz & Guests invites people to get in touch with local initiatives, the company’s network and international guests. Exchanging ideas, learning new things together and questioning the old: in a collective process that appeals to the head, heart and feet, different perspectives on our complex present will be in focus — in order to act together right now! Workshops, discussions and interventions are accompanied by dance, music and shared food — a weekend of empathy, enjoyable learning and participation. For new connections beyond the borders of art, science, democracy, philosophy and civil society! As in the previous »Zuhören« editions, Sasha Waltz & Guests will design the central room of the hall as a place for encounters, communal dining and music. The company’s design and technical team recycles elements from stage sets and the prop warehouse. From here, »FutureLeaks« starts its all-day immersive course on Saturday and Sunday, inviting you to rewrite the future. Also on Saturday and Sunday, the initiative »Restlos Glücklich« will bring »saved« food in tastefully creative preparations to the table together with the audience. The »World Human Forum« offers »society games« in the hall, based on the 17 UN-sustainability goals. The studios in the upper floors invite guests to a quiet concentrated atmosphere with films, books and different workshops as well as smaller discussions and performances. The artist Olaf Baldini accompanies the weekend with live drawings. A team from the social cooperative KARUNA listens to and writes down the events in order to publish an issue of the street magazine KARUNA KOMPASS on the topic of »Zuhören« in spring 2020.

9


Freitag 13. Dezember 2019

19:00—20:45 Halle Solo-Performance »The Truth Has Changed« Josh Fox

Seite

11

Seite

12

Seite

13

21:00—22:00 Saal Impulse »Climate & complexity – from different perspectives« Quang Paasch, Grace Mbungu, Antje Boetius

22:30—23:15 Halle Late Night Concert »Branches« Sarah Saviet (Violine) und Joseph Houston (Klavier)

10


»The Truth Has Changed offers both a warning and a way forward for our besieged democracy. … The water has changed. The climate has changed. The rules have changed. There’s toxic data everywhere. How do we know what’s true?«

Solo Performance »The Truth Has Changed« Josh Fox Musik Alex Ebert u. a. Freitag 19:00—20:45 Halle

Als Einführung in das komplexe Themenfeld Klimawandel und Demokratie eröffnet der Oscar-nominierte US-amerikanische Regisseur und Performer Josh Fox am Freitagabend »Zuhören #4« mit einer Solo-Performance. As an introduction to the complex topic of climate change and democracy, Oscar nominated US-American director and performer Josh Fox opens »Zuhören #4« on Friday evening with his solo performance. »The Truth Has Changed« verfolgt die Entwicklung des politischen Lebens in den USA vom 11. September bis zur Trump-Ära. Die Performance zeichnet Fox’ Erfahrungen während des 11. September nach, seine Berichterstattung über Fracking, seine Aufnahmen über dem Golf von Mexiko während der BP-Ölkatastrophe, Hurrikan Sandy, die Kampagne für Bernie Sanders, die Democratic Convention 2016, Standing Rock u. v. a. Josh Fox hat mit seinem Debütfilm »Gasland« das Thema »Fracking« zu einem Begriff gemacht. Der Dokumentarfilm wurde vielfach ausgezeichnet sowie für den Oscar 2011 nominiert. Die ebenfalls ausgezeichnete Fortsetzung »Gasland Part II« war 2013 am radialsystem zu sehen. Seine Filmkooperation »Awake – A dream from Standing Rock« eröffnete »Zuhören #3« und dokumentiert den friedlichen Protest der Lakota und alliierter Stämme gegen den Bau einer Ölpipeline durch das Standing-Rock-Reservat in North Dakota 2016. »The Truth Has Changed« follows the evolution of political life in the US from September 11 to the Trump era. The performance traces Fox’s experiences during September 11, his groundbreaking coverage of fracking, his exposing images of the Gulf of Mexico during the BP oil spill, Hurricane Sandy, the rallies for Bernie Sanders, the Democratic Convention 2016, Standing Rock and more. Josh Fox made »fracking« a household term with his debut documentary »Gasland«. It was nominated for Best Documentary Feature at the 2011 Oscars. The award winning sequel »Gasland II« was screened at radialsystem in 2013. His film cooperation »Awake —  A dream from Standing Rock« opened »Zuhören #3« and documents the peaceful protest of the Lakota and allied First Nations against the construction of an oil pipeline through the Standing Rock reservation in North Dakota during 2016. internationalwow.com/tthc.php 11


Impulse »Climate & complexity – from different perspectives« Quang Paasch Grace Mbungu Antje Boetius Freitag 21:00—22:00 Saal

Josh Fox’ Auftakt wird anschließend um drei unterschiedliche Stimmen erweitert: Quang Paasch von der Bewegung »Fridays for Future« spricht für die junge Generation, die Wissenschaftlerin Grace Mbungu bringt eine Perspektive des Globalen Südens ein und die Meeresbiologin und Polarforscherin Antje Boetius steuert die deutsch-europäische Sicht bei. Im Anschluss ist Raum für Austausch mit dem Publikum. Josh Fox’s opening will be supplemented by three different voices: Quang Paasch from the movement »Fridays for Future« speaks for the young generation, while the researcher Grace Mbungu offers a perspective of the Global South, and the marine biologist and polar researcher Antje Boetius will contribute a German-European perspective. Subsequently there is space for exchange with the audience. Quang Paasch, geboren in Berlin, studiert Politikwissenschaft und Biologie an der Freien Universität Berlin und engagiert sich seit Dezember 2018 bei der Bewegung »Fridays for Future«. Er ist Organisator und Pressesprecher von »Fridays for Future« Germany. Quang Paasch, born in Berlin, studies political science and biology at the Freie Universität Berlin and has been active with the movement »Fridays for Future« since December 2018. He is organizer and spokesperson for Germany. fridaysforfuture.de Grace Mbungu ist Junior Fellow am IASS Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung in Potsdam und promoviert an der Universität Stuttgart. Sie forscht über die soziale Dimension von Energiezugang und -wandel in Ländern des Globalen Süden. Grace Mbungu is a junior fellow at the Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam, and a PhD candidate at the University of Stuttgart in Germany. Her research focus is on the social dimensions of energy access and transitions in developing country contexts. iass-potsdam.de Antje Boetius, geboren in Frankfurt am Main, ist vielfach aus­ gezeichnete Polar- und Tiefseeforscherin, Direktorin des AlfredWegener-Instituts Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeres­ forschung und Professorin für Geomikrobiologie an der Universität Bremen. 2019 erhielt sie den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich u. a. für die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Theater, Film und Kunst ein, um mehr Bürger*innen für Klimaschutz zu aktivieren. Antje Boetius, born in Frankfurt am Main, is an award-winning polar and deep-sea researcher, director of the Alfred Wegener Institute Helmholtz Centre for Polar and Marine Research and professor of geomicrobiology at the University of Bremen. In 2019, she was awarded the Order of Merit of the Federal Republic of Germany and is committed, among other things, to cooperation between science, theatre, film and art in order to activate more citizens for climate protection. awi.de

12


Late Night Concert »Branches« Sarah Saviet Violine Joseph Houston Klavier Freitag 22:30—23:15 Halle

Mit dem Late Night Concert »Branches« klingt der Abend im radialsystem musikalisch aus: Joseph Houston (Klavier) und Sarah Saviet (Violine) untersuchen die Schnittstelle zwischen Musik und Natur anhand ausgewählter Kompositionen – in Begleitung von ungewöhnlichen Klangkörpern, jenseits der klassischen Konzertsituation. The evening ends with the Late Night Concert »Branches«: Joseph Houston (piano) and Sarah Saviet (violin) examine the interface between music and nature on the basis of selected compositions — accompanied by an unusual instrumental setup, beyond the classical concert situation. John Cage Branches (1976) Ann Cleare Inner (2016) Michael Finnissy All the trees they are so high (1977) Béla Bartók Klänge der Nacht (aus Im Freien) (1926) Pauline Oliveros Rock Piece (1979) Sarah Saviet ist eine US-amerikanische Violinistin und lebt in Berlin. Sie ist Mitglied des The Riot Ensemble (London) und spielt u. a. regelmäßig mit dem Ensemble Modern, musikFabrik und dem Ensemble Resonanz in Europa und Amerika. Sarah Saviet is an American violinist living in Berlin. She is a member of The Riot Ensemble (London) and performs regularly with Ensemble Modern, musikFabrik, Ensemble Resonanz and others in Europe and America. sarah-saviet.com Joseph Houston ist ein britischer Pianist mit besonderem Interesse an zeitgenössischer und experimenteller Musik. Er lebt in Berlin. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit sind Uraufführungen zeitgenössischer Werke in Zusammenarbeit mit Komponist*innen. Er ist auf zahlreichen nationalen und internationalen Festivals zu Gast. Joseph Houston is a British pianist with a particular interest in contemporary and experimental music. He lives in Berlin. A focus of his work are world premieres of contemporary works in collaboration with composers. He is a guest at numerous national and international festivals. josephhouston.co.uk

13


Samstag 14. Dezember 2019 14:00—15:00 Halle Warm-Up »Dabke Community Dancing« Medhat Aldabaal (Tanz) und Ali Hasan (Musik) Seite 15

14:00—18:30 Saal Essensvorbereitung Restlos Glücklich Musikalische Interventionen Ali Hasan & Gäste

14:00—19:00 Saal/Deck/Kubus Immersiver Parcours FutureLeaks

14:00—16:30 Studio C Films & books

15:30—16:30 Halle Kick-off Antje Boetius Vorstellung der Workshops Seite

36

16:30—17:30 Halle/Saal/Studios Workshops Seite

28—32

18:00—19:00 Halle/Saal/Studios Workshops Seite

28—32

Seite

32

Seite

34

18:30—20:00 Saal gemeinsames Abendessen

19:00—23:30 Studio C Films & books

20:00—20:50 Halle/Saal Performance »Teqsi muyu marq’ay – Eine warme Umarmung für die Erde« Teens-Gruppe der Kindertanzcompany von Sasha Waltz & Guests 21:15—22:15 Saal Gespräch »Klima & Indigenialität« Andreas Weber, Luz Zenaida Hualpa Garcia, Isabel Knauf, Jugendliche der Teens-Gruppe

Seite

16

Seite

17

Seite

18

22:30—23:15 Halle Late Night Concert »Static motion« Diego Noguera Berger (Live electronics) ab 23:00 Saal Party DJ SeSe aka The sleeping Phoenix

14

Seite

36


Warm-Up »Dabke Community Dancing« Ali Hasan / Medhat Aldaabal Samstag 14:00—15:00 Halle

Den Tag eröffnet ein Warm-Up beim gemeinsamen Dabke-Tanzen mit Medhat Aldaabal und Ali Hasan. Seit 2018 entwickeln die beiden syrischen Künstler gemeinsam mit Sasha Waltz & Guests und Berlin Mondiale u. a. am radialsystem eine neue Form, die traditionelle Elemente des Kreistanzes mit der Internationalität Berlins zusammenbringt und viele Menschen begeistert. The day will open with a warm-up during a joint Dabke dance with Medhat Aldaabal and Ali Hasan. Since 2018, the two Syrian artists, together with Sasha Waltz & Guests and Berlin Mondiale have been developing a new form, e. g. at radialsystem, which combines traditional elements of the circle dance with the internationality of Berlin and inspires many people. Ali Hasan, geboren in Damaskus, studierte Medizin in Syrien. Während der Syrien-Krise arbeitete er als Physiotherapeut, 2015 kam er nach Berlin. Hier gründete er die Band MATAR und begann in verschiedenen interkulturellen Projekten als Perkussionist zu arbeiten. Er ist einer der Gründer der Deutsch-Arabischen Bibliothek »Baynetna – Between Us«, die Ende 2016 in Berlin eröffnet wurde, und zudem Gründer und Kurator der Konzertreihe »We belong to music«. 2018 war er »Weltoffenes Berlin-Fellow« des Landes Berlin und der Allianz Kulturstiftung. Ali Hasan war bei allen bisherigen »Zuhören«-Editionen beteiligt und arbeitet regelmäßig im Bereich »Education & Commu­nity« von Sasha Waltz & Guests. Ali Hasan, born in Damascus, studied medicine in Syria. He worked as a physiotherapist during the Syrian crisis and moved to Berlin in 2015. Here he founded the band MATAR and began to work as a percussionist in various intercultural projects. He is one of the founders of the German-Arabic Library »Baynetna – Between Us«, which opened in Berlin at the end of 2016, and is also the founder and curator of the concert series »We belong to music«. In 2018 he was a »Cosmopolitan Berlin« fellow of the State of Berlin and the Allianz Cultural Foundation. Ali Hasan has been involved in all previous »Zuhören« editions and regularly works in the »Education & Community« department of Sasha Waltz & Guests. Medhat Aldaabal, geboren in Damaskus, studierte hier Theater und Tanz. Er arbeitete in der arabischen Region mit unterschiedlichen Gruppen, u. a. mit dem Enana Dance Theatre, Syrien, und der KOON Theater Group, Beirut, bevor er 2015 nach Berlin kam. Hier nahm er an zahlreichen Workshops für zeitgenössischen Tanz teil. Er tanzte mit Sasha Waltz, Nir de Volff, Hannah Hegenscheidt u. a. und entwickelte gemeinsam mit Davide Camplani die Choreographie »Amal«, die bei »Zuhören« 2016 Premiere hatte. Medhat Aldaabal arbeitet regelmäßig im Bereich »Education & Community« von Sas­ha Waltz & Guests und tanzt aktuell in Basel. Medhat Aldaabal, born in Damascus, where he studied theatre and dance. He worked in the Arab region with various groups, including the Enana Dance Theatre, Syria, and the KOON Theater Group, Beirut, before coming to Berlin in 2015. Here he took part in numerous workshops for contemporary dance. He danced among others with Sasha Waltz, Nir de Volff, Hannah Hegenscheidt and others and developed choreography »Amal« together with Davide Camplani, which premiered at »Zuhören« in 2016. Medhat Aldaabal works regularly in the »Education & Community« department of Sasha Waltz & Guests and currently dances in Basel.

15


Performance »Teqsi muyu marq’ay – Eine warme Umarmung für die Erde« (2018) Kindertanzcompany von Sasha Waltz & Guests Gabriel Galindez Cruz Samstag 20:00—20:50 Halle/Saal

Die Teens-Gruppe (14+) lädt das Publikum zu einem Experiment ein, das an ein gemeinschaftliches Leben mit allen Menschen und Lebewesen auf der Erde erinnert. Während wir noch darüber sprechen, spüren viele Menschen die Folgen des Klimawandels schon. Um diese Wirklichkeit zu fühlen und zu uns zu holen, versetzten sich die jungen Tänzer*innen in das Leben individuell Betroffener – von ihnen handeln die im ersten Teil der Aufführung zu hörenden Texte und der Tanz im direkten Kontakt mit dem Publikum. Ein Leben im Kontakt mit der Natur setzt die Teens-Gruppe im zweiten Teil genussvoll in Bewegung um. Mit der Tänzerin Luz Zenaida Hualpa Garcia aus Peru erlernten die Jugend­ lichen einen Tanz der Quechua-Kultur, der in organische Bewegungen des zeitgenössischen Tanzes mündet. Ursprünglichlichkeit und Moderne zu verbinden, birgt die Möglichkeit, dem Teufelskreis unseres derzeitigen Verständnisses von Fortschritt und Entwicklung zu entkommen, etwas völlig Neues zu erschaffen und Lösungen für eine gemeinsame Zukunft zu finden. »Teqsi muyu marq’ay – Eine warme Umarmung für die Erde« ist ein leidenschaft­licher, dringender Appell an ein sanftes Menschsein, an verlässliche Integrität und umfassende Liebe zur Natur und allen Lebewesen. The teens group (14+) invites their audience to an experiment that evokes a common life with all humans and living beings on earth. While it is largely a topic of conversation for us, many people are already feeling the consequences of climate change. In order to feel this reality in their hearts and bring it to us, the young dancers put themselves in the lives of those individually affected — the texts delivered in the first part of the performance are about them, and the dance functions in direct contact with the audience. A life in contact with nature is the teen’s topic for second part choreography. Together with the dancer Luz Zenaida Hualpa Garcia from Peru, the teens learned a dance of the Quechua culture that leads the dancers into organic movements of contemporary dance. Combining nativeness and modernity offers the opportunity to escape the vicious cycle of our current understanding of progress and development, to create something completely new and to find solutions for a common future. »Teqsi muyu marq’ay — A warm embrace for the Earth« is a passionate, urgent appeal for a gentler humanity, for reliable integrity and a comprehensive love of nature and all living beings. Konzept & Choreographie Gabriel Galindez Cruz Choreographie »Wallata« & Coaching Quechua-Kultur Luz Zenaida Hualpa Garcia Bühne Gabriel Galindez Cruz, Thomas Schenk, Federico Polucci Kostüme Federico Polucci Licht Arnaud Poumarat Sound Giorgio de Santis Klavier (Gustav Mahler, Kindertotenlieder) Neslihan Schmidt Tanz/Choreographie (*und Text) Noomi Amelie Aldinger*, Lovis Blesken*, Mira Antonina Campo Jastrzębski*, Emily Christian, Elias Duran, Jasper Frank, Solveig Klier*, Luisa Marx Casimiro de Almeida, Flora Mühlmeyer*, Josefine Nöhring, Hannah Pirot*, Sophia Sandig, Bruno Schindlbeck, Marlene Winterbauer Die Kindertanzcompany Berlin von Sasha Waltz & Guests ist ein Projekt von Sasha Waltz  & Guests in Kooperation mit dem radialsystem.

16


Gespräch »Klima und Indigenialität« Andreas Weber Luz Zenaida Hualpa Garcia Isabel Knauf Jugendliche der Teens-Gruppe Samstag 21:15—22:15 Saal

Andreas Weber wurde in Hamburg geboren und studierte Biologie und Philosophie in Berlin, Freiburg, Hamburg und Paris. Er arbeitet als Schriftsteller und Journalist sowie als Lehrbeauftragter an der Universität der Künste Berlin. Er lebt in Berlin und Italien. Sein aktuelles Buch trägt den Titel »Indigenialität« und erscheint in der Reihe »Tugenden für das 21. Jahrhundert« im Nikolai Verlag Berlin. Andreas Weber was born in Hamburg and studied biology and philosophy in Berlin, Freiburg, Hamburg and Paris. He works as a writer, journalist and lecturer at the Berlin University of the Arts. He lives in Berlin and Italy. His recent book is titled »Indigenuity« and was published in the series »Virtues for the 21st century« with Nikolai Publishing & Intelligence Berlin. autor-andreas-weber.de / biopoetics.org Luz Zenaida Hualpa Garcia wurde in Sicuani – Cusco, Peru geboren und studierte Kommunikationswissenschaft in Lima und Spanische Philologie sowie Ethik & Religionskunde in Potsdam. Sie ist Choreographin und Tänzerin und verbindet ihre Leidenschaft für traditio­nelle Kunst Latein- und Südamerikas mit Pädagogik und Wissenschaft. Sie lebt seit 2003 in Deutschland und hat 2011 das inter­diszipli­näre und internationale Kunstprojekt »Luz y color« gegründet. Sie ist als Hochschuldozentin an der Universität der Künste tätig und hat 2018 mit den Teens der Kindertanzcompany von Sasha Waltz & Guests zusammengearbeitet. Luz Zenaida Hualpa Garcia was born in Sicuani — Cusco, Peru and studied communication science in Lima and Spanish philology as well as ethics and religious studies in Potsdam. She is a choreographer and dancer who combines her passion for traditional Latin and South American art with education and science. She has lived in Germany since 2003 and founded the interdisciplinary and inter­ national art project »Luz y color« in 2011. She is a university lecturer at the University of the Arts and in 2018 worked with the Teens of Sasha Waltz & Guests’ Children’s Dance Company. Isabel Knauf, geboren in Berlin, studierte Landschaftsplanung und Naturschutz und ist Wildnispädagogin und Heilpraktikerin. Sie leitet die Praxis für Phytotherapie und Frauenheilkunde »Wilde Weide« und bietet mit dem Netzwerk »Drachinzeit« Übergangszeiten für Mädchen ins Frausein an. Isabel Knauf arbeitet mit naturverbundenen Methoden und Ritualen, die sie bei Lehrern wie Sobonfu Somé (Burkina Faso) und Jon Young, Sal Gencarelle & Mala Spotted Eagle (Nordamerika) gelernt hat. Isabel Knauf, born in Berlin, studied landscaping and nature con­ servation and is active in the fields of wilderness education. She is the director of »Wild Willow«, practice for phytotherapy and female health. With the network »Dragon Time« she offers rites of passage for girls into womenhood. Isabel Knauf works with nature related methods and rituals, that she learned with teachers like Sobonfu Somé (Burkina Faso) and Jon Young, Sal Gencarelle & Mala Spotted Eagle (North America). wildeweide.de

17


Late Night Concert »Static motion« Diego Noguera Berger (Live Electronics) Samstag 22:30—23:15 Halle

»Sprechen bedeutet, Inneres nach Außen zu kehren. Etwas, das vorher nur innerlich war, dringt dabei ins Außen vor. Dinge, die im Dunkeln ohne erkennbare Form existierten, nehmen über den Klang Gestalt an. Das fragile Verhältnis zwischen unstrukturierter, komplexer Dunkelheit im Inneren und definiertem Klang im Außen ist der gestalterische Ansatz dieser Live-Komposition.« »To speak is the act of being out of ourselves. Something that was inside of us is now on the outside. Something that was in the darkness and had no recognizable form, has now the form of sound on the outside. That fragile spiral movement between a chaotic, complex darkness, and his recognizable sound in the outside, is the building action of this live composition.« Diego Noguera Berger ist ein in Berlin lebender Komponist, Musikproduzent, Schauspieler und Theaterregisseur, geboren in Santiago, Chile. Er hat Kompositionen für über 40 Produktionen in Theater, Film und Tanz kreiert und arbeitet kontinuierlich mit den Choreographen José Vidal (Kampnagel Hamburg 2019) und Manuela Infante (Singapur 2019) zusammen. Diego Noguera Berger, born in Santiago, Chile, is a Berlin-based composer, music producer, actor and theatre director, born in Santiago, Chile. He has composed for over 40 pieces of theatre, film and dance, becoming one of the most important names in the local experimental scene. He continuously works with choreographers José Vidal (Kampnagel Hamburg 2019) and Manuela Infante (Singapore 2019).

18


19


Sonntag 15. Dezember 2019 14:00—19:00 Saal/Deck/Kubus Immersiver Parcours FutureLeaks

14:00—14:45 Halle Warm-Up »Collective intelligence in motion« Gabriel Galindez Cruz Seite 23

14:00—17:30 Studio C Films & books

15:15—17:00 Halle Impulse & Gespräch »Climate, change & democracy« »Das Progressive Zentrum« Maria Exner, Maja Göpel, Lex Paulson, Bernard le Roux, Janis Prinz Seite 24 17:00—19:00 Studio A Performative Installation »Extinction Room« Sergiu Matis Lisa Densem

17:00—18:00 Saal Meet the speakers

17:30—18:30 Saal/Studios Workshops Seite

32—33

Seite

Seite

26

Seite

18:30—19:30 Saal gemeinsames Abendessen

36

34 18:30—21:30 Studio C Films & books

19:30—21:30 Halle Final Jam »From music improvisation to 5 rhythm dance« Cymin Samawatie, Samar Habibi & Gäste

Seite

22

27

Seite

36


Im Angesicht komplexer Krisen in unserer globalisierten Welt empfinden Menschen weltweit ein Gefühl der Ohnmacht. Gleichzeitig wächst ziviles Engagement, um in die Tat zu kommen. Welche Rolle spielen das Zuhören und der Dialog für die Weiterentwicklung der Demokratie und des lokalen wie globalen Miteinanders, um u. a. mit Klimaveränderungen umzugehen? Diesen und weiteren Fragen widmet sich der dritte und letzte Teil von »Zuhören #4«. In the face of the complex crises of our globalized world, people all over the world feel powerless. At the same time, civic engagement is starting to become a reality. What role do listening and dialogue play in the further development of democracy as well as local and global cooperation in dealing with climate change? The third and final part of »Zuhören #4« is dedicated to these and other questions.

Warm-Up »Collective intelligence in motion« Gabriel Galindez Cruz Sonntag 14:00—14:45 Halle

Den Tag eröffnet das gemeinsame Warm-Up »Collective intelligence in motion« mit dem Tänzerchoreographen Gabriel Galindez Cruz, der seit 2005 für Sasha Waltz & Guests tätig ist und zwei Gruppen der Kindertanzcompany leitet. The day opens with the joint warm-up »Collective intelligence in motion« with dance choreographer Gabriel Galindez Cruz, who has been working for Sasha Waltz & Guests since 2005 and heads two groups of the Children’s Dance Company. Gabriel Galindez Cruz wurde in Cali, Kolumbien, geboren und lebt in Berlin. Er studierte Zeitgenössischen Tanz und Choreographie in Angers und Frankfurt und tanzte mit internationalen Compagnien und Choreographen in Deutschland, Italien, der Schweiz und Belgien. Gabriel Galindez Cruz kreiert regelmäßig eigene Stücke, die inter­national gezeigt werden. Parallel engagiert er sich in Projekten mit Kindern und Jugendlichen in Deutschland und Kolumbien und gibt international Workshops und Kurse. Gabriel Galindez Cruz was born in Cali, Colombia and lives in Berlin. He studied contemporary dance and choreography in Angers and Frankfurt. He has danced with international companies and chore­ ographers in Germany, Italy, Switzerland and Belgium. He regularly creates his own pieces, which are shown internationally. At the same time he is involved in projects with children and young people in Germany and Colombia and gives international workshops and classes.

23


Impulse & Gespräch »Climate, change & democracy« Das Progressive Zentrum Maja Göpel Lex Paulson Maria Exner Bernard le Roux Moderation Janis Prinz Sonntag 15:15—17:00 Halle

Gemeinsam mit »Das Progressive Zentrum«, dem 2007 gegründe­ten Berliner Think Tank mit den aktuellen Schwerpunkten Zukunft der Demokratie, Strukturwandel und Internationale Beziehungen, präsentiert »Zuhören #4« ein Gespräch mit deutschen und internatio­ nalen Gästen rund um den Dreiklang Klima, Wandel & Demokratie. Together with »Das Progressive Zentrum«, a Berlin think tank founded in 2007 that currently focuses on the future of democracy, structural change and international relations, »Zuhören #4« presents a discussion with German and international guests on the triad of climate, change and democracy. Maja Göpel ist Generalsekretärin des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) und arbeitet an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Sie ist promovierte Politökonomin, Professorin an der Leuphana Universität Lüneburg, Mitglied des Club of Rome und des World Future Council sowie Policy Fellow bei »Das Progressive Zentrum«. Maja Göpel ist eine der Initiatorinnen von »Scientists for Future«. Maja Göpel is Secretary General of the German Advisory Council on Global Change and works on the science-policy-society interface. She holds a PhD in political economy and is professor at Leu­phana University Lüneburg, member of the Club of Rome and the World Future Council. Maja Göpel is policy fellow at »Das Progressive Zentrum« and one of the founding members of »Scientists for Future«. greatmindshift.org / wbgu.de Lex Paulson ist Direktor der School of Collective Intelligence an der Université Mohammed VI Polytechnique (UM6P) in Ben Guerir, Marokko und Dozent für Menschenrechte an der Sciences Po, Paris. Er ist promovierter Politikwissenschaftler und studierte an den Universitäten Yale, Cambridge und Sorbonne. Lex Paulson leitete Projekte im Bereich Demokratie und Governance für Unicef, die Europäische Kommission, die Französische Nationalversammlung sowie in Indien, Tunesien, Ägypten, Uganda, Senegal, Tschechische Republik und Ukraine. Außerdem begleitete er die Präsidentschaftskampagnen von Barack Obama 2008 und Emmanuel Macron 2017. Lex Paulson is Director of the School of Collective Intelligence at the Université Mohammed VI Polytechnique (UM6P) in Ben Guerir, Morocco and a lecturer in human rights at Sciences Po, Paris where he lives. He holds a PhD in political theory and studied at Yale, Cambridge and the Sorbonne. Lex Paulson has led projects in democracy and governance for Unicef, the European Commission, the French National Assembly as well as in India, Tunisia, Egypt, Uganda, Senegal, the Czech Republic and Ukraine. He helped craft mobilization for the presidential campaigns of Barack Obama in 2008 and Emmanuel Macron in 2017. Dialogues.se / um6p.ma/en/collective-intelligence

24


Maria Exner ist seit 2015 stellvertretende Chefredakteurin von ZEIT ONLINE. Sie baute die Magazin-Angebote (u. a. das Ressort »Arbeit«) von ZEIT ONLINE auf, verantwortet die Festivalreihe Z2X für 20- bis 29-Jährige, das mit dem Grimme-Online-Award ausgezeichnete Projekt »Deutschland spricht« und dessen internatio­ nale Fortsetzung »My country talks«. Die in Dresden geborene Journalistin studierte in München, Berlin und London. Maria Exner has been deputy editor-in-chief of ZEIT ONLINE since 2015. She built up ZEIT ONLINE’s magazine offerings (including the »Work« section), is responsible for the Z2X festival series for 20 to 29-year-olds, the Grimme-Online-Award winning »Deutschland spricht« project and its international sequel »My country talks«. Born in Dresden, the journalist studied in Munich, Berlin and London. zeit.de Bernard le Roux wurde in Südafrika geboren, arbeitete als Lehrer in Skandinavien und wurde Mitbegründer eines schwedischen gemeinnützigen Unternehmens, das Organisationen dabei unterstützt, komplexe soziale Konflikte konstruktiv anzugehen. Er unterrichtet außerdem Moderation und Dialoggestaltung an der School of Collective Intelligence in Marokko. Bernard le Roux was born in South Africa, worked as a school teacher in Scandinavia and became co-founder of a Swedish non profit company that helps organizations to constructively handle complex social conflicts. He also teaches facilitation and design of dialogue processes at the School of Collective Intelligence in Marocco. Dialogues.se / um6p.ma/en/collective-intelligence Janis Prinz arbeitet seit 2018 als Trainee bei »Das Progressive Zentrum« im Programmbereich Strukturwandel zu energie- und klimapolitischen Fragen sowie zum Thema Populismus. Bereits neben dem Studium der Philosophie und Neurowissenschaften hat er sich in Magdeburg für politische Partizipation und eine demokratische Streitkultur engagiert. Er absolvierte einen Master in Ethics – Economics, Law & Politics und arbeitete beim entwicklungspolitischen Think Tank SÜDWIND zu Fragen globaler Gerechtigkeit. Janis Prinz has been working as a trainee at »Das Progressive Zentrum« since 2018 in the program area Structural Change on energy and climate policy issues as well as populism. During his studies of studying philosophy and neuroscience at Magdeburg, he was already committed to political participation and a democratic culture of conflict. He completed a master’s degree in Ethics — Economics, Law & Politics and worked for the development think tank SÜDWIND on issues of global justice. progressives-zentrum.org

25


Performative Installation »Extinction Room« Sergiu Matis Sonntag 17:00—19:00 Studio A

»Extinction Room« ist eine performative Mehrkanal-Installation, die sich aus Klangaufnahmen von ausgestorbenen und vom Aussterben bedrohten Vogelarten zusammensetzt. Sie untersucht den Stellenwert der Natur in der westlichen Gesellschaft und damit verbunden ihre Repräsentation in Kunst und Kultur – zu einem Zeitpunkt, an dem die Klimaforschung den Notstand ausruft. In einer Klanglandschaft aus Vogelstimmen, -rufen und -melodien erzählen die Künstler*innen die Geschichten der Vögel: ihr Aussterben verflechtet sich mit ihren Mythen. »Extinction Room« is a performative multi-channel sound installation consisting of recordings of extinct and endangered bird species. It explores the concept of nature in Western society and its representation in artistic and cultural production, at a time when climate change specialists have given us permission to panic. In this soundscape of bird calls, cries and songs the performers tell the stories of these species. The birds’ extinction narratives interweave with their myths. Sergiu Matis ist Choreograph, geboren in Cluj-Napoca, Rumänien, und lebt und arbeitet in Berlin. Seine Bewegungspraxis »visible thinking body«, eine Methode, den Körper in Bewegung zu denken, bildet die Grundlage für seine Performances. Sergiu Matis is a choreographer born in Cluj-Napoca, Romania, living and working in Berlin. His movement practice »visible thinking body«, a method of thinking the body in motion, forms the basis of his performances. sergiumatis.com Konzept / Choreographie Sergiu Matis Performance Lisa Densem, Sergiu Matis Komposition / Soundinstallation AGF aka Antye Greie Texte Philip Ingman, Sergiu Matis, Mila Pavicevic Species research Philip Ingman Dramaturgie Mila Pavicevic Sound Martin Lutz Bird recordings Macaulay Library, Cornell Lab of Ornithology, Xeno-canto Foundation Eine Produktion von Sergiu Matis, ko-finanziert von der Verwaltung des Nationalen Kulturfonds – AFCN, Rumänisches Kulturinstitut und dem Europalia Arts Festival Brüssel. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds Berlin, die Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Koproduziert von 4Culture Association, WASP Studios, ICI-CCN de Mont­pellier – Occitanie im Rahmen von Life Long Burning (LLB) – Towards a sustainable Eco-System for Contemporary Dance in Europe, unterstützt durch das Creative Europe Programme der Europäischen Union, das Centre of Drama Art Zagreb und den Kunst­ workshop Lazareti Dubrovnik.

26


Final Jam »From music improvisation to 5 rhythm dance« Cymin Samawatie Samar Habibi & Gäste Sonntag 19:30—21:30 Halle

Nach dem gemeinsamen Essen endet »Zuhören #4« mit einem Jam mit den Musiker*innen des Wochenendes unter der Leitung von Cymin Samawatie und Zuhörer*innen auf der Bühne. Den Schlusspunkt bildet die Künstlerin Samar Habibi und das »Zuhören«Publikum mit Tanz durch eine Welle der »5 Rhythms« bis zur Stille. After the shared dinner »Zuhören #4« ends with a jam of all musicians by all the weekend’s led by Cymin Samawatie and invites all listeners to the stage. At the end there is dance with the artist Samar Habibi that takes the »Zuhören«-audience through a wave of »5 Rhythms« ending in silence. Kontrabass Ralf Schwarz Drums & Electronics Milian Vogel Electronics Diego Noguera Berger Piano Neslihan Schmidt Violine Sarah Saviet Percussion Ali Hasan Cymin Samawatie, geboren in Braunschweig, ist vielfach ausgezeichnete Sängerin, Dirigentin und Komponistin der zeitgenössischen Musik. Ihr Quartett Cyminology vereint kammermusikalischen Jazz mit persischer Lyrik. Mit ihrem Trickster Orchestra verfolgt sie gemeinsam mit Ketan Bhatti konzeptbasierte Kompositionsmethoden, die interdisziplinäre, transtraditionelle Musiksprachen schaffen. Cymin Samawatie komponierte u. a. Werke für Projekte der Berliner Philharmoniker, das Osnabrücker Morgenlandfestival, das Female Voice of Iran Orchestra und sang u. a. mit Bobby McFerrin, Roger Willemsen und bei »Zuhören #1«. Cymin Samawatie, born in Braunschweig, is an award-winning singer, conductor and composer of contemporary music. Her quartet Cyminology combines chamber music jazz with Persian poetry. With her Trickster Orchestra, she and Ketan Bhatti pursue conceptbased compositional methods that create interdisciplinary, transtraditional musical languages. Cymin Samawatie has composed works for projects of the Berliner Philharmoniker, the Osnabrücker Morgenlandfestival, the Female Voice of Iran Orchestra and sang with Bobby McFerrin, Roger Willemsen and »Zuhören #1«. cyminology.de Samar Habibi wurde in Zypern als Kind eines palästinensischen Vaters und einer amerikanischen Mutter geboren. Das Ziel, die individuelle menschliche Geschichte jedes Einzelnen zu entdecken, ist Rückgrat ihrer multidisziplinären Arbeit. Als Verhaltensforscherin begleitet Samar Unternehmen in Workshops bei der Analyse ihrer Arbeitsstrukturen. In ihren »5 Rhythms«-Kursen ebnet sie den Teilnehmer*innen Wege zu Selbsterfahrung und positiver Lebens­ energie. Die »5 Rhythms« – Methode und ihre vielfältigen Ansätze sind zentrales Thema in ihrer Arbeit. Samar Habibi was born in Cyprus to a Palestinian father and an American mother and was initiated from birth into a rich world of different cultures and a wide range of perspectives. Her fascination with unearthing unique human story in every individual is the backbone of her multi-disciplinary and cross-industry experience. Samar works in corporate settings as a behavioral researcher and leads workshops to bring a more vulnerable perspective to the workplace. She also facilitates »5 Rhythms« classes to offer ways we can be more curious about and better discover ourselves. Weaving together a spiderweb of tools, »5 Rhythms« is a central theme in her work. Simple in its practice yet infinite in the ways it can be adapted. 5rhythms.com

27


Workshops

Samstag 16:30—17:30 18:00—19:00 Sonntag 17:30—18:30 Halle Saal Studios

28


»Taki Onqoy and the affect of geological bodies« Amazonas Solidarity Berlin Paola Bascón Jorge Villaseca Live Musik DE /EN Sa 16:30—17:30 Sa 18:00—19:00 Studio A

»Embodying resistance« Extinction Rebellion Kate Sagovsky Jonas Marx DE /EN Sa 16:30—17:30 Sa 18:00—19:00 Halle

Taki Onqoy war eine Widerstandsbewegung im 16. Jahrhundert, die gegen den Kolonialismus und die Zerstörung von Wak’as in den Anden Südamerikas kämpfte. Wak’as sind Felsformationen, denen Energie innewohnt. Sie sind lebendige Natur und verkörpern das Heilige. Durch Tanz und Rituale boten die Menschen von Taki Onqoy ihre eigenen Körper als materiellen Ort für die Wak’as an, die ihre Körper an die Natur verloren hatten. In diesem Workshop lernen die Teilnehmer*innen nicht nur die Geschichte von Taki Onqoy kennen, sondern auch, den eigenen Körper einzusetzen und über ihn zu verstehen, was es bedeutet, eine emotionale Beziehung zur Natur aufzubauen. Taki Onqoy was a resistance movement in the 16th century that fought against colonialism and the destruction of Wak’as in the Andes of South America. Wak’as are common rock formations inhabited by energy, they are living nature and embody the sacred. Through dance and rituals the people of Taki Onqoy offered their own bodies (as a material place) to the Wak’as that had lost their body as nature. In this workshop the participants not only learn about the history of Taki Onqoy but also how to use our own bodies in order to understand what it means to establish an emotional relationship with nature. In diesem spielerischen, partizipativen Workshop erkunden die Teilnehmer*innen die Körperlichkeit und Emotion des Widerstands. Durch Spiele und Übungen entdeckt jede*r Einzelne, wie es sich anfühlt, nein zu sagen, für das einzustehen, wovon man überzeugt ist, und mutig zu handeln. In this playful participatory workshop you will explore the physicality and emotions of resistance. Through simple games and exercises we will discover what it feels like to say no, to stand up for what you believe, and act with courage. katesagovsky.com / rebellion.earth

29


»Transforming complexity and tension into a positive force« Dialogues / School of Collective Intelligence Bernard le Roux EN Sa 16:30—17:30 Studio B

»Finance for Future!« urgewald Kathrin Petz DE Sa 16:30—17:30 Studio C

30

Dieser Workshop untersucht, wie Konflikte für Einzelpersonen, Gruppen und die Gesellschaft in Wachstum und Entwicklung umgewandelt werden können. Bernard le Roux wurde in Südafrika geboren, arbeitete als Lehrer in Skandinavien und wurde Mitbegründer eines schwedischen gemeinnützigen Unternehmens, das Organisationen dabei unterstützt, komplexe soziale Konflikte konstruktiv anzugehen. Er unterrichtet außerdem Moderation und Dialoggestaltung an der School of Collective Intelligence in Marokko. Der Workshop beschäftigt sich mit kollektiver Weisheit und Schwarmintelligenz. This workshop examines how conflicts can be transformed into growth and development for individuals, groups and society. Bernard le Roux was born in South Africa, worked as a school teacher in Scandinavia and became co-founder of a Swedish non profit company that helps organizations to constructively handle complex social conflicts. He also teaches facilitation and design of dialogue processes at the School of Collective Intelligence in Morocco. The workshop will tap on collective wisdom and the intelligence of groups. Dialogues.se / um6p.ma/en/collective-intelligence »Was kann ich tun?« An Geld denken dabei nur Wenige. Mit diesem Workshop möchte urgewald e.V. dazu ermutigen, die Hebelwirkung von Geld zu entdecken und die Verwendung von Geld anders zu denken. Unser Geld kann nämlich mehr, als wir denken. Kathrin Petz arbeitet im Berliner Büro des 1992 im Münsterland gegründeten Vereins urgewald, der für Umweltschutz und Menschenrechte u. a. im deutschen Energie-Sektor Aufklärungsarbeit leistet und im Bereich Banken und Divestment aktiv ist. Nicht zuletzt gibt urgewald betroffenen Menschen aus aller Welt eine kritische Stimme auf Jahreshauptversammlungen deutscher Aktiengesellschaften. »What can I do?« Only a few think of money. With this workshop urgewald e. V. would like to encourage participants to discover the leverage effect of money and to think differently about its use of money. Our money can do more than we think. Kathrin Petz works in the Berlin office of the urgewald association, which was founded in 1992 in the Münsterland region. urgewald promotes environmental protection and human rights in the German energy sector and is active in the banking and divestment sectors. Last but not least, urgewald gives affected people from all over the world a critical voice at annual general meetings of German stock corporations. urgewald.org


»SuperCoop« Julia Dalmadi Marie Populus DE /EN Sa 18:00—19:00 Studio B

»How artistic can political activism be?« Josh Fox Lucy Martens EN Sa 18:00—19:00 Studio C

Wie würde ein inklusiver Supermarkt aussehen? Wie können gemeinsame Praktiken entwickelt werden, die die Schaffung von sozialem und ökologischem Mehrwert ermöglichen? SuperCoop Berlin ist ein gemeinschaftlicher Supermarkt, der auf Kooperation, Transparenz und Vertrauen beruht. Das Ziel ist es, den Zugang zu guten, nachhaltigen Lebensmitteln zu stärken. In einem interaktiven Workshop wird erlebbar, wie durch Demokratie und Transparenz ein integrativer Raum für Lebensmittel geschafft werden kann. What would an inclusive supermarket look like? How to build common practices that makes the convergence of social and environmental value creation possible? SuperCoop Berlin is a communitydriven supermarket based on cooperation, transparency and trust. The aim is to empower citizens for an improved access to good, sustainable food. In an interactive workshop you will experience how democracy and transparency can create an integrative space for food. supercoop.de Die beiden Filmemacher Josh Fox und Lucy Martens laden zu einem Workshop-Gespräch über den Zusammenhang zwischen Kunst und Aktivismus ein und geben Einblicke in ihre aktuellen Projekte. Welche Rolle können Kreativität und gemeinschaftsorientierte Medienproduktion in Zeiten von Wandel und Übergang spielen? Wird die Revolution kreativ und spirituell sein – oder beides? Eine europäische und eine nordamerikanische Perspektive zweier Künstler*innen, die weltweit Communities gefilmt und vernetzt haben. Zwei Filme der Künstler*innen sind das ganze Wochenende über im Studio C zu sehen. The two filmmakers Josh Fox and Lucy Martens invite to a workshop conversation about the interrelation between art and activism and offer insights into their recent projects. Which role can creativity and community oriented media production play in times of change and transition? Will the revolution be creative or spiritual — or both? A dialogue spanning a European and a North American perspective with two artists who have filmed and connected communities worldwide. Two of their films can be seen all weekend in Studio C. lucymartens.com / internationalwow.com/tthc.php

31


»Restlos Glücklich« DE /EN Sa 14:00—18:30 So 14:00—18:30 Saal

»Ziele & Spiele« World Human Forum / radialsystem Jochen Sandig DE /EN Sa 16:30—17:30 So 17:30—18:30 Saal

32

Der gemeinnützige Verein Restlos Glücklich e.V. engagiert sich für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln und gegen Verschwendung. In Bildungsarbeit mit Kindern und Erwachsenen zeigt er auf, wie sich der Küchenalltag nachhaltig gestalten lässt und dass klimafreundliche Ernährung ein großer Genuss ist. Dabei arbeitet die Initiative mit aussortierter, aber einwandfreier Ware und »rettet« Lebensmittel aus dem Bio-Supermarkt. Bei »Zuhören #4« kann von früh bis spät gemeinsam geschnippelt und im Gespräch Neues und Altbekanntes rund um nachhaltige Ernährung geteilt werden. The non-profit association Restlos Glücklich e.V. is committed to more appreciation of food and against waste. In educational work with children and adults, it shows how everyday kitchen life can be organized in a sustainable way and that climate-friendly nutrition is a great pleasure. The initiative works with sorted, but flawless products and rescued food from the organic supermarket. At »Zuhören #4«, you can cut and twist together the whole day, sharing new and familiar things about sustainable nutrition in a conversation. restlos-gluecklich.berlin Dieser Workshop, der von einem der drei Mitbegründer des World Human Forum veranstaltet wird, lädt dazu ein, sich spielerische mit den 17 UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) und der Methode des »Delphischen Würfels« zu beschäftigen. Das World Human Forum wurde 2017 in Delphi, Griechenland, mit der gemeinsamen Überzeugung gegründet, dass weder Staaten noch Märkte allein die ökologischen oder sozialen Herausforderungen unserer Zeit lösen können – sondern eine Neuorientierung auf den Menschen und eine Konvergenz von Nachhaltigkeit, Demokratie, Bildung, Kunst, persönlichem Wachstum und technischer Innovation passieren muss. This playful workshop hosted by one of the three World Human Forum’s co-founders invites participants to get active around the 17 UN Sustainable Development Goals (SDGs) and the method of »The Delphic Cube«. The World Human Forum was founded in 2017 in Delphi, Greece with a shared belief that neither states nor markets can alone can solve the environmental or social challenges of our times. Rather, we must re-center on the human and a con­ vergence of sustainability, democracy, education, arts, personal growth and technical innovation. worldhumanforum.earth


»Technology (+) Accountability« Revision Pedro Jardim Morris Clay EN So 17:30—18:30 Studio C

»Vier Arten des Zuhörens nach Theorie U« Presencing Institute Angela Baldini DE So 17:30—18:30 Studio B

»Revision« will die sich immer schneller entwickelnde Innovationskultur von reiner Wachstums- und Profit­orientierung hin zu verantwortungsbewusster Nachhaltigkeit entwickeln. Es gilt, für die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen neuer Technologien Verbindlichkeiten festzulegen, um dann selbstverpflichtend danach handeln zu können. Der Workshop gibt einen ersten Einblick in die Methoden von »Revision«. Pedro Jardim verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung als Sozialunternehmer, Business Developer und Coach in unterschiedlichen Organisationen und Start-ups. Er ist Vorstandsmitglied bei »Revision« und unterstützt aktiv die Edith Maryon Foundation, Fundo Fica, Creative Foot Print und 8OS. Morris Clay ist Unternehmer, Business Analyst, Entwickler und Produktmanager. Im Rahmen seiner Arbeit begann er, sich auf von Gemeinschaften initiierte Veränderungsprozesse zu konzentrieren, um Wege zu finden, neue Technologien verantwortungsbewusster zu steuern. Er ist Vorsitzender des »Revision«-Ausschusses. The mission of »Revision« is to shift innovation culture from opportunistic to responsible through raising awareness and establishing accountability for the social, economic and environmental impact of exponential/emerging technologies. The workshop gives a first glimpse at the methods of »Revision«. Pedro Jardim has over 10 years of experience as a social entrepreneur, business developer and agile coach in several organizations and start ups. He currently acts as a board member at »Revision« while also actively supporting the Edith Maryon Foundation, Fundo Fica, Creative Foot Print and 8OS. Morris Clay is an entrepreneur, business analyst, developer and product manager. He started focusing on community-driven change-making to find ways to govern emerging technologies more responsibly. He is chairman of the »Revision« board. revision.io Hier werden die von Otto Scharmer in der »Theorie U« beschrie­ benen unterschiedlichen Qualitäten der »4 Arten des Zuhörens« erklärt und während eines Dialogspaziergangs im Anschluss geübt. Angela Baldini leitet die deutsche Niederlassung des Presencing Institutes, dessen Arbeit sich mit der Erforschung und Entwicklung von Methoden zum bewusstseinsbasierten gesellschaftlichen Wandel befasst. In this workshop the different qualities of the »4 ways of listening« described by Otto Scharmer in his »Theory U« will be explained and practiced during a dialogue walk afterwards. Angela Baldini heads the German branch of the Presencing Institute, whose work focues on the research and development of methods for consciousness-based social change. presencing.org 33


Immersiver Parcours »FutureLeaks — The recruiting« Samstag & Sonntag 14:00—18:30 Saal/Deck/Kubus

»FutureLeaks« reist mit dem »Zuhören«-Publikum in die Zukunft und schreibt Nachrichten für ein besseres Morgen. Passierscheine und Reisezeiten sind am Ufo im Saal erhältlich. »FutureLeaks« travels with the »Zuhören«-audience into the future and writes news for a better tomorrow. Laisser-passer and itinieraries are available at the UFO in the Saal. Das FutureLeaks Team versteht sich als Zusammenschluss von Menschen, die sich am Ground-Zero der Geschichtsschreibung wiederfinden. Menschen mit und ohne Fluchterfahrung, Menschen aus Palästina, Syrien, Deutschland und Israel. Menschen, die durch ihre eigene Geschichte oder durch die Umstände des Weltgeschehens an diesen Treffpunkt der gemeinsamen Geschichtsschreibung gebracht wurden. Menschen, die nicht nur den friedlichen Fortgang der persönlichen Geschichte schreiben wollen, sondern auch den einer friedlichen Gesellschaft. Das gemeinsame Ziel ist es, aus alten Mustern der Zerstörung herauszutreten und neue Lösungen für alte und gegenwärtige Verstrickungen zu finden. The FutureLeaks team defines itself as an association of people who find themselves at the ground zero of historiography. People with and without refugee experience, people from Palestine, Syria, Germany, and Israel. People who have been brought to this meeting point of common historiography by their own history or by the circumstances of world affairs. People who want to write not only the peaceful progress of their personal history, but also that of a peaceful society. The common goal is to step out of old patterns of destruction and to find new solutions for former and present entanglements. futureleaks.de Regie Anna de Carlo Produktionsdesign Yiftach Shapira Assistenz Katharina Schar Video Ali El Darsi Produktion & Kommunikation Julian Zwingel Conspiracy Consultant Sandro Schapals Kostüme & Fundus Sasha Waltz & Guests Sandra Tiersch Von & mit Ahmad Akidi, Radwan Asulaiman, Mousa Alkam, Hadi Mohammad, Leonie Ahmer, Bri Schröder, Johanna Hühn, Katharina Schröter, Marie Langisch, Esther Kron, Maxim Möbius, Shani Moffat, Atura Akoush, Okan Sahin, Lars Löllmann, Morya Matitya, Katharina Schar »FutureLeaks – The Recruiting« entsteht für »Zuhören #4« in Zusammenarbeit zwischen FutureLeaks, Berlin Mondiale – Kunst im Kontext von Migration, Flucht und Exil, Allianz Kulturstiftung, radialsystem und Sasha Waltz & Guests.

34


»Die FutureLeaks-Administration ruft zum ge­ schichtsträchtigen Recruiting auf! Gesucht werden Pionier*innen, die aktiv in den Verlauf zukünftiger Ereignisse eingreifen möchten. Wer es schafft – natürlich nur unter erhöhten Sicherheitsstandards – die Transitzone zwischen heute und morgen zu erreichen, wird womöglich eine tiefgreifende mehr­ dimensionale Veränderung in der Chronik der Zukunft geschaffen haben. Als Hochsicherheits­ agentur der Zukunft ist FutureLeaks darauf bedacht, stets ver­deckt zu operieren, brisante Informa­­tionen zu sammeln und diese im Sinne der positiven Geschichts­schreibung zu leaken. Und somit die Faktenlage für die Welt zu schaffen, in der wir leben möchten.« »The FutureLeaks-administration calls for historical recruiting! We are looking for pioneers who would like to actively intervene in the course of future events. Those who manage — of course only under increased security standards — to reach the transit zone between today and tomorrow may have created a profound multidimensional change in the chronicle of the future. As the high-security agency of the future, FutureLeaks is committed to operating undercover at all times, collecting explosive information and leaking it in the spirit of positive historiography. And thus to create the facts for the world in which we want to live.«

35


Filme Samstag & Sonntag ab 14:00 (Loop) Studio C

»Rede von Sebastião Salgado« (2019)

Im Herbst 2019 erhielt der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. In seiner Rede teilt er den Preis mit den Menschen und Regionen der Welt, die er fotografiert hat. Zuhören, das sich lohnt und viele Themen des Wochenendes umspannt. In autumn 2019 the Brazilian photographer Sebastião Salgado received the Peace Prize of the German Book Trade. In his speech, he shares the prize with the people and regions of the world he has photographed. Valuable listening, which spans the weekend thematically. Mit freundlicher Genehmigung des Autors, des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels und des ZDF © ZDF 2019

»The Twelve« (2019)

Im November 2017 suchten die Le Ciel Fondation Paris und die Regisseurin Lucy Martens zwölf Älteste, Meister und Schamanen auf der ganzen Welt auf und luden sie nach New York zu einem Rat der Weisen in das Gebäude der Vereinten Nationen ein. In November 2017, the Le Ciel Fondation Paris and director Lucy Martens visited twelve elders, masters and shamans around the world and invited them to New York for a Council of Wise Men in the United Nations building. lecielfoundation.com Regie Lucy Martens & Olivier Girard Produktion Le Ciel Foundation Produzentinnen Lucy Martens, Olivier Girard, Caroline Dreesmann, Leslie Knott Schnitt Mark Atkins Kamera Lucy Martens Komposition Federico Albanese

»How to let go of the world and love the things climate can’t change« (2016)

12 Länder auf 6 Kontinenten besuchend, erkennt Josh Fox in seinem Film an, dass es vielleicht schon zu spät dafür ist, einige der schlimmsten Konsequenzen des Klimawandels zu stoppen. Und er fragt danach, was der Klimawandel nicht zerstören kann. Was liegt so tief in uns, dass keine Katastrophe es uns nehmen kann? Visiting 12 countries on 6 continents, Josh Fox acknowledges in his film that it may already be too late to stop some of the worst consequences of climate change. And he asks what climate change cannot destroy. What lies so deep in us that no disaster can take it away? howtoletgomovie.com/film.html Written and directed by Josh Fox Cinematography Josh Fox, Deia Schlosberg, Alex Tyson, Steve Liptay, Matt Sanchez International WOW Company in association with HBO Documentary films

36


Live-Design Olaf Baldini Freitag Samstag Sonntag

Der Künstler und Designer Olaf Baldini begleitet das Wochenende mit Live-Drawings. The artist and designer Olaf Baldini accompanies the weekend with live-drawings. Olaf Baldini studierte Grafikdesign in Wien und ging anschließend nach Berlin, wo er zunächst in einem Online-Start-up, später in einem Designstudio mit Schwerpunkt Printdesign als JuniorGrafiker startete. Seit 2003 ist er selbständig, sowohl für Künstler* innen als auch Firmenkunden tätig. Olaf Baldini arbeitet mit dem Presencing Institute zusammen. Olaf Baldini studied graphic design in Vienna, Austria and moved to Berlin, Germany right after, where he started to work as a junior graphic designer, first in an online-startup and later in a design studio focusing on print design. Since 2003 he has been working independently, for artists as well as corporate clients. He collaborates with the Presencing Institute.

37


Team Sasha Waltz & Guests

Team Radialsystem

Konzept Sasha Waltz Programmleitung Émilie Guérin Anja Schmalfuß Programmteam 2019 Theresa Boock Justine Del Corte Steffen Döring Jochen Sandig Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Sibah Pomplun Anne Wagner Stephanie Bender Externe Mitarbeit Laut und Deutlich — Agentur für strategische Kommunikation Networking Mira Lina Simon Mitarbeit Lisa Sziedat Yasmine Merei Reiseorganisation Janna Kleinknecht Technische Leitung Reinhard Wizisla Assistenz Technische Leitung Leonardo Bucalossi Licht Martin Hauk Assistenz Licht Olaf Danilsen Matilda Kruschel Ton Lutz Nerger Giorgio de Santis Ausstattungsleitung und Bühne Thomas Schenk Bühnentechnik Salvatore Guiseppe Judica Daniel Herrmann César Martins Julia Sohl Kostüm Sandra Tiersch Kaufmännische Geschäftsführung Stephan Schmidt Direktion Sasha Waltz & Guests Sasha Waltz Jochen Sandig Bärbel Kern

Produktion Nina Eckhardt Olga Burkert Technische Leitung Hans Fründt Technik Reinhard Horn Janine Iten Sven Seemann Arthur Schindel Tontechnik Carlo Grippa Maxim Schmidthals Videotechnik Torsten Podraza Presse und Marketing Ulrike Mewald Bettina Schuseil Anna Nike Sohrauer Caroline Schwarz Ticketing Antje Kaube Swantje Plähn Nina Riedel Logistik Tobias Lehner Leitung künstlerisches Programm Matthias Mohr

38


»Zuhören – Dritter Raum für Kunst und Politik« ist ein Projekt von Sasha Waltz & Guests I Education & Community, unter­stützt von der Radial Stiftung. Sasha Waltz & Guests wird gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa und dem Hauptstadtkulturfonds. »FutureLeaks @ Zuhören #4« entsteht in Zusammenarbeit mit »FutureLeaks«, Berlin Mondiale – Kunst im Kontext von Migration, Flucht und Exil, Allianz Kulturstiftung, radialsystem und Sasha Waltz & Guests. »Branches« wird unterstützt von Steinway & Sons. »Zuhören – Third Space for Art and Politics« is a project by Sasha Waltz & Guests I Education & Community, supported by the Radial Stiftung and Berlin Mondiale. Sasha Waltz & Guests is supported by the Senate Depart­­ment for Culture and Europe and the Capital Cultural Fund. »FutureLeaks @ Zuhören #4« is created in cooperation with FutureLeaks and Berlin Mondiale – Art in the context of migration, flight and exile, Allianz Kultur­ stiftung, radialsystem and Sasha Waltz & Guests. »Branches« is supported by Steinway & Sons.

Berlin in English since 2002

Herausgeber Sasha Waltz & Guests Redaktion und Produktion Sibah Pomplun Anne Wagner Anja Schmalfuß Text Seite 2–7 Andreas Weber Übersetzung Good & Cheap Art Translaters Gestaltung Daniel Wiesmann Büro für Gestaltung Druck Gallery Print Stand 5. Dezember 2019 sashawaltz.de


Profile for Sasha Waltz & Guests GmbH

»Zuhoeren #4 – Climate change & democracy. From complexity to action« – Complete Progr., Dec. 2019  

Die vierte Ausgabe von »Zuhören – Dritter Raum für Kunst und Politik« rückt vom 13.-15. Dezember 2019 die drängenden Themenkomplexe Klima- u...

»Zuhoeren #4 – Climate change & democracy. From complexity to action« – Complete Progr., Dec. 2019  

Die vierte Ausgabe von »Zuhören – Dritter Raum für Kunst und Politik« rückt vom 13.-15. Dezember 2019 die drängenden Themenkomplexe Klima- u...

Advertisement